7 Millionen für Junk Science? Wie das BMFSFJ seine Getreuen versorgt

Wir haben schon öfter vom Speckgürtel des BMFSFJ geschrieben, in dem sich eine Vielzahl von Instituten angesiedelt hat, deren Existenz davon abhängt, dass aus dem Ministerium Steuergelder in die Taschen der Institutsangestellten fließen, für Projekte, die in der Regel viel Geld kosten und kaum bis keinen Erkenntniswert haben. Brauchen sie auch nicht, denn Ziel ist nicht, neue Erkenntnis zu gewinnen, Ziel ist es, die getreuen Günstlinge aus dem Speckgürtel des BMFSFJ zu versorgen.

Professional spongerNun sollte man denken, in einer Demokratie, in einer Demokratie, in der so unglaublich hoher Wert auf Transparenz gelegt wird, sind Ministerien bemüht, ihre Ausgaben jedem zugänglich zu machen, der sich dafür interessiert, z.B. in dem die Ausgaben für die dubiosen Projekte offengelegt werden, mit denen die Speckgürtelbewohner fett und satt gehalten werden.

Weit gefehlt bzw. soweit geht die Transparenz dann doch nicht.

Wenn es darum geht, die Verwendung von Steuergeldern für die eigenen Günstlinge offenzulegen, sind Ministerien zugeknöpft, plötzlich gar nicht mehr an Transparenz interessiert und geben bestenfalls durch Zufall oder aufgrund eines misslichen Leaks Auskunft, also dann, wenn es dumm gelaufen ist.

Dumm ist es mit Blick auf Drucksache 18/5448 gelaufen. Eigentlich war die Drucksache dazu gedacht, im Meer der sonstigen Drucksachen geschützt, unentdeckt in den Hafen der digitalen Archive zu treiben. Nicht gerechnet haben die Ministerialen wohl mit einem übereifrigen Mitarbeiter in der Pressestelle, der ausgerechnet Druchsacke 18/5609 herausgefischt hat, um über sie zu berichten.

Und deshalb wissen wir nun, dass das BMFSFJ seine Günstlinge im Speckgürtel seit Oktober 2013 mit Aufträgen im Wert von rund 7.000.000 Euro versorgt hat. Das entspricht rund 10 DFG-Sonderforschungsbereichen, an deren Ende in der Regel mehrere Bücher und rund 20 Arbeitspapiere und Veröffentlichungen pro Sonderbereich stehen. Beim BMFSFJ backt man kleinere Brötchen, hier führt die finanzierte angebliche Forschung in den meisten Fällen zu genau einem Bericht oder zu einem mageren Gutachten von ein paar Seiten.

Wir haben uns die Liste der vom BMFSFJ finanzierten Projekte angesehen und sie ausgewertet. Wer die Liste liest, merkt sehr schnell, welche ideologische Ausprägung man derzeit haben muss, um beim Ministerium für Familie, SENIOREN, Frauen und Jugend als besonders wertvoller Günstling angesehen und mit viel Steuergeldern gefördert zu werden.

Am besten man macht sich bei den Ministerialen mit einem der folgenden Themen lieb Kind:

  • Vereinbarkeit von Fortpflanzung und Arbeit;
  • Migranten, am besten etwas mit Islam;
  • Extremismus – sofern rechts;
  • Geschlecht, Transsexuelle stehen hoch im Kurs, vermutlich weil es so viele von Ihnen gibt, Frauen werden auch immer wieder gerne als Forschungsobjekt genommen;

Die vier Kategorien reichen, um das Gros der Studien zu subsumieren. Daneben gibt es noch eine Kategorie “sonstiges”, die sich mit nicht transexuellen Menschen, die nicht weiblich und kein Migrant sind und nichts mit arbeitsverträglich balancierter Fortpflanzung zu tun haben, befasst.

Hier die Aufstellung im Einzelnen:

Arbeitsverträglich balancierte Fortpflanzung

Gegenstand und unsere Beschreibung Kosten
“Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Die Facetten der Vereinbarkeit sollen gefunden werden”: Wie kann man Männern das Kinderwickeln schmackhaft machen. 245.000 Euro
“Kosten-/Nutzenanalyse kommunaler Familienzeitpolitik”: Ist keine Kosten-Nutzen-Analyse sondern die Suche nach einem Hebel, um Kommunen Famlienzeitpolitik schmackhaft zu machen. 361.000 Euro
“Väterreport”: Wie kann man Männern das Kinderwickeln schmackhaft machen? 34.000 Euro
“Weichenstellung für die Aufgabenteilung in Familie und Beruf”: Wie kann man Männern das Kinderwickeln schmackhaft machen? Studie im Rahmen des Kompetenzbüros, d.h. BMFSFJ will nicht sagen, wie teuer die Studie ist.
“Betriebliche Gelingensbedingungen einer partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit”: Kann man Betriebe benutzen, um Männern das Kinderwickeln schmackhaft zu machen? 267.852 Euro
“Konvergenz der Arbeitszeiten von Müttern und Vätern”: Welche gesellschaftlichen Kosten hat es, wenn Männer jetzt auch nicht mehr zu 100% für ihre Arbeit zur Verfügung stehen? 48.923 Euro
Gesamtausgaben für die Suche nach Möglichkeiten, Kinderwickeln schmackhaft zu machen: Mindestens 956.775 Euro

Migranten, am besten etwas mit Islam

Gegenstand und unsere Beschreibung Kosten
“Erziehungsstile in Familien mit Zuwanderungsgeschichte – vor allem bei Familien mit “türkischen, arabischen und polnischen Wurzeln”: Gibt es die Möglichkeit, für Sozialarbeiter Arbeitsplätz bei der Kinderziehung fremder Menschen zu beschaffen 161.200 Euro
“Digitale Strategien zur besseren Integration von Müttern mit Migrationshintergrund”: Mütter und Migration wird immer gefördert, egal, ob die Fragestellung sinnvoll ist oder nicht. 23.086 Euro
Gesamtausgaben für die beiden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen: 184.286 Euro

Extremismus, so lange es etwas mit rechts oder Islam zu tun hat

Gegenstand und unsere Beschreibung Kosten
“Junge Menschen und gewaltorientierter Islamismus”: Wie kann man die vielen Sozialpädagogen beschäftigen? 569.560 Euro
“NoPegida – die gute Seite der Zivilgesellschaft”: Anti-Pack-Forschung, ABM für Linke 18.552 Euro
“Vertrauen in die Demokratie – Verbesserung der Dialogstrategie des BMFSFJ”: Suche nach neuen Möglichkeiten, Fördergelder zu verteilen. 153.510 Euro
“Toleranz fördern: Gutachten zur Einsetzung einer rechstfähigen Stiftung”: Überführung von besonders treuen Günstlingen aus dem Speckgürtel aus Zeitverträgen in eine feste Anstellung 10.710 Euro
Gesamtausgaben für die ABM in diesem Bereich: 752.272 Euro

Alles, was Geschlecht ist

Gegenstand und unsere Beschreibung Kosten
“Genderspezifische Auswertung der D21-Studie. Auffinden digitaler Gräben”: Versuch, neue Felder für ein Diskriminierungslamento und entsprechende Fördermaßnahmen zu finden. 8.000 Euro
“Frauen im Topmanagement”: Fortsetzung eines Projekts, das zur Finanzierung einer Frauenlobbygruppe dient 199.862 Euro
“Machbarkeitsstudie zur Einführung eines digitalen Frauenarchivs”: Da gibt es noch einen Spezl, der finanziert und gefördert werden will. 9.520 Euro
“Women on Board Index 100”: 30.250 Euro werden hier bezahlt, um einen Index zu errechnen, der auf einfacher Division basiert. Grundrechenarten sind in unter Genderisten offensichtlich ein seltenes Gut 30.250 Euro
“Mikroökonomische Analysen zur Gleichstellung”: Wie kann man Frauen unter den Beziehern geringer Einkommen besserstellen als Männer? 25.880 Euro
“Erwerbstätigkeit von Frauen in Minijobs”: Wie kann man Frauen unter den Beziehern geringer Einkommen besserstellen als Männer? 88.829 Euro
“Beruflicher Wiedereinstieg”: Wie kann man Mütter besserstellen als andere Frauen? 20.000 Euro
“Mittelbare Diskriminierung bei der Aufstiegs- und Weiterbildungsförderung”: Wie kann man Frauen bei innerbetrieblicher Weiterbildung und innerbetrieblichem Aufstieg besser stellen als Männer? 15.850 Euro
“Einflussfaktoren und Kosten von Ausbildungsabbruch und Berufswechsel”: Wie kann man Frauen bei Ausbildungsabbruch und Berufswechsel besserstellen als Männer, die ihre Ausbildung abbrechen oder ihren Beruf wechseln? 63.684 Euro
“Erklärung geschlechtsspezifischer Einkommensungleichheit”: Projekt zur Aufrechterhaltung der Lüge vom Gender Pay Gap. 111.123 Euro
“Geschlecht und Recht – Wo kommt “Geschlechtsidentität” im Recht vor?” Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die das Feld der Trans-Studies begründen soll 139.850 Euro
“Angebot zur Beratung und Unterstützung von Menschen mit Geschlechtsvarianz”: Versuch, das Feld der Trans-Studien zu begründen und als relevant zu behaupten. 18.380,50 Euro
“Rechtsgutachten: Regelungsbedarf für transsexuelle Menschen”: Versuch, die Trans-Studien rechtlich zu legitimieren. 70.057,84 Euro
“Überblicksstudie über die Begrifflichkeiten zu Trangeschlechtlichkeit und Intergeschlechtlichkeit”: Versorgung für Studenten von Lann Hornscheidt? 15.440 Euro
“Gleichstellung in der Bevölkerung – Befragung unter Berücksichtigung der Lebenslaufperspektive und Milieuforschung … zu Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit”: Versuch, den Unterschied zwischen Gleichstellung und Gerechtigkeit zu verwischen. 503.965 Euro
“Coming out – und dann?”: Begründung der Trans-Studies und der damit verbundenen Planstellen für entsprechend zertifizierte Sozialhelfer und -berater in Coming-Out und danach 335.000 Euro
Gesamtausgaben für alles, was Geschlecht ist: 1.655.691,34 Euro

Die Darstellungen in den Tabellen machen eindrücklich deutlich, dass das BMFSFJ nicht an Ergebnissen für irgendetwas interessiert ist, sondern daran, Günstlinge aus seinem Speckgürtel zu versorgen. Entsprechend wäre es angebracht, wenn sich das BMFSFJ in Anstalt zur Versorgung des akademischen Überschusses unter besonderer Berücksichtigung von Frauen und Transsexuellen umbenennt. Das wäre zumindest ehrlich.

Was von vermeintlichen Studien, die vom BMFSFJ finanziert werden, um die Günstlinge aus dem Speckgürtel zu versorgen, zu halten ist, haben wir an einer Reihe von Beispielen dargestellt. Besonders eindrücklich ist die Junk Science, die wir hier besprochen haben und für die, wie man nach den Zahlen in den Tabellen annehmen kann, vermutlich rund 200.000 Euro aus dem Fenster geworfen wurden.

BundesversorgungsanstaltEs soll an dieser Stelle zweierlei nicht verschwiegen werden: Es gibt tasächlich eine Studie, die vom BMFSFJ finanziert wird und die sich mit Alten, den Senioren im Titel des Ministeriums befasst. Natürlich mit Problemalten, solchen mit Demenz, die man enstprechend nicht mehr für Kinderbetreuung einsetzen kann (Kosten in Höhe von 297.700 Euro).

Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass das BMFSFJ ein Projekt finanziert, mit dem eine methodische Neuerung einführt wurde: eine “qualitative Onlinebefragung”, mit dem Ziel “Aussagen und Meinungen aus der breiten Bevölkerung zu generieren”.

Man sieht, das Ministerium finanziert jeden Unsinn und merkt es nicht einmal, dass Unsinn finanziert wurde. Entsprechend wäre es für alle besser, wenn man sich einmal im Monat im Innenhof des BMFSFJ treffen würde. Der derzeitige Laiendarsteller, der Minister mimen dar, wirft die sieben Millionen Steuergelder aus dem Fenster und im Innenhof balgen sich all die Günstlinge aus dem Speckgürtel um das Geld.

Das könnte man im Fernsehen übertragen. Es hätte hohe Einschaltquoten, wäre als Werbezeit begehrt und hätte einen entsprechenden Unterhaltungswert, kurz: Die Steuerzahler hätten etwas davon, dass ihr Steuergeld aus dem Fenster geworfen wird.

Es gibt natürlich eine Diskrepanz zwischen den in der Tabelle aus dem BMFSFJ angegebenen Ausgaben und den Gesamtausgaben von 7 Millionen Euro, die in der Pressemeldung aus dem Bundestag genannt sind. Es gibt eben eine Grenze der Transparenz. Am Ende kommt noch jemand auf die Idee, Ministerien seien mit Blick auf ihre Ausgaben den Steuerzahlern verantwortlich oder gar Rechenschaft schuldig.

Geschlechtssensibler Wein: Evviva della Pazzia

Der allseits bekannte Cyrus V. MIller hat uns vor ein Problem gestellt.

Ein curriculares Problem, eines, das mit Gender zu tun hat und mit Wein, mit Weinbau, mit Kellerwirtschaft (Önologie).

Eine Herausforderung!

Carraro tigre

Carraro Tigre 3200

Geschlechtersensibler Weinbau ist eine Herausforderung. Eine Herausforderung für den Verstand, für den gesunden Geist, für den Weinkenner und Weintrinker, und geschlechtersensibler Weinbau ist kein Witz, denn es gibt tatsächlich ein Gender Curriculum für Weinbau, das von askriptiven Gender Expertinnen erarbeitet wurde, um im Studiengang Weinbau, z.B. an der Universität Hohenheim eingesetzt zu werden.

Nun gehören der ScienceFiles Redaktion einige Pfälzer mit sehr intimer Verbindung zum Weinbau an. Nicht zuletzt kommt ein Mitglied der Redaktion aus einer Weinbaufamilie und hat seine halbe Kindheit und Jugend im Weinberg bzw. im Weinkeller verbracht. Deshalb ist der gendersensible Wein für uns eine Herausforderung.

“What the dickens could be meant by it?”, so haben wir uns gefragt. Was soll “geschlechterspezifische Arbeitsgestaltung” im Weinberg sein, wie “geschlechterspezifische Arbeitsorganisation” im Weinkeller aussehen? Was ist “die Rolle der Frau (welcher)” bei der Entstehung von Wein, was die geschlechtsspezifische Wirkung von Dauerbegrünung im Weinberg, wie lässt sich die Wirkung von Wein “geschlechtsspezifisch beschreiben”?

Das sind Fragen, quälende Fragen, Fragen, die nagen, in uns nagen, nagten, denn dann, bei einer Flasche Frascati, beim Genuss jenes laziosen Getränks, da haben wir es plötzlich gesehen, das Gendersensible am Weinbau. It hit us all at once, wie wir Waliser sagen, und dann, dann sprudelten die Erkenntnis über die “Rolle der Frau (also der Frau halt)” im Weinberg und die geschlechterspezifische Wirkung von Dauerbegrünung und Wein nur so aus uns heraus.

Denn: Der Frascati er hatte ein zutiests maskulines Bouquet…

Wir sahen alles lebhaft vor uns.

Den Weinberg am geschichtsträchtigen Hang des Latium, am Hang, an dem man sich noch den Nachhall der Schritte von Nero einbilden kann, da sahen wir den geschichtsträchtigen Weinberg, voller von der Sonne gereifter Malvasia del Lazio, klar und deutlich.

Und in dem Weinberg, dem geschichsträchtigen, dem Weinberg voller feuriger Malvasia del Lazio, in diesem Weinberg sahen wir einen Vollernter bei der Arbeit, gezogen von einem feurigen Schmalspurtraktor, Marke Carraro Tigre 3200, auf dem ein feuriger dunkelhaariger Italiener vom Typ “Martin Castrogiovanni” sitzt und singend fröhlich die Spur hält, die Schmalspur, des Schmalspurtraktors, des geschlechtersensibel gefahrenen Schmalspurtraktors.

Und nach einem weiteren Glas vergorenen Malvasia del Lazio, hat sich uns der Prozess der Weinherstellung als emanzipativer Kampf des in der Schale gefangenen köstlichen Traubensafts offenbart. Von roher MartinCastrogiovannimaskuliner Kelterkraft geschlechtersensibel befreit, fließt er seiner neuen Freiheit im Fass zu, um dort vor sich hin zu gären und das Beste aus sich zu machen.

Der Freiheitskampf des Traubensaftes, er ist ein Reifeprozess. Niemand kann für seine Freiheit kämpfen, die Entbeerung einer Kelter und die nachfolgende Dunkelhaft im Fass in Kauf nehmen, ohne an Geist zu reifen. So auch der Malvasia del Lazio, jenes Sinnbild der Italienischen Garibaldis, eines Freiheitskampfes, der den gereiften Frascati in Vollendung und in Glas abgefüllt sieht – geschlechtssensibel versteht sich – durch eine vollautomatisierte Abfüllanlage in geschlechtssensibel hergestellte und befüllte Flaschen, die von den Arbeitern, alle vom Typ “Martin Castrogiovanni” in Weinkisten verpackt und gestapelt werden, auf dass sie in die Welt geliefert werden können, um dort dieses maskuline Bouquet, jenen Geist des Freiheitskampfes italienischer Malvasia del Lazio Trauben zu verbreiten, Frascati Superiore und geschlechtersensibel, wie jeder sieht, der die Warnhinweise auf der Rückseite der Falsche, insbesondere die “Recommended Daily Allowance” pro Geschlecht zur Kenntnis nimmt.

Und all diese Einsicht in den italienischen Freiheitskampf, der das maskuline Bouquet von Frascati ausmacht, verdanken wir dem entsprechenden Gender Curricula, das uns erst dafür sensibilisiert hat, dass am Herstellungsprozess von Wein so gut wie keine Frauen beteiligt sind – was man vom Konsum ganz und gar nicht sagen kann.

Wir haben deshalb beschlossen, unsere neugewonnene Sensibilität für Fragen der Gender Curricula einzusetzen, um die entsprechenden Einsichten auch in den Bereichen von Chemie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft zu gewinnen.

Wie dankbar wir doch den Gender Curriculanern sind, dafür dass sie die Welt für all das sensibilisieren, was vor und nach dieser Sensibilisierung belanglos ist. Wir können unseren Dank nicht in Worte fassen. Statt dessen wollen wir uns bei all jenen Genderisten bedanken, die uns nun seit mehreren Jahren und kontinuierlich mit Einsichten in nie für möglich gehaltene Formen von Wahnsinn beglücken. Sie haben die psycho-pathologische Forschung befördert, das DSM aufgebläht und dafür gesorgt, dass die Neurologie in ihrer der Abnormalität gewidmeten Sparte floriert, geschlechtersensibel versteht sich.

Man kann es auch kurz machen und mit Dr. habil. Heike Diefenbach sagen: “Die haben alle ein Rad ab!”.

Gender CurriculaEs ist nicht mehr möglich, auf die neuesten Gendervorschläge anders als mit Humor zu reagieren. Wie sonst sollte man diesen Anschlag auf den Intellekt verkraften. Indes machen die Gender Curricula, die Anlass für diesen Post waren, deutlich, wie armselig Genderismus doch ist. Wer die verschiedenen Curricula liest, dem fällt schnell auf, wie das immer Selbe in feststehenden Ausdrücken und an in wissenschaftlicher Armseligkeit kaum zu unterbietender Art und Weise, noch in die letzte Bastion der Rationalität gezwängt werden soll. So wie deutlich wird, dass Genderisten nur die “Rolle der Frau”, von der wir immer noch nicht wissen, um wen genau es sich handelt, als Fachinhalt kennen.

Ihr Forschungsprogramm sieht vor, die “Rolle der Frau” in Chemie und Physik, in Biologie, Mathematik und Weinbau, in Politik- und Literaturwissenschaft zu beschwören. Die immergleiche Vorgehensweise besteht darin, alles “geschlechterspezifisch” zu betrachten, von der geschlechterspezifischen Trigonometrie, über die “Rolle der Frau” bei der Berechnung des Kreisumfangs, über die Rolle der Frau im Gartenbau und die geschlechtersensible Interpretation von Avogadros Konstanter bis zur geschlechtersensiblen Auflösung der Hangabtriebskraft, den Genderisten fällt immer nur das selbe jämmerliche Kriterium “Geschlecht” ein. Nun gibt es kaum etwas, was für wissenschaftliche Erkenntnis irrelevanter ist als “Geschlecht”, denn: Wissenschaftler denken mit dem Gehirn, siedeln ihren Erkenntnisprozess also – und offensichtlich im Gegensatz zu Genderisten – oberhalb der Taille an.

Insofern sind die Gender Curricula vor allem ein Beleg für die Armseligkeit der Genderforschung für das vollständige Fehlen all dessen, was Wissenschaft ausmacht, nämlich Erkenntnisgewinn im Hinblick auf ein Erkenntnisziel durch methodisch begründetes Vorgehen.

Verantwortlich für diesen neuerlichen Versuch, Wissenschaft ad absurdum zu führen, ja lächerlich zu machen, sind Beate Kortendiek und das Genderista-Netzwerk in Nordrhein-Westfalen. Kortendiek ist den Lesern von ScienceFiles bereits aus verschiedenen Zusammenhängen als Feind der Wissenschaft bekannt.

Wissenschaftler wehren sich gegen politische Einflussnahme und Zerstörung der Wissenschaft

Eines der Gründungsmotive von ScienceFiles ist der Missbrauch von Wissenschaft durch Personen, die mit Wissenschaft nichts am Hut haben. Sie sind politische Aktivisten, die Wissenschaft für ihre politischen Zwecke missbrauchen wollen.

Wenn eine Entwicklung die letzten 20 Jahre Wissenschaftsgeschichte prägt, dann ist es dieser ideologische Zugriff auf alle Bereiche der Wissenschaft.

Romer EconomicsPolitische Aktivisten versuchen ihre Ideologie als Gewissheit zu verkaufen und missbrauchen Wissenschaft um ihre Ideologie zu legitimieren. Sie nutzen den wissenschaftlichen Begriff der Expertise, um ihre Ideologie an den Leser zu bringen, betreiben Auftragsforschung mit vorgegebenem Ausgang, infiltrieren Hochschulen, um ihren Krieg gegen Wissenschaft vor Ort zu betreiben und immer bedienen sie sich einer wissenschaftlichen Mimikry zum Zweck der Täuschung.

Und so wie es uns gereicht hat, dass heutzutage jeder, der seinen Hintern irgendwie auf einen Drehstuhl in einem Gebäude gepresst hat, das zu einer Hochschule oder Universität gehört und an dessen Tür Professor für XY steht, der Ansicht ist, er sei Wissenschaftler, so reicht es immer mehr Wissenschaftlern.

Ulrich Kutschera, der dem Genderismus, dem kreationistischen Geschwür, das sich an Hochschulen ausbreitet, den Kampf angesagt hat, ist einer, Paul Romer ein anderer, dem es reicht.

Paul Romer ist nicht irgendwer. Es war 1990 als Paul Romer die ökonomische Wachstumsforschung auf neue Füsse gestellt hat, mit seinem endogenen Wachstumsmodell, das Innovationen, Wissen und Humankapital als wichtigste Triebkräften des wirtschaftlichen Wachstums identifiziert hat. Romers Karriere umfasst Stationen an den Universitäten von Chicago, Berkeley und Stanford. Heute ist er Professor an der Stern School of Business der New York University.

Und Romer reicht es.

junk scienceEr hat genug von Scharlatanen, die Wissenschaft missbrauchen, um ihre ideologischen Botschaften an den Mann zu bringen, von denen, die das wissenschaftliche Handwerkszeug nicht mehr beherrschen und entsprechend auf Effekthascherei aus sind.

Die Effekthascherei nennt er Mathiness. Sie besteht darin, dass man mit mathematischen Symbolen und Formeln Betrachter ins Boxhorn zu jagen versucht, um ihnen dann Erkenntnisse als Ergebnis der Umformung von Formeln zu verkaufen, die es nie gegeben hat. Denn: Die Effekthascherei in Formeln ist nicht die Basis zum sprachlichen Überbau, der benutzt wird, um Großes zu verkünden.

Großes, wie es derzeit in Arbeiten von Ellen R. McGrattan, Edward C. Prescott, Thomas Piketty, Gabriel Zucmann oder Robert Lucas und Benjamin Moll verkündet werden soll.

Alles keine Wissenschaft, lautet das begründet Urteil von Paul Romer, denn der sprachliche Überbau wird durch das, was angeblich mit einem elaborierten mathematischen Apparat berechnet wurde, nicht gestützt, zwischen beidem herrscht keine Verbindung.

Das Problem, dem sich Romer widmet, ist ein Problem, das sich in allen Wissenschaften stellt, in denen ein Symbolsystem oder eine Operationalisierung genutzt werden soll, um Aussagen zu prüfen, zu testen und gegebenenfalls zu falsifizieren.

Wenn man Aussagen über Rassismus machen will, darüber, ob Linke oder Rechte mehr zu Rassismus neigen, dann muss man sowohl Rassismus als auch politische Ideologie (links – rechts) operationalisieren, denn beides kann man in der Welt nicht beobachten. Rassismus ist ein latentes Konstrukt, etwas, das man nicht kiloweise im Supermarkt kaufen kann. Dasselbe gilt für politische ideologie. Also muss man sich überlegen, wie man Rassismus messen kann. Das klingt trivial, ist es aber nicht wie jeder weiß, der es schon einmal versucht hat.

Denn: man kann nicht einfach fragen: Sind Sie rassistisch, wenn ja, auf einer Skala von 1 bis 10, wie sehr? (Man kann es eigentlich nicht. Die EU-Kommission macht es dennoch, wie Dr. habil. Heike Diefenbach vor einigen Jahren feststellen musste). Die Konvention will es, dass Rassismus über eine Reihe von Aussagen gemessen wird, z.B.:

  • Welche Aussage trifft zu: Schwarze sind intelligenter, nicht so intelligent oder ungefähr so intelligent wie Weiße.
  • Wie stark würden Sie sich wiedersetzen, wenn ein Schwarzer/Weißer mit einem Familienmitglied befreundet ist?
  • In den letzten Jahrzehnten hat die Regierung Weiße/Schwarze mit mehr Zuwendungen versehen, als ihnen zusteht.
  • Schwarze/Weiße sind zu fordernd, wenn es darum geht, gleiche Rechte für alle durchzusetzen.

Offensichtlich ist die Qualität dessen, was später über Rassismus gesagt wird, die Qualität der Zusammenhänge, die für Rassismus aufgezeigt werden, von der Qualität der Messung, der Qualität der Operationalisierung von Rassismus abhängig. Offensichtlich ist die Messung, die Operationalisierung umso besser, je präziser die Umsetzung des abstrakten “Rassismus” in konkret messbare Aussagen gelingt.

Und es ist die Präzision dieser Umsetzung, die Verbindung zwischen theoretischem Konstrukt und seiner Messung, die nach Ansicht von Paul Romer im Argen liegt.

Politischen Zwecken ist mehr durch vage und mehrdeutige Konzepte gedient. Mit ihnen lässt sich mehr Unfrieden stiften und Ungleichheit herbeireden als mit konkreten, präzisen und somit prüfbaren Konzepten. Deshalb benutzen die Scharlatane in der Wissenschaft schwammige und vage Konzepte. Deshalb zeigen sie keinerlei Anstalten mehr, die Verbindung zwischen ihren vollmundigen Aussagen und dem, was sie empirische gemessen oder in mathematischen Modelle gezaubert haben, herzustellen:

“Academic politics, like any other type of politics, is better served by words that are evocative and ambiguous, but if an argument is transparently political, economists interested in science will simply ignore it. The style that I am calling mathiness lets academic politics masquerade as science. Like mathematical theory, mathiness uses a mixture of words and symbols, but instead of making tight links, it leaves ample room for slippage between statements in natural versus formal language and between statements with theoretical as opposed to empirical content.”

Die Vorspiegelung falscher wissenschaftlicher Tatsachen, um Eindruck zu machen und die eigene politische Agenda durchzusetzen, sie macht Wissenschaft zu einem Market for Lemons – eine Entwicklung, die man in den deutschen Sozialwissenschaften bereits in voller Blüte beobachten kann.

Leser sogenannter Studien, die nicht mehr die rudimentärsten Standards an eine wissenschaftliche Methodologie erfüllen, nehmen die entsprechenden Studien nicht mehr ernst, als Folge wird die Erwartung, in einem sozialwissenschaftlichen Text wissenschaftliche Standards erfüllt zu sehen, gar nicht erst an die entsprechenden Texte herangetragen, die Texte werden belächelt und als Reaktion darauf ziehen sich diejenigen, die die Standards noch beherrschen, aber sich immer öfter mit den sozialwissenschaftlichen Lemons in einem gemeinsamen Korb geworfen sehen, aus den Sozialwissenschaften zurück. Die Sozialwissenschaften verkommen entsprechend zu Schwätzclubs, in denen man sich die letzten Anekdoten vom Kaffeekränzchen erzählt, das man, zwecks Effekthascherei als “Experteninterview” bezeichnet.

Paul Romer sieht eine analoge Entwicklung für die Ökonomie, eine Entwicklung an der die oben Genannten ihren Anteil und ihre Verantwortung tragen und deren Ursache darin zu suchen ist, dass politische Ideologien immer offener Einzug in die Wissenschaften halten, sich der Wissenschaften bemächtigen, um ihre ideologischen Behauptungen als Gewissheit verkaufen zu können. Dass sie dabei den Wirt fressen, von dem sie sich ernähren, trägt natürlich den Samen ihres eigenen Scheiterns in sich, ist für diejenigen, die Wissenschaft für zu wichtig halten, als dass sie politischen Aktivisten zum Frass überlassen werden könnte, jedoch kein Trost.

Gut, dass es nun schon zwei institutionalisierte Wissenschaftler gibt, die den Mut haben, wie ScienceFiles gegen die feindliche Übernahme der Wissenschaften Stellung zu beziehen.

Nur: Es bräuchte viel mehr Paul Romers und Ulrich Kutscheras.

Romer, Paul (2015). Mathiness in the Theory of Economic Growth. American Economic Review: Papers & Proceedings 105(5): 89-93.

Tipping Point: Mediale Gender-Berieselung nervt immer mehr

… zu diesem Schluss kommen wir angesichts der Vielzahl der Hinweise, die uns erreichen, Hinweise auf mediale Berichterstattung, die ihren Lesern einhämmern will, dass Frauen benachteiligt sind, dass Frauen an Hochschulen benachteiligt sind, dass Frauen in Führungspositionen benachteiligt sind, dass Frauen Opfer sind, dass Frauen immer Opfer sind und deshalb die Hilfe der Genderindustrie benötigen, dass Frauen, die Genderindustrie benötigen, um ein Einkommen zu haben …. Nein, das nicht. Und dass immer mehr Frauen die Nase voll haben, von dieser Genderindustrie erst entmündigt und dann bevormundet zu werden, …. Nein, das auch nicht.

Die Zahl derer, die von der Gender-Indoktrination die Nase voll haben, sie steigt ebenso, wie die Zahl derer, die nur noch genervt reagieren, wenn sie etwas von Gender hören, wie zum Beispiel der folgende, freundlich grüßende Leser aus Mutterstadt:

“Hallo,

das muss bitte dringend auf ihrer Seite kommentiert werden!

Danke!”

enough“Das”, ist ein Beitrag auf Sol.de, dem Portal für Saarbrücken und den Rest vom Saarland (ist nicht mehr viel), der wie folgt überschrieben ist:

Studie: Frauen in Führungspositionen machen privat mehr Abstriche”

Als wer? Als früher? Als Vollerwerbstätige?

Und weiter geht es:

“Frauen in Führungspositionen machen für ihre Karriere einer Studie zufolge privat mehr Abstriche als Männer. Sie sind seltener verheiratet und haben seltener Kinder als Männer in vergleichbaren Positionen, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Dienstag in Berlin mitteilte. 68 Prozent leben – mit oder ohne Trauschein – mit ihrem Partner zusammen; bei den Männern sind es 77 Prozent. 29 Prozent der Frauen haben Kinder bis 16 Jahre, bei den Männern sind es 37 Prozent.”

Die Abstriche, für alle diejenigen, denen es entgangen ist, bestehen darin, dass 9% weniger Frauen, die das DIW in Berlin in Führungspositionen kodiert hat (dazu gleich mehr) als Männer nicht mit einem Partner zusammenleben und 8% weniger der entsprechenden Frauen Kinder unter 16 Jahren im Haushalt leben haben als Männer.

Alle, die das lesen und Single sind, die keine Kinder unter 16 Jahre im Haushalt leben haben, vielleicht, weil die entsprechenden Kinder schon erwachsen sind oder über 16 Jahre alt sind, aber immer noch im Haushalt leben, aufgemerkt: Sie machen Abstriche, ob Sie das wissen, wollen oder nicht.

Wenn es darum geht, Genderideologie in die Köpfe der Leser zu hämmern, ist keine Aussage borniert genug. Wenn es darum geht, Genderideologie in die Köpfe der Leser zu hämmern, dann wird regelmäßig deutlich, wie beschränkt die heile Welt der Genderisten tatsächlich ist, denn: zum Glück gehören Kinder unter 16 Jahren, die im Haushalt leben und ein fester Parter. Früher nannte man das Spießer.

Fuehrungskraefte MonitorUnd wie so oft in letzter Zeit, wenn Gender-Ideologie in die Köpfe der Bevölkerung gehämmert werden soll, kommt das, was angeblich ein wissenschaftliches Ergebnis ist, vom DIW in Berlin, von jenem DIW, das immer noch von sich behauptet, es betreibe wissenschaftliche Forschung, auch wenn es offensichtlich beim DIW in Berlin die Agenda gibt, zum Musterknaben, nein, zum Mustermädchen der Bundesregierung und der Genderideologie zu werden.

Die vermeintlichen Abstriche, die Sol.de berichtet, was wiederum einen unserer Leser so sehr genervt hat, dass er uns eine Dringlichkeits-eMail geschrieben hat, sie finden sich im allerletzten Satz einer Pressemeldung des DIW, die viele Sätze davor hat, Sätze, in denen noch der ein oder andere furchtbare Nachteil von “Frauen in Führungspositionen” bejammert wird.

Verantwortlich  für die neuerliche Jammer-Orgie, die vom DIW als Führungskräfte-Monitor 2015 verkauft wird, sind Elke Holst, Anne Busch-Heizmann und Anna Wieber.

Sie haben sich am Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) versucht (oder hatten einen männlichen Helfer, der rechnen kann, denn wie wir aus dem nämlichen DIW regelmäßig zu hören bekommen, sie es ja sehr duster aus im Bezug auf Rechnen, Mathematik, Statistik, Technik, kurz: MINT unter Frauen!), um ihre Jammer- oder jämmerlichen Erkenntnisse zu fabrizieren. Das SOEP ist einer der wenigen longitudinalen Datensätze, die es in Deutschland gibt: In regelmäßigen Abständen werden immer dieselben Befragten interviewt. So die Theorie.

In der Praxis gibt es die sogenannte Panelmortalität, ein Ergebnis des tatsächlichen Sterbens von Befragten und ein Ergebnis schleichender Lustlosigkeit, die sich einstellt, wenn man jedes Jahr denselben langweiligen Fragebogen ausfüllen soll. Obwohl das SOEP ein longitudinaler Datensatz ist, wird meist im Querschnitt gerechnet, d.h. für ein einziges Jahr. So auch im vorliegenden Fall: Das ist einfacher. Dafür braucht man weniger Kenntnisse in Statistik und Methoden, im Umgang mit Daten.

Beliebt ist das SOEP, weil man Sätze schreiben kann wie: “Insgesamt standen im letzten Erhebungsjahr 2013 Informationen zu mehr al 24.000 Befragten zur Verfügung” (15). Das klingt gut, klingt nach viel, nach sehr viel in Standards quantitativer empirischer Sozialforschung gemessen. Nur: Die SOEP-Befragten im Datensatz haben die Angewohnheit, immer dann, wenn eine spezifische Gruppe gesucht wird, wegzuschmelzen wie das Eis in der Sonne.

Entsprechend bleiben Holst, Busch-Heizmann und Wieber auf letztlich 1.550 Personen sitzen, darunter 445 “weibliche Angestellte, von denen aber nur 28 mit umfassenden Führungsaufgaben betraut sind” (16). Und weil man mit 28 Befragten nicht sinnvoll arbeiten kann, haben die Autorinnen die 28 Frauen in “Funktionen mit umfassenden Führungsaufgaben” kurzerhand mit den 417 Frauen, die “sonstige Leitungsfunktionen oder hochqualifizierte Tätigkeiten (Abteilungsleiter, wissenschaftlicher Angestellter, Ingenieur) ausüben”, zusammengeworfen.

Und so wird man dann als Mittelbauler an der Hochschule, der in anderen Zusammenhängen wegen seines Zeitvertrags und seiner Sklavenarbeit ähnlichen Ausnutzung beklagt wird, urplötzlich zur Führungskraft und alles, damit das DIW einen Führungskräfte-Monitor vertreiben kann, in der neuen Reihe “Politikberatung kompakt”.

Nur: Der Führungskräfte-Monitor ist kein Führungskräfte-Monitor. Er ist eine Mogelpackung, die man als Wissenschaftler, der sich mit Methoden auskennt und seine Arbeit mit lauteren Mitteln verfolgt, links liegen lassen muss: Links, da wo er hingehört, denn der Führungskräfte-Monitor ist nicht zufällig Bestandteil der Reihe “Politikberatung kompakt”, und es ist kein Zufall, dass die Reihe “Politikberatung kompakt” besser politisch-korrekter Etikettenschwindel heißen würde. Denn: so wenig, wie auf Grundlage des Führungskräfte-Monitor Aussagen über Führungskräfte möglich sind, so wenig ist die Politikberatung des DIW eine Politikberatung. Die Beratung ist vielmehr eine Legitimierung, eine Politiklegitimierung.

DIW POlitikberatungUnd Legitimierung findet regelmäßig dadurch statt, dass angeblich herrschende Zustände bejammert werden, so wie das im seinerseits bejammernswerten Führungskräfte-Monitor der Fall ist, dessen Autoren durch die Republik ziehen und in Medien aller Art den falschen Eindruck erwecken, sie könnten Aussagen über Führungskräfte machen, hätten Führungskräfte in relevanter Anzahl befragt, wenn sie mit Sicherheit weniger als 100 Geschäftsführer und Direktoren unter den 1.550 Personen, die sie als Führungskräfte verkaufen wollen, haben.

Das nennt man auch Vorspiegelung falscher Tatsachen, schon deshalb, weil durch die Verwendung des Begriffs “Führungskräfte” bei denen, die ihn hören, ganz bestimmte Assoziationen erweckt werden, eben die Assoziation von Geschäftsführer, von Top-Manager, jedenfalls nicht die Assoziation von Abteilungsleiter im Finanzamt oder von wissenschaftlichem Angestellten. Dass diese Assoziation bei denen, die Führungskraft hören, erweckt wird, ist Absicht und unlauter, es ist das, was man beim DIW nun Politikberatung nennt, worunter offensichtlich Methoden verstanden werden, die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen, zu manipulieren und letzten Endes zu betrügen.

Und einmal ehrlich: Nie war es einfacher als heute, derartige Manipulationen als angebliche wissenschaftliche Studie verpackt, unters Volk zu bringen: Die meisten Journalisten verfügen nicht einmal über rudimentäre Kenntnisse wissenschaftlicher Methoden und drucken gierig, was ihnen als wissenschaftlich verkauft wird, so lange es der politischen Korrektheit entspricht jedenfalls.

Die Größe, die in dem ganzen Manipulations- und Betrugsszenario keiner der Möchtegern-Manipulatoren auf der Rechnung hat, das sind die Leser, diejenigen, die manipuliert werden sollen, die vermeintlich Dummen da draußen, denen man nach Ansicht derer, die es versuchen, ein X für ein U vormachen kann.

Schlechte Nachrichten für Manipulateure:

Vielen Lesern reicht es. Sie können das Wort “Gender” mittlerweile nicht mehr hören und sind zu intelligent, als dass sie sich von angeblichen Wissenschaftlern, die nicht weiter kommen als Längsschnittsdaten im Querschnitt zu betrachten und Prozentwerte auszuzählen, von denen niemand weiß, warum sie ausgezählt werden, hinters Licht führen lassen.

Es wird Zeit, dass Institute wie das DIW dafür sorgen, dass an den Studien, die das Institut produziert, mindestens ein Angestellter des Instituts beteiligt ist (so es ihn noch gibt), dem es um Wissenschaft und nicht um Ideologie und Manipulation geht. Die Glaubwürdigkeit des DIW steht auf dem Spiel – sofern sie nicht längst durch Personen wie Elke Holst, Anne Busch-Heizmann oder Anna Wieber verspielt worden ist.

Kultureller Niedergang: Warum (nicht nur) Familien verfallen

Michael Gassmann hat ein Problem: Er sieht im Fernsehen nur noch Kochsendungen. Die medialen Versuche, die Komplexität der Nahrungsmittel und der Methoden ihrer Zubereitung zu reduzieren, hat bei Gassmann, Korrespondent für Handel und Konsumgüter bei der Welt, eine kognitive Dissonanz ausgelöst, denn: “Nur jeder zweite Grundschüler isst mittags zu Hause“.

Sie sehen den Zusammenhang?

Wir auch nicht.

Gassmann WeltUngeachtet dessen ist zu beklagen, dass noch vor zehn Jahren 80 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen regelmäßig mittags zu Hause gegessen haben. Heute sind es nur noch rund 50%, weiß Gassmann. Beklagenswert. Aber das hatten wir schon.

Warum beklagenswert?

GfK-Experte für was auch immer, vielleicht für die Essgewohnheiten der Sechs bis Neunjährigen, aber genaues erfährt man nicht, jener GfK-Experte also, Robert Kecskes, weiß: “Damit fehlt immer mehr Familien ein wichtiger Treffpunkt, um sich über familiäre Ereignisse zu unterhalten und von Erlebnissen zu erzählen”.

Mit vollem Mund?

Beim Mittagessen?

Wer hat diesen Experten erzogen.

Doch zurück zum beklagenswerten Inhalt des Beitrags des Korrespondenten der Welt. Damit wir es nicht vergessen, wird es uns eingehämmert: Psychologen sorgen sich: “Die Familien (welche genau bleibt unerwähnt) erleben das gemeinsame Essen als Treffpunkt für die ganze Familie in angenehmer Atmosphäre”. Das weiß Bernd Brixius, auch einer jener Experten für atmosphärische Familienessen.

Struwwelpeter

Geschichten vom familiären Idyll unter besonderer Berücksichtigung des Mittagessens in angenehmer Atmosphäre

Brixius wie die zuvor bemühten namenlos gebliebenen Psychologen sind offensichtlich in Haushalten und an Esstischen großgeworden, an denen schlechte Noten nicht das familiäre Idyll gestört haben, es am Essen nichts auszusetzen gab und auch ansonsten nichts Störendes die “angenehme Atmosphäre”, die Familien und Familienessen inhärent ist, wenn es nach Herrn Gassmann geht, beinträchtigt hat.

Ist es nicht beklagenswert. Dass es dieses Mittagsessensidyll nicht mehr gibt oder nur noch selten oder nicht häufig genug für Herrn Gassmann, denn und zum dritten Mal und dieses Mal darf es Christine Brombach sagen: “Ernährung ist mehr als die Vesorgung des Körpers mit Nährstoffen”. Eine erstaunliche Erkenntnis, die all jene Nahrungsexperten, die denken, Nahrungsaufnahme diene dem Unterhalt des Körpers, in Erklärungsnot bringt.

Doch zurück zur angenehmen Atmosphäre des Mittagessens bei Familien: “Am Familientisch”, so zitiert Gassmann abermals Brombach, am “Familientisch werden Vorstellungen von Essen und Trinken vermittelt, lernen die Kinder von den Eltern, was als ‘richtig’ und ‘falsch’ oder ‘ungesund’ gilt und was nicht”.

So ist das.

Jetzt wissen Sie, warum sie zunehmen. Sie essen in der Kantine, unter dem schlechten Einfluss von Peers. Denn Peers sind ganz schlecht, wie Gassmann weiß, nicht wie die Familie. Die Familie und ihr Mittagstisch, die sind ganz gut und wissen, was richtiges und gesundes und richtig gesundes Essen ist. Deshalb gibt es kein Adipositas in Familien und keine Fehlernährung. Deshalb sind Familienmitglieder immer topfit und voller Mineralien und Spurenelemente.

Sie ist eben ein Idyll, die Familie, ein Ernährungsidyll.

Vor allem das Mittagessen in der Familie ist ein Idyll, eines, das gerade kaputt gemacht wird, wie Gassmann weiß, weil nämlich nur “jeder zweite Grundschüler … mittags zu Hause” isst. Diese Schreckensmeldung ist für Gassmann der Anlass, das Ende der Familien-Gesprächskultur, wie er sie wohl kennt, zu verkünden. Die Schreckensmeldung basiert auf einer Pressemeldung der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg (GfK), die mit “Mittags bliebt die Küche kalt” überschrieben ist und die folgende denkwürde Passage enthält, die Gassmann wohl überlesen hat:

“Vor allem die Klein- und Grundschulkinder essen deutlich seltener zu Hause
als vor zehn Jahren. Bei Kindern im Alter zwischen drei und fünf Jahren sind es 41 Prozent weniger, bei den 6- bis 9-Jährigen immer noch 33 Prozent. Dies ist mit dem Ausbau der Ganztagesbetreuung in den Kindergärten sowie den Horten und offenen Ganztagesschulen zu erklären.”

Was nun Herr Gassmann?

Haben Sie auch den Mut, den prognostizierten kulturellen Niedergang aufzuhalten und sich im Sitzstreik vor die Zerstörer der Familienkultur vor Kindergärten, Horte und Ganztagsschulen zu setzen?

Sind Sie das nicht der Esskultur, der Rettung der angenehmen Atmosphäre des familiären Essens und dem gesittenten Sprechen mit vollem Mund im Kreise seiner Lieben schuldig?

Die Welt war auch schon einmal besser.

Die Versuche, hinter angeblichen wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie denen von Psychologen versteckt, die eigenen Vorlieben als objektive Daten zu verkaufen, sind nicht mehr tolerabel. Die journalistische Angewohnheit, Hinz und Kunz als Experten für dies und das zu verkaufen, ist ermüdend.

Politik 2.0: Manipulation, Fälschung, Täuschung – you name it

Wolfgang Benz, emeritierter Professor der Fakultät für Geisteswissenschaften der TU-Berlin und in seiner aktiven Universitätszeit mit der Erforschung von Drittem Reich, Antisemitismus und Rechtsextremismus beschäftigt, hat etwas getan, was wir kaum für möglich gehalten haben: Er hat den Mund aufgemacht:

“Das Schwierige an Auftragsstudien ist, dass die Politik gern eindeutige Ergebnisse hat, was die Wissenschaft oft nicht liefern kann”, so zitiert ihn die Süddeutsche Zeitung.

Benz Geschichte des dritten ReichesAnlass für die (späte) Einsicht des emeritierten Professors ist: Die Antidiskriminierungsstelle hat sich seiner Auftragsarbeit bemächtigt, schließlich bestimmt, wer bezahlt, und die Ergebnisse so frisiert, dass sie besser zu den Forderungen nach dem “Aufbau einer Bildungsakademie für Sinti und Roma, eine verstärkte Beteiligung der Selbstorganisationen der Sinti und Roma mittels Staatsverträgen und der Mitarbeit in den Gremien und Rundfunkräten sowie einen verbesserten Schutz vor Benachteiligung durch Börden und Polizei [die nächste Quote in Vorbereitung]” passen.

Unter Soziologen ist es seit Max Weber bekannt, dass der Moloch Verwaltung nur ein Ziel hat, sich als Selbstbefruchter zu multiplizieren und immer mehr Steuermittel zu fressen, um sein fettes Dasein zu fristen. Seit DiMaggio und Powell ist klar, dass die Legitimation von Verwaltungen nicht mehr über Effizienz und Effektivität der getroffenen Maßnahmen, sondern über Menge und Inhalt der getroffenen Maßnahmen erfolgt. Entsprechend werden an die Spitze von Behörden mehr oder weniger skrupellose Schwätzer berufen, deren einzige Aufgabe darin besteht, immer neuere Möglichkeiten zu erfinden, um die Tätigkeiten der Behörde und ihren Mittelbedarf auszuweiten.

Deshalb finanzieren Ministerien und Behörden ihre eigenen Studien, die Auftragsstudien, von denen Wolfgang Benz spricht. Das Ziel von Auftragsstudien ist es, die Arbeit der Ministerien und Behörden zu legitimieren, also zu feiern und den Bedarf nach mehr ministerieller und behördlicher Regelung von z.B. der Menge Toilettenpapier, die eine nachhaltige Darmentleerung erfordert, festzulegen.

Sind die Auftragsstudien nicht in der gewünschten Weise instrumentell, dann wird von Ministerien und Behörden nachgeholfen. Dass Mitarbeiter des Statistischen Bundesamt oder anderer nachgeordneter und öffentlich finanzierter Institute keine Ergebnisse veröffentlichen dürfen, die der Auftrag gebenden Behörde nicht gefallen, ist mittlerweile hinreichend bekannt, dass die Ergebnisse wissenschaftlicher Auftragsstudien eben einmal verfälscht und auch in ihr Gegenteil verfälscht werden, wenn es dem Auftraggeber in den Kram passt, ist nicht wirklich überraschend.

Überraschend ist jedoch, wie einfach es ist, die vermeintlich kritische Journalie vor den Karren der Behörden zu spannen. Die Willfährigkeit der Journalisten ist umso bemerkenswerter als es in der Regel nur der Lektüre der Zusammenfassung der Ergebnisse der entsprechenden Auftragsstudien bedarf, um zu erkennen, dass man von der Pressemitteilung des Ministeriums X oder der Behörde Y gerade verkohlt wird [Wir haben dies schon einmal am Beispiel des Missbrauchs von sexuellen Missbrauch gezeigt.] .

Die Neuigkeit besteht entsprechend nicht darin, dass Ministerien und Behörden Studienergebnisse, die ihnen nicht passen, “anpassen”, d.h. manipulieren, entstellen und fälschen, die Neuigkeit besteht darin, dass ein Wissenschaftler, dessen Ergebnisse manipuliert, entstellt und verfälscht werden, den Mund aufmacht.

Insofern gebührt Wolfgang Benz unsere Hochachtung.

Keine Hochachtung gebührt all denjenigen Journalisten, die sich als Sprachrohr von Ministerien und Bürokratien definieren und nichts anderes tun, als Pressemeldungen aus Ministerien und Behörden zu übernehmen und ungeprüft an ihre Leser durchzureichen, etwa so:

Wenn es darum geht, ein Zerrbild aufzubauen, über das man sich aufregen und mit dem man Kasse machen kann, stehen die Medien der Antidiskriminierungsstelle und Quoten-Frontfrau Christine Lüders in nichts nach:

Benz Legenden Luegen Vorurteile“‘Gleichgültigkeit, Unwissenheit und Ablehnung bilden zusammen eine fatale Mischung, die Diskriminierungen gegenüber Sinti und Roma den Boden bereiten’, sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders. … Sinti und Roma würden von einem beträchtlichen Teil der deutschen Mehrheitsbevölkerung nicht als gleichberechtigte … Mitbürger wahrgenommen. Lüders nannte die Befunde ‘dramatisch’ und sprach von einem erheblichen Handlungsbedarf von Politik und Gesellschaft.”

Und nun zu dem, was in der Auftragsstudie tatsächlich herausgekommen ist. Wie gesagt, es reicht regelmäßig die Zusammenfassung von Studien zu lesen, um festzustellen, dass das, was z.B. Anti-Diskriminierungs-Lüders sagt, nicht stimmt. Das sollte Journalisten doch zumutbar sein – oder? (Wir setzen voraus, dass es sich bei Journalisten um eine Auswahl aus der Bevölkerung handelt, die über ein Normalmaß an Intelligenz verfügt. Dass uns ein Journalist des ZDF auf den Beitrag in der Süddeutschen Zeitung hingewiesen hat, macht uns dahingehend Mut).

Beginnen wir mit der Behauptung von Anti-Diskriminierungs-Lüders, dass ein beträchtlicher Teil der deutschen Mehrheitsbevölkerung Sinti und Roma als nicht gleichberechtigte Mitbürger wahrnimmt:

Auf Seite 12 der Auftragsstudie steht zu lesen: “Auch wenn der Anteil der Personen mit einer dezidiert negativen Einstellung gegenüber Sinti und Roma mit 7 bis 8 Prozent gering ausfällt, sei auf die Ergebnisse dieser Gruppierung nochmals eingegangen…

Scheinbar machen 7% bis 8% der 2001 von Forsa telefonisch Befragten für Anti-Diskriminierungs-Lüders “einen beträchtlichen Teil der deutschen Mehrheitsbevölkerung” aus.

Zum Stellenwert der intensiven Ablehnung und der Vorurteile gegenüber Sinti und Roma weiß die Auftragsstudie im Gegensatz zu Anti-Diskrininierungs-Lüders folgendes zu sagen:

“Die Untersuchungsergebnisse gestatten es nicht, von einem festen und umfassenden Vorurteilsbestand zu Sinti und Roma unter der Mehrheit der Befragten zu sprechen. Nur wenige Muster sind in der Bevölkerung durchgehend präsent. Somit zeichnet sich auch keine tiefere Vorurteilsstruktur ab, da die Gleichgültigkeit, die dem Thema und der Minderheit entgegengebracht wird, keine weitere Auseinandersetzung notwendig erscheinen lässt. Aktiviert werden die existierenden Vorurteilsmuster in Momenten des realen oder vorgestellten Kontaktes mit dem Thema. Sie verstärken mitunter ein situationsbedingtes Unbehagen durch stereotype Vorstellungen, die seitens der Interviewten mehrheitlich nicht hinterfragt werden, die aber inhaltlich nicht weiter aufgeladen sind. Die Studie legt nahe, dass es sich im Fall der Ablehnung vorrangig um eine Missbilligung sozial unerwünschter Verhaltensmuster handelt” (13) [Hervorhebungen durch uns].

Kurz: Die Mehrzahl der Interviewten interessiert sich nicht für Sinti und Roma, hat keinen Kontakt mit Sinti und Roma und – bevor der Typ vom Meinungsforschungsinstitut Forsa angerufen hat oder (in zwanzig Fällen) die Forscher ein qualitatives Interview mit ihnen durchgeführt haben – nicht über Sinti und Roma nachgedacht. Beide waren der Mehrzahl der Interviewten egal. Werden Interviewte gezwungen, sich mit Sinti und Roma zu befassen, dann reproduzieren  manche von ihnen zum Teil Stereotype, ohne weiter darüber nachzudenken. Die Stereotype basieren bei wieder manchen unter den zuletzt genannten “manchen” auf Unbehagen, das man dadurch verstärken kann, dass man die entsprechenden Interviewten weiterhin zwingt, sich mit Sinti und Roma zu befassen.

Wenn diese Auftragsstudie ein Ergebnis hat, dann das Ergebnis, dass es besser ist, Menschen nicht mit Themen, mit denen sie nicht penetriert werden wollen, zu penetrieren. Das wiederum ist ein Ergebnis, das Anti-Diskriminierungs-Lüders nicht versteht oder nicht mag oder beides. In jedem Fall ist es kein Ergebnis, auf dem man die Forderungen nach von Steuerzahlern finanzierten Maßnahmen, die die Antidiskriminierungsstelle ausführt oder anderen zuschustert, rechtfertigen kann, und deshalb ist es ein Ergebnis, von dem man in der Pressemitteilung nichts gelesen hat.

Statt dessen will Lüders die Deutschen nunmehr mit der Nase auf Sinti und Roma stoßen und so lange damit penetrieren, bis keiner mehr neben Sinti und Roma leben will und nicht nur 20,5%. Die Renitenzforschung hat zahlreiche Belege dafür gesammelt, dass man das Gegenteil des Beabsichtigten durch Penetration und nerviges Auftreten erreicht. Der Niedergang der Görenbewegung, zu der der Feminismus verkommen ist, ist bestes Beispiel dafür. Warum ist das so?
Studie_Sinti_RomaUm es in einer Weise zu erklären, die auch Anti-Diskriminierungs-Lüders versteht: Wenn man Menschen dazu zwingt, sich mit etwas zu befassen, das sie erfreulicher Weise nicht interessiert und womit sie sich auch nicht befassen wollen, dann weckt man damit bei manchen eine affektiv ablehnende Haltung, die sich auf das richtet, womit sie penetriert werden. Andere, mehr kognitiv Orientierte, betrachten sich den Gegenstand der Penetration ganz genau. Nehmen wir einmal an, der Gegenstand der Penetration ist Frau Lüders und ihre ständigen Forderungen nach neuen Mitteln, um immer neuen gesellschaftlichen Gruppen Wohltaten zukommen zu lassen. Man sich fragt, wer eigentlich noch diskriminiert, da die Diskriminierungs-Segmentierung in Alte, Junge, Schwule, Lesben, Behinderte, Frauen, Sinti und Roma, Migranten und Muslime usw. kaum jemanden und mit Sicherheit nicht die deutsche Mehrheitsgesellschaft übrig gelassen hat, der diskriminieren kann. Wie dem auch sei, die Forderungen von Frau Lüders könnten, als Konsequenz einer zunehmend als störend empfundenen Penetration genauer betrachtet, auf ihre Basis, ihre wissenschaftliche Fundierung, ihre empirische Effizienz und ihre Nutznießer-Struktur hin untersucht werden. Als Folge könnte die Forderung abgeleitet werden, die Antidiskriminierungsstelle als völlig unnötige Anstalt zur Verbrennung von Steuergeldern zu schließen und Frau Lüders in die Wüste zu schicken. Das will sie sicherlich nicht. Entsprechend empfehlen wir Frau Lüder: Klappe halten!

… und natürlich nicht mehr an wissenschaftlichen Skalen herumspielen, denn – im Gegensatz zu politischem Gewschätz haben wissenschaftliche Skalen in der Regel einen Sinn: Wenn eine Skala von 1 “stimme voll und ganz zu”, 2 “stimme zu”, 3 “stimme eher zu”, 4 “weder noch”, 5 “stimme eher nicht zu”, 6 “stimme nicht zu” bis 7 “stimme überhaupt nicht zu” geht, dann kann man ein “eher zustimmen” nicht einfach mit einer vollen Zustimmung gleichsetzen, auch wenn man das noch so gerne möchte. Das wissen die Wissenschaftler, die die Skala benutzen generell besser, Frau Lüders, weshalb derjenige, der die Ergebnisse wie sie und in seinem Sinne verändert, die Ergebnisse fälscht.

Dass man bei der Antidiskriminierungsstelle nicht einmal das Titelblatt der Auftragsstudie gelesen hat, wird daran deutlich, dass alle Verweise auf eine Studie mit dem Titel: “Zwischen Ablehnung und Gleichgültigkeit” erfolgen, was den “frame of mind”, der bei der Antidiskriminierungsstelle herrscht, deutlich macht und belegt, dass man bei der Antidiskriminierungsstelle versucht, die Ergebnisse der Studie mit dem Titel “Zwischen Gleichgültigkeit und Ablehnung“, von der ersten bis zur letzten Zeile zu fälschen.

Gewerkschafts-Marketing: Wie die GEW Kinderarbeit instrumentalisiert

Fünf Schulklassen hat die GEW dafür ausgezeichnet, dass sie “herausragende Beiträge im Rahmen des Ideenwettbewerbs ‘Kinderarbeitsfreie Zonen’ der Bildungsgewerkschaft erarbeitet haben”. Warum sich die GEW Bildungsgwerkschaft nennt, ist uns nicht nachvollziehbar, denn ein größeres Hindernis für Bildung als die GEW lässt sich kaum denken – aber der Reihe nach.

Indoktrination

GEW_Lesbisch und schwulIndoktrination gelingt am ehesten, das wussten die Nazis so gut wie die alten Griechen, wenn man Kinder und Jugendlichen indoktrinär erzieht. In einer etas verwässerten Form ist dies auch im Marketing angekommen: Wenn es gelingt, eine positiv besetzte affektive Verbindung zwischen Kindern und Jugendlichen auf der einen Seite, und einer Marke, z.B. der Marke “Bildungsgewerkschaft” GEW herzustellen, dann gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Bindung auch im Erwachsenenalter fortgeführt wird, z.B. dadurch, dass die nunmehr Erwachsenen zahlendes Mitglied in der “Bildungsgewerkschaft” werden.

Das GEW Projekt “Kinderarbeitsfreie Zone”, das die “Bildungsgewerkschaft” erfolgreich in Schulen getragen hat, erfüllt alle Voraussetzungen für affektives und im Jugendalter beginnendes Marketing. Es ist mit einem Gegenstand verbunden, der Emotionalität transportiert, nämlich mit der Kinderarbeit. Es richtet sich an leicht beeinflussbare Schüler, die sich in der sie umgebenden Welt orientieren wollen, ihren Platz darin suchen. Und wie viele von uns wissen, findet man diesen Platz als Jugendlicher besonders dann, wenn man vermeintlich die Welt verbessern kann. An dieses Befürfnis,  das man fast schon als Artefakt bezeichnen kann, hängt sich die GEW an und präsentiert den Jugendlichen etwas, womit sie vermeintlich die Welt verbessern können: Die Schaffung kinderarbeitsfreier Zonen.

Der Rahmen für das Indoktrinationsprojekt der GEW ist eindeutig:

  • GEW KinderarbeitspropagandaKinder werden durch “Kinderarbeit entwürdigt”;
  • Kinder werden durch Kinderarbeit ausgebeutet und missbraucht;
  • Kinder werden unter fadenscheinigen Begründungen zur Kinderarbeit eingesetzt und gezwungen;
  • Europäer und Deutsche tragen durch den Kauf billiger Waren zur Kinderarbeit bei, denn diese Waren kommen “bei uns nur desalb so günstig auf den Markt … weil sie von Kindern hergestellt werden, die dafür kaum oder gar nicht entlohnt werden”;
  • Kinderarbeit ist somit das Ergebnis des Wirkens internationaler Konzerne, also des internationalen Finanzkapitals, die GEW ist angetreten, dies zu beenden;
  • Dazu hat die GEW eine Stiftung gegründet, die sich “fair childhood” nennt und, ach ja, Schüler, die etwas gegen Kinderarbeit tun wollen können dies auch wie folgt: “sammelt Spenden für Projekte, die Bildung statt Kinderarbeit stark machen wie die GEW-Stiftung ‘fair childhood”;

Erfindung der Kindheit

In der Politikwissenschaft gibt es einen theoretischen Ansatz, der sich Weltkulturansatz nennt (dazu: Meyer, 2005). Sein Kern besteht in der Behauptung, dass sich “westliche Were” über die Welt ausbreiten, Werte, die gerne auch als Strukturprinzipien bezeichnet werden, also Strukturprinzipien wie: Frauenförderung, die den Frauen im Peruanischen Hochland einen eigenen Radiosender gebracht und nach Abschluss der Förderung wieder genommen hat; Strukturprinzipien wie Partizipation (ist ja bekanntlich immer gut – wer auch immer partizipiert, Hauptsache, es wird partizipiert…) im Rahmen von Entwicklungshilfe oder die Schaffung demokratischer Strukturen nach westlichem Vorbild, ohne die es keine Entwicklungshilfe mehr gibt; oder konformes Abstimmungsverhalten in der Vollversammlung der UN, wenn es z.B. darum geht, einen Staat, der sich gegen die Hegemonie westlicher Strukturprinzipien wehrt, zu verurteilen (Dreher, Marchesi & Vreeland, 2007).

Eines der westlichen Strukturprinzipien, an denen die Welt genesen soll, ist die Erfindung von Kindheit und die nachfolgende Kriminalisierung von Kinderarbeit. 1978 hat Helen B. Schwartzmann in ihrem Buch “Transformations: The Anthropology of Children’s Play” ein zweites Kapitel mit der Überschrift “The Invention of Childhood” versehen. Gegenstand des Kapitels ist eine akribische Darstellung der Entdeckung der Kindheit, die seit Mitte des 18. Jahrhunderts Kinder immer länger in einem Zustand der gesellschaftlichen Unmündigkeit verhaftet hat.

invention of childhoodHugh Cunningham hat ein ganzes Buch der “Invention of Childhood” gewidmet, in dem er nicht nur die über die Jahrhunderte immer länger werdende Kindheit beschreibt, sondern auch die Unstimmigkeiten, die die Bestimmung von Kindheit umgeben, betrachtet: “I ain’t a child, … I’m past eight, I am,’ said a girl selling watercress in mid nineteen-century London, shocking her interlocutor, the investigative Journalist Henry Mayhew who thought childhood ended when you were 15” (Cunningham, 2013: 12).

Unnütz darauf hinzuweisen, dass man in den von der GEW an Schulen lancierten Materialien zum “Ideenwettbewerb kinderarbeitsfreie Zonen” vergeblich nach einem Hinweis darauf sucht, woran man Kindheit festmacht: am biologischen Alter, an der geistigen Reife? Die Frage, was Kindheit und mithin Kinder sind, wird geschickt offengelassen, denn Indokrination wirkt am besten, wenn man die positiv besetzten Begriffe von anderen mit ihren Vorstellungen füllen lässt. So kann sich jeder über seine Idee von Kinderarbeit ereifern und die GEW in jedem Fall davon profitieren.

Wirklichkeit

Immerhin empfiehlt die GEW im “Ideenwettbewerb-Begleitmaterial“, nachzuforschen, unter dem Begriff Kinderarbeit, um herauszufinden, wo “Kinder – trotz des weltweiten Verbots – arbeiten müssen”.

Wir haben den Nachforschungsauftrag etwas erweitert und unter dem Begriff “Child Labour” gesucht. Gefunden haben wir z.B. einen Beitrag auf ScienceFiles, der zeigt, dass das Verbot von Kinderarbeit dazu führt, dass Kinderarbeit zunimmt. Herausgefunden haben dies Bharadwaj und Lakdewala (2013) am Beispiel von Indien. Das dortige Verbot hat nicht nur dazu geführt, dass nunmehr mehr Kinder zu geringeren Preisen arbeiten müssen, sondern auch dazu, dass Kinder, die bislang zur Schule gegangen sind, die Finanzlöcher in den Familien, die durch das Verbot von Kinderarbeit und die nachfolgend fallenden Löhne für Kinder entstanden sind, schließen müssen.

Oder nehmen wir den Beitrag von Ranjan Ray (2000), der herausgefunden hat, dass Mindestlöhne und eine höhere Beteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt in Pakistan von einer Zunahme der Kinderarbeit begleitet waren, während in Peru die Kinderarbeit in Folge eines Sinkens der Löhne von Männern, was wiederum eine Folge höherer Beteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt darstellt, gestiegen ist. Die westlichen Strukturprinzipien bringen offensichtlich nicht nur Segen.

Akabayashi und Psacharopoulos (1999) haben für Tansania gezeigt, dass das Thema Kinderarbeit komplexer ist, als es die GEW Verantwortlichen gerne hätten. Wie sich in ihrer Studie zeigt, kann man Kinderarbeit nicht einfach verbieten, muss vielmehr die sozialen Strukturen, in die Kinderarbeit vor Ort eingebunden ist, in Rechnung stellen.

Basu (2000) hat gezeigt, dass die Einführung von Mindestlöhnen dazu führt, dass Kinderarbeit zunimmt. Ökonomisch ist dies eine Offensichtlichkeit, denn Mindestlöhne führen zu Entlassungen und der Einkommensverlust, der in Familien, in denen einer oder der Haupt-/Miternährer arbeitslos geworden ist, erfordert nun die Mit-Arbeit von Kindern, um ein Überleben zu sichern.

All die wissenschaftliche Forschung, die die “Bildungsgewerkschaft” so standhaft ignoriert, deutet darauf hin, dass Kinderarbeit ein komplexes Phänomen ist, zu komplex, als dass es sich für Indoktrination eignet. Deshalb hat man die Komplexität bei der GEW besetigt und die einfache Geschichte der internationalen Konzerne (das GEW Synonym für böse), die so wenig Geld bezahlen, dass die armen Menschen in Ländern der dritten Welt nicht subsistent durch Arbeit sein können und die letztlich Kinder in Kinderarbeit und Ausbeutung zwingen, erfunden.

Dass das so ist, das  wissen die Verantwortlichen der GEW ganz genau.

Seltsamerweise ist ihr Wissen nicht bis zur ILO, der Internationalen Organisation für Arbeit vorgedrungen. Dort hat man sich bemüht, Fakten zu Kinderarbeit zu sammeln und die entsprechenden Bemühungen beginnen mit der Aussagen: “It is common knowledge that data on child labour are extremely scarce” (Ashagrie, 1998: 1). Na hätten die Autoren sich an die die deutsche “Bildungsgewerkschaft” gewendet, sie wären fündig geworden – oder auch nicht.

Wie auch immer, die ILO Studie hat ihre eigenen Daten ohne zutun der GEW zusammengestellt und definiert zunächst einmal Kinder als 5 bis 14jährige. Im Jahr 1995 waren nach Schätzung der Autoren 250 Millionen Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren erwerbstätig, die Mehrzahl davon in Asien (61%), gefolgt von Afrika (32%). 70% der Kinder arbeiten in der Landwirtschaft, 8% im produzierenden Gewerbe oder in Hotels und Restaurants.

Das steht in einem gewissen Gegensatz zu der Behauptung der GEW “Kinder dieser Erde” würden in “Steinbrüchen, Plantagen oder Fabriken” arbeiten. Ebenso wie die eigens erfundene Indoktrinationsgeschichte der internationalen Konzerne, die Kinderarbeit befördern oder erst ermöglichen, erhebliche Risse durch Daten und wissenschaftliche Untersuchungen erhält, die zeigen, dass Kinderarbeit ein mikro-soziales Phänomen ist, das sich maximal auf die Ebene von Kleingewerbetreibenden ausdehnt. Es mag zuweilen den high profile Fall der Kinder geben, die in einer Fabrik arbeiten, dies ist jedoch die Ausnahme. Die Regel sieht Kinder beim reicheren Nachbarn auf dem Feld arbeiten oder in Mumbai in einer kleinen Wäscherei.

Aber das ist nur die Realität, die sich nicht so gut nutzen lässt, um bereits Schüler gegen internationale Konzerne in Stellung zu bringen und eine Bindung zur “Bildungsgewerkschaft”, eine auf Indoktrination begründete, in Schulen herzustellen.

Das Kinderarbeits-Thema ist in die Fussstapfen des Straßenkinder-Themas getreten, das sich als international nicht so erfolgreich erwiesen hat, vor allem deshalb, weil sich Wissenschaftler und Sozialarbeiter aus den entsprechenden Ländern gegen die Übertragung eines westlichen Kinder- und Familienbilds auf ihr Land gewehrt haben. So hat Ennew in den Gutmenschen-Programmen, die Straßenkinder von der Straße bekommen wollen, einen Versuch gesehen, westliche Vorstellungen von Familien als “private arenas for the correct performance of childhood” (Ennew, 1995: 211) durchzusetzen. Juarez (1992: 94 zitiert in de Moura, 2005: 298) ist der Ansicht, die Hilfsprogramme, die auf Straßenkinder abzielten, seien vornehmlich da, um die Organisationen, die Straßenkindern helfen wollen, zu finanzieren, und Aptekar (1994: 206) hat angemerkt, dass Straßenkinder nicht die Opfer ihrer Gesellschaft, sondern häufig reife Jugendliche sind, die das Leben als Straßenkind gewählt haben: “In any attempt to ascertain why certain children become street children, such factors as the psychological status of the child and the child’s family, the perception of life on the streets, and the degree to which a street children culture exists must be considered”.

Selbstverständlich kann internationale Hilfe, hönnen international nutznießende Gutmenschen und deren Organisationen, die sich neuerdings gar “Bildungsgewerkschaft” nennen, nicht auf die Befindlichkeiten und die Selbstbestimmung derer, denen sie ihre Hilfe aufzwingen wollen, Rücksicht nehmen.

darwin-greatEs gibt nur einen Weg zum Heil und die “Bildungsgewerkschaft” weist ihn allen, und wenn nebenbei noch ein paar zahlende Mitglieder anfallen, die die derzeitige und die nachwachsende Generation an Gewerkschaftsfunktionären sichern, um so besser.

Da mittlerweile zwei Beiträge von ScienceFiles in Schulbücher aufgenommen wurden, bleibt zu hoffen, dass wir auch im Hinblick auf Kinderarbeit, einen Beitrag zur Emanzipation von Schülern leisten können, damit sie nicht zu hilflosen und unkritischen Vasallen gewerkschaftlicher Armuts-Profiteure werden.

Bislang von ScienceFiles in Schulbücher aufgenommene Beiträge:

Nachtrag

Besonders erfolgreich scheint die GEW-Indoktrination bei den im Folgenden genannten Preisträgern gewesen zu sein:

    • Lise-Meitner-Gymnasium Königsbach-Stein, Klasse 8a/b; Projekt: Ein kinderarbeitsfreier Spielplatz;
    • Grundschule Mümmelmannsberg Hamburg; Projekt: Stopp Kinderarbeit – Nachdenken, Nähen und Schreiben;
    • Berufliche Oberschule Regensburg, Klasse 12; Projekt: Ein Label gegen Kinderarbeit;
    • Georg-Kerschensteiner-Schule Müllheim, KLasse SG1-1; Projekt: C!LAKKS – Change! Lasst alle Kinder Kinder sein;
    • Theater- und Kunst AG der Hauptschule Kreyenbrück in Kopperation mit dem Jugendtheater “Rollentausch” Oldenburg; Projekt: Global total – die Welt in meinen Händen und Kunstausstellung Recycling Kunst;

Die folgenden Juroren haben sich als Jury für die GEW instrumentalisieren lassen bzw. bereitwillig mit-indoktriniert:

      • Vorsitzender: Otto Herz, ehem. Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW);
      • Martina Hahn, Autorin und Journalistin;
      • Dr. Martin Kasper, Vorsitzender der Stiftung „childaid”;
      • Prof. Dr. Jörg Maywald, Sprecher der National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland;
      • Prof. Dr. Uta Ruppert, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt a. M.;
      • Julia Saldenholz, Mitbegründerin von „Schüler helfen leben” (SHL);
      • Heidemarie Wieczoreck-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung a. D., MdB;

Literatur

Akabayashi, Hideo & Psacharopoulos, George (1999). The Trade-Off Between Child Labour and Human Capital Formation: A Tanzanian Case Study. Journal of Developmental Studies 35(5): 120-140.

Aptekar, Lewis (1994). Street Children in the Developing World: A Review of their Condition. Cross Cultural Research 28(3): 195-224.

Ashagrie, Kebebew (1998). Statistics on Working Children and Hazardous Child Labour in Brief. Geneva: International Labour Office.

Basu, Kaushik (2000). The Intriguing Relation Between Adult Minimum Wage and Child Labour. Economic Journal 110(462): 50-61.

Bharadwaj, Prashant & Lakdawala, Leah K. (2013). Perverse Consequences of Well-Intentioned Regulation: Evidence From India’s Child Labor Ban.

Cunningham, Hugh (2013). The Invention of Childhood. London: BBC Books.

De Moura, Sergio Luiz (2005). The Social Construction of Street Children: Configuration and Implications. In: Frost, Nick (ed.). Child Welfare. Major Themes in Health and Welfare Series. Volume III: Child Placement and Children Away From Home. Abingdon: Routledge, pp.295-310.

Dreher, Axel, Marchesi, Sylvia & Vreeland, James Raymond (2007). The Politics of IMF Forecast. München: CESifo Working Paper Series No. 2129.

Ennew, Judith (1995). Outside Childhood: Street Children’s Rights. In: Franklin, Bob (ed.). The Handbook of Children’s Rights: Comparative Policy and Practice. Abingdon: Routledge, pp.201-214.

Ranjan, Ray (2000). Analysis of Child Labour in Peru and Pakistan: A Comparative Study. Journal of Population Economics 13(1): 3-19.

Schwartzmann, Helen B. (1978). Transformations: The Anthropology of Children’s Play. New York: Plenum.

Feministische Netzwerke an Universitäten – Uboote der Grünen aus Steuermitteln finanziert?

HU-BerlinIm letzten Post haben wir vom Berliner Görenaufstand geschrieben, mit dem eine Initiative feministischer Ideologen erklärt, dass  “eine feministische Kritik dringlicher denn je” sei. Feministische Kritik, das müssen wir als Leser des Pamphlets der Berliner Gören sagen, besteht ganz offensichtilch darin, abstruse Behauptungen aufzustellen, wie die Behauptung, dass Frauen weniger verdienen würden als Männer, Entwicklungen, die einem ideologisch nicht passen, sprachlich zu diskreditieren und mit kleinen Einsprengseln wie “immer noch” suggerieren zu wollen, dass man gerade dabei ist, den entsprechenden Entwicklungen den Garaus zu machen und sich ansonsten in der satten Pose des gesellschaftlichen Betrachters zu gefallen, der den anderen eben einmal verkündet, wie ihm die Welt vorkommt. Nun interessiert es nur wenige andere, wie Feministen die Welt vorkommt, und entsprechend stampfen die feministischen Ideologen mit dem Fuß auf und fordern Aufmerksamkeit etwa in der Weise, in der eine Supermarktkette versucht, mit extra viel Lärm auch noch den letzten Ladenhüter an den Mann zu bringen.

Was vom Aufruf der sich selbst als Wissenschaftlerinnnen bezeichnenden Ideologen zu halten ist, haben wir bereits im letzten Post geschrieben. Das aktuelle Post wollen wir dazu nutzen, ein wenig Netzwerkforschung zu betreiben.

Netzwerke, die Bildung von Netzwerken, von feministischen Netzwerken, steht für Feministen immer hoch auf der Agenda. Nichts, was das BMFSFJ mit Steuergeldern im Rahmen seiner eigenen staatsfeministischen Agenda fördert, kommt ohne Netzwerkbildung aus. Entsprechend wird der Großteil der Fördergelder, also der Steuergelder, dafür verbraucht, Treffen zu organisieren, damit sich die vielen Nutznießer aus dem Programm kennen lernen und gegenseitig auf die Schultern schlagen können (oder damit sie wissen, wo die Konkurrenz um die Mittel des BMFSFJ steht). Das ist zwangsläufig so, denn inhaltlich haben die Projekte des BMFSFJ alle dieselbe Marschrichtung, Jungen in Kindertagesstätten oder soziale Berufe zu treiben und Mutterschaft als das Ereignis hinzustellen, ohne dessen Eintritt Frauen keine höhre Weihe zuteil wird und Männer nicht die Freuden der Work-Life-Balance erleben können.

HBS_logo_de_390x53Entsprechend hat es uns interessiert, welches Netzwerk feministische Ideologen, die sich selbst als “feministische Wissenschaftlerinnen” tarnen, zu kommandieren im Stande sind. Diese Frage ist umso interessanter als der Aufruf der Berliner Gören eine ziemlich spärliche Ressonanz vorzuweisen hat, wovon sich jeder, der das Häuflein der Unterstützer am Ende des Aufrufs betrachtet, selbst überzeugen kann. Also haben wir uns auf die Recherche gemacht und die folgenden Trophäen von unserer Pirsch durch feministisches Gestrüpp mitgebracht.

  • An erster Stelle ist ein alter Bekannter zu nennen, ein Bekannter, der einem eigentlich sofort hätte einfallen müssen, denn immer dann, wenn es darum geht, Steuergelder zweckzuentfremden und eine eigene ideologische Agenda zu unterstützen, ist er da: das Gunda Werner Institut, der Taxmoney-Kill-Tank (TKT) der Heinrich Böll Stiftung

Ist es nicht ein netter Zufall, dass die vollständig aus Steuermitteln finanzierte politische Stiftung der Grünen, nach einem Wahldebakel, das zumindest die Deutschen befriedigt hat, die keine Extremisten in Parlamenten haben wollen, ein Häuflein vermeintlicher Wissenschaftlerinnen aus dem Hut zaubern kann, die genau die Themen als im öffentlichen Diskurs fehlend deklarieren, mit denen Grünen/Bündnis 90 bei der letzten Wahl baden gegangen sind?

Ist es nicht eine feine Sache, wenn man nicht nur die Steuergelder zur Verfügung hat, um ideologische Agitation in eigener Sache zu betreiben, sondern auch über eine Anzahl feministischer Uboote an Universitäten verfügt, so eine Art Sleeper oder sleeping assassin, dessen Aufgabe darin besteht, im richtigen Moment zuzuschlagen und der Wissenschaft den Garaus zu machen und als fünfte Kolonne Unterstützung für die Mutterpartei zu leisten?

Entsprechend hat unsere Netzwerkforschung eine neue Komponente, denn sie erlaubt uns, die Orte, die Hochschulen zu identifizieren, die besonders von den feministischen Ubooten infiltriert sind.

Unsere Recherche hat drei Hochschulen zum Vorschein gebracht, die in besonderer Weise ein “Gender-Problem” zu haben scheinen. Es sind dies

  • Philipps Uni Marburgdie Humboldt-Universität in Berlin (zugegebener Maßen wenig überraschend),
  • die Universität Marburg und
  • die Hamburger Hochschulen, die sich am “Zentrum Genderwissen” beteiligen (es hieße wohl besser Zentrum Genderindoktrination, denn Wissen ist mit Gender unvereinbar).

Eine erfreulich kleine Liste von Hochschulen, die unsere Recherche da erbracht hat. Aber wir befinden uns noch im “Wehret-den-Anfängen-Stadium”, und entsprechend mag es sein, dass die Veröffentlichung des Pamphlets feministischer Ideologen in der zweiten Hälfte der letzten Woche und das dann anstehende Wochenende mit seinen Erfordernissen an die Work-Life-Balance dazu geführt hat, dass nur wenige Unterstützer sich noch am Arbeitsplatz befunden haben, wo sie Zugriff auf HTML-fähige MitarbeitER haben.

Dem kleinen Häuflein von Hochschulen gesellt sich eine interessante Liste ideologischer Unterstützer zu, die vom

  • Neuen Deutschland angeführt wird, was kein Wunder ist, wenn man die ideologische Ausrichtung des Pamphlets kennt. Ob sich hier Annäherungen zwischen der Linken und ihren Ablegern in vor allem Bündnis 90 abzeichnen, bleibt abzuwarten.
  • Neben dem Neuen Deutschland ist bislang der Landkreis Friedland der Linken auf das Pamphlet der feministischen Ideologen angesetzt worden und unterstützt es entsprechend (vermutlich ist eine der Unterzeichnerinnen im Landkreis Friedland für die Linke aktiv).
  • Schließlich gibt es noch eine vermeintlich emanzipatorische Linke, bei der sich offensichtlich auch Genossen finden, die der Ansicht sind, der Neoliberalismus sei schuld daran, dass Frau arbeiten müsse und kündbar sei.

Das also ist das Netzwerk derer, die sich als “feministische Wissenschaftlerinnen” bezeichnen. Und wer bislang noch einen Zweifel hatte, dass die vermeintlichen Wissenschaftlerinnen, Ideologen sind, die die Tatsache, dass sie es auf welchen Wegen auch immer auf eine universitäre Position geschafft haben, missbrauchen, der ist hoffentlich eines Besseren belehrt.

Berliner Görenaufstand: Wie Feministen Wissenschaft missbrauchen

HU-BerlinEin ziemlich missglückter Versuch, das Kommunistische Manifest zu plagiieren, ist gerade in Berlin gestartet worden. Für eine “soziale, geschlechtergerechte und offene Gesellschaft!” geben Mitglieder der Initiative “feministischer Wissenschaftlerinnen” vor, zu streiten. Herausgekommen ist das “[W]ollen, die feministische Debatte neu zu entfachen” (Man beachte den Anklang an Brandstiftung!), eine Perversion von Wissenschaft, ein Missbrauch öffentlicher Positionen und ein EInblick in die Psyche und vor allem ökonomischen Unkenntnisse “feministischer Wissenschaftlerinnen”, der einem das Gruseln lehrt. Doch der Reihe nach.

Beginnen wir zunächst mit dem offensichtlichen WIderspruch bereits in der Unter-Überschrift: “Initiative feministischer Wissenschaftlerinnen”. Man kann nicht zwei Herren dienen: Entweder man ist Wissenschaftler und der wissenschaftlichen Methode verpflichtet, dann hat die Empirie die letzte Entscheidung, was bedeutet dass dann, wenn die Empirie den eigenen Annahmen nicht entspricht, die Annahmen modifiziert werden müssen oder man ist feministisch und somit ein Ideologe, bei dem die Annahmen über der Empirie stehen und in keiner Weise aufgrund von Unverträglichkeit mit empirischen Beobachtungen, veränderlich sind. Sie sind gesetzt und dürfen nicht hinterfragt werden.

Während Wissenschaftler also auf der Suche nach Erkenntnis ihre eigenen Annahmen ständig hinterfragen und bereit sind, falsifizierende Erkenntnisse zur Kenntnis zu nehmen, sind Ideologen in keiner Weise bereit ihre Annahmen, die bei ihnen zu fixen Vorstellungen geworden sind, zu prüfen oder gar mit wissenschaftlichen Methoden wie dem Mittel der Kritik zu hinterfragen. Ideologen verkünden das Heil, und sie verkünden ihre Wahrheit auch gegen alle empirische Evidenz.

Offenkundig wird dies bereits auf der ersten Seite der “Initiativ-Schrift”, auf der behauptet wird, einschlägige Forschung und die alltägliche Erfahrung zeigten:

  • Frauen verdienen weniger als Männer
  • Mütter bringen deutlich mehr Zeit für die Familie auf als Väter
  • Rentnerinnen haben im Schnitt 60% geringeres Einkommen als Rentner

Logik f dummiesWie man in täglicher Erfahrung Aussagen über alle Frauen und alle Männer begründen kann, ist uns nicht nachvollziehbar und eine solche All-Aussage käme auch einem Wissenschaftler nie über die Lippen, hätte er doch Angst, sich lächerlich zu machen. Diese Angst haben Ideologen bekanntermaßen nicht, denn in ihrer hermetischen Welt kommen andere nur als Statisten, derer man sich bedienen kann, vor. Und so wird behauptet, dass alle Frauen weniger verdienen als alle Männer, wohlwissend, dass es Frauen gibt, die mehr verdienen als Männer und dass die Höhe des durchschnittlichen Verdienst von der Anzahl der durchschnittlich geleisteten Arbeit abhängt, was dann, wenn die Daten des Statistischen Bundesamts hinzugezogen werden, die zeigen, dass Frauen durchschnittlich weniger arbeiten als Männer kein Wunder ist. Wenn Frauen durchschnittlich weniger arbeiten als Männer haben sie zwangsläufig mehr Zeit, sich um die Familie zu kümmern und da Rentnerinnen im Durchschnitt weniger in die Rentenkasse eingezahlt haben als Rentner erhalten sie auch weniger aus der Rentenkasse als Männer.

Wer auf Basis von Aussagen, wie den oben zitierten, seine Form der Geschlechtsgleichheit fordert, wer also fordert, dass Männer nicht nur mehr arbeiten, sondern sich mit geringerem Verdienst pro Stunde begnügen als Frauen oder sich trotz mehr Arbeitsstunden mehr um die Familie kümmern oder trotz höherer eingezahlter Rentenbeiträge nur soviel entnehmen wie Frauen im Durchschnitt entnehmen, der outet sich als krasse Form eines sozialistischen Ideologen, der seinen eigenen Spleen in die Welt der Statisten, die er sieht, übertragen will.

Menschen sind für diese feministischen Ideologen nur eine Verfügungsmasse, der man vorgeben muss, was gut für sie ist. Anders ist die Normalität, mit der feministische Ideologen in Paarbeziehungen intervenieren, nicht zu erklären. Mit welcher Legitimation wollen Feministen wie Diana Auth, Brigitte Aulenbacher oder Brigitte Bargetz eigentlich anderen vorschreiben, wie sie ihr Leben, ihre Arbeitsteilung im Leben zu organisieren haben? Woher nehmen sie sich das Recht in die Beziehungen Dritter zu intervenieren? Hier wird ganz deutlich, dass die feministische Ideologie, die Christine Bauhardt oder Ortrun Brand mittragen, eine totalitäre Ideologie ist, die keinerlei Abweichung von der eigenen Heilslehre duldet.

beleidigte Leberwurst

Beleidigte Leberwurst

Nun haben die Verkünder des Heils, also die Mitglieder der “Initiative feministischer” Ideologen festgestellt, dass “[i]m Wahlkampf 2013 … Geschlechtergerechtigkeit [also das, was sie darunter verstehen und was Gleichstellung und eben nicht Gerechtigkeit ist] kein Thema” war. Sowas auch. Wo kommen wir hin, wenn die Mehrheit die Heilslehre, die Sabine Berghahn, Angelika Diezinger oder Magdalena Freudenschuss verkünden, einfach ignoriert? Entsprechend emotional tangiert sind Tatjana Fuchs, Anja Gregor, Jana Günther und Jette Hausotter, dass sie nicht gehört werden, und deshalb stampfen sie gemeinsam mit Annette Henninger, Bettina Jörgens und Karin Jurzcyk mit dem Fuss auf und:

  • “sehen, wie soziale Fragen immer mehr von ökonomischen Interessen an den Rand gedrängt werden …
  • erleben einen neoliberalen Umbruch der Gesellschaften …,
  • halten es für falsch…
  • sind entsetzt…
  • sind besorgt …
  • plädieren für eine Neubelebung einer feministischen Bewegung…

Das einzig Positive, das es hier festzustellen gibt, ist, dass die “Initiative feministischer” Ideologen, also die Berliner Gören, die feministische Bewegung für tot halten, ansonsten wäre eine Neubelebung kaum notwendig. Das macht Mut und gibt die Hoffnung, dass der die Wissenschaft veralbernde, die Wissenschaft schädigende sozialistische Unsinn, den die “Initiative feministischer” Ideologen verkündet, tatsächlich kurz vor dem Absterben ist. Und es zeigt einmal mehr, dass Feminismus in Deutschland und Staatsfeminismus im Besondern ein zutiefst sozialistisches Unterfangen ist, das bei den Berliner Gören auf der Vorstellung aufbaut, man lebe im Paradies und die gebratenen Maiskolben kämen zu allen, die sie bestellten.

economics for dummiesUm den ökonomischen Sachverstand der feministischen Ideologen einschätzen zu können, also den von z.B. Helma Lutz, Gisela Notz, Jasmin Fouati, Barbara Thiessen oder Alexandra Manske muss man sich nur vergegenwärtigen, dass Gelder, die verteilt werden sollen, irgendwoher kommen müssen. In einer Geldwirtschaft ist es nach wie vor so, dass Steuereinnahmen aus dem kommen, was erwirtschaftet und umgesetzt wird. Erwirtschaften und Umsetzen von Gütern, der Transfer von Ressourcen in Kapital setzt, das hat schon Karl Marx gewusst, Arbeit voraus. Arbeit ist die Grundlage aller Ökonomie, denn ohne Arbeit gibt es schlicht nichts, was man verteilen könnte. Diese einfache Annahme, die sich auch dem Alltagsverstand von feministischen Ideologen erschließen sollte, ist bei denselben dennoch völlig unbekannt oder Irene Messinger, Hildegard Maria Nickel, Melanie Plößer und Ute Klammer, haben ihre Welt in die Klasse der Arbeiter und die Klasse der Nutznießer der Arbeiter eingeteilt, also eine moderne Form von Sklaverei, die u.a. Christina Klenner, Sigrid Leitner und Yvonne Loft hier entwerfen.

Nur mit einer solchen Aufteilung in diejenigen, die die Geldmittel erwirtschaften und diejenigen, die sie verbrauchen, ist es zu erklären, wenn Heike Pantelmann, Katharina Pühl, Clarissa Rudolph und Karin Scherschel fordern, Kündigungen zu verunmöglichen, eine “menschenwürdige Grundsicherung” einzuführen, die “Stigmatisierung von Hartz-IV Empfängern” zu beenden, ein sinnvolles, sozial orientiertes Leben jenseits der Erwerbsarbeit einzuführen und öffentlich anzuerkennen, will heißen, zu finanzieren, wenn sie fordern, “Sorgearbeit” [vor allem für sich selbst versteht sich], der Begriff, mit dem der Rohrkrepierer Hausarbeit ersetzt wurde, finanziell aufzuwerten und die “Zentralität von Erwerbsarbeit zurückzudrängen” um Zeit für “private und gesellschaftliche Belange” zu eröffnen [Wir wünschen den Berliner Gören, dass Sie den Mut finden, diesem Lebensentwurf zu folgen und kündigen. Da sie keinen Wert auf materielle Dinge zu legen scheinen, ist der Bezug von Hartz IV für sie doch ausreichend, um eine perfekte Work-Life Balance herzustellen.]

Der US-amerikanische Ökonom Michael E. Porter hat die Typologie der Wealth-driven Society geschaffen und meint damit eine Gesellschaft, die degeneriert ist und und in der aktuelle Generation den Reichtum verleben, den ihre Eltern und Großeltern erwirtschaftet haben. Er meint damit eine Gesellschaft, die vergessen hat, dass die Mittel, die umverteilt werden sollen, eine funktionierende Ökonomie voraussetzen und von Arbeitern und Unternehmern erwirtschaftet werden müssen. Die Berliner Gören sind ein gutes Beispiel für das, was Wealth-driven Societies produzieren: Personen wie Alexandra Scheele, Tanja Schmidt, Karen Schierhorn oder Frauke Schwarting, die in ihrem Leben noch nie genötigt waren, hart zu arbeiten und deshalb keinerlei Wertschätzung für die Arbeit anderer haben.

layz assDiese arbeitenden Anderen werden zu den Sklaven, die man benötigt, um die Gelder zu erwirtschaften, die man umverteilen will. Gerechtigkeitsfragen, an denen die feministischen Ideologen, an denen Brigitte Stolz-Willig, Maria Wersig oder Brigitte Young doch vorgeben, so herausragend interessiert zu sein, kommen ihnen nicht in den Sinn, wenn sie das Geld, das andere erwirtschaftet haben, für ihre ideologischen Spleens aus dem Fenster werfen. Sie haben eben keinerlei Moral und keinerlei Empathie für arbeitende Andere. Sie wissen nicht, was es bedeutet, zu arbeiten und entsprechend wirkt es wie Hohn, wenn ausgerechnet sie sich über die “Prekarisierung von Erwerbsarbeit” mokieren, sie, die gar nicht wissen, wie Arbeit aussieht, sie, die davon ausgehen, dass ihr warmer Arbeitsplatz an der Universität über Nacht von Unbekannten gesäubert wird, dass der Müll, den sie täglich produzieren, von Unbekannten abtransportiert wird, dass die öffentlichen Verkehrsmittel, die sie selbstverständlich benutzen, von Unbekannten bewegt werden. Das alles sind Selbstverständlichkeiten, auf die feministische Ideologen ein Anrecht zu haben glauben. Mehr noch, dieses Anrecht auf die Tätigkeit von Erwerbssklaven geht soweit, dass sie für sich in Anspruch nehmen, nicht nur vom Mehrwert, den Müllfahrer, Zugschaffner oder Putzkolonnen täglich produzieren, dafür finanziert zu werden, dass sie ihre öffentliche Position an Universitäten missbrauchen, um eine “Initiative feministischer” Ideologen vermutlich mit den Ressourcen ihrer Universität und in ihrer Arbeitszeit zu starten, nein, sie nehmen gar in Anspruch, den von Dritten erwirtschafteten Mehrwert nach eigenem Gutdünken umverteilen zu können.

Man muss schon sehr in seiner ideologischen Welt befangen sein, wenn man derartig großkotzig auftritt und sich keinerlei Gedanken über diejenigen macht, deren Leben man mit der eigenen Selbstgerechtigkeit beeinträchtigt. Aber Empathie, das Mitgefühl mit anderen, war nie die Stärke von Ideologen, wenn es darum geht, das eigene Heil zu verkünden, sind Ideologen immer über Leichen gegangen.

Zur Erinnerung

Zur Erinnerung

Das Vernichtendste, das mit diesem Pamphlet einhergeht, ist die Tatsache, dass es auf dem Server einer öffentlich finanzierten Bildungsinstitution, nämlich der Humboldt-Universität in Berlin zu finden ist, dass Personen, die durch welche Form der Protegierung auch immer, in Positionen an wissenschaftlichen Organisationen gelangt sind, diese Position ungehindert dazu missbrauchen können, Wissenschaft zu pervertieren und ihre ideologischen Spleens zu verbreiten. Vermutlich wird sich kein Rektor, schon gar nicht der der Humboldt-Universität fragen, wie sich die politische Agitation der “Initiative” , die Mitarbeiter von Universitäten unterschrieben haben, darunter bislang zwölf Besetzer eines Lehrstuhls und somit verbeamtete öffentliche Angestellte z.B. mit dem Beamtenrecht vereinbaren lässt, das den Missbrauch öffentlicher Ämter zum Zwecke politischer Agitation untersagt, und natürlich wird der Rektor nicht fragen, wie viel von Steuerzahlern finanzierte Arbeitszeit aufgewendet wurde, um den 10seitigen Unsinn zu formulieren.

Deshalb fragen wir das an dieser Stelle in der Hoffnung, dass so mancher Rektor vielleicht doch entdeckt, dass eine Universität der Vermittlung von Wissen dient und entsprechend nicht als Plattform für politische Propaganda missbraucht werden, pervertiert werden kann und – in Ausnahmefällen – auf etwas aufmerksam wird, von dem er dachte, er habe es längst abgegeben: Rückgrat, Rückgrat, sich gegen den Ausverkauf seiner Universität, deren Missbrauch zu stellen.

Und abschließend sind noch zwei Positiva zu benennen:

Erstens, mit diesem Pamplet aus Berlin ist der unsägliche und dumme Streit darüber, ob Feminismus links oder rechts ist, beendet. Feminismus ist mindestens Sozialismus in neuer Umhüllung, ist der Versuch, Menschen die eigene Armut bzw. besser: Verarmung nunmehr als Gleichstellung schmackhaft zu machen.

Zweitens kann jeder Student, jeder Arbeitgeber anhand der Liste der Unterzeichner gleich eine Vorauswahl darüber treffen, wo er besser nicht studiert, sofern er an Wissenschaft und nicht an Ideologie interessiert ist bzw. darüber von wo man besser keine Absolventen einstellt, wenn man daran interessiert ist, leistungsfähige und leistungswillige Mitarbeiter einzustellen.