Versuche am lebenden Schüler in Schleswig-Holsteins Grundschulen

Jean Jacques Rousseau hat in seinem Emile dafür plädiert, Schüler so lange wie nur möglich vor gesellschaftlichen Einflüssen und gesellschaftlicher Einflussnahmen zu schützen, sie quasi in einem extra-gesellschaftlichen Schutzraum aufwachsen zu lassen. So utopisch und illusionär diese Vorstellung heute auch sein mag, man kann sie immer besser verstehen.

Die Landesregierung in Schleswig-Holstein hat beschlossen, Versuche an Grundschülern zuzulassen. Die grundsätzliche Entscheidung, dass Versuche an Grundschülern durchgeführt werden, ist längst getroffen. Die Frage, die derzeit und angeblich vom Sozialministerium geprüft wird, ist: welche Versuchsanordnung ist die richtige, um Schüler zu den gewünschten Marionetten zu erziehen, oder wie es die Kieler Nachrichten formulieren:

“Die Landesregierung will schon bei Grundschülern Vorbehalte gegen Lesben, Schwule und Transsexuelle abbauen.”

Dazu ist zunächst Folgendes anzumerken:

Es gibt keinerlei uns bekannte Forschung, die belegen würde, dass Grundschüler überhaupt Vorbehalte gegen Lesben, Schwule und Transsexuelle haben, dass sie überhaupt wissen, was Lesben, Schwule und Transsexuelle sind bzw. was es bedeutet, sich einer der entsprechenden Gruppen zuzuordnen.

Es gibt bislang keinerlei uns bekannte Forschung dazu, wie sozialtechnologische Versuche, die in der Grundschule unternommen werden, sich im weiteren Verlauf des Lebens der Versuchs-Grundschüler auswirken, ob positiv oder negativ oder überhaupt, das ist eine offene Frage.

Schließlich wollen wir nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass es die Sorge und Aufgabe einer Landesregierung sein sollte, Grundschülern Rechnen und Schreiben beizubringen und z.B. dafür zu sorgen, dass Jungen nicht benachteiligt werden und Kinder aus der Arbeitschicht die gleiche Chance haben, ein Abitur zu erreichen, wie Kinder aus der Mittelschicht.

Aber: Politiker, vor allem dann, wenn sie sich in Machtpositionen wähnen, versuchen Themen aus ihrem Möglichkeitsraum umzusetzen, also aus dem Fundus von Themen, die ihnen in ihrem täglichen Leben begegnen. Und aus dem, was die Landesregierung in Schleswig-Holstein für relevant hält, muss man schließen, dass den Mitgliedern der Landesregierung im täglichen Leben ständig schwule, lesbische oder transsexuelle Menschen über den Weg laufen. In dieser Hinsicht unterscheiden sich die Mitglieder der Landesregierung erheblich von einem Normalbürger, der bestenfalls gelegentlich mit entsprechenden Menschen konfrontiert ist, wenn überhaupt (und in der Regel, ohne es zu wissen, schon weil die meisten zwischen Privatheit und öffentlichem Leben unterscheiden können), was auch kein Wunder ist, denn bundesweit gibt es derzeit  68.268 Lebenspartnerschaften zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern, in denen 3.794 Kinder aufwachsen.

Aber, nichts ist selten genug, als dass es nicht in der Grundschule bereits thematisiert werden müsste, und zwar so:

Regenbogennormalitaet

Eine Einschulung erfolgt in der Regel mit 6 Jahren, die Beispielaufgabe wird entsprechend 9- und 10jährigen zugemutet.

Wir haben an dieser Stelle weder Lust noch Zeit abermals darauf hinzuweisen, dass eine Grundschule kein Ort für Indoktrination ist. Es ist lohnender, die Absicht der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung Grundschülern Kinder wie Carol, die bei ihrer “Mutter und deren Lebenspartnerin” lebt und Ergebnis einer künstlichen Befruchtung ist, als Normalität auszuweisen, zu analysieren.

Wir tun dies aus politikwissenschaftlicher und soziologischer Sicht und anhand der folgenden drei Stichpunkte:

  • Deutsche Demokratische Wende
  • Glaube an Sozialtechnologie
  • Schülerversuche und unbeabsichtigte Folgen

Deutsche Demokratische Wende

ist ein Begriff, den wir hiermit einführen, um eine Verballhornung von Demokratie zu beschreiben. In Demokratien gilt die Herrschaft der Mehrheit. Damit diese Herrschaft nicht despotisch über den Kopf von Minderheiten hinweg erfolgt, gibt es das Prinzip des Minderheitenschutzes. Die Deutsche Demokratische Wende (DDW) hat diese Beziehung verkehrt und sieht Minderheiten der Mehrheit vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen haben, ganz so als hätte die Mehrheit beschlossen, sich dem Diktat der Minderheit zu unterwerfen.

Nun ist das, was in Demokratien beschlossen und in Gesetze gegossen wird, das Ergebnis von Aushandlungsprozessen zwischen Vertretern unterschiedlicher Interessen, im günstigsten Fall, im ungünstigsten Fall ist es das Ergebnis einer Interessen-Hegemonie, d.h. davon, dass es bestimmten Interessenvertretern gelingt, ihre Interessen quasi nach Belieben durchzusetzen.

DDW zeichnet sich durch eine derartige Interessen-Hegemonie aus. Es ist wirklich erstaunlich, wie es einem kleinen Häuflein gut organisierter, vermeintlicher Vertreter der Interessen von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gelungen ist, ihre Interessen bis in Grundschulen hinein und gegen den Willen vieler Eltern durchzusetzen. Offensichtlich wird diese Interessen-Hegemonie dadurch befördert, dass es den entsprechenden Interessenvertetern gelingt, sich als moralisch überlegen darzustellen und von ihrem moralischen Olymp aus, von anderen Akzeptanz und Toleranz zu fordern.

Bislang hat sich kein institutionalisierter Politikwissenschaftler an die Erklärung dieses doch erstaunlichen Umstands gewagt. Niemand interessiert sich für die Interessen-Seilschaften, die zwischen Schwulen- und Lesbenverbänden und Landesregierungen bestehen müssen. Das Thema ist heiß und moderne Wissenschaftler zeichnen sich durch eine blasierte Kälte ihrem Fach gegenüber aus, die man auch als unimaginative Form einer vorauseilenden Feigheit beschreiben kann.

Der Glaube an die Sozialtechnologie

Grundschule SchmidenDer Glaube an die Sozialtechnologie meint heute: die Erziehung zur Gutheit. Da Gutheit ein normativer Begriff ist, ist eine Definition von Gutheit Voraussetzung der entsprechenden Sozialtechnologie, was zurückverweist auf den Erfolg, den Schwulen- und Lesbenverbände damit hatten, ihre Lebensform als Form des guten und richtigen Lebens zu etablieren und Kritik daran als Homophobie zu brandmarken. Mit dem Kultstatus, den Akzeptanz und Toleranz von sexueller Abweichung vom Mainstream derzeit genießt, geht der Glaube einher, dass man dieselbe Akzeptanz und Toleranz einerseits verordnen, andererseits Schülern eintrichtern könne.

Die Idee, man könne Menschen wie Automaten programmieren, sie in Grundschulen zu toleranten und alles akzeptierenden Robotern erziehen und alles, was die derzeitigen Politiker als negativ ansehen, quasi aberziehen, ist eine Idee, die nur Personen haben können, die vom Leben und seiner Mannigfaltigkeit (oder sollen wir sagen: Diversität?) nichts wissen.

Dass sie nichts wissen, macht sie so gefährlich, denn die Unkenntnis lässt sie nicht davor zurückschrecken, Schülerversuche durchzuführen.

Wir haben oben bereits auf die fehlende Forschung hingewiesen, daher in aller Kürze:

  • Niemand weiß, welche psychischen Folgen es bei Schülern hat, wenn ihnen im Alter von 9 oder 10 Jahren die Beschäftigung mit Sexualität zwangsverordnet und sie zur Toleranz gegenüber Lebensformen, die die meisten von ihnen nicht kennen oder vorstellen können, abkommandiert werden.
  • Niemand weiß, ob Schüler, die zur Akzeptanz indoktriniert werden sollen, diese Akzeptanz auch dauerhaft zeigen, ob sie sie überhaupt zeigen oder ob sie mit Reaktanz und entsprechend nicht-Akzeptanz reagieren.
  • Die Schulversuche, wie sie in Schleswig-Holstein durchgeführt werden, haben mit einem Bildungsauftrag nichts gemein. Es sind offene Versuche, in die Persönlichkeitsbildung von Schülern einzugreifen und sie in eine bestimmte Richtung zu lenken.
  • Die Darstellung von schwulen Lebensentwürfen ohne einen Verweis auf Gefahren, wie sie von AIDS ausgehen, ist fahrlässig und weist eine mangelnde Abzeptanz und Verantwortungsbereitschaft für die Folgen, die die entsprechenden Lebensentwürfe haben können, aus.
  • Die Darstellung von Familien als Konsumgut, bei dem man sich zunächst entscheidet, welches Geschlecht man gerne hätte, um sich dann, je nach Notwendigkeit ein Kind zu bestellen, austragen zu lassen oder im Reagenzglas züchten zu lassen, ist eine Darstelung von Konsumerismus, die man nicht mehr als moralisch integer ansehen kann.

Schülerversuche und unbeabsichtigte Folgen

Niemand kann alle Folgen seiner Handlungen vorhersehen. Das ist eigentilch bekannt, und damit zu erklären, dass es niemanden gibt, der in die Zukunft schauen kann, Handlungen aber jetzt ausgeführt werden und in die Zukunft wirken. Das ist eine solche Binsenweisheit, dass man sich fragt, wieso es Personen in Positionen geben kann, die diese Binsenweisheit nicht kennen.

Weil niemand in die Zukunft sehen kann, deshalb versucht man, die Folgen von Handlungen einzuschätzen, z.B. durch wissenschaftliche Forschung, die zeigt, welche Konsequenzen von Handlungen wahrscheinlich zu erwarten sind und welche nicht bzw. man versucht, bekannte negative Effekte auszuschließen.

Die Schleswig-Holsteinische Landesregierung ist offensichtlich voller Hazardeure, die jedoch nicht mit dem eigenen, sondern mit dem Leben von Schülern zu spielen bereit sind. Ohne auch nur einen Funken von belastbarer Forschung, der man die Folgen einer Indoktrination von 9. und 10jährigen mit Regenbogenideologie entnehmen könnte, zu haben, wird munter am lebenden Schüler experimentiert, ganz nach dem Motto, ich will nur Gutes, also muss auch Gutes dabei herauskommen. Naiver und unverantwortlicher kann man sich nicht mehr anstellen.

Die Schleswig-Holsteinische Landesregierung spielt nicht nur absichtlich mit der phsychischen Gesundheit von Schülern, sie nimmt auch Rückschläge, die man vorhersehen kann, in Kauf, vermutlich aus derselben Ignoranz heraus, aus der sie Schülerversuche zulässt.

Was wird wohl passieren, wenn man 9- und 10jährigen in der Schule von Kindern erzählt, die in den oben beschriebenen Regenbogenfamilien aufwachsen? Die Kinder werden damit nichts anfangen können, denn die meisten, wenn nicht alle werden in einer normalen Familie oder bei einem alleinerziehenden Elternteil aufwachsen (Alleinerziehende Elternteile sind derzeit offensichtlich unter Gutmenschen out). Also werden Sie sich mit dem, was sie in der Schule an für sie unbekannter und angeblicher Normalität gelernt haben, an ihre Eltern wenden.

Echte EinfaltUnd was tun diese Eltern wohl, wenn sie urplötzlich mit einer Frage ihres 9- oder 10jährigen konfrontiert sind, die die eigene gelebte Normalität in der heterosexuellen Beziehung in Frage stellt? Sie werden im günstigsten Fall ihren Kindern erzählen, dass das, was sie in der Schule gelernt haben, im normalen Leben nicht vorkommt, und sie werden sich im ungünstigsten Fall, weil das, was ihren Kindern vermittelt wird, tiefsitzende Normvorstellungen verletzt, heftig und mit entsprechendem Ärger dagegen zur Wehr setzen. In jedem Fall werden die Schüler mit zwei konkurrierenden Normalitäten umgehen müssen und sich zwischen der Normalität, die ihnen in der Schule vorgespielt wird und der, die sie von zu Hause kennen, entscheiden müssen.

Wir halten es für weder fair noch vertretbar, Grundschüler vor eine solche Wahl zu stellen. Vielmehr zeigt sich an dieser Stelle die Verantwortungslosigkeit, mit der offenkundig ignorante und von allen wissenschaftlichen Erkenntnissen bare Politiker, Interessenvertreter und Gutmenschen aller Art, Schüler und ihre psychische Gesundheit aufs Spiel setzen, um sich selbst als guter Mensch inszenieren zu können und beim nächsten Treffen mit Gleichgesinnten sich im warm glow der eigenen angeblichen Toleranz und Akzeptanz zu wärmen, der doch nicht so weit reicht zu akzeptieren, dass es der Anstand (um nicht zu sagen, die Moral) verlangt, Grundschüler eben nicht als Kollateralschaden für die Durchsetzung der eigenen Interessen ggf. in Kauf zu nehmen.

Vielmehr sind Grundschüler als Menschen in eigenem Recht zu akzeptieren und zu tolerieren und das schließt es aus, sie als Versuchs-Schüler zu benutzen.

Im Übrigen : Toleranz kann man nicht anerziehen, schon gar nicht in inhaltlich konkreter Weise, denn Toleranz ist ein Lebensprinzip, das man entweder hat oder nicht. Das beste, was die Kieler Grundschülerversuche zu bewerkstelligen in der Lage sein werden, ist Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben, als eintrainierte Reaktion auf den Stimulus “Schwule und Lesben”. Diese Toleranz wird sich entsprechend nicht auf andere, Migranten, Politiker, Landespolitiker, Bayern oder Katholiken etc. erstrecken.

©ScienceFiles, 2015

Was macht man eigentlich in Gender Studies?

Diese Frage bewegt sicher viele (naja, doch einige), schon weil sich Gender Studies-Anbieter ja beharrlich weigern, Auskunft über die erkenntnistheoretischen und methodologischen Grundlagen und den Nutzen von Gender Studies zu geben und vor allem über ihre Ergebnisse (sofern sie welche haben).

Derzeit kann man also nur sagen kann, dass Gender Studies an Universitäten angeboten werden, ohne dass jemand weiß, ob Gender Studies überhaupt die Qualifikation zu einem wissenschaftlichen Studienbereich nachweisen können. Aber, wenn es darum geht, sich auf Kosten Dritter ein Auskommen zu verschaffen, dann haben derartige Fragen noch nie interessiert. Es gilt sich, jetzt in den Speck zu setzen und Fragen nach dem Zweck, im Speck auszusitzen.

Uni PaderbornUm so besser, dass sich die Universität Paderborn genötigt sieht, einen “Master(teil)studiengang Geschlechterstudien/Gender Studies im Wintersemester 2014/15 anzubieten (also jetzt) und man der Ankündigung dieses angeblichen Studiengangs entnehmen kann, was in diesem angeblichen Studiengang eigentlich vermittelt werden soll:

“Inhaltlich befasst sich das Studienfach Geschlechterstudien/Gender Studies mit der Tatsache, dass die kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen gesellschaftlichen Lebens von (historisch gewachsenen und geformten) Geschlechterordnungen durchzogen sind.

Am Anfang war das Geschlecht, so kann man diesen Schwulst zusammenfassen. Geschlecht ist Ursache, letzte Begründung und archimedischer Punkt für alles. Parteien sind entsprechend historisch gewachsene und geformte Geschlechterverhältnisse. Die Wirtschaft? Kein Problem: Ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis. Die katholische Kirche. Ja natürlich, die katholische Kirche ganz besonder: ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis.

Alles ist ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis: Die Sozialversicherungen, die Bundesbahn, der Erste Weltkrieg, der Nationalsozialismus, der Holocaust, alle kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen des gesellschaftlichen Lebens sind ursächlich auf die Geschlechterordnung zurückzuführen.

Das ist eine Tatsache. Wer es nicht glaubt, der kann die entsprechende Tatsache in Paderborn erlernen. Man erhält also im Studienfach Gender Studies intime Kenntnis gesellschaftlicher Geschlechterordnungen und ihrer Verwerfungen, und gleich einem historischen Genderismus, lernt man, wie die ewige Dialektik zwischen Mann und Frau die treibende Kraft des Historizismus ist, den Karl Popper so ausgiebig in seinen Verwerfungen und vor allem seinem Elend beschrieben hat.

Aber, nichts ist so falsch, als dass man es nicht neu verpacken und auflegen könnte, kommt der Historizismus nun als die Menschenheitsgeschichte durchziehender Antagonismus zwischen dem Mann und dem Weib wieder, in Paderborn und – man höre und staune – mit einem Ziel:

worship with us“Ziel des Studienfachs ist das Wissen um die je historischen, kulturellen und politischen Bedingungen der Entstehung von Geschlechterordnungen sowie ihre Wirkungsweisen und Tradierungswege. Die Studierenden erwerben die dafür notwendige Fähigkeit zu kritischer Analyse, eigenständigem wissenschaftlichen Arbeiten und wissenschaftlicher Reflexion; zudem Einsichten in die Möglichkeit der geschlechterbewussten Gestaltung gesellschaftlicher Organisationsformen und Prozesse und deren Vermittlung in öffentlichen Arbeitszusammenhängen.

In Paderborn wird nicht ein Wissen vermittelt, nein das Wissen wird in Paderborn vermittelt, das einzige, wahre und ewigwährende Wissen über die Tatsache der alles durchdringenden Geschlechterordnung, denn am Anfang, das muss man wissen, war nicht etwa das Licht, am Anfang war die Geschlechterordnung. Das ist eine Tatsache, die man in Paderborn lernen wird, und damit wird die Kausalität von Licht und Geschlechterordnung zurecht gerückt, weil den Studenten ein Licht aufgehen wird, das Wissen, geht ihnen auf, um die Tatsache, die Tatsache, auf der alles Wissen basiert und um die sich alles Wissen dreht, dass: “die kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen gesellschaftlichen Lebens von (historisch gewachsenen und geformten) Geschlechterordnungen durchzogen sind”. Am Anfang war das Geschlecht.

Elend des HistorizismusWir erinnern uns. Nein, was schreiben wir denn, wir erinnern uns nicht, wir reflektieren, und zwar in kritischer Analyse und eigenständig, das ist ganz wichtig, denn Indoktrination gilt erst dann als gelungen, wenn der Indoktrinierte den Sermon eigenständig herbeten kann. Wir reflektieren also, und wie wir so reflektieren, z.B. über die Entwicklung der Dampfmaschine da kommt uns das Wissen, da offenbart sich uns in kritischer Analyse, was wir bislang nicht gesehen haben, was von James Watt die ganze Zeit verdeckt wurde, nämlich: Watt hatte eine Cousine: “Margaret (Peggy) Miller”, die er geheiratet hat, woraus wir kritisch analysierend schließen: Margaret Miller war weiblich. Wir erkennen: Das soziale Leben ist vom Antagonismus zwischen Mann und Frau durchzogen und schließen: Die Entwicklung der Dampfmaschine wäre ohne diesen Antagonismus nicht möglich gewesen. Ziel erreicht.

Nun stellt sich natürlich die Frage, was macht man mit dieser Einsicht, dieser Offenbarung ob der Ur-Anfänglichkeit von Geschlecht, jenem Wissen um den historischen Genderismus, wie er im ewigen Antagonismus zwischen Mann und Frau zum Ausdruck kommt? Auch hier weiß man bei der Universität Paderborn Rat:

“Im Studienfach Geschlechterstudien/Gender Studies wird auf die Tätigkeit in Berufen vorbereitet werden, in denen „Genderkompetenz“, also der wissens- und reflexionsbasierte Umgang mit Geschlechterfragen und gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen gefragt ist, bzw. auf Tätigkeiten im Feld der Forschung über Geschlechterthemen.”

Die Einsichten der Gender Studies sind also da nachgefragt, wo die Einsichten der Gender Studies nachgefragt werden. Wie mit allen Lehren, die sich nur Auserwählen mitteilen, die sich dem Eingeweihten offenbaren, so geht auch die Nachfrage nach Leistungen von Gender Studierten ausschließlich von anderen Gender Studierten aus, die sich mit Hilfe von Gender Studierten, die Verbündete in Parteien und Institutionen gefunden haben, ein Auskommen als Gender Studierte, die Gender Kompetenz für die anbieten, die sie nachfragen, also andere Gender Studierte, verschafft haben.

Und aus der Tatsache, dass Gender Studierte, die es durch Lobbying in Positionen geschafft haben, von diesen Positionen aus, eine Nachfrage nach Gender Studierten und deren Gender Kompetenz (also dem Wissen um die Ur-Ursprünglichkeit des Antagonismus zwischen Mann und Frau) künstlich geschaffen haben, wird dann geschlossen, dass es eine Nachfrage nach Gender Studierten gibt, so dass Studiengäng für Gender Studies gegründet werden, um die künstlich geschaffene Nachfrage nach Gender Studierten zu befriedigen.

Gender Studies sind damit ein perfektes Beispiel für ein sich selbst erhaltendes System, das alle Merkmale eines autopoietischen Systems im Sinne von Luhmann trägt: Seine Mitglieder beschäftigen sich ausschließlich mit sich selbst. Es gibt keinerlei Nutzen für die umgebende Gesellschaft und die einzige Verbindung zur Außenwelt besteht über die Transfusionsleitungen, über die Steuergelder in das geschlossene Gender System gepumpt werden, denn reflexiv sein und die Ur-Ursprünglichkeit des historischen Antagonismus zwischen Mann und Frau zu erkennen, ist natürlich nur im Erkenntniswert selbstgenügsam, aber deshalb nicht umsonst!

AppleZwar könnte man jetzt argumentieren, dass bereits die katholische Kirche in ihrem in Genesis beschriebenen Mythos von Adam und Eva jenen ewigen und ursprüngliche Antagonismus dargestellt hat, der den naiven Adam von der verschlagenen Eva und mit Hilfe der listigen Schlange getäuscht werden sieht, aber das ist natürlich die falsche Art von Reflexion und kritischer Analyse und eine viel zu unreflexive und un-kritisch-analysierte Darstellung der Ur-Ursprünglichkeit von Geschlecht, die nur zeigt, wie wichtig Gender Studies an Universitäten sind, um die katholische Geschichte von der Erbsünde in den richtigen Kontext patriarchalischer Gottherrschaft einzuordnen.

Die  kritische und reflexive Analyse oder war es die Reflexion in kritischer Analyse?, wie auch immer, die Analyse zeigt, wie wichtig Gender Sponging für Gender Studies ist, und warum Gender Studies gegen das patriarchalische Herrschaftsinstrument der Marktwirtschaft zu Felde ziehen. Warum? Weil es auf einem Markt, auf dem Güter getauscht werden, schlicht keine Nachfrage für Gender Studies gäbe, denn wer nichts anzubieten hat, der kann auch nichts tauschen, der kann nur spongen, Gender-spongen.

Übrigens:

Weitere Informationen und Beratung bei:

Dr. Claudia Mahs

H5.206

Tel:  05251/60-2730

Email: cmahs[at]mail.upb.de

Wissenschaftliche Würdigung

Wir haben, den Inhalt der Paderborner Genderstudien/Gender Studies mit einer Prise Sarkasmus berichtet, denn nur mit Sarkasmus kann man ertragen, was derzeit an deutschen Hochschulen Einzug hält bzw. sich dort längst wie die Made im Speck breit gemacht hat: Gender Studies.

Gender Studies behaupten also, dass es eine  “historisch gewachsene und geformte Geschlechterordnung” gibt, die alle sozialen, politischen und wirtschaftlichen Dimensionen durchzieht. Das ist nichts anderes als die hinlänglich bekannte Behauptung nach der Existenz eines Patriarchats, die Dr. habil. Heike Diefenbach in einer entsprechenden Analyse als falsch und als Ausgeburt sozialistischer und vor allem feuchter Phantasien, wie sie Friedrich Engels hatte, für alle nachvollziehbar identifiziert hat.

Wir treffen die sozialistischen Phantasien in den Gender Studies im Gewandt eines historischen Genderismus, der den im Vergleich dazu geradezu elaborierten historischen Materialismus (der die Welt immerhin noch mit drei Antagonismen, nämlich Sklaven und Sklavenhalter, Lehnsherren und Leibeigenen, Bürger und Proletariat erklären wollte) ersetzen und als einzigen Antagonismus, den angeblich alles prägenden Antagonismus zwischen Mann und Frau zulassen will.

Wer also gedacht hat, primitiver als der historische Materialismus die Menschheitsgeschichte darstellt, geht es nicht mehr, der sieht sich getäuscht. Mit den Gender Studies ist ein neuer Tiefpunkt in der Geschichte der intellektuellen Entwicklung des Westens erreicht – die soziale, politische und wirtschaftliche Welt ist nicht mehr das Ergebnis des Wirkens vieler Individuen mit je unterschiedlichen Interessen, nein, es ist das Ergebnis des Wirkens des Antagonismus zwischen Mann und Frau.

Und wie die Vertreter des Marxismus-Leninismus an Universitäten installiert wurden, um dort das Heil des Marxismus-Leninismus zu predigen, so sind Gender Studies an Universitäten eingenistet worden, um das Heil der Gender Studies zu verkünden. Und während der Marxismus-Leninismus das kommende Heil als klassenlose Gesellschaft an die Leichtgläubigen seiner Zeit verkauft hat, so verkaufen die Gender Studies heute das Heil einer kommenden und geschlechtslosen Gesellschaft. Abermals sind es die Leichtgläubigen, die auf das angepriesene Krötenelixir hereinfallen und denken, sie könnten sich damit Gehirn antrinken.

Insofern kann man sich lebhaft vorstellen, wen das Angebot aus Paderborn oder das anderer Gender Studie anziehen wird.

 

Ideologie, nicht Leistung, bestimmt den Schulabschluss

Die soziale Stratifizierung in Deutschland wird, wie in kaum einem anderen Land, durch das Bildungssystem aufrecht erhalten: Wer als Kind aus der Arbeiterschicht eingeschult wird, wird in der Regel der Arbeiterschicht erhalten bleiben, ein Bildungsaufstieg ist ihm weitgehend verwehrt. Die Schule ist, wie Soziologen (Charlotte Lütkens (1971) oder Hans-Günter Rolff (1967)) schon früh festgestellt haben, eine Institution, die sich aus Mitgliedern der Mittelschicht rekrutiert und die entsprechend darüber wacht, dass der Abstand zwischen Mittelschicht und Arbeiterschicht erhalten bleibt.

bildungstrichter1Wir können an dieser Stelle da weitermachen, wo wir gestern aufgehört haben: Bei der Social Dominance Theory (Sidanius & Pratto, 1999). Im Rahmen dieser Theorie erklärt sich die Persistenz der deutschen Sozialstruktur, die eine vertikale Mobilität aufweist, die man als fast nicht vorhanden bezeichnen kann, als Ergebnis einer hierarchy enhancing strategy, mit der Mitglieder der Mittelschicht versuchen, ihren Status gegen Mitglieder aus der Arbeiterschicht zu verteidigen und zu verhindern, dass MItglieder aus der Arbeiterschicht an die Ressourcen gelangen, die die Mitglieder der Mittelschicht für sich reserviert haben (also z.B. die Mittelschichtsjobs, bei denen man keine schmutzigen Hände bekommt und für die man aus welchen Gründen auch immer ein Abitur und ein Hochschulstudium benötigt).

Nun stehen Theorien wie die Social Dominance Theory immer vor dem Problem, dass es im täglichen Leben nur individuelles Verhalten gibt, die Theorie aber Aussagen über das Verhalten einer Gruppe macht, im vorliegenden Fall über das Verhalten der Mittelschicht. Die Frage, die sich daraus ergibt, lautet: Wie schafft man es, dass sich Mitglieder einer Gruppe, Mitglieder der Mittelschicht gleich verhalten, dass sie gleichgeschaltet werden? Die Antwort ist einfach: Durch einen gemeinsamen Mythos, durch eine Ideologie, die die Mitglieder der Gruppe teilen. Der Mythos ist ein konstitutives Gruppenelement, eine Art Geburtsmythos, gleich der Schaffung der Welt in sieben Tagen, dem Grundmythos der christlichen Kirche.

Ein Mythos der Mittelschicht, mit dem die Angehörigen derselben dafür sorgen, dass Kinder aus Arbeiterfamilien keine Chance auf sozialen Aufstieg haben, weil sie frühzeitig ausgesondert oder auf Hauptschulen bzw. bestenfalls Realschulen verteilt werden, geht etwa so:

Um auf dem Gymnasium bestehen zu können, benötigen Schüler die Hilfe der Eltern. Eltern aus der Mittelschicht kümmern sich intensiver um ihre Kinder und geben ihnen mehr Hilfestellung in schulischen Fragen, vom Nachhilfelehrer bis zum Vorlesen und gemeinsamen Erarbeiten der Hausarbeiten als dies Eltern aus der Arbeiterschicht tun. Allgemeiner: Mittelschichtseltern erziehen besser, zeigen effizientere Erziehungspraktiken als Eltern aus der Arbeiterschicht. Und weil dem so ist, weil Kindern aus Mittelschichtsfamilien zuhause eine größere Unterstützung zuteil werden soll, haben sie eine höhere Erfolgsaussicht auf Gymnasien als Kinder aus der Arbeiterschicht, und deshalb erhalten Kinder aus der Mittelschicht selbst bei schlechterer Leistung als Kinder aus der Arbeiterschicht häufiger eine Grundschulempfehlung für das Gymnasium als Kinder aus der Arbeiterschicht.

Dass es sich dabei um einen Mythos handelt, merkt man schon daran, dass er an die Kinder aus der Arbeiterschicht herangetragen wird und z.B. bei Überstellungen auf Sonderschulen (Kottmann, 2006) und bei Grundschulempfehlungen offen in seinen Konsequenzen sichtbar wird, dass er aber nie geprüft wurde. Niemand hat sich in Deutschland bislang die Mühe gemacht zu untersuchen, ob sich Eltern aus der Arbeiterschicht tatsächlich so krass von Eltern aus der Mittelschicht in schulischen Unterstützungsleistungen unterscheiden wie behauptet.

Die einzige Untersuchung, die sich in neuerer Zeit der Frage elterlicher Unterstützungsleistungen gewidmet hat, hat dies im Hinblick auf Migranten getan und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sich türkische Eltern mehr für die schulische Leistung ihrer Kinder engagieren als deutsche Eltern (Diefenbach, 2006: 236-238). Seither wurde das Thema nicht mehr angefasst, wohl um den Mythos, der die Sozialstruktur in Deutschland zementiert, nicht zu gefährden.

Forschung aus dem Vereinigten Königreich leidet in der Regel nicht unter selbstauferlegter Ignoranz oder allgemeiner Phantasielosigkeit, nicht einmal in der Soziologie, und das will etwas heißen. Entsprechend haben Esther Dermott und Marco Pomati von der University of Bristol bzw. Cardiff die Probe aufs Exempel gemacht und untersucht, wie es sich mit der elterlichen Unterstützung von Kindern aus unterschiedlichen Schichten der Bevölkerung verhält. U.a. haben sich die Forscher dafür interessiert, wie viel Zeit die Eltern mit ihren Kindern mit Essen, Fernsehen, Sport und Spielen verbringen. Und sie haben untersucht, wie oft Eltern Kindern vorlesen und wie viel Zeit Eltern investieren, um ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen.

Insgesamt können Dermott und Pomati auf 1.655 Haushalte des Vereinigten Königreichs zurückgreifen, die sie anhand des Einkommens in Familien der Arbeiterschicht und den gesellschaftlichen Rest, also vornehmlich die Mittelschicht teilen (Haushalte, die weniger als 60% des Medianeinkommens verdienen, gelten als der Arbeiterschicht zugehörig).

Die nachfolgende Analyse erbringt dann ein Ergebnis, dass den Mythos von der geringeren elterlichen Unterstützung für Kinder aus der Arbeiterschicht oder, anders herum formuliert, den Mythos, dass sich Mittelschichtseltern intensiver um ihre Kinder kümmern als Eltern aus der Arbeiterschicht, zerstört: “The findings support the view that associations made between low levels of education, poverty and poor parenting are ideologically driven rather than based on empirical evidence”.

Bildung als PrivilegÜbertragen auf Deutschland würde dieses Ergebnis bedeuten, dass die meisten Bildungskarrieren von Kindern aus der Arbeiterschicht durch Lehrer, die der Mittelschicht angehören, bereits in einem frühen Stadium beendet werden, nicht weil Anlass besteht zu glauben, dass die entsprechenden Kinder die Leistungen, die zu einem erfolgreichen Abschluss des Abiturs notwendig sind, nicht erbringen können, sondern weil Lehrer, als die Angehörigen der Mittelschicht, die sie nun einmal sind, glauben (wollen), dass die Kinder die entsprechende Leistung mangels elterlicher Unterstützung nicht erbringen werden.

Derzeit gibt es keinen Grund anzunehmen, dass das Ergebnis nicht übertragbar ist, und das wird wohl auch in Zukunft so bleiben, denn kritische empirische Forschung ist in Deutschland nahezu nicht existent.

Dominanzstrukturen, wie die beschriebene, mit denen die Mittelschicht die Arbeiterschicht manipuliert und die dazu dienen, den eigenen Ressourcenzugang quasi durch einen pre-emptive strike gegen potentielle Aufsteiger aus der Arbeiterschicht zu verteidigen, sind langlebig, sie sind insbesondere in einem Land langlebig, in dem die Ideologie und das, was z.B. Lehrer glauben (wollen), wichtiger sind, als das, was man empirisch bestätigen kann.

Literatur

Diefenbach, Heike (2006). Die Bedeutung des familialen Hintergrunds wird überschätzt. In: Alt, Christian (Hrsg.). Kinderleben – Integration durch Sprache? Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften, S.219-258.

Kottmann, Brigitte (2006). Selektion in die Sonderschule. Das Verfahren zur Feststellung von sonderpädagogischem Förderbedarf als Gegenstand empirischer Forschung. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.

Lütkens, Charlotte (1971). Die Schule als Mittelklasseninstitution. In: Heintz, Peter (Hrsg.). Soziologie der Schule. Opladen: Westdeutscher Verlag, S.22-39.

Rolff, Hans-Günter (1997[1967]), Sozialisation und Auslese durch die Schule. Weinheim: Juventa.

Sidanius, Jim & Pratto, Felicia (1999). Social Dominance: An Intergroup Theory of Social Hierarchy and Oppression. Cambridge University Press

Gender Sponging

Es ist an der Zeit, Gender Sponging zu definieren.

SAT SidaniusWir tun dies vor dem Hintergrund der Social Dominance Theory (SDT), die Sidanius und Pratto zum Ende der 1990er Jahre vorgelegt haben. Die SDT erklärt soziale Hierarchien als Ergebnis des Wettbewerbs gesellschaftlicher Gruppen um gesellschaftliche Ressourcen. In diesem Wettbewerb spielen für die SDT Mythen eine besondere Rolle, denn die Legitimation des eigenen Anspruchs auf Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen erfolgt zumeist über Mythen.

Der gesellschaftliche Wettbewerb findet also mit gezinkten Karten statt: Nicht (mehr) Meritokratie und entsprechend Leistungskraft entscheidet darüber, wer Zugang zu Ressourcen hat, sondern die Frage, ob es gelingt, einen Mythos zu begründen, der Zugang unabhängig von Leistung verschafft und fast noch wichtiger: andere gesellschaftliche Gruppen vom Zugang zu den entsprechenden Ressourcen ausschließt.

Die für uns relevante Mythe ist die im Rahmen des Genderismus gepflegte Mythe der Benachteiligung oder gar Unterdrückung von Frauen. Die Mythe ist Grundlage des Gender Spongings, das wir wie folgt definieren:

Professional spongerGender Sponging beschreibt den erfolgreichen Versuch von Mittelschichtsfrauen, sich unabhängig von Leistung Zugang zu Ressourcen zu verschaffen, und zwar auf Kosten aller anderen gesellschaftlichen Gruppen. Gender Sponging ist gesellschaftlich schädliches Verhalten, da es knappe Ressourcen, die in einer für die Gesellschaft produktiven Weise hätten eingesetzt werden können, einer konsumptiven und somit unproduktiven Verwendungsweise zuführt.

Gender Sponging setzt entsprechend einen Mythos zur Legitimation des Anspruchs von Mittelschichtsfrauen auf z.B. Vorstandsposten voraus, und für die Bestimmung von Gender Sponging ist es zudem notwendig, Ressourcen zu verbrauchen und keinen Mehrwert an die Gesellschaft zurückzugeben.

Gender Mythos

Wir haben in einer Vielzahl von Beiträgen gezeigt, dass Genderismus auf Mythen basiert, also auf Aussagen über die Realität, die falsch sind.

So gibt es keinerlei Anlass zu vermuten, dass es ein Patriarchat, wie es Genderisten behaupten, um ihre Opferrolle als jahrhundertelanges Leid zu inszenieren, jemals gegeben hat.

Die Behauptung, Frauen würden für die selbe Arbeit schlechter bezahlt als Männer, es gebe entsprechend ein Gender Pay Gap, ist erwiesener Maßen falsch.

Es gibt nachweislich keine gläserne Decke, die dazu führt, dass Frauen nicht in Führungspositionen gelangen können.

Die Behauptung, eine Frauenquote für Vorstandsposten würde die Produktivität von Unternehmen positiv beeinflussen, ist emprisch widerlegt.

Die Behauptung, Frauen würden häufiger Opfer von häuslicher Gewalt als Männer ist falsch.

Kurz: Das gesamte Gebäude, auf dem Genderismus aufbaut, ist ein Lügengebäude, das den Mythos abgeben soll, der wiederum gebraucht wird, um Gender Sponging zu betreiben.

Und Gender Sponging wird derzeit erfolgreich betrieben.

Gender Sponging

Heike Diefenbach hat aus strategischen Gründen Bedenken gegen die Verwendung eines Pestfloh-Fotos angemeldet.

Heike Diefenbach hat aus strategischen Gründen Bedenken gegen die Verwendung eines Pestfloh-Fotos angemeldet.

Mittel des Europäischen Sozialfonds, die dazu gedacht sind, Regionen, die im innereuropäischen Wettbewerb Nachteile haben, zu entwickeln, also z.B. Arbeitnehmer zu qualifizieren, Selbständigen eine Starthilfe zu geben oder Infrastruktur zu entwickeln, werden zweckentfremdet, um z.B. Frauencafés und Frauenhäuser zu finanzieren, deren Zweck darin besteht, den für Genderismus zentralen Opfermythos zu perpetuieren und Mittelschichtsfrauen (zumeist halb-Akademiker, die auf dem Arbeitsmarkt nicht konkurrenzfähig sind) ein Einkommen zu verschaffen.

Steuermittel werden in großem Stil dazu eingesetzt, um Mittelschichtsfrauen an Universitäten Zugang zu wissenschaftlichen Positionen zu verschaffen, in die sie im freien Wettbewerb offensichtlich nicht gelangt wären. Länderspezifische Programme zur Bevorteilung von Mittelschichtsfrauen konkurrieren hier mit dem Professorinnenprogramm, das von Bund und Ländern gemeinsam aus Steuermitteln finanziert wird. Anders formuliert: Arbeiterfrauen und Männer bezahlen die Bevorzugung von Mittelschichtsfrauen.

Die Infrastruktur des “Gender Mainstreaming” besteht aus einer Unzahl von eingetragenen Vereinen, die sich z.B. im Speckgürtel des Bundesministeriums für FSFJ angelagert haben und Seminare oder sonstige Veranstaltungen anbieten, die für Gender “sensibilisieren” sollen und von denen nicht angebbar ist, welcher, wenn überhaupt, praktische Nutzen mit ihnen verbunden ist.

Vertreter des Genderismus, Mittelschichtsfrauen, die auf unklaren Wegen in eigens für sie geschaffenen Positionen in der institutionalisierten Wissenschaft installiert wurden, können den Zweck ihres Daseins, den Mehrwert für Gesellschaft und Wissenschaft selbst auf mehrmalige Nachfrage nicht angeben, woraus man – auch aufgrund der nicht vorhandenen Forschungsergebnisse aus den so genannten Gender Studies, die einer produktiven Verwendung zugeführt werden könnten – schließen muss, dass Gender Studies keinerlei Mehrwert für die Gesellschaft erwirtschaften.

Gender Studies an Hochschulen sind jedoch zentral für Gender Sponging, denn sie liefern die ideologische Grundlage, nähren den zentralen Opfermythos des Genderismus, nach dem Frauen in der Gesellschaft benachteiligt sind, z.B. im Hinblick auf Ampeln, Straßenschilder und Wortbedeutungen.

Gender Sponging ist eine aggressive Form der Vorteilsnahme, die auch nicht davor zurückschreckt, sich Vorteile auf Kosten derer zu verschaffen, die nicht einmal über Zugänge verfügen, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen, z.B. Menschen in Benin, die keinen Zugang zu Trinkwasser oder sanitären Anlagen haben und denen Gender Mainstreaming als Voraussetzung für diesen Zugang verordnet wird.

In der Summe kann man feststellen, dass Gender Sponging eine aggressive Ideologie ist, die sich des Rassismus und Sexismus bedient, um eigene Vorteile durch Ausschluss Dritter zu erzielen. Sie kann im Sinne der SDT somit als “hierarchy-attenuating legitimizing strategy” angesehen werden.

Gender Sponging zeigt alle Charakteristika einer totalitären Ideologie, denn wenn es dem Gender Sponger zum Vorteil gereicht, dann wird gelogen und betrogen, dann kennt der Gender Sponger weder Moral noch Anstand noch Rücksicht und geht (nicht nur) sprichwörtlich über Leichen.

Wer sich dafür einsetzen will, dass dem Gender Sponging zumindest im Bereich der Bildung, an Schulen und Hochschulen ein Ende gesetzt wird, der kann sich den 4007 Unterstützen anschließen, die bislang unsere Petition gegen eine öffentliche Finanzierung des Genderismus unterzeichnet haben.

©ScienceFiles, 2015

Soziologen, setzt Euch zur Wehr gegen systematische Diskriminierung!

Gestern haben wir die Ergebnisse der Unterschung von Mark Lutter und Martin Schröder  “Who Becomes a Tenure Professor, and Why?” dargestellt. Die Ergebnisse von Lutter und Schröder basieren auf einer Analyse aller Lehrstuhlbesetzungen für den Zeitraum 1980 bis 2013 für das Fach Soziologie und entsprechend auf Informationen über 1.260 Soziologen und 297 ordentliche Lehrstuhlbesetzungen.

PopitzSoziologen, das sind (oder waren einmal) WIssenschaftler, die sich unter anderem mit Fragen der sozialen Ungleichheit oder der Sozialstruktur befasst haben, die untersucht haben, wie vertikale Mobilität verhindert wird, also dafür gesorgt wird, dass Kinder aus Unterschichtsfamilien selbst Unterschichts- und nicht MIttelschichtsfamilien gründen, oder die die Mechanismen des alltäglichen Lebens untersucht haben, mit denen z.B. in Bildungsinstitutionen für soziale Segregation gesorgt wird. Entsprechend war Soziologie eine kritische Wissenschaft, die gesellschaftliche Prozesse analysiert und unerwünschte Entwicklungen aufgezeigt hat.

Zwischenzeitlich ist Soziologie in vielen Teilen zu einer Legitimationswissenschaft verkommen, d.h. Soziologen sehen es nicht mehr als ihre Aufgabe an, die Folgen politischer Entscheidungen auf die Gesellschaft zu analysieren. Die meisten Soziologen sehen es heute als ihre Aufgabe an, die nämlichen politischen Entscheidungen zu legitimieren.

Als Folge hat sich die Soziologie von einer empirischen zu einer Lehnstuhl-Wissenschaft entwickelt. An die Stelle der Analyse dessen, was ist, ist die mehr oder weniger gelangweilte Betrachtung darüber getreten, was man gerne hätte.

Diese Entwicklung von einer kritischen zu einer selbstgefälligen und langatmigen Wissenschaft, deren Vertreter der sie umgebenden Welt nichts mehr zu sagen haben, hat nach unserer Ansicht u.a. mit dem Staatsfeminismus zu tun, mit der Installation von Gender Studies in der Soziologie und mit einer systematischen Untergrabung der Standards der Soziologie dadurch, dass nicht mehr nach Leistung in Positionen berufen wird, sondern nach Geschlecht.

Das hat, wie Lutter und Schröder mit ihrer Untersuchung deutlich gemacht haben, dazu geführt, dass männliche Bewerber auf einen Lehrstuhl in Soziologie massiv und systematisch diskriminiert werden:

  • MPIfG_LutterWeibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.
  • Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: “… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‘gray’ literature as women”.
  • Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Eine solche Situation in einem Fach, zu dessen wichtigsten Aufgaben einmal die Analyse sozialer Ungleichheitsstrukturen gehört hat und nach Anspruch der Soziologen, die von sich behaupten, sie würden nach wie vor soziale Ungleichheit oder gar Diskriminerung untersuchen, immer noch gehört, ist der Gipfel der Ironie. Sie wirkt auf uns als wäre ein Gärtner, dessen Aufgabe darin bestanden hat, Unkraut aus einem Park zu entfernen, dazu übergegangen, das Unkraut systematisch anzupflanzen.

Aber ganz davon abgesehen, dass es gerade für die Soziologie eine erstaunliche Transformation darstellt, vom Kritiker sozialer Ungleichheit und von Diskriminierung zum praktischen und Legitimations-Ort sozialer Ungleichheit und Diskriminierung geworden zu sein, ist Diskriminierung und soziale Ungleichheit, da wo sie nicht durch das meritokratische Prinzip gerechtfertigt ist, also dadurch, dass ein Bewerber, der einem anderen vorgezogen wird, nachvollziehbar besser ist als der Bewerber, dem er vorgezogen wurde, immer eine Frage von Moral und Anstand.

Moral insoweit, als es moralisch verwerflich ist, Dritte wegen Eigenschaften zu benachteiligen, die für die vorliegende Entscheidung irrelevant sind. Anstand insoweit, als ein anständiger Mensch sich nicht der Beihilfe zur Diskriminierung schuldig macht.

Deshalb haben wir die Ergebnisse von Lutter und Schröder zum Anlass genommen, um alle Mitglieder des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie anzuschreiben und zu fragen, wie sie zu der systematischen Benachteiligung von Männern in der Soziologie stehen, was sie jungen Männern, die die Soziologie als Ausbildungsfach gewählt haben, raten und welche Schritte sie einzuleiten gedenken, um die systematische Benachteiligung von Männern in der Soziologie zu beenden.

Sehr geehrter …

dgs2

Mark Lutter und Martin Schröder vom Max Planck Institut für Gesellschaftsforschung in Köln haben eine Vollerhebung der Berufungen auf Lehrstühle der Soziologie, die im Zeitraum von 1980 bis 2013 besetzt wurden, durchgeführt und auf Grundlage dieser Daten, für 1.260 Soziologen die Variablen bestimmt, die einen Effekt auf die Besetzung eines Lehrstuhls haben (Veröffentlicht als MPIfG Discussion Paper 14/19 unter dem Titel: “Who Becomes a Tenure Professor, and Why”).

Dabei haben sie eine systematische Diskriminierung von männlichen Soziologen festgestellt, die jedem Wissenschaftler, der sich mit Diskriminierung oder mit sozialer Ungleichheit oder mit der Erforschung von Stereotypen, Vorurteilen und darauf basierenden Ismen, wie Rassismus oder Sexismus beschäftigt, den blanken Schrecken ins Gesicht treiben muss.

Hier ein Auszug der wichtigsten Ergebnisse.

  • Weibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.
  • Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: “… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‘gray’ literature as women”.
  • Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Diese Ergebnisse beschreiben eine unhalbare Situation systematischer und insofern wohl institutioneller Diskriminierung von männlichen Bewerbern. Dass eine solche Situation ausgerechnet in der Soziologie mit ihrer Tradition der Erforschung von Diskriminierung und sozialer Ungleichheit eingetreten ist, kann man wohl nur als Ironie der Geschichte bezeichnen.

Wir nehmen diese Situation zum Anlass, um Sie als Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zu bitten, die folgenden Fragen zu beantworten:

  1. War Ihnen bekannt, dass männliche Bewerber auf eine Professur in der Soziologie systematisch diskriminiert werden?
  2. Halten Sie die systematische Diskriminierung von männlichen Bewerbern im Verlauf einer universitären Karriere für hinnehmbar?
  3. Wenn ja, warum?
  4. Wenn nein: Was gedenken Sie dagegen zu unternehmen?
  5. Was raten Sie männlichen Abiturienten, die sich mit dem Gedanken tragen, Soziologie zu studieren?
  6. Was raten Sie männlichen Absolventen, die sich mit dem Gedanken tragen, eine wissenschaftliche Karriere in der Soziologie anzustreben?
  7. Was halten Sie von der Tatsache, dass männliche Bewerber in der Soziologie systematisch diskriminiert werden?

Wir bedanken uns für Ihre Antworten und verbleiben mit kollegialen Grüßen,

Dr. habil. Heike Diefenbach & Michael Klein
ScienceFiles.org

Die eMail ging an:
Peter Berger, Universität Rostock;
Nicole Burzan, Technische Universität Dortmund;
Stephan Lessenich, Ludwig-Maximilians-Universität München;
Michaela Pfadenhauer, Universität Wien;
Uwe Schimank, Universität Bremen;
Paula Irene Villa, Ludwig-Maxilimians-Universität München;
Georg Vobruba, Universität Leipzig;

Die überforderte Generation

Schelsky_skeptische GenerationAls Helmut Schelsky die Jugendlichen der Nachkriegsgeneration als “skeptische Generation” typologisiert hat, hat er vermutlich nicht geahnt, welchen Boom an Generationenbildern er damit auslösen würde. Die Liste der Generationen umfasst zwischenzeitlich die Generationen X, Y und Z, es findet sich die Facebook-Generation neben der goldenen Generation, die hoffnungsvolle Generation hat die heimatlose Generation abgelöst. Die unterschätzte Generation konkurriert mit der Online oder Internet-Generation, was wiederum der Maybe-Generation relativ egal ist, während es nicht dabei hilft, die verlorene Generation wiederzufinden oder die belogene Generation aufzuklären. Zu all diesem Durcheinander der Generationen hat sich nunmehr eine neue Generation gesellt: die überforderte Generation.

Die überforderte Generation, die haben der Methusalem der Soziologie, Hans Bertram, und Carolin Deuflhard im Mikrozensus des Statistischen Bundesamts entdeckt. Die überforderte Generation zeichnet sich dadurch aus, dass sie überfordert ist. Von wem sie überfordert wird, das weiß man nicht so richtig, aber dass sie überfordert ist und von was sie überfordert ist, das wissen Betram und Deuflhard genau, denn: Die überforderte Generation sieht sich mit einer im Vergleich zu früheren Generationen längeren Ausbildungsdauer konfrontiert, und deshalb ist die überforderte Generation nach beider Ansicht genötigt, “in der kurzen Zeitspanne etwa zwischen dem 28. und dem 35. Lebensjahr … die beiden zentralen Lebensanforderungen von beruflicher Integration und Familiengründung zeitgleich [zu] bewältigen”.

Das also ist das Schicksal der überforderten Generation: Sie muss zwei vermeintlich zentrale Lebensanforderungen, nämlich Beruf und Familie unter einen Hut bringen.

Doch damit nicht genug:

“Diejenigen, die sich trotz des Widerspruchs zwischen den beruflichen Anforderungen und der Entwicklung von Familienbeziehungen für Kinder entscheiden, sind heute ungleich höheren Anforderungen ausgesetzt als noch die skeptische Generation. Denn die skeptische Generation hatte mit dem Modell der klaren innerfamiliären Arbeitsteilung – mit dem Vater als ökonomischem Versorger und der Mutter als Hausfrau – ein eindeutiges Orientierungsmuster für die Organisation von Fürsorge. Dieses Orientierungsmuster stellt für die überforderte Generation kein Vorbild mehr dar, allerdings hat der gesellschaftliche Wandel auch kein neues Muster für die Organisation von Fürsorge hervorgebracht, sodass die Zeit für Fürsorge in jeder Partnerschaft individuell ausgehandelt werden muss. Die Anforderungen und Ansprüche der Eltern an die Sozialisation der Kinder sind demgegenüber im Kontext der höheren Bildungsanforderungen deutlich gestiegen. Paare schaffen sich den familiären Raum für Fürsorge in der Regel dadurch, dass eine Person – meistens die Mütter – ihre Präsenz am Arbeitsmarkt einschränkt.”

Die überforderte Generation ist demnach die westliche Ausformung des religiösen Märtyrers, der sich – allen Widrigkeiten zum Trotz – dem Heil der nachkommenden Generation opfert.

Entsprechend nehmen es die Mitglieder der überforderten Generation auf sich, wie ihre Eltern der skeptischen Generation eine Arbeitsteilung einzuführen und denjenigen, der beiden Eltern, der am Arbeitsmarkt weniger Humankapital einzusetzen hat und deshalb weniger verdient, zur Erziehung der Kinder abzustellen, schließlich hat man die Wahl für Kinder getroffen und muss die Konsequenzen dieser Wahl tragen.

So beschrieben unterscheidet sich die überforderte Generation jedoch nicht von der skeptischen Generation, die ebenfalls durch Arbeitsteilung Kinder und Broterwerb unter einen Hut gebracht hat: Männer waren die Ernährer und Frauen die Kindererzieher, die sich um den Haushalt gekümmert haben. Wenn das heute immer noch so ist, warum ist die heutige Generation dann eine “überforderte Generation”?

Dilbert Work life balanceDie Antwort ist keine der Fakten, sondern eine der Bewertung, denn heute soll Elternschaft durch die eierlegende Wollmilchsau geleistet werden, die berufliche Karriere und Kindererziehung in jenem absurden Konzept der Work-Life-Balance vereinbaren soll, das auf der Prämisse basiert, dass es keine Beschränkung der Ressourcen und Fähigkeiten gibt und jeder alles kann, wenn er nur will. In dieser absurden Welt sind Angestellte, die halbtags arbeiten, zu den selben Leistungen in der Lage wie Angestellte, die ganztags arbeiten, die Akkumulation von Humankapital und von Fähigkeiten ist keine Funktion von Erfahrung und Leistung mehr, sondern von Wollen: Wer Genie sein will, der kann es, jedenfalls in der Welt der Work-Life-Balancer.

In der realen Welt erfährt die überforderte Generation, deren Mitglieder diesen Unsinn glauben, dass alles anders ist. Hier steht die Ideologie der Halbtags-Genies der Realität von Tagen mit 24 Stunden und Fragen der und Streits über Arbeitsteilung gegenüber. Hier sieht sich das Halbtags-Genie im Beruf mit Ganztags-Genies konfrontiert, die ihm durch die Manager-Genies vorgezogen werden. Und so fühlt sich die überforderte Generation überfordert, weil sie es nicht schafft, in der Hälfte der (Arbeits-)Zeit denselben Wert zu generieren und die selbe Leistung zu erbringen wie andere in der vollen Arbeitszeit.

Wer hätte das gedacht, dass man mit der Hälfte der Anstrengung in der Regel nur die Hälfte der Leistung erbringen kann? Und so erweist sich die überforderte Generation auch als naive, vorsichtig ausgedrückt oder realistisch ausgedrückt: dumme Generation, die sich an Vorgaben orientiert, die ein normaler Mensch für sich ablehnt, denn ein normaler Mensch weiß, dass er sich zwei Dingen nicht in der selben Intensität widmen kann, in der er sich einem Ding widmet, dass er sich mit anderen Worten entscheiden muss, zwischen Karriere und Familie im vorliegenden Fall.

Aber: in der derzeitigen Ideologie, in der alle alles können und Genies durch Wollen entstehen, ist das nicht vorgesehen. Nicht die Entscheidungen des Individuums und die Tatsachen, dass ein Tag 24 Stunden hat und nicht nur zeitliche Ressourcen beschränkt sind, ist für das Scheitern der überforderten Generation wie sie uns Bertram und Deuflhard näher bringen, verantwortlich, sondern der fiese gesellschaftliche Geist der Benachteiligung, der sich immer wieder im täglichen Leben einmischt und hier, warum auch immer, vornehmlich weibliche Menschen aussondert:

“Die Forscher zeigen für Deutschland, dass dies eng mit der schlechteren Bezahlung von Berufen zusammenhängt, in denen überwiegend Frauen arbeiten. Die Entscheidung für eine Einschränkung der Arbeitsmarktpräsenz hat allerdings langfristige Benachteiligungen im Beruf zur Folge, weil beruflicher Erfolg nach wie vor eine kontinuierliche Vollzeiterwerbstätigkeit voraussetzt.”

Ist das nicht ungerecht, dass jemand, der 8 Stunden pro Tag arbeitet, bessere Berufschancen hat als jemand, der nur 4 Stunden pro Tag arbeitet? Dieses ganze Leistungskonzept ist eine einzige Diskriminierung. Diskriminiert werden diejenigen, die wenig oder gar nichts arbeiten, die Faulen und die Lethargischen, während Workoholics auch noch belohnt werden für ihre Sucht, täglich den Standard deutscher Arbeit auf dem Niveau von 8 oder doch zumindest 7 Stunden zu halten.

doing nothingIst es nicht an der Zeit eine Quote für Teilzeit und ab-und-zu-Arbeiter zu fordern? 50% der Positionen in der Parteiführung für Personen, die maximal 20 Stunden pro Woche arbiten, 50% der Nobelpreise an Halbtagskräfte, 50% der Professuren an Personen in Elternzeit, und 50% der Chefsessel bei DAX-Unternehmen für Gelegenheitsarbeiter! Warum Ergebnisgleichheit nicht zu Ende denken und der Meritokratie, dieser absurden Idee, nach der das Entgelt der Leistung und der Fähigkeit entsprechend soll, den Garaus machen?

Das sind Fragen, die die derzeitige Soziologie beschäftigen, die derzeitige Soziologie der überforderten Generation, die komplett dazu übergegangen ist, die Gesellschaft auf die Mittelschicht zu reduzieren, denn: Wer muss denn zwischen 28 und 35 Jahren Familienplanung betreiben, weil er denkt, es gehöre zur gesellschaftlichen Aufgabe, eine Familie zu gründen? Und wer hat mit 18 seine Lehre und mit 21 seine Meisterprüfung hinter sich? Wessen Ausbildung zieht sich denn bis zum St. Nimmerleinstag, wenn auch dem Letzten klar geworden ist, dass der 40jährige in diesem Leben keinen Abschluss in Gender Studies, Anglistik der Spätromantik und Erwachsenenbildung mehr machen wird?

Die überforderte Generation ist eine Veranstaltung der Mittelschicht, denn nur der Mittelschicht kann man Stöckchen hinhalten, erzählen, es sei möglich mit halber Kraft Karriere zu machen und zugleich mit halber Kraft Kinder zu erziehen, und nur in der Mittelschicht kann man welche finden, die das glauben.

Professor wider Fähigkeit: Ist Susanne Baer ein Hoax?

Danisch_FrauenquoteHadmut Danisch hat recherchiert – gründlich recherchiert. Und aus seiner Recherchearbeit von Jahren hat er einen langen Post zusammengestellt, den wir jedem zu lesen empfehlen, der sich einen Eindruck darüber machen will, was im Deutschland des Jahres 2015 normal ist.

Zunächst das, was wir zwischenzeitlich als Normalität akzeptieren mussten:

Normal ist, dass es Verfassungsrichter gibt, die weniger Ahnung von Recht und Rechtsprechung haben als der gewöhnliche Kleinkriminelle, der die meisten Rechtsfragen die mit z.B. §242 StGB zusammenhängen, kennt und studiert hat.

Normal ist, dass an einer deutschen Universität ein Stelleninhaber zu Straftaten aufruft und es dort niemanden stört.

Normal ist, dass Ausschreibungen von Universitäten gegen geltendes Recht verstoßen. Auch das stört niemanden.

Normal ist, dass Gleichstellungsbeauftragte, zentrale Gleichstellungsbeauftragte, die über keinerlei angebbare Qualifikation verfügen, sich berufen fühlen, Sprachrichtlinien für Studenten und Dozenten zu erlassen und in der Tat denken, jemand würde sich daran halten.

Normal ist, dass ganze Studienbereiche, wie abermals Hadmut Danisch recherchiert hat, auf Lug und Betrug basieren.

Und seine neuesten Erkenntnisse zur Normalität in Deutschland, die haben es in sich.

Wir alle erinnern uns noch daran, dass Politiker, die die Gedanken anderer als die ihren ausgegeben haben, als die Diebe enttarnt wurden, die sie nun einmal sind, weshalb eine von ihnen zum Botschafter beim Vatikan ernannt wurde. Irgendwie macht das Sinn.

Der Kern des Plagiierens besteht darin, sich einen Titel zu erschleichen.

DanischDas ist Peanuts, wenn sich die Recherchen, die Hadmut angestellt hat, bestätigen. Denn warum beim Erschleichen von Titeln Halt machen, wenn man sich ganze Positionen verschaffen oder erkaufen kann?

Vorweg, um unsere Leser in den richtigen Frame of Mind zu versetzen, was jetzt kommt, das liest sich wie die Schaffung mafiöser Strukturen. Es liest sich so, weil es die Schaffung mafiöser Strukturen beschreibt, wie sie an der ehemaligen Kaderschmiede des Marxismus-Leninismus der DDR und heutigen Kaderschmiede für Genderista, der Humboldt-Universität in Berlin, wohl an der Tagesordnung zu sein scheint (und zumindest vom Präsidenten der HU-Berlin, Jan-Hendrik Olbertz, wissen wir genau, dass es ihm bislang nichts ausmacht, an seiner Universität einen Studiengang, der auf vermutlich Schiebung basiert, und ein Profx, das zu Straftaten aufruft, zu beherbergen – entsprechend ist deviantes Verhalten an der HU-Berlin anscheinend normal).

Die neuen Recherchen von Hadmut beziehen sich auf Susanne Baer, jenes Aushängeschild des Genderismus, das von SPD und Grünen an eine Zimmertür in Karlsruhe beim dortigen Verfassungsgericht gehängt wurde. Und sie sind neuerlicher Sprengstoff, diese Recherchen. Sie sind so sehr Sprengstoff, dass wir, würden die folgenden Aussagen über uns gemacht, uns beeilen würden, sie mit Fakten zu entkräften. Dass sich bislang niemand beeilt, die Aussagen zu entkräften, ist entsprechend selbstredend.

Los geht’s zum professoralen Werdegang und Wirken von Susanne Baer, wie er/es aus den Recherchen von Hadmut Danisch hervorgeht:

  • Baer wurde auf keine ordentliche und reguläre Professur berufen. Ihre Stelle wurde irgendwie “feministisch erkämpft” und wurde/wird irgendwie finanziert. Wer die Stelle finanziert, ist unklar.
  • Die Professur von Baer, so Hadmut Danisch, ist eine “Tarnidentität”, denn es gebe keine wissenschaftliche Tätigkeit, keine Forschung, keine Ergebnisse, nichts, was man von einem Wissenschaftler erwartet.
  • Weiter schreibt Hadmut: “Ich habe auch keine einzige durchgehende, semestrige Vorlesung Baers finden könne . Es gibt kein Skript, keine Folien, keine Literaturverzeichnisse. In den Prüfungs- und Studienplänen stehen nur ein paar inhaltslose Worthülsen … Zwar wurden allerhand Bachelor, Master und Promotionen vergeben, aber wofür, ist nicht ersichtlich. Die HU weigert sich, die Namen und Titel herauszugeben, mit denen man die Arbeiten inhaltlich prüfen kann”.
    • Das ist schon erheblicher Zündstoff, denn alle wissenschaftlichen Arbeiten sind öffentlich.  Das gerade ist der Witz an Wissenschaft: Sie ist eine kumulative Form des Erkenntnisgewinns. Deshalb ist Öffentlichkeit aller Daten und Arbeiten grundlegend. Werden Arbeiten und Daten versteckt, dann kann es sich qua definitionem nicht um wissenschaftliche Arbeiten handeln, was die Frage aufwirft, wofür die Titel dann vergeben wurden.
    • baerWir haben uns die Publikationsliste und das Curriculum Vitae von Baer angesehen und teilen Hadmuds Einschätzung, dass es keinen einzigen Text gibt, in dem eine rechtswissenschaftliche Erörterung zu finden ist. Alle Texte, die zu finden sind, beschäftigen sich mit Themen der Gender Studies, von der Gleichstellung, also der Ergebnisgleichheit, bis zu Gender Mainstreaming. Es findet sich nichts, was als Ausweis einer Qualifikation zum Amt des Verfassungsrichters angesehen werden könnte.
  • Heftig wird es, wenn man den Grund dafür, dass Baer zwar eine wissenschaftliche Position inne hat, aber keinerlei bemerkbare wissenschaftliche Tätigkeit entfaltet, betrachtet. Wieder Hadmut im O-Ton: “Wie sich aus den Akten des Familienministeriums ergibt, war Baer praktisch fast nur für das Familienministerium tätig. Sie wurde fast nur von dort mit fast 3 Millionen Euro durchfinanziert, und hat dafür ungefähr 1.700 Beratungsdienstleistungen pro Jahr – entspricht ungefähr einer Beratungsleistung pro Dienststunde – durchgeführt. Das hat nicht nur nichts mit der Tätigkeit einer Professorin zu tun, sondern liegt verfassungsrechtlich weit außerhalb der Wissenschaftssphäre. Was genau sie dabei gemacht hat, wird streng geheim gehalten. Soviel ist bekannt, dass sie im Auftrag des Ministeriums andere Ministerien, Minister, Behörden usw. feministisch „beriet“. Wie sie dabei selbst in ihren Berichten an das Ministerium erwähnte, nutzte sie dabei ihre Professur, um als wissenschaftlich und neutral zu erscheinen.”
    • Einmal davon abgesehen, dass es unglaublich ist, dass Steuerzahlern vorenthalten wird, wofür ihr Steuergeld ausgegeben wurde, ist es fast noch unglaublicher, dass ein angeblicher Professor fast ausschließlich von einem Ministerium finanziert wird und als dessen Missionar durch die Lande zieht. Nicht nur, macht das den angeblichen Professor zum U-Boot von Politikern an einer Universität, es zeichnet ihn deutlich als Polit-Aktivisten aus, dessen Aufgabe darin besteht, Agitation und Propaganda, Agitprop, wie es in der DDR hieß, zu betreiben und damit das Gegenteil von Wissenschaft.

Die akribischen und systematischen Nachforschungen von Hadmut Danisch, die wir hier dargestellt haben, sollten jeden, der noch etwas mit Wissenschaft am Hut hat, in Alarmbereitschaft versetzen und dazu veranlassen, auf die Klärung der Fragen zu drängen, die im Raum stehen, denn dass Universitäten von Agitateuren und Propagandeusen unterwandert werden, ist nicht hinnehmbar.

Folglich sollten Wissenschaftler, die ihre Wissenschaftlichkeit aus entsprechenden Prinzipien und nicht daraus ableiten, dass sie an einer Hochschule eine Position inne haben, die folgenden Fragen an die Humboldt-Universität und den bislang in Stummheit sich übenden Präsidenten der Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, schicken und ihre Beantwortung einfordern:

  1. bearWer hat Susanne Baer auf eine Professur an der HU-Berlin berufen?
  2. Welche Leistungen haben Susanne Baer dazu qualifiziert, die entsprechende Stelle zu besetzen?
  3. Wer hat die Professur von Susanne Baer finanziert?
  4. Wer hat bei Susanne Baer mit welchen Arbeiten einen Abschluss erreicht?
  5. Welche Promovenden wurden von Susanne Baer betreut und von der HU-Berlin mit einem Titel ausgestattet?
  6. Wie ist es mit der Position eines Professoren vereinbar, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche (oder in anderer Reihenfolge) finanziert zu werden?
  7. Wie verhält sich diese Finanzierung zum Grundsatz der Freiheit von Forschung und Lehre?
  8. Wie ist es möglich, dass ein Professor der HU-Berlin 1.700 Beratungsdienstleistungen pro Jahr mit dem Bundesministerium für Jugendliche, Famile, Frauen und Senioren abrechnet?
  9. Wie ist die entsprechende Dienstleistungstätigkeit mit der Arbeit eines Professoren zu vereinbaren?
  10. Welche wissenschaftlichen Leistungen hat Susanne Baer während ihrer Zeit an der Humboldt-Universität erbracht?

Wie gesagt, jeder Wissenschaftler, der stolz auf seine Profession ist und der der Ansicht ist, dass Wissenschaft nichts mit Agitation und Propaganda und nichts mit Lug, Betrug und Schiebung zu tun hat, sollte auf die Beantwortung dieser Fragen drängen – ach ja, und natürlich jeder Wissenschaftler, der noch Rückgrat hat.

Abstrakte Bedrohung = konkreter Unsinn?

Der Linken im Bundestag kommt das Verdienst zu, sich um die Klarheit der deutschen Sprache zu bemühen.

So geschehen in einer Kleinen Anfrage, die als Drucksache 18/3495 in den Katakomben des Bundestags verschwinden wird, wenn ihr nicht ein bißchen Publizität zuteil wird, zum Beispiel durch uns.

In der kleinen Anfrage interessieren sich die Linken um Gregor Gysi für den Begriff der “abstrakten Bedrohung” und fragen die Bundesregierung unter anderen:

1. Wie definiert die Bundesregierung den Begriff der  abstrakten Bedrohung“, bzw. was sind für die Bundesregierung Charakteristika einer „abstrakten Bedrohung“?

Eine berechtigte Frage, wie wir finden, schon weil die Bundesregierung die “abstrakte Bedrohung” nutzt, um Bundeswehrsoldaten in aller Herren Länder zu schicken, wo sie dann versuchen sollen, in konkreter Person und mit konkreter Bewaffnung gegen einen abstrakten Feind vorzugehen.

active endeavourSo z.B. im Antrag der Bundesregierung auf Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der NATO-geführten Operation Active Endeavour im gesamten Mittelmeer.

Darin heißt es:

“Vor dem Hintergrund einer derzeit als abstrakt zu bewertenden terroristischen Bedrohungssituation und der tatsächlichen Einsatzrealität beschränkt sich die Operation jedoch auf Seeraumüberwachung und Lagebildaustausch.”

und:

“Die Bedrohung durch einen maritimen Terrorismus wird derzeit jedoch als abstrakt bewertet.”

und:

Obwohl die Bedrohungslage im Einsatzgebiet abstrakter Natur ist, wird angesichts der noch geltenden völkerrechtlichen Rechtsgrundlagen für OAE … eine Zustimmung des Deutschen Bundestages im Sinne des Parlamentsbeteiligungsgesetzes
für erforderlich gehalten.”

Man kann wohl davon ausgehen, dass eine abstrakte Bedrohung keine konkrete Bedrohung ist, und weil die abstrakte Bedrohung nicht konkret ist, weiß man eigentlich gar nicht so wirklich, ob die abstrakte Bedrohung überhaupt eine Bedrohung ist oder ob es sich nicht viel eher um ein Hirngespinst von Politikern handelt, die sich gerne ihre Selbstwirksamkeit dadurch beweisen, dass sie Soldaten in diesem Fall ins Mittelmeer und auf das schicken, was man im Englischen als Wild Goose Chase bezeichnet, auf Steuerzahler Kosten versteht sich.

Auch ein Blick in den Duden bring wenig Erfreuliches zu Tage:

Drei Bedeutungen kennt der Duden für “abstrakt”:

1. (besonders Philosophie) die wesentlichen, gesetzmäßigen o. ä. Züge aus etwas Konkretem, sinnlich Wahrnehmbarem ableitend.

Diese Bedeutung setzt voraus, dass es einen konkreten Gegenstand, eine konkrete Bedrohung im vorliegenden Fall gibt, aus dem man die Züge der abstrakten Bedrohung herausarbeiten kann, quasi als das, was viele konkrete Bedrohungen latent gemeinsam haben. Das trifft im vorliegenden Fall nicht zu, denn gäbe es eine konkrete Bedrohung im Mittelmeer, dann wäre die entsprechende Bedrohung sicher benannt.

2. sich [nur] im Gedanklichen, Theoretischen bewegend [und keinen unmittelbar feststellbaren Bezug zur Wirklichkeit habend]

Kurz: diejenigen, die eine abstrakte Bedrohung sehen, leiden unter Hinrgespinsten und sollten schnellstens, ehe sie noch größeren Schaden an den Geldbörsen der Steuerzahler anrichten, in eine geschlossene Institution abgeschoben werden.

abstract art“3. (von Kunstwerken des 20. Jahrhunderts) nicht etwas sinnlich Wahrnehmbares, sondern den gedanklichen, abstrakten Gehalt von etwas darzustellen suchend”.

Passt auch nicht, denn es werden Soldaten und keine Künstler ins Mittelmeer geschickt.

Wie man den Begriff der “abstrakten Bedrohung” auch dreht und wendet, immer kommt sprachlicher Unfug dabei heraus, der wohl erfunden wurde, um vorzugaukeln es gäbe etwas, das unbeschreibbar furchtbar und gefährlich ist, und das man durch die Entsendung von konkreten Soldaten behandeln muss.

Man nennt dies im Englischen Scaremongering, und im Deutschen ist damit der Versuch umschrieben, mit Angst Politik zu machen, und zwar durch die Erfindung einer nicht vorhandenen Bedrohung, einer deshalb als abstrakt bezeichneten Bedrohung, die dazu dienen soll, Bürger in Angst und Schrecken zu versetzen, denn Bürger, die vor etwas Abstrakten Angst haben, sind leichter zu manipulieren und zu regieren.

Wer den Stellenwert von “abstrakter Bedrohung” prüfen will, der kann die Forderung einbringen, die Politiker mit abstrakten, nicht mehr mit konkreten Bezügen zu entlohnen.

Man, oh man! Potsdamer Universität verstümmelt Rechtschreibung

Man glaubt es nicht. Man steht morgens auf, in einem neuen Jahr, und man ist voll der Hoffnung. Was hat man in der Vergangenheit bereits an Unsinn verarbeitet. Fast, dass man sich wie ein Müllschlucker fühlt. Nicht nur, dass man sich (fast) wie ein Müllschlucker fühlt, man zweifelt auch am Verstand mancher Zeitgenossen, z.B. am Verstand derjenigen, die angetreten sind, um die Welt mit gendergerechter Sprache zu überziehen.

Was hat man in diesem Kontext schon alles an Unfug gelesen. Wie normal man es mittlerweile findet, dass Sprach-Dilettanten der Ansicht sind, wenn man Lehrer sagt, dann sei das überwiegend weibliche Kollegium nicht mitgemeint. Wie cool man es goutiert, dass ein neuer Performanzkünstler des Wegs kommt, um eine neue Form der Sprach-Travestie vorzuführen, und obendrein lässt man es sich gefallen, dass der Perfomanzkünstler von sich behauptet, er sei Wissenschaftler. Man hat in den Jahren so viele Clowns gesehen, die durch öffentlich-rechtliche Manegen ziehen, um sich als Wissenschaftler auszugeben, dass man dem einen Clown keine besondere Bedeutung mehr zuzuweisen im Stande ist.

Man merkt an sich, wie man abzustumpfen scheint gegenüber der Genderista, der man so grundlegende Erkenntnisse verdankt, wie die folgenden: Es gibt zwei Geschlechter. Es gibt Geschlechterrollen, und manche fühlen sich von manchen Begriffen nicht angesprochen.

Fast, dass man Mitleid, ob der Armseligkeit dieser neuen Trivialitäts-Apostel, mit ihnen haben könnte. Fast! Denn in der Regel wird man ärgerlich – ärgerlich, dass die Clowns aus der Manege geflüchtet sind und sich unter uns Normale gemischt haben,

sad_clownMan wird ärgerlich darüber, dass die Clowns nicht nur so tun, als sei ihr Zuhause nicht der Zirkus, sondern die Universität, nein, sie tun auch so, als hätten sie Wissen, das man als nicht-Clownesker nicht haben kann, weil man in die Tiefen der deutschen Sprachverstümmelung nicht eingeweiht ist, so dass man als nicht-Eingeweihter das Schicksal all derjenigen teilt, die nicht in den Kreis des engeren Wahnsinns aufgenommen wurden, in dem die Trivialität zur Gottheit erhoben ist:

Man bleibt normal!

Und dass man normal bleibt, das wiederum passt den Clowns mit ihrer Sprachverstümmelung nicht.

Deshalb toben und zetern sie.

Deshalb preisen sie ihre gendergerechte Sprachverstümmelung als der Clownheit letzten Schluss an.

Und dennoch hat man den Eindruck, gendergerechte Sprachverstümmelung ist ein Ladenhüter, wird an den Ständen feilgeboten, vor denen niemand steht.

Und das ist gut so.

Nun fragt man sich, und vermutlich fragen sich auch die Leser, was es mit dieser Ode an “man” auf sich hat, was ihnen dieses man-lastige Elaborat sagen will.

Die Antwort führt in das Blog von Günter K. Schlamp, dem Ehrenvorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Hessen e. V. (LAG), der sich vorgenommen hat, normal zu bleiben.

In seinem Blog “Basedow’s1764″ verlinkt Schlamp auf einen Beitrag von ScienceFiles.

Uni PotsdamDiesen Link haben wir zurückverfolgt, und dabei sind wir auf den “Leitfaden zur Anwendung einer gendergerechten Sprache” gestoßen, den die Universität Potsdam ihren Studenten zumutet, vermutlich, um die Studenten zu denselben Sprachverstümmelern zu machen, die auch den Leitfaden erstellt haben.

In diesem Leitfaden, den Studenten einzuhalten gehalten sind, gibt es – neben dem üblichen Unsinn, einen ganz besonderen Unsinn, nämlich den folgenden:

“Vermeiden Sie die vermännlichte Silbe „man“ beim Neutralisieren des Geschlechts!”

Oh (m)(M)an(n), was für ein Unsinn.

Bereits Grundschüler können das, was Barbara Schrul, die “Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Universität Potsdam”, die für den Leitfaden verantwortlich ist, offensichtlich nicht kann, zwischen “man” und “Mann” unterscheiden.

Wie sich zeigt, nehmen die “Zentralen Gleichstellungsbeauftragten” unter den Clowns eine besondere Stellung ein – welche, das muss man durch entsprechende Reflexion erkunden und den Lesern von ScienceFiles, als der Kommentator, der man dann ist, mitteilen.

Und weil man gerade mit diesem herausragenden Beispiel von Unsinn konfrontiert ist, stellt man sich die Frage, wieso man es eigentlich hinnimmt, dass eine “Zentrale Gleichstellungsbeauftragte”, von der nicht bekannt ist, ob überhaupt und wenn ja, welche Qualifikation sie dazu befähigen soll, sich zum Wächter der gendergerechten Sprache aufzuspielen und einen Leitfaden für Studenten zu vertreiben, der sich auf die deutsche Sprache bezieht.

Und weil man auf diese Frage keine Antwort findet, kann man die Studenten der Universität Potsdam nur darin bestärken, den Leitfaden in Gänze zu ignorieren, denn letztlich hat er denselben Status wie ein x-beliebiger Aufsatz eines x-beliebigen Drittklässlers, mit einer Ausnahme: Der Drittklässler wird nicht versetzt, wenn er zwischen “man” und “Mann” nicht unterscheiden kann.

Wem es noch nicht reicht: Hier ein Link, der an der Schulpflicht zweifeln lässt.

Zu guter Letzt:

“Heißt das jetzt, ‘Oh man’ oder ‘Oh Mann'”?

“Oman!”

“Ach so. Danke!”

Nachhilfe für das ahnungslose Lann Hornscheidt

Unter der Überschrift “Gendergerechte Sprache?” dilettiert das Lann Hornscheidt in Sozialwissenschaft, behauptet: soziale Veränderung zeige sich im Versuch sprachlicher Veränderung und Sprache müsste so beschaffen sein, dass sich jeder (auch der größte Irre) gemeint fühlen könne.

Was davon wissenschaftlich zu halten ist, schreibt Dr. habil. Heike Diefenbach in einem Beitrag, den man nur unter den Titel: “Nachhilfe für das ahnungslose Lann Hornscheidt” bringen kann.

Damit zur Nachhilfe:

social psychology for dummiesEs zeigt sich wieder einmal, dass Leute, die derzeit Professuren besetzen, häufig keinerlei Hintergrund in irgendeiner Form von Theorie oder empirischer Forschung haben – und noch weniger logisch zu denken im Stande sind.

Wenn Profx Lann Hornscheidt meint: “Soziale Veränderung zeigt sich im Versuch sprachlicher Veränderung”, dann stellen sich nämlich spontan die folgenden Fragen – zumindest für Wissenschaftler:

  • 1. Warum sollte das so sein? Welche sozio-linguistische Theorie (und ich meine: THEORIE, nicht den Namen von irgendjemandem, der zufällig denselben Eindruck vom Lauf der Dinge hatte wie Profx!) lässt diesen Zusammenhang erwarten?
  • 2. Auf welcher empirischen Evidenz beruht dieser Satz, d.h. aufgrund welcher Daten aus empirischer Forschung meint Profx, dies behaupten zu können?
  • Und 3. – und hier kommen die Fragwürdigkeiten mit Bezug auf Logik zum Vorschein: Meint Profx tatsächlich und ernsthaft, dass der Satz, den es formuliert, ein allgemeines Gesetz ausdrückt?

Damit wiederum würde Profx behaupten, dass

  • a) sich sprachliche Veränderungen im allgemeinen Sprachgebrauch in einer Gesellschaft nicht vollziehen können, ohne dass ihnen nennenswerte soziale Veränderungen ursächlich zugrunde liegen bzw. ohne dass sich hierin soziale Veränderungen zeigen, und dass
  • b) sich soziale Veränderungen vollziehen können, ohne dass sich dies in nennenswerten sprachlichen Veränderungen niederschlägt.

Wenn man Profx allgemeinen Satz als einen halbwegs nachvollziehbaren Satz retten wollte, dann müsste man seine Interpretation so weit fassen, dass er nichts weiter als eine Trivialität wäre, oder schlicht falsch, wenn man es genau nimmt: man müsste dann sagen, dass z.B. der Begriff “Sozialversicherung” die soziale Veränderung anzeigt, die in der Einführung der (Zwangs-)Sozialversicherung bestand – das wäre trivial, oder man müsste einwenden, dass der Begriff vor der Einführung der Sozialversicherung existierte, weil man sonst nicht hätte darüber diskutieren können – dann ist der Satz auch bei sehr weiter Interpretation falsch.

Soviel dazu.

Weiterhin ist es unwissenschaftlich zu behaupten, eine nennenswerte Menge von Leute oder Leute würden sich regelmäßig ausgeschlossen fühlen, wenn bestimmte Begriffe verwendet werden – wieder stellt sich

  • 1. die Frage nach einer Theorie, die eine so starke Behauptung begründen könnte. Es müsste eine sozialpsychologische Theorie oder genauer: eine Identitätstheorie sein, die außerdem den Anschluss an eine linguistische Theorie herstellt;
  • 2. die Frage nach der empirischen Evidenz, auf die Profx diese Behauptung gründen will, wenn sie mehr sein soll als der idiosynkratische Glaubenssatz von jemandem, der aus unerfindlichen Gründen eine Professur besetzt (Profx kann sich aufgrund eigener Argumentation hier wohl nicht angesprochen fühlen, weil “jemand” mit “er” einhergeht, und es ja nicht “er” sein kann, oder!?)

Nun noch ein Hinweis an Profx:

Falls sich jemand nicht angesprochen fühlt, wenn er weiblich ist und mit “liebe Bürger” angesprochen wird, dann ist aus soziologischer Sicht zu bedenken, dass das eine Interpretation ist, die ein soziales Problem darstellen könnte, weil sie einen Selbstausschluss bedeutet, der völlig unnötig ist. Er kann daher eigentlich nur eine massive Entfremdung von sich selbst oder von der Gesellschaft, die einen umgibt, anzeigen, denn “Bürger” ist eine klar definierte Beziehung zwischen der Institution “Staat” und den Menschen, die Rechte ihr gegenüber haben, aber auch Pflichten.

Das Geschlechtsteil, nein, Entschuldigung: die eigene Gender-Konstruktion, hat damit nichts zu tun. Wer das nicht versteht (bzw. seine Bürgerrechte nicht unabhängig von seinem Geschlecht einklagt), unterschätzt seine Position, wenn nicht seinen Einfluss, massiv. Darüber hinaus gibt er allen anderen ein schlechtes Beispiel, weil er suggeriert, sie wären ebenso ohne Einfluss und ohne Rechte und Pflichten wie derjenige, der meint, er sei mit “liebe Bürger” nicht angesprochen, denn schließlich gilt (- und nun zu den sprachlichen Aspekten):

  • Deutsch fuer Anfaenger“Bürger” ist ein Kollektivbegriff, der das Kollektiv der Bürger bezeichnet. Hätte man eine Ahnung von Lingusitik und – noch besser – von anderen Sprachen, wäre einem der Unterschied zwischen einem Plural und einem Kollektivbegriff klar (übrigens ist es auch in den Sozialwissenschaften sehr wichtig, beides auseinanderzuhalten!);
    • Im Arabischen z.B. gibt es das Wort “schadjara” für “Baum”. Will man eine Reihe ganz konkreter Bäume bezeichnen, z.B. diejenigen, die im eigenen Garten stehen, dann spricht man von den(jenigen) Bäumen im Plural, also von “schadjaraat”. Spricht man jedoch von Bäumen als Baumheit, dann gibt es hierfür den Kollektivbegriff “schadjar”. Einen männlichen Baum oder männliche Bäume gibt es nicht, es gibt einzelne oder mehrere konkrete Bäume, die mit weiblichen Formen bezeichnet werden, und die Baumheit, für dies es einen Kollektivbegriff gibt.
    • “Bürger” ist ein Kollektivbegriff in diesem Sinn, also, wenn man so sagen möchte, für “Bürgerheit”. Seltsamerweise kennt das Deutsche in einigen, wenigen Fällen, zwei Begriffe für Kollektive, so z.B. “Mensch” und “Menschheit”, was bei einigen Leuten dazu führt, dass sie meinen, der eine Kollektivbegriff (“Mensch”) müsse dann notwenig einen einzigen männlichen Menschen bezeichnen, weil die Wortform derjenigen entspricht, die man für einen einzigen männlichen Menschen benutzt.
    • Wie der geteilte Sprachgebrauch in deutschsprachigen Ländern zeigt, ist dies aber nicht so bzw. wird keineswegs von einer nennenswerten Anzahl von Leuten so verstanden. Sie alle wissen, dass es Kollektivbegriffe gibt, die manchmal ein grammatikalisch männliches, manchmal ein grammatikalisch weibliches Geschlecht haben (“Mensch”, aber “Katze”).

Wer also meint, er müsse an der deutschen Sprache herumbasteln, weil sie weiblichen Menschen Anlass gäbe, sich ausgeschlossen zu fühlen, hat erstens einen eingeschränkten Horizont (wie gesagt; es gibt eben Katzen, Rinder und Hühner – wo sind da die männlichen Exemplare in der deutschen Sprache vertreten??) und zweitens so wenig Sprachgefühl, dass er einen Singular oder einen Plural nicht von einem Kollektivbegriff unterscheiden kann. Das ist also sein eigenes Problem, nicht das anderer Leute oder das einer ganzen Gesellschaft.

1984Sein Sprachproblem plustert er nun auf und knüpft alle möglichen, aber theoretisch wie empirisch haltlosen Behauptungen daran, um eine soziale Veränderung herbeizuführen, und zwar diejenige, dass bald jeder auf seine eigene Weise durch Selbstausschluss ein Gefühl von Diskriminierung entwickeln kann, das ihn leiden oder schimpfen oder hassen lässt, wo dies gar keinen Anlass hat. Ich glaube, eine treffende Bezeichnung hierfür lautet “Brunnenvergifter”, was ich vermutlich nicht sagen sollte, weil es aus einem konkreten historischen Kontext stammt, – so wie “Kolonien” – nur: beide Begriffe stehen mit historischen Fakten in Verbindung!

Wer sie außer Gebrauch sehen möchte, ist damit bereit, Geschichte zu unterschlagen, wenn nicht zu fälschen. Wem dies zu welchen Zwecken nützen mag, lässt sich u.a. George Orwells “1984” entnehmen….