Die Wissenschaft als Magd des Staates oder: Wie man Wissenschaft von innen heraus zerstört

Gender Studies, das muss man nicht mehr als Hypothese aufstellen, das kann man, angesichts der Weigerung der Vertreter der Gender Studies, sich einer öffentlichen Diskussion über den Wert, Nutzen und vor allem beider Relation zu den Kosten der Gender Studies zu stellen, mit Fug und Recht behaupten, Gender Studies sind ideologische U-Boote, die an Universitäten installiert wurden, um dort nicht nur den normalen Betrieb zu stören, wie die z.B. Lann Hornscheidt durch Aufrufe zur Störung von Veranstaltungen tut, sondern auch, um an Universitäten ein Zeitalter der Irrationalität einzuläuten, das dadurch geprägt ist, dass Genderista, die kein Idee von Methoden und Standards der Wissenschaft haben, mit willkürlichem Geschwätz versuchen, die Grenze zwischen Wissenschaft und Unsinn zu verwischen und Wissenschaft zu diskreditieren.

Niedersachsen Bildung WissenschaftDabei sind Gender Studies sehr zweckdienlich, zweckdienlich für die politische Agenda von Kultusministerien, die schon seit Jahren und nicht erst seit dem Professorinnenprogramm versuchen, unabhängige oder gar freie Forschung und Lehre zu unterbinden. Ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man Gender Studies, deren Nutzen, um es noch einmal zu sagen, bis zum heutigen Tag und obwohl es zwischenzeitlich 189 Lehrstühle für angeblich Frauen- und Geschlechterforschung bundesweit gibt, niemand angeben kann, ein Beispiel dafür, wie man also Gender Studies an Universitäten installiert, um dort Wissenschaft und wissenschaftliche Betätigung unmöglich zu machen oder erheblich zu erschweren, liefert das Land Niedersachsen.

Das Land Niedersachsen, genauer: das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat ein Programm zur Förderung der Genderforschung in Niedersachsen beschlossen. Warum es notwendig ist, die Genderforschung in Niedersachsen zu fördern, fragt man sich, angesichts der gähnenden Leere, der man sich gegenübersieht, wenn man nach Forschungsergebnissen der Gender Studies sucht und erhält keine Antwort. Denn: das Programm des Landes Niedersachsen wurde aufgelegt, weil eine “Potenzialanalyse für Geschlechterforschung in Niedersachsen” angeblich gezeigt hat, dass “die gezielte und ausgewählte Förderung einzelner Bereiche und Standorte weiterhin notwendig ist, um durch eine stärkere Verankerung in den Fächern sowie eine intensivere hochschulübergreifende Vernetzung Innovationspotenziale zu erschließen”.

Die Förderung der Gender Studies in Niedersachsen wird also nicht mit deren Nutzen begründet, was auch kaum möglich ist, sondern im Hinblick auf Verbreitung und Vernetzung, ganz so, wie man vermutlich in der Sowjetunion Stalins analysiert hat, an welchen Orten es noch nicht genügend Politkommissare gibt, weshalb die politische Kontrolle noch nicht ausreichend vernetzt erfolgen kann.

Es wird hier ganz offen ausgesprochen, dass es nicht darum geht, wissenschaftliche Erkenntnis oder einen volkswirtschaftlichen Nutzen zu erzielen, sondern darum, noch mehr Gender Studies an Universitäten zu installieren und die bereits vorhandenen Gender Studies untereinander zu vernetzen. Wer hätte je davon gehört, dass Lehrstühle für Mathematik, für Politikwissenschaft oder für Ethnologie untereinander vernetzt sind? Eine Vernetzung ist nur dann notwendig, wenn über die Vernetzung eine gemeinsame Agenda befördert werden soll, wenn eine Gleichschaltung erfolgen soll, ein koordiniertes Vorgehen abgesprochen werden soll.

Offensichtlich ist dies in Niedersachsen und nicht nur in Niedersachsen der Fall. Dass Inhalte keine Rolle spielen, zeigt bereits der Name des Programms zur Förderung von Genderista an Universitäten: “Geschlecht – Macht – Wissen”, so der Name, man hätte auch “Verkehrsfunk – Pfaffenhofen – Plattfuss” als Name für das Projekt wählen können, denn, wie es so schön heißt, in der Beschreibung des Programms:

“Von den Antragstellerinnen und Antragstellern wird erwartet, das beantragte Projekt – unabhängig von der fachlichen Herkunft und einer eher empirischen oder eher theoretischen Ausrichtung – in die Theoriediskussionen der internationalen Genderforschung einzubetten. Dabei sind Bezüge zur Debatte um Gleichheit und Differenz ebenso denkbar wie Fortentwicklungen der Diskussion um „Sex“ und „Gender“, sozialhistorisch inspirierte Aufarbeitungen geschlechtsspezifischer Herrschaftsverhältnisse oder Untersuchungen, die Fragen der Genderforschung auf andere Kategorien von sozialer Differenz (Klasse, ethnische Herkunft etc.) beziehen. Auch Fragestellungen der (anwendungsorientierten) Geschlechterforschung zu Technikentstehung, -verbreitung und -nutzung („gendered innovations“)
eröffnen interessante Forschungsfelder gerade in den Natur- und Technikwissenschaften. Innovatives Potenzial birgt auch die Perspektive der geschlechtersensiblen Medizin, die biologische und sozial konstruierte Eigenschaften von Geschlecht zusammen denkt.”

Man hätte das Ganze auch abkürzen können und sagen: “Macht halt’ irgendwas mit Geschlecht und erweckt mit eurem Antrag den Anschein, dass das Thema irgend eine Relevanz für was auch immer hat!”

Und wer irgendwas will, der erhält auch irgendwas.

Die gerade verkündeten vier Projekte, die von der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen ausgewählt wurden und für die 1,5 Millionen Euro verschleudert werden, lauten wie folgt:

  • Borkenkaefer“The Gender-Governance Link: Gender Equality and Public Goods Provision (Universitäten Lüneburg und Göttingen).” Für alle die es nicht wissen: Governance kann als Form der institutionellen Steuerung übersetzt werden, was zeigt, dass “The Gender-Governance Link” ein unsinniger Titel ist, denn Institutionen haben kein Geschlecht und ein Link zwischen einem Geschlecht und einer Institution wäre eher – sagen wir: ungewöhnlich. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass hier ein Lamento als Ergebnis produziert wird, das Lamento der Benachteiligung von Frauen durch staatliche Institutionen und Steuerungspraktiken. Es wird mit Sicherheit keine Erwähnung finden, dass in staatliche Bildungsinstitutionen, die von Frauen beherrscht werden, Jungen benachteilgt werden.
  • “Die Krise ist weiblich. Soziale Struktur und diskursive Macht als Gender-Problem im klassischen Altertum (Universitäten Göttingen und Osnabrück).” Wie man ein ganzes Forschungsprojekt betreiben kann, um die Feststellung, dass die Krise weiblich ist, was in der Tat so ist, denn das grammatikalische Geschlecht von Krise ist weiblich, festzustellen, ist uns ein Rätsel. Aber wir freuen uns schon darüber zu lesen, dass Aristoteles, Platon, Aristophanes, Cicero usw. alle chauvinistische Schweine waren.
  • “Eine interdisziplinäre Verbundforschung zur geschlechtsbezogenen Körper- und Bewegungssozialisierung in der Kindheit unter besonderer Berücksichtigung sozialer und ethnischer Kategorien (Universitäten Osnabrück und Göttingen)”: Türkische Jungen laufen und bewegen sich anders als deutsche Mädchen, und deshalb brauchen wir eine Bewegungsquote für türkische Mädchen – oder so. Ein entspannendes Projekt.
  • “Geschlechterwissen in und zwischen Disziplinen: Kritik, Transformation und dissidente Partizipation (Universitäten Oldenburg und TU Braunschweig)”: Irgendwie können wir nicht so richtig glauben, dass hier eine Hymne auf Aleksandr Solzhenitsyn and Andrei Sakharov gesungen werden soll, die Dissidenten, die ihre Freiheit eingesetzt haben, um gegen ein sozialistisches System zu kämpfen. Die “dissidente Partizipation” gehört wohl eher in die Kategorie, wir wissen nicht was wir schreiben. Womit wir wieder da sind, wo wir angefangen haben: “Schreibt halt’ irgend etwas, damit wir es fördern können!”

Es ist wieder an der Zeit auf unsere Petition hinzuweisen, mit der das Ende der öffentlichen Finanzierung von Genderismus gefordert wird. Eigentlich ist die Unterschrift Pflicht für all diejenigen, die denken, ein Bildungssystem sei dazu da, Bildung zu vermitteln, nicht Ideologie und teure Universitäten würden deshalb unterhalten, weil dort nützliche Erkenntnis gewonnen wird, die das gesellschaftliche Wachstum und den gesellschaftlichen Wohlstand fördern, nicht um Genderista ein Auskommen und die Möglichkeit zu geben, Wissenschaft zu zerstören, wie Borkenkäfer Bäume von innen heraus zerstören.

Daher:

Unsere Petition unterstützen

Mogelpackung: Nicht überall wo Wissenschaft drauf steht, ist auch Wissenschaft drin

von Michael Klein

Die neueste Ausgabe der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie enthält eine Rezension von Dr. habil. Heike Diefenbach. Wir sind also nicht nur die Kritiker und Beobachter der Wissenschaft, die von außen betrachten, wir sind auch die Kritiker und Beobachter der Wissenschaft, die von innen verändern.

Besprochen hat Dr. habil. Heike Diefenbach das Buch:

Sind Mädchen besser? Der Wandel geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs in Deutschland. Frankfurt a. M.: Campus 2012. 340 Seiten. ISBN 978-3-593-39754-2. Preis: € 39,90 von Marcel Helbig, seines Zeichens Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin.

KfzssDer etwas prätentiös und sprachlich verkümmert daherkommende Titel, dem die Vergleichsbasis fehlt (besser als), gibt also vor, es handle sich um ein Buch, das sich mit der Tatsache befasst, dass Jungen in den letzten Jahrzehnten im deutschen Bildungssystem immer weiter hinter Mädchen zurückgefallen sind – ein Ergebnis, das Diefenbach und Klein bereits 2002 in der Zeitschrift für Pädagogik publiziert haben.

Vor genau 12 Jahren! Denn: publiziert wurde es in der Dezemberausgabe. 12 Jahre steht also der Befund, dass Jungen im Bildungssystem deutlich schlechter abschneiden als Mädchen. Geändert hat sich nichts. Offensichtlich, so kann man wohl nach 12 Jahren feststellen, ist es deutschen Bildungspolitikern vollkommen egal, dass Jungen in der Bildung mit Mädchen nicht gleichgestellt sind, dass sie aktiv benachteiligt werden, wie eine Reihe von Befunden, nicht zuletzt Diefenbach (2007) die LAU und die ELEMENT Studien deutlich machen.

Da 9 der 16 Kultusministerien von Frauen geleitet werden, kann man nunmehr auch die Mär von den Frauen, die angeblich so “caring” sind, so viel mehr “caring” als Männer auf den Müllhalde der Legenden werfen und feststellen: weibliche Kultusminister kümmern sich ebenso wenig darum, dass Jungen in Schulen hinter Mädchen zurückbleiben wie männliche Kultusminister.

Helbig will angeblich – das suggeriert jedenfalls der Titel seines Buches, bei dem es sich um seine Dissertation handelt, – im Zeitverlauf die Entwicklung des geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs betrachten und, so kann man dem kümmerlichen “Sind Mädchen besser” (wieso eigentlich nicht: “Sind Jungen schlechter”?) entnehmen, Erklärungen für den geschlechtsspezifischen Bildungserfolg analysieren.

Dazu Dr. habil. Heike Diefenbach in ihrer Rezension:

Mogelpackung“Was Helbig tut, ist vielmehr zweierlei: zuerst rezipiert er einige mögliche Erklärungen für die Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen mit Bezug auf ihren formalen Bildungserfolg, die in der Literatur vorgebracht werden, und empirische Studien, die sich auf diese Erklärungen beziehen (lassen); anschließend nimmt er anhand von retrospektiven Daten aus der ALWA-Studie und der NEPS-E8-Studie einen Vergleich von Jungen und Mädchen bzw. Frauen und Männern aus vier Kohorten bzw. Gruppen von Geburtsjahrgängen (die die Jahre von 1944 bis 1986 umfassen) zum Gymnasiumbesuch und dem Erwerb des Abiturs vor und versucht, die Ergebnisse durch einige Variablen zu erklären, die in diesen Studien verfügbar sind (wobei er sechs verschiedene abhängige Variablen benutzt, die sich alle auf den Gymnasiumbesuch oder den Erwerb des Abiturs beziehen).”

Es geht also nicht um die Erklärung eines geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs, wie der Titel suggeriert, sondern um die Erklärung des Besuchs eines Gymnasiums und des Erreichens eines Abiturs. Das Schöne an der Beschränkung dieser Fragestellung ist nun: Die Jungen, die bis zum Gymnasium bereits aussortiert wurden, werden gar nicht erst berücksichtigt. Anders formuliert: Da sich der geschlechtsspezifische Bildungserfolg u.a. darin niederschlägt, dass weniger Jungen als Mädchen am Gymnasium ankommen, untersucht Helbig gerade nicht den geschlechtsspezifischen Bildungserfolg. Er gibt dies nur vor. Sein Ansatz entspricht in etwa der Untersuchung geschlechtsspezifischer kognitiver Kompetenzen, die sich auf eine Auswertung der Preisträgerliste für den Nobelpreis beschränkt. Eine solche Auswertung würde natürlich nicht unter der Überschrift “Sind Männer besser” vorgenommen, sondern unter der Überschrift “Frauen werden benachteiligt”.

Es handelt sich bei der Dissertation also um eine Mogelpackung, wie Dr. habil. Heike Diefenbach in ihrer Rezension deutlich zeigt – eine Mogelpackung, die vorgibt, den kompletten Bereich des geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs zu untersuchen, sich aber nur auf einen spezifischen Bereich des Bildungssystems, namentlich das Erreichen eines Abiturs beschränkt. Und es ist keine Verlaufsstudie, wie man erwarten würde, weil die Erklärung einer Entwicklung angekündigt wird. Vielmehr nutzt Helbig retrospektive Daten, also Daten aus Erhebungen, bei denen die Teilnehmer rückblickend über Bildungsaspekte ihres Lebens befragt wurden.

Dass im nächsten Schritt von Helbig eine Datenhuberei entwickelt wird, die man zwischenzeitlich gewöhnt ist, dass die unvermeidliche Logistische Regression seitenweise auf die Leser einstürzt, die nach kurzer Zeit dasselbe Schicksal erleiden wie der Autor, nämlich komplett den Überblick zu verlieren, sei hier nur der Vollständigkeit halber angefügt.

So fragt man sich, warum wurde dieses Buch geschrieben, wenn alles, was im Titel angekündigt wird, nicht gemacht wird? Die Antwort gibt Dr. habil. Heike Diefenbach:

“Damit ist klar, dass Helbig Mädchen tatsächlich für rundum „besser“ hält als Jungen, aber er fragt sich nirgendwo im Buch, warum das so sein sollte, und auf seine Analysen bezieht sich all dies in keiner Weise.

Worauf gründet Helbig dann aber seine Überzeugung? Er liest sie anscheinend aus seiner Rezeption der Literatur im vorderen Teil des Buches heraus – „anscheinend“, weil er bei der Formulierung seiner Überzeugungen keine Rückverweise auf Literatur oder konkrete Studien vornimmt. Fest steht aber, dass seine Rezeption unzureichend oder unangemessen ist. So fehlen wichtige Befunde, die dazu geeignet
gewesen wären, Helbigs persönliche Überzeugung hinsichtlich der schulischen Nachteile von Jungen zu gefährden, darunter der Befund der Autorin dieser Rezension, der anhand der Daten der PISA-2003-Studie gewonnen wurde und nach dem Mathematikleistungen und -noten bei Mädchen deutlich enger miteinander zusammenhängen als bei Jungen und Jungen bei der Benotung gemessen an ihren Leistungen häufiger unterbewertet werden als Mädchen (und Mädchen häufiger als Jungen
ihren Leistungen entsprechend oder überwertet werden) (Diefenbach 2007).”

loss of realityMit anderen Worten, wir haben es wieder einmal mit einem Versuch, die Realität umzuschreiben und als Travestie ihrer selbst darzustellen, zu tun, ein weiterer Versuch im Gesamt all der Versuche, die seit Jahren unternommen werden, um die Nachteile von Jungen im Bildungssystem mit welchen hanebüchenen Rabulistiken auch immer aus der Welt zu reden und dem Bildungssystem als solchem, also Lehrern, Schulen und vor allem Kultusministerien, Absolution zu erteilen. Helbig liefert damit ein erneutes Beispiel dafür, wie Wissenschaft zur Magd politischer Interessen degradiert wird.

Dr. habil. Heike Diefenbach ist eine von ganz wenigen Wissenschaftlern, die den Mut haben, dies auch in wissenschaftlichen Publikationen zum Ausdruck zu bringen, ein Stern, der sich hartnäckig gegen das Schwarze Loch der politischen Korrektheit behauptet, in dem sich die meisten institutionalisierten Wissenschaftler verstecken:

“Welcher Erkenntnisgewinn lässt sich angesichts all dessen aus dem Buch ziehen? Die Doktormutter der Dissertationsschrift von Helbig, Jutta Allmendinger, behauptet in ihrem Vorwort zum Buch: „Im vorliegenden Band findet man alles, was sich zur Frage vom Wandel des Bildungserfolgs nach Geschlecht finden lässt. Es ist ein in jeder Hinsicht gesättigtes Werk geworden“ (S. 11). „[G]esättigt“ ist das Buch aber nur mit (selbstauferlegten?) Rezeptions- und Denkbeschränkungen, sodass der einigermaßen bildungssoziologisch informierte Leser nach Lektüre dieses Buches nur weiß, was dabei herauskommt, wenn Sozialwissenschaft zur Legitimation des Status Quo benutzt wird, wie dies leider zunehmend der Fall ist.”

“Au weia, Herr Professor” – Noch ein Opfer des Idiotentests

Wissenschaftler, so die Sage, sind der Welt entrückte Personen, die die körperliche Hygiene zu Gunsten dessen, was sie wissen wollen, zurückstellen. Man kennt sie als verhutzelte Männleins, die hinter einem Tisch stehen, auf dem wiederum die unterschiedlichsten Apparaturen mit dampfenden Flüssigkeiten in allen möglichen Farben angeordnet sind. Und ab und zu verpufft etwas und stellt den Kontakt zwischen Wissenschaftler und Welt her. Das sind Naturwissenschaftler.

mad professorSozialwissenschafter leben in einem verbalen Elfenbeinturm, in dem sie sich hinter ihren sprachlichen Konstruktionen verschanzen und nur wenig bis gar nichts aus der Außenwelt an sich heranlassen. Ihre Abgeschiedenheit bezahlen sie damit, dass sie wenig bis nichts mitbekommen, von Entwicklungen in dem, was andere als soziale Netzwerke bezeichnen, nichts wissen, schon weil sie nicht wissen, was soziale Netzwerke sind. Und wenn sich zuweilen einer von ihnen ans Licht der Welt traut, um seine tiefen Erkenntnisse zu einem aktuellen Thema mitzuteilen, dann gibt es regelmäßig ein Fiasko.

Wie zum Beispiel bei Prof. Dr. Alexander Dilger.

Prof. Dr Alexander Dilger ist Professor und Direktor am Institut für Organisationsökonomik der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster und ab und an schreibt er für die Freie Welt oder auf seinem eigenen blog.

Das hätte er dieses Mal besser gelassen.

Denn er schreibt über den Darwin-Award.

Er schreibt über die angebliche Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde. Die Studie, die bislang als Idiotentest für Journalisten knapp 20.000 Lesern bekannt ist, denn die Studie ist ein Fake, ein Witz, den sich Wissenschaftler erlaubt haben, denen die Geschlechterbesessenheit moderner Gesellschaften, das zwanghafte Auszählen nach Männlein und Weiblein massiv auf die Nerven geht.

Kaum jemand weiß nicht, dass diese angebliche Studie ein Witz ist. Journalisten, die darauf hereingefallen sind, geben vor, von einer Studie, die belegen soll, dass Männer Idioten sind, nichts zu wissen, nie davon gehört zu haben. Die Studie hat mittlerweile den Status einer heißen Kartoffel, die niemand mehr anfassen mag.

Niemand? Nein, nicht niemand. Prof. Dr. Alexander Dilger hat sich mutig der Kartoffel angenommen und sich gehörig die Hände verbrannt.

Nachdem er seine Leser über den Darwin Award, jenen Zögling von Studenten aus Berkeley und Stanford informiert hat, den er bis vor kurzem vermutlich selbst nicht kannte, schreibt er folgendes:

“Dabei stellt sich heraus, dass viel mehr Männer als Frauen diesen Preis gewinnen. Die angebotene Erklärung über die ‘male idiot theory (MIT)’, wonach Männer Idioten sind, finde ich jedoch nicht so richtig überzeugend. Ableiten lässt sich hingegen, dass Idioten überwiegend Männer sind.”

Die phänomenale Male Idiot Theory von McPherson

Die phänomenale Male Idiot Theory von McPherson

Man kann sich die tiefe Falte auf der professoralen Stirn richtig vorstellen, während das dahinter liegende Gehirn prozessiert, dass die Kartoons von James McPherson, von dem die angebliche Male Idiot Theory stammt, “nicht so richtig überzeugend” sind. Und dem professoralen Zweifel folgt der konstruktive Teil: Man könne ableiten, dass Idioten überwiegend Männer sind.

roflHa! – kann man da nur sagen und nachdem man sich die Tränen aus den Augen gewischt hat feststellen, dass um diese Ableitung zu treffen, eine Vollerhebung aller Idioten notwendig wäre, was es erforderlich machen würde, ein Kriterium für “Idiot” aufzustellen, also z.B. zu sagen, dass Idioten alle diejenigen sind, die es nicht merken, wenn sie veralbert werden – oder so.

Aber damit nicht genug. Unser Professor sucht tatsächlich eine Erklärung für das Ergebnis einer Auszählung, die britische Wissenschaftler aus Spass und auf Grundlage einer willkürlichen und nicht ganz ernst gemeinten Zusammenstellung von Personen, die es geschafft haben, sich auf mehr oder weniger dämliche Weise selbst aus dem Genpool zu entfernen, vorgenommen haben:

Rofl2Dafür gibt es jedoch eine plausiblere Erklärung, nämlich die ungleiche Intelligenzverteilung von Frauen und Männern bei gleicher Durchschnittsintelligenz (siehe die zweite Abbildung in diesem Artikel, den zuerst Herr Vorländer in der Diskussion zu ‘Starre Frauenquote kommt’ verlinkte). Demnach gibt es unter den Männern mehr Idioten, aber auch mehr Höchstbegabte und Genies.”

Das begründet unser Professor mit einer evolutionären Theorie, die selbst die Kartoons von James McPherson in den Schatten stellt: Frauen können nur eine relativ kleine Anzahl von Kindern bekommen, deshalb sind sie geistig im Mittelfeld angesiedelt, Männer können fast beliebig viele Kinder oder gar keine zeugen, deshalb sind sie entweder Deppen oder Genies.

Wenn Sie demnächst im Supermarkt einen desorientierten Menschen dabei beobachten, dass er evolutionäre Gründe für das geschlechtsspezifische Einkaufsverhalten von verdummenden Frauenzeitschriften anführt – melden Sie ihn bei uns, damit wir ihn in seinen Elfenbeinturm zurückverfrachten und ihm jeglichen Kontakt mit der Außenwelt abschneiden können.

Fragen ist Bürgerpflicht: Aufruf an ScienceFiles Leser

Die Lehrenden der Humboldt-Universität haben in einer Stellungnahme erklärt, mit Lann Hornscheidt solidarisch zu sein und sich gegen unspezifizierte Diffamierungen von Gender Studies und Lann Hornscheidt gewendet. Die Stellungnahme ist nicht namentlich unterschrieben, sondern mit “Die Lehrenden der Amerikanistik an der Humboldt-Universität”.

Wie wir dank der Recherche von Axel wissen, handelt es sich bei den “Lehrenden der Amerikanistik der Humboldt-Universität” um die folgenden Personen:

  1. humboldt amerikanistikEva Boesenberg
  2. Antje Dallmann
  3. Markus Heide
  4. Renate Hof
  5. Reinhard Isensee
  6. Martin Klepper
  7. Martina Kohl
  8. Katja Linke
  9. Dorothea Löbbermann
  10. Renate Ulbrich
  11. Christina Wald

Sie alle erklären sich nicht nur mit Lann Hornscheidt solidarisch, sondern stimmen den folgenden Aussagen zu:

  • Lann Hornscheidt und die Gender Studies werden diffamiert.
  • Die Gender Studies haben der Amerikanistik wertvolle Impulse gegeben.

Zudem muss geschlossen werden, dass die Unterzeichner der Stellungnahme der Amerikanistisk der Humboldt-Universität kein Problem damit haben, dass Lann Hornscheidt zu Straftaten aufruft, denn der entsprechende Aufruf wird in keiner Weise gewürdigt.

Da die Amerikanistik-Lehrenden in ihrer Stellungnahme zudem zu einer sachlichen und nicht-polemischen Diskussion aufrufen, nehmen wir sie beim Wort und rufen nun unsererseits die Leser von ScienceFiles auf, den 11 Genannten eine eMail zu schicken, in der sie den Angeschriebenen die Gelegenheit geben, ihre an Allgemeinheit, Floskeln, unbelegten Behauptungen und Diffamierungen reiche Stellungnahme mit Belegen und sachlicher Argumentation dem Anspruch gerecht werden zu lassen, den sie anderen gegenüber erheben.

Im Folgenden haben wir einen Musterbrief aufgesetzt, den wir unseren Lesern als Vorlage anbieten. Das heißt natürlich nicht, dass nicht jeder frei ist, eine eigene eMail zu verfassen:

Sehr geehrte/r …

Als Lehrender der Amerikanistik der Humboldt-Universität zu Berlin haben sie eine “Stellungnahme der Amerikanistik an der Humboldt-Universität zu den Vorwürfen gegen Gender Studies und Prof. Hornscheidt” unterzeichnet.

In dieser Stellungnahme fordern sie dazu auf, eine sachliche Diskussion über Gender Studies und Prof. Lann Hornscheidt zu führen. Ich will Ihnen hiermit die Gelegenheit geben, dies zu tun, und im folgenden einige Fragen zu beantworten.

Sie behaupten in der Stellungnahme, Lann Hornscheidt und die Gender Studies würden diffamiert. Dazu meine Fragen: Wer diffamiert die Gender Studies und Lann Hornscheidt in welcher Weise und wo? Was sind die Gründe dafür, dass Sie Kritik als Diffamierung darstellen?

Wissenschaft lebt von Kritik. Ohne Kritik gibt es keinen Erkenntnisfortschritt. Dazu meine Frage: Wo verläuft für Sie die Grenze zwischen Kritik und Diffamierung?

Sie behaupten in der Stellungnahme “die Gender Studies” hätten der Amerikanistik “wertvolle inhaltliche Impulse gegeben”. Dazu meine Fragen: Um welche Impulse handelt es sich dabei? Wie haben die Impulse die Theoriebildung der Amerikanistik positiv beeinflusst? Welche neue Erkenntnis innerhalb der Amerikanistik ist durch die Impulse der Gender Studies möglich gewesen?

Sie erklären sich mit der Stellungnahmen u.a. mit “Prof. Lann Hornscheidt” solidarisch. Dazu meine Frage: Sind Sie auch damit solidarisch und unterstützen Sie Lann Hornscheidt darin, Studenten zur Störung von universitären Veranstaltungen aufzurufen und sie zu Straftaten, wie z.B. Sachbeschädigung zu ermutigen?

Schließlich vermittelt die Stellungnahme, die Sie unterzeichnet haben, den Eindruck, dass die Lehrenden der Amerikanistik intime Kenner der Gender Studies sind. Deshalb bitte ich Sie, abschließend noch die folgenden Fragen zumindest teilweise zu beantworten:

  1. Was haben Gender Studies an Universitäten zu suchen?
  2. Welchen konkreten Nutzen haben Gender Studies der Wissenschaft gebracht?
  3. Welchen konkreten Schaden haben Gender Studies der Wissenschaft zugefügt?
  4. Wie rechtfertigen Genderisten ihre Finanzierung durch Steuerzahler?
  5. Welcher Nutzen entsteht Steuerzahlern durch Gender Studies?
  6. Was ist wissenschaftlich an Gender Studies?
  7. Welche wissenschaftliche Methode nutzen Gender Studies?
  8. Welche prüfbare und nachvollziehbare Erkenntnis haben Gender Studies erbracht?
  9. Wo sehen Genderisten, den Unterschied zwischen Ideologie und Wissenschaft?
  10. Wie sehen Genderisten das Verhältnis zwischen wissenschaftlicher Forschung und Sozialtechnologie?
  11. Ist Kritik außerhalb von Unterstellungen mit Bezug auf Angst vor dem Neuen für Genderisten vorstellbar? Wenn ja, wie äußert sich die entsprechende Kritik?
  12. Auf welcher Erkenntnistheorie basieren Gender Studies?

Mit freundlichen Grüßen,

Sartori_DemokratietheorieIn fast allen Demokratietheorien wird die Bürgerbeteiligung als ein zentrales Element des demokratischen Normenystems angesehen, das zudem eine der Hauptstützen der Demokratie ist. Universitäts-Angestellte werden aus Steuergeldern finanziert und sollen für diese Bezahlung die Gegenleistung des Erkenntnisgewinns, der wiederum gesellschaftliches Wachstum zur Folge hat, erbringen. Als öffentliche Angestellte sind Universitäts-Angestellte Steuerzahlern verantwortlich und Gegenstand öffentlicher Kontrolle. Das Verschicken einer eMail an die oben Genannten oder einen davon nach freier Wahl, ist somit ein demokratischer Akt, der für die Stabilität des deutschen demokratischen Versuches von höchster Bedeutung ist.

Es ist nicht notwendig, dass jeder alle Lehrenden der Amerikanistik anschreibt. Es reicht aus, wenn sich jeder einen Adressaten aussucht, dessen Vor- oder Nachname mit demselben Buchstaben beginnt, wie der Vor- oder Nachname des entsprechenden ScienceFiles-Lesers.

Pathos beiseite: Es ist wichtig, dass sich viele Leser an dieser Aktion beteiligen. Wer sich daran beteiligt, den bitten wir darum, (1) die eMail in Kopie an uns zu schicken (sciencefiles at textconsulting.net) und uns (2) die Antwort zugänglich zu machen.

Vielen Dank im Voraus für Ihr Engagement.

Hier noch die eMail-Adressen als Serviceleistung:

  1. Eva Boesenberg: eva.boesenberg@staff.hu-berlin.de
  2. Antje Dallmann: Antje.Dallmann@staff.hu-berlin.de
  3. Markus Heide: markus.heide@rz.hu-berlin.de
  4. Renate Hof: renate.hof@rz.hu-berlin.de
  5. Reinhard Isensee: reinhard.isensee@rz.hu-berlin.de
  6. Martin Klepper: martin.klepper@rz.hu-berlin.de
  7. Martina Kohl: kohlM@onlinehome.de
  8. Katja Linke: humboldtLinke@gmail.com
  9. Dorothea Löbbermann: dorothea.loebbermann@hu-berlin.de
  10. Renate Ulbrich: renate.ulbrich@staff.hu-berlin.de [Die eMail Adresse funktioniert nicht.]
  11. Christina Wald: christina.wald@hu-berlin.de

Die Amerikanistik für Lann Hornscheidt

Es reifiziert wieder. Von Reifizierungen sprechen Sozialwissenschaftler u.a. dann, wenn Individuen sich z.B. einbilden, sie wären gar nicht Individuen, sondern mehr als das, etwas Überindividuelles, z.B. das Amt oder die Behörde oder die Regierung oder Deutschland oder auch nur schlicht die “Amerikanistik”.

HU-BerlinAn der Humboldt Universität ist die Amerikanistik Fleisch geworden und hat zu uns gesprochen: “Als Amerikanistik der Humboldt-Universität”, so hat die Amerikanistik gesprochen, “wenden wir uns entschieden gegen die Diffamierung der Gender Studies an unserer Universität sowie in der Bundesrepublik Deutschland allgemein, und inbesondere einzelner Forschender und Lehrender wie Prof. Dr. Hornscheidt”.

Wir sehen: Nicht nur spricht die Amerikanistik zu uns, sie spricht auch im pluralis majestatis. Die Amerikanistik an der Humboldt-Universität ist etwas ganz Besonderes, das kann man jetzt schon sagen. Und sie wendet sich gegen die Diffamierung ihres alten Kumpels, der Gender Studies, denn auch die Gender Studies sind Fleisch geworden, und kaum sind sie es geworden, da werden sie diffamiert, noch dazu an der eigenen Uni, denn: die vermeintlichen Diffamierer sitzen an der Humboldt-Universität zu Berlin, was sehr interessant ist und hoffen lässt, hoffen, dass sich an der Humboldt-Universität tatsächlich Widerstand gegen die Hochstabler, die sich als Gender Studies unter Wissenschaftler gemischt haben, ausbreitet.

Und die Amerikanistik ist in Besitz eines besonders seltenen Wissens:

“Als transdisziplinäre Wissenschaft haben die Gender Studies u.a. der Amerikanistik wertvolle inhaltliche Impulse gegeben und ihrerseits von aktuellen amerikanistischen Fachdiskussionen profitiert.”

Wie schön, die Amerikanistik hat von seinem Kumpel der Gender Studies wertvolle inhaltliche Impulse erhalten.

Welche?

humboldt amerikanistikLeider versäumt es die Amerikanistik ihr intimes Wissen von Kumpel Gender Studies preis zu geben. Weder werden die Impulse benannt, noch werden die weiteren Empfänger der fruchtbaren Impulse von Gender Studies genannt. Sie werden als u.a. geführt und sind keiner weiteren Erwähnung wert. Deshalb rufen wir die Amerikanistik auf, ihr geschütztes Wissen an die Welt zu geben: Was ist der Nutzen, was die Impulse, was der Daseinszweck von Gender Studies? Wir rufen die Amerikanistik auf: Behaupte nicht, belege!

Und weiter im Text der Stellungnahme der Amerikanistik der Humboldt-Universität:

“Neue Erkenntnisse der Forschung stellen häufig etablierte Sichtweisen in Frage. Darauf mit Abwehr und persönlichen Angriffen zu reagieren, verrät in erster Linie einen Mangel an Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Eine sachliche Diskussion wird so verhindert. Eine fundierte und differenzierte Berichterstattung in den Medien und eine Zurückweisung polemischer und beleidigender Äußerungen in sozialen Netzwerken könnte dagegen sehr zu einer produktiven wissenschaftlichen wie öffentlichen Debatte wichtiger gesellschaftlicher Fragen beitragen.”

Dem können wir uns nur voll und ganz anschließen und uns erstaunt zeigen, ob der Selbsterkenntnis, die die Amerikanistik zum Ende ihrer Stellungnahme eingeholt hat.

Angesichts der pauschalen Behauptungen, des nicht einmal rudimentär vorhandenen Versuches, der Kritik an den Gender Studies mit Argumenten oder gar sachlich zu begegnen, angesichts der Wahl der Amerikanistik, noch im ersten Absatz die Kritik in Bausch und Bogen als Diffamierung zu diffamieren, muss man in der Tat zu dem Schluss kommen, dass die Amerikanistik auf die Kritik an den etablierten Sichtweisen der Gender Studies mit Abwehr und Diffamierung der Kritik reagiert und offensichtlich Angst davor hat, sich auf Neues einzulassen, weshalb es nur konsequent ist, wenn die Amerikanistik im Rahmen der nächsten Stellungnahme produktiv zur wissenschaftlichen Debatte um die Gender Studies beiträgt und dazu Fragen wie die folgenden beantwortet, die nach wie vor unbeantwortet sind.

  1. Was haben Gender Studies an Universitäten zu suchen?
  2. Welchen konkreten Nutzen haben Gender Studies der Wissenschaft gebracht?
  3. Welchen konkreten Schaden haben Gender Studies der Wissenschaft zugefügt?
  4. Wie rechtfertigen Genderisten ihre Finanzierung durch Steuerzahler?
  5. Welcher Nutzen entsteht Steuerzahlern durch Gender Studies?
  6. Was ist wissenschaftlich an Gender Studies?
  7. Welche wissenschaftliche Methode nutzen Gender Studies?
  8. Welche prüfbare und nachvollziehbare Erkenntnis haben Gender Studies erbracht?
  9. Wo sehen Genderisten, den Unterschied zwischen Ideologie und Wissenschaft?
  10. Wie sehen Genderisten das Verhältnis zwischen wissenschaftlicher Forschung und Sozialtechnologie?
  11. Ist Kritik außerhalb von Unterstellungen mit Bezug auf Angst vor dem Neuen für Genderisten vorstellbar? Wenn ja, wie äußert sich die entsprechende Kritik?
  12. Auf welcher Erkenntnistheorie basieren Gender Studies

P.S.

Die Reifizierte Amerikanistik besteht irgendwie aus Lehrenden, denn die Stellungnahme ist von “Die Lehrenden der Amerikanistik an der Humboldt-Universität” unterschrieben. Offensichtlich will sich jeder Amerikanist der Humboldt-Universität in der Meute verstecken und nicht verantwortlich sein, für die Stellungnahme.

Wer sich für die “Lehrenden” interessiert, hier sind sie.

P.P.S.

Liebe Amerikanistik, in Zeile 3 deiner Stellungnahme muss es natürlich heißen, einzelnx Forschendx und Lehrendx wie Profx Dr. Lann Hornscheidt.

Schließlich: Die Abstimmung darüber, ob Lann Hornscheidt an der Humboldt-Universität bleiben kann, läuft noch. Derzeitiger Zwischenstand:

500 abgegebene Stimmen:

390 (78%): Nein, Lann Hornscheidt kann nicht an der Humboldt Universität verbleiben

84 (17%): Ja, Lann Hornscheidt kann an der Humboldt-Universität bleiben.

26 (5%): Ist mir egal oder anderes.

Und zu guter Letzt ist festzustellen, dass die Amerikanistik sich offensichtlich nicht daran stört, dass Lann Hornscheidt zu Straftaten aufruft, so dass man annehmen muss, dass “die Lehrenden der Amerikanistik” nichts daran auszusetzen haben und sich auch mit dem Aufruf zu Straftaten solidarisch erklären.

Wachstum Marke OECD – Eine Manipulation in Armut

Durch die Presse geht heute ein Beitrag, der auf der mehr oder weniger kompletten Adaption einer Pressemeldung der OECD basiert. Einkommensungleichheit beeinträchigt das Wirtschaftswachstum, so lautet die Überschrift der Pressemeldung, die wiederum auf einem Arbeitspapier von Frederico Cingano basiert, das nicht ansatzweise so populär zu sein scheint, wie die Pressemeldung.

OECDUngleichheit, so die Erzählung, ist in den Ländern der OECD gewachsen, nicht irgend eine Ungleichheit, nein, die Einkommensungleichheit. Die oberen 10 Prozent haben ihren Abstand zu den unteren 10% vergrößert und verdienen nunmehr 7 Mal so viel wie die unteren 10% der Einkommensbezieher. Das behauptet die Pressemeldung der OECD gleich zu Beginn.

In der Kurzfassung des Arbeitsberichts heißt es dagegen:

“The gap between rich and poor is at its highest level in most OECD countries in 30 years. Today, the richest 10% of the population in the OECD area earn 9.5 times more than the poorest 10%. By contrast, in the 1980s the ratio stood at 7:1.”

Diese Angaben stimmen auch mit den Zahlen überein, die Cingano gleich unter Punkt 1 seines Beitrags gibt, so dass man sich fragt, in welchen Zeiten wir leben, wenn diejenigen, die Pressemitteilungen erstellen, nicht einmal mehr in der Lage sind, die ersten Zeilen eines Berichts richtig zu zitieren.

Aber es geht ja nur um die Message und die Stimmung, die mit dieser Message einhergeht: Der Abstand zwischen Arm und Reich wird immer größer, was auch nicht ganz stimmt, denn die Aussage bezieht sich auf das Einkommen von Haushalten und nicht auf das Ersparte oder sonstige Formen von Reichtum.

Weil der Abstand zwischen den Einkommen der Top-10%-Haushalte und denen der Bottom-10%-Haushalte gewachsen ist, ist das Wirtschaftswachstum hinter seinen Möglichkeiten geblieben, geringer ausgefallen als es hätte ausfallen können.

Ja. Nun ist das nicht unbedingt ein naheliegender Zusammenhang.

Warum sollte sich die Einkommensungleichheit die zwischen den Top-10%-Haushaltseinkommen und den Bottom-10%-Haushaltseinkommen besteht, negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken? Ganze 6% im Fall von Deutschland über 20 Jahre verteilt, also 0,3% jährlich?

Nun, der Pressemelder der OECD weiß genau, woran das liegt: “Die Studie liefert Belege dafür, dass steigende Ungleichheit das Wirtschaftswachtum hauptsächlich dadurch bremst, dass Kinder aus sozial schwächeren Familien weniger Bildungschancen haben”.

Da sind Sie wieder, die sozial schwachen Familien, die an allem Schuld sind, dieses Mal am geringer als möglichen Wirtschaftswachstum und weil sie weniger in Bildung investieren, als dem Wachstum angemessen, weil sie zu den Bottom-10% der Haushalts-Einkommensbezieher gehören. Und dazu gehören sie, weil sie wenig in ihre Bildung investiert haben, deshalb beziehen sie die Bottom-10%-Einkommen. Etwas ist also es selbst (wegen geringer Bildung geringes Einkommen) und seine Ursache (wegen geringem Einkommen geringe Bildung) – die OECD-Henne, die vor und nach dem Ei kommt.

SchulsystemUnd vielleicht ist der Zusammenhang, den die Medien so kritiklos wieder berichten, auch etwas unterspezifiziert, wenn man bedenkt, dass es in Deutschland ein öffentliches Bildungssystem gibt, in das man als Eltern nicht in der Weise investieren kann und muss, wie es die Humankapitaltheorie, auf der die Behauptung oben aufbaut, annimmt.

Schulbesuch ist unentgeltlich, so dass Bildung grundsätzlich jedem offen steht. Natürlich gibt es soziale Hemmnisse, die das Vorankommen behindern und dafür sorgen, dass in Deutschland eine soziale Stratifizierung im Bereich der Bildung aufrecht erhalten werden kann. Derartige soziale Hemmnisse setzen z.B. da an, wo Schulen in bestimmten herunter gekommenen Stadteilen einfach schlechter sind als Schulen in der schicken Gegend. Sie bestehen da, wo Lehrer Schüler aufgrund ihrer Herkunft stereotypisieren und z.B. den Jungen mit der arbeitenden, alleinerziehenden Mutter trotz seiner guten Noten für weniger geeignet ansehen, das Gymnasium zu besuchen, wie die Tochter des Rechtsanwalts, die zwar schlechtere Noten hat, aber eine Hausfrau-Mama, die zumindest durch physische Anwesenheit den Anspruch erhebt, sich um ihre Tochter zu kümmern.

Ganz davon abgesehen spielen natürlich Entwertungsprozesse gering qualifizierter Arbeit eine große Rolle, wenn es um die Frage geht, welches Einkommen sich mit nur geringer Bildung erzielen lässt. Tarifabschlüsse und Mindestlöhne sorgen dafür, dass die Arbeitsmöglichkeiten für ungelernte oder nur gering qualifizierte Arbeitnehmer immer weniger werden, dass die entsprechenden Arbeitsplätze in Länder ausgelagert werden, in denen die gleiche Arbeit für deutlich weniger Lohn erbracht wird. Dass die Einkommen gering Qualifizierter entsprechend relativ sinken, das würde man erwarten.

Aber natürlich ist das alles irrelevant, denn allein die über Bildungsinvestitionen zu Stande kommende Einkommensungleichheit hat die beschriebenen Folgen – sagt die OECD.

Interessanter Weise kennt Cingano auf den Seiten 10 bis 12 seines Arbeitspapieres eine ganze Reihe anderer möglicher Erklärungen dafür, warum Einkommensungleichheit sich auf das Wachstum auswirken sollte, darunter:

  • Wachstumsverluste durch soziale Unruhen, geschürt z.B. durch eine ständige Dämonisierung von Einkommensunterschieden;
  • zu geringe Inlands-Nachfrage nach Innovationen, weshalb Innovationen in anderen Ländern auf den Markt gebracht werden;
  • und die Investitionen in Humankapital, jene Theorie, die Gary S. Becker für die USA entwickelt hat, jenes Land, in dem Bildung insofern mit Investitionen verbunden ist, als private Schulen Gebühren verlangen und ein Studium generell mit Studiengebühren verbunden ist, so dass die erreichte formale Bildung ganz krude von den Bildungsinvestitionen abhängt.

Schließlich kennt Cingano sogar zwei Hypothesen, warum hohe Einkommensungleichheit das Wirtschaftswachstum gar befördern soll, weil die Ungleichheit denen, die sich am unteren Ende finden, als Ansporn dient – ein unpopulärer, aber dennoch nicht einfach von der Hand zu weisender Gedanke und weil die Sparquote steigt (weil Großverdiener einen geringeren Anteil ihres Einkommens konsumieren als Geringverdiener), was Investitionen begünstigt.

Der Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Wachstum ist also alles andere als so einfach, wie man ihn bei der OECD offensichtlich gerne hätte. Schlimmer noch, er ist nicht einmal für das behauptete Ergebnis eindeutig, wie die Tabelle zeigt, die der Arbeit von Cingano entnommen ist:

Cingano inequality

Interessant an der Tabelle sind die Sternchen. Sie geben an, welche der getesteten Zusammenhänge statistisch signifikant sind. Und siehe da, signifikant ist nur der Zusammenhang zwischen Ungleichheit (inequality) und Wirtschaftswachstum, sonst nichts – obwohl Humankapital im Modell enthalten ist, erklärt Humankapital nichts.

Wir sind also wieder back to square one und bei der Frage: Warum sollte Einkommensungleichheit sich auf das Wirtschaftswachstum auswirken, und wie sollte sie das tun?

Aber selbst wenn man, wie die OECD, dieses Ergebnis ignorieren wollte, weil es einem nicht in den politischen Kram passt, so stellte sich doch die Frage, wie der Zusammenhang der Investitionen in Humankapital, die Haushalte mit geringem Einkommen im öffentlichen Bildungssystem in Deutschland angeblich nicht vornehmen können, und dem Wirtschaftswachstum zu Stande kommt, angesichts der nicht vorhandenen Notwendigkeit, monetäre Investitionen z.B. für Schulbesuch oder Universitätsbesuch zu machen.

Rolff SchulentwicklungEs ist schon erstaunlich, dass man sich bei der OECD nicht nur über Legionen von Büchern hinwegsetzt, die regelmäßig zeigen, dass soziale Selektionsmechanismen, in dem, was Rolff “Schule als Mittelschichtsinstitution” bezeichnet hat, dafür sorgen, dass die, die unten sind, auch in der nächsten Generation unten bleiben (schon um die Abstiegsängste der unteren Mittelschicht zu behandeln) vom Tisch gewischt und mit einer wilden Assoziationskette ersetzt werden, die behauptet, dass irgendwie ein Zusammenhang zwischen Einkommensungleichheit von Haushalten und Wirtschaftswachstum besteht, der irgendwie über Bildungsinvestitionen in was auch immer, vermittelt wird.

Bei so viel Assoziationen und soviel Ignoranz bestehender Forschungsergebnisse fragt man sich doch: Was treibt die Herrschaften bei der OECD um? Die Antwort, die die deutsche Pressemeldung gibt, lautet wie folgt:

“In diesem Zusammenhang weist die Studie darauf hin, dass Umverteilung mittels Steuern und Transfers nicht zwangsläufig wachstumsschädlich ist, solange entsprechende Maßnahmen zielgenau angewandt werden. Eine solche Verteilungspolitik müsse sich vor allem auf Familien mit Kindern sowie auf junge Menschen konzentrieren und deren Lernchancen verbessern.”

Und wie von Geisterhand sind alle Probleme des Bildungssystems gelöst. Wir verteilen einfach ein bischen “gezielt” um, wie die neue Formel von Umverteilung heißt und kaufen uns, für, sagen wir 10%, “gezielt” umverteilte Mittel 10% mehr intelligente oder doch zumindest formal höher gebildete Kinder. Natürlich sind im Preis die Kosten für 10% bessere Lehrer und 10% intelligentere Lehrer enthalten, und die Kosten für die Weiterbildung der Lehrer, die an Hauptschulen nun überflüssig werden, die sind auch enthalten, und die Kosten für den Import von Arbeitskräften, die sich um all die Arbeiten kümmern, die die nun um 10% besser gebildete Bevölkerung nicht mehr machen will, die importierten Arbeitskräfte, die nun zu den Bottom-10% Haushaltseinkommenbeziehern werden, für die wir dann in 20 Jahren feststellen, dass dann, wenn die Bottom-10% Haushaltseinkommensbezieher nicht die Bottom-10% gewesen wären, das Wachstum in den letzten 20 Jahren, sagen wir: um 7,5% höher ausgefallen wäre, weshalb wir abermals umverteilen müssen, von oben nach unten und natürlich ganz und besonders gezielt in die Bildung der Bottom-10% oder Bottom-40%, wir wollen die bedürftige Mittelschicht ja nicht vergessen und im Regen stehen lassen, am Ende wird sie noch von den in den Genuss direkt umverteilter Mittel geförderten Bottom-10% überholt, und das wollen wir ja nicht – oder?

Und irgendwann haben wir dann die Gesellschaft, die der OECD vorschwebt: niemand ist mehr Bottom-10%, niemand ist mehr Top-10%, niemand ist mehr irgend etwas, will irgend etwas, macht irgend etwas, die vollendete Gleichheit ist erreicht und diese vollendete Gleichheit hat zumindest einen Vorteil: Die OECD wird nicht mehr gebraucht!

Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück täuscht männliche Bewerber

Es war eine Zeitlang ruhig, im Professorinnenprogramm – jedenfalls nach unserer Wahrnehmung. Scheinbar sind den Verantwortlichen die Formulierungen ausgegangen, mit denen Sie männliche Bewerber an der Nase herum führen wollen.

Zur Erinnerung: Im Rahmen des Professorinnenprogramms werden ausschließlich Stellen finanziert, die mit einem weiblichen Bewerber besetzt werden. Nun verstößt eine Ausschreibung, die sich nur an weibliche Bewerber richtet, gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), eine, wie man sagen könnte, unbeabsichtigte Folge der Gesetzgebung. Ein dummes Problem, das sprachlich und mit Täuschung bewältigt wird, in dem Lesern entsprechender Ausschreibungen vorgegaukelt wird, die Ausschreibung richte sich an weibliche und männliche Bewerber.

Das entsprechende Vorgehen haben wir in einer Fülle von Fällen bereits dokumentiert. Bislang fehlt noch der Aufschrei dazu. Scheinbar regt es in Deutschland niemanden auf, wenn in öffentlichen Ausschreibungen systematisch gelogen und getäuscht wird. Was die moralischen und ethischen Ansprüche der Deutschen an ihre Regierung und die Institutionen der Regierung angeht, gibt es offensichtlich nach unten keine Grenze.

Und natürlich bekommt jeder, was er verdient. Im vorliegenden Fall erhalten all die männlichen Bewerber, die sich nicht wehren, all diejenigen, die denken, der öffentliche Betrug ginge sie nichts an, einen moralischen Verfall als Ergebnis, dessen Ende nicht absehbar ist. Sicher ist nur, dass immer dann, wenn im Namen vermeintlich hehrer Ziele gelogen und betrogen wird, am Ende Lüge und Betrug und oft noch Schlimmeres herausgekommen ist.

Die neuen Täuscher sitzen an der Universität Osnabrück und schreiben die Stelle einer

wissenschaftlichen Mitarbeiterin / eines wissenschaftlichen Mitarbeiters
(Entgeltgruppe 13 TV-L, 100 %)

aus.Imis betrug

Die Stelle ist somit nicht attraktiv entlohnt, dafür aber mit vielen Wünschen und Qualifikationen, die der Bewerber mitbringen soll, verbunden. Und selbst wenn die geforderten “vertieften Kenntnisse und Erfahrungen in der Geschlechterforschung” aufgrund der Anzüglichkeit der Formulierung ein Schmunzeln beim Leser hervorrufen, so vertreibt die gewählte Form der absichtlichen Täuschung von männlichen Bewerbern das Schmunzeln in Windeseile. Davon abgesehen stellt sich die Frage, was Geschlechterforschung mit Migrationsforschung zu tun haben soll (dass es zwei Geschlechter gibt, die migrieren, ist eigentlich bekannt).

Denn: nachdem der Leser erfahren hat, dass man in Osnabrück viele Ansprüche an den Bewerber hat und vielleicht gerne erfahren hätte, was, außer einer kümmerlichen Bezahlung, als Gegenleistung von der Universität Osnabrück geboten wird, also z.B.: wie alt die Infrastruktur ist, ob ein Computer vorhanden ist und wenn ja, ob eine Windows Version oberhalb von 3.1 installiert ist, ob Zugang zum Internet besteht, ob dieser Zugang über eine LAN oder über die Drosselkom erfolgt? Ob der Stelleninhaber, dem so viel abverlangt wird, u.a. eine qualifizierte Promotion im Bereich der Soziologie, internationale Forschungserfahrung, ein migrationsbezogenes Habilitationsvorhaben und interdisziplinäre Kooperations- und Forschungskompetenzen, ob dieser Stelleninhaber vielleicht, per Zufall, man soll ja nie ausschließen, dass sich etwas Positives einstellt, Zugang zu einer Sekretärin hat und, man will ja nicht gierig erscheinen, aber so ein eigens Büro, das man nicht mit einem bis drei anderen teilen muss, das wäre auch in Ordnung.

Aber, derartige Informationen erhalten die Bewerber, auch die männlichen Bewerber, die bis hier noch denken, sie hätten eine Chance, die Stelle zu erhalten, nicht. Statt dessen erfahren sie, dass die Universität Osnabrück eine “zertifizierte familiengerechte Hochschule” ist, die sich für die “Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie” einsetzt. Wenn der Bewerber also seine Oma mitbringen will – gemacht. Wenn er seinem kleinen Neffen Nachhilfe am Arbeitsplatz geben will – auch kein Problem. Nur die Frage, unter welchen Bedingungen er arbeiten soll, die wird ihm nicht beantwortet. Er bewirbt sich auf die sprichwörtliche Katze im Sack.

Und natürlich fehlt auch die folgende Floskel politischer Korrektheit nicht:

“Die Universität Osnabrück will die berufliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern besonders fördern und fordert deshalb qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt berücksichtigt.”

Frage:

Wer hat nach dem Lesen dieser Floskel den Eindruck, die Bewerbung sei für eine Stelle, die nur mit einem weiblichen Bewerber besetzt werden kann?

Wer denkt nicht, es handele sich hier um eine normale Stellenausschreibung, die sich an weibliche und männliche Bewerber richtet, unter denen derjenige ausgesucht wird, der am besten geeignet ist, um die Stelle zu besetzen?

Nun, alle die dies denken, sind auf den Täuschungsversuch der Universität Osnabrück hereingefallen. Dass es ein Täuschungsversuch ist, zeigt sich deutlich an einem Einschub, der den Bewerbern im schönsten Verwaltungsdeutsch untergeschoben wird, damit sie es auch schön überlesen:

Deceibe infeigle obfuscateDie Besetzung der oben genannten Stelle erfolgt, wie es heißt: “vorbehaltlich der Freigabe der Mittel aus dem Professorinnenprogramm II (Bundeskomponente)”.

Und wann werden die Mittel aus dem Professorinnenprogramm II freigegeben?
Wenn ein weiblicher Bewerber für die entsprechende Stelle gefunden wurde.

Und was passiert, wenn kein weiblicher Bewerber für die entsprechende Stelle gefunden wird?
Dann werden die Mittel aus dem Professorinnenprogramm II nicht freigegeben.

Und was passiert, wenn die Mittel aus dem Professorinnenprogramm II nicht freigegeben werden?
Dann gibt es keine Stelle, die besetzt werden kann.

Und abermals wundern wir uns, was man mit Deutschen alles machen kann; wie wenige Deutsche sich bei ihrer Verwaltung darüber beschweren, dass sie eine moralische Verkommenheit an den Tag legt, die kaum mehr unterboten werden kann. Kaum jemand beschwert sich. Kaum jemand fordert eine Entschuldigung für die Täuschung. Kaum jemand fordert, dass die Verantwortlichen von ihren Positionen entfernt werden.

Deutschland 2014 lebt mit der alltäglichen Täuschung. Man hat keine Probleme damit, dass Vertreter von Institutionen, die die Bürger repräsentieren, täuschen, betrügen und lügen.

Prof. Dr. Günter Buchholz: “Sektion Gender- und Frauenforschung abwickeln!”

Es reicht offensichtlich immer mehr Wissenschaftlern mit dem Gender-Spuk.

Die Liste derjenigen, die versuchen, von den Sozialwissenschaften zu retten, was zu retten ist, wächst.

Sie wächst zum großen Teil im Verborgenen, weil Mut unter Sozialwissenschaftlern eine selten zu findende Tugend ist – auch wenn wir nicht verstehen, was die öffentliche Kundgabe seiner Meinung, dass Genderismus, Feminismus oder wie sich die manische Beschäftigung mit Geschlechtsteilen auch immer nennen mag, mit Wissenschaft nicht zu vereinbaren ist, mit Angst zu tun hat, vor allem wovor die entsprechenden Wissenschaftler überhaupt Angst haben.

Aber, vorauseilende Angst vor eingebildeten Entitäten ist eine weitverbreitete Qualität, die gewöhnlich und ganz so, wie Leon Festinger das beschrieben hat, damit erklärt wird, dass man gar keine Angst habe, vielmehr sich zu schade sei, um sich mit einem solchen Unsinn wie Genderismus zu befassen. Deshalb lässt man die Schergen des Genderismus walten!

buchholzEiner, der diese vorauseilende Angst nicht teil, der sich traut, seinen Mund aufzumachen, ist Prof. Dr. Günter Buchholz, der unseren letzten Beitrag zum Anlass genommen hat, eine Forderung aufzustellen, die wir unterstützen und deren Verbreitung wir unseren Lesern ans Herz legen. Prof. Dr. Günter Buchholz hat sich in der Vergangenheit bemüht, zu klären, ob Genderismus einen Kern von Wissenschaftlichkeit vorweisen kann. Er wurde angefeindet und seine wissenschaftliche Befragung wurde von den Genderisten boykottiert.

Das dokumentiert einmal mehr: Genderisten sind keine Wissenschaftler. Sie lagern sich an Sozialwissenschaften an, saugen sie aus wie ein Schwamm (sponge) und geben nichts zurück.

Es ist höchste Zeit, dem Gender-Spuk ein Ende zu bereiten. Deshalb unterstützen wir die Forderung von Prof. Dr. Günter Buchholz:

Innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Soziologie gibt es eine genderistische Abteilung, oder eine Sektion “Frauen und Geschlechterforschung”,die, nicht zuletzt im Interesse der vielen anderen Sektionen, die wissenschaftlich seriös arbeiten, zügig abgewickelt werden sollte, um den Ruf der deutschen Soziologie zu retten, was hoffentlich noch möglich ist. Denn es gibt keine feministische Wissenschaft, das ist vielmehr ein Widerspruch im Beiwort, eine contradictio in adiecto. In demselben Sinne kann es zum Beispiel auch keine “christliche Wissenschaft” geben, wie etwa den “Kreationismus” in den USA, der die Gültigkeit der Bibel der biologischen Forschung unbefragbar voraussetzt, so wenig wie es irgendeine andere X-Wissenschaft geben kann.

Denn Wissenschaft ist nur dann Wissenschaft ist, wenn sie bei sich bleibt. Und dies gerade dann, wenn sie sich bewußt bleibt, dass Wissenschaft immer ein sozialer Prozess ist, dass es also immer eine soziale Kontextualisierung gibt, die sich auf Entstehungsmotive und Verwendungsinteressen auswirken.

Entscheidend aber ist die STRIKTE TRENNUNG DES BEGRÜNDUNGSZUSAMMENHANGS sowohl vom Entstehungs- wie vom Verwendungszusammenhang, ohne diese jedoch zu ignorieren. Ich erinnere in diesem Zusammenhang beispielhaft an die experimentelle Entdeckung der Kernspaltung und die Folgen.

Der Begründungszusammenhang von Wissenschaft kennt einzig und allein Methoden, Logik und empirische Evidenz.

Und deshalb sind alle X-Wissenschaften keine Wissenschaften. Denn es wird hier der Begründungszusammenhang von Wissenschaft, der allein wissenschaftstheoretischen und methodischen Ansprüchen genügen muß, vermischt mit Motiven des geschichtlichen Entstehungszusammenhangs und mit Interessen des Verwendungszusammenhangs von Wissenschaft. Letztere gibt es immer, aber Wissenschaft kann nur betrieben werden, wenn sie vom Begründungszusammmenhang strikt ausgeschlossen bleiben. Der Wissenschaft darf weder ein Vorurteil noch ein Dogma noch ein feministischer Konsens (das Patriarchatsdogma) vorgeschaltet werden, sondern es muß methodisch korrekt geforscht werden, und diese Forschung muß ergebnisoffen sein. Ist das nicht der Fall, dann ist das keine Wissenschaft, sondern bloße Ideologieproduktion.

Und hier geht es weiter.

Umfrage: Kann Lann Hornscheidt an der HU-Berlin verbleiben?

Jan Hendrik Olbertz spricht nicht mit uns.

Wir sind zutiefst betrübt.

HU-BerlinOffensichtlich hat Jan Hendrik Olbertz nichts dazu zu sagen, dass ein Positionsinhaber der Universität, deren Präsident er ist, seine Studenten dazu zwingt, ihn mit  Profx anzusprechen.

Offensichtlich hat Jan Hendrik Olbertz nichts dazu zu sagen, dass ein Positionsinhaber der Universität, deren Präsident er ist, Studenten durch Sprechauflagen davon abschreckt, seine Seminare zu besuchen und entsprechend seinen Kollegen mehr Arbeit aufhalst, sich, mit anderen Worten, vollkommen unkollegial verhält.

Offensichtlich hat Jan Hendrik Olbertz nichts dazu zu sagen, dass ein Positionsinhaber der Universität, deren Präsident er ist, seine Studenten zu indoktrinieren versucht, und zwar mit einer Ideologie, die auf der Prämisse gründet, die Vertreter der Ideologie seien die besseren Menschen.

Offensichtlich hat Jan Hendrik Olbertz auch nichts dazu zu sagen, dass ein Positionsinhaber der Universität, deren Präsident er ist, seine Studenten zu Interventionen aufruft, wobei mit Interventionen Straftaten umschrieben sind und Aktionen, die den Betrieb an u.a. der Humboldt-Universität stören sollen und in der Vergangenheit bereits gestört haben.

Zu all dem hat Jan Hendrik Olbertz nichts zu sagen.

Obwohl er Präsident der HU-Berlin ist – zumindest rein formal besehen.

Aber er spricht nicht mit jedem, schon gar nicht mit Personen, die ihm unbequeme Fragen stellen.

Aber vielleicht sehen wir das auch alles ganz falsch.

Vielleicht ist die Freiheit der Wissenschaft mittlerweile über die akademische Rechtschaffenheit hinaus.

Vielleicht dient Freiheit der Wissenschaft heute als Deckmantel, unter dem ganz legitim indoktriniert und zu Straftaten aufgerufen werden kann.

Wir haben wirklich angefangen, zu zweifeln, an unserem Bild vom Rechtsstaat und an unserem Bild davon, was akademische Rechtschaffenheit meint.

Deshalb fragen wir unsere Leser:

Kann Lann Hornscheidt trotz allem, was hier aufgelistet ist, weiterhin auf Kosten von Steuerzahlern an der Humboldt-Universität Studenten indoktrinieren? Fällt ein derartiges Verhalten unter die Freiheit der Wissenschaft oder ist ein derartiges Verhalten den Steuerzahlern gegenüber unverantwortlich?

Nun haben unsere Leser das Wort.

Wir bitten um rege Beteiligung, schon damit wir dem Präsidenten der HU-Berlin, der nicht mit uns spricht, ein umfangreiches Meinungsbild zuschicken können und ihn auf den Stand der Stimmung bringen können, die unter denen herrscht, mit denen er nicht spricht.

Was sagen Sie?

Die große Einfalt: Elisabeth Tuider und Sexualerziehung

Erinnern Sie sich noch an Elisabeth Tuider?

Jene “Professorin für Soziologie der Diversität”, die an der Universität Kassel eine Position besetzt, die von Steuerzahlern finanziert wird?

Ein Leser von ScienceFiles hat sich sehr genau an Elisabeth Tuider und ihre Forderungen, z.B. Analverkehr und die Einrichtung eines Bordells zum Gegenstand der Sexualerziehung von Kindern zu machen, erinnert. Und er hat erhebliche Mühen auf sich genommen, um uns einen Artikel, der in der Dezemberausgabe von Konkret veröffentlicht wurde, zuzuschicken. Wir danken ihm an dieser Stelle für seinen Einsatz.

Pirincci

Tuiders Vorstellungen

 

Angesichts der Mühen unseres Lesers verbindet sich mit dem Text natürlich für uns die Verpflichtung, jetzt auch einen Post über Tuider und ihre queeren Ideen zu Sexualerziehung zu machen. Keine verlockende Aussicht, und entsprechend haben wir den Post vor uns hergeschoben – bis heute. Heute hat die Waliser Sonne einen derart erhebenden Einfluss, dass man selbst Tuider ertragen kann.

“Die große Einfalt”, so ist der Beitrag von Tuider überschrieben, gefolgt vom Untertiteil: “Zum Nutzen der Aufgeregtheit um die sexuelle Vielfalt”. Gleich vorweg, wer nun denkt, er bekomme den angekündigten Nutzen im Text genannt, der sieht sich getäuscht. Man muss entsprechend annehmen, dass Tuider mit Nutzen die Gelegenheit meint, einen Beitrag im Konkret verfassen zu können, um ihr mageres W-Gehalt als Professor damit aufzubessern.

Der Beitrag unterteilt sich in drei Teile, die man wie folgt überschreiben kann:

  • Sexualerziehung ist ein Menschenrecht und deshalb gut.
  • Sexualerziehung, die auf der Queer-Theory basiert ist besonders gut.
  • Kritik an Queer-Sexualerziehung, wie sie Tuider vorschlägt, ist sexistisch, homophob und rassistisch und außerdem ist die AfD sexistisch, homophob und rassistisch.

Sexualerziehung ist gut

Tuider konkretNatürlich, so erfährt der Leser im ersten Teil des Beitrags von Tuider, will niemand Kinder und Jugendliche sexualisieren. Im Gegenteil, man wolle sie vor Missbrauch und Gebrauch schützen. Deshalb sei eine “umfassende Sexualerziehung und Information” von Kindern und Jugendlichen ein Bürgerrecht, ein Menschenrecht, nämlich das “Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität”. Deshalb verfolge die Sexualpädagogik die Ziele von “Selbstbestimmung, Gewaltfreiheit und Anerkennung von vielfältigen Sexualitäten und Geschlechtern”. Grundlegen seien dafür die “marxistisch psychoanalytischen Interpretationen von Wilhelm Reich … Ihm zufolge macht die repressive Sexualerziehung ‘ängstlich, scheu, autoritätsfürchtig, gehorsam, im autoritären Sinne brav'”. Und Schuld daran sind für Reich “kapitalistische Systeme”.

Ja, wenn Wilhelm Reich das sagt, dann muss das richtig sein, auch wenn nicht so wirklich bekannt ist, auf welche empirische Basis Wilhelm Reich seine Erkenntnis stützt. Vermutlich ist ihm der Zusammenhang im selben Moment gekommen, in dem sich ihm auch das “Orgon” mitgeteilt hat, jene Lebenskraft des Orgasmus, die Reich mit spezifischen Apparaturen (z.B. dem Orgonoscope) finden zu können glaubte. Wilhelm Reich, der mit Recht als eine der kontroversesten Figuren der an sich schon wenig wissenschaftlichen Psychoanalyse bezeichnet wird, dient also Tuider als Grundlage, um ihre gute Sexualerziehung umzusetzen.

Hite Nazi occult

Darin das Kapitel: Hidden Energies

Es wäre eine eigene Analyse wert zu untersuchen, wie sich die feuchten Träume eines Wilhelm Reich von denen, die Heinrich Himmler mit seiner Adaption des Vril-Kults, der es in Deutschland mittlerweile wieder zum Vorreiter der Emanzipation von Frauen geschafft hat, auf seiner Wewelsburg umgesetzt hat, unterscheiden. Festzustellen bleibt eine erstaunliche Ähnlichkeit zwischen Marxisten wie Reich, Nationalsozialisten wie Himmler und Elisabeth Tuider wenn es um die Umsetzung sexueller Phantasien, was man heute wohl Sexualerziehung nennt, geht.

Manche Leser mögen sich fragen, warum Sexualerziehung überhaupt notwendig sein soll. Auf diese Frage gibt Tuider eine eindeutige Antwort: Sexualerziehung wurde von Institutionen als Menschenrecht definiert und deshalb ist Sexualerziehung wichtig und gut. Irrtum ausgeschlossen. Institutionen irren sich nicht, nicht für Tuider. Personen wie Tuider sind es, die für sich in Anspruch nehmen, sie würden Kindern und Jugendlichen eine anti-autoritäre und selbstbestimmte Sexualität vermitteln. Angesichts der Autoritätsgläubigkeit, die Tuider hier selbst offenbart (vermutlich als Ergebnis einer repressiven Erziehung und vielleicht eines verschütteten Orgons), weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll.

Der Vollständigkeit halber sei noch einmal auf den Grundwiderspruch hingewiesen, der sich bei Gutmenschen immer findet: Es ist nicht möglich, Menschen zu Selbstbestimmtheit zu erziehen. Entweder Menschen sind selbstbestimmt, dann brauchen sie keine Erziehung, oder Menschen müssen erzogen werden, und dann sind sie per definitionem nicht selbstbestimmt. Erziehung stellt immer einen Eingriff, eine Intervention dar, und darüber, dass eine Sexualpädagogik wie sie Tuider vorschlägt, die Wahrnehmung derer, die ihr unterzogen werden, gestaltet und verändert, sie mit anderen Worten manipuliert, kommt Tuider auch dann nicht weg, wenn sie Selbstbestimmung als Mantra an allen passenden und unpassenden Stellen in ihren Text streut. Weil Erziehung mit Manipulation einhergeht, deshalb muss mit Erziehung verantwortungsvoll umgegangen werden. Pädagogen, die sich wie Tuider hinter dem Mantra der Selbstbestimmung verstecken, wollen genau diese Verantwortung für ihre eigenen Manipulationen an Kindern und Jugendlichen nicht übernehmen – denn dazu sind sie zu feige.

Queer-Sexualerziehung ist gut

orgone-accumulatorsDer Grund für die Feigheit könnte im Gegenstand der Sexualerziehung liegen, die Tuider favorisiert. Tuider hängt sich nicht nur an den Lehren von Wilhelm Reich an, sie verortet sich auch an der “Schnittstelle von Queer Theory, feministischer Geschlechterforschung und postkolonialen Debatten”. Für die, die in der Welt der Begriffsonanie nicht so heimisch sind, wie Tuider, die Zuordnung ist mit “gut” zu übersetzen, queer, feministisch, postkolonial, das ist gut, weil nicht weiß und nicht männlich und angeblich nicht mit “Heteronormativität, Sexismus und Rassismus” (man kann das auch ganz ander sehen) verbunden. Und deshalb, so geht das Begriffsgeklingel weiter, obliegt es einer “Sexualpädagogik der Vielfalt … für vielfältige, ineinander verwobene Machtverhältnisse zu sensibilisieren”, um “jedes Individuum ganzheitlich” sehen zu können und Vielfalt, “verstanden als Pluralisierung von Sexualitäten, Geschlechtern und Lebensformen” zu vermitteln. Die Ansammlung von Worten könnte man auch abkürzen, in dem man sagt, dass Vielfalt, vielfältig ist und sexuelle Vielfalt vielfältige Sexualitäten umfasst, und deshalb gut ist.

Und weil vielfältige Sexualitäten, warum auch immer, gut sind, deshalb ist es wichtig “Jugendliche dazu zu befähigen und zu unterstützen, mit der existierenden Diversität umzugehen und selbstbestimmt (!sic) zwischen verschiedenen Sexualitäts-, Beziehungs- und Familienentwürfen zu wählen”. Dazu soll es zudem wichtig sein, sich mit der “gesellschaftlichen Dominanzkultur” auseinanderzusetzen, “anderes anzuerkennen”, “ein Empowerment der Schwächergestellten” durchzuführen und – nicht zu vergessen: eine “Auseinandersetzung mit Vielfalt” ist wichtig.

Reich OrgasmusDie ausführliche Darstellung dessen, was man wirklich nur als Geschwätz bezeichnen kann, macht deutlich, dass Tuider nicht schreibt, um verstanden zu werden. Nein, Tuider schreibt, um sich als gut zu inszenieren. Gut ist in ihrem Verständnis, wer den gerade als nützlich oder richtig oder schlicht gut empfundenen Vorgaben von Institutionen folgt und sich für Vielfalt einsetzt. Vielfalt ist Vielfalt ist Vielfalt und vor allem ist Vielfalt für Tuider sexuelle Vielfalt, und sie behauptet von hier aus einfach, dass Vielfalt darin besteht, Kinder und Jugendliche in Schulen mit Abweichungen von dem zu konfrontieren, was sie als heteronormative Dominanzkultur bezeichnet. Da ihre heteronormative Dominanzkultur das ist, was als heterosexuelle Beziehung, die zuweilen in Familien gelebt wird, bekannt ist, meint dies für sie, dass man Kinder und Jugendliche mit Abweichungen von dieser heteronormativen Normalität konfrontieren muss. Denn: Wie Reich gewusst hat, vermutlich durch Versuche in seinem Orgon-Akkumulator, macht die heteronormative Dominanzkultur autoritätshörig und gehorsam und ängstlich und scheu.

Alles schlimme Attribute in den Augen von Tuider, denen durch die verpflichtende Darstellung abweichender sexueller Orientierung und durch die Beschäftigung mit Analverkehr und Bordellen, all den Abweichungen von der heteronormativen Dominanzkultur begegnet werden muss, denn im Zusammenhang mit Analverkehr gibt es in den Augen von Tuider offensichtlich keine Dominanz und sexuelle Beziehungen zwischen Lesben zeichnen sich für sie wohl durch eine Reinheit aus, die eine heterosexuelle Beziehung in den Augen von Tuider wohl nie erreichen wird. Das muss Kindern und Jugendlichen vermittelt werden, damit sie wissen wie Tuider das sieht und selbstbestimmt zwischen dem, was ihnen vorgegeben wird, auswählen können.

Kurz: Zuerst wird eine Behauptung aufgestellt (Sexualerziehung ist wichtig und deshalb ein Menschenrecht), dann wird die Behauptung bewertet: Sexualerziehung ist gut. Im nächsten Schritt wird Sexualerziehung konkret gefasst als Lehre von den sexuellen Abweichungen von der heteronormativen Mehrheitskultur (für Tuider ist das bezeichnender Weise eine Dominanzkultur) und mit allerlei Abweichendem gefüllt, das, als Vielfalt verpackt, nun Kindern eingetrichtert werden muss, damit sie – Achtung jetzt kommt es: selbstbestimmt wählen können. Wahnsinn hat Methode!

Kritik ist homophob usw.

Schaefers Grundbegriffe

Unsere Empfehlung für Elisabeth Tuider

Nun gibt es Menschen, Eltern, die das, was Tuider vorschlägt, ablehnen, es kritisieren. Für die mit einem eigenen Auftrag vom Reichschen Orgon ausgestattete Tuider ist das Häresie. Wer sie kritisiert, der ist gegen Vielfalt, und weil Wilhelm Reich ein Marxist war, wie sie weiß, und Marxisten angeblich links sind, deshalb ist Kritik rechts, rechtsextrem und weil sie der Queer Theorie und der feministsichen Geschlechterforschung anhängt, deshalb kann die Kritik nur von “männlichen weißen” Personen geäußert werden, die noch dazu homophob sind, denn wer kritisiert, der hat wohl etwas gegen nicht-heteronormative Sexualitäten, also gegen Schwule und Lesben. Und außerdem hat er Angst vor dem sozialen Wandel, jenem sozialen Wandel, als dessen Avantgarde sich Personen wie Tuider empfinden, jenes sozialen Wandels, der darin bestehen soll, dass in Schulen Analverkehr und die Einrichtung eines Bordells auf dem Lehrplan steht.

Tuider hat einen Lehrstuhl für Soziologie der Diversität inne und offensichtlich nicht den geringsten Schimmer davon, was sozialer Wandel, einer der Grundbegriffe der Soziologie meint. “Sozialer Wandel”, so schreibt Wolfgang Zapf, “ist die Veränderung sozialer Strukturen; unter sozialen Strukturen versteht man die (relativ) stabilen Regelmäßigkeiten des sozialen Lebens, z.B. Rollenverhalten, Organisationsmuster und soziale Schichtung“.

Die Einführung von sexuellen Orientierungen und Analverkehr in die Curricula von Schulen hat mit sozialem Wandel entsprechend überhaupt nichts zu tun, bestenfalls mit der Hoffnung, durch diese Einführung sozialen Wandel herbeiführen zu können, eine Hoffnung, die wie alle Sozialtechnologie eher mit wenig Aussicht auf Erfolg verbunden sein dürfte.

Tuider besetzt einen Lehrstuhl für Soziologie und hat von soziologischen Grundbegriffen keine Ahnung. Sie hängt einer abstrusen Lehre an, die selbst unter Psychoanalytikern eher als abseitig angesehen wird (und das will etwas heißen). Sie glaubt an die Autorität von Instanzen und sieht sich dennoch im Stande, Selbstbestimmung zu vermitteln. Sie weiß um die Wichtigkeit von Sexualerziehung, wenn auch nicht klar ist, wo sie dieses Wissen ereilt hat und worauf es gebaut ist. Sexualerziehung wird bei ihr zur Erziehung zu Vielfalt, was seltsamerweise dazu führt, dass nicht Vielfalt, sondern bestimmte von der heteronormativen, also dem normalen Arrangement der Geschlechter, (statistisch) normal, weil vorherrschend, abweichende Formen sexueller Beschäftigung thematisiert werden. Das führt dazu, das Sexualerziehung auf die Vermittlung von Techniken und Praktiken, zum Wissen über sexuelle Abweichung (es ändert auch kein Aufstampfen mit dem Fuss etwas daran, dass alles, was nicht heterosexuell ist, abweichend, weil nicht mehrheitlich praktiziert ist), bei der bezeichnender Weise das auf der Strecke bleibt, was man gewöhnlich Empfindung, in manchen Fällen auch Liebe nennt.

Dass ausgerechnet Leute wie Tuider von Machtstrukturen, von Befreiung und Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen fabulieren, macht betroffen und provoziert die Frage, welcher Zustand Tuider als Zielvorstellung vorschwebt, welche Form der Interaktion zwischen Sexualpartnern das Ziel ihrer Sexualerziehung ist. Dass die entsprechende Interaktion bei ihr mehr dem ähnelt, was man als Kundenbeziehung oder Gütertausch bezeichnet und mit dem, was man als Leidenschaft und Hingabe bezeichnet, nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, weckt ein Gefühl des Mitleids, mit Tuider, aber vor allem mit den Kindern und Jugendlichen, die dieser Form des Brainwashings unterzogen werden (sollen).

Aber man sollte den Tuiderschen Versuch, ihre abstruse Ideologie als Sexualerziehung für Kinder und Jugendliche in die Schule zu tragen, nicht unterschätzen, und entsprechend Tuider auffordern, die empirischen Belege, die es rechtfertigen sollen, Kinder und Jugendliche mit ihren Vorstellungen zu konfrontieren, vorzulegen – immer in der Annahme, es gibt diese Belege und es geht Tuider nicht ausschließlich darum, Kinder und Jugendliche mit dem zu indoktrinieren, was ihr gerade als gut und wahr vorkommt.

Und bedenkt man abschließend noch einmal, dass Tuider einen Lehrstuhl für Soziologie besetzt, dann wird einem Lann Hornscheidt fasst sympathisch und man fragt sich, ob nicht eine weitere Forderung angebracht wäre, eine weitere Forderung, eine Positionsinhaberin ihres Lehrstuhl zu entheben.