Physik wird der Genderlächerlichkeit preisgegeben

Wir nehmen unsere Leser jetzt mit auf eine Reise in die Welt der MINT-Fächer.

Sie kennen doch MINT-Fächer, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, jene Fächer, für die es so wichtig ist, den Anteil von weiblichen Studenten zu erhöhen? Schon an Schulen beginnt das gezielte Anwerben von Mädchen durch die MINT-Häscher, Ministerien rühren die Werbetrommel, Gender-Nutznießer haben Projekte durchgeführt, um mehr Frauen in MINT-Berufe zu kanalisieren.

Was hat das alles genutzt? Nicht viel bis gar nichts.

Wem hat das alles genutzt? Den Gender-Nutznießern und all denjenigen, die sich auf einer Genderfahrkarte ein Auskommen verschaffen wollen.

Es gibt daher realistische Geister, die feststellen, dass es Genderisten nicht darum geht, mehr weibliche Studenten zu einem Studium naturwissenschaftlicher Berufe zu bewegen, (sonst hätten die Genderisten etwas Entsprechendes studiert) sondern darum, Stellen für mehr Genderabsolventen zu schaffen, damit diese von den entsprechenden Stellen aus, den Umstand beklagen können, dass es immer noch viel weniger weibliche als männliche Studenten in MINT-Fächern gibt und ansonsten auch noch in den nächsten 20 Jahren die Frage erforschen können, die sie schon in den vergangenen 20 Jahren erfolglos erforscht haben: Warum wollen so wenige Mädchen Nobelpreisträger für Physik werden?

In die Kategorie “Stellenbeschaffung für Gender-Vasallen” gehört die folgende Ausschreibung der Universität Münster, die uns ein Leser zugeschickt hat. Sie dokumentiert eindrücklich, wie MINT-Fächer genderisiert werden, d.h. wie in MINT-Fächern Stellen für Gender geschaffen werden, die mit dem entsprechenden MINT-Fach so viel zu tun haben, wie das Puppenhaus mit der Weltraumstation. Diese Brückenköpfe der Genderideologie in MINT-Fächern, sie dienen entsprechend auch nicht dazu, den Anteil weiblicher Studenten zu erhöhen, sondern dazu, weitere Möglichkeiten auszuloten, die genutzt werden können, um Genderabsolventen als fachfremden Brückenkopf in MINT-Fächern anzusiedeln.

WWU muenster GenderPhysik“Im Institut für Angewandte Physik der Universität Münster sind zum nächstmöglichen Zeitpunkt zwei Stellen einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin / eines wissenschaftlichen Mitarbeiters (Entgeltgruppe 13 TV-L, 50%) im Rahmen des Schwerpunkts Geschlechterforschung in der Physik [zu] besetzen”.

Der Gegenstand der Physik, er wird somit erweitert, nämlich um Fragen der Geschlechterforschung, nicht jedoch um Fragen der Art, ob sich die Aufprallgeschwindigkeit bei einem Umfall auf Frauen anders auswirkt als auf Männer oder ob Elektrizität nach Geschlecht unterscheidet oder sich Schwingungen und Wellen geschlechtsspezifisch verhalten. Diese Fragen wären zwar Unsinn, aber sie hätten noch etwas mit Physik zu tun.

Nun ist bekannt, dass Genderisten vor allem MINT nicht können, neben all dem anderen, was sie sonst noch nicht können. Entsprechend kann man die beiden Inhaber (Entgeltgruppe 13 TV-L, 50%) der einen Stelle nicht überfordern, ihnen Kenntnisse in Mathematik oder am Ende Atomphysik abverlangen. Sie sollen ja auch keine Erkenntnisse der Physik behandeln oder gar neu begründen, sondern ideologische Arbeit betreiben, die Bastion Physik auf den Ansturm der Genderhorden vorbereiten, und zwar so:

“Im Rahmen des Projekts Geschlechterforschung in der Physik sollen neben dem bereits etablierten Themenstrang zur Geschlechtergleichstellung mit dem Schwerpunkt Studien-und Berufsorientierung von Mädchen, die Themenfelder Gendergerechtigkeit in der Physik sowie Genderinhaltsforschung in der Physik als weitere Schwerpunkte der genderspezifischen Forschung etabliert werden.”

Es geht also darum, Stellen zu beschaffen für Berufslamentierer mit Genderhintergrund, die dann lamentieren, dass es immer noch zu wenige weibliche Studenten in der Physik gibt, die Papier vollschreiben mit ihren Genderergüssen und dafür sorgen, dass es demnächst den Sonderforschungsbereich “Geschlechterforschung in der Physik” geben wird, in dem dann weiterhin lamentiert werden kann. Dies alles wird zwar nichts daran ändern, dass nach wie vor mehr, viel mehr männliche als weibliche Studenten Physik studieren, aber es wird dazu führen, dass Physik als Studienfach der Lächerlichkeit preisgegeben wird – und das ist offensichtlich das Ziel von Genderisten, die wie Misteln von anderer Früchte Arbeit leben und durch ihre Vermehrung und Unersättlichkeit dafür sorgen, dass es immer weniger gibt, die Früchte durch Arbeit erwerben und immer mehr, die davon leben wollen.

Die beim Stellen, Entgeltgruppe 13 TV-L, 50%, sie haben auch eine regelmäßige Arbeitszeit: “Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt zurzeit 19 Stunden 55 Minuten.” 19 Stunden und 55 Minuten pro Woche. Das sind 1.195 Minuten pro Woche oder 239 Minuten pro Tag oder 3 Stunden 59 Minuten tägliche Arbeitsstunden. Ob in den 3 Stunden 59 Minuten täglicher Arbeit eine tarifliche Mittagspause von 25 Minuten und 19 Sekunden eingerechnet ist, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

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Kinderrechte auch für Erwachsene

Dass sich in der deutschen Gesellschaft eine Infantilisierung breit macht, die erwachsene Menschen das Verhalten von Kindern adaptieren, ihr Handeln an Kindern ausrichten oder ihre sprachlichen Handlungen kindgerecht und somit kindisch machen sieht, darüber haben wir schon mehrfach geschrieben.

Heute wollen wir auf einen weiteren Aspekt dieser Infantilisierung hinweisen, der in einer zunehmenden Realitätsflucht, wenn nicht Realitätsverweigerung besteht und erwachsene Menschen, Abgeordnete und Staatssekretärinnen sich verhalten sieht, als wären sie nicht kurz nach, sondern weit vor der Pubertät.

Ausdruck dieser Realitätsverweigerung sind Aktionen, die man als symbolische Demonstrationen bezeichnen muss, die sich in keiner Weise auf das Ziel, dem sie gewidmet sind, auswirken und deren Zweck daher einzig und allein darin besteht, erwachsenen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich wie Kinder zu verhalten.

Früher hat man Väter belächelt, die mit Eisenbahnen spielen. Was macht man mit Erwachsenen, die rote Abdrücke von ihren Händen machen und sie mit mehr oder weniger sinnlosen Texten versehen, um damit ein “Zeichen … gegen Kindersoldaten” zu setzen?

“Seit dem 12. Februar 2002 verbietet ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention, dass Kinder unter 18 Jahren als Kindersoldaten missbraucht werden. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen gibt es trotzdem weltweit 250.000 Kindersoldaten. In fast allen aktuellen bewaffneten Konflikten werden Kinder als Soldaten eingesetzt und zum Kämpfen gezwungen.”

Das Zusatzprotokoll, es ist also 13 Jahre in Kraft und ist weitgehend wirkungslos, weil sich Kriegsparteien nicht daran halten. Wen wundert’s?

Was also tun, damit sich Kriegsparteien an das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderechtskonvention halten?

Werden wir doch alle wie die Kindlein: Malen wir uns die Hände an, patschen die Hände auf Papier und schreiben weniger oder viel weniger intelligente Sprüche unter die Handabdrücke:

Kinder im Bundestag“Kinder haben ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt”, schreibt Staatssekretärin Caren Marks unter ihre rote Patschhand und sagt damit implizit: Erwachsene haben kein Recht auf ein Leben ohne Gewalt. Sicher werden all diejenigen, die derzeit Kinder als Soldaten rekrutieren, sofern sie die westliche Ansicht, welche Alter Kinder definieren, teilen, ob der roten Patschhand von Marks und dem darunter geschriebenen Spruch sofort damit aufhören, Kinder zu rekrutieren – oder?

“Keine Waffen in Kinderhände”, schreibt Ekin Deligöz unter ihre rote Hand, und mit Sicherheit werden diejenigen, die Kinder als Soldaten rekrutieren, sofern sie die Ansicht, wer denn Kind sei, die Ekin Deligöz hat, teilen, Kindern keine Waffen mehr in die Hände geben. Nicht nachdem Deligöz das unter ihrer roten Patschhand gefordert hat.

Die Aktion rote Hände, der “Red Hand Day 2016 – ein Tag gegen Kindersoldaten” fand übrigens im Bundestag statt, bei der Kinderkommission des Deutschen Bundestages. Wenn Sie also demnächst Parlamentsdebatten im Fernsehen sehen, in denen sich Abgeordnete gegenseitig mit Fingerfarben beschmieren oder mit Tröten und Luftschlangen die Debatte beleben, dann wundern sie sich nicht, es handelt sich dann vermutlich um den Toddler(Kleinkind-)Day im Bundestag, mit dem ein Zeichen gegen Altersarmut gesetzt werden soll.

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TU-Braunschweig: Frauen gleich nach Behinderten

Die politisch korrekte Nomenklatur, sie treibt eine große Anzahl von Blüten, wobei jede dieser Blüten erhebliche Zweifel an der geistigen Verfassung der Gehirne weckt, die die Saat ausgebracht haben.

Da ist zum Beispiel die TU-Braunschweig, die derzeit eine “Juniorprofessur (BesGr. W 1) für „Lehr- und Lernforschung am Schülerlabor für Chemie” zu besetzen versucht. Neben der Stellenbeschreibung und dem üblichen politisch-korrekten Marketing-Text, finden Leser, die es bis zum Ende der Ausschreibung durchhalten, die folgenden Hinweise:

TU-Braunschweig MinderbemittelteDie Technische Universität Braunschweig ist bestrebt, den Frauenanteil zu erhöhen und fordert daher Frauen nachdrücklich zur Bewerbung auf.

Frauen werden bei gleichwertiger Qualifikation bevorzugt berücksichtigt. Auf Wunsch kann eine Teilzeitbeschäftigung ermöglicht werden.

Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt.”

Zunächst fällt auf, dass hier ein Komparativ benutzt wird, ohne dass der Maßstab des Vergleichs benannt wird, denn: “gleicher Qualifikation” oder “gleichwertiger Qualifikation” ist ein zweistelliger Funktor, der einen Vergleichsmaßstab verlang. Bei diesem Vergleichsmaßstab handelt es sich um: Männer, um männliche Bewerber.

Jetzt ist es raus, das Wort, das in Ausschreibungen staatlich Abhängiger wie der TU-Braunschweig so peinlich vermieden werden muss: Männer.

Männer sind das non-plus ultra der Ausschreibung, an denen die anderen Bewerberklassen gemessen werden. Es gibt derer zwei, zwei Bewerberklassen, die nicht die Normalität des Qualifikationsniveaus von Männern erreichen:

(1) Frauen und
(2) Behinderte.

Gleich nach Männern in der geistigen Hierarchie der Fähigkeiten kommen an der TU-Braunschweig Behinderte. Von ihnen kann man gleiche Qualifikationen erwarten wie von Männern, wobei männliche Behinderte eine Unterklasse von Männern sind, was die Absurdität der politischen Korrektheit darin Niederschlag finden lässt, dass nunmehr die Hierarchie mit behinderten Männern beginnt, die wiederum vor Männern stehen. Sie alle sind zu gleicher Leistung fähig.

Ja. Und dann gibt es bei Bewerbungen an der TU-Braunschweig noch weibliche Bewerber. Diese Bewerber sind das Problem der Verantwortlichen, denn von ihnen kann nicht die im Vergleich zu männlichen Bewerbern gleiche Leistung wie von Behinderten erwartet werden. Bestenfalls eine gleichwertige Leistung kann von Frauen erwartet werden.

Der Unterschied zwischen “gleiche Leistung” und “gleichwertige Leistung” er ist erheblich, denn: Eine gleiche Leistung kann unabhängig festgestellt werden, objektiv, wenn man so will. Zwei Marathonläufer, die zeitgleich durchs Ziel gegangen sind, haben eine gleiche Leistung erbracht. Zwei Schüler, die alle Aufgaben des Mathematiktests richtig gelöst haben, haben ebenfalls eine gleiche Leistung erbracht.

Eine gleichwertige Leistung ist keine gleiche Leistung. Die Feststellung, dass eine Leistung gleichwertig zu einer anderen Leistung ist, bedarf, wie der Begriff “gleichwertig” schon sagt, einer Bewertung. Die Leistung von A muss von einem Dritten der Leistung von B als gleichwertig bewertet werden.

Damit öffnet sich für die einen eine Schlangengrube, denn wenn man gleichwertig als Maßstab zulässt, dann kann man Debile in den Mensa-Club aufnehmen, denn für einen vollkommen Dementen ist ein IQ von 45 vermutlich eine Leistung, die der 195 des Hochintelligenten gleichwertig sein kann, nimmt man die unterschiedlichen Ausgangspunkte zum Maßstab.

Für diejenigen, die ideologisch unterwegs sind, und ihre Ideologie ohne Rücksicht auf die damit verbundenen Kosten durchsetzen wollen, eröffnet die Bezeichnung “gleichwertig” gerade die Möglichkeit, die Aufnahme von Debilen in den Mensa-Club einzuklagen.

Übertragen bedeutet dies, dass die bevorzugte Behandlung von weiblichen Bewerbern bei “gleichwertiger Qualifikation” notwendig davon ausgehen muss, dass (1) weibliche Bewerber grundsätzlich unfähig zu gleicher Qualifikation mit männlichen Bewerbern sind und entsprechend (2) von einem tieferen geistigen Ausgangsniveau starten, so dass geringere Qualifikation gemessen am geringeren Ausgangsniveau eine gleichwertige Leistung zu  männlichen Bewerbern mit höherer Qualifikation und mehr IQ darstellen kann.

Kurz: In Braunschweig, an der TU-Braunschweig, da hält man weibliche Bewerber für grundsätzlich dümmer als Männer, weshalb man von ihnen nur gleichwertige, nicht aber gleiche oder gar bessere Qualifikation verlangen kann. Entsprechend stellt sich die politisch-korrekte Hierarchie der Sexisten an der TU-Braunschweig wie folgt dar:

In abnehmender Qualifikation:

1. Behinderte männliche Bewerber,
2. männliche Bewerber,
3. behinderte weibliche Bewerber,
4. weibliche Bewerber.

Was uns wundert ist, dass es tatsächlich weibliche Bewerber geben soll, die sich auf Stellen, wie die von der TU-Braunschweig ausgeschriebene, die ihnen eine a-priori schlechtere Qualifikationen im Vergleich zu Männern und Behinderten bescheinigt, bewerben – aber vielleicht stimmt bei den weiblichen Bewerbern, die sich auf solche Stellen bewerben ja die Annahme der TU-Braunschweig, dass diese Bewerber nicht in dem Maße intelligent sind, wie männliche Bewerber. Wie sonst sollte man erklären, dass die entsprechenden weiblichen Bewerber nicht einmal merken, dass sie beleidigt werden?

Wir danken einem Leser von ScienceFiles für den Hinweis auf diese Ausschreibung.

 

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Rassismus live erleben: Diversity @ Uni Bremen

Anlass für diesen Beitrag ist Post aus Bremen, von der dortigen Universität und von einem Professor, der seine Universität nach eigener Aussage “liebt”. Er meint es sarkastisch, wie aus dem Kontext seiner Aussage hervorgeht, und er meint es deshalb sarkastisch, weil in Bremen ausgerechnet Diversitäts-Apostel, also Genderisten und angebliche Rassismuskritiker, größtenteils bezahlte Ideologen eben, über “Objektivität und Repräsentation” in der Wissenschaft sprechen wollen, und zwar im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Diversity @ Uni Bremen”.

Uni Bremen Diversity1Gegen diese Veranstaltungsreihe, so steht es im Flyer gleich zu Anfang, wollen wir keine Einwände hören, denn die Veranstaltungsreihe basiert auf dem Glaubensbekenntnis, das die Universität Bremen “zu einer selbstkritischen Auseinandersetzung mit ihrem Anspruch, der gesellschaftlichen Vielfalt in Forschung, Lehre und Verwaltung gerecht zu werden” abgelegt hat.

Man ahnt schon Schlimmes.

Und weil die Bremer sich “selbstkritisch” zu einem “Anspruch” bekennen, deshalb sind sie mit einer Veranstaltungsreihe “Diversity @ Uni Bremen” gestraft, die sie aus dem Budget der Universität finanzieren müssen. Jeder bekommt eben, was er verdient.

Die Bremer Universitätsleitung mit ihrem Glaubensbekenntnis, sie verdient vor allem textlichen Unsinn wie den folgenden:

“Mit Fragen der Objektivität und Repräsentation beschäftigt sich der für das Jahr 2016 gewählte Schwerpunkt. Universitäten als Organisationen der akademischen Bildung agieren unter spezifischen Dominanz- und Machtverhältnissen, die die Produktion von Wissen beeinflussen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wer spricht im Wissenschaftssystem aus welcher Perspektive und Position?”

Die Frage wird per Vortrag beantwortet: “Am Ende der Weiß-heit? Grundlagen der Kritischen Weißseinsforschung”.

Das westliche Abendland schaut auf zwei Jahrtausende der Philosophiegeschichte zurück, auf zwei Jahrtausende, in denen Fragen der Erkenntnistheorie, Fragen, wie man Erkenntnis gewinnen kann, die möglichst unbeeinflusst von Interessen und persönlichen Vorlieben ist, Fragen, die die Methodologie von Wissenschaft, die Wissenschaftstheorie, zum Gegenstand haben, diskutiert und zu einer Lösung geführt wurden, die man gemeinhin unter dem Stichwort “Kritischer Rationalismus” mit seinen Kriterien des Wettbewerbs der Theorien, der Nachprüfbarkeit, Einfachheit und Falsifizierbarkeit kennen sollte, wenn man an einer Universität sprechen will.

Aber dann, zu Beginn des 21. Jahrhunderts kommt eine Sekte aus ihren dunklen Verstecken, eine Sekte, deren Mitglieder hinter dem Mond gelebt haben müssen und von Wissenschaft offensichtlich überhaupt keine Ahnung haben und wollen über “Objektivität und Repräsentativität” reden. Und sie verkünden ihre unglaubliche Erkenntnis, dass “Organisationen der akademischen Bildung unter spezifischen Dominanz- und Machtverhältnissen” agieren.

Echt, ey?

Wow!

Da haben wir 2000 Jahre lang gedacht, Wissenschaftler und ihre wissenschaftlichen Institutionen seien im outer space angesiedelt, würden dort in der Wolke der unbefleckten Erkenntnis, die jungfräuliche Geburt der reinen Idee wieder und wieder feiern und sich ansonsten von Ozon und Erkenntnis ernähren und jetzt kommen diese Sektenanhänger und entdecken, das ist gar nicht so. Wissenschaftler flottieren gar nicht im All, leben auf der Erde, in Ländern, in Städten, an Universitäten, müssen essen, trinken, sind human und fehlbar.

Wow!

Uni Bremen Diversity2Man ist zeitweise geneigt, Diversitäts-Aposteln, also Genderisten und ihren Alteregos den Rassismuskritikern einen Klaps auf den Hinterkopf zu geben, um sich zu versichern, dass die echt sind und nicht die Mirage eines unglaublich dummen, zurückgebliebenen und bar jeglicher Erkenntnis seienden Gartenzwergs, der gerade von einem Baum gefallen zu sein scheint. Aber siehe da, sie sind echt, und sie trauen sich in die Welt, um zur Welt zu sprechen, ihre unglaublichen Erkenntnisse zu verkünden, ihre unglaublich rassistischen Erkenntnisse, wie z.B. die, dass Hautfarbe einen Einfluss auf die Erkenntnis haben soll, dass Weiß-heit ein Erkenntnisproblem darstellen soll.

Wer außer Genderisten und so genannten Rassismuskritikern (alles, was es zur Rassimuskritik zu sagen gibt, wurde von Dr. habil. Heike Diefenbach bereits gesagt) wäre je auf die Idee gekommen, dass Hautfarbe eine Variable ist, die in wissenschaftlicher Methodologie berücksichtigt werden muss? Wer außer Genderisten und so genannten Rassismuskritikern wäre je auf die Idee gekommen, dass Hautfarbe einen Einfluss auf den Erkenntnisprozess hat? Wer außer Genderisten und angeblichen Rassismuskritikern wäre je auf die Idee gekommen, dass Geschlecht und Hautfarbe einen Effekt auf die Art und Weise haben, wie Erkenntnis als solche gewonnen wird?

Niemand.

Und deshalb sind Genderisten und Rassismuskritiker reine Rassisten, denn sie sind die einzigen, die nach Hautfarbe differenzieren, die Wissenschaftler verfolgen, weil sie weiße Hautfarbe haben und sich selbst in ihrer unglaublichen Arroganz, die nur auf Dummheit begründet sein kann, als die Erkenner der weißen Macht- und Dominanzstrukturen feiern wollen und eine “kritische Weißseinsforschung” betreiben wollen, deren Ursache wohl eher in einem Gegenstand des DSM-V gesucht werden muss, als dass sie dem Zwecke der Wissenschaft dienen würde.

Um es noch einmal klar und deutlich zu sagen: Wissenschaftliche Erkenntnis ist farbenblind. Was zählt, ist der Wettbewerb zwischen Theorien und deren Prüfung. Wer behauptet, wissenschaftliche Erkenntnis sei von Hautfarbe, die wiederum Dominanz und Machtstrukturen ausbildet, beeinflusst, der ist ein kruder und überhaupt nicht diverser Rassist.

Schon erstaunlich, dass die Universität Bremen Rassisten und Sexisten eine Bühne zu bieten scheint.

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Es war wieder keiner – ob sich Geschichte nicht doch wiederholt?

Am 2. November haben wir auf eine Ausschreibung der Universität Koblenz-Landau hingewiesen, die dem Zweck dient, männliche Bewerber zum einen zu täuschen und zum anderen als Feigenblatt zu missbrauchen, um den mit der Ausschreibung einhergehenden Rechtsbruch zu verdecken.

Dabei ging es um zwei Stipendien, die aus dem Professorinnenprogramm finanziert werden. Die Ausschreibung für beide Stipendien richtet sich an männliche und weibliche Bewerber. Der Tatbestand der Täuschung ist somit erfüllt (und der des Betrugs dann, wenn einem männlichen Bewerber ein finanzieller Schaden entsteht).

Die rechtsrelevante Zusammenfassung der Ausschreibung ist wie folgt:

  • PP_Koblenz-landauDie Stipendien werden aus dem Professorinnenprogramm finanziert.
  • Aus dem Professorinnenprogramm werden nur Stellen, die mit weiblichen Bewerber besetzt werden, finanziert.
  • Der Eindruck, dass sich die Ausschreibung der Universität Koblenz-Landau auch an männliche Bewerber richtet, ist beabsichtigt. Er dient der Täuschung männlicher Bewerber und der Vortäuschung einer Konformität der Ausschreibung mit dem Antidiskriminierungsgesetz.

Ein Leser von ScienceFiles hat unseren Beitrag zum Anlass genommen, um den Verantwortlichen der Universität Koblenz-Landau eine eMail zu schreiben, sie auf den Beitrag auf ScienceFiles hinzuweisen und seinerseits die Lektüre der Stellenausschreibung mit dem folgenden Votum abzuschließen:

“All das scheint dafür zu sprechen, dass Bewerbungen von Männern vielleicht nicht unzulässig, aber jedenfalls zwecklos sind, denn bei Vergabe an einen Mann fiele ja die Finanzierung des Stipendiums weg.”

Unser Leser beendet seine eMail wie folgt:

“… könnte man männlichen Bewerbern doch zumindest reinen Wein einschenken. Immerhin ist eine Bewerbung auf eine Hochschulstelle mit einem gewissen Aufwand und u. U. auch mit Kosten verbunden. Warum wird männlichen Bewerbern nicht klipp und klar gesagt, dass die Stipendien de facto für Frauen reserviert sind? Aber vielleicht ist die Stellenanzeige ja nur unglücklich formuliert und es verhält sich anders. Ihre Klarstellung dazu würde mich sehr interessieren.

Nach nur einmaliger Erinnerung an sein Schreiben und nach nur 14 Tagen, hat unser Leser folgende Antwort erhalten:

“Vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich unserer Stellenausschreibung der beiden Stipendien im Rahmen der Graduiertenschule ‘Genderforschung’.

Die Formulierungen des Ausschreibungstextes wurden mit dem fachlich zuständigen Ministerium abgestimmt. Mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur besteht Konsens darin, dass der Text formal und juristisch korrekt ist.

Vorsorglich möchte ich darauf hinweisen, dass ich eindeutig
widerspreche, dass mein Name im Zusammenhang mit der dieser Auskunft in einem von Ihnen veranlassten Post auf der Plattform “sciencefilses” (oder auf weiteren Netzwerken) veröffentlicht wird.

Mit freundlichen Grüßen
i.A.”

Okay, bitte wieder beruhigen (Frage an unsere Kommentatoren: Steht der Namensnennung eigentlich etwas im Weg, wenn man weiß, dass unser Leser die Veröffentlichung nur ermöglicht, nicht jedoch veranlasst hat? – In jedem Fall ist es interessant zu sehen, dass den Sachbearbeiter die Erregung ergriffen zu haben scheint. Die Fehler im Text geben Zeugnis davon.).

Nun zu den Feststellungen:

Das Wichtigste, was den Sachbearbeiter aus dem Präsidialamt der Universität Koblenz-Landau umtreibt ist, dass sein Name nicht “auf der Plattform ’sciencefilses” genannt wird. Man sieht, der Bearbeiter ist schon älter und des Englischen nicht mächtig. Vermutlich war die Ankündigung unseres Lesers, den Schriftwechsel an ScienceFiles zu übergeben auch der Grund dafür, dass die Antwort so lange gedauert hat. Es musste erst jemand gefunden werden, der den Mut hat, eine eMail zu schreiben, deren Inhalt öffentlich werden könnte. Damit ist auch klar, welches Geschlecht derjenige hat, der unserem Leser geantwortet hat.

prison-barsUnd nichts ist ihm wichtiger, als nicht genannt zu werden. Das ist auch kein Wunder, denn: er widerspricht nicht der Feststellung, dass männliche Bewerber durch die Ausschreibung geschädigt und getäuscht werden.

Er widerspricht nicht der Feststellung, dass die Stipendien nur an einen weiblichen Bewerber vergeben werden.

Er weist vielmehr alle Verantwortung von sich und lädt dieselbe auf der Türschwelle des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur ab. Dort sitzen also die Verwantortlichen für Täuschung und Betrug männlicher Bewerber im Rahmen des Professorinnenprogramms. Nachgeordnete Institutionen, Universitäten, die Universität Koblenz-Landau, sie sind dagegen voller Personen, die nur machen, was mit dem Ministerium abgestimmt ist.

Es gab schon einmal Beamte nachgeordneter Dienststellen, die nur Befehle ausgeführt haben. Mit Zivilcourage ist es in Deutschland auch 2015 nicht weit her. Es herrscht der verbeamtete Befehlempfänger, und der macht scheinbar alles, wenn es nur mit Ministerien abgesprochen ist.

Je mehr weibliche Professoren, desto weniger Forschung, Offenheit und gesellschaftliche Relevanz

Wir haben wieder einmal gerechnet.

Anlass war eine Pressemeldung des Statistischen Bundesamts, die wie folgt beginnt:

“Im Jahr 2013 warb eine Professorin beziehungsweise ein Professor an deutschen Universitäten (ohne medizinische Einrichtungen /Gesundheitswissenschaften der Universitäten) im Durchschnitt Drittmittel in Höhe von 255 400 Euro ein.

Wie gleich wir doch alle plötzlich wieder sind, und wie wenig Wert auf die ansonsten obligatorische Differenzierung nach Geschlecht gelegt wird.

Statistisches Bundesamt Drittmittel ohne GeschlechtDas hat uns misstrauisch gemacht. Deshalb haben wir gerechnet, mit Daten des Statistischen Bundesamts, Daten aus Fachserie 11, Reihe 4.4: Personal an Hochschulen, aus Fachserie 11, Reihe 4.3.2: Monetäre hochschulstatistische Kennzahlen und mit den Daten aus der Pressmeldung. Es war ein ziemliches Zusammensuchen der Daten, aber am Ende sind wir fündig geworden und konnten die Verteilung der Drittmittel nach Geschlecht berechnen, ein wichtiges Datum, auf dessen Grundlage sich vor dem Hintergrund, dass mit allen Mitteln weibliche Professoren an Universitäten installiert werden sollen, einige Prognosen für die Zukunft aufstellen lassen.

Doch zunächst zu Drittmitteln. Das Statistische Bundesamt definiert Drittmittel wie folgt:

“Drittmittel sind Mittel, die zur Förderung von Forschung und Entwicklung sowie des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Lehre zusätzlich zum regulären Hochschulhaushalt (Grundausstattung) von öffentlichen oder privaten Stellen eingeworben werden. Drittmittel können der Hochschule selbst, einer ihrer Einrichtungen (z.B. Fakultäten, Fachbereichen, Instituten) oder einzelnen Wissenschaftlern im Hauptamt zur Verfügung gestellt werden. Nicht zu den Drittmitteln zählen Mittel des Trägerlandes.”

Man kann Drittmittel somit als Indikator für die Relevanz der Forschung und das Interesse an der Forschung, die an Universitäten betrieben wird, ansehen. Entsprechend ist die Höhe der Drittmittel ein Indikator für die gesellschaftliche Relevanz von Universitäten bzw. die Ab-Schließung von Universitäten gegenüber dem Rest der Gesellschaft.

Auf Grundlage der Daten des Statistischen Bundesamtes haben wir daher berechnet, welche Verteilung sich ergibt, wenn man das Geschlecht des Professoren, das in sonstigen Veröffentlichungen immer so wichtig ist, berücksichtigt.

Es ergibt sich diese Verteilung:

  • Ohne medizinische Einrichtungen zu berücksichtigen hat das Statistische Bundesamt errechnet, dass pro Professor “Drittmittel in Höhe von 255 400 Euro” eingeworben werden.
  • Unsere Berechnung hat ergeben, dass ein männlicher Professor durchschnittlich Drittmittel in Höhe von 253.841 Euro einwirbt, während ein weiblicher Professor Drittmittel in Höhe von durchschnittlich 181.177 Euro einwirbt (also ein Drittmittel Gender Gap von 30,2%).

Nimmt man die Höhe der Drittmittel als Indikator für die Offenheit und die Forschungsorientierung von Universitäten sowie für die gesellschaftliche Relevanz der Forschung, dann muss man feststellen, dass männliche Professoren im Durchschnitt mehr an Forschung orientiert sind, ihre Forschung mehr gesellschaftliche Relevanz hat und sie offener sind als weibliche Professoren.

Wie sich der Anteil weiblicher Professoren auf die Offenheit, Forschungsorientierung und Relevanz dessen, was an Universitäten geforscht wird, auswirkt, zeigt die folgende Abbildung: Je höher der Anteil der weiblichen Professoren in einem Fachbereich, desto geringer die eingeworbenen Drittmittel, desto geringer also Offenheit, Forschungsorientierung und Relevanz des entsprechenden Fachbereichs.

Drittmittel und Geschlecht

Der dargestellte Zusammenhang ist stark. Der Anteil der weiblichen Professoren und die Höhe der eingeworbenen Drittmittel nach Fachbereichen korrelieren mit einem r von -.69, d.h. mit jedem weiblichen Professor, der in einem Fachbereich installiert wird, sinkt die Höhe der eingeworbenen Drittmittel um durchschnittlich 69%.

Das sind deutliche Indikatoren dafür, wohin die Reise an deutschen Universitäten geht, in Richtung einer abschlossenen Institution, einer nahezu totalen Institution, an der Inhalte gelehrt werden, die keine gesellschaftliche Relevanz haben, keinen Mehrwert produzieren, keinerlei Interesse bei Akteuren erwecken, deren Ziel darin besteht, den Wohlstand zu vermehren, kurz: Universitäten schmoren mit jedem weiblichen Professor, der z.B. über das Professorinnenprogramm installiert wird, um anschließend die Bedeutung der Berücksichtigung von Geschlecht beim CNC Fräsen zu lehren, mehr im eigenen Saft. Es sinkt die Offenheit, die Relevanz und die Bedeutung von Universitäten. Sie werden immer mehr zu Abladestellen für akademische Hartz-IVler, deren Zweck darin besteht, gesellschaftlichen Wohlstand zu verbrauchen, nicht ihn zu schaffen.

Was das für den Forschungsstandort Deutschland bedeutet, das kann sich jeder selbst an seinen fünf Fingern der rechten Hand abzählen.

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Meldet sich die FU-Berlin als erste Universität wissenschaftsfrei?

“No one would have believed in the first decade of the 21th century, that we were being watched keenly and closely by intelligences smaller than average.” [Adaptation von HG Wells]

Manchmal muss man sich vergewissern, dass man im 21. Jahrhundert lebt. Regelmäßig, wenn das Wort “Berlin” in irgend einem Zusammenhang auftaucht, bekommt man Zweifel und muss auf die zurückgestellte Sommeruhr schauen, die mit Datum und Jahreszahl, versteht sich.

Dieses Mal hat uns der Hinweis eines Rechtsanwalts und ScienceFiles-Lesers (bei dem wir uns herzlich bedanken) auf eine Pressemeldung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg erreicht.

Gegenstand der Pressemeldung ist Axel Aino Schleusener, Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg. Schleusner soll(te) Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin, im Fachbereich Rechtswissenschaften werden, so hat es sich der Fachbereich gewünscht.

FU BErlin

Statt “Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit” sollte die FU-Berlin langsam “Ideologie, Willkür, Gleichschaltung” im Logo führen.

Damit er das werden kann, muss er vom Akademischen Senat der Freien Universität Berlin mehrheitlich unterstützt werden und genau diese Unterstützung wurde dem Richter verwehrt.

Was ist passiert?
Ist der Vorsitzende Richter am Landesarbeitsgericht fachlich nicht geeignet, um Studenten zu unterrichten?

Angesichts der Tatsache, dass an der FU-Berlin seit 20 Jahren ein Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) unterhalten wird, kann das Kriterium “fachliche Eignung” bei der Ablehnung von Aino Schleusner keine Rolle gespielt haben, so denkt man und wird bestätigt:

Der Mann, der Richter, der Arbeitsrichter, er hat eine Vergangenheit und einen dunklen Fleck auf seinem weißen Richterhemd, ein dunkler Fleck, den der Akademische Senat der FU-Berlin gefunden hat.

Wir schreiben das Jahr 2008: Die Supermarktkette Kaiser’s kündigt einer Kassiererin fristlos, die Pfandbons im Wert von 1,30 Euro zu Lasten ihres Arbeitgebers unterschlagen hat. Richter Aino Schleusner hält die Kündigung für gerechtfertigt und urteilt entsprechend: Das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sei zerstört.

Der Fall “Emmely”, er hat damals, 2008, Teile der Republik in ihren Grundfesten erschüttert, jene Teile der Republik, die bei Dieben nicht von deren Handlungen auf ihren Charakter zu schließen können glauben, während sie bei Richtern, Bankern und anderen ideologischen Feinden mit 100%iger Sicherheit den entsprechenden Schluss und ohne zu Zögern ziehen. Denn: Erste Regel des Gutmenschentums – ein Gutmensch ist mit den Schwachen, also mit denen, die er als schwach ansieht und unter sich ansiedelt.

Zweite Regel des Gutmenschentum: Ein Gutmensch verfolgt diejenigen, die er als Feinde der Schwachen ansieht, unerbittlich, ohne Gnade und auch noch im Jahre 7+ nach der vermeintlichen Verfehlung.

Kuehl AffenUnd so wird Axel Anio Schleusner sein Urteil aus dem Jahre 2008 vorgehalten. Nicht weil es an juristischen Maßstäben gemessen falsch gewesen wäre, sondern weil es an ideologischen Maßstäben gemessen falsch ist. Die Gruppe der Studenten im Akademischen Senat hat ein Veto gegen die Ernennung von Schleusner eingelegt. Das Emmely-Urteil hat Schleusner nämlich als Feind ausgezeichnet. Er urteilt zur Lasten der Schwachen, wenn die Schwachen eine Verfehlung begangen haben und nimmt damit den Gutmenschen jede Möglichkeit, sich gut zu fühlen, gut im Vergeben, gut im Verzeihen, gut im Entscheiden darüber, ob der Bestohlene das Recht hat, jeden weiteren Umgang mit einem Dieb zu verweigern und gut im Einbilden, dem wichtigsten Teil des Gutmenschentums: Man muss sich einbilden können, gut zu sein.

Und an einer entsprechenden Einbildung scheint es den Veto-Studenten aus dem akademischen Senat und denen, die eine Ernennung von Aino Schleusner wegen dessen Urteils aus dem Jahre 2008 verhindert haben, nicht zu fehlen. Fragt sich nur, was die Einbildung an einer Universität zu suchen hat, an einer Universität, die jedenfalls in ihrer Idealtypik ein Ort sein soll, an dem Wissen angehäuft und vermittelt und Erkenntnis erreicht werden soll.

Nicht so an der FU-Berlin.

Hier zählen keine akademischen Kriterien. Hier ist es egal, welche Fähigkeiten und Kompetenzen Aino Schleusner in die Waagschale werfen kann, welcher Nutzen durch seine Ernennung zum Honorarprofessor und seine Lehre and er FU-Berlin den dortigen Studenten entsteht. Das ist intellektueller Firlefanz.

An der FU-Berlin zählt die Ideologie. Aino Schleusner hat sich aus dem Kreis der Gutmenschen entfernt, indem er Recht nach den Buchstaben angewendet hat und nicht in der Weise, wie es die Willkür der Gutmenschen erfordert, jene Willkür, deren Zweck vornehmlich darin besteht, das eigene Ego aufzublasen.

“Die getroffene Entscheidung [die Ablehnung von Aino Schleusner]”, so schreiben die Richter des Landesarbeitsgerichts in ihrer Pressemeldung, “stellt jedoch nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg eine sachwidrige Maßregelung des betroffenen Richters dar, die weder durch die universitäre Selbstverwaltung noch durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt wird. Sie schaden nicht nur der Unabhängigkeit der Justiz, sondern auch der Qualität und Unabhängigkeit der universitären Lehre”.

Das ist eine vornehme, vermutlich justitiable Art und Weise zu umschreiben, dass der ideologische Mob die Herrschaft an der FU-Berlin, zumindest im dortigen akademischen Senat übernommen hat. Wissenschaftliche Kriterien sind dort außer Kraft gesetzt, es herrscht die gerade opportune Auslegung der dehnbaren ideologischen Lehre. Ziel ist es, eine Gleichschaltung in Ideologie zu bewirken, die verhindert, dass Richter Urteile fällen, die mit dem Recht, aber nicht mit der Ideologie konform sind. Eine Beseitigung der richterlichen Freiheit. Ziel ist es weiter, die universitäre Lehre in ideolgischer Gleichsschaltung zu vernichten und nur noch den Einheitsbrei des eigenen Glaubensbekenntnisses zuzulassen.

Auf dem Weg zur Wissenschaftsfreiheit ist die Freie Universität durch diese Abstimmung im Akademischen Senat schon ein gutes Stück voran gekommen. Es würde uns vor diesem Hintergrund nicht wundern, wenn sich die FU-Berlin demnächst zur wissenschaftsfreien Zone, sich als “wissenschaftsfrei” erklärt.

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“Wir sind für Meinungsfreiheit, aber … ” – Anonyme Parteilinge von der traurigen Gestalt

Man sollte abends nicht mehr in die Mailbox sehen. Dort findet man nur Hinweise auf “deutsche Zustände”. Der folgende Hinweis stammt von einem alten Mann mit Blog:

“Wir fordern daher die Universität Witten / Herdecke auf, Daniele Ganser wieder auszuladen und sich von ihm und seinen Thesen zu distanzieren. Wir sind für Meinungsfreiheit, halten aber die Kongresse und die Verschwörungstheoretiker-Szene, in der er sich bereits freiwillig regelmäßig bewegt, für einen passenderen Rahmen für seine abwegigen Thesen.”

Das schreiben die SPD Witten, Bündnis90/Die Grünen Witten, die Piratenpartei NRW (ja, die gibt es noch), die Jusos Witten, die Grüne Jugend Witten, das Antifabündnis Witten und “Trotz Allem – Soziokulturelles Zentrum Witten”. Sie fordern es in einem offenen Brief, und sie fordern mit Bezug auf einen Vortrag von Daniele Glaser mit dem Titel: “Wer kontrolliert die Vierte Gewalt?

Witten herdeckeNa dann, kann man nur sagen, und dem Rektor der Universität Witten/Herdecke empfehlen, diesen offenen Brief, der nicht einmal eine Unterschrift trägt, weil das die Übernahme von Verantwortung bedeutet und man sich heute lieber hinter Organisationen versteckt, wenn man feige andere beschimpft, dann kann er den “offenen Brief” getrost ad acta legen. Denn: Wer sind schon die SPD oder die Jusos oder die Grünen oder ihre Wittener Jugend, und was haben sie mit der Universität Witten-Herdecke zu schaffen?

In jedem Fall sind diejenigen, die nicht mutig genug sind, mit ihrem Namen zu unterschreiben und denken, ihre Organisation verleihe ihnen das ansonsten fehlende Gewicht, an Universitäten im Allgemeinen und der Universitäten Witten/Herdecke vollkommen irrelevant.

Doch verweilen wir kurz bei der Anklage, die Daniele Ganser im offenen Brief von unbekannten Parteilingen, denen der Mut zur Verantwortung fehlt, gemacht wird.

Verfehlung 1:
Daniele Ganser untersucht Verschwörungstheorien und sagt, sie seien Erklärungsansätze, über die man in der Wissenschaft diskutieren müsse.

Verfehlung 2:
“Daniele Ganser tritt regelmäßig mit anderen bekannten Verschwörungstheoretikern auf, so etwa mit Jürgen Elsässer, dem Chefredakteur des rechtspopulistischen Magazins Compact …”

Verfehlung 3:
“Das Publikum, das sich von Gansers Thesen angesprochen fühlt, dürfte dementsprechend zum größten Teil aus PEGIDA- und AfD-Anhängern und einem irrlichtenden Verschwörungstheoretikermilieu bestehen”.

Die Anklage ist leider rechtsfehlerhaft und belegt erhebliche intellektuelle Probleme auf Seiten der Ankläger:

Verfehlung 1: Damit hat Daniele Ganser recht. Der Gegenstand wissenschaftlicher Analyse und der Wissenschaft an sich, besteht darin Aussagen über die Wirklichkeit aufzustellen und zu prüfen. Wenn es möglich ist, aus Verschwörungstheorien Hypothesen abzuleiten, die der empirischen Prüfung zugänglich sind, dann sind die entsprechenden Verschwörungstheorien Gegenstand wissenschaftlicher Beschäftigung und sofern die Hypothesen falsifizierbar und nachvollziehbar sind: wissenschaftlich.

Logik der ForschungVerfehlung 2: Ein plumper Fehlschluss, denn die Tatsache, dass Ganser mit “bekannten Verschwörungstheoretikern” auftritt, hat keinerlei Einfluss auf die Validität seiner Argumente. In der Logik nennt man den Fehlschluss einen Fehlschluss ad hominem. Wäre es kein Fehlschluss, dann müsste man Richter und Staatsanwälte verhaften, weil sie regelmäßig gemeinsam mit Gewalttätern, Dieben und Betrügern auftreten.

Verfehlung 3: Eine Verunglimpfung auf Basis von Phantasie, denn erstens können die anonymen Unterzeichner des “offenen Briefes” nicht wissen, wer sich vom Vortrag Gansers an der Universität Witten-Herdecke angesprochen fühlt. Zweitens obliegt es gerade den Unterzeichnern des anonymen Briefes nicht, ihre Unkenntnis darüber, wann eine Verschwörungstheorie eine wissenschaftliche Aussage begründet, auf andere zu übertragen und diesen vorzuwerfen.

Abschließend noch zur besten Stelle aus dem offenen Brief:

“Innerhalb der seriösen akademischen Welt ist es unbestrittener Konsens, dass nicht jeder kruden These unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit ein Forum geboten wird.”

Wir bezweifeln, dass die Anonymen, die sich hinter den Partei- und Organisationsbezeichnungen verstecken, überhaupt eine Ahnung davon haben, was die seriöse akademische Welt ist.

Wir wissen, dass die anonymen Parteilinge keine Ahnung von Wissenschaft haben, denn die krude These, die “mutige Antizipation” wie sie Popper genannt hat, sie ist das Mark der Wissenschaft. Was denken diese Parteilinge eigentlich, woher Wandel, Entdeckungen und Entwicklungen kommen? Sicher nicht davon, dass man an Universitäten Parteiprogramme liest. Das führt eher zu einem mentalen Regress, wie man an den anonymen Unterzeichnern sehen kann, die Fehler über Fehler in die Öffentlichkeit posaunen. Dass sie indes nicht wissen, was eine “mutige Antizipation” ist, ist vermutlich kein Zufall, nicht wegen Antizipation, sondern wegen “mutig”.

Es wäre daher ratsam, dass die anonymen Parteilinge in Zukunft ihre Zuckungen beherrschen und sich aus Angelegenheiten, die sie zum einen nichts angehen und von denen sie zum anderen nicht verstehen, heraushalten.

Wen es jetzt juckt, sich den Vortrag von Daniele Ganser anzuhören, der muss auf YouTube ausweichen, denn Gansers Vortrag war heute um 18.00 Uhr, und zwar zu folgenden Thema:

“In seinem Vortrag wird Ganser zeigen, welche Recherchemöglichkeiten das Internet an die Hand gibt und wie man zwischen Fakten, Meinungen und Propaganda unterscheiden kann.

Klicken Sie, um in die richtige Richtung geschubst zu werden!

Klicken Sie, um das Lied auch akkustisch zu genießen!

Anhand konkreter Beispiele aus den letzten 25 Jahren (Krieg um Kuwait 1990, Terroranschläge vom 11. September 2001, Krieg in der Ukraine 2014/15) wird Ganser kritisch auf die Leitmedien blicken und Bausteine an die Hand geben, mittels derer sich jeder selbst ein eigenes Urteil bilden kann.”

Schade dass die anonymen Parteilinge nicht Manns genug sind, zum Vortrag zu gehen. Sie hätten dort etwas lernen können, und sie hätten dort ganz offen, ihre Kritik, sofern sie welche haben, vortragen können. Aber dazu braucht man Mut und Verantwortungsbewusstsein. Beides scheint bei den anonymen Parteilingen nicht vorhanden zu sein, wohl ebensowenig wie die Bereitschaft, zwischen Fakten, Meinungen und Propaganda zu unterscheiden.

Und dass Parteilinge nicht darauf erpicht sind, sich ein eigens Urteil zu bilden, wo doch die Partei, die Partei, immer Recht hat, ist auch offensichtlich.

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Bundesministerium für Bildung eliminiert Arbeiterkinder

Aus irgendwelchen Gründen finanziert das Bundesministerium für Bildung und Forschung zwei aufwändige Berichte, die Studenten zum Gegenstand haben:

  • Der Studierendensurvey, der zwischenzeitlich in seiner 12. Runde stattgefunden hat, wird rund alle drei Jahre durchgeführt und hat “Studiensituation und studentische Orientierungen” zum Gegenstand.
  • Die Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks, die es auf 20 Erhebungen gebracht hat, wird ebenfalls alle drei Jahre durchgeführt und hat die “wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden” zum Gegenstand.

StudierendensurveyDie beiden Berichte haben einige Überlappungen und unterscheiden sich im Wesentlichen darin, dass die Sozialerhebung harte Daten erfragt, also verfügbares Einkommen, Zeitaufwand für das Studium, während der Studentensurvey Einstellungen zu Studienqualität oder Arbeitsmarkt bzw. die politische Orientierung erfragt.

In vielen Teilen sind beide Berichte einfach nur deckungsgleich. Beide enthalten sozio-demographische Daten, beide erfragen die finanzielle Situation im Studium, beide analysieren den Ablauf des Studiums, die Sozialerhebung unter dem Stichwort “Zeitbudget”, der Studierendensurvey unter der Überschrift “Studieneffizienz”. Kurz: Warum es zwei Berichte geben muss, wenn einer problemlos die in beiden Berichten zu findenen Informationen bündeln kann, warum einmal gut 15.000 Studenten (in der Sozialerhebung) und dann noch einmal rund 5.000 Studenten im Studierendensurvey befragt werden müssen, ist das Geheimnis des BMBF.

Vielleicht hat man es beim BMBF nicht so mit der effizienten Verwendung von Steuergeldern. Vielleicht hat man noch alte Netzwerke zu pflegen, in Konstanz oder in Hannover. Vielleicht geht es auch darum, sich im Bedarfsfall Daten aussuchen zu können, z.B. die Daten, die am besten passen. Vielleicht geht es auch schlicht darum, Informationen zu manipulieren, z.B. dadurch, dass man sie komplett unterschlägt.

So enthält der 12. Studierendensurvey die folgenden Ausführungen zur sozialen Herkunft von Studenten:

“Die soziale Herkunft, bestimmt über den höchsten Bildungsabschluss der Eltern, verweist auf eine unterschiedliche Verteilung der Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen. An den Universitäten überwiegt immer noch die akademische Herkunft, denn 58% der Studierenden haben Eltern mit Studienerfahrungen, entweder an einer Universität (47%) oder an einer Fachhochschule (11%). Die sogenannten „Bildungsaufsteiger“, d. h. Studierende mit Eltern ohne Hochschulerfahrung, sind mit 63% an Fachhochschulen weit häufiger vertreten als an den Universitäten mit 42%.” (57)

Jonglieren mit Prozentzahlen, zum Zwecke der Leserverwirrung.
Zunächst zur Klärung:

Sozialerhebung 20Im Rahmen des 12. Studierendensurvey wurden 4.671 Studenten befragt, davon finden sich 3.594 an Universitäten (77%) und 1.077 (23%) an Fachhochschulen. Von diesen 4.671 Studenten haben 58%, also 2.709 Studenten mindestens ein Elternteil mit einem Hochschulabschluss, was 42% (1.962 Studenten) übrig lässt, die kein Elternteil mit einem Hochschulabschluss haben. Von den 2.709 Studenten mit mindestens einem Elternteil, das einen Hochschulabschluss hat, haben 2.195 Studenten mindestens ein Elternteil mit einem Universitätsabschluss, 514 Studenten mindestens ein Elternteil mit einem Fachhochschulabschluss.

Jetzt wechselt die Prozentuierungsbasis im Text, denn die 63% Bildungsaufsteiger, bei denen es sich um Studenten handelt, die kein Elternteil mit Hochschlabschluss haben, beziehen sich auf Studenten an Fachhochschulen, also 63% von 1.077. Ergibt 679 Studenten. Die 42% Bildungsaufsteiger an Universitäten summieren sich auf 1.661 Studenten (von 3.594 Studenten, die an Universitäten studieren und im Studierendensurvey befragt wurden).

Nun, nachdem klar ist, was hier dargestellt ist, zu den Fragen, die die Darstellung aufwirft.

Der Begriff “Bildungsaufsteiger” wird auch dadurch nicht besser, dass er im Studierendensurvey generell von Hochkommata eingefasst wird. Die Annahme, die diesem Begriff innewohnt, lautet: Facharbeiter oder Filialleiter bei der Sparkasse mit Abitur, aber ohne Studium sind dümmer als Akademiker, weshalb die Kinder dieser dümmeren Facharbeiter und Filialleiter dann, wenn sie in den akademischen Olymp vordringen, Bildungsaufsteiger sind.

Dagegen vererbt sich bei Akademikern scheinbar die Kapazität des Gehirns, weshalb im selben Bericht von “akademischer Reproduktion” geschrieben wird. Akademische Reproduktion zeichnet sich durch “Bildungsvererbung” aus, wie man dem selben Bericht entnehmen kann. Wer also einen Hochschulabschluss hat, egal, wie er ihn erreicht hat, egal, wie wenig sein Abschluss Ausweis von Intelligenz ist, gilt als Akademiker und gibt seine entsprechenden Fähigkeiten an seine Kinder weiter, die somit schon von Geburt an, den Kindern, die erst noch in die Bildung aufsteigen müssen, überlegen sind.

Man könnte auch Bildungsober- und Bildungsuntermenschen sagen, aber das wäre politisch nicht korrekt. Also schreiben wir: Bildungsaufsteiger und akademisch Reproduzierte oder Bildungserben.

Neben dem, was im Studierendensurvey geschrieben steht, ist noch interessant, was nicht geschrieben steht. Die oben zitierte Passage ist weitgehend das, was es zur sozialen “Herkunft der Studierenden” im Bericht zu sagen gibt.

Fehlt Ihnen etwas?

Nun, man könnte einwenden, dass die deutsche Sozialstruktur nicht nur akademisch Reproduzierte und Bildungsaufsteiger kennt, Akademiker also nicht der Nabel der Gesellschaft sind. Man könnte darauf hinweisen, dass die deutsche Gesellschaft auch Angestellte und Arbeiter, ups, jetzt ist es raus, also Arbeiter kennt, jene Bildungsfernen, deren Kinder erst aufsteigen müssen, damit sie das geistige Niveau erreichen, das die Kinder von Akademikern, die mit Intelligenz und nicht mit Sperma gezeugt wurden, bereits von Geburt an haben.

Sozialerhebung soziale Herkunft StudentenDiese Arbeiter, sie sind in Deutschland ein Problem, Anlass nicht enden wollender Hinweise von Wissenschaftlern bei der OECD, dass das deutsche Bildungssystem zu sehr auffällig sozial stratifiziert, dass diese Arbeiter, jene Bildungsfernen ohne reproduzierte Intelligenz, es zu selten schaffen, Kinder zu Bildungsaufsteigern zu erziehen. Manche sagen sogar, dass Kinder aus Arbeiterfamilien es nicht an Hochschulen schaffen, das sei Ergebnis des Bildungssystems. Das muss man sich einmal vorstellen, wo doch klar ist, dass das System nur die Unterschiede in der reproduzierten Intelligenz, die nun einmal unter Arbeiterkindern nicht vorhanden ist, reproduziert.

Es ist ärgerlich im höchsten Maße, dass sich die deutsche Bildungspolitik regelmäßig mit diesem Vorwurf der sozialen Selektion auseinandersetzen muss, mehr als ärgerlich angesichts der Tatsache, dass man in Deutschland in eine Intelligenzschicht geboren wird oder eben nicht. Also hat man beim BMBF wohl beschlossen, den Begriff Arbeiter gar nicht mehr zu verwenden. Im gesamten Studierendensurvey kommt er nicht vor.

Arbeiter werden zu bildungspolitischen personea non gratae erklärt und kommen einfach nicht mehr vor, bestenfalls als Bildungsaufsteiger, ein positiver Begriff, der für das Bildungssystem spricht, ganz im Gegensatz zu soziale Selegierung. Am Ende kommt noch jemand auf die Idee, dass Kinder von Eltern, die einen Hauptschulabschluss erreicht haben oder Kinder, denen man einen niedrige Bildungsherkunft attestieren muss, im deutschen Bildungssystem diskriminiert werden, wo doch klar ist, dass die Intelligenz der Akademiker von Generation zu Generation vererbt wird.

Ignorieren wir also, dass der Anteil von Studenten aus einem Elternhaus, dem im 20. Sozialbericht eine niedrige Bildungsherkunft bescheinigt wurde, gerade einmal 9% der Studenten ausmachen, die an Hochschulen ankommen. Denn: Das deutsche Bildungssystem ist gerecht: Wer intelligent ist und das sind die Kinder von Akademikern per Geburt, der schafft es auch bis zur Universität. Wer es trotz seiner nicht-intelligenten Herkunft an Hochschulen schafft, muss Bildungsaufsteiger sein, der Intelligenz nur im Bildungssystem erworben haben kann und schon haben wir diese dumme Diskussion um die soziale Selegierung des deutschen Bildungssystems beseitigt.

Gegen rechts Pöbeln und Diffamieren: Wissenschaft wird in Deutschland neu definiert

Es gab in Deutschland einmal einen Werturteilsstreit.

Ja, wirklich!

Es gab einmal eine Zeit, die 1960er Jahre, um genau zu sein, da haben sich selbst in Deutschland Wissenschaftler und Philosophen, allen voran Karl Acham, Hans Albert und Ernst Topitsch, Gedanken darüber gemacht, ob Wissenschaft normativ sein kann, d.h. ob in einem Erkenntnisprozess Werturteile enthalten sein dürfen.

Darf man also als Forscher seine Befragten als “bescheuert” oder als “Problembürger” bewerten? Ist es in einer wissenschaftlichen Arbeit statthaft, angeblichen Rechtspopulismus zu untersuchen oder Bürger als pöbelndes Pack zu bezeichnen?

Die Antwort, die der rationale Teil der deutschen Sozialwissenschaften gegeben hat, ist eindeutig: Werturteile haben in der Wissenschaft nichts zu suchen. Wer sie treffen will, der kann dies jederzeit außerhalb der Wissenschaft tun.

Das war die Baseline.

Und dann kam u.a. Jürgen Habermas und das, was eine kritische Frankfurter Schule sein soll, eine Schule, die Bewertung zum Ausgangspunkt von Forschung macht. Nicht mehr soziale Fakten werden untersucht, sondern normative Behauptungen aufgestellt, von denen die angeblichen Forscher zumeist der Ansicht sind, dass sie richtig seien.

Entsprechend findet man an deutschen Universitäten Kapitalismuskritiker, deren Ziel darin besteht, nicht den Kapitalismus, seine Institutionen und Wirkungsweisen zu analysieren, sondern ihn zu diskreditieren.

Entsprechend konnten sich Gender Studies mit ihrem Codex der Erlösung im Weiblichen durchsetzen, deren Ziel nicht darin besteht, Erkenntnis zu gewinnen, sondern darin, die Gesellschaft nach ihrer Einbildung zu verändern.

Und entsprechend wird an deutschen Hochschulen hemmungslos gegen Bürger gewertet, deren Verfehlung darin besteht, sich nicht an den Kanon des politisch Korrekten zu halten.

Die entsprechenden Bürger werden als rechtsxetreme Deppen, als Problembürger und als Wutbürger diffamiert, Forschung, die es zu diesen Menschen und ihren Motivationen gibt, wird ignoriert und die eigene Bewertung als soziales Faktum verkauft.

Es sind dunkle Zeiten für die Wissenschaft, denn die Spirale wissenschaftlicher Ausfälle, sie zeigt eindeutig nach unten. Der Brain Drain an deutschen Hochschulen und das Auffüllen des geistigen Vakuums mit Kadern, die in Pöbeln und Diskreditieren geschult sind, es ist im vollen Gange.

Beispiel gefällig?

Hier kommt es:

UDE diffamierung pegida“Es geht ein Rechtsruck durch das Land: zigtausend Pegida-Anhänger pöbeln auf deutschen Straßen. Die AfD, die „Alternative für Deutschland“, fördert den Trend zu offen geäußerten rechtspopulistischen Parolen. Wer wählt eine solche Partei? Wo hat sie sich bei der letzten Bundestagswahl vor allem durchgesetzt?”

So beginnt eine Pressemeldung der Universität Duisburg-Essen, die von sich behauptet, sie sei “Offen im Denken”. Die Pressemeldung belegt eher das Gegenteil, denn offen kann nur sein, wer nicht schon zu Beginn seiner Forschung die Bewertung der Ergebnisse parat hat, wer also nicht vor Datenerhebung schon weiß, dass die AfD die Partei des pöbelnden Pöbels ist und der Pöbel pöbelnd durch Dresden zieht.

Gibt es eigentlich niemanden unter den “zigtausend” Pegida Teilnehmern, der sich hier verleumdet sieht und Strafanzeige gegen Beate Kostka, MA., Ressort Presse – Stabstelle des Rektorats erstattet, wegen Verleumdung? Immerhin beginnt die Pressemeldung mit einer Allaussage, die keinen Zweifel daran lässt, dass alle Pegida-Anhänger pöbeln.

Die Pressemeldung ist einer “ausgezeichneten politikwissenschaftlichen Arbeit” gewidmet, die im Wesentlichen aus einem Datensatz besteht, in dem wohl auf Wahlkreisebene Daten zusammengespielt wurden: Wahlergebnis der AfD, Anteil der Arbeitnehmer, Anteil von Personen mit Hauptschulabschluss und mit tertiärer Bildung (vermutlich aus dem Mikrozensus zugespielt). Und dann hat der Autor ein wenig statistisch gespielt und vermutlich ökologische Regressionen berechnet, mit dem folgenden Ergebnis:

“Entscheidend für den Wahlerfolg [der AfD] ist, wie hoch der Ausländer- und Hauptschulabsolventenanteil in dem jeweiligen Wahlkreis ist. Leben dort viele Migranten und Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen, werden hier öfter als anderswo rechtspopulistische Parteien gewählt.”

Das Problem mit derartigen ökologischen Analysen besteht darin, dass man nicht weiß, was man nun tatsächlich gemessen hat. Ausländer haben in der Regel kein Wahlrecht, sie können also nicht für das Abschneiden der AfD verantwortlich sein. Und die Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen waren/sind traditionell das Wählerpotential der SPD, so dass man sich fragt, was bei dieser “ausgezeichneten Abschlussarbeit” überhaupt gemessen wurde, schon weil Pegida und AfD da stark sind, wo es nicht viele Migranten und Ausländer gibt, wie z.B. in Dresden…

junk_scienceDie Begriffe Migranten und Ausländer, das hat sich an der Universität Dusiburg-Essen, die doch so offen im Denken sein will, noch nicht herumgesprochen, beschreiben einen unterschiedlichen Status. Ein Migrant kann Deutscher sein, ein Ausländer nicht. Aber das sind Kleinigkeiten, die vor dem großen Ganzen der Diffamierungsabsicht, die Triebkraft solcher Forschung zu sein scheint, verschwinden.

Abgesehen davon stehen die vermeintlichen Erkenntnisse im diametralen Gegensatz zu den vermeintlichen Erkenntnissen, die Borwin Bandelow herausgefunden haben will. Sie erinnern sich, Bandelow ist derjenige, der behauptet, Xenophobie komme nur in Gehirnen ohne Hochschulabschluss vor, könne aber dennoch durch Kontakt mit Ausländern behandelt und behoben werden. Wenn es um Rechtspopulismus geht, was immer das auch sein mag (ein wissenschaftlicher Begriff ist es jedenfalls nicht), dann sind der Phantasie und der Diffamierungswilligkeit bei Angehörigen von Universitäten, die sich linkspopulistisch betätigen, offensichtich keine Grenzen gesetzt.

Kurz: auf Basis von Aggregatdatenanalysen, also Daten, die für einen Wahlkreis vorliegen, kann man nicht allzu viel über Wähler aussagen. Aber das stört Personen, die Wissenschaftler sein wollen, heutzutage nicht mehr:

“Tobias Frank: ‘Offensichtlich fällt das Diffamieren und Diskreditieren Asylsuchender und das Schüren von Verlustängsten in diesen Wahlkreisen auf besonders fruchtbaren Boden. Außerdem profitiert die AfD von dünn besiedelten Gebieten mit älterer Bevölkerung.’“

Also: Wo es viele Migranten und viele “Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen” gibt, sind die Personen voller Verlustängste, freuen sich, dass die AfD Asylsuchende diskreditiert und diffamiert und wählen die AfD deshalb und nur deshalb.

Wie leicht derartige Worte – diffamieren und diskreditieren – vermeintlichen Nachwuchswissenschaftlern doch über die Lippen kommen. Fast so, als wäre es ihnen in ihrer Forschung von Anfang an um nichts anderes gegangen, als eine Plattform zu finden, auf der sie dann diffamieren und diskreditieren können, denn nichts anderes tun Nachwuchswissenschaftler wie Tobias Frank: Er hat keinerlei Beleg dafür, dass die AfD von Menschen gewählt wird, die auf das Diffamieren und Diskreditieren Asylsuchender reagieren, er hat nicht einmal einen Beleg dafür, dass die AfD im Wahlkreis Südpfalz oder im Wahlkreis Elbe Elster II Asylsuchende diskreditiert und diffamiert.

Er will es offensichtlich so, denn seine Bewertung, dass die AfD deshalb gewählt wird, weil sie Asylsuchende diffamiert und diskreditiert, ebenso wie seine Behauptung, dass die AfD von Personen gewählt wird, die es gut finden, dass die AfD angeblich Asylsuchende diffamiert und diskreditiert, basiert auf keinerlei Daten. Beide Aussagen sind Ausgeburten der Phantasie von Tobias Frank, so dass wir nur feststellen können: Früh übt sich, wer als Populist und Ideologe Karriere in politischen Vereinen der Parteien (außer der AfD versteht sich) machen will.

Die Abschlussarbeit von Tobias Frank, deren Zweck wohl vornehmlich darin bestanden hat, die AfD und die Pegida, also die Teilnehmer an der Pegida zu diffamieren und zu diskreditieren, wurde am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen geschrieben und ausgezeichnet. In Ermangelung wissenschaftlicher Inhalte wurde die Arbeit wohl für ihren linkspopulistischen Gehalt ausgezeichnet.

Wie dem auch sei, die Arbeit wird demnächst im Tectum Verlag veröffentlicht und von uns rezensiert werden!