Politische Feiglinge oder: Die heile virtuelle Welt des Heiko Maas

Heiko Maas hat einen Brief geschrieben.

An Facebook.

Und er hat dafür gesorgt, dass der Brief wörtlich in deutschen Medien veröffentlicht wird.

Das macht sich gut, wie er denkt. Es ist eine Gelegenheit, sich als gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hassreden und für das gute kämpfender Ritter der Freundlichkeit zu inszenieren.

Seinem Haus, so schreibt Heiko Maas, seien Beschwerden von Bürgern zugegangen, die auf Facebook Kommentare oder Post gelesen zu haben meinen, die rassistisch, fremdenfeindlich seien, ja Hasssprache darstellten und die sich darüber bei Facbook beschwert hätten. Und was ist daraufhin passiert? Was hat Facebook getan mit den Kommentaren, die die Bürger so rassistisch und fremdenfeindlich und hasssprechend empfunden haben?

Nichts. Geprüft hat Facebook. Mehr nicht.

Das geht so nicht.

Beschwerden gegen fremdenfeindliche Kommentare, gegen rassistische Posts gegen Hassreden, sie sind unverzüglich mit Löschung der entsprechenden Kommentare, Posts und Hassreden zu beantworten – ohne Prüfung. Beschwerde genügt.

Darüber will Heiko Mass mit Facebook reden.

Warum auch nicht. Schließlich ist Heiko Maas jemand. Bundesjustizminister ist er. Deshalb erwartet er vermutlich, dass man bei Facebook nur darauf wartet, mit ihm zu reden.

Und Ritter Heiko wird sich natürlich durchsetzen, jedenfalls in der PR, die “sein Haus” verbreiten wird, wird er das. Denn: Er ist wichtig, der Heiko. Niemand wagt es, den deutschen Justizminister und seinen Wünschen vor den Kopf zu stoßen. Nicht einmal Facebook.

Deshalb wird jetzt – in der Welt von Heiko Maas – auf Beschwerde alles gelöscht, was den entsprechenden Facebook-Reinigungskommandos rassistisch, fremdenfeindlich und hassgeredet erscheint. Alles. Ausnahmslos.

Und die Welt von Heiko Maas, sie ist wieder eine schöne, heile Welt. Eine Welt ohne Hassreden, fremdenfeindliche Kommentare und rassistische Äußerungen auf Facebook, jedenfalls ohne entsprechende Aussagen auf den öffentlich zugänglichen Timelines.

Diejenigen, die vermeintlich rassistisch, fremdenfeindlich und von Hass erfüllt reden, sie sind natürlich immer noch da. Sie gehen davon, dass Facebook in der Welt von Heiko ihre öffentlichen Einträge löscht, nicht weg. Aber sie verschwinden aus der Wahrnehmung der Welt, wie sie Heiko Maas hat, und das ist fast so gut wie weg.

Ein Sieg für den Ritter der Freundlichkeit. Er hat gezeigt, dass er sich durchsetzen kann, und dass er seine virtuelle Welt so gestalten kann, wie es notwendig ist, damit sich seine kognitiven Dissonanzen nicht zu einer vollausgereiften Pathologie entwickeln. Das ist wichtig, wer will schon einen Justizminister mit Psychose?

Eben.
Ritter von der traurigen GestaltDeshalb ist es wichtig, die virtuelle Welt, in der Heiko Maas lebt, sauber zu halten. Keine bösen, keine rassistischen, keine fremdenfeindlichen Kommentare und Posts dürfen seine Welt beflecken. Dass es sie dennoch gibt, ist so lange kein Problem, so lange Heiko Maas nicht davon erfährt.

So lange kann er sich als Ritter für die gute Sache, die Nächstenliebe und die Freundlichkeit fühlen, seinen Mantel mit Angestellten teilen und sich in “seinem Haus” und seiner virtuellen Welt einigeln und diejenigen aussperren, die seine heile Welt und seine Selbstinszenierung gefährden.

Abermals ist das wichtig, denn der Ritter von der Freundlichkeit, würde schnell zur Ritter von der traurigen Gestalt, würde ihm jemand den Kommentar zumuten, dass sich wahrlich große Staatsmänner, also große Ritter, dadurch auszeichnen, dass sie mit ihrer Bevölkerung reden – auch mit denjenigen, die anderer Meinung sind. Auch mit denjenigen, die fremdenfeindliche und rassistische Kommentare absetzen. Auch mit denjenigen, die angeblich Hass predigen.

Aber das geht nicht.

Moderne Politiker, also Ritter wie Heiko Maas, die haben Angst vor ihrer Bevölkerung. Sie treten nur im erlauchten Kreis unter ausgesuchten Bewunderern auf. Sie beantworten nur vorgesiebte Fragen und gehen nur dann an öffentilche Orte, wenn die entsprechenden Orte von fremden Meinungen gesäubert und entsprechend desinfiziert sind.

Moderne Politiker eignen sich eher zu Feiglingen, die sich in ihrer virtuellen Welt verkriechen und alles tun, um Wahrheitskämpfer, die mit ihrer unpassenden Meinung, in das Sanktuarium des eigenen Thronsaals einbrechen, auszuschließen, auszugrenzen, sie zum nicht tolerierbaren rechtsradikalen Pack zu erklären – alles aus Angst, man könnte am Ende einem Bürger mit anderer Meiung in Fleisch und Blut gegenüberstehen, sei mit ihm konfrontiert, müsste mit ihm reden – unvorstellbar.

P.S.

Statt Bettelbriefe an Facebook zu schreiben, könnte Heiko Maas auch dem Regierungskollegen Gabriel jede öffentliche Äußerung untersagen, so lange, bis er wieder reden kann, ohne Teile seiner Bevölkerung als “rechtsradikales Pack” zu beschimpfen. Schießlich wollen Politiker doch dann, wenn es darum geht, keine Hasssprache zu verbreiten, mit gutem Beispiel vorangehen – oder?

Neue Hypothese: Herodes hat mit Tötung der Erstgeborenen Adipositas bekämpft

Seit Jahrtausenden wird Herodes als blutrünstiges Monster verunglimpft, das die eigene Macht durch Tötung aller Erstgeborenen sichern wollte.

Die Erzählung ist falsch. Ein Mythos.

Herodes ist nicht der machthungrige Auftraggeber der ersten Todessquads, er ist ein Vorreiter des modernen Nudgings.

Nudging-Science-CliffNudging, Stammleser von ScienceFiles wissen das, ist der Versuch von Regierungen, ihre Bevölkerung zum von der Regierung als richtig postulierten Lebensweg zu bringen. Wer könnte dazu geeigneter sein als Regierungen? Schließlich hat wissenschaftliche Forschung gezeigt, dass Menschen sich nicht immer rational verhalten. Die entsprechende Forschung ist zwar schon irgendwo zwischen alt und uralt, das hat Cass Sunstein jedoch nicht daran gehindert, sein Konzept des Nudging zu verbreiten, das vorsieht, Menschen zu ihrem Glück zu zwingen, nein, natürlich nicht zu zwingen, sie zu schubsen.

Die deutsche Regierung hat die Idee, die eigenen Bürger zu schubsen, mit Begeisterung aufgenommen, schon weil die in Regierungen versammelten Politiker alle um ihre geistige Überlegenheit wissen, die sie dazu befähigt, besser als Fritz B. zu wissen, was für Fritz B. gut ist. Entsprechend wird Fritz B. zum richtigen und guten Leben geschubst, durch Steuern, Abgaben, Verpflichtungen, die ihn dazu bringen, all das zu lassen, was ihm und der Regierung schadet und all das zu tun, was der Regierung nutzt.

Denn: Regierungen sehen das große Ganze, sehen da weiter, wo der beschränkte Horizont von Individuen am Ende ist, wissen, was die Zukunft bringt und in der Gegenwart zu zahlen ist … von anderen.

Und Herdodes, Herodes war der Vorkämpfer des modernen Nudgings. Er hat nicht nur vorhergesehen, dass die Zukunft Unruhe, Bürgerkrieg, ja die Zerstörung von Tempeln mit sich bringt, nein, er hat auch gewusst, welche unsäglichen Konsequenzen für die Volksgesundheit von Adipositas ausgehen.

Das legt eine Untersuchung nahe, die José G. B. Derraik und vier Kollegen gerade im Journal of Epidemiology and Community Health veröffentlicht haben: Erstgeborene haben ein höheres Risiko, fett zu werden als Zweitgeborene, so das Ergebnis, das auf der Analyse von Daten für 13.406 schwedische weibliche Geschwisterpaare basiert.

Das Ergebnis ist von hoher Relevanz für die Volksgesundheit, sind die Forscher doch der Ansicht, dass durch das Schrumpfen der Familie, die nurmehr aus maximal vier Personen besteht, die Adipositas der Erstgeborenen stärker ins Gewicht fällt und den Bevölkerungs-BMI negativ beeinflusst. Die Adipositas-Pandemie, die gesetzliche Krankenversicherungen weltweit in den Ruin zu treiben scheint, sie hat damit eine eindeutige Ursache: Erstgeborene.

HerodtheGreatWieder erweist sich Herodes als weitsichtiger Herrscher, als Nostradamus der antiken jüdischen Welt, als erster Nudger der Weltgeschichte und als jemand, der weiß, dass man dann, wenn es um die Volksgesundheit und die Zukunft geht, als weitsichtiger Herrscher, der über die fehlerhafte Handlungsentscheidung des lumpigen Individuums, wie Engels sagt, erhaben ist, seine Regierung auch an unpopulären und harten Maßnahmen nicht darf scheitern lassen.

Entsprechend muss man die Tötung der Erstgeborenen, die Herodes angeordnet hat, im Lichte der neuen Erkenntnisse neu bewerten. Nicht die Angst vor einem Verlust der Macht hat Herodes getrieben, sondern die Sorge um die Volksgesundheit. Eine Rehabilitätion von Herodes ist somit überfällig.

Dass Herodes nur männliche Erstgeborene hat töten lassen, ist vermutlich dem damaligen Stand der wissenschaftlichen Forschung geschuldet, die den Zusammenhang zwischen der Geburtsfolge und Fettleibigkeit für Männer bereits nachgewiesen hat, so wie dies auch in der modernen Forschung der Fall ist, die den entsprechenden Zusammenhang, der nun von Derraik et al.. für Frauen nachgewiesen wurde, für Männer schon seit Jahren kennt.

Nicht einmal die Regierenden haben volle Information, aber volle Überzeugung haben sie, wenn es darum geht, anderen den richtigen Weg zu weisen.

Derraik, José G. B., Ahlsson, Fredrik, Lundgren, Maria, Jonsson, Björn & Cutfled, Wayne S. (2015). First-borns Have Greater BMI and are More Likely to be Overweight or Obese: A Study of Sibling Pairs Among 26 812 Swedish Women. Journal of Epidemiology & Community Health; doi:10.1136/jech-2014-203568.

Happy Birthday Bernhard Nauck!

Einer der großen deutschen Soziologen, ohne den Migrationsforschung ebenso wenig zu denken ist wie Familien- und Bevölkerungsforschung, feiert heute seinen

70. Geburtstag.

Wir gratulieren Dr. Bernard Nauck, Prof. em. für Soziologie recht herzlich und wünschen ihm alles erdenklich Gute für die nun weitgehend ohne hinderliche Studenten mögliche, wissenschaftliche Forschung.

Unsere Bekanntheit mit Bernhard Nauck reicht schon einige Zeit zurück, mehr als zwei Dekaden um genau zu sein, und man kann die Zeit auf drei Überschriften bringen:

  • Bernhard NauckSoziologische Klassiker in Vorlesung und Colloquium
  • und Brückenhypothesen, die
  • zu einem Führerschein überleiten.

Unsere Zeit mit Bernhard Nauck beginnt im Jahre 1994.

In diesem Jahr hat Heike Diefenbach die Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Bernhard Nauck angetreten, der ihr Doktorvater werden sollte und bei dem die dann promovierte Dr. Diefenbach auch habilitiert hat.

Es war eine Gründerzeit, beim Gründungsprofessor des Instituts für Soziologie der Technischen Universität Chemnitz, die die Anreise und Abreise ebenso wie die Suche nach einer Unterkunft ohne Bauschäden erschwert hat. Zwischen all den Problemen, die sich mit einer Stadt und einem Institut im Aufbau verbinden, ist es die typische Naucksche Projektarbeit, die seine Mitarbeiter auf Trapp gehalten hat. Kooperation im DFG-Projekt, Kooperation im Projekt mit der Universität Tel-Aviv, Beratung des Deutschen Jugendinstituts, Vorträge hier, da und bei Soziologentagen…. Die Zeit mit Bernhard Nauck, sie war für Dr. habil. Heike Diefenbach eine von Arbeit, Lehre, Dienstreisen und Kooperationen geprägte, eine Zeit, die dem Status des führenden Familien- und Migrationsforschers, den Bernhard Nauck gegen alle Okkupationsversuche verteidigt hat, gerecht wird.

Bis heute gibt es Geschichten aus dieser Zeit, Geschichten von wohlwollender gegenseitiger Kritik, Geschichten von soziologischen Klassikern in der entsprechenden Vorlesung, von Parsons bis Merton, von kognitiven Ankern und vor allem Geschichten, die zwar unterhaltsam wären, aber zu weit führen.

Es war, eine aufregende und intensive Zeit.

Eine Zeit, die für Heike Diefenbach und nunmehr auch Michael Klein eine Brücke darstellt, offensichtlich in einem Beitrag über Brückenhypothesen, der im kleinen Kreis und in der verschwörerischen Atmosphäre des kleinen Büros im Bau der TU-Chemnitz mit Bernhard Nauck diskutiert wurde.

Der Beitrag hat eine Brücke nach Montreal und nach Leipzig geschlagen.

Die Wege von Bernhard Nauck und Heike Diefenbach haben sich getrennt – jedoch keinesfalls im Missklang: Bernhard Nauck hat nunmehr als Dekan der Sozialwissenschaftlichen Fakultät, die Zügel in die Hand genommen, Heike Diefenbach bei Karl-Dieter Opp in Leipzig ihre wissenschaftliche Arbeit fortgesetzt.

Bleibt der Führerschein. Es ist dies ein Führerschein, den Michael Klein in Chemnitz vergessen hatte und von dem ein gesamter Urlaub in den Rocky Mountains in Kanada abhängig war. Bernhard Nauck gebührt unsere ewige und auch nach 15 Jahren ungeschmälerte Dankbarkeit dafür, dass er das unverzichtbare Dokument von Chemnitz nach Montreal überführt und den sich an die Konferenz der International Sociological Association anschließenden Urlaub ermöglich hat.

Dieser eher persönliche Abriss ist einem deutschen Soziologen gewidmet, der wie kein anderer vor und hinter den Kulissen die Geschicke der Bildungs- und Migrationsforschung bestimmt hat und – soweit wir sehen – das weiterhin tut.

Trotz Emeritierung lehrt Bernhard Nauck und lindert die personale Not an der TU Chemnitz. Trotz Emeritierung leitet er ein Forschungsprojekt der DFG, trotz Emeritierung publiziert und forscht er weiterhin international, über den Value of Children, über soziales Kapital über Migration und Gesundheit, über all die Themen, die ihn ein Leben lang interessiert und begleitet haben und die ihn hoffentlich noch etliche Dekaden begleiten werden.

Herzlichen Glückwunsch, Bernhard Nauck, und ein Geburtstagsständchen im typischen 1945er-Swing (na, ja etwas modernisiert)!

Ahnungslose Journalisten: Manipulation so einfach wie nie!

In den  letzten Tagen konnte man bewundern, wie die Erfindung der unbezahlten Arbeit vorangetrieben wurde. Anlass ist u.a. eine Pressemeldung des Statistischen Bundesamts, die mit “Jeder dritte Vater wünscht sich mehr Zeit für seine Kinder” überschrieben ist.

Punkt 1 der Pressemeldung lautet:

  • Väter und Mütter leisten pro Woche knapp 10 Stunden mehr bezahlte und unbezahlte Arbeit als Personen ohne Kinder. Dies ist vor allem auf ein höheres Pensum an unbezahlter Arbeit zurückzuführen.

DestatisDie Pressemitteilung ist Teil eines großen Presseauftriebs, bei dem man u.a. Roderich Egeler, den Präsidenten des Statistischen Bundesamts, hat viel über unbezahlte Arbeit erzählen hören. Seine wichtigsten Punkte sind die folgenden:

  • Frauen ab 18 Jahre arbeiten mit 45,5 Stunden in der Woche eine Stunde mehr als Männer. Das ist auf das größere Volumen an unbezahlter Arbeit zurückzuführen.
  • Väter und Mütter leisten pro Woche 10 Stunden mehr Arbeit (also bezahlte und unbezahlte Arbeit) als Personen ohne Kinder.
  • Mütter wenden doppelt so viel Zeit für die Kinderbetreuung auf wie Väter.

Abermals ist die unbezahlte Arbeit an vorderster Front zu finden. Sie ist die Ursache allen Übels, sie soll offensichtlich zum neuen Gap aufgebaut werden, das z.B. von der Darstellerin, die derzeit Bundesminister für FSFJ mimt, aufgenommen wird, um die 32 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich für Eltern zu fordern, weil die so überlastet sind. Schließlich arbeiten sie 10 Stunden mehr unbezahlt (und bezahlt?) als Personen ohne Kinder.

Nur: Was ist diese unbezahlte Arbeit?

Von denen, die die unbezahlte Arbeit anführen, sagt niemand, was sich dahinter verbirgt.

Von den Journalisten, die mit unbezahlter Arbeit konfrontiert werden, fragt niemand, was sich dahinter verbirgt.

Die unbezahlte Arbeit, sie ist ein Mysterium, das der Erkundung durch ScienceFiles harrt.

Nehmen wir eine Grafik zum Ausgangspunkt, die Roderich Egeler unvorsichtiger Weise mit seiner Präsentation verteilt hat:

Roderich egeler prae

Wenn man der Abbildung auch nicht entnehmen kann, was die geheimnisvolle “unbezahlte Arbeit” sein soll, so weiß man doch, was es nicht ist:

  • Schlaf und Körperpflege sind keine unbezahlte Arbeit.
  • Erwerbstätigkeit und Bildung sind keine unbezahlte Arbeit.
  • Essen ist keine unbezahlte Arbeit.
  • Sonstiges ist keine unbezahlte Arbeit.
  • Freizeit ist keine unbezahlte Arbeit.

Immerhin.
Die Suche nach der unbezahlten Arbeit, sie ist damit bei Egeler ans Ende gelangt, denn Egeler erzählt nur von der unbezahlten Arbeit, er sagt nicht, was es ist, das hier gearbeitet wird und unbezahlt bleibt.

Unsere Suche führt uns daher weg von Egeler und hin zur Zeitverwendungserhebung, die “Aktivitäten in Stunden und Minuten für ausgewählte Personengruppen” umfasst. Sie bildet die Grundlage für die Aussagen Egelers und zeichnet sich dadurch aus, dass “unbezahlte Arbeit” in keiner Weise, weder als Begriff noch als Datum in der gesamten Ergebung, auf den gesamten 162 Seiten vorkommt.

Was also wurde hier als unbezahlte Arbeit zusammengeschustert?

Nun, die Daten in der Zeitverwendungserhebung, sie sind in Kategorien unterteilt, und zwar die folgenden:

  • Physiologische Regeneration (Schlafen, Essen und Trinken);
  • Erwerbstätigkeit;
  • Qualifikation, Bildung;
  • Haushaltsführung und Betreuung der Familie;
  • Ehrenamt, freilliges Engagement, Unterstützung anderer Haushalte, Versammlungen;
  • Soziales Leben und Unterhaltung;
  • Sport, Hobbys, Spiele;
  • Mediennutzung;

Halten wir Egeler zu Gute, dass er Mediennutzung, soziales Leben und Unterhaltung, ebenso wie Sport, Hobbys und Spiele und Ehrenämter, freiwilliges Engagement und Unterstützung anderer Haushalte sowie Versammlungen, nicht als unbezahlte Arbeit ansieht, dann bleibt für die unbezahlte Arbeit der Punkt “Haushaltsführung und Betreuung der Familie”.

Folglich umfasst die unbezahlte Arbeit:

  • Zubereitung von Mahlzeiten inkl. Geschirrspülen;
  • Instandhaltung von Haus und Wohnung, inkl. Wäschewaschen;
  • Gartenarbeit, Pflanzen- und Tierpflege;
  • Bauen und handwerkliche Tätigkeiten;
  • Einkaufen und Inanspruchnahme von Fremdleistungen;
  • Betreuung von Kindern im Haushalt;
  • Unterstützung, Pflege und Betreuung von erwachsenen Haushaltsmitgliedern,
  • Andere Tätigkeiten im Bereich Haushaltsführung, darunter: Wegzeiten;

Wie so oft kommt man dann, wenn man nur einen kurzen Blick in die Daten wirft, auf denen der ideologische Popanz aufgesetzt ist, der Journalisten präsentiert wird, die nur darauf zu warten scheinen, die entsprechenden ideologischen Kröten roh und ungekaut zu schlucken, zu der Frage: Halten die ihre Mitmenschen wirklich für so dumm?

x fuer uDenkt Herr Egeler, wenn er behauptet, dass Väter und Mütter pro Woche 10 Stunden mehr arbeiten als Personen ohne Kinder, dann kommt niemand darauf, dass in die angebliche Mehrarbeit die Zeit für Kinderbetreuung, die bei Kinderfreien zwangsläufig 0 Stunden, 0 Minuten und 0 Sekunden einnimmt, mit eingerechnet wurde?

Welch’ billiger Versuch, die Öffentlichkeit hinter das Licht zu führen ist das denn? Ganz zu schweigen von den Wegzeiten, die anfallen, um Kinder von A nach B zu kutschieren und den Zubereitungszeiten für Mittagessen, die bei vollerwerbstätigen Kinderlosen durch Essen in der Kantine, das nicht als unbezahlte Arbeit, sondern als bezahlte Arbeit angerechnet wird, ersetzt wird.

Gibt es in Deutschland wirklich eine nennenswerte Anzahl von Leuten, die auf derart billige Tricks und grobe Versuche, andere hinters Licht zu führen, hereinfällt – außer Journalisten?

Es ist erschreckend.

So erschreckend, wie die Funktionsfähigkeit des alten Tricks der Auslassung. Mütter wenden doppelt so viel Zeit für die Betreuung von Kindern auf “als”, (steht so im Original) Väter, so verkündet Herr Egeler. Die Journalisten, die an seinem Speichel hängen, sie tragen es willig weiter. Und sie merken nicht einmal, dass hier etwas seltsam ist, dass etwas fehlt, etwas von Seite 3 der Egelerschen Präsentation.

Männer verbringen im Durchschnitt 25 Stunden und 13 Minuten pro Woche mit Erwerbsarbeit, Frauen 16,09 Stunden. Frauen verwenden 10,15 Stunden für Kinderbetreuung, wie man aus der Pressemeldung des Statistischen Bundesamts entnehmen kann, Männer 7,075 Stunden. D.h. Männer arbeiten in der Woche 8 Stunden und 54 Minuten mehr als Frauen, verbringen aber nur 7,075 Stunden weniger mit Kinderbetreuung als Frauen.

Was bitte machen die Frauen in den verbliebenden 1,52 Stunden? Fernsehschauen?

Anyway, wozu ist es wichtig, die Zeitverwendung von Männern und Frauen zu kontrollieren? Ah, wir haben es vergessen, die Laiendarstellerin im BMFSFJ, die den Minister gibt, will wieder etwas fordern: 32 Stunden für Eltern maximale Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich… und wer darf es bezahlen: Die Kinderfreien, weil sie vollerwerbstätig sind und in der Kantine essen.

Es wird übrigens niemand dazu gezwungen, Kinder in die Welt zu setzen. Wer sich dafür entscheidet, von dem muss angenommen werden, dass er sich überlegt hat, was er tut und entsprechend die Verantwortung für seine Entscheidung übernimmt. Die Verantwortung umfasst auch die Arbeit, die Kinder verursachen. Dass sie Arbeit verursachen, ist eigentlich hinreichend bekannt, so dass es etwas seltsam, weil zu offen nutznießerisch wirkt, wenn nun gejammert wird, dass die Betreuung von Kindern unbezahlte Arbeit sei und Eltern ein Ausgleich gewährt werden müsse.

Die Arbeit am Kinde, sie ist übrigens keine unbezahlte Arbeit, sie wird mit allerlei Vergünstigungen bezahlt, vom Kindergeld über den Kinderfreibetrag, die Bereitstellung von Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten aus Steuergeldern, über Muttergeld und Barbeträge im Rahmen von Hartz IV bis zu all den anderen Vergünstigungen, die ausgelöst werden, weil die großartige Leistung menschlicher Fertilität erbracht wurde.

Lasst uns doch mit Eurer politisch korrekten Forschung in Ruhe

Ein entnervter Kommentar.

Es reicht.

Es reicht uns wirklich.

Wir haben genug von politisch korrekter Forschung. Gender, Familie, Kinder, Rassismus, sexuelle Orientierung wir können es nicht mehr hören.

Kein Tag, an dem nicht irgendein möchtegern Wissenschaftler eine ganz besonders interessante Entdeckung macht, die außer ihm niemand interessant findet.

Kein Tag, an dem wir nicht überschwemmt werden, mit Meldungen über neue Artikel, in denen der politischen Korrektheit gehuldigt und ein Ergebnis produziert wird, das an Stupidität, Langeweile und Belanglosigkeit kaum mehr zu überbieten ist.

Wir haben deshalb genug.

Lasst uns in Ruhe mit Euren politisch korrekten Versuchen, Wissenschaft zu pervertieren.

Wir wollen keine Studien mehr, die zeigen, dass asiatische Männer und schwarze Frauen in Magazinen unterrepräsentiert sind. Was ist mit Eskimos. Fetten und Pickeligen? Sind die auch unterrepräsentiert?

Es interessiert uns auch nicht, dass das Interesse für die Geschichte von Frauen, viel früher begonnen hat, als bislang angenommen. Unser Interesse an Geschichte ist unabhängig vom Geschlechtsteil.

junk_scienceInteressiert es Sie, ob Blinde nach Rasse differenzieren? Auf eine derartige Fragestellung muss man erst einmal kommen. Aber, wo wir gerade damit konfrontiert sind, uns würde interessieren, ob Taube auch auf Bob Marley stehen.

Und von den Frauen, die an Arbeitsplätzen psychologisch gestresster sind, an denen mehr Männer vorhanden sind, haben wir auch die Nase voll.

Und bleibt uns mit der fließenden männlichen Sexualität vom Leibe, wir mögen keine Zoten. Wissenschaft hat nichts mit Sexberatung zu tun und ein wissenschaftlicher Ladenhüter wird auch nicht dadurch interessant, dass man Sex and Crime in ihn packt oder behauptet, dass geteiltes Kümmern um die Kinder sich positiv auf des Sexualleben auswirkt.

Wir haben sie wirklich gestrichen voll, die Nase. Uns steht der Stumpfsinn, der als Wissenschaft daherkommen will, … raten Sie mal bis wohin er uns steht.

Und dann, wenn man denkt, es geht wirklich nicht mehr dümmer, dann kommt eine Studie und findet heraus, dass die Mordrate in Ländern, in denen mehr Gleichheit am Arbeitsplatz zwischen den Geschlechtern herrscht, geringer ist als in Ländern, in denen die Gleichheit zwischen den Geschlechtern am Arbeitsplatz nicht so groß ist.

Warum das so ist, ob es relevant ist, wie man es, wenn es denn relevant wäre, erklären würde, dazu weiß Katie Corcoran, die für diesen neuesten Test des Glaubens an das Vorhandensein von Gehirn im Schädel von Menschen verantwortlich ist, nichts zu sagen. Keine Ahnung hat sie, aber vermeintliche Ergebnisse hat sie produziert und der Welt zugemutet.

Es ist nicht mehr auszuhalten mit der Datenhuberei, die Hans und Helga per Menusteuerung statistische Programme zweckentfremden sieht, die ungeschützt dem Zugriff der Phantasten ausgeliefert sind, die dann Ergebnisse produzieren, die die Verzweiflung über Dummheit in schiere Katastrophenstimmung überführen.

Und davon haben wir genug.

Wir fordern einen Veröffentlichunsstop, einen sofortigen, und zwar für alle Arbeiten, in denen ein Zusammenhang gefunden, aber nicht erklärt wird.

Das ist unser capital punishment, für all die Zusammenhang-Finder, all diejenigen, die gefunden haben, dass Frauen unter vielen Männern gestresster sind als unter wenigen, dass männliche Sexualität fließend ist, dass Kindererziehung, dann, wenn sie geteilt wird, das Sexleben beflügelt (von 0 auf einhalb), dass Blinde Rasse differenzieren oder doch und und und.

WARUM, so fragen wir, ist das so?

WARUM, so fragen wir weiter, ist es relevant?

AUS WELCHER Theorie, so der Coup de Grace, kann man ableiten, was gefunden wurde?

Und so lange wir keine Antworten bekommen, solange die Autoren der entsprechenden Machwerke keine Antworten geben können, so lange keine Veröffentlichung mehr.

Ist das klar?

Ist Pegida an Fremdenfeindlichkeit und brennenden Unterkünften schuld? Zwei Politikwissenschaftler – zwei Meinungen

Zwei Interviews mit Politikwissenschaftlern sind uns auf den Tisch gekommen. Eines hat Werner Patzelt, seines Zeichens Professor für politische Systeme und Systemvergleich an der Technischen Universität Dresden der dpa gegeben. Eines hat Hajo Funke, emeritierter Professor der FU Berlin mit Arbeitsschwerpunkt Politik und Kultur der ARD gegeben.

Beide Interviews haben weitgehend denselben Gegenstand. Beide Professoren, der aktive, wie der emeritierte, äußern sich zum Zusammenhang von Pegida und Fremdenfeindlichkeit, zu Sachsen, zur NPD und zu den Ursachen von Fremdenfeindlichkeit.

Wir stellen hier Teile der Interviews einander gegenüber, quasi in einem Professorencontest und fragen unsere Leser im Anschluss: Wer macht dem kompetenteren Eindruck: Patzelt oder Funke?

Los geht’s mit Werner Patzelt:

Werner patzelt“Frage: Trägt die Politik eine Mitschuld? [daran, dass die NPD mit Flüchtlingspolitik Punkte macht]

Antwort: Ja. Einesteils waren viele Reaktionen auf Pegida als Symptom unserer Einwanderungsprobleme zwar gut gemeint, doch schlecht getan. Andernteils bemüht sich die für die rechte politische Spielfeldhälfte zuständige CDU seit langem zu wenig darum, die Gewinnbaren vom rechten Rand an eine vernünftige Partei zu binden. Zunächst hat sie der NPD freien Raum gelassen, später der AfD. Und so kam es, dass viele den Rechtsradikalen überlassen wurden, die zwischen der CDU und dem rechten Rand auf der Kippe standen. Aber auch diese Fehlleistung der CDU, ihrerseits als „Abgrenzung nach rechts“ nachgerade eingefordert von den linken Parteien, reicht nicht aus, um das Gesamtphänomen zu erklären.

Frage: Liefern die Islamkritiker von Pegida den Humus für rechtsradikale Einstellungen und solche Taten wie jetzt in Heidenau?

Antwort: Das ist eine beliebte Erklärung, weil man dann einen wegzujagenden Sündenbock in den Blick bekommt. Doch soeben wurde auch im weitgehend Pegida-freien Baden-Württemberg eine Flüchtlingsunterkunft abgefackelt. Die Dinge liegen also komplizierter. Mir scheint: An Pegida wurde bloß offensichtlich, was da um die Einwanderungsthematik herum an Sorgen und Empörungsbereitschaft in der Gesellschaft schlummert. Es war billig, sich über jene, die da als „Frühwarnsystem“ wirkten, einfach lustig zu machen: Die törichten Sachsen faselten über Probleme mit der Einwanderung, obwohl es bei ihnen doch kaum Ausländer gäbe. Doch der Kern war: Die meisten Sachsen identifizieren sich stark mit ihrem Land und wollen es wieder so schön haben wie vor der DDR- und Nazizeit. Dem kommt aber, wie es ihnen scheint, die Zuwanderung in die Quere, wobei sehr viele ganz besonders muslimische Migranten fürchten. Derlei Behinderung des sächsischen Wiederaufstiegs zu einem prosperierenden Land wollen viele einfach nicht akzeptieren und versuchen, bereits den Anfängen zu wehren.”

Patzelt in der Zusammenfassung:

Menschen mit berechtigten Sorgen wurden in die rechte Radikalität abgedrängt, wo die NPD und andere Rechte sie gerne aufgenommen haben. Dadurch, dass man die Pegida-Beteiligten nicht ernst genommen hat, sie ausgegrenzt hat, hat man zur Radikalisierung beigetragen.

Die Behauptung, die Pegida sei der Boden, auf dem Fremdenhass wächst, ist naiv und billig, wird von denen aufgestellt, die einfache Pseudo-Lösungen einer Bearbeitung der tatsächlichen Probleme vorziehen.

Nun zu Hajo Funke:

Hajo Funke“Die Politik muss sich ohne Wenn und Aber dazu bekennen, Flüchtlingen helfen zu wollen, an deren Seite zu stehen. Alles andere hieße, die Dramatik der Lage in Syrien, Afghanistan, Libyen und auch im Irak zu verkennen.

Eine ganze Region ist nach dem Einmarsch der Amerikaner in den Irak ins Rutschen gekommen. Deswegen geht es jetzt auch in Deutschland weniger um Zeichen als um operatives Krisenmanagement, das Chefsache oder Chefinnensache sein muss.

[…]

Der Fehler lag in der falschen Reaktion auf die Pegida-Bewegung. Auch hier war die Abgrenzung nicht eindeutig genug. Den Vorwurf muss sich auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel gefallen lassen, der sich Anfang des Jahres zum Teil recht verständnisvoll über Pegida-Anhänger geäußert hat.

Dabei ist es immer Gegenstand von Politik, mit den Ängsten der Menschen umzugehen. Aber es muss Politik darum gehen, Ängste abzubauen, und nicht darum, Parolen aufzunehmen und diese dann noch zu verstärken. Politik, die Ängste vielleicht auch nur indirekt schürt, ist immer gegen die Demokratie gerichtet.

Fakt ist: Nach den rassistisch gefärbten Demonstrationen verzeichneten wir in nur vier Monaten doppelt so viele Übergriffe gegen Flüchtlingsheime wie vorher. Das ermutigte Nachahmertäter. Im Schatten von Pegida konnten sich die Rechtsextremen reorganisieren.”

Fazit Hajo Funke:

Schuld ist die Pegida. Sie ist der Anfang allen Übels. Sie hat den Startschuss dafür gegeben, dass Flüchtlingsunterkünfte brennen. Die Politik, wer auch immer das sein mag, muss die Ängste der Bürger abbauen und darf sich nicht verständig über Pegida-Anhänger äußern. Von Letzteren muss man sich konsequent distanzieren.

Jeder unserer Leser kann nun selbst entscheiden, welcher Deutung der Situation er zustimmt, der von Werner Patzelt oder der von Hajo Funke.

Was also darf es sein: Der Patzeltsche Versuch, die Pegida-Teilnehmer und ihre Motivation zu verstehen oder das Funksche Verdikt, dass man mit denen nicht spricht, sich vielmehr von ihnen abgrenzt.

Und wie ist es mit der Schuldzuschreibung? Ist Pegida der Anfang von Fremdenhass und somit aller derzeitiger deutscher Übel, wie Funke dies behauptet, oder ist die entsprechende Erklärung zu einfach, wie Patzelt meint?

Und schließlich: Was machen wir mit den Ängsten vor Fremden, die beide sehen, ernstnehmen, wie Patzelt empfiehlt oder “abbauen”, wie Funke vorschlägt?

Professorencontest

Rechtsterrorismus in Heidenau

Es gab einmal eine Zeit, da haben Politikwissenschaftler selbst dann oder gerade dann, wenn sie sich als Extremismusforscher begriffen haben, ihre Begriffe mit Bedacht gewählt und sehr klar zwischen Radikalismus, Extremismus und Terrorismus unterschieden.

Methode PowiDiese Zeit der analytischen Klarheit, sie ist offensichtlich vorbei. Alles ist eins, alles wird vermengt und verrührt, bis aus einer Gruppe, die sich gebildet hat, “eine radikale, eine extremistische Gruppe” wird, die “Gewalt als legitim betrachtet” und von einer “rechtsterroristischen Mentalität” gestützt wird.

Der, der das mit Blick auf die Ereignisse in Heidenau sagt, ist “Rechtsextremismusforscher”, wie es beim Deutschlandfunk heißt. Er leitet das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld und besetzt einen Lehrstuhl für Sozialisation und Konfliktforschung ebenda. Sein Name ist Andreas Zick.

Andreas Zick gibt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk Einschätzungen über diejenigen, die in Heidenau demonstrieren oder randallieren von sich, über die man als Politikwissenschaftler nur den Kopf schütteln kann. Die Kurzform seiner Behauptungen lautet wie folgt:

Rechtsradikale, Rechtextremisten, Rechte halt, die haben in Heidenau eine organisierte Gruppe gebildet, eine terroristische Gruppe, die von einer rechtsterroristischen Mentalität getragen und gestützt wird, von Mitlauf-Bürgern, die sehen wollen, wie die Rechten das Recht in die eigene Hand nehmen und vor Ort für Ordnung sorgen. Sie wollen ein “eigenes Rechtssystem etablieren”.

Diese Kernaussage von Zick ist umrankt mit einer Reihe weiterer Behauptungen.

“Es gibt einen Riss durch die Gesellschaft”, so konstatiert Zick, einen Riss, der “polarisiert”. Es ist ein seltsamer Riss, der da durch “die Gesellschaft” geht, denn er teilt die Gesellschaft nicht in zwei, wie man schon wegen der Polarisierung denken könnte, Teile, sondern in drei: (1) in Zivilcourage Bürger, die eine Willkommenskultur vertreten (2) in “ein Drittel der Bevölkerung”, das keine Zuwanderer will und (3) in “radikale Gruppen” (also jetzt keine extremistischen Gruppen), die “versuchen, Gewinne zu machen, und die sagen, wir sorgen für Ordnung”.

Diese dreigeteilt, polarisierte und gerissene Gesellschaft, sie ist durch das Zusammenwachsen von Rechtspopulismus und Rechtextremismus möglich geworden, so behauptet Zick. Die neue “Landschaft, die hochgradig polarisiert ist”, bei der “Propaganda mit Gewalt zusammenwächst”, sie hat ihre Ursache in der Pegida. Welche kausalen Mechanismen zwischen denen, die in Dresden demonstriert haben und denen, die in Heidenau demonstrieren oder randallieren, vorhanden sind, das weiß Zick auch.

Scheinbar bemüht er psychoanalytische Einsichten, wenn er eine “rechtsterroristiche Mentalität” zu erkennen glaubt. “[Rechtsterroristische Mentalität], das heißt, das Rechtssystem, was vor Ort eigentlich gelten sollte, das wird infrage gestellt und als illegitim betrachtet, und Gewalt ist legitim. Da fängt der Rechtsextremismus an”. Und: “Rechtsextremismus fängt da an, wo Gewalt als legitim betrachtet wird”.

Die kausale Welt von Andreas Zick sie sieht eine organisierte Gruppe in Heidenau, die das Recht in die eigene Hand genommen hat, eine rechtsextremistische Gruppe, die Gewalt für legitim hält und durch eine rechtsterroristische Mentalität gestützt wird, die wiederum Mitglieder der Gruppe und die Mitlauf-Bürger besitzen. Sie besitzen die rechtsterroristische Mentalität deshalb, weil mit Pegida Rechtspopulismus und Rechtsextremismus zusammen gewachsen sind.

Prof FacepalmWenn das die Einsichten sind, die man als Professor für Sozialisation und Konfliktforschung an seine Studenten weitergibt, dann ist es um die deutsche Wissenschaft und vor allem um die methodische Begründung der Sozialwissenschaften rabenschwarz bestellt, dann ist längst die Ideologie an die Stelle der Wissenschaft getreten, die Ideologie, die nichts dabei findet, eben einmal alle, die aus welchen Gründen auch immer gegen Flüchtlinige demonstrieren, zu von rechtsterroristischer Mentalität Getriebenen zu stempeln, die Freude an Gewalt haben.

Das sagt einer, der angeblich die Polarisierung der Gesellschaft beklagt!

Wo soll man bei diesem typologischen Durcheinander beginnen?

Terrorismus ist ein geschützter sozialwissenschaftlicher Begriff, den man gerade als Sozialwissenschaftler nicht einfach denen entgegen schleudern kann, deren Handlungen man nicht mag.

Terrorismus wird gewöhnlich definiert als:

„The use of threat of action designed to influence the government or an international governmental organization or to intimidate the public, or a section of the public, made for the purpose of advancing a political, religious, radical or ideological cause and it involves or causes serious violence against a person; serious damage to a property; a threat to a present life; a serious threat to the health and safety of the public, or serious interferences with or disruption to an electronic system”.

Die Definition ist jedoch nicht vollständig, denn Terrorismus umfasst auch ein kommunikatives Element:

„Without being noticed, in fact, terrorism would not exist. The sheer act of killing does not create a terrorist act: murder and wilful assaults occur with such frequency in most societies that they are scarcely reported in the news media. What makes an act terrorism is that it terrifies. The acts to which we assign that label are deliberate events, bombings and attacks performed at such places and times that they are calculated to be observed. Terrorism without its horrified witnesses would be as pointless as a play without an audience” (Juergensmeyer 2003: 139).

Es kann jeder für sich entscheiden, ob das, was aus Heidenau berichtet wird, als Terrorismus angesehen werden kann oder ob Andreas Zick hier meilenweit über das Ziel hinausgeschossen ist – vielleicht aufgrund einer hyperhysterischen Mentalität.

Wie dem auch sein, ein paar Konsequenzen von Aussagen Zicks sind bemerkenswert:

Wenn für ihn die Anwendung von Gewalt die Trennlinie zwischen Radikalismus und Extremismus beschreibt und er eine rechtsterroristische Mentalität bei der von ihm identifizierten organisierten Gruppe in Heidenau sieht, die Gewalt als legitimes Mittel ansieht, dann muss er konsequenterweise, die organisierte Gruppe, die in Leipzig Polizeiwachen und Polizeibeamte überfällt oder randallierend durch die Innenstadt zieht, als linksextremistische Gruppe mit linksterroristischer Mentalität bezeichnen und in seine Konflikt- und Gewaltforschung einbeziehen.

Amadeu Antonio GUVSchließlich beendet Zick sein Interview mit den üblichen Hinweisen darauf, dass “man … Beratung” und “Clearing Stellen” braucht, um einen Schutzschild für Flüchtlinge zu bauen. Es gibt eben nichts, das so schrecklich ist, so voller rechtsterroristischer Mentalität, dass es nicht noch möglich wäre, öffentliche Mittel herauszuschlagen, um das Furchtbare zu bekämpfen, das gerade zur rechtsterroristischen Mentalität stilisiert wurde, mit dem Ergebnis, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung davon befallen sind und entsprechend geheilt werden müssen.

Heilung gegen den Virus des Rechtsextremismus und Schutz der durch Rechtsextremismus (oder war es Rechtsradikalismus) Gefährdeten verspricht z.B. die Amadeu Antonio Stiftung , die jährlich mit rund 850.000 Euro vom BMFSFJ finanziert wird, eine Finanzierung, die umso einfacher zu legitimieren ist, je dringlicher die Not, rechsextremistische Strömungen, nein, rechtsterroristische Mentalitäten zu bekämpfen, ist.

Wie es der Zufall so will, ist Andreas Zick Vorsitzender des Stiftungsrats der Amadeu Antonio Stiftung und hat somit ein Interesse an der Stiftung und vor allem daran, dass die 21 Angestellten der Stiftung , die sich dem Kampf gegen Rechts gewidmet haben, auch im nächsten Jahr noch aus dem Etat des BMFSFJ finanziert werden. Eine rechtsterroristische Mentalität, die große Teile der Bevölkerung befallen hat, ist zur Sicherung dieser Finanzierung sicherlich nützlich.

Zick ist somit ein weiteres Beispiel für die unsägliche Verquickung von Ideologie, Ministerien und Wissenschaft, bei der die Wissenschaft auf der Strecke bleibt, weil man für die Produktion von Erkenntnissen nicht gefördert wird, sondern dafür, dass man ideologische Schützenhilfe für das leistet, was gerade als politisch opportun angesehen wird. Dafür erfinden manche selbst rechtsterroristische Mentalitäten. Warum Mentalitäten? Das ist einfach zu beantworten: Mentalitäten kann man beliebig phantasieren, aber nicht messen!

Noch ein Wort an all diejenigen, die in Heidenau gegen Flüchtlinge demonstrieren: Sie demonstrieren gegen die Falschen! Die Kosten, die durch Flüchtlinge entstehen, sind – wie Franz Müntefering wohl sagen würde: Peanuts, verglichen mit dem Geld, das den politisch opportunen Gefahrenbekämpfern in den Rachen geworfen werden, die sich im Speckgürtel des BMFSFJ angesiedelt und ein vitales Interesse an der Fortexistenz von nicht nur Rechtsextremismus haben. Hier wäre die Demonstrationsenergie, die in Heidenau vergeudet wird, deutlich besser eingesetzt.

Das Interview mit Andreas Zick im Deutschlandfunk findet sich hier.

Juergensmeyer, Mark (2003). Terror in the Mind of God. The Global Rise of Religious Violence. Berkeley: University of California Press.

Heidenau und die besseren Deutschen der Bundeskanzlerin

In Heidenau in Sachsen herrscht derzeit Ausnahmezustand. Für Rechte ist Heidenau der Aufmarschort, an dem sie ihrem Hass gegenüber Flüchtlingen freien Lauf lassen können. Für Linke ist Heidenau der Aufmarschort, an dem sie ihren Hass gegenüber rechten Deutschen demonstrieren können.

HeidenauPolitikwissenschaftlich ist daran interessant, dass der demokratische Konsens in Deutschland, sofern er denn je vorhanden war, der Konsens, der die Achtung vor den Menschenrechten anderer als Kern umfasst, derzeit von rechts und links aufgelöst wird.

Soziologisch ist daran interessant, dass es viele sich offensichtlich so sehr durch soziale Strukturen determiniert sehen, dass es für sie keinerlei Möglichkeit mehr zu geben scheint, ihren Frust anders als durch Gewalt kund zu tun.

Psychologisch ist daran interessant, dass Gewalt eigentlich das Eskalationsmittel am Ende einer Vielzahl von anderen Mitteln der Umweltpenetration ist, so dass man sich entweder fragen muss, ob die Gewalttäter als pathologische Fälle anzusehen und zu internieren sind oder zu fragen ist, wie lange sie schon vergeblich mit anderen Mitteln versucht haben, Aufmerksamkeit zu erregen.

Philosophisch ist daran interessant, dass es für manche keinerlei Moral oder keinerlei Anstand gibt, der es verhindert, Dritte, in diesem Fall Flüchtlinge, zu instrumentalisieren und auf ihrem Rücken die Kämpfe auszutragen, die man schon immer einmal austragen wollte.

Aus Sicht der Ökonomie ist daran interessant, dass vielen in Deutschland das Wasser durch Steuern und Abgaben und die eigene Unfähigkeit, mehr oder überhaupt den Unterhalt zu sichern, so sehr bis zum Hals zu stehen scheint, dass sie zu Gewalt greifen, die sie noch dazu gegen die Falschen richten.

Dies wiederum ist sozialpsychologisch interessant, denn offensichtlich trauen sich die entsprechenden Deutschen nicht, ihren Ärger bei der für den Ärger verantwortlichen Stelle anzubringen.

Wie dem auch sei, die Größen der deutschen Politk haben reagiert und deutlich gemacht, was in Deutschland im Argen liegt, warum man sich nicht wundern muss, dass der öffentliche Dikurs verroht und auch die Wahl der Mittel aus den Fugen gerät.

“Keinen Millimeter dem rechtsradikalen Pack”, so Vizekanzler Gabriel, der sich offensichtlich bemüht, noch Öl ins Feuer zu gießen, denn die Bezeichnung “rechtsradikales Pack” ist kaum dazu geeignet, Wogen zu glätten. An die Stelle der Staatsmänner von früher, sind Personen getreten, die in ihrer Fähigkeit, zum Pöbeln, denen, die sie anpöbeln, in nichts nachstehen.

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Ob Gabriel auch demnächst nach Leipzig reist, um dort die Polizei gegen die in seiner Sprache dann als “linksradikales Pack” zu bezeichnenden Autonomen zu verteidigen, die Polizeistationen überfallen?

Die Kanzlerin schweigt bislang bzw. sie schickt ihren Pressesprecher vor:

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Steffen Seibert wäre besser ruhig gewesen. Aber er hat sich geäußert. Er hat seine Wertehierarchie deutlich gemacht, die des besseren Deutschen. Vom normalen Deutschen vom Single, vom unverheirateten, vom Kinderfreien, von ihnen allen hätte Seibert also Randale erwartet, von ihnen allen denkt er, dass sie zum Hasserfüllten taugen und das Potential zur Randale in sich tragen.

Vom höchsten Seibertschen Gut, der höchsten Weihe, die man Deutschen als Regierungssprecher verleihen kann, von der Familie mit Kind, hätte er nicht gedacht, dass sie aus Hasserfüllten besteht, die sich an Randale beteiligen, die Hass verbreiten und ihn beschämen.

Nun, jeder bekommt, was er verdient. Und wer derart beschämende Meldungen absetzt, eine derartige Wertehierarchie über seine Bürger stülpt, der muss sich nicht wundern, wenn er von seinen Bürgern als beschämend empfunden wird, so sehr, dass ihn selbst die Bürger, die er so viel höher als andere schätzt, beschämen.

Ob die Meldung so mit Frau Merkel abgesprochen war? Ob die kinderfreie Merkel auch denkt, die Familie mit Kind sei die höchste moralische Entwicklungsform, die man als Deutscher annehmen kann? Wir wissen es nicht.

Anyway, wir sind Waliser…

Deutsches Demokratisches Defizit: Basenwirtschaft par excellence!

Machen wir doch einfach damit weiter, Fragen zu stellen, die in der Zensur-Posse um Hart aber Fair bislang nicht gestellt wurden.

Nachdem wir im letzten post die Frage gestellt haben: Wer unterhält eigentlich den Frauenrat und diese Frage mit: Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) beantwortet haben, stolze 1,7 Millionen Euro hat das Ministerium in drei Jahren an den Frauenrat überwiesen, stellen wir heute eine weitere Frage, die bislang niemand gestellt hat, sich vermutlich bislang niemand zu stellen wagt:

Wann wurde jemals darüber abgestimmt, ob Ministerien Steuergelder nutzen dürfen, um sie in Basennetzwerken zu verteilen?

Oder:

Welche demokratische Legitimation hat es, wenn Ministerien Steuergelder aufwenden, um Organisationen zu finanzieren, die sich selbst als “Lobby-Organisation” bezeichnen?

rent-seeking-gordon-tullock-paperback-cover-artBeide Fragen zielen auf den Kern des deutschen demokratischen Versuches und zeigen, dass Deutschland pro forma eine Demokratie sein mag, de facto ist Deutschland jedoch eine Rent Seeking Society, wie Gordon Tullock es genannt hat, eine Gesellschaft, die sich in der Hand von Netzwerken zur gegenseitigen Versorgung befindet. Eine Gesellschaft der Basenwirtschaft, in der Ministerien Steuergelder nutzen können, um ideologische Netzwerke zu unterhalten, die es nicht gäbe, würden sie nicht öffentlich finanziert.

Diese Form der Zweckentfremdung von Steuergeldern ist mit demokratischen Grundsätzen nicht zu vereinbaren. Sie widerspricht demokratischen Grundsätzen.

Demokratien beruhen auf einer Reihe von Werten, wie Meinungsfreiheit, Unternehmensfreiheit, Schutz des Eigentums und darauf, dass die Mitglieder der Gesellschaft die gleichen Chancen auf Zugang zu den Positionen haben, die die Gesellschaft zu vergeben hat. Daraus folgt, dass Privilegien im Zugang zu gesellschaftlichen Positionen, sowie Privilegien im Hinblick auf den Hauptgegenstand der Tätigkeit von Regierungen, die Gesetzgebung, ausgeschlossen sein müssen, damit eine Gesellschaft sich demokratisch nennen kann.

Nun gibt es eine Vielzahl gesellschaftlicher Gruppen, Lobby-Gruppen, die Einfluss auf die Regierungstätigkeit, auf Gesetzgebung und Subventionierung erreichen wollen. Deshalb bieten Lobbyisten Regierungen Dienstleistungen, in der Regel in Form von Daten und Informationen zu einem bestimmten Thema, von dem Politiker und ihre Verwaltung keine Ahnung haben, an und tauschen diese Informationen gegen Einfluss auf die Gesetzgebung. Das ist so lange legitim und problemlos, so lange nicht bestimmte Lobbygruppen einen privilegierten Zugang zur Regierung haben und das entscheidende Kriterium besteht darin, dass die Lobbyisten etwas tauschen können, in der Regel Kompetenz gegen Einfluss.

Bei angeblichen Lobby-Gruppen, wie dem Frauenrat, der sich selbst zur Lobby-Gruppe erklärt hat, ist dies anders. Sie tauschen keine Kompetenz gegen Einfluss, sie hängen komplett am Tropf eines Ministeriums, das den Frauenrat seinerseits nutzt, um die Öffentlichkeit zu beeinflussen. Gleichzeitig sind angebliche Lobbygruppen wie der Frauenrat Teil eines großen Netzwerkes zur gegenseitigen Versorgung, das einem Prostitutionsring gleicht, in dem das BMFSFJ finanziert und vorgibt, was dann als vermeintliche Lobbyarbeit betrieben werden soll.

Es ist entsprechend nicht legitim, wenn die Regierung oder ein Ministerium Lobbygruppen dafür bezahlt, Lobby-Arbeit zu verrichten und Einfluss auf die öffentliche Meinung zu einer Gesetzgebung zu nehmen. Es ist nicht nur nicht legitim, es ist geschmacklos, hat die Grenze zur Korruption längst überschritten und qualifiziert sich als Basenwirtschaft. Kein Wunder also, dass es keinen demokratischen Beschluss z.B. darüber gibt, angebliche Lobby-Gruppen wie den Frauenrat aus Steuergeldern zu finanzieren.

Wer – der noch alle Sinne zusammenhat und nicht Nutznießer der entsprechenden Finanzierung wäre – würde einer Finanzierung von angeblichen Lobbygruppen wie dem Frauenrat zustimmen?

BasenwirtschaftWer würde sehenden Auges demokratische Grundsätze aushölen, und die angeblichen Lobbyisten nicht nur dadurch privilegieren, dass er die Kosten ihrer Tätigkeit trägt, sondern ihnen mit dieser Finanzierung auch noch einen privilegierten Zugang zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung einräumt?

Solche Verhältnisse sind nur aus korrupten Systemen und aus der EU bekannt. Auch die EU-Kommission finanziert Lobby-Gruppen, die dann auf nationaler Ebene positive Stimmung für die Pläne der EU-Kommission machen sollen. Scheinbar will das BMFSFJ bei der allgemeinen Zerstörung demokratischer Grundlagen nicht am Rande stehen und finanziert deshalb eigene angebliche Lobbygruppen, deren Aufgabe darin besteht, das geellschaftliche Klima im Hinblick auf beabsichtigte Gesetzesänderungen positiv zu beeinflussen.

Deutschland ist eine Basenwirtschaft par excellence, ein Stelldichein der Nutznießer, die Steuergelder verkonsumieren und keinerlei Mehrwert schaffen, die sich von Arbeitern, die für ihr mageres Einkommen malochen müssen über deren Steuergelder finanzieren lassen, ohne mit der Wimper zu zucken und deren ganze Tätigkeit darin besteht, ideologische Vernichtungsarbeit zu betreiben, die die demokratischen Grundlagen einer Gesellschaft, die sowieso schon zur Nutznießer-Beute geworden ist, weiter beseitigen, z.B. durch Zensur, die Beseitigung demokratischer Kontrolle und die Vernichtung von Meinungsfreiheit.

©ScienceFiles, 2015

BMFSFJ finanziert Zensur-Räte mit mehr als einer halben Million Euro pro Jahr

Stellen wir wieder einmal die Frage, die bislang niemand gestellt hat.

Deutscher FrauenratBei all der Aufregung über den Frauenrat und dessen Freude darüber, dass Meinungsfreiheit in Deutschland dann, wenn es um Genderismus geht, nicht zählt, fragt bislang niemand, wer diesen Frauenrat mit Sitz in Berlin und dem satzungsmäßigen Namen: “Deutscher Frauenrat – Lobby der Frauen – Bundesvereinigung von Frauenverbänden und Frauengruppen gemischter Verbände in Deutschland e.V. (DF)” eigentlich finanziert.

Wer finanziert die Geschäftsstelle in Berlin?

Wer finanziert Design, Umsetzung und Unterhalt der Webseite des Frauenrats, durch “produktivbüro.de” in Berlin?

Wer finanziert die Erstellung und Herausgabe einer eigenen Zeitschrift mit dem Titel “Frauenrat”?

Wer finanziert letztlich die Beschwerde, die der Frauenrat an den WDR gerichtet hat, um “Hart aber Fair” zu zensieren und den Streit um die Ampelmännchen, den Gebührenzahler im öffentlich-rechtlichen Fernsehen finanziert haben, eben diesen vorzuenthalten?

Sie dürfen dreimal raten?

Na?

Ja, es gibt eine Satzung, in der auch der Mitgliedsbeitrag zum Frauenrat geregelt wird, und zwar auf eine äußerst interessante Art und Weise:

Professional sponger“1) Jeder Mitgliedsverband hat einen Jahresbeitrag zu zahlen.
(2) Die Höhe des Beitrags wird durch Beschluss der Mitgliederversammlung geregelt. Der Beitrag wird nach Rechnungsstellung zu Beginn des Geschäftsjahres fällig und ist bis zum Ende des ersten Quartals zu entrichten.”

Das heißt dann wohl, für den Fall, dass die Finanzierung, durch – na wen wohl? – nicht reicht, ist ein Mitgliedsbeitrag fällig, um die Kosten zu decken. Wie sonst soll man die Festsetzung von Mitgliedsbeiträgen nach Gusto werten?

Aber das Geld, dass von einem Ministerium kommt, es sollte reichen. Die Finanzierung des Frauenrats, sie ist üppig, sehr üppig.

Und von wem kommt Sie wohl?

Richtig, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Auch der Frauenrat gehört zu den Organisationen, die sich im Speckgürtel des Ministeriums für FSFJ eingenistet haben und dort auf Kosten der Steuerzahler ein sorgloses Leben führen, so sorglos, dass sie alle Energie darauf richten können, die Gender-Ideologie zu verbreiten und die Meinungsfreiheit all derer, die die Gender-Ideologie kritisieren, zu beseitigen.

So geschehen im Fall von Hart aber Fair.

Ironischer Weise findet die Finanzierung des Frauenrates im Kapitel 1703 des Haushaltsplanes unter der Überschrift “Stärkung der Zivilgesellschaft” statt.

Daraus muss man den Schluss ziehen, dass die Zivilgesellschaft nach Ansicht des finanzierenden Bundesministeriums für FSFJ durch Zensur der nicht gewünschten Meinung gestärkt wird. Und für diese Zensur und die Verbreitung der Gender-Ideologie durch den Frauenrat in Berlin, dafür lässt das Ministerium die Steuerzahler ordentlich bluten:

558.000 Euro wurden im Jahr 2012 an den Frauenrat überwiesen.
579.000 Euro wurden im Jahr 2013 an den Frauenrat überwiesen.
584.000 Euro wurden im Jahr 2014 an den Frauenrat überwiesen.

1.721.000 Euro in drei Jahren hat der “Deutsche Frauenrat – Lobby der Frauen – Bundesvereinigung von Frauenverbänden und Frauengruppen gemischter Verbände in Deutschland e.V. (DF)” im Rahmen der Umverteilung von Steuergeldern von sinnvoller zu ideologischer Nutzung kassiert.

Wer finanziert demnach die Zensur des WDR?Was vom Euro bleibt

Steuerzahler!

Steuerzahler finanzieren das BMFSFJ, das die Steuergelder an diejenigen verteilt, die in seinem Speckgürtel nisten und ohne die Steuergelder ihre ideologische Zerstörung der Zivilgesellschaft nicht betreiben könnten. Dieselben Steuerzahler finanzieren über Gebühren den WDR, der dann auf Veranlassung des von Steuerzahlern über den Umweg der Zweckentfremdung von Steuergeldern durch das BMFSFJ finanzierten Frauenrates den Kunden des WDR das vorenthält, wofür sie bezahlt haben. Und so zahlen die Steuerzahler dafür, dass sie als Gebührenzahler nicht sehen dürfen, was sie finanziert haben, weil sie als Steuerzahler einen Frauenrat finanzieren, der ihnen vorenthalten will, wofür sie auch bezahlt haben.