Pseudo-Diskussionen: Geheuchelte Bürgerbeteiligung und opportunistische Schubser

Das Markenzeichen einer Diskussion über ein Thema besteht darin, dass zu Beginn der Diskussion nicht feststeht, was das Ergebnis der Diskussion sein wird. Deshalb ist eine Diskussion ein Austausch von Argumenten mit dem Ziel, das beste Argument, das am besten belegte Argument, das am besten mit Fakten belegte Argument zu finden und sich auf dieses Argument zu einigen.

discussionPseudo-Diskussionen sind Diskussionen, deren Ergebnis bereits im Vorfeld feststeht. Pseudo-Diskussionen sind inszenierte Diskussionen, mit denen den Adressaten das Gefühl gegeben werden soll, sie hätten etwas mit zu entscheiden. Pseudo-Diskussionen sind Formen der Persuasion, die eingesetzt werden, um durchzusetzen, was man sowieso beabsichtigt hat, dabei aber so zu tun, als wären Dritte an der Entscheidungsfindung beteiligt worden. Pseudo-Diskussionen werden immer häufiger Bestandteil der öffentlichen Inszenierung von Demokratie, wenn es z.B. darum geht, Anwohnern das Gefühlt zu geben, sie wären an der längst getroffenen Entscheidung, Windräder an die Stelle von Wald zu setzen, in irgend einer Weise beteiligt worden.

“Nudging: Die Kunst der Entscheidungshilfe, so lautet der Titel einer Veranstaltung, die das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz gerade durchgeführt hat. Dabei ging es um:

[d]ie Idee des „Nudgings“ und die Frage, ob das Konzept des kleinen „Schubsers“ in die vermeintlich richtige Richtung auch in der deutschen Verbraucherpolitik Erfolg haben kann…”.

Spannend ist hier das “vermeintlich”, das dem Autor der Pressemeldung in den Text gerutscht ist. Bei dieser Pseudo-Diskussion sollten die folgenden Fragen beantwortet werden, und zwar von dem Pseudo-Wissenschaftler und Handelsreisenden in Sachen Nudging Cass Sunstein und Heiko Maas, der scheinbar seine Märchenwoche noch nicht abgeschlossen hat:

“Ist Nudging nicht undemokratisch? Warum tut sich Deutschland so schwer mit Nudging? Wann eignen sich Nudges besonders gut? Wie unterscheidet man gute von schlechten Nudges?”

no discussionAngeblich wird also darüber diskutiert, ob die “Kunst der Entscheidungshilfe”, ein unglaublicher Euphemismus, undemokratisch ist, was eigentlich keine Frage ist, denn Deutschland tut sich “schwer mit Nudging”, wobei sich “Nudges” doch besonder gut eignen und man sogar “gute von schlechten Nudges” unterscheiden kann.

Glaubt wirklich jemand, hier würde grundsätzlich über die Frage, ob ge-nudged werden soll/darf oder nicht, diskutiert?

Zunächst zum Nudging:

Nudging fusst auf einem grundsätzlichen Missverständnis. In den 1970er Jahren haben Amos Tversky und Daniel Kahneman gezeigt, dass das tatsächliche Verhalten von Menschen von den Modellannahmen eines rationalen Akteurs abweicht. Im Modell das rationalen Akteurs wird angenommen, dass immer die Handlungsalternative gewählt wird, die unter gegebenen Bedingungen mit dem größten Nutzen verbunden ist – wobei die Alternative erreichbar sein muss und gegen anderen Alternativen abgewogen worden sein muss.

Die meisten Menschen machen das nicht. Das ist nichts Neues, war auch nichts Neues, als Tversky und Kahneman ihre Studie veröffentlicht haben. Max Weber hat schon Anfang des 20. Jahrhunderts darauf verwiesen, dass nur die wenigsten Handlungen zweckrational sind. Tversky und Kahneman haben nun zum ersten Mal gezeigt, dass die Handlungen, die Menschen wie Sie oder wir in bestimmten Situationen ausführen, sehr stark vom Modell des objektiv rationalen Akteurs abweichen.

Das “objektiv” ist hier der entscheidende Punkt: Es bezieht sich auf die rationale Entscheidung, die ein informierter und der rationalen Entscheidung kundiger Beobachter getroffen hätte, einer wie Cass Sunstein versteht sich. Wenn Sie also die Wahl haben, zwischen Gammelfleisch und vegetarischer Kost, dann erwartet ein objektiver Beobachter, dass Sie vegetarische Kost zu sich nehmen. Wenn Sie die Wahl haben zwischen einem überteuerten Designerhemd und einem identischen, aber deutlich billigeren Noname-Hemd, dann erwartet ein objektiver Beobachter, dass Sie das billige Noname-Hemd kaufen.

Und genau das tun viele nicht – weil sie, aus Sicht des objektiven Beobachters falsche Heuristiken benutzen, um sich im täglichen Leben zurecht zu finden. Und das will Cass Sunstein ändern. Durch: Nudgen, Schubsen in Deutsch. Und damit hat er die Herzen der Politiker, die ihre Aufgabe darin sehen, die dummen Wähler, denen sie ihr Amt verdanken, zu erziehen, im Sturm erobert.

Nudgen für den guten Zweck wird bereits als “Kunst der Entscheidungshilfe” verkauft, die Sie oder uns in die richtige, die wie es im Text so verräterisch heißt “gute” Richtung schubsen soll. Dumm an Begriffen wie “gut” ist, dass das, was gut sein soll, bestimmt werden muss, was voraussetzt, dass ein gutes Endziel bestimmt wird, auf das hin Gutes getan werden soll.

In einer Demokratie würde man eigentlich erwarten, dass eine Diskussion darüber stattfindet, was als “gut” gelten soll. Im Zeitalter des Schubsens tritt an die Stelle der Diskussion das Dekret der Politiker, die vorgeben, was als gut zu gelten hat.

Nehmen wir z.B. Organspende. Organspende ist gut. Warum? Weil Organspende gelebte Solidarität ist, wie ein deutscher Minister einmal festgestellt hat, obwohl Organspende in der Regel post-hume Solidarität ist. Es ist eine Solidarität, die einen altruistischen Spender vorsieht, einen dankbaren Empfänger und dazwischen eine große Zahl von Personen, die mit dem Organhandel, dem Ausweiden von Spendern und dem Einsetzen von Recycling-Ware in Aufnehmer, viel, sehr viel Geld verdienen – natürlich im Dienste der Nächsten und auf Grundlagen eigener Solidarität – nicht, um die eigene Villa zu finanzieren.

Nehmen wir weiter an, Manche Deutsche wollen einfach nicht einsehen, dass Organspende “gut” ist, dass es gut ist, seine Niere zu geben, seine Leber, seine Augen, was immer verwendbar ist….

Wenn manche Deutsche also widerspenstig sind und einfach nichts Gutes tun wollen mit ihren Organen, dann muss man sie schubsen, in dem man die Organspende obligatorisch macht und nur denen erlaubt, keine Organe zu spenden, die dies explizit und im Beisein eines Vasallen des Staates erklären. Und schon hat man viele Menschen glücklich gemacht und viele in die richtige, die gute Richtung geschubst.

Die Möglichkeiten, die sich für Politiker durch das Schubsen zum Guten auftun, sind immens: Fehlverhalten, also solche, die von Politikern als nicht gut befunden werden (dazu gehören nachweislich keine Kinderpornos auf Dienstcomputern), werden durch Schubsen in die richtige Richtung korrigiert, was in der Regel eine Verteuerung bedeuten wird: (noch höhere) Steuern auf Zucker, Steuern auf Alkohol, Steuern auf Tabak, Steuern auf Nichtbewegung, obligatorische Bewegungskurse, morgens um 8 auf dem Dorfplatz, weil Bewegung gesund ist und viele sich einfach nicht genug bewegen wollen, obligatorische Teilnahme an “Feminismus ist gut”-Veranstaltungen, weil Feminismus gut ist und es immer noch welche gibt, die das nicht einsehen wollen und und und.

Schubsen in den Totalitarismus, so lange, bis die Herumgeschubsten gar nicht mehr wissen, was eine unabhängige, eine autonome Existenz ist.

Doch zurück zur angeblichen Diskussion im Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Warum handelt es sich dabei um eine Pseudo-Diskussion? Die Frage ist einfach zu beantworten, und zwar durch Verweis auf eine der Fragen, die durch Heiko Maas und Cass Sunstein vom Tisch gewischt werden sollen: “Ist Nudging nicht undemokratisch?” Schon die Art, die Frage zu stellen, ist verräterisch: Da gibt es tatsächlich welche, die nicht auf der Höhe der Zeit sind, ewiggestrige Rechte, die denken, Nudging sei undemokratisch. Kann man so blöd sein?

Die erste Frage die sich aufdrängt ist: Wer schubst wen?

Offensichtlich sind Politiker der Meinung, sie schubsen ihre Bevölkerung. War es in Demokratien nicht umgekehrt, waren nicht die Wähler die Souveräne und die Politiker die Repräsentanten? Wie können Politiker dann Wähler schubsen wollen?

Stellen wir uns vor, Karl T. raucht und ist überzeugter Misanthrop, Organspende kommt für ihn nicht in Frage und nichtrauchen auch nicht. Haben Politiker das Recht, ihn nun in Richtung Organspende zu schubsen und zum Nichtraucher zu konvertieren? Oder ist seine Wahl zu respektieren? Offensichtlich sieht eine Demokratie vor, die Wahl von Individuen zu akzeptieren. Die Selbstbestimmung ist ein zentraler Wert in Demokratien, Schubsen ist nicht mit Selbstbestimmung zu vereinbaren.

Schließlich: Was ist der Endzustand, der mit dem “guten Schubsen” erreicht werden soll? Offensichtlich kann der Endzustand nur ein kollektives Gutes sein, was notwendig zur Folge hat, dass individuelle Interessen zu Gunsten des kollektiven Guten geopfert werden. Das zeigt deutlich, dass Schubsen nichts anderes als ein totalitäres Instrument zur Beseitigung individueller Freiheit ist.

Die Pseudo-Diskussion um das Schubsen dient also einzig dazu, das Geschubse, das folgen wird, zu legitimieren und dazu, behaupten zu können, man habe darüber, ob geschubst werden soll, ja schließlich diskutiert, so wie man es derzeit praktiziert, wenn Bürgern in entsprechenden Veranstaltungen erklärt wird, warum sie Windenergie oder sonstige Spleens, die Politiker auf die Kosten der Bürger umsetzen wollen, zu schlucken haben.

Wie kann man Politikern ihrer Freude an der Volkserziehung, die heute Volksschubsen heißt, vergällen?

Wie wäre es, wir schubsen zurück:

true powerViele ökonomische Untersuchungen (und Schubsen kommt zumindest aus einem Randbereich der Ökonomie) haben gezeigt, dass Menschen dazu tendieren, opportunistisch zu handeln, also ihren Vorteil über z.B. einen vereinbarten Vertrag zu stellen. Politiker sind Menschen und schließen mit ihren Wählern einen Vertrag, den man gemeinhin als Parteiprogramm bezeichnet. Um auszuschließen, dass Politiker ihren eigenen Vorteil über den Vertrag mit ihren Wählern stellen, schlagen wir folgendes Schubsen vor: Die Honorierung von Politikern erfolgt auf Darlehensbasis. Zum Ende eines Jahres legt jeder Politiker einen Rechenschaftsbericht vor, und im Internet findet unter den Wählern, die sich in seinem Wahlkreis befinden, eine Abstimmung darüber statt, ob seine Leistung die Gewährung des gesamten Honorars, eines Teil oder gar kein Honorar rechtfertigt. Je nach Ergebnis der Abstimmung, muss der Politiker sein Honorar zurückzahlen oder kann es (zum Teil) behalten.

Oder wie wäre es damit:

Damit Politiker keine unverantwortlichen Entscheidungen im Bundestag treffen, werden per Zufallsauswahl fünf Gesetze einer Legislaturperiode ausgewählt und es wird geprüft, wer von dem Gesetz profitiert, welche positiven und negativen Folgen davon ausgehen. Ergeben sich mehr negative als positive Folgen, so haften die Abgeordneten gemeinsam für die entstandenen Kosten. Sie haben ein Jahr Zeit, um aus den Kosten einen Nutzen zu machen. Gelingt ihnen das nicht, werden die Zuwendungen an die Parteien um den entstandenen Schaden reduziert.

Wer eigene Vorschläge machen will, um Politikern das Schubsen zu vergällen, die Kommentarfunktion ist wie immer offen.

 

Tit-for-Tat: Liberale Moral

Moral, ein Begriff, der immer mehr in Vergessenheit zu geraten scheint, beschreibt ein Normensystem, das Auffassungen über richtig und falsch, über gut und böse beinhaltet. Offenkundig flottiert ein solches Normensystem nicht frei im Raum. Es muss vereinbart und entsprechend verhandelt werden.

Kant für Anfänger

Kant für Anfänger

Zum Glück gibt es eine Vielzahl geteilter Vorstellungen darüber, was richtig und falsch, gut und böse ist, geteilte Vorstellungen, die sich auf Basis der conditio humana und auf Basis einer menschlichen Entwicklungsleistung einstellen, die Immanuel Kant in seinem kategorischen Imperativ beschrieben und Thomas Hobbes als die wichtigste seiner Verstandestugenden gefasst hat. Gemeint ist damit die Einsicht, dass man anderen besser mit Wohlwollen begegnet, denn tut man es nicht, so könnte es passieren, dass einem diese anderen auch nicht mit Wohlwollen begegnen.

Bei Kant nimmt diese Einsicht eine normative Form an („Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde”), bei Hobbes ist es eine Leistung der Vernunft, die intelligente Menschen zu dem Schluss kommen lässt, dass Vorteile, die sie sich z.B. durch Übergriffe auf andere Menschen verschaffen können, schnell durch Schutzmaßnahmen zunichte gemacht werden, die man gegen Übergriffe durch andere Menschen ergreifen muss.

Moral baut grundlegend auf dieser Einsicht auf und ist entsprechend eine Entwicklungsleistung, von der man sagen könnte, dass sie den Menschen erst zum Menschen macht, und sie ist eine Entwicklungsleistung, die manche nicht zu erbringen im Stande sind.

Es ist relativ einfach, diejenigen zu erkennen, die die entsprechende Entwicklungsleistung nicht erbracht haben: Sie können anhand von zwei Kriterien erkannt werden:

  • Sie verursachen Dritten Externalitäten, indem sie physische, psychische oder intellektuelle Übergriffe auf deren Integrität vornehmen.
  • Sie vertrauen darauf, dass jene Dritte die Externalitäten hinnehmen. Sie ruhen sich auf der Liberalität ihrer Opfer aus und kalkulieren damit.

Elisabeth Tuider ist jemand, der diese beiden Kriterien erfüllt. Sie will sexualpädagogisch intervenieren, und sie bereitet all denen moralische Externalitäten, die nicht der Ansicht sind, man müsse ihre Kinder oder generell Kinder in Schulen mit Analverkehr und der Einrichtung eines Bordells belästigen. Und sie ruht sich darauf aus, dass die entsprechend moralisch Verletzten sich nicht zur Wehr setzen, Tuider nicht sagen, was sie von den entsprechenden Ansinnen halten – in der pazifistischsten Variante.

Lann Hornscheidt ist ebenfalls jemand/etwas, das/der/die diese Kriterien erfüllt. Er/sie/es will eine neue Sprache durchsetzen und ruft dazu auf, dieses Durchsetzen über “Interventionen” vorzunehmen, die z.B. darin bestehen, Veranstaltungen von Gegnern ihrer/seiner Ideologie zu stören oder Bücher, die von dem abweichen, was Hornscheidt für richtig hält, zu beschädigen. Er/sie/es verursacht Externalitäten für Dritte, die sich z.B. mit einer seltsamen für sie nicht verständlichen Sprache konfrontiert sehen, die ihnen nichts sagt, oder die sich mit einem studentischen Mob in ihren Veranstaltungen oder mit fehlenden Seiten in Büchern konfrontiert sehen. Er/sie/es vertraut darauf, dass die entsprechenden Adressaten der “Interventionen” sich nicht zur Wehr setzen und erdulden, was ihnen zugemutet wird.

Aus liberaler Sicht stellt sich die Frage, wie man mit Personen umgeht, die offensichtilch eine Entwicklungsleistung zum moralischen Menschen nicht erbracht haben, die nicht in der Lage sind, eine einfache Überlegung anzustellen, die da lautet: Was passiert, wenn andere mich so behandeln, wie ich andere behandle?

Axelrod1Die Antwort findet sich in einem Buch, das Robert Axelrod bereits 1984 veröffentlicht hat, und sie lautet: Tit-for-Tat. Tit-for-Tat ist ein Computerprogramm, das Anatol Rapoport entwickelt hat. Es besteht aus genau 5 Anweisungen in FORTRAN und hat sich in einem Turnier gegen 62 konkurrierende Computerprogramme durchgesetzt. Ziel des Turniers war es, die Strategie zu finden, die für Kooperationen zwischen Akteuren den größten Erfolg verspricht. Tit-for-Tat ist das Programm, das in Kooperationen zu den besten Ergebnissen führt. Es startet mit Goodwill, mit Wohlwollen und reagiert in der Weise, in der ihm begegnet wird. Nimmt das Gegenüber das Kooperationsangebot von Tit-for-Tat an und kooperiert seinerseits, dann kooperiert Tit-for-Tat weiterhin. Versucht das Gegenüber das Kooperationsangebot und die damit verbundene Vorleistung auszunutzen und defektiert, dann reagiert Tit-for-Tat ebenfalls mit Defektion und kündigt die Kooperation auf.

Die Funktionsweise von Tit-for-Tat kann nun genutzt werden, um das moralische Dilemma, in dem sich Liberale befinden, wenn sie mit Personen konfrontiert sind, die die moralische Entwicklungsleistung, die hier beschrieben wird, nicht erbracht haben, die Übergriffe auf Dritte landen, wie dies für Tuider und Hornscheidt beschrieben wurde.

Wenn demnach Tuider oder Lann Hornscheidt das Wohlwollen, das ihnen entgegen gebracht wird, z.B. dadurch, dass man sie auf ihren Positionen gewähren lässt und nicht nach dem Nutzen, den sie erbringen, fragt, mit Defektion goutieren, wenn sie Externalitäten durch Übergriffe auf Dritte, seien es Schüler, seien es Lehrende an Universitäten und ihre Studenten, seinen es Leser, die mit fehlenden Seiten in Büchern konfrontiert sind, verursachen, dann erfordert dies eine entsprechende Reaktion, ein “Tat”, eine Form der Abschreckung, die den Aggressoren zeigt, dass sie eine Grenze überschritten haben und sich besser und so schnell wie möglich auf ihre Seite der Grenze zurückziehen.

Wie kann diese Abschreckung aussehen? Nun, sie besteht darin, den Aggressoren ihre eigene Medizin zu trinken zu geben.

Lann Hornscheidt ruft dazu auf, die Veranstaltungen anderer zu stören, deren Lehre Inhalte umfasst, die Lann Hornscheidt nicht positiv beurteilt. Entsprechend kann Lann Hornscheidt nichts dagegen haben, wenn diejenigen, die mit dem, was Lann Hornscheidt vorschlägt, nicht einverstanden sind, in ihre/seine Veranstaltungen drängen, um dort zu stören.

Lann Hornscheidt ruft dazu auf, aus Büchern Seiten herauszureißen, die Inhalte haben, die von ihm/ihr nicht positiv beurteilt werden. Entsprechend kann Lann Hornscheidt nichts dagegen haben, wenn diejenigen, die mit dem, was Lann Hornscheidt schreibt, nicht einverstanden sind, Bücher von Lann Hornscheidt zur Hand nehmen und Seiten, die ihnen nicht gefallen, herausreißen.

Moron borderTuider behauptet, ihre sexualpädagogischen Interventionen in Klassenräumen seien gerechtfertigt, um Kinder zu selbständigen Menschen zu erziehen, entsprechend kann sie nichts dagegen haben, wenn die selbständigen Menschen ihre neu erworbenen Kenntnisse in ihrem Büro ausleben.

Und so weiter.

Ein vernünftiger Mensch, ein Mensch, der den kategorischen Imperativ von Kant verinnerlicht hat, wird natürlich erkennen, dass er sich in einer Eskalationsspirale befindet, dass es wenig Sinn macht, Übergriffe mit Übergriffen mit Übergriffen zu beantworten. Ein Vernünftiger Mensch wird wissen, dass diese Eskalationsspirale der Grund dafür ist, dass er Übergriffe auf Dritte unterlässt.

Tuider und Lann Hornscheidt fehlt diese Einsicht. Sie sind über die Reaktionen auf ihre “Interventionen” überrascht, was der beste Beleg dafür ist, dass sie die Entwicklungsleistung zum moralischen Menschen (noch) nicht erbracht haben. Sie müssen es entsprechend auf die harte Tour lernen, wie man so schön sagt, in dem sie – wie oben dargestellt – mit den Folgen, ihrer Übergriffe konfrontiert werden, immer in der Hoffnung, dass sich spätestens dann ein Lerneffekt einstellt.

 

Rosenbrock ein Schläger? Eine kurze Anmerkung

Hinrich Rosenbrock ist den Lesern von ScienceFiles als derjenige bekannt, der bei Ilse Lenz eine Magisterarbeit über die Männerbewegung geschrieben hat, die nicht einmal rudimentärsten Ansprüchen an eine wissenschaftliche Arbeit gerecht wird. Er ist ihnen zudem bekannt, weil diese Magisterarbeit von der Heinrich-Böll-Stiftung mit Steuerzahler-Mitteln aufgekauft und als eigene vermeintliche Expertise ausgegeben wurde. Wir haben darüber ausführlich berichtet und das Werk von Rosenbrock als den unwissenschaftlichen Unsinn dargestellt, der es nun einmal ist.

Nun geht derselbe Hinrich Rosenbrock einmal mehr durch die Blogosphere und durch Foren. Dieses Mal nicht als der Lieblings-Schüler der Feministen, nein, dieses Mal als böser Mann.

RosenbrockArne Hoffmann hat darauf hingewiesen, Hadmut Danisch hat sich bereits ausführlich mit “der Schlammschlacht unter Feministen” beschäftigt. Entsprechend wollen wir es bei zwei Anmerkungen belassen, die bislang aus unserer Sicht zu kurz gekommen sind:

Auch für Rosenbrock gilt die Unschuldsvermutung

Ausgangspunkt der Anschuldigungen ist ein Blogpost des Autonomen FrauenLesbenreferats Marburg, in dem es wie folgt heißt (Fehler finden sich im Original):

“Vor über einem Jahr schilderte uns eine Frau*, dass ihr durch den Soziologen Hinrich Rosenbrock Gewalt angetan wurde. Sie hatten als Mitbewohner*innen für einige Wochen eine persönlich enge Beziehung zueinander. Die Gewalt äußerte sich sowohl physisch, in Form von Schlägen und Tritten, als auch psychisch, durch extrem sexistische bzw. misogyne Beleidigungen sowie absichtsvoll und gezielt verletzende verbale Angriffe auf ihre Person, auf ihre Weiblichkeit.”

Der Ladenhüter liegt also seit einem Jahr beim FrauenLesbenreferat, und dort hat man sich jetzt entschieden, Rosenbrock an den Pranger zu stellen. Warum ausgerechnet jetzt, und wieso ohne dem Angeschuldigten die Möglichkeit einer Stellungnahme zu geben? Dafür war immerhin ein ganzes Jahr lang Zeit.

Wir leben nach wie vor in einem Rechtsstaat, auch wenn manche Feministen wie Ilse Lenz, (ja, die Ilse Lenz von Rosenbrock) die die Unschuldsvermutung abschaffen will, es gerne anders hätten. Und deshalb ist Folgendes erstaunlich (Fehler sind im Original):

“Neben ihrer bei der Polizei erstatteten Anzeige liegen Zeug*innenaussagen, ärztliches Attest und Fotos vor, die ihre Angaben bestätigen. Und selbst wenn sie all dies nicht der Fall wäre: Sie hat noch ihre eigene Stimme. Doch offenbar wird Frauen*, die Opfer häuslicher Gewalt sind, in feministischen Zusammenhängen, nicht mehr geglaubt. Und das macht uns wütend, deshalb ist dies ein wütender Text!”

AutonmelesbenmarburgWenn dem so ist, wieso hat die Polizei dann innerhalb von einem Jahr nichts getan? Gibt es ein Ermittlungsverfahren, oder ist die angebliche Straftat schlicht eingestellt worden? Das Ganze macht mehr den Eindruck eines publicity stunts oder einer gezielten Verunglimpfung von Hinrich Rosenbrock. Obwohl wir keinerlei Sympathien für Rosenbrock haben und ihm Heike Diefenbach schon vor Jahren geraten hat, er solle sich vorsehen, mit wem er sich abgibt, so gilt doch: Bis zum Beweis des Gegenteils ist Rosenbrock als unschuldig anzusehen.

Denn: auch wenn man beim FrauenLesbenreferat scheinbar der Ansicht ist, allein, dass eine Frau etwas sagt, beweise die Wahrheit des Gesagten, dem ist nicht so: Es gibt Frauen die lügen. Ziemlich viele. Und deshalb bedarf es der Beweise, der unabhängigen Zeugenaussagen, die man als Beleg der Kampagne des FrauenLesbenreferats erwartet hätte, schon damit das Ganze nicht in den Ruch kommt, eine geplante Rufmordkampagne zu sein.

Auch Frauen haben Hände!

Überhaupt, was ist das für eine Mitbewohnerin, die nicht in der Lage ist, sich zu wehren?

Wer Rosenbrock jemals gesehen hat, der hat eh Schwierigkeiten, hinter dem Buben einen Schläger zu entdecken. Aber selbst wenn man sich Rosenbrock als Schläger denkt und sich eine entsprechende Interaktion vorstellt, dann ist es doch verwunderlich, dass das vermeintliche Opfer nicht in der Lage ist, sich zu wehren, z.B. die Hände, die es von Geburt aus mitbekommen hat, zu verwenden.

Also: Entweder die Mitbewohnerin hat sich gewehrt, wie ein normaler Mensch das tun würde, dann hat es mit dem ganzen Affärchen sein Bewenden. Oder die Mitbewohnerin hat sich nicht gewehrt, dann muss man sich tatsächlich fragen, ob das passive Erdulden von Rosenbrockscher Gewalt, so es sie überhaupt gegeben hat, auf eine Form masochistischer Veranlagung zurückzuführen ist.

Die freiwillige Adaption der Opferrolle, die Feministen so gerne propagieren, hat weder mit der normalen Welt noch mit normalem Verhalten von Säugetieren etwas zu tun. Letztere setzen sich zur Wehr, wenn ihnen Gefahr droht, der sie sich nicht entziehen können.

Dies führt zurück zur Frage, was das FrauenLesbenreferat Marburg jetzt, also ein Jahr nach dem angeblichen Vorfall, mit dieser Veröffentlichung bezweckt.

Nun, die Antwort ist offenkundig und findet sich in der immer selben Inszenierung der Opferrolle, die auf einem Weltbild basiert, das primitiver nicht sein könnte. Dem Weltbild nach gibt es Männer, die agieren und gewalttätig sind, und es gibt Frauen, die nicht agieren können und passiv sind. Und weil Männer agieren, müssen Sie einen Willen haben, der durch Intelligenz angeleitet wird. Und weil Frauen nicht agieren können, können sie keinen Willen haben, was die Frage nach der Intelligenz gleich mitbeantwortet. Dass sich Personen, die derartige Prämissen mit sich herumtragen, Feministen nennen, ist eine der Absurditäten, die die Moderne produziert hat.

Und so lesen sich die eben dargestellten Prämissen beim FrauenLesbenreferat (Fehler im Original):

Inquisition2“Wir müssen wachsam sein und uns gegenseitig wertschätzen! Feminismus muss wieder ein Synonym für Solidarität werden, sonst macht kein Kampf mehr Sinn. Hinrich Rosenbrock ist ein gewalttätiger Mann. Er ist gefährlich und darf der Welt nicht erzählen, was Feminismus bedeutet. Wir appellieren hier an alle Menschen und erst recht an Feminist*innen: Duldet keine Gewalt gegen Frauen* und zeigt euch endlich solidarisch mit den Betroffenen!”

Dazu können wir nur feststellen: Wir leben nicht mehr im Mittelalter und nicht mehr im Dritten Reich. Die Zeiten, in denen eine Behauptung ausgereicht hat, um den Adressaten der Behauptung in die Fänge inquisitorischer Folterer oder ins Konzentrationslager zu schicken, sind vorbei. Ein Grund dafür ist die Unschuldsvermutung, und die gilt auch für Rosenbrock. Und bei aller Häme angesichts des Feministen-Paulus, der zum Saulus degradiert wurde, sollte das nicht vergessen werden.

Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück täuscht männliche Bewerber

Es war eine Zeitlang ruhig, im Professorinnenprogramm – jedenfalls nach unserer Wahrnehmung. Scheinbar sind den Verantwortlichen die Formulierungen ausgegangen, mit denen Sie männliche Bewerber an der Nase herum führen wollen.

Zur Erinnerung: Im Rahmen des Professorinnenprogramms werden ausschließlich Stellen finanziert, die mit einem weiblichen Bewerber besetzt werden. Nun verstößt eine Ausschreibung, die sich nur an weibliche Bewerber richtet, gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), eine, wie man sagen könnte, unbeabsichtigte Folge der Gesetzgebung. Ein dummes Problem, das sprachlich und mit Täuschung bewältigt wird, in dem Lesern entsprechender Ausschreibungen vorgegaukelt wird, die Ausschreibung richte sich an weibliche und männliche Bewerber.

Das entsprechende Vorgehen haben wir in einer Fülle von Fällen bereits dokumentiert. Bislang fehlt noch der Aufschrei dazu. Scheinbar regt es in Deutschland niemanden auf, wenn in öffentlichen Ausschreibungen systematisch gelogen und getäuscht wird. Was die moralischen und ethischen Ansprüche der Deutschen an ihre Regierung und die Institutionen der Regierung angeht, gibt es offensichtlich nach unten keine Grenze.

Und natürlich bekommt jeder, was er verdient. Im vorliegenden Fall erhalten all die männlichen Bewerber, die sich nicht wehren, all diejenigen, die denken, der öffentliche Betrug ginge sie nichts an, einen moralischen Verfall als Ergebnis, dessen Ende nicht absehbar ist. Sicher ist nur, dass immer dann, wenn im Namen vermeintlich hehrer Ziele gelogen und betrogen wird, am Ende Lüge und Betrug und oft noch Schlimmeres herausgekommen ist.

Die neuen Täuscher sitzen an der Universität Osnabrück und schreiben die Stelle einer

wissenschaftlichen Mitarbeiterin / eines wissenschaftlichen Mitarbeiters
(Entgeltgruppe 13 TV-L, 100 %)

aus.Imis betrug

Die Stelle ist somit nicht attraktiv entlohnt, dafür aber mit vielen Wünschen und Qualifikationen, die der Bewerber mitbringen soll, verbunden. Und selbst wenn die geforderten “vertieften Kenntnisse und Erfahrungen in der Geschlechterforschung” aufgrund der Anzüglichkeit der Formulierung ein Schmunzeln beim Leser hervorrufen, so vertreibt die gewählte Form der absichtlichen Täuschung von männlichen Bewerbern das Schmunzeln in Windeseile. Davon abgesehen stellt sich die Frage, was Geschlechterforschung mit Migrationsforschung zu tun haben soll (dass es zwei Geschlechter gibt, die migrieren, ist eigentlich bekannt).

Denn: nachdem der Leser erfahren hat, dass man in Osnabrück viele Ansprüche an den Bewerber hat und vielleicht gerne erfahren hätte, was, außer einer kümmerlichen Bezahlung, als Gegenleistung von der Universität Osnabrück geboten wird, also z.B.: wie alt die Infrastruktur ist, ob ein Computer vorhanden ist und wenn ja, ob eine Windows Version oberhalb von 3.1 installiert ist, ob Zugang zum Internet besteht, ob dieser Zugang über eine LAN oder über die Drosselkom erfolgt? Ob der Stelleninhaber, dem so viel abverlangt wird, u.a. eine qualifizierte Promotion im Bereich der Soziologie, internationale Forschungserfahrung, ein migrationsbezogenes Habilitationsvorhaben und interdisziplinäre Kooperations- und Forschungskompetenzen, ob dieser Stelleninhaber vielleicht, per Zufall, man soll ja nie ausschließen, dass sich etwas Positives einstellt, Zugang zu einer Sekretärin hat und, man will ja nicht gierig erscheinen, aber so ein eigens Büro, das man nicht mit einem bis drei anderen teilen muss, das wäre auch in Ordnung.

Aber, derartige Informationen erhalten die Bewerber, auch die männlichen Bewerber, die bis hier noch denken, sie hätten eine Chance, die Stelle zu erhalten, nicht. Statt dessen erfahren sie, dass die Universität Osnabrück eine “zertifizierte familiengerechte Hochschule” ist, die sich für die “Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie” einsetzt. Wenn der Bewerber also seine Oma mitbringen will – gemacht. Wenn er seinem kleinen Neffen Nachhilfe am Arbeitsplatz geben will – auch kein Problem. Nur die Frage, unter welchen Bedingungen er arbeiten soll, die wird ihm nicht beantwortet. Er bewirbt sich auf die sprichwörtliche Katze im Sack.

Und natürlich fehlt auch die folgende Floskel politischer Korrektheit nicht:

“Die Universität Osnabrück will die berufliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern besonders fördern und fordert deshalb qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt berücksichtigt.”

Frage:

Wer hat nach dem Lesen dieser Floskel den Eindruck, die Bewerbung sei für eine Stelle, die nur mit einem weiblichen Bewerber besetzt werden kann?

Wer denkt nicht, es handele sich hier um eine normale Stellenausschreibung, die sich an weibliche und männliche Bewerber richtet, unter denen derjenige ausgesucht wird, der am besten geeignet ist, um die Stelle zu besetzen?

Nun, alle die dies denken, sind auf den Täuschungsversuch der Universität Osnabrück hereingefallen. Dass es ein Täuschungsversuch ist, zeigt sich deutlich an einem Einschub, der den Bewerbern im schönsten Verwaltungsdeutsch untergeschoben wird, damit sie es auch schön überlesen:

Deceibe infeigle obfuscateDie Besetzung der oben genannten Stelle erfolgt, wie es heißt: “vorbehaltlich der Freigabe der Mittel aus dem Professorinnenprogramm II (Bundeskomponente)”.

Und wann werden die Mittel aus dem Professorinnenprogramm II freigegeben?
Wenn ein weiblicher Bewerber für die entsprechende Stelle gefunden wurde.

Und was passiert, wenn kein weiblicher Bewerber für die entsprechende Stelle gefunden wird?
Dann werden die Mittel aus dem Professorinnenprogramm II nicht freigegeben.

Und was passiert, wenn die Mittel aus dem Professorinnenprogramm II nicht freigegeben werden?
Dann gibt es keine Stelle, die besetzt werden kann.

Und abermals wundern wir uns, was man mit Deutschen alles machen kann; wie wenige Deutsche sich bei ihrer Verwaltung darüber beschweren, dass sie eine moralische Verkommenheit an den Tag legt, die kaum mehr unterboten werden kann. Kaum jemand beschwert sich. Kaum jemand fordert eine Entschuldigung für die Täuschung. Kaum jemand fordert, dass die Verantwortlichen von ihren Positionen entfernt werden.

Deutschland 2014 lebt mit der alltäglichen Täuschung. Man hat keine Probleme damit, dass Vertreter von Institutionen, die die Bürger repräsentieren, täuschen, betrügen und lügen.

Solidaritäts-Mob? Humboldt-Kader wollen sich mit Lann Hornscheidt solidarisieren

Die Fachschaftsinitiative Gender Studies an der Humboldt-Universität ruft zum “SOLIMOBI für Lann auf”.  Ein Aufruf, dem man vorab bereits vorab dreierlei bescheinigen kann:

SOLIMOLI

  • Wie die infantile und vertraute Sprache deutlich macht, kommt der Aufruf zum “SOLIMOBI” aus dem, was HP Lovecraft in einer seiner Erzählungen als Zuneigungsgruppe bezeichnet hat.
  • Wie der Gegenstand des “SOLIMOBI” zeigt: “Verfassen eines Lann Hornscheidt unterstützenden Statements zum Offenen Brief an den Präsidenten gegen x”, geht es nicht darum, sich mit den Argumenten im offenen Brief auseinanderzusetzen, nicht um eine gesittete oder eine Auseinandersetzung, wie man sie von denen erwarten würde, die Akademiker oder akademischer Nachwuchs sein wollen, nein, es geht um Agitation, um ideologische Agitation, darum, die Reihen der eigenen Sekte zu schließen. Insofern wird die Unterstützerliste zu was auch immer, die aus dem “SOLIMOBI” hervorgeht, interessant sein, da sie den harten Kern des Gender Kults an der Humboldt-Universität umfassen wird.

Studenten wie Akademiker werden von Steuerzahlern finanziert bzw. nehmen von Steuerzahlern finanzierte Angebote wahr. Entsprechend sollte man von den SOLIMOBI-Fachschaftsstudenten erwarten, dass sie nicht wie Lemminge hinter ihrem Lann herlaufen, sondern das nutzen, was ihnen eigentlich von Geburt an mitgegeben wurde, ihr Gehirn und das damit einhergehende Potential zum eigenständigen Denken.

Da wir die Hoffnung in den menschlichen Intellekt, auch den von Studenten in der Fachschaftsinitiative Gender Studies an der Humboldt-Universität, nach wie vor nicht aufgegeben haben, hier etwas, über das Studenten, die den Anspruch an eine eigenständige Gehirnbenutzung noch aufrechterhalten, nachdenken sollten:

Die Personalisierung des “SOLIMOBI” auf “Lann” macht deutlich, dass die Verfasser des Aufrufs zum “SOLIMOBI” den wichtigsten Punkt übersehen haben. Der Offene Brief, den wir verfasst haben, richtet sich nicht gegen Lann Hornscheidt als Person, sondern dagegen, dass Lann Hornscheidt eine wissenschaftliche Position missbraucht, und zwar dazu, ihre/seine eigene Ideologie zu verbreiten, und zwar auf Kosten von Studenten, Kollegen und Steuerzahlern. Dass wir diese Ideologie für eine absurde Absonderlichkeit halten, tut insofern nichts zur Sache, denn selbst dann, wenn die Ideologie halbwegs intelligent wäre, hätte sie an einer Universität nichts zu suchen.

Steuerzahler finanzieren Akademiker an Universitäten nicht dafür, dass die entsprechenden Akademiker ihren eigenen Spleen ausleben oder unter der Behauptung, sie würden denken, den letzten Unsinn verbreiten. Entsprechend sind Akademiker in ihrem Tun Steuerzahlern verpflichtet, verantwortlich und Rechenschaft schuldig. Die “SOLIMOBIs” sollten sich entsprechend überlegen, welchen benennbaren Nutzen Lann Hornscheidt Steuerzahlern, z.B. einem Lkw-Fahrer, den wir in einem früheren Beispiel bemüht haben, erbringt, und wie man dem entsprechenden Lkw-Fahrer gegenüber rechtfertigen kann, dass er mit seinem hart verdienten Geld Lann Hornscheidt mitfinanziert.

GenderfaschosUniversitäten sind Stätten der Wissenschaft, der systematischen Gewinnung von Erkenntnis, wobei Erkenntnis Aussagen über die Realität meint, die einerseits prüfbar, andererseits nachvollziehbar sind. Wenn die Aktivisten, die am Donnerstag, den 4. Dezember ihren “SOLIMOBI” ausdrücken wollen, etwas für Lann Hornscheidt tun wollen, dann solten sie ihm/ihr aus der Verlegenheit heraus helfen, dass Lann Hornscheidet selbst anscheinend nicht in der Lage ist, die einfachsten Fragen, die jeder Wissenschaftler im Schlaf beantworten kann, zu beantworten, und daher für Lann Hornscheidt die entsprechende Denkarbeit leisten und die folgenden Fragen beantworten:

  1. Welche Erkenntnis hat die Forschung von Lann Hornscheidt bislang erbracht?
  2. Welcher Nutzen geht von dieser Erkenntnis aus?
  3. Wem entsteht dieser Nutzen?
  4. Welche empirischen Erkenntnisse hat die Forschung von Lann Hornscheidt erbracht?
  5. Wozu ist es wichtig, diese empirischen Erkenntnisse zu haben?
  6. Wo verläuft die Grenze zwischen dem, was Lann Hornscheidt erzählt und Indoktrination?
  7. Welche Kenntnisse haben Studenten von Lann Hornscheidt, die sie vor ihrem Studium nicht bereits hatten?
  8. Welche Belege für den Nutzen dessen, was Lann Hornscheidt erzählt, gibt es?
  9. Welche Belege für den Schaden dessen, was Lann Hornscheidt erzählt, gibt es?
  10. In welchem Verhältnis stehen Nutzen und Schaden dessen, was Lann Hornscheidt erzählt, zueinander?
  11. Welches Erkenntnisinteresse hat Lann Hornscheidt?
  12. Welche Methoden der Erkenntnisgewinnung nutzt Lann Hornscheidt?
  13. Wie wird sichergestellt, dass vermeintliche Erkenntnisse von Lann Hornscheidt nachprüfbar sind und von anderen nachvollzogen werden können?
  14. Gibt es ein theoretisches Konzept, das Lann Hornscheidt nutzt?
    1. Wenn ja, auf welcher empirischen Basis steht dieses Konzept?
    2. Wenn ja, wie hat sich dieses Konzept in der Empirie bewährt?
  15. Was hat Lann Hornscheidt an der Humboldt-Universität zu suchen?
  16. Welchen konkreten Nutzen hat Lann Hornscheidt der Wissenschaft gebracht?
  17. Welchen konkreten Schaden hat Lann Hornscheidt der Wissenschaft zugefügt?
  18. Wie rechtfertigt Lann Hornscheidt ihre/seine Finanzierung durch Steuerzahler?
  19. Welcher Nutzen entsteht Steuerzahlern dadurch, dass sie Lann Hornscheidt finanzieren?

Auf die Antworten sind wir jetzt schon gespannt, und es sollte für die “SOLIMOLIs” ja kein Problem darstellen, die Antworten zu geben, sie wollen ja sicherlich nicht wie kleine Kinder dastehen, die hinter ihrem gewählten Idol herrennen, ohne zu wissen warum.

Berlin, BücherverbrennungUnd natürlich interessiert es uns brennend zu erfahren, wie die “SOLIMOLIs” dazu stehen, dass Lann Hornscheidt zu Straftaten aufruft, also dazu, Speisekarten zu zerstören, Bücher zu zerstören, Veranstaltungen an Universitäten (nicht die eigenen) zu stören, Läden, die ideologisch nicht passen, zu boykottieren usw. Und wenn Sie sich dazu eine Ansicht gebildet haben, die “SOLIMOLIs”, dann wäre es abschließend noch interessant zu wissen, was den Aufruf, Bücher mit falschem Inhalt zu zerstören, Läden falscher Inhaber zu boykottieren und Veranstaltungen falscher Dozenten an Universitäten zu stören, von den Aktion der SA und SS im Dritten Reich unterscheidet, die – besonders an Berliner Universitäten – Lehrveranstaltungen jüdischer Professoren verunmöglicht haben, die Deutsche dazu aufgerufen haben, nicht bei Juden zu kaufen und Bücher mit undeutschem Inhalt verbrannt haben.

Wenn die SOLIMOLIs dann zu dem Schluss gekommen sind, zu dem man kommen muss, dass sich zwischen den entsprechenden Aufrufen und den Taten der SA/SS intellektuell kein Unterschied finden lässt und daraus den logischen Schluss gezogen haben, dass sie im Begriff sind, sich als Faschisten zu verdingen, dann fangen sie vielleicht zu guter Letzt doch noch an zu denken – eigenständig zu denken – und wer weiß, am Ende werden sie noch erwachsen … und vielleicht sogar Wissenschaftlicher?

Läutet Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Sorgerecht das Ende des Staatsfeminismus ein?

Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, namentlich des Ersten Senats in der Besetzung Dr. Ferdinand Kirchhoff, Dr. Michael Eichberger und Dr. Gabriele Britz, in dem es um die Frage geht, wann der Entzug des elterlichen Sorgerechts gerechtfertigt ist, könnte sich als Urteil entpuppen, das auch die Karten im Kampf gegen die staatsfeministische Bevormundung und Infiltrierung von Schulen neu mischt.

Bundesverfassungsgericht_RichterrobenIm Urteil geht es um einen Vater, der um das Sorgerecht für seine Tochter kämpft, die nach Geburt in einer Pflegefamilie untergebracht wurde, weil die Mutter unter einer “gravierenden psychischen Erkrankung” leidet, die sie zwar nicht von Fertilität, wohl aber davon abhält, verantwortlich für ihre eigenen Kinder zu sein. Zu deren Glück ist der Vater aus Ghana nicht gleichgültig und hat sich entsprechend bemüht, das Sorgerecht für seine Tochter zu erhalten.

Das zuständige Jugendamt, das Amtsgericht Paderborn und das Oberlandesgericht Hamm haben es jedoch abgelehnt, dem Vater das Sorgerecht für seine Tochter zuzusprechen, und zwar weil eine Gutachterin gemutmaßt hatte, dass der Vater bestimmt eine “afrikanische Erziehungsmethode” anwenden würde, die eine “autoritäre, gewaltsame und von Unterwerfung der Kinder” geprägte Erziehungsmethode sei und mit “europäischen Erziehungsmethoden” nicht in Einklang zu bringen sei.

Es spricht für sich, dass ein derartiger rassistischer Unsinn, der übrigens keinen Aufschrei bei den üblichen Gutmenschen nach sich gezogen hat, in mehreren deutschen Gerichtssälen geäußert werden kann und von den zuständigen Richtern weder beanstandet noch der ihm gebührenden Lächerlichkeit preisgegeben wird, sondern vielmehr als Gutachten zur Grundlage des eigenen Urteils gemacht wird, in dem dem Vater das Sorgerecht nicht zugesprochen wird.

Wir haben in der letzten Zeit viel Kritik in Richtung Karlsruhe und Verfassungsgericht auf den Weg gebracht, dieses Mal ist es notwendig, die Richter vom ersten Senat zu loben. Sie haben deutlich gemacht, dass derart hanebüchene Mutmaßungen, die viel über den geistigen Zustand der angeblichen Gutachterin und der Richter, die ihrem Gutachten folgen, aussagt, aber nichts über die Frage, um die es eigentlich geht, nämlich die, ob das Kindeswohl gefährdet ist, wenn der Vater aus Ghana seine Tochter erzieht, in Gerichtssälen nichts zu suchen haben.

Vielmehr haben die Karlsruher Richter hohe Hürden für den Entzug des Sorgerechts errichtet und deutlich gemacht, dass nicht Mutmaßungen ausreichen, um eine konkrete Gefährdung des Kindeswohl anzunehmen, vielmehr müsse die Gefährdung entweder schon eingetreten sein und sich z.B. in einer Verwahrlosung des Kindes niederschlagen oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Absurde Phantasien über afrikanische Erziehungsmethoden reichen für eine Feststellung der Gefährdung des Kindeswohls nicht aus.

Wer sich genauer für die Hürden interessiert, die die Richter für einen Sorgerechtsentzug aufgebaut haben, dem sei das Urteil empfohlen.

Wir wollen uns auf eine Passage beziehen, die sich in Zukunft und in anderen Bereichen als dem Streit um das Sorgerecht als sehr wichtig erweisen könnte:

“Außerdem folgt aus der primären Erziehungszuständigkeit der Eltern in der Sache, dass der Staat seine eigenen Vorstellungen von einer gelungenen Kindererziehung grundsätzlich nicht an die Stelle der elterlichen Vorstellungen setzen darf (vgl. BVerfGE 60, 79 ; BVerfGK 13, 119 ; 16, 517 ” (Randnummer 29)”

Eltern haben also, wenn es um Erziehung geht, das letzte Wort.

So steht es in Urteil 1 BvR 1178/14.

Was im Bereich des Sorgerechts Recht ist, kann im Bereich der Bildung nur billig sein.

AfirkaÜbertragen auf den Bereich der Bildung folgt entsprechend, dass Eltern nicht stumm und anomisch am Rand stehen müssen, wenn ihre Kinder in öffentlichen Schulen indoktriniert werden oder mit Inhalten traktiert werden, die aus Sicht der Eltern ihren Kindern nicht zumutbar sind. Wenn Kinder entsprechend in frühen Jahren mit ideologischem Ballast belastet werden, wenn sie in sexuelle Techniken eingeführt werden sollen, die nicht einmal ihre Eltern kennen, und Schulen von Stätten der Bildung zu Stätten der ideologischen Gleichschaltung gemacht werden sollen, dann haben Eltern nunmehr eine Handhabe, um ihre Kinder aus dem Unterricht zu nehmen und deren Teilnahme am Unterricht auf nicht-ideologische Bestandteile wie Mathematik, Chemie, Physik und Sport zu beschränken.

Nachtrag:

Für diejenige, die es interessiert, die Oberlandes-Richter in Hamm, die sich dem rassistischen Gutachten über eine “afrikanische Erziehungsmethode” angeschlossen haben, es ihrem Urteil zu Grunde gelegt haben und damit zum einen eine unglaubliche Unkenntnis über einen Kontinent, der vielfältiger kaum sein kann, zur Schau stellen und zum anderen einen gelebten Rassismus, der Rechtsextreme mit Neid erfüllen dürfte, sitzen in der 11. Kammer des Oberlandesgerichtes. Der Geschäftsverteilungsplan des Oberlandesgerichts Hamm benennt die entsprechenden Richter als Richter Grothe, Richterin Feldkemper-Bentrup, Richterin Dr. Watrin und Richter Wissel.

Sub-Cultural Dopes: Genderisten und ihr Hang zum Biologismus

Nachdem mit der Frauenquote bereits der Glaube, an die biologische Andersartigkeit von Frauen vom Bundeskabinett zwangsinstitutionalisiert wurde, kann man eigentlich keinen Zweifel mehr daran haben, dass es Menschen gibt, die denken, das Geschlecht wirke auf das Gehirn und Frauen seien essentiell von Männern verschieden.

Die ersten, die diesen biologistischen Glauben pflegen und sich hier mit Rechten treffen, die Linke gewöhnlich als Sozialdarwinisten bezeichnen, sind Genderisten selbst. Inge Kutter ist ein Genderist, der diesen Glauben perfekt inkorporiert hat und sich zudem als jemand ausweist, der von Logik nun gar keine Ahnung hat, ganz im Gegensatz zu dem, was sie selbst denkt.

GarfinkelDie Erklärung dafür, dass Biologismen aller Art derzeit in Blüte stehen, bei Genderisten, die behaupten, Frauen seien wesenhaft anders als Männer, bei Homosexuellen, die zuweilen dasselbe für sich im Vergleich mit Heterosexuellen in Anspruch nehmen usw. ist recht einfach. Sie führt an den Anfang des 20. Jahrhunderts und zu Max Weber, der vier Arten des Handelns, darunter das traditionale Handeln, unterschieden hat, und sie führt zu Harold Garfinkel, der gezeigt hat, dass viele Menschen wie Cultural Dopes durch die Welt gehen und die meiste Zeit Dinge tun, von denen sie nicht wissen, warum sie sie tun.

Traditionales Handeln ist für Max Weber jenes Sich-Verhalten, bei dem der Handelnde so handelt, wie er immer gehandelt hat, wie um ihn herum immer gehandelt wurde. Traditionales Handeln ist weder zweck- noch wertrational noch affektiv, es basiert nicht auf Denken sondern auf Gewohnheit.

Eheschließung, Kinderzeugen, sich dem Vater Staat unterordnen, die Disposition, sein Heil im Kollektiv zu suchen, das sind traditionale Handlungsweisen, die man schlicht nicht rational erklären kann. Wer sie ausführt, handelt, weil andere vor ihm auch so gehandelt haben, nicht oder nur in den seltensten Fällen, weil er sich die Für und Wider seiner Handlung überlegt hat.

Garfinkel hat in einer Reihe von sogenannten Erschütterungsexperimenten gezeigt, dass diese kulturellen Überzeugungen, wie er die Grundlage traditionalen Handelns genannt hat, tief sitzen und den Handelnden nicht bewusst sind. Sie reflektieren ihre Handlungen nicht, sie handeln einfach, wie sie immer gehandelt haben, wie viele vor ihnen gehandelt haben, wie viele andere handeln.

Auf Genderisten trifft diese Form der kulturellen Stupidität, des traditionalen Handelns, für die Garfinkel den Begriff des Cultural Dope geprägt hat, besonders zu und sehr schön deutlich machen, kann man dies an ihrer impliziten Prämisse, nach der Frauen essentiell von Männern verschieden sind.

academicsDas bringt uns zurück zu Inge Kutter, die in einem Beitrag für academics.de die Frauenquote gutreden will. Ausgehend von Feststellungen wie: “Frauen sind komplizierte Wesen”, die “hü” sagen und “hott” meinen, berichtet sie von einer Befragung der Baumann Unternehmensberatung, die unter 150 Managerinnen, also unter Frauen, die es in eine Führungsposition und ganz ohne Quote in eine Führungsposition geschafft haben, gemacht wurde.

Von diesen 150 Managerinnen waren 80% nach Angaben von Kutter der Ansicht, Frauen hätten mehr Einfühlungsvermögen als Männer und 70% waren der Ansicht, Frauen könnten besser kommunizieren als Männer. Dennoch und für Kutter völlig unbegreiflich befürworten nur 27% der befragten Managerinnen eine Frauenquote als Mittel, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.

Kutter ist erschüttert, irritiert, dieses Ergebnis ist für Sie, die weiß, dass Frauen “komplizierte Wesen” sind und “hü” sagen, wenn sie “hott” meinen, unfassbar:

“Auch die Frauen in der Studie wurden gefragt, ob sie sich die Quote wünschten. Darauf antworteten jedoch nur 27 Prozent mit Ja. Und die übrigen 73 Prozent? Obwohl mindestens die Hälfte von ihnen glaubt, dass sich Männer leichter behaupten, lehnen sie Unterstützung ab. Was auch immer sie dazu veranlasst – den Gesetzen der Logik folgt es nicht.”

Zunächst einmal scheint es für Kutter unvorstellbar, dass Frauen, die sich offensichtlich gegen Männer durchgesetzt haben, Hilfe vom Staat, anders formuliert, ihre Paternalisierung durch den Staat ablehnen. Das lässt tief blicken. Ebenso tief wie ihr Glaube, dass dies unlogisch sei, der einen erschreckenden Blick auf die logischen Fähigkeiten von Kutter frei gibt und darüber hinaus eine Prämisse Kutters offenbart, die da lautet: Frauen sind biologisch von Männern grundverschieden.

darwin-greatDenn: Ihr Erstaunen macht nur Sinn, wenn sie denkt, dass Frauen angeblich einfühlsamer und kommunikativer sind als Männer, sei biologisch determiniert, ebenso wie es biologisch determiniert sei, dass Männer sich besser behaupten können als Frauen. Anders formuliert: Kutter muss der Überzeugung sein, Männer könnten nicht lernen, einfühlsam und kommunikativ zu sein und Frauen könnten nicht lernen, sich durchzusetzen.

Dass sie diese abstruse Prämisse hat, wird deutlich, wenn Kutter darüber fabuliert, dass ungenannt bleibende Organisationspsychologen der Ansicht seien, dass “Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit hervorragend fürs Management” geeignet sind. Diese hervorragende Eignung begründet nach Kutter die Frauenquote, was nur dann Sinn macht, wenn sie der Überzeugung ist, Frauen seien aufgrund ihrer biologischen Determiniertheit einfühlend und kommunikativ, alle Frauen und ohne Ausnahme und im Gegensatz zu Männern.

Dass ein derartiger kultureller Dope, ein Gender Dope, der sich nicht vorstellen kann, dass es innerhalb der Gruppe der Frauen größere Unterschiede gibt als zwischen Männern und Frauen, der denkt, Frauen seinen alle einfühlsamer und kommunikativer als Männer, und zwar von Natur aus und es sei Menschen nicht gegeben, Dinge zu lernen, dass ein solcher Gender Dope nicht auf die Idee kommt, die 150 Managerinnen, die sich offensichtlich gegen männliche Konkurrenz und ohne Hilfe eines paternalisierenden Staates behauptet haben, seien deshalb mehrheitlich gegen eine Frauenquote, weil sie der Ansicht sind, Frauen könnten Durchsetzungsvermögen lernen, sofern sie es nicht ohnehin haben und Durchsetzungsvermögen sei für eine leitende Positon unabdingbar ist zwangsläufig.

Und es ist so sehr eine logische Folge der Kutterschen Prämissen wie die Ablehnung einer Frauenquote durch die befragten Managerinnen, keine unlogische Folge ihrer Ansicht ist, dass Frauen einfühlsamer und kommunikativer sind als Männer.

Wie die Frauenquote zeigt, ist Kutter mit ihrem Biologismus nicht allein. Tatsächlich ist der Biologismus der Kern allen Genderismus’, denn wären Genderisten nicht der Ansicht, Frauen seien essentiell von Männern verschieden, sie würden sicher nicht die Gruppe der Frauen als Ganzes bevorteilen. Dass sie es tun zeigt, sie sind Sub-Cultural Dopes der übelsten Sorte, missonarische Sub-Cultural Dopes, die ihre unreflektierten Vorurteile für andere verbindlich machen wollen. In anderen Zusammenhängen spricht man von Faschisten.

Warum sind Funktionäre so versessen auf Kinderrechte?

GEwDie GEW, deren Funktionäre von sich behaupten, sie hätten etwas mit Bildung zu tun, wären gar Funktionäre einer Bildungsgewerkschaft, hat wieder eine Pressemitteilung veröffentlicht, eine Pressemitteilung, die von dem, was bei der GEW als Bildung gilt, nur so strotzt, z.B. in dem Satz:

“Info: Als Kinderrechte im engeren Sinn werden die Rechte von Kindern und Jugendlichen bezeichnet.”

Man kann diese Form der GEW-Bildung, die diesen Satz ausgespiehen hat, vornehm als Tautologie bezeichnen, denn dass Kinderrechte die Rechte von Kindern bezeichnen, ist dem Wort Kinderrechte schon immanent. Man nennt es auch die Wortbedeutung.

Man kann diese Form der GEW-Bildung auch als Quatsch bezeichnen, denn dass die Einschränkung von Kinderechten, also deren engerer Sinn, eine Bedeutungsausweitung auf Jugendliche und somit Jugendlichenrechte zum Ergebnis hat, ist ein Unsinn, den sich nur GEW-gebildete Funktionäre ausdenken können.

Verantwortlich für diese Form der GEW-Bildung sind die Stammlesern von ScienceFiles bereits bekannte Ilka Hoffmann, die sich als Fach-Hoffmann der Inklusion sieht, und Norbert Hocke, von dem bislang unbekannt ist, welche Bildungsphantasien er teilt.

Und beide streiten für Kinderrechte, und in schöner Geschlechterteilung kümmert sich der weibliche Funktionär um die Behinderten, während der männliche Funktionär das größere Ganze im Blick hat. Als Konsequenz ergibt sich z.B. Folgendes:

scully facepalm„Kinderrechte im Bildungswesen umzusetzen, bedeutet zum Beispiel: Kein Kind darf beschämt werden“, betonte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied für den Bereich Schulen am Mittwoch in Frankfurt a.M. „Wenn man diesen Grundsatz ernst nimmt, muss eine Prüfung bei der selektiven Schulstruktur und der Umsetzung der Inklusion beginnen – und wäre bei Tests und Ziffernnoten noch längst nicht beendet.“

Weiß der Fach-Hoffmann eigentlich, was er da sagt?

Beschämend für Kinder sind Noten und Schulüberstellungen, die sie im Status gegenüber anderen Schülern abwerten, so muss man schließen, was in der Konsequenz heißt, dass das gegliederte Bildungswesen abzuschaffen ist und vor allem keine beschämenden “Ziffernnoten” mehr gegeben werden dürfen. Scheinbar hat der Fach-Hoffmann die Vorstellung, wenn man statt einer “1” ein “A”, statt Ziffernnote eine Buchstabennote vergibt, dann habe dies eine weniger beschämende Wirkung – man muss sich das nur lange genug einbilden, so wie der Fach-Hoffmann.

Was ist übrigens schlecht daran, wenn Kinder sich für eine schlechte Note schämen? Was denkt dieser Fach-Hoffmann eigentlich, wo Motivation und Einsatz herkommen, wenn nicht aus dem Antrieb, sich für seine Leistung nicht schämen zu müssen? Aber es ist vielsagend, dass schlechte Leistungen beim Fach-Hoffmann nicht mit Scham verbunden sind oder sein dürfen. Das lässt eine Vielzahl von Rückschlüssen auf das Schampotential oder die Schamlosigkeit des Fach-Hoffmanns zu.

Norbert Hocke hat, wie gesagt, das große Ganze im Auge, und das hat dann folgende Konsequenz:

Oh No!„Bei allen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entscheidungen muss die Frage im Mittelpunkt stehen, ob und was sie zum Wohle der Kinder und Jugendlichen beitragen“, unterstrich Norbert Hocke, für Jugendhilfe und Sozialarbeit verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied.”

Die gleiche Frage wie oben, die sich hier aufdrängt: Weiß der Mann, wovon er spricht?

Das Wohl der Kinder und Jugendlichen muss bei allen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Enscheidungen also im Mittelpunkt stehen. Nun gut.

In welcher Weise haben GEW Funktionäre bei der Bestimmung ihrer Entlohnung die Kinderrechte in den Mittelpunkt gestellt?

Welche Rücksicht hat die GDL im Rahmen des Lokführerstreiks auf Kinderrechte genommen?

Wie stellt man die Kinderrechte bei der Bestimmung des Leitzinses durch die EZB in Rechnung, wie bei der Abstimmung über einen Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan, wie, wenn beschlossen wird, dass Hermesbürgschaften für Exporte nach Kenia zu haben sind?

Die Beispiele sollten reichen, um den Unsinn deutlich zu machen, den Hock hier verbreitet.

Man kann demnach feststellen, dass zwei Funktionäre der selbsternannten Bildungsgewerkschaft, die sich zudem als Fach-(Hoff)männer für Bildung ansehen, Unsinn reden, wenn sie über Bildung sprechen.

Double facepalmBleibt noch die Eingangs gestellte Frage: Warum sind Funktionäre derzeit so versessen auf Kinderrechte?

Die Antwort drängt sich förmlich auf: Kinder und Jugendliche (also der Gegenstand der “engeren Kinderrechte”) sind unmündig, brauchen jemanden, der stellvertretend für sie ihre “engeren Kinderrechte” erst einmal bestimmt und dann wahrnimmt, Funktionäre zum Beispiel, so fähige Funktionäre wie Hoffmann und Hock zum Beispiel, Funktionäre, die zwar selten wissen, wovon sie reden, wenn sie den Mund aufmachen, die aber eines genau wissen: Wenn Kinderrechte in welcher Form auch immer z.B. im Grundgesetz verankert sind, dann lässt sich daraus hervorragend Kapital schlagen, denn man kann jeden Unsinn mit dem Verweis auf Kinderrechte rechtfertigen und legitimieren.

Kinderrechte sind das El Dorado einer Funktionärskaste, die schamlos bemüht ist, ihren Einfluss zu sichern und auszuweiten, und zwar, entsprechend der eigenen Schamlosigkeit, um den eigenen Nutzen zu mehren und sicherzustellen, dass sie auch morgen noch bedenken- und schamlos Unsinn erzählen können.

Cogito Ergo Profx

“I once saw Elvis in a potato chip” (x-files; Fox Mulder in Episode “Empedocles”)

“Everybody in here is different” (x-files; Shrink Dr. Hakkie in Episode: “Duane Barry”)

Ein Leser von ScienceFiles, bei dem wir uns ganz herzlich bedanken, hat eine unglaubliche Mühe auf sich genommen, um uns Seite 42 des Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zukommen zu lassen. Die digitale Entwicklung ist am Feuilleton der FAZ Sonntagszeitung offensichtlich vorbeigegangen oder man will Sorge tragen, dass die entsprechenden Beiträge nicht allzuweite Verbreitung finden, wie auch immer, unser Leser hat Seite 42 eingescannt und an uns geschickt, auf dass auch wir es Schwarz auf Weiß vor uns haben, was dort steht.

Dort steht: “Sagen Sie bitte Profx zu mir. Lann Hornscheidt möchte gerne geschlechtsneutral angesprochen werden. Die Empörung ist gigantisch.”

FAY PROFXDas steht auf Seite 42 als Überrschrift und verantwortlich soll eine Antonia Baum sein, bei der, um sie einmal selbst zu zitieren, immer unter der Annahme, der Text nach der Überschrift ist tatsächlich auf ihrem Mist gewachsen, es sich um eine uns “total unbekannte” Person handelt, wenngleich die Seite der FAZ behauptet, Baum gehöre dort zur Redaktion:

“Sie lebt in Berlin, wo sie an der Humboldt-Universität Neuere deutsche Literatur und Geschichte studiert hat. Während des Studiums schrieb und veröffentlichte sie Kurzgeschichten, wenig später dann einen ganzen Roman. Sie interessiert sich für die Mafia, Feminismus, Rap-Musik und globale Zusammenhänge. Seit Februar 2012 ist sie Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

Nun, es gibt nichts, was es nicht gibt.

Der Text, der sich zwischen Überschrift und Unterschrift findet, passt so ungefähr zu dem, was man von einer an der Humbug-Universität Sozialisierten erwarten würde. Es ist ein Opfermelodrama, bei dem der oder die oder das Gute von Lann Hornsscheidt gespielt wird.

Wie immer, wenn ein Opfer zelebriert werden soll, kommen viele Feinde, aber keine Argumente vor. Wie immer, wenn ein Opfer zelebriert werden soll, ist die Laudatio auf das Opfer ein einziger Widerspruch, der wie in diesem Fall, Toleranz für das vermeintliche Opfer fordert und jede Kritik am Opfer in Bausch und Bogen und konsequenter Intoleranz als Hass, hasserfüllt, rechts und auf Stammtischniveau, diskreditiert. Und wie immer, wenn ein Opfer zelebriert wird, hofft man vergeblich, derjenige, der zelebrieren will, erreichte auch nur annähernd das Niveau eines Stammtisches.

Lann Hornscheidt, das Opfer, ist ein Opfer mit Problemen. Problemen sexueller Orientierung, die sich darin äußern, dass Lann Hornscheidt sich weder als Mann noch als Frau fühlt. Und das ist ein Problem – oder? Es ist ein Problem, das die Welt interessieren muss. Das jedenfalls denkt Lann Hornscheidt und will eine bestimmte Art, angesprochen zu werden, durchsetzen, als Profx. Profx, das ist die Anreide, die es von seinen Studenten verlangt. [Wir haben uns mit uns auf “es” geeignigt, denn: wenn Lann Hornscheidt weder mit sie noch mit er angesprochen werden will, bleibt in der deutschen Sprache nur noch es.]

Lann Hornscheidt, also es, ist ein Vordenker nach eigenem Gefühl. Es denkt soweit anderen vor, dass die meisten derzeit lebenden Menschen, die von sich denken, sie seien entweder er oder sie, nach ihrem Gefühl zurückbleiben in der Welt, die von Antonia Baum nur als rechte Welt wahrgenommen werden kann. Es ist dies die Welt der “Jungen Freiheit”, in der sich rechte Fieslinge tummeln, die böse Kommentare über das Lann Hornscheidt abgeben. Menschen, die wie Baum weiß, vor “den Computern” sitzen und so “ziemlich allem, was für die Integrität eines Landes wichtig ist”, misstrauen.

Dies lässt nur den Schluss zu, dass Baum denkt, es, also Lann Hornscheidt, sei für die Integrität Deutschlands wichtig, etwa in der Weise, in der der Glaube an den Rechtsstaat für die Integrität Deutschlands wichtig ist.

Wenn wir jetzt alle fertig gelacht haben, dann können wir im Text fortfahren … ja?

hate_speech1Anstelle sich nun mit Profx anzufreunden und der Laune von Lann Hornscheidt zu fröhnen, statt dessen gibt es “Hass”, “Hassmails”, “hasserfüllte Stammtischreaktionen”, “Hass, der von überall kommt”, aber dennoch “vielfach aus dem rechten Milieu” stammen soll oder vom “Stammtisch” oder von “Leuten von der AfD” oder auf Facebook verbreitet wird, oder in Emails bei Lann Hornscheidt eintrifft, oder von Kollegen an der Universität stammt oder von Journalisten der Welt, der F.A.Z., des Freitag, der Süddeutschen Zeitung, von Neon usw. Kurz: Die Welt minus Lann Hornscheidt (und minus Baum) besteht aus Hass und Hassern. Alle, außer Lann Hornscheidt und Baum hassen und sind Hasser.

Es verhält sich ungefähr so, wie mit dem Geisterfahrer auf der Autobahn, er ist überraschender Weise und für manche nicht vorhersehbar umgeben von Abweichlern, die ihm nicht gerade freundlich begegnen. So auch bei Lann Hornscheidt. Aber bei Lann Hornscheidt, so weiß Baum, bei Lann Hornscheidt liegt das daran, dass es eine Professur hat und entsprechend eine “statushohe Position”, die hierarchisch über dem Stammtisch angesiedelt ist. Das schreibt Baum, die sich noch wenige Sätze vorher, darüber beklagt hat, dass es den Hassern im Bezug zu Lann Hornscheidt vor allem darum geht, das Oben und das Unten richtig einzuordnen. So wie es Baum darum geht, das statushöhere Oben, das eine Position an der Universität angeblich darstellt, vom statusniedrigeren Unten des Stammtisches abzugrenzen. Das macht Baum dann wohl zum Hasser….

Wie man im Zusammenhang mit Universitäten auf die Idee kommen kann, es handle sich bei akademischen Positionen um statushöhere Positionen … Nun, wer auf diese Idee kommt, der hat offensichtlich einiges, was sich in den letzten Jahrzehnten ereignet hat, nicht mitbekommen, von der Entleerung der Hochschulen durch den Bologna-Prozess, über die Abschreckung kompetenter Wissenschaftler durch die Verordnung einer Gehaltsreduktion von C auf W bis zur ideologischen Gleichschaltung von Hochschulen durch den Staatsfeminismus und seine Eingriffe in die wissenschaftliche Freiheit. Und nicht zuletzt sind es Personen wie Lann Hornscheidt, die dafür sorgen, dass eventuell noch vorhandener Status in Lächerlichkeit aufgeht. Aber offensichtlich reicht Lächerlichkeit aus, um Baum zu beeindrucken, mit dem Status der Lächerlichkeit.

Es sind nicht nur die Widersprüche in diesem Text, der aus gutem Grund im Feuilleton versteckt wurde, die die Frage aufwerfen, was das nun wieder für ein Machwerk ist. Es ist vor allem die folgende Passage, die deutlich macht, dass Dummheit, Naivität und wer weiß was noch (wir weiter unten) bei diesem Text Pate gestanden haben (und sagt nicht Baum selbst von sich, sie sei an der Mafia interessiert?):

Expert in whatever“Für mich fehlt dieser Gesellschaft die Fähigkeit, Differenzen stehen zu lassen”, so zitiert Baum es und fährt fort: “Genau das tut Hornscheidt während des Gesprächs. Man merkt, dass Hornscheidt Zeit hat[,] zu denken, was doch eigentlich die Hauptaufgabe von steuerfinanzierten Universitäten war. Jedenfalls habe ich noch nie mit einem Menschen entspannter und offener über Feminismus reden können”.

Wenn Lann Hohnscheidt mit seinem Vorschlag, Profx zur Anrede zu machen, Differenzen auslöst und diese Differenzen von es und Baum als rechter Hass diskreditiert werden, dann muss man tatsächlich konstatieren, dass Baum und Lann Hornscheidt die Fähigkeit fehlt, Differenzen stehen zu lassen.

Aber gut, oder na dann, wie man sagen könnte, nachdem man seinen Kopf wieder von der Tischplatte gehoben hat, na wenn Frau Baum gute Gespräche führt, dann ist das natürlich ein Kriterium, das uns Vertrauen in ihr Urteil fassen lassen sollte. Obwohl wir widersprechen müssen, vor allem der Prämisse, dass alles Denken an Universitäten stattfindet. Aber es ist schön zu wissen, dass Lann Hornscheidt Zeit zum Denken hat, während die Kollegen in Seminaren schwitzen, die voller Studenten sitzen, Studenten, die vom Lehrangebot und dem Ansprech-Diktat von Lann Hornscheidt abgeschreckt sind und entsprechend von Kollegen bedient werden müssen – von Kollegen, die folglich die Arbeit von Lann Hornscheidt übernehmen, das ja schon denken muss und sich entsprechend nicht um Studenten oder das, was gemeinhin als akademische Selbstverwaltung beschrieben wird (also die Einsparung von Buchhaltern auf Kosten der Wissenschaftler), kümmern kann.

Aber das sind Argumente, und Argumente sind in der statushöheren Welt der Intelligenz angesiedelt, weshalb sie im Text von Baum auch nicht vorkommen, einem Text, der in seiner hilflosen Art nur das Mittel der Bewertung kennt, um den Differenzen zu begegnen, zu deren Bearbeitung Baum und Lann Hornscheidt anscheinend jede Fähigkeit fehlt.

Doch zurück zum Denken, das an Universitäten stattfindet, Cogito Ergo [sum] Profx, Ich denke, also bin ich Profx, wie man in gekürztem Latein sagen könnte. Das erklärt natürlich alles. Wenn das Denken als solches die Qualifikation für eine Professur darstellt, dann wundert uns nichts mehr über den Zustand deutscher Universitäten. Steuerzahler finanzieren also Professoren an Universitäten, damit diese denken, denn, um es noch einmal zu wiederholen, außerhalb von Universitäten findet, wie Baum weiß und sie muss es wissen, denn sie ist außerhalb einer Universität, kein Denken statt. Deshalb bezahlen wir das Profx, damit es für uns denkt und uns sagt, wie wir all die Millionen ansprechen sollen, die nicht selbst denken können, aber sich fühlen, und zwar weder als Männlein noch als Weiblein, die ese.

So einfach ist die Baumsche Welt, so einfach und so unsinnig, dass man sich unwillkürlich fragt, ob ein alleiniger Schreiber für so viel Unsinn verantwortlich sein kann. Früher, also in den Zeiten, in denen Journalismus noch etwas mit Recherche und Kriterien zu tun hatte, früher gab es eine Redaktionssitzung, in der Texte diskutiert und editiert wurden, gab es einen Redakteur vom Dienst, der letzte Änderungen vorgenommen hat. Damit sollte gewährleistet werden, dass kein Unsinn in Zeitungen steht.

Heute steht Unsinn in Zeitungen, so dass man sich fragt: Liegt das nun daran, dass an Zeitungen nur noch Personen beteiligt sind, die Unsinn nicht bemerken, selbst dann nicht, wenn er wie hier ganz dick aufgetragen ist, oder liegt das daran, dass bei Zeitungen Nachwuchs benutzt wird, um Unsinn zu verbreiten, immer in der Hoffnung, dass sich ein Nachwuchs-Konkurrent als Wasserträger des Politisch-Korrekten disqualifiziert und um Kopf und Kragen schreibt oder schreiben lässt – also eine Form des innner-redaktionellen Widerstands gegen die politische Korrektheit, die den Unsinn als Waffe nutzt, um das Politisch-Korrekte und seine Vertreter lächerlich zu machen.

Bleibt abschließend noch festzustellen, dass Denken förderlich ist, wenn man an Universitäten eine Position inne hat, dass Denken aber nicht das ist, was einen Positionsinhaber, wie z.B. das es, zu einem Wissenschaftler qualifiziert. Ein Wissenschaftler beherrscht eine wissenschaftliche Methode, die es ihm erlaubt, eine Fragestellung zu entwickeln, zu prüfen und neue Erkenntnis zu gewinnen, die für andere nachvollziehbar und prüfbar ist und insgesamt einen Fortschritt darstellt. Wissenschaftler haben entsprechend Argumente, die auf beobachtbaren Fakten basieren und stellen keine Behauptungen auf, die auf gefühlter Einbildung basieren.

Popper GrundproblemeEs ist doch erfrischend, dass sich das, was man mit Betrand Russell als Müßiggang bezeichnen könnte, in der Phantasie mancher hält und Hochschulen entsprechend als Orte phantasiert werden, an denen es von Müßiggängern nur so wimmelt, deren einzige Aufgabe darin besteht, sich Absurditäten zu überlegen und diese als überlegen auszugeben, warum überlegen: aufgrund eigener Gefühle und eingebildeter statushöherer Position. Warum haben sich Generationen von Wissenschaftlern nur bemüht, Wissenschaft von Religion oder Metaphysik abzugrenzen, wo doch das Gefühl und das Denken und die Einbildung ausreichen, um sich als Wissenschaftler zu inszenieren?

Aber, wir haben gelernt: Wenn man sich irgendwie fühlt und zudem denkt und sich statushöher wähnt, dann gibt einem das alle Rechte. Nun wir denken und fühlen uns heute hochherrschaftlich. Deshalb erwarten wir, als Hoheiten angesprochen zu werden. Und weil Hoheiten Rechte über andere haben, erwarten wir nicht nur, dass wir als Hoheiten angesprochen werden, wir dekretieren hiermit, dass wer Unsinn verbreitet, für die Verbreitung von Unsinn verantwortlich ist oder Unsinn, dessen Verbreitung er hätte verhindern können, an seiner Verbreitung nicht hindert, mit einer Geldstrafe von 5000 Euro zu belegen ist (einzahlbar auf unser angegebenes Konto).

Wer unter unseren Lesern sich wie ein Vollstrecker fühlt, der ist hiermit ermächtigt, gegen die für Unsinn Verantwortlichen im beschriebenen Sinne vorzugehen.

Die Hassgesellschaft

In der ARD ist Toleranzwoche.

Gegenstand der Toleranzwoche ist, seltsamerweise deren Gegenteil, die Intoleranz. So zum Beispiel in einem Beitrag von Martin Walter, der vielsagen mit “Die Hassgesellschaft” überschrieben ist. “Woher rührt der wüste Umgang” im Netzt, so fragt Walter gleich im ersten Absatz und angesichts der “wüsten” Verallgemeinerung, mit der er seinen Beitrag überschrieben hat, möchte man ihm beipflichten und fragen: Woher rührt der wüste Umgang, der schon in Überschriften eine ganze Gesellschaft diskreditiert?

Dabei ist Walters Beitrag ein gut gemeinter und in Teilen nicht einmal schlechter Beitrag, dessen Anlass all diejenigen sind, die im Internet unterwegs sind, um sich dort auszuleben. Trolle, wie es so schön heißt, wobei auch der Begriff des Trolls von Walter nicht differenziert benutzt wird, der Welt der Trolle schlicht nicht gerecht wird, und schon gar nicht der Tatsache, dass Institutionen ihre eigenen Trolle finanzieren, wie z.B. das Europaparlament, um Diskussionen im Internet zu übernehmen oder, wie dies bei Wikipedia der Fall ist, bestimmte Sichtweisen auf Dinge festzuschreiben.

Wenn Walter von Trollen schreibt, dann meint er diejenigen, die in ihren Kommentaren und mit ihren Wortmeldungen ihre eigenen psychologischen Probleme verarbeiten, diejenigen, die nicht anders können, als Dritte zu beleidigen, weil sie nämlich über keinerlei Argument verfügen.

trollsWarum trollen diese Trolle?, so fragt Walter und gibt eine offensichtliche Antwort, die Dr. Christiane Eichenberg aussprechen darf: Anonymität. Anonymität, so die Aussage, die Walter Eichenberg zuschreibt, führe dazu, dass Nutzer sich “freier” und “emotional ehrlicher” fühlten und sich “rauer” verhielten. Sie hätten eben keine soziale Kontrollinstanz und ließen ihren Impulsen freien Lauf. Mit anderen Worten: Es sind pathologische Beleidiger, die sich im Internet ausleben und dort rauslassen, was sie in der realen sozialen Welt, die sie umgibt, sich nicht auszusprechen trauen – Kranke eben.

Eine andere Theorie hat Dirk von Gehlen, wie Walter weiß: Es gebe keine Diskussionskultur in Deutschland. Dafür gebe es Personen wie Thilo Sarrazin, die mit ihrem provokanten Verhalten ein Vorbild geben würden, wohl für die Beleidiger, die sich in Foren und Kommentarspalten tummeln sollen. Den Kranken von oben gesellen sich also die Nachahmer zu, die selbst nie auf die Idee kämen, zu provozieren und sich von z.B. Sarrazin verführen lassen: die dummen Nachahmer also.

Kranke Psychopathen und dumme Nachahmer, das ist die Erklärung, die der Text von Walter dafür anbietet, dass es im Internet von “wüssten Kommentaren” vermeintlich wimmelt, dass “provoziert, beleidigt, angeraunzt und angepampt” wird. Nähme man den Titel des Textes nun ernst, Hassgesellschaft, war der Titel, man müsste konstatieren, dass die deutsche Gesellschaft aus kranken Psychopathen und dummen Nachahmern besteht, die Feigheit als gemeinsame Klammer um sich haben. Und man müsste sich fragen, als was Walter sich qualifiziert, da er ja auch Teil der deutschen Gesellschaft ist.

Absurd.

Also kann Walter mit seinem Titel “Hassgesellschaft” nicht meinen, was er schreibt. Offensichtlich geht es ihm nur um Teile der Gesellschaft, diejenigen, die sich in Kommentarspalten gegen “Systempresse”, “Feminismus” und “Homosexuelle” und die “GEZ-Mafia” wenden, diejenigen, die beleidigen und provozieren, z.B. so, wie Walter es tut, wenn er die beleidigenden Psychopathen mit bestimmten Themen verbindet, wenn er in einer Weise verallgemeinert, die dem Gegenstand nicht angemessen ist und den Eindruck erweckt, das Internet sei voller Beleidiger und Hassprediger, die durch Foren ziehen, um sich zu erleichtern und zudem so tut, als gäbe es die entsprechenden Hassprediger und Beleidiger nur wenn es um bestimmte Themen geht. In dem Walter hier berechtigte Kritik gegen z.B. Feminismus und Systempresse eben einmal pauschal abqualifiziert, zeigt er, dass er Teil des Problems ist, das er bearbeitet, denn:

Seine Antwort ist falsch und verkürzt das Problem in unzulässiger Weise.

Jeder Blogbetreiber kann ein Lied davon singen, dass es bestimmte Themen gibt, die die Wutbürger aus ihren Löchern treiben. Wenn man darauf hinweist, dass Sozialismus eine Ideologie der Angsthasen ist, Feminismus, die Ideologie der Freiheitsverlierer, Kinderbesitz, die ultimative Form staatlichen Kostgangs oder Meinungsfreiheit etwas ist, das nicht nur für politisch korrekte Inhalte gilt und erst dann relevant wird, wenn es um politisch nicht korrekte Inhalte geht, dann kann man sich ruhig zurücklehnen und der beleidigenden Kommentare harren, die da kommen, um sie dann, einen nach dem anderen, dem Vergessen, das im Dashboard mit “trash” überschrieben ist, zu überantworten.

Die Antwort auf die Frage, warum Beleidiger im Internet vorkommen, hat demnach nichts mit dem Thema zu tun.

Es gibt sie nämlich in allen Varianten und zu allen Themen. Die Antwort hat vielmehr etwas damit zu tun, dass es in Deutschland in der Tat keine Diskussionskultur gibt, dass sich ein angeblicher Diskutant in Deutschland nicht der Lächerlichkeit preisgibt, wenn sein Beitrag nur aus Gefühlen und Bewertungen besteht, wenn er sich der in der Mittelschicht so gerne praktizierten Nero-Methode bedient, die einen Text eben einmal einschätzt, egal, ob der Einschätzende auch nur den Funken von Verständnis hat, worum es in diesem Text geht.

definition-of-political-correctnessDie Antwort lautet: Fast jeder denkt, er könne zu allem gleich informiert seinen Senf geben. Deutschland ist ein Volk voller selbsternannter Experten, die denken, der Kunstdruck-Miro an der Wand mache sie zum Kunstexperten, die denken, dass sie es auf die Position “Professor” an einer Universität geschafft haben, mache sie zum Gebildeten, die der Meinung sind, die Flasche Pinot Grigio mache sie zum Weinexperten und der Urlaub in Hurghada zum Experten in Fragen des mittleren Ostens oder die glauben, das Hochdienen in Parteien verleihe ihnen irgend eine Form von Qualifikation.

Dass sie das denken können, ist Resultat einer öffentlichen Kultur, in der diskutiert wird, ohne zu diskutieren, denn Diskussionen haben keine Fakten und Argumente zum Gegenstand, über die man diskutiert und bei denen man entscheiden kann, wer recht hat und wer nicht. Nein, Diskussionen in Deutschland werden fast ausschließlich mit Bewertungen und Gefühlen und ohne Argumente geführt und ad hominem, um Personen entweder zu verdammen oder rein zu waschen, je nach Weltanschauung. Diskussionen werden zumeist nicht dazu geführt, eine Frage zu entscheiden, sondern dazu, sich durchzusetzen oder sich zu erleichtern, Diskussionen sind in Deutschland in der Regel kein Austausch von Information, keine Interaktion zwischen mindestens zwei Personen, sondern eine Form narzistischer Meinungs-Exposition, bei der das Gegenüber als Statist dient und deren Ziel darin besteht, sich zu produzieren.

Dass dem so ist, daran sind öffentlich-rechtliche Medien mit ihrem Vermeiden kontroverser Themen, mit ihrer Abwertung politisch nicht-korrekter Inhalte, mit ihrer prätentiös paternalistischen Kultur nicht unschuldig. Und einmal ehrlich, was ist der Unterschied zwischen einem Beleidiger im Internet, der keine Argumente hat und proletet und Claus Heinrich, der keine Argumente hat und auf Tagesschau.de proletet?