Professionelle Betroffenheit: “Wir weinen” um einen erfundenen Toten

Der Tod eines 24jährigen Syrers, der als Folge des Anstehens am Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales am 27. Januar verstorben sein soll, hat Wellen geschlagen. Die SMS-Mitteilung des Todes liest sich im Dialog zweier Helfer von “Moabit hilft” wie folgt:

“Was hat er?
ich weiß es nicht, er hat 39,4 Fieber, SChüttelfrost und kann nicht mehr sprechen. Ich denke, ich rufe einen Krankenwagen jetzt
>>Mach das definitiv!!!
Sag Bescheid wenn Du Hilfe brauchst! Ich komm auch vorbei danke, hab angerufen

Ok, sitze im krankenwagen herzstillstand
>>ich glaubs nicht F***!!!!!!!! (…) Brauchst DU dort support??? Ich komm vorbei und halt Deine Hand das kann doch nicht sein Du bist doch selbst noch krank
Geht Arabisch – Englisch – Übersetzung auch??? Hasan ist noch wach

Mein Freund Matthias ist Arzt, er bringt wen mit. zum übersetzen
meld mich gleich
>>Ich geb Khaled deine No per Telefon sofort möglich
Er hat versucht dich anzurufen, er macht das fantastisch – Muttersprachler und liebster Mensch – geht das per Telefon und hilft bis der von Matthias kommt?

Danke Reyna, bin in Klinik Matthias ist jetzt hier. Kann ich Khaled noch etwas anrufen?
Kann er mich adden, bitte?
>>Ja!
Ich sag’s ihm
Hab dir seine nr auch geschickt – du hast ihn grade scheint’s weggedrückt

bin in klinik
>>Kannst nicht trl.?
Der hält sich grade für euch noch wach

Nein, er stirbt. kann nicht telenieren
>>Dirk du darfst in der Situation nicht allein sein. Schnips mit dem Finger und ich komm.
Name Klinik reicht

Er ist gerade verstorben Ich melde mich hiermit offiziell ab
>>Ich bin mit allem, was ich habe an Geist und Herz bei dir. Jetzt, den Rest der Nacht und morgen und immer. Tränen”

Die Geschichte ist tragisch, sehr tragisch, wenn sie wahr ist und wenn es stimmt, dass Flüchtlinge stundenlang in der Kälte zubringen müssen, um sich bei einem Amt einen Stempel unter einem Formular abzuholen, das man problemlos über das Internet verbreiten könnte. Und weil der Tod des 24jährigen Syrers so tragisch ist, muss er gleich per Todesanzeige genutzt werden, und zwar so:

Fluechtlinge gestorben.jpg

Auch die deutsche Presse ist betroffen und formuliert Schlagzeilen wie:

24jähriger Syrer: “Moabit hilft” meldet Tod von Flüchtling am LaGeSo.

oder

Flüchtling nach tagelangem Anstehen in Berlin gestorben

oder

Flüchtling nach tagelangem Anstehen in Kälte gestorben

oder

Betroffenheit nach Tod eines jungen Syrers

Und jetzt kommt es:

Der 24jährige Syrer, der in Berlin nach langem Anstehen gestorben sein soll, es gibt ihn nicht.

Die Geschichte ist frei erfunden.

Uns interessiert hier nicht in erster Linie, wieso Dirk, der Helfer von “Moabit hilft” meint, den Tod eines Menschen frei erfinden zu müssen. Diese Frage sollen Psychiater beantworten. Man kann nur erschreckt annehmen, dass Helfer Tote herbeizusehen scheinen, um das Marketing dafür anzukurbeln, die mit Sicherheit schlechten Zustände zu verbessern wie sie z.B. vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales herrschen.

Tagesspiegel toter FluechtlingDie Stimmung unter den Helfern muss entsprechend hysterisch und aufgeladen sein, die ideologische Ladung geradezu explosiv, so dass man die Freude darüber, dass trotz aller schlechter Bedingungen, nichts passiert, in die Hoffnung umkehrt, ein Opfertod möge die schlechten Bedingungen anprangern, wenn schon nicht verändern. Man fühlt sich an die Homosexuellen-Aktivisten erinnert, die partout darauf bestehen, dass Homosexuelle sich öfter das Leben nehmen als Heterosexuelle, und anstatt freudig darüber zu sein, dass die Daten den häufigeren Suizid von Homosexuellen nicht belegen, sind sie verärgert und verbiestert und bezeichnen jeden, der es wagt, an ihrer Todessehnsucht für andere zu sägen, als homophob. Flüchtlingshelfer in Berlin scheinen dieses Syndrom zu teilen.

Die erfundene Geschichte vom Tod des 24jährigen Syrers hat eine Welle der Betroffenheit und einen Berg von Grabkerzen nach sich gezogen. Professionell Betroffene sind zum Ort des Geschehens gepilgert, um sich dort als betroffen, betroffen über den Tod eines Menschen, den sie nicht kannten, zu zeigen.

Das Betroffenheitshappening zeigt deutlich, wozu Flüchtlinge manchen in Deutschland dienen: Aus ihnen lässt sich moralisches Kapital schlagen. Syrer, syrische Flüchtlinge und am besten noch, syrische Flüchtlinge, die in Deutschland ankommen und sterben, das sind derzeit die besten Mittel, die man instrumentalisieren kann, um die eigene Gutheit und die eigene moralische Überlegenheit zu inszenieren, um sich selbst als Krone der deutschen Schöpfung darzustellen.

Man muss entsprechend entsetzt über die Art und Weise sein, in der Flüchtlinge in Deutschland instrumentalisiert werden. Dies gilt nicht in erster Linie für Dirk, den Helfer, der den Tod des 24jährigen Syrers frei erfunden hat, sondern vor allem für die professionellen Betroffenen, die mit ihren Grabkerzen bereits in den Startklötzen gekauert haben, um endlich ihre moralische Entrüstung loswerden zu können und sich selbst als richtig betroffen und vor allem richtig gut inszenieren zu können.

Derartige moralische Inszenierungen müssen betroffen machen, wenn man die Meldung des toten Syrers als Erschütterungsexperiment auffasst, wie es in der Ethnomethodologie angewendet wird, um kulturelle Überzeugungen zum Vorschein zu bringen. Was die Falschmeldung über den Tod eines 24jährigen Syrers in Berlin zum Vorschein gebracht hat, sind kulturelle Überzeugungen, die in egozentrischen Zirkeln um die eigene Person kreisen und nur dann Kontakt zur Außenwelt aufnehmen, wenn man andere instrumentalisieren kann, um auf ihrem Rücken oder auf ihrer Leiche, eigene Ziele zu erreichen.

Wem dieses Urteil zu harsch erscheint, der kann leicht den Gegenbeweis antreten, in dem er uns die Freudengesänge und Bilder und Happenings der Freude all derer zeigt, die eben noch betroffen und bestürzt, nun erleichtert und erfreut darüber sind, dass kein 24jähriger Syrer in Berlin gestorben ist.

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Die Schule der Unaufrichtigkeit

Dr. habil. Heike Diefenbach liest derzeit Robert Spaemann, mit viel Spass und der Konsequenz, dass in der Redaktion von ScienceFiles oft über Spaemann und seine Philosophie gesprochen wird, denn: Seine Ideen sind bemerkenswert und seine Philosophie ist eine faszinierende, stringent argumentierte Philosophie.

Robert Spaemann ist ein deutscher Philosoph, der in den wissenschaftlichen Anstalten Deutschlands kaum rezipiert wird, jedenfalls nicht in dem Ausmaß, das seiner Philosophie und seiner Arbeit gerecht werden würde. Dagegen sind die Arbeiten von Spaemann ins Englische übersetzt und Spaemann gewinnt international die Anerkennung, die ihm in Deutschland bislang versagt bleibt.

Der Grund dafür, dass Spaemann’s Werk in Deutschland nur selten rezipiert oder bearbeitet wird, liegt wohl in der Geradlinigkeit seiner Argumentation und den Inhalten seiner Argumentation, die Gutmenschen und allen, die sich als gut inszenieren wollen, und davon gibt es in Deutschland wahrlich Legionen, nicht gefallen können.

Spaemann_moralische GrundbegriffeSo ist Spaemann der Ansicht, dass Handlungen, Einzelhandlungen, zwar in einem Kontext erfolgen, immer aber für sich stehen und als solche “diskrete Entitäten” alleine die Möglichkeit eröffnen, ethische Urteile über die Handlungen anderer Menschen, über die Sittlichkeit von deren Handlung zu sprechen.

Dies kann Leuten nicht in den Kram passen, die Dritte z.B. dazu zwingen wollen, etwas zu tun, was diese Dritten nicht tun wollen und dies damit rechtfertigen, dass die Handlung das Beste für diese Dritten sei. Als Einzelhandlung betrachtet, stellt der Handlungszwang, dem Dritte unterworfen werden, eine unmoralische Handlung dar und führt dazu, wie Spaemann stringent argumentiert, dass das entsprechende ethische Urteil über den Zwingenden oder den Gutmenschen in unserer Diktion negativ ausfallen muss, mehr noch: die Behauptung eine schlechte Handlung sei im Rahmen eines größeren guten Kontextes notwendig, wird von Spaemann im Anschluss an Pascal als “Schule der Unaufrichtigkeit” offengelegt.

Wir geben im Folgenden Teile seines Beitrags über Einzelhandlungen wider, in dem Spaemann diese Argumentation ausbreitet.

“Wir fragen uns nicht ganz allgemein ‘Wohin soll mein Leben gehen?’, sondern: ‘Was soll ich jetzt tun?’. Und diese Frage beantworten wir durch Benennung eines bestimmten Inhalts, der eine bestimmte Handlung zu dem macht, was sie ist, eines bestimmten ‘Objekts’, wie es in der Sprache der Scholastik hieß. Dieser Inhalt der Handlung ist es, der sie zu einer solchen Handlung macht, und nur indem sie eine solche Handlung ist, ist sie überhaupt eine identifizierbare Handlung.
Nur über solche, durch Universalien bestimmte und identifizierbare Handlungen können wir uns miteinander verständigen. Und nur solche Handlungen können wir voreinander rechtfertigen. Rechtfertigung aber ist jedenfalls dort unverzichtbar, wo andere von den Folgen meines Handelns betroffen sind. Wäre nur das Ganze einer Lebenspraxis beurteilbar, und dies zudem nur unter dem Gesichtspunkt einer universellen Optimierungsstrategie, dann wäre ein die Praxis begleitender sittlicher Diskurs, dann wären auch sittliche Äußerungen wie Lob und Tadel gar nicht möglich. Wir könnten einander nicht in die Karten schauen, und auch jede Mitteilung über den Sinn unseres Handelns, ja jede Kommunikation stünde, statt unter dem Wahrheitsanspruch, unter dem Gebot der Weltoptimierung, also unter einer strategischen Absicht.
[…]
Die menschliche Lebenspraxis aber ist eine Form von Sprache. Handelnd geben wir einander etwas zu verstehen. Ja, handelnd lernen wir erst, uns selbst zu verstehen.
[…]
Im übrigen herrscht eine eigentümliche Asymmetrie zwischen Wahrheit und Falschheit. Für die Wahrheit komplexer Sätze gilt: Eine Konjunktion von Teilsätzen wird durch die Falschheit eines Teilsatzes als Ganze falsch, durch die Wahrheit eines Teilsatzes aber nicht wahr.
[…]
Eine ihrem Typus nach schlechte Einzelhandlung kann nicht durch einen übergreifenden Kontext gutgemacht werden, wohl aber die übergreifende, von einer guten Absicht geleitete Handlungssequenz durch eine schlechte Einzelhandlung schlecht. Mit – ihrem Typus nach – guten Einzelhandlungen verhält es sich umgekehrt: Sie werden durch den schlechten Charakter der Handlungssequenz – also durch deren schlechten ‘Zweck’ – selbst korrumpiert, statt umgekehrt den sittlichen Charakter des Komplexes zu sanieren. Mit anderen Worten, der schlechte Zweck verdirbt das gute Mittel, aber der gute Zweck heiligt nicht das schlechte.
[…]
Es gibt Handlungen, deren moralische Verwerflichkeit deshalb ohne Ansehung des Kontextes von außen beurteilbar ist, ohne dass deshalb über die Gesinnung, also die moralische Qualität der handelnden Person, ein definitives Urteil gefällt werden muss. Über die Lobwürdigkeit einer Handlung kann – aufgrund des Handlungstypus – häufig ebenfalls von außen geurteilt werden, allerdings nur im Sinne eines prima facie Urteils, das durch die Aufdeckung eines korrumpierenden Kontextes revisionsbedürftig werden kann. Worauf es mir ankommt ist, zu zeigen, dass die Annahme von Einzelhandlungen als diskreten Entitäten die Bedingung eines die Lebenspraxis begleitenden ethischen Diskurses ist.
[…]
Fast jede Handlung steht in einer Anzahl verschiedener Kontexte. […] Jeder dieser Kontexte kann dazu dienen, die Handlung zu beschreiben. Komplexe Handlungen sind Handlungen, die wir beschreiben, indem wir sagen, dass jemand etwas tut, indem er etwas anderes tut oder unterlässt.
[…]
Spaemann personenWichtig ist hier, dass es sich nicht um eine zeitliche Folge von Ursachen und Wirkungen, von Mitteln und Zwecken handelt, sondern um eine Integration von Bedeutung. Das Gelingen des Lebens verhält sich zu den Handlungen, die diesem telos dienen, nicht wie der Zweck zu den Mitteln, sondern wie das Ganze zu den Teilen. Die Teile erfüllen eine Funktion für das Ganze, aber sie bilden zusammen selbst dieses Ganze. Die einzelne Handlung aber ist nur dadurch Teil des Ganzen eines gelungenen Lebens, dass sie selbst bereits ein Ganzes ist, indem sie zu einem bestimmten Zeitpunkt die handelnde Person zur Erscheinung bringt. Der Mensch ist der, der dies – und das heißt, der ’so etwas’ – tut.
Die Beschreibung der Handlung, also die Definition des ’so etwas’ kann, wie wir sahen, verschieden sein, aber sie ist nicht beliebig. Ich kann, …, von jemandem sagen: ‘Er hat Peter eine Mitteilung gemacht’ oder ‘er hat Hans beleidigt’ oder ‘er hat sich gerächt’. Aber diese Beschreibungen stehen in einem eindeutigen Verhältnis der Über- und Unterordnung zueinander. Er hat sich gerächt, indem er Hans beleidigte, und er hat Hans beleidigt, indem er gegenüber Peter bestimmte Äußerungen tat. Diese Reihenfolge ist nicht umkehrbar. Vor allem aber: die jeweils spätere Beschreibung hebt die jeweils frühere, grundlegendere nicht auf. Man kann mit Bezug auf sie nicht, wie es der amerikanische Moraltheologe McCormick tut, von einem ‘expanded object’ sprechen, das es erlaubt, eine an sich unsittliche Handlung umzudefinieren und in eine sittliche zu verwandeln: so also zum Beispiel die Handlung der Tötung von zehn unschuldigen Menschen in die Handlung der Rettung von 100 anderen, die, wenn diese Tötung verweigert worden wäre, hätten sterben müssen. Diese konsequentialistische oder ‘proportionalistische’ Sicht läßt nicht nur die identifizierbaren Einzelhandlungen in einem Bedeutungskontinuum untergehen, sie ist auch, worauf schon Pascal hinwies, eine Schule der Unaufrichtigkeit. Die Kunst, die sie lehrt ist: ‘diriger l’intention’. Wem es am besten gelingt, dem, was er tun will, eine gute Absicht zu unterlegen und alles andere zu verdrängen, der hat einen Freibrief, zu tun, was er will. Die einzelne Handlung hat als solche gar keine Identität und daher auch keine sittliche Qualität.”

Aus: Spaemann, Robert (2000). Einzelhandlungen. Zeitschrift für philosophische Forschung 54(4): 514-531.

Die Gutmenschen des Jahres 2015

Kennen Sie:

Prof. Dr. Nina Janich (Sprecherin); Stephan Hebel, Dr. Kersten Sven Roth, Prof. Dr. Jürgen Schiewe und Prof. Dr. Martin Wengeler?

Nein?

Dann wird es Zeit, denn die fünf Mitglieder der Unwort-Jury wurden von den Jurymitgliedern der eigens ins Leben gerufenen ScienceFiles “Gutmensch-des-Jahres-Jury” zu Gutmenschen des Jahres 2015 gewählt.

Die fünf Mitglieder der Jury “Unwort des Jahres”, so lautet es in der Begründung der ScienceFiles-Jury, setzen sich seit Jahren und vollkommen wirkungslos dafür ein, Sprachhygiene zu betreiben und Worte, die der Jury nicht gefallen, zu ächten und aus dem Wortschatz des guten, braven und politisch-korrekten Deutschen zu streichen.

So hat sich die Unwort-Jury bereits im Jahre 2011 bemüht, das Wort “Gutmensch” aus dem deutschen Sprachschatz zu tilgen, damals mit der folgenden Begründung:

darwin-great“Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des “guten Menschen” in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren. Ähnlich wie der meist ebenfalls in diffamierender Absicht gebrauchte Ausdruck Wutbürger widerspricht der abwertend verwendete Ausdruck Gutmensch Grundprinzipien der Demokratie, zu denen die notwendige Orientierung politischen Handelns an ethischen Prinzipien und das Ideal der Aushandlung gemeinsamer gesellschaftlicher Wertorientierungen in rationale Diskussionen gehören. Der Ausdruck wird zwar schon seit 20 Jahren in der hier gerügten Weise benutzt. Im Jahr 2011 ist er aber in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden und hat somit sein Diffamierungspotential als Kampfbegriff gegen Andersdenkende verstärkt entfaltet.”

Die gerügte Weise der deskriptiven Beschreibung einer bestimmten Gattung Mensch, nämlich solcher, die andere mit ihrem guten Tunwollen verfolgen und zum richtigen politisch-korrekten Dasein reformieren oder missionieren wollen, hat natürlich nichts mit einer Abqualifizierung zu tun, denn der deskriptive Gebrauch des Begriffs “Gutmensch” zur Bezeichnung derer, die sich im warm glow ihrer eigenen Gutheit sonnen wollen, hat mit Bewertung nichts zu tun.

Vielmehr werden Bewertungen wie “in hämischer Weise”, “abzuqualifizieren” oder “in diffamierender Absicht” von der Unwort-Juri in hämischer Weise an die Benutzer des Begriffs “Gutmensch” herangetragen, um diese in diffamierender Absicht abzuqualifizieren. Hätte die Unwort-Jury nicht diese Absicht, sie hätte die Definitionen, die dem Begriff “Gutmensch” und damit auch seinem Gebrauch zu Grunde liegen, sicher gewürdigt und nicht in Bausch und Bogen alle, die den Begriff benutzen, über den ihr genehmen Kamm geschoren.

Entsprechend ist sich die ScienceFiles-Jury darin einig, dass dem Gutmenschentum der Unwort-Jury in all seiner Selbstprofilierung und Selbstbeweihräucherung Rechnung getragen werden muss, wenngleich wir erst durch die neuerliche Unwort-Wahl der Unwort-Jury zu dem Schluss gekommen sind, dass die Unwort-Jury nun den Titel Gutmenschen des Jahres 2015 redlich verdient hat, denn: Die Unwort-Jury hat sich nicht vom vollkommenen Misserfolg des Jahres 2011 entmutigen lassen und ist weiter den Weg der Sprachmissionierung sprachlicher Unwort-Verwender geschritten.

Gutmensch des JahresNun im Jahr 2015 hat die Jury die einmalige Möglichkeit, den Begriff “Gutmensch” abermals zum Unwort zu erklären und ihn nunmehr mit Flüchtlingen in Verbindung zu bringen und ihn auf die Unterstellung, er sei nur dazu da, “Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd” zu “beschimpfen”, reduziert, und zwar ohne sich mit den Argumenten derer, die von Gutmenschen sprechen, auseinanderzusetzen. Diese Form der Pauschalisierung einer Begriffsverwendung, die einerseits im Widerspruch zur Pauschalisierung des Wortes durch die Unwort-Jury aus dem Jahre 2011 steht, anderseits zeigt, dass die Unwort-Jury es wirklich mit ihrem Missionarstum ernst meint und, wenn der Begriff “Gutmenschen” nun nach dem neuerlichen Unwort-Angriff weiterhin Verwendung findet, vermutlich im Jahre 2019 abermals auf das Wort “Gutmensch” zugreifen wird, um abermals mit neuer und widersprüchlicher Begründung ihr immerselbes Anliegen durchzusetzen.

Warum ist die Unwort-Jury so akribisch damit beschäftigt, eine Diskussion über den Begriff “Gutmensch”, seine Definition und Verwendung zu verhindern und will ihn statt dessen aus dem Sprachgebrauch tilgen?

Wir wissen es nicht. Es sind halt Gutmenschen, die gutes tun wollen, wenn sie auch nicht wissen, warum und wozu. Und deshalb gebührt ihnen der Titel:

Gutmenschen des Jahres 2015!

Denn nur an solchen Gutmenschen wie der Unwort-Jury kann eine Demokratie wirkungsvoll (und natürlich nachhaltig) zu Grunde gehen.

 

Forschung zu Gutmenschen:

 

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Bücherverbrennung heißt jetzt Bücherentfernung

Kennen Sie den Bandwagon-Effekt?

Die Bezeichnung geht auf einen reich dekorierten Wagen zurück, der im Rahmen einer Parade eine Musikkapelle beherbergt hat.

Im Verlauf der Zeit hat sich der Bandwagon zu einer Metapher für Erfolg entwickelt, was nicht zuletzt darauf zurückgeführt werden kann, dass ein Bandwagon im US-amerikanischen Vor-Wahlkampf genutzt wurde, um den Sieger einer Vorwahl zu verkünden und zu zeigen. Insofern will jeder Kandidat auf den Bandwagon.

Abstrahiert man etwas mehr, dann wird der Bandwagon zu etwas, das für Erfolg oder die Insignien von Erfolg steht, das Dritte gerne hätten und entsprechend imitieren wollen. Das ist so etwas, wie die inoffizielle Bedeutung, die Ökonomen dem Bandwagon-Effekt zuweisen:

“Bandwagons are also used to characterize ‘irrational exuberance’ of investors in the stock market. According to this view, investors observe that others have recently been highly successful in the market. They then follow their example, regardless of market fundamentals. Bandwagon effects in this context are a type of herd behavior” (Rohlfs, 2003: 1).

Der Bandwagon-Effekt beschreibt also ein nachahmendes, imitierendes Verhalten, das mit dem Ziel ausgeführt wird, einen Nutzen, einen Gewinn, in jedem Fall etwas Positives zu erreichen, das andere mit dem entsprechenden Verhalten bereits erreicht haben.

Nun verändern wir den Markt.

Nicht mehr der Aktienmarkt ist Gegenstand der Betrachtung, sondern der Markt für politische Korrektheit. Der Markt für politische Korrektheit ist ein symbolischer Markt auf dem Korrektheitsbekundungen zum Tausch angeboten werden. Die Marktteilnehmer sind Personen, deren Bemühen darin besteht, sich als politisch korrekt und damit in ihren Augen als gut und in jedem Fall als getreuer Vasall einer moralischen Obrigkeit zu zeigen.

In Ermangelung eigener Ideen leben die Anbieter von Korrektheitsbekundungen ständig in einer fast schon ekstatischen Vorahnung ihrer kommenden Gut-Handlungen. Sie antizipieren die eigene Gutheit, deren adäquates Ausdrucksmittel durch moralische Hypes und Paniken geliefert wird, wie sie Gesellschaften regelmäßig heimsuchen, wenn ein Anbieter von politisch-korrekter Führung z.B. zum Boykott oder zur Aufregung über Personen oder Organisationen aufruft, die sich aus seiner Sicht eines Übertritts gegen die politische Korrektheit schuldig gemacht haben.

Dann strömen die Korrektheitsbekunder auf den Markt des politisch Korrekten, um dort ihre Zugehörigkeit zur Gilde der Besseren zu bekunden, um sich moralisch zu reinigen und als verlässliches Mitglied einer gemeinsam eingebildeten Kultur des Besseren zu erscheinen.

Wie gesagt: Sie brauchen einen Anlass, die Korrekten, aber Passiven. Sie brauchen eine Verfehlung, um in Schwung zu kommen, um gegen den Verfehler vorzugehen und sich in die Reihe derer einzureihen, die man vielleicht als politisch-korrekten Lynchmob bezeichnen kann, denn bei politisch-korrekten Feldzügen geht es nicht nur darum, die eigene Korrektheit zu bekunden, sondern auch darum, das als unkorrekt Erkannte auszumerzen.

Felidae

Amazon.co.uk hat sie noch! In deutscher Sprache

Früher hat man das z.B. damit getan, dass man öffentlich Bücher verbrannt hat. Jeder, der ein Buch ins Feuer geworfen hat, der hat sich damit quasi selbst gereinigt und zudem gezeigt: Ich bin einer von Euch. Ich werfe diesen vermeintlichen Schund ins Feuer, bringe ihn als Opfer für die eigene Zugehörigkeit und die damit verbundene Einbildung, ein guter Mensch zu sein.

Heute werden Bücher nicht mehr verbrannt. Das ist out. Heute werden sie entfernt – aus Büchereien zum Beispiel.

Damit kommen wir zu einem eMail-Wechsel, den ein Leser von ScienceFiles geführt und uns zur Verfügung gestellt hat.

Der Leser nutzt die Stadtbibliothek in Nürnberg und hat dabei Folgendes festgestellt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Sommer konnte ich mehrere Katzenkrimis des deutsch-türkischen Schriftstellers Akif Pirincci im Bestand der Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg finden.

Diese Bücher sind jetzt nicht mehr in der Stadtbibliothek zu finden.

Können Sie mir mitteilen, warum die Katzenkrimis nicht mehr im Bestand der Stadtbibliothek sind?
Sind die ausgemusterten Exemplare käuflich zu erwerben?

Mit freundlichen Grüßen

Zur Antwort hat er die folgende eMail erhalten:

Schandtat[…]

aufgrund einer Entscheidung der Bibliotheks-Leitung wurden sämtliche Bücher, welche von Herrn Pirincci verfasst wurden, aus dem Bestand entfernt.

Diese Entscheidung wurde mit Hinblick auf seine Äußerungen bei einer Pegida-Veranstaltung in Dresden getroffen. Eine käufliche Erwerbung der Medien ist leider nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Ob die Bibliotheks-Leitung der Stadtbibliothek Nürnberg sich nun besonders gut fühlt? Ob man dort denkt, dadurch, dass man auf den bundesweiten Bandwagon derjenigen aufgesprungen ist, die die Gelegenheit von Pirinccis Rede in Dresden nutzen wollen, um sich als gute Menschen, als moralische Herrenmenschen zu inszenieren, deren Überlegenheit jedoch so fragil ist, dass sie alle Erzeugnisse des dann wohl Untermenschen Pirincci aus dem Verkehr ziehen müssen?

Stadtbibliothek NuernbergDass Angestellte der Stadt Nürnberg, die eine aus Steuermitteln finanzierte Bibliothek am Laufen halten sollen und damit sie dies tun ebenfalls aus Steuermitteln bezahlt werden, überhaupt auf die Idee kommen, sie könnten die Frage, ob ein Buch eines Autors im Bestand der Bibliothek bleiben soll, kann oder muss oder nicht, eigenständig und in allumfassender Selbstüberschätzung treffen und nur mit dem Motiv, sich selbst als moralischer Herrenmensch zu gerieren, erscheint uns nicht ganz normal.

Dass darüber hinaus, etwas, was ein Autor in einem Zusammenhang gesagt hat, auf Bücher, auf Katzenkrimis übertragen wird, die mit dem, was der Autor im nämlichen Zusammenhang gesagt hat, überhaupt nichts zu tun haben, muss man dann wohl als moralischen Herrenmenschen-Fehlschluss bezeichnen.

Aber: Nehmen wir die Korrektheitsbekunder aus der Stadtbibliothek Nürnberg, die dadurch Brownie-Points verdienen wollen, dass sie besonders politisch korrekt, sogar so korrekt sind, dass sie selbst Bücher, die nicht zu beanstanden sind, aus dem Regal nehmen, beim Wort. Wir erwarten, dass die moralischen Herrenmenschen auch Bücher von Karl Marx, von Georg Friedrich Wilhelm Hegel und von Martin Heidegger aus den Regalen nehmen –  drei veritable Antisemiten oder Rassisten.

Oder beschränkt sich die Kundgebung politischer Korrektheit darauf, auf den Bandwagon zu springen, der Brownie-Punkte und eingebildete Zugehörigkeit zur Gruppe moralischer Herrenmenschen verspricht, auf Bücher von Akif Pirincci?

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Reines deutsches Liedgut vom unbedenklichen Sänger

Wer der internationalen Presse folgt, der erlebt derzeit, wie aus Xavier Naidoo wahlweise ein antisemitischer Singer wird (Arutz Sheva), ein homophober Sänger (Japan Times) oder ein Sänger, dessen Texte Juden verspotten (The Telegraf).

Immer mit von der Party, wenn es darum geht, Naidoo zu diskreditieren, ist Anetta Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung:

“I find his nomination problematic,” agreed Anetta Kahane of the Amadeu Antonio Foundation. “I know him personally. He is a nice guy. But this is not enough. He has to address the discrepancy between who he is and what he writes.”

Naidoo_So einfach ist es in den Kreisen der politisch Korrekten, einen Sänger, den man angeblich persönlich kennt, zu diskreditieren. Wir kennen Kahane nicht persönlich, finden die Art und Weise, wie sie als Justitia der politischen Korrektheit aufzutreten können glaubt, ausgerechnet sie, die eine Geschichte, eine IM-Geschichte mit der Stasi hat, bei der bereits in der Vergangenheit mehrere persönliche Bekannte von Kahane auf der Strecke geblieben sind, problematisch.

Aber scheinbar spricht es sich dann besonders gerne von Moral und scheinbar sonnt man sich selbst besonders dann gerne im Heiligenschein der eigenen Moralität, wenn man bereits bewiesen hat, was man von Moral hält. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich bekanntlich völlig ungeniert.

Wir wollen die Groteske um Xavier Naidoo heute zum Anlass nehmen, um uns der Angelegenheit aus ethnomethodologischer und somit verfremdeter Perspektive zu widmen.

Zunächst zu den Anklagepunkten:

  • “Am Tag der Deutschen Einheit 2014 sprach er vor rechtspopulistischen Reichsbürgern, die Deutschland nicht als souveränen Staat anerkennen.”
  • “2012 löste der Text des Liedes “Wo sind sie jetzt” von Naidoo und Kool Savas Empörung aus. Dort geht es in sehr vulgärer Sprache um Kindermorde, einige Passagen wurden als schwulenfeindlich kritisiert, Homosexuelle würden mit Pädophilen gleichgesetzt.”
  • Schließlich singt Naidoo von  Baron Deadschild und benutzt das jiddische Wort “Shmock”, dessen Bedeutung sich niemand zu benennen traut… es ist halt vulgär.

Was ist von den Anklagepunkten zu halten?

  • Mit seiner Rede nimmt Naidoo die bürgerlichen Rechte wahr, die jeder Bürger im Grundgesetz garantiert bekommen hat. Wer daran Anstoß nimmt, hat ein Problem mit Meinungsfreiheit und sollte nach Venezuela ausreisen.
  • Was ist aus der vielbeschworenen künstlerischen Freiheit geworden? Gilt die entsprechende Freiheit, in Liedtexten nur dann, wenn sich Beleidigungen an die richtige Adresse richten, wie z.B. im Lied “Sie brauchen keinen Führer” von Udo Lindenberg?:
    “Nein, sie brauchen keinen Führer,
    nein, sie können’s jetzt auch alleine
    nein, sie brauchen ihn nicht mehr
    diese neuen Nazi-Schweine”

Wie gewöhnlich reduziert sich die ganze Gutmenschen-Aufregung auf die Fragen: Wer bestimmt, was als künstlerische Freiheit gilt? Wer definiert das politisch Korrekte? Wer bestimmt, was Meinungsfreiheit umfasst?

StasiWie gewöhnlich, so bleibt auch dieses Mal die Meinungsfreiheit auf der Strecke, denn man kann Freiheit nicht nach erlaubtem oder unerlaubtem Gebrauch differenzieren. Das tun nur diejenigen, die wie Kahane eine Diktatur der Gutmenschen einführen wollen, in der Freiheit genau auf der Parzelle möglich ist, die von den Gesinnungswächtern für Meinungsfreiheit freigegeben wurde.

Und wieso eine Kultur, die kein Problem damit hat, einem Transvestiten und seinem Lied zuzujubeln, ein Problem damit hat, einem mixed Sänger zuzujubeln, der in der Vergangenheit seine Bürgerrechte wahrgenommen und ein par explizite Liedtexte gemacht hat, die einem nicht gefallen müssen, die man sich nicht einmal anhören muss, das sind Fragen, die nur die Gutmenschen beantworten können, die angetreten sind, die Welt von unautorisierter Wahrnehmung der Meinungsfreiheit zu reinigen.

In jedem Fall kann man feststellen, dass es in Deutschland eine Anzahl von Personen gibt, die sich langweilen, und die nichts anderes mit ihrer Zeit anzufangen wissen, als sich z.B. auf Sänger zu stürzen, denen sie einen Fehltritt in der Vergangenheit nachweisen zu können glauben. Dass die Stasi abgeschafft wurde, ist angesichts von Stiftungen wie Amadeu Antonio kein Wunder. Die Stasi ist einfach überflüssig geworden.

“Der Eurovision Song Contest ist ein fröhliches Event, bei dem die Musik und die Völkerverständigung im Mittelpunkt stehen sollen. Dieser Charakter muss unbedingt erhalten bleiben.” Das sagt der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Und gerade wenn dem so ist, hätten Schreiber und der NDR an Naidoo festhalten müssen und sich nicht politischem und ideologischem Druck der auf einem genetischen Fehlschluss basiert, beugen dürfen, denn nun ist klar: es geht in jedem Fall um Politik und um Ideologie und nicht um ein fröhliches Event der Völkerverständigung, denn wäre dem so, das Lied wäre wichtig, die Qualität der künstlerischen Darbietung und nicht die moralische Integrität oder die beanstandungsfreie Vergangenheit des Sängers.

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Sänger für Deutschland – Wir retten die Eurovision

Er singt nicht! Kein Lied für Deutschland.

Der Eurovision Song Contest, er findet ohne Xavier Naidoo statt. Der NDR, der Naidoo ins Rennen schicken wollte, hat angesichts der “unglaubliche[n] Hetze”, der “widerliche[n] Heuchelei” und dem “blinden Hass” (Marek Lieberberg), der Naidoo nach seiner Nominierung entgegengeschlagen ist, kalte Füße bekommen und einen Fallrückzieher gemacht.

Kein Naidoo für Deutschland.

Naidoo_Es ist dies eine Groteske, wie es sie nur in Deutschland geben kann, im Deutschland der entfesselten Gutmenschen, die mit “Hass” und “Hetze” und “Heuchelei” über alle herfallen, die sie des Hasses, der Hetze und der Heuchelei verdächtigen. Eine wahre Hetz- und Hassorgie hat Naidoo ausgelöst, was zeigt, wie wichtig Menschen wie Xavier Naidoo für die orgiastische Purifikation von Gutmenschen sind.

Doch genug damit.

Es ist Not am Mann. Deutschland steht sängerlos da.

Am Ende findet der Eurovisions-Contest ohne deutsche Beteiligung statt. Nicht, dass uns das auffallen würde. Auf den britischen Inseln ist der Eurovisions-Songcontest ein nicht-Event, was wohl daran liegt, dass Briten eine Abneigung dagegen haben, politische Bewertungen von Staaten auf Sänger zu übertragen.

Immer noch ist Not am Mann.

Gesucht ist der Sänger, sind die Sänger für Deutschland.

Gehen wir bei der Suche wissenschaftlich, kriteriengeleitet vor.

  1. Eurovision_2016.pngWer auch immer für Deutschland singen wird, er darf in der Vergangenheit keine eigene Meinung geäußert haben. Eigene Meinungen können Kritik enthalten oder Gutmenschen echauffieren.
  2. Wer auch immer für Deutschland singen wird, er darf nicht in der Öffentlichkeit stehen. Wer in der Öffentlichkeit steht, der kann – zufällig oder beabsichtigt – in den Sucherausschnitt einer Kamera geraten sein, in den auch eine persona non grata geraten ist, z.B. Sarrazin, Eurovisions-Singer mit Sarrazin in der Berliner Oper fotografiert, meint: Eurovisions-Singer posiert mit Sarrazin. Geht nicht. Nur saubere Sänger für Deutschland.
  3. Wer auch immer für Deutschland singen wird, er muss Liedtexte ausgewogen nach Geschlecht, sexueller Orientierung darbieten und muss dies unter Ausschluss von Worten tun, die in der Phantasie von Gutmenschen mit Rassismus verbunden werden können. Instrumentale Lieder sind nicht zugelassen. Das ist ein Problem. Natürlich stehen auch Instrumente im Verdacht, homophob oder sexistisch oder rassistisch zu sein. So stehen Trompeten für nationalistische Bergfeste, Trommeln erinnern an Kolonialismus, an Vorstellungen von Kannibalen, die um einen Topf sitzen, in dem ein Missionar gekocht wird und dabei auf Trommeln schlagen, und außerdem sind die meisten Musikinstrumente sexistisch. Das ist einfach so.
  4. Und: “Der Eurovision Song Contest ist ein fröhliches Event, bei dem die Musik und die Völkerverständigung im Mittelpunkt stehen sollen. Dieser Charakter muss unbedingt erhalten bleiben.” Das sagt der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Also ein fröhlicher Sänger: Fiesta Mexikana und ein Prosit der Gemütlichkeit. Aber das gibt es schon. Völkerverständigung in Deutsch wird auch schwierig, viele Teilnehmer sprechen kein Deutsch…

Nun denn, die Kriterien für die Auswahl des deutschen Singers für die Eurovision:

  • hat keine Meinung; keine eigene Meinungsäußerung ist überliefert;
  • ist unbekannt und in keiner Weise in Erscheinung getreten;
  • spielt kein Instrument und gibt Gutmenschen keinerlei Anlass an Rassismus, Sexismus oder Sonstismus zu denken;
  • ist fröhlich,
  • ist völkerverständig…

Das ist die Aufgabe, die wir mit einem kleinen Algorithmus gelöst haben. Eine Suche im Internet hat dann genau einen Kandidaten ergeben, der sich in jeder der fünf genannten Hinsichten qualifiziert.

Unser Kandidat für den Eurovision Songcontest 2016, es ist:

Der MDR Kinderchor!

Völkerverständigung:

“Der einzige Kinderchor der ARD ist zu Hause im Herzen Mitteldeutschlands, der Heimat vieler berühmter Komponisten. Hier wurden (und werden) Werke geschrieben und uraufgeführt, die man in der ganzen Welt kennt.”

Kinder:

keine Meinung, kein Rassismus, kein Sexismus, die reine Unschuld;

Und die frohe Botschaft:

“Das Repertoire ist dabei äußerst vielfältig und umfasst Kinderlieder, anspruchsvolle A-cappella-Musik…”

A-cappella: Keine Instrumente!

Es gibt keine Alternative zum Kinderchor des MDR.

Wir fordern daher den NDR auf, – als Wiedergutmachung für den Vorschlag von Xavier Naidoo – den Kinderchor des MDR ins Eurovisions-Rennen zu schicken.

An alle, die sich zuständig fühlen: Bitte starten Sie die Petition, mit der der NDR zur Nominierung des MDR-Kinderchores angeregt, also gezwungen werden soll noch heute. Die Völkerverständigung, die Freude und der Songcontest, ja der Weltfrieden, sie stehen auf dem Spiel!

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Vergifter des sozialen Klimas: Würden Sie dieser Kindergärtnerin Ihr Kind überlassen?

Durch Zufall sind wir auf eine “Handreichung für Kindertagesstätten im Umgang mit Rechtsextremismus” gestoßen. Verantwortlich für die Handreichung ist die Amadeu-Antonio-Stiftung. Finanziert hat die Handreichung sowie das “langfristig angelegte Projekt AUGEN-BLICK” das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Und die Handreichung, sie hat uns geschockt: Als Wissenschaftler, da sie sich seitenweise liest, wie eine Anleitung zur Zerstörung von Kooperation in Gesellschaften, wie eine Neuauflage der Robber’s Cave Experimente, dieses Mal jedoch mit dem Ziel, dauerhafte Feindschaft zwischen Menschen herzustellen, und als Gesellschaftsbeobachter, wird doch mit dieser Handreichung deutlich, warum Deutsche nicht mehr miteinander reden, nicht mehr miteinander reden können. Stiftungen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, sie sorgen dafür.

Die Seiten 32 bis 34 der Handreichung sind mit einem denkwürdigen Interview mit einer Erzieherin in einer Kindertagesstätte in Mecklenburg-Vorpommern angefüllt. Ein Interview, das betroffen macht, das zeigt, wie form- und manipulierbar vermeintlich erwachsene Menschen sind, wie sehr sich angeblich erwachsene Menschen, die mit der Erziehung von Kindern beauftragt sind, indoktrinieren lassen und wie erbärmlich das Bild ist, das sie als ideologisierte Zombies abgeben, die nicht mehr sehen, was sich vor ihnen befindet, sondern nur noch das, was ihnen von Ideologen in einer Weiterbildung eingetrichtert wurde.

Das Interview ist ein Musterbeispiel für Stigmatisierung und die Bildung von Vorurteilen. Es zeigt, dass es für beide Prozesse keinerlei eigene Erfahrung braucht. Die Stigmatisierten können sich verhalten oder auch nicht, was zählt sind die Phantasien, die diejenigen, die sich doch für gut halten, über sie entwickeln. Es ist ein erschreckendes Zeugnis dafür, wie Ideologien Wahrnehmung verunmöglichen, Menschlichkeit beseitigen und dazu führen, dass Interaktion zwischen Menschen unmöglich wird, unmöglich, weil die eine Hälfte zu ideologischen Gut-Zombies mutiert ist, und die andere Hälfte von den Phantasien der Gut-Zombies zu Dämonen des Bösen stilisiert wird.

Lassen Sie sich schockieren:

Vergiftung des sozialen Klimas I“Wie haben sie erkannt, dass sie Kinder von rechtsextremen Eltern in ihrer Einrichtung betreuen?
Ich habe es erst gar nicht bemerkt. Da ich noch nicht lange in der Region lebe, kenne ich oftmals die Hintergründe der Eltern nicht. Kolleginnen haben in der Dienstbesprechung erzählt, dass wir es wohl mit rechten Eltern zu tun haben. Einordnen konnte ich das aber immer noch nicht richtig. Ich habe auch meistens nur die Mutter der Kinder gesehen. Wir haben dann eine Weiterbildung gemacht über den Träger unserer Einrichtung, da ging es um Rechtsextremismus. Da war ich sehr erschrocken. Auf einmal haben wir die Mutter und Vater mit anderen Augen gesehen. Autokennzeichen und Kleidung konnte ich dann einordnen. Auf dem Auto waren Aufkleber. Auf einem stand »Todesstrafe für Kinderschänder«. Wir hatten vor den Wahlen auch NPD-Flyer in der Auslage unserer Kita zu liegen.”

Rechtsextreme Eltern, so lernen wir, unterscheiden sich in nichts von anderen Eltern. Sie und ihre Kinder fallen nicht auf. Erst wenn eine Weiterbildung dazu führt, dass ein Erzieher “Autokennzeichen und Kleidung” einordnen kann, dann fällt die Tarnung rechtsextremer Eltern und ihrer Kinder. Eltern wie Kinder sind dann zwar immer noch unauffällig, immer noch gibt es nichts, was nahelegen würde, dass sie eine Gefahr darstellen, sie handeln nicht zum Nachteil von anderen, begehen keine Übergriffe und traktieren niemanden mit ihrer Weltsicht, aber sie sind als rechtsextreme erkannt, anhand von “Autokennzeichen und Kleidung”. Sie sind im wahrsten Sinne durchschaut und ab jetzt wird alles, was sie tun, auf Grundlage dieser Einsicht in die Intentionen und Einstellungen, die rechtsextreme Eltern und ihre Kinder bestimmt haben müssen, bewertet.

Die Kriminologie und die Vielzahl der Arbeiten über deviantes Verhalten sind voller Beispiele dieser Art, in denen Stereotypisierungen von Außenstehenden gebildet  und auf die so Stereotypisierten angewendet werden, mit dem Erfolg, dass die Stereotypisierten sich entweder so verhalten, wie es an sie herangetragen wird oder jede Form der Interaktion zwischen den Stereotypisierten und den Stereotypisierern verunmöglicht wird, eine Situation, die nur mit Gewalt oder dadurch gelöst werden kann, dass eine Partei das Feld räumt.

Nun, da der Kindergärtnerin die Augen geöffnet wurden und sie weiß, dass die unauffälligen Eltern eigentlich fiese Rechtsextremisten sind, die nur darauf warten kleine nicht-rechtsextreme Kinder zu kochen und zu fressen, nun ist die gesamte Wahrnehmung der Eltern und ihrer Kinder von diesem Thema beherrscht:

Vergiftung des sozialen Klimas II“In welcher Form unterwanderten die rechtsextremen Eltern den Alltag der Einrichtung?
Ich weiß gar nicht, ob ich dazu Unterwanderung sagen kann. Die sind eben sehr
engagiert und bemühen sich sehr darum, bei uns alles mit zu machen. Zu Weihnachten machen wir immer einen kleinen Basar. Die rechtsextreme Mutter will da ganz viel mitmachen. Auch in den Elternversammlungen ist die Frau immer da und fragt auch ganz viel. Sie hat auch angeboten auf Ausflüge mitzukommen. Eigentlich wünscht man sich als Erzieherin solche Eltern. Ich konnte bis jetzt immer ausweichen auf andere Eltern. Wenn ich nicht wüsste, welches Denken da in den Köpfen steckt würde ich mich freuen über so eine engagierte Mutter. Der Mann redet nicht viel mit uns, der ist ja auch selten zu sehen.”

“Die Frau”, von der die Kindergärtnerin hier mit spitzem Mund spricht, sie ist das, was man ein Muster an elterlichem Engagement nennt. Sie kümmert sich um ihre Kinder, ist bei Elternversammlungen stets anwesend und will sich sogar am “kleinen Basar” beteiligen. Darf sie aber nicht, denn sie ist rechtsextrem. Bakte sie einen Kuchen für den Basar, es wären bestimmt kleine Hakenkreuze in Schokolade darin zu finden. Stiftete sie etwas für den Basar, dann wäre dies vermutlich “Mein Kampf” in der ersten Auflage. “Die Frau” ist durch und durch böse, deshalb muss man sie meiden, ausgrenzen und nicht etwa integrieren. Integration ist nur für Menschen, in deren Kopf richtiges “Denken” steckt. Die Gedanken sind nicht frei in Deutschland. Wo kämen wir denn hin, wenn sie es wären?

Und weiter geht es mit der Stereotypisierung, die fast schon perverse Züge annimmt:

“Welches Verhalten konnten sie bei den Kindern der rechtsextremen Eltern
beobachten?
Wir haben im Team überlegt, ob uns da was auffällt. Meine Kollegin findet die
Kinder sehr gut erzogen. Die sind sehr exakt und genau. Ich finde die Kinder seltsam. Viel zu ruhig, spielen viel alleine oder als Geschwister miteinander. Seit dem ich weiß, dass die Familie auch mit anderen Familien in solche Lager fährt, finde ich es eher unheimlich, dass die Kinder überhaupt nichts erzählen. Ich bohre da nicht nach, weil ich die Kinder nicht in die Bredouille bringen will. Eigentlich tun sie mir leid, denn sie können ja nichts dafür, wo und wie sie aufwachsen.”

Kinder, die ruhig und wohl erzogen sind, die nicht herumschreien wie Wahnsinnige, sind also seltsam, geben Anlass zu Verdacht, auch deshalb, weil die Kinder mit ihren Eltern in “solche Lager” fahren. “Solche Lager”, solche halt, die so sind, dass solche herauskommen, solche Rechextreme, solche Eltern, die man lieber nicht in seiner schönen, sauberen Kindertagesstätte sehen würde, solche halt, die man früher deportiert hat, sie wecken Verdacht. Aber man will nicht bohren, schon weil man Angst hat, die eigenen Vorurteile könnten sich als falsch herausstellen und die eigene Überheblichkeit, die sich darin äußert, dass die Kinder mit Mitleid überschüttet werden, könnte sich als ebensolche herausstellen.

Wir hoffen, dieses Interview ist (statistisch) nicht normal, d.h. es gibt nicht die Normalität und den normalen IQ von Kindergärtnerinnen wieder. Wir hoffen, die Vergiftung des sozialen Klimas durch Weiterbildungen, in denen Kindergärtnerinnen, deren Gehirn offensichtlich noch nicht zum eigenständigen Denken in der Lage ist, in einer Weise indoktriniert werden, die anschließend den normalen Umgang mit bislang normalen Menschen verunmöglicht, ist eine Ausnahme, nicht die Regel.

fachstelle_transWenngleich wir befürchten, dass das Interview, das wir in Teilen wiedergegeben haben, keine Ausnahme ist. In jedem Fall ist es ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Stiftungen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung mit ihren Weiterbildungen und Handreichungen das soziale Klima in Deutschland vergiften und das zurückholen, was durch Humanismus und Rationalismus eigentlich überwunden wurde: Die Bewertung von Menschen auf Grundlage der eigenen Phantasie, der eigenen Vorstellung über deren Weltsicht, Intention und Neigung und eben nicht auf Grundlage ihrer Handlungen und ihres Tuns.

Die Gedanken sind frei? Nicht in Kindertagesstätten und nicht, wenn es nach der Amadeu-Antonio-Stiftung geht.

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Neid und Verachtung: Was den Gutmenschen ausmacht

Gutmenschen haben wir bereits einige Posts gewidmet. Von Studien über Gutmenschen haben wir berichtet und unsere eigene Definition und Typologie des Gutmenschen entwickelt. Dazu später.

Zunächst zum Neger, jenem Begriff, der für Gutmenschen so unerträglich ist, dass sie ihm die Existenz verweigern, in verfolgen, ausmerzen und seine Benutzung verbieten wollen.

Warum?

darwin-greatNeger ist ein deskriptiver Begriff. Er bezeichnet einen schwarzen Menschen. Mit dem Begriff Neger eine Bewertung zu verbinden, z.B. eine positive Bewertung, weil Neger in der Regel athletischer sind als Weiße, wie man bei Olympischen Spielen oder im Basketball regelmäßig sehen kann, ist eine Leistung dessen, der die entsprechende Bewertung vornimmt.

Man kann also festhalten, dass die Bewertung gar nichts mit der Beschreibung zu tun hat, dass sie von demjenigen, der sie mit dem Begriff “Neger” in Verbindung bringt, gemacht wird.

Wenn nun also ein Gutmensch nicht anders kann als mit dem Begriff “Neger” eine negative Bewertung zu verbinden, dann ist das seine negative Bewertung, dann kommt darin seine Verachtung für Neger zum Ausdruck, nicht die derjenigen, die den Begriff deskriptiv benutzt haben.

Man kann also festhalten, dass die Behauptung, der Begriff “Neger” sei negativ, sei diskriminierend, eine Behauptung ist, die sich nicht unbedingt aufdrängt, und es ist eine projektive Behauptung, die derjenige, der die negative Bewertung vornimmt, auf den Begriff und alle seine Benutzer überträgt.

Meyer WeltaltasNun stellt sich die Frage, warum sollte man allen seinen Mitmenschen, die den Begriff “Neger” benutzen, von Erich Kästner bis Otfried Preußler, von Immanuel Kant bis zu den Autoren von Meyers Weltatlas für Kinder, auf dessen Seite 64 der Begriff “Neger”, als historisch ethnographischer Begriff, der er nuneinmal ist, allein fünfmal geschrieben steht, warum sollte man ihnen allen niedrige Motive unterstellen, ihnen nachsagen wollen, sie wollten Neger diskriminieren?

Die Antwort kann keine rationale Antwort sein, denn wer andere vorab-bezichtigt, sie diskreditiert noch bevor er sie kennt, quasi in einem Rundumschlag, der macht damit Kooperation unmöglich und schadet sich auf lange Sicht selbst. Die Antwort muss entsprechend eine psychologische sein, und die Antwort, die sich hier quasi aufzwingt, ist ein Schuldkomplex, eine pathologische Projektion des eigenen schlechten Gewissens auf andere:

Weil Gutmenschen, die den Begriff “Neger” verbieten wollen, Neger verachten, deshalb wollen sie anderen den Begriff “Neger” verbieten, quasi als Form der Selbstbestrafung und Selbstreinigung. Ein solcher Masochismus ist nicht neu, neu ist, dass die Bestrafung über den Umweg der öffentlichen Reinigung vollzogen wird. Sie ist somit eine Form des Exhibitionismus, mit der Gutmenschen sich von jedem Verdacht, die Verachtung zu empfinden, die tatsächlich in ihnen schlummert, reinigen wollen. Zudem wollen sie die eigene Verachtung zum Massenphänomen stilisieren, um nicht mit ihren schlechten Gedanken alleine zu sein.

Dass dem so ist, dafür spricht die Wahl der Zielgruppen, die sich Gutmenschen für ihre Hilfe auserkoren haben. Dabei handelt es sich ausschließlich um Gruppen von Menschen, die man als weißer Gutmensch sozial unter sich verortet, Menschen, die in scheinbar armen Verhältnissen leben und deshalb zu Bildungsfernen degradiert werden können. Menschen, die keinen deutschen Stammbaum, der mindestens drei Generationen zurückreicht, nachweisen können, weshalb sie als dem eigenen deutschen Weißsein unterlegen angesehen werden und zu Personen mit Migrationshintergrund stereotypisiert werden können und besonders: Neger.

Alle Schwarzen eignen sich nach Ansicht von Gutmenschen hervorragend zur Degradierung, denn sie sind in Deutschland farbfremd, kommen nach Ansicht der Gutmenschen zumeist aus Entwicklungsländern, die man unter sich verortet, kurz: Sie erfüllen alle Kriterien, um von Gutmenschen auf der sozialen Leiter noch unterhalb der eigenen Position eigneordnet werden zu können.

Und deshalb können sie missbraucht werden, dazu missbraucht werden die Verachtung, die Gutmenschen für alle empfinden, die sie sozial unter sich wähnen, zu zelebrieren und dafür zu sorgen, dass für alle sichtbar wird, dass die entsprechenden Gruppenangehörigen auch sozial untergeordnet sind. Wie zeigt man das am besten: Indem man die entsprechenden Gruppenangehörigen zum Schutzgut degradiert, indem man erklärt, sie seien zu hiflos, um sich selbst zu helfen. Deshalb bedürften sie der Hilfe durch Gutmenschen, die auf diese Weise ihre soziale Position gesichert haben und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: (1) Sie können sich als Helfer zelebrieren, die denjenigen, die sie kleingeredet haben, helfen wollen, wieder groß zu werden, und (2) sie können die Verachtung kaschieren, wie sie denken, die sie in erster Linie motiviert hat die entsprechenden sozialen Gruppen zu Zielgruppen zu machen.

Und deshalb haben wir für Gutmenschen des beschriebenen Typs nur Verachtung (Das war eine Bewertung, die auf einer Begründung basiert: all das, was vor “Und deshalb” steht.).

Entsprechend müssen wir unsere Typologie der Gutmenschen um den “bösartigen Gutmenschen” ergänzen, der seinen Minderwertigkeitskomplex in Verachtung gegenüber denjenigen umwidmet, die er unter sich wähnt. Seine angebliche soziale Überordnung, will er dadurch sicherstellen, dass er sich in der Person des Helfers zelebriert.

Darüber hinaus gibt es noch die folgenden Typen von Gutmenschen:

Weber Wissenschaftslehre

  • Zweckrationale Gutmenschen; Sie missionieren andere, um sich damit einen eigenen Vorteil zu verschaffen.
  • Wertrationale Gutmenschen; Ihnen geht es um die Seele ihrer Opfer. Wertrationale Gutmenschen verfolgen ihre Opfer, wenn es sein muss bis ans Kreuz, werten Menschen mit anderer Meinung ab, wo sie ihnen begegnen.
  • Affektive Gutmenschen; Affektive Gutmenschen halten sich einfach für gut. Es gehört zu ihrem Selbstbild. Sie hinterfragen nichts und verfolgen keine Ziele, sie bilden die unterstützende Masse, die auf die Führung durch Führer (vermutlich Opportunisten, also zweckrationale Gutmenschen) warten.

Gutmenschen haben wir wie folgt definiert:

“Das, was den Gutmenschen ausmacht, ist sein missionarischer Eifer, der sich wiederum aus der eingebildeten Überlegenheit des eigenen unvernünftigen Überzeugungssystems speist. Dieses Überzeugungssystem zeichnet sich dadurch aus, dass es völlig unbegründet ist. Unbegründet ist ein Überzeugungssystem dann, wenn es keinerlei empirische Belege für seine Gültigkeit gibt. Das Überzeugungssystem ist unvernünftig, weil es auf transzendete Werte rekurriert, die das Zusammenleben unter Menschen erschweren oder gar verunmöglichen. Diesen transzendeten Werten opfern Gutmenschen das gute Zusammenleben mit anderen.”

Die Argumentation im vorliegenden Post ergänzt die Forschungsergebnisse von Eric J. Pedersen, Robert Kurzban und Michael E. McCullough, die gezeigt haben, dass Gutmenschen in erster Linie von Neid getrieben werden.

Langsam nähern wir uns dem an, was Clifford Geertz “dichte Beschreibung” genannt hat, eine dichte Beschreibung von Gutmenschen.

©ScienceFiles, 2015

Heteronormative und sexistische Papiertüten

Der wissenschaftliche Nachwuchs macht wieder von sich reden; dieses Mal der Nachwuchs aus Würzburg, wo angehende Wissenschaftler, diejenigen, die in ein paar Jahren für sich beanspruchen wollen, die intellektuelle Elite des Landes, zumindest im Hinblick auf formale Bildungstitel zu stellen, in Papiertüten den Klassenfeind erkannt haben.

Uni WuerzburgEntsprechend machen sie in einer Weise von sich reden, die zeigt: Zwischen formaler Bildung z.B. einer (Fach-)Hochschulreife und Intelligenz besteht zuweilen bestenfalls eine Schnittmenge, über deren Ausmaß man sich genauer unterhalten müsste.

In Würzburg, an der dortigen Universität, ist es üblich, Erstsemestern Semesteranfangstüten auszuhändigen, in denen sich vornehmlich Werbegeschenke befinden. Schon 2013 hat der “Studentische Konvent” der Universität Würzburg auf Antrag der Referate “Ökologie” und “Gleichstellung” die Abschaffung dieser Semesteranfangstüten beschlossen. Zum Sommersemester 2015 hat sich der Sprecherrat an den Beschluss erinnert und die Semesteranfangstüten abgeschafft.

Erstsemestertuete“Durch die Verteilung der Tüten wurde[n] für eine lange Zeit Berge von Müll produziert, die noch Tage in der Mensa sichtbar waren. Die wenigen kostenlosen Werbegeschenke darin standen in keinem Verhältnis zum Aufwand der Entsorgung. Schon 2013 wurde folgender Antrag zu den Semesteranfangstüten beschlossen:

Jedoch wurde dieser Beschluss oftmals vernachlässigt. Nun zur nächsten Erstimesse wird es keine Semesteranfangstüten geben.”

Die Begründung, die hier gegeben wird, lautet demnach: Müllvermeidung. Sie ist nachvollziehbar und somit rational, denn wenn die Menge des entstehenden Mülls durch den Gewinn, der den einzelnen Studenten durch die Semesteranfangstüten entsteht, nicht gerechtfertigt ist, dann macht es durchaus Sinn, über den Wert der Tüten nachzudenken – zumindest ist es eine rationale Begründung, was zeigt, dass der derzeitige Sprecherrat an der Universität Würzburg zumindest aus einigen denkfähigen und rationalen Studenten zu bestehen scheint.

Interessant ist auch, dass die Sprecher die Verbannung der Semesteranfangstüten von der “Erstimess” (die infantile Sprache ist überall) ausschließlich mit Müllvermeidung begründen. Dies spricht für sie, denn offensichtlich sind sie der Meinung, die ursprüngliche Begründung des später beschlossenen Antrags, der auf die Referate Ökologie und Gleichstellung zurückgeht, sei so absurd und unsinnig, dass man sie besser nicht wiederholt.

Und damit haben die Studentenräte sicher recht.

Denn wie so oft, wenn Referate, die “Gleichstellung” im Namen führen, an etwas beteiligt sind, zeigt das Produkt, das unter Beteiligung derjenigen, die sich in diesen Referaten zusammenfinden, erstellt wurde, alle Anzeichen eines Ergebnisses, das man nur auf geistige Demenz zurückführen kann.

Und dabei kommen dann Sätze, wie die folgenden heraus:

“Der Sprecher- und Sprecherinnenrat setzt sich bei den Verantwortlichen des Studentenwerks, wie auch bei weiteren Akteurinnen und Akteuren dafür ein, dass die unverhältnismäßig viel Müll produzierenden, heteronormativen, und sexistischen Semesteranfangstüten an der Universität Würzburg nicht mehr ausgeteilt werden.”

Die Sprachverwirrung, sie schreitet voran. Anders formuliert: Es gibt bereits unter Studenten Sprechmaschinen, die ein Inventar von Begriffen haben, die sie unter den Rubriken “gut” und “schlecht” kategorisieren, deren Bedeutung sie aber in keiner Weise kennen.

Die Begriffe “heteronormativ” und “sexistisch” sind solche Begriffe. Beide beziehen sich auf ein Verhalten bzw. wenn man ganz freundlich ist, kann man annehmen “heteronormativ” beschreibe auch eine Einstellung. Papiertüten, jedenfalls die Papiertüten, die wir kennen, haben weder eine Einstellung, weshalb sie nicht heteronormativ sein können, noch zeigen sie ein Verhalten, weshalb es nicht möglich ist, Papiertüten als sexistisch zu bezeichnen.

Und jetzt kann man sie schon hören, die Künstler, die schreien, dass es sexistische Darstellungen gibt. Und doch gibt es die entsprechenden Darstellungen nicht. Es gibt ausschließlich Darstellungen. Und dann gibt es Betrachter von Darstellungen, die diese Darstellungen bewerten, z.B. als sexistisch. Sexistisch ist aber keine Eigenschaft der Darstellung oder der Papiertüte, sondern eine Zuschreibung durch den Betrachter. Man sollte meinen, dass derartige Trivialitäten, die unter Studenten sozialwissenschaftlicher Fächer bereits im ersten Semester verbreitet sein sollten, auch tatsächlich verbreitet sind. Sie sind es aber offensichtlich nicht.

Vielmehr findet sich unter Studenten zunehmend eine Unfähigkeit zwischen eigener Bewertung und Zuschreibung und den Eigenschaften von Objekten zu unterscheiden. Das ist bedenklich, denn diese Studenten sind anfällig für z.B. Rassenlehren, die z.B. Juden bestimmte Eigenschaften zuschreiben und behaupten, die Eigenschaften seien Juden inhärent. Der Rassismus beginnt, so kann man formulieren, bei dem irrigen Glauben, es gebe sexistische Papiertüten.

Wer das denkt, ist natürlich auch hervorragend manipulierbar, denn er bemerkt gar nicht, dass er es ist, der seine Bewertung in seinem Bemühen, z.B. Gutes zu tun, an Objekte heranträgt. Entsprechend einfach ist es diese Zombies zu steuern, z.B. in dem man behauptet, ein Objekt sei irgendetwas, sei rassistisch, sexistisch, extremistisch, was auch immer, eine Behauptung, die darauf abzielt, den Affekt auszulösen, der dann auch regelmäßig kommt, da die Zuschreibung ja als “gut” oder “schlecht” kategorisiert wurde (Der Hund von Pawlow hat für seinen Reiz-Reaktions-Gehorsam, für seine klassische Konditionierung, wenigstens noch Nahrung – also eine Belohnung erhalten. Studenten in Würzburg zeigen Reaktionen auch ohne nachvollziehbare Belohnung. Da sage noch einer, Hunde wären Menschen unterlegen…).

Spätestens bei Begriffen wie “heteronormativ” sollte der Unterschied zwischen dem Objekt und der Bewertung des Objekts einem Studenten, der zur intellektuellen Elite gehören will, jedoch auffallen. Normen sind nichts, was sich direkt beobachten ließe. Normen kann man nur aus gleichförmigem Verhalten erschließen. Wenn alle Bekannten, die man hat, sich regelmäßig dann von einem abwenden, wenn man in der Mensa damit beginnt, über seine  Verdauungsprobleme und die Folgen davon zu sprechen, dann könnte man, wäre man ein aufmerksamer Beobachter und vielleicht sogar ein angehender Soziologe, daraus schließen, dass es eine Norm gibt, die es verbietet, beim Essen über Verdauungsstörungen, deren Folgen und die Art und Weise, wie sie sich äußern, zu sprechen.

Da Papiertüten sich nicht verhalten, können Papiertüten auch nicht heteronormativ sein. Sie können bestenfalls das Ergebnis von normativem Verhalten sein, z.B. wenn sie aus nicht mit Chlor gebleichtem Papier hergerstellt wurden.

Studenten sollten das eigentlich wissen.

Aber was soll man von Studenten erwarten, die Sätze wie die folgenden von sich geben:

Wuerzburger Knalltueten“Die UNICUM-Tüten preisen die Zweigeschlechtlichkeit: es gibt nur die Wahl zwischen Frauen- und Männer-Tüten, die jeweils durch ihren Inhalt als auch durch das rosa und blaue Band geschlechtsstereotyp gekennzeichnet sind. Zu den Produkten sei ein Beispiel in Bezug auf die UNICUM-Tüten im Wintersemester 2012/13 genannt: In den Tüten zu Beginn des Wintersemesters 2012/13 befand sich in den Männer-Tüten ein bekannter Energiedrink, in den Frauen-Tüten fand man selbigen in der „zuckerfrei“-Variante. Hier wird sich also zusätzlich zur Zweigeschlechtlichkeit einem bestimmten Körperbild verschrieben, dem vor allem Frauen zu entsprechen haben, da es gesellschaftlich anerkannt sei.”

Tüten sind also nicht nur heteronormativ und sexistisch, sie preisen auch die Zweigeschlechtlichkeit.

Nun, hätten die Eltern der Studenten, die sich hier über das Lob der Zweigeschlechtlichkeit beschweren, nur von diesem Lob und Preis abgesehen, dann wäre uns einiges an Unsinn erspart geblieben. Z.B. die Notwendigkeit gebetsmühlenartig zu wiederholen, dass Sexismus nicht in den Gegenständen liegt, sondern in den Betrachtern. Die für die zitierten Sätze Verantwortlichen, sie sind wahre sexistische Monster, die nicht anders können, als in allen Dingen danach zu forsten, ob sie nicht vielleicht sexistisch interpretiert werden können.

Derartige Fixierungen wurden früher auf der Couch von Psychiatern behandelt. Heute sind sie in manchen Bereichen zur Normalität geworden. Die Normativität des faktischen Wahnsinns, die denjenigen, die sich ihr unterwerfen, vorgaukelt, sie seien normal, sie ist in manchen Bereichen total. In diesen Bereichen herrscht ein Glaube, von dem die Besessenen nicht einmal durch die Tatsache abzubringen zu sein scheinen, dass die Umgebung über sie lacht, jene Umgebung, die mit normalen Menschen bevölkert ist, die in Tüten Tüten erblicken und keine sexistischen Fanale, jene Umgebung, in der zuckerfreie Marmelade zum Frühstück gegessen wird, und zwar von zwei gegengeschlechtlichen Frühstückern, die nicht eine Sekunde auf die Idee kommen, mit der zuckerfreien Marmelade verbinde sich ein “bestimmtes Körperbild”.

Warum kommen sie nicht auf die Idee? Weil sie in der ratio-normativen Welt leben, in der die eigene Idiotie nicht in Kanaldeckel und Papiertüten projiziert wird, sondern Papiertüten und Kanaldeckel eben Papiertüten und Kanaldeckel sind.

Bleibt abschließend noch die Frage, ob es notwendig sein wird, einen antirational-normativen Zug an deutschen Hochschulen einzurichten, in dem diejenigen gesammelt werden, die es aus nicht nachvollziehbaren Gründen an Hochschulen geschafft haben, damit sie von dort direkt in geschlossene Anstalten transferiert werden können, Anstalten, in denen sie von morgens bis Abends über heteronormative Papiertüten und sexistische Kanaldeckel diskutieren können, Anstalten, die am besten vom Bundesministerium für FSFJ finanziert werden, schon wegen vorhandener personeller Überlappungen.

Diese Art der Internierung hätte auch den Vorteil, dass die Internierten nicht anderen vorschreiben können, wie sie z.B: Semesteranfangstüten zu bewerten haben und andere, die diese Tüten vielleicht gerne gehabt hätten, durch ihr Verhalten schädigen.

Weiteres zum #TütenGate gibt es bei Hadmut Danisch.

Gender Korrektheit scheitert am gesunden Menschenverstand

– zumindest in Wales!

Zwar ist das Vereinigte Königreich ein Ort relativer Ruhe, wenn es um Gender Unsinn geht, insbesondere Wales erweist sich als resistent gegen Versuche, Gender Mainstream Müll über z.B. die Severn Bridge zu importieren, das heißt jedoch nicht, dass es im Vereinigten Königreich keine Versuche von Genderisten gibt, ihren geisten Durchfall anderen vor die Füße zu werfen.

Tatort: Millenium Stadion, Cardiff

Täter: Regelmäßig ein Männerchor und 70.000 Waliser.

Tat: Gesang: Delilah

Delilah ist ein Lied von Tom Jones aus dem Jahre 1968, das den jüngeren unter uns vermutilch bislang gar nicht bekannt war.

Dank genderistischer Gutmenschen erlebt Delilah derzeit einen Bekanntheitsschub und Sir Tom Jones Woodward, OBE (Officer of the Most Excellent Order of the British Empire), eine entsprechend gesteigerte Nachfrage.

Was ist geschehen?

Genderisten, die ja immer gerne ihre schmutzigen Phantasien anderen in die Schuhe schieben, haben in Delilah einen Aufruf zu häuslicher Gewalt erkannt. Deshalb haben sie eine Kampagne gestartet, um den Walisern das Singen von Delilah vor dem Rugby-Spiel abzugewöhnen, nein, zu verbieten. (Offensichtlich läuft manchen Genderisten so der Speichel, dass sie ihre eigene Sprache nicht mehr beherrschen, denn – wie der Liedtext unten deutlich zeigt -, lebt Delilah in ihrem Haus und das, was gewöhnlich unter häuslicher Gewalt verstanden wird, kommt gar nicht vor.)

Wie immer, wenn die mit allem Wissen und aller Erkenntnis gesalbten Genderisten des Wegs kommen, haben sie keine Skrupel, Dritten Tätigkeiten schlicht zu verbieten, Dritte in ihren Rechten zu beschneiden, sie ihrer Freiheit zu berauben, sie auf Gender-Magerkost zu setzen.

Im vorliegenden Fall haben Sie die Rechnung jedoch ohne den Wirt gemacht, denn: Die Welsh Rugby Union, Hausherr im Millennium Stadium und für die Durchführung der Rugby-Spiele der Waliser Nationalmannschaft verantwortlich hat Delilah im Status mit MacBeth oder Romeo und Julia von Shakespeare verglichen und kategorisch festgestellt, dass es kein Verbot von Delilah vor Rugby-Spielen geben wird, schon weil Delilah ein “secondary national anthem” sei.

Genderisten haben sich somit an Walisern die Zähne ausgebissen. Mehr noch: Sie haben ein Lied popularisiert, das außerhalb von Rugby-Stadien vielen unbekannt war, und sie haben dazu beigetragen, dass Mitglieder der Männerchöre, die vor Spielen der Waliser Nationalmannschaft das Publikum unterhalten, nunmehr in regulären Wechseln der Liedtexte und dann, wenn Delilah dem entsprechenden Wechsel zum Opfer fällt, ein Komplott sehen und dagegen opponieren.

Sie haben das Gegenteil ihrer sauberen Gutmenschen-Kampagne erreicht, und das ist gut so, denn es gibt Grenzen des Unsinns und den Gender-Unsinn haben wir uns schon viel zu lange zumuten lassen.

Damit unsere Leser einen Eindruck von Delilah gewinnen:

Hier der Text und unsere Übersetzung der Hymne des Widerstands gegen Genderismus!

Englisch Deutsch
I saw the light on the night that I passed by her window. Ich habe noch Licht gesehen als ich in der Nacht an ihrem Fenster vorbeiging.
I saw the flickering shadows of love on her blind. Ich habe die flackernden Schatten von Liebe hinter auf ihrer Jalousie gesehen.
She was my woman. Sie war meine Frau
As she deceived me I watched and went out of my mind. Ich sah zu, wie sie mich betrogen hat und habe meinen Verstand verloren.
My, my, my, Delilah. Meine, meine, meine Delilah
Why, why, why, Delilah? Warum, warum, warum, Delilah?
I could see that girl was no good for me. Ich habe eingesehen, das Mädchen ist nicht gut für mich
But I was lost like a slave that no man could free. Aber ich war verloren wie ein Sklave, den niemand befreien kann.
At break of day when that man drove away, I was waiting. Im Morgengrauen, wenn dieser Mann davonfuhr, habe ich gewartet.
I crossed the street to her house and she opened the door. Ich überquerte die Straße zu ihrem Haus und sie öffnete die Tür.
She stood there laughing .Sie stand da und hat gelacht.
I felt the knife in my hand and she laughed no more. Ich spürte das Messer in meiner Hand und sie hat nicht mehr gelacht.
My, my, my Delilah. Meine, meine, meine Delilah
Why, why, why Delilah? Warum, warum, warum Delilah
So before they come to break down the door, Bevor Sie kommen und die Tür aufbrechen
Forgive me Delilah I just couldn’t take any more. Vergib mir Delilah, ich konnte es einfach nicht mehr ertragen.