Doing Unsinn

Wir sind mittlerweile ja einiges an Unsinn gewöhnt. Wer die universitäre Welt und ihren Output beobachtet, wie wir das tun, muss sich derzeit ein dickes Fell aufziehen und sich gegen den Unsinn wappnen, der ihn zuweilen in einem Ausmaß trifft, das geeignet ist, weniger gut Gewappnete aus den Latschen zu kippen.

Dennoch ist es möglich, uns regelmäßig zu erstaunen, z.B. dann, wenn uns ein Kommentator, der sich Chaos nennt, erklärt, dass es zu Lann Hornscheidts herausragenden Leistungen gehört, darauf hingewiesen zu haben, dass es nicht nur zwei Geschlechter gibt. Ein Unsinn, auf den Dr. habil. Heike Diefenbach geantwortet hat:

biologisches GeschlechtWie Ihr Pseudonym schon nahelegt zu vermuten, ist der Kommentar, der unter demselben verfasst wurde, chaotisch und peinlich und schmerzt mich als Sozialwissenschaftlerin: so etwas kann nur von jemandem verfasst werden, der in seinem ganzen geistigen Chaos meint, als Wissenschaftlerin durchgehen zu können, wenn er nichts anderes kann als herumzuproleten.

Das ist wirklich sehr peinlich!

Noch peinlicher ist der Bildungsstand, den die Studierenden und Sektenmitglieder an der Humboldt-Uni hier dokumentieren: Glauben Sie das wirklich und im Ernst, dass Profx der Welt die Erkenntnis gebracht hat, es gebe mehr als zwei Geschlechter? Haben Sie irgendwann in Ihrer Schulzeit einen Biologieunterricht gehabt, irgendetwas von einem biologischen und einem genetischen Geschlecht gehört, vom Einfluss von Hormonen auf die körperliche Entwicklung eines Fötus im Mutterleib?

Kann man dermaßen ungebildet und naiv sein und dennoch an eine deutsche Universität gekommen sein? Falls ja, beginnt der Mißstand zweifellos in der Schule und nicht erst an der Humboldt-Uni!

Ein anderer Kommentator, der ebenfalls an der Humboldt-Universität studiert, gibt sich kenntnissreich und weiß, dass Margaret Mead sich im Grabe umdrehen würde, wenn sie wüsste, dass Soziologen und Ethnologen dazu aufrufen, Lann Hornschein von einer wissenschaftlichen Position, die es nachweislich nicht ausfüllen kann oder will, zu entfernen und den Steuerzahlern, die Last des Unterhalts zu nehmen.

Matthias Busch, der Autor des entsprechenden Kommentars, offenbart dabei eine erschreckende Unkenntnis der Arbeiten, für die Margaret Mead schon zu Lebenzeiten berühmt war. Offensichtlich funktioniert Herr Busch ziemlich binär, entgegen aller Vielfaltsbestrebungen und denkt, Margaret ist ein weiblicher Vorname, Margaret Mead daher eine Frau, und entsprechend könne sie nur Feministin sein, und weil sie nur Feministin sein kann, kann sie es nur für gut befinden, dass Personen wie Lann Hornscheidt, die Wissenschaft weit hinter die Inquisition zurückwerfen, an Universitäten Positionen besetzen.

Nun, dem Manne kann geholfen werden, immer vorausgesetzt, das Doing Gender von Matthias Busch ist mit seinem biologischen Geschlecht identisch, was ja nicht so ohne weiteres vorausgesetzt werden kann. Es muss indes gesagt werden, dass die heutige Verwirrung darüber, dass es einen Unterschied zwischen dem biologischen und dem sozialen Geschlecht gibt, dass man ersteres nun einmal hat (mit den Anomalien im Hinblick auf das genetische Geschlecht, die Heike Diefenbach oben angesprochen hat), während ein soziales Geschlecht mit einer Rolle einhergeht, die man übernimmt und fortan spielt und die an Erwartungen von anderen, die man deshalb soziale Erwartungen nennt, geknüpft ist, dass es diesen Unterschied gibt, ist im Durcheinander sexueller Vielfalt untergegangen, so dass es heute tatsächlich Irrgeleitete gibt, die denken, sie könnten sich von ihrem biologischen Geschlecht verabschieden, sich ein soziales Geschlecht al gusto zulegen und entsprechend so tun, als wären sie etwas anderes.

Dem Herrn Busch, der Margaret Mead so gerne im Munde zu führen scheint, dem sei zunächst ein Buch von Mary Douglas empfohlen (Mary = weiblicher Vorname). Der Titel des Buches lautet:  “Wie Institutionen denken”. Diesem Titel folgt eine schöne Darstellung geschlossener Strukturen, die vermutlich denen entsprechen, in denen sich Herr Busch bewegt. Doch man darf manche Studenten heutzutage ja nicht mehr damit überfordern, in Bibliotheken nach Büchern Ausschau zu halten oder gar auf Google Books nach entsprechenden Büchern zu recherchieren, deshalb hier eine kleine Passage von jetzt Margaret Mead aus dem Buch “Mann und Weib – Das Verhältnis der Geschlechter in einer sich wandelnden Welt”, in der sie den Kern dessen beschreibt, was wir gewöhnlich Genderismus nennen.

Das Buch wurde im Jahre 1949 veröffentlicht!

Mann und Weib“Gerade in der Mittelklasse und unter jenen, die nach einer Stellung in ihr streben, wächst dieser Widerstand am stärksten, weil es gerade die Berufe der Mittelklasse sind, in denen Frauen sich am leichtesten hervortun und in denen sich Männer am ehesten eingeengt vorkommen. Jede aufstrebende Männlichkeit ist dabei unerwünscht und der Aufstiegswille wird, oft unter Hinweis auf eine notwendige Sparsamkeit, geknebelt. Die Mütter der Mittelklasse können, dazu erzogen und immer noch daran gewöhnt, einen großen Teil ihrer Zeit dazu verwenden, ihre heranwachsenden Kinder zu formen, ihnen Liebe zu schenken oder vorzuenthalten, je nachdem, ob die Kinder die richtigen Einstellungen zeigen. Die Tugenden der Mittelklasse – Spartrieb, gutes Haushalten, Pünktlichkeit, Voraussicht, harte Arbeit, Beherrschung momentaner Impulse, Respekt vor der Meinung anderer, Sicheinfügen in den Sittenkodex – sind Tugenden, die erlernt werden können. Jene Fertigkeiten, in denen der Körper eine Rolle spielt und Männer leichter eine Überlegenheit erreichen können – wie Jagen, Reiten oder Fechten -, fehlen auf der Liste der Mittelklasse. Tugenden der Mittelklasse, die durch die wechselseitigen Beziehungen zwischen Mutter und Kind erlernt werden, werden ursprünglich am Magen-Darm-Kanal-Modell geprägt, als Aufnehmen, Behalten und befohlenes Herausgeben; dabei entsteht für das männliche Kind eine zusätzliche Schwierigkeit, die Herrschaft, die über die Ausscheidung verlangt wird, von der Notwendigkeit zu trennen, über seine impulsive Männlichkeit die Verfügung zu behalten. Das Mädchen steht, obgleich seine speziellen weiblichen Eigenschaften nicht herausgefordert werden, vor einem kleineren Problem, wenn es lernt, die Regeln von Zeit und Ort zu beachten. So muss also der amerikanische Knabe während seiner ganzen Kindheit, daheim und in der Schule, mit Mädchen im Wettbewerb stehen, die ihm bei allen Dingen, für die man gelobt wird, eine Nasenlänge voraus sind – wie zum Beispiel nur dafür Lob erteilt wird, dass man für sich selbst einsteht, nicht aber dafür, dass man kämpft. Die Sportarten mit engen Beziehungen zu körperlicher Kraft und Verwundbarkeit sind das einzige Gebiet, von dem weibliche Konkurrenz ausgeschlossen ist, und sie dienen, und sei es auch nur auf den Seiten der Zeitung, amerikanischen Knaben und Männern als faszinierende Ausflucht. Und ein Ausgleich ist nötig bei einem Spiel, bei dem alle Karten gezinkt sind und bei dem man doch nicht verlieren darf – bei Strafe des Verlustes von Liebe und Selbstachtung” (Mead, 1985: 257-258; Hervorhebungen von uns).

Knapper kann man die Verweiblichung einer Gesellschaft und das Verdrängen männlicher Eigenschaften aus der Domäne der Mittelschicht nicht darstellen.

Bevor man also Name-Dropping betreibt, sollte man sich vergewissern, was die entsprechenden Autoren, mit denen man sich schmücken will, geschrieben haben, und vor allem sollte man die Beherrschung über die eigenen Ausscheidungen erlernen und nicht jedem Impuls, sich zu präsentieren, nachgeben.

Arbeitsdrohnen und Anleiter? – Noch ein Leistungstest bei Schülern

Gerade werden die Ergebnisse von ICILS 2013 vorgestellt. ICILS 2013, das ist die International Computer and Information Literacy Study, die für Deutschland federführend an der Universität Dortmund erstellt wurde. Heute werden die Ergebnisse verkündet und die ministeriale und institutionelle Welt ist voller zufriedener Gesichter, denn “Die Studie zeigt, dass die Mehrzahl unserer Jugendlichen im Umgang mit modernen Computer- und Informationstechniken vertraut ist” [vermutlich ist die Mehrzahl der getesteten 2.225 Schüler der achten Jahrgangsstufe im Umgang mit Computer- und Informationstechniken versierter als Sylvia Löhrmann, von der der zitierte Sprechversuch stammt, im Umgang mit der deutschen Sprache].

Wie dem auch sei, Löhrmann ist zufrieden.

ICLISLöhrmann ist zufrieden damit, dass die 2.225 Achtklässler aus Deutschland im internationalen Vergleich Platz 12 unter 22 teilnehmenden Nationen erreicht haben. Mit einem Kompetenzniveau von durchschnittlich 523 Punkten mussten sich die deutschen Teilnehmer u.a. den Schülern aus der Tschechischen Republik (553 Punkte), aus Ontario, Kanada (547 Punkte), Australien und Dänemark (542) Punkte geschlagen geben, lagen aber vor Schülern aus Thailand (373 Punkte), Argentinien (450 Punkte), Kroatien (512 Punkte) oder der Russischen Föderation (516 Punkte).

Wie immer in Leistungsvergleichsstudien, so werden auch im Rahmen von ICILS Kompetenzstufen berechnet, fünf an der Zahl.

Auf Kompetenzstufe  I finden sich Schüler mit rudimentären und rein rezeptiven Fähigkeiten, die in der Lage sind, auf Anweisung die Maus auf ein bestimmtes Feld zu führen. 7,4% der getesteten deutschen Schüler finden sich auf dieser Kompetenzstufe.

Der Kompetenzstufe II werden die Schüler zugewiesen, die einen kompetenten Umgang mit basalen Wissensbeständen (z.B. wo finde ich das drop down Menue) aufweisen und einfache Fertigkeiten im Umgang mit Informationen haben, d.h. die Cut and Paste beherrschen. 21,8% der getesteten Schüler finden sich auf Kompetenzniveau II.

ICILS national resultsKompetenzniveau III umfasst die Schüler, die mit Hilfestellung Informationen suchen, bearbeiten und einfache Textdokumente erstellen können, mit Hilfestellung! Kompetenzstufe III haben 45,3% der getesteten deutschen Schüler erreicht.

Kompetenzstufe IV sammelt Schüler, die Informationen eigenständig ermitteln und organisieren können und die in der Lage sind, selbständig elaborierte Dokumente zu erstellen. 24% der getesteten deutschen Schüler finden sich hier.

Auf Kompetenzstufe V, die erreicht, wer nicht nur eigenständig suchen und erstellen kann, sondern wer auch in der Lage ist, die gesuchten Informationen und deren Organisation sicher zu bewerten, finden sich 1,5% der getesteten deutschen Schüler.

Anders formuliert 75,5% der getesteten deutschen Schüler aus achten Klassen deutscher Schulen sind nicht in der Lage, selbständig mit dem Medium Computer umzugehen. 98,5% der Achtklässler verfügen über kein eigenes Urteilsvermögen. Sie können nur unter Anleitung Informationen beschaffen, organisieren oder editieren, oder sie können es gar nicht, und sie können, was sie beschafft, organisiert oder editiert haben, nicht beurteilen. Das ist der Kern des Ergebnisses, mit dem Sylvia Löhrmann stellvertretend für alle Kultusminister zufrieden ist.

Offensichtlich hat man unter Kultusministern den Anspruch, mündige Bürger zu erziehen, die in er Lage sind, ein Leben ohne Anleitung zu führen, längst aufgegeben und nähert sich eher einer Gesellschaftsstratifizierung an, die Anleiter an der Spitze sieht und die angeleiteten Massen tun und lassen sieht, was ihnen gesagt wird. Ein Verdacht, der sich bereits im Zusammenhang mit dem Deutschen Qualifikationsrahmen aufgedrängt hat, dem bereits die Trennung in Arbeitsdrohnen und Anleiter derselben, zu Grunde liegt.

Um ein etwas besseres Verständnis davon zu erreichen, was mit den einzelnen Kompetenzstufen an Fähigkeiten konkret gemeint ist, hier eine Aufgabe, die der Kompetenzstufe III zugeordnet ist und von den getesteten Schülern gelöst werden sollte.

ICILS Kompetenzniveau IIIDie Aufgabe besteht darin, auf eine angegebene Internetseite zu gehen und dort einen  Account anzulegen. Rund 50% der 2.225 deutschen Achtklässler waren dazu in der Lage.

Ansonsten bringt der Computer-Leistungstest die üblichen Ergebnisse:

  • Gymnasiasten schneiden deutlich besser ab als die Schüler anderer Schulen.
  • Mädchen schneiden signifikant besser ab als Jungen.
  • Kinder aus Migrantenfamilien schneiden deutlich schlechter ab als Kinder aus nicht-Migrantenfamilien.
  • Und mit dem sinkenden sozialen Status der Herkunftsfamilie sinkt die Computer-Leistung der Schüler.

Das alles sind bekannte Zusammenhänge, die nun schon seit Jahrzehnten von Schulleistungsstudien und der Bildungsforschung gefunden werden. Die soziale Herkunft bestimmt den Schulerfolg, und entsprechend ist es nicht verwunderlich, da an Gymnasien die Fähigkeiten im Hinblick auf die Beherrschung von Computer und Informationstechnologie verbreiteter sind, dass die soziale Herkunft auch die entsprechenden Fähigkeiten beeinflusst.

Daran, dass Jungen hinter Mädchen zurückbleiben, hat man sich mittlerweile gewöhnt. Es regt im Zusammenhang mit Schulabschlüssen niemanden auf und hat auch ansonsten kaum einen Effekt auf die Arbeit von Kultusministern oder Lehrern. Wie gesagt, der Verdacht, dass derzeit an einer Gesellschaft gebaut wird, die von Arbeitsdrohnen und deren Anleitern bevölkert wird, ist nicht sofort als Verschwörungstheorie von der Hand zu weisen.

Und wie immer, wenn irgend eine Leistungsstudie Ergebnisse erbracht hat, kommen die zuständigen Politiker mit ihrer zufriedenen Miene und klopfen sich auf die Schulter, denn, egal, was aus der Leistungsuntersuchung als Ergebnis zu vermelden ist: Sie haben es gewusst und fühlen sich bestätigt, oder, in den Worten von Sylvia Löhrmann, dem Präsidenten der Kultusministerkonferenz:

“„Die Ergebnisse von ICILS unterstreichen die Notwendigkeit und Aktualität der Empfehlung der Kultusministerkonferenz zur Medienbildung in der Schule. Die dort aufgeführten Hand­lungsfelder reichen von der Integration der Medienbildung in Lehr- und Bildungspläne, über die Einbeziehung in die Lehrerbildung und Schulentwicklung bis hin zu Fragen der Aus­stattung und des technischen Supports. Die Länder werden ihr Engagement und ihre Zusam­menarbeit auf Grundlage dieser Empfehlung verstärken, um die vorhandenen Entwicklungs­potenziale an den Schulen besser auszuschöpfen“, betonte KMK-Präsidentin Sylvia Löhrmann.”

Wozu war es eigentlich notwendig, eine teure Leistungsstudie zu finanzieren, wo die Kultusministerkonferenz doch von so intelligenten Wesen bevölkert wird, dass die Ergebnisse bereits vor der Untersuchung bekannt waren und von der Kultusministerkonferenz längst umgesetzt wurden? Sind sich die Kultus-Auguren ihrer eigenen Seher-Fähigkeiten vielleicht doch nicht so sicher?

Wie dem auch sei. Da alles bekannt ist und alles vorhergesehen wurde, ist es weiterhin nicht notwendig, etwas dagegen zu tun, dass in deutschen Schulen nach Herkunft gesiebt wird, dass Jungen immer weiter hinter Mädchen zurückfallen und Migranten gar nicht erst aufschließen. Und natürlich haben die Kultusminister im Vorfeld auch ein bischen nachgeholfen, dass nicht vielleicht doch etwas herauskommt, was nicht herauskommen soll, oder wie es im Bericht zur Untersuchung heißt:

“Ein Bundesländervergleich ist in ICILS 2013 nicht vorgesehen und aufgrund des Stichprobendesigns auch nicht möglich (12).”

Wieso es dieses Stichprobendesign ermöglicht, differenzierte Aussagen nach Schulformen zu machen, aber nicht nach Bundesländern, ist eine Frage, die derzeit unbeantwortet ist. Bestimmt kennt die Kultusministerkonferenz, die ja stets darum bemüht ist, keine Vergleichsdaten zwischen Bundesländern an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen, die Antwort auf diese Frage.

Da ICILS 2013 zeigt, dass 75% der deutschen Achtklässler nur unter Anleitung z.B. ihren Weg im Internet finden, stellt sich die Frage, wie die entsprechenden Schüler, an die Inhalte herankommen sollen, vor denen sie z.B. von einem emsig Informationszugänge abschneidenden Ministerium der besorgten und entsprechende Internet-seiten surfenden Gutmenschen angeblich geschützt werden müssen.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie die der Anleitung Bedürftigen zu den Informationen kommen, die sie z.B. nach einer Behauptung von Elisabeth Tuider, die heftig für Oralverkehr in Schulen, also die entsprechende Aufklärung wirbt, angeblich haben:

Tuider: “Die Jugendlichen geben die Themen vor – nicht die pädagogisch Tätigen. Und machen wir uns nichts vor: 70 Prozent der 13-jährigen Jungs und 30 Prozent der Mädchen sehen regelmäßig Pornografie – und haben Fragen dazu.”

Da stellt sich nicht nur die Frage, wo Tuider diese Zahlen her hat, es stellt sich auch die Frage, wie sich die 13jährigen Zugang zu den entsprechenden Inhalten verschafft haben, angesichts der weitgehenden Unfähigkeit der in ICILS getesteten 14jährigen, ihren Weg durch das Internet selbständig zu finden.

Entweder hier geht die Phantasie mit Frau Tuider und den Gutmenschen im Besorgtenministerium durch, oder hier geht ihre eigene Normalität, die einem entsprechend den Schrecken ins Gesicht jagen muss, mit ihnen durch.

Warum sind Funktionäre so versessen auf Kinderrechte?

GEwDie GEW, deren Funktionäre von sich behaupten, sie hätten etwas mit Bildung zu tun, wären gar Funktionäre einer Bildungsgewerkschaft, hat wieder eine Pressemitteilung veröffentlicht, eine Pressemitteilung, die von dem, was bei der GEW als Bildung gilt, nur so strotzt, z.B. in dem Satz:

“Info: Als Kinderrechte im engeren Sinn werden die Rechte von Kindern und Jugendlichen bezeichnet.”

Man kann diese Form der GEW-Bildung, die diesen Satz ausgespiehen hat, vornehm als Tautologie bezeichnen, denn dass Kinderrechte die Rechte von Kindern bezeichnen, ist dem Wort Kinderrechte schon immanent. Man nennt es auch die Wortbedeutung.

Man kann diese Form der GEW-Bildung auch als Quatsch bezeichnen, denn dass die Einschränkung von Kinderechten, also deren engerer Sinn, eine Bedeutungsausweitung auf Jugendliche und somit Jugendlichenrechte zum Ergebnis hat, ist ein Unsinn, den sich nur GEW-gebildete Funktionäre ausdenken können.

Verantwortlich für diese Form der GEW-Bildung sind die Stammlesern von ScienceFiles bereits bekannte Ilka Hoffmann, die sich als Fach-Hoffmann der Inklusion sieht, und Norbert Hocke, von dem bislang unbekannt ist, welche Bildungsphantasien er teilt.

Und beide streiten für Kinderrechte, und in schöner Geschlechterteilung kümmert sich der weibliche Funktionär um die Behinderten, während der männliche Funktionär das größere Ganze im Blick hat. Als Konsequenz ergibt sich z.B. Folgendes:

scully facepalm„Kinderrechte im Bildungswesen umzusetzen, bedeutet zum Beispiel: Kein Kind darf beschämt werden“, betonte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied für den Bereich Schulen am Mittwoch in Frankfurt a.M. „Wenn man diesen Grundsatz ernst nimmt, muss eine Prüfung bei der selektiven Schulstruktur und der Umsetzung der Inklusion beginnen – und wäre bei Tests und Ziffernnoten noch längst nicht beendet.“

Weiß der Fach-Hoffmann eigentlich, was er da sagt?

Beschämend für Kinder sind Noten und Schulüberstellungen, die sie im Status gegenüber anderen Schülern abwerten, so muss man schließen, was in der Konsequenz heißt, dass das gegliederte Bildungswesen abzuschaffen ist und vor allem keine beschämenden “Ziffernnoten” mehr gegeben werden dürfen. Scheinbar hat der Fach-Hoffmann die Vorstellung, wenn man statt einer “1″ ein “A”, statt Ziffernnote eine Buchstabennote vergibt, dann habe dies eine weniger beschämende Wirkung – man muss sich das nur lange genug einbilden, so wie der Fach-Hoffmann.

Was ist übrigens schlecht daran, wenn Kinder sich für eine schlechte Note schämen? Was denkt dieser Fach-Hoffmann eigentlich, wo Motivation und Einsatz herkommen, wenn nicht aus dem Antrieb, sich für seine Leistung nicht schämen zu müssen? Aber es ist vielsagend, dass schlechte Leistungen beim Fach-Hoffmann nicht mit Scham verbunden sind oder sein dürfen. Das lässt eine Vielzahl von Rückschlüssen auf das Schampotential oder die Schamlosigkeit des Fach-Hoffmanns zu.

Norbert Hocke hat, wie gesagt, das große Ganze im Auge, und das hat dann folgende Konsequenz:

Oh No!„Bei allen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entscheidungen muss die Frage im Mittelpunkt stehen, ob und was sie zum Wohle der Kinder und Jugendlichen beitragen“, unterstrich Norbert Hocke, für Jugendhilfe und Sozialarbeit verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied.”

Die gleiche Frage wie oben, die sich hier aufdrängt: Weiß der Mann, wovon er spricht?

Das Wohl der Kinder und Jugendlichen muss bei allen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Enscheidungen also im Mittelpunkt stehen. Nun gut.

In welcher Weise haben GEW Funktionäre bei der Bestimmung ihrer Entlohnung die Kinderrechte in den Mittelpunkt gestellt?

Welche Rücksicht hat die GDL im Rahmen des Lokführerstreiks auf Kinderrechte genommen?

Wie stellt man die Kinderrechte bei der Bestimmung des Leitzinses durch die EZB in Rechnung, wie bei der Abstimmung über einen Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan, wie, wenn beschlossen wird, dass Hermesbürgschaften für Exporte nach Kenia zu haben sind?

Die Beispiele sollten reichen, um den Unsinn deutlich zu machen, den Hock hier verbreitet.

Man kann demnach feststellen, dass zwei Funktionäre der selbsternannten Bildungsgewerkschaft, die sich zudem als Fach-(Hoff)männer für Bildung ansehen, Unsinn reden, wenn sie über Bildung sprechen.

Double facepalmBleibt noch die Eingangs gestellte Frage: Warum sind Funktionäre derzeit so versessen auf Kinderrechte?

Die Antwort drängt sich förmlich auf: Kinder und Jugendliche (also der Gegenstand der “engeren Kinderrechte”) sind unmündig, brauchen jemanden, der stellvertretend für sie ihre “engeren Kinderrechte” erst einmal bestimmt und dann wahrnimmt, Funktionäre zum Beispiel, so fähige Funktionäre wie Hoffmann und Hock zum Beispiel, Funktionäre, die zwar selten wissen, wovon sie reden, wenn sie den Mund aufmachen, die aber eines genau wissen: Wenn Kinderrechte in welcher Form auch immer z.B. im Grundgesetz verankert sind, dann lässt sich daraus hervorragend Kapital schlagen, denn man kann jeden Unsinn mit dem Verweis auf Kinderrechte rechtfertigen und legitimieren.

Kinderrechte sind das El Dorado einer Funktionärskaste, die schamlos bemüht ist, ihren Einfluss zu sichern und auszuweiten, und zwar, entsprechend der eigenen Schamlosigkeit, um den eigenen Nutzen zu mehren und sicherzustellen, dass sie auch morgen noch bedenken- und schamlos Unsinn erzählen können.

Cogito Ergo Profx

“I once saw Elvis in a potato chip” (x-files; Fox Mulder in Episode “Empedocles”)

“Everybody in here is different” (x-files; Shrink Dr. Hakkie in Episode: “Duane Barry”)

Ein Leser von ScienceFiles, bei dem wir uns ganz herzlich bedanken, hat eine unglaubliche Mühe auf sich genommen, um uns Seite 42 des Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zukommen zu lassen. Die digitale Entwicklung ist am Feuilleton der FAZ Sonntagszeitung offensichtlich vorbeigegangen oder man will Sorge tragen, dass die entsprechenden Beiträge nicht allzuweite Verbreitung finden, wie auch immer, unser Leser hat Seite 42 eingescannt und an uns geschickt, auf dass auch wir es Schwarz auf Weiß vor uns haben, was dort steht.

Dort steht: “Sagen Sie bitte Profx zu mir. Lann Hornscheidt möchte gerne geschlechtsneutral angesprochen werden. Die Empörung ist gigantisch.”

FAY PROFXDas steht auf Seite 42 als Überrschrift und verantwortlich soll eine Antonia Baum sein, bei der, um sie einmal selbst zu zitieren, immer unter der Annahme, der Text nach der Überschrift ist tatsächlich auf ihrem Mist gewachsen, es sich um eine uns “total unbekannte” Person handelt, wenngleich die Seite der FAZ behauptet, Baum gehöre dort zur Redaktion:

“Sie lebt in Berlin, wo sie an der Humboldt-Universität Neuere deutsche Literatur und Geschichte studiert hat. Während des Studiums schrieb und veröffentlichte sie Kurzgeschichten, wenig später dann einen ganzen Roman. Sie interessiert sich für die Mafia, Feminismus, Rap-Musik und globale Zusammenhänge. Seit Februar 2012 ist sie Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

Nun, es gibt nichts, was es nicht gibt.

Der Text, der sich zwischen Überschrift und Unterschrift findet, passt so ungefähr zu dem, was man von einer an der Humbug-Universität Sozialisierten erwarten würde. Es ist ein Opfermelodrama, bei dem der oder die oder das Gute von Lann Hornsscheidt gespielt wird.

Wie immer, wenn ein Opfer zelebriert werden soll, kommen viele Feinde, aber keine Argumente vor. Wie immer, wenn ein Opfer zelebriert werden soll, ist die Laudatio auf das Opfer ein einziger Widerspruch, der wie in diesem Fall, Toleranz für das vermeintliche Opfer fordert und jede Kritik am Opfer in Bausch und Bogen und konsequenter Intoleranz als Hass, hasserfüllt, rechts und auf Stammtischniveau, diskreditiert. Und wie immer, wenn ein Opfer zelebriert wird, hofft man vergeblich, derjenige, der zelebrieren will, erreichte auch nur annähernd das Niveau eines Stammtisches.

Lann Hornscheidt, das Opfer, ist ein Opfer mit Problemen. Problemen sexueller Orientierung, die sich darin äußern, dass Lann Hornscheidt sich weder als Mann noch als Frau fühlt. Und das ist ein Problem – oder? Es ist ein Problem, das die Welt interessieren muss. Das jedenfalls denkt Lann Hornscheidt und will eine bestimmte Art, angesprochen zu werden, durchsetzen, als Profx. Profx, das ist die Anreide, die es von seinen Studenten verlangt. [Wir haben uns mit uns auf "es" geeignigt, denn: wenn Lann Hornscheidt weder mit sie noch mit er angesprochen werden will, bleibt in der deutschen Sprache nur noch es.]

Lann Hornscheidt, also es, ist ein Vordenker nach eigenem Gefühl. Es denkt soweit anderen vor, dass die meisten derzeit lebenden Menschen, die von sich denken, sie seien entweder er oder sie, nach ihrem Gefühl zurückbleiben in der Welt, die von Antonia Baum nur als rechte Welt wahrgenommen werden kann. Es ist dies die Welt der “Jungen Freiheit”, in der sich rechte Fieslinge tummeln, die böse Kommentare über das Lann Hornscheidt abgeben. Menschen, die wie Baum weiß, vor “den Computern” sitzen und so “ziemlich allem, was für die Integrität eines Landes wichtig ist”, misstrauen.

Dies lässt nur den Schluss zu, dass Baum denkt, es, also Lann Hornscheidt, sei für die Integrität Deutschlands wichtig, etwa in der Weise, in der der Glaube an den Rechtsstaat für die Integrität Deutschlands wichtig ist.

Wenn wir jetzt alle fertig gelacht haben, dann können wir im Text fortfahren … ja?

hate_speech1Anstelle sich nun mit Profx anzufreunden und der Laune von Lann Hornscheidt zu fröhnen, statt dessen gibt es “Hass”, “Hassmails”, “hasserfüllte Stammtischreaktionen”, “Hass, der von überall kommt”, aber dennoch “vielfach aus dem rechten Milieu” stammen soll oder vom “Stammtisch” oder von “Leuten von der AfD” oder auf Facebook verbreitet wird, oder in Emails bei Lann Hornscheidt eintrifft, oder von Kollegen an der Universität stammt oder von Journalisten der Welt, der F.A.Z., des Freitag, der Süddeutschen Zeitung, von Neon usw. Kurz: Die Welt minus Lann Hornscheidt (und minus Baum) besteht aus Hass und Hassern. Alle, außer Lann Hornscheidt und Baum hassen und sind Hasser.

Es verhält sich ungefähr so, wie mit dem Geisterfahrer auf der Autobahn, er ist überraschender Weise und für manche nicht vorhersehbar umgeben von Abweichlern, die ihm nicht gerade freundlich begegnen. So auch bei Lann Hornscheidt. Aber bei Lann Hornscheidt, so weiß Baum, bei Lann Hornscheidt liegt das daran, dass es eine Professur hat und entsprechend eine “statushohe Position”, die hierarchisch über dem Stammtisch angesiedelt ist. Das schreibt Baum, die sich noch wenige Sätze vorher, darüber beklagt hat, dass es den Hassern im Bezug zu Lann Hornscheidt vor allem darum geht, das Oben und das Unten richtig einzuordnen. So wie es Baum darum geht, das statushöhere Oben, das eine Position an der Universität angeblich darstellt, vom statusniedrigeren Unten des Stammtisches abzugrenzen. Das macht Baum dann wohl zum Hasser….

Wie man im Zusammenhang mit Universitäten auf die Idee kommen kann, es handle sich bei akademischen Positionen um statushöhere Positionen … Nun, wer auf diese Idee kommt, der hat offensichtlich einiges, was sich in den letzten Jahrzehnten ereignet hat, nicht mitbekommen, von der Entleerung der Hochschulen durch den Bologna-Prozess, über die Abschreckung kompetenter Wissenschaftler durch die Verordnung einer Gehaltsreduktion von C auf W bis zur ideologischen Gleichschaltung von Hochschulen durch den Staatsfeminismus und seine Eingriffe in die wissenschaftliche Freiheit. Und nicht zuletzt sind es Personen wie Lann Hornscheidt, die dafür sorgen, dass eventuell noch vorhandener Status in Lächerlichkeit aufgeht. Aber offensichtlich reicht Lächerlichkeit aus, um Baum zu beeindrucken, mit dem Status der Lächerlichkeit.

Es sind nicht nur die Widersprüche in diesem Text, der aus gutem Grund im Feuilleton versteckt wurde, die die Frage aufwerfen, was das nun wieder für ein Machwerk ist. Es ist vor allem die folgende Passage, die deutlich macht, dass Dummheit, Naivität und wer weiß was noch (wir weiter unten) bei diesem Text Pate gestanden haben (und sagt nicht Baum selbst von sich, sie sei an der Mafia interessiert?):

Expert in whatever“Für mich fehlt dieser Gesellschaft die Fähigkeit, Differenzen stehen zu lassen”, so zitiert Baum es und fährt fort: “Genau das tut Hornscheidt während des Gesprächs. Man merkt, dass Hornscheidt Zeit hat[,] zu denken, was doch eigentlich die Hauptaufgabe von steuerfinanzierten Universitäten war. Jedenfalls habe ich noch nie mit einem Menschen entspannter und offener über Feminismus reden können”.

Wenn Lann Hohnscheidt mit seinem Vorschlag, Profx zur Anrede zu machen, Differenzen auslöst und diese Differenzen von es und Baum als rechter Hass diskreditiert werden, dann muss man tatsächlich konstatieren, dass Baum und Lann Hornscheidt die Fähigkeit fehlt, Differenzen stehen zu lassen.

Aber gut, oder na dann, wie man sagen könnte, nachdem man seinen Kopf wieder von der Tischplatte gehoben hat, na wenn Frau Baum gute Gespräche führt, dann ist das natürlich ein Kriterium, das uns Vertrauen in ihr Urteil fassen lassen sollte. Obwohl wir widersprechen müssen, vor allem der Prämisse, dass alles Denken an Universitäten stattfindet. Aber es ist schön zu wissen, dass Lann Hornscheidt Zeit zum Denken hat, während die Kollegen in Seminaren schwitzen, die voller Studenten sitzen, Studenten, die vom Lehrangebot und dem Ansprech-Diktat von Lann Hornscheidt abgeschreckt sind und entsprechend von Kollegen bedient werden müssen – von Kollegen, die folglich die Arbeit von Lann Hornscheidt übernehmen, das ja schon denken muss und sich entsprechend nicht um Studenten oder das, was gemeinhin als akademische Selbstverwaltung beschrieben wird (also die Einsparung von Buchhaltern auf Kosten der Wissenschaftler), kümmern kann.

Aber das sind Argumente, und Argumente sind in der statushöheren Welt der Intelligenz angesiedelt, weshalb sie im Text von Baum auch nicht vorkommen, einem Text, der in seiner hilflosen Art nur das Mittel der Bewertung kennt, um den Differenzen zu begegnen, zu deren Bearbeitung Baum und Lann Hornscheidt anscheinend jede Fähigkeit fehlt.

Doch zurück zum Denken, das an Universitäten stattfindet, Cogito Ergo [sum] Profx, Ich denke, also bin ich Profx, wie man in gekürztem Latein sagen könnte. Das erklärt natürlich alles. Wenn das Denken als solches die Qualifikation für eine Professur darstellt, dann wundert uns nichts mehr über den Zustand deutscher Universitäten. Steuerzahler finanzieren also Professoren an Universitäten, damit diese denken, denn, um es noch einmal zu wiederholen, außerhalb von Universitäten findet, wie Baum weiß und sie muss es wissen, denn sie ist außerhalb einer Universität, kein Denken statt. Deshalb bezahlen wir das Profx, damit es für uns denkt und uns sagt, wie wir all die Millionen ansprechen sollen, die nicht selbst denken können, aber sich fühlen, und zwar weder als Männlein noch als Weiblein, die ese.

So einfach ist die Baumsche Welt, so einfach und so unsinnig, dass man sich unwillkürlich fragt, ob ein alleiniger Schreiber für so viel Unsinn verantwortlich sein kann. Früher, also in den Zeiten, in denen Journalismus noch etwas mit Recherche und Kriterien zu tun hatte, früher gab es eine Redaktionssitzung, in der Texte diskutiert und editiert wurden, gab es einen Redakteur vom Dienst, der letzte Änderungen vorgenommen hat. Damit sollte gewährleistet werden, dass kein Unsinn in Zeitungen steht.

Heute steht Unsinn in Zeitungen, so dass man sich fragt: Liegt das nun daran, dass an Zeitungen nur noch Personen beteiligt sind, die Unsinn nicht bemerken, selbst dann nicht, wenn er wie hier ganz dick aufgetragen ist, oder liegt das daran, dass bei Zeitungen Nachwuchs benutzt wird, um Unsinn zu verbreiten, immer in der Hoffnung, dass sich ein Nachwuchs-Konkurrent als Wasserträger des Politisch-Korrekten disqualifiziert und um Kopf und Kragen schreibt oder schreiben lässt – also eine Form des innner-redaktionellen Widerstands gegen die politische Korrektheit, die den Unsinn als Waffe nutzt, um das Politisch-Korrekte und seine Vertreter lächerlich zu machen.

Bleibt abschließend noch festzustellen, dass Denken förderlich ist, wenn man an Universitäten eine Position inne hat, dass Denken aber nicht das ist, was einen Positionsinhaber, wie z.B. das es, zu einem Wissenschaftler qualifiziert. Ein Wissenschaftler beherrscht eine wissenschaftliche Methode, die es ihm erlaubt, eine Fragestellung zu entwickeln, zu prüfen und neue Erkenntnis zu gewinnen, die für andere nachvollziehbar und prüfbar ist und insgesamt einen Fortschritt darstellt. Wissenschaftler haben entsprechend Argumente, die auf beobachtbaren Fakten basieren und stellen keine Behauptungen auf, die auf gefühlter Einbildung basieren.

Popper GrundproblemeEs ist doch erfrischend, dass sich das, was man mit Betrand Russell als Müßiggang bezeichnen könnte, in der Phantasie mancher hält und Hochschulen entsprechend als Orte phantasiert werden, an denen es von Müßiggängern nur so wimmelt, deren einzige Aufgabe darin besteht, sich Absurditäten zu überlegen und diese als überlegen auszugeben, warum überlegen: aufgrund eigener Gefühle und eingebildeter statushöherer Position. Warum haben sich Generationen von Wissenschaftlern nur bemüht, Wissenschaft von Religion oder Metaphysik abzugrenzen, wo doch das Gefühl und das Denken und die Einbildung ausreichen, um sich als Wissenschaftler zu inszenieren?

Aber, wir haben gelernt: Wenn man sich irgendwie fühlt und zudem denkt und sich statushöher wähnt, dann gibt einem das alle Rechte. Nun wir denken und fühlen uns heute hochherrschaftlich. Deshalb erwarten wir, als Hoheiten angesprochen zu werden. Und weil Hoheiten Rechte über andere haben, erwarten wir nicht nur, dass wir als Hoheiten angesprochen werden, wir dekretieren hiermit, dass wer Unsinn verbreitet, für die Verbreitung von Unsinn verantwortlich ist oder Unsinn, dessen Verbreitung er hätte verhindern können, an seiner Verbreitung nicht hindert, mit einer Geldstrafe von 5000 Euro zu belegen ist (einzahlbar auf unser angegebenes Konto).

Wer unter unseren Lesern sich wie ein Vollstrecker fühlt, der ist hiermit ermächtigt, gegen die für Unsinn Verantwortlichen im beschriebenen Sinne vorzugehen.

Lann Hornscheidt von der Humboldt Universität entfernen II: Der Brief

Heute haben wir den Brief auf den Weg gebracht.

Der Brief an den Präsidenten der Humboldt-Universität, Jan Hendrik Olbertz und an den Senator für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres.

In einem vergangenen Post haben wir die Forderung das/der/die Profx Lann Hornscheidt von der Hummboldt Universität Berlin zu entfernen, bereits begründet. Wir wollen das nicht wiederholen. Statt dessen für alle Unterstützer und Leser, hier das Anschreiben, mit dem wir die Email an die Genannten verschickt haben:

Sehr geehrter Herr Dr. Olbertz, sehr geehrte Frau Scheeres,

wir, das sind Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein sowie 62 Unterstützer, wir sind besorgt. Wir sind besorgt über den Zustand der deutschen Sozialwissenschaften, die derzeit zwischen Irrelevanz und Lächerlichkeit oszillieren.

Dass viele Bundesbürger mit Sozialwissenschaften, eben keine Wissenschaft verbinden, sondern willkürlich zusammengeklaubte Wortansammlungen, deren Sinn sich ebenso wenig erschließt wie ihr Zweck, dass viele Bundesbürger der Ansicht sind, dass Sozialwissenschaften eine Form der Selbsttherapie für Personen mit abstrusen Ideen sind, hat einen benennbaren Grund: Die Entprofessionalisierung der Sozialwissenschaften und ihre Verwillkürlichung durch politische Eingriffe im Rahmen des Staatsfeminismus.

Wissenschaft ist eine Methode, die klaren Kriterien folgt. Wissenschaft stellt Sätze über die Wirklichkeit auf. Diese Sätze haben einen Gehalt, d.h. sie sagen etwas über die Wirklichkeit aus. Sie sind prüfbar und nachvollziehbar und führen letzten Endes zu einem Wissen, von dem die Gesellschaft profitiert.

Mit dem Advent des Staatsfeminismus ist die Suche nach wissenschaftlichen Ergebnissen, die zum gesellschaftlichen Wohlstand beitragen, in den Sozialwissenschaften in eine Randexistenz abgedrängt worden. Sie wurde zur Suche nach den letzten Abstrusitäten, die man zur Erbauung eigener Grillen ausleben kann. Zudem sind die Sozialwissenschaften zu einem Instrument, mit dem Absurditäten, die von Ideologen ersonnen wurden, legitimiert werden sollen, verkommen.

Kaum ein Inhaber einer wissenschaftlichen Position an deutschen Universitäten steht so sehr für diese Entwissenschaftlichung der Sozialwissenschaften, wie Lann Hornscheidt, der/die sich zum Ziel gesetzt zu haben scheint, Kommunikation zu verunmöglichen und durch eine Ansammlung absurder Laute zu ersetzen.

So besteht Lann Hornscheidt darauf, mit einer dem Duden unbekannten Buchstabenfolge “Profx” angesprochen zu werden und sanktioniert Studenten, die nicht bereit sind, ihre Muttersprache zu Gunsten der Lann Hornscheidtschen Sprachphantasie aufzugeben.

Auf diese Weise missbraucht Lann Hornscheidt nicht nur eine wissenschaftliche Position um ihren eigenen Spleen auszuleben, sie führt auch eine verbale Vergewaltigung harmloser Studenten durch, die zur Sprach-Konformität mit Lann Hornscheidt gezwungen und auf diese Weise der normalen Welt entfremdet werden. Entsprechend mündet die Sprach-Agitation von Lann Hornscheidt wie in fast allen Fällen, in denen eine kleine Gruppe sich eigene Sprachkonventionen gibt, in einen Kult, der wiederum zur politischen Agitation genutzt wird.

Der Missbrauch der wissenschaftlichen Position, den Lann Hornscheidt betreibt, geht zu Lasten von Studenten und Kollegen. Ersteren wird das Lehrangebot reduziert, denn Studenten, die dem Sprachkult von Lann Hornscheidt nicht huldigen wollen oder schlicht nicht wissen, wie sie der/die/das ansprechen sollen, ist eine Teilnahme an Lann Hornscheidtschen Seminaren verwehrt. Dies wiederum geht zu Lasten von Kollegen, die in ihren Seminaren eine höhere Studentenzahl aufnehmen müssen und so gezwungen sind, die Lann Hornscheidtsche Unkollegialität auszubaden.

Die politische Sprach-Agitation des/der Lann Hornscheidt ist als  “intervenieren” benannt und hat z.B. das Ziel , die Humboldt-Universität umzubenennen, eine Intervention, die mit einer Diskreditierung und Verleumdung von Wilhelm und Alexander von Humboldt einhergeht.

Universitäten sind Orte des Erkenntnisgewinns.

Universitäten sind weder Orte der ideologischen Propaganda noch Orte, an denen Kulte gebildet und etabliert werden können.

Lann Hornscheidt trägt nicht erkennbar zum Erkenntnisgewinn bei, betreibt ideologische Propaganda und schart  Studenten um sich, die nach dem Durchlaufen einer sprachlichen Aufnahmeprozedur in den Kreis des Lann Hornscheidt-Sprachkults aufgenommen werden.

Das hat an Universitäten nichts zu suchen.

Steuerzahler finanzieren Positionen an Universitäten nicht dafür, dass sich deren Inhaber mit dem Ausleben ihrer individuellen Phantasien profilieren und ansonsten Schaden anrichten, Schaden, wie er z.B. dadurch entsteht, dass das Wirken von Lann Hornscheidt die Sozialwissenschaften als ideologisches Unterfangen der Lächerlichkeit preisgibt.

Das muss ein Ende haben.

Deshalb fordern wir und (bis zum heutigen Tag) 62 Unterstützer, Lann Hornscheidt von der Humboldt-Universität zu Berlin zu entfernen oder dazu zu bringen, ein sinnvolles Angebot für Studenten bereitzustellen, das an keinerlei Sprachphantasien gebunden ist.

Eine ausführliche Begründung zu dieser Forderung sowie die Liste der Unterstützer finden Sie unter:

http://sciencefiles.org/2014/10/31/profxin-lann-hornscheidt-von-der-humboldt-universitat-entfernen/

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. habil. Heike Diefenbach
Michael Klein

Bundesverfassungsgericht stellt eindeutig fest: Kinder gehören dem Staat

Bereits am 15. Oktober, wie jetzt bekannt wurde, hat die Zweite Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts, namentlich die Richter Herbert Landau, Sibylle Kessal-Wulf und Doris König entschieden, dass dann, wenn es um die Bildung von Kindern geht, Kinder dem Staat gehören.

Das Urteil 2 BvR 920/14 ist auf den Seiten des Bundesverfassungsgerichts abrufbar.

Die interessanten Absätze finden sich unter den Randnummern 22 und 25.

Bundesverfassungsgericht_RichterrobenGeklagt haben Eltern aus Hessen, die ihre neun (!sic) Kinder seit Jahren im Hausunterricht unterrichten gegen ihre Verurteilung nach §182 Abs. 1 des Hessischen Schulgesetzes und wegen Entziehen von Schulpflicht. In Hessen und in vier weiteren Bundesländern (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Saarland) ist es eine Straftat, wenn Eltern ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Da die Eltern im vorliegenden Fall zu einer Geldstrafe von je 140 Tagessätzen á 5 Euro verurteilt wurden, gelten sie somit als vorbestraft.

§182 des Hessischen Schulgesetzes lautet wie folgt:
(1) Wer einen anderen der Schulpflicht dauernd oder hartnäckig wiederholt entzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen bestraft.
(2) Die Verfolgung tritt nur auf Antrag ein. Antragsberechtigt ist die untere Schulaufsichtsbehörde. Der Antrag kann zurückgenommen werden.

Die Verfassungsklage der Eltern gegen ihre Verurteilung wurde von den Richtern der Zweiten Kammer des Zweiten Senats nicht angenommen, d.h. die Verurteilung der beiden Erziehungsberechtigten ist damit rechtskräftig.

Interessant an dem Urteil sind, wie gesagt, zwei Absätze.

So findet sich unter der Randnummer 22 folgende Ausführung:

“Der Landesgesetzgeber, der in § 182 Abs. 1 HessSchulG das Entziehen anderer von der Schulpflicht unter Strafe stellt, greift zwar in das Erziehungsrecht der Eltern aus Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG und – wie hier angesichts der von den Beschwerdeführern geltend gemachten Glaubens- und Gewissensgründe – in deren Glaubensfreiheit aus Art. 4 Abs. 1 GG ein [...] Jedoch hat bereits die 1. Kammer des Zweiten Senats in ihrem Nichtannahmebeschluss vom 31. Mai 2006 – 2 BvR 1693/04 – (vgl. BVerfGK 8, 151 ) in Ansehung der Strafnorm des § 182 Abs. 1 HessSchulG ausgeführt, dass die Verpflichtung der Beschwerdeführer, ihre Kinder an dem Unterricht einer nach dem Hessischen Schulgesetz anerkannten Schule teilnehmen zu lassen, eine zulässige Beschränkung ihres Erziehungsrechts darstelle. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass der in Art. 7 Abs. 1 GG verankerte staatliche Erziehungsauftrag der Schule dem elterlichen Erziehungsrecht gleichgeordnet ist [...], unterliegt es – auch im Lichte des Art. 4 Abs. 1 GG, der Einschränkungen zugänglich ist, die sich aus der Verfassung selbst ergeben – keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, die Beachtung der Schulpflicht von den Erziehungsberechtigten dadurch einzufordern, dass der (Landes-)Gesetzgeber entsprechende Strafvorschriften schafft und die Strafgerichte bei deren Verletzung Geld- oder Freiheitsstrafen verhängen.”

Weil also das elterliche Erziehungsrecht dem im Grundgesetz verankerten Erziehungsauftrag der Schulen “gleichgeordnet” ist, deshalb ist der Eingriff über die Schulpflicht in das Erziehungsrecht der Eltern rechtens. Das ist höchstrichterliche Rabulistk, die man auch anders formulieren kann: Wann immer die Interessen des Staates den Interessen von Individuen gleichgestellt sind, sind die Interessen des Staates wichtiger und damit die Interessen der Individuen eben nicht gleichgestellt. Juristen mögen es eben, Absurditäten und Widersprüche zu formulieren.

Noch deutlicher als im vorliegenden Absatz werden die Verfassungsgerechten im Absatz, der Randnummer 25 folgt:

Knast

Schule oder Knast!

“Sie haben insbesondere die Ausstrahlungswirkung des elterlichen Erziehungsrechts der Beschwerdeführer aus Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG und deren gewissensgeleitete Entscheidung in den Blick genommen, ihre Kinder aus Glaubensgründen vom Unterricht fernzuhalten. Dass nach den von den Fachgerichten getroffenen Feststellungen das Wohl der Kinder nicht gefährdet gewesen ist, die fünf ältesten Kinder sogar gute bis sehr gute Schulabschlüsse erlangt und den Berufseinstieg gemeistert haben, vermag nichts an der Verpflichtung zu ändern, die Kinder an dem Unterricht einer nach dem Hessischen Schulgesetz anerkannten Schule teilnehmen zu lassen. Denn die Allgemeinheit hat ein berechtigtes Interesse daran, der Entstehung von religiös oder weltanschaulich motivierten „Parallelgesellschaften“ entgegenzuwirken und Minderheiten zu integrieren. Selbst ein mit erfolgreichen Ergebnissen einhergehender Hausunterricht verhindert nicht, dass sich die Kinder vor einem Dialog mit Andersdenkenden und -gläubigen verschließen, und ist deshalb nicht geeignet, die insbesondere in einer Klassengemeinschaft gelebte Toleranz gegenüber einem breiten Meinungsspektrum nachhaltig zu fördern (vgl. BVerfGK 8, 151 ).

Verfassungsgerechte schießen gerne mit Kanonen auf Spatzen. Weil ein Elternpaar aus Hessen seine Kinder selbst unterrichtet, und zwar mit Erfolg selbst unterrichtet, steht zu befürchten, dass eine Parallelgesellschaft entsteht, eine weltanschauliche motivierte noch dazu. Deshalb, und um Minderheiten zu integrieren, dürfen die christlichen Eltern, die von den drei Verfassungsweisen aus Karlsruhe wohl als christliche Minderheit angesehen werden, ihre Kinder nicht selbst und nicht zuhause unterrichten. Dass es im deutschen Bildungssystem nicht um Meritokratie und erfolgreiche Wissensvermittlung geht, man könnte es nicht deutlicher machen.

Besonders amüsant ist es, wenn die Verfassungsgerechten behaupten, dass ein erfolgreicher Hausunterricht nicht verhindern würde, dass sich die hausunterrichteten Kinder dem Dialog mit “Andersdenkenden und -gläubigen” verschließen würden. Diese Erkenntnis hat vermutlich der heilige Verfassungsgeist auf den Zeilengläubigen aus Karlsruhe verteilt, denn Fakten, die ihre Behauptung stützen könnten, haben die Eingebungsvollen nicht.

Lächerlich wird das Urteil dann, wenn öffentliche Schulen als Paradies der Toleranz dargestellt werden. Angesichts eines derartigen Unsinns, der mit Realitäten an deutschen Schulen, wie wir sie z.B. anhand des männerhassenden Curriculums an bayerischen Schulen dargestellt haben, nichts zu tun hat, kann man sich nur fragen: Wo leben die Verfassungsgerechten eigentlich?

So  hört man doch allerorten Klagen über die vielen Intoleranten, die in Deutschland z.B. Genderismus oder Diversität ablehnen. Dass diese vermeintlich Intoleranten und nicht zuletzt die Verfassungsrichter selbst, durch das deutsche Bildungssystem gegangen sind und nicht zu Hause unterrichtet wurden, lässt die Toleranz-Paradies-Vorstellung der Verfassungsgerechten irgendwo zwischen lächerlich und absurd zurück und man fragt sich abermals: Wo leben die Verfassungsgerechten eigentlich?

Da Karlsruhe zwar auf der falschen Seite des Rheines, aber doch in Deutschland liegt, kann man diese Frage, nur dahingehend beantworten, dass die drei Verfassungsausleger in einem Land leben, in dem die Ideologie vor der Realität kommt - in einem Land, in dem Hausunterricht aus Prinzip verboten ist. Egal, ob Eltern eine erfolgreiche Unterrichtung ihrer Kinder erreichen können oder nicht.

Da der Erfolg der unterrichteten Kinder auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt offensichtlich kein Kriterium ist, dem von den Verfassungsrichterlichen eine Bedeutung zugewiesen wird, bleibt nur die ideologische Indoktrination, wie sie an öffentlichen Schulen erfolgt, als Begründung dafür, dass Hausunterricht nach Ansicht der drei aus dem Verfassungsland strafrechtlich verfolgt und Hausunterrichter zu Vorbestraften gemacht und mit Steuerhinterziehern, Körperverletzern und Unfallflüchtigen gleich gestellt werden.

So wichtig ist die ideologische Indoktrination, die als Erziehung zur Toleranz verkauft wird, dass die drei Weisen aus dem Verfassungsland nicht davor zurückschrecken, ein Geschütz wie die Schaffung einer Parallelgesellschaft aufzufahren, um damit auf die wenigen Spatzen zu schießen, die überhaupt Hausunterricht durchführen wollen.

Hier steht wohl viel auf dem Spiel, so dass Eltern in Deutschland klipp und klar erklärt werden muss, dass der Staat sein Indoktrinations- und Ideologisierungsmonopol im Bereich der Bildung nicht aufzugeben gedenkt.

Kinder gehören dem Staat, und wer das nicht einsehen will, geht demnächst in den Knast.

Richtiger Faschismus kommt (wieder) aus Österreich

Wenn es darum geht, Freiheit zu beseitigen und Wissenschaft zu zerstören, dann hat die politische Klasse Österreichs immer ganze Arbeit geleistet und wie die deutsche dafür gesorgt, dass die besten Österreicher das Weite gesucht und in der Regel im angelsächsischen Ausland gefunden haben. Dort haben sie die österreichische Schule der Ökonomie (weiter-)entwickelt, sie haben den kritischen Rationalismus begründet, die empirische Sozialforschung erfunden, sie haben in Medizin, Chemie und Physik die Forschung vorangetrieben und das in ihren Herkunfstländern hinterlassen, was man heute einen brain drain nennen wurde.

Und es waren bei weitem nicht nur jüdische Wissenschaftler, die Österreich und Deutschland den Rücken gekehrt haben, wie die (unvollständige) Liste der Emigranten zeigt. Aber: Wo die Ideologie herrscht, da ist für Innovation und Fortschritt und für mutiges und kreatives Denken kein Platz. Ideologie und Neues, Unvorhergesehenes, das verträgt sich nicht.

Klemperer LTIDeshalb wurden im Dritten Reich Wissenschaftler in Deutschland und Österreich daran gehindert, Forschung, die nicht das arische Unbedenklichkeits-Siegel erhalten hat, Forschung, die von Wissenschaftlern ausgeführt wurde, die nicht den arischen Bruderkuss erhalten haben und Forschung, die nicht in der Sprache des Dritten Reiches, der Lingua Tertii Imperii, wie sie Victor Klemperer genannt hat, abgefasst war, überhaupt auszuführen.

Kurz: Wer im Dritten Reich das Falsche geforscht hat, wer einer falschen gesellschaftlichen Gruppe zugehörte und sich geweigert hat, eine bestimmte Sprache zu verwenden, dessen Karriere in der Wissenschaft war beendet.

Und im Jahre 2014 sind wir keinen Schritt weiter:

Wer an der Fachhochschule des bfi Wien studieren will, wer dort studieren will, ohne das Binnen-I in seinen schriftlichen Arbeiten zu verwenden, der wird mit einer um 10% schlechteren Bewertung bestraft. Wer männlichen Geschlechts ist, der muss in Österreich (und in Deutschland) sowieso schon bessere Leistungen bringen, um dieselben Chancen zu haben, wie Personen weiblichen Geschlechts. Und wer denkt, er könne als weißer Mann und ohne Binnen-I sich mit Gentechnologie befassen oder gar Kernenergie weiterentwickeln wollen, wer Forschung betreiben will, von der manche Saubermänner denken, sie habe eine dual-use-Problematik, der vergisst seine Forschung besser, bevor er sie begonnen hat. Oder er flüchtet ins angelsächsische Ausland oder nach Indien, wo man ihn mit offenen Armen empfängt.

Wer sagt: Geschichte wiederholt sich nicht?

Dass sich Geschichte wiederholt, dafür sorgt derzeit u.a. die Fachhochschule des bfi, des Berufsförderungsinstituts Wien. Das bfi wird von der Arbeiterkammer und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund getragen, und man kann nicht anders als sich wundern, was aus den ehemaligen Arbeitnehmervertretern geworden ist. Früher hatten Arbeiterbildungsvereine den Zweck, Arbeiter zu qualifizieren. Heute besteht ihr Zweck offensichtlich darin, sie ideologisch auf Linie zu trimmen, auf die Linie des Binnen-I, denn wer diesen sprachlichen Auswuchs nicht mitmacht, wer sich nicht dazu zwingen lässt, ideologisch motivierte Mätzchen zu machen, der wird mit Punktabzug, minus 10% bestraft.

Nett – oder?

bfiFrüher hatten Arbeiterbildungsvereine das Ziel, Arbeiter vom Wert der Bildung zu überzeugen. Heute haben ihre Nachfolger das Ziel, Arbeiter dazu zu zwingen, ideologische Männchen zu machen, und wer sich dabei ganz besonders brav auf die Hinterfüsse stellt, der bekommt ein Leckerli.

Wissen die eigentlich, was sie da machen, an der Fachhochschule des bfi in Wien, deren Zweck eigentlich darin besteht, Weiterbildung und schulische Nachqualifikation zu ermöglichen?

Aber rollen wir das Feld doch einmal mit der Frage auf, die kaum jemand derzeit stellt: Warum soll man die deutsche Sprache mit einem Binnen-I unlesebar machen?

Angeblich macht ein Binnen-I die Kaste der Untouchables, die immer da, aber immer unsichtbar sind, sichtbar, jene weiblichen Wesen unter uns, die wir alle und ohne das Binnen-I nie zur Kenntnis genommen hätten.

Nehmen wir nur kurz an, ein I in einem Wort oder die Sexualisierung von Sprache, die aus grammtischem Geschlecht, biologisches Geschlecht macht, habe tatsächlich die Sichtbarmachung all derer, die vorher im Verborgenen gewerkelt haben, zum Ergebnis. Und jetzt?

Was heißt das jetzt für eine Fachhochschule, für einen wissenschaftlichen Text?

Jetzt stellt sich die Frage, was die Sichtbarmachung von bislang Unsichtbaren in einem wissenschaftlichen Text zu suchen hat. Es stellt sich die Frage, ob sich ein wissenschaftlicher Inhalt durch ein I in einer neuen Qualität darstellt – ob es einen Erkenntniszugewinn gibt.

Und die Antwort ist klar: Natürlich gibt es keinen Erkenntniszugewinn. Ob eine Idee in Deutsch, Spanisch, Englisch oder Hindi abgefasst ist, interessiert die Idee in keiner Weise, wäre dem so, der Satz des Pythagoras hätte es nie nach Deutschland geschafft.

Das Binnen-I hat also keinerlei wissenschaftlichen Mehrwert.

Erleichtert es die Verständigung? Nein, das tut es nicht, wie jeder weiß, der jemals versucht hat, sich durch einen sogenannten gegenderten Text zu lesen. Es ist schlicht unmöglich. Nicht einmal der politisch korrekte Schreiber kann es, schlimmer noch: Niemand kann diesen sprachlichen Irrsinn von Anfang bis Ende durchhalten. Wer es nicht glaubt, der nehme einen entsprechenden Text und lese, bis er zu einem Nomen mit einem männlichen grammatikalischen Geschlecht kommt, bei dem das ideologische weibliche Anhängsel fehlt, was nur eine Frage der Zeit ist.

Keinerlei wissenschaftlicher Gewinn und eine Verunmöglichung von Verständigung sind die Folge des Binnen-I. Warum wird es dann bei der Fachhochschule des bfi in Wien zur Pflicht gemacht?

Orwell 1984Die Antwort ist einfach: Weil es darum geht, ideologischen Druck auszuüben. Weil die Herrschaften beim bfi die Macht, die ihnen ihre Position gegenüber ihren Studenten gibt, ausnutzen, sie missbrauchen, um sich selbst zu Sprachgöttern aufzuschwingen, die Schiefertafeln mit den entsprechenden Schreib-Geboten verteilen. Indes, die bfi-ler sind keine verzeihenden Götter: Sie sind strafende Götter: minus 10%.

Und die Wiener bfi Götter sind vor allem eines nicht: Wissenschaftler. Was Wissenschaft ist, davon können sie keine Ahnung haben, denken sie doch, die Korrektheit einer wissenschaftlichen Aussage hänge mit der Form zusammen, in der sie dargestellt wird. Was Wissenschaftlichkeit ist, davon können sie keine Ahnung haben, missbrauchen sie doch Stätten der Wissenschaft dazu, ihre persönlichen Präferenzen für andere verbindlich zu machen, ganz so wie es die katholische Kirche im Mittelalter versucht hat. Und schließlich: Was Wissenschaft ist, davon können sie keine Ahnung haben, denn sonst wüßten sie um die Wichtigkeit der Freiheit, die nun einmal kein ideologisches Sprachkorsett verträgt.

Nein, die bfi-ler sind unter den Ersten, die sich als totalitäre Ideologen outen, als möchtegern Diktatoren, die ihren Untertanen verordnen, wie sie zu sein und zu schreiben haben. Und entsprechend muss allen, die sich bilden oder weiterbilden wollen, davon abgeraten werden, die Fachhochschule des bfi in Wien auch nur als Kandidat der (Weiter-)bildung zu erwägen. Dort werden keine Wissensinhalte vermittelt, denn dort herrscht die Ideologie, eine keifende Ideologie zudem, wie die Kleine Zeitung berichtet, die einen dort beschäftigten Mitarbeiter mit den folgenden Worten zitiert: “Ich würde auch die beste Arbeit, die nicht geschlechtsneutral formuliert ist, mit einem Fünfer bewerten”.

Deutlicher kann man es nicht mehr machen, dass nicht die Ideen, sondern die Ideologie treibende Kraft ist. Deutlicher kann man es nicht mehr machen, dass es nicht um Wissenschaft und Bildung, sondern um Diktatur und Unterordnung geht. Wer demnach Faschismus erlernen und erleben will, ist am bfi gut aufgehoben.

“Wir”, so schreibt das bfi in seiner Selbstdarstellung, “vermitteln Freude und Lust am Lernen … Wir stehen für soziale und fachliche Kompetenz … Wir ermöglichen unseren KundInnen sozialen Aufstieg … Wir sind innovativ, zukunftsorientiert und engagiert”.

Vergessen sie das Management-Gelaber. Die Realität sieht anders aus: Wir, beim bfi, bringen ihnen Untertanentum näher, lehren Sie Ideologie, nicht Wissenschaft und machen Sie fit für Faschismus 2.0, auch bekannt als Genderismus.

Wir danken einem Leser von ScienceFiles für den entsprechenden Hinweis.

Profxin Lann Hornscheidt von der Humboldt-Universität entfernen

An den Senator für Bildung, Jugend und Wissenschaft von Berlin, Sandra Scheeres

Prof. Dr. Lann Hornscheidt, Professor/Professorin für Gender Studies und Sprachanalyse an der Humboldt-Universität zu Berlin ist mit sofortiger Wirkung von der Universität zu entfernen.

Begründung

§100 des Berliner Hochschulgesetzes nennt die besondere Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten als eine Einstellungsvoraussetzung für Professoren.

Prof. Dr. Lann Hornscheidt belegt durch sein/ihr Wirken an der Humboldt-Universität Berlin, dass er/sie über keine Befähigung und in keiner Weise eine besondere Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten verfügt.

§77 des Bundesbeamtengesetzes lautet: “Der Beamte begeht ein Dienstvergehen, wenn er schuldhaft die ihm obliegenden Pflichten verletzt. Ein Verhalten des Beamten außerhalb des Dienstes ist ein Dienstvergehen, wenn es nach den Umständen des Einzelfalles in besonderem Maße geeignet ist. Achtung und Vertrauen in einer für sein Amt oder das Ansehen des Beamtentums bedeutsamen Weise zu beeinträchtigen.”

Das Verhalten von Prof. Dr. Lann Hornscheidt ist in besonderem Maße geeignte, Achtung und Vertrauen in einer für sein/ihr Amt oder das Ansehen des Beamtentums bedeutsamen Weise zu beeinträchtigen. Tatsächlich macht das Verhalten von Lann Hornscheidt einen ganzen Berufsstand, nämlich den des Hochschullehrers und die Idee der Wissenschaft, deren Repräsentant er/sie sein will, lächerlich.

Das Vorliegen eines Dienstvergehens muss entsprechend bejaht werden.

Wissenschaftliches Arbeiten

Wissenschaft ist ein kontinuierlicher Erkenntnisprozess und als solcher ist Wissenschaft in erster Linie eine Methode, eine Methode, die Erkenntnisgewinn gewährleistet. Erkenntnis ist Wissen über die Realität, und entsprechend kann Wissenschaft nur eine empirische Methode der Erkenntnisgewinnung sein, eine Methode, die Hypothesen aus Theorien ableitet, die Hypothesen prüft und aus dem Prüfungsergebnis Konsequenzen für die Theorie zieht. Wissenschaftliches Arbeiten ist daher ein Arbeiten, das auf die Erkenntnis der Realität auf das Auffinden von Gesetzmäßigkeiten in der (sozialen) Umwelt, die uns umgibt, ausgerichtet ist.

Im Gegensatz dazu versteht Prof. Dr. Lann Hornscheidt sein/ihr Wirken nicht als Erkenntnisgewinn, sondern als “Intervention”, was notwendig voraussetzt, dass sich Lann Hornscheidt bereits im Besitz von Erkenntnis, und zwar von richtiger, wahrer und in seinem/ihrem Fall guter Erkenntnis wähnt, die zum Ausgangspunkt für Intervention gemacht werden kann. Damit ist aber Glauben und nicht Wissenschaft beschrieben. Nur wer glaubt, kann unbekümmert von jeglichem Zweifel in das Leben Dritter intervenieren. Nur wer glaubt, kann sich aufführen, als wäre er im Besitz der Wahrheit, die zu allen Zeiten in der Vergangenheit und der Zukunft gültig ist und gültig sein wird. Lann Hornscheidt glaubt und hat entsprechend nichts an einer Universität zu suchen, denn er/sie ist offenkundig nicht in der Lage, seinen Dienstauftrag, bewährtes Wissen an Studenten zu vermitteln, zu erfüllen oder in die Methode der Wissenschaft einzuweisen.

Der Schwerpunkt auf der Intervention, deren Ziel die Manipulation von Verhalten, die Veränderung des Verhaltens Dritter ist, zeigt, dass Lann Hornscheidt Sozialpolitiker sein will, was er/sie durchaus sein kann, aber nicht an einer Universität. Universitäten dienen nicht dem Schreiben politischer Programme oder dem Entwerfen politischer Kampagnen, sondern der Vermittlung und Gewinnung von Wissen und somit dem Gegenteil dessen, was Lann Hornscheidt anstrebt.

Universitäten sind Orte der Erkenntnisgewinnung und als solche notwendig Orte des Zweifels, und wer zweifelt, der kann nicht in das Leben Dritter intervenieren wollen oder das Leben Dritter von einer moralischen Warte aus beurteilen. Lann Hornscheidt tut beides und hat entsprechend nichts an einer Universität verloren.

Gewinnt man dann, wenn man die Lehrveranstaltungen, die Lann Hornscheidt an der Humboldt-Universität in Berlin anbietet, noch den Eindruck, hier werde Wissenschaft mit Sprachspielen und Universität mit Kaffeekränzchen verwechselt, z.B. dann, wenn außer reflektierendem Diskutieren und angeblich kritischem Reflektieren nichts getan zu werden scheint, so nimmt die Debattierwerkstatt, die Lann Hornscheidt an der Humboldt Universität zu unterhalten scheint, andere Züge an, wenn man die Versuche, einerseits die deutsche Sprache zu verballhornen und andererseits historische Persönlichkeiten wie Alexander und Wilhelm von Humboldt zu denunzieren, in Rechnung stellt.

Agitprop an der Humboldt-Universität

Lann Horscheidt scheint seine/ihre Studenten dazu aufzuwiegeln, “Interventionen” für eine unverständliche Sprache durchzuführen und vermeintlich kritisch-reflektierend und ohne den störenden Einfluss historischen Wissens, Persönlichkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts ahistorisch, unreflektiert und vor allem: unkritisch zu diskreditiern Der resultierende Aktivismus hat entsprechend nichts an Universitäten als Stätten von Wissen, als Stätten des fairen und vor allem argumentativen Umgangs miteinander zu suchen. Man würde entsprechende Aktivitäten eher bei militanten Sekten erwarten, mit Sicherheit aber nicht an einer Universität.

Insofern Lann Hornscheidt diese Aktivitäten nicht nur unterstützt, sondern ganz offensichtlich dafür verantwortlich ist, zeigt sie/er deutlich, dass er/sie besser in einem Konvent als an einer Universität aufgehoben wäre. Insofern Lann Hornscheidt eine wissenschaftliche Position missbraucht, um leichtgläubige Studenten zu manipulieren und zu indoktrinieren, zeigt er/sie deutlich, dass er/sie Wissenschaft mit politischem Aktivismus verwechselt. Um weiteren Schaden an der Wissenschaft zu verhindern, ist Lann Hornscheidt daher von der Humboldt Universität auszuschließen.

Schaden für die Wissenschaft

Zudem fügt Lann Hornscheidt der wissenschaftlichen Community im Allgemeinen und der Position des Professors erheblichen Schaden dadurch zu, dass sie/er beide lächerlich macht. So findet sich auf der öffentlichen Homepage von Lann Hornscheidt an der Humboldt Univeristät zu Berlin die folgende Passage:

Professx für Gender Studies und Sprachanalyse am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien
Wollen Sie mit Profx. Lann Hornscheidt Kontakt aufnehmen? Achten Sie bitte darauf, Anreden wie
“Sehr geehrtx Profx. Lann Hornscheidt” zu verwenden.
Bitte vermeiden Sie alle zweigendernden Ansprachen wie “Herr ___”, “Frau ___”, “Lieber ___”, oder “Liebe ___”.

Das Berliner Hochschulgesetz sieht im Paragraphen 103 die Führung des Titels “Professor” oder “Professorin” vor. Das Führen einer Kreation wie Profx oder Professx ist im Hochschulgesetzt nicht vorgesehen. Lann Hornscheidt scheint somit selbst der Ansicht zu sein, keine Professur an einer öffentlichen Universität inne zu haben, was seine/ihre Entfernung erleichtern sollte.

Der Wunsch, mit einer fiktiven und von Lann Hornscheidt erfundenen Bezeichnung angeredet zu werden, lässt zudem Probleme in der Persönlichkeit von Lann Hornscheidt vermuten, die einer Ausübung der Position eines Professors im Wegen stehen. Dies wird nicht zuletzt dadurch nahegelegt, dass Wissenschaft ein kumulativer Erkenntnisprozess ist, der auf methodisch gewonnenen und nachvollziehbaren Ergebnissen basiert. Insofern Lann Hornscheidt Sprachidiosynkrasien einführt, die ihm/ihr verständlich sein mögen, die sonst aber niemand versteht, zeigt sie/er deutlich, dass er/sie keine Idee von Wissenschaft, nicht einmal eine vage Vorstellung von Wissenschaft hat. Entsprechend ist Lann Hornscheidt entweder nicht fähig oder nicht willig, ihren/seinen Arbeitsauftrag zu erfüllen.

Vielmehr versucht Lann Hornscheidt, Studenten die entsprechenden sprachlichen Idiosynkrasien anzuerziehen und Studenten dazu zu zwingen, diese Sprachidiosynkrasien, die im Hochschulgesetz nicht vorgesehen sind, einzuhalten, um überhaupt Kontakt mit Lann Hornscheidt aufzunehmen zu können. Folglich nutzt Lann Hornscheidt seine/ihre Position aus, um Studenten gleichzuschalten und seine/ihre persönlichen Vorlieben im öffentlichen Raum einer Universität durchzusetzen.

Um dem Treiben von Lann Hornscheidt ein Ende zu setzen und weiteren Schaden von Wissenschaft abzuwenden, bleibt daher nur die Möglichkeit, Lann Hornscheidt aus ihrer/seiner Position als Professor zu entfernen und jeglichen Umgang mit Studenten zu unterbinden.

Diese Forderung wird von den im Folgenden genannten Personen unterstützt. Wer die Forderung unterstützen will, kann uns eine Email [sciencefiles at textconsulting.net] schicken, um in die Liste der Unterstützer aufgenommen zu werden.

  • Dr. habil. Heike Diefenbach
  • Michael Klein
  1. Christoph Assel, Potsdam
  2. Dr. Fritz Baur
  3. Oliver Behrendt, LL.M., Berlin
  4. Thomas Bertz, Großburgwedel
  5. Henning Bettermann, Klein-Vielen
  6. Dr. Harald Beurich, Plankstadt
  7. Rainer Brandl
  8. Hermann Bubke, Berlin
  9. Maximilian Dachs
  10. Dr. Elmar Diederichs
  11. Martin Eppelmann, Berlin
  12. Prof. Dr. med. Rainer Gladisch, Lindenfels
  13. Ronald M. Hahn, Wuppertal
  14. Dr. Thomas Hartung
  15. Jens Hölscher
  16. Dietmar Hube
  17. Michael Gäse, Paderborn
  18. Dr. Walter Heinz Greiner, Hurlach
  19. Michael Hoeft, Köthen
  20. Stephan Holzinger
  21. Wolfgang Jacobs, Berlin
  22. Markus Kausch, Höhenkirchen-Siegertsbrunn
  23. Ralph Knebel, Berlin
  24. Daniel Knoell
  25. Isabel Kocsis, OStR
  26. Prof. Dr. Dr. med. Dr. habil. Adorján F. Kovács
  27. Tobias Kramer, Kaufbeuren
  28. Frieder Lehmann
  29. Stefan Lehmann, Berlin
  30. Henrik Leiner, Berlin
  31. Dr. Hubert Lerch
  32. Gerhard Leuner
  33. René Lissner, Potsdam
  34. Dipl.- Ing. Frieder Lorenz, Berlin
  35. Udo Marx
  36. Johannes Meiners
  37. Karsten Mende
  38. Gregor Mitzka
  39. Thomas Most, Meißen
  40. Philipp Müller, Frankfurt a. Main
  41. Günther Oberheide, Hannover
  42. Peter Oestel, Berlin
  43. Frank Otte
  44. Gottfried Pfüller
  45. Ronald Preuß, Chemnitz
  46. Gerald Radloff
  47. Matthias Rahrbach
  48. Helmut Roth
  49. Volker Rotter
  50. Christoph Sattler
  51. Heinz-Josef Schaaf, Bad Camberg
  52. Günter Scharf, Sonsbeck
  53. Sven H. Schillings, Koblenz
  54. Klaus Schulte, Stuttgart
  55. Dipl. Ing. Eberhard Schulz
  56. Bernhard Siefert, Grenzach-Wyhlen
  57. Ludmilla Sokolova
  58. Carsten Thumulla
  59. Ulrich Peter Trappe
  60. Volker Urban
  61. Dr. Angelo Vallone, Köln
  62. Ricard Vila, Stuttgart
  63. Günter Wagner, Heidenheim
  64. Arnfried Walbrecht
  65. Ursula Wedler, Bielefeld
  66. Uwe Werler, Dresden
  67. Wolfgang Zecher
  68. Jörg Zergiebel, Dresden
  69. Georg Zundel, Bad Waldsee

Studenten intervenieren: HUmboldt Universität in Humbug-Sanatorium umbenennen

Wir sind zur Abwechslung einmal mit einer Initiative an der Humboldt-Universität einverstanden. Die Initiative, die sich Intervention nennt, will die Universität umbenennen. Das unterstützen wir und haben wir auch in der Vergangenheit bereits unterstützt. Wir haben damals Humbug-Universität vorgeschlagen, angesichts der neuesten Entwicklungen, auf die uns ein Leser von ScienceFiles aufmerksam gemacht hat, schlagen wir nunmehr: Humbug-Sanatorium, vielleicht auch Haus am Zauberberg vor.

Lann HornscheidtEin Insasse des Humbug-Sanatoriums nennt sich Lann Hornscheidt und möchte mit “Sehr geehrtx Profx. Lann Hornscheidt” angesprochen werden. Warum auch nicht, schließlich ist jeder im Humbug-Sanatorium anders und warum soll man den einen nicht mit Profx und den anderen mit Prefx ansprechen? Wenn es bei der Heilung hilft…

Lann Horscheidt wird von Steuerzahlern finanziert, um im Humbug-Sanatorium zu “visualisieren”, um “w_ortungen” zu betreiben und um zu “intervenieren”. Es ist eben dieses Intervenieren, bei dem wir uns mit Lann Hornscheidt treffen, denn Lann Hornscheidt scheint die Feder der Studenten zu führen, die sich berufen fühlen, kritisch wie sie sagen, zu intervenieren, zu intervenieren, um die Humboldt-Universität umzubenennen.

Und es ist die Begründung zu diesem Lann Horscheidtschen Intervenieren, die uns veranlasst hat, die Umbenennung der Humboldt-Universität in Humbug-Sanatorium zu unterstützen.

Deshalb nunmehr die Studixe und Profixin im O-Ton und mit einer Vorabwarnung: Wer nicht in der Lage ist, große Mengen prätentiösen Unsinns zu verarbeiten und befürchtet, dass sein Intellekt leiden könnte, wenn er mit allzuviel behandlungswürdigem Quatsch belastet wird, der soll die nummerierten Absätze meiden und sich auf unsere eingerückte Übersetzung der jeweiligen Textpassage beschränken.

(1) Humboldt ist ein Name, der in der “hegemonialen deutschen kollektiven Erinnerung einen besonderen Platz einnimmt”.

Unsere Übersetzung: Wer Humboldt gut findet, ist ein hegemoniales Schwein, denn Humboldt hat einen besonderen Platz in der “hegemonialen deutschen kollektiven Erinnerung”. Sie kennen doch die hegemoniale kollektive deutsche Erinnerung, das ist die Erinnerung, die immer dann kommt, wenn es darum geht, den Erbfeind im Fussball zu schlagen… oder so.

(2) Alexander und Wilhelm Humboldt “verkörpern deutsche (Ideal-)Vorstellungen von Bildung und Wissenschaft” und werden in “hegemonialen Diskursen verhandelt”.

Humboldt SuedamerikaUnsere Übersetzung: Das kann man nur verstehen, wenn man weiß, dass in Teilen des Humbug-Sanatoriums hegemonial ein Synonym für alles, was schlecht, böse, eben hegemonial ist, ist. Kurz: Alexander und Wilhelm von Humboldt sind Schweine.

(3) Die hegemonialen Diskurse, die Alexander und Wilhelm von Humboldt verhandeln, stellen sie als “kosmpolitische Leitfiguren europäischer Ideen- und Geistesgeschichte, die vermeintlich auf der Grundlage von Neugierde und Weltoffenheit Wissenschaft betrieben” haben, dar.

Unsere Übersetzung: Die Schweine, die im hegemonialen Diskurs diskursieren, behaupten doch glatt, Alexander und Wilhelm, also diese hegemonialen Schweine aus dem 18./19. Jahrhundert, hätten ein Erkenntnisinteresse gehabt, sich gar für andere Kulturen und Ländern interessiert, was sie schon deshalb nicht getan haben können, weil sie in deutscher Sprache und nicht mit x, innen oder sonstigem Indizierungsmerkmal geistiger Verwirrung geschrieben haben. Tatsächlich sind Alexander und Wilhelm ignorante Schweine.

(4) Alexander stammt aus einer preußisch adeligen Familie. … Seine “Forschung stand in der kolonial-rassistischen Tradition von sogenannten ‘Entdeckungsreisen’, also die Reisen ableisierter europäischer männlicher weißer Menschen in bereits bewohnte Gebiete und die daraufolgende Proklamation einer ‘Entdeckung’. Dabei ist hier schon der Gedanke des ‘Entdeckens’ rassistisch. Wer kann wo was für wen ‘entdecken’? Die Ergebnisse seiner Forschungsreise wurden zur weiteren Ausbeutung der Kolonien verwendet und dienten zugleich ihrer ideologischen Untermauerung … Alexander schrieb hauptsächlich über Vegetation und Gesteinsarten…”

Unsere Übersetzung: Alexander ist nicht nur ein Schwein, er ist ein adeliges, preußisches Schwein, das in die anderen Länder gereist ist, um sich dort als adeliges, preußisches Schwein aufzuführen und die Behinderten vor Ort noch kleiner zu machen als sie sowieso schon sind. Alexander ist ein nicht behindertes (ableisiert), europäisches, weißes und vor allem männliches Schwein. Und nun zur Beantwortung der Frage: Wer kann wo was für wen entdecken? U.a. Alexander Fleming konnte das Penicillin, also ein Antibiotikum entdecken, das seither in der Behandlung eingesetzt wird. Nun war Fleming ein europäisches, weißes, ableisiertes und vor allem männliches Schwein, weshalb Lann Hornscheidt und ihre Anhänger im Humbug-Sanatorium für sich jegliche Behandlung mit Antibiotika ausschließen. Man will schließlich nichts mit männlichen Schweinen und ihren Entdeckungen zu tun haben. Denn: Antibiotika sind wie die Schilderungen der Vegetation und Gesteinsarten von Alexander Humboldt Versuche, rassistischer, europäischer, weißer, ableisierter und vor allem männlicher Hegemonie die reassistische, ablesierte, europäische, weiße, männliche und sexistische Hegemonie zu sichern.

(5) “Nichtsdestotrotz wird Alexander häufig als Kritiker der Versklavung von Menschen und dadurch als vermeintlich antirassistisch hergestellt. [kein Tippfehler]. Das ist im Kontext seiner Werke und seines Lebens zynisch, denn seine Wissensbildung wurde durch koloniale Ausbeutung ermöglicht…”.

Unsere Übersetzung: Die weißen, ableistischen, rassistischen und sexistischen und sonstistischen Schweine gehen sogar soweit, das weiße, ableistische, rassistische, kolonialistische und sonstistische Schwein Humboldt als Wissenschaftler zu feiern, obwohl seine Ergebnisse nur durch koloniale Ausbeutung der von ihm beschriebenen Vegetation und Gesteinsarten möglich war.

(6) “Wilhelm von Humboldt hat zur “wirkmächtigen pseudo-wissenschaftlichen Legitimation der sexistischen Diskriminierung von Frauen beigetragen, indem er die asymmetrischen Geschlechterverhältnisse naturalisiert, also vermeintlich biologisch erklärt und legitimiert” hat.

Noch so ein Schwein. Der andere weiße, ableistische, rassistische, kolonialistische, sexistische und sonstistische Humboldt hat behauptet, es gäbe zwei Geschlechter und die seinen verschieden. So ein Schwein.

(7) Wilhelm hat eine “allgemeinmännliche Schulbildung” eingeführt.

So ein sexistisches Schwein, und wir wussten es immer: Bildung ist scheiße, außer sie wird Mädchen zugedacht.

(8) “Die Rezeption der Werke von Alexander und Wilhelm ent_nennt konsequent deren ableistische-kolonial_rassistisch_sexistische Inhalte”.

Wenn über die Humboldt-Schweine geredet wird, wird konsequent unterschlagen, dass sie ableistische, koloniale, rassistische, sexistische, sonstistische und weiße männliche Schweine sind.

(9) “Die beiden Brüder reihen sich ein in den Kanon der unmarkierten Norm einer Vorstellung des Menschen als ableisiert, männlich und weiß …”

Humboldt ideeDa die beiden Brüder ableistische, weiße, koloniale, rassistische, sexistische, männliche und sonstistische Schweine sind, stehen sie in einer Reihe mit dem, was in Deutschland als normaler Mensch gilt, also mit ableistischen, weißen, männlichen, rassistischen, sexistischen, kolonialen und sonstistischen Schweinen.

(10) “Ihre Wissensproduktion und deren (reale) Wirkungsweise waren und sind darin eingebunden und sie haben ableistische_klassistische_rassistische_sexistische Gewalt unterstützt …”.

Man kann es nicht oft genug sagen: Alexander und Wilhelm von Humboldt sind ableistische, klassistische, sonstistische, rassistische, koloniale, männliche und weiße Schweine.

Und deshalb muss die Humboldt-Universität nach Ansicht von Lann Hornscheidt und ihrer Clique umbenannt werden. Ein Ansinnen, das wir aus voller Überzeugung teilen. Eine Umbenennung in Humbug-Sanatorium scheint uns drigend geboten. Einerseits um die Namen von Alexander und Wilhelm von Humbolt davor zu schützen, weiterhin in den Schmutz gezogen zu werden, und zwar auf Steuerzahlers Kosten. Andererseits, um dem dort real existierenden Wahnsinn Rechnung zu tragen und der absurden Vorstellung, beim Humbug-Sanatorium handle es sich um eine Universität ein für alle Mal ein Ende zu bereiten, am Ende denkt noch jemand, das Humbug-Sanatorium habe etwas mit Bildung zu tun, mit Wissen, mit Philosophen wie Wilhelm von Humboldt, der ein liberales Bekenntnis für eine freie Gesellschaft geschrieben hat (Idee zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen), das seinen Teil dazu beigetragen haben mag, dass Deutschland in den heutigen demokratischen Versuch eingemündet ist, jenen Versuch, der wiederum dazu geführt hat, dass Extremisten und X’se es in Positionen geschafft haben, von denen aus sie Personen wie Wilhelm von Humboldt verunglimpfen zu können glauben.

Eigentlich ist das lustig, wenn Personen, die in ihrem Leben bislang noch überhaupt nichts geleistet haben, versuchen, Personen, die auf eine Lebensleistung zurückschauen können, zu verunglimpfen. Es weckt das Bild der neidischen Wanze, die an das Bein des Elefanten pinkelt. Aber der Spass hört da auf, wo diese Personen in öffentlichen Positionen an Universitäten sitzen, in Positionen die der Vermittlung des von den X’sen denunzierten Wissens und nicht der Vermittlung von Hirngespinsten dienen, in Positionen, die von Steuerzahlern finanziert werden.

Deshalb haben wir uns entschlossen, einen Brief an den Kultusminister des Landes Berlin zu schreiben, in dem wir fordern, das Profx Lann Hornscheidt von seinen Pflichten als Profx für Gender Studies und Sprachanalyse mit sofortiger Wirkung zu entbinden (wir entschuldigen uns für diesen sexistischen Verweis), die entsprechende Professur zu streichen und das Geld an Behinderte in Uganda zu spenden. Damit dieser Brief mit dem nötigen Nachdruck und der entsprechenden Ladung Ignoranz-Abschreckung geschrieben werden kann, rufen wir alle ScienceFiles-Leser dazu auf, sich als Unterzeichner an diesem Brief zu beteiligen (Wir veröffentlichen die Namen der Unterstützerauf ScienceFiles.) Wer diesen Brief, den wir vor dem Verschicken ebenfalls auf ScienceFiles veröffentlichen, unterstützen will, der soll uns bitte eine Email schreiben.

Offensichtlich ist Profx Lann Hornscheidt mit dem an Universitäten heimischen Erkenntnisinteresse nicht vertraut und auch nicht in der Lage, den entsprechenden universitären Anforderungen gerecht zu werden, sondern schlicht überfordert und vermittelt deshalb das Bild eines verwirrten Geistes, der seine Position zur Verbreitung von hanebüchenem Unsinn missbraucht.

Die öffentlichen Mittel sind zu knapp, um für derartigen Unsinn aus dem Fenster geworfen zu werden.

Neuer Beleg: Die Diskriminierung von Schülern ist politischer Wille

Jungen und Migranten teilen im deutschen Bildungssystem dasselbe Schicksal: Vielen von Ihnen wird die berufliche Karriere schon verunmöglicht, noch ehe sie begonnen hat. Neue Daten des Leipniz Institut für Länderkunde zeigen dies in beeindruckender und erschreckender Weise. Und sie zeigen vor allem eines: Die Proletarisierung oder moderner: Prekarisierung vieler Jungen, vieler Migranten und einigen Mädchen ist politisch gewollt: Sie ist das Ergebnis politischer Diskriminierung, geplant in den Kultusministerien der Länder und umgesetzt in den lokalen Schulen. Bereits 2002 als wir Bringing Boys Back In veröffentlicht haben, war deutlich, dass Jungen vor allem in den neuen Bundesländern deutlich hinter Mädchen zurückbleiben, Bereits damals konnten wir zeigen, dass – wie von Geisterhand bewegt – im Osten der Republik Jungen noch seltener als im Westen ein Abitur erreichen als Mädchen und noch häufiger ohne einen Schulabschluss oder nur mit einem Hauptschulabschluss die Schule verlassen als Mädchen. Radke_GomollaDies ist, bedenkt man, dass das ostdeutsche Schulsystem nach der Wende quasi von der Pike auf nach den Vorstellungen, die westdeutsche Schulplaner von einem gerechten und effizienten Schulsystem hatten, aufgebaut wurde, einerseits erstaunlich und wenn man mit dem Staunen fertig ist, dann ist es andererseits erschreckend, legt es doch den Verdacht nahe, moderne Schulplanung zielt darauf ab, Jungen gegenüber Mädchen zu benachteiligen. Ein weiteres, das Ergebnis in Bringing Boys Back In, das die pädagogische und mediale Diskussion seitdem beherrscht, zeigt einen Zusammenhang zwischen dem Anteil männlicher Lehrer und dem Abschneiden von Jungen. Je weniger männliche Lehrer in Grundschulen und je mehr weibliche Lehrer in Grundschulen sind, desto schlechter schneiden Jungen ab. Zudem haben Ergebnisse, die u.a. Gomolla und Radke publiziert haben, gezeigt, dass die Nachteile, die wir für Jungen gefunden haben, auch für Migranten vorhanden sind. Entsprechend stellt sich die Frage, welche Prozesse dafür verantwortlich sind, dass Jungen und Migranten im deutschen Schulsystem deutlich schlechter abschneiden als Mädchen und nicht-Migranten. Interessanter Weise hat diese Frage bislang kaum jemanden interessiert. Statt dessen gibt es eine, wie wir es nennen: Zeterliteratur, die einzig und allein dem Zweck dient, weibliche Lehrer vom (übrigens von uns nie geäußerten) Verdacht, sie würden männliche Schüler gezielt diskriminieren, zu reinigen und statt dessen die Schuld bei Jungen zu suchen, sie als faul, machohaft und was auch immer zu stilisieren, um ihnen die Schuld an ihrer eigenen Misere zuzuschieben. Es ist ein Markenzeichen vieler Diskussionen um Mißstände in Deutschland, dass die Frage nach der Ursache eines Mißstandes mit der Frage nach der Schuld ersetzt wird. Die Untersuchung der Schuldfrage produziert dann die oben genannte Zeterliteratur, deren Zweck nicht darin besteht, die Ursache bestimmter Missstände zu suchen, sondern darin, eine Form kollektiven Wohlfühlens unter den Anhängern bestimmter Ideologien, im vorliegenden Fall des Genderismus zu schaffen. Dass die Mißstände durch das selbstgerechte Wohlfühlen nicht gelöst werden, deren Lösung vielmehr verhindert wird, ist dabei ohne Belang. Wenn man, wie wir auch schon mehrfach dargestellt haben und nicht zuletzt bereits in Bringing Boys Back In ausgeführt haben, ein kollektives Phänomen vor sicht hat, das systematisch zwischen Gruppen diskriminiert, dann bietet es sich an, nach Erklärungen zu suchen, die die entsprechenden Gruppen als solche betreffen, d.h. im vorliegenden Fall nach institutionellen oder sonstigen für unterschiedliche Schüler gleichen Bedingungen zu suchen, die zum Ergebnis haben könnten, dass Jungen und Migranten systematisch schlechter abschneiden als Mädchen und nicht-Migranten. Das ist eigentlich offensichtlich: Wenn man die Ursache einer Hungersnot sucht, wird man ja auch nicht versuchen, die Ursache im Essverhalten Einzelner zu finden, sondern vielmehr Umweltfaktoren oder institutionelle Faktoren, wie z.B. die Subventionierung des Anbaus von Mais zur Nutzung als Brennstoff oder eine Dürreperiode betrachten. Die Frage. warum diese offensichtliche Logik für die Frage, warum Jungen und Migranten im deutschen Schulsystem Nachteile haben, nicht gilt, kann sich jeder aufgrund der ideologischen Hegemonie des Staatsfeminismus selbst beantworten. Leibnitz Institut120x1000Die Forschung, die am Leibniz Institut für Länderkunde durchgeführt wurde, fügt der Diskriminierungsthese, also der Ansicht, dass Jungen und Migranten durch institutionelle Strukturen gezielt benachteiligt werden, einen weiteren Beleg hinzu. Sie ergänzen Ergebnisse, die zeigen, dass Jungen selbst bei besseren Noten schlechtere Grundschulempfehlungen erhalten als Mädchen, und sie ergänzen Ergebnisse, die zeigen, dass Jungen selbst bei besseren Leistungen in Leistungstests in schulischer Benotung schlechter abschneiden (Diefenbach, 2007) als Mädchen. Es muss entsprechend institutionelle Prozesse geben, die eher Jungen als Mädchen, eher Migranten als Nicht-Migranten benachteiligen und die Forschung des Leibniz Institut für Länderkunde zeigt diese Prozesse am Beispiel der Schüler, die ohne Schulabschluss bleiben.

  • Ohne Schulabschluss bleiben in ostdeutschen Ländern deutlich mehr Schüler als in westdeutschen Ländern. Top-Scorer ist Meckelenburg-Vorpommern, wo 12,4% der Schüler ohne einen Schulabschluss bleiben. Es folgen Sachsen-Anhalt (11,5%) und Sachsen (9,8%). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 5,5%.
  • Mehr als 50% derjenigen, die ohne Schulabschluss ihre Berufskarriere beenden, noch ehe sie begonnen hat, kommen von Förderschulen. Wie wir in vergangenen Posts gezeigt haben, sind die Kriterien, die eine Überstellung an eine so genannte Förderschule zur Folge haben, immer weicher geworden (z.B. sozio-emotionale Gründe, von denen niemand so richtig weiß, was sie sein sollen) und bei denjenigen, die an Förderschulen abgeschoben werden, handelt es sich vor allem um Jungen und Migranten. Warum man Schulen als Förderschulen bezeichnen sollte, die es nicht einmal schaffen, den Jugendlichen, die ihnen überantwortet werden, zu einem Schulabschluss zu verhelfen, ist eine Frage, die man wohl nur als politisch-korrekter Bildungspolitiker, der sich an der Realität nicht stört, beantworten kann.
  • Auch bei den Förderschülern, die direkt aus der Berufskarriere ausgesondert und ohne Schulabschluss gelassen werden, führen ostdeutsche Bundesländer: So bleiben z.B. 77% der Förderschüler in Mecklenburg-Vorpommern ohne einen Schulabschluss.

14_08_ohne_Schulabschluss_k2Die Ergebnisse belegen, dass eine Überstellung auf eine Förderschule eine Ursache der erheblichen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen und zwischen Migranten und Nicht-Migranten ist, schon weil Jungen und Migranten viel häufiger auf Förderschulen abgeschoben werden als Mädchen und nicht-Migranten. Und warum werden sie häufiger abgeschoben? Weil man sie benötigt, um die Schulen nicht schließen zu müssen. Caroline Kramer, Professor am Institut für Geographie und Geoökologie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat diesen Zusammenhang in einer selten zu findenden Offenheit formuliert:

“Zudem unterliegen sie zum Teil dem bildungspolitischen oder bildungsplanerischen Ziel, eine bestimmte Schulart auch bei sinkenden Schülerzahlen an einem bestimmten Standort zu erhalten. Dass dadurch in einigen Ländern oder Regionen bei mehr Schülerinnen und Schülern ein Förderbedarf diagnostiziert wird als in anderen Regionen, muss äußerst kritisch beurteilt werden.”

Das ist politischer Sprenstoff. Es heißt im Klartext: Schüler werden auf Förderschulen nicht etwa deshalb abgeschoben, weil sie dem normalen Schulbetrieb nicht folgen könnten, sondern deshalb, weil es politischer Wille ist, die entsprechenden Förderschulen offen halten zu können und trotz sinkender Schülerzahlen nicht schließen zu müssen. Dass dabei mehrere tausende Schüler jedes Jahr über die Klinge springen, dass ihre Berufskarriere und ihre Lebenschanchen beendet werden, noch ehe sie begonnen haben, ist dann ein Kollateralschaden, der neben dem wichtigen Ziel, Schulen nicht schließen zu müssen, weil es keine Schüler für sie gibt, zurückstehen muss. Die Zerstörung individueller Lebenschancen muss zum Wohle des größeren Ganzen eben in Kauf genommen werden – es ist der politische Wille vor allem im Osten der Republik, dies in Kauf zu nehmen. Zynischer kann Bildungspolitik nicht sein. Und wer hat noch einen Zweifel daran, dass ein Bildungssystem, in dem der politische Wille bestimmt, dass Kinder als Förderschüler geopfert werden müssen, um Förderschulen offen halten zu können, auch männliche Schüler und Migranten opfert, um einem politischen Willen zu huldigen, im ersten Fall dem Willen, per staatsfeministischem Eingriff, Mädchen besser zu stellen als Jungen, im zweiten Fall dem Willen, Migranten auch weiterhin als Paria des Bildungssystems inszenieren zu können? Wenn man die Sonntagsreden bedenkt, die Politiker von sich geben, an die Reden von der Bedeutung der nächsten Generation, von den Bildungschancen, von der Notwendigkeit, Bildung für alle zu ermöglichen und alle gerecht zu behandeln, damit die Kinder eine glückliche Zukunft auf ausreichender Bildung aufbauen können, dann kann man sich eigentlich nur übergeben.   Diefenbach, Heike (2007). Die schulische Bildung von Jungen und jungen Männern in Deutschland. In: Hollstein, Walter & Matzner, Michael (Hrsg.). Soziale Arbeit mit Jungen und Männern. München: Reinhardt, S.101-115