Bundesregierung über PEGIDA: Keine Gefahr für die öffentliche Ordnung

Eine Kleine Anfrage der LINKEN zu PEGIDA, LEGIDA und all den anderen GIDAs hat gerade eine Antwort durch die Bundesregierung erfahren, der man eine Reihe interessanter Informationen entnehmen kann, und zwar darüber, wie ein Phänomen, das im Wesentlichen auf Dresden begrenzt ist, durch die Medien zu einer Bedrohung der öffentlichen Ordnung aufgeblasen wurden, die den Bestand Deutschlands in Frage gestellt haben soll.

Gleich vorweg das interessanteste aus der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der LINKEN:

BT18-4068

  • PEGIDA Teilnehmer sind friedlich und keine Kriminellen:
    “Die Veranstaltungen der PEGIDA und ähnlichen Aktionsformen verliefen überwiegend störungsfrei. Nur in Einzelfällen kam es im Rahmen von Konfrontationen mit Gegendemonstranten und Anhängern dieser Strömungen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. In Anbetracht der zum Teil erheblichen Anzahl von Demonstranten wurden bisher jedoch verhältnismäßig wenige Straftaten mit Bezug zu den jeweiligen Veranstaltungen festgestellt.”
  • PEGIDA ist keine Gefahr für die öffentliche Ordnung
    “PEGIDA und ähnilche Aktionsformen [stellen] bislang keine Gefahr für die in der Frage genannten Schutzgüter dar”. Bei den Schutzgütern handelt es sich um die öffentliche Ordnung, den Frieden im Lande und das friedliche Zusammenleben der Völker oder Deutschlands Ansehen im Ausland.
  • Die Bundesregierung kann bei PEGIDA Anhängern scheinbar keine berechtigten Anliegen erkennen, denn auf die entsprechende Frage reagiert die Bundesregierung ausweichend wie folgt. “Die Bundesregierung beschäftigt sich völlig unabhängig von den Forderungen der PEGIDA und ähnlichen Aktionsformen fortlaufend mit den gesamtgesellschaftlich relevanten Themen, die manchen dieser Forderungen zugrunde liegen. Dies gilt insbesondere für die derzeitigen Herausforderungen im Bereich Aysl und Migration”.
    Diese Antwort muss man dann wohl so interpretieren, dass die Bundesregierung keinen Grund sieht, die Anliegen von PEGIDA in irgendeiner Weise aufzugreifen, denn die Forderungen von PEGIDA, die die Bundesregierung nicht für irrelevant hält (“manche dieser Forderungen”), die hat die Bundesregierung sowieso schon in Bearbeitung. Das nennt man dann wohl Responsivität nach Art der Bundesregierung. Wir nehmen von Bürgern auf, was nicht irrelevant ist, aber was nicht irrelevant ist, das bearbeiten wir sowieso schon, so dass wir auch nichts Relevantes aufnehmen müssen.

Es folgt der unvermeidliche Fragenwust zur Beteiligung von rechtsextremen Gruppierungen an PEGIDA, LEGIDA und all den anderen GIDAs. Was mit derartigen Fragen erreicht werden soll, wir wissen es nicht, jedoch wissen wir, dass PEGIDA durch die Bundesregierung weitgehend ein Unbedenklichkeits-Attest im Hinblick auf rechtsextreme Unterwanderung ausgestellt wurde.

Wichtig sind die Daten, die in der Antwort der Bundesregierung veröffentlicht werden und die wir aus diesem Grund hier wiedergeben, zeigen sie doch, dass PEGIDA außerhalb von Dresden kaum Fuss gefasst hat und dass sich der ganze Medienhype der den Untergang des deutschen Abendlandes wie wir es kennen, beschworen hat, im Nachhinein als Popanz entpuppt, der in einer Weise aufgeblasen wurde, die einen vermuten lässt, dass die Trennlinie zwischen linker Ideologie und Hysterie fließend ist.

Bislang ist uns keine Kleine Anfrage bekannt, in der sich eine im Bundestag vertretene Fraktion danach erkundigt, ob die Gegendemonstrationen gegen PEGIDA, LEGIDA und sonstige GIDAs linksextrem unterwandert oder ob die entsprechenden Gegendemonstrationen von Linksextremen geplant und organisiert wurden. Auch kennen wir keine Kleine Anfrage im Bundestag, in der nach den Straftaten gefragt wird, die Gegendemonstranten begangen haben. Aber das kommt sicher noch, schließlich leben wir in einem Rechtsstaat – oder?

Hier nun die Aufstellungen über die Orte, Zeiten und die Anzahl der Teilnehmer an PEGIDA und anderen Versuchen, Menschen auf die Straße zu bekommen.

GIDAs1
GIDAs2

Geschlechter-Gleichheit auch bei Massenmördern

Die Erzählung, die der Genderismus über Frauen verbreitet, sieht Frauen in erster Linie als Opfer: In eine männliche Welt geworfen, sind die von Natur aus sanftmütigen, weiblichen Opfer Gegenstand männlicher Übergriffe, von häuslicher Gewalt über Diskriminierung im Alltag, von Ausschluss aus Spitzenpositionen der Wirtschaft bis zu Benachteiligungen beim Gehalt.

massenerschiessungenIn manchen, noch vulgäreren Varianten des Genderismus wird behauptet, die Welt wäre eine andere, würden Frauen regieren. Würden Frauen regieren, so die Phantasie, es gäbe weder Kriege noch Auseinandersetzungen, weder Umweltzerstörung noch wirtschaftliche Probleme, die Welt, die weiblich regierte Welt, sie wäre ein einziges Paradies aus Harmonie und glücklichen Menschen (oder auch nur Frauen?).

So absurd diese Erzählung auch sein mag, sie eignet sich prima, um damit Stimmung zu machen, Mitleid bei denjenigen zu erregen, die Mitleid als Form der Überlegenheit missverstehen, und sie eignet sich für rent seeking, also dafür, am Wohlstand, den andere erarbeiten, Teil zu haben, ohne dazu durch eigene Arbeit beizutragen.

Man kann das gar nicht oft genug sagen. Vor allem in Deutschland kann man es gar nicht oft genug sagen, weil irrationale und absurde Erzählungen wie die genderistische Erzählung im Land der Dichter und eben nicht Denker, sondern affektiv Steuerbaren, immer auf offene Ohren treffen, auf offenen Ohren von Trägern, die nichts dabei finden, die eine Hälfte der Deutschen zu hoffnungslosen Dummchen zu erklären, die der Gewalt der anderen Hälfte der intelligent rationalen Brutalos schutz- und hilflos ausgeliefert ist.

UN-WomenEs rechnet sich, wie die Vielzahl der Programme zur Förderung von Frauen, die Gesetze zum Ausgleich gemutmaßter Benachteiligung und die Schutzmaßnamen, deren Zweck darin besteht, die Opferrolle von Frauen symbolisch festzuschreiben, zeigen.

In anderen Ländern, z.B. im Nachbarland Holland ist es nicht so einfach wie in Deutschland, absurde Erzählungen zur offiziellen Überzeugung von Parteien zu erklären und zur Grundlage zu machen, um u.a. in der Wissenschaft staatliche Eingriffe zu legitimieren; ausgerechnet in der Wissenschaft, denn es ist eigentlich die Aufgabe von Wissenschaft, Erzählungen wie die genderistische Erzählung als Lug und Trug zu entlarven und die Wirklichkeit dagegen zu setzen.

Nicht so in Deutschland. In Deutschland ist die Zahl derer, die auf der Fahrkarte des benachteiligten Dummchens in die Wissenschaft einreisen wollen, offensichtlich größer als die Zahl lauterer Wissenschaftler, denen an Erkenntnis gelegen ist.

Ganz anders in Holland.

Und so kommt es, dass aus Holland die Kunde eines wissenschaftlichen Beitrags zu uns gekommen ist, der mit dem Mythos der friedliebenden Frauen, dem Mythos der weiblichen heilen Welt ohne Krieg, Gewalt und Tote aufräumt, und zwar gründlich.

Alette Smeulers hat mit dem Mythos aufgeräumt und ist entsprechend dafür verantwortlich, dass der genderistischen Erzählung ihre zentrale Lüge abhanden gekommen ist.

Doch der Reihe nach.

women + nazis

“Being a history buff I’ve read a great deal about the Nazis. But I hadn’t really read or heard much about the women who worked in the labor and death camps. This was surprising to me. I didn’t realize there were so many women involved in the camps and I had no idea that they were so involved with managing the day-to-day operations in some camps.”

Female Perpetrators: Ordinary or Extra-ordinary Women?, so heißt der Beitrag von Smeulers, der in Heft 2 der International Criminal Law Review diesen Jahres veröffentlicht wurde (Seiten 207-253).

In diesem Beitrag analysiert Smeulers eine Reihe von Massenmorden, die sich im 20. Jahrhundert ereignet haben und interessiet sich dabei vor allem für die Rolle, die Frauen bei diesen Massenmorden gespielt haben, wobei das folgende Kategoriensystem aus der Analyse des vorhanden Materials über Genozide und Massenmorde resultiert:

  • Frauen als Verwaltungsangestellte und Helfer;
  • Frauen als Profiteure, Diebe, Verräter und Spione;
  • Frauen als Wächter in Gefängnissen und Gefangenenlagern;
  • Frauen als Vernehmer und Folterer;
  • Frauen als Mörder;
  • Frauen als Sexualstraftäter;
  • Frauen als politische Führer und Anstifter;

Aus der Analyse des vorhandenen Materials zu Massenmorden und Genoziden resultieren eine Vielzahl von Ergebnissen, die die Rolle, die Frauen dabei gespielt haben, sehr deutlich machen. Die zentralen Ergebnisse der Analyse von Alette Smeulers, im Originalton und in unserer Übersetzung haben wir im Folgenden zusammengestellt.

“The above overview has however, shown that although it is clear that many more men than women have been involved in mass atrocities the role of women is much larger than has been assumed so far, not only in Nazi Germany but also in other more contemporary conflicts in Sierra Leone, Sudan, drc, Uganda and Columbia to name just a few cases. (252)”

Der Überblick in dieser Arbeit hat gezeigt, dass obwohl viel mehr Männer als Frauen in Massenmorde verwickelt sind, der Beitrag von Frauen zu diesen Massenmorden viel bedeutender ist als bislang angenommen. Dies gilt nicht nur für Nazi Deutschland, sondern auch für die neueren Konflikte in Sierra Leone, dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo, Uganda und Kolumbien, um nur einige der Konflikte zu nennen.

“Most women act in a supporting capacity but others have a more active role as leaders and instigators or as the physical perpetrators and have been directly involved in torture, rape and murder. The literature review conducted clearly shows that women just like men are capable of terrible atrocities”. (252)

Die meisten Frauen sind unterstützend tätig, andere Frauen spielen jedoch aktivere Rollen als Führer, Anstifter oder als Gewalttäter, die direkt an Folter, Vergewaligung und Mord beteiligt sind. Der Literaturüberblick, der hier vorgenommen wurde, zeigt eindeutig, dass Frauen zu den selben schrecklichen Gräueltaten fähig sind wie Männer.

“The general perception is that real women do not commit mass atrocities while in fact they do. Some might have been forced and others might indeed have been disturbed sadists but the above overview shows that so many women have been involved in mass atrocities that it is simply impossible to qualify all of them as such. It is time to accept that many female perpetrators are ordinary women and that ordinary women just like ordinary men can become involved in mass atrocities for a number of reasons (personal or political) and under a number of different circumstances (involving extreme pressure or out of free will) and can be just as ruthless and cruel as ordinary men”. (252)

international crimesDie überwiegende Meinung lautet, dass “richtige” Frauen sich nicht an Massenmorden beteiligen, was falsch ist, denn Frauen beteiligen sich am Morden. Manche mögen dazu gezwungen worden sein, andere mögen geistig gestörte Sadisten sein, aber wie der Überblick in dieser Arbeit zeigt sind so viele Frauen an Massenmorden beteiligt, dass es schlicht unmöglich ist von allen anzunehmen sie seien gezwungen worden oder geistig gestört. Es ist an der Zeit zu akzeptieren, dass viele weibliche Täter normale Frauen sind, die sich, ebenso wie ganz normale Männer am Massenmord beteiligen. Ihre Gründe dafür sind vielfältig (persönlich oder politisch), die Beteiligung findet unter verschiedenen Umständen statt (gezwungen oder aus freiem Willen) und Frauen sind genauso erbarmungslos und grausam wie Männer

“But for now we can conclude that women are not inherently more peaceful than men, nor that those women who are involved in mass atrocities are by definition mentally disturbed monsters or completely lacking agency. Some are but most are just like the men, very ordinary women who within an often constrained environment (just like many men) somehow got involved in mass atrocities. The reason why so many more men are involved is not because they are more evil but simply because militarised units which are the main organizations responsible for the physical perpetration of international crimes are still male dominated”. (253)

Wir können daraus schließen, dass Frauen weder von Natur aus friedliebender sind als Männer noch dass die Frauen, die sich an Massenmorden beteiligen in ihrer Mehrheit geistig gestörte Monster sind oder gezwungen werden, sich an dem Massenmorden zu beteiligen. Auf manche trifft dies zu. Die meisten sind jedoch – wie dies für Männer auch gilt – ganz normale Frauen, die sich in einer oftmals angespannten Situation (genau wie Männer) an den Massenmorden beteiligen. Der Grund dafür, dass mehr Männer als Frauen an Massenmorden beteiligt sind, ist demnach nicht, dass Männer grausamer sind als Frauen, sondern schlicht der, dass Militäreinheiten, die im wesentlichen für Massenmorde verantwortlich sind, männlich dominiert sind.

 

Wir sind gespannt, wie lange es wohl dauern wird, bis wir von deutschen Universitäten Forschung, die der von Alette Smeulers vergleichbar ist, berichten können.

Die Zeit läuft!

Nicht gespannt sind wir dagegen auf die Reaktion derjenigen, die ihr Einkommen daraus gewinnen, dass sie anderen vorlügen, die genderistische Erzählung der guten, reinen Magd, die keiner Fliege etwas zu leide tut, und grausam von der Stiefmutter, nein, falsch, vom Stiefvater unterdrückt wird, sei wahr. Sie werden, wie sie das in der Vergangenheit getan haben, versuchen, die Realität weiterhin zu leugnen, denn nur wenn sie die Realität leugnen, können sie ihre Ideologie für sich gewinnbringend an den Mann bringen.

Insofern ist das einzige, was uns noch interessiert die Frage, wie lange man gegen die Realität anbehaupten und sich auf Kosten der Mehrheit der Gesellschaft durchlavieren kann.

Smeuler, Alette (2015). Female Perpetrators: Ordinary or Extra-ordinary Women? International Criminal Law Review 15(2): 207-253.

100% Studenten?

Es ist an der Zeit, dem OECD-Irrsinn, dessen Ziel darin besteht, die Quote derer, die studieren, zu erhöhen, ein Ende zu setzen.

OECDAusgangspunkt für diesen Irrsinn ist die Beobachtung von u.a. Theodore Schultz aus den 1960er Jahren, dass im Aggregat betrachtet, Bildungsniveau der Bevölkerung und Wirtschaftswachstum einander bedingen: Je formal gebildeter eine Bevölkerung ist, desto mehr Wachstum gibt es.

Daraus hat man bei der OECD geschlossen, dass die Wirtschaft wächst, wenn man das Bildungsniveau der Bevölkerung erhöht, ein Schluss, der, wenn er richtig wäre, zur Konsequenz hätte, dass das höchste Wirtschaftswachstum dann erreicht wäre, wenn 100% der Bevölkerung eine Hochschule absolviert haben.

Offensichtlich ist diese Prämisse kompletter Unsinn, so dass man sich fragt, wo der Hype mit der formalen Bildung herkommt.

Dazu muss man zunächst einmal feststellen, dass formale Bildung nicht unbedingt Bildung bedeutet. Es mag eine Korrelation zwischen formaler Bildung und Bildung geben, aber ein Abitur sagt nichts über die Bildung dessen, der es hat, aus. Ein Abitur gibt bestenfalls eine erhöhte Wahrscheinlichkeit dafür an, dass ein Träger des Abiturs mehr Wissen hat als ein Hauptschulabsolvent, ein Schluss, der sich schnell als falsch erweisen kann, wenn – wie in der PISA-E Studie, die Leistungen von Abiturienten aus Bremen hinter denen von Hauptschülern aus Bayern zurückbleiben.

Wenn formale Bildung keine Synonym für Bildung als solche ist, was ist sie dann?

Wir schlagen vor, formale Bildung als Maß der Anpassungsbereitschaft an institutionelle Vorgaben anzusehen mit der Konsequenz, dass der Anteil der Angepassten unter den formal Höhergebildeten größer sein muss als unter den formal Niedriggebildeten.

Diese Definition hat zudem zur Konsequenz, dass formale Bildung nicht per se der Olymp dessen ist, was Menschen erreichbar ist. Und die Definition macht den Weg frei, um die soziale Konstruktion dessen, was formale Bildung ist und was angeblich mit Bildung übereinstimmt, deutlich zu machen.

Ein Professor für Kunstgeschichte mag es unglaublich finden, wenn einer seiner Studenten nicht weiß, wer den Holzsockel von Rodin’s Denker geschnitzt hat.

Ein Professor der Gender Studies mag mit dem Kopf schütteln, wenn die Mehrheit der Menschen seine Einsicht nicht teilt, dass es 100e von Geschlechtern gibt.

Aber: Ein Arbeiter wird mit dem Kopf schütteln, wenn er den “Studierten” dabei beobachtet, wie er völlig unbeholfen versucht, einen Randstein zu setzen oder eine Wand zu streichen.

Und ein Elektriker wird Lachkrämpfe entwickeln, wenn er den Professor der Kulturwissenschaften, der sich damit gebrüstet hat, keine Glühbirne in die Fassung zu drehen, bei eben diesem komplizierten Unterfangen beobachtet (der entsprechende Kulturwissenschaftler ist zwei Redaktionsmitgliedern von ScienceFiles namentlich bekannt).

Kurz: Wissen ist relativ und wird erst dann zu relevantem Wissen, wenn es einer nützlichen Verwendung zugeführt werden kann.

Dies ist der Grund dafür, warum formale Bildung von manchen so überstilisiert, so hochgejubelt wird, denn sie haben nur ihre formale Bildung, den (Hochschul-)Abschluss oder Titel, der ihnen für Wohlgefälligkeit verliehen wurde, der formale Bildungstitel, der ihnen oft genug den Zugang in die Welt des Geschwätzes und der öffentlichen Verwaltung ebnet.

Anders formuliert: Eine Reihe von Inhabern formaler Bildungstitel bleibt, wenn es um die Nützlichkeit des Wissens, das die entsprechenden Inhaber haben, geht, deutlich hinter dem Wissen von Müllfahrern, Maurern, Kanalarbeitern, Tischlern und anderen zurück, die die entsprechenden Inhaber dann regelmäßig als bildungsfern diskreditieren.

Und, nicht zu vergessen, um die sie sich sorgen, weil ihre Kinder in vermeintlich zu geringem Anteil an Hochschulen ankommen. Warum nur, ist das so, so fragen sie sich in aller Heuchelei, denn natürlich sind sie nicht bereit, die steuerzahlerfinanzierten Stellen, die sie sich geschaffen haben, zu teilen.

Überhaupt stellt sich die Hochschullandschaft vor allem in den Sozialwissenschaften mehr und mehr wie ein Wurmfortsatz der Verwaltung dar. Wir haben gestern über ein Forschungsprojekt berichtet, das mit 532.167,60 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, also aus Steuergeldern gefördert wird, und dessen einziger Zweck darin besteht, Fördertöpfe zu indentifizieren und eine Art “best practice des Gefördertwerdens” zu entwickeln. Wohlgemerkt es geht darum, gefördert zu werden, nicht darum, für eine sinnvolle Idee gefördert zu werden.

Hochschulen werden daher immer mehr zum Ort, über den der Zugang in die öffentliche Verwaltung stattfindet und hier in Positionen, deren Nutzen erst noch zu zeigen wäre. Konsequenterweise entstehen an Hochschulen Fächer, deren Nutzen einzig darin besteht, Personal für den öffentlichen Bereich zu rekrutieren und mit Abschlüssen und Titeln auszustatten, Personal, das dann seinerseits Tätigkeiten ausführt, deren Effekt auf das Bruttosozialprodukt im besten Fall nicht vorhanden, im schlechtesten Fall negativ ist. Personal, das in seiner gesellschaftlichen Nützlichkeit weit hinter der eines Müllfahrers und eines Maurers zurückbleibt. Aber: Personal, das auf die angeblich Bildungsfernen herabblicken zu können glaubt, so sehr, dass manche es sich zur Aufgabe machen, den armen Bildungsfernen helfend unter die Arme greifen zu wollen, damit z.B. der Anteil der Studenten aus der Arbeiterschicht größer wird.

Aber vielleicht entspricht die Anzahl der Kinder aus Arbeiterfamilien, die an Universitäten studieren, ja den Präferenzen in der Arbeiterschicht. Vielleicht ist es der Anteil der Kinder aus der Mittelschicht, der verändert werden muss, der reduziert werden muss, weil viele studieren, die nicht die Fähigkeit zum Studieren mitbringen und die dies in Fächern tun, die keinerlei Nutzen für die Steuerzahler mit sich bringen.

Und ist es nicht moralisch verwerflich, etwas Sinnloses wie Gender Studies zu studieren und sich dieses Studium von denen, die man als bildungsfern diskreditiert und die seit ihrem 16. Lebensjahr Steuern zahlen, finanzieren zu lassen?

does education matterDas bringt uns zurück zum OECD Irrsinn. Es mag in den 1960er Jahren und in den Entwicklungsländern, die Theodore Schultz untersucht hat, so gewesen sein, dass mit einem zunehmenden Bildungsniveau das Wachstum gestiegen ist. Es ist für moderne Industrienationen nicht der Fall. Das zeigt Alison Wolf in ihrem Buch “Does Education Matter”. In Industrienationen sind diejenigen mit hoher Bildung nicht vornehmlich diejenigen, die zum Bruttosozialprodukt beitragen. Ökonomisches Wachstum wird getragen von all den Arbeitern, den Selbständigen im Mittelstand, denen, die täglich Produktives tun, und zwar ganz ohne Abitur oder Hochschulstudium.

Dagegen werden die Studierten zunehmend zur Last für eine Gesellschaft, zu Nutznießern der Produktivkraft von Arbeitern und Handwerkern, die den Überschuss erwirtschaften, den Hochschullehrer wie das Profx dann durch angebliches Denken verbrauchen.

Insofern ist es Zeit, die Geschichte vom Kopf auf die Füße zu stellen und die Frage danach, was die vielen angeblich Bildungsnahen, die sich an Hochschulen herumdrücken, denjenigen, die sie finanzieren, für einen Nutzen bringen.

Das ist eine Frage, die die Mehrzahl derer in natur- und ingenieurswissenschaftlichen Fächern nicht fürchten wird. Anders sieht es in Teilen der Sozialwissenschaften aus, wo die Normalität, sich von Arbeitern durchfüttern zu lassen, auf keinerlei empfundene moralische Verpflichtung trifft, etwas anderes als Worte, deren Bezug zur Realität ungeklärt ist, zurückzugeben.

©ScienceFiles, 2015

Gesucht: Studenten aus der Arbeiterschicht

An manchen Universitäten ist es zur Regel geworden, Professoren, die auf Lehrstühle berufen wurden oder Lehrstühle seit Jahren innehaben, einer breiteren Fachöffentlichkeit vorzustellen, indem die entsprechenden Professoren mit ihren Forschungsschwerpunkten und -ergebnissen protraitiert werden.

Das ist zu begrüßen, weil es einerseits Transparenz darüber schafft, was an deutschen Hochschulen geforscht und mit Steuergeldern getan wird, andererseits ist es aufgrund der Lücken zu begrüßen, denn: Um die Forschungsarbeit und sonstigen wissenschaftlichen Tätigkeiten vorstellen zu können, muss es diese Forschungsarbeiten und wissenschaftlichen Tätigkeiten geben. Folglich gibt die Lücke, die entsteht, wenn man die Professoren, die vorgestellt wurden, mit denen, die es nicht wurden, vergleicht erste Hinweise darauf, bei wem es nichts vorzustellen gibt.

SchindlerSteffen Schindler ist Juniorprofessor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Bildung an der Universität Bamberg und ist einer der Professoren, die etwas forschen und tun, was man vorzeigen kann. Schindler beschäftigt sich u.a. mit der Frage, warum Kinder aus Arbeiterhaushalten unter den Studenten nach wie vor unterrepräsentiert sind, und zwar sowohl, wenn man den Bevölkerungsanteil zur Grundlage nimmt als auch, wenn man die Anzahl der Studienberechtigten zur Grundlage nimmt.

Denn: so erzählt Schindler: “Viele Arbeiterkinder entscheiden sich trotz Hochschulreife gegen ein Studium”. Warum also erwerben sie eine Hochschulreife? “Die Hochschulreife”, so fährt Schindler fort, “hat sich zur faktischen Zugangsvoraussetzung für viele Ausbildungsberufe entwickelt”. Aha, so denkt man, Arbeiterkinder machen Abitur, um hinterher eine Lehre machen zu können, während Kinder aus der Mittelschicht ein Abitur als Voraussetzung für ein Studium erwerben.

Aber lesen wir weiter: Arbeiterkinder studieren auch deshalb nicht, weil es ihnen darum geht, “den Status ihrer Eltern zu reproduzieren … Wenn der Statuserhalt das Ziel ist, reicht für Arbeiterkinder die Berufsausbildung”, so erklärt Schindler und gibt damit eine Erklärung, die eine Frage provoziert, schon weil sie ein alter Hut aus dem Jahre 1974 ist (Raymond Boudon): Wenn Statuserhalt das Ziel ist, wie kommt es dann überhaupt zu vertikaler sozialer Mobilität? Oder: Wo kommt die Bildungsexpansion her, die über die letzten Jahrzehnte immer mehr Abiturienten produziert hat und immer mehr Abiturienten hat studieren sehen, was notwendig voraussetzt, dass die Anzahl dêr Studenten aus nicht-Akademikerhaushalten über die letzten Jahrzehnte gestiegen ist. Für diese Studenten kann entsprechend der Statuserhalt nicht das Ziel gewesen sein, sondern der soziale Aufstieg.

Ist die Theorie vom Statuserhalt also eine Theorie begrenzter Reichweite, wie Robert K. Merton wohl sagen würde, eine Theorie, die nur auf Arbeiterkinder zutrifft? Wäre dem so, man wäre nichts gebessert, denn nun stellt sich die Frage: Warum trifft die Theorie vom Statuserhalt nur auf Arbeiterkinder zu?

Das scheint auch Schindler Kopfzerbrechen zu bereiten, weshalb er nachschiebt, dass die meisten Kinder aus Arbeiterfamilien, die ein Abitur erreichen, dies sowieso über den zweiten Bildungsweg, also über Abendschulen und sonstige Möglichkeiten, ein Abitur, in den meisten Fällen ein Fachabitur nachzumachen, erreichen.

Wie sich diese Erkenntnis, die Schindler gegen Ende seines Textes preisgibt, zu der eingangs von ihm geäußerten Überzeugung verhält, dass Arbeiterkinder das Abitur machen, um Zugang zu einem Ausbildungsberuf zu erhalten und um in der Lage zu sein, den Status ihrer Eltern zu erhalten, das ist eine Frage, die man nur mit: “Es ist ein Widerspruch!”, beantworten kann.

Was uns zurück auf Los schickt. Abermals bewaffnet mit den Ergebnissen z.B. der Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks und abermals mit der Frage: Warum studieren weniger Arbeiterkinder als Kinder aus Akademikerhaushalten?

Zwei Abbildungen aus der Sozialerhebung sind hier von Interesse:

Soziale Herkunft studenten

Die beiden Abbildungen zeigen den Schulabschluss des Elternteils mit dem höchsten Schulabschluss und den Berufsabschluss des Elternteils mit dem höchsten Berufsabschluss. Dabei kann man drei Ding sehen:

  • Studenten, deren Eltern einen Hauptschulabschluss haben (also mindestens eines ihrer Elternteile) verschwinden seit 1994 systematisch von Hochschulen.
  • Studenten, von deren Eltern mindestens einer eine Lehre oder einen Facharbeiteraschluss hat, machen seit 1997 kein Drittel der Studentenschaft mehr aus.
  • Der Anteil der Studenten aus einem Akademiker-Haushalt oder von Eltern, die (einer davon) ein Abitur erreicht haben, ist seit 1985 kontinuierlich gestiegen.

Diese Entwicklung kann man nicht anders als als soziale Schließung bezeichnen. Hochschulen werden mehr und mehr zur inklusiven Veranstaltung von Akademikern, zu einer Form der Akademiker-Inzucht, die für frisches Blut von außerhalb der akademischen Gemeinde immer stärker geschlossen wird.

Der einzige Mechanismus, der eine solche Entwicklung erklären kann, ist ein institutioneller Mechanismus, eine Art institutionelle Gatekeeper-Funktion, die Akademiker-Kinder durchlässt und insbesondere Kinder aus Arbeiterhaushalten ausschließt. Da Bildung einen Prozess darstellt, den man im vorliegenden Fall mit dem Besuch eines Gymnasiums beginnen lassen kann, liegt der Schluss nahe, dass die Mechanismen, die für die soziale Selektion verantwortlich sind, die in den beiden Abbildungen dargestellt ist, bereits beim Zugang zum Gymnasium greifen.

Entsprechend sollte Herr Schindler, wenn er nun forscht, was dazu führt, dass bestimmte Schüler aus der Arbeiterschicht trotz aller Widrigkeiten immer noch an eine Hochschule gelangen, bei den institutionellen Selektionsprozessen anfangen, die den Zugang zu Gymnasien begleiten.

Aber natürlich ist das politisch nicht korrekte Forschung – wie alle Forschung, die relevante Ergebnisse verspricht.

Gesucht: Innovationspotential – aber vor allem: Fördertöpfe

Wir wollen uns an dieser Stelle bei allen Lesern bedanken, die uns unermüdlich mit Informationen versorgen. Wir können nicht jede eMail, die uns erreicht, beantworten, aber wir lesen jede eMail und machen aus den Informationen, von denen wir denken, dass sie auf breites Interesse stoßen, einen Post auf ScienceFiles.

Heute haben wir die Anregung eines Lesers von ScienceFiles aufgegriffen, der uns auf eine Seite verwiesen hat, die sich Genderforschung Governance nennt.

Governance, das klingt gut – oder?

WilliamsonRäumen wir zunächst den Begriffsbrocken der “Governance” aus dem Weg. Witziger Weise ist der Begriff der “Governance” ein ökonomischer Begriff, der vermutlich ausgehend von den Arbeiten Oliver Williamsons seinen Siegeszug angetreten hat. Williamson seinerseits hat ein Problem bearbeitet, das schon Ronald Coase erhebliches Kopfzerbrechen bereitet hat: Warum gibt es Unternehmen? Wer sich für die Antwort von Coase auf diese Frage interessiert, der sei auf den Klassiker, “The Nature of the Firm” von 1937 verwiesen.

Für unsere Zwecke ist es ausreichend, darauf hinzuweisen, dass ausgehend von Coase die Organisation bzw. hierarchische Struktur von Unternehmen als “Governance-Structure” bezeichnet wurde. In den Arbeiten vonWilliamson finden sich dann drei Governance-Structures, die genutzt werden können, um die Produktion von Gütern oder Dienstleistungen zu organisieren: Unternehmen, Markt und eine Hybrid-Struktur, die zwischen Unternehmen und Markt angesiedelt ist.

Governance bezieht sich also auf die Organisation von Gütererstellung und kann als Versuch, eine Ordnung durch Koordination von Akteuren in einem gesellschaftlichen Feld herzustellen, definiert werden.

Nun, da dieser sprachliche Brocken aus dem Weg geräumt ist, können wir uns der Frage widmen: “Was um aller Götter Willen hat Genderforschung mit Governance zu tun?”.

Eine gute Frage, denn die Anwendung ökonomischer Konzepte wie Governance in der Genderforschung muss man wohl eher als Unfall bezeichnen, der sich daraus erklärt, dass Genderforscher Begriffe benutzen, von deren Gehalt sie keine Ahnung haben, nicht um damit etwas zu sagen, sondern um damit Eindruck zu machen, weil die Begriffe gelehrt klingen oder positiv konnotiert sind. Wie sonst könnte man den Gebrauch kalter ökonomischer Begriffe durch emotional-affektive Genderisten erklären?

Das bringt uns zur nächsten Frage – zunächst:

“Ein wesentlicher Ansatzpunkt, um das anerkannte hohe Innovationspotenzial der Genderforschung auch angesichts der um sich greifenden neuen Governance der Wissenschaft weiter durch gezielte Förderung zur wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Entfaltung bringen zu können, ist die Untersuchung der Organisationskulturen und -strukturen in Hochschule und Forschung.”

Dieser Satz findet sich auf der genannten Seite Genderforschung und Governance, die sich wiederum an der Universität Hildesheim befindet und von Prof. Dr. Heike Kahlert für die Stiftung “Universität Hildesheim” verantwortet wird.

Und seit wir diesen Satz gelesen haben, rätseln wir.

Wir rätseln über das Innovationspotential der Genderforschung, das angeblich anerkannte (von wem auch immer) Innovationspotential der Genderforschung.

Man kann Innovation definieren als

  1. “… a complicated process of applying new ideas for a gainful purpose“ (Tang 1998: 297)
  2. “… the intial market introduction of a new product of process whose design departs radically from past practice“ (Abernathy & Clark 1985: 6).
  3. “… a process where knowledgable and creative people and organizations frame problems and select, integrate, and augment information to create understandings and answers“ (Adamides & Karacapilidis 2004: 1).
  4. “… materielle oder symbolische Artefakte […], welche Beobachter als neuartig wahrnehmen und als Verbesserung gegenüber dem Bestehenden erleben“ (Braun-Thürmann 2005: 6)

Was aber sind anerkannte Innovationen der Genderforschung?

  • Definition 1 fällt aus, denn in der Genderforschung gibt es keine neuen Ideen.
  • Definition 3 fällt aus, denn Genderforschung will gerade kein Verstehen und keine Antworten auf Probleme finden, sondern im Gegenteil, Probleme schaffen.

Was also sind anerkannte Innovationen der Genderforschung?

Die Zielbestimmung in der ersten Definition gibt einen Hinweis: “for a gainful purpose”, um einen Nutzen oder Gewinn zu erzielen. Die anerkannten Innovationen der Genderforscher sind vielleicht Binneninnovationen, d.h. Tricks und Kniffe, die unter Genderforschern gehandelt werden und den Genderforschern dabei helfen, sich mit Genderforschung ein Auskommen zu verschaffen – so wie dies Trasher oder Whyte für Jugendbanden beschrieben haben.

Genderforschung ist aber kein nach außen gerichtetes Unterfangen, dessen Ziel darin besteht, einen gesellschaftlichen Nutzen zu produzieren. Nein, im Gegenteil: Genderforschung ist eine inklusive Veranstaltung, deren Zweck darin besteht, Genderforschern und nur Genderforschern einen Nutzen zu verschaffen, ihnen die Möglichkeit zu dem zu bieten, was Gordon Tullock (2005) rent seeking genannt hat – am besten übersetzt als Partizipation am gesellschaftlichen Wohlstand ohne zu diesem gesellschaftlichen Wohlstand beizutragen.

Den Beleg für diese Hypothese liefert das Hildesheimer Governance Projekt.

Es wird mit 532.167,60 Euro durch das, na? Richtig, das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Die 532.167,60 Euro werden nicht etwa dazu eingesetzt, einen gesellschaftlichen Nutzen zu produzieren.

Nein.

Die 532.167,60 Euro werden dazu eingesetzt, für Genderforscher neue Möglichkeiten zu finden, um am gesellschaftlichen Wohlstand zu partizipieren ohne etwas an die Gesellschaft zurückzugeben.

Im Original:

“Die zentralen Fragestellungen des Forschungsprojekts lauten:

  • Typischer Output aus Genderprojekten

    Typischer Output aus Genderprojekten

    “Welche Bedeutung wird der Genderforschung unter Bedingungen der neuen Governance in den gegenwärtigen Transformationsprozessen im Wissenschaftssystem aus wissenschaftlicher, organisationaler (kultureller und struktureller) und politisch-administrativer Sicht beigemessen? (von wem auch immer) In Deutsch: Welche Möglichkeiten, auf Steuerzahlerkosten ein Dasein zu fristen, gibt es derzeit.

  • “Welche Förderung erfährt die Genderforschung dabei von den verschiedenen wissenschafts- und hochschulpolitischen Akteuren?” In Deutsch: Von wem werden die Möglichkeiten, auf Steuerzahlerkosten ein Dasein zu fristen, bereitgestellt?
  • “Wo liegen unter Bedingungen der neuen Governance Ansatzpunkte, um die Förderung der Genderforschung zu vertiefen und zu erweitern?” In Deutsch: Welche Fördertöpfe kann man noch anzapfen, um auf Kosten vcn Steuerzahlern ein Dasein zu fristen.

Es geht ausschließlich darum, die Steuertöpfe, an denen sich Genderforscher derzeit laben, zu identifizieren, diejenigen zu benennen, die sie bereitstellen und neue Fördertöpfe, an denen sich Genderforscher zukünftlig laben können, zu identifizieren. Es geht nicht etwa darum, den Nutzen von Genderforschung zu untersuchen, Forschungsergebnisse zu berichten oder sonstige Versuche zu unternehmen, den Erkenntnisgewinn der Genderforschung zusammen zu stellen (falls es ihn gibt, wir suchen ihn immer noch vergeblich).

Warum nicht: weil Genderforschung keine Forschung ist und Gender Studies keine Wissenschaft sind. Es ist kein Zufall, dass kein Genderist, der auf Kosten der Steuerzahler Gender Studies betreibt, eine Antwort auf Fragen nach dem gesellschaftlichen Nutzen seiner Tätigkeit an Universitäten gegeben hat. Es gibt schlicht keinen gesellschaftlichen Nutzen. Es gibt ausschließlich gesellschaftliche Kosten, wie sie regelmäßig dann entstehen, wenn sich Lobbyisten zusammenfinden, um an öffentliche Ressourcen zu gelangen, um am Wohlstand zu partizipieren, ohne etwas zurück zu geben oder gar beizutragen.

Und wem das alles nocht nicht reicht, dem sei gesagt, dass die Projektmitarbeiter die 532.167,60 Euro nicht nur dafür einsetzen, sich selbst zu finanzieren, sondern auch dazu, qualitative und Experteninterviews zu führen, um die oben genannten Fragen zu beantworten.

Qualitative Sozialforschung hat unter Genderisten einen hohen Stellenwert, jedoch nur als Form der Befragung, nicht als Methodologie, weshalb Auswertungstechniken wie sie z.B. Mayring (2008) oder Glaser und Strauss (2006) entwickelt haben, nicht vorkommen. Bei Genderisten ist die qualitative Sozialforschung zum netten Gespräch, zum Kaffeekränzchen verkommen, bei dem nicht Erkenntnis, sondern Zeitvertreib das Ziel ist und bei dem es darum geht, im Turnus die Rechnung für Kaffee und Kuchen zu verteilen, zwischen den verschiedenen Fördertöpfen, aus denen die am Kaffeekränzchen Beteiligten finanziert werden. Entsprechend muss man kein Hellseher sein, um zu wissen, welche Experten interviewt werden… Das ganze hat vielmehr etwas von einer Drückerkolonne, die Adressen von Haushalten, bei denen man seine Zeitschriften loswerden kann, weitergeben.

Letztlich ist nicht einmal das Nutznießer-System bzw. das Nutznießer-Netzwerk, das Gender Studies geschaffen haben, eine Innovation. Derartige Systeme sind so alt wie die Menschheit. So lange es Produktive unter den Menschen gegeben hat, hat es diejenigen gegeben, die versucht haben, den Gewinn aus der Tätigkeit der Produktiven für sich abzuschöpfen.

Literatur

Abernathy, William K. & Clark, Ken B. (1985). Innovation: Mapping the Winds of Creative Destruction. Research Policy 14(1): 3-22.

Adamides, Emmanuel D. & Karacapilidis, Nikos (2004). Information Technology Support for the Knowledge and Social Processes of Innovation Management. Technovation XX: 1-10.

Braun-Thürmann, Holger (2005). Innovation. Bielefeld: transcript Verlag.

Glaser, Barney G. & Strauss, Anselm L. (2006). The Discovery of Grounded Theory: Strategies for Qualitative Research. New Brunswick: Aldine Transaction.

Mayring, Philipp (2008). Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim: Beltz.

Tang, H. K. (1987). An Interative Model of Innovation in Organizations. Technovation 18(5): 297-309.

Trasher, Frederic M. (1936). The Gang. Chicago: University of Chicago Press.

Whyte, William F. (1943). Street Corner Society. Chicago: University of Chicago Press.

Suizidale Förderung: Die CSU schafft sich ab

Stammleser von ScienceFiles werden sich an Paula Irene Villa erinnern. Villa hat einen Lehrstuhl für Soziologie und Gender Studies, also für Gender Studies, an der Universität München und ist nun seit mehreren Monaten nicht in der Lage, einfache Fragen nach den wissenschaftlichen Grundlagen und dem wissenschaftlichen Nutzen, der Erkenntnis, dem Wissensfortschritt, der aus ihrer steuerzahlerfinanzierten Tätigkeit an der LMU erwächst, zu beanworten.

Da es sich bei den Fragen um solche handelt, die ein Wissenschaftler aus dem Stand und kurz nachdem er aus dem Schlaf gerissen wurde, beantworten kann, muss man – ob der wochenlangen Funkstille – wohl davon ausgehen, dass Villa kein Wissenschaftler ist. Dafür sprechen auch neuere Informationen, auf die uns ein Leser aufmerksam gemacht hat.

Bay StaatsministerDie Informationen geben eine veritable Geschichte der Zustände im Deutschland des Jahres 2015.

Die Geschichte beginnt im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst in München. Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle, dem man zu Gute halten muss, dass er nicht weiß, wovon er spricht, hat gerade verkündet, dass Bayern mit einem neuen Forschungsverbund seine Spitzenstellung in “Gender und Careforschung” weiter ausbauen will.

Eine “exzellente Begutachtung” durch eine “Gutachterkommission”, deren Mitglieder er offensichtlich nicht kennt und die – wie im Zusammenhang mit Gender üblich – auch nicht feststellbar sind, haben nicht näher genannte Einzelprojekte im Rahmen des Forschungsverbunds “ProGenderCare” exzellent begutachtet, weshalb der Minister für Wissenschaft seine Spendierhosen angezogen hat, um den Verbund mit der Kleinigkeit von drei Millionen Euro aus Steuergeldern zu fördern.

secret societyDie Geheimhaltung darüber, wer was exzellent begutachtet hat, hat zur Folge, dass Minister Spaenle in seiner Jubel-Meldung auch nur Platituden absondern kann: Bayern, so frohlockt Spaenle, baue seine internationale Spitzenstellung auf dem Gebiet der Gender- und Careforschung konsequent aus.

Warum auch nicht? In anderen Ländern ist man darauf stolz, seine Spitzenstellung im Bereich der Gentechnologie zu behaupten, Bayern investiert eben in Gender- und Careforschung. Und die Leistungsstärke des Wissenschaftsstandorts Bayern, die sieht Spaenle darin verdeutlich, dass in “vielen Bereichen wissenschaftliche Maßstäbe gesetzt und innovative Forschungsstrategien begründet” würden.

Zu dieser Leerformel muss man noch hinzufügen, dass sie vor einem interdisziplinären Horizont,  nicht etwa vor einem beschänkten, gebildet wurde, was es nur marginal besser macht und dass auch intensive gesellschaftliche Dynamiken, Globalisierungsprozesse und gesellschaftspolitische Herausforderungen nicht in der Pressemeldung fehlen dürfen.

Der Heidlelberger Grafiker Klaus Staeck hat einmal den Wahlkampfslogan “Mampf” für CSU-Wahlkämpfe vorgeschlagen.

Natürlich kann Mampf angesichts der gesellschaftlichen Dynamik und der Globalisierung, die die Leistungsstärke am Mampfstandort Bayern erst verdeutlich, nicht einfach als Mampf stehen gelassen werden, denn in Bayern ist das Mampf interdisziplinär, und es setzt in vielen Bereichen wissenschaftliche Mampf-Stäbe und begründet innovatives Forschungs-Mampfen.

Aber, wie gesagt, man muss Ludwig Spaenle, der einen Doktor vor dem Namen trägt, der neugierig macht, zu Gute halten, dass er nicht weiß, wovon er spricht. Wie soll er auch wissen, wovon er spricht, wenn die exzellenten Gutachter der exzellenten Begutachtung ebenso geheim gehalten werden, wie die exzellenten interdisziplinären Gender-Care-Projekte, die sie begutachtet haben und die nun gefördert werden?

Aber eines wissen wir: Wir wissen, dass Paula Irene Villa an ihrem Genderlehrstuhl in München für die Koordination des interdisziplinären Gender-Care verantwortlich ist, womit zumindest ein Teil dessen, was an diesem Lehrstuhl geschieht, öffentlich gemacht wäre.

LMU_LogoWir wissen noch mehr, denn wir sind über einen Pressetext der LMU-München gestolpert, der in einem Interview mit selbiger Villa die drei Millionen, die man dem leichtgläubigen Spaenle hat abjagen können, feiert, und zwar unter dem Titel “Es entsteht eine neue Dienstmädchenkultur”. Wir wollen unsere Leser nicht mit der üblichen Gender-Leier verstimmen, wer sich mit Genderismus beschäftigt, kennt den Unsinn, der hier zu erwarten ist (wer nicht, der kann sich hier informieren).

Nein, wir wollen Ludwig Spaenle Information darüber zugänglich machen, was für eine Art Projekt er da eigentlich aus Steuergeldern finanziert.

Dazu genügt es, einen Absatz des Interviews genauer zu analysieren:

“Villa: ‘Lohn für Hausarbeit ist eine alte Forderung der Frauenbewegung, die noch aus der Jahrhundertwende stammt und dann in den 1980er-Jahren wieder verstärkt formuliert wurde. Es gibt einige sozialpolitische Stellschrauben, an denen in dieser Richtung bereits gedreht wurde. Dazu gehört zum Beispiel die Anrechnung von Kindererziehungszeiten auf die Renten. Damit wird Eltern ihre Leistung in der Erziehungsarbeit finanziell anerkannt. Es wäre natürlich nicht finanzierbar, auf einmal alle Care-Aufgaben im Privaten angemessen zu bezahlen. Aber es gibt andere, radikale Modelle, in denen das denkbar wird, zum Beispiel beim bedingungslosen Grundeinkommen. Im Forschungsverbund werden wir mit Akteuren aus Politik, Verbänden und der Praxis über ganz verschiedene Reformmöglichkeiten diskutieren'” (unsere Hervorhebung).

The Snout in the Trough

The Snout in the Trough

Der Forschungsverbund dient in der Definintion von Paula Irene Villa einmal der politischen Agitation und einmal der Durchsetzung radikaler Ideen um unproduktive Arbeiten, Arbeiten, die keinerlei Mehrwert erbringen, sondern Kapital konsumieren, von der Allgemeinheit bezahlen zu lassen.

Dies ist seit jeher das Programm des Sozialismus gewesen und dass es hier unter dem Etikett ProGenderCare wiederkehrt, ist kein Wunder, denn Genderismus ist nichts anderes als eine Vulgär-Variante von Sozialismus. Einzig die Tatsache, dass die CSU in Bayern nunmehr Steuergelder einsetzt, um politische Aktivisten zu finanzieren, die sich als Wissenschaftler maskieren und mit Akteuren aus “Politik, Verbänden und der Praxis” den besten Weg zur Durchsetzung von Sozialismus diskutieren wollen, das ist neu.

Indes ist es leicht zu erklären, dass die CSU – vertreten durch ihren Wissenschaftsminister Dr. Spaenle – nun Sozialismus finanziert. Wer sich in der Welt der für seine Ohren wohlklingenden Begriffe aufhält und an “innovativen Forschungstrends”, “internationaler Spitzenstellung”, “exzellenter Begutachtung” und dergleichen berauscht, dem kann man unterschieben, was man will, solange man behauptet, der Mampf wäre ein innovativer Forschungstrend, der eine internationale Spitzenstellung garantiert, wie eine exzellente Begutachtung deutlich macht.

Für alle, die es nicht glauben können, noch einmal die Facts:

3 Millionen Euro Steuergelder werden für einen Forschungsverbund “ProGenderCare” ausgegeben, in dessen Rahmen sozialistische Alternativen zur derzeitigen Gesellschaftsordnung diskutiert und durchgesetzt werden sollen.

Ach ja, die Dienstmädchenkultur, die in der Überschrift des Interviews mit Villa herbeiphantasiert wird, besteht z.B. darin:

“Frauen aus Mexiko oder den Philippinen arbeiten in den USA, in Singapur oder Großbritannien als „Nannys“ und lassen dafür ihre eigenen Kinder zurück. Diese werden dann von anderen Frauen versorgt. Die philippinischen Nannys stellen mit ihren Geldüberweisungen aus dem Ausland einen wesentlichen Anteil des Bruttosozialprodukts des Landes.”

Offensichtlich ist es für Villa nicht vorstellbar, dass Frauen wie Männer dies seit Jahrhunderten tun, als Arbeitsmigrant durch die Welt ziehen, weil sie an ihrem Geburtsort keine Arbeit finden. Der interdisziplinäre Horizont der Paula Irene Villa ist ortsgebunden und kennt keine Mobilität, weder geistig noch physisch (oder wenn, dann nur eine furchtbar belastende Mobilität).

Es gibt im übrigen keine uns bekannte Statistik, die die Höhe des von weiblichen Migranten, die z.B. in den USA als Hausangestellte tätig sind, in ihr Heimatland überwiesenen Geldes aufschlüsselt, so dass es auch keine uns bekannte Statistik gibt, die z.B. für Mexiko den Anteil am Bruttosozialprodukt, der auf die Tätigkeit der entsprechenden weiblichen Arbeitsmigranten zurückginge, aufschlüsselt. Ebenso wenig wie es eine Statistik gibt, die uns bekannt ist, die die Höhe der Überweisungen von weiblichen Haushaltsangestellten ins Verhältnis zu den Überweisungen männlicher Arbeitsmigranten in ihr Heimatland setzen würde.

Wir kennen nur die Migration- und Remittance Statistiken der Weltbank, die haarklein die Höhe der Überweisungen von Arbeitsmigranten in ihre Heimatländer aufschlüsseln. Darin findet sich jedoch keine Aufschlüsselung nach z.B. Tätigkeit, schon weil eine derartige Aufschlüsselung auf Grundlage der vorhandenen Daten gar nicht möglich ist.

Hat Frau Villa phantasiert?

Kennt Frau Villa geheime statistische Quellen, die z.B. von unbekannten Gutachtern exzellent verwaltet werden?

Fragen wir Frau Villa.

Aber nein, Frau Villa antwortet ja nicht auf unsere Fragen …
Aus gutem Grund, wie wir bis zum Beweis des Gegenteils meinen, denn Sie hat keine Antworten!

Europa (- Bundeskanzleramt) als Kontinent des Geistes!?

Er geht wieder um, der Geist … Einst war er als Gespenst unterwegs, das durch Europa gezogen ist, nun ist er als europäischer Geist unterwegs, der sich vor allem in Kunst und Kultur niederschlägt, denn es sind Kunst und Kultur und nicht etwa Wirtschaftsbeziehungen, Handel und Vorteile, die man aus demselben hat, schon weil man Käufer für seine Waren findet, die Europa verbinden.

Wer es nicht gewusst hat, dem sei dies gesagt: Der deutsche Irrationalismus, die romantischen Schwärmer, denen der Austausch und die Interaktion zwischen Akteuren zu wenig ist, die mehr wollen, die reine Intention, das emotionale Erfahren, das Einswerden mit Europa, eins im Geiste von Europa, sie sind wieder unterwegs. Fast hätte man gedacht, man ist die entsprechenden Gestalten los, hat sie in die Welt des Alptraums vertrieben, da kehren sie wieder und halten Vorträge, und zwar in unser aller Namen und als von Steuerzahlern finanzierter Staatssekretär im Bundeskanzleramt.

„Es sind insbesondere Kunst und Kultur, die die europäischen Nationen verbinden”. Diese Erkenntnis hat Monika Grütters ereilt, vermutlich im Schlaf, denn eine Begründung für diese tiefe Einsicht, die man nur erfahren kann, denn empirisch belegbar ist sie ncht, eine Begründung gibt sie nicht.

Statt dessen fährt sie in ihrem Vortrag fort, zu mahnen, zu mahnen, dass “wir” “uns” die “verschiedenen Erfahrungen innerhalb Europas bewusst machen und unterschiedliche Perspektiven gelten lassen” müssen. Denn: “In dieser Vielfahl unterschiedlicher Standpunkte und Überzeugungen bleibt uns nur die Bereitschaft zur Verständigung”.

Del_Hakkie_and_Duane_Barry“Everybody is different, in here”, so stellt ein resignierter Psychiater in den x-Files fest (Duane Barry), wobei er mit hier das Irrenhaus meint, in dem er praktiziert. Aber nicht nur die Insassen in Irrenhäusern sind alle unterschiedlich, auch innerhalb von Europa sind wir alle verschieden. Wer hätte das gedacht? Wir alle sind anders, Briten anders als Deutsche, Waliser anders als Norddeutsche, Bretonen anders als Flamen, Politiker anders als normale Menschen, Bauern anders als Hochschullehrer, Friseusen anders als Genderlehrstuhlbesetzer und Staatssekretäre, Staatsekretäre sind besonders anders, anders als alle anderen.

Und in all dieser Vielfalt der Unterschiede finden wir das Einende: die Kultur und die Kunst. Die einen uns, und sie helfen uns, denn, so die tiefe Erkenntnis, die Monika Grütters aus der Erkundung ihres Solar Plexus mitgebracht hat:

“Gerade dort, wo auf institutioneller Ebene kühle Ökonomen und nüchterne Juristen den Ton angeben, wie in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, kommen wir allein mit dem Taschenrechner nicht weiter. Vielmehr ist es wichtig, grenzüberschreitend wo immer möglich, geschützte Räume zu schaffen für gegenseitiges Verstehen, Verständnis und Verständigung. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Bereitschaft zum Zuhören, zum Einfühlen und zum Perspektivenwechsel. Dazu trägt die Kultur und im besondere[n]m Maße eben auch die Literatur bei.“

Diese tiefe Erkenntnis der Monika Grütters ist starker Tobak, sagt sie doch nicht mehr und nicht weniger, als dass gegenseitiges Verstehen nur in geschützten Räumen fern der kühlen Ökonomie und der nüchternen Juristerei möglich ist.

Wie hat man sich diese geschützen Räume vorzustellen?

Wir haben all unsere deduktive Kraft genutzt und haben den Sinn, von dem wir zunächst gar nicht dachten, dass er vorhanden ist, in den Worten der Monika Grütters dann doch gefunden: Die geschützen Räume sind einzig als Raum des orgiastischen Erlebens vorstellbar, in dem betrunkene (nicht nüchterne) Juristen versuchen, die emotionale Erfüllung in der Überbrückung alles Trennenden zu finden, in dem jeder einzelne eins werden kann, mit allen anderen, am besten durch die Einnahme von Opiaten oder LSD oder sonstiger Substanzen, die die Überwindung von Rationalität und Vernunft ermöglichen und so dazu beitragen, dass man als emotionaler Zellklumpen völlig unvernünftig und gar nicht kalt, sondern heiß das macht, was man dann leichtgläubigen Gemütern als Kunst verkaufen kann.

Wonach sich Monika Grütters also tatsächlich sehnt, das sind die Opium Dens des späten 19. Jahrhunderts, in denen man seiner Sucht nach heißer Betrunkenheit (im Gegensatz zu kühler Nüchternheit) freien Lauf lassen konnte und sich zumindest einbilden konnte, dass Menschen Teil eines größeren Ganzen sind und dass es nicht seit Jahrhunderten ja Jahrtausenden der Fall ist, dass Handel und Tausch die Grundlagen von Verständigung sind und nicht Kunst oder Kultur.

Warum?

Nun, das ist einfach zu verstehen, wenn man sich vorstellt, man wolle mit einem Fremden in dauerhaften Kontakt treten. Wie macht man das am besten? In dem man dem Fremden von Josef Beuys erzählt und ihm den Miro an der Wand zur Ansicht empfiehlt (immer vorausgesetzt, man kann sich verständigen) oder indem man mit ihm Dinge zum beiderseitigen Vorteil tauscht, z.B. den Wein, den der Fremde aus dem Süden mitgebracht hat, gegen die Vasen aus heimischer Produktion?

MaslowVon Abraham Maslow stammt die Idee der Befürfnishierarchie. Dementsprechend sind biologische Bedürfnisse nach Nahrung, Wasser oder Sauerstoff, die grundlegendsten aller Bedürfnisse und, welch’ Überraschung, es sind die Bedürfnisse, die man durch Tausch und Handel (kalte Ökonomie wie Grütters sagt) befriedigen kann. Sind sie befriedigt, dann folgen Bedürfnisse nach Sicherheit und Behaglichkeit, deren Befriedigung durch Verträge (ausgehandelt von Grütters nüchternen Juristen) möglich ist. Erst auf der dritten Stufe folgt das Bedürfnis nach Bindung an andere, nach Zugehörigkeit z.B. zu einem Clan, einer Volksgruppe oder selbst Europa. Die vierte Stufe sieht das Individuum nach Selbstwert streben, die fünfte Stufe nach Erkenntnis suchen, und erst auf der sechsten der acht Stufen folgen ästhetische Bedürfnisse.

Anders formuliert: Monika Grütters verwechselt ihre Träume mit der Wirklichkeit. Ein leerer Bauch findet keinen Gefallen an Kunst oder Kultur, und Kultur setzt die Befriedigung von Grundbedürfnissen wie Nahrung und Sicherheit voraus. Damit sind Grütters kalte Ökonomen und nüchterne Juristen nicht nur diejenigen, die die Möglichkeit von Kunst und Kultur erst schaffen, die kalten Ökonomen sind diejenigen, die so viel Überschuss erwirtschaften, dass es möglich ist, eine sich selbst verwirklichende Monika Grütters zu finanzieren, die auf Kongressen von ihren irrealen Träumen fabulieren darf und ansonsten damit beschäftigt ist, die Hand zu beißen, die sie füttert.

Wie sagt schon Shrink Hakkie: “Everybody is different in here.”

Gerechtigkeit? Gleichheit? Gleichstellung? Idiotentest für Verteilungsfragen

Der Pro Quote Regie Unsinn hat uns den Rest gegeben.

Wir haben nun wirklich genug von all den Aktivisten, die mit Begriffen um sich werfen, deren Gehalt und Sinn sich ihnen nicht einmal entfernt erschließt.

idiotentestDeshalb haben wir uns entschlossen, sozusagen einen Idiotentest für alle diejenigen, die sich in der Öffentlichkeit zu Fragen der Gerechtigkeit oder Gleichheit von Verteilungen äußern wollen, zu konzipieren.

Wir schlagen den entsprechenden Personen den entsprechenden Idiotentest für Verteilungsfragen zum Selbsttest vor, um zu testen, wo sie intellektuell stehen, bevor sie den Mund zum Thema aufmachen.

Idiotentest für Verteilungsfragen

A. Was ist Gerechtigkeit?

  1. Gerechtigkeit ist, wenn ich bekomme, wonach ich ein starkes Bedürfnis habe.
  2. Gerechtigkeit ist, wenn ich das bekomme, was meiner Leistung entspricht.
  3. Gerechtigkeit ist, wenn ich das bekomme, was andere schon haben oder bekommen.

B. Was ist Ergebnisgleichheit?

  1. Ergebnisgleichheit ist, wenn alle dasselbe bekommen, egal, was sie dafür getan haben.
  2. Ergebnisgleichheit ist, wenn alle das bekommen, was sie sehr gerne hätten.
  3. Ergebnisgleichheit ist, wenn so verteilt wird, dass alle am Ende dasselbe haben, egal, was sie dafür getan haben.

C. Was ist Chancengleichheit?

  1. Chancengleichheit ist, wenn jeder denselben Zugang zu Positionen hat.
  2. Chancengleichheit ist, wenn alle gesellschaftlichen Gruppen denselben Zugang zu Positionen haben.
  3. Chancengleichheit ist, wenn benachteiligte Gruppen bevorteilt werden.

D. Verteilungsaufgabe I

  • In Deutschland sind rund 15% der Beschäftigten im Baugewerbe weiblich. Kann man daraus schließen, dass Frauen im Baugewerbe benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

E. Verteilungsaufgabe II

  • In Deutschland sind 69% der Beschäftigten im Bereich von Erziehung und Unterricht weiblich. Kann man daraus schließen, dass Männer im Bereich Erziehung und Unterricht benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

F. Verteilungsaufgabe III

  • In Deutschland sind rund 12% der Regisseure, die für die Filme öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten Verantwortung tragen, weiblich. Kann man daraus schließen, dass weibliche Regisseure benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

G. Verteilungsaufgabe IV

  • In Deutschland sind 30% derjenigen in Führungspositionen von Unternehmen und staatlichen Institutionen weiblich. Kann man daraus schließen, dass Frauen benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

H. Was ist Gender-Gerechtigkeit?

  1. Der Versuch, Ergebnisgleichheit zwischen Männern und Frauen herbeizuführen.
  2. Ein inhaltsleerer Kampfbegriff
  3. Ein Synonym für Gleichstellung

I. Was ist Gleichstellung?

  • Der Versuch von Frauen, sich einen Vorteil auf Kosten von Männern zu verschaffen.
  • Der Versuch, Ergebnisgleichheit für Personen oder Gruppen herzustellen, die keine Rücksicht auf Leistung nimmt.
  • Ein Synonym für Gender-Gerechtigkeit.

J. In welchem der drei folgenden Fälle liegt Diskriminierung vor?

  • Diskriminierung liegt vor, wenn ich nicht das habe, was andere schon haben.
  • Diskriminierung liegt vor, wenn ich vom Zugang zu Ressourcen ausgeschlossen werde, nur, weil ich ein Mann bin.
  • Diskriminerung liegt vor, wenn ich nicht dasselbe bekomme, was andere bekommen.

Pro richtiger Antwort gibt es einen Punkt.

Wer 10 Punkte hat, darf in der Öffentlichkeit den Mund aufmachen.

Wer 9 Punkte hat, sollte prüfen, ob er nicht aus Versehen bei einer Frage die falsche Antwort angekreuzt hat.

Wer 8 Punkte und weniger hat, der sollte sich zu Fragen von Gerechtigkeit oder Gleichheit der Verteilung von Ressourcen an Personen oder Gruppen bis auf weiteres nicht (mehr) öffentlich äußern, sondern versuchen, die jeweiligen Ideen und Konzepte zu begreifen.

Und hier die Auflösung der Aufgaben

A. Gerechtigkeit

  • Gerechtigkeit ist ein Prinzip, das eine der Leistung entsprechende Auszahlung garantiert. D.h. wer mehr leistet, erhält auch eine höhere Auszahlung. Daher ist das Gerechtigkeitsprinzip eng mit dem Leistungsprinzip verbunden.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

B. Ergebnisgleichheit

  • Die Schaffung von Ergebnisgleichheit ist das Gegenteil einer gerechten Verteilung weil Erstere die Verteilung von Ressourcen unabhängig von Leistung vornimmt. Im Gegensatz zu Gerechtigkeit wird Ergebnisgleichheit in der Regel auf Gruppen und nicht auf Individuen angewendet.
  • Alternative 3 ist die richtige Antwort.

C. Chancengleichheit

  • Chancengleichheit liegt vor, wenn keinem Individuum oder keiner gesellschaftlichen Gruppe durch Privilegien der Zugang zu Positionen im Vergleich zu anderen Individuen oder gesellschaftlichen Gruppen erleichtert wird (oder durch negative Sanktionen erschwert wird). Chancengleichheit ist das Gegenteil von “affirmative action”, also von Maßnahmen der positiven Diskriminierung.
  • Alternative 1 ist die richtige Antwort.

D. Verteilungsaufgabe I

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden.

E. Verteilungsaufgabe II

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden.

F. Verteilungsaufgabe III

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden. Wer es dennoch tut, will sich entweder persönlich bereichern, oder er ist dumm.

G. Verteilungsaufgabe IV

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden. Wer es dennoch tut, will sich entweder persönlich bereichern, oder er ist dumm.

H. Gender-Gerechtigkeit

  • Gender-Gerechtigkeit ist ein inhaltsleerer Kampfbegriff. Gerechtigkeit als Verteilungsprinzip besagt, dass jeder unabhängig von sonstigen Merkmalen und somit auch unabhängig von seinem Geschlecht die Auszahlung erhält, die seiner Leistung entspricht.
  • Wenn Gender-Gerechtigkeit dann vorläge, wenn Männer und Frauen eine Auszahlung entsprechend ihrer Leistung erzielen, sie also ihrer Leistung entsprechend behandelt werden, dann wird nach dem Gerechtigkeitsprinzip verteilt, für das “Gender” völlig irrelevant ist. Deshalb ist der Begriff “Gender-Gerechtigkeit” unsinnig.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

I. Gleichstellung

  • Gleichstellung ist, wenn so verteilt wird, dass am Ende eine Ergebnisgleichheit herrscht. Dementsprechend handelt es sich um eine Verteilung, die unabhängig von Leistung vorgenommen wird. Gleichstellung ist somit das Gegenteil von Gerechtigkeit.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

J. Diskriminierung

  • Diskriminierung liegt vor, wenn willkürliche Merkmale einer Person genutzt werden, um die entsprechende Person vom Zugang zu Ressourcen auszuschließen, z.B. Männer von bestimmten Professuren, wie dies im Professorinnenprogramm der Fall ist.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

Der Idiotentest für Verteilungsfragen steht hier als PDF bereit, um heruntergeladen, ausgedruckt und verteilt zu werden. Wir geben die Hoffnung eben nicht auf, dass sich die Vernunft durchsetzt!

Warum nicht? Eine Quote für miserable Fernsehproduktionen

Als wäre der deutsche Fernsehfilm nicht schon schlecht genug, nein, im Bemühen, gleichzustellen, hat sich nun eine Initiative mit dem Namen “Pro Quote Regie” gegründet, die die Qualität des deutschen Fernsehfilms noch weiter verschlechtern will.

Wie?

örundfunkGanz einfach: Nicht mehr die sowieso schon lausigen Qualitätskriterien sollen Grundlage der Vergabe öffentlich-rechtlicher Mittel für die Produktion von Fernsehfilmen sein, sondern, na, was wohl?

Was ist derzeit das Kriterium, das man am besten nutzen kann, um sich einen Vorteil im Kampf um Ressourcen zu sichern, nicht, weil man besser wäre, nein, sondern weil man eben … ist?

Nein, es ist nicht Transgender. Transgender werden auch weiterhin nicht als Regisseure bevorzugt.

Es ist auch nicht Migrantenhintergrund.

Behinderung ist es auch nicht oder das Fehlen einer relevanten Anzahl von Regisseuren in den Altersklassen zwischen 17 und 26,5 Jahren oder über 69 Jahren.

Religiöse Orientierung steht auch nicht zur Debatte. Auch in Zukunft werden muslimische oder buddistische Regiessure am Geldtopf, der für die Erstellung öffentlich-rechtlicher Filmproduktionen bereit steht, nicht bevorzugt partizpieren.

Es ist…

Geschlecht!

Was sonst?

Wir haben zu wenige Regisseusen, die sich am öffentlich-rechtlichen Geldtopf gütlich tun können. Entsprechend haben wir keine mobilen Betriebskindergärten, für Außenaufnahmen, keinen Ausgleich für Halbtagsregisseusen, kein Mentorenprogramm “Wie man sich öffentliche Förderung erheischt, wenn das eigene Filmprojekt Mist ist” und vieles andere auch nicht.

Zeit eine Quote für Regisseusen zu fordern.

Pro Quote Regie 2Denn – wir zitieren, “die Tatsachen sind alarmierend. Nur etwa 11 Prozent der Sendeminuten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden von Frauen inszeniert. In der Sonntagabend Primetime sind es nur 3,6 Prozent. Bei lediglich drei von 36 Tatortproduktionen führten Frauen im Jahre 2013 Regie. An Krimiformaten wie SOKO Leipzig, In aller Freundschaft, Donna Leon, Nord Nord Mord arbeitete zwischen 2010 und 2013 nicht eine einzige Regisseurin. Bei Großstadtrevier oder SOKO Wismar waren es keine drei Prozent.”

Hätten Sie es bemerkt, dass nur etwa 11 Prozent der Sendeminuten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen von Frauen inszeniert werden, so z.B. am typisch weiblichen Feel oder Touch, der ihnen aus dem Plasma-Fernseher entgegen strahlt? Oder an sonstigen angeblich typisch weiblichen Eigenschaften, die den Tatort vom bloßen Tatort zu einem weiblich inszenierten Tatort machen. Welche Eigenschaften das sein sollen, die sich die Regisseusen von Pro-Quote hier ausmalen? Heimtücke? Hinterlist und Täuschung? Boshaftigkeit? Wer weiß!

Ja, hätten wir nicht Pro Quote Regie, denn wüssten wir das alles nicht. Mehr noch: Pro Quote Regie hat eine “Vorständin”. Esther Gronenborn heißt die Vorständin und Gronenborn warnt: “Unsere Gesellschaft in ihrer Vielfalt repräsentiert das öffentlich-rechtliche Fernsehen damit nicht”.

ZDFWir lernen, in der Welt von Esther Gronenborn besteht Vielfalt aus Männlein und Weiblein, aus sonst nichts. Die Welt der Vorständin scheint sich in aller Vielfalt auf genau dieses eine Merkmal des Geschlechts reduziert zu haben, was selbst für Quoten-Aktivisten ein äußert bedenkliches Schrumpfen der Welt darstellt. Wie man wohl durch die Welt kommt, wenn man nur im Stande ist, Geschlecht wahrzunehmen, als einzige Form gesellschaftlicher Vielfalt? Fragen Sie die Vorständin von Pro Quote Regie, von der wir hoffen, dass sie nie das Geld hat, um einen Film zu drehen, was uns da ins Haus stünde an reduzierter Vielfalt, man wagt es sich gar nicht vorzustellen.

Überhaupt sind die Herrschaften von Pro Quote Regie sich darüber, was sie nun eigentlich fordern, nicht so ganz im Klaren: So fordern sie zunächst eine “gendergerechte Verteilung von öffentlich-rechtlichen Geldern” im Rundfunktstaatsvertrag mit dem ZDF zu verankern. Zwei Absätze weiter wollen die Pro Quoten Regisseusen keine gendergerechte Verteilung im Staatsvertrag mehr, sondern einen “Gleichstellungsparagraphen”, an dem sie auch noch einen Absatz weiter festhalten, während abermals ein Absatz weiter wieder von “Geschlechtergerechtigkeit” die Rede ist und eine “gendergerechte Verteilung” der öffentlich-rechtlichen Gelder gefordert wird, nur um dann im letzten Absatz abermals zum Gleichstellungsparagraphen zu werden, der nunmehr für Gendergerechtigkeit sorgen soll.

Nun, so geht das nicht.

Bevor hier eine Quote gefordert wird, sollten sich diejenigen, die fordern und vor allem ihre Vorständin, doch zunächst einmal im Klaren darüber sein, was sie eigentlich fordern wollen:

Gleichstellung, also Ergebnisgleichheit, die schlicht besagt: Die öffentlich-rechtlichen Gelder sind zu je 50% an männliche und weibliche Regisseure zu verteilen oder Gendergerechtigkeit, bei der die Dinge ganz anders liegen.

Fangen wir mit Gerechtigkeit an. Gerechtigkeit ist ein Prinzip das gleichen Nutzen bei gleicher Leistung vorsieht. Entsprechend macht der Begriff der Gendergerechtigkeit nur dann überhaupt Sinn, wenn man fordern will, dass Männlein und Weiblein bei gleicher Leistung gleicher Nutzen zuteil wird. Bewerben sich entsprechend 75% Männer und 25% Frauen mit Ideen um eine öffentlich-rechtliche Förderung, dann wäre Gerechtigkeit im Hinblick auf Geschlecht dann erreicht, wenn 25% der Mittel an weibliche Regisseure vergeben werden, aber nur dann, wenn die Qualität der von Männern und Frauen angebotenen Filmideen gleich ist.

Da die Regisseusen von Pro Quote Regie ein 50/50 Logo benutzen, ist anzunehmen, dass es ihnen nicht um Gerechtigkeit, sondern im Gegenteil um Ungerechtigkeit, um Diskriminierung von Männern und Herabwürdigung leistungsfähiger Frauen geht, also darum, 50% der öffentlich-rechtlichen Fördermittel weiblichen Regisseuren zuzuschanzen, selbst dann, wenn diese weibliche Regisseure nur, sagen wir, 11% der deutschen Regisseure ausmachen und kompletten Unsinn in Filmform produzieren wollen.

The Snout in the Trough

The Snout in the Trough

Mit anderen Worten, es geht bei Pro-Quote-Regie einfach darum, seine Schnauze in den Fressnapf zu bekommen und so viele Brocken wie nur möglich zu fressen. Um dieses Ziel zu erreichen, werfen die Pro-Quoten-Regisseusen ohne Sinn und Zweck mit Begriffen um sich, deren Sinn sie entweder nicht verstehen oder nicht verstehen wollen, weil Verständnis hinderlich dabei wäre, die eigene Egomanie, also den Griff in die Truhe mit den Fördergeldern zu verfolgen.

Worum es nicht geht: Um die Qualität.

Der Begriff der Qualität kommt bei Pro Quote Regie nicht vor. Das Ziel von Pro Quote Regie besteht nicht darin, die Qualität von Fernsehfilmen öffentlich-rechtlicher Sender zu erhöhen, sondern darin, die Anzahl weiblicher Regisseure, die vom Verteilungsystem nutznießen, zu erhöhen. Das hat mit Qualität überhaupt nichts zu tun.

Man kann aber schließen, dass dann, wenn die Vergabekriterien an erste Stelle aus Geschlecht bestehen, die Qualität sicherlich nicht besser werden wird, mehr noch: man kann vorhersehen, dass die Vielfalt im zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus der Vielfalt besteht, die Vorständin Gronenborn kennt – grausam!

RTL wird es recht sein.

Übrigens gäbe es derart unverschämte Versuche des Nutnießens auf einem freien Markt nicht, denn dort entscheidet die Nachfrage über den Erfolg eines Angebots. Entsprechend werden Fernsehfilme produziert, von denen sich die Macher eine entsprechende Nachfrage erwarten und nicht Filme, bei denen der Regisseur das richtige Geschlecht hat, um gefördert zu werden.

Vielen Dank an einen ScienceFiles-Leser, der uns aus erster Hand mit diesen Informationen versorgt hat.

Der neueste, teure Spleen: Bildungsmanager

30 Millionen Euro setzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein, um Bildungsmanager in Kommunen zu finanzieren. Warum? Weil es bislang keine Bildungsmanager gibt. Und wenn es keine Bildungsmanager gibt, dann braucht man natürlich Bildungsmanager.

Wozu, nun, dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Beginnen wir mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, die eine eigene Leerformel zur Begründung der Notwendigkeit von Bildungsmanagern entwickelt hat:

BMBF“Bildungschancen entstehen dort, wo die Menschen leben und arbeiten. Mit ‘Bildung integriert‘ fördern wir gute und gerechte Bildung”, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, “Denn es hat sich gezeigt: Wenn Bildung in der Kommune Vorrang hat und ganzheitliche Ansätze gelebt werden, gelingt Bildung für alle Bürgerinnen und Bürger.”

Bildungsmanager sind also für “gute und gerechte Bildung” zuständig und Bildung setzt ganzheitliche Ansätze voraus und alles gibt es als Bildungschance dort, wo die Menschen leben und nirgends sonst, nicht etwa auf dem Mars oder der Venus, woraus man eine Diskriminierung der beiden Planeten konstruieren könnte. Und wer würde je daran zweifeln, dass ein Ministerium, das 300 Millionen Euro einsetzt, um gerechte und gute Professorinnen ganzheitlich auf Lehrstühle zu hieven und dies dadurch erreicht, dass männliche Bewerber gezielt getäuscht und betrogen werden, dass ein solches Ministerium nur die lautersten und besten Absichten verfolgt?

Wir

– schon weil wir keinerlei Forschungsergebnisse kennen, die die Phantasie von Wanka bestätigen, nach der für ganzheitliche Ansätze belegt wäre, dass sie zum Gelingen von Bildung beitragen. Ehrlich gesagt, wissen wir nicht einmal, was ein ganzheitlicher Ansatz für Bildung sein soll, und wir haben so unsere Zweifel, dass Frau Wanka weiß, wovon sie hier spricht.

Bildungsmanager, der neueste Schrei auf dem Bildungsmarkt, eröffnet bei einem Volumen von 30 Millionen Euro neue Chancen, um überflüssige Positionen in Verwaltungen zu schaffen. Wir sehen hier Parkinsons Law in Aktion: Die Verwaltung vermehrt sich selbst. Verwaltung ist der einzige humanoide Selbstbefruchter, der bislang bekannt ist und Verwaltung ist der teuerste Selbstbefruchter, den die Menschheit kennt, beschäftigt sie doch unzählige Mausschubser, die damit beschäftigt sind, unnütze Informationen, zu deren Bereitstellung sie z.B. Unternehmen oder Privatpersonen verpflichtet haben, zu sammeln, zu verwalten, abzuheften und zu vergessen.

Denn vergessen müssen die Verwalter die Daten, die sie vorliegen haben offensichtlich, wenn es nun einen Bildungsmanager braucht, der “empirische Daten zur Bildungslandschaft in den Städten und Kommunen” sammelt und damit “eine faktenbasierte Grundlage für Entscheidungen schafft”, wie es aus dem BMBF heißt.

Parkinsons lawWenn also Bildungsmanager notwendig sind, um “empirische Daten zur Bildungslandschaft in den Städten und Kommunen” zu sammeln, dann fragt man sich doch: Was haben die statistischen Ämter der Städte und Kommen mit all ihren Beschäftigten all die Jahre getrieben? Dass sie keine Daten gesammelt haben, keine zu Schulen, Schülern, Absolventen, Lehrern usw., das ist offensichtlich, denn hätten sie diese Daten gesammelt, es bräuchte keinen Bildungsmanager, der die Daten nun sammelt. Allerdings stellt sich die Frage, wie die Statistischen Landesämter über ihre Bildungsdaten zu Schülern, Schulen, Absolventen, Lehrern, Schulausstattung und dergleichen in Städten und Kommunen kommen, die sie halbjährlich veröffentlichen. Und wo die entsprechenden Daten beim Statistischen Bundesamt herkommen, ist ebenso ein Rätsel, denn nirgends, weder bei Statistischen Landesämtern noch beim Statistischen Bundesamt gibt es einen Bildungsmanager, der die entsprechenden Daten sammelt.

Daraus kann man nur den Schluss ziehen, dass es keinen Bildungsmanager braucht, um neue Daten zu sammeln, da alle notwendigen Daten auch vor der Erfindung des Bildungsmanagers bereits gesammelt wurden und werden. Folglich ist der Bildungsmanager, der nun eingeführt werden soll, nichts anderes als eine Doppelung, eine Vermehrung ganz im Sinne des Parkinsonschen Gesetzes: Ab sofort wird es zwei Stellen geben, die dieselben Daten sammeln.

Aber natürlich klingt Bildungsmanager gut.
Und 30 Millionen für “gerechte und gute Bildung”, das klingt erst gut.
Fast so gut wie ganzheitliche Ansätze, wobei die ganzheitlichen Ansätze, der Ministerin Wanka, die für Bildung zuständig sein will, der Wahrheit vielleicht noch am nähesten kommen, denn die Ansätze der Klientelpolitik, die Ansätze zum Verprassen von Steuermitteln, um vollkommen unnötige Positionen zu schaffen, sind wirklich ganzheitlich: Einmal ausgegeben, ist das Steuergeld schlicht weg, ganzheitlich weg, ohne Mehrwert und ohne Nutzen.

Es gibt heute eine Vielzahl von Netzwerken, die sich etwas Gutem und Gerechtem widmen. Die Netzwerke bestehen im Wesentlichen aus einer Legion von Personen, die sich die Zeit damit vertreiben, Netzwerkbildung und entsprechende Treffen zu organisieren, auf denen dann über Netzwerkbildung geredet wird und Erfahrung ausgetauscht wird. Die Erfahrung hat dann regelmäßig nichts mit der Klientel zu tun, der man sich angeblich widmen will. Vielmehr sind Gegenstand des Erfahrungsaustausches Widerstand oder Probleme bei der Implementierung von Maßnahmen, pardon: von ganzheitilchen Maßnahmen natürlich, die, wenn sie erst implementiert wären, gerechte und gute Bildung garantieren sollen, so wie die Steckdose in den Regel Gleichstrom garantiert. Das beste, was diese nutzlosen Verwaltungs-Aktivisten erreichen können, besteht darin, über ihre Klientel zu reden, jene Klientel, der sie mit ihren ganzheitlichen Maßnahmen, so sie nach einer Reihe von Netzwerktreffen irgendwann einmal implementiert sind bzw. nach all den Netzwerktreffen überhaupt noch Mittel zur Implementierung vorhanden sind, die ausreichen, um über die Probleme und Widerstände hinweg zu kommen.

Mit ihrer Klientel reden die Verwaltungs-Aktivisten gewöhnlich nicht. Wozu auch? Ihre Aufgabe besteht darin, die Effizienz der Verwaltung nach außen hin zu gaukeln und seit, wie DiMaggio und Powell schon 1983 geschrieben haben, die Effizienz von Verwaltungen nicht mehr anhand ihrer erfolgreichen Abwicklung der ihr übertragenen Aufgaben, sondern anhand der Anzahl von Abteilungen, Stabsstellen, der Höhe der verwalteten Mittel, der Anzahl gutklingender Positionen oder der Schaffung immer neuer Verwalter zur Verwaltung der Verwaltung, die andere Verwalter verwalten gemessen wird, kommt dem Vorgaukeln von Effizienz eine immer größere Bedeutung zu: Je besser man gaukelt, desto mehr Fördergelder gibt es, um z.B. einen vollkommen nutzlosen und unnötigen Bildungsmanager zu etablieren.

P.S.

Was machen eigentlich all die Mitarbeiter des Bundes der Steuerzahler und des Bundesrechnungshofes den ganzen Tag? Wir können einigermaßen verlässlich angeben, was sie nicht tun, nicht jedoch, was sie tun.