Die Sozialstruktur steht in Teilen auf dem Kopf

Nicht erst seit die OECD ihren Feldzug zur Erhöhung des Anteils von Hochschulabsolventen begonnen hat, gilt das Credo, dass ein höherer Bildungsabschluss mit einem höheren Status, einer höheren Bezahlung und vor allem einem höheren Platz in der Sozialstruktur einer Gesellschaft einhergeht. Unausgesprochen ist dabei die Prämisse, dass mit einem höheren Bildungsabschluss ein höheres Humankapital verbunden ist, das seinen Inhaber dazu in die Lage versetzt, höhere Produktivität zu entwickeln und somit einen höheren Beitrag für die Gesellschaft zu erbringen, als dies einem Inhaber eines geringeren Bildungsabschlusses, sagen wir, dem Inhaber eines Hauptschulabschlusses, der den Beruf des Klempners erlernt hat, möglich ist.

HUman CapitalDie Idee, Humankapital an Bildung zu koppeln, stammt nicht zuletzt vom kürzlich verstorbenen Gary S. Becker, wobei seine Idee eine distinktive qualitative Note beinhalten: Nicht der Bildungsabschluss als solcher ist für Becker das Relevante. Der Bildungsabschluss ist vielmehr die Operationalisierung, die er benutzt, um die höhere Produktivität, die mit mehr Humankapital einhergeht, zu messen.

Die Inflationierung höherer Bildung und die Zulassung immer neuer Studienfächer, deren Verbindung zu einem produktiven Beitrag für die Gesellschaft eher, sagen wir, nicht offensichtlich ist, führt dazu, dass die Annahmen, auf die Becker seine Humankapitaltheorie basiert hat, nur noch in eingeschränktem Maße zutreffen.

Wir behaupten, dass die Inflationierung höherer Bildungsabschlüsse, die Quantifizierung von Bildung anstelle der Qualifizierung über Bildung, wie sie vor allem durch die Überflutung der Universitäten mit weitgehend nutzlosen Studienfächern, die keinen erkennbaren gesellschaftlichen Nutzen erbringen, erfolgt ist, dazu geführt hat, dass die Verbindung zwischen höherem Bildungsabschluss und höherer Produktivität im Aggregat geschwächt wurde.

Dies wiederum führt dazu, dass es Bildungstitelinhaber gibt, die einen höheren Status, einen höheren Platz in der Sozialstruktur beanspruchen, der ihnen im Hinblick auf den gesellschaftlichen Nutzen, den sie bereitstellen, nicht zukommt. Es führt häufig dazu, dass sie Gehälter in einer Höhe beziehen, die im gesamtgesellschatflichen Vergleich unangemessen und unfair sind.

Wir wollen unsere Hypothese zunächst dadurch prüfen, dass wir die Fähigkeiten und Kenntnisse, die ein Absolvent eines Gender Studiums hat, mit den Fähigkeiten vergleichen, die ein Klempner-Geselle am Ende seiner Lehrzeit in einer Prüfung unter Beweis stellen muss.

Das Studium der Gender Studies als Zweitfach an der Humbold Universität Berlin umfasst 6 Module, also z.B. die im folgenden genannten Themen, die das derzeitige Angebot der Gender Studies der HU-Berlin bereithält. Das Wissen, das in Gender Studies vermittelt wird, entstammt damit ausschließlich den sechs der im folgenden genannten und von Studenten gewählten Gebieten. Die Ausbildung zum Klempner ist in der Verordnung über die Berufsausbildung zum Klempner geregelt. Die im folgenden genannten Fähigkeiten und Fertigkeiten sind der Mindesbestand an Kenntnissen, den ein Klempner-Geselle nach Abschluss seiner Ausbildung haben muss.
Hanna Arendt in feministischer Diskussion Manuelles und maschinelles Bearbeiten (u.a.: Werkstoffe und Halbzeuge nach Verwendungszweck unterscheiden und manuell wie maschinell bearbeiten können)
Vom Homo Oeconomicus zur Femina Oeconomica – Die Wirtschaftswissenschaften aus Gender-Perspektive Fügen von Werstücken und Bauteilen (u.a.: Fügwerkzeuge und -verfahren festlegen, Bauteile durch Kaltnieten fügen, Bleche durch Falzen manuell und maschinell fügen
Behinderung ist sexy. Gender und Dis_Ability im Film Handhaben und Warten von Werkzeugen, Geräten und Maschinen (u.a.: Bauteile und Baugruppen mit und ohne Hilfsmittel ein- und ausbauen, Sicherheitsmaßnahmen für elektrische Maschinen und Geräte ergreifen.
Die Werke Martha Nussbaums Einbauen von elektrischen Komponenten (u.a.: elektrische Anschlüsse mittels Steckverbindung herstellen, Mängel feststellen, Maßnahmen zur Behebung der Mängel veranlassen
Wissensordnung in Missionszeitschriften: Religion, Natur, Kultur und Geschlechter (18. Jhdt) Entwerfen und Fertigen von Schablonen und Zuschnitten (u.a.: Schablonen aus metallischen und nicht-metallischen Werkstoffen herstellen)
Ambivalenz der Sichtbarkeit: repräsentationskritische Perspektiven Prüfen, Behandeln und Schützen von Oberflächen (u.a. Werkstücke und Halbzeuge auf Materialfehler, Oberflächenschutz und Oberflächengüte prüfen)
Befestigen von Bauteilen und Baugruppen in Mauerwerk, Beton und Holz (u.a. Wandschlitze, Decken- und Wanddurchbrüche herstellen)
Decken und Instandhalten von Dach- und Wandflächen am Bauwerk (u.a.: Verlegetechniken für Schichtenaufbauten bei Dachbegrünung unterscheiden und anwenden)
Anfertigen und Montieren von Anlagen zur Ableitung von Niederschlagswasser (u.a.: Formteile für Dachrinnen, insbesondere Dehnungsausgleicher, Rinnenkästen und Rinnenwinkel anfertigen
Anfertigen und Montieren von lufttechnischen Anlagen (u.a.: Formstücke, insbesondere Bögen und Verzweigungen anfertigen und montieren
Transportieren von Bauteilen und Baugruppen (u.a.: Hebezeuge, insbesondere Seilzüge und Winden handhaben
Herstellen von Fugenabschlüssen sowie Durchführung von Wärmedämm- und Dichtungsmaßnahmen (u.a.: Maßnahmen zur Schalldämmung an Rohr- und Aggregatbefestigungen durchführen)
Einbauen von Energiesammlern, Energieumsetzern und nachhaltigen Energienutzungssystemen (u.a.: Energiesammler und Energieumsetzer, insbesondere Sonnenkollektoren und photovoltaische Elemente in Dach- und Wandflächen einbauen
Anbringen von Fangeinrichtungen und von Ableitungen für den äußeren Blitzschutz
Berufausbildung, Arbeits- und Tarifrecht, berufsspezifische Randbedingungen (u.a.: Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung)
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs (u.a.: Beziehungen des ausbildenden Betriebes wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung)
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (u.a.: berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden)
Umweltschutz (u.a.: für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes)
Betriebliche und technische Kommunikation (u.a.: technische Unterlagen, insbesondere Skizzen und Zeichnungen lesen, erstellen und anwenden, Aufmaße anfertigen)
Kundenorientierte Kommunikation (Kundenwünsche ermitteln, auf Umsetzbarkeit prüfen mit dem betrieblichen Leistungsangebot vergleichen, Kosten abschätzen
Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen (u.a.: Zeitaufwand und personelle Unterstützung zur Durchführung von Arbeitsaufträgen abschätzen)
Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen (u.a.: Normen und Richtlinien zur Sicherung der Qualität, Bauteile auf Maßhaltigkeit, Dichtigkeit und sichere Verbindung prüfen)

 

Es mag der eine oder andere einwenden wollen, dass die Fertigkeiten und Fähigkeiten, die ein Geselle am Ende seiner Klempnerlehre erworben haben muss, in der Ausbildungsverordnung und der Tabelle umfassender dargestellt sind als dies für die Fertigkeiten und Fähigkeiten, die im Rahmen eines Gender Studiums erworben werden, der Fall ist. Darauf gibt es die folgenden Antwort:

“Das Zweitfach Geschlechterstudien/Gender Studies zielt auf die Vermittlung konkreter Kenntnisse, Methoden und Arbeitstechniken im Zusammenhang mit der Analyse der Kategorie Geschlecht… Konkretes Ziel ist, Fähigkeiten zur Analyse von Geschlechterverhältnissen in verschiedenen sozialen, politischen, historischen und kulturellen Kontexten auszubilden…”

KlempnerSo wird die Zielsetzung im Studienfach Geschlechterstudien von der HU-Berlin selbst beschrieben. Das Studium der Geschlechterstudien hat Geschlechterstudien zum Gegenstand, die mit Methoden und Arbeitstechniken in einem Zusammenhang stehen und deren konkretes Ziel die Fähigkeit zur Analyse von Geschlechterverhältnissen ist. Trotz aller Betonung von Methoden und Arbeitstechniken ist es uns nicht gelungen, einen Einführungskurs in Statistik, Methoden der empirischen Sozialforschung, Logik oder auch nur die Kunst, richtig zu zitieren, zu finden. Kurz: Gegenstand, Nutzen und Ziel von Geschlechterstudien sind unbekannt. Was man mit einem studierten Geschlechterstudienbetreiber soll, ist ebenso unklar. Vermutlich müssen deshalb Ministerien wie das Ministerium für FSFJ ständig geschlechtsbezogene Programme auflegen, um den Absolventen ein Auskommen zu verschaffen, und zwar auf Kosten von Steuerzahlern, woraus der Schluss folgt: Geschlechterstudierte schaden dem Bruttoinlandsprodukt, sie verbrauchen Steuermittel und schaffen keinen erkennbaren Mehrwert.

Dagegen hat man keinerlei Probleme den Mehrwert zu benennen, den ein Klempner erwirtschaftet, ebenso wenig wie man Probleme hat, die Kenntnisse und Fähigkeiten zu benennen, die ein Klempner nach Abschluss seiner Lehre hat.

Wie kommt es vor diesem Hintergrund, dass Genderstudierte, die doch in der Regel linkem Gedankengut anhängen, für sich in Anspruch nehmen, eine höhere soziale Stellung in der Gesellschaft einzunehmen, als der Arbeiter Edwin aus der Siedlung? Man kann diese seltsame Erscheinug moderner Gesellschaften, in denen eine Klasse von Studierten, deren einziger Beitrag darin besteht, eine Perspektive auf etwas zu haben, deren Nutzen nicht erkennbar ist, eine höhere Bezahlung, einen höheren Platz in der Sozialstruktur reklamieren kann als ein Klempner, der jeden Arbeitstag aufs Neue die Wirtschaft und somit den Wohlstand aller befördert, nur als eine Erscheinung gesellschaftlicher Degeneration ansehen und sich wundern, dass all die Bekenntnis-Linken damit so gar keine Probleme haben.

 

©ScienceFiles, 2014

Schlechte Nachrichten: Es gibt nichts umsonst

Das folgende Fundstück wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten. Es sind rund sieben Minuten aus einem Vortrag von Milton Friedman, in denen er auf einfache und prägnante Art und Weise zeigt, dass es nichts umsonst gibt, dass der Glaube, eine Regierung könne Leistungen bereitstellen, die den einzelnen nichts kosten, ein Irr-Glaube ist. Ebenso wie der Glaube, wenn man Unternehmen besteuere, dann kämen die Steuern aus einem Topf, der nicht von Arbeitern gefüllt werden müsse.

Friedman zeigt in nicht ganz vier Minuten, wie einfach der Trick ist, den Politiker und Gewerkschaftsfunktionäre gerne anwenden, um Arbeitnehmern weiß zu machen, die Teilung der Sozialabgaben zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer würde Arbeitnehmer entlasten, käme ihnen zu gute,

Kurz: die sieben Minuten zeigen, dass alle Leistungen, die eine Regierung mit viel Selbstlob und Tamtam und als auf die Beseitigung der sozialen Ungleichheit gerichtet, anpreist, genau diese soziale Ungleichheit nicht beseitigen, sondern noch vertiefen, denn diejenigen, denen geholfen werden soll, sind diejenigen, die aufgrund ihrer geringen Einkommen überproportional für ihre eigene Besserstellung, die entsprechend zu einer Schlechterstellung werden muss, aufkommen müssen.

Es gibt eben keinen “free lunch” und das Schlimmste was Mitgliedern der unteren Klasse geschehen kann, ist, dass ihnen Funktionäre und Politiker helfen wollen, denn beide haben nur die eigenen Interessen und die der Klasse zu der sie gehören, im Sinn. Deshalb täuschen sie einfache Arbeitnehmer und erzählen, ein Humbug wie die Frauenförderung käme Friseusen, Putzfrauen oder Verkäuferinnen zu gute.

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Und weil derjenige, der sich auf die Regierung verlässt, verlassen ist, gibt es nur eines: Humankapital bilden, und zwar zusätzliches Humankapital, zusätzlich zu Schule und Studium. Dies zeigt eine neue Untersuchung aus den USA, die gerade von Marjan Houshmand, Marc David L. Seidel und Dennis G. Ma veröffentlicht wurde.

Unter der Überschrift “Beneficial ‘Child Labor'” zeigen die Autoren, dass Jugendliche, die während ihrer Schulzeit und während ihres Studiums einen Job hatten, selbst wenn es sich dabei um das Drehen von Hamburgern bei McDonalds gehandelt hat, nach Abschluss ihrer Ausbildung einen besseren Beruf mit einem höheren Einkommen ergriffen haben als Jugendliche, die lieber auf der faulen Haut lagen oder dem vertraut haben, was ihnen besorgte Pädagogen anraten: Ihre Kindheit und Jugend vermeintlich zu genießen indem sie nichts Nützliches tun.

Auch hier gibt es keinen “free lunch”, vielmehr ist der Rat, doch besser nicht während Kindheit und Jugend zu arbeiten, ein teurer Rat, den die Beratenen zu zahlen haben, durch ein geringeres Einkommen und einen schlechteren Beruf. Denn: die Forschung von Houshmand, Seidel und Ma zeigt: ein Job bereitet Kinder und Jugendlichen auf den beruflichen Alltag vor, vermittelt ihnen Qualifikationen und Kompetenzen, die sie anderen Jugendlichen voraushaben und auf dem Arbeitsmarkt gewinnbringend einsetzen können.

Friedman Capitalism and FreedomSchließlich: Je mehr Jugendliche arbeiten (unter den 246661 kanadischen Teenagern, die im Alter von 15 Jahren befragt und dann über die nächsten zehn Jahre regelmäßig aufs Neue befragt wurden, waren Teenager, die bis zu 43 Wochenstunden während der Ferien arbeiteten), desto besser sind ihre Berufsaussichten.

Um das Thema “free lunch” abzuschließen: Auch weibliche Bewerber, die sich Aussichten auf eine Stelle im Rahmen sogenannter Frauenförderung machen, haben schlechte Aussichten, denn die bestbezahlten Jobs, sind genau die, die die Frauenförderung einfach nicht erreichen kann: IT, Ingenieurwissenschaft und Mathematik. Studenten, die nach ihrem Studium einen Job in diesen Bereichen annahmen, hatten ein um 31% höheres Jahreseinkommen als Studenten, die eine andere Fachrichtung studierten, so berichtet das US-amerikanische Department of Education.

Auch hier hilft es also nichts, auf die Regierung zu warten: belohnt werden nach wie vor Kenntnisse und Leistungen, und wer sie nicht vorzuweisen hat, kann kein Einkommen erwarten, wie derjenige, der sie vorzuweisen hat.

Dieser Zusammenhang gilt in den USA. In Deutschland werden derzeit im Rahmen der Frauenförderung Anstrengungen unternommen, diese vermutlich als patriarchale Struktur befeindete Tatsache, die sich direkt aus der conditio humana ableitet, zu beseitigen und Nicht-Leistung zu honorieren, wie das im Sozialismus so üblich ist und wie es regelmäßig dazu führt, dass sozialistische Regime über kurz oder lang, entweder eine Mauer bauen müssen, um die Fähigen unter ihrer Bevölkerung am Abwandern zu hindern oder an der eigenen Ideologie verenden, weil dann, wenn Nicht-Leistung honoriert wird, über kurz oder lang niemand mehr leistet.

Der letzte Sargnagel für den Gender Pay Mythos: Schlechtere Bezahlung wegen geringerer Produktivität

Fabian Ochsenfeld ist Soziologe an der Goethe-Universität in Frankfurt, mit einem Hang zu Themen, die ihn unbeliebt machen. So haben wir bereits in der Vergangenheit über eine Arbeit von Ochsenfeld berichtet, in der er den Mythos der Gläsernen Decke vollständig als solchen enttarnt hat.

Damals hat er gezeigt, dass die Wahl des Studienfachs und die Entscheidung, sich fortzupflanzen, die beiden Variablen sind, die die Wahrscheinlichkeit, in eine leitende Position zu gelangen, determinieren.

wrecking ballNun hat Fabian Ochsenfeld wieder einen Beitrag veröffentlicht bzw. steht dessen Veröffentlichung bevor: Why Do Women’s Fields of Study Pay Less?, so lautet die Überschrift des Beitrags, der darauf wartet, in der European Sociological Review veröffentlicht zu werden. Ausgangspunkt der Untersuchung ist die bekannte Tatsache, dass Berufe, in denen mehr Frauen als Männer tätig sind, mit einem geringeren Lohn verbunden sind. Warum, so fragt Ochsenfeld, erhalten Frauen in ihren Berufen geringere Löhne? Die Forschungsfrage ist so konservativ gestellt, dass sie sicherstellen sollte, dass die Angst der Herausgeber der European Sociological Review vor einer Veröffentlichung von Ergebnissen, die zeigen, dass der Feminismus auf einer Basis falscher Behauptungen aufsetzt, sie nicht vor einer Veröffentlichung zurückschrecken lassen wird.

Auf die Frage, warum in Frauenberufen geringere Löhne bezahlt werden, gibt es drei Antworten:

Die übliche Verschwörungstheorie kommt aus der feministischen Ecke: Sie behauptet, dass die Löhne in Frauenberufen deshalb geringer sind als in Männerberufen, weil es sich um Frauenberufe handele und Frauenberufe gesellschaftlich, also durch das angeblich herrschende Patriarchat, abgewertet würden. Dies ist zum einen eine Tautologie und zum anderen eine Variante des “Frauen-sind-Opfer-Mythos”, an dem Feministen seit Jahrzehnten bestens verdienen.

Die Rollentheorie geht dagegen von Menschen aus, die mit einem freien Willen ausgestattet sind, der freie Wille ist auch bei Frauen vorhanden, weshalb es prinzipiell und im Gegensatz zu feministischen Annahmen möglich ist, dass Frauen ihren Beruf frei wählen, was die weitere Möglichkeit umfasst, dass Frauen, die Karriere machen wollen, hochbezahlte Berufe ergreifen. Entsprechend wird die Klumpung von Frauen in Berufen, die geringer entlohnt werden, Ergebnis einer Selbstselektion durch die entsprechenden Frauen. Sie suchen nach einem Beruf, der nicht zu viel Engagement von ihnen fordert und es ihnen ermöglicht, eine oder mehrere Auszeiten aus welchen Gründen auch immer zu nehmen. Prominent hat Catherine Hakim (2000) diese Theorie gemacht.

Die Humankapitaltheorie geht davon aus, dass der Lohn, den Arbeitnehmer erhalten, eine Funktion ihrer Produktivität ist, die wiederum eine Funktion ihres Humankapitals ist. Arbeitnehmer, die viele Fertigkeiten und Fähigkeiten erworben haben, die motiviert und einsatzbereit sind, können entsprechend ihr Humankapital zu einem höheren Preis verkaufen als diejenigen, die das nicht sind.

Aus den beiden Theorien, der Humankapitaltheorie und der Rollentheorie und aus der feministischen Behauptung leitet Ochsenfled Hypothesen ab, die er auf Grundlage eines sehr guten Datensatzes testet. 4.092 Absolventen, die im Jahre 1997 eine Hochschule mit einem Abschluss verlassen haben, wurden 1997 und 2002 im Rahmen des HIS Absolventenpanels befragt. Da es sich bei dem Datensatz um ein Panel handelt, das Daten für dieselben Befragten zu mehreren Zeitpunkten enthält, ist es möglich, die Berufskarriere nach Verlassen der Hochschule nachzuzeichnen und zu untersuchen, welche Faktoren die Höhe des Stundenlohns, den Absolventen 5 Jahre nach Abschluss ihres Studiums erhalten, determinieren und die drei oben genannten Theorien bzw. Behauptungen zu prüfen.

Die Analyse von Panel- oder Verlaufsdaten, ist das beste, was die Sozialforschung zu bieten hat. Entsprechend sind die Ergebnisse, die nun berichtet werden, Ergebnisse, die auf Daten basieren, deren Gültigkeit man kaum in Zweifel ziehen kann.

Was erklärt nun die geringeren Löhne von Frauen im Vergleich zu Männern?

Die Antwort lautet wie folgt:

  • scully facepalmDer Anteil der Frauen in einem Beruf hat keinen Effekt auf den Stundenlohn. D.h. Berufe werden nicht geringer entlohnt, weil sie vornehmlich von Frauen ausgeübt werden. Ganz im Gegensatz zu dem, was die feministische Mythenbildung behauptet.
  • Die Frage, ob das eigene Studium mit Blick auf das nachfolgende Verdienst ergriffen wurde, mit Blick auf die damit verbundene Möglichkeit, berufliche Karriere zu machen und mit Blick darauf, das Ziel eines hohen Verdiensts zu erreichen, hat einen erheblichen Einfluss auf den erzielten Stundenlohn. Ochsenfeld hat die drei Einzelpunkte in einen Index zusammengefasst, den er Breadwinner-Index nennt. Er beantwortet schlicht die Frage, ob jemand plant, nach seinem Studium auf eigenen Beinen zu stehen oder nicht.
  • Die demographischen Variablen, die einen geringeren Lohn zum Ergebnis haben, können wie folgt zusammengefasst werden: Vornehmlich Frauen aus Westdeutschland, die über wenig bis keine Erfahrung im Beruf verfügen und sich auch während des Studiums keine Berufserfahrung angeeignet haben, die keine innerbetriebliche Weiterbildung mitgemacht haben, verdienen weniger als Frauen und Männer auf die die gemachten Einschränkungen nicht zutreffen.

Ochsenfeld interpretiert seine Ergebnisse vornehmlich als Beleg für die Rollen-Theorie, eine – wie wir finden – Interpretation, die man nicht unbedingt vornehmen muss, denn sein “Breadwinner-Index”, der die Wichtigkeit des Verdienstes nach dem Studium, die Auswahl des Studiums im Hinblick auf das Verdienst und die Intensität, mit der diese beiden Ziele verfolgt wurden, zusammenfasst, diskriminiert nicht zwischen Männern und Frauen. Der Index diskriminiert zwischen Absolventen, für die das Studium ein Zugang zu einem hohen Verdienst ist und die ihr Studium genau aus dem Grund, später ein hohes Verdienst zu erreichen, auswählen und denen, die andere Gründe für ihr Studium haben.

Insofern findet eine Selbstselektion entsprechender Studenten in Studienfächer, die Zugang zu hoch entlohnten Berufen gewährleisten, statt, und diese Selbstselektion umfasst mehr männliche als weibliche Studenten. Die Unterschiede zwischen Studenten, die man als hochmotivierte und auf ihr Berufsleben ausgerichtete Studenten, als karriereorientiert ansehen kann und den anderen Studenten, verstärken sich nach Abschluss des Studiums, denn die karriereorientierten unter den Absolventen vergrößern ihren Vorsprung zu den anderen Absolventen durch Weiterbildung, Training und Erfahrung. Sie erhöhen ihr Humankapital und damit den Preis, den sie für ihre Arbeitskraft verlangen können.

Es ist nicht verwunderlich, dass sich Ochsenfeld scheut, diese Interpretation an seine Daten heranzutragen. Er will die Wahrscheinlichkeit der Veröffentlichung seiner Ergebnisse ja nicht auf Null reduzieren und dass die von ihm beschriebenen Unterschiede Unterschiede zwischen Studenten sind, die in erster Linie Karriere machen wollen und Studenten, die sich ein Hintertürchen offen halten wollen, das sie vom Arbeitsmarkt entlässt und in Familie machen lässt, ist ja auch richtig. Es ist aber nur ein Teil der Wahrheit:

rent-seeking-gordon-tullock-paperback-cover-artDie ganze Wahrheit lautet: Viele Frauen sind nicht bereit, die selben Investitionen in ihre berufliche Karriere zu machen wie Männer. Sie sind nicht bereits, sich über Gebühr zu engagieren, wollen sich nach Möglichkeit nicht übermäßig weiterbilden, nicht ständig ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten verbessern, sie wollen schlicht weniger Aufwand für ihren Beruf betreiben als die meisten Männer. Entsprechend ist ihre Produktivität geringer als die Produktivität hochmotivierter und karriereorientierter vornehmlich Männer, und als Folge höherer Produktivität erhalten Letztere höhere Löhne. Das ist schlicht fair.

Und damit sind wir abermals am Kern dessen, man kann es nicht oft genug sagen, was Feminismus ausmacht. Feminismus ist eine Ideologie, der es nicht um Fairness geht, was man schon daran erkennt, dass der Begriff des Humankapitals von Feministen abgelehnt wird. Humankapital betont den Wert des Einzelnen, den Wert der Investitionen in die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Das gerade lehnen Feministen ab. Ihnen geht es nicht um den Wert des Einzelnen, um seine Leistungen und eine gerechte Honorierung für diese Leistungen, sondern darum, sich selbst einen unverdienten Vorteil zu verschaffen.  Feminismus ist der Versuch, gesellschaftliche Ressourcen zu besetzen, und zwar gerade nicht aufgrund eigener Verdienste oder Leistungen.

Entsprechend hat Feminismus wie jede Ideologie ein gestörtes Verhältnis zur Realität. Die Realität ist der größte Feind des Feminismus, entlarvt sie doch die Behauptungen, die von Feministen aufgestellt werden, als haltlos, unbegründet oder schlicht als Lügen, um Vorteile für sich und auf Kosten anderer zu erheischen. Deshalb agitieren Feministen gegen die Rationalität, die Empirie, deshalb ignorieren sie empirische Forschung und wiederholen monoton und gebetsmühlenartig ihr ewiges Lamento.

Die Untersuchung von Ochsenfeld hat eine weitere Behauptung der Feministen, nämlich, dass die Arbeit von Frauen abgewertet, ihre Berufe unterbezahlt sind, als falsche Behauptung entlarvt. Nicht das böse Patriarchat sorgt dafür, dass Frauenberufe geringer bezahlt werden, sondern die geringeren Anforderungen, die geringeren Investition von vielen Frauen in ihre Berufstätigkeit, die geringere Produktivität der von ihnen gewählten Berufe sind die Ursachen. Und damit wird klar und deutlich, worauf Feminismus abzielt: Nicht auf die Gleichberechtigung von Frauen, sondern auf Gleichstellung, darauf, den eigenen Günstlingen Vorteile zu verschaffen, die sie in der Konkurrenz mit anderen aufgrund fehlender Fertigkeiten, Fähigkeiten, fehlenden Engagements und fehlender Bereitschaft, in die eigene Karriere zu investieren, nie erreicht hätten.

Vielleicht wird langsam auch in Deutschland akzeptiert, was nicht von der Hand zu weisen ist: Der Feminismus ist ein Anschlag auf die Gerechtigkeit.

Ochsenfeld, Fabian (2014). Why Do Women’s Fields of Study Pay Less? A Test of Devaluation, Human Capital, and Gender Role Theory. European Sociological Review (online first).

Macht Ungerechtigkeit krank? Von einer Persiflage auf Wissenschaft

Gleich vorweg: Gerechtigkeit wird in der Regel als Equität aufgefasst, d.h. ein subjektives Gerechtigkeitsempfinden ergibt sich als Ergebnis eines Vergleichs der Bewertung des Verhältnisses eigener Anstrengung im Verhältnis zu dem damit erzielten Nutzen mit dem Verhältnis von Anstrengungen und Nutzen relevanter Vergleichspersonen.

equityDiese Konzeptionalisierung macht sehr deutlich, dass Gerechtigkeit kein absolutes, sondern ein relationales Maß ist. Man kann dies angesichts der Legionen unsinniger Publikationen, die Begriffe und Konzepte wild durcheinander werfen und von Chancengerechtigkeit bis Ergebnisgleichheit willkürlich nominale Verbindungen herstellen, nicht oft genug betonen.

Demgemäß lösen sich unsinnige Konzepte wie “soziale Gerechtigkeit” von selbst auf, denn es kann keine Gerechtigkeit als absolute Größe geben, denn dummerweise ist das Empfinden von Menschen bislang nicht durch staatliche Reglementierung steuerbar. Gerechtigkeit ist ein zutiefst individuelles Konzept, das sich nur auf Individuen richten kann und daher keine soziale Ausprägung annehmen kann. Wird Gerechtigkeit sozialisiert, sollen Gruppen z.B. unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit bevorzugt werden, dann geht damit unweigerlich ein Verstoß gegen das Gerechtigkeitsempfinden der Mitglieder der Gruppen, die entsprechend benachteiligt werden, einher. So einfach ist es, Programme zur Förderung von Gruppen wie Frauen als Programme institutionalisierter Ungerechtigkeit zu identifizieren, deren Ziel nicht in Gerechtigkeit besteht, sondern in Bevorzugung und das hat mit Gerechtigkeit nun gar nichts zu tun, aber mit Ungerechtigkeit.

Dies gesagt, gibt es eine auf den ersten Blick interessante Untersuchung zu berichten, die Reinhard Schunck, Carsten Sauer und Peter Valet (2013) erstellt haben. Die Autoren untersuchen den Zusammenhang zwischen empfundener Gerechtigkeit und subjektiver Einschätzung der eigenen Gesundheit. Die Legitimation für die Untersuchung dieses Zusammenhangs entnehmen sie aus dem “Konzept der sozialen Gratifikationskrise”, das unter pompösem Begriffsaufbau die schlichte Erwartung formuliert, dass Personen, die eine Ungerechtigkeit zwischen Aufwand und Ertrag z.B. beim Einkommen empfinden, aus dieser Dissonanz Stress entwickeln und nachfolgend eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, krank zu werden.

Ob eine empfundene Ungerechtigkeit des Einkommens mit einer schlechteren Einstufung der eigenen Gesundheit einhergeht, ist eine empirische Frage, eine Frage, die die Autoren auf der Grundlage der Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) zu beantworten suchen. Und hier beginnen, wie immer, wenn mit dem SOEP gerechnet wird, die Probleme:

  • SOEP 662Die im SOEP enthaltene Frage nach der empfundenen Gerechtigkeit des eigenen Einkommens, ist keine Frage, die einen Vergleich beinhaltet, vielmehr wird schlicht gefragt: “Ist das Einkommen, das Sie in Ihrer jetzigen Stelle verdienen, aus ihrer Sicht gerecht?” Man muss also hoffen, dass Befragte bei Ihrer Antwort den Vergleich zwischen Aufwand und Ertrag und mit Vergleichspersonen anstellen, der im Konzept gefordert ist.
  • Die Frage nach dem Gesundheitszustand lautet: “Wie würden Sie ihren gegenwärtigen Gesundheitszustand beschreiben? Sehr gut, gut, zufriedenstellend, weniger gut, schlecht.” Das ist eine typische Form von Manipulation in einer Befragung, die darauf zielt, ein paar Befragte rechts der Mitte, also bei der schlechten Einschätzung der eigenen Gesundheit zu haben. Korrekt wären ab zufriedenstellend die Antwortalternativen schlecht und sehr schlecht.
  • Irgendwie hat sich die Kenntnis, dass das SOEP ein Paneldatensatz ist, dass es also theoretisch pro Befragtem zu mehr als einem Zeitpunkt Antworten gibt, bei den meisten Autoren, die damit rechnen, gesetzt. Die Art und Weise, in der die Paneldaten genutzt werden, ist jedoch, trotz pompöser Begriffe wie: Hybrid-Modell oder “random effect Regressionsmodell” eher rustikal und reduziert sich darauf, die mehrfachen Angaben von Befragten einfach zu addieren und so zu tun, als hätte man einen Befragten, der zu zwei Zeitpunkten etwas gesagt hat, doppelt. Der Nutzen eines Paneldatensatzes geht damit weitgehend verloren und, die Aussagekraft der Ergebnisse ist schlechter als sie sein könnte.
  • Schließlich zeigt sich in den Analysen von Schunck, Sauer und Valet, was sich bei Analysen mit dem SOEP immer zeigt: Man startet voller Zuversicht und stellt rasch fest, dass bei näherer Betrachtung nicht viel bleibt – vom Panel. Magere 2 Beobachtungen pro Befragtem sind für die Analysen von Schunck, Sauer und Valet vorhanden, es ist, mit anderen Worten, nicht viel Panel übrig geblieben, was die Erklärung dafür zu sein scheint, dass die Autoren ihren Datensatz nicht wirklich als longitudinalen Datensatz behandeln.

Dies gesagt, hier die Ergebnisse – Zunächst für die Frage: Wer ist der Ansicht, die Höhe seines Einkommens sei ungerecht?

  • Ein Drittel aller 12.268 Befragten ist der Ansicht, ihr Einkommen sei nicht gerecht.
  • Die Wahrscheinlichkeit, das eigene Einkommen als ungerecht zu empfinden, sinkt mit geringer werdendem Einkommen.
  • Personen mit mittlerer und niedrigerer Bildung haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, ihre Einkommen als ungerecht zu bewerten als Personen mit hoher Bildung.
  • Vollzeiterwerbstätige haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, ihr Einkommen als ungerecht zu empfinden, als Teilzeiterwerbstätige.
  • Ostdeutsche empfinden ihr Einkommen mit höherer Wahrscheinlichkeit als ungerecht als Westdeutsche.
  • Es gibt keinerlei Unterschied zwischen Männern und Frauen im Hinblick auf die Bewertung des eigenen Einkommens

ZufriedenstellendWas die Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes angeht und den Zusammenhang mit der Einschätzung der Gerechtigkeit des eigenen Einkommens, so ist vorwegzuschicken, dass die Ergebnisse auf 57,4% der Befragten basieren, die ihren Gesundheitszustand als “gut” oder “sehr gut” einschätzen, und 42,6%, die ihren Gesundheitszustand als “zufriedenstellend”, “weniger gut” oder “schlecht” bezeichnen. [Warum zufriedenstellend zu "schlecht" und nicht zu "gut" geschlagen wurde, ist eine offene Frage, deren Antwort vermutlich: Fallzahl lautet. Wären alle, die ihre Gesundheit als zufriedenstellend bezeichnen, der Kategorie "gut" zugeschlagen worden, dann wären vermutlich nicht viele Befragte für die Kategorie "schlecht" übrig geblieben.] Untersucht wird demnach nicht, guter und schlechter Gesundheitszustand sondern bestenfalls besser im Vergleich zu schlechter eingeschätzer Gesundheitszustand. Wie so oft, bewegen wir uns im Bereich der Daten-Ambiguität, die verhindert, dass man so richtig weiß, was man eigentlich gemessen hat – geschweige denn, wie man es interpretieren soll.

Auf Basis dieser Daten-Ambiguität kann festgestellt werden, dass zwischen denen, die ihre Einkommen als gerecht empfinden und denjenigen, die ihr Einkommen als nicht gerecht empfinden, ein Unterschied im Hinblick auf die Einschätzung ihrer Gesundheit als besser oder schlechter von gerade einmal 3,9% (60,9% im Vergleich zu 57%) besteht.

Und nun kommt die fast schon unvermeidliche logistische Regression, dieses Mal im Gewand einer logistischen Hybrid Panelregression (klingt gut, oder?). Die logistische Hybrid Panelregression ergibt, dass eine bessere Einschätzung der eigenen Gesunheit:

  • vom Einschätzung, ein ungerechtes Einkommen zu erhalten, beinträchtigt wird,
  • von der Zufriedenheit mit dem eigenen Arbeitsplatz befördert wird,
  • von mittlerer und höherer Bildung befördert und
  • von geringerem Alter behindert wird.

Anders formuliert: Zwischen der Einschätzung des eigenen Einkommens als gerecht und der Einschätzung der eigenen Gesundheit, scheint ein Zusammenhang zu bestehen. Das ist ein Ergebnis der Analysen, die Schunck, Sauer und Valet gerechnet haben.

Diese Analysen haben sie unter dem Titel “Macht Ungerechtigkeit krank? Gesundheitliche Folgen von Einkommens(un)gerechtigkeit” publiziert. Eine grobe Fälschung oder sagen wir eine innovative und von ihren Ergebnissen in keiner Weise gestützte Interpretation, die man wohl der Tatsache zurechnen muss, dass die Analysen von der Hans Böckler Stiftung finanziert wurden. Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um eine grobe Verfälschung ihrer Ergebnisse, denn die Autoren haben “Ungerechtigkeit” weder untersucht noch gemessen, und sie haben auch keine gesundheitlichen Folgen von Einkommens(un)gerechtigkeit gemessen.

forgerySie haben die subjektive Einschätzung, ob das eigenen Einkommen gerecht ist und die subjektive Einschätzung der eigenen Gesundheit untersucht. Wer die eigene Gesundheit als “zufriedenstellend” einschätzt, ist sicher nicht krank, nicht einmal eine Einstufung von “weniger gut” hat notwendig eine Krankheit zur Ursache. Und empfundende Einkommensgerechtigkeit hat in der Regel überhaupt nichts mit realer Einkommensungerechtigkeit zu tun. Erstere liegt dann vor, wenn ein Arbeiter seine Leistung im Vergleich zu anderen als besser bewertet, sein Einkommen im Vergleich zu anderen jedoch nicht. Letztere ist dann gegeben, wenn ein Arbeiter für die selbe Leistung ein geringeres Gehalt erzielt, was die “Einkommensgerechtigkeit” als das normative und weltfremde Makrokonzept ausweist, das sie nun einmal ist, denn: wo finden sich denn die identischen Menschen mit gleicher Leistung, die unterschiedlich bezahlt werden? Was die Fälschung und die Suggestion, die mit dem Titel versucht wird, noch ärgerlicher macht, ist die klägliche Qualität der Logistischen Hybrid Panelregression, die in einem Nagelkerke R-Quadrat von .133 ausgewiesen ist. Da Nagelkerkes R-Quadrat schon von Haus aus der Notnagel für schlechte Modelle ist, ist die Tatsache, dass nicht einmal dieser Wert eine relevante Höhe erreicht, für das gerechnete Modell weitgehend tötlich.

Dass die phantasierten Makro-Gerechtigkeitskonzepte keine Basis in der realen Welt haben und eigens dazu erfunden werden, um z.B. über ein phantasiertes Gender Pay Gap diskriminierende Maßnahmen wie eine Frauenquote zu fordern, wird sogar in den Ergebnissen von Schunck, Sauer und Valet deutlich:

“Interessanterweise unterscheiden sich Männer und Frauen nicht hinsichtlich der Berwertung ihres Einkommens: Sowohl ein Drittel der männlichen Beschäftigten als auch ein Drittel der weiblichen Beschäftigten geben an, dass ihr Erwerbseinkommen, gemessen an den Leistungen, die sie erbringen, zu gering sei. Angesichts des sogenannten gender-wage-gaps … war dieser Befund nicht erwartbar” (8).

Erwartbar ist dieser Befund dann, wenn man das Gender-Wage-Gap oder Gender-Pay-Gap als die Erfindung von Ideologen akzeptiert, die es nun einmal ist und die Realität, wie sie sich aus den Antworten von Befragten ergibt, dagegen stellt. Dann bleibt vom erfundenen Gender-Pay-Gap ebenso wenig wie von Phantasmen einer Makro-Gerechtigkeit oder sozialen Gerechtigkeit, die angeblich Gruppen und nicht Individuen zu gute kommen sollen.

Und was heißt das Ganze nun für die Eingangs gestellte Frage, ob Ungerechtigkeit krank macht? Nichts, denn leider wurde nicht Krankheit, sondern das subjektive Gesundheitsempfinden gemessen, und es wurde nicht Ungerechtigkeit, sondern Gerechtigkeitsempfinden gemessen. Entsprechend kann nur gesagt werden, dass es wohl unter denen, die sich subjektiv und im Hinblick auf ihr Einkommen ungerecht behandelt vorkommen und denjenigen, die von sich sagen, ihre Gesundheit sei zufriedenstellend, weniger gut oder schlecht, eine schwache Korrelation gibt.

Die Logik des Misslingens: Dummheit gepaart mit Opportunismus

Vor einiger Zeit haben wir auf ScienceFiles eine Studie untersucht, die ihrerseits anonyme Bewerbungen als Methode gegen Diskriminierung untersucht hat. Selbstverständlich kam die Studie zu einem positiven Ergebnis, schließlich war die Antidiskriminierungsstelle Auftraggeber der Studie, die von der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt an der Europa-Universität Viadrina durchgeführt wurde. Und wer zahlt, bestimmt bekanntlich. Entsprechend verkündet die Antidiskriminierungsstelle gestützt auf die vermeintlich wissenschaftliche Studie:

“Ein kurzer Blick auf Namen, Geschlecht oder Alter reicht oft, um eine Bewerbung auszusortieren. Beim anonymisierten Bewerbungsverfahren wird auf Angaben wie Name, Geburtsdatum oder Herkunft verzichtet, so dass ausschließlich die Qualifikation der Bewerbenden zählt. So werden nachweislich die Chancen insbesondere für Frauen oder auch Menschen mit Migrationshintergrund auf eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhöht.”

logo_anonymisierteBewerbungenDiese Behauptungen hätte man seitens der Antidiskriminierungsstelle auch aufgestellt, wäre das Gegenteil bei der Auftragsstudie herausgekommen, eine Behauptung, die leicht belegt werden kann, denn: Es ist das Gegenteil herausgekommen. Betrachtet man die Ergebnisse mit den Augen eines Wissenschaftlers und nicht mit den Augen dessen, der von der Antidiskriminierungsstelle beauftragt und bezahlt wurde, dann zeigen sich folgende Effekte:

  • Anonyme Bewerbungen haben den Effekt, dass weniger Bewerber eingeladen werden als dies bei nicht anonymisierten Bewerbungen der Fall ist (es werden also Kosten gespart – an sich gut);
  • Anonymisierte Bewerbungen haben keinerlei Effekt auf die Wahrscheinlichkeit von Frauen, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, aber sie haben einen Effekt auf die Wahrscheinlichkeit von Männern, und zwar einen negativen;
  • Anonymisierte Bewerbungen reduzieren die Wahrscheinlichkeit für Migranten, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden.

Unser abschließendes Votum zu dieser angeblichen Studie von der Viadrina Universität in Frankfurt an der Oder lautet wie folgt:

Die methodische Unbedarfheit, die die Autoren der Studie an den Tag legen, grenzt an Ignoranz und die Interpretation der Ergebnisse an Betrug oder kollektives Halluzinieren. Das ganze Machwerk ist eine Schande für die Gemeinde der empirischen Sozialforscher.

Aber, ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert, so lautet wohl das Motto der Viadrina Universität in Frankfurt an der Oder, die sich nicht nur als Produzent dieses herausragenden Beleges für Wissenschafts-Junk verdient gemacht hat, sondern den Ladenhüter anonymisierter Bewerbungen, weil es sonst scheinbar niemand machen will, nunmehr auch als “erste Hochschule bundesweit” in die Tat umsetzt:

“Menschen mit Migrationshintergrund oder Handicap, Frauen und ältere Arbeitnehmer: Auf der Suche nach einem attraktiven Arbeitsplatz fühlen sie sich häufig benachteiligt. Die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) zeigt nun, dass es aus Arbeitgebersicht auch anders gehen kann: Als erste Hochschule bundesweit erprobt sie, wie anonymisierte Bewerbungen – ohne Angabe des Namens, Alters, Geschlechts und der Nationalität – eingesetzt werden können. „Ziel der Viadrina ist es, die Auswahlverfahren garantiert diskriminierungsfrei zu gestalten und jeder Bewerberin und jedem Bewerber die gleiche Chance auf eine Einstellung zu ermöglichen“, sagte Viadrina-Präsident Dr. Gunter Pleuger zum Auftakt des Projekts. Angewandt wird das anonymisierte Bewerbungsverfahren für alle Stellen in der gesamten Verwaltung.”

Anonymer-LebenslaufWelche noble Gesinnung doch an der Viadrina Universität herrscht, eine noble Gesinnung, die an die Stelle wissenschaftlicher Kenntnisse, Methoden und entsprechend valider Forschung getreten zu sein scheint. Die Viadrina geht voran: um zu verhindern, dass sich Bewerber diskriminiert fühlen, werden Bewerbungen nur noch anonym geprüft, universitätsweit, naja, fast: universitätsverwaltungsweit. Ab sofort garantiert die Viadrina diskriminierungsfreie Bewerbungsverfahren, das sind große, fast großspurige Worte, insbesondere wenn damit Gefühle bei Bewerbern, die sich regelmäßig dem direkten Zugriff der Arbeitgeber entziehen, adressiert werden. Aber, wer nun denkt, die noble Geste und die großen Worte seien aufgeblasene Symbolik ohne Wert, ein weiterer Versuch einer Universität in der Diaspora zumindest verbal zur Gemeinde der Wissenschaft zu gehören, der muss sich belehren lassen, denn, wie man der Pressemitteilung der Viadrina-Universität entnehmen kann:

“Anonymisierte Bewerbungen verteilen die Chancen gerechter, wie ein Modellprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) im Jahr 2012 gezeigt hat. Zudem schaffen sie Transparenz im Auswahlverfahren. Durch den Verzicht auf persönliche Angaben wird im Bewerbungsprozess der Blick auf Eignung und Qualifikation gelenkt.”

Ach ja, das Modellprojekt der Antidiskriminierungsstelle ist kein anderes als die Studie der Viadrina Universität, von der wir eingangs berichtet haben. Modellprojekt klingt natürlich besser, und tatsächlich haben sich ja L’Oreal, die Deutsche Telekom, die Deutsche Bundespost und das Ministerium für FSFJ an diesem Modellprojekt beteiligt, die Riege der Musterschüler also, die immer schon lachen und jubeln, bevor die Pointe der Geschichte erzählt ist. Beteiligt meint in diesem Fall, die Unternehmen und das Ministerium haben die Daten bereitgestellt, die an der Viadrina Universität mit einer ganz eigenen methodischen Interpretation, die man auch methodische Unkenntnis nennen kann, ausgewertet wurden.

Ganz nebenbei erfährt man, dass an der Viadrina Universität in Frankfurt an der Oder Qualifikation nicht zu den persönlichen Angaben gezählt wird und wohl als eine Form sozialisierten Gemeinguts beansprucht wird. Das erklärt dann vermutlich den Ruf, den die Viadrina in der Wissenschaftswelt nicht erarbeitet, aber doch für das, was sich dort geleistet wird, erhalten hat.

Logik des MisslingensWenn es darum geht, Gutes zu tun, dann sind Gutmenschen eben nicht zu stoppen, auch nicht durch Fakten, die zeigen, dass ihr Tun zwar ihrer Psyche Gutes tun mag, ansonsten aber bestenfalls effektlos, schlimmstenfalls schädlich ist. Die Guttuer leben in der Welt der Intention. Negative Effekte ihres Guttuns sind der Kollateralschaden, der in Kauf genommen wird, um das eigene Wohlbefinden zu begründen, die eigene Gutheits-Grandeur zur Schau zu stellen. Symbolik ist auf dem Feld der Gutmenschen das A und O, Fakten die störenden Variablen, die man besser ignoriert. Und überhaupt: Wo gehobelt wird, da fallen eben Späne – man soll eben nicht so puristisch sein und am Ende noch Steuergelder, die vergeudet werden, oder Fetische, die an die Stelle von Realität gesetzt werden, bejammern. Es lebe die Intention, Gutes zu tun. Was daraus folgt, ist unerheblich.

Aber eines muss man den Gutmenschen lassen, sie haben ein Potential zur Erheiterung ihrer Umwelt. Um unseren Lesern zum Abschluss dieses Posts auch ein bischen Spass zu gönnen, hier ein Muster von der Antidiskriminierungsstelle, das zeigt, wie man ein Anschreiben schwärzt, um denjenigen, die es lesen, das Erraten des Geschlechts des Bewerbers so einfach wie möglich zu machen – dummerweise haben deutsche Wörter unterschiedliche Anzahlen von Buchstaben, die zeitweise alles offenbaren, was man eigentlich geheimhalten wollte. Aber, wie gesagt, es geht nicht um das, was ist, sondern um das, was intendiert ist, um denjenigen, die es intendieren, ein psychologisches Hochgefühl zu verschaffen, und es ihnen zu ermöglichen, sich als guter Mensch in ihrer Sicht und als … [bitte durch Leser per Kommentar füllen] aus Sicht der anderen zu präsentieren.

Hier also das Schwärzungsmuster, das an ihre Frau Exzellenz gerichtet ist, vermutlich von Frau Hausbacken-Unterwurf. Das Muster-Anschreiben stammt nicht aus dem deutschen Kaiserreich. Wer auch immer es erstellt hat, scheint jedoch in den Zeiten zu schwelgen, in denen der Plebs vom Adel unterschieden wurde und die Anrede “Ihre Exzellenz” zumindest normaler war als heute.

ADS_Muster_Schwarz

Nachtrag

Falls sich jemand wundert, dass die anonymisierten Bewerbungen, die angeblich so effektiv im Verhindern von Diskriminierung sind, nur für Einstellungen innerhalb der Verwaltung der Viadrina Universität gelten und entsprechend für wissenschaftliche Positionen weiterhin eine Diskriminierung nach Geschlecht, Herkunft und was auch immer in Kauf genommen wird, dem sei gesagt, die Auslassung hat System. Der ganze Zweck des Professorinnenprogramms stünde ja in Gefahr, wenn man nicht sicher sein kann, einen weiblichen Bewerber zu wählen. Am Ende wählt man einen männlichen Bewerber und die ganze schöne Finanzierung durch BMBF und Kultusministerium ist dahin. Nein, Diskriminierung ist dann, wenn es um wissenschaftliche Positionen geht, gewünscht. Folglich haben noble Gesten da ihre Grenzen, wo es an die gewünschte Form von Diskriminierung geht, wie dies ja auch an Schulen der Fall ist, an denen anscheinend noch niemand außer uns auf die Idee gekommen ist, die Lehrerleistung und Schülerbewertung unabhängig und anonymisiert prüfen zu lassen.

Steuerknechtschaft: Durchschnittsarbeitnehmer zahlt mehr als 50% Steuern

New Direction – Foundation for European Reform hat gerade eine Studie veröffentlicht, die es in sich hat. Es geht darin um die Steuerlast, die ein durchschnittlicher Arbeitnehmer  zu tragen hat.

Berechnet wurde eine reale Steuerlast, also die Steuerlast, die über Einkommenssteuer, Sozialversicherungsabgaben und Mehrwertsteuer entsteht. Sonstige Steuern, aus dem vielfältigen Arsenal der Besteuerung, wie z.B. Tabaksteuer, Schaumweinsteuer, Stromsteuer, Branntweinsteuer, Energiesteuer, Versicherungssteuer, Kraftfahrzeugsteuer, Solidaritätszuschlag uvm. sind also nicht berücksichtigt.

Warum die Autoren der Studie die Steuerlast, die nur ein Bruchteil der realen Steuerlast darstellt, reale Steuerlast genannt haben, bleibt ihr Geheimnis.

Dass die genannten Steuerarten nicht berücksichtigt wurden, liegt daran, dass die Zielsetzung der Studie darin besteht, “die Steuer- und Abgabenlast der Beschäftigten in den 28 EU-Staaten” und dabei “Äpfel mit Apfeln” zu vergleichen. Und die Studie will die wahren Kosten, die mit der Beschäftigung von Arbeitnehmern in den Mitgliedsstaaten der EU verbunden sind, aufzeigen.

Die reale Steuerbelastung, die ermittelt wurde, ist demnach nicht mit der tatsächlichen Steuerbelastung z.B. in Deutschland identisch. Die tatsächliche Steuerbelastung liegt noch oberhalb der ermittelten realen Steuerbelastung, Kraftfahrzeugsteuer, Energiesteuer (z.B.: Benzinsteuer), Stromsteuer usw. sind noch zu addieren.

Auch ohne die genannten Steuern ist die reale Steuerlast, der sich ein durchschnittlicher Erwerbstätiger in Deutschland ausgesetzt sieht, mit stolzen 52,38% immens. Mehr als die Hälfte seiner Arbeitszeit bringt ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in Deutschland demnach damit zu, für seinen Staat zu arbeiten, damit sein Staat umverteilen kann. Mit 52,38% liegt der Steuerabzug, den ein deutscher Arbeitnehmer zu erdulden hat, 7,11% über der durchschnittlichen Steuerlast aller 28 EU-Mitgliedsstaaten (45,27%). Ein durchschnittlicher deutscher Arbeitnehmer muss bis zum 11 Juli eines Jahres für seinen Staat arbeiten. Ab dem 12. Juli arbeitet er für sein eigenes Einkommen. Die Lohnknechtschaft wurde also von der Steuerknechtschaft ersetzt.

Im internationalen Vergleich zählen deutsche Arbeitnehmer zu denjenigen, die am umfangreichsten von ihrem Staat ausgenommen werden. Die folgende Aufstellung zeigt für die 28 EU-Mitgliedsstaaten, bis wann ein Arbeitnehmer für seinen Staat arbeiten gehen muss (Basis der Berechnung sind die in der Terminologie der Studie: realen Steuern, die ein durchschnittlicher Arbeitnehmer zahlen muss, nicht die tatsächlichen Steuern):

Steuerzahlertagkalender

Angesichts dieser beeindruckenden Daten stellt sich die Frage, wieso in Deutschland überhaupt noch jemand arbeiten geht: Sagen doch die meisten Motivationstheorien vorher, dass die Motivation dann leidet, wenn die Handlungsergebnisse nicht direkt dem Handelnden zu Gute kommen. Aus Sicht der Euqitätstheorie müsste man zudem annehmen, dass sich Arbeitnehmer, die wissen, was sie täglich leisten müssen, um ihre Lohntüte zu füllen, ungerecht behandelt vorkommen, wenn ihr Staat ihnen eben einmal mehr als die Hälfte ihrer Entlohnung wegnimmt, um sie anderweitig zu verteilen, z.B. in die Frauenförderung zu investieren oder um damit Programme, Maßnahmen, politische Stiftungen und nicht zuletzt: Parteien zu finanzieren.

Aus Sicht der Rational-Choice Theorie kann man diese Anomalien der genannten Motivations- und Equitätstheorien wiederum über Informationsasymmetrien erklären: Zwar wissen staatliche Akteure um das Ausmaß, in dem sie Arbeitnehmer schröpfen, aber die Arbeitnehmer wissen es nicht. Sie können das Ausmaß nicht richtig einschätzen, sind sich nicht im Klaren darüber, dass ihr Staat ihnen mehr als die Hälfte abzwackt, um damit z.B. allerlei wichtige Vergünstigungen für nicht Erwerbstätige, die nicht Rentner sind, zu finanzieren.

Aus Sicht von Gerechtigkeitstheorien, wie der Theorie distributiver Gerechtigkeit, muss man sich fragen, ob es nicht langsam an der Zeit wäre, die Steuerlast so umzuverteilen, dass Personen, die arbeiten, für sich einen höheren Nutzen erarbeiten können als für ihren Staat.

Und aus Sicht des gesunden Menschenverstandes muss man sich fragen, wie moralisch verkommen ein Staat sein muss, der nicht in der Lage ist, die notwendigen Ausgaben für die Aufrechterhaltung wichtiger Infrastrukturen (z.B. Straßen) zu tragen, obwohl er den erwerbstätigen Teil der Bevölkerung über Gebühr ausnimmt.

Wer vor diesem Hintergrund anfangen will zu sparen, damit sein Staat darauf verzichten kann, ihn und andere Arbeitnehmer auszunehmen, kann dies tun, indem er unsere Petition gegen die teure und bestenfalls für die Gesellschaft nutzlose öffentliche Förderung von Genderismus an Hochschulen und Schulen unterzeichnet.

Nachtrag: Das monatliche Nettoeinkommen, das diesen Berechnungen zu Grunde liegt, beträgt in Deutschland 2.260,67 Euro. Die Berechnungen basieren auf dem “realen Bruttoeinkommen”, das alle Kosten der Beschäftigung eines Arbeitnehmers, inklusive der Arbeitgeberbeiträge, die zusätzlich zum Bruttolohn anfallen, berücksichtigt.

Rogers, James & Philippe, Cécile (2014). Die steuerliche Belastung eiens Durchschnittsverdieners in den 28 EU-Staaten.

Soziales Wesen oder kalter Ausnutzer? Auftragsforschung einmal anders

Die Frage: Wie primitiv darf es denn sein?, die wir gestern bereits gestellt haben, lässt sich nahtlos auf den Gegenstand des heutigen Posts übertragen. Der Gegenstand des heutigen Post ist eine Auftragsstudie. In Auftrag gegeben hat sie die Stiftung Familienunternehmen und durchgeführt hat sie das Institut für Mittelstandsforschung an der Universität Mannheim. Verantwortlich zeichnen: “M. Sc. Wirtschaftspsychologe Max Rasser, Dr. Detlef Keese, Dipl. Vwl Niclas Rüffer und Prof. Dr. Michael Woywode”.

Primitivität Teil I: Der Titel der Auftragsforschung lautet: “Soziales Wesen oder kalter Zahlenmensch? Ein empirischer Vergleich der Einstellungen von Unternehmenslenkern zu Steuern, Standorten und Mitarbeitern.”

Logik f dummiesDer erste Teil des Titels besteht aus einer Disjunktion (vermutlich aus einer ausschließenden). Man kann also entweder ein soziales Wesen sein oder ein kalter Zahlenmensch. Wobei man bei ausschließender Disjunktion schließen müsste, dass soziale Wesen keine Menschen sein können, zumindest keine Menschen, die mit Zahlen umgehen können, während umgekehrt Zahlenmenschen aus der Klasse der sozialen Wesen ausgeschlossen sind. Die Auftragsstudie fängt gut an: logischer Unsinn bereits in der Überschrift. Das lässt Schlimmes ahnen (Sollte die Disjunktion nicht ausschließend gemeint sein, dann macht die Überschrift noch weniger Sinn, denn dann kann man soziales Wesen und Zahlenmensch sein. Wie man es dreht und wendet, Unsinn bleibt eben Unsinn).

Auftragsstudien-Nehmer haben nicht nur die Hypothek zu tragen, dass die Ergebnisse den Auftraggebern nicht allzu sehr missfallen dürfen, sie müssen auch die Hypothek eines Vorworts ertragen. Das Vorwort stammt von (hoffentlich reicht die Zeile: ) Prof. Dr. Dr. h. c. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. Er hat uns Folgendes mit auf den Weg zu geben, Primitivität Teil II – das Vorwort:

“Der Home oeconomicus ist ein Erklärungsmuster, welches in der Wissenschaft als Grundlage für viele Modelle zur Erklärung wirtschaftlichen Verhaltens dient. Aber das Bild des Menschen, der weiß, wie er für sich den größten Nutzen herausholt und stets nach diesem Muster handelt, greift viel zu kurz. Wer als Familienunternehmer oder Fremdmanager ein Unternehmen führt, der bewegt sich in einer weitaus komplexeren Realität, als es das kolportierte Bild vom Gewinnmaximierer zulässt.”

Der Homo oeconomicus ist also ein Erklärungsmuster, das zur Erklärung genutzt wird, und gleichzeitig ist der homo oeconomicus das Bild eines Menschen, das zu kurz greift, weil die Realität komplexer ist als der Gewinnmaximierer, der weiß, wie er für sich den größten Nutzen herausholt (aus was auch immer).

Da muss man erst einmal tief durchatmen. Die geistige Welt von:  Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes, kennt also Gewinnmaximierer, die wissen, wie sie für sich den größten Nutzen herausholen und Familienunternehmer, die, wie man der Überschrift zur Auftragsarbeit, der er sein Vorwort spendiert hat, entnehmen kann, durch das “Soziale” gesalbt sind.

Primitivität Teil III: Satz des ausgeschlossenen Dritten.

Wenn der Homo oeconomic ein Erklärungsmodell ist, dann kann er keine Handlungsmaxime von Unternehmern sein. Wenn ich annehme, dass Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes mit der Studie über die soziale Salbung von Familienunternehmen einen Nutzen für seinen Verband herausschlagen will, dann ist dies eine Annahme, die der Überprüfung bedarf.

Stiftung FamilienunternehmenIm Jahre 1986 haben Tversky und Kahneman darauf hingewiesen, dass die Prüfung der Annahmen (des homo oeconomicus) zeigt, dass zwischen Annahme und Realität eine große Diskrepanz besteht, weil nämlich die Akteure nicht in der Weise rational handeln, wie es der homo oeconomicus annimmt und vor allem: weil die im Modell angenommene volle Handlungsinformation, bei den Akteuren nicht vorhanden ist. Sie wissen nämlich gerade nicht, wie sie den größten Nutzen für sich herausholen, sondern sie glauben nur zu wissen. Das Problem mit dem homo oeconomicus ist also nicht, dass das Modell nicht in der Lage wäre, die rationalste Wahl unter Alternativen vorherzusagen, sondern dass die Akteure in der Regel nicht die notwendigen Informationen haben, um sich modellkonforn und somit rational zu verhalten. Dieser kurze Ausflug in die Modellwelt des homo oeconomics macht deutlich, dass das Modell offensichtlich zu komplex ist, als dass es von z.B. Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes in seinem Ausmaß erfasst werden könnte.

Primitivität Teil IV: Die Ergebnisse:

Natürlich kommt bei der Befragung heraus, was herauskommen soll:

“Familienunternehmen verfolgen im Vergleich zu Nicht-Familienunternehmen eher soziale und mitarbeiterorientierte Motive. Dies äußert sich zum Beispiel darin, dass 92,2 Prozent der Familienunternehmen es gegenüber 75,5% der Nicht-Familienunternehmen für eher oder sehr wichtig halten, ihren Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten (V).”

Und dann behaupten die befragten Familienunternehmer oder Manager, die ein Unternehmen leiten, an dem eine Familie die Aktienmehrheit hält oder Manager von Unternehmen, die von sich sagen, sie seien ein Familienunternehmen, noch, dass sie sich stark oder sehr stark sozial engagieren und dann kommt das:

“Bei rendite- und qualitätsorientierten Zielen sind beide Unternehmenstypen gleichauf. So stuften beispielsweise in beiden Gruppen 78 bzw. 79 Prozent der Unternehmen das Ziel ‘die Rentabilität des Unternehmens zu steigern’ als sehr wichtig oder eher wichtig ein. (V)”

Ist die angetrebte Rentabilität (die angestrebte Nutzenmaximierung) nun für Familienunternehmen durch soziales Engagement, also quasi durch Buße entschuldigt oder entsprechen Familienunternehmer doch dem Modell des Nutzenmaximierers, nutzen nur andere Mittel, um ihren Nutzen zu maximieren.

Primitivität Teil V: Was passiert, wenn man eine Untersuchung auf Ideologie baut

Der homo oeconomicus ist ein Nutzenmaximierer. Dass der Begriff “Nutzen” umfassender ist, als der Begriff “Gewinn”, ist sowohl Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes als auch den Autoren der Auftragsstudie entgangen. Ebenso, wie ihnen entgangen ist, dass der homo oeconomicus auch die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Nutzen erwirtschaftet werden kann und die Opportunitätskosten durch die Abwahl von Alternativen berücksichtigt (richtig komplex!). Geht man nun wie die Autoren der vorliegenden Studie auftragskonform davon aus, dass es gewinnmaximierende Ausnutzer (also Böse) und soziale Familienunternehmner (also Gute) gibt, dann kann man beide Ergebnisse, das mit der höheren Bedeutung von Arbeitsplatzsicherung und das mit der gleichhohen Bedeutung von Rendite, nur nebeneinander berichten und ansonsten hoffen, dass die Leser den offenkundigen Widerspruch nicht bemerken.

Primitivität Teil VI: Der Widerspruch

ifm MannheimAutoren, die das Soziale pflegen, wollen ihre Leser glauben machen, dass Unternehmen wegen der Arbeitsplätze bestehen. Das ist Zeitgeist-konform, und wer will heute schon durch nicht-konforme Ideen auffallen? Unternehmen gibt es aber dennoch nicht, um Arbeitsplätze zu schaffen. Das Ziel von Unternehmen besteht nach wie vor darin, einen Gewinn, eine Rendite und somit das eigene Überleben zu sichern. Ist die Rendite gesichert, dann folgt alles weitere nach, z.B. sichere Arbeitsplätze. Offensichtlich ist diese grundlegende Erkenntnis, die jeder hat, der schon einmal versucht hat, ein Unternehmen mit gesicherten Arbeitsplätzen, aber ohne Rendite zu führen, bei Nicht-Familienunternehmern noch eher anzutreffen oder die Befragung, die die Autoren durchgeführt haben, ist verzerrt.

Primitivität Teil VII: Die Stichprobe

Manchmal glaubt man nicht, was man da liest:

Dillman“Daher betrug die bereinigte Stichprobe 5551 Erhebungseinheiten. Von diesen verweigerten 4931 Unternehmen die Auskunft und weitere 33 Unternehmen brachen das Interview ab. Schließlich lagen 587 auswertbare Interviews vor, was einer Ausschöpfungsquote von 10,6% entspricht. Dieser Rücklauf von gut 10% kann angesichts der eingeschränkten Auswahl der Zielpersonen und der besonderen Thematik und Anlage des Fragebogens als sehr zufriedenstellendes Ergebnis angesehen werden, da derzeit auch in anderen Unternehmensbefragungen ohne solche besonderen Bedingungen ebenfalls Rücklaufquoten um die 10% erzielt werden (23).”

Hier haben wir uns gekringelt, vor lachen. Peter kommt nach Hause und hat eine 5, aber angesichts des Klassendurchschnitt von 5,1 kann die Note von Peter als zufriedenstellendes Ergebnis angesehen werden. Man glaubt den Unsinn zuweilen gar nicht, der einem zugemutet werden soll. Und nicht einmal der äußerst liberale Don Dillman käme auf die Idee, eine lausige Rücklaufquote von 10% als “zufriedenstellend” zu bezeichnen. Dillman ist der Papst für schriftliche Befragungen. Die Autoren haben aber Telefoninterviews mit Personen in Unternehmen geführt, vermutlich mit den Personen, derer sie habhaft werden konnten, und da fragt man sich dann schon, wie es die Autoren angestellt haben, 90% der Befragten zu verprellen – am Telefon.

Und zum Schluß: Unter den 587 Antwortern, die sich letztlich vermutlich aus Mitleid bereit gefunden haben, die Auftragsstudie der Stiftung Familienunternehmen vor dem Scheitern zu retten, sind 259 aus einem Familienunternehmen, was einen Anteil von gut 44% darstellt. An allen deutschen Unternehmen halten Familienunternehmen jedoch einen Anteil von 95,3%. Wie man vor diesem Hintergrund behaupten kann, auf Basis dieser dünnen und verzerrten Stichprobe ließen sich “repräsentative Aussagen für Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern treffen”, ist nicht nachvollziehbar und eine Erklärung oder gar einen Beleg für diese Behauptung sucht man in der Auftragsarbeit vergeblich.

Tversky, Amos & Kahneman, Daniel (1986). Rational Choice and the Framing of Decisions. Journal of Business 59(4): S251-S.278.

Gender Pay Crap: Können Lügen zur Wahrheit mutieren?

believe the lieWissen Sie eigentlich, dass heute Weltfrauentag ist? Nein, nun, das macht nichts. Der Weltfrauentag hat zwischenzeitlich den Status des Geburtstages von Adolf Hitler. Nur noch eine kleine Minderheit, bestehend aus all denen, die sich von der Tatsache, dass sie weiblich sind oder der Behauptung, dass Frauen benachteiligt sind, einen Vorteil versprechen oder die mit ihrem weiblich Sein oder der Behauptung der Benachteiligung von Frauen ihren Unterhalt bestreiten, begehen diesen Gedenktag an eine Inszenierung, die dazu gedacht war, Equity-Prinzipien und Leistung auszuhöhlen.

Vor allem öffentliche Verwaltungen fühlen sich nach wie vor genötigt, dem alten Fetisch zu huldigen, und so hat sich auch die Europäische Kommission wieder dazu verpflichtet gefühlt, die alte Lüge vom Gender Pay Gap zu wiederholen, ganz so, als könnte man eine Lüge durch ständiges Wiederholen zu einer Wahrheit umformen.

truthDie letzte Wiederholung der EU-Kommissions hat Ratschläge zum Gegenstand, die die Mitgliedsstaaten nutzen sollen, um das nicht existente Gender Pay Gap zu beseitigen. Jetzt, wo man das so liest, zeigt sich noch ein weiterer Nutzen, den Behauptungen wie die eines Gender Pay Gaps haben. Einerseits kann man diese Behauptung im Kontext der Frauenförderung einsetzen, um Programme für Gender Pay Gap Berater, Frauenförderer und sonstige unnötige Beschäftigungen aus dem Boden zu stampfen und zu finanzieren, andererseits kann man dadurch, dass man etwas behauptet, das es nachweislich nicht gibt, ungefährdet den eigenen Aktionismus feiern. Und wenn es gelingt, den eigenen Aktionismus unter dem Rubrum von “gut” zu feiern, dann um so besser.

Interessant an diesem letzten Versuch der EU-Kommission ist, dass kaum mehr Anstrengungen unternommen werden, den Gender Pay Gap so zu verpacken, dass er nicht unmittelbar als Lüge erkennbar ist. So heißt es bereits im ersten Satz der Empfehlungen:

“The gender pay gap is shown as a percentage of men’s earnings and represents the difference between the average gross hourly earnings of male and female employees across the EU economy.”

Das macht deutlich, dass das angebliche Gender Pay Gap nichts mit der Realität, aber viel mit Ideologie zu tun hat. Wie macht es das deutlich? Nun, wenn man das durchschnittliche Monatsgehalt der EU-Parlamentarier von rund 8.000 Euro ohne die üblichen Zuschläge von nochmals in der Regel rund 6.000 Euro berücksichtigt, dann ensteht ein erhebliches EU Pay Gap zwischen Parlamentarieren und Bürgern, z.B. in Deutschland, die sich mit einem durchschnittlichen monatlichen Haushaltseinkommen von  rund 3.900 Euro begnügen müssen.

Vermutlich werden EU-Parlamentarier argumentieren, dass sie auch mehr leisten als der durchschnittliche Deutsche und versuchen, das EU-Pay Gap damit zu rechtfertigen. Mit anderen Worten: Sie werden ein Equitätsargument für sich ins Feld führen, ein Argument, das ihnen bislang, wenn es um das angebliche Gender Pay Gap ging, nie eingefallen ist. Geht es um das Gender Pay Gap, dann ist keine Annahme primitiv genug, und dann nimmt man auch einmal an, dass sich Männer und Frauen in den Berufen, die sie ausüben, der Ausbildung, die sie erwerben, der Motivation, die sie mitbringen und allen sonstigen für das Entgelt relevanten Variablen nicht unterscheiden. Dann besteht die Bevölkerung plötzlich aus Klonen, die alle dieselben Fähigkeiten, Fertigkeiten, Motivationen usw. haben, ein Volk der Hans und Helga Musterdeutschen.

Campbell MythWir sagen, bislang war Politikern und Administratoren keine Annahme primitiv genug, um das herbei phantasierte Gender Pay Gap als Realität verkaufen zu können. In den Empfehlungen der EU-Kommission ist das nun anders. Hier werden plötzlich Ursachen für das Gender Pay Gap angeführt, also Gründe, warum das Gap nicht das normativ verwerfliche Gap ist, das man gerne daraus machen will, sondern dafür, dass Gehaltsunterschiede auf Unterschiede in einer Vielzahl von Variablen und nicht zuletzt auf Unterschiede im Wert der geleisteten Arbeit zurückzuführen sind.

So meint die EU-Kommission:

  • die Tatsache, dass Frauen vor allem in Berufen tätig sind, die schlechter bezahlt werden als die Berufe, in denen Männer tätig sind, sei für das Gender Pay Gap verantwortlich und nennt die sozialen Berufe als Beispiel.

Ja, so ist das in einer Marktwirtschaft: Bezahlung erfolgt nach Leistung und nach Wert der Leistung und wenn einer Leistung kein sonderlich hoher Wert beigemessen wird, wie dies z.B. durch Krankenkassen erfolgt, die Pflegesätze und damit die Einkommen von Pflegern oder Pflegediensten gering halten, dann sind die entsprechenden Verdienstmöglichkeiten gering, ganz so, wie sie auch für Hilfsarbeiter oder Reinigungskräfte gering sind. Das weiß man, und deshalb kann, wer gerne mehr verdienen will, jederzeit Astrophysik studieren und bei NASA zu Spitzenlöhnen einsteigen.

Der nächste Grund, den die EU-Kommission angibt, offenbart das Unternehmen Gender Pay Gap dann vollständig als Farce, die erdacht wurde, um Mittelschichtsfrauen eine Gelegenheit zum Nutznießen zu verschaffen, lautet er doch:

  • die Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen;

Wie viele Führungspositionen gibt es eigentlich in Europa? Und welchen Effekt haben die Führungspositionen auf die Einkommensverteilung? Wer hat mehr Einfluss auf den mittleren Stundenlohn, der der Berechnung des Gender Pay Gap zu Grunde gelegt wird, 1000 Pfleger oder eine Managerin bei Mercedes?

Schließlich fallen den Verantwortlichen bei der EU Kommission noch die üblichen vielleicht-Ursachen ein: Die Tatsache, dass mehrheitlich Frauen Kinder erziehen und dass angeblich an Arbeitsplätzen nach Geschlecht diskriminiert wird.

free will2Und deshalb wiederholen wir einmal mehr und monoton: Niemand zwingt Frauen, Kinder in die Welt zu setzen. Niemand zwingt sie, Kinder zu erziehen. Auch Frauen haben einen freien Willen, und wenn sie diesen Willen einsetzen, um Kinder zu bekommen, dann muss man annehmen, dass sie bereit sind, die Folgen, die damit einhergehen, zu tragen. Also wieder nichts mit dem bösen Gender Pay Gap. There is no free lunch, wie Milton Friedman einmal gesagt hat.

Und die alte Litanei, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Gehalt bekommen als Männer, so oft sie auch angestimmt wurde, hat immer noch keinen einzigen Beleg erbracht, keine einzige Frau, die dieselbe Arbeit macht, wie ein Mann und dafür schlechter bezahlt wird, konnte bislang präsentiert werden.

Die schlappen Versuche der EU-Kommission ihre Gender Pay Gap Lüge zu verbreiten, machen deutlich, dass die Gender Pay Gap Nutznießer Bewegung an Fahrt verloren hat. Die EU-Kommission sieht in der Bewegung nurmehr eine Möglichkeit, die eigene Sphäre des Einflusses zu erweitern. Die eigentlichen Nutznießer treffen immer häufiger auf die Frage nach den Belegen für das angebliche Gender Pay Gap. Zeit, den ganzen Unfug zu begraben und ein neues Pay Gap zu öffnen! Wie wäre es damit: Homosexuelle werden für gleiche Arbeit schlechter bezahlt als Heterosexuelle?

Wer sich mit allen Argumenten gegen das Gender Pay Gap ausrüsten will, dem seien die Beiträge empfohlen, die dazu bereits auf ScienceFiles erschienen sind.

Hartz IV Empfänger sind gar nicht faul

Diese Erkenntnis verdanken wir Philip Frieg und Rebekka Schulz aus dem “Projektteam Testentwicklung 2014″, die unter Mitarbeit von Alexander Weisel aus dem Jobcenter Kaufbeuren zu diesem Wissen gelangt sind. Und weil ihr Beitrag so kurzweilig, ja gute Laune verbreitend ist, wollen wir ihn hier näher besprechen.

Die Überschrift des Beitrag lautet: “Hartz-IV-Empfänger nicht ‘faul’ – Eine Studie zur berufsbezogenen Persönlichkeit von Arbeit Suchenden und Berufstätigen”. Die Überschrift besteht also aus einer Allaussage, bezieht sich auf alle Hartz-IV-Empfänger!

Hartz IV nicht faulFrieg und Schulz beginnen ihre Studie unter Mitarbeit von Weisel damit, dass sie das Bild, das Medien von Hartz-IV-Empfängern zeichnen, kritisieren: Es sei falsch und basiere auf “Äußerungen und Verhaltensweisen einzelner Personen, die in der Regel nicht auf die Allgemeinheit übertragbar sind” (2). Stattdessen, so erfahren wir weiter, bilden sich mit “Vorurteilen behaftete Stereotypen” (2). Wenn also in öffentlichen Medien von “Hartz-IV-Schnorrern” die Rede sei oder von faulen und unwilligen Arbeitslosen, dann sei dies eine “ungerechtfertigte Verallgemeinerung” (2).

Die Neuentwicklung vorurteilsbehafteter Stereotype hat uns besonders gefreut, und wir empfehlen sie allen Sozialpsychologen, die sich damit abquälen, die weitgehend nützlichen Stereotype von den weniger sinnvollen Vorurteilen zu unterscheiden. Wozu? Alles der gleiche Brei, vorurteilsbehaftete Stereotype oder stereotypisierte Vorurteile oder so…, irgendwas halt!

Aber weiter im Text. Was tut man, wenn man zeigen will, dass die “vorurteilsbehafteten Stereotype” (einfach zu gut diese Nominalkonstruktion, fast so gut wie überordnungsbehaftete Hierarchie oder erwärmende Verbrennung…), also, dass die “vorurteilsbehafteten Stereotype” eben vorurteilsbehaftete Stereotype, somit falsch, also halt Vorurteile, stereotypische, sind. Man vergleicht Arbeitslose und Arbeitende und folgert aus der Tatsache, dass Letztere arbeiten und erstere nicht, dass erstere wohl faul sind. Nein. Das war jetzt gemein. Natürlich kann man aus der Tatsache, dass jemand nicht arbeitet, nicht schließen, dass er faul ist. Was hieße dies für all die Hausfrauen? Eben!

Hartz IV SchmarotzerWie also, findet man heraus, ob jemand nicht arbeiten will und es sich statt dessen lieber in der sozialen Hängematte bequem macht? Gar nicht so einfach, denn für die Frage: “Wollen Sie lieber auf Kosten von anderen leben als arbeiten?” wird man sicherlich nur wenig Zustimmung ernten. Wie also untersucht man Faulheit und mithin ein Verhalten?

Nun die beiden vom “Projektteam Testentwicklung, 2014″ unter Mitarbeit von Alexander Weisel sitzen an der Ruhr Universität in Bochum (Alexander Weisel, der Mitarbeiter, sitzt in Kaufbeuren). An der Ruhr Universität Bochum gibt es ein Testzentrum, in dem u.a. das Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (BIP) entwickelt wurde. Auf dem Inventar hat nunmehr Hogrefe die Hand, d.h., wer es nutzen will, der muss dafür bezahlen. Und damit es auch jemanden gibt, der für das Inventar bezahlen will, gibt es Marketingmaßnahmen wie diejenige von Frieg und Schulz unter Mitarbeit von Weisel, Alexander.

Sie haben den oben zitierten Aufhänger “Hartz-IV-Empfänger nicht ‘faul'” genutzt, um ihr BIP, also das Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung benutzen zu können. Mit anderen Worten, die Frage, ob jemand faul ist, also eine Frage nach dem Verhalten, wollen sie mit Einstellungen, damit ob jemand z.B. von sich sagt, er komme leicht mit anderen ins Gespräch oder er kämpfe auch für seine Meinung, wenn er in der Minderheit sei und so, beantworten. Was genau im Rahmen des BIP gefragt wird, das darf nicht verraten werden, denn der Hogrefe-Verlag, will damit Geld verdienen, dementsprechend ist allzu genaues Wissen hinderlich.

Verraten wird, dass das Inventar so interessante Dimensionen umfasst wie Gestaltungsmotivation, Führungsmotivation, Gewissenhaftigkeit, Flexibilität, Kontaktfähigkeit und Teamorientierung. Und diese Dimensionen haben die beiden aus Bochum und ihr Mitarbeiter aus Kaufbeuren für Arbeitslose und Berufstätige erhoben und verglichen und gezeigt, dass “Arbeitslose … in gleichem Maße freundlich und verträglich sowie entgegen der weitläufigen Meinung durchaus in der Lage [sind], sich zu begeistern. Auch in Bezug auf weitere für den beruflichen Erfolg wichtige Eigenschaften, wie z.B. Durchsetzungsfähigkeit oder Selbstbewusstsein zeigen sich keinerlei Unterschiede zwischen Berufstätigen und Arbeit Suchenden” (10).

Wir erinnern uns, dass sich die beiden Autoren und ihr Mitarbeiter zu Beginn ihrer Arbeit vehement gegen Verallgemeinerungen von wenigen Fällen fauler Hartz-IV-Empfänger gewendet haben. Sie scheinen es vergessen zu haben, denn sie verkünden ihre Ergebnisse vollmundig für alle Arbeitslosen und sind ja auch im Titel ihres Beitrags nicht davor zurückgeschreckt festzustellen, dass alle Hartz-IV-Empfänger nicht faul sind. Die vollmundige Aussage wird umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass die Ergebnisse von Frieg und Schulz unter Mitarbeit von Weisel auf den Angaben von 407 Personen basiert, darunter 131 Arbeitslose, also auf einer eher bescheidenen Befragtenbasis, die zudem das Problem mit sich bringt, ausschließlich aus Arbeitslosen aus Kaufbeuren zu bestehen, die breit waren, am Test teilzunehmen. Eher nicht das, was man eine repräsentative Auswahl nennt. Aber kein Hinderungsgrund für die Autoren, den Fehler zu begehen, den sie anderen, der Bildzeitung zum Beispiel anlasten – in ihren Worten: vorurteilsbehaftete Stereotypisierung.

Hartz IVDamit nicht genug, der Marketing-Gag, als der die vorliegende “Studie” wohl gedacht ist, denn mal ehrlich, was hat die Tatsache, dass die Einschätzungen, die Arbeitslose im Hinblick auf ihre Person vornehmen, sich von denen, die Erwerbstätige vornehmen, nur wenig unterscheiden (Betonung auf wenig!), mit der Frage, ob Hartz-IV-Empfänger faul sind zu tun? Nichts. Die gezwungene Verwendung des BIP dient somit nicht dazu, die Frage nach der Faulheit zu beantworten, der Aufhänger mit der Faulheit wird vielmehr von den beiden Bochumer Autoren und ihrem Kaufbeurener Mitarbeiter dazu benutzt, um Aufmerksamkeit zu erregen und das BIP zu bewerben.

Und zu diesem Zweck gehen die Autoren eben einmal über die eigenen Ergebnisse hinweg, die bei Arbeitslosen eher “problematische BIP-Profile” zeigen (10), die sich durch eine unterdurchschnittlich ausgeprägte Gewissenhaftigkeit, Soziabilität, Teamorientierung und Sensitivität auszeichnen. Das alles ist aus der untersten Schublade der Sozialforschung und sollte schnellstens eingestampft werden, schon weil sicher niemand im Testzentrum in Bochum mit “vorurteilsbehafteter Stereotypisierung” in Verbindung gebracht werden will.

Diversität ist nicht an sich gut

Eigentlich braucht man keine wissenschaftlichen Forschungsergebnisse, um bestimmte Dinge zumindest richtig einschätzen zu können. So gibt es selten Dinge, die sich ausschließlich positiv auf andere Dinge auswirken, wenn es sie überhaupt gibt. Nahrung soll zuweilen zu Vergiftungen führen und so manche gutgemeinte Handlung hat schon zu Ergebnissen geführt, die gar nicht beabsichtigt waren.

Bundestags_SalvationTrotz dieser Erkenntnis, die man fast schon als ein Gesetz des gesunden Menschenverstandes ansehen könnte, wollen uns Politiker regelmäßig und in monotoner Leier erzählen, dass von bestimmten Dingen ausschließlich positive Effekte ausgehen. Von Steuern erzählen sie uns, gingen positive Effekt aus, weil diejenigen, die sie ausgeben können, mit mehr Steuern viel mehr Gutes tun können. Von Aufklärung, so wird behauptet, ginge nur Positives aus, denn über den Nutzen der Organspende aufgeklärte Menschen, erklären sich eher bereit, ihre Organe dann, wenn sie sich (hoffentlich) nicht mehr brauchen, zu spenden. Von Regulierung, insbesondere von Regulierung, gingen alle Wohltaten der Welt aus, denn der normale Mensch sei nicht mehr in der Lage, die vielen Informationen, die die moderne Welt ihm zumutet, zu verarbeiten. Deshalb müssten Politiker ihn führen, natürlich nur zu seinem Besten, damit er z.B. nicht raucht, nicht zu viel trinkt, keine Drogen nimmt und sich so verhält, wie andere finden, dass es gut für ihn ist.

Die Liste der Wohltaten, die uns Politiker tagtäglich zukommen lassen wollen, könnte schier endlos verlängert werden. Und über kurz oder lang käme man bei einer weitern Wohltat an, der Wohltat der Diversität. Diversität, so wird uns erzählt, ist ganz besonders gut. Diversität, wenn sie einen höheren Frauenanteil bedeutet, ist für Unternehmen gut. Je höher der Frauenanteil, so die begeisterten Diversitäts-Apostel, desto besser alles, was für Unternehmen wichtig ist, bei der Arbeitsmoral angefangen und bei Umsatz und Gewinn des Unternehmens aufgehört. Und sexuelle Diversität ist ganz besonders gut, quasi die grundlegende Diversität, aus der man alle weiteren Wohltaten ableiten kann. Bringt sexuelle Diversität doch Toleranz und Akzeptanz und Kulanz und Assekuranz mit sich, lauter gute Dinge, die sich noch besser auf alles andere, was gut ist, auswirken.

Wie wohltuend ist es da, wenn man inmitten dieser politischen Inszenierung von Irrsinn auf einen Beitrag stößt, der die schöne neue Welt der Diversität etwas zurechtrückt, ein Beitrag, den Antje Buche, Monika Jungbauer-Gans, Annekatrin Niebuhr und Cornelius Peters in der Dezemberausgabe der Zeitschrift für Soziologie des Jahres 2013 veröffentlicht haben. Der Beitrag trägt den Titel “Diversität und Erfolg von Organisationen”. und er zeichnet sich sofort dadurch aus, dass die Autoren die Realität zur Kenntnis nehmen. Diese Realität sieht konfligierende Forschungsergebnisse im Hinblick auf die Wirkung von Diversität.

Good and badForscher, die Diversität als Ressource ansehen, behaupten, je mehr man davon hat, desto besser. Forscher, die Diversität als mögliches Hindernis in sozialen Interaktionen, die wiederum die Grundlage organisationaler Prozesse sind, ansehen, behaupten, zuviel davon kann schädlich sein. Und wie so oft, wenn sich zwei Forschergruppen streiten, weigert sich die empirische Forschung, Schiedsrichter zu spielen und dokumentiert dies in nicht eindeutigen Befunden. Nicht eindeutige Befunde lassen sich bei näherem Hinsehen jedoch häufig auf Unterschiede in der Operationalisierung und Messung von Konzepten und Unterschiede in der Interpretation von Ergebnissen zurückführen, so dass es wenig überraschend ist, wenn sich zeigt, dass “Diversität sowohl positive als auch negative Effekte haben kann” (Buche et al., 2013, S.487-488). Genau das sagt ja auch der gesunde Menschenverstand.

Die uneinheitlichen Ergebnisse resultieren zudem aus der Tatsache, dass Diversität nicht gleich Diversität ist. Sie wird als Altersdiversität operationalisiert, als kulturelle Diversität, also beileibe nicht nur als Geschlechtsdiversität.

Buche und ihre Mitautoren haben die Diversität nach Alter und nach “kulturellem Cluster” wie sie das nennen, in den Mittelpunkt ihrer Untersuchung gestellt und sich gefragt, wie sich beides auf den Umsatz von Organisationen auswirkt. Kulturelle Cluster werden von Arbeitnehmern gebildet, die eine gemeinsame Sprache, eine gemeinsame Nationalität , einen gemeinsamen historischen Hintergrund, eine gemeinsame Religion haben (Buche et al., 2013, S.491). Die Diversität nach Alter ist dagegen vergleichsweise einfach zu bestimmen. Schließlich haben die Autoren auch den Frauenanteil in ihren Analysen berücksichtigt. Der Frauenanteil ist für sie zwar kein Indikator für Diversität, womit sie ebenfalls eine wohltuende Ausnahme darstellen, nichtsdestrotz ist er in den Analysen enthalten und entsprechend der Interpretation zugänglich.

Die Analysen basieren auf den Daten des IAB-Betriebspanels, das um Daten über Beschäftigte der Bundesagentur für Arbeit (BA) ergänzt wurde. Insgesamz stehen Angaben zu rund 2.900 Betrieben und rund 20.400 Beobachtungen für den Zeitraum von 1998 bis 2008 zur Auswertung zur Verfügung. Die Ergebnisse basieren also auf einer soliden Grundgesamtheit, so dass man fragen kann: Was also, beeinflusst den Umsatz eines Unternehmens und damit dessen unternehmerischen Erfolg?

Die Autoren können die folgenden Einflussfaktoren isolieren:

  • Die in jeder Cobb-Douglas Funktion enthaltenen Produktionsfaktoren von Kapital, Arbeit und Kapitalstock haben einen hohen positiven Einfluss auf den Umsatz eines Unternehmens [Seltsamer Weise benennen die Autoren den in einem Unternehmen vorhandenen Kapitalstock als "Vorleistungen".]
  • Deutlich geringere ebenfalls positive Effekte auf den Unternehmensumsatz gehen von der Anzahl “kultureller Cluster” aus, d.h. je diverser die Beschäftigten im Hinblick auf ihren kulturellen Hintergrund sind, desto höher der Umsatz der Unternehmen.
  • Mit einem höheren Durchschnittsalter wird der Umsatz geringer. Ob sich daraus jedoch Rückschlüsse auf die Altesdiversität ziehen lassen, ist mehr als fraglich.
  • Auch mit einem steigenden Frauenanteil reduziert sich der Umsatz.

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Diversität, so könnte man die Ergebnisse zusammenfassen, wirkt nur als kulturelle Diversität. Je kulturell diverser Unternehmen, desto höher ihr Umsatz. Dagegen geht von einem steigenden Anteil von Frauen in Unternehmen ein negativer Effekt auf den Umsatz aus, ebenso von einem hohen Durchschnittsalter der Belegschaft. Letzteres Ergebnis mag ein Hinweis darauf sein, dass in einem Unternehmen die Alters-Mischung stimmen muss. Dass ein steigender Frauenanteil den Umsatz reduziert ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass das Politiker-Mantra, nach dem am weiblichen Wesen Unternehmen genesen sollen, ganz so, wie dies der gesunde Menschenverstand vorhergesagt hat, falsch ist.

Buche, Antje, Jungbauer-Gans, Monika, Niebuhr, Annekatrin & Peters, Cornelius (2013). Diversität und Erfolg von Organisationen. Zeitschrift für Soziologie 42(6): 483-501.