Endlich: Förderungsprogramm für ausschließlich männliche Akademiker

Ein Leser hat uns einen Ausschreibungstext zugespielt, der derzeit an einer deutschen Universität darauf wartet, veröffentlicht zu werden. Dem Ausschreibungstext kann man nicht nur entnehmen, dass es ein bislang vor der Öffentlichkeit verborgenes Programm zur Förderung männlicher Grundschullehrer gibt, das die Schaffung und Besetzung von Professuren an pädagogischen Fakultäten deutscher Universitäten durch ausschließlich männliche Bewerber vorsieht, man kann der Ausschreibung auch entnehmen, dass ein Bundesministerium und das Kultusministerium eines Landes planen, ein Forschungszentrum zu errichten, dessen Ziel darin besteht, Strategien zu entwickeln, um mehr Männer für eine Ausbildung zum Grundschullehrer zu gewinnen, um auf diese Weise die Qualität der Schülerausbildung an Grundschulen zu verbessern und die Dominanz weiblicher Grundschullehrer und die damit einhergehende wissenschaftlich zum Beispiel durch uns belegten Nachteile von Jungen zu beseitigen.

Nach inoffiziellen Angaben stehen für das Programm zunächst 150 Millionen Euro für die Förderung männlicher Grundschulpädagogen an Universitäten und die Errichtung des Forschungszentrums bereit, die aus dem Etat des Bundes und eines Landes stammen. Das Grundschullehrerförderprogramm ist auf die Dauer von fünf Jahren angelegt. Die Finanzierung des Forschungszentrums soll nach Ablauf von 10 Jahren weitgehend über eingeworbene Drittmittel erfolgen.

Die Bundesregierung sieht im Grundschullehrerförderungsprogramm ein Mittel, um dem Rückgang der Ausbildungsqualität an deutschen Grundschulen und dem Verschwinden männlicher Grundschullehrer ebenso wie den Nachteilen männlicher Schüler entgegen zu wirken.

Hier nun der Ausschreibungstext (Wir haben uns gegenüber unserem Informanten dazu verpflichtet, die sensitiven Teile der Ausschreibung unlesbar zu machen):

Grundschullehrerfoederungsprogramm

Arglistige Täuschung: Professorinnenprogramm update

Dass staatliche Verwaltungen und Bürokratien, wenn sie einmal am Laufen sind, laufen und nur mit erheblicher Mühe, wenn überhaupt, wieder zum Stillstand gebracht werden können, kann man als Zeitgeschichtler nicht nur an der Effizienz der Massenvernichtung im Dritten Reich studieren, man kann es an demokratischen Systemen, und nicht nur an dem, das die Alliierten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Deutschland verabreicht haben, ebenso untersuchen. Sind z.B. Gesetze erst einmal erlassen, hat sich die Bürokratie und die Nutznießer-Industrie von Gesetzen erst einmal in Bewegung gesetzt, dann ist es nahezu unmöglich, die dies ermöglichenden Gesetze zu streichen.

ProfessorrinnenprogrammDie Logik dahinter, kann man so beschreiben: Gesetze regeln nicht nur einen Gegenstandsbereich, sie schaffen Anrechte und Nutznießer. Anrechte können direkt entstehen, wenn einer bestimmten Gruppe ein Recht auf X gesetzlich eingeräumt wird. Sie können auch entstehen, wenn einem Berufsstand X, also z.B. Rechtsanwälten durch ein Gesetz ein lukratives Monopol auf den Schutz von Anrechten eröffnet wird. Die Grenze zwischen dem Genuss von Anrechten und dem Nutznießen an Gesetzen ist fließend: Wer will entscheiden, ob die Beamten, deren Stellen nur vorhanden sind, weil sie z.B. die Einhaltung von Gesetz X kontrollieren sollen oder ein Netzwerk betreuen, das die Vergabe von Mitteln, z.B. im Rahmen des Professorinnenprogramms steuert, zu den reinen Nutznießern gehören oder ob sie die “Beschützer” geschaffener Anrechte sind? In jedem Fall verbrauchen sie Ressourcen, kosten also Steuerzahler Geld.

Hinzu kommt, dass mit jedem Nutznießer, den ein Gesetz produziert, der Widerstand gegen eine Abschaffung des entsprechenden Gesetzes steigt. Auch hier ist die Logik einfach: Wenn 51% der Wahlberechtigten von einem Gesetz profitieren, das der Gesellschaft nicht nutzt, sondern schadet, dann wird das entsprechende Gesetz dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gestrichen werden, dazu ist die Anzahl der Nutznießer und die Angst der Parteien vor Wahlabstrafung zu groß.

Schließlich wirken noch psychologische Prozesse, die durch die Verteilung von Anrechten ausgelöst werden, denn die Empfänger von Anrechten denken nunmehr von sich, sie hätten ein Recht auf etwas und sehen sich z.B. nicht als Almosenempfänger, der gegen seine Paternalisierung etwas unternehmen muss. Die Verteilung politischer “Geschenke” durch Anrechte hat somit einen Trägheitseffekt bei den Empfängern, den zu überwinden, nur der Widerstand gegen z.B. die Abschaffung gesetzlich begründeter Almosensysteme in der Lage ist.

Gender3Was für Gesetze beschrieben wurde, gilt auch oder vielleicht noch viel mehr, für die nachfolgenden staatlichen Programme, die einzig dem Zweck dienen, einer bestimmten Klientel etwas zuzuschustern, seien es Subventionen, seinen es Steuererleichterungen, seien es direkte Zahlungen. Dies zeigt u.a. das Professorinnenprogramm, das einerseits, für die schlichten Gemüter, eine Möglichkeit bereitstellt, sich als guter Mensch zu fühlen, zeigt man doch mit seiner Zustimmung, dass man die vom Professorinnenprogramm avisierte angebliche Benachteiligung von Frauen nicht, die Verteilung politischer und vor allem finanzieller Gunst an weibliche Bewerber auf Professuren aber schon gutheißt. Dass das Professorinnenprogramm eine nicht vorhandene Diskriminierung von Frauen durch eine explizite Diskriminierung von Männern bekämpft, ist da nicht weiter interessant. Wie gesagt, wir haben es mit schlichten Gemütern zu tun, die auf affektive Reize reagieren: Man sagt Ihnen, sie sind gut, und schon wedeln sie mit dem Schwanz.

Andererseits ist das Professorinnenprogramm wie alle Maßnahmen der Frauenförderung ein reines Programm für Profiteure, Staatsfeminismus-Gewinnler, wenn man so will. Wir haben in der Vergangenheit schon zusammengestellt, wie sich das Heer der Kämpferinnen für die angebliche Gleichberechtigung von Frauen Mittel unter die Nägel reißt, und wir haben auch darauf hingewiesen, dass die schamlose Zweckentfremdung von Steuermitteln, durch die Lobbyverbände der feministischen Industrie nicht erst in den letzten Dekaden begonnen hat. Vielmehr reichen ihre Wurzeln bis in den Ersten Weltkrieg (dazu auch: Abrams, Philip, 1963: The Failure of Social Reform: 1918-1920. Past and Present 24 (1): 43-64).

Gender2Wie schwer es ist, Strukturen des Nutznießens zu beseitigen, die sich seit Jahrzehnten im Speckgürtel der entsprechenden Ministerien eingenistet haben, kann man sich lebhaft vorstellen, wenn man sich einen Moment lang einbildet, die Bundesregierung würde auch nur die Mittel, die für das Frauencafe XY bereitgestellt werden, streichen. … Deshalb kann man Gesetze und auf ihnen aufbauende Maßnahmen, die ein Heer von Günstlingen nach sich ziehen, nicht streichen. Deshalb durchlaufen Gesellschaften, wie dies Ibn Khaldun beschrieben hat, Lebenszyklen. Und wie ein Baum ab einer bestimmten Menge von Parasiten nicht mehr überleben kann, so sterben auch Gesellschaften ab, wenn die Anzahl der Nutznießer die Anzahl der produktiven Mitglieder einer Gesellschaft dauerhaft und erheblich übersteigt.

Damit sind wir wieder beim Professorinnenprogramm abgekommen..

Wir haben einige Wochen kein Update mehr zur Blacklist gemacht. Das heißt nicht, dass die Diskriminierung von Männern im Rahmen des Professorinnenprogramms aufgehört hätte. Wie auch? Die Mittel sind vorhanden, und die Profiteurinnen stehen Schlange. Nein, es heißt nur, dass wir nicht über die personellen Mittel verfügen, die Hochschulen, die Männer diskriminieren, akribisch aufzulisten.

Gender1Der letzte Beitrag, der die offene Diskriminierung dargestellt hat, die zwischenzeitlich die Phase der Täuschung männlicher Bewerber abgelöst hatte, hatte die Westsächsische Hochschule in Zwickau zum Gegenstand. Dort ist mittlerweile jede Form der Vorsicht oder der Mimikry gefallen und man sagt ganz offen, dass Männer als Bewerber nicht erwünscht sind, dass Professuren ausschließlich für weibliche Bewerber ausgeschrieben werden. Warum auch nicht? Im Dritten Reich war schließlich auch klar, dass Juden sich gar nicht erst auf öffentliche Positionen bewerben brauchen.

Im Gegensatz zur Westsächsischen Hochschule in Zwickau setzt die Medizinische Hochschule Hannover nicht auf offene Diskriminierung von Männern, sondern auf deren Täuschung. Entsprechend hat die Hochschule einen Ausschreibungstext designed, mit dem männliche Bewerber auf eine Universitätsprofessur funktionelle Genomik, eine Universitätsprofessur für Infektionsbiologie des Gentransfers und eine Universitätsprofessur für Psychosomatik mit Schwerpunkt Transplantationsmedizin und Onkologie an der Nase herum geführt werden sollen.

Die Ausschreibungen beginnen alle mit dem folgenden Satz:

MHH“Im Rahmen des Professorinnenprogramms II ist an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) folgende Position, vorbehaltlich der haushaltsrechtlichen Ermächtigung zur unbefristeten Stellenausschreibung, zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen:”

Das Professorinnenprogramm II dient der Förderung des Anteils weiblicher Professoren an Hochschulen. Aus dem Professorinnenprogramm II werden ausschließlich Professuren finanziert, die mit weiblichen Bewerbern besetzt werden. Folglich bedeutet der Eingangspassus der Ausschreibung der Medizinischen Hochschule Hannover, dass die ausgeschriebenen Stellen weiblichen Bewerbern vorbehalten sind, dass männliche Bewerber keine Chance haben, auf eine der ausgeschriebenen Stellen berufen zu werden, denn die Stellen gibt es nur auf Grudnlage einer Finanzierung aus dem Professorinnenprogramm II.

Trotz dieser Deutlichkeit, versucht die Medizinische Hochschule Hannover männliche Bewerber hinters Licht zu führen oder an der Nase herum zu führen, je nachdem und ihnen fälschlicherweise zu suggerieren, sie hätten eine Chance mit ihrer Bewerbung:

“Zu den Aufgaben der zukünftigen Stelleninhaberin/des Stelleninhabers gehört der Ausbau der Forschung und Patienenversorgung …”, so steht in der einen Ausschreibung, “Es wird erwartet. dass die Stelleninhaberin/der Stelleninhaber die bestehenden Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Hochschule verstärkt”, heißt es in der anderen. Die dritte Ausschreibung formuliert: “Zu den Aufgaben der zukünftigen Stelleninhaberin/des zukünftigen Stelleninhabers gehört die qualifizierte Vertretung dieses Faches …”

Es handelt sich bei den Ausschreibungen somit um eine gezielte Täuschung männlicher Bewerber und darüber hinaus eine Boshaftigkeit, die darauf abzielt, männliche Bewerber zu prellen, denn sie wenden Zeit und (finanzielle) Ressourcen auf, um sich auf drei Stellen zu bewerben, auf die berufen zu werden, sie keinerlei Aussicht haben.

Vor diesem Hintergrund rufen wir männliche Bewerber, deren Profil auf die ausgeschriebenen Stellen passt, dazu auf, sich zu bewerben und sich nach Abschluss des Verfahrens und Berufung eines weiblichen Bewerbers zum einen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu wenden, zum anderen die Medizinische Hochschule Hannover auf Schadensersatz zu verklagen, denn der Ausschreibungstext erfüllt unseren Erachtens alle Kriterien einer arglistigen Täuschung.

Petition zur Förderung von Jungen

Wir wollen an dieser Stelle auf eine Petition aufmerksam machen, die von Dr. Bruno Köhler, Dr. Alexander Ulfig und Kevin Fuchs auf den Weg gebracht wurde, und die die “Förderung von Jungen” mit dem Begreifen des “Potential[s] von Jungen” kombiniert.

Die Petitionssteller kritisieren:

Petition“dass … die Bundesregierung Jungen weitaus weniger Unterstützung und Hilfe angedeihen lässt als Mädchen. Das ist nicht gerechtfertigt, da Jungen heute die schlechtere Bildungsbeteiligung und das schlechtere Bildungsniveau aufzeigen. Jungen weisen in allen Bundesländern um 40 bis 65% höhere Quoten bei Kindern ohne Schulabschluss auf als Mädchen. In allen Bundesländern erreichen Jungen seltener (15 – 30% seltener) die Allgemeine Hochschulreife als Mädchen. Jungen haben im Schnitt schlechtere Noten als Mädchen.”

Vor diesem Hintergrund fordern sie, dass Gleichstellungspolitik auf Jungen erweitert wird, weiter fordern sie u.a. eine gezielte Förderung der Lesekompetenz von Jungen, die Einbeziehung von “im MINT-Bereich förderungsbedürftigen Jungen in die bisher ausschließlich Mädchen vorbehaltene MINT-Förderung”, eine wirksame Bekämpfung des jungenfeindlichen Grundtenors der politischen Verantwortlichen im Bundestag. Boys-Day Plätze, z.B. “auf erzieherische, medizinische oder soziale Berufsbereiche”, den Abbau der Diskriminierung von Jungen beim Bezug von Bafoeg und beim Zugang zu Reha-Maßnahmen für behinderte Jungen.

ScienceFiles-Leser, die diese Petition unterstützen wollen, können das hier tun.

Wir finden die Petition, die Dr. Bruno Köhler, Dr. Alexander Ulfig und Kevin Fuchs auf den Weg gebracht haben, wichtig, denn sie versucht, das Ungleichgewicht, das sich aufgrund einer jahrzehntelangen Förderung von Mädchen ergeben hat, gerade zu rücken. Deshalb unterstützen wir diese Petition prinzipiell.

Allerdings sind wir der Ansicht, dass der Weg, den die Petition wählt, um dieses Ungleichgewicht gerade zu rücken, nicht effizient ist. Das wollen wir entlang zweier Aussagen begründen:

  • Das große Gewicht, das die Petition auf die Lesekompetenz von Jungen legt, lenkt von den eigentlichen Problemen ab.
  • Die Ausweitung staatlicher Förderung von Mädchen auf, wie gefordert, nunmehr auch Jungen ist nicht geeignet, die Nachteile von Jungen zu beseitigen.

Wie man anhand einer Reihe von Beiträgen auf ScienceFiles nachlesen kann (die Beiträge sind am Ende dieses Posts zusammengestellt), denen man auch die entsprechende Forschung entnehmen kann, sind wir nach Jahrzehnten der Mädchenförderung in deutschen Kindergärten und Schulen bei einer Situation angekommen, die sich wie folgt darstellt (alle Angaben beziehen sich auf den jeweiligen Durchschnitt):

  • Rettet SoehneJungen werden häufiger von der Einschulung zurückgestellt als Mädchen.
  • Jungen werden häufiger auf Sonderschulen überwiesen als Mädchen.
  • Jungen bleiben häufiger sitzen als Mädchen.
  • Jungen erhalten schlechtere Grundschulempfehlungen als Mädchen.
  • Jungen bleiben häufiger ohne einen Schulabschluss als Mädchen.
  • Jungen machen häufiger einen Hauptschulabschluss und erreichen seltener ein Abitur als Mädchen.
  • Jungen sind unter den Studienanfängern mittlerweile seltener als Mädchen.

Diese Befunde stehen fest, und es handelt sich bei jedem dieser Befunde um ein gravierenderes Problem als es der Rückstand von Jungen in der Lesekompetenz darstellt, der in PISA-Studien festgestellt wird.

Zu diesen Befunden kommen die folgenden Forschungsergebnisse:

  • Jungen erhalten bei gleicher Leistung schlechtere Noten als Mädchen;
  • Jungen erhalten bei gleicher Leistung schlechtere Grundschulempfehlungen als Mädchen;
  • Jungen schneiden mit einem steigenden Anteil von weiblichen Grundschullehrerinnen immer schlechter ab;

Entsprechend kann man es als gesicherten Befund ansehen, dass Jungen im deutschen Bildungssystem und als direkte Folge der Mädchenförderung benachteiligt werden. Ob dies absichtlich oder unabsichtlich geschieht, ist nebensächlich. Tatsache ist, dass der Fokus auf der Mädchenförderung dazu geführt hat, dass Jungen häufig auf der Strecke bleiben.

Schluss MädchenförderungWir halten es vor diesem Hintergrund für wenig sinnvoll, nun eine Jungenförderung zu fordern, denn die logische Konsequenz aus den dargestellten Forschungsergebnissen lautet: Sofortige und komplette Abschaffung der Mädchenförderung!

Weder gibt es eine Notwendigkeit der Mädchenförderung, denn Mädchen haben keinerlei Nachteile im Bildungssystem gegenüber Jungen. Im Gegenteil: Sie haben Vorteile. Noch gibt es eine Notwendigkeit zur Jungenförderung, wenn die Bevorteilung von Mädchen beendet wird.

Nun ist nichts so dauerhaft wie administrative Strukturen: Mit Mädchenförderung verdient ein Wust von Nutznießern seinen Unterhalt. Die entsprechende Lobby wird also alles daran setzen, die Abschaffung der Mädchenförderung und damit den Entzug der Näpfe, an denen sie sitzen, zu verhindern. Entsprechend scheint es eine pragmatische Schlussfolgerung zu sein, die durch Mädchenförderung entstehende Benachteiligung von Jungen nunmehr durch eine Jungenförderung zu ergänzen bzw. zu versuchen, sie durch Jungenförderung zu kompensieren.

Dies wird dazu führen, dass es nunmehr nicht nur Nutznießer der Mädchenförderung gibt, sondern auch Nutznießer der Jungenförderung, dass die Töpfe, aus denen sich beide nähren, vervielfacht werden, und zwar auf Kosten der Steuerzahler und dass man über kurz oder lang feststellen wird, dass nunmehr eine Benachteiligung von, vielleicht weiblichen Kindern homosexueller Eltern eingetreten ist, die eine entsprechende Förderung erforderlich macht.

Wie Parkinson in seinem Gesetz beschrieben hat, ist Administration ein sich selbst verstärkender und sich selbst erhaltender Prozess und das logische Ergebnis davon ist mehr Verwaltung, nicht mehr Effizienz.

Weiterführende ScienceFiles-Beiträge:

Explosive Patronin – Niedersachsens Ministerium für Wissenschaft und Kultur auf Abwegen?

Kennen Sie Maria Goeppert Mayer?

Kennen Sie das Maria Goeppert Mayer Programm des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur in Niedersachsen?

Das Programm ist eines von vielen Günstlingsprogrammen, mit denen die “strukturelle Verankerung der Genderforschung” an Hochschulen gefördert wird: “Das Programm ermöglicht die Berufungen auf W3-, W2- oder W1-Professuren an Universitäten, künstlerischen Hochschulen und Fachhochschulen”.

NSA_WissKulturMit anderen Worten: Das Maria Goeppert Mayer Programm ist ein weiteres Programm, mit dem Männer an Universitäten diskriminiert bzw. Frauen bevorteilt werden. Es ergänzt Programme wie das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder, das ebenfalls dem Ziel gewidmet ist, Männer zu diskrimieren und Frauen zu bevorteilen. Doch während das Professorinnenprogramm zumindest in der Zielsetzung alle wissenschaftlichen Fachbereiche abdecken will, ist das Maria Goeppert Mayer Programm des Landes Niedersachsen ausschließlich der Unterwanderung von Universitäten durch Genderismus gewidmet.

Gefördert werden Professuren, die im Bereich der Genderforschung angesiedelt sind. Eine vergleichbare Einflussnahme staatlicher Akteure auf die Inhalte, die an Universitäten bereitgestellt werden, hat es nur in der Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten sowie im Dritten Reich gegeben. Die Einrichtung von Genderlehrstühlen, die sich allesamt durch keinerlei theoretische Grundlage auszeichnen und, wie Dr. habil. Heike Diefenbach ausführlich dargelegt hat, keinerlei Erkenntnisgewinn bereitsstellen und entsprechend an Universitäten, sofern an denselben neues Wissen gewonnen werden soll, nichts zu suchen haben, diese Einrichtung von Genderlehrstühlen dient einzig und allein der Infiltrierung von Hochschulen, einer Art kalter Gleichschaltung von Hochschulen über die Politkommissarinnen der Genderlehrstühle und die Gleichstellungs-ZKs.

Diese Infiltrierung lassen sich die Länder und der Bund einige Steuergelder kosten. So werden im Rahmen des Professorinnenprogramms rund 300 Millionen Euro in die Diskriminierung von Männern investiert, im Rahmen des Maria Goeppert Mayer Programms hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur in den Haushaltsjahren 2012 und 2013 400.000 Euro bereitgestellt (Haushaltsplan, Einzelplan 06, S.121), im Haushaltsjahr 2014 sind bereits 637.000 Euro für die Unterwanderung von Universitäten vorgesehen (Haushaltsplan, Einzelplan 06, S.109).

Steuergelder von bislang mehr als einer Million Euro, zu denen noch mindestens 250.000 Euro aus den Etats der beteiligten Hochschulen kommen, hat das Ministerium für Wissenschaft und Kultur zur Förderung von

  • Geschlechterforschung in der Politikwissenschaft an der Georg-August Universität in Göttingen (Prof. Dr. Amy C. Alexander);
  • Gender, Technik und Mobilität an der Technischen Universität Braunschweig (Prof. Dr. Corinna Bath);
  • Transkulturalität und Gender an der Universität Vechta (Prof. Dr. Christine Hunner-Kreisel);
  • Gender und Raum an der Universität Hannover (Prof. Dr. Tanja Mölders);
  • Empirische Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Genderforschung an der Leuphana Universität Lüneburg (Prof. Dr. Birgit Althaus);

verschwendet. Alles im Namen von Maria Goeppert-Mayer.

Wer ist diese Maria Goeppert-Mayer?

Das Ministerium weiß Folgendes dazu zu sagen:

“Das Programm ist zu Ehren der aus Göttingen stammenden Physik-Nobelpreisträgerin Maria Goeppert Mayer (1906-1972) benannt. Sie studierte Mathematik und Physik an der Universität Göttingen und promovierte bei Max Born. Anfang der 1930er Jahre siedelte sie mit ihrem Mann, dem Chemiker Joe Mayer, in die USA über. 1963 wurde ihr der Nobelpreis für ihre herausragende Arbeit in der theoretischen Physik zu Kernkonfigurationen nach dem Spin-Bahn-Kopplungsmodell verliehen. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit unterstützte Maria Goeppert Mayer jüdische Kolleginnen und Kollegen, die in die USA emigrierten. Sie setzte sich für eine friedliche Nutzung der Kernenergie ein und ermutigte junge Frauen, sich den Naturwissenschaften zuzuwenden.”

apslogoAuf den ersten Blick scheint die Nobelpreisträgerin Goeppert Mayer, die übrigens aus Kattowitz und nicht aus Göttingen stammt, nicht unbedingt diejenige zu sein, die mit der Verwendung ihres Names im Rahmen eines Programms, mit dem Männer diskriminiert und Frauen bevorteilt werden, einverstanden wäre – schon weil sich keinerlei Indizien dafür finden lassen, dass sie “junge Frauen” dazu ermutigt hat, “sich den Naturwissenschaften zuzuwenden”. Vielmehr hat die American Physical Society im Jahre 1985 einen “Maria Goeppert Mayer Award” zur Anerkennung herausragender Leistungen junger Physikerinnen eingerichtet, um Maria Goeppert Mayer zu ehren, die zu diesem Zeitpunkt bereits 13 Jahre tot war.

Aber wenn es darum geht, die Einrichtung von Programmen, die einzig dazu dienen, Männer zu diskriminieren und Frauen zu bevorteilen, zu legitimieren, was sind dann solche kleinen Fehler? Schließlich heiligt der Zwecke doch die Mittel – oder? Angesichts der heiligen Aufgabe, Frauen zu bevorteilen, ist es auch in Ordnung, den Namen von Nobelpreisträgerinnen in der Weise zu missbrauchen, wie dies das Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Niedersachsen tut.

Aber, Physikerinnen ist nicht zu trauen. Sie schlagen auch Posthum zurück. Maria Goeppert Mayer über ihre Biographie. In der “ausführlichen” Biographie, auf die das Ministerium verlinkt und von der die Ministerialen wohl ihr Wissen über Maria Goeppert Mayer bezogen haben und ihre Zuversicht, die Physikerin eben einmal für die eigenen Zwecke missbrauchen zu können, fehlt nämlich ein entscheidender Teil aus dem Leben von Maria Goeppert Mayer.

Die angeblich ausführliche Biographie enthält folgende Passage:

Manhatten_mayer_31868“… between 1941 and 1945, … she worked mainly at the S. A. M. Laboratory, on the separation of isotopes of uranium, with Harold Urey as director. Urey usually assigned her not to the main line of research of the laboratory, but to side issues, for instance, to the investigation of the possibility of separating isotopes by photochemical reactions. This was nice, clean physics although it did not help in the separation of isotopes.”

Maria Goeppert Mayer hat sich also mit radioaktiven Zerfallsprodukten und deren thermischen Eigenschaften beschäftigt und Harold Urey war ihr Direktor. Befreundet war Maria Goeppert Mayer in dieser Zeit u.a. mit Edward Teller und Teller und Urey in dieser Mischung, ergänzt durch Stanislaw Ulam hat einen vertrauten Klang nicht nur für Kernphysiker, handelt es sich doch um einen Teil der wissenschaftlichen Prominenz, die am Manhattan-Project der USA und somit am Bau der ersten Atombombe beteiligt war.

Die Kombination Ulam und Teller führt über die erste Atombombe hinaus und direkt zu dem, was Edward Teller gerne die Superbombe genannt hat: Die erste thermo-nukleare oder Wasserstoff-Bombe auch H-Bombe genannt, eine Bombe mit einer Explosionskraft, die die Atombombe weit in den Schatten stellt.

Maria Goeppert Mayer war nun nicht nur mit Urey und Teller bekannt, nein die side issues, die nice clean physics, die so seltsam formuliert in der Biographie von Maria Goeppert Mayer auftauchen, wurden von ihr im Rahmen des Manhatten Projects ausgeführt. Maria Goeppert Mayer war nämlich der bekannteste weibliche Wissenschaftler, der am Bau der Atom- und H-Bombe beteiligt war:

“The most famous woman who worked on the Manhattan Project was Maria Goeppert Mayer, who later won the Nobel Prize in physics for her work in developing the theory of nuclear shell structure. During World War II, she was involved initially in theoretical studies of the thermodynamic properties of the uranium hexafluoride gas that would be used in the gaseous diffusion process for conducting isotopic enrichment of uranium by separating U-235 from U-238. She also investigated the possibility of using photochemical reactions for isotope separation. Later she worked at Los Alamos on energy release in nuclear explosions.”

Nice clean physics eben!

Es hat schon eine gewisse Ironie, dass Maria Goeppert Mayer heute zur Schutzpatronin der Genderforschung auserkohren worden ist, quasi als Sprengmeister der phantasierten patriarchalischen Strukturen an Universitäten.

morons2Wir vermuten allerdings, dass den Ministerialen in Niedersachsen gar nicht bekannt ist, dass Maria Goeppert Mayer am Manhatten Project beteiligt war, die “most famous woman” des Projects. Da sich Genderisten immer darüber beklagen, dass die Leistungen von Frauen nicht anerkannt werden, werden wir die Ministerialen in Hannover zu einer Stellungnahme zum Beitrag von Maria Goeppert Mayer im Manhatten Project bitten. Und natürlich werden wir die Günstlinge des Programms um eine Stellungnahme bitten. Wir sind schon gespannt zu erfahren, ob die Finanzierung aus den Steuermitteln des Maria Goeppert Programms neben dem Einstreichen der Mittel auch mit einem Bewusstsein und einer Verantwortung für das Vermächtnis von Maria Goeppert Mayer einhergeht. Und vor allem sind wir gespannt, wie die Programm-Günstlinge das Werk von und das Andenken an Maria Goeppert Mayer in ihren Vorlesungen zu Genderthemen würdigen – vielleicht als role model für nachwachsende Forscherinnengenerationen?

Alles weitere demnächst auf ScienceFiles.

Textconsulting

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Das nächste Pay Gap ist in Vorbereitung: Das Homo-Pay Gap

Da hat man schon das berühmte Montagsmorgengefühl und dann das: Nicht nur, dass in unserer Mailbox eine Nachricht wartet, mit der uns dieses Mal ein Bekannter aus Bayern beglückt hat, nein, man stolpert auch über einen neuen, der eigenen Behauptung nach: wissenschaftlichen Text, der den “Effect of Sexual Orientation on Job Satisfaction” untersucht.

Am liebsten würde man wieder ins Bett gehen, die Decke über den Kopf ziehen und darauf warten, dass dieser Wahnsinn, dem derzeit in manchen Kreisen gehuldigt wird, vorbei geht. Leider geht er nicht vorbei, auch wenn man sich die Decke noch so lang über den Kopf zieht. Ein Phänomen, das einfach zu beschreiben ist: Wer Wahnsinn huldigt dessen Intelligenz muss gelitten haben, sofern sie jemals intakt war, und wenn die Intelligenz gelitten hat, dann fehlt die Fähigkeit zur Einsicht, dass man wahnsinnig ist.

Bildung fuer BerlinAlso weisen wir an dieser Stelle zunächst auf Berliner Wahnsinn in Form der Broschüre: “Bildung für Berlin” hin, um dann zu ergänzen, dass man in Berlin unter Bildung im Wesentlichen die Indoktrination von Schülern mit dem Fetisch sexueller Orientierungen, also dem derzeitig herrschenden Wahnsinn unter denen, die sich für besonders aufgeschlossen halten, versteht:

“Da es nicht möglich ist, homosexuellenfeindliche Einstellungen durch ein kurzes „Darüber-Sprechen“ zu ändern, darf der Arbeitsbogen nur eingesetzt werden, wenn er in eine längere Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität eingebunden ist und weitere Methoden, z. B. aus dieser Handreichung, eingesetzt werden” (Hinweis auf Seite 56)

Und damit die Indoktrination auch Spass macht, sollen Schüler über die These diskutieren: “Es gibt Schwule und Lesben, weil sonst niemand Zeit für Kunst und Wissenschaft hätte” (30) und sich mit dem Stadtmagazin “Siegessäule” auseinandersetzen (34), das umsonst und voller Werbung in Berlin ausgelegt wird. Wenn man bedenkt, welche Schwierigkeiten Linke sonst damit haben, wenn ein Unternehmen in die Nähe einer Schule kommt, ist die Nonchalance, mit der hier product placement betrieben wird, zumindest interessant. Wer nicht gewusst hat, dass Wissenschaftler mehrheitlich homosexuell sind: Wieder was gelernt. Das wahnsinnige Umschreiben der Geschichte ist in vollem Gange.

In vollem Gange ist auch das Nutznießer-Spiel, das auf Ungleichheiten basiert, von denen behauptet wird, sie seien Ergebnis einer Benachteiligung. Wie das erfundene Gender Pay Gap zeigt, lässt sich mit dem öffentlichen Ausleben von Phantasien durchaus Geld verdienen und so wundert es nicht, dass schon das nächste Gap in Vorbereitung ist. Dem derzeitigen Hype entsprechend ist es ein Homo-Gap: Homsexuelle sind nämlich in geringerem Ausmaß mit ihrer Arbeit zufrieden und werden schlechter bezahlt.

DrydakisIIDieses herausragende Ergebnis verdanken wir Nick Drydakis, der schon das herausragende Ergebnis produziert hat, dass die Häufigkeit von Geschlechtsverkehr die Höhe des Verdiensts beeinflusst, und zwar nicht nur im Rotlicht-Milieu.

Dieser Nick Drydakis hat wieder eine Studie publiziert, das Forschungsinstitut für die Zukunft der Arbeit in Bonn (IZA) hat die Studie in seiner Working Paper Reihe veröffentlicht, einer Reihe, die immer mehr zum Panoptikum verkommt, und wir haben uns diesen neuerlichen Drydakis zugemutet.

Zunächst mit der Frage: Wie kommt man auf die Idee, sexuelle Orientierung stünde in einem Zusammenhang mit Arbeitszufriedenheit und Verdienst?

So:

In früheren Studien hat, wer wohl, ja: Nick Drydakis herausgefunden bzw. will er herausgefunden haben, dass Homosexuelle schlechteren Zugang zum Arbeitsmarkt haben und geringere Gehälter beziehen als nicht-Homosexuelle. Und weil angenommen werden kann (warum auch immer), dass Diskriminierung die Arbeitszufriedenheit reduziert und Homosexuelle natürlich diskriminiert werden (das setzen wir einfach), folgt daraus für Drydakis, dass Homosexuelle eine geringere Arbeitszufriedenheit berichten als Heterosexuelle.

Das muss man einfach einmal so hinnehmen.

Und dann gibt es Studien, die berichten, dass Homosexuelle zufriedener mit ihrer Arbeit sind, wenn sie sich vor ihren Arbeitskollegen ge-outet haben. Ob die Arbeitskollegen anschließend zufriedener oder nicht zufriedener mit ihrer Arbeit sind, hat niemand untersucht. Jedenfalls resultiert daraus die Hypothese, dass Homosexuelle, die sich vor ihren Kollegen geoutet haben, zufriedener mit ihrer Arbeit sind.

Mehr Hypothesen gibt es nicht.

Die linearen Probit-Modelle, die Drydakis dann mit ordinalen abhängigen Variablen rechnet, lassen wir einmal unkommentiert. Gehen wir lieber gleich zu den Ergebnissen.

Was kommt heraus aus den Telefoninterviews mit 12.111 griechischen Befragten, darunter 304 homosexuelle Männer (2,5%) und 236 homosexuelle Frauen (1,9%)?

  • Homosexuelle sind weniger zufrieden mit ihrer Arbeit als Heterosexuelle.
  • Homosexuelle, die sich geoutet haben, sind mit ihrer Arbeit zufriedener als Homosexuelle, die sich nicht geoutet haben.
  • Homosexuelle erhalten einen geringeren Lohn als Heterosexuelle (= Homo Pay Gap).

knoweldge gapMan beachte, dass das Homo Pay Gap hier einfach auftaucht, dass es in den Hypothesen keinerlei Vorbereitung findet. Ein näherer Blick (jetzt doch) auf die Daten zeigt die bekannte Drydakis-Regression, bei der sich für Männer Homosexualität (negativ), Bisexualität (negativ), Alter (positiv), Alter quadriert (positiv), Ehestand verheiratet (positiv), Anzahl der Kinder (positiv), Einwanderer (negativ), Universitätsabschluss (positiv), Arbeitserfahrung (positiv) Fahrerlaubnis (positiv), grundlegende Computerkenntnisse (positiv) auf das Verdienst auswirken.

Es gibt noch etliche andere Variablen im Modell, aber die wollen wir einfach einmal unberücksichtigt lassen, denn die Tatsache, dass nicht homosexuelle, nicht bisexuelle, eher ältere Männer, die verheiratet und nicht zugewandert sind, die Kinder haben und einen Universitätsabschluss, die über eine Fahrerlaubnis, Arbeitserfahrung und Computerkenntnisse verfügen besser bezahlt werden, als z.B. Homosexuelle, nicht Bisexuelle, die eher jünger und zugewandert sind, die keinen Hochschulabschluss haben und keine grundlegenden Computerkenntnisse, keine Fahrerlaubnis und eher keine Arbeitserfahrung und keine Kinder haben und auch nicht verheiratet sind, spricht eigentlich für sich.

Was sagt uns dieser lineare Zusammenhang? Dass sich Bildung lohnt und Einkommen das Ergebnis vieler Variablen ist. Das sagt er uns. Was sagt er Drydakis: Dass Homosexuelle schlechter bezahlt werden als Heterosexuelle. Man sollte den Mann einfach nicht mehr in die Nähe eines Computers lassen und ihm das Nutzen statistischer Programme so lange untersagen, bis er nachgewiesen hat, dass er nicht nur die Tastenkombination kennt, die zur Regression führt, sondern auch das mathematische Verfahren, das einer Regression zu Grunde liegt.

Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, so fällt uns auch noch die Unzahl von Forschern ein, die sich mit den Fragen von Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit befasst haben. Die Motivation Hygiene Theory von Herzberg, die Equity Theory von Adams, die Job Characteristics Theory von Hackman und Oldham, die Expectancy Theory von Lawler. Sie alle haben viele Faktoren zusammengetragen (und theoretisch argumentiert), die die Arbeitszufriedenheit und die Arbeitsmotivation beeinflussen, die Ausstattung des Arbeitsplatzes, die Bezahlung, die Art und der Umfang der Arbeit, die mit der Arbeit verbundenen Kompetenzen, die Signifikanz der Arbeit, die Autonomie bei der Arbeit, das Verhältnis zu Vorgesetzen und viele andere mehr (Man sollte Drydakis nicht nur den Zugang zu Computern und Statistikprogrammen verbieten, man sollte ihn auch mindestens einen Monat in eine Bibliothek einsperren!).

Nur eine Variable sucht man, wenn es um Arbeitszufriedenheit geht, umsonst: die sexuelle Orientierung. Aber nun haben wir ja Herrn Drydakis, der auf einem entsprechenden Feldzug zu sein scheint, ein Feldzug, der bislang allerdings noch keinerlei Antwort auf die Fragen gebracht hat, woran man Homosexuelle erkennt, was ja notwendig ist, um sie schlechter bezahlen zu können oder warum man Homosexuelle, die man kennt, schlechter bezahlen sollte? Der lapidare Verweis auf Diskriminierung nutzt hier ebenso wenig weiter, wie beim Gender Pay Gap. In beiden Fällen, weder beim Homo Pay Gap noch beim Gender Pay Gap wurde bislang auch nur ein Betroffener aufgefunden, der dieselbe oder doch zumindest eine vergleichbare Arbeit erledigt, wie ein “nicht-Betroffener” und dafür ein geringeres Gehalt erhält.

Aber wenn es darum geht, der eigenen Phantasien Flügel zu verleihen und Wahnsinn zu Verdienstzwecken und zu Zwecken des Nutznießens auszuleben, dann sind derartig empirische Einsprüche vernachlässigenswert. Wen interessiert schon die Realität, wenn in der Ferne der von Steuerzahlern gefüllte Finanzierungstopf winkt?

An der Hochschule Zwickau sind Männer nicht erwünscht

Eine relativ lange, ja erstaunlich lange Zeit haben Hochschulen, Kultusministerien und das Ministerium für Bildung und Forschung versucht, den Anschein aufrechtzuerhalten. Den Anschein kann man wie folgt zusammenfassen: Das Professorinnenprogramm ist ein Programm, das weibliche Bewerber bei gleicher Eignung bevorteilt und dessen Ziel darin besteht, Universitäten einen Anreiz zur Berufung weiblicher Bewerber zu bieten, immer vorausgesetzt, sie haben eine gleiche oder bessere Qualifikation als konkurrierende männliche Bewerber.

ProfessorrinnenprogrammWir haben bereits in der Vergangenheit und in einer Reihe von Posts auf die Diskriminierung von Männern durch das Professorinnenprogramm hingewiesen, die bereits in der Vergangenheit immer offener betrieben wurde. Wobei sich vergangene Diskriminierungen dadurch ausgezeichnet haben, dass der oben dargestellte Anschein gewahrt und männliche Bewerber entsprechend getäuscht wurden. Nachdem die Universität Freiburg in Sachen offener Diskriminierung von männlichen Bewerbern den Vorreiter gemacht hat, gehen nun offensichtlich auch andere Hochschulen dazu über, alle Tarnung fallen zu lassen und den Zweck des Professorinnenprogramms, der in der aktiven und gezielten Diskriminierung von Männern besteht, deutlich zu machen.

So macht die Westsächsiches Hochschule Zwickau, auf die uns ein Leser hingewiesen hat, in der Ausschreibung einer Professur für “Wirtschaftsmathematik, Operations Research (W2, Vollzeit, Kenn-Nr. Zw WW 181 PP) ganz deutlich, dass männliche Bewerber nicht erwünscht sind:

“Die Professur wird finanziert aus dem Professorinnenprogramm II des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen. Die Stellenbesetzung erfolgt unter dem Vorbehalt der Finanzierungszusage”.

Um die Offenheit, mit der die Diskriminierung von Männern an deutschen Hochschulen zwischenzeitlich betrieben wird, richtig würdigen zu können, ist es zunächst sinnvoll, sich die Art und Weise anzusehen, in der die Stelle in der ZEIT ausgeschrieben ist:

WHZUniversity of Applied Sciences

WHZ – Wissen hat Zukunft

Die Fakultät Wirtschaftswissenschaften sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine
Professorin für Wirtschaftsmathematik, Operations Research, W2

Die Professur wird finanziert aus dem Professorinnenprogramm II des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen. Die Stellenbesetzung erfolgt unter dem Vorbehalt der Finanzierungszusage.

Kenn-Nr.: Zw WW 181 PP
Detailliertere Informationen unter

http://www.fh-zwickau.de/index.php?id=stellen

Wem dies noch nicht genügt, um die wahre Intention hinter dem Professorinnenprogramm zu sehen, dem kann mit der folgenden Passage aus der Ausschreibung der Westsächsischen Hochschule Zwickau nachgeholfen werden:

“Die künftige Stelleninhaberin soll über ausgewiesene wissenschaftliche und pädagogische Kompetenzen, Lehr- und Forschungserfahrungen an Hochschulen sowie über praktische Berufserfahrungen (…) auf dem Berufungsgebiet verfügen.”

Mit anderen Worten: Männliche Bewerber sind nicht erwünscht an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau.

Es gab schon einmal eine Zeit, als Stellen an Hochschulen für Träger bestimmter Merkmale nicht erreichbar waren. Offensichtlich wiederholt sich Geschichte doch.

Dass die Westsächsische Hochschule Zwickau in der Rangfolge der Institutionen, die ganz tief vor politischem Druck aus Ministerien kriechen, weit vorne ist, zeigen auch die folgenden Passagen aus dem Ausschreibungstext:

WHZ Zwickau“Entsprechend unserer Zertifizierung als ‘Familiengerechte Hochschule’ erwarten wir von allen Hochschulmitgliedern, dass sie an der Umsetzung dieses Konzeptes mitwirken.”

Studierwillige, Studenten, Bewerber auf Positionen bei der Westsächsischen Hochschule Zwickau und Positionsinhaber an der Westsächsischen Hochschule seien gewarnt: Es herrscht Fortpflanzungszwang an der Hochschule Zwickau. Anders kann man die verpflichtende Mitwirkung an der Umsetzung der “familiengerechten Hochschule” wohl kaum interpretieren.

Und natürlich darf auch die folgende Floskel nicht fehlen:

“Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt.”

Die Westsächsische Hochschule Zwickau stellt also ein: weibliche Bewerber, besser noch schwerbehinderte weibliche Bewerber.

Diese Offene Diskriminierung von Männern ist ein weiterer Schritt im Rahmen eines Radikalisierungsprozesses, den man seit einigen Jahren mit Blick auf Genderisten beobachten kann:

  • Zunächst haben sie behauptet, sie wollten Frauen nur fördern.
  • Dann haben sie behauptet, sie würden für die Gleichstellung von Frauen kämpfen.
  • Dann wurde die Gleichstellung zur gesetzlichen Pflicht. Dabei ist Gleichstellung von einer Frage der Chancengleichheit in eine Frage der Ergebnisgleichheit umgewandelt worden.
  • Der neue Schwerpunkt auf Ergebnisgleichheit wurde genutzt, um Programme aufzulegen, die Frauen bevorzugen, allerdings, so wurde beteuert, nur dann, wenn kein besserer männlicher Bewerber vorhanden ist.
  • Nunmehr sind wir bei offener Bevorteilung von Frauen und offener Diskriminierung von Männern angekommen und man fragt sich, was als nächstes kommt: ein offizielles Bewerbungsverbot für Männer (wobei der Ausschluss von männlichen Bewerbern ja bereits ein faktisches Bewerbungsverbot ist.)?

Was auch immer der nächste Schritt im Rahmen dieses Radikalisierungsprozesses sein mag, wer sich unter diesen Umständen als männlicher und als ernsthafter weiblicher Bewerber noch an Universitäten bewirbt, die offen gezeigt haben, dass sie Menschenrechte nicht achten, dem ist nicht mehr zu helfen.

Man kann schon jetzt vorhersagen, dass Historiker in der Zukunft auf das 21. Jahrhundert alles eines der dunkelsten Zeitalter der bekannten Menschheitsgeschichte zurückblicken werden, ein Zeitalter, in dem man offene Diskriminierung männlicher Bewerber betreiben konnte, angeblich um damit eine im übrigen nicht vorhandene Diskriminierung weiblicher Bewerber zu beseitigen.

Man kann den Unsinn gar nicht so schnell verarbeiten, wie er auf einen einprasselt

Unser Mailbox quillt derzeit über von Verweisen auf Unsinn, der an Universitäten betrieben wird. Wir können gar nicht alles abarbeiten, was sich derzeit ansammelt. Weil wir langsam Genickstarre vom Kopfschütteln bekommen, wäre es nett, wenn wir auch ab und zu Hinweise auf gute wissenschaftliche Studien erhalten würden (Ja, wir wissen, das ist nicht einfach. Aber es gibt sie doch!).

Wie dem auch sei, drei besonders frappante Beiträge aus der bunten Welt wissenschaftlichen Unsinns, wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten und zumuten. Beginnen wir doch mit dem hier:

HU-BerlinWas wir* und dixs Studierxs kritisieren, ist zum Beispiel die Re_produktion von problematischen Wörtern wie zwei Be_griffe die mit “W” und “S” beginnen, wir* aber nicht re_produzieren wollen, da diese kolonialrassistisch und somit diskriminierend für Schwarze und People of Color und gleichzeitig privilegierend für weiße Menschen sind. Sowohl Kant und Humboldt, als auch Rousseau benutzten diese Worte häufig und auch der Professor benutzte diese in der Vorlesung. Auf den Hinweis des rassistischen Hintergrunds dieser W_orte antwortete dieser mit Bagatellisierung und Verneinung des Sachverhalts.

Ein weiteres Beispiel ist das unkritische Re_produzieren von stereotypen Geschlechterbildern und “gesunden Körpern”- hier wurden die Autoren nicht innerhalb des problematischen historischen Kontextes betrachtet, sondern aus diesem herausgelöst. Diese Vorgehensweise führt unweigerlich zu dem problematischen Kontext der heutigen Gesellschaft.”

Diesen unlesbaren Unsinn, den Leute geschrieben zu haben scheinen, für die die deutsche Sprache nicht Muttersprache ist, und den wirklich niemand, der bei normalem Verstand ist, verstehen kann, hat uns jemand kommentarlos und anononym in die Mailbox geknallt. Wir können zwar verstehen, dass man, wenn man einen derartigen Unsinn gelesen hat, benommen ist, aber für eine Anrede sollte es dennoch reichen.

Wie dem auch sei, wir können aus der Ansammlung von Worten, durch spracharchäologische Anstrengungen rekonstruieren, dass es Begriffe gibt, die mit “W” und “S” beginnen, die so furchtbar sind, dass sie von denen, die den oben zitierten Unsinn zusammengeschrieben haben, nicht wiederholt werden, weil sie nämlich “kolonialrassistisch” und somit diskriminierend für “Schwarze und People of Color” sind (also offensichtlich kann man das “S”-Wort doch schreiben…).

Dieser triefende Paternalismus selbsternannter Schutzengel der Schwarzen und aller sonstigen “People of Color” ist an Geschmacklosigkeit nicht mehr zu überbieten. Mehr haben wir dazu nicht zu schreiben. Nunmehr erteilenwir Puff Daddy and the Notorius B.I.G. das Wort:

[...]

Da gibt es also an der Humbold-Universität Berlin, von der dieser Unsinn stammt, Gören, die denken, sie müssten Schwarze vor Kolonialrassismus schützen. Man glaubt es nicht.

Und weiter im Text und mit einem Verweis auf ein Blog mit dem Namen “Ernstfall.org”. Und siehe da, die Humbold Universität beschäftigt derzeit nicht nur uns, nein, die Berliner Unsinnsfabrik liefert derzeit Unsinn in Mengen, die ausreichen, um die ganze deutsche Blogosphäre zu beschäftigen (naja, fast.). Von all dem Humbold-Universitäts-Unsinn, der im Post auf Ernstfall.org verarbeitet wird, haben wir uns für diese Passage entschieden:

ice cube“Der Begriff weiß ist kleingeschrieben und kursiv gesetzt (bzw. in kursiv gesetzten Abschnitten nicht-kursiv geschrieben), da es sich um eine analytische Kategorisierung von über (Kolonial)Rassismus privilegierten Personen und entsprechenden sozialen Positionierungen handelt. weiß ist also in dieser Lesart keine Identitätskategorie und auch keine mögliche kritische Verortung, sondern Resultat rassismuskritischer Analyse der durch Rassismus privilegierten Positionierung und Resultat antirassistischer Politiken”.

Mike Tyson“Die Großschreibung von Schwarz verweist auf die Strategie der Selbstermächtigung und zeigt das symbolische Kapital des Widerstandes gegen Rassismus an, welches rassistisch markierte Menschen und Kollektive sich gemeinsam erkämpft haben. …Über die Schwarze Position wird die Analysekategorie weiß hergestellt. Sie sind absolut asymmetrisch zu lesen.”

Die Selbstermächtigung, die hinter dieser Begriffskonstruktion steckt, ist atemberaubend. Nicht nur, dass die Berliner Gören von der Humbold Universität, die diesen Unsinn schreiben, denken, sie müssten Schwarzen unter die Arme greifen, weil die nicht zum Selbtsschutz fähig sind und entsprechend der Unterstützung von ausgerechnet weißen Gören aus Berlin bedürfen, nein, sie sehen auch ihre Begriffsdeutung als einzig richtige Deutung an.

Manchmal hat man so Phantasien, z.B. die Phantasie, wir würden die weißen Gören in einem Raum sperren, und zwar zusammen mit Ice Cube, Mike Tyson und Admiral Tibet, und dann sollen die weißen Gören den Dreien einmal erzählen, dass sie von weißen Kolonialrassisten unterdrückt werden.

Und damit dieser Post nicht zur Unsinnsparade von der Humbold-Universität wird, obwohl wir natürlich nicht umhin kommen zu fragen, was derartiger Unsinn an Universitäten zu suchen hat, eine Frage, die im Hinblick auf die Humbold-Universität immer schwerer fällt, denn die Humbold-Universität ist derzeit offensichtlich eine geschlossene Anstalt, an der Sprachpsychosen und weiße Minderwertigkeitskonflikte aller Art ausgelebt werden können, und zwar auf Steuerzahlerkosten, deshalb haben wir noch einen Nicht-Humbold-Universitäts Unsinn.

Es handelt sich um einem Preis – ausgelobt von IPRI – International Performance Research Institute gGmbH. Seit 2009 verleiht IPRI den Peter Horváth Controlling Preis. Die Kriterien der Verleihung werden wie folgt angegeben:

“Der Péter Horváth-Controllingpreis ist mit 25.000 Euro dotiert. Für eine Auszeichnung kommen deutsch- und englischsprachige Dissertationsschriften in Frage, die von einer betriebswirtschaftlichen Fakultät in Deutschland, Österreich oder der Schweiz angenommen und mindestens mit der Note ‚Magna cum laude‘ abschließend bewertet wurden. Der Abschluss des Promotionsverfahrens darf zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht länger als 12 Monate zurückliegen.”

Also, wer eine Dissertation geschrieben hat, einreichen! Alles wird genommen, was “Magna cum laude” ist. Weitere Kriterien gibt es nicht. Und natürlich hat uns diese Ausschreibung an die unschätzbaren sprachlichen Beiträge erinnert, die Peter Horváth der wissenschaftlichen Gemeinde hat angedeihen lassen, Beiträge wie den folgenden:

Controlling ist: „funktional gesehen – ein Subsystem der Führung, das Planung und Kontrolle sowie Informationsversorgung systembildend und systemkoppelnd koordiniert und auf diese Weise die Adaption und Koordination des Gesamtsystems unterstützt. Controlling stellt damit eine Unterstützung der Führung dar: es ermöglicht ihr, das Gesamtsystem ergebniszielorientiert an Umweltveränderungen anzupassen und die Koordinationsaufgaben hinsichtlich des operativen Systems wahrzunehmen“ (Horváth, 1994: 151)

Wenn Sie also demnächst systembildend und systemkoppelnd einkaufen, also z.B. Spaghetti, Tomatensauce und Chillies, die systemgekoppelt, dann systembildend wirken und Spaghetti arrabiata ergeben, dann haben sie im Hinblick auf eben diese Spaghetti arrabiata, also im Hinblick auf das Gesamtsystem ergebniszielorientiert eingekauft. Vor allem ergebnis-, aber auch zielorientiert, aber vielleicht doch mehr ziel-, als ergebnisorientiert, wer weiß. Und wenn Sie noch das Sonderangebot von Aldi genutzt haben, muss man Ihnen sogar zugestehen, dass sie sich an Umweltveränderungen anpassen, ergebniszielorientiert natürlich.

Das wäre dann zumindest für uns preisersparnisverdächtig.

Horváth, Peter (1994). Controlling. München: Vahlen.

ScienceFiles macht Schule (und Schulbücher)

So manche Überraschung kommt per Post. Dieses Mal ein Brief von der VG Wort mit der Mitteilung, dass ein Text von ScienceFiles nunmehr Unterrichtsmaterial geworden ist. Unser Beitrag über Staatsversagen und “Marktversagen” findet sich weitgehend im Buch “Kursthemen Politik und Wirtschaft – Wirtschaftliche Ordnung”, das von der Cornelsen Schulverlage GmbH herausgegeben wird, wieder.

Politik und WirtschaftScienceFiles macht also nicht nur Schule, wie wir bereits vor kurzem feststellen konnten, ScienceFiles macht auch Unterrichtsmaterial, wie wir nunmehr feststellen können. Es besteht also noch Hoffnung …

Allerdings ist das Prozedere, das hier gewählt wird, um Autoren und Urheber von der Übernahme ihrer Texte in Kenntnis zu setzen, ziemlich seltsam. Wenn man bedenkt, welches Tamtam in Deutschland um die Übernahme von Texten oder Bildern auf Blogs gemacht wird, oder mit welcher Inbrunst Musikverlage vermeintlich illegalen Downloads verfolgen, ist die nonchalante Art, mit der Texte einfach von Schulbuchverlagen übernommen werden und dem Verfasser/Urheber dann irgendwann über Dritte mitgeteilt wird, dass der Text vervielfältig werden soll bzw. wurde, etwas befremdlich.

Aber sei’s drum.

Nehmen wir die Tatsache, dass unsere Beiträge jetzt auch in Schulbücher übernommen werden, zum Anlass eines der Tabus deutscher Pädagogik anzugehen.

Wie wird man eigentlich Schulbuchautor/Verfasser von Schulbüchern?

Nach welchen Kriterien werden Texte für Schulbücher ausgewählt?

Welche Maßnahmen gibt es, um sicherzustellen, dass Schulbücher zum einen dem Stand der Forschung entsprechen und zum anderen nicht als ideologische Müllkörbe missbraucht werden?

Zulassung SchulbuecherSchulbücher müssen in der Regel für den Unterricht zugelassen werden. Die Zulassung ist, wie könnte es anders sein, Aufgabe des jeweiligen Kultusministeriums. In Sachsen funktioniert das z.B. so, dass “Lehrkräfte aller Schularten und Fächer eingesetzt [werden]. Sie prüfen die von den Verlagen eingereichten Bücher zum Beispiel auf Übereinstimmung mit den Zielen und Inhalten des entsprechenden Lehrplans, auf Altersgemäßheit, auf sachliche Richtigkeit.”

Und wie werden die Lehrkräfte aller Schularten und Fächer ausgewählt?

Wie wird sichergestellt, dass die entsprechenden Lehrkräfte aller Schularten und Fächer auch in der Lage sind, die sachliche Richtigkeit eines Schulbuches zu bewerten?

Fragen über Fragen. Wie immer wenn man sich etwas intensiver mit alltäglichen Verwaltungsangelegenheiten beschäftigt, sieht man sich einer Informationsarmut gegenüber, um die sich nicht einmal die OECD kümmert, obwohl es sich hier nicht um relative, sondern um absolute Armut handelt.

Oder nehmen wir z.B. das Land Baden-Württemberg.

Hier entscheidet das landeseigene Institut für Schulentwicklung über die Zulassung von Schulbüchern. Die Landesregierung hat also direkten Zugriff auf die Inhalte von Schulbüchern, denn: wer bezahlt, bestimmt. Interessanter Weise kann man der Verordnung des Kultusministeriums über die Zulassung von Schulbüchern (Schulbuchzulassungsverordnung) vom 11. Januar 2007 für das Land Baden-Württemberg Folgendes entnehmen:

“(1) Der Zulassung bedürfen nicht: … Schulbücher für die Oberstufe des 9-jährigen Bildungsgangs und der Jahrgangsstufen 11 und 12 des 8-jährigen Bildungsgangs und der allgemein bildenden Gymnasien für die Fächer Deutsch, Fremdsprachen, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Musik, Bildende Kunst und Sport sowie für die Fächer im Wahlbereich gemäß § 8 Abs. 3 der Abiturverordnung der Gymnasien der Normalform;” § 3 Abs. 1 Nr. 3

Alle relevanten (und eine Reihe irrelevanter) Fächer an Schulen werden somit auf Grundlage von Schulbüchern gelehrt, die nicht zum Unterricht zugelassen werden müssen. Zugelassen werden müssen dagegen

school indoctrination“1. Schulbücher der Werkrealschule und Hauptschule im Fächerverbund Welt – Zeit – Gesellschaft sowie im Fach Ethik; 2. Schulbücher der Realschule im Fächerverbund Erdkunde – Wirtschaftskunde – Gemeinschaftskunde sowie in den Fächern Geschichte und Ethik; 3. Schulbücher der Förderschule im Fach Geschichte/ Gemeinschaftskunde; 4. Schulbücher der Schule für Sprachbehinderte in den Fächern Geschichte/Gemeinschaftskunde und Ethik; 5. Schulbücher der Schule für Erziehungshilfe in den Fächern Geschichte/Gemeinschaftskunde und Ethik; 6. Schulbücher des Gymnasiums im Fächerverbund Geographie – Wirtschaft – Gemeinschaftskunde sowie den Fächern Geschichte und Ethik; 7. Schulbücher an beruflichen Schulen in den Fächern Geschichte, Gemeinschaftskunde, Ethik, Pädagogik einschließlich Erziehungslehre, Psychologie, Soziologie sowie Didaktik und Methodik der Kinder- und Jugenderziehung (erziehungskundliche Fächer). (§ 4 Abs. 2)”

Seltsam oder? Würde man nicht annehmen, dass es wichtiger ist sicherzustellen, dass Schulbücher im Fach Mathematik auch korrekt sind und nicht fehlerhafte Geometrie enthalten? Ausgerechnet die Fächer Ethik, Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Geschichte, Gemeinschaftskunde usw. auszunehmen macht auf den ersten Blick keinen Sinn. Aber auf den zweiten Blick:

“(1) Zulassungsvoraussetzungen sind: 1. Übereinstimmung mit den durch Grundgesetz, Landesverfassung und Schulgesetz vorgegebenen Erziehungszielen; 2.
Übereinstimmung mit den Zielen, Kompetenzen und Inhalten des jeweiligen Bildungsstandards oder Lehrplans sowie angemessene didaktische Aufbereitung der Stoffe; 3. altersgemäße und dem Prinzip des Gender Mainstreaming Rechnung tragende Aufbereitung der Inhalte sowie Gestaltung der äußeren Form; 4. Einbindung von Druckbild, graphischer Gestaltung und Ausstattung in die jeweilige didaktische Zielsetzung; 5. Orientierung an gesicherten Erkenntnissen der Fachwissenschaft, (2) Schulbücher müssen den Bildungsstandards oder dem Lehrplan eines Faches oder Fächerverbundes entsprechen und sollen sich im Wesentlichen auf die dort ausgewiesenen verbindlichen Vorgaben (Kerncurriculum) beschränken” (§ 5 Abs. 1 und 2).

Zunächst ist festzustellen, dass eine Übereinstimmung mit den politischen Zielen eines Bildungsstandards und mit dem “Prinzip des Gender Mainstreamings” (kennen Sie das?) wichtiger ist, als die “Orientierung an gesicherten Erkenntnissen der Fachwissenschaft”, bei der es sich übrigens nur um eine Orientierung handelt, nicht mehr. Sodann ist festzustellen, dass die Bücher für zulassungspflichtige Fächer bereits heute genutzt werden, um Schüler mit Genderismus zu indoktrinieren. Hat es dazu eigentliche eine Abstimmung gegeben oder ist die Bevölkerung jemals darüber in Kenntnis gesetzt worden?

Schließlich muss festgestellt werden, dass auch zulassungsfreie Schulbücher nicht wirklich zulassungsfrei sind. Bei ihnen wird die Gleichschaltung mit den politischen Vorgaben nur über einen anderen Weg vorgenommen:

(3) Sofern Schulbücher oder Arbeitshefte, die nach den Absätzen 1 und 2 dem Zulassungsverfahren nicht unterworfen sind, oder Arbeitsmaterialien, die in der Lernmittelverordnung nicht enthalten sind (wie Unterrichtswerke für das schulische Curriculum), im Unterricht verwendet werden, müssen sie den in § 5 Abs. 1 genannten Voraussetzungen entsprechen; hierfür ist neben der Fachkonferenz auch die Schulleitung verantwortlich. Die in § 5 Abs. 1 genannten Voraussetzungen gelten auch, soweit die Lehrkraft weitere, darunter auch selbst entwickelte Unterrichtsmaterialien verwendet” (§3 Abs. 3).

Und somit gilt Gender Mainstreaming und die Verpflichtung, politischen Vorgaben, die im Bildungsplan enthalten sind, zu genügen, auch für nicht zulassungspflichtige Schulbücher.

Salience: Wenn die Unnormalität Feste feiert

Choice Values FramesSalience ist ein interessantes Konzept, beschreibt es doch das Zusammenspiel von zuweilen falscher Wahrnehmung und der Bildung von Stereotypen. Ein schönes Beispiel für Salience ist Risikowahrnehmung. Kaum jemand hat ein Problem damit, nach Pompeji zu reisen, obwohl der Vesuv jederzeit ausbrechen kann. Aber viele haben ein Problem mit Kernenergie, obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze geringer ist, als die Ausbruchswahrscheinlichkeit des Vesuv. Die Erklärung für diese Fehlwahrnehmung wird in der Regel mit Salience gegeben: Fukushima ist überall und beeinflusst die Risikowahrnehmung von Kernenergie, über den Vesuv wird bestenfalls als Touristenattraktion berichtet, nicht jedoch als tickende Zeitbombe in einem dicht besiedelten Gebiet.

Ein anderes sozialpsychologisches Konzept wurde von Tversky und Kahneman als Ankerheuristik bezeichnet. Es beschreibt den Umstand, dass der Ausgangspunkt eines Denkprozesses dessen Ergebnis beeinflusst.

Testpersonen wurden gebeten, das Produkt zweier Zahlenreihen zu schätzen, wobei sie nicht länger als drei Sekunden auf die Zahlenreihen blicken konnten. Zahlenreihe 1: 1*2*3*4*5*6*7*8; Zahlenreihe 2: 8*7*6*5*4*3*2*1. Hunderte von Testpersonen an den Universitäten Stanford, British Columbia und Tel Aviv, kamen durchschnittlich zu einem Ergebnis von 512 im ersten Fall und von 2.250 im zweiten Fall. Das richtige Ergebnis in beiden Fällen lautet: 40.320. Offensichtlich wirkte die erste Zahl der Reihe als Anker, der das Ergebnis beeinflusst.

witchcraftVerallgemeinernd kann man sagen, dass die Voraussetzungen, mit denen man an ein Thema herangeht, das Ergebnis beeinflussen, wenn nicht gar determinieren. Ein Zusammenhang, der auch unter dem Namen “Framing” bekannt ist. Framing liegt vor, wenn Archäologen große Gefäße nur als Opferbecken und alles, was sie nicht verstehen, als rituelle Gegenstände zu interpretieren im Stande sind. Framing liegt vor, wenn Sozialarbeiter in allem, was nicht ihrer Vorstellung von normal entspricht, einen behandelswerten Zustand erblicken. Framing liegt vor, wenn Soziologen an alle Forschungsgegenstände mit einer affektiven Abwehrhaltung gegen das, was sie z.B. als Neoliberalismus ansehen, herangehen, und Framing liegt vor, wenn Politikwissenschaftler die Europawahlergebnisse besprechen ohne ein Wort auf die nicht vorhandene demokratische Legitimation der EU-Kommission zu verschwenden.

Und Framing grenzt an das Manische, wenn die eigene Wahrnehmung der Wirklichkeit nicht mehr hinterfragt wird und für bare Münze genommen wird. Der größte Narr ist derjenige, der nicht merkt, dass er sich lächerlich macht.

Dies bringt uns zu zwei Pressemeldungen deutscher Universitäten, die eine Verquickung von Salience und Framing/Ankereffekt zeigen, die nicht nur geeignet ist, Rückschlüsse auf den mentalen Zustand derer zu erlauben, die dafür verantwortlich sind, sondern die auch als sozialgefährlich einzustufen sind, denn sie graben an den Grundfesten der gesellschaftlichen Normalität.

Die erste Pressemeldung kommt aus Bielefeld und hat eine Tagung mit dem Titel “Female Intellectuals in the 20th and 21st Century” zum Gegenstand. Auszüge lesen sich wie folgt:

zif_logo“The 20th century has been named the “Century of the Intellectuals”. Numerous studies have portrayed the history of intellectuals. They all have a common trait: the blocking out of women. The aim of the conference is to enlarge the gallery of males, which the history of intellectuals has constructed, by adding portraits of women in the role of intellectuals and thereby correcting this gallery.”

Und an anderer Stelle:

„Wir wollen eine Debatte über die Frage eröffnen, ob und inwiefern das politische Engagement von Frauen über vorherrschende Idealtypen des Intellektuellen erfasst werden kann. Gibt es einen spezifischen Typus weiblichen Engagements oder bringt der Blick auf Frauen diese Typologie ins Wanken?“, sagt die Leiterin der Tagung, die Bielefelder Historikerin Professorin Dr. Ingrid Gilcher-Holtey.”

Die zweite Pressemeldung kommt von der Ernst-Moritz-Arndt Unversität in Greifswald und ist überschrieben mit: “Von vierzehn Frauen, die auszogen, um ihren Weg zu gehen”, eine moderne Version des Märchens von den Bremer Stadtmusikanten also. In dieser Pressemeldung heißt es:

Logo Uni Greifswald“Sie nehmen in Mecklenburg-Vorpommern Spitzenpositionen ein und könnten unterschiedlicher kaum sein: Sie organisieren Unternehmen, tüfteln an Enzymen oder physikalischen Phänomenen, konstruieren Maschinen, arbeiten als Richterin oder sind Journalistinnen. So unterschiedlich ihre Aufgabengebiete auch sein mögen, eines haben alle gemeinsam: Sie sind Karrierefrauen.”

Die beiden Pressemeldungen eignen sich hervorragend, um über die Diskussion dessen, was Salience bewirkt, das Framing der Autoren und vielleicht sogar ihren mentalen Zustand zu erschließen.

Beide Pressemeldung haben gemeinsam, dass sie so tun, als wäre die Tatsache, dass Frauen Karriere machen, dass es Frauen im öffentlichen Leben gibt, eine Errungenschaft des Genderismus. Anders formuliert: Beide Pressemeldungen arbeiten am Mythos der unsichtbaren Frauen, die über die Jahrtausende keinerlei Platz im öffentlichen Leben einer Gesellschaft gefunden hätten.

Dabei geht Frau Ingrid Gilcher-Holtey von der Universität Bielefeld gar so weit zu behaupten, dass Frauen aus der “Galerie der Intellektuellen des 20. Jahrhunderts” absichtlich, vermutlich von bösen Männern herausgehalten werden. Was Personen wie Gilcher-Holtey, die Verschwörungstheorien aus der untersten Schublade vertreiben (manche Verschwörungstheorien sind intelligent, aber die von Gilcher-Holtey ist nur primitiv), an Universitäten zu suchen haben, ist eine Frage, die andere beantworten müssen, ebenso wie die Frage, wieso öffentliche Fördergelder benutzt werden, um Treffen von Sektenmitgliedern an Universitäten zu organisieren, an denen sie dann ihrem Glauben huldigen können.

Was uns angeht, wir kennen keine Galerie der Intellektuellen, die nur Männer beinhaltet, aber wir kennen eine ganze Reihe von weiblichen Intellektuellen, obwohl wir noch nicht von den Sektenmitgliedern aus Bielefeld missioniert wurden. Ganz davon abgesehen, dass man sich kaum mehr retten kann vor Listen wie dieser, die die weiblichen Helden des 20. Jahrhunderts besingen sollen. Seltsamerweise fehlen dabei immer Frauen wie Emmy Noether (Mathematiker), Maria Mitchell (Astronom), Anna Atkins (Botaniker), Ida Freund (Chemiker), Lise Meitner (Kernphysiker), Ruth Benedict (Anthropologe), Phyllis Starkey (Biochemiker), Amanda Chessell (Informatiker), Mamie Clarke (Psychologe) und viele andere, die in ihren Fächern bekannt sind und in den vorhandenen Bibliotheken leicht auffindbar sind, jedenfalls dann, wenn einem die Manie, Frauen würden aus öffentlichen Galerien (was immer das auch sein mag) herausgehalten, nicht davon abhält, die Augen aufzumachen und sie zu benutzen.

Damit zur Pressemeldung aus Greifswald, die die Prämisse der Außergewöhnlichkeit weiblicher Karrieren feiert und auf der weiteren Prämisse basiert, dass man selbst als Frau Karriere machen kann, dann halt als Karrierefrau. Wie schön. Und damit die Nachricht auch wirklich ankommt, werden all die berichteten Unterschiede zwischen den 14 mecklenburg-vorpommerschen Stadtmusikanten beseitigt und ihr eines sie auszeichnendes Merkmal der Weiblichkeit gefeiert, das doch gar keine Behinderung ist und es selbst Frauen ermöglich, Karriere zu machen.

impact-factorWenn derartige Pressemeldungen überhaupt etwas erreichen, außer einem Kopfschütteln und einem Post auf ScienceFiles, der zeigt, in welchem manischen Frame sich die entsprechenden Verantwortlichen befinden (An ScienceFiles ist mit Dr. habil. Heike Diefenbach eine weibliche Intellektuelle beteiligt, aber mit dem Urteil und der Ratio von aktuellen Intellektuellen haben es die Manischen in Bielefeld nicht so, sie sind mehr darn interessiert, ihre eigene Unnormalität zu feiern. Das ist auf dem Rücken von Toten leicht möglich, denn die können sich nicht wehren, während Lebende Antworten geben können, die nicht in das ideologische Raster von Feministen passen könnten.), dann ist es eine Form von Salience, die all die Frauen, die es in der normalen öffentlichen Wahrnehmung gibt, von denen jeder Schüler schon einmal in dem ein oder anderen Zusammenhang gehört hat und von denen sicherlich jeder, der sich mit den entsprechenden Bereichen befasst, Kenntnis hat, als Abnormitäten dargestellt werden.

Sie werden zum unnnormalen Auswuchs im von feministischen Vorurteilen beherrschten Gehirn.  So will es die Manie derer, die denken, Frauen waren, bevor es den Feminismus gab, dumme, abhängige und vor allem hilflose Opfer fieser Männer. In ihrem Versuch, die Geschichte umzuschreiben und als patriarchalisch beherrschtes Gefängnis zu phantasieren, in dem außerhalb des eigenen Hauses für Frauen kein Platz war, werden die Frauen, die nicht in das phantasierte Stereotyp dieser Feminsten passen, eben als Kollateralschaden aus der Geschichte beseitigt. Ganz so wie sie meinen, es Männern vorwerfen zu können, und frei nach dem Motto: Besser keine Frauen als unterdrückte Frauen.

Bleibt abschließend noch festzustellen, dass die Anzahl der Frauen in Wissenschaft und Forschung, die Anzahl unter denen, die Patente anmelden und die Anzahl unter denen, die Wissenschaft und Intellektualität nach außen repräsentieren, nach wie vor geringer ist als die der Männer und dass sie es auch über die letzten Jahrhunderte war. Daran kann auch der Feminismus nichts ändern, denn über die Wahrheit haben Feministen keine Gewalt. Aber Wahrheit und Empirie interessieren Ideologen nicht, die versuchen, die Geschichte umzuschreiben.

Jedoch kann festgestellt werden, dass es Bereiche gibt, in denen sich eine große Anzahl von Frauen klumpt, die von einer geschlechtlichen Selbstbetrachtung beherrscht sind und deren wie es in der Wissenschaft neuerdings heißt “impact factor”, wenn es um Erkenntnis und Wissensfortschritt geht, gleich null ist.

Na dann lasst uns munter diskriminieren: Neue Studie mit überraschenden Ergebnissen

In der Märzausgabe der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie ist ein “Was?”-Artikel, ein Beitrag, bei dem man nach wenigen Zeilen und dann regelmäßig, “Was?” fragt. Ein Beitrag, der uns zudem dazu motiviert hat, Brownie Points als Bewertungssystem für wissenschaftliche Beiträge einzuführen. Insgesamt gibt es fünf Brownie Points pro Beitrag zu erreichen. Der Beitrag, den wir hier besprechen, hat es auf 4 Brownie Points in unserer Bewertung gebracht (Inter-Koder-Reliabilität bei .99).

Kölner Zeitschrift für Soziologie und SozialpsychologieDer Beitrag trägt den Titel “Grenzen der Meritokratie oder warum Quotenregelungen sinnvoll sind” und wurde von Volker Müller-Benedict verfasst. Das Ziel des Beitrags ist es zu zeigen, “dass nicht-ökonomische Institutionen sich bei der Auswahl ihres Personal Diskriminierung leisten können, ohne den Erfolg ihrer Arbeit zu beeinträchtigen” (116).

Was?

Der Reihe nach.

Der Beitrag beginnt mit einer Definition von Meritokratie als Prinzip, das Bewerber nach Fähigkeiten und nicht mehr nach Stand auf Positionen zuordnet (Was? Meritokratie basiert auf Leistung, nicht auf Fähigkeit…). Diese Auswahl der Besten, so Müller-Benedict, sei jedoch nur notwendig, wenn “Kosten und Nutzen der Ausgewählten für den Erfolg der Institution wichtig sind” (116). Ein Beispiel für eine Auswahl, die nach seiner Ansicht nicht nach dem meritokratischen Prinzip funktioniert, ist die Immatrikulation an einer Universität, denn: “[s]olange die Zahl und Qualität der abgehenden Studierenden einer Universität nichts mit ihrer Ausstattung oder Reputation oder anderen Zielen zu tun hat, erübrigt sich eine Eingangsselektion” (116).

Was?

Wozu gibt es dann einen Numerus Clausus, wozu gibt es die Zentrale Studienvergabe? Alles unnötige Kosten? Und wozu ist es notwendig, ein Abitur als Hochschulreife zu erwerben? Alles Unfug. Und davon, dass Universitäten Reputation über die geleistete Forschung, die Forschungsleistung ihres wissenschaftlichen Personals generieren, hat Müller-Benedict offensichtlich auch noch nie etwas gehört.

sycophantAber weiter im Text, in dem wir nunmehr erfahren, dass Meritokratie nur bei Konkurrenz funktioniert und nur dann, wenn eine Steuerung über den Preis einer Leistung erfolgen kann. Dennoch gebe es Lohnunterschiede und unterschiedliche Auswahlkriterien für Männer und Frauen, die “sehr dauerhaft” seien, weiß Müller-Benedict und provoziert damit ein: “Was?”, schon weil er jeden Beleg für sein Wissen schuldig bleibt, ganz entgegen aller wissenschaftlichen Standards. Aber, er braucht diese unbelegte Behauptung ja auch nur, um seinen Beitrag an etwas anzuhängen, was zumindest ihm relevant vorkommt und was garantiert, dass er bei der Zielgruppe seines Beitrags auch einen Wohlgefallens-Bonus erhält.

Und das, will Müller-Benedict in seinem Beitrag zeigen: dass das meritokratische Prinzip ungeeignet ist, um “Diskriminierung auf lange Sicht verschwinden zu lassen (117)”.

Was? (musste jetzt sein)

Dazu lernen wir zunächst, dass “inbsesondere Bildungsinstitutionen” seit der “neoliberalen Öffnung von Bildungsmärkten unter einer Art Konkurrenz stehen” (120; eine Voraussetzung für das meritokratische Prinzip), aber das nutzt nichts, denn “funktional gesehen (Was?) simuliert das Bildungssystem für Ausbildung die Abläufe im Wirtschaftsystem nur” (121). Also: Das meritokratische Prinzip kann nach Ansicht von Müller-Benedict an Universitäten nicht funktionieren, weil es zu wenig neoliberale Öffnung gibt.

Deshalb werden Universitäten und andere Bildungsinstitutionen dann, wenn sie diskriminieren, d.h. für Müller-Benedict, dass sie weniger geeignete Bewerber einstellen, weil ihnen die weniger geeigneten aus welchen Gründen auch immer besser gefallen, nicht bestraft. Und das will er belegen, und zwar mit einem mathematischen Modell, das auf normalverteilten Abiturnoten basiert und somit auf der Annahme, dass alle Bewerber auf eine Stelle ein kleines normalverteiltes Abbild der Gesamtheit darstellen.

Hier nun führt Müller-Benedict seine Form der Diskriminierung ein. Sie besteht aus folgender Erkenntnis: “Frauen müssen besser sein als Männer” um eingestellt zu werden, die auf Seite 123 ganz ohne Beleg, quasi als phantasierte Diskriminierung daherkommt (also ein “Was?” provoziert). Aber, wir wollen nicht unfair sein, denn auf Seite 120 schreibt Müller-Benedict: “dass von Frauen wegen der Möglichkeit schwanger zu werden oder wegen unterstellter häufigerer familiärer Verpflichtungen implizit verlangt wird, dieselbe Leistung [wie Männer] in kürzerer Zeit zu erbringen” (abermals ein: “Was?). Woher stammt nun diese erstaunliche Erkenntnis? Sie stammt aus einer Publikation des Bundesministeriums für alle außer Männern. Müller-Benedict hat sich seine vier Brownie-Points redlich verdient (vielleicht darf er demnächst ja ein Gutachten für das Ministerium für alle außer Männern verfassen).

Um seine wilde These zu prüfen, führt Müller-Benedict die folgende Formel ein, die ausgereicht haben dürfte, um die Reviewer bei der KfZSS ins Bockshorn zu jagen. Wir haben die Formel gleich in den Kontext gestellt (die Abbildung darüber, um ein “Was?” zu sparen.)

Mueller-Benedict

Die Abbildung stellt die Verteilung der Abiturnoten dar, je besser die Abiturnoten, desto weiter oben die Bewerber. A steht für akzeptiert und R für zurückgewiesen (rejected), S beschreibt Bewerber, die erfolgreich sind in der Position, für die sie ausgewählt werden, F solche, die ein Reinfall für das Unternehmen sind. GB und GW sind Anteile von Schwarzen (black) und Weißen (white). Sie dienen Müller-Benedict als Maß der Diskriminierung. Sind GB und GW bezogen auf die jeweiligen Bewerber gleich, dann liegt keine Diskriminerung vor, ist es anders, dann liegt Diskriminierung entweder von Schwarzen oder Weißen vor.

Was? Richtig: Im Modell von Müller-Benedict sind keine individuellen Unterschiede vorgesehen. Müller-Benedict vergleich  Gruppen und nicht Indiduen, was zur Konsequenz hat, dass Meritokratie verschwindet, denn Meritokratie kann es nur mit Bezug auf ein Individuum, nicht in Bezug auf eine Gruppe geben.Wenn sich fünf dumme Ws und fünf schlaue Bs auf zwei Stellen bewerben und zwei schlaue Bs werden akzeptiert, dann ist dies für Müller-Benedict eine Diskrminierung der Ws als Gruppe. Wir erinnern uns an seine Normalverteilungsannahme: Sie dient dazu, individuelle Unterschiede zu beseitigen und kollektives Denken zu rechtfertigen.

Müller-Benedict vaiiert nun munter die Anteile von B und W und untersucht, wie sich die Manipulation bei angenommener Normalverteilung auf die Erfolgsquote auswirkt, und siehe da, oh Wunder, sie wirkt sich kaum bis gar nicht aus. Und deshalb folgert Müller-Benedict, dass ein Verstoß gegen das meritokratische Prinzip an nicht-ökonomischen Institutionen nicht geahndet wird, dass Diskriminierung also die Leistung der Institution als Ganze nicht beeinträchtigt. Und deshalb sei die Beseitigung von Diskriminierung eine normative Frage und Quoten seien das richtige Mittel dazu!

Was?

reductioZunächst die reductio ad absurdum: Müller-Benedict will gezeigt haben, dass sich Diskriminierung nicht auf die Erfolgsquote von Institutionen auswirkt. Wenn man also die Folgen einer Diskrminierung nicht messen kann, woher weiß man dann, dass überhaupt eine Diskriminierung vorliegt? Hätte Müller-Benedict mit seiner Analyse Recht, das Problem, das er gelöst haben will, hätte es nie gegeben.

Dann das “neoliberale” Argument. Wenn die Öffnung von Bildungsinstitutionen, der Wettbewerb zwischen ihnen aufgrund geringer Transparenz und z.B. deswegen, weil Studenten keine Studiengebühren zahlen, die Universitäten zwingen würden, um Studenten zu konkurrieren, nicht ausreicht, um die Durchsetzung des meritokratischen Prinzips zu garantieren, wie Müller-Benedict behauptet, dann folgt aus seiner Argumentation, dass die Ausrichtung von Universitäten an ökonomischen Indikatoren nicht weitreichend genug ist.

Es ist es für einen Sozialforscher vernichtend, wenn er das Phänomen, das er zu erforschen gedenkt, entweder aus seiner Phantasie nimmt oder aus der Phantasie anderer, in jedem Fall keine Anstalten macht, zu prüfen, ob z.B. die geringere Anzahl von weiblichen Professoren etwas mit Diskriminerung zu tun hat. Wenn Müller-Benedict demnächst in einem mathematischen Modell zeigt, dass die tatsächliche Diskriminierung von Männern, die er an die Stelle der phantasierten Diskriminerung von Frauen setzen will, von Gott gewollt ist, dann würde uns das nicht wundern.

Dass eine Ungleichverteilung kein Indiz für eine Diskriminierung ist, sollte einem Soziologen bekannt sein, wenn es ihm nicht bekannt ist, dann sollte er sich zu seinen Studenten im ersten Semester setzen und nachholen, was er offenkundig nicht weiß.

Fazit: Müller-Benedict phantasiert sich ein Modell zusammen, um ein Problem zu lösen, das es nicht gibt und folgert daraus, politisch für bestimmte Ideologen nützlich, dass Quoten gut sind, wenn man phantasierte Diskriminierung benutzen will, um selbst zu diskriminieren. Aber dass Müller-Benedict Legitimation liefert, die dazu genutzt werden kann, nunmehr Männer bewusst zu diskriminieren, um eine nicht belegte Diskriminierung, die es nach allen vorliegenden Ergebnissen, wie sie z.B. Catherine Hakim produziert hat, nicht gibt, zu beseitigen, macht nichts, denn die Bildungsinstitution leidet ihn ihrer Erfolgsquote nicht, wie Müller-Benedict gezeigt haben will.

Also lasst uns munter Männer diskriminieren, die Universitäten in Deutschland können kaum mehr schlechter werden. Was? Ja: Man denkt an Müller-Benedict und glaubt es.

Müller-Benedict, Volker (2014). Grenzen der Meritokratie oder warum Quotenregulierungen sinnvoll sind. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 66(1): 115-131.