100% Studenten?

Es ist an der Zeit, dem OECD-Irrsinn, dessen Ziel darin besteht, die Quote derer, die studieren, zu erhöhen, ein Ende zu setzen.

OECDAusgangspunkt für diesen Irrsinn ist die Beobachtung von u.a. Theodore Schultz aus den 1960er Jahren, dass im Aggregat betrachtet, Bildungsniveau der Bevölkerung und Wirtschaftswachstum einander bedingen: Je formal gebildeter eine Bevölkerung ist, desto mehr Wachstum gibt es.

Daraus hat man bei der OECD geschlossen, dass die Wirtschaft wächst, wenn man das Bildungsniveau der Bevölkerung erhöht, ein Schluss, der, wenn er richtig wäre, zur Konsequenz hätte, dass das höchste Wirtschaftswachstum dann erreicht wäre, wenn 100% der Bevölkerung eine Hochschule absolviert haben.

Offensichtlich ist diese Prämisse kompletter Unsinn, so dass man sich fragt, wo der Hype mit der formalen Bildung herkommt.

Dazu muss man zunächst einmal feststellen, dass formale Bildung nicht unbedingt Bildung bedeutet. Es mag eine Korrelation zwischen formaler Bildung und Bildung geben, aber ein Abitur sagt nichts über die Bildung dessen, der es hat, aus. Ein Abitur gibt bestenfalls eine erhöhte Wahrscheinlichkeit dafür an, dass ein Träger des Abiturs mehr Wissen hat als ein Hauptschulabsolvent, ein Schluss, der sich schnell als falsch erweisen kann, wenn – wie in der PISA-E Studie, die Leistungen von Abiturienten aus Bremen hinter denen von Hauptschülern aus Bayern zurückbleiben.

Wenn formale Bildung keine Synonym für Bildung als solche ist, was ist sie dann?

Wir schlagen vor, formale Bildung als Maß der Anpassungsbereitschaft an institutionelle Vorgaben anzusehen mit der Konsequenz, dass der Anteil der Angepassten unter den formal Höhergebildeten größer sein muss als unter den formal Niedriggebildeten.

Diese Definition hat zudem zur Konsequenz, dass formale Bildung nicht per se der Olymp dessen ist, was Menschen erreichbar ist. Und die Definition macht den Weg frei, um die soziale Konstruktion dessen, was formale Bildung ist und was angeblich mit Bildung übereinstimmt, deutlich zu machen.

Ein Professor für Kunstgeschichte mag es unglaublich finden, wenn einer seiner Studenten nicht weiß, wer den Holzsockel von Rodin’s Denker geschnitzt hat.

Ein Professor der Gender Studies mag mit dem Kopf schütteln, wenn die Mehrheit der Menschen seine Einsicht nicht teilt, dass es 100e von Geschlechtern gibt.

Aber: Ein Arbeiter wird mit dem Kopf schütteln, wenn er den “Studierten” dabei beobachtet, wie er völlig unbeholfen versucht, einen Randstein zu setzen oder eine Wand zu streichen.

Und ein Elektriker wird Lachkrämpfe entwickeln, wenn er den Professor der Kulturwissenschaften, der sich damit gebrüstet hat, keine Glühbirne in die Fassung zu drehen, bei eben diesem komplizierten Unterfangen beobachtet (der entsprechende Kulturwissenschaftler ist zwei Redaktionsmitgliedern von ScienceFiles namentlich bekannt).

Kurz: Wissen ist relativ und wird erst dann zu relevantem Wissen, wenn es einer nützlichen Verwendung zugeführt werden kann.

Dies ist der Grund dafür, warum formale Bildung von manchen so überstilisiert, so hochgejubelt wird, denn sie haben nur ihre formale Bildung, den (Hochschul-)Abschluss oder Titel, der ihnen für Wohlgefälligkeit verliehen wurde, der formale Bildungstitel, der ihnen oft genug den Zugang in die Welt des Geschwätzes und der öffentlichen Verwaltung ebnet.

Anders formuliert: Eine Reihe von Inhabern formaler Bildungstitel bleibt, wenn es um die Nützlichkeit des Wissens, das die entsprechenden Inhaber haben, geht, deutlich hinter dem Wissen von Müllfahrern, Maurern, Kanalarbeitern, Tischlern und anderen zurück, die die entsprechenden Inhaber dann regelmäßig als bildungsfern diskreditieren.

Und, nicht zu vergessen, um die sie sich sorgen, weil ihre Kinder in vermeintlich zu geringem Anteil an Hochschulen ankommen. Warum nur, ist das so, so fragen sie sich in aller Heuchelei, denn natürlich sind sie nicht bereit, die steuerzahlerfinanzierten Stellen, die sie sich geschaffen haben, zu teilen.

Überhaupt stellt sich die Hochschullandschaft vor allem in den Sozialwissenschaften mehr und mehr wie ein Wurmfortsatz der Verwaltung dar. Wir haben gestern über ein Forschungsprojekt berichtet, das mit 532.167,60 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, also aus Steuergeldern gefördert wird, und dessen einziger Zweck darin besteht, Fördertöpfe zu indentifizieren und eine Art “best practice des Gefördertwerdens” zu entwickeln. Wohlgemerkt es geht darum, gefördert zu werden, nicht darum, für eine sinnvolle Idee gefördert zu werden.

Hochschulen werden daher immer mehr zum Ort, über den der Zugang in die öffentliche Verwaltung stattfindet und hier in Positionen, deren Nutzen erst noch zu zeigen wäre. Konsequenterweise entstehen an Hochschulen Fächer, deren Nutzen einzig darin besteht, Personal für den öffentlichen Bereich zu rekrutieren und mit Abschlüssen und Titeln auszustatten, Personal, das dann seinerseits Tätigkeiten ausführt, deren Effekt auf das Bruttosozialprodukt im besten Fall nicht vorhanden, im schlechtesten Fall negativ ist. Personal, das in seiner gesellschaftlichen Nützlichkeit weit hinter der eines Müllfahrers und eines Maurers zurückbleibt. Aber: Personal, das auf die angeblich Bildungsfernen herabblicken zu können glaubt, so sehr, dass manche es sich zur Aufgabe machen, den armen Bildungsfernen helfend unter die Arme greifen zu wollen, damit z.B. der Anteil der Studenten aus der Arbeiterschicht größer wird.

Aber vielleicht entspricht die Anzahl der Kinder aus Arbeiterfamilien, die an Universitäten studieren, ja den Präferenzen in der Arbeiterschicht. Vielleicht ist es der Anteil der Kinder aus der Mittelschicht, der verändert werden muss, der reduziert werden muss, weil viele studieren, die nicht die Fähigkeit zum Studieren mitbringen und die dies in Fächern tun, die keinerlei Nutzen für die Steuerzahler mit sich bringen.

Und ist es nicht moralisch verwerflich, etwas Sinnloses wie Gender Studies zu studieren und sich dieses Studium von denen, die man als bildungsfern diskreditiert und die seit ihrem 16. Lebensjahr Steuern zahlen, finanzieren zu lassen?

does education matterDas bringt uns zurück zum OECD Irrsinn. Es mag in den 1960er Jahren und in den Entwicklungsländern, die Theodore Schultz untersucht hat, so gewesen sein, dass mit einem zunehmenden Bildungsniveau das Wachstum gestiegen ist. Es ist für moderne Industrienationen nicht der Fall. Das zeigt Alison Wolf in ihrem Buch “Does Education Matter”. In Industrienationen sind diejenigen mit hoher Bildung nicht vornehmlich diejenigen, die zum Bruttosozialprodukt beitragen. Ökonomisches Wachstum wird getragen von all den Arbeitern, den Selbständigen im Mittelstand, denen, die täglich Produktives tun, und zwar ganz ohne Abitur oder Hochschulstudium.

Dagegen werden die Studierten zunehmend zur Last für eine Gesellschaft, zu Nutznießern der Produktivkraft von Arbeitern und Handwerkern, die den Überschuss erwirtschaften, den Hochschullehrer wie das Profx dann durch angebliches Denken verbrauchen.

Insofern ist es Zeit, die Geschichte vom Kopf auf die Füße zu stellen und die Frage danach, was die vielen angeblich Bildungsnahen, die sich an Hochschulen herumdrücken, denjenigen, die sie finanzieren, für einen Nutzen bringen.

Das ist eine Frage, die die Mehrzahl derer in natur- und ingenieurswissenschaftlichen Fächern nicht fürchten wird. Anders sieht es in Teilen der Sozialwissenschaften aus, wo die Normalität, sich von Arbeitern durchfüttern zu lassen, auf keinerlei empfundene moralische Verpflichtung trifft, etwas anderes als Worte, deren Bezug zur Realität ungeklärt ist, zurückzugeben.

©ScienceFiles, 2015

Gesucht: Studenten aus der Arbeiterschicht

An manchen Universitäten ist es zur Regel geworden, Professoren, die auf Lehrstühle berufen wurden oder Lehrstühle seit Jahren innehaben, einer breiteren Fachöffentlichkeit vorzustellen, indem die entsprechenden Professoren mit ihren Forschungsschwerpunkten und -ergebnissen protraitiert werden.

Das ist zu begrüßen, weil es einerseits Transparenz darüber schafft, was an deutschen Hochschulen geforscht und mit Steuergeldern getan wird, andererseits ist es aufgrund der Lücken zu begrüßen, denn: Um die Forschungsarbeit und sonstigen wissenschaftlichen Tätigkeiten vorstellen zu können, muss es diese Forschungsarbeiten und wissenschaftlichen Tätigkeiten geben. Folglich gibt die Lücke, die entsteht, wenn man die Professoren, die vorgestellt wurden, mit denen, die es nicht wurden, vergleicht erste Hinweise darauf, bei wem es nichts vorzustellen gibt.

SchindlerSteffen Schindler ist Juniorprofessor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Bildung an der Universität Bamberg und ist einer der Professoren, die etwas forschen und tun, was man vorzeigen kann. Schindler beschäftigt sich u.a. mit der Frage, warum Kinder aus Arbeiterhaushalten unter den Studenten nach wie vor unterrepräsentiert sind, und zwar sowohl, wenn man den Bevölkerungsanteil zur Grundlage nimmt als auch, wenn man die Anzahl der Studienberechtigten zur Grundlage nimmt.

Denn: so erzählt Schindler: “Viele Arbeiterkinder entscheiden sich trotz Hochschulreife gegen ein Studium”. Warum also erwerben sie eine Hochschulreife? “Die Hochschulreife”, so fährt Schindler fort, “hat sich zur faktischen Zugangsvoraussetzung für viele Ausbildungsberufe entwickelt”. Aha, so denkt man, Arbeiterkinder machen Abitur, um hinterher eine Lehre machen zu können, während Kinder aus der Mittelschicht ein Abitur als Voraussetzung für ein Studium erwerben.

Aber lesen wir weiter: Arbeiterkinder studieren auch deshalb nicht, weil es ihnen darum geht, “den Status ihrer Eltern zu reproduzieren … Wenn der Statuserhalt das Ziel ist, reicht für Arbeiterkinder die Berufsausbildung”, so erklärt Schindler und gibt damit eine Erklärung, die eine Frage provoziert, schon weil sie ein alter Hut aus dem Jahre 1974 ist (Raymond Boudon): Wenn Statuserhalt das Ziel ist, wie kommt es dann überhaupt zu vertikaler sozialer Mobilität? Oder: Wo kommt die Bildungsexpansion her, die über die letzten Jahrzehnte immer mehr Abiturienten produziert hat und immer mehr Abiturienten hat studieren sehen, was notwendig voraussetzt, dass die Anzahl dêr Studenten aus nicht-Akademikerhaushalten über die letzten Jahrzehnte gestiegen ist. Für diese Studenten kann entsprechend der Statuserhalt nicht das Ziel gewesen sein, sondern der soziale Aufstieg.

Ist die Theorie vom Statuserhalt also eine Theorie begrenzter Reichweite, wie Robert K. Merton wohl sagen würde, eine Theorie, die nur auf Arbeiterkinder zutrifft? Wäre dem so, man wäre nichts gebessert, denn nun stellt sich die Frage: Warum trifft die Theorie vom Statuserhalt nur auf Arbeiterkinder zu?

Das scheint auch Schindler Kopfzerbrechen zu bereiten, weshalb er nachschiebt, dass die meisten Kinder aus Arbeiterfamilien, die ein Abitur erreichen, dies sowieso über den zweiten Bildungsweg, also über Abendschulen und sonstige Möglichkeiten, ein Abitur, in den meisten Fällen ein Fachabitur nachzumachen, erreichen.

Wie sich diese Erkenntnis, die Schindler gegen Ende seines Textes preisgibt, zu der eingangs von ihm geäußerten Überzeugung verhält, dass Arbeiterkinder das Abitur machen, um Zugang zu einem Ausbildungsberuf zu erhalten und um in der Lage zu sein, den Status ihrer Eltern zu erhalten, das ist eine Frage, die man nur mit: “Es ist ein Widerspruch!”, beantworten kann.

Was uns zurück auf Los schickt. Abermals bewaffnet mit den Ergebnissen z.B. der Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks und abermals mit der Frage: Warum studieren weniger Arbeiterkinder als Kinder aus Akademikerhaushalten?

Zwei Abbildungen aus der Sozialerhebung sind hier von Interesse:

Soziale Herkunft studenten

Die beiden Abbildungen zeigen den Schulabschluss des Elternteils mit dem höchsten Schulabschluss und den Berufsabschluss des Elternteils mit dem höchsten Berufsabschluss. Dabei kann man drei Ding sehen:

  • Studenten, deren Eltern einen Hauptschulabschluss haben (also mindestens eines ihrer Elternteile) verschwinden seit 1994 systematisch von Hochschulen.
  • Studenten, von deren Eltern mindestens einer eine Lehre oder einen Facharbeiteraschluss hat, machen seit 1997 kein Drittel der Studentenschaft mehr aus.
  • Der Anteil der Studenten aus einem Akademiker-Haushalt oder von Eltern, die (einer davon) ein Abitur erreicht haben, ist seit 1985 kontinuierlich gestiegen.

Diese Entwicklung kann man nicht anders als als soziale Schließung bezeichnen. Hochschulen werden mehr und mehr zur inklusiven Veranstaltung von Akademikern, zu einer Form der Akademiker-Inzucht, die für frisches Blut von außerhalb der akademischen Gemeinde immer stärker geschlossen wird.

Der einzige Mechanismus, der eine solche Entwicklung erklären kann, ist ein institutioneller Mechanismus, eine Art institutionelle Gatekeeper-Funktion, die Akademiker-Kinder durchlässt und insbesondere Kinder aus Arbeiterhaushalten ausschließt. Da Bildung einen Prozess darstellt, den man im vorliegenden Fall mit dem Besuch eines Gymnasiums beginnen lassen kann, liegt der Schluss nahe, dass die Mechanismen, die für die soziale Selektion verantwortlich sind, die in den beiden Abbildungen dargestellt ist, bereits beim Zugang zum Gymnasium greifen.

Entsprechend sollte Herr Schindler, wenn er nun forscht, was dazu führt, dass bestimmte Schüler aus der Arbeiterschicht trotz aller Widrigkeiten immer noch an eine Hochschule gelangen, bei den institutionellen Selektionsprozessen anfangen, die den Zugang zu Gymnasien begleiten.

Aber natürlich ist das politisch nicht korrekte Forschung – wie alle Forschung, die relevante Ergebnisse verspricht.

Der neueste, teure Spleen: Bildungsmanager

30 Millionen Euro setzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein, um Bildungsmanager in Kommunen zu finanzieren. Warum? Weil es bislang keine Bildungsmanager gibt. Und wenn es keine Bildungsmanager gibt, dann braucht man natürlich Bildungsmanager.

Wozu, nun, dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Beginnen wir mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, die eine eigene Leerformel zur Begründung der Notwendigkeit von Bildungsmanagern entwickelt hat:

BMBF“Bildungschancen entstehen dort, wo die Menschen leben und arbeiten. Mit ‘Bildung integriert‘ fördern wir gute und gerechte Bildung”, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, “Denn es hat sich gezeigt: Wenn Bildung in der Kommune Vorrang hat und ganzheitliche Ansätze gelebt werden, gelingt Bildung für alle Bürgerinnen und Bürger.”

Bildungsmanager sind also für “gute und gerechte Bildung” zuständig und Bildung setzt ganzheitliche Ansätze voraus und alles gibt es als Bildungschance dort, wo die Menschen leben und nirgends sonst, nicht etwa auf dem Mars oder der Venus, woraus man eine Diskriminierung der beiden Planeten konstruieren könnte. Und wer würde je daran zweifeln, dass ein Ministerium, das 300 Millionen Euro einsetzt, um gerechte und gute Professorinnen ganzheitlich auf Lehrstühle zu hieven und dies dadurch erreicht, dass männliche Bewerber gezielt getäuscht und betrogen werden, dass ein solches Ministerium nur die lautersten und besten Absichten verfolgt?

Wir

– schon weil wir keinerlei Forschungsergebnisse kennen, die die Phantasie von Wanka bestätigen, nach der für ganzheitliche Ansätze belegt wäre, dass sie zum Gelingen von Bildung beitragen. Ehrlich gesagt, wissen wir nicht einmal, was ein ganzheitlicher Ansatz für Bildung sein soll, und wir haben so unsere Zweifel, dass Frau Wanka weiß, wovon sie hier spricht.

Bildungsmanager, der neueste Schrei auf dem Bildungsmarkt, eröffnet bei einem Volumen von 30 Millionen Euro neue Chancen, um überflüssige Positionen in Verwaltungen zu schaffen. Wir sehen hier Parkinsons Law in Aktion: Die Verwaltung vermehrt sich selbst. Verwaltung ist der einzige humanoide Selbstbefruchter, der bislang bekannt ist und Verwaltung ist der teuerste Selbstbefruchter, den die Menschheit kennt, beschäftigt sie doch unzählige Mausschubser, die damit beschäftigt sind, unnütze Informationen, zu deren Bereitstellung sie z.B. Unternehmen oder Privatpersonen verpflichtet haben, zu sammeln, zu verwalten, abzuheften und zu vergessen.

Denn vergessen müssen die Verwalter die Daten, die sie vorliegen haben offensichtlich, wenn es nun einen Bildungsmanager braucht, der “empirische Daten zur Bildungslandschaft in den Städten und Kommunen” sammelt und damit “eine faktenbasierte Grundlage für Entscheidungen schafft”, wie es aus dem BMBF heißt.

Parkinsons lawWenn also Bildungsmanager notwendig sind, um “empirische Daten zur Bildungslandschaft in den Städten und Kommunen” zu sammeln, dann fragt man sich doch: Was haben die statistischen Ämter der Städte und Kommen mit all ihren Beschäftigten all die Jahre getrieben? Dass sie keine Daten gesammelt haben, keine zu Schulen, Schülern, Absolventen, Lehrern usw., das ist offensichtlich, denn hätten sie diese Daten gesammelt, es bräuchte keinen Bildungsmanager, der die Daten nun sammelt. Allerdings stellt sich die Frage, wie die Statistischen Landesämter über ihre Bildungsdaten zu Schülern, Schulen, Absolventen, Lehrern, Schulausstattung und dergleichen in Städten und Kommunen kommen, die sie halbjährlich veröffentlichen. Und wo die entsprechenden Daten beim Statistischen Bundesamt herkommen, ist ebenso ein Rätsel, denn nirgends, weder bei Statistischen Landesämtern noch beim Statistischen Bundesamt gibt es einen Bildungsmanager, der die entsprechenden Daten sammelt.

Daraus kann man nur den Schluss ziehen, dass es keinen Bildungsmanager braucht, um neue Daten zu sammeln, da alle notwendigen Daten auch vor der Erfindung des Bildungsmanagers bereits gesammelt wurden und werden. Folglich ist der Bildungsmanager, der nun eingeführt werden soll, nichts anderes als eine Doppelung, eine Vermehrung ganz im Sinne des Parkinsonschen Gesetzes: Ab sofort wird es zwei Stellen geben, die dieselben Daten sammeln.

Aber natürlich klingt Bildungsmanager gut.
Und 30 Millionen für “gerechte und gute Bildung”, das klingt erst gut.
Fast so gut wie ganzheitliche Ansätze, wobei die ganzheitlichen Ansätze, der Ministerin Wanka, die für Bildung zuständig sein will, der Wahrheit vielleicht noch am nähesten kommen, denn die Ansätze der Klientelpolitik, die Ansätze zum Verprassen von Steuermitteln, um vollkommen unnötige Positionen zu schaffen, sind wirklich ganzheitlich: Einmal ausgegeben, ist das Steuergeld schlicht weg, ganzheitlich weg, ohne Mehrwert und ohne Nutzen.

Es gibt heute eine Vielzahl von Netzwerken, die sich etwas Gutem und Gerechtem widmen. Die Netzwerke bestehen im Wesentlichen aus einer Legion von Personen, die sich die Zeit damit vertreiben, Netzwerkbildung und entsprechende Treffen zu organisieren, auf denen dann über Netzwerkbildung geredet wird und Erfahrung ausgetauscht wird. Die Erfahrung hat dann regelmäßig nichts mit der Klientel zu tun, der man sich angeblich widmen will. Vielmehr sind Gegenstand des Erfahrungsaustausches Widerstand oder Probleme bei der Implementierung von Maßnahmen, pardon: von ganzheitilchen Maßnahmen natürlich, die, wenn sie erst implementiert wären, gerechte und gute Bildung garantieren sollen, so wie die Steckdose in den Regel Gleichstrom garantiert. Das beste, was diese nutzlosen Verwaltungs-Aktivisten erreichen können, besteht darin, über ihre Klientel zu reden, jene Klientel, der sie mit ihren ganzheitlichen Maßnahmen, so sie nach einer Reihe von Netzwerktreffen irgendwann einmal implementiert sind bzw. nach all den Netzwerktreffen überhaupt noch Mittel zur Implementierung vorhanden sind, die ausreichen, um über die Probleme und Widerstände hinweg zu kommen.

Mit ihrer Klientel reden die Verwaltungs-Aktivisten gewöhnlich nicht. Wozu auch? Ihre Aufgabe besteht darin, die Effizienz der Verwaltung nach außen hin zu gaukeln und seit, wie DiMaggio und Powell schon 1983 geschrieben haben, die Effizienz von Verwaltungen nicht mehr anhand ihrer erfolgreichen Abwicklung der ihr übertragenen Aufgaben, sondern anhand der Anzahl von Abteilungen, Stabsstellen, der Höhe der verwalteten Mittel, der Anzahl gutklingender Positionen oder der Schaffung immer neuer Verwalter zur Verwaltung der Verwaltung, die andere Verwalter verwalten gemessen wird, kommt dem Vorgaukeln von Effizienz eine immer größere Bedeutung zu: Je besser man gaukelt, desto mehr Fördergelder gibt es, um z.B. einen vollkommen nutzlosen und unnötigen Bildungsmanager zu etablieren.

P.S.

Was machen eigentlich all die Mitarbeiter des Bundes der Steuerzahler und des Bundesrechnungshofes den ganzen Tag? Wir können einigermaßen verlässlich angeben, was sie nicht tun, nicht jedoch, was sie tun.

Fachtagung: Vegetarismus – (K)Eine Privatsache am Arbeitsplatz?

Weil es sonst offensichtlich niemand tut, wollen wir auf eine Fachtagung (oder einen Fachtag) für Institutionen, soziale Dienste, Unternehmen und Interessierte hinweisen, die am 5. März an der Hochschule Merseburg stattfindet.

Dort geht es um Vegetarismus am Arbeitsplatz.

Massentierhaltung_huehnerEin wichtiges Thema vor allem, seit es ein erklärtes Ziel europäischer und landesweiter Politik ist, Diskriminierung abzubauen. Diskrimierung wegen seiner Eßgewohnheiten gehört dabei zu einer der schlimmsten Formen der Diskriminierung. Vor allem Vegetarier sehen sich der Rohheit ihrer fleichfressenden Kollegen täglich aufs Neue ausgeliefert.

Da wird herzhaft in das Leberwurstbrötchen gebissen, ohne Rücksicht auf den Vegetarier, dem nur die Hoffnung bleibt, dass die Forschungsergebnisse, nach denen rote Fleischesser es leichter haben, Krebs zu entwickeln, stimmen.

Der Gang zur Kantine gleicht für Vegetarier dem Gang über ein Schlachtfeld. Wohin er seinen Blick auch richtet, überall warten Leicheteile in der Auslage auf ihn.

Schlimmer noch sind die verständigen Fleischfresser, die, die “ja eigentlich auch kaum Fleisch essen” und es nur zu gut verstehen können, dass andere, nur sie nicht, kein Fleisch anfassen, geschweige denn essen mögen.

Diskriminierung dieser Art (also Mobbing) machen vegetarische Mitarbeiter unzufrieden und weil sie unzufrieden sind, leidet ihre Motivation, und weil ihre Motivation leidet, leiden das Betriebsklima und die Produktivität der Unternehmen und in der Folge der Umsatz. Deshalb haben Unternehmen erkannt, dass es wichtig ist, Diversität zu managen und der Diversität der eigenen Mitarbeiter nicht nur mit Lippenbekenntnissen, sondern mit vegetarischen Tagen in der Kantine und mit Aufklärungsprogrammen Marke: “Vegetarismus ist normal – Fleischkonsum kann zu Krebs führen” Rechnung zu tragen, denn: Die Essidentität ist die zentrale Identität oder eine der zentralen identitäten von Menschen, und es darf kein Tuscheln stattfinden, wenn Hans Meier als Fleischesser nach Hause geht und als Vegetarier am nächsten Tag zur Arbeit erscheint.

Die Fachtagung (oder der Fachtag) an der Hochschule Merseburg vermittelt Kompetenzen und bietet Raum für Austausch zum Thema Vegetaris..s

Au!

Oh, je!

Da haben wir doch eine Pressemeldung verwechselt.

Peinlich.

Hochschule Merseburg. Das hätte uns zu denken geben müssen.

Was kommt von der Hochschule Merseburg?

Natürlich kein Vegetarismus und auch sonst wenig Sinnvolles.

Mal überlegen:

Von der Hochschule Merseburg kennen wir Heinz-Jürgen Voß einen Studiengang in Pornographie (oder war es Prostitution?) und, genau, da ist sie ja die Pressemeldung – also von vorne:

Fachtag(ung) zum Thema:

“Sexuelle Orientierung und geschlechtliche identität – (K)Eine Privatsache am Arbeitsplatz?!”

Genauer:

Heinz J voss“Diskriminierung abzubauen, ist ein erklärtes Ziel aktueller landesweiter und europäischer Politik. Programme, die sich darauf richten, Vielfalt anzuerkennen, werden unter dem Stichwort Diversity Management zusammengefasst… Wenn das Betriebsklima stimmt, wenn Mobbing ausgeschlossen ist und Mitarbeitende so akzeptiert sind, wie sie sind, dann sind sie motivierter, leistungsfähiger und kreativer. Zufriedenheit der Mitarbeitenden ist mittlerweile ein wichtiger Standortfaktor, da zahlreiche Unternehmen und Kommunen bereits Diversity-Konzepte auf den Weg gebracht haben …
Neben einigen anderen Kategorien sind Geschlecht und Sexualität zentral in der Identität von Menschen. Wenn ein Mitarbeiter offen schwul leben kann und nicht stets schweigend zuhört, wenn die Kolleginnen und Kollegen von Ausflügen mit ihren Familien berichten, wenn er sich nicht kleine Geschichten ausdenken muss, nur um nicht als schwul erkannt zu werden, dann kann er unbelasteter und befreiter tätig sein. Für Transgender und transsexuelle Menschen ist es wichtig, dass ihre geschlechtliche Identität anerkannt wird. Es sollte kein Tuscheln stattfinden, wenn Hans Meier eines Tages als Ulrike Meier auf die Arbeit kommt. Vielmehr sollte es Interesse und Unterstützung provozieren.

Der Fachtag „SEXUELLE ORIENTIERUNG UND GESCHLECHTLICHE IDENTITÄT – (K)EINE PRIVATSACHE AM ARBEITSPLATZ?!“ vermittelt Kompetenzen und bietet Raum für Austausch. Alle Interessierten sind dazu
herzlich eingeladen.

Finanziert wird das Ganze von der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Stiftung Ihres Vertrauens wenn es darum geht, Steuergelder sinnlos einzusetzen.

Und wer noch Fragen hat, der wendet sich bitte an Heinz-Jürgen Voß .

Was uns noch interessieren würde: Wie viele Transgender gibt es eigentlich in deutschen Unternehmen? Kennt jemand einen? Hat jemand einen Kollegen, der als Kollegin oder umgekehrt, wiedergekehrt ist?

Unabhängig von der Verbreitung von Transgender in Unternehmen ist es natürlich wichtig, eine solche Fachtagung aus Mitteln der Steuerzahler finanziert, abzuhalten: Für den Fall, dass eines Tages ein Transgender in einem Unternehmen auftaucht und der dortige Manager auf der Fachtagung war, weiß er doch, was er zu tun hat

– oder auch nicht.

Unstatistik der Woche

Es gibt nicht viele Sozialwissenschaftler, die versuchen, sich mit Argumenten gegen die Flut an Unsinn zu stemmen, die täglich die Deiche der Vernunft in deutschen Medien überspült.

Entsprechend muss man sie pflegen, hüten und weiterempfehlen, die wenigen, die es gibt.

Wir wollen heute unseren Lesern die Seite “Unstatistik des Monats“, die am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung gehostet wird, empfehlen.

Warum dick nicht doof machtVerantwortlich für die Seite zeichnen Prof. Dr. Thomas K. Bauer, Prof. Dr. Gerd Gigerenzer und Prof. Dr. Walter Krämer und somit gleich drei Sozialwissenschaftler, die ihre Aufgabe nicht mehr darin sehen, sich im Elfenbeinturm zu verschanzen und bestenfalls vom obersten Fenster zu Claqueuren zu sprechen, sondern darin, Aufklärungsarbeit zu leisten, Informationen bereitzustellen und ihr Wissen zum Nutzen der Allgemeinheit zur Anwendung zu bringen.

Und so haben es sich die drei Professoren zur Aufgabe gemacht, jeden Monat eine besonders unsinnige Statistik, die durch die unkritische Presse gegangen ist, in ihrer Peinlichkeit zu entlarven.

Die aktuelle Unstatistik, die sich die drei Professoren vorgenommen haben, ist die Armutsstatistik, mit der die Sozialindustrie Kasse zu machen versucht, denn nichts macht sich so bezahlt, wie der Ruf nach noch mehr Sozialarbeitern, die den angeblich Armen unter die Arme greifen.

Wir haben über das Schindluder, das Verbände wie der Paritätische Wohlfahrtsverband mit der Erfindung relativer Armut treiben, in einer Reihe von Beiträgen berichtet. Deshalb freut es uns, dass wir nunmehr auf Vertreter der institutionalisierten Wissenschaft verweisen können, die es uns gleich tun, und zwar so:

“Man sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass relative Armutsquoten nur ein (schlechtes) Maß für die Einkommensungleichheit darstellen und mit Armut im herkömmlichen Sinne nichts zu tun haben. Wenn der Präsident des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sagt: „Nie war die Armut in Deutschland so hoch“, ist man versucht, ihm zuzurufen: „Beamen Sie sich mal zurück in das Jahr 1948! Da ging es allen gleichermaßen dreckig, aber nach Ihrer Definition war so gut wie niemand arm.“

Den Rest des Beitrags gibt es hier zu lesen, und natürlich all die anderen Unstatistiken.

Die Faulheit ist mit den Linken: Noam Chomsky zu Linken in der Wissenschaft

ScienceFiles-Aphorismen

Wir sind wieder über ein Juwel der Sozialforschung gestolpert, einen Text, den Noam Chomsky im Jahre 1971 in der Australian Left Review veröffentlicht hat, einen Text, in dem er der organisierten akademischen Linken in einer Weise die Leviten liest, die man zum einen von Chomsky als Linkem nicht in der Weise erwartet hätte, die zum anderen auch heute noch eine Gültigkeit hat, die die Konstanz menschlicher Trägheit und linker Faulheit belegt.

Man muss vorausschicken, dass Chomsky ein ernsthafter Linker, aber in erster Linie doch Wissenschaftler ist, der nach Fakten und Argumenten sucht, um zu überzeugen, mit seinen Argumenten zu überzeugen. Darin unterscheidet er sich grundlegend von all den eingebildeten akademischen Linken seiner Zeit und heute, die sich im Vollbesitz von Wahrheit wähnen und entsprechend nicht als Wissenschaftler unterwegs sind, sondern als Volkserzieher und Heilsverkünder. Dass Sie das sind, liegt an ihrer Faulheit, so schreibt Chomsky und nicht nur daran:

“George Orwell once described political thought, especially on the left, as a kind of masturbation fantasy to which the world of fact hardly matters. Unfortunately, there is a good deal of truth to that characterization”.

Diesen zentrale Passage kann man am besten wie folgt übersetzen:

“George Orwell hat einmal bemerkt, dass politisches Denken, vor allem auf Seiten der Linken, eine Art Selbstbefriedigungsphantasie ist, für die die Welt der Fakten kaum Bedeutung hat. Leider ist diese Charakterisierung in weiten Teilen zutreffend.”

Wie gesagt, Chomsky ist vor allem Wissenschaftler. Er begründet seine Aussagen: Seine Meinung, nach der viele Linke eine Form der verbalen Selbstbefriedigung betreiben, damit, dass sie zu faul sind, ernsthafte, gewissenhafte und vor allem: mühsame Arbeit zu leisten und sich der wissenschaftlichen Methoden zu bedienen. Linke wählen lieber den einfachen Weg und verkünden von ihrer akademischen Position aus, nicht nur verkünden sie, nein, sie erwarten auch, dass ihnen gefolgt und geglaubt wird.

Und Chomsky fährt fort:

Chomsky“Particularly in the social and behavioural sciences, where theoretical content is virtually non-existent and intellectual substance is slight, the pretence of professional expertise is very often used as a defence against quite legitimate criticism and analysis. Here I think can be found one source of the abuse of academic freedom; namely, the restricting of those who try to develop objective academic scholarship that will challenge the prevailing framework of thinking …”

Und in deutscher Übersetzung:

“Vor allem in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften, in denen theoretischer Gehalt nahezu nicht-existent ist und in denen die intellektuelle Substanz dünn ist, wird vorgegaukelte professionelle Expertise oftmals als Verteidigung gegen legitime Kritik und Analysen genutzt. Es ist hier, wie ich glaube, dass eine Quelle des Missbrauchs von wissenschaftlicher Freiheit gefunden werden kann, darin nämlich, dass diejenigen, die versuchen, objektive wissenschaftliche Forschung zu betreiben, die die vorherrschende Denkweisen herausfordern würde, behindert werden…”

Das hat Chomsky im Jahre 1971 geschrieben.

Im Jahre 2015, 44 Jahre später, ist die Situation nicht anders.

In den Sozialwissenschaften blüht die Disziplin der wie-es-mir-vorkommt-Forschung, Forschung, die keinerlei theoretische Fundierung hat und keinerlei wissenschaftlichen Erkenntniswert produziert. Die Verkünder von Heilsbotschaften treten sich an manchen Fakultäten gegenseitig auf die Füße in ihrem Bemühen, der Welt das Heil von Diversität, sozialer Gleichheit im Sozialismus, sexueller Befreiung im Kindergarten zu bringen oder zur Entarmung der Armen aufzurufen.

Wieder sind es vor allem linke Wissenschaftler, die sich der Mühe, ihre angeblichen Forschungsergebnisse zu begründen und zu belegen, nicht unterziehen, die lieber vollmundig verkünden als mühsam Daten zu erheben und Behauptungen zu belegen. Wieder sind es Ideologen, die nicht bereit sind, ihre Ideologie hinter ernsthafte wissenschaftliche Arbeit zu stellen und sich der Mühe z.B. des logischen Argumentierens zu unterziehen.

preacherDer einzige Unterschied, den es zwischen 2015 und 1971 gibt, besteht darin, dass die Mode eine andere ist. Nicht mehr der Kampf gegen den Krieg in Vietnam oder das Establishment ist Gegenstand der linken Wissenschaftler. Sie richten ihre Bemühungen vielmehr darauf, Teil des Establishments zu werden, vor allem dadurch, dass sie politische Legitimationsforschung betreiben: Sie belegen Gender Gaps wo es keine gibt, bauen an Gender-Netzwerken, um Seilschaften in Positionen zu bringen, agitieren gegen die angebliche Benachteiligung von Frauen, die sie behaupten, aber nicht belegen, oder sie Schimpfen auf den Kapitalismus, der ihre professorale Position mit einem üppigen W3-Gehalt ausgestattet hat, kämpfen für die Gleichheit aller außer ihnen und sehen sich als Wegbereiter einer besonders guten Gesellschaft, die sie als geistige Avantgarde nicht nur finanziell vorauseilen sieht.

Was Chomsky sagt, scheint auch heute noch zu stimmen: Viele linke Wissenschaftler sind in erster Linie faul und in zweiter Linie verbale Selbstbefriediger, die die Verkündung ihrer Heilsbotschaft der konkreten Analyse und Begründung, dem wissenschaftlichen Arbeiten vorziehen. Dass sie dies von Universitäten aus tun, liegt zum einen daran, dass man an Universitäten gut für Geschwätz bezahlt wird, daran, dass man bislang nicht zur Rechenschaft gezogen wurde und daran, dass der Weg auf die Kanzel in einer Kirche unter Linken nicht populär und zudem mühsam ist (oder war?).

Chomsky, Noam (1971). In Defence of the Student Movement. Australian Left Review 1(33): 2-11

Wie steigert man Junk Science? Eine Frage an das DIW

Junk Science ist ein Begriff, der sich über die letzten Jahre vor allem in der englischsprachigen Blogosphere verbreitet hat. Konstituierend für die Kategorie “Junk Science” sind einige wegbereitende Arbeiten, wie z.B. Alain Sokal und Jean Bricmonts “Eleganter Unsinn”, in dem sie zeigen, wie postmoderne, vermeintliche Denker wie Jacques Lacan, Julia Kristeva, Bruno Latour oder Jean Baudrillard Wissenschaft missbrauchen oder mehr pointiert dargestellt, sich in ihrer aufgeblasenen Sprachwelt wissenschaftlicher Erkenntnisse bedienen, die sie nicht einmal entfernt verstanden haben. Auch die Hexenmeister der Sozialwissenschaften, die Stanislav Andreski entzaubert hat, sind ein Meilenstein in der Verteidigung der Wissenschaft gegen ihren Missbrauch.

SokalJunk Science gibt es in vielen Variationen. Junk Science gibt es als prätentiös daherkommendes Unterfangen, bei dem wortreich in hermeneutischer Selbstbezüglichkeit, das Nichts beschrieben wird. Junk Science kommt, wie z.B. im Genderismus als Überraschungsfund daher, z.B. dann, wenn die Intersektionalität entdeckt wird und damit ein Konzept, das sich als Selbstverstänlichkeit über die Jahrtausende geschleppt hat, nur um dann von Genderisten entdeckt zu werden. Schließlich kommt Junk Science als Datenhuberei daher, die Korrelationen als Kausalitäten verkauft, Ergebnisse interpretiert, die auf 3% der Fälle im Datensatz zu- und auf 97% nicht zutreffen oder weitschweifende Forderungen auf Grundlage von dünnen bzw. oftmals falschen Berechnungen ableitet.

Das alles ist Junk Science.

Und dann gibt es noch den Beitrag von Carsten Schröder, C. Katharina Spieß und Johanna Storck, der gerade im Wochenbericht des DIW veröffentlicht wurde.

Dieser Beitrag schafft sich eine ganz eigene Kategorie, z.B. im Hinblick auf seine wichtigste Erkenntnis, die man wie folgt in Prosa fassen kann:

Wenn Klaus 10 Euro zur Verfügung hat und Peter 12 Euro und beide geben 2 Euro für ein Eis aus, wessen Ressourcen sind dann stärker belastet? Die von Klaus oder die von Peter? Die richtige Lösung dieser Mathematikaufgabe aus der dritten Klasse (?) haben Carsten Schröder, C. Katharina Spieß und Johanna Storck in mühseliger Kleinarbeit und auf Basis der Daten des SOEP nun gefunden: Es ist Klaus!

MathematikBevor wir nach Umverteilung der finanziellen Ressourcen von Peter zu Klaus rufen, muss angemerkt werden, dass Schröder, Spieß und Storck ihre Erkenntnis natürlich anders verpackt haben, schließlich sind sie ernsthafte Mitarbeiter des DIW. Deshalb haben sie die Ausgaben für Bildung und nicht die Ausgaben für Eis untersucht und dabei herausgefunden, dass Klaus, wenn er zwei Euro für Bildung ausgibt, relativ zu seinen 10 Euro finanzieller Ressourcen mehr ausgibt als Peter.

Neben dieser bahnbrechenden Erkenntnis, die dennoch vermutlich keinen Einfluss auf die Abfassung von Textaufgaben in Mathematikbüchern für die dritte Klasse haben wird, tuen sich die drei vom DIW durch eine neue Definition von Bildung hervor, eine “weite Auslegung des Bildungsbegriffes” wie sie sagen. Entsprechend beginnt die formale Bildung nicht etwa mit der Einschulung, nein, sie beginnt mit dem Besuch einer Kindertagesstätte und natürlich ist auch die Kindertagespflege Bestandteil der formalen Bildung.

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Wo es eine formale Bildung gibt, muss es auch eine nicht-formale Bildung geben. Die Nutzung von Sport- und Freizeitangeboten ist für Schröder, Spieß und Storck nicht formale Bildung, so dass man zu dem Schluss kommen muss, dass abgesehen von Schlaf, vermutlich von Frühstück, Mittag- und Abendessen (worüber allerdings zu diskutieren wäre) und vom Gang zur Toilette alle Aktivitäten, denen Kinder ab dem zweiten Lebensjahr ausgesetzt werden, als formale oder nicht-formale Bildung anzusehen sind. Dieses allumfassende Konzept von Bildung hat zur Konsequenz, dass nahezu alle Bereiche der kindlichen Erziehung der staatliche Förderung und Unterstützung zugänglich gemacht werden können.

Nun haben Schröder, Spieß und Storck auch Ergebnisse zu vermelden: 93 Euro gibt die durchschnittliche Familie in Deutschland pro Monat für Bildung aus und somit deutlich weniger als für Schuhe und Kleidung. Das macht 3.5% des monatlichen Einkommens, bei den Familien, die überhaupt etwas für die Bildung ihrer Kinder ausgeben, was rund 25% der Kinderbesitzer im Datensatz von Schröder, Spieß und Storck gar nicht tun, weil sie von den entsprechenden Kosten freigestellt sind, weil ihnen, um im Beispiel zu bleiben, der Eismann das Eis schenkt.

Wenn 25%, vermutlich die einkommensschwächsten Kinderbesitzer gar keine Ausgaben für Bildung haben, dann fragt man sich spätestens an dieser Stelle nach dem Sinn der Ergebnisse, die Schröder, Spieß und Storck unter der Überschrift “Private Bildungsausgaben für Kinder: Einkommensschwache Familien sind stärker belastet” verkünden. Einmal davon abgesehen, dass der Komparativ ohne Vergleichsgruppe bleibt, fragt man sich schon, wie einkommensschwache Familien, die für die entsprechenden Angebote, wie Schröder, Spieß und Storck ausdrücklich feststellen, nicht zahlen müssen, die also keine Bildungsausgaben haben, dennoch stärker belastet sein können als nicht einkommensschwache Familien.

DIW private BildungsausgabenAber: zuviel Nachdenken schadet der Unbekümmertheit und steht auch im Widerspruch zu ideologischen Absichten, deshalb gehen wir direkt über, zum Forderungsteil, der neuerdings Arbeiten, die von sich behaupten, sie seien wissenschaftlich, abrundet. In diesem Teil finden wir einen Einbruch der Relationalität relationaler Relationen. 3% von 1000 Euro sind 30 Euro und 3% von 2000 Euro sind 60 Euro, oder: “Wer ein höheres Einkommen hat, gibt häufiger und mehr Geld für Bildung aus”.

Für Peter und Klaus bedeutet das, dass Peter mit seinen 12 Euro sechsmal Eis kaufen kann, während Klaus es schaffen muss, mit nur fünf Eis Bauchschmerzen zu bekommen. Oben haben wir die Forderung nach Umverteilung der finanziellen Ressourcen von Peter zu Klaus noch zurückgestellt, hier ist es nun Zeit, die Forderung in aller Klarheit zu stellen: Die Kosten für ein Eis sind progressiv zu staffeln. Wenn Klaus für 10 Euro 5 Mal Eis kaufen kann, dann müssen die Kosten für Peter pro Eis auf 2,40 Euro erhöht werden, damit er sich auch nur 5 Mal Eis kaufen kann – oder in den Worten von Schröder, Spieß und Storck:

“Für die Bildungspolitik, die alle Bildungspotentiale erschließen will, ist dies ein wichtiger Ansatzpunkt. Konkret könnte eine progressive Staffelung von Kita-Gebühren und Beiträgen in öffentlich geförderten Sportvereinen oder Musikschulen ein bildungspolitischer Ansatzpunkt sein, wenn einkommensschwache Haushalte im Hinblick auf ihre Bildungsausgaben [Zur Erinnerung: die 25% der einkommensschwächsten Haushalte haben gar keine Bildungsausgaben] stärker als bisher entlastet werden sollen.”

Wie gesagt, wir suchen noch nach einer Benennung für diese Steigerung von Junk Science.

Wer einen Vorschlag hat, möge ihn uns mitteilen.

Nach der Lügenpresse nun die Lügengewerkschaft?

Wann immer sich die vermeintliche Bildungsgewerkschaft GEW mit einer Forderung und angeblichen Fakten an die Öffentlichkeit wendet, stellen sich uns die Haare zu Berge. In der Regel findet sich die Forderung in “Wir brauchen…” Form, wobei nicht klar ist, wer “Wir” ist, und oft genug basiert die Forderung der vermeintlichen Bildungsgewerkschaft auf keinen Fakten, zuweilen auch auf falschen Behauptungen, so dass man sich regelmäßig fragt, ob die Funktionäre der Bildungsgewerkschaft nicht gebildet genug sind, um die entsprechenden Aussagen zu machen oder eine andere Agenda mit ihren Aussagen verfolgen.

So fordert die GEW seit gestern: “Ausverkauf von Forschung und Lehre stoppen!

Im gekürzten Wortlaut:

GEw“Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat vor einem „Ausverkauf von Forschung und Lehre“ an den Hochschulen gewarnt. „Immer mehr Stiftungslehrstühle, immer mehr Auftragsforschung – private Unternehmen versuchen, einen immer stärkeren Einfluss auf staatliche Universitäten und Fachhochschulen zu nehmen. Länder und Hochschulen müssen der Kommerzialisierung von Forschung und Lehre Grenzen setzen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende und Hochschulexperte der GEW, Andreas Keller mit Blick auf die heutige Pressekonferenz von hochschulwatch.de. […] Er bestätigte, dass der Druck auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, private Drittmittel einzuwerben, gestiegen sei. Davon hänge nicht selten die eigene Weiterbeschäftigung ab, das Grundrecht auf Wissenschaftsfreiheit werde eingeschränkt. „ ‚Forschung und Lehre sind frei‘, Wissenschaft und Hochschulbildung dürfen nicht zur Ware werden“, mahnte Keller unter Berufung auf Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes. „Die Hochschulen dürfen nicht zum erweiterten Forschungslabor der Industrie werden, sondern müssen zur Verwirklichung des Rechts auf Bildung sowie zur Lösung gesellschaftlicher Zukunftsfragen beitragen. Das setzt eine ausreichende staatliche Grundfinanzierung der Hochschulen voraus“, unterstrich der GEW-Vize.

Andreas Keller muss es wissen, behauptet sein Kurzportrait bei der GEW doch, dass er Erfahrung in “Forschung und Lehre, Politikberatung und Hochschulverwaltung gesammelt” habe. Entsprechend kennt er sicher den Usus, Absolventen für eine befristete Zeit einzustellen und sie mit der Erstellung eines Forschungsauftrages zu betrauen. Das ist nichts Neues, war schon in den 1980er Jahren Gang und Gäbe. Von einem zunehmenden Druck kann also keine Rede sein.

Ebenso wenig wie davon eine Rede sein kann, dass “private Unternehmen […] einen immer stärkeren Einfluss auf staatliche Universitäten und Fachhochschulen” nehmen. Die Behauptung, dass der Anteil privater Mittel an den Drittmitteln steigt, ist schlichtweg falsch. Nach wie vor ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Hauptadresse, wenn es um die Einwerbung von Drittmitteln an Universitäten geht und wie die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen (Fachserie 11, Reihe 4.3.2), ist der Anteil der gewerblichen Wirtschaft sogar gesunken, und zwar um 24,5%. Kamen 2006 25,7% der Drittmittel aus der gewerblichen Wirtschaft, so waren es im Jahre 2012 nur noch 19,4%. Für Fachhochschulen ergibt sich ein noch dramatischeres Bild: Hier ist der Anteil von Drittmitteln aus der Wirtschaft um 30% gesunken, von 37,8% im Jahre 2006 auf 26,7% im Jahre 2012.

Drittmittel herkunft

Dagegen ist der Anteil der Bundesmittel gestiegen, um 26,6% an Universitäten und um 55,1% an Fachhochschulen. Bundesmittel werden zumeist als bedingte Fördermittel vergeben, mit denen direkt und nicht nur in die Forschung, sondern auch die Lehre an Universitäten und Fachhochschulen eingegriffen wird, z.B. über das Professorinnenprogramm oder über die Schaffung seltsamer Professuren, die der politischen Agenda von Ministerien entsprechen, deren Wert für die Wissenschaft aber bestenfalls ungeklärt, im schlimmsten Fall nicht vorhanden ist. Ein Beispiel einer solchen Professur ist die “Forschungsprofessur Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung”, die “im Rahmen der BMBF-Förderlinie Sexualisierte Gewalt in pädagogischen Einrichtungen gefördert” wird. Heinz-Jürgen Voß besetzt diese politische Professur, die folgende Designation hat:

“Sie zielt auf die nachhaltige Verankerung und die Fortentwicklung der Forschung zum Thema ‘Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung’ im Lehr- und Forschungsbereich Angewandte Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg.”

Da die Welt voller Kinder ist, die sexuell traumatisiert sind, und jeder von uns mindestens drei traumatisierte Kinder in seinem Bekanntenkreis hat, ist diese “Forschungsprofessur” natürlich von immenser Wichtigkeit.

Wie die Abbildung (oben) zeigt, verbreitet die GEW derzeit Behauptungen, die durch nichts gedeckt sind. Auch die von der GEW so gerne angegriffenen privaten Stiftungen haben ihren Anteil an den Drittmitteln nicht erhöht, sondern im Gegenteil: Er ist gesunken, von 8,4% im Jahre 2006 auf 6,5% im Jahre 2012 an Universitäten und von 7,5% auf 3,9% an Fachhochschulen. Einzig die Bedeutung von Drittmitteln ist gestiegen. Kamen im Jahre 2000 rund 15% der Einnahmen der Hochschulen aus Drittmittel, so sind es heute rund 25%, was auch kein Wunder ist, da die Bundesmittel in diesem Zeitraum z.B. um die 300 Millionen Euro des Professorinnenprogramms angewachsen sind.

Aber selbst wenn die Einnahmen aus privaten Drittmitteln anteilig gewachsen wären, so würde sich doch die Frage stellen, was daran verwerflich ist, wenn private Unternehmen teure Ausrüstung, die z.B. der medizinischen Forschung dient, finanzieren. Es ist sicher nicht verwerflicher als der Versuch, Universitäten über öffentliche Mittel zum Hort politischer Agitation zu machen oder Fachbereich zu infiltrieren und letzendlich über die Schaffung von z.B. Genderlehrstühlen zu zerstören.

Aber natürlich ist es der GEW ein Dorn im Auge, wenn private Unternehmen mit Wissenschaftlern zusammenarbeiten und dabei für die Gesellschaft nützliche Dinge produzieren. Nützliches mit Steuergeldern zu produzieren, findet sich auf der Agenda von Funktionären in der Regel nicht. Sie konsumieren finanzielle Mittel und schaffen keinen Mehrwert, ähnlich wie Genderlehrstühle oder der seltsame Lehrstuhl des Herrn Voß keinen Mehrwert schaffen und lediglich Steuermittel verkonsumieren.

Im Gegensatz dazu schaffen Unternehmen mit ihren Drittmitteln Arbeitsplätze an Hochschulen, sie sorgen durch die Investitionen in teure Apparaturen und Instrumente für Mehrwert bei den entsprechenden Herstellern, sie beschäftigen Arbeitnehmer, die wiederum davon profitieren, dass Unternehmen mit Wissenschaftlern zusammenarbeiten und dadurch Innovationen auf den Markt zu bringen im Stande sind und, last but not least, bringen sie Innovationen z.B. in Form von Arzneimitteln gegen Krebs auf den Markt, die den Unternehmen Profit verschaffen, den bei ihnen tätigen Arbeitnehmern ein Gehalt sichern, den beteiligten Wissenschaftlern Einnahmen aus einem Patent sichern, dem Finanzminister Umsatzssteuer in die Kassen spülen und den verkrebsten Gewerkschaftsfunktionären dabei helfen, ihr Leben zu verlängern, damit sie auch morgen noch gegen die Kommerzialisierung schimpfen können.

Der Kampfbegriff der Kommerzialisierung wird von den GEW-Funktionären benutzt, um zu verdecken, worum es wirklich geht. Es geht um Verantwortlichkeit, um Transparenz, um Rechenschaft: Was Drittmittel aus der privaten Wirtschaft bewirken, die eingesetzt werden, um z.B. ein neues Produktionsverfahren zu entwickeln, das kann man auf den letzten Cent angeben, so wie man den gesellschaftlichen Nutzen angeben kann. Was aber ist der gesellschaftliche Nutzen von Gender Lehrstühlen, die aus Drittmitteln des Bundes finanziert werden? Was ist der gesellschaftliche Nutzen einer “Forschungsprofessur Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung”.

Die entsprechenden Fragen, die wir u.a. an die vielen Besetzer der entsprechenden Lehrstühle gestellt haben, sind bis heute unbeantwortet geblieben, woraus man schließen muss, dass viele der Lehrstuhlbesetzer, die aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, ihren Nutzen schlicht nicht angeben können, ähnlich wie Funktionäre Schwierigkeiten haben werden, einen konkreten Nutzen ihrer Tätigkeit anzugeben.

Schlimmer noch: Bei etlichen der aus Bundesmitteln installierten Lehrstuhlbesetzer, die über intransparente Finanzierungen auf Positionen gehievt wurden, von denen aus sie z.B. zu Straftaten aufrufen, oder von denen aus sie ihre Menschenbilder, nach der die Gesellschaft voller Eltern ist, die ihre Kinder sexuell missbrauchen, weshalb man von traumatisierten Kindern umgeben ist, verbreiten können, muss man davon sprechen, dass sie gesellschaftlichen Schaden anrichten. Sie vergiften das gesellschaftliche Klima, zerstören das, was Wissenschaft sein soll und verzehren Mittel, die man selbst dann, wenn man sie aus dem Fenster werfen und dem Finder überlassen würde, mit hoher Wahrscheinlichkeit besser eingesetzt hätte.

Insofern ist die GEW nicht nur eine Gewerkschaft, die in ihren Pressemeldungen falsche Behauptungen verbreitet, so dass man denken könnte, sie sei eine Lügengewerkschaft, deren Funktionäre die Öffentlichkeit bewusst täuschen wollen, die GEW ist auch eine gefährliche Gewerkschaft, denn sie sägt am Ast, auf dem wir alle sitzen: der Ökonomie – und letztlich: Was, wenn nicht die Schaffung von Wohlstand soll der Zweck von Wissenschaft sein? Die verbreitung ideologischer Phantasien?

Queer, links, feministisch und anti: Der gute Mensch aus Merseburg

Was haben sich Sozialpsychologen abgestrampelt, um die Grundlagen von Vorurteilen deutlich zu machen. Vorurteile haben sie als Urteile auf Basis von Null- bis keiner Information beschrieben, Urteile aufgrund irrelevanter Merkmale, die eben einmal absolut gesetzt werden, Urteile aufgrund von Emotionen.

Benz Legenden Luegen VorurteileVorurteile sind ein Shortcut, der genutzt werden soll, um sich in der Welt zurecht zu finden. Insofern entsprechen sie dem Stereotyp. Sie unterscheiden sich jedoch in einer Reihe von Punkten von Stereotypen, die im Gegensatz zu Vorurteilen nützliche kognitive Verkürzungen darstellen, die Orientierung geben. Dagegen hindern Vorurteile bei der Orientierung, denn sie sind (1) auch durch empirische Fakten nicht zu korrigieren, basieren (2) auf affektiven Reaktionen, die keiner sachlichen Diskussion zugänglich sind und werden (3) ohne Ansehen der Person auf Angehörige einer bestimmten Gruppe übertragen.

Pastorino und Doyle-Portillo haben diese Unterscheidung zwischen nützlichen Stereotypen und unnützen Vorurteilen wie folgt beschrieben:

“One way to conceptualize prejudice is as a stereotype gone awry. A stereotype can be thought of as the cognitive component of an attitude or the knowledge you have stored in memory about some group of people. Stereotypes become problematic when we generally apply them to all members of a group without regard to those individuals’ unique characteristics. Furthermore, when a stereotype contains biased and negative information about a particular group of people, the stereotype begins to look like a prejudice. Finally, when a biased negative stereotype becomes coupled with a negative affect or emotional reaction towards all (or most) people belonging to that group, a prejudice results” (Pastorino & Doyle-Portillo, 2010, S.375).

Auch Assmann hat die oben berichteten Unterschiede zwischen einem Stereotyp und einem Vorurteil sehr klar zusammengefasst:

„Prejudice cannot be explained – as stereotype can – on a cognitive basis alone; it is charged with collective emotions together with norms that are hidden behind values and taboos. It is not a tool for understanding the world, but a weapon in power and identity politics. This explains one characteristic of the prejudice: It is incorrigible. It can, on the contrary, be defined as a mental strategy to block the process of learning, which involves constant readjustment and reconstruction of preconceived ideas in the light of new experience and information. Instead of reconstructing the stereotype to accommodate the new evidence, the prejudice is constructed to block and destroy evidence. While the stereotype is adapted to the world, prejudice adapts the world to itself” (Assmann, 2009, S.9).

Man kann also feststellen:

  • Vorurteile sind nicht veränderbar und gegen jede Art von falsifizierenden Fakten resistent.
  • Sie werden als Wall gegen die Realität errichtet, um keine falsifizierenden Fakten zur Kenntnis nehmen zu müssen.
  • Sie basieren auf Emotionen und sind deshalb keiner Veränderung zugänglich.

Entsprechend stellen sich die Träger von Vorurteilen als unfähig und unwillig dar, mit einer komplexen Umwelt umzugehen und sich an die Veränderungen der sie umgebenden Umwelt anzupassen.

Seltsamerweise finden wir viele Personen, die mit Vorurteilen hantieren, als hinge ihr Überleben an deren Aufrechterhaltung, ausgerechnet unter denen, die von sich behaupten, sie seien offen, sozial, gut, fortschrittlich, an der Emanzipation aller interessiert und wollten nur das Beste, jedenfalls für sich und ihresgleichen.

Heinz-Jürgen Voß, der an der Hochschule Merseburg eine Professur für Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung besetzt, schein jemand zu sein, der so in der Welt seiner Vorurteile gefangen ist, dass alle Versuche, ihn nicht nur sexuell, sondern auch intellektuell zu befreien, zum Scheitern verurteilt zu sein scheinen.

Voss Web 20Immerhin ist Heinz-Jürgen Voß (zwar mit einigen Jahren Rückstand, aber doch immerhin) im von ihm so bezeichneten Web 2.0 angekommen.

Und im Web 2.0, da wird diskutiert. Diskussionen haben nun den unangenehmen Beigeschmack, dass man Gefahr läuft, mit abweichenden Meinungen, mit gegensätzlichen Meinungen konfrontiert zu werden, mit Meinungen, die den Emotionen, auf denen die eigenen Vorurteile basieren, nicht passen (eine unangenehme Nebenwirkung der Meinungsfreiheit). Deshalb müssen die entsprechenden Meinungen in Bausch und Bogen diskreditiert werden. Deshalb werden die Träger der Meinungen diskreditiert und der Inhalt der Meinungen gar nicht berücksichtigt. Deshalb ist der Fehlschluss ad hominem ein so guter Indikator für einen mit Vorurteilen Beladenen.

Also schreibt Heinz-Jürgen Voß,  in der Funktion eines Professors, und somit in einer Position, von der aus er den offenen Diskurs über Ideen und Meinungen fördern sollte:

“Es geht also darum, dass mensch sich zwar nicht Debatten von Maskulinisten und anderen Leuten der extremen Rechten aufdrängen lassen sollte, aber dass mensch in Blog-Diskussionen durchaus auch immer wieder feministische, queere und gegen Rassismus gerichtete Positionen einbringen sollte.”

“Mensch” ist die Bezeichnung für die Guten, diejenigen, die dieselbe Meinung teilen, die Voß teilt, die er wiederum für der Wahrheit letzten Schluss zu halten scheint. Es ist dies die Meinung der Glaubenskongregation der Gutmenschen, nein, in diesem Fall von “mensch” als solchem. Und, so macht er deutlich, “Maskulisten und andere Leute der extremen Rechte” sind keine Menschen. Das an sich ist schon heftig und in Nähe zum Faschismus, aber es reicht noch nicht, meint Voß doch, er könne seinen Vorurteilen freien Lauf lassen und Maskulisten, wer immer sie auch sein mögen, mit Rechtsextremisten gleichsetzen.

Und beide sind natürlich böse. Die Guten, das sind Feministen, Queere und alle, die sich vermeintlich gegen Rassismus richten. Rassismus, so hat Dr. habil. Heike Diefenbach gerade deutlich gemacht, basiert auf der behaupteten Überlegenheit einer Gruppe von Menschen über eine andere Gruppe von Menschen, ganz so, wie Voß dies hier für Queere und Feministen nahelegt, die aus seiner Sicht Maskulisten und Rechtsextremen überlegen sind, womit er sich in die Reihe derer, die man entsprechend dieser Definition als Rassisten bezeichnen müsste, stellt.

Nun sind gute Menschen wie Heinz-Jürgen Voß immer bemüht, die Wahrheit, die ihrer Gutheit zugrunde liegt, unter die Menschheit zu bringen und andere zum Heil zu bekehren. Wie wir schon von Lann Hornscheidt wissen, erfolgt die Verbreitung der Gutheit über eine Form der Missionierung, die sich nicht darauf beschränkt, mit dem Wachturm an der Straßenecke zu stehen, die vielmehr Interventionen umfasst. Und wie wir vom letzten Zitat wissen, ist es Voß ein Dorn im Auge, dass es Rechtsextremisten und Maskulisten, die ein und dasselbe für ihn sind, überhaupt gibt, dass diejenigen, der in Bausch und Bogen als rechtsextreme Maskulisten klassifiziert, überhaupt die Möglichkeit haben, ihre Meinung zu äußern. Also fordert er seine Gefolgschaft auf, Folgendes zu tun:

Heinz J voss“Lasst uns vornehmen, dass wir alle(!) jeweils pro Woche zwei Kommentare, die gegen Rassismus, gegen Sexismus, gegen Heterosexismus gerichtet sind, in Online-Diskussionen einbringen! Wenn wir alle das machen, dann tauchen in den Kommentarspalten zumindest auch immer kurz emanzipatorische Inhalte als kurze Brechung auf.”

Die Prediger von Heilslehren haben sich immer als Herren über eine Minderheit dargestellt, eine erleuchtete Minderheit von Jüngern, denen die Wahrheit eingesalbt wurde, damit sie in die Welt gehen und Gutes tun, bevor sie Eingang in das Himmelreich finden.

Und immer haben die Prediger von Heilslehren für sich in Anspruch genommen, emanzipativ zu wirken, eine befreiende Botschaft zu verbreiten. Auch nicht neu ist, dass sich die Heilsbringer nicht mehr darauf beschränken, Ihr Heil zu verkünden, sondern andere, die aus ihrer Sicht einer anderen und somit falschen Heilslehre anhängen, zu bekämpfen.

Wir finden entsprechende Auseinandersetzungen im Mittelalter, wir finden sie in der Weimarer Republik in den Straßenkämpfen, die zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten geführt wurden, und wir finden sie heute in einem anderen Gewand, im Gewand des nicknames, hinter dem man sich mit seinen “emanzipatorischen Inhalten” verstecken kann.

Und wir finden sie als Aufruf zur Sabotage:

“Gleiches gilt für Amazon. Auf Grund der schlechten Arbeitsbedingungen kauft mensch dort zwar keine Bücher. Dennoch beeinflusst Amazon stark die Sicht auf Bücher. Daher: Lasst uns dort jeweils ein Profil haben und jeweils wöchentlich zwei Bücher positiv oder negativ besprechen. Dazu reicht ein Dreizeiler völlig aus. Das wirkt den häufig schlechten Bewertungen linker und emanzipatorischer Bücher entgegen. Gleichzeitig machen viele knappe Rezensionen letztlich immer deutlicher, dass Leute sich auf die Bewertungen bei Amazon nicht verlassen können.”

Das muss man sich jetzt wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Da besetzt ein Heinz-Jürgen Voß einen Lehrstuhl, der mit öffentlichen Mitteln finanziert wird und nutzt die Ressourcen eines Blogs, das an der Humboldt-Universität Berlin angesiedelt ist und ebenfalls aus öffentlichen Mitteln finanziert wird, um politische Agitation zu betreiben, um die wahre Lehre des guten linken Menschen zu verbreiten.

Nicht nur das: Er ruft in einer Art und Weise, die man nicht anders als hinterhältig bezeichnen kann, zur Sabotage einer Serviceleistung auf, die ein privates Unternehmen seinen Kunden bietet, Kunden, von denen der gute Mensch aus Merseburg offensichtlich denkt, dass sie allesamt Idioten sind, die sich kein Urteil über die Qualität einer Buchrezension bilden können – vor allem wenn sie drei Zeilen umfasst.

Hochschule MerseburgUnd obwohl der gute Mensch aus Merseburg nie bei Amazon kaufen würde, weil die Arbeitsbedingungen bei Amazon schlecht sind, was er vermutlich nicht weiß, weil er dort gearbeitet hat, sondern vom Hörensagen, also dem, was David Hume die Vorstellungen des menschlichen Geistes genannt hat, hat er doch kein Problem damit, die Infrastruktur, die Amazon zur Verfügung stellt, zu benutzen, um seine politischen Ziele zu verfolgen. Und diese politischen Ziele bestehen nicht darin, Rezensionen zu platzieren, deren Zweck es ist, den Eindruck zu vermitteln, den man beim Lesen eines Buches hatte, sondern darin, ein Buch, das dem eigenen Lager zugerechnet wird, in drei Zeilen zu loben, damit den häufig schlechten Bewertungen “linker und emanzipativer Bücher” etwas entgegen zu setzen.

Natürlich kommt Voß keinen Moment auf die Idee, dass die schlechten Bewertungen “linker und emanzipativer Bücher” etwas damit zu tun haben könnten, dass die entsprechenden “linken und emanzipativen Bücher” schlecht sind. Nein, eine derartige Idee kann nur haben, wer sich auf Fakten und die Realität einlässt, wer die Welt nicht aus einer von Vorurteilen gefärbten Brille betrachtet. Das, so zeigt sich, tut Voß nicht.

Und ganz uneigennützig scheint der gute Mensch aus Merseburg auch nicht zu sein, finden sich doch unter den Büchern, die er vermutlich für “links und emanzipativ” hält, Bücher, die er selbst (mit-)verfasst hat. Bücher wie dieses, dessen Bewertungen zu 50% aus Jubel und zu 50% aus schlechter Bewertung besteht.

Aber natürlich ist der gute Mensch aus Merseburg nicht wegen der schlechten Bewertungen, die u.a. seine “emanzipativen und linken” Bücher erhalten, tätig geworden. Perish the thought! Er, der gegen ausbeuterische Unternehmen wie Amazon agitiert, selbst wenn sie seine Bücher verkaufen, er spendet den Erlös aus dem Verkauf seiner Bücher mit Sicherheit einem guten Zweck – wetten?

Wir haben uns ja schon an einiges gewöhnt. An Lehrstuhlbesetzer, die Studenten offen zu politischen Agent Provocateur machen wollen. An Lehrstuhlbesetzer, die zu Straftaten aufrufen. Nun an Lehrstuhlbesetzer, die zur Sabotage von Serviceleistungen privater Unternehmen aufrufen. Was kommt als nächstes? Wir wissen es nicht, ebenso wenig wie wir wissen, was Personen wie Heinz-Jürgen Voß an einer Hochschule zu suchen haben.

Aber eines wissen wir aus Erfahrung: Es kommt selten etwas Besseres nach, und wir sind schon ganz unten – aus unserer Sicht jedenfalls.

Albert TraktatDa Wissenschaft gerade nicht mit der Überzeugung eigener Überlegenheit kraft Offenbarung der korrekten Heilslehre vereinbar ist, wie unter anderem Hans Albert sehr deutlich gemacht hat, müssten wir jetzt eigentlich fordern, dass Heinz-Jürgen Voß wie das Hornscheidt von der Hochschule entfernt wird, da er sich offensichtlich als politischer Aktivist und nicht als Hochschullehrer oder gar Wissenschaftler sieht.

Aber das würde bedeuten, dass wir der Ansicht sind, an der Hochschule Merseburg wäre noch etwas zu retten.

Derzeit sind wir dieser Ansicht nicht, wir lassen uns aber gerne von Argumenten überzeugen. Derweil bitten wir lieber unsere Leser darüber abzustimmen, ob politische Aktivisten wie Heinz-Jürgen Voss von Steuerzahlern dafür finanziert werden sollen, dass sie an Hochschulen einen Lehrstuhl besetzen, um dort politisch aktiv zu sein.

Ist Heinz-Jürgen Voß ein Professor, der die Steuermittel, aus denen er finanziert wird, rechtfertigt?

Wo wir gerade bei Argumenten sind: Wo unterscheidet sich das, was Heinz-Jürgen Voß predigt, von dem, was ein angeblicher islamistischer Hassprediger predigt?

Schließlich haben wir Amazon.de eine eMail geschrieben und den CEO des Unternehmens darauf hingewiesen, dass er eine Reihe von Büchern, die Heinz-Jürgen Voß (mit-)verfasst hat, im Sortiment führt. Da Heinz-Jürgen Voß die Arbeitsbedingungen bei Amazon als “schlecht” bezeichnet hat und deshalb bei Amazon nie kaufen würde, da er zudem zur Sabotage eines Serviceangebots von Amazon aufruft, haben wir den CEO gebeten, sich zu überlegen, ob er die Bücher von Heinz-Jürgen Voß nicht komplett aus dem Sortiment von Amazon nehmen will, denn Herr Voß will sicherlich nicht von den “schlechten” Arbeitsbedingungen bei Amazon bzw. den Serviceleistungen von Amazon profitieren.

Weiße, weibliche feministische Sklavenhalter: Neues aus den Gender Studies

Eigentlich hat niemand, der Gender Studies studiert oder studiert hat und nun ein Auskommen auf Basis seiner vermeintlichen Gender Kompetenz sucht, Mitleid verdient.

Wir haben trotzdem Mitleid.

Denn: Gender Studies haben keine Zukunft. Wer Gender Studies studiert, muss nicht nur damit leben, von Wissenschaftlern milde belächelt zu werden, als Freak, den die Zeit dem Vergessen anheim stellen wird, nein, er muss auch damit rechnen, von Gender-Kompetenten, die es auch eine von Steuerzahlern finanzierte Stelle geschafft haben, z.B. über die Seilschaft des Professorinnenprogramms, ausgenutzt, versklavt und zu Frondiensten abkommandiert zu werden.

Marbuger Klapse der YukunftDas Zentrum für Gender Studies & feministische Zukunftsforschung an der Philipps Universität in Marburg belegt, was wir sagen, schon weil feministische …forschung ein Widerspruch in sich ist, da bislang kein angebliches Forschungsergebnis der Gender Studies bekannt ist, das mehr als den Charakter einer seit Jahrzehnten bekannten Plattitüde für sich beanspruchen kann, was auch kein Wunder ist, ob der fehlenden Methodologie, der fehlenden Forschungsmethoden, des fehlenden Forschungsinteresses und nicht zu letzt, der fehlenden Forschungsfrage.

Dieses Zentrum sucht derzeit Personen, die Lehraufträge im Rahmen des Studienprogramms Gender Studies und feministische Wissenschaft anbieten.

Feministische Wissenschaft ist abermals ein Widerspruch, meint es doch die Wissenschaft des Feminismus und somit eine Form von Selbstbeschäftigung, die voraussetzt, dass es bei Feminismus einen erforschenswerten und angebbaren Gegenstand gibt, was abermals nicht der Fall ist, es sei denn, man macht diejenigen, die von sich sagen, sie würden Feminismus betreiben, seien Feministen, zum Forschungsgegenstand, womit das Ganze aber zu einer Frage der Psychologie oder Sozialpsychologie wird.

Da Feminismus eine Ideologie ist, deren einzige Aussage lautet: Frauen sind Opfer, kann es natürlich keine feministische Wissenschaft geben, ebenso wenig, wie es eine marxistisch-leninistische, eine sozialistische oder eine nationalsozialistische Wissenschaft geben kann. Denn Wissenschaft ist Wissenschaft und nicht Ideologie. Entweder man untersucht die Realität auf der Suche nach Erkenntnis und ist Wissenschaftler oder man braucht keine Realität, weil man die Wahrheit mit ideologischen Löffeln gefressen zu haben meint.

Wie dem auch sei: das Zentrum sucht eben Personen, die Lehraufträge anbieten. Die Qualifikation, die dazu notwendig ist, besteht aus einem abgeschlossenen Hochschulstudium – in was auch immer, und wer irgend eine Idee hat, was man in Gender Studies lehren könnte, der soll sich bewerben, so die händeringende Aufforderung.

ideology of madnessNicht, dass das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung an der Philips Universität Marburg unterbesetzt wäre: 27 Professoren haben sich ihren (Gehalts-)Anteil für die Zukunft im Zentrum gesichert, 29 wissenschaftliche Mitarbeiter partizipieren mit ihrer finanziellen Zukunft am Zentrum, zumindest temporär. Hinzu kommen 2 Doktoranden und 6 Studenten,

Man sollte meinen, unter den 64 Personen ließen sich zumindest zwei finden, die in der Lage sind, eine Lehrveranstaltung anzubieten. Aber das ist offensichtlich nicht der Fall. Vermutlich deshalb nicht, weil das Lehrangebot im “Aufbaumodul im Bereich A2 “Theorien und Methoden der Frauen- und Geschlechterforschung” oder A3 “Gender-Kompetenz in der Praxis” umfassen muss.

Das ist ein Problem. Niemand kennt die Theorien und Methoden der Frauen- und Geschlechterforschung, nicht einmal diejenigen, die Gender Studies anbieten und auf entsprechenden Lehrstühlen ihr Dasein fristen. Und was Gender Kompetenz in der Praxis anrichtet bzw. welche Berufschancen sich damit verbinden, ist vermutlich gerade in einem Zentrum für Zukunftsfragen kein populäres Thema.

Entsprechend ist unter den 64 Personen, die in ihrer Mehrheit von Steuerzahlern finanziert werden, niemand, der sich bereit erklärt, die Lehre der feministischen Zukunft, für die man doch eintreten will, anzubieten.

Vielsagend – oder?

Also werden Hochschulabsolventen ohne besondere Komptenzen und Qualifikationen angeworben, damit zumindest auf dem Papier ein Lehrangebot vorgespiegelt werden kann, schon damit die Fördergelder und die Finanzierung des Zentrums gesichert ist. Was angeboten wird, ist egal, wer Ideen hat, der kann sich über ein Formblatt bei vermutlich einer Jury melden, die dann nach Gusto, schon weil keine Kriterien benannt wurden, die Lehraufträge vergibt.

Und wer so dumm ist, einen Vorschlag für 13 Sitzungen mit je zwei Semesterwochenstunden einzureichen, wer sich bereit erklärt, eine Hausarbeit im Umfang von 20 Seiten der Studenten zu betreuen, ein Referat anzuhören und darüber hinaus seine wöchentlichen Sitzungen vorzubereiten, der wird mit einem Gesamthonorar von 930 Euro belohnt.

Hier zeigt sich die Fratze der Sklavenhalter, der feministischen Sklavenhalter, der weißen, vermutlich nicht heterosexuellen, aber zweifellos privilegierten, feministischen Sklavenhalter, denn den Lehrauftragswilligen wird nicht einmal der Mindestlohn für ihre Mühen gezahlt.

  • no future26 Stunden umfasst die Lehre;
  • Rechnet man die Vorbereitung hinzu und bleibt dabei eher konservativ, kommen weitere 39 Stunden hinzu;
  • Die Bewertung von Hausarbeiten im Umfang von 20 Seiten erfordert ebenfalls Zeit, rechnen wir abermals und konservativ mit zwei Stunden und 10 Studenten, die sich in den Kurs verirren, dann sind wir bei weiteren 20 Stunden Aufwand;
  • Macht in der Summe: 85 Stunden;
  • Bei 930 Euro entspricht dies einem Stundenlohn von 10,94 Euro;
  • Vor Steuer;
  • Ohne Sozialabgaben;
  • Die Kosten für Anreise, Material und Informationskosten sind nicht enthalten;
  • Die Informationskosten sind hoch, denn, so wird den Lehrauftragswilligen mitgeteilt. sie laufen Gefahr, nicht nur Gender Studenten, sondern auch Studenten anderer Fächer in ihren Seminaren zu finden. Letztere “haben evtl. andere Studien- und Prüfungsleistungsanforderungen, das heißt, Sie müssten sich im Vorfeld über deren Anforderungen informieren, indem Sie sich z.B. mit der Fachstudienberatung oder der Professur, an die ihr Seminar geknüft ist, in Verbindung setzen”.

Letztlich wird denjenigen, die auf Grund einer gnädigen Entscheidung der weiß-privilegierten feministischen Jury einen Lehrauftrag erhalten, ein Stundenlohn unterhalb des Mindestlohns verbleiben.

Ob man das bei der GEW zum Anlass nimmt, zu protestieren?

Am Beispiel des Marbuger Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung wird die a-Moralität von Gendersita sehr deutlich. Sie finden nichts dabei, sich in von Steuerzahlern finanzierten Privilegien zu suhlen und Sklaven zu halten, die für sie die Arbeit machen.

Sie verkünden der Welt das Heil ihres Feminismus, der Frauen, die nicht darum gebeten haben, befreien will, von was auch immer, und finden nichts dabei, andere Frauen für ihre Zwecke zu versklaven, um behaupten zu können, sie hätten ein Lehrangebot von x Seminaren bereit gestellt, was in der nächsten Runde ihrer staatlicher Alimentierung sicher sehr nützlich sein wird.

Sie zeigen hier ihr wahres Gesicht, ihre wahre Fratze, die nur den eigenen Vorteil kennt und bereit ist, alles und jeden für diesen eigenen Vorteil zu opfern.