Professor Voss: Die Nazis haben die Zweigeschlechtlichkeit erfunden

Das Wort zum Sonntag!

Heinz-Jürgen Voss – “weder Mann noch Frau”, so der Titel eines Beitrags, in dem er erklärt, warum die “Einteilung in zwei Geschlechter Schaden anrichtet”.

Das erklärt der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgehaltene und an der Fachhochschule Merseburg eine Forschungsprofessor für Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung inhabende Heinz-Jürgen Voss dem evangelischen Online-Magazin “Chrismon.de“. Der Text, auf den uns ein Leser hingewiesen hat, er ist aus dem September 2013, sollte aber, ob seiner umwälzenden Erkenntnisse nicht in Vergessenheit geraten. Vielmehr raten wir die Lektüre jedem, der wissen will, was oder wer der Heinz-Jürgen Voss denn eigentlich ist, wer hier aus Mitteln der Steuerzahler finanziert wird.

Es gibt unzählige Geschlechter, so verkündet Voss gleich zu Beginn seines Beitrags, denn das Geschlecht, es werde durch Chromosome, Hormone, Geschlechtsorgane, das Aussehen, die Erziehung, die Kleidung geprägt. Deshalb treffe es die Realität nicht “nur in männlich und weiblich einzuteilen”.

Angesichts der Voss’schen “unzähligen Geschlechter”, die, nähme man sie ernst, zu dem Ergebnis führen würden, dass jeder Mensch sein eigenes Geschlecht ist, stellen sich schon erste Zweifel an den Offenbarungen des Sexual-Professoren aus Merseburg ein, Zweifel, die den Verdacht nähren, hier verwechselt jemand biologisches und soziales Geschlecht, Sex und Gender im Englischen – hier weiß ein Professor für ausgerechnet sexuelle Bildung nicht wovon er spricht.

Der Verdacht erhärtet sich:

Heinz J vossHeinz-Jürgen Voss: “Bis in die 1920er Jahre sprach man von ­Geschlechtervielfalt. Mit den Nazis kam die Theorie einer weitgehend klaren biologi­schen Zweiteilung, die auch immer noch im Biologiestudium vermittelt wird, obwohl die aktuelle Forschung längst weiter ist.”

Die Nazis sind also an der Zweigeschlechtlichkeit schuld, wer an der Zweiteilung der Geschlechter festhalten will, damit ein Nazi – oder? Ob es den Päpsten des Mittelalters klar war, dass sie die Diversität der Geschlechter predigen, wenn sie von ehelichen Verpflichtungen gesprochen haben? Ob es Minnesänger für tausend Geschlechter gab? Wo die Unterdrückung der Frauen herkommt, von der die Genderisten fabulieren, wenn es gar keine Frauen als solche gibt und schon gar keine sie angeblich unterdrückenden Männer? Wie in-vitro Fertilisation angesichts der “unzähligen Geschlechter” funktionieren kann? Dies alles sind Fragen, die man Heinz-Jürgen Voss lieber nicht stellen sollte. Am Ende gibt er eine Antwort.

Eine Antwort, der man nicht nur sein Weltbild mit großem Erschrecken entnehmen kann, eine Antwort wie die folgende:

Heinz-Jürgen Voss: “Zum einen werden geschlechtlich „untypi­sche“ Kinder mit Gewalt in die vermeint­lich natürliche Ordnung eingepasst, mit ­geschlechts­zuweisenden Operationen, Hormonen und zig Arztbesuchen. Zum anderen verfestigt die radikale Zweiteilung nur wieder hierarchische, gewaltsame Strukturen: Gewalt gegen Frauen, Zwangsprostitution, ungleiche Löhne.”

Da hat der Sexualprofessor schon Recht – oder? Entsprechend empfehlen wir Ärzten, bei denen sich Heinz-Jürgen Voss z.B. wegen einer Blinddarmentzündung vorstellt, von einer Behandlung, ob der damit einhergehenden Gewalt abzusehen. Wir wollen den Professor für sexuelle Bildung ja nicht gewaltsam in die vermeintlich natürliche Ordnung von Gesunden und Kranken oder von einer Blindarmentzündung Geheilten bzw. daran Verstorbener zwingen.

Auch Korrekturen bei Neugeborenen, die z.B. Deformationen an Knochen oder Schädel beseitigen oder notwendig sind, um Kindern das Sehen zu ermöglichen, sind ob der damit einhergehenden Gewalt und dem Einpassen in die “vermeintlich natürliche Ordnung” der nicht-Defomierten oder Sehenden zu unterlassen.

Obschon, es grenzt an intellektuelle Gewalt, wenn Voss fabuliert, dass die radikale Zweiteilung hierarchisch gewaltsame Strukturen verfestigt, die es – ohne die radikale Zweiteilung – also nicht in der Weise geben würde. Aber nehmen wir ihn beim Wort! Streichen wir die gewaltsame Struktur, die Voss einen höheren Lohn zubilligt als z.B. einem Harz-IV-Empfänger. Wenn schon Befreiung, dann richtig: Hartz-IV statt W2 für Heinz-Jürgen Voss! Wer eine entsprechende Petition initiieren will, unsere Unterstützung ist ihm sicher.

Angesichts von so viel, wie man in der Pfalz sagt, dummem Gebabbel, ist es notwendig, die geistige Gesundheit unserer Leser sicherzustellen, nicht dass noch etwas vom Vossschen Gebabbel hängenbleibt.

Wer vertiefen will, dem empfehlen wir das sehr gute Buch von Linda Mealey mit dem Titel “Sex Differences. Developmental Evolutionary Strategies”.

Gleich auf Seite 12 des Buches wird eine Unterscheidung eingeführt, von der wir nicht sicher sind, ob der Intellekt von Heinz-Jürgen Voss sie verarbeiten kann. Dennoch: Was Menschen sind hat mit dem, wie Menschen sich fühlen, nichts zu tun. Deshalb hat es sich eingebürgert “… to distinguish between uses of the word ‘sex’ and the word ‘gender. … By adopting this distinction, it is possible to have more than two genders even though there are only two sexes“.

Langsam und für Heinz-Jürgen Voss zum Mitschreiben: Das biologische Geschlecht kommt nur in zwei Ausprägungen vor, während das soziale Geschlecht mehr als zwei Ausprägungen zulässt. Menschlicher Einbildung sind, im Gegensatz zu menschlicher Biologie keine Grenzen gesetzt. Und nein, die menschliche Biologie wurde nicht von den Nazis erfunden, vielmehr setzt die menschliche Biologie, zwei biologische Geschlechter voraus:

Mealey Sex differences“There is no particular reason that there have to be two sexes in order for sexual reproduction to occur. In fact, among some algae, bacteria or slime molds, any individual can mate (exchange and mix genes) with any other individual of different mating type (…). Note the use of the term ‘mating type,’ however, rather than ‘sex’. In these organisms there is nothing other than genes that identify a particular mating type, and it is not, therefore, possible to compare types across different species.

The term ‘sex’, however, does refer to a set of identifiable features that are common to two distinct mating types found in most sexually reproducing species. Specifically, those individuals we label ‘female’ are individuals that produce relatively large, nutrient-rich, immobile gametes (sex cells); males are those individuals that produce relative small, nutrient-poor, mobile gametes. This set of correlated features distinguishing two sexes in most sexually reproducing species is technically termed anisogamy (literally: ‘not-same gametes’). While a single plant or animal may produce both male and female types of gametes (a hermaprodite), we never find individuals that produce gametes that mix some features of male sex cells with some features of female sex cells; nor does any individual produce a single type of gamete with in-between features” (Mealey, 2000: 47-48)

Schlechte Nachrichten für Heinz-Jürgen Voss: Es ist klar bestimmbar, ob ein Individuum, vom biologisch Geschlecht aus betrachtet, männlich oder weiblich ist und schlimmer noch, das biologische Geschlecht diskriminiert eindeutig zwischen männlich oder weiblich. Es gibt weder etwas zwischen männlich und weiblich noch Mischformen, man ist entweder das eine oder das andere und schuld sind die Gameten (genauer: das Verhältnis der mobilen zu den immobilen Gameten), die Keimzellen (und nicht etwa die Nazis).

Daran kann auch ein Heinz-Jürgen Voss nichts ändern, es sei denn, er ist eine Alge, ein Bakterium oder ein Schleimpilz.

Bananenrepublik 4.0 – Kita oder Professur?

Es jammert in der Süddeutschen Zeitung:

universitaet Duisburg essen“Für uns ist das ein Riesenproblem”, sagt etwa Ingrid Fitzek, Gleichstellungsbeauftragte der Uni Duisburg-Essen, von der drei Anträge auf der Warteliste gelandet sind. Eigentlich wollte man dort mit den frei werdenden Mitteln eine Kita mit 50 Plätzen finanzieren.”

Das Riesenproblem, von dem in der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist, es ist das Professorinnenprogamm. Das Professorinnenprogramm ist jedoch nicht etwa deshalb ein Riesenproblem, weil plötzlich Moral und Anstand Einzug gehalten haben und Universitäten sich daran erinnert haben, dass sie nicht die Prostituierten von Ministerien sind.

Das Riesenproblem ergibt sich auch nicht daraus, dass im Rahmen des Professorinnenprogramms unzählige männliche Bewerber belogen und betrogen werden, männliche Bewerber, die sich im irrigen Glauben, sie hätten eine Chance, berufen zu werden, auf einen Lehrstuhl bewerben, denen Kosten entstehen, die Probevorlesungen vorbereiten, halten und alles, weil sie nicht wissen, dass sie sowieso keine Chance auf die Stelle haben, auf die ausschließlich weibliche Bewerber berufen werden. Die männlichen Bewerber sind nur die Coverstory, um den Anschein zu erwecken, das Professorinnenprogramm sei ein rechtlich einwandfreies Programm, nicht Betrug und Bevorteilung.

Aber, wie gesagt, das alles ist nicht das Riesenproblem, das Ingrid Fitzek und die Uni Dusiburg-Essen haben.

Es ist auch nicht das Riesenproblem, von dem Roland Preuß in der Süddeutschen Zeitung berichtet.

Deceibe infeigle obfuscateDas Riesenproblem besteht darin, dass “Wankas Professorinnenprogramm das Geld” ausgeht. 147 Hochschulen haben sich am ministerialen Wettbewerb in Wissenschaftsprostitution beteiligt, wohl mehr als selbst Wanka für möglich gehalten hat, und jetzt scheinen die 300 Millionen Euro, die bislang in das Professorinnenprogramm gepumpt wurden, um Lehrstühle an Universitäten nach weiblichem Geschlecht und nicht nach Leistung zu besetzen, aufgebraucht zu sein.

Und weil die 300 Millionen Euro wohl aufgebraucht sind, deshalb hat die Universität Duisburg-Essen das Riesenproblem, dass sie nun drei Professuren finanzieren muss. Das muss man sich einmal vorstellen, die Universität Dusiburg-Essen muss drei Professuren finanzieren, Professuren, die von der Universität Duisburg-Essen an weibliche Bewerber vergeben wurden, Professuren, bei deren Besetzung männliche Bewerber getäuscht und belogen wurden. Das muss man sich einmal vorstellen: Eine Universität, die Professuren finanzieren muss, die sie selbst ausgeschrieben und besetzt hat! Unglaublich!

Schlimmer noch: Weil die Universität Duisburg-Essen nun drei weibliche Quoten-Professuren finanzieren muss, kann sie keine “Kita mit 50 Plätzen finanzieren”.

Ein Skandal, hinter dem die Unehrlichkeit, der Betrug gegenüber männlichen Bewerbern, die Täuschung männlicher Bewerber und die Kosten, die männlichen Bewerbern unter Vorspiegelung falscher Tatsachen verursacht wurden, verblassen.

Was könnte es wichtigeres geben, als eine Kita mit 50 Plätzen an einer Universität? Ehrlichkeit? Lauterkeit? Moral? Anstand? Universitäre Lehre? Gute Lehre? Gesellschaftlich relevante Forschung? Nützliche Erkenntnis? Die Finanzierung von Professuren? Sicher nicht. Nichts ist wichtiger als eine “Kita mit 50 Plätzen” – Ingrid Fitzek weiß das.

Und Kai Gehring, Bundestagsabgeordneter der Grünen, der weiß auch etwas. Wenn 300 Millionen Euro, mit denen männliche Bewerber auf Lehrstühle an Hochschulen diskriminiert, getäuscht und belogen und geschädigt werden, nicht ausreichen, dann sei dies “stümperhaftes Programm-Management und klammheimliches Wegsparen durch Ministerin Wanka” und das Programm müsse eben aufgestockt werden.

ProfessorrinnenprogrammWir wiederholen uns ungern, aber Anstand, Moral, Ehrlichkeit, Lauterkeit, die faire Behandlung von männlichen Bewerbern auf Lehrstühle, das scheinen auch für den Grünen Kai Gehring Begriffe zu sein, die er nicht in seinem Wortschatz findet und entsprechend so wenig verstehen wird, wie Roland Preuß, der es schafft einen Beitrag über das Professorinnenprogramm zu schreiben, ohne auch nur einen einzigen Hinweis darauf, dass hier Steuergelder eingesetzt werden, um männliche Bewerber arglistig zu täuschen, zu diskriminieren, zu belügen und ihnen Schaden zu verursachen.

Deutschland 2015, eine Bananenrepublik 4.0, in der Medienvertreter, Politiker und Gleichstellungsbeauftragte alle dieselbe Unkenntnis verbindet, Unkenntnis darüber, was Fairness, Ehrlichkeit, Anstand und Moral sind. Und vor allem darüber, was Menschen (andere Menschen versteht sich) leisten müssen, um die Steuergelder aufzubringen, die im Rahmen des Professorinnenprogramms eingesetzt werden, um männliche Bewerber arglistig zu täuschen, zu belügen und sie zu schädigen.

Wir danken einem Leser von ScienceFiles für den Hinweis auf den Beitrag in der Süddeutschen Zeitung.

Reiner Unsinn: Die Deutschen und ihr Problem mit der Wirtschaft

Wirtschaft, Wirtschaft ist schlecht. An Wirtschaft macht man sich besser nicht die Hände schmutzig. Wirtschaft, das sind Bonzen, egoistische Bonzen, multinationale Konzerne, multinationale Umweltverschmutzer, multinationale Arbeiterausnutzer und egoistisch und nutzenmaximierend sind sie obendrein.

Der Staat und seine Funktionäre, die Parteien, die Gewerrkschaften, das sind die Reinen, die Guten, die Gesegneten, die Wohlwollenden, die, die im Auftrag des Wählers unterwegs sind, um Gutes zu tun, um reine und altruistische Werte in der Gesellschaft durchzusetzen, frei von Eigeninteresse und Nebenwirkungen aller Art.

Deutsche BonzenBildung, Bildung, das ist ein reines Gut. Gute, richtige, politisch korrekte Bildung, wie sie z.B. den Funktionären der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft vorschwebt, das ist …, eben gute, reine, wichtige und richtige Bildung, und Forschung natürlich, und damit die Bildung und die Forschung und die Wissenschaft und alle Bildungsinstitutionen gut und rein und pur und unbeschmutzt sind, damit die Schüler, die Lehrer, die Studenten, die Dozenten und Professoren sich der reinen Verkündung reinen Wissens in einer reinen Umgebung, frei von unreinen egoistischen Interessen und Einflussnahmen schmutziger Art, entfalten und vor allem grundsätzlich und wie immer rein und altruistisch und gesellschaftsdienlich forschen können, deshalb muss man die Wirtschaft aus den heiligen Hallen der Bildung fernhalten; Sie ausschließen vom Zugang zu Schulen, Fachhochschulen und Universitäten.

Es droht das Verderben: die Ökonomisierung!

Diese Gefahr haben schon vor geraumer Zeit die GEW und deren Vize Andreas Keller erkannt. Und mutig, im rein-weißen Hemd des Kämpfers für das deutsche Reinheitsgebot der Bildung, ist Keller dem Wolf der Wirtschaft entgegengetreten und hat gefodert: “Ausverkauf von Forschung und Lehre stoppen“.

Alles, was er sonst noch gefordert hat, findet sich heute in einem Beitrag auf Tagesschau.de, in dem eine Sandra Stalin_ski unter der Überschrift “Die Wirtschaft mischt sich ein”, zunächst das Horrorszenario entwickelt, dass Studenten bald an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena keine vedischen Schriften mehr übersetzen können.

Warum?

Wegen der Ökonomisierung. Die Ökonomisierung verlangt nämlich von Hochschulen, dass an ihnen verwendbares Wissen vermittelt wird, dass das Angebot der Hochschulen auf den Bedarf der Gesellschaft, nein, der Wirtschaft ausgerichtet wird, und dort braucht man keine Veden-Übersetzer – das jedenfalls meint Frau Stalinski – und die muss es wissen.

Der gute Staat1,3 Milliarden kommen aus der Wirtschaft an die Hochschulen, so lamentiert Stalinski weiter, was besonders schlimm ist, denn die Hochschulen sind klamm, will heißen: Die Wirtschaft nutzt es schamlos aus, dass die Hochschulen von ihrem öffentlich-rechtlichen Träger an der kurzen Leine gehalten werden, eine Leine, die so kurz ist, dass die Hochschulen klamm sind, korrumpierbar sind und ein gefundenes Fressen für den wirtschaftlichen Wolf, der nur darauf wartet, Beschäftigte an Hochschulen einvernehmen und für seine Interessen einsetzen zu können.

Ganz im Gegensatz zu staatlichen Institutionen, die natürlich ebenso wenig wie Gewerkschaften oder Parteien versuchen, Einfluss auf Hochschulen zu nehmen. Dass Bundesministerien Professuren mit zweifelhafter Denomination und mehr als zweifelhaftem Wert, z.B. die Professur von Heinz-Jürgen Voss für “die nachhaltige Verankerung und die Fortentwicklung der Forschung zum Thema ‘Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung'” an der Fachhochschule Merseburg finanzieren, ganze Studiengänge wie die Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin eingerichtet haben und mit dem Professorinnenprogramm nicht schamlos einen finanziellen Köder vor die Nase der finanziell klammen Hochschulen halten, den die meisten Rektoren nur zu gerne aportieren, das ist natürlich keine Einflussnahme. Es entspringt einem reinen Geist, einem reinen Interesse, reinen Motiven, die direkt aus dem ministerialen Paradies stammen, kurz: es ist reiner Unsinn.

pure nonsenseEbenso reiner Unsinn, wie die nicht vorhandene Einflussnahme von Parteien und Gewerkschaften, die über ihre politischen Vereine Stipendien vergeben, um Kader zu rekrutieren, Steuergelder aufwenden, um Legitimationsforschung zu beauftragen, Professoren rekrutieren, um in einem wissenschaftlichen Beirat einerseits auf Linie getrimmt zu werden, andererseits für die notwendige wissenschaftliche Legitimation der parteipolitischen oder gewerkschaftlichen Agitation unter dem Deckmantel der Bildung zu sorgen.

Das alles ist vollkommen unbedenklich, denn es ist rein und pur und gut und schön und vor allem nicht Wirtschaft.

Wirtschaft dagegen, Wirtschaft ist schlecht, ist böse. Wenn Unternehmen Stiftungsprofessuren einrichten, um auf die Ausbildung an Hochschulen Einfluss zu nehmen und zu verhindern, dass die Absolventen so gar überhaupt keine Ahnung von dem haben, was in Unternehmen gefodert wird, dann ist das egoistisches Selbstinteresse von Unternehmen und nicht zu vergleichen damit, dass die Netzwerker aus politischen Stiftungen und Genderlehrstühlen sich regelmäßig zum Netzwerken am kalten Buffet der Klageveranstaltung treffen, bei der über den Einfluss der Wirtschaft auf die Wissenschaft lamentiert wird, während das Buffet von Steuerzahlern finanziert ist.

Gleiches gilt für die Unternehmen, die teure Gerätschaften finanzieren und im Gegenzug von Hochschulen erwarten, dass auch Interessen der finanzierenden Unternehmen in den Forschungsgegenstand einfließen. Wie egoistisch und schmutzig, die reine Lehre und Forschung zerstörend diese Unternehmen doch sind.

Ganz anders die Finanzierung von Legitimationsstudien durch öffentlich-rechtliche Institutionen, die bereits durch die Vorgabe der Fragestellung Einfluss auf das Ergebnis nehmen. Natürlich nur, damit die Ergebnisse auch wissenschaftlich rein und richtig und pur und ohne Einflussnahme von außen durch die reinen Mägde der Wissenschaft gewonnen werden können.

Drittmittel an HochschulenDichotome Darstellungen sind der Deutschen Alpha und Omega. Wenn die Welt nicht in Gute und Böse eingeteilt werden kann, dann ist die deutsche Welt nicht in Ordnung. Und weil die Bösen in der Wirtschaft sind, müssen die Guten beim Staat, in Gewerkschaften und in Parteien sein. Eigentlich erstaunlich, dass ein deratiger, reiner Unsinn funktioniert. Aber er tut es.

Sandra Stalinski hat es gerade wieder bewiesen, dass dieser Unsinn funktioniert. “Die Wirtschaft mischt sich ein.” Ja, sowas auch. Die Wirtschaft hat Interessen, eigene Interessen, wirtschaftliche Interessen, egoistische Interessen, pfui. Wie gut, dass es die interesselosen, guten und altruistischen Parteien, Gewerkschaften und staatlichen Institutionen gibt, sonst wäre man als Deutscher den Wölfen aus der Wirtschaft schutzlos ausgeliefert und müsste mit ansehen, wie sie die Hochschulen kapern und das Professorinnenprogramm durch Informatiklehrstühle und Genforschung und Astrophysik-Lehrstühle ersetzen.

Nicht auszudenken.

Das Ende von Münkler-Watch, aber nicht das Ende der mafiösen Strukturen an der HU-Berlin!?

Münkler-Watch, das anonym betriebene Blog von angeblichen Studenten der Humboldt-Universität zu Berlin, der die DDR-Tradition des innoffiziellen Mitarbeiters der Staatssicherheit wiederbelebt und die Überwachung von Herfried Münkler, dem Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte aus dem Schutz der Anonymität mit der Diffamierung und üblen Nachrede verbindet, die man zwischenzeitlich von den linken Genderisten gewohnt ist, dieses Münkler-Watch, seine Tage dürften gezählt sein.

Danisch_FrauenquoteHadmut Danisch sei Dank, denn Hadmut Danisch vertritt die Ansicht, “dass gleiches Recht für alle gelten soll. Und wie ich ja kürzlich bei der SPD gelernt habe: Für jedes Geschlecht. Ich lebe das, gleiches Recht für alle Geschlechter.

Und damit fange ich bei der Impressumspflicht an. Wenn ich als Mann ein Impressum führen muss, dann sollen die das auch müssen. Also habe ich bei der zuständigen Aufsichtsbehörde Beschwerde eingereicht und heute folgende behördliche Antwort bekommen:

Sehr geehrter Herr Danisch,

Ihre Beschwerde ist bei uns eingegangen. Der Domaininhaber wurde von uns informiert. Für die Anpassung der Anbieterkennzeichnung an die Vorgaben des § 55 RStV haben wir eine Frist bis zum 05. Juni 2015 gesetzt.

Mit freundlichen Grüßen

So sieht’s aus, wenn gleiches Recht für alle Geschlechter gilt.”

So sieht’s also derzeit aus: Entweder Impressum oder kein Münkler-Watch mehr.

Jetzt wird es spannend sein zu sehen, wie die anonymen Diffamierer reagieren, was ihnen wichtiger ist, ihre Stasi-Agenda oder ihre Anonymität.

Damit ist die Geschichte jedoch noch nicht zuende, denn im Anschluss an den Post gibt es noch einen Kommentar von Hadmut, der aufhorchen lässt:

“… in der Presse jammert das Rektorat der HU ja darüber, dass man da nichts machen könnte. Die müssen das aber wissen, denn die habe ich auch schon mal drangekriegt, weil die Professorin Susanne Baer auf politischen Webseiten ohne Impressum agitierte, die von der HU gehostet wurden, aber kein Impressum hatten.”

Mit anderen Worten, die Verantwortlichen an der Humboldt-Universität Berlin haben, obwohl sie eine Handhabe haben, um in diesem Fall Prof. Herfried Münkler vor den Übergriffen durch anonyme Blogger zu schützen, von dieser Handhabe keinen Gebrauch gemacht. Eine eindeutige Wahl zu Gunsten derer, die Stasi-Methoden wieder zur Normalität an der Humboldt-Universität machen wollen.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Ereignisse der Vergangenheit in einem ganz anderen Licht:

Wenn Jörg Barberowski, Professor an der HU-Berlin mit einem Lehrstuhl für die Geschichte Osteuropas, ein Kenner der Stasi-Methoden, so kann man annehmen, den Verantwortlichen der HU-Berlin, dem Präsidenten und der Pressestelle im Besonderen, vorwirft, sie seien feige, dann scheint Barberowski den Verantwortlichen Angst zu Gute zu halten.

Zuunrecht – wie man vor dem Hintergrund dessen, was Hadmut Danisch geschrieben hat, konstatieren muss, denn es scheint: die Verantwortlichen wollen schlicht nichts gegen anonyme Blogger, die Professoren diffamieren unternehmen. Sie wollen nicht gegen einen Studentenrat vorgehen, der die Vorlesungen von Malte Brinkmann bis zum Einsatz der Polizei gestört hat, weil der Professor für allgemeine Erziehungswissenschaft gegen den Willen der angeblichen Studentenvertreter aus Immanuel Kants Schriften zitiert.

Lann Hornscheidt humboldt umbenennenNiemand in der Universitätsleitung hat anscheinend ein Problem damit, dass andere angebliche Studenten an der HU-Berlin, unterstützt durch Prof. Lann Hornscheidt, die Humboldt-Universität umbenennen wollen und erklären: Alexander und Wilhelm von Humboldt seien rassistische weiße Männer, was kurz vor dem Massenmörder zu kommen scheint, und sie müssten deshalb aus dem Namen der Universität getilgt werden.

Und jetzt erscheint auch die Tatsache, dass die Universitätsleitung sich weigert, Akten darüber herauszugeben, wie es zur Einrichtung des eigens für Susanne Baer an der Humboldt-Universität geschaffenen Lehrstuhl gekommen ist, wie es überhaupt möglich war, Gender Studies an der Humboldt-Universität zu etablieren, ein Vorgang, der nach den Recherchen von Hadmut Danisch jenseits der Grenze der Legalität liegt und seine Klage vor dem Verwaltungsgericht Berlin begründet.

Schließlich wird auch klar, warum sich niemand daran stört, dass mit Lann Hornscheidt ein Lehrstuhlinhaber der Humboldt-Universität zu Straftaten aufruft.

Humboldt ueber die spracheDie Humboldt-Universität gleicht einem mafiösen Kartenhaus. Entsprechend kann man nicht einfach eine Karte entfernen und z.B. gegen anonyme Blogger, die Professoren diffamieren, vorgehen oder einem Lehrstuhlinhaber mit dienstlichen Konsequenzen drohen, wenn er es nicht unterlässt, seine Studenten zu Straftaten anzuhalten. Denn: nimmt man eine Karte aus dem Kartenhaus, der Rest fällt unweigerlich zusammen, was bedeutet, dass alle Schiebungen und Rechtsbrüche, die man aufgrund dessen, was sich zwischenzeitlich angesammelt hat, einfach annehmen muss, ans Tageslicht kommen, und wenn man etwas scheut im Präsidium der Humboldt-Universität, dann scheint es das Tageslicht zu sein.

Marx aktualisieren: Klassenkampft 2015f

Seit einiger Zeit schon denken wir darüber nach, Karl Marx und seine Theorie des Klassenkampfes zu aktualisieren – schon weil diejenigen, die sich derzeit in den Fußstapfen des Trierers wähnen, der falschen Fährte folgen.

Denn: Der Klassenkampf hat sich entwickelt, findet nicht mehr zwischen Arbeitern und Kapitalisten bzw. Produktivkräften und Inhabern der Produktionsmittel statt. Der Klassenkampf hat eine Tertiarisierung erfahren.

Karl MarxDoch zurück zu den Anfängen im Urkommunismus, in dem, so haben sich Friedrich Engels und Karl Marx erinnert, die Gleichheit der Menschen gegeben war. Warum? Nun, weil kein Mehrwert erwirtschaftet wurde, und wenn kein Mehrwert erwirtschaftet wird, wenn man nur von der Hand in den Mund lebt, so die beiden Paläo-Klassentheoretiker, dann gibt es keine Macht- und keine Herrschaftsstrukturen. Wenn jeder von der Hand in den Mund lebt, dann gibt es nichts, was man sich aneignen kann. Ganz so romantisch, wie der Urkommunismus zuweilen dargestellt wird, scheint die Gestalt, die er in den Gehirnen von Marx und Engels angenommen hat, nicht gewesen zu sein.

Mit dem Mehrwert kommt die Herrschaft und die Macht: Überschussproduktion, so haben Marx und Engels theoretisiert, führe zur Herausbildung von zwei Klassen: eine, die den Überschuss produziert, die Produktivkräfte, und eine, die sich den Überschuss aneignet. Besser, man gehört zur zweiten Gruppe.

Und so hat sich der historische Materialismus, den Marx und Engel hier erdacht haben, über die Jahrhunderte entwickelt, vom Antagonismus zwischen Sklaven und Sklavenhaltern, über den zwischen Feudalherren und Bauern bis zu den Bonzen und den Arbeitern. Und von letzterer Idee sind die Linken noch heute beseelt – ganz so, als habe Karl Marx nicht im 19. Jahrhundert gelebt, ganz so, als beschreibe sein Historischer Materialismus kein Entwicklungsgesetz, ganz so, als sei die Zeit stehen geblieben und mit ihr das Denken der Linken.

Mit anderen Worten: Die Linken hinken der Entwicklung hoffnungslos hinterher. Sie sind veraltet und bedürfen einer dringenden Modernisierung.

Das Entwicklungsgesetz des Historischen Materialismus besagt, dass Produktivkräfte der Motor der Entwicklung sind, dass Umwälzung nur dann stattfindet, wenn die Entfaltung der Produktivkräfte durch die Inhaber der Produktionsmittel behindert wird. Aus diesem Spannungsverhältnis, so hat Karl Marx erwartet, ergebe sich das Ende für den bürgerlichen Kapitalismus und nach einer Phase, in der das Proletariat per Diktatur regiere, gehe die Menschheit ein, in den Garten Eden des Kommunismus, kehre zurück in den Zustand der Gleichheit, der den Urkommunismus ausgezeichnet hat, als man keinen Mehrwert produziert und von der Hand in den Mund gelebt hat.

Nun warten die Linken seit rund 150 Jahren, und was ist passiert?

Nichts!

Und warum? Weil sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben.

Marx hat sich geirrt und Engels sowieso.

Nicht die Diktatur des Proletariats ersetzt den Antagonismus von Arbeitern und Kapital, sondern der Antagonismus der Mehrwertschaffenden und der Mehrwertverbrauchenden.

Insofern kehren wir auch nicht zurück in den Urkommunismus, sondern in eine neue Variante antiker Gesellschaft, in der es eine Klasse von Menschen gibt, die den Mehrwert erwirtschaften, und eine Klasse von Menschen, die den von anderen geschaffenen Mehrwert verbraucht.

Mehrwertschaffende Menschen sind nach wie vor Arbeiter, aber auch Selbständige und Unternehmer. Sie erwirtschaften Lohn, Einkommen und Umsatz durch die Herstellung von Produktivgütern.

Mehrwertverbrauchende Menschen sind all diejenigen, die vom Lohn, Einkommen oder Umsatz der mehrwerterschaffenden Menschen leben ohne selbst (nennenswert) zur Schaffung von Mehrwert beizutragen.

Darunter:

  • Professional spongerDie Gruppe der Politiker, die sich dafür bezahlen lässt, dass sie den Mehrwertschaffenden vorgaukelt, in deren Interesse zu handeln.
  • Die Gruppe der Funktionäre, die nicht nur den von anderen geschaffenen Mehrwert verbrauchen, sondern dafür sorgen, dass der Anteil des Mehrwerts, der den Mehrwertschaffenden zukommt, kontrolliert wird. Sie tun dies z.B. dadurch, dass sie kollektive Lohnverhandlungen führen und individuelle Mehrwertschaffende daran hindern, einen ihren Fähigkeiten angemessenen Preis für ihre Arbeitskraft zu erhalten. Sie tun dies dadurch, dass sie die über kollektive Lohnverhandlungen die Anzahl der Mehrwertschaffenden, die in Arbeitslosigkeit geparkt werden, künstlich hochhalten, um auf diese Weise ein Druckmittel gegenüber den Mehrwertschaffenden in Arbeit zu gewinnen.
  • Die Gruppe der Aktivisten, die von anderen geschaffenen Mehrwert dafür verbrauchen, dass sie gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausspielen, dass sie Arbeiter gegen Unternehmer aufhetzen, Männer gegen Frauen, Alte gegen Jungen, Kranke gegen Gesunde, Dicke gegen Dünne, der Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt.
  • Die Gruppe der Lebens-Berater, die von anderen geschaffenen Mehrwert dadurch verbrauchen, dass sie Entscheidungen für Dritte treffen, diese Dritten entmündigen, z.B. indem Sie deren Zugang zu Drogen begrenzen, den Preis von Konsumgütern mit Steuern erhöhen, weil sie der Ansicht sind, die entsprechenden Konsumgüter seien für andere schädlich usw.
  • Die Gruppe der schlichten Nutznießer, die einfach nur durch andere geschaffenen Mehrwert verbrauchen. Sie entspricht der von Marx als Lumpenproletariat bezeichneten Gruppe findet sich heute aber vornehmlich unter den Transferexistenzen der Mittelschicht.

All die Genannten leben von dem, was die Mehrwertschaffenden erwirtschaften. All die Genannten versuchen auf die eine oder andere Weise, durch Gesetze, durch Tarifvereinbarungen, durch Vorschriften zum richtigen Leben, durch Transferverpflichtungen für die Mehrwertschaffenden, Letztere zu kontrollieren, wobei die Kontrolle dazu dient, die Mehrwertschaffenden auch weiterhin ausnutzen zu können.

Dabei spielt, wie immer im Marxismus, das Bewusstsein eine entscheidende Rolle. Marxismus gehört in das Lager des Hegelschen Materialismus und entsprechend wird dem Sein eine bewustseinschaffende Funktion zugewiesen.

Nun ist im modernen Marxismus nicht das Bewusstsein der Produktivkräfte, nicht das Bewusstsein der Mehrwertschaffenden fehlerhaft, sondern das Bewusstsein der Mehrwertverbrauchenden. Ihre materielle Existenz vermittelt ihnen das Bewusstsein, dass man auch ohne einen Mehrwert zu schaffen, ohne produktiv zu sein, ein sorgenfreies und üppiges Leben führen kann. Da sie im Gegensatz zu den malochenden Mehrwertschaffenden, nicht malochen müssen, hat sich bei Ihnen ein Bewusstsein von Überlegenheit eingestellt, d.h. die Ansicht, sie seien den Mehrwertschaffenen überlegen, könnten für diese Entscheiden, z.B. darüber, wie viel ihres Lohns, Einkommens oder Umsatzes sie an die Mehrwertverbraucher abzugeben haben.

Dabei merken die Mehrwertverbraucher nicht, dass sie am eigenen Ast sägen, da Ressourcen endlich sind, d.h. man die Mehrwertschaffenden nicht endlos belasten kann. Anders formuliert: Der Weg zurück in die Sklavengesellschaft der Antike ist nur bedingt möglich.

Folglich ist es im aktuellen Klassenkampf, die Aufgabe der Mehrwertschaffenden, den Mehrwertverbrauchenden das richtige Bewusstsein zu verschaffen, z.B. durch Formen des passiven Widerstands, Formen der Abgabe- bzw. Steuerverweigerung oder Formen der Verweigerung von Unterhalt und Transferzahlungen.

Im Gegensatz zu früheren Klassenkämpfen haben die Mehrwertschaffenden alle Trümpfe auf ihrer Seite, denn: Sie verfügen über Produktivkräfte und Produktionsmittel, die Mehrwertverbrauchenden verfügen bestenfalls über gesellschaftliche Positionen, die vielleicht auch mit Macht einhergehen, aber letztlich austrocknen bzw. absterben, wenn Mehrwertschaffende sie nicht mehr finanzieren.

©ScienceFiles, 2015

Wer hat vor dem Mob die Hosen voll? Von Genderista und Gesinnungsschnüfflern

Wir nicht!

HU-BerlinAber an der Humboldt-Universität, da scheinen viele die Hosen gestrichen voll zu haben. Die Ausnahme hier: Jörg Barberowski, dem es offensichtlich reicht. Von anonymen Studenten zum “braunen Professor” erklärt, ist er ärgerlich auf die Leitung der Universität, den derzeit noch amtierenden Präsidenten, Jan Hendrik Olbertz, und auf die Pressestelle der Humboldt-Universität. Die seien “feige”, so Barberowski, würden nur an sich denken und sich weder um den Ruf der Universität noch um die Professoren kümmern, und sie schon gar nicht vor Übergriffen schützen.

So steht es derzeit in der Frankfurter Allgemeinen zu lesen.

In einem Text mit dem Titel “Unser Professor, der Rassist”, berichtet Friederike Haupt von den Zuständen an der Humboldt-Universität, von denen wir regelmäßig berichtet haben.

also

  • vom Versuch, die Humboldt-Universität umzubennen, weil die Brüder Humboldt angeblich rassistische Schweine waren;
  • vom Versuch, Schriften von Immanuel Kant aus dem Curriculum zu verbannen, weil in ihnen das N-Wort, also Neger, vorkommt, Ein Versuch, der durch das Eingreifen der Polizei unterbunden wurde;
  • von Münkler-Watch, dem Versuch von Anonymen, Herfried Münkler zu diffamieren.

Fast so, als würde Haupt ScienceFiles regelmäßig folgen (wir müssen das vermuten, denn wir werden nicht zitiert), folgt ihr Beitrag dem Lauf, dem von uns berichteten Lauf der Dinge an der Humboldt-Universität und ergänzt noch ein wenig eigene Recherche, z.B. in Form von wenig ergiebigen Telefonaten mit betroffenen Professoren.

Die sagen entweder wenig oder gar nichts und wollen nicht zitiert werden, schon gar nicht mit konkreten Aussagen über die Veränderungen, die sie an ihren Lehrveranstaltungen vornehmen, z.B. weil Anonyme sie einer Dauerbeobachtung unterziehen und auf Münkler-Watch alles anprangern, was ihnen rassistisch, sexistisch oder sonstisch vorkommt. “An der Humboldt-Universität hat man Angst”, so fasst Haupt die wenig ergiebigen Telefonate mit den betroffenen Professoren zusammen.

lynch-mob1Denn: Der Rufmord ist derzeit ein vom anonymen Mob wirksam eingesetztes Mittel, wobei sich der anonyme Mob auf Berlin zu reduzieren scheint, jedenfalls ist Haupt dieser Ansicht, die offensichtlich unseren Text über die Zustände in Jena noch nicht gelesen hat.

Worauf ist der scheinbare Erfolg des anonymen Rufmord-Mobs zurückzuführen?

Weshalb sind die Gesinnungsschnüffler in Berlin an der Humboldt-Universität so erfolgreich?

Was unterscheidet die Humboldt-Universität von normalen Universitäten?

Das sind die eigentlich interessanten Fragen, die Haupt in ihrem Text nicht einmal antippt. Nicht nur an der Humboldt-Universität herrscht Angst, sondern auch in der Redaktion der FAZ, denn dass diese grundlegenden Fragen in einem Beitrag, der die unsäglichen Zustände an der Humboldt-Universität zusammenfasst, nicht gestellt werden, wollen wir – zugunsten von Haupt – auf Angst zurückführen.

Also ist es an uns, die Zusammenhänge herzustellen und den letzten Teil des Beitrags von Haupt, der uns besonders ärgert, auszuarbeiten. In diesem letzten Teil geht Haupt auf das Profx Lann Hornscheidt ein und auf den bislang ohne Konsequenz gebliebenen Aufruf des Profx zu Straftaten. Aus dem entsprechenden Aufruf zitiert Haupt, so als wär’ er das Normalste der Welt, ordnet ihn nicht ein und vor allem: Legt die Quelle nicht offen, aus der sie ihre Erkenntnis hat.

Da ScienceFiles die einzigen sind, die über den Aufruf zu Straftaten berichtet haben, da wir in einem Brief an Jan Hendrik Olbertz die Entfernung von Lann Hornscheidt von der Humboldt Universität gefordert haben und eine Reaktion darauf, dass Lann Hornscheidt zu Straftaten aufruft, von Olbertz eingefordert haben, ist offenkundig, wo die unzitierte Quelle des Hauptschen Beitrags liegt. Sollen wir hier einen Verstoß gegen journalistische Lauterkeit annehmen?

Nebenbei: Die Umfrage darüber, ob Lann Hornscheidt an der Humboldt-Universität bleiben kann, ist immer noch online. Derzeit haben sich 797 Leser beteiligt, 665 davon, also 83,4% sind der Ansicht, Lann Hornscheidt könne nicht mehr an der Humboldt-Universität geduldet werden.

Stellen wir also die Zusammenhänge her, die man im Hinblick auf die Humboldt-Universität herstellen muss.

Zunächst einmal mehr etwas Grundsätzliches:

Wissenschaft ist die Suche nach verallgemeinerbaren Aussagen und nach Erklärungen, wobei Erklärungen regelmäßig aus verallgemeinerbaren Aussagen abgeleitet werden.

Und das ist, was wir nun tun.

Fassen wir zunächst zusammen, was wir wissen:

Alle oben beschriebenen Aktionen an der Humboldt-Universität Berlin haben folgende Gemeinsamkeiten:

  • Muenkler WatchGegenstand sind vermeintlich sexistische, rassistische oder ableistische oder anti-genderistische Äußerungen.
  • Die Gebrüder Humboldt sollen aus dem Namen der Universität entfernt werden, weil sie Rassisten sein sollen.
  • Herfried Münkler soll sich rassistisch und sexistisch in seinen Vorlesungen äußern und Militarismus predigen.
  • Kant soll aus dem Curriculum verbannt werden, weil er ein Rassist sein soll und das N-Wort gebraucht, also von Negern spricht.
  • Professoren werden im Internet anonym auf eigens dazu eingerichteten Blogs diffamiert.
  • Der Studentenrat der Humboldt-Universität ist auf die ein oder andere Weise involviert.
  • Die genderisierte Schreibweise ist allen schriftlichen Dokumenten gemeinsam, also _*Innen.
  • Die anonymen Diffamierer können regelmäßig auf eine erstaunliche Infrastruktur zurückgreifen, die es nicht nur erlaubt, ein Blog zu eröffnen und zu unterhalten, sondern es auch mit Beiträgen zu bestücken und zudem Flugblätter, Flyer und sonstige Materialien zu erstellen;
  • Die Aktionen werden häufig als “Interventionen” bezeichnet.
  • Die Leitung der Universität schweigt zu all dem.

Man muss kein Wissenschaftler sein, um mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Treffer zu erzielen, wenn man die anonymen Diffamierer im Umfeld linker oder linksextremer Gruppen mit Zugriff auf eine Partei-Infrastruktur vermutet, also z.B. im Umfeld des ASta der Humboldt-Universität, der sich selbst in Anlehnung an z.B. den Stalinismus als “Rat” bezeichnet oder im Umfeld von Grünen, Linke oder Jusos.

Dieses Umfeld bietet sich an vielen Universitätsstandorten. So ist z.B. aus Jena bekannt, dass der dortige ASta und die Jugendorganisationen der Parteien und der GEW ebenfalls als Gesinnungswächter unterwegs sind.

Störungen von universitären Veranstaltungen, Angriffe auf Professoren werden indes nur von der Humboldt-Universität berichtet. Und nur von der Humboldt-Universität ist bekannt, dass Professoren die Hosen voll haben.

Was also ist an der Humboldt-Universität anders als an anderen Universitäten?

Mal sehen.

  • xartsplittaHadmut Danisch hat eine Vielzahl von Belegen gesammelt und eine Klage vor dem Verwaltungsgericht in Berlin anhängig. Gegenstand sind die Gender Studies an der Humboldt-Universität, deren Einrichtung nicht nur nach Ansicht von Danisch Ergebnis von Betrug ist. Das Bundesministerium für FSFJ hat der damals noch nicht zum Bundesverfassungsgericht verschobenen Susanne Baer nicht nur den Lehrstuhl eingerichtet und finanziert, es hat auch Baer für eine Vielzahl von Beratungsdiensten finanziert, die so zahlreich sind, dass es nicht viel Baer-Lehre an der Universität gegeben haben kann.
  • An der Humboldt-Universität Berlin findet sich das – ebenfalls vom BMFSFJ finanzierte – Zentrum für innerdisziplinäre Geschlechterstudien, ZTG, dessen Auftrag darin besteht, die Genderistische Ideologie in Universitäten zu tragen und dort zu implementieren.
  • An diesem Zentrum ist das Lann Hornscheidt angestellt. Hier lehrt das Lann von Sexismus und Ableismus, von Rassismus und Kolonialismus und davon, wie furchtbar das alles ist.
  • An diesem Zentrum lehrt das Lann nicht nur, es zeigt auch Interventionen auf, gibt Ratschläge und Hinweise darauf, wie man das, was einem nicht ins Weltbild und zur Gesinnung passt, bekämpft, beseitigt, wie man “interveniert”.
  • Zu diesen Interventionen zählen auch Aufrufe, Straftaten zu begehen.

Wen wundert es, dass die Humboldt-Universität das akademische Tollhaus der Republik ist, an dem die Professoren und Dozenten mehrheitlich die Hosen voll haben und eine kleine, offensichtlich gut organisierte, präparierte und ausgestattete Gruppe, die man dennoch als Gesinnungs-Mob bezeichnen muss, in der Lage ist, den Laden aufzumischen?

Uns wundert es nicht.

Wir haben den Präsidenten der Humboldt-Universität, Jan Hendrik Olbertz, mehrfach auf die unhaltbaren Zustände an seiner Universität, darauf, dass das Profx seine Position missbraucht, um sich von Steuerzahlern finanziert der Erfindung von Interventionen hinzugeben und u.a. Studenten zu Straftaten aufzurufen, hingewiesen.

Bislang haben wir keine Antwort des scheidenden Humboldt-Präsidenten.

Ob er auch die Hosen voll hat?

Und Friederike Haupt – warum stellt sie in ihrem Beitrag keine Frage nach der Ursache? Warum stellt sie keine offensichtlichen Zusammenhänge her, belässt es lieber dabei, sich zwar offensichtlich bei uns mit Hinweisen auf Lann Hornscheidt zu versorgen, ohne uns zu zitieren, aber keine Erklärung zu versuchen, keine Verbindung zwischen dem Aufruf zu Interventionen, den das Lann wohl in seinen Veranstaltungen und auf seinen Webpages verbreitet und den Interventionen gegen Münkler, Baberowski oder Brinkmann herzustellen?

Hat Haupt auch die Hosen voll?

Wir danken Arne Hoffmann für den Hinweis auf den Beitrag in der FAZ.

Die antidemokratischen Studenten von Jena – AfD und FDP als Feind

Es ist mittlerweile zur Normalität geworden, dass wir fast wöchentlich von Aktionen angeblicher Studenten berichten, die dem Ziel dienen, Meinungsfreiheit zu beseitigen, Hochschulen zum Kampfplatz politischer Aktivisten zu machen und Andersdenkende daran zu hindern, grundgesetzlich garantierte Rechte, wie das Recht auf freie Versammlung, wahrzunehmen. Dass die Studenten, die anderen das Recht auf freie Versammlung verweigern wollen, eben jenes Recht für sich ganz selbstverständlich in Anspruch nehmen, um ihrer heiligen Sache zu dienen, das ist eine Ironie am Rande, die bereits zeigt, dass es mit dem logischen und dem formalen Denken bei den entsprechenden Studenten, so es sich denn um Studenten handelt, nicht weit her ist.

Uni jenaHeute hat uns eine eMail von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena erreicht, die abermals deutlich macht, wie sehr manche Hochschulen zwischenzeitlich zum Tummelplatz aktivistischer Horden geworden sind, deren einziges Ziel darin besteht, die Grundlagen von Demokratie und Rechtsstaat zu beseitigen und ihren Glauben als einzig richtigen Glauben durchzusetzen. Dabei verfügen die entsprechenden Studenten (sofern es sich um Studenten handelt) über ein Sendungsbewusstsein, das dem zu entsprechen scheint, mit dem die Horden der SA und die Schlägertrupps der KPD in der Weimarer Republik aufeinander losgegangen sind, ein Sendungsbewusstsein, das nicht nur unvereinbar ist mit der Freiheitlich-Demokratischen-Grundordnung (FDGO), die etwas in Vergessenheit geraten zu sein scheint, sondern vor allem ist es unvereinbar mit Wissenschaft, so dass man sich fragt:

Was um aller Götter willen machen diese Gotteskrieger, die sich selbst als Antifaschisten bezeichnen, an Hochschulen?

Dass sie dort nichts zu suchen haben, ist offensichtlich. Dass sie an Hochschulen geduldet werden, ist einer Liberalität geschuldet, von der man sich zum Schutz von Hochschulen langsam insofern verabschieden muss als Personen oder Gruppen, die sich nicht an die Spielregeln halten, wie sie z.B. in der FDGO festgeschrieben sind, von Hochschulen verwiesen werden. Es hat sich uns sowieso nie erschlossen, wozu es Ableger von Parteien und Gewerkschaften ausgerechnet an Hochschulen, die – anders als dies in der DDR der Fall war – der Wissenschaft und keiner politischen Ideologie verpflichtet sind, geben muss. Sowenig wie es sich uns erschließt, dass politische Aktivisten und Gotteskrieger, die sich in Asta und Studentenräten bundesweit sammeln, um diese von Steuerzahlern finanzierten Institutionen studentischer Mitbestimmung zur Durchsetzung ihrer Glaubensinhalte zu benutzen und die dabei gegen die Grundlagen der demokratischen Ordnung verstoßen, von den Rektoren und Präsidenten der Hochschulen und den Kultusministern der Länder seit Jahren gewähren gelassen werden.

Rick Wendler, von dem die eMail stammt, die wir heute erhalten haben, ist Mitglied eines – wie er schreibt – überparteilichen Diskussionsforums mit dem Namen Freimut, das sich an der Universität Jena gegründet hat. Ziel von Freimut ist der “unvoreingenommene Austausch von sachlichen Argumenten” und um diesen zu pflegen, hat Freimut am Dienstag, den 12. Mai, zu der Veranstaltung “Offene Grenzen – Chance! Herausforderung. Gefahr? eingeladen.

Die Veranstaltung sollte in Form einer Podiumsdiskussion durchgeführt werden, wobei mit Clemens Schneider vom Schäfflerschen Prometheus-Institut ein Vertreter offener Grenzen auf Stefan Möller, Abgeordneter der AfD im Landtag von Thüringen, getroffen ist, der sich gegen offenen Grenzen ausspricht. Die Konzeption dieser Podiumsdiskussion entspricht somit dem, was man als jemand, der den Austausch von Argumenten schätzt, der seine Meinung begründet, der den freien Wettbewerb von Ideen liebt und sich dafür interessiert, welche Argumente in der Realität am besten begründet sind, nur begrüßen kann.

Und sie entspricht dem, was die Aktivisten der Antifa, was die Mitglieder des Referats für Interkulturellen Austausch des Studentenrats der Universität Jena, was die Ökologische Linke, die Jusos, die GEW-Studis, die Linke, die Linksjugend, die emanzipatorische Linke, die Mitglieder des Kulturreferats der Universität Jena, der Arbeitskreis politische Bildung des Studentenrats der Universität Jena und der Arbeitskreis Promotionsstudierende des Studentenrats der Universität Jena gar nicht mögen.

Sie sind offensichtlich und nachweislich feige und antidemokratisch.

Sie wollen oder können sich nicht in Argumenten messen.

Sie fürchten den freien Wettbewerb von Ideen.

Sie können oder wollen ihre Argumente, so sie denn welche haben, nicht begründen.

Sie wollen sich nicht an einer öffentlichen Meinungsbildung und am Streit der Meinungen beteiligen.

Sie wollen die entsprechende Auseinandersetzung, den entsprechenden Wettbewerb verhindern. Sie sind also feige Antidemokraten.

Sie sind feige und im Auftrag ihres Herrn unterwegs. Ihr Antifa-Gott hat sie nämlich mit der Wahrheit ausgestattet, und diese Wahrheit, die verträgt keine Diskussion, so wie Stalins Wahrheit der Bildung landwirtschaftlicher Kolchosen oder Sowchosen keine Diskussion vertragen hat. Dass dabei mehrere Millionen Menschen elendig verhungert sind, ist eben das Opfer, das man für die große Idee in Kauf nehmen muss – und, anyway – es sind andere, die die Opfer sind, nie die Inhaber der sozialistischen Weisheit.

Inhaber, wie die Antifa-Studenten aus Jena, deren Unkenntnis in Fragen des argumentativen Umgangs miteinander man in einem offenen Brief, den alle oben genannten Gruppen unterschrieben haben, deutlich erkennen kann.

Darin heißt es:

Offener Brief Jena“Neben dem dubiosen Veranstalter, die Hochschulgruppe “Freimut”, deren magerer Internetauftritt kaum Informationen zur Gruppe enthält, dient zum Einen das Prometheus-Institut als Stimmungsmacher, dessen Gründer Frank Schaeffler gern Beiträge für das rechte Blatt “eigentümlich frei” schreibt. Des Weiteren nutzt der Mitbegründer Clemens Schneider die Angst vor Migration zur Forderung von nichts Geringerem als der Abschaffung des durch Art. 20 Abs. 1 GG garantierten Sozialstaats und damit der Abschaffung staatlicher Bildungseinrichtungen wie der FSU. Nur wer was hat, ist auch was wert! Zum anderen wird auch die Haltung der AfD in der Zwei-Personen-Podiumsdiskussion in Fragen der Flüchtlings- und Asylpolitik keine Überraschungen bereit halten.”

Was machen Studenten, die derart unfähig sind, ein Argument zu machen, an einer Universität?

Wir finden den Fehlschluss ad hominem, mit dem versucht wird, die Aussagen von in diesem Fall Frank Schäffler zu diskreditieren, weil er für “eigentümlich frei” schreibt, das den Studenten in ihrer linken Extrem-Traumwelt als rechts erscheint.

Wir finden einen induktiven Fehlschluss, der sich häufig bei Personen findet, die nicht argumentieren und somit nur eingeschränkt denken können. Um sich die Mühe des Argumentierens zu sparen, gehen sie davon aus, dass das, was sie z.B. über die “Haltung der AfD” zu wissen glauben, unveränderlich ist und in alle Ewigkeit Bestand hat. Der Truthahn, den Bertrand Russell in seiner Darstellung des induktiven Fehlschlusses bemüht hat, ist den Studenten insofern überlegen, als er zwischenzweitlich den Fehler hinter der Induktion erkannt hat.

Wir finden einen Verständnisfehler, anhand dessen sich die von Tversky und Kahneman beschriebenen Abweichungen von rationalem Denken illustrieren lassen, denn die Antifa-Studenten sind der Ansicht, Art. 20 Abs. 1 GG garantiere den “Sozialstaat”. Das macht aus ihrer Sicht Sinn, leben Sie doch auf Kosten von Steuerzahlern und hoffen, wie man ihrer Ablehnung der Bedeutung des wirtschaftlichen Nutzens eines Menschen im weiteren Verlauf des Offenen Briefes entnehmen muss, auch in Zukunft auf Kosten der Steuerzahler ein Dasein fristen zu können.

Es steht nur nicht im Abs. 1 von Artikel 20 GG. Dort steht: “Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.” Ein sozialer Bundesstaat ist kein Sozialstaat. Der entsprechende Schluss, der Fehlschluss der Bejahung des Konsequens und einer, den man von Studenten nicht unbedingt erwarten würde, schließlich sind z.B. in der Soziologie Begriffe wie “sozial” Grundbegriffe, wie z.B. Bernhard Schäfers geschrieben hat.

Ein kleiner Hinweis an die Antifa-Studenten, die sich zu sehr mit politischen und zu wenig mit wissenschaftlichen Inhalten beschäftigen, ist hier angebracht: Sozial ist, wie Max Weber schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschrieben hat, z.B. ein Verhalten dann, wenn es zwischen Menschen stattfindet (wenn sich das Verhalten von X auf Y richtet).

D.h. wenn Studenten sich vor einem Hörsaal versammeln und von ihrem Versammlungsrecht Gebrauch manchen, dann ist das ein soziales Verhalten, und es ist u.a. durch Art. 20 GG abgedeckt, der Deutschland als sozialen Bundesstaat definiert. Wenn die Antifa-Studenten dieses Versammlungsrecht jedoch missbrauchen, um andere an der Ausübung ihres Versammlungsrechts zu hindern, dann ist dies a-soziales Verhalten, das nicht im Einklang mit Art. 20 Abs. 1 des Grundgesetzes steht.

Offene Grenzen FreimutSchließlich finden wir in diesem kurzen und von Fehlschlüssen strotzenden Abschnitt aus dem Offenen Brief der Studenten noch die bekannte Häufung von bewertenden Adjektiven, die bei Naiven oder Dummen, die denken, man könne mit abwertenden Adjektiven Meinung bilden, regelmäßig zu finden ist, Adjektive wie “dubios”, “mager”, “rechts”. Diese Adjektive sind ebenso wenig wie Begriffe wie z.B. “Stimmungsmacher” in der Lage darüber hinwegzutäuschen, dass die Antifa-Studenten kein einziges Argument vorzuweisen haben.

Wie auch: Sie haben Sendungsbewusstsein, das muss genügen.

Schlecht am Sendungsbewusstsein ist indes, dass es regelmäßig in den Widerspruch zur Vernunft führt, ein Zustand, der für alle, die über Vernunft verfügen, unerträglich ist, woraus man logisch korrekt schließen muss, dass die Antifa-Studenten, die sich gegen “Hetze und Elitarismus” an der Universität Jena aussprechen, keine Vernunft haben können.

Denn hätten sie Vernunft, ihnen wäre aufgefallen, dass der Begriff “Hetze” an sich Hetze darstellt, wenn seine Verwendung nicht begründet wird, und es wäre ihnen aufgefallen, dass sie sich selbst zur Elite erklären, wenn sie schreiben: “Wir sind für kontroverse Debatten – aber nicht, wenn sie auf Ungleichwertigkeitsideologien wie Rassismus, Elitarismus, Sozialdarwinismus und damit auf Gewalt beruhen” [kurz: auf allem, was ihnen nicht passt, wenn sie auch nicht wissen, warum]. Sie sind schon deshalb elitär, weil sie die Ressourcen der Universität, die sie anderen verweigern, ganz selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen.

Insofern haben die Antifa-Studenten recht, wenn sie schreiben: “Rassismus ist eine Herabwürdigung von Menschen zur Legitimierung eigener Privilegien”.

So verstandener Rassismus basiert ganz wesentlich auf der Verabsolutierung von Merkmalen von Personen, z.B. ihrer Hautfarbe und der Verbindung dieser Merkmale mit einem ganzen Wust von negativen Zuschreibungen, wie Weiße sind faul, dreckig, wollen immer beherrschen usw..

Grundlage von Rassismus ist somit ein Essentialismus, wie er z.B. darin zum Ausdruck kommt, dass die Assoziation eines Menschen mit einer Partei, z.B. der AfD, verabsolutiert wird und zur Grundlage der derogativen Beschreibung dieses Menschen gemacht wird, als: Rassist, Faschist, Rechtsextremer, als Nazi, und von Rassisten weiß man ja, dass sie “menschenfeindlich” sind, “gewalttätig” sind, dass sie Menschen “herabwürdigen” usw.

KPD Weimarer RepublikKurz: Die Antifaschisten der Antifa passen perfekt zu ihrer eigenen Definition: Sie würdigen Menschen, im vorliegenden Fall Clemens Schneider und Stefan Möller, herab und tun dies, um ihre eigenen Privilegien zu legitimieren, Privilegien, wie sie z.B. darin bestehen, dass der Studentenrat von Steuerzahlern finanziert wird, dass Studenten die Räumlichkeiten ihrer Hochschule ganz selbstverständlich für sich reklamieren und es für ganz selbstverständlich erachten, dass der Kraftfahrer und die Friseuse über ihre Lohnsteuer für die Ausbildung von Studenten an Hochschulen wie Jena bezahlen [Dass Anti-X-Ideologen regelmäßig in die Ideologien einmünden, gegen die sie sich wenden, hat Dr. habil. Heike Diefenbach am Beispiel der Rassismuskritik gezeigt.].

Eigentlich würde man erwarten, dass die Antifa-Studenten, die angetreten sind, um Universitäten zu Stätten der Einheitsmeinung zu machen und deren Ziel offensichtlich darin besteht, die Freiheitlich-Demokratische-Grundordnung zu zerstören, sich schämen, wenn ihnen bewusst wird, wie rassistisch und elitär sie selbst sich verhalten. Aber: Bewusstsein setzt einen geistige Leistung voraus, die des Sich-Etwas-Bewusst-Machens.

Und hier sehen wir keinerlei Grund zum Optimismus.

Der entsprechende Pessimusmus hat zur Folge, dass wir anregen die Frage, ob man Studentenräte, die von 90% der Studenten ignoriert und von einer kleinen Gruppe von Ideologen genutzt werden, um politischen Aktivismus einzustudieren, das Ansehen von Hochschulen zu schädigen und um die Freiheit von Forschung und Lehre durch Unterordnung unter ihre Heilsideen zu beenden, weiterhin aus Steuermitteln finanzieren sollte. [Man könnte auch fragen, ob Universitäten wie die Universität Jena, aus der Studenten hervorgehen, die nicht in der Lage sind, die einfachsten Fehlschlüsse zu vermeiden, nicht argumentieren können, vielmehr gar keine Notwendigkeit sehen, überhaupt zu argumentieren, nicht geschlossen werden sollten, denn der Versuch, wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden, ist dort ganz offensichtlich gescheitert!]

Wir denken, nein. Der Preis dafür, ein pseudo-demokratisches Feigenblatt namens studentischer Mitverwaltung aufrecht zu erhalten, ist einfach zu hoch.

Und was meinen die Leser von ScienceFiles? Sollen Studentenräte oder Allgemeine Studentenausschüsse an Hochschulen auch dann finanziert werden, wenn sie ihre Funktion nutzen, um anderen ihre Grundrechte streitig zu machen?

Wie sehen das unsere Leser?

Der Nachwuchs der Stasi

Wenn Herfried Münkler, Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, Dienstags zwischen 10 und 12 Uhr seine Vorlesung zu “Politischer Theorie und Ideengeschichte” hält, dann kan er sicher sein: Er steht unter Beobachtung.

StasiUnter seinen Studenten finden sich ein bis 10 inoffizielle Mitarbeiter (IMs) einer Veranstaltung, die sich selbst als “Münkler-Watch” bezeichnet. Die IMs haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Vorlesung von Münkler daraufhin zu sezieren, ob der Professor “den Faschisten Carl Schmitt”, der bis heute einer der herausragenden Vertreter der politischen Philosophie Deutschlands ist, den selbst ein Jürgen Habermas ausgiebig rezipiert und zitiert hat, behandelt, ob er über Niccolò Machiavelli mit “sehr viel Sympathie und mit am Ausführlichsten” spricht, ob er “subtil manipuliert”, so suptil, dass es sogar die IMs mitbekommen, ob er sich über das Gendern “lustig macht”, im Gegensatz zu den IMs der Ansicht ist, die Mitte der Gesellschaft sei nicht extremistisch, oder sich aus ihrer Sicht des “Chauvinismus”, “Eurozentrismus”, der “rassistischen Stereotype” oder der “Pietätlosigkeit” schuldig macht.

Kurz: Herfried Münkler sieht sich einem oder mehreren neurotischen Psychopaten gegenüber, die den Professor auserkohren haben, um ihn im Internet zu stalken, ihn einer Gesinnungskontrolle zu unterziehen und dabei selbst im Schutze der Anonymität zu verbleiben, denn, so schreiben sie:

“Wir studieren mit Euch. Wir sind Unbekannte und möchten das bleiben, denn unsere Identität ist irrelevant und jede Meinung nur ein Fraktal. Wir möchten Euch keinen Stempel aufdrücken. Wir möchten den Raum zu einem Prozess eröffnen, dessen Ziel absolut offen ist. Wir stehen zusammen mit Euch allen am untersten Ende der akademischen Hierarchie. Von hier möchten wir alle einen Abschluss, einen Job und uns den Zugang zu Einkommen wahren. Wir möchten eine Zukunft mit unseren Kindern und Wohnraum und so weiter, um das hier entworfene Gedankenkonstrukt zu reproduzieren, damit unsere Nachkommen dies weiter kultivieren können. Ihr kennt das ja…”

Die wenigen Informationen über die IMs reichen, um auf Basis soziologischer und psychologischer Erkenntnisse ein paar Aussagen über die Anonymen zu machen:

Muenkler WatchSie sind Spießer, die ein Mainstreamleben von der Stange leben wollen, die in der ehemaligen DDR sozialisiert wurden, denn nur dort gibt es Wohnraum, nur dort wurden Dinge zugewiesen und nur dort wurden Individuen nach Wohlgefallen sortiert. Das ist die Welt, die die IMs von der Münkler-Watch kennen, und es ist genau die Welt, die sie durchsetzen wollen. Denn: Ihre Münkler-Watch ist ja auch nichts anderes als der Versuch, die eigene Neurose auf andere zu projizieren, weil diese anderen das Selbstbild gefährden, einfach nur dadurch, dass sie von Personen, historischen Gestalten, von Ideen, von Meinungen und von Theorien berichten, die für die IMs jenseits der eigenen Speißigkeit und somit nicht vorstellbar sind.

Entsprechend dokumentieren die IMs für sich, was Horkheimer et al. in ihren Studien über die Familie gefunden haben, den höchst autoritären Kern der Spießerfamilie, was den Schluss nahelegt, dass es sich bei den IMs, um die Lieschen Müllers handelt, die Hartmut Esser gerne bemüht: Töchter aus evangelischem und dörflichen Pfarrer-Haushalt.

Was passiert, wenn Lieschen Müllers in die große Lichterstadt und dort an eine Universität kommen? Sie werden mit Neuem, mit Ideen, mit Verhaltensweisen, mit Theorien konfrontiert, deren Inhalte neu sind. Nun sind sie vor die Aufgabe gestellt, diese Inhalte zu verarbeiten. Das kann man auf zwei Weisen tun: Man kann die neuen Inhalte als Angebot sehen und sie verarbeiten, oder man kann sie als Gefahr einordnen und rundweg ablehnen.

Lieschen Müller IMs entscheiden sich für die zweite Alternative, weil mit ihrer nicht vorhandene personale Identität auch die Fähigkeit fehlt, sich mit Ideen auseinandersetzen, die neu sind. Lieschen Müller IMs brauchen Beständigkeit, Schutz und Halt im Schoße einer Ideologie, die ihnen sagt, was richtig und was falsch ist, und sie nicht mit der Frage, was richtig oder falsch ist, alleine lässt, gar von ihnen erwartet, dass sie ein eigenes Urteilsvermögen entwickeln.

Diese Ideologie finden Lieschen Müllers, wenn es sie an die Humboldt-Universität zu Berlin verschlagen hat, in erstaunlicher Konsistenz in einer Ideologie, die vermeintlichen Rassismus, Sexismus, Militarismus, Anti-Genderismus oder Chauvinismus anprangert.

Bei Herfried Münkler finden die IMs reiche Beute. Münkler scheint alle ihre Erwartungen zu übertreffen, so ganz und gar nicht in ihre Welt des Gender-Mainstream zu passen, in der, wie sie sagen z.B. das Gendern “gängiger Standard” sein soll, was abermals zeigt, wie klein die Welt ist, in der sich die IMs bewegen, und es zeigt, dass es keine akademische Welt sein kann, denn an Hochschulen ist das Gendern nach wie vor kein gängiger Standard – es ist nämlich mit Wissenschaft unvereinbar.

Verwunderlich ist indes, dass die rural-evangelikalen Neurotiker an einer Hochschule zu finden sind. Denn dort sind sie falsch. Dort sind sie schon deshalb falsch, weil Universitäten Orte des Austauschs und des Wettbewerbs von Ideen sind, Orte der Meinungsfreiheit, an denen auch die politische Philosophie von Carl Schmitt gelehrt werden darf, die nämlich nichts damit zu tun hat, dass Carl Schmitt, den die IMs regelmäßig als “Schmidt” schreiben, dass Carl Schmitt Mitglied der NSDAP und Vorzeigejurist der Nazis war. Auch Mitglieder der NSDAP sind vor dem Fehlschluss ad-hominem in Schutz zu nehmen!

IM vorgangAn Universitäten werden Lehrangebote gemacht, die Studenten ergreifen können, aber nicht müssen. Ziel des von Steuerzahlern finanzierten Aufenthalts von Studenten an Hochschulen ist es, Wissen zu sammeln, nicht Wissen auszuschließen. Es gibt an Hochschulen kein Recht, nur das zu hören, was man hören will. Wer nach Orten sucht, an denen seine ideologischen Überzeugungen geteilt werden und nur seine ideologischen Überzeugungen zugelassen sind, der sollte sich bei einem der politischen Vereine der Parteien bewerben oder eine Ausbildungsstätte für Parteikader besuchen. An einer Hochschule ist er definitiv falsch.

Verwunderlich ist weiterhin, dass Spiegel Online dem Treiben an der Humboldt-Universität, dem Treiben von einem oder mehreren IMs einen Beitrag widmet und dass Peter Nowak von der Spiegel-Online-Zweitverwertungsanstalt Telepolis, den armen Studenten von Münkler-Watch, die aus Angst vor den Konsequenzen ihres Tuns aus der Anonymität heraus diffamieren, ein Denkmal setzen, sie gar zu den Gründern einer neuen “Form des Studentenprotestes” machen will. Offensichtlich hat Herr Nowak eine ganz eigene Werteordnung, in der Strukturen, wie sie die Stasi in der DDR über ihre IMs etabliert hat, keine Kontroll- und Unterdrückungsstrukturen darstellen, sondern emanzipative Techniken unterdrückter Individuen, quasi der Stasi-Schrei nach Freiheit.

Offensichtlich hat Herr Nowak nicht nur ein eigenes Wertesystem, in dem das Stalking von Professoren zu rechtfertigen ist, in dem anonyme Überwachung und Diffamierung aus Anonymität heraus nicht weiter bedenklich sind, in dem man als Journalist nur eine Seite zu Wort kommen lassen muss, nämlich die der unterdrückten Studenten, während der hegemoniale Einschüchter-Prof keine Stimme bekommt, keine Möglichkeit hat, seine Seite der Medaille zu präsentieren, sich gegen die Vorwürfe, die Nowak so gerne transportiert, zur Wehr zu setzen.

Ob das noch Journalismus ist, das ist keine Frage mehr, und deshalb ist es erforderlich, einen anonym-betriebenen Nowak-Watch-Blog zu gründen, auf dem die Beiträge von Peter Nowak daraufhin geprüft werden, ob sie einer frei wählbaren Ideologie entsprechen.

Nowak kann nichts dagegen haben, schließlich wäre dies der Anfang einer neuen Leserbewegung, der Beginn eines ganz neuen Genres journalistischer Texte, der Ausgangspunkt einer ganz neuen Form der Meinungskontrolle.

Bleibt festzustellen, dass es an der HU-Berlin Mode geworden zu sein scheint, Professoren, die Meinungen vertreten, die von bestimmten Studenten nicht geteilt werden, wobei diese Meinungen einem der studentischen Kampffelder von Sexismus, Genderismus oder Rassismus zuordenbar sein müssen, anzufeinden. Dass die ideologische Grundlage der Anfeindung die Inhalte sind, die an Genderlehrstühlen und explizit durch die am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien Angesiedelten vermittelt werden, ob es nur ein Zufall ist? Oder sind die studentischen Aktionen die Umsetzung dessen, was z.B. Lann Hornscheidt, das bislang ohne Konsequenzen seitens seines Dienstherren zu Straftaten aufruft, an Aktionen zur “Intervention” vorgibt?

Albertus Resterampe – Lehrverramschung in Köln

Haben Sie in der Zeit von Anfang Oktober 2015 bis Ende März 2016 noch nichts vor?

Wenn ja, dann hat Albertus Resterampe ein super Angebot für Sie:

Albertus Resterampe bietet:

  • Albertus Resterampe 1Freie Wahl einer Lehrveranstaltung;
  • Freie Wahl der Veranstaltungsform;
  • Freie Wahl der Veranstaltungszeit;
  • Freie Wahl des Veranstaltungsthemas, zur Auswahl stehen:
    • Rechtswissenschaften;
    • Wirtschaftswissenschaften;
    • Naturwissenschaften;
    • Mathematik;
    • Medizinische Wissenschaft;
    • Politikwissenschaften;
    • Geschichtswissenschaften;
    • Medien- und Kulturwissenschaften;
  • Es gilt: First come first serve!
  • Und obendrauf und das gibt es nur bei Albertus Resterampe: “Vergütung … entsprechend der Vorgaben der Universität, inklusive der Reisekosten”;

Zu diesem Angebot kann man eigentlich nicht nein sagen.

Das weiß auch Albertus Resterampe.

Deshalb wurde der Kreis derjenigen, die in den Genuss der Lehrverramschung kommen können, eingeschränkt auf Personen, die über einen Hochschulabschluss im Bereich der Geschlechterforschung verfügen und seither zum Nachweis ihrer Qualifikation regelmäßige ethnographische Studien bei Jobcentern durchführen.

Leider sind dies immer noch zu viele, denn Albertus Resterampe ist es nur möglich, 8 Lehrveranstaltungen zu verramschen. Damit es bei Öffnung der Resterampe am Montag nicht zum Streit am Wühltisch kommt, werden deshalb nur Personen, die sich durch eine “feministisch_queere_postkoloniale_rassismuskritische_…e Perspektive” auszeichnen, in die Räumlichkeiten von Albertus Restrampe gelassen.

Albertus Resterampe 2Damit die Lehrveranstaltungen schnell verramscht werden können, bitten wir die Personen, die nun noch in Frage kommen, Ideen für Lehrveranstaltungen gleich welcher Art und aus feministischer _queerer _postkolonialer _rassismuskritischer _…e Perspektive mitzubringen.

Beispiele für entsprechende Ramsch-Lehrveranstaltungen wären z.B.:

  • Rechtwissenschaften: Wie stellt sich die Frage des §104 BGB dar, wenn eine feministische Perspektive eingenommen wird. Muss Absatz 2 dann entsprechend ergänzt werden oder nicht?
  • Wirtschaftswissenschaftlich: Postkoloniales Marketing: Bleichgesichter für den globalen Süden.
  • Naturwissenschaften: Eine Neuauslegung des Gravitationsgesetzes auf Grundlage der Erkenntnis, dass Issac Newton schwul gewesen sein könnte.
  • Mathematik: Der alltägliche Rassismus der Nullen.
  • Medizinische Wissenschaft: Queere schneuzen anders: Nasenscheidewandbegradigungen und ihre Nachteile aus queerer Sicht.
  • Politikwissenschaften: Feminismus und das “lumpige Individum” von Friedrich Engels: Kommt zusammen, was zusammen gehört?
  • Geschichtswissenschaften: Die Intersektionalität der Behinderung im Ersten Weltkrieg. Seh- und Hörschwäche als Todesursache.
  • Medien- und Kulturwissenschaften: Der Rassismus des Überraschungseis oder: Wie KInder Sexismen durch Süssigkeiten eingetrichtert werden.

Bewerber melden sich bitte so schnell wie möglich und am Montag zwischen 9.00 und 12.00 in Albertus Resterampe. Die Vergabe erfolgt an den originellsten Verramscher und so lange der Vorrat reicht.

Hurry! Hurry!

Gesinnungs-Schulunterricht: Warum Politiker die besseren Menschen sind

Dass die Sicherung staatlicher Herrschaft, ob in einer Demokratie, einem totalitären System oder einer Diktatur, über die Indoktrination des Nachwuchses, seine Ausbildung zum guten Staatsbürger, zum Untertan führt, zum Subjekt, dessen geistiger Horizont durch das Erlernte konstituiert und begrenzt wird, das wussten Nicolae Ceaușescu und Josef Stalin ebenso gut wie die Bildungspolitiker faschistischer Systeme der 1930er und 1940er Jahre in Deutschland und Italien, die Mitglieder der baden-würrtembergischen Landesregierung oder beliebige Pädagogen, die inhaltliches Wissen und nicht die Entwicklung der formalen Denk- und Schlussfähigkeit zum Gegenstand des Schulunterrichts gemacht haben.

Entsprechend geht es ihnen nicht darum, Schüler zu unabhängigen und individuellen Denkern auszubilden, die in der Lage sind, Meinungen auf Grundlage von Fakten, die sie selbst gesucht und bewertet haben, zu bilden, sondern darum, Schüler zu abhängigen und kollektiven Nach-Denkern zu erziehen, die die vorgegebene Lesart, die vorgegebene Meinung zu Dingen zu artikulieren im Stande sind, nicht aber dazu, das, was ihnen als richtig präsentiert wird, zu hinterfragen.

Dies ist offensichtlich in einem Land, in dem es zum Lehrplan gehört, die richtige demokratische Gesinnung, was regelmäßig die demokratische Gesinnung ist, deren Lobbyisten gerade in der Landesregierung vertreten sind, zu vermitteln.

Mitverantwortung SchulindoktrinationEin besonders krasses Beispiel dafür, wie versucht wird, Schüler mit der richtigen Gesinnung auszustatten, ihnen suggestiv zu vermitteln, wo der Feind steht und sie in einer Weise zu “framen”, d.h. mit einer Wahrnehmungsbeschränkung zu versehen, die die Gefahr, einen Schüler zu produzieren, der in der Lage ist, außerhalb des Mainstreams zu denken, minimiert, liefern die Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufen I und II mit dem Titel “MitVerantwortung“, die von der Stiftung Jugend und Bildung vertrieben werden [Die Stiftung Jugend und Bildung ist eine jener Stiftungen, von denen niemand weiß, wie sie sich eigentlich finanzieren. Es gibt keine Hinweise auf Höhe und Herkunft des Stifterkapitals, keine Jahresbilanz, keine Gewinn- und Verlustrechnung.]

Bei der Stiftung scheint es sich, wie ein Blick auf die Liste der Partner nahe legt, um eine Tarnorganisation zu handeln, über die Bundesministerien versuchen, Schulunterricht in den Ländern zu beeinflussen und die Schüler zur gewünschten Gesinnung zu manipulieren, zum Beispiel im Bezug auf das Prinzip der Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit ist ein Begriff, dessen heutige Verwendung im Brundlandt-Bericht erfunden wurde (sustainability) und der definiert wurde als Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.

Es ist nicht rühmlich, dass derartiger Unsinn in der Lage ist, Generationen zu beschäftigen und noch Jahrzehnte, nachdem er geäußert wurde, im Mund geführt wird. Die Definition ist deshalb Unsinn, weil sie die Kenntnis der Bedürfnisse der künftigen Generationen voraussetzt, was offensichtlich nur möglich ist, wenn die Brundtland-Kommission neben dieser Definition auch gleich eine Zeitmaschine erfunden hat, was die Kommission aber mangels Qualifikation nicht nicht leisten konnte.

Aber: Der Begriff der Nachhaltigkeit, der nachhaltigen Entwicklung hat sich wie kaum ein anderer in den letzten Jahrzehnten in den Sprachgebrauch eingefressen: Keine Pressemeldung, die Gutheit reklamieren will, kommt mehr ohne ihn aus, und kein Post in einem Blog, der geadelt werden will, kann darauf verzichten als nachhaltiger Post in einem nachhaltigen Blog zu wirken, natürlich immer unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Generationen künftiger Blogger.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist Gegenstand besagter Schulmaterialien, und damit die Schüler auch nicht auf die Idee kommen, jenes Prinzip der Nachhaltigkeit z.B. auf Sinnhaftigkeit zu hinterfragen, beginnen die Materialien mit einer apodiktischen Feststellung dessen, was den Schülern als Wahrheit verkauft werden soll:

“Im Prinzip ist es einfach: Wenn man von vorhandenen Ressourcen mehr verbraucht als sich regenerieren kann, ist irgendwann nichts mehr übrig. Um den Raubbau an Natur und Menschen (Stichwort: „Menschenrechte“) künftig zu verhindern, gilt es, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und nachhaltig zu handeln. Viele tun dies bereits: Politiker und Nichtregierungsorganisationen, Privatleute und ebenso zahlreiche Unternehmen. “

Wie einfach die Welt ist.

Dass Suggestion das Mittel der Wahl ist, mit dem Schüler indoktriniert werden sollen, zeigt sich an den Prämissen, auf denen die aufgestellten Behauptungen basieren:

  • Overpopulation1Derzeit wird Raubbau an Natur und Menschen betrieben – Man fragt sich von wem? Vermutlich von Aliens.
  • Das Gegenmittel gegen diesen angeblichen Raubbau an Natur und Menschen ist Verantwortung zu übernehmen und nachhaltig zu handeln, was voraussetzt, dass bis zur Entdeckung der Nachhaltigkeit Menschen keine Verantwortung übernommen haben. Entsprechend sind alle nicht-Nachhaltigkeitsapostel, also Kritiker am Konzept der Nachhaltigkeit, böse Menschen, die Raubbau an Natur und Menschen betreiben.
  • Wer die Guten sind, wird den Schülern auch gleich untergeschoben, denn Verantwortung übernehmen und nachhaltig handeln, das tun alle Politiker, die – ob braun, schwarz, blau, gelb, rot, tiefrot oder grün – in nachhaltiger Gutheit vereint sind und Nichtregierungsorganisationen. Die Macher dieser Materialien sind sich offensichtlich für nichts zu schade.

Nachhaltigkeit kennt, so lernen die Schüler weiter, drei Ebenen, eine ökologische, eine soziale und eine ökonomische Ebene und wie die Ebenen verschränkt sind, dass weiß, so zeigen es die Unterrichtsmaterialien, man ausgerechnet bei der Verbraucherzentrale:

“Wirtschaftswachstum kann nur dann als nachhaltig bezeichnet werden, wenn es nicht gleichzeitig soziale Ungleichheit verschärft oder zu weiteren Umweltbelastungen etwa durch steigende Schadstoffemissionen führt und somit die Lebensgrundlagen nachfolgender Generationen zerstört.”

Wirtschaftswachstum hat demnach neutral zu sein, damit es nachhaltig sein kann und wir stellen mit Erstaunen fest, dass das Wirtschaftswachstum, das die DDR-Bürger nach der Wende zu blühenden Landschaften erfahren haben, nicht den Kriterien der Verbraucherstiftung entspricht: Die Gesellschaft der im selben Mangel verarmten DDRler hat sich differenziert, die soziale Ungleichheit ist gestiegen. Ginge es nach der Verbrauchzentrale, die Vereinigung sie wäre aus Gründen der Nachhaltigkeit rückabzuwickeln.

Umweltbelastungen sind nur bedenklich, so lernen wir weiter, wenn sie zu den bereits vorhandenen hinzukommen und dann, wenn sie die Lebensgrundlage nachfolgender Generationen zerstören.

Das alles mag für mache gut klingen und doch ist alles vollkommener Unsinn.

Die Lebensgrundlagen nachfolgender Generationen werden durch jeden Menschen, der heute geboren wird, zum Teil zerstört (weil das, was Hans Gegenwart verbraucht für Hans Zukunft nicht mehr zur Verfügung steht) und Teilzerstörung ist die einzige sinnvolle Interpretation, die man der Zerstörung der Lebensgrundlage nachfolgender Generationen geben kann, denn bislang ist es Menschen nicht gelungen, wachstumsfördernde Produktionsformen zu erfinden, die die Lebensgrundlage nachfolgender Generationen komplett zerstören. Dagegen ist es Menschen durchaus gelungen, Wachstum zu produzieren, das Wohlstand zur Folge hat.

Da jeder Mensch mit jedem Atemzug Schadstoffe ausatmet und zudem mit jedem Atemzug Sauerstoff verbraucht, der für nachfolgende Generationen entsprechend nicht mehr zur Verfügung steht, ist die einzige Schlussfolgerung, die man aus dem Unsinn der Verbraucherzentrale ziehen kann, ein Verbot der Fortpflanzung, denn Fortpflanzung ist der größte Feind der Nachhaltigkeit.

Schließlich wird in den Materialien für den Unterricht in der 7. bis 12. Klasse das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zitiert, auch eine der Koryphäen, die sich auf dem Gebiet der Bildung tummeln, und im BMAS wurde der folgende besonders perfide Unsinn verbreitet:

„Die soziale Verantwortung von Unternehmen beschränkt sich darauf, Profite zu erwirtschaften – diese Position bezog der amerikanische Ökonom Milton Friedman in den 1970er Jahren. Doch seitdem hat die Gegenposition immer mehr Anhänger gewonnen. Corporate Social Responsibility (CSR) ist die Bedingung für wirtschaftlichen Erfolg. Denn erstens fördert sie die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was der Produktqualität zugute kommt. Zweitens fragen … Verbraucher zunehmend Waren nach, die nachhaltig hergestellt wurden. Unverantwortliches Handeln hingegen kann zum Boykott durch … Konsumenten führen.“

Friedman Kapitalismus und FreiheitDie Brechstangen-Suggestion des BMAS zeigt Schülern klar, wo die Guten und wo die Bösen zu finden sind. Böse sind Milton Friedman und seine Anhänger, die aber auf dem absterbenden Ast sein sollen, denn “die Gegenposition” zu Friedman hat angeblich immer mehr Anhänger gewonnen, weil nämlich CSR die Motivation von Mitarbeitern fördert und die Produktqualität erhöht (nicht etwa den Umsatz!). Außerdem müssen böse Unternehmer, die Friedman anhängen und unverantwortlich wirtschaften, mit Boykott durch Konsumenten rechnen. Deshalb sind sie zur Verantwortlichkeit bekehrt worden – oder so.

Wenn es darum geht, Schüler zu manipulieren, schreckt man offensichtlich vor nichts zurück, nicht davor, unbelegte Behauptungen aufzustellen, weil sie gerade in die Ideologie passen, nicht davor, Fehlschlüsse ad populum zu formulieren, also zu behaupten, weil angeblich eine Mehrheit an etwas glaubt, müsse diese Mehrheit recht haben (wobei noch zu zeigen wäre, dass sich die CSR-Anhänger tatsächlich in der Mehrheit befinden), und beim BMAS schreckt man auch nicht davor zurück, historische Diskussionen aus dem Zusammenhang zu reißen, zu fälschen, falsche Gegenpositionen aufzustellen und Ökonomen wie Milton Friedman zu denunzieren und zum Feindbild aufzubauen. Tatsächlich hat Milton Friedman Folgendes gesagt:

“In a free economy … there is one and only one social responsibility of business – to use its resources and to engage in activities designed to increase its profits so long as it stays within the rules of the game, which is to say, engages in open and free competition without deception or fraud”

Das hat Milton Friedman gesagt, weil er der Ansicht war, dass ein Unternehmer, der am Markt bestehen will, gar nicht anders kann als verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen, seine Arbeitnehmer angemessen zu entlohnen und auf die Wünsche und Präferenzen seiner Kunden einzugehen. Unternehmer sind – man muss einmal wieder daran erinnern – diejenigen, die andere in Lohn und Arbeit bringen und schon deshalb sozial sind

Versucht ein Unternehmer ohne Rücksicht auf Kundenpräferenzen und Arbeiter zu agieren, dann werden seine Produkte über kurz oder lang nicht mehr gekauft, dann kann er im Wettbewerb mit anderen Unternehmen nicht bestehen. Entsprechend ist der freie Wettbewerb für Friedman die wichtigste Zutat zu dem, was Schülern in den Indoktrinations-Materialien als verantwortlicher Umgang mit Ressourcen dargestellt werden soll. Denn von einem freien Markt werden die Anbieter, die unverantwortlich sind, über kurz oder lang verschwinden – das genau ist der Grund, warum sich Nichtregierungs- und Regierungsorganisationen vor dem freien Markt fürchten.

Die MitVerantwortungs-Materialien, die von der Stiftung Jugend und Bildung vertrieben werden, einem Feigenblatt, unter dem bundesministeriale Versuche der Schüler-Indoktrination erfolgen, können vor diesem Hintergrund nur als beschmämendes Dokument der versuchten Manipulation von Schülern zur richtigen Gesinnung bezeichnet werden.
Stiftung Jugend und BildungAber: Da wir immer ernst zu nehmen versuchen, was Bundesministerien und ihre Satelliten von sich geben, nehmen wir auch die Behauptungen zur Nachhaltigkeit ernst. Da Nachhaltigkeit, wie sie in den Materialien beschrieben wird, zur Konsequenz hat, dass der größte Schädling an Nachhaltigkeit menschlicher Nachwuchs ist und von Bundesministerien bekannt ist, dass sie die Produktion von menschlichem Nachwuchs bezuschussen, fordern wir hiermit zu einem Steuerboykott von Bundesministerien auf, denn: “Unverantwortliches Handeln hingegen kann zum Boykott durch Konsumentinnen und Konsumenten führen”.

Zum Boykott sollte auch gehören, dass Eltern ihre Kinder von Schulen fernhalten, in denen derart primitive Indoktrinationsversuche unternommen werden. Der Boykott dient auch dem Selbstschutz, da Materialien wie die von Jugend und Bildung nicht zur Bildung, sondern zur Verblödung der Schüler beitragen, die ihnen ausgesetzt sind. Bei Schundprosa wir den Materialien der Stiftung Jugend und Bildung ist dies auch nicht anders zu erwarten.

Friedman, Milton (1993). The Social Responsibility of Business is to Increase Profits. In: Chryssides, George D. & Kaler, John H. (eds.). Business Ethics. London: Thompson Learning, pp.249-254.

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