Universität Göttingen: Studenten und Beschäftigte sollen zur Besinnung kommen

Wer hätte es gedacht? Die Universität Göttingen, seit den Göttinger Sieben nicht mehr unbedingt als Trendsetter bekannt, ist wieder einer: In Göttingen sollen Studenten und Beschäftigte zu “individueller und gemeinschaftlicher Besinnung” kommen, was im derzeitigen gesellschaftlichen Klima, sicher eine gute Idee ist.

Dazu hat es sich die Universität Göttingen nicht nehmen lassen, einen “Raum der Stille” einzurichten, denn in Stille kommt man am besten zur Besinnung. Entsprechend erklärt Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne: “Mit diesem Projekt wollen wir unseren Studierenden und Beschäftigten ermöglichen, im zunehmend verdichteten Wissenschafts- und Studienalltag Ruhe und Besinnung zu finden…”. Gleichzeigt hofft Dr. Hiltraud Casper-Hehne, dass der Raum der Stille genutzt wird, um einen “intensiven … Dialog” zwischen denen, die ihn nutzen, zu fördern.

Das ist auf den ersten (und den zweiten) Blick ein Widerspruch: Wie soll ein Raum der Stille den intensiven Dialog fördern? Nun, der Raum der Stille ist ein “transzendentaler Raum”, d.h. es herrscht die Telepatie, und zwar eine interreligiöse Telepatie, denn der Raum der Stille soll von “Mitgliedern unterschiedlicher Religionsgemeinschaften” dazu genutzt werden, zur Besinnung zu kommen.

Der Dialog erfolgt dann wohl über das jeweilige individuelle Gespräch mit dem jeweiligen Gott, der vom weltlichen Gesprächspartner angehalten wird, mit seinem Kumpel aus Islam, Buddismus oder mit dem jüdischen Gott Kontakt aufzunehmen und einen transzendentalen und interreligiösen Dialog mit einem anderen indidividuellen, weltlichen Gottesanbeter anzubahnen, der im Raum der Stille zugegen ist.

Raum-StilleOb der neue Raum der Stille dem Institut für para-psychologische Phänomene direkt zugeordnet ist, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen, ebenso wenig wie wir in Erfahrung bringen konnten, was ein “spezieller Wandschrank …, in dem die nötigen religiösen Gegenstände und heilige Schriften gelagert werden können, wie beispielsweise ein Gesangbuch, Bibel, Koran oder Gebetteppich”, sowie ein Kompass zur Bestimmung der richtigen Gebetshimmelsrichtung, an einer Universität zu suchen haben.

Wissenschaft und Religion haben nichts miteinander zu tun. Die Ausübung der eigenen Religion hat entsprechend an Universitäten keinen Platz, denn Universitäten sind ein Ort, an dem Erkenntnis gewonnen werden soll. Religion ist dagegen eine Ideologie, die von sich behauptet, bereits im Besitz allen relevanten Wissens, aller relevanten Erkenntnis zu sein. Entsprechend haben Religion oder die Ausübung einer Religion an einer Universität nichts zu suchen.

Der neue Faschismus in Baden Württemberg

Wie normal es derzeit ist, Jungen unter dem Deckmantel der Mädchenförderung zu diskriminieren, zeigt ein Link, den uns ein Lehrer aus Baden-Württemberg geschickt hat (Vielen Dank!). Er sei in einer eMail ausdrücklich ermuntert worden, so schreibt er, Schülerinnen auf das folgende Angebot der Universität Stuttgart hinzuweisen:

Meetscience

Deutschland muss es wirklich gut gehen, wenn man es sich leisten kann, nur bei weiblichen Schülern für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge Reklame zu machen. Offensichtlich handeln die Verantwortlichen der Universität Stuttgart und der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die sich neuerdings darin gefällt, die Diskriminierung von Jungen zu finanzieren, auf Grundlage der Prämisse, dass man zuviele Jungen in naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen habe, also in jedem Fall nicht noch mehr brauche, weshalb man auch männliche Schüler nicht für die entsprechenden Studiengänge interessieren müsse.

Einen Eindruck davon, was es bedeutet, naturwissenschaftliche oder technische Fächer an der Universität zu belegen, ist entsprechend nur für weibliche Schüler in der 10. Jahrgangsstufe oder höher wichtig. Jungen sind hier – wie so oft – vernachlässigbar, oder sie werden ihren Weg auch machen, ohne dass sie hinten herumgehoben werden.

Wer Schülern und in Abhängigkeit von Geschlecht Wertigkeiten zuweist, die einen sind es wert, dass man sich besonders um sie kümmert, die anderen nicht, der ist nach allen uns geläufigen Definitionen ein Faschist, und dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft Mittel bereitstellt, um Faschismus zu fördern, das ist eine besorgniserregende, wenn auch keine neue Entwicklung.

Was macht man eigentlich in Gender Studies?

Diese Frage bewegt sicher viele (naja, doch einige), schon weil sich Gender Studies-Anbieter ja beharrlich weigern, Auskunft über die erkenntnistheoretischen und methodologischen Grundlagen und den Nutzen von Gender Studies zu geben und vor allem über ihre Ergebnisse (sofern sie welche haben).

Derzeit kann man also nur sagen kann, dass Gender Studies an Universitäten angeboten werden, ohne dass jemand weiß, ob Gender Studies überhaupt die Qualifikation zu einem wissenschaftlichen Studienbereich nachweisen können. Aber, wenn es darum geht, sich auf Kosten Dritter ein Auskommen zu verschaffen, dann haben derartige Fragen noch nie interessiert. Es gilt sich, jetzt in den Speck zu setzen und Fragen nach dem Zweck, im Speck auszusitzen.

Uni PaderbornUm so besser, dass sich die Universität Paderborn genötigt sieht, einen “Master(teil)studiengang Geschlechterstudien/Gender Studies im Wintersemester 2014/15 anzubieten (also jetzt) und man der Ankündigung dieses angeblichen Studiengangs entnehmen kann, was in diesem angeblichen Studiengang eigentlich vermittelt werden soll:

“Inhaltlich befasst sich das Studienfach Geschlechterstudien/Gender Studies mit der Tatsache, dass die kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen gesellschaftlichen Lebens von (historisch gewachsenen und geformten) Geschlechterordnungen durchzogen sind.

Am Anfang war das Geschlecht, so kann man diesen Schwulst zusammenfassen. Geschlecht ist Ursache, letzte Begründung und archimedischer Punkt für alles. Parteien sind entsprechend historisch gewachsene und geformte Geschlechterverhältnisse. Die Wirtschaft? Kein Problem: Ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis. Die katholische Kirche. Ja natürlich, die katholische Kirche ganz besonder: ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis.

Alles ist ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis: Die Sozialversicherungen, die Bundesbahn, der Erste Weltkrieg, der Nationalsozialismus, der Holocaust, alle kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen des gesellschaftlichen Lebens sind ursächlich auf die Geschlechterordnung zurückzuführen.

Das ist eine Tatsache. Wer es nicht glaubt, der kann die entsprechende Tatsache in Paderborn erlernen. Man erhält also im Studienfach Gender Studies intime Kenntnis gesellschaftlicher Geschlechterordnungen und ihrer Verwerfungen, und gleich einem historischen Genderismus, lernt man, wie die ewige Dialektik zwischen Mann und Frau die treibende Kraft des Historizismus ist, den Karl Popper so ausgiebig in seinen Verwerfungen und vor allem seinem Elend beschrieben hat.

Aber, nichts ist so falsch, als dass man es nicht neu verpacken und auflegen könnte, kommt der Historizismus nun als die Menschenheitsgeschichte durchziehender Antagonismus zwischen dem Mann und dem Weib wieder, in Paderborn und – man höre und staune – mit einem Ziel:

worship with us“Ziel des Studienfachs ist das Wissen um die je historischen, kulturellen und politischen Bedingungen der Entstehung von Geschlechterordnungen sowie ihre Wirkungsweisen und Tradierungswege. Die Studierenden erwerben die dafür notwendige Fähigkeit zu kritischer Analyse, eigenständigem wissenschaftlichen Arbeiten und wissenschaftlicher Reflexion; zudem Einsichten in die Möglichkeit der geschlechterbewussten Gestaltung gesellschaftlicher Organisationsformen und Prozesse und deren Vermittlung in öffentlichen Arbeitszusammenhängen.

In Paderborn wird nicht ein Wissen vermittelt, nein das Wissen wird in Paderborn vermittelt, das einzige, wahre und ewigwährende Wissen über die Tatsache der alles durchdringenden Geschlechterordnung, denn am Anfang, das muss man wissen, war nicht etwa das Licht, am Anfang war die Geschlechterordnung. Das ist eine Tatsache, die man in Paderborn lernen wird, und damit wird die Kausalität von Licht und Geschlechterordnung zurecht gerückt, weil den Studenten ein Licht aufgehen wird, das Wissen, geht ihnen auf, um die Tatsache, die Tatsache, auf der alles Wissen basiert und um die sich alles Wissen dreht, dass: “die kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen gesellschaftlichen Lebens von (historisch gewachsenen und geformten) Geschlechterordnungen durchzogen sind”. Am Anfang war das Geschlecht.

Elend des HistorizismusWir erinnern uns. Nein, was schreiben wir denn, wir erinnern uns nicht, wir reflektieren, und zwar in kritischer Analyse und eigenständig, das ist ganz wichtig, denn Indoktrination gilt erst dann als gelungen, wenn der Indoktrinierte den Sermon eigenständig herbeten kann. Wir reflektieren also, und wie wir so reflektieren, z.B. über die Entwicklung der Dampfmaschine da kommt uns das Wissen, da offenbart sich uns in kritischer Analyse, was wir bislang nicht gesehen haben, was von James Watt die ganze Zeit verdeckt wurde, nämlich: Watt hatte eine Cousine: “Margaret (Peggy) Miller”, die er geheiratet hat, woraus wir kritisch analysierend schließen: Margaret Miller war weiblich. Wir erkennen: Das soziale Leben ist vom Antagonismus zwischen Mann und Frau durchzogen und schließen: Die Entwicklung der Dampfmaschine wäre ohne diesen Antagonismus nicht möglich gewesen. Ziel erreicht.

Nun stellt sich natürlich die Frage, was macht man mit dieser Einsicht, dieser Offenbarung ob der Ur-Anfänglichkeit von Geschlecht, jenem Wissen um den historischen Genderismus, wie er im ewigen Antagonismus zwischen Mann und Frau zum Ausdruck kommt? Auch hier weiß man bei der Universität Paderborn Rat:

“Im Studienfach Geschlechterstudien/Gender Studies wird auf die Tätigkeit in Berufen vorbereitet werden, in denen „Genderkompetenz“, also der wissens- und reflexionsbasierte Umgang mit Geschlechterfragen und gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen gefragt ist, bzw. auf Tätigkeiten im Feld der Forschung über Geschlechterthemen.”

Die Einsichten der Gender Studies sind also da nachgefragt, wo die Einsichten der Gender Studies nachgefragt werden. Wie mit allen Lehren, die sich nur Auserwählen mitteilen, die sich dem Eingeweihten offenbaren, so geht auch die Nachfrage nach Leistungen von Gender Studierten ausschließlich von anderen Gender Studierten aus, die sich mit Hilfe von Gender Studierten, die Verbündete in Parteien und Institutionen gefunden haben, ein Auskommen als Gender Studierte, die Gender Kompetenz für die anbieten, die sie nachfragen, also andere Gender Studierte, verschafft haben.

Und aus der Tatsache, dass Gender Studierte, die es durch Lobbying in Positionen geschafft haben, von diesen Positionen aus, eine Nachfrage nach Gender Studierten und deren Gender Kompetenz (also dem Wissen um die Ur-Ursprünglichkeit des Antagonismus zwischen Mann und Frau) künstlich geschaffen haben, wird dann geschlossen, dass es eine Nachfrage nach Gender Studierten gibt, so dass Studiengäng für Gender Studies gegründet werden, um die künstlich geschaffene Nachfrage nach Gender Studierten zu befriedigen.

Gender Studies sind damit ein perfektes Beispiel für ein sich selbst erhaltendes System, das alle Merkmale eines autopoietischen Systems im Sinne von Luhmann trägt: Seine Mitglieder beschäftigen sich ausschließlich mit sich selbst. Es gibt keinerlei Nutzen für die umgebende Gesellschaft und die einzige Verbindung zur Außenwelt besteht über die Transfusionsleitungen, über die Steuergelder in das geschlossene Gender System gepumpt werden, denn reflexiv sein und die Ur-Ursprünglichkeit des historischen Antagonismus zwischen Mann und Frau zu erkennen, ist natürlich nur im Erkenntniswert selbstgenügsam, aber deshalb nicht umsonst!

AppleZwar könnte man jetzt argumentieren, dass bereits die katholische Kirche in ihrem in Genesis beschriebenen Mythos von Adam und Eva jenen ewigen und ursprüngliche Antagonismus dargestellt hat, der den naiven Adam von der verschlagenen Eva und mit Hilfe der listigen Schlange getäuscht werden sieht, aber das ist natürlich die falsche Art von Reflexion und kritischer Analyse und eine viel zu unreflexive und un-kritisch-analysierte Darstellung der Ur-Ursprünglichkeit von Geschlecht, die nur zeigt, wie wichtig Gender Studies an Universitäten sind, um die katholische Geschichte von der Erbsünde in den richtigen Kontext patriarchalischer Gottherrschaft einzuordnen.

Die  kritische und reflexive Analyse oder war es die Reflexion in kritischer Analyse?, wie auch immer, die Analyse zeigt, wie wichtig Gender Sponging für Gender Studies ist, und warum Gender Studies gegen das patriarchalische Herrschaftsinstrument der Marktwirtschaft zu Felde ziehen. Warum? Weil es auf einem Markt, auf dem Güter getauscht werden, schlicht keine Nachfrage für Gender Studies gäbe, denn wer nichts anzubieten hat, der kann auch nichts tauschen, der kann nur spongen, Gender-spongen.

Übrigens:

Weitere Informationen und Beratung bei:

Dr. Claudia Mahs

H5.206

Tel:  05251/60-2730

Email: cmahs[at]mail.upb.de

Wissenschaftliche Würdigung

Wir haben, den Inhalt der Paderborner Genderstudien/Gender Studies mit einer Prise Sarkasmus berichtet, denn nur mit Sarkasmus kann man ertragen, was derzeit an deutschen Hochschulen Einzug hält bzw. sich dort längst wie die Made im Speck breit gemacht hat: Gender Studies.

Gender Studies behaupten also, dass es eine  “historisch gewachsene und geformte Geschlechterordnung” gibt, die alle sozialen, politischen und wirtschaftlichen Dimensionen durchzieht. Das ist nichts anderes als die hinlänglich bekannte Behauptung nach der Existenz eines Patriarchats, die Dr. habil. Heike Diefenbach in einer entsprechenden Analyse als falsch und als Ausgeburt sozialistischer und vor allem feuchter Phantasien, wie sie Friedrich Engels hatte, für alle nachvollziehbar identifiziert hat.

Wir treffen die sozialistischen Phantasien in den Gender Studies im Gewandt eines historischen Genderismus, der den im Vergleich dazu geradezu elaborierten historischen Materialismus (der die Welt immerhin noch mit drei Antagonismen, nämlich Sklaven und Sklavenhalter, Lehnsherren und Leibeigenen, Bürger und Proletariat erklären wollte) ersetzen und als einzigen Antagonismus, den angeblich alles prägenden Antagonismus zwischen Mann und Frau zulassen will.

Wer also gedacht hat, primitiver als der historische Materialismus die Menschheitsgeschichte darstellt, geht es nicht mehr, der sieht sich getäuscht. Mit den Gender Studies ist ein neuer Tiefpunkt in der Geschichte der intellektuellen Entwicklung des Westens erreicht – die soziale, politische und wirtschaftliche Welt ist nicht mehr das Ergebnis des Wirkens vieler Individuen mit je unterschiedlichen Interessen, nein, es ist das Ergebnis des Wirkens des Antagonismus zwischen Mann und Frau.

Und wie die Vertreter des Marxismus-Leninismus an Universitäten installiert wurden, um dort das Heil des Marxismus-Leninismus zu predigen, so sind Gender Studies an Universitäten eingenistet worden, um das Heil der Gender Studies zu verkünden. Und während der Marxismus-Leninismus das kommende Heil als klassenlose Gesellschaft an die Leichtgläubigen seiner Zeit verkauft hat, so verkaufen die Gender Studies heute das Heil einer kommenden und geschlechtslosen Gesellschaft. Abermals sind es die Leichtgläubigen, die auf das angepriesene Krötenelixir hereinfallen und denken, sie könnten sich damit Gehirn antrinken.

Insofern kann man sich lebhaft vorstellen, wen das Angebot aus Paderborn oder das anderer Gender Studie anziehen wird.

 

Der widersprechende Mund und das Rückgrat: Zwei Desiderate der Wissenschaft

In der Soziologie wird diskriminiert.

Männer werden diskriminiert, und zwar systematisch.

Und was passiert?

Nichts.

Warum?

Nun, wir haben die letzten Tage eine Reihe von Argumenten gehört, die rechtfertigen sollen, warum sich bislang kein Widerstand unter Soziologen regt und nicht nur unter Soziologen, denn die Diskriminierung von Männern an Hochschulen ist nicht nur ein Problem der Soziologie.

Für die Soziologie ist hieb- und stichfest belegt, dass diskriminiert Professorrinnenprogrammwird. Es wäre aber verwunderlich, wenn die entsprechende Diskriminierung eine Absonderlichkeit der Soziologie wäre, schon deshalb, weil nicht nur die Soziologie mit Polit-Kommissaren, die über Gleichstellung wachen sollen, durchsetzt ist, sondern alle Wissenschaften, und auch deshalb, weil mit dem Professorinnenprogramm ein staatlich finanziertes Mittel geschaffen wurde, um Männer aktiv zu diskriminieren – und zwar fachübergreifend.

Wir sind übrigens der Meinung, dass der Kampf gegen die Diskriminierung von Männern an Universitäten nicht nur eine Angelegenheit von Männern ist. Es ist vielmehr eine Frage von Anstand und Moral, und da wir davon ausgehen, dass Männer und Frauen in gleicher Weise mit Anstand und Moral ausgestattet sind, gehen wir auch davon aus, dass es für anständige und moralische Frauen ebenso wie für anständige und moralische Männer ein Gebot der Stunde ist, dem Gender Mainstreaming oder wie die Versuche der Vorteilsnahme auch immer heißen, die Stirn zu bieten, d.h. Rückgrat zu zeigen und den Mund aufzumachen.

dgs2Dies hat zur Konsequenz, dass aus unserer Sicht Befürworter und Profiteusen des Gender-Spongings ebenso wie Mitläufer, die dabei zusehen, wie mittels Gender-Sponging Meritokratie und Leistung zerstört werden, sich durch einen Mangel bzw. ein vollständiges Fehlen von Anstand und Moral auszeichnen. (Sponging ist der englische Ausdruck für die umgangssprachliche Formulierung von Nutznießen und kommt von Schwamm-Auswringen .)

Und deshalb ist es – wie Immanuel Kant es wohl vormuliert hätte – die Pflicht jedes mit einer Moral ausgestatteten Menschen, wobei die moralische Ausstattung das ist, was den Menschen zum Menschen macht, sich gegen das Gender-Sponging zu stellen und den Mund aufzumachen.

Aber, wie wir gehört haben, geht das nicht, und zwar aus einer Reihe von vermeintlich guten Gründen, die wir in drei Klassen einteilen können:

  • leviathanj

    Der Verwaltungsleviathan und mutige Wissenschaftler

    Es geht nicht, weil es keinen Sinn hat, da man einer schweigenden Mehrheit gegenübersteht.

  • Es geht nicht, weil die Verwaltung, die zu einem wahren Seeungeheuer aufgeblasen wird, das den Leviathan blass aussehen lässt, eine Einheitsfront gegen alle, die den Mund aufmachen würde, wäre da nicht die Einheitsfront der Verwaltung, bildet.
  • Es geht nicht, weil Widerstand von z.B. Professoren zu Lasten der Studenten ginge oder man zum Querulanten wird, wenn man den Mund aufmacht.

Das also ist die Leidensgeschicht des Mundaufmachens und des Rückgratzeigens.

Die schweigende Mehrheit

Wenn die schweigende Mehrheit, die scheinbar interesselos Versuchen, am Status Quo des Gender Mainstreamings etwas zu ändern, gegenübersteht, es verhindert, dass man als z.B. Soziologieprofessor den Mund aufmacht und gegen die Diskriminierung von Männern protestiert, dann fragt man sich, wie konnte es jemals zu einer Veränderung des Status Quo kommen?

Schließlich lautet die Prämisse hinter dem Argument mit der schweigenden Mehrheit, dass es wegen dieser schweigenden Mehrheit unmöglich ist, etwas am Status Quo zu ändern. Da Menschen eine gewisse Trägheit auszeichnet, und man sicher sein kann, dass diese Trägheit nicht erst heute eine Eigenschaft von Menschen ist, stellt sich tatächlich die Frage, wie es überhaupt jemals zu Veränderung, zu Fortschritt kommen konnte, da jedes Aufbehren gegen den Status Quo doch von der schweigenden Mehrheit verhindert wird?

Die Antwort: Jemand muss, trotz der schweigenden Mehrheit den Mund aufgemacht haben, und zwar so lange und so beständig, bis die schweigende Mehrheit zu einer zustimmenden, unterstützenden Mehrheit geworden ist.

Offensichtlich ist das Argument mit der schweigenden Mehrheit falsch.

Die Einheitsfront der Verwaltung

Die Geschichte geht so: Wissenschaftler sind hoch indviduelle Wesen, die aufgrund eigener Individualität nicht unter einen gemeinsamen Hut zu bringen sind, der sie z.B. dazu befähigen würde, sich gegen den gemeinsamen Gegner zu solidarisieren. Im Gegensatz dazu stellt die Verwaltung ein geschlossenes Kollektiv aus Klonen dar, die alle nur eines wollen: Wissenschaftler traktieren. Es sind Klone, für die gilt, was HG Wells am Anfang seines Krieges der Welten schreibt:

Jeff Waynes War of the Worlds“No one would have believed in the last years of the nineteenth century that this world was being watched keenly and closely by intelligences greater than man’s and yet as mortal as his own; that as men busied themselves about their various concerns they were scrutinised and studied, perhaps almost as narrowly as a man with a microscope might scrutinise the transient creatures that swarm and multiply in a drop of water. … Yet across the gulf of space, minds that are to our minds as ours are to those of the beasts that perish, intellects vast and cool and unsympathetic, regarded this earth with envious eyes, and slowly and surely drew their plans against us. And early in the twentieth century came the great disillusionment.”

Die Marsianer von Wells sind die Verwalter, die der Wissenschaft feindlich und wie ein Block gegenüberstehen – bekanntlich werden die Marsianer bei Wells von der Grippe dahingerafft, aber lassen wir das.

Für die Verwaltung gilt wie für alle eingebildeten Entitäten, dass es sie nicht gibt. Die Verwaltung besteht aus Individuen, Sachbearbeiter, die mit Aufgaben betraut sind, und mit denen man entweder reden kann oder denen man soziale Kosten verursachen kann, wenn man nicht mit ihnen reden kann. Allerdings muss man dazu den Mund aufmachen. Will man das nicht, dann bietet es sich an, die vielen einzelnen Sachbearbeiter, die die Verwaltung ausmachen, zu einer Horde von Klonen zu stilisieren, die in etwa so gefährlich sind, wie die Marsianer bei Wells.

Gibt es eigentlich jemanden, der diese Stilisierung von zumeist Halbtagstätigen nicht lächerlich findet?

Querulantentum zu Lasten von Studenten

Querulanten sind in dieser Definition alle, die Kritik am Status Quo üben. Macht ein Professor deutlich, dass er die Diskriminierung von Männern nicht mitträgt und sich deshalb nur an Berufungskommissionen beteiligt, bei denen Bewerber nach Leistung und nicht nach Geschlecht bestimmt werden, dann gilt er nach diesem Scheinargument als Querulant.

Bliebe man in der Logik dieses Arguments, dann wäre es ratsam, die Gedenktage für diejenigen, die versucht haben, Hitler zu ermorden, die Stauffenbergs und die Goerdelers und Leuschners, zu streichen, handelt es sich dabei doch um samt und sonders Querulanten, die versucht haben, den Status Quo des Dritten Reiches zu verändern.

Schließlich das Argument, das einem die Wut ins Gesicht treibt: Wenn sich Professoren wehren, dann geht das zu Lasten der Studenten, z.B. dann, wenn man als Professor nicht den Affen mit sich machen lässt und deshalb die Prüfungsabnahme nach Vorschrift und nicht nach Anzahl der Studenten erfolgt.

cowardStimmt, zuweilen geht das zu Lasten der Studenten, aber auch Studenten sind mit einem Mund und einem Rückgrat ausgestattete Wesen (zumindest theoretisch), die für sich reklamieren, erwachsen und volljährig zu sein. Folglich kann man von Ihnen erwarten, dass sie sich um ihre eigenen Belange kümmern, denn mit dem Erwachsensein-Wollen kommt Verantwortung.

Kurz: Es gibt keinen validen Grund dafür, den Mund nicht aufzumachen. Entsprechend kann man die Weigerung, denselben aufzumachen nur mit Feigheit erklären, ein durchaus legitimes Motiv, verlangt aber, dass der entsprechende Feigling dazu steht, dass er lieber darauf verzichtet, sich als mit Anstand und Moral ausgestatteter Mensch zu erkennen zu geben.

Soziologen, setzt Euch zur Wehr gegen systematische Diskriminierung!

Gestern haben wir die Ergebnisse der Unterschung von Mark Lutter und Martin Schröder  “Who Becomes a Tenure Professor, and Why?” dargestellt. Die Ergebnisse von Lutter und Schröder basieren auf einer Analyse aller Lehrstuhlbesetzungen für den Zeitraum 1980 bis 2013 für das Fach Soziologie und entsprechend auf Informationen über 1.260 Soziologen und 297 ordentliche Lehrstuhlbesetzungen.

PopitzSoziologen, das sind (oder waren einmal) WIssenschaftler, die sich unter anderem mit Fragen der sozialen Ungleichheit oder der Sozialstruktur befasst haben, die untersucht haben, wie vertikale Mobilität verhindert wird, also dafür gesorgt wird, dass Kinder aus Unterschichtsfamilien selbst Unterschichts- und nicht MIttelschichtsfamilien gründen, oder die die Mechanismen des alltäglichen Lebens untersucht haben, mit denen z.B. in Bildungsinstitutionen für soziale Segregation gesorgt wird. Entsprechend war Soziologie eine kritische Wissenschaft, die gesellschaftliche Prozesse analysiert und unerwünschte Entwicklungen aufgezeigt hat.

Zwischenzeitlich ist Soziologie in vielen Teilen zu einer Legitimationswissenschaft verkommen, d.h. Soziologen sehen es nicht mehr als ihre Aufgabe an, die Folgen politischer Entscheidungen auf die Gesellschaft zu analysieren. Die meisten Soziologen sehen es heute als ihre Aufgabe an, die nämlichen politischen Entscheidungen zu legitimieren.

Als Folge hat sich die Soziologie von einer empirischen zu einer Lehnstuhl-Wissenschaft entwickelt. An die Stelle der Analyse dessen, was ist, ist die mehr oder weniger gelangweilte Betrachtung darüber getreten, was man gerne hätte.

Diese Entwicklung von einer kritischen zu einer selbstgefälligen und langatmigen Wissenschaft, deren Vertreter der sie umgebenden Welt nichts mehr zu sagen haben, hat nach unserer Ansicht u.a. mit dem Staatsfeminismus zu tun, mit der Installation von Gender Studies in der Soziologie und mit einer systematischen Untergrabung der Standards der Soziologie dadurch, dass nicht mehr nach Leistung in Positionen berufen wird, sondern nach Geschlecht.

Das hat, wie Lutter und Schröder mit ihrer Untersuchung deutlich gemacht haben, dazu geführt, dass männliche Bewerber auf einen Lehrstuhl in Soziologie massiv und systematisch diskriminiert werden:

  • MPIfG_LutterWeibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.
  • Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: “… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‘gray’ literature as women”.
  • Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Eine solche Situation in einem Fach, zu dessen wichtigsten Aufgaben einmal die Analyse sozialer Ungleichheitsstrukturen gehört hat und nach Anspruch der Soziologen, die von sich behaupten, sie würden nach wie vor soziale Ungleichheit oder gar Diskriminerung untersuchen, immer noch gehört, ist der Gipfel der Ironie. Sie wirkt auf uns als wäre ein Gärtner, dessen Aufgabe darin bestanden hat, Unkraut aus einem Park zu entfernen, dazu übergegangen, das Unkraut systematisch anzupflanzen.

Aber ganz davon abgesehen, dass es gerade für die Soziologie eine erstaunliche Transformation darstellt, vom Kritiker sozialer Ungleichheit und von Diskriminierung zum praktischen und Legitimations-Ort sozialer Ungleichheit und Diskriminierung geworden zu sein, ist Diskriminierung und soziale Ungleichheit, da wo sie nicht durch das meritokratische Prinzip gerechtfertigt ist, also dadurch, dass ein Bewerber, der einem anderen vorgezogen wird, nachvollziehbar besser ist als der Bewerber, dem er vorgezogen wurde, immer eine Frage von Moral und Anstand.

Moral insoweit, als es moralisch verwerflich ist, Dritte wegen Eigenschaften zu benachteiligen, die für die vorliegende Entscheidung irrelevant sind. Anstand insoweit, als ein anständiger Mensch sich nicht der Beihilfe zur Diskriminierung schuldig macht.

Deshalb haben wir die Ergebnisse von Lutter und Schröder zum Anlass genommen, um alle Mitglieder des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie anzuschreiben und zu fragen, wie sie zu der systematischen Benachteiligung von Männern in der Soziologie stehen, was sie jungen Männern, die die Soziologie als Ausbildungsfach gewählt haben, raten und welche Schritte sie einzuleiten gedenken, um die systematische Benachteiligung von Männern in der Soziologie zu beenden.

Sehr geehrter …

dgs2

Mark Lutter und Martin Schröder vom Max Planck Institut für Gesellschaftsforschung in Köln haben eine Vollerhebung der Berufungen auf Lehrstühle der Soziologie, die im Zeitraum von 1980 bis 2013 besetzt wurden, durchgeführt und auf Grundlage dieser Daten, für 1.260 Soziologen die Variablen bestimmt, die einen Effekt auf die Besetzung eines Lehrstuhls haben (Veröffentlicht als MPIfG Discussion Paper 14/19 unter dem Titel: “Who Becomes a Tenure Professor, and Why”).

Dabei haben sie eine systematische Diskriminierung von männlichen Soziologen festgestellt, die jedem Wissenschaftler, der sich mit Diskriminierung oder mit sozialer Ungleichheit oder mit der Erforschung von Stereotypen, Vorurteilen und darauf basierenden Ismen, wie Rassismus oder Sexismus beschäftigt, den blanken Schrecken ins Gesicht treiben muss.

Hier ein Auszug der wichtigsten Ergebnisse.

  • Weibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.
  • Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: “… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‘gray’ literature as women”.
  • Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Diese Ergebnisse beschreiben eine unhalbare Situation systematischer und insofern wohl institutioneller Diskriminierung von männlichen Bewerbern. Dass eine solche Situation ausgerechnet in der Soziologie mit ihrer Tradition der Erforschung von Diskriminierung und sozialer Ungleichheit eingetreten ist, kann man wohl nur als Ironie der Geschichte bezeichnen.

Wir nehmen diese Situation zum Anlass, um Sie als Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zu bitten, die folgenden Fragen zu beantworten:

  1. War Ihnen bekannt, dass männliche Bewerber auf eine Professur in der Soziologie systematisch diskriminiert werden?
  2. Halten Sie die systematische Diskriminierung von männlichen Bewerbern im Verlauf einer universitären Karriere für hinnehmbar?
  3. Wenn ja, warum?
  4. Wenn nein: Was gedenken Sie dagegen zu unternehmen?
  5. Was raten Sie männlichen Abiturienten, die sich mit dem Gedanken tragen, Soziologie zu studieren?
  6. Was raten Sie männlichen Absolventen, die sich mit dem Gedanken tragen, eine wissenschaftliche Karriere in der Soziologie anzustreben?
  7. Was halten Sie von der Tatsache, dass männliche Bewerber in der Soziologie systematisch diskriminiert werden?

Wir bedanken uns für Ihre Antworten und verbleiben mit kollegialen Grüßen,

Dr. habil. Heike Diefenbach & Michael Klein
ScienceFiles.org

Die eMail ging an:
Peter Berger, Universität Rostock;
Nicole Burzan, Technische Universität Dortmund;
Stephan Lessenich, Ludwig-Maximilians-Universität München;
Michaela Pfadenhauer, Universität Wien;
Uwe Schimank, Universität Bremen;
Paula Irene Villa, Ludwig-Maxilimians-Universität München;
Georg Vobruba, Universität Leipzig;

Erstmals klar belegt: systematische Diskriminierung von Männern an Universitäten

Vergessen Sie alles, was Sie über Meritokratie gehört haben!

Meritokratie, das ist das Prinzip, nach dem diejenigen die die besten Leistungen bringen, diejenigen sind, die mit begehrten Positionen belohnt werden.

Professuren waren einst begehrte Positionen und Meritokratie das Prinzip, mit dem die Professuren besetzt wurden.

state femimism bookUnter der Ägide des Staatsfeminismus ist dies alles anders: Nicht mehr Leistung entscheidet darüber, wer auf Positionen gelangt, sondern Geschlecht. Das ganze Brimborium, das diese Tatsache verdecken soll, z.B. die Floskel: “Bei gleicher Eignung werden weibliche Bewerber bevorzugt”, ist eben nichts Anderes als Brimborium. Es dient dazu, den Leichtgläubigen Fairness vorzugaukeln und den anderen den Mund zu stopfen, weil man bei Kritik behaupten kann, dass z.B. Professuren in Deutschland nicht nach Geschlecht, sondern nach Leistung besetzt werden und nur bei gleicher Leistung weibliche Bewerber bevorzugt werden.

Das kann man so lange behaupten, so lange es keine Belege gibt, die diese Behauptung widerlegen.

Und – offensichtlich haben die staatsfeministischen Instanzen nicht aufgepasst – denn:

Es gibt jetzt eindeutige Belege.

Belege, die man nicht wegdiskutieren kann. Belege, die man nicht weginterpretieren kann und Belege, die man auch nicht als Einzelfall abtun kann, Belege dafür, dass Männer an Hochschulen systematisch diskriminiert werden, dass nicht Meritokratie das Leitmotiv bei der Besetzung von Professuren ist, sondern die Bevorzugung von Frauen, von Frauen, die weniger qualifiziert sind als Männer.

Die Untersuchung, die diese Belege liefert, ist nagelneu, wurde direkt unter der Nase staatsfeministischer Kontrollinstanzen und politischer Korrektheitswächter erstellt, und zwar beim Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Ein Leser von ScienceFiles, dem wir an dieser Stelle herzlich danken wollen, hat uns auf diese Untersuchung, nach der niemand mehr behaupten kann, er habe nicht gewusst, dass Männer systematisch an Hochschulen diskriminiert werden, aufmerksam gemacht.

Mark Lutter und Martin Schröder haben die Untersuchung “Who Becomes a Tenure Professor, and Why?” durchgeführt und als MPIfG Discussion Paper 14/19 veröffentlicht.

MPIfG_LutterFundierte Untersuchungen benötigen eine gute Datenbasis. Lutter und Schröder haben eine gute Datenbasis: Sie berücksichtigen alle Professuren, die im Fachbereich Soziologie, an 77 Instituten für Soziologie in ganz Deutschland von 1980 bis 2013 besetzt wurden. Damit nicht genug, Lutter und Schröder können den gesamten Weg bis zur Professur, den Tenuretrack nachzeichnen, und zwar für 1.260 Soziologen, die im Beobachtungszeitraum 530 Promovenden wurden, 433 Post-Doc Positionen besetzt haben, 36 Junior- und 297 richtige Professuren erreicht haben. Der Datensatz ist mit einem Wort: beeindruckend.

Und er ist einmalig, denn Lutter und Schröder sowie zwei ungenannt gebliebene Helfer haben sich hingesetzt und aus den veröffentlichten Lebensläufen der 1.260 Soziologen und bis einschließlich 2013 alle Publikationen, die in Zeitschriften, Büchern und als graue Literatur veröffentlicht wurden, gesammelt. Die Publikationen wurden zudem in solche in renommierten Peer-Review-Zeitschriften und weniger renommierten Zeitschriften unterschieden. Insgesamt haben die Autoren 28.545 Publikationen zusammengetragen. Warum? Weil die Anzahl der Publikationen, die wissenschaftliche Produktivität als Indikator für die Kompetenz, das Humankapital, eines Wissenschaftlers gilt.

Die Anzahl der Publikationen und deren Ort der Veröffentlichung wird ergänzt von einer Vielzahl weiterer Informationen, die Lutter und Schröder gesammelt haben. Darunter die wissenschaftliche Sozialisation, d.h.: hat ein Soziologe an einer angesehenen oder an einer Provinzuniversität studiert; seine Mobilität, d.h. wie oft hat er die Universität gewechselt, die Dauer internationaler Aufenthalte, sofern es sie gibt, und vieles mehr, das einen Einfluss auf eine Berufung auf eine Professur ausüben könnte.

Auf Grundlage dieser Daten haben die Autoren dann untersucht, was die Soziologen auszeichnet, die auf eine Professur berufen wurden.

Die auf den ersten Blick gute Nachricht vorab: Die Anzahl der Publikationen ist der beste Prädiktor einer Berufung, wobei die Art der Publikationen eine Rolle spielt: wissenschaftliche Beiträge in Peer-reviewed Zeitschriften sind am wichtigsten, es folgen andere Zeitschriftenbeiträge, eigene Monographien, Herausgeberschaften und Kapitel in Sammelbänden mit einigem Abstand. Graue Papiere wirken sich negativ auf die Berufungschancen aus, in sie zu investieren, lohnt sich entsprechend nicht, wenn man eine Professur anstrebt, es sei denn, es ist ein grauer Schocker, wie das Papier von Lutter und Schröder. Interessanter Weise spielen Auslandsaufenthalte, die man als eine Form der Horizonterweiterung ansehen kann, bei der Berufung keinerlei Rolle, ebenso wenig wie eine Ausbildung an einer renommierten Universität dies tut.

Das war das, was man auf den ersten Blick als gute Nachricht ansehen könnte.

Nun kommen die schlechten Nachrichten, die zeigen, dass die gute Nachricht eben keine gute Nachricht war:

  • Achtung JudenWeibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.
  • Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: “… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‘gray’ literature as women”.
  • Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Diese Ergebnisse sind schockierend und ein eindeutiger Beleg dafür, dass an deutschen Universitäten das Prinzip der Meritokratie nicht mehr gilt. Die Arbeit von Lutter und Schröder zeigt, dass das Prinzip der Meritokratie quasi als sekundäre Meritokratie eingesetzt wird, um unter weiblichen Bewerbern den besten Bewerber auszuwählen. Dabei handelt es sich insofern um sekundäre Meritokratie als die besseren männlichen Bewerber, diejenigen mit mehr Publikationen und mit mehr Erfahrung ausgeschlossen wurden.

Daran gibt es nach der Untersuchung von Lutter und Schröder keinen Zweifel. So wenig Zweifel wie es daran gibt, dass diese offene Benachteiligung von Männern einerseits politisch gewollt ist, andererseits Universitäten schädigt, weil geringer qualifizierte Frauen, qualifizierteren Männern vorgezogen und das Prinzip der Meritokratie damit zerstört wird.

Was es heute bedeutet, männlich zu sein, lässt sich am Beispiel einer typisch männlichen Bildungskarriere, wie sie unter dem Staatsfeminismus gegeben ist, wie folgt darstellen:

  • Jungen werden häufiger von der Einschulung zurückgestellt als Mädchen.
  • Wer es als Junge in die Grundschule geschafft hat:
    • hat eine höhere Wahrscheinlichkeit als Mädchen auf eine Sonderschule abgeschoben zu werden;
    • hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, nicht versetzt zu werden als Mädchen;
    • hat eine geringere Wahrscheinlichkeit, selbst bei gleicher oder besserer Leistung eine Grundschulempfehlung für ein Gymnasium zu erhalten als Mädchen;
  • Jungen landen entsprechend häufiger auf Haupt- und Sonderschulen als Mädchen und deutlich seltener auf Gymnasien.
  • Entsprechend haben Jungen einen geringere Wahrscheinlichkeit, ein Abitur zu erreichen als Mädchen.
  • Entsprechend gibt es weniger männliche als weibliche Studenten.
  • Männliche Akademiker, die ein Studium abgeschlossen haben,
    • müssen länger warten, bis sie eine Promovendenstelle, Post-Doc-Stelle oder Juniorprofessur erhalten und benötigen im Durchschnitt zwei Jahre länger, um eine Professur zu erreichen als weibliche Adademiker;
    • Damit männliche Akademiker auf eine Professur berufen werden, müssen sie deutlich mehr publizieren als weibliche Akademiker, d.h. der durchschnittliche männliche Bewerber auf eine Professur ist nicht nur qualifizierter als der durchschnittliche weibliche Bewerber, der durchschnittliche männliche Beweber muss auch zusehen, wie ihm geringer qualifizierte weibliche Bewerber vorgezogen werden.

Wenn man diese systematische Benachteiligung von Jungen und Männern im deutschen Bildungseinrichtungen so heruntertippt, dann kann man nicht anders als festzustellen, dass es sich hierbei um eine Form des bildungspolitischen Kahlschlags handelt, unter dem nachwachsende Generationen leiden werden, denn bislang hat es noch keine Gesellschaft dauerhaft überlebt, dass die Besten von Positionen ferngehalten wurden, um mittelmäßige aber politisch dienliche Kandidaten zu berufen.

©ScienceFiles, 2015

Professor wider Fähigkeit: Ist Susanne Baer ein Hoax?

Danisch_FrauenquoteHadmut Danisch hat recherchiert – gründlich recherchiert. Und aus seiner Recherchearbeit von Jahren hat er einen langen Post zusammengestellt, den wir jedem zu lesen empfehlen, der sich einen Eindruck darüber machen will, was im Deutschland des Jahres 2015 normal ist.

Zunächst das, was wir zwischenzeitlich als Normalität akzeptieren mussten:

Normal ist, dass es Verfassungsrichter gibt, die weniger Ahnung von Recht und Rechtsprechung haben als der gewöhnliche Kleinkriminelle, der die meisten Rechtsfragen die mit z.B. §242 StGB zusammenhängen, kennt und studiert hat.

Normal ist, dass an einer deutschen Universität ein Stelleninhaber zu Straftaten aufruft und es dort niemanden stört.

Normal ist, dass Ausschreibungen von Universitäten gegen geltendes Recht verstoßen. Auch das stört niemanden.

Normal ist, dass Gleichstellungsbeauftragte, zentrale Gleichstellungsbeauftragte, die über keinerlei angebbare Qualifikation verfügen, sich berufen fühlen, Sprachrichtlinien für Studenten und Dozenten zu erlassen und in der Tat denken, jemand würde sich daran halten.

Normal ist, dass ganze Studienbereiche, wie abermals Hadmut Danisch recherchiert hat, auf Lug und Betrug basieren.

Und seine neuesten Erkenntnisse zur Normalität in Deutschland, die haben es in sich.

Wir alle erinnern uns noch daran, dass Politiker, die die Gedanken anderer als die ihren ausgegeben haben, als die Diebe enttarnt wurden, die sie nun einmal sind, weshalb eine von ihnen zum Botschafter beim Vatikan ernannt wurde. Irgendwie macht das Sinn.

Der Kern des Plagiierens besteht darin, sich einen Titel zu erschleichen.

DanischDas ist Peanuts, wenn sich die Recherchen, die Hadmut angestellt hat, bestätigen. Denn warum beim Erschleichen von Titeln Halt machen, wenn man sich ganze Positionen verschaffen oder erkaufen kann?

Vorweg, um unsere Leser in den richtigen Frame of Mind zu versetzen, was jetzt kommt, das liest sich wie die Schaffung mafiöser Strukturen. Es liest sich so, weil es die Schaffung mafiöser Strukturen beschreibt, wie sie an der ehemaligen Kaderschmiede des Marxismus-Leninismus der DDR und heutigen Kaderschmiede für Genderista, der Humboldt-Universität in Berlin, wohl an der Tagesordnung zu sein scheint (und zumindest vom Präsidenten der HU-Berlin, Jan-Hendrik Olbertz, wissen wir genau, dass es ihm bislang nichts ausmacht, an seiner Universität einen Studiengang, der auf vermutlich Schiebung basiert, und ein Profx, das zu Straftaten aufruft, zu beherbergen – entsprechend ist deviantes Verhalten an der HU-Berlin anscheinend normal).

Die neuen Recherchen von Hadmut beziehen sich auf Susanne Baer, jenes Aushängeschild des Genderismus, das von SPD und Grünen an eine Zimmertür in Karlsruhe beim dortigen Verfassungsgericht gehängt wurde. Und sie sind neuerlicher Sprengstoff, diese Recherchen. Sie sind so sehr Sprengstoff, dass wir, würden die folgenden Aussagen über uns gemacht, uns beeilen würden, sie mit Fakten zu entkräften. Dass sich bislang niemand beeilt, die Aussagen zu entkräften, ist entsprechend selbstredend.

Los geht’s zum professoralen Werdegang und Wirken von Susanne Baer, wie er/es aus den Recherchen von Hadmut Danisch hervorgeht:

  • Baer wurde auf keine ordentliche und reguläre Professur berufen. Ihre Stelle wurde irgendwie “feministisch erkämpft” und wurde/wird irgendwie finanziert. Wer die Stelle finanziert, ist unklar.
  • Die Professur von Baer, so Hadmut Danisch, ist eine “Tarnidentität”, denn es gebe keine wissenschaftliche Tätigkeit, keine Forschung, keine Ergebnisse, nichts, was man von einem Wissenschaftler erwartet.
  • Weiter schreibt Hadmut: “Ich habe auch keine einzige durchgehende, semestrige Vorlesung Baers finden könne . Es gibt kein Skript, keine Folien, keine Literaturverzeichnisse. In den Prüfungs- und Studienplänen stehen nur ein paar inhaltslose Worthülsen … Zwar wurden allerhand Bachelor, Master und Promotionen vergeben, aber wofür, ist nicht ersichtlich. Die HU weigert sich, die Namen und Titel herauszugeben, mit denen man die Arbeiten inhaltlich prüfen kann”.
    • Das ist schon erheblicher Zündstoff, denn alle wissenschaftlichen Arbeiten sind öffentlich.  Das gerade ist der Witz an Wissenschaft: Sie ist eine kumulative Form des Erkenntnisgewinns. Deshalb ist Öffentlichkeit aller Daten und Arbeiten grundlegend. Werden Arbeiten und Daten versteckt, dann kann es sich qua definitionem nicht um wissenschaftliche Arbeiten handeln, was die Frage aufwirft, wofür die Titel dann vergeben wurden.
    • baerWir haben uns die Publikationsliste und das Curriculum Vitae von Baer angesehen und teilen Hadmuds Einschätzung, dass es keinen einzigen Text gibt, in dem eine rechtswissenschaftliche Erörterung zu finden ist. Alle Texte, die zu finden sind, beschäftigen sich mit Themen der Gender Studies, von der Gleichstellung, also der Ergebnisgleichheit, bis zu Gender Mainstreaming. Es findet sich nichts, was als Ausweis einer Qualifikation zum Amt des Verfassungsrichters angesehen werden könnte.
  • Heftig wird es, wenn man den Grund dafür, dass Baer zwar eine wissenschaftliche Position inne hat, aber keinerlei bemerkbare wissenschaftliche Tätigkeit entfaltet, betrachtet. Wieder Hadmut im O-Ton: “Wie sich aus den Akten des Familienministeriums ergibt, war Baer praktisch fast nur für das Familienministerium tätig. Sie wurde fast nur von dort mit fast 3 Millionen Euro durchfinanziert, und hat dafür ungefähr 1.700 Beratungsdienstleistungen pro Jahr – entspricht ungefähr einer Beratungsleistung pro Dienststunde – durchgeführt. Das hat nicht nur nichts mit der Tätigkeit einer Professorin zu tun, sondern liegt verfassungsrechtlich weit außerhalb der Wissenschaftssphäre. Was genau sie dabei gemacht hat, wird streng geheim gehalten. Soviel ist bekannt, dass sie im Auftrag des Ministeriums andere Ministerien, Minister, Behörden usw. feministisch „beriet“. Wie sie dabei selbst in ihren Berichten an das Ministerium erwähnte, nutzte sie dabei ihre Professur, um als wissenschaftlich und neutral zu erscheinen.”
    • Einmal davon abgesehen, dass es unglaublich ist, dass Steuerzahlern vorenthalten wird, wofür ihr Steuergeld ausgegeben wurde, ist es fast noch unglaublicher, dass ein angeblicher Professor fast ausschließlich von einem Ministerium finanziert wird und als dessen Missionar durch die Lande zieht. Nicht nur, macht das den angeblichen Professor zum U-Boot von Politikern an einer Universität, es zeichnet ihn deutlich als Polit-Aktivisten aus, dessen Aufgabe darin besteht, Agitation und Propaganda, Agitprop, wie es in der DDR hieß, zu betreiben und damit das Gegenteil von Wissenschaft.

Die akribischen und systematischen Nachforschungen von Hadmut Danisch, die wir hier dargestellt haben, sollten jeden, der noch etwas mit Wissenschaft am Hut hat, in Alarmbereitschaft versetzen und dazu veranlassen, auf die Klärung der Fragen zu drängen, die im Raum stehen, denn dass Universitäten von Agitateuren und Propagandeusen unterwandert werden, ist nicht hinnehmbar.

Folglich sollten Wissenschaftler, die ihre Wissenschaftlichkeit aus entsprechenden Prinzipien und nicht daraus ableiten, dass sie an einer Hochschule eine Position inne haben, die folgenden Fragen an die Humboldt-Universität und den bislang in Stummheit sich übenden Präsidenten der Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, schicken und ihre Beantwortung einfordern:

  1. bearWer hat Susanne Baer auf eine Professur an der HU-Berlin berufen?
  2. Welche Leistungen haben Susanne Baer dazu qualifiziert, die entsprechende Stelle zu besetzen?
  3. Wer hat die Professur von Susanne Baer finanziert?
  4. Wer hat bei Susanne Baer mit welchen Arbeiten einen Abschluss erreicht?
  5. Welche Promovenden wurden von Susanne Baer betreut und von der HU-Berlin mit einem Titel ausgestattet?
  6. Wie ist es mit der Position eines Professoren vereinbar, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche (oder in anderer Reihenfolge) finanziert zu werden?
  7. Wie verhält sich diese Finanzierung zum Grundsatz der Freiheit von Forschung und Lehre?
  8. Wie ist es möglich, dass ein Professor der HU-Berlin 1.700 Beratungsdienstleistungen pro Jahr mit dem Bundesministerium für Jugendliche, Famile, Frauen und Senioren abrechnet?
  9. Wie ist die entsprechende Dienstleistungstätigkeit mit der Arbeit eines Professoren zu vereinbaren?
  10. Welche wissenschaftlichen Leistungen hat Susanne Baer während ihrer Zeit an der Humboldt-Universität erbracht?

Wie gesagt, jeder Wissenschaftler, der stolz auf seine Profession ist und der der Ansicht ist, dass Wissenschaft nichts mit Agitation und Propaganda und nichts mit Lug, Betrug und Schiebung zu tun hat, sollte auf die Beantwortung dieser Fragen drängen – ach ja, und natürlich jeder Wissenschaftler, der noch Rückgrat hat.

Hochschulmarketing: Wolkenkuckucksheim herbeireden

Manche (?) Themen aus der Betriebswirtschaft zeichnen sich durch eine gewisse Diskrepanz zwischen dem Wortwohlklang, der z.B. in Arbeiten zu Marketing und Management entfaltet wird, und dem, was sich in der Realität niederschlägt, aus.

dreamworldEinmal davon abgesehen, dass viele Texte, die im Bereich des Human Resource Management produziert werden, bestenfalls einen Einblick in die Auseinandersetzung des Verfassers mit jenem unbekannten, teils gefährlichen, regelmäßig faulen und immer falsch motivierten Wesen, dem Arbeitnehmer zu geben im Stande sind, fragen wir uns regelmäßig, wann z.B. die Freundlichkeitsoffensive, die in Lehrbüchern und Texten zum Kundenmanagement (oder Customer Relationship Management) oder sonstigen wolkigen Werken, die dem Ungeübten erklären, wie er mit dem anderen unbekannten Wesen der BWL-Literatur, dem Kunden, umzugehen hat, in der Wirklichkeit ankommt, wann also Kunden mit netten, informierten und freundlichen Gegenüber konfrontiert werden.

Und natürlich fragen wir uns, wann die professionelle Führung von Unternehmen, wie sie in der entsprechenden Literatur gepredigt wird und wie sie mit dem Neuen Steuerungsmodell angeblich in Verwaltungen Einzug gehalten haben soll, dazu führt, dass man zu normalen Zeiten den zuständigen Sachbearbeiter ans Telefon bekommen kann und nicht erfahren muss, dass er gerade in Elternzeit, im Urlaub oder nur von 9 bis 12 Uhr am Arbeitsort anzutreffen ist.

Wie auch immer, es gibt eine gewisse Diskrepanz zwischen dem, was in betriebswirtschaftlicher Literatur daher fabuliert wird und dem, was in der Realität zu finden ist. Und diese Diskrepanz, die findet sich auch beim Hochschulmarketing.

Hochschulmarketing wird seit einigen Jahrzehnten beschworen und definiert, nämlich z.B. als “Übertragung des Marketingverständnisses vom Profit-Bereich auf den Non-Profit-Bereich” (Meffert & Müller-Böling, 2007: 1-2). Warum auch nicht. Diese Übertragung ist angeblich notwendig, weil Hochschulen immer mehr mit einander konkurrieren: weil sie um Studenten, um “kluge Köpfe” und um finanzielle Mittel konkurrieren.

Und natürlich darf auch die Bedarfspredigt nicht fehlen, die sich in so vielen Arbeiten bei den Verlagen, die in Wiesbaden erscheinen und mittlerweile alle Springer gehören, findet: Also: Die Globalisierung und der zunehmende Wettbewerb und der Bologna-Prozess und die geringer werdende öffentliche Förderung und die Notwendigkeit, Kapital von Dritten einzuwerben, und die Konkurrenz von Hochschulen aus dem Ausland und nicht zuletzt, die vielen Rankings, die Hochschulen vergleichbar machen (angeblich), das alles hat die Folge, dass wir jetzt Hochschulmarketing brauchen.

Wozu? Damit die Kapazitäten an Hochschulen auch ausgelastet werden, wie z.B. Reckenfelderbäumer und Kim (2006: 193) schreiben, die offensichtlich noch nie einen hoffnungslos überfüllten Vorlesungs- oder Seminarraum an einer deutschen Hochschule gesehen haben.

Aber die demographische Entwicklung ist natürlich nicht von der Hand zu weisen und vielleicht will Hochschulmarketing ja vorbeugen, für die Zeit, wenn der Bevölkerungsschwund einsetzt und die entstehenden Lücken mit ausländischen Studenten füllen. Und dann muss man sich natürlich von seiner besten Seite zeigen, durch Hochschulmarketing – sofern es eine beste Seite gibt.

hochschulmarketingHochschulen bieten Lehre und sie bieten Forschungsergebnisse als Dienstleistungen bzw. Produkte an. Die Qualität beider steht und fällt mit dem Angebot, das Professoren und Dozenten bereitstellen. Will man als Hochschule erfolgreich sein, dann hilft es ungemein, wenn man auf ein hervorragendes Lehrangebot und herausragende Forschungsergebnisse verweisen kann. Dazu – wiederum – benötigt man die entsprechenden wissenschaftlichen Angestellten, und die kommen nur, wenn das Angebot an der Hochschule im Hinblick auf Bezahlung und Arbeitsmöglichkeiten ihren Vorstellungen entspricht.

Kurz: Alles steht und fällt mit den Verhältnissen an einer Hochschule, mit den Professoren und Dozenten, mit dem Lehrangebot, mit der technischen und finanziellen Ausstattung, mit der Qualität der Lehre uvm. was für Lehre und Forschung von Wichtigkeit ist. Irgendwie setzt Hochschulmarketing das alles voraus, denn es macht keinen Sinn, für eine Hochschul-Klitsche mit überfüllten Hörsälen, schlechter Lehre, desinteressierten Dozenten, baufälligen Gebäuden, bei denen es z.B. durch das Dach regnet, zu werben, deren Ausstattung nicht einmal die Volkshochschule in Wanne-Eickel geschenkt übernehmen würde.

Und vielleicht ist dies ja der Grund dafür, dass in Deutschland Marketing so beliebt ist, denn man kann sich im Marketing Wolkenkuckucksheime bauen und blühende Landschaften vorstellen, wo man, bei Hinsehen, die triste Wirklichkeit des von der Wand fallenden Putzes zur Kenntnis nehmen muss.

Man kann Universitäten zu Stätten von Exzellenz und Spitzenforschung erklären, die sich bestenfalls dadurch hervortun, dass sie Zentren für Genderforschung unterhalten, deren Daseinszweck letztlich darin besteht, die Beschäftigten von der Straße zu holen und durchzufüttern.

Man kann Hochschulen zu Elite-Universitäten erklären, an denen ganze Fachbereiche noch kein Wort nach draußen haben dringen lassen, das auch nur den Anschein erweckt hätte, hier spräche eine Elite oder hier sprächen Experten für was auch immer und, last but not least, kann man Hochschulen zu Stätten der Bildung stilisieren, an denen Studenten Wissen vermittelt wird, obwohl alles, was ihnen vermittelt wird, weder mit Wissen noch mit Bildung etwas zu tun hat und krude als Ideologie bezeichnet werden muss.

hochschulmarketing2Das also ist der Reiz des Marketings im Allgemeinen und des Hochschulmarketings im Besonderen: Man kann sich wegträumen und in Worten einen Zustand beschreiben, den es in der Realität nicht gibt, ganz in der Tradition derer, die an die Wirkung von Beschwörungsformeln glauben. Wenn man nur lange genug Exzellenz, Elite und Bildung beschwört, dann kommt Exzellenz, Elite und Bildung ganz von selbst, mit einem Puff und ganz viel Rauch.

Deshalb brauchen wir Hochschulmarketing!

Zivilgesellschaft geht anders! Oder: Macht es außer uns wirklich wieder niemand?

- außer uns und Sven H. Schillings?

Was? Na Klärung herbeiführen, das tun, was alle Verwaltungsbeamte und vor allem die Genderista hassen: Fragen stellen! Sie z.B. nach Ihrer gesetzlichen und sonstigen Legitimation fragen.

Wir haben das im Fall der Universität Potsdam und der Hochschule Wismar getan.

An der Universität Potsdam vertreibt eine “Zentrale Gleichstellungsbeauftrage namens Barbara Schrul einen schrulligen “Leifaden zur Anwendung einer gendergerechten Sprache” und behauptet darin:

Uni Potsdam“Als Universität haben wir einen gesetzlichen Auftrag zur Verwendung eines einheitlichen, gendergerechten Sprachgebrauchs.”

Wir haben weder etwas von einem Gesetz gehört, in dem angeblich steht, dass die Nutzung von “Innen”, von “_innen” oder von sonstigen, die Sprache entstellenden Maßnahmen gesetzlich in Auftrag gegeben worden sein soll, wie Schrul behauptet, noch haben wir eine Vorstellung davon, wie man einen Sprachgebrauch verwendet. Deshalb haben wir nachgefragt, beim Justitiar der Universität und beim Leitder des Prüfungsamtes der Universität Potsdam (Übrigens wäre es an der Zeit, in der Verwaltung der Universität Potsdam eine Männerquote einzuführen. Pi mal Daumen schätzen wir den Anteil männlicher Verwalter auf maximal 10%).

“Sehr geehrte Frau Reifenstein, sehr geehrte Frau Dr. Bieber,

in ihrer jeweiligen Funktion als Justitiar der Universität Potsdam bzw. als Leiter des Prüfungsamts bitten wir Sie, die folgenden Fragen zu beantworten:

Die Zentrale Gleichstellungsbeauftrage der Universität Potsdam, Barbara Schrul, vertreibt einen “Leitfaden zur Anwendung einer gendergerechten Sprache”, in dem sie u.a. behauptet:

“Als Universität haben wir einen gesetzlichen Auftrag zur Verwendung eines einheitlichen, gendergerechten Sprachgebrauchs.”

Aus dem Leitfaden und dieser Behauptung ergeben sich die folgenden Fragen, deren Antworten Studenten der Universität Potsdam ebenso interessieren werden, wie die gut 5000 Leser, die unsere ScienceFiles durchschnittlich pro Tag lesen:

  1. In welchem Gesetz ist der Auftrag von Universitäten oder speziell der Universität Potsdam zur Verwendung eines “einheitlichen gendergerechten Sprachgebrauchs” formuliert und in welcher Weise formuliert?
  2. Welchen Stellenwert bzw. Status hat der “Leitfaden zur Anwendung einer gendergerechten Sprache”?
  3. Sind Studenten der Universität Potsdam verpflichtet, dem Leitfaden zu folgen?
  4. Was passiert, wenn Studenten der Universität Potsdam sich nicht an den Leitfaden halten?
  5. Gibt es eine wie auch immer geartete Handhabe, Studenten der Universität Potsdam zur Einhaltung des Leitfadens zu zwingen?
  6. Müssen Studenten der Universität Potsdam mit einer schlechteren Bewertung rechnen, wenn Sie den Leitfaden nicht einhalten?

Wir bedanken uns vorab für Ihre Antworten.
Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein
für die ScienceFiles-Redaktion

Wismar_PP2Der zweite Brief betrifft die Hochschule Wismar, die mit mindestens zwei Ausschreibungen gegen das Allgemeine Gleichstellungsgesetz verstößt, jenes Gesetz also, über dessen Einhaltung die Antidiskriminiserungsstelle angeblich wacht. Wir haben deshalb unseren alten Bekannten, Dr. Alexander Sopp, von der Antidiskriminierungsstelle angeschrieben und ihn auf den Vorgang an der Hochschule Wismar aufmerksam gemacht:

“Lieber Herr Dr. Sopp,

wir hoffen, es geht Ihnen gut und Sie haben das Neue Jahr gut angefangen.

Wir schicken Ihnen mit dieser eMail einen Link auf ScienceFiles:

http://sciencefiles.org/2015/01/04/deutschland-ist-ein-unrechtsstaat/

Wenn Sie dem Link folgen, finden Sie einen Beitrag, in dem gezeigt wird, dass die Hochschule Wismar mit mindestens zwei Ausschreibungen gegen die §§1 und 2 Abs. 1 Satz 1 des AGG verstößt, in dem sie Stellen ausschließlich für Frauen ausschreibt.

Wir rufen Sie daher auf, das Allgemeine Gleichstellungsgesetz auch an der Hochschule Wismar durchzusetzen oder die Hochschule Wismar zum rechtsfreien Raum zu erklären.

Beste Grüße,
Dr. habil. Heike Diefenbach & Michael Klein
für die ScienceFiles-Redaktion”

civic cultureDeutschland will angeblich eine Civic Society sein, in der Bürgerbeteiligung ganz oben auf der Agenda steht. Das Problem mit der deutschen Bürgerbeteiligung, wie sie sich derzeit darstellt, ist jedoch: Sie ist top-down verordnet. Das ist dummerweise das Gegenteil einer Civic Society bzw. Zivilgesellschaft, wie es in Deutschland heißt. Verordnete Bürgerbeteiligung verweist auf eine autoritäre nicht auf eine zivile (civic) Gesellschaft. In einer Civic Society kontrollieren Bürger den Staat, weil sie den Staat als ihre Angelegenheit ansehen und ihn gerade nicht als eigene Entität betrachten, die ihnen etwas vorschreiben kann. Insofern müsste sich eigentlich jeder verpflichtet fühlen, Missstände wie den an der Universität Potsdam oder den an der Hochschule Wismar zum Anlass zu nehmen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Außer Sven H. Schillings, Holger Sulz und Wolle Pelz sind uns nur wenige bekannt, die dies bislang ohne dazu aufgefordert worden zu sein, getan haben. Sollte die Civic Society in Deutschland wirklich aus nur wenigen Personen bestehen?

Deutschland ist ein Unrechtsstaat

- und zwar ganz offen.

Wie sehr man sich schon daran gewöhnt hat!

In Berlin gibt es die Humboldt-Universität, der ein Präsident vorsitzt, der sich weigert, die Briefe von Kollegen zu beantworten.

An derselben Universität gibt es einen Studiengang “Gender Studies” und ein Zentrum für Gender Studies, die auf eine Art und Weise geschaffen wurden, die mindestens als suspekt bezeichnet werden muss, solange die gerichtliche Klärung, die Hadmut Danisch im Hinblick auf das Zustandekommen beider angestrengt hat, nicht den Verdacht bestätigt, dass es sich hier um einen bewussten Verstoß gegen geltendes Recht handelt.

Derselbe Präsident, der nicht mit Kollegen sprechen will und nichts dazu beiträgt, um die Umstände, unter denen die Gender Studies an der Humboldt Universität ins Leben gerufen wurden, zu klären, hat ganz offensichtlich kein Problem damit, Dienstherr eines Profx zu sein, das ganz offen zu Straftaten aufruft.

Bewusst gegen geltendes Recht, nämlich das Verbot der Diskriminierung auf Grund des Geschlechts, wird im Rahmen des Professorinnenprogramms verstoßen. Wir haben in der Vergangenheit bereits zahlreiche Beispiele dafür, wie männliche Bewerber im Rahmen von universitären Ausschreibungen getäuscht und geprellt werden, zusammengestellt.

Daran, dass Deutschland ein Unrechtsstaat ist, gibt es entsprechend keinen Grund zu zweifeln.

Wozu soll man also den Anschein noch aufrecht erhalten?

Wozu so tun, als wollte man dem, was kodifiziertes Recht ist, tatsächlich entsprechen?

Wozu so tun, als wollte man beim Durchsetzen des als politischen Willen bezeichneten Eigennutzes einer “kleinen Gruppe von Fanatikern”, wie Walter Krämer geschrieben hat, Anstand und Würde wahren?

Entsprechend hat die Hochschule Wismar mit der ganzen Gerechtigkeitsmimikry aufgehört und beschlossen, den Verstoß gegen geltendes Recht, den das Professorinnenprogramm darstellt, ganz offen zu betreiben.

Wir zitieren:

Wismar_PP1An der Hochschule Wismar ist im Rahmen des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen (Professorinnenprogramm II) zum WS 2015 folgende Professur, vorbehaltlich der Stellenzuweisung, zu besetzen:

W2 „Kommunikationswissenschaften, insb. sprach- und kommunikationswissenschaftliche sowie medienpsychologische Grundlagen“

Die Stellenausschreibungen dienen der Erstberufung von Frauen. Frauen sind auch gemäß § 4 Abs. 3 des Gleichstellungsgesetzes M-V ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben.

Der Plural “Stellenausschreibungen” erklärt sich so:

An der Hochschule Wismar ist im Rahmen des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen (Professorinnenprogramm II) zum WS 2015 folgende Professur, vorbehaltlich der Stellenzuweisung, zu besetzen:

W2 „Kunststofftechnik/Werkstoffe“

Die Stellenausschreibungen dienen der Erstberufung von Frauen. Frauen sind auch gemäß § 4 Abs. 3 des Gleichstellungsgesetzes M-V ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben.

Arne Hoffmann hat vor einigen Tagen auf ein Urteil aus Kanada hingewiesen, ein Urteil, in dem eine Richterin zu der folgenden Schlussfolgerung kommt:

“I accept it constitutes adverse treatment to be told that you cannot apply for a job because of your gender,” she wrote. “There is an innate harm in communicating to people that they are less worthy, less qualified and less desirable for employment because of prohibited grounds for discrimination.”

Man sieht, in Kanada wird geltendes Recht auch durchgesetzt und Verstöße werden geahndet, d.h., Ausschreibungen die auf Bewerber eines Geschlechts beschränkt sind, sind unrechtmäßig.

Auch in Deutschland gibt es eigentlich ein Gesetz, mit dem Diskriminierung verhindert werden soll, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das nicht zuletzt die Legitimation für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes darstellt.

In diesem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz heißt es gleich in §1:

“Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.”

Und in §2 Absatz 1 geht es wie folgt weiter:

Wismar_PP2“(1) Benachteiligungen aus einem in § 1 genannten Grund sind nach Maßgabe dieses Gesetzes unzulässig in Bezug auf: 1.die Bedingungen, einschließlich Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen, für den Zugang zu unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, unabhängig von Tätigkeitsfeld und beruflicher Position, sowie für den beruflichen Aufstieg…”

Die Universität Wismar schreibt Stellen aus, die “der Erstberufung von Frauen” dienen. D.h. Männer sind von einer Bewerbung und einer Berufung generell ausgeschlossen. Männer werden aufgrund ihres Geschlechts und bei “Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen für den Zugang zu unselbständiger … Erwerbstätigkeit” benachteiligt. Und gemäß §2 Absatz 1 des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes ist diese Benachteiligung “unzulässig”.

Es gibt sie dennoch.

Regelmäßig.

Immer dann, wenn eine Ausschreibung im Rahmen des Professorinnenprogramms erfolgt.

Bislang hat man kunstvoll versucht, den Verstoß gegen §2 Absatz 1 und §1 des AGG zu verschleiern und Männer zu täuschen. Das Neue an den Ausschreibungen aus Wismar besteht darin, dass die Verantwortlichen (so dämlich sind) ganz offen (zu) schreiben, dass sie nur Frauen berufen werden und sich entsprechend nur Frauen bewerben brauchen.

Soviel zur Behauptung, die Auswahl geeigneter Bewerber für Professuren erfolge anhand der Leistungen und der Eignung der Bewerber, so dass gewährleistet ist, dass der beste Bewerber die ausgeschriebene Position erhält.

Dieser Täuschungsversuch kann ebenso wie all die anderen verbalen Verrenkungen, die bislang im Rahmen des Professorinnenprogramms durchgeführt wurden, aufgegeben werden, und das Professorinnenprogramm kann nunmehr als das beschrieben werden, was es tatsächlich ist:

Ein Prostitutionsprogramm für Willige, denn nicht der beste Bewerber wird im Rahmen des Professorinnenprogramms berufen, sondern die willigste Bewerberin, die Bewerberin, die nichts dabei findet, sich für ein Programm zu verkaufen, das gestartet wurde, um Männer zu diskriminieren und Wissenschaft zur Hure der Politik zu machen.

Überraschend ist dies alles nicht, denn ginge es um Meritokratie an Universitäten, Gender Studies und alle ihnen verwandten Bereiche wären gar nicht vorhanden.

Der bewusst im Rahmen des Professorinnenprogramms herbeigeführte Rechtsbruch spielt mit der normativen Kraft des Faktischen, mit der Hoffnung, dass geschaffene Tatsachen, wie z.B. das physische Vorhandenseins eines Lehrstuhlinhabers für Gender Studies auch dann, wenn es das erste Urteil ergangen ist, das die Unrechtmäßigkeit des Professorinnenprogramms klarstellt, Bestand haben werden, dass mit anderen Worten, niemand versuchen wird, all die mittelmäßigen Nutznießerinnen des Professorinnenprogramms von ihren Positionen zu entfernen.

Es sollte selbstverständlich sein, dass dann, wenn richterlich festgestellt wurde, dass das Professorinnenprogramm gegen geltendes Recht verstößt, die Nutznießerinnen des Programms ihre unrechtmäßig erreichten Positionen räumen müssen.