Holtkamps Erzählungen: In Magdeburg ist die Welt noch in Ordnung

Die Ratsherren in Magdeburg werden sich freuen, sind sie doch gerade als letzte aus einem Ranking hervorgegangen, das die Heinrich-Böll-Stiftung finanziert und das Lars Holtkamp und Elke Wiechmann durchgeführt haben.

Fernuni HagenHoltkamp besetzt an der Fernuniversität Hagen einen Lerhstuhl und beschäftigt sich mit Fragen der Kommunalpolitik und der kommunalen Verwaltung. Wiechmann ist seit 2008 akademischer Rat am Lehrstuhl für Politik und Verwaltung von Lars Holtkamp an besagter Fernuniversität Hagen. Beide haben sich seit 2008 zusammengetan, um für die Heinrich-Böll-Stiftung ein Genderanking zu erstellen.

Man kann also getrost feststellen, dass Holtkamp und Wiechmann Wasserträger der Heinrich-Böll-Stiftung sind und am deutschen Genderwerk mitarbeiten. Als Wissenschaftler, der sich mit Kommunalpolitik beschäftigt, wird es Holtmann vielleicht bekannt sein, dass Parteien um so erfolgreicher sind, je mehr lokale Gliederungen sie errichten können. Lokale Gliederungen sind notwendig, um Präsenz vor Ort zu demonstrieren und das Wort zu verbreiten: Damit Unbeteiligte den Eindruck haben, das, was eine bestimmte Partei von sich gibt, sei auch lokal von Relevanz und falle auch lokal auf fruchtbaren Boden.

Black oilMit Ideologien ist es, wenig überraschend, wie mit Parteien. Auch sie bedürfen derjenigen, die das Wort verbreiten, die sich als Wasserträger in den Dienst der großen Sache stellen, sei es die Sache der Bundespartei, sei es die Sache beliebiger Ideologen. Dass es Genderisten in Deutschland gelungen ist, sich in Gremien und Ämtern festzusetzen, dass es gelungen ist, Genderisten auf Kosten von Steuerzahlern zu mästen, sie auf Kosten von Steuerzahlern in Posten zu hieven und sie über die unterschiedlichsten Netzwerke, die kaum jemand mehr überschauen kann, querzufinanzieren, ist der Tatsache zu verdanken, dass es eine Reihe von intellektuellen Wasserträgern gegeben hat und gibt, die die Nachricht der Genderisten: Frauen sind benachteiligt, landauf und landab verkünden und mit der Verkündung einen gewissen Obolus verdienen.

Holtkamp und Wiechmann gehören zu dieser Klasse von Multiplikatoren, die ihre Aufgabe darin sehen, die Gender-Botschaft (vor allem) an den Mann zu bringen. Holtkamp und Wiechmann sind mehr als das. Sie sehen sich als Aufpasser. Aufpasser treten dann auf den Plan, wenn eine Ideologie mit einem totalitären Anspruch sich in einer Gesellschaft festgesetzt hat. Beispiele sind die Politkommissare Lenins und Stalins, die nahezu jeden Lebensbereich penetriert haben, die IMs der ehemaligen DDR sind ein anderes Beispiel, die Wasserträger des Genderismus sind das jüngste Beispiel.

Aufpasser wachen darüber, dass die heiligen Worte der Gender-Botschaft auch auf den Buchstaben genau umgesetzt werden und wenn sie es nicht werden, dann sind es die Aufpasser, die eine Hierarchie der Eskalation begründen, die je nachdem, wie etabliert die entsprechende Ideologie bereits ist und je nachdem, wie totalitär ihre Herrschaftsmethoden bereits sind, vom öffentlichen Anprangern, über öffentliche Sanktionen bis hin zu rigideren Maßnahmen reichen.

Um dieses Zusammenspiel zu verdeutlichen, muss man sich nur daran erinnern, dass die Bundesregierung in ihrer “Nationalen Strategie zur gesellschaftlichen Verantwortung” die Möglichkeit vorsieht, Unternehmen, die sich nicht an die entsprechenden Vorgaben der so genannten Corporate Social Responsibilty halten, von öffentlichen Ausschreibungen auszuschließen. Natürlich ist das Ganze harmloser formuliert: “Die Bundesregierung wird das Kriterium der Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung festigen und weiterentwickeln. Mit der im Gesetz zur Modernisierung des Vergaberechts (2009) geschaffenen Neuregelung können öffentliche Auftraggeber zusätzliche Anforderungen in sozialer und ökologischer Hinsicht an Auftragnehmer stellen, wenn diese in sachlichem Zusammenhang mit dem Auftragsgegenstand stehen” (31). Ob man bald nur noch öffentliche Aufträge erhält, wenn z.B. die Frauenquote eingehalten ist?

Zu Durchsetzung einer Ideologie, die einen totalen Geltungsanspruch hat und keinerlei Toleranz oder Akzeptanz für Abweichung aufbringt, sind Aufpasser entsprechend wichtig. Holtkamp und Wiechmann sind solche Aufpasser. Sie verteilen Fleißkärtchen an die Guten und keine Fleißkärtchen an die nicht-Guten, und zwar im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung.

In diesem Sinne haben die beiden das Genderranking 2013 veröffentlicht, und zwar zu einem idealen Zeitpunkt, wie Sabine Drews, Referentin für Kommunalpolitik und Stadtentwicklung bei der Heinrich-Böll-Stiftung feststellt, finden doch 2014 eine Reihe von Kommunalwahlen statt, die genutzt werden können, “um die Gleichstellung bei kommunalen Mandaten voranzubringen”.

HBS_logo_de_390x53Totalitäre Ideologien wie der Genderismus haben noch ein weiteres Merkmal, das sie eindeutig identifiziert: Sie verkünden das Heil und begründen nichts. Der Anteil der Frauen in kommunalen Ämtern hat dem der Männer zu entsprechen oder ihn zu übertreffen. Warum? Ja, warum? Weil die Genderisten es so wollen? Weil am weiblichen Wesen kommunale Finanzen genesen sollen? Weil es an sich gut ist, wenn Frauen überall beteiligt sind? Niemand weiß es. Niemand hat sich bislang dafür interessiert, welchen Nutzen ein höherer Frauenanteil für kommunale Politik bringt: Sind Kommunen mit mehr Frauen in Ratssesseln höher oder weniger verschuldet? Geht mit einem steigenden Frauenanteil eine schlechtere oder bessere Kommunalpolitik einher? Niemand weiß es und niemand interessiert sich dafür, denn es geht darum, die fixe Idee der Genderisten in die Tat umzusetzen.

Nicht einmal Wissenschaftler, die Holtkampf und Wiechmann doch sein wollen, interessieren sich für das Warum. Sie tun brav und artig, was ihnen aufgetragen wurde, sammeln den Frauenanteil für 79 Kommunen und erstellen ein Ranking. Wozu erstellen sie dieses Ranking, wenn sich damit keinerlei fassbarer, empirischer Nutzen verbinden lässt? Die Antwort ist eindeutig: Das Ranking hat eine Prangerfunktion. Die, die von der Vorgabe der heiligen Genderschrift abweichen, sollen öffentlich gemacht und bloßgestellt werden. Die beiden Wissenschaftler von der Fernuni Hagen finden offensichtlich nichts dabei, sich am Gendertreiben zu beteiligen und dafür alle Werte, die Wissenschaft auszeichnen, sei es die theoretische Fundierung, sei es die empirische Relevanz, die letztlich Erkenntnisgewinn ist, zu verleugnen.

Und sie sehen sich nicht nur als Aufpasser, sie machen sich auch zum Richter über die Städte, für die sie nichts anderes erhoben haben, als die Anzahl von Frauen in kommunalen Ämtern:

“Siegerin in unserem aktuellen Genderranking ist die Stadt Trier. 2008 lag die Stadt noch auf Platz 47 im ersten Genderranking. Nun sind 45,5% Frauen im Trierer Stadtrat vertreten. Das liegt insbesondere daran, dass die SPD und die Grünen ihre Frauenquoten übererfüllen. Auch in den Spitzen dominiert die Geschlechterparität. So sind 50% der Fraktionsvorsitzenden und sogar zwei Drittel der Dezernent/innen weiblich. Die Klassenletzte des dritten Rankings ist die Stadt Magdeburg. Hier sind Frauen in Führungspositionen eine Rarität. Alle Beigeordneten sind hier Männer, alle Fraktionsvorsitzenden sind Männer, und auch die 13 Ausschussvorsitze werden mit 12 Männern und lediglich einer Frau besetzt. Selbst der Vorsitz und der stellvertretende Vorsitz des Ratsausschusses für Familie und Gleichstellung werden von Männern bekleidet. Von modernen Gleichstellungsnormen sind die lokalen Parteien in Magdeburg also noch weit entfernt” (11-12).

Inhaber wissenschaftlicher Positionen sind sich wieder einmal nicht zu schade dafür, die ideologische Drecksarbeit zu machen. Sie sind wieder einmal in erster Reihe, wenn es darum geht, Bewertungen ohne jegliche empirische, dafür aber mit ideologischer Relevanz zu machen. Sie verkünden die frohe Botschaft der Parität von Männlein und Weiblein, von der Wissenschaftler doch angeben können sollten, wofür sie überhaupt gut ist und welchen Nutzen sie z.B. einer Kommune zu bringen im Stande ist, und merken dabei nicht einmal, dass die Parität dann, wenn zwei Drittel der Dezernenten weiblich sind, durchaus nicht eingehalten ist.

Ja, wenn man sich wie Holtkamp und Wiechmann in höherem Auftrag ereifert und nicht in so bodenständigen Angelegenheiten wie wissenschaftlicher Methode oder empirischem Nutzen unterwegs ist, dann merkt man nicht einmal, dass es auch kein Indiz für eine moderne Gleichstellunsgnorm wäre, wenn Frauen den Vorsitz des Ratsausschusses für Familie und Gleichstellung in Magdeburg besetzen würden. Das wäre eher Ausdruck einer doch gänzlich traditionellen Gleichstellungsnorm, aber es wäre im Einklang mit den Genderismus, denn der ist in keiner Weise modern, so wenig modern, wie es die totalitären Systeme vor ihm waren.

MagdeburgInhaber wissenschaftlicher Positionen verteilen Noten und Bewertungen in unglaublich arroganter und gänzlich undemokratischer Manier, denn ein Mandat dafür, ein Genderanking zu erstellen, haben sie ebensowenig wie sie eine Begründung dafür vorweisen können, warum ein höherer Anteil von Frauen in kommunalen Spitzenpositionen einen Nutzen für die davon betroffene Stadt haben soll. Aber so ist das eben mit Ideologen: Sie haben eine Sendung, einen Auftrag, keine Gründe. Sie verkünden das Gute und welcher Nutzen damit einhergeht, nun, das ist eine Frage, auf die sie in ihrem Sendungsbewusstsein bislang noch nicht gestoßen sind. Aber selbst wenn Holtkamp und Wiechmann darauf gestoßen wären, hätten sie es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht thematisiert, warum? Prostituierte wenden sich ja auch nicht gegen Freier… Aber vielleicht hätte sie der fehlende Nutzen auch gar nicht gestört, nämlich dann nicht, wenn bei Ihnen die Gesinnung an die Stelle wissenschaftlicher Lauterkeit getreten ist.

Die Top-Ten des invertierten Genderranking sieht übrigens wie folgt aus:

  1. Magedeburg
  2. Duisburg
  3. Recklinghausen
  4. Mönchengladbach
  5. Bergisch-Gladbach
  6. Krefeld
  7. Regensburg
  8. Göttingen
  9. Solingen
  10. Salzgitter

Das WZB macht jetzt in auftragskonformer Einzelfallgeneralisierung

Erinnern Sie sich noch an die Kindheitstraumata, die Erwachsene in den USA und nicht nur dort, bei sich entdeckt haben? Kindheitstraumata zumeist aus Vergewaltigung, zum Teil auch aus Alien Abductions resultierend, die sich im Nachhinein als falsch erwiesen haben, die sich als Eingabe der behandelnden Psychiater entpuppt haben? Michael Schermer hat sie detailgetreu zerlegt und analysiert, in seinem empfehlenswerten Buch “Why People Believe Weird Things” – ein Klassiker der ScienceFiles-Bibliothek.

Michael SchermerMan sollte denken, retrospektive Befragungen, die auf Einzelfällen basieren oder die auf den Erinnerungen von Menschen basieren, würden aufgrund dieser schlechten Erfahrung mit Vorsicht behandelt, wenn sie überhaupt behandelt werden. Man sollte denken, dass qualitative Forscher immer dann, wenn Sie Befragten nach Ihrer Erinnerung fragen, das beherzigen, was u.a. Elizabeth Loftus über das “False Memory Syndrom” geschrieben hat, und sie wären entsprechen vorsichtig mit dem, was Ihnen erzählt wird.

Und man sollte denken, qualitative Sozialforscher, die sich mit mehr als 70 Befragten überfordert sehen, wären besonders geübt darin, die Irrungen und Wirrungen des Alltagsverstand, den zu rekonstruieren sie doch angetreten sind, zu erkennen und als solche zu gewichten.

Loftus Repressed MemoryAll das sollte man annehmen und sich darüber so sicher sein, wie man sich darüber sicher sein kann, dass wir bei ScienceFiles Probleme mit qualitativer Sozialforschung haben, wenn sie als Verfahren genutzt wird, das Ergebnisse produziert, die dann ungeprüft als korrekt verkauft oder – schlimmer noch – die dann in einer Weise generalisiert werden, dass man die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und alle Hoffnung, die man für die qualitative Sozialforschung vielleicht noch hatte, aufgibt.

Stellen Sie sich vor, Sie beobachten die ScienceFiles-Redakteure dabei, wie sie die Hände über dem Kopf zusammen schlagen und wenn Sie nach der Ursache dieser Reaktion fragen, hier ist sie: “Erfolgskarrieren beginnen früh”, so ist ein WZBrief Bildung überschrieben und dann geht es weiter: “Wer mehr Frauen an der Spitze will, sollte Mädchen fördern”

Nein, es geht hier nicht um Bergsteigerkurse für Mädchen, es geht um eine qualitative Befragung, um so genannte biographisch-narrative Interviews, also nette Gespräche auf dem Plüsch-Sofa, die auf Tonband aufgenommen werden, um dann vom Forscher nach Herzenslust und zumeist ohne methodologische Fundierung interepretiert werden zu können. Genauer geht es um 62 solcher netten Gespräche, die Hildgard Matthies verarbeitet hat, um jenen WZBrief zu erstellen, der offensichtlich von einer Lobby bestellt wurde, die sich darum sorgt, dass die Geldhähne für die schulische Förderung von Mädchen versiegen könnten.

Manche Leser werden es wissen: Im deutschen Schulsystem haben Jungen Nachteile. Sie werden später eingeschult, bleiben häufiger sitzen, müssen bessere Leistungen erbringen, um dieselben Grundschulempfehlung zu erhalten wie Mädchen, sie werden häufiger auf Sonderschulen abgeschoben, landen häufiger auf der Hauptschule und deutlich seltener auf dem Gymansium, bleiben aber häufiger ohne Schulabschluss und erreichen deutlich seltener ein Abitur als Mädchen.

Hurrelmann Bildungsverlierer

siehe u.a. den Beitrag von Dr. habil. Heike Diefenbach: S.245-272.

Wenn es im Schulsystem einen Missstand gibt, den man verändern müsste und wenn es eine Aufgabe gibt, die die Bildungsforschung und die aus Steuermitteln zur Bildungsforschung finanzierten Institutionen wie das WZB in Berlin lösen müssen, dann hat sie Jungen, nicht Mädchen zum Gegenstand.

Aber, es ist 2014, und was schert uns die Realität, wir wollen Mädchen fördern, und warum? Weil 62 nette Gespräche, die Frau Matthies verarbeitet hat, Folgendes erbracht haben:

“Dass Frauen geringere Chancen auf eine gesellschaftliche Führungsposition haben, ist bekannt.”

Das ist der erste Satz und der ist gleich Unsinn, denn sie haben dieselbe Chance wie Männer. Es gibt keinen Gott der Stochastik, der sich gegen Frauen verschworen hat. Wir haben ein deskriptives Ergebnis, nach dem weniger Frauen als Männer in Führungspositionen zu finden sind, und wir haben eine Erklärung dafür, die von Catherine Hakim vorgebracht und belegt wurde, und die besagt: Viele Frauen wählen Karrieren ab und sitzen lieber zu hause oder halbtags im Büro.

Und nun im Zeitraffer, zu dem, was Frau Matthies sonst noch herausgefunden hat:

  1. Loftus_eyewitness testimonyWer in höhere Positionen aufsteigt, hat Förderer, und zwar unabhängig vom Geschlecht.
  2. Die Untersuchung von Frau Matthies wurde aus Mitteln des BMBF und des ESF gefördert. Heureka!
  3. Führungskräfte zeichnen sich durch ein profundes Selbstvertrauen aus, abermals unabhängig vom Geschlecht.
  4. Führungskräfte aus “materiell, kulturell und sozial gut ausgestatteten Milieus” denken schon als Kind von sich, dass sie fähig sind, gestaltend auf die Welt einzuwirken und wollen das “kulturelle Erbe der Familie” weitergeben. Wieder spielt Geschlecht keine Rolle.
  5. Führungskräfte werden von ihren Eltern gefördert, durch Teilnahme am Leistungssport, Sommerurlaube im Ausland und philosophische Gespräche darüber, was “die Welt im Innersten zusammenhält” (in einem Fall) – abermals unabhängig vom Geschlecht.
  6. Wer nicht aus einem “materiell, kulturell und sozial gut ausgestatten Milieu” kommt, braucht einen Paten, um voranzukommen, nein keinen Verwandten in Sizilien, oder vielleicht doch?, in jedem Fall einen “sozialen Paten”, ungeachtet seines Geschlechts.
  7. Der soziale Pate vermittelt den Habitus des Siegers, der einem, egal ob man männlich oder weiblich ist, in das Management von z.B. Solar Millenium hievt.
  8. Wer aus einem “Deprivationsmilieu” kommt (wir nähern uns dem Höhepunkt langsam an), der braucht Hilfe bereits in der Schule (Das gilt für Jungen wie für Mädchen).
  9. Und wer bislang die staatsfeministischen Floskeln vermisst hat: “In unserer Studie ist es insbesondere die Rolle der Mutter, welche von den Frauen mit Blick auf ihren Werdegang als zu überwindende Bezugsfigur konstruiert wird” (4). Und was macht die Bundesregierung: Prämiert das Mutterwerden!
  10. Schließlich kommt, worum es wirklich geht: “Um mehr Frauen aus diesen sozialen Milieus [denen, die nicht so gut materiell, kulturell und sozial ausgestattet sind] für Führungspositionen zu interessieren und zu befähigen, müssten Maßnahmen institutionalisiert werden, die biografisch früher ansetzen. Patenschaftsmodelle für Kinder oder Mentoring-Programme für Schüler/-innen wie sie derzeit ehrenamtlich angeboten … werden.” (4)

Diese Erkenntnisse in zehn Punkten haben sich BMBF und ESF vermutlich mehrere 10000 Euro aus Steuergeldern kosten lassen. Die Erkenntnisse stammen aus Gesprächen mit Führungspersonen, die sich vermutlich gerne an ihren Werdegang erinnern und so manches ausschmücken, aber vielleicht auch nicht, wer weiß, denn geprüft hat es Frau Matthies nicht. In jedem Fall lassen die Gespräche mit Führungspersonen keine derat weitreichenden Schlüsse zu, wie sie hier getroffen werden.

Daraus, dass jemand eine Grundschullehrerin hatte, die ihn dazu bewogen hat, auf ein Gymnasium zu gehen, zu schließen, man müsse Kinder aus deprivierten Milieus in der Schule besonders fördern, nein Mädchen aus deprivierten Milieus müsse man besonders fördern, wie es Matthies tut, entspricht dem in der Logik bekannten Fehlschluss der vorschnellen Generalisierung (hasty generalization) und es gleicht dem Schluss von der Mücke im Garten auf den Elefanten im Glashaus.

hasty generalizationDerartige weitreichende Schlüsse, ergeben sich regelmäßig dann, wenn Forscher schon mit einer Agenda an Befragungsmaterial herantreten, wenn sie nach dem suchen, was sie gerne herauslesen wollen. Nun ist Frau Matthies nicht gerade fündig geworden, in den Biographien der Führungskräfte. Die Belege dafür, dass man Mädchen besonders fördern muss, halten sich doch arg in Grenzen, um nicht zu sagen, es gibt sie schlicht nicht. Dennoch fordert Frau Matthies was sie fordert, auch wenn ihr dabei ein “/innen” in die Quere kommt, und das kann man dann wohl nur mit einem entsprechenden Auftrag begründen, immerhin handelt es sich ja um Auftragsforschung aus dem Hause BMBF und da steht offensichtlich vorne schon fest, was hinten herauskommen muss.

P.S.

Welche Methode zur Gewinnung dieser weitreichenden Schlüsse angewendet wurde, behält Frau Matthies ebenso für sich, und das obwohl es einen Kasten, der mit “Zur Methodik” überschrieben ist, gibt (was Schlimmes befürchten lässt), wie sie es für sich behält, auf welcher Grundlage sie schließt, dass Mädchen früh für Führungspositionen interessiert werden müssen. Immerhin aber gibt sie zu, dass es notwendig ist, Interesse erst zu wecken, was bedeutet, dass es nicht vorhanden ist.

Auch die Formulierungen, mit denen die Ober-, Mittel- und Unterschicht umschrieben werden, sind putzig. Die Oberschicht ist demnach der Strahlemann-Ort, an dem es hochkulturell zugeht. Vermutlich läuft morgens schon Wagner im Ipod. Es ist der Ort, an dem Überfluss herrscht und jeder Wunsch, von “Papa ist will Fussballprofi werden” bis, “Mama ich will in den Club Med nach Tunesien” erfüllt wird, und es ist der Ort, an dem man sozial ist, was auch immer das ist. Die Unterschicht, die ist da, wo man schlicht “depriviert” ist. Das ist weich genug um Hilfe in allen erdenklichen Formen zu erfordern und perfekt, um sich und Legionen sonstiger ungebetener Unterschichts-Deprivations-Überwindungshelfer (deren Ziel doch ausschließlich darin besteht, die Deprivation auch festzuschreiben) über Jahre hinaus ein Auskommen aus den Steuermitteln, die über das BMBF und den ESF verschleudert werden, zu verschaffen.

Mindestlohn und Frauenquote: Gegen alle Ratio mit Volldampf in den Sozialismus

KoalitionsvertragZwei zentrale Ziele, die der Koalitionsvertrag zwischen den beiden sozialistischen Parteien vorsieht, die sich zu einer großen Koalition zusammengefunden haben, haben die Einführung einer Frauenquote für Aufsichtsräte und die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns zum Gegenstand. Und ist das nicht schön zu wissen, man hat es mit einer Regierung zu tun, die kein Problem damit hat, allen ökonomischen und allen menschlichen Sachverstand über Bord zu werfen und Ziele zu vereinbaren, die vorhersehbar ins Planungschaos, also den Sozialismus und das ihm regelmäßig folgende Elend führen?

Doch der Reihe nach.

Zunächst zum Mindestlohn. Mit dem Mindestlohn verbinden sich hehre Ziele. Legionen von Gutmenschen sehen im Mindestlohn ein Mittel, um den Armen, Ausgebeuteten, also jenen Anderen, von denen man nur vom Hörensagen weiß, dass sie nachts die Büros säubern, die man tagsüber bevölkert oder von denen man gehört hat, dass sie Hilfsarbeiten für geringen Lohn ausführen, ZU HELFEN. Wie gut man sich doch als Helfer fühlen kann, als moralisch Überlegener, der einen Schattenkampf gegen die ausbeutende Klasse der Bonzen führt.

Soweit die Intention, nun zur Wirkung.

Ein Mindeslohn trägt zu einem rigiden Arbeitsmarkt bei, und rigide Arbeitsmärkte, das ist unter Ökonomen schon seit mittlerweile Jahrhunderten bekannt und eigentlich so hinreichend belegt, dass es selbst Politiker schon einmal gehört haben könnten, rigide Arbeitsmärkte produzieren hohe Langzeitarbeitslosigkeit und hohe Einstiegshürden in Jobs für weniger bis schlecht qualifizierte Arbeitnehmer, also für diejenigen, auf die ein Mindeslohn zielt. Mit anderen Worten, rigide Arbeitsmärkte reduzieren die Chancen von Personen, die nur ein geringes Gehalt mit ihrer Qualifikation erzielen können, überhaupt eine Beschäftigung zu erhalten.

minimum-wageDas ist auch einsichtig, denn Unternehmen sind geschlossene Systeme, die auf der einen Seite Einnahmen haben und auf der anderen Seite Ausgaben. Wenn man ihnen nunmehr an einer Stelle höhere Ausgaben auferlegt, dann stellt sich das Nullsummenspiel so dar, dass, um die Einnahmen gleich zu halten, entweder die Preise erhöht werden müssen oder die höheren Ausgaben an anderer Stelle eingespart werden müssen. Höhere Preise führen dazu, dass letztlich Endabnehmer die Kosten eines Mindestlohns tragen. Einsparungen bei Ausgaben erzielt man am besten dadurch, dass man die Anzahl der nunmehr zu einem Mindestlohn Arbeitenden so reduziert, dass eine geringere Anzahl zu Mindestlöhnen Beschäftigter die Kosten verursacht, die zuvor eine größere Anzahl nicht zu Mindestlöhnen Beschäftigter verursacht hat.

Aber die Arbeit, wer soll die Arbeit der nunmehr nicht mehr Beschäftigten erledigen? Auch hierzu ist die Forschung voller Ergebnisse, die man nur zur Kenntnis nehmen muss, und die man unter den Überschriften “Technologisierung” oder “Neustrukturierung der Arbeit” zusammenfassen kann. In ersterem Fall wird ein Unternehmen versuchen, die zuvor von Beschäftigten, die unter dem Mindestlohn bezahlt wurden, verrichtete Arbeit nunmehr durch den Einsatz von Technologien durch weniger Personal ausführen zu lassen, und Personal einsparen, im zweiten Fall wird die anfallende Arbeit unter den verbliebenen Arbeitnehmern neu verteilt.

Und in jedem Fall wird sich durch die Einführung eines Mindestlohns, die Chance auf eine Beschäftigung für gering Qualifizierte verringern. All das ist lange bekannt, wird aber von Politikern hartnäckig ignoriert, denn man will als guter Helfer der Armen dastehen, und das Perfide daran ist, dass die Helfer der Armen mit ihrer Hilfe einige Arme besser stellen werden, nämlich die, die nunmehr zum Mindestlohn beschäftigt werden, während andere Arme, die Zeche der politischen Hilfe zahlen, und zwar dadurch, dass sie arbeitslos werden und für die Zukunft auf erheblich schlechtere Beschäftigungschancen blicken. Es lebe die Gleichheit!

In einer Pressemeldung des Instituts der deutschen Wirtschaft, auf die uns ein Leser hingewiesen hat, wird zudem argumentiert, dass ein Mindeslohn zu steigenden Lohnerwartungen führt. Angesichts der bekannten negativen Folgen, die ein Mindestlohn hat (siehe oben), scheint dieses Problem jedoch fast vernachlässigbar zu sein, denn Erwartungen sind nicht in Stein gemeiselt.

Wer Lust hat, sich in die Forschung zum Mindeslohn einzulesen, der kann dies mit den folgenden Arbeiten tun:

  1. Wirtschaft f DummiesAbowd, John M., Kramarz, Francis & Margolis, David N., 1999: Minimum Wages and Employment in France and the United States. Washington: National Bureau of Economic Research (NBER), Working Paper No. 6996.
  2. Baker, Michael, Dwayne, Benjamin & Shuchita, Stanger, 1999: The Highs and Lows of the Minimum Wage Effect: A Time-Series Cross-Section Study of the Canadian Law. Journal of Labor Economics 17, 2: 318-350.
  3. Bauer, Thomas K., Kluve, Jochen, Schaffner, Sandra & Schmidt, Christoph M., 2009: Fiscal Effects of Minimum Wages: An Analysis for Germany. German Economic Review 10, 2: 224-242.
  4. Bellante, Don, 2007: The Non Sequitur in the Revival of Monopsony Theory. Quarterly Journal of Austrian Economics 10, 2: 15-24.
  5. Brown, Charles, 1999: Minimum Wages, Employment and the Distribution of Income. In: Ashenfelter, Orley & Card, David E. (eds.): Handbook of Labor Economics. Amsterdam: Elsevier, 2101-2163.
  6. Burkhauser, Richard V., Couch, Kenneth A. & Wittenburg, David C., 2000: A Reassessment of the New Economics of the Minimum Wage Literature With Monthly Data from the Current Population Survey. Journal of Labor Economics 18, 4: 653-680.
  7. Burkhauser, Richard V., Couch, Kenneth A. & Wittenburg, David C., 1996: ‚Who Gets What’ From Minimum Wage Hikes: A Re=Examination of Card and Krueger’s Distributional Analysis in Myth and Measurement: The New Economics of the Minimum Wage. Industrial and Labor Relations Review 49, 3: 547-552.
  8. Card, David & Krueger, Alan B., 1995: Myth and Measurement: The New Economics of the Minimum Wage. Princeton: Princeton University Press
  9. Card, David & Krueger, Alan B., 1995a: Time-Series Minimum-Wage Studies: A Meta-analysis. American Economic Review 85, 2: 238-243.
  10. Dolado, Juan, Kramarz, Francis, Machin, Stephen, Manning, Alan, Margolis, David, Teulings, Coen, Saint-Paul, Gilles & Keen, Michael, 1996: The Economic Impact of Minimum Wages in Europe. Economic Policy 11, 23: 317-372.
  11. Fitzenberger, Bernd, 2008: Anmerkungen zur Mindestlohndebatte: Elastizitäten, Strukturparameter und Topfschlagen. Zeitschrift für Arbeitsmarktforschung 42, 1: 85-92.
  12. Fitzenberger, Bernd & Kohn, Karsten, 2006: Skill Wage Premia, Employment and Cohort Effects: Are Workers in Germany All of the Same Type. Bonn: Institute for the Study of Labour, IZA DP No. 2185.
  13. Franz, Wolfgang, 2007: Der trügerische Charme des Mindestlohns. Zeitschrift für Arbeitsmarktforschung 4: 431-438.
  14. Galindo-Rueda, Fernando & Pereira, Sonia, 2004: The Impact of the National Minimum Wage on British Firms. Final Report of the Low Pay Commission on the Econometric Evidence From the Annual Respondents Database. London: London School of Economics.
  15. Hammermesh, Daniel, 1995: ‚Myth and Measurement:’ The New Economics of the Minimum Wage. Comment. Industrial and Labor Relations Review 48, 4: 830-834.
  16. Kim, Taeil & Taylor, Lowell J., 1995: The Employment Effect in Retail Trade of California’s 1988 Minimum Wage Increase. Journal of Business and Economic Statistics 13, 2: 175-182.
  17. Leigh, Andrew, 2007: Does Raising the Minimum Wage Help the Poor? Economic Record 83, 263: 432-445.
  18. Machin, Stephen, Manning, Alan & Rahman, Lupin, 2003: Where the Minimum Wage Bites Hard: Introduction of Minimum Wages to a Low Wage Sector. Journal of the European Economic Association 1, 1: 154-180.
  19. Machin, Stephen & Wilson, Joan, 2004: Minimum Wages in a Low-Wage Labour Market: Care Homes in the UK.. Economic Journal 114, 494: C102-C109.
  20. Manning, Alan, 2003: Monopsony in Motion: Imperfect Competition in Labor Markets. Princeton: Princeton University Press.
  21. Metcalf, David, 1999: The Low Pay Commission and the National Minimum Wage. Economic Journal 109 (453): F46-F66.
  22. Müller, Kai-Uwe & Steiner, Viktor, 2009: Labor Market and Income Effects of a Legal Minimum Wage – A Microsimulation Study for Germany. Paper proposed for the IZA Conference “The Economics of the Minimum Wage” Berlin, June 21-23, 2009.
  23. Neumark, David, 2001: The Employment Effects of Minimum Wages: Evidence from a Prespecified Research Design. Industrial Relations 40, 1: 121-144.
  24. Neumark, David, Schweitzer, Mark E. & Wascher, William, 2005: The Effects of Minimum Wages on the Distribution of Family Incomes: A Nonparametric Analysis. Journal of Human Resources 40, 4: 867-894.
  25. Neumark, David & Wascher, William, 2007: Minimum Wages and Employment. IZA Discussion Paper No. 2570. Bonn: Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit/Institute for the Study of Labour (IZA).
  26. Neumark, David & Wascher, William, 2002: Do Minimum Wages Fight Poverty? Economic Inquiry 40, 3: 315-333.
  27. Neumark, David & Wascher, William, 1994: Employment Effects of Minimum and Subminimum Wages. Reply to Card, Katz and Krueger. Industrial and Labor Relations Review 47, 3: 497-512.
  28. Neumark, David & Wascher, William, 1992: Employment Effects of Minimum and Subminimum Wages: Panel Data on State Minimum Wage Laws. Industrial and Labor Relations Review 46, 1: 55-81.
  29. Nickell, Stephen, 1997: Unemployment and Labor Market Rigidities: Europe versus North America. Journal of Economic Perspectives 11 (3): 55-74.
  30. Nickell, Stephen & Bell, Brian, 1995: The Collapse in Demand For the Unskilled and Unemployment Across the OECD. Oxford Review of Economic Policy 11, 1: 40-62.
  31. Nickell, Stephen, Nunziata, Luca & Ochel, Wolfgang, 2005: Unemployment in the OECD Since the 1960s. What Do We Know? Economic Journal 115: 1-27.
  32. Ragnitz, Joachim & Thum, Marcel, 2008: Beschäftigungswirkungen von Mindestlöhnen – eine Erläuterung zu den Berechnungen des ifo Instituts. ifo Schnelldienst 61, 1: 16-20.
  33. Ragnitz, Joachim & Thum, Marcel, 2007: Zur Einführung von Mindestlöhnen: Empirische Relevanz des Niedriglohnsektors. Ifo Schnelldienst 60, 10: 33-35.
  34. Scarpetta, Stefano, 1997: Assessing the Role of the Labour Market Policies and Institutional Settings on Unemployment: A Cross-Country Study. OECD  Economic Studies 26: 43-96.
  35. Spriggs, William E. & Klein, Bruce W., 1994: Raising the Floor: The Effect of the Minimum Wage on Low-Wage Workers. Washington: Economic Policy Institute.
  36. Straubhaar, Thomas, 1996: Schutzzoll auf Arbeit – das neue Gesicht des Protektionismus. List Forum 3: 209-221.
  37. Yelowitz, Aaron S., 2005: How Did the $8.50 Citywide Minimum Wage Affect the Santa Fe Labor Market. Washington: Employment Policies Institute.

Die Frauenquote in Aufsichtsräten, die die SPD als einen ihrer wichtigsten Punkte in die Verhandlungen zur Großen Koalition eingebracht hat, ist ein weiterer Stechschritt in den Sozialismus. Ich will hier nicht noch einmal all die wissenschaftlichen Belege zusammentragen, die zeigen, dass eine Frauenquote in Aufsichtsräten sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung der zur Quote gezwungenen Unternehmen auswirkt. Ich habe dies in der Vergangenheit umfassend getan und keine Lust, mich zu wiederholen. Ich halte es vielmehr mit Schopenhauer und verweise, die an Argumenten gegen eine Frauenquote Interessierten auf den grundlegenden Text, der als Written Evidence an das House of Lords (S.106-111) geschickt wurde bzw. auf dessen deutsche Übersetzung:

Eine Frauenquote ist rational nicht begründbar.

arbeiterIch will vielmehr ein wenig Nostalgie betreiben, SPD-Nostalgie. Die SPD, das werden jüngere Leser nicht mehr wissen, war nämlich nicht immer eine Partei der Lehrer, Juristen, Studeinabbrecher und Staatsfeministen, nein, die SPD ist als Arbeiterpartei gestartet und hatte entsprechend Anliegen von Arbeitern zumindest kurzzeitig auf der Rechnung. Von diesen Anliegen hat sich die SPD über die Jahre immer weiter entfernt. Bereits 1914 ist sie durch ihre Zustimmung zur Finanzierung des Ersten Weltkriegs zur staatstragenden Partei geworden und in der Folge, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die ehemalige Arbeiterpartei zu einer Versammlung pseudo-intellektueller Gutmenschen entwickelt, deren derzeit wichtigstes Ziele in der Fortpflanzung und Förderung von Frauen aus der Mittelschicht besteht.

Arbeiterfrauen und Arbeiter als solche, sind der derzeitigen SPD-Führung nur als diejenigen bekannt, die beim Italiener die Lasagne al forno bringen oder bei Abercombi und Fitch oder bei Dallmayr an der Kasse sitzen bzw. bedienen. Und Arbeiter, gering qualifizierte Arbeiter, sind diejenigen, die die SPD-Spitzenverdiener – zumeist ohne ausgeübten Beruf -, nunmehr in die Arbeitslosigkeit schicken, weil die Symbolik des Mindestlohns wichtiger ist als alle wissenschaftliche Erkenntnis in diesem Bereich.

Die SPD ist zu einer Partei geworden, die die partikularen Interessen von Frauen aus der Mittelschicht bedient, solchen, die sich Hoffnungn machen, über Gewerkschaftssitze oder über Parteikarrieren nunmehr und auf Teilzeit in Aufsichtsräte zu kommen. Für sie wird eigens eine Frauenquote beschlossen, um ihnen ein Nutznießen auf Kosten aller anderen zu ermöglichen. Klarer als durch die Forderung nach einer Mittelschichts-Frauenquote in Aufsichtsräten kann man es als Partei nicht mehr machen, wessen Diener man geworden ist und wessen Interessen man nicht vertritt. Und entsprechend sollte langsam ein #Aufschrei durch die arbeitende Bevölkerung gehen, wenn sich Mitglieder der SPD hinstellen und sich als Arbeitervertreter ausgeben.

Und die CDU? Nun, die CDU hat sich auf beide Deals eingelassen und sich somit von ihrem ökonomischen Sachverstand, den sie noch unter Kohl von Wählern attestiert bekommen hat, verabschiedet. Das deutsche Parteiensystem entwickelt sich mehr und mehr zu einem zentripetalen Parteiensystem, wie es Anthony Downs beschrieben hat, Parteien werden in seinem Bild zu Waschmittelverkäufern, die denselben Inhalt in unterschiedlichen Verpackungen verkaufen. Und der gleiche Inhalt besteht aus dem Giftpulver des Sozialismus, das es bislang noch immer geschafft hat, gesunde Ökonomien und florierende Gesellschaften über kurz oder lang zu zerstören.

Schau Hin! [...] – “Was für ein Dreck!” (O-Ton, Dr. habil. Heike Diefenbach)

Im Speckgürtel des Bundesministerium für FSFJ hat sich eine Aktion eingenistet, die Eltern zeigt, wie man richtig mit neuen Medien und mit alten Medien umgeht. SCHAU HIN! heißt die Aktion, deren Initiatoren ganz offensichtlich davon ausgehen, dass Eltern behinderte Deppen sind, die keinerlei eigenes Urteilsvermögen und keinerlei Kenntnisse in der Erziehung ihrer Kinder haben, schlimmer noch: Eltern könnten eigene von den staatlichen Vorgaben abweichende Erziehungsvorstellungen haben – wehret den Anfängen!

Schau besser nicht hinNachdem ich auf der Seite von SCHAU HIN! etwas herumgesurft habe und leider nicht sehen konnte, welche Antworten man erhält, wenn man der Aufforderung “Fragen Sie Frau Langer” folgt, um herauszufinden, was denn nun ein kindgerechter Umgang mit Medien ist, und mir wieder einmal den kollektiven Frust geholt habe, weil ich wieder einmal auf einer Seite des Bundesministerium zur Förderung aller Arten von Gleichmacherei feststellen musste, dass es wirklich Leute gibt, die der Ansicht sind, es gebe ein Grundrezept zur Behandlung aller Kinder, denn Diversität findet sich bestenfalls in Geschlecht, nicht jedoch im Individuum, wie gesagt, nachdem ich diesen Unsinn abermals als allumfassende Prämisse auf dieser “Gutmenschen-Seite” gefunden habe, hat mich der Frust dazu verleitet, den auf der Seite angebotenen Medienpass zu erwerben.

Meine Reise durch Fernsehland (Deutschland), Internetanien (Mauretanien, #Neuland), Gamespol (Interpol) und Handyitalien hat indes nur bis Gamespol geführt, dann hat es mir gereicht, gereicht ob der unglaublichen Stupidität, der primitiven Stereotype und der wirklich kaum mehr zu ertragenden Paternalisierung, die hier auf die Medienpasserwerber hereinprasselt.

Diese Form des Übergriffes kann man nur damit beantworten, dass man denkt, die Macher des Medienpasses müssen das, was sie da verzapfen, für relevant halten und was das über die geistige Verfassung dieser Macher sagt, will ich hier lieber nicht thematisieren.

Statt dessen hier meine Erfahrungen mit dem Medienpass.

Böse Jungen

Das erste Stereotyp, das einem anspringt, ist das des bösen Jungen. Fragen, die sich auf Jungen beziehen, thematisieren Probleme, Jungen als Probleme:

  • FernsehstundenplanMein 9-jähriger Sohn spielt jeden Tag 4 Stunden Computer, ist er deshalb süchtig?
  • Ich beobachte seit einiger Zeit, dass mein 12-jähriger Sohn Videos ins Internet stellt, die seine Mitschüler in peinlichen Situationen zeigt [zeigen], ist das noch Spaß oder sollte ich eingreifen?
  • Ich habe meinen 11-jährigen Sohn erwischt, wie er sich Filme aus dem Netz heruntergeladen hat, für die er noch viel zu jung ist. Wie soll ich mich verhalten?
    • Richtige Antwort: Sie verbieten ihm, solche Filme herunter zu laden und erklären Ihre Gründe dafür. Vereinbaren Sie mit Ihrem Sohn, dass er Sie in jedem Fall vorher fragen soll, wenn er etwas herunterladen möchte.
  • Manchmal, wenn ich beispielweise koche oder etwas erledigen muss, ist es ganz hiflreich, wenn unser 9-jähriger Sohn sich alleine mit Fernsehen beschäftigt. Ist das ok!
    • Richtige Antwort: Sobald die Besorgungen mehr als ein paar Minuten dauern, sollte ihr Kind beim Fernsehen nicht allein in der Wohnung gelassen werden.

Merke: Jungen sind ein Problem. Man darf sie nie unbeaufsichtigt lassen, denn sie nutzen die kontrolllose Zeit, um Filme herunterzuladen, Online-Spiele zu spielen und Mitschüler in peinlichen Situationen online zu outen.

Das nette Mädchen, das Anleitung braucht

Natürlich gibt es mit Mädchen keine Probleme. Sie sind nicht länger als gut für sie im Internet, stellen nichts ins Internet, was Mitschüler kompromittieren könnte, und natürlich laden Mädchen nie, perish the thought, Filme aus dem Internet, für die sie noch zu jung sind.

Nein: Mädchen sind führungsbedürftig, bedürfen der Anleitung:

  • schau_hin_appUnsere 8-jährige Tochter hat bald Geburtstag. Wir wollen ihr gern ein Computerspiel schenken. Was müssen wir beachten?
    • Richtige Antwort: Achten Sie auf die USK-Kennzeichung auf der Verpackung. Diese gibt Ihnen eine erste Orientierung, welche Spiele für welches Alter geeignet sind.
  • Meine 13-jährige Tochter spielt Onlinespiele auf Schüler-VZ [Wo sonst?]. Auf was sollte sie dabei achten?
    • Richtige Antwort: Achten Sie auf Spieleerweiterungen und Aktualisierungen, die hohe Kosten verursachen könnten.

Merke: Mädchen nutzen nur passiv. Sie bekommen die richtigen Spiele, wo Jungen einfach Online spielen, und Mädchen sind natürlich verantwortungsbewusst, würden nie 4 Stunden am Stück spielen, wie Jungen, wegen der Kosten bei Schüler-VZ. Plumper geht es kaum mehr.

Doch in diesem stereotypen Idyll gibt es neben Jungen noch andere Probleme: Großeltern! Großeltern sind ja dement und der Moderne nicht gewachsen, wie die Macher des Medienpasses wissen, und vor allem sind Großeltern nicht so gleichgeschaltet, wie dies gerade mit Eltern versucht wird. Entsprechend könnte es Großeltern geben, die nichts auf die staatlichen USK-Kennzeichnung geben und sich ein eigenes Urteil zutrauen, ob ein Computerspiel für ihre Enkel geeignet ist oder nicht (und vielleicht schenken Sie auch ein Computerspiel, das sich ihr Enkel gewünchst hat…?). Das kann nicht hingenommen werden:

  • Zum Schulbeginn haben die Großeltern unserem Kind (7) ein Spiel geschenkt, welches erst ab 12 Jahren freigegeben ist? Was sollen wir jetzt tun?
    • Richtige Antwort: Geben Sie das Geschenk den Großeltern zurück. Erklären Sie Ihnen, warum Sie das Spiel an Ihr Kind nicht weitergeben möchten und worauf die Großeltern beim nächsten Kauf achten sollten. Bitten Sie darum, sich vorher mit ihnen abzusprechen.

Auch eine Art, Großeltern zu sagen, dass sie sich aus der Erziehung des kostbaren Nachwuchses, dessen Wohlergeben schon die staatliche Agenda schmückt, heraushalten sollen. Großeltern als subversive Störer der richtigen Erziehung – öfter Mal was Neues.

Und natürlich sind Kinder Kinder, und deshalb müssen sie spielen, und zwar keine Lernspiele, nein:

    • Man hört sehr viel von Lernspielen für Kinder. Muss ich mein Kind auch noch nach der Schule dem Leistungsdruck durch anspruchsvolle Lern- und Denkspiele aussetzen?

Man beachte die Sprache. Kinder werden anspruchsvollen Lern- und Denkspielen ausgesetzt und natürlich wollen richtige Eltern das nicht müssen. Lernen außerhalb des schulischen Curriculum ist offensichtlich nicht erwünscht:

    • Richtige Antwort: Auch Kinder haben ein Recht auf Entspannung und sollen einfach nur Spaß am Spielen haben.

Wer es bislang als Kinderbesitzer noch nicht wusste, der weiß es jetzt:

Kinder sollen nicht außerhalb von Schulen mit Lernstoff konfrontiert werden, den das Ministerium nicht abgesegnet hat. Das sind die Anfänge von Anarchie. Großeltern sind von der Erziehung von Kindern fernzuhalten, denn Großeltern tragen den Keim der Überzeugung, als erwachsener Mensch verfüge man über eigenes Urteilsvermögen in sich. Das ist der Ursprung von Anarchie. Mädchen sind leicht anleitbare Puppen, die man richtig steuern kann, keine Gefahr von Anarchie. Dagegen ist Jungen nicht zu trauen, sie sind insbesondere von Großeltern und deren Geschenken fernzuhalten. Schließlich sind Eltern wirklich Deppen, denn man kann sie mit nichts alleine lassen, wie die Macher des Medienpasses wissen, schon gar nicht mit der Erziehung ihrer Kinder.

Wieso laufen Eltern eigentlich nicht Sturm gegen eine Seite wie “Schau Hin”, die versucht, sie zu staatstreuen Deppen zu degenerieren?

uskWäre es nicht an der Zeit, dass die Damen und Herren, die aus ihrer Sicht pädagogisch wertvolle Ratschläge wie die dargestellten geben, und von denen niemand weiß, welche Kompetenzen, Qualifikationen und Erfahrungen sie dazu befähigen, ihre Qualifikationen und die wissenschaftliche Fundierung ihrer Ansichten an die Öffentlichkeit weitergeben?

Wäre es nicht an der Zeit, dass diejenigen, die Kinderspielzeug nach USK bewerten, ihre Kriterien, dies zu tun, angeben. Also mehr als: “(“USK) ist eine von den Verbänden der Computerspielewirtschaft getragene Institution und hat ihren Sitz in Berlin. Ihr Träger ist die „Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware GmbH“.  Gesellschafter dieser gemeinnützigen GmbH sind die Industrieverbände der Spiele entwickelnden, produzierenden und in Deutschland vertreibenden Industrie (BIU e. V. – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware und  G.A.M.E. e. V. – Bundesverband der Entwickler von Computerspielen)”. Immerhin wird hier ein lukrativer Markt etabliert, der nicht nur die Kontrolle von Eltern, sondern auch den Verdienst an Eltern ermöglicht, und da wüsste man schon gerne, nach welchen Kriterien dies erfolgt.

Wie Staatsfeminismus die Bildung zerstört: Zwei Beispiele

Ein, wenn nicht das Markenzeichen des Staatsfeminismus und seiner Jünger besteht darin, dass er/sie in einer Traumwelt leben und ihre Glaubensätze durchsetzen wollen, ohne dabei die Empirie und die Folgen der Durchsetzung der eigenen Glaubenssätze zu berücksichtigen. Wie jeder Fanatiker, so sind auch Staatsfeministen bereit, zu Gunsten ihrer kollektiven Ideologie individuelle Kollateralschäden zu tragen. Das große Ganze erfordert es, dass Einzelne leiden. Eigentlich ist das ausreichend, um den Staatsfeminismus als die fundamental totalitäre Ideologie zu erkennen, die er nun einmal ist, aber in Deutschland breiten sich selbst einfache Erkenntnis bestimmter Art höchst zäh aus. Deshalb geben wir heute zwei Beispiele für die Veheerungen, die der Staatsfeminismus derzeit in Deutschland hinterlässt.

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Beispiel 1 entstammt dem Kommentar eines Schülers, der im letzten Jahr in Hessen sein Abitur abgelegt hat, und bei dem wir uns herzlich für seinen Kommentar bedanken. Der Kommentar ist vielsagend über die Versuche von Staatsfeministen, Schüler mit der eigenen absurden Ideologie zu indoktrinieren, und er ist erfreulich, da er zeigt, dass auch der staatsfeministische Fundamentalismus nicht gegen den gesunden Menschenverstand ankommt. Dies ist letztlich die Ursache dafür, dass über kurz oder lang alle totalitären Ideologien bei der Gewalt ankommen, denn was soll man als Staatsfeminist machen, wenn andere den eigenen Glauben einfach nicht als das Heil der Welt erkennen wollen, richtig, man muss sie zu ihrem “Glück” zwingen. Ob man zu diesem Zweck Zweifler an einen Pfahl bindet und ihnen die heilige Erkenntnis durch eine ultraheiße Befreiung der Seele zukommen lässt oder ob es der Gründung einer Staatsfeministischen Staatspolitzei, einer Art FeStaPo bedarf, bleibt abzuwarten.

Wie auch immer, hier ist das Beispiel absurder Indoktrinationsversuche aus dem schulischen Alltag in Deutschland:

[...] März 2013 nahm ich an den schriftlichen Abiturprüfungen in Hessen teil. Was mir am ersten Prüfungstag im Englisch-Leistungskurs sofort ins Auge stach, waren die Vorschläge, aus denen man jeweils einen wählen sollte.

A: Thema Abtreibung
B: Unterdrückte muslimische Frauen in England
C: Interview mit einer Politikerin die sich für die Frauenquote einsetzt

Flessau_ Schule der DiktaturNach der Prüfung fragte ich sowohl meine männlichen wie auch weiblichen Mitschüler, ob ihnen die Prüfung nicht ein wenig merkwürdig vorkam, selbst die weiblichen Mitschüler betitelten die Vorschläge als sehr, sehr “frauenfreundlich”. Von einer Lehrkraft bekam ich zu hören: “Dieses Jahr haben sie den Damen und Herren vom Kultusministerium Wiesbaden völlig ins Hirn geschissen!”

Zweiter Prüfungstag, Geschichte Leistungskurs. Hier ging es in einem Vorschlag darum, das FRAUENBILD zweier Epochen abzugleichen.

Dritter Prüfungstag, Mathematik Grundkurs, Teilgebiet Stochastik:
Hier sollte man rechnerisch belegen, dass Frauen bei der Jobsuche gegenüber dem Mann benachteiligt sind, wenn sie ein attraktives Bild in ihre Bewerbung einfügen.

Anmerkung: Falls es sich um die Studie handelt, über die der Spiegel hier berichtet hat, wurden die Abiturienten sogar genötigt, falsche Schlussfolgerungen rechnerisch zu belegen, denn die am meisten benachteiligte Gruppe in dieser Studie waren die durchschnittlich aussehenden Männer, die noch deutlich schlechter abschnitten als die attraktiven Frauen.

Vierter Prüfungstag, Deutsch Grundkurs.

A: Gedichtinterpretation über die Rheinnixe Loreley.
C: Textinterpretation über zwei Damen die unter Liebeskummer leiden.

Wie kann es sein dass meine Abiturnote davon abhängig ist, dass ich zum Ausdruck bringe, was für “niedere Tiere” wir Männer doch sind und was Frauen für “edle Wesen” sind, die uns doch in so ziemlich jedem Lebensbereich überlegen wären, wenn da bloß nicht die “patriarchalische Herrschaftsstruktur” wäre? Inwiefern hilft das unserer Gesellschaft? Und inwiefern soll dieser Geschlechterfaschismus denn noch mit unserem Grundgesetz konform sein? Entschuldigt meine saloppe Ausdrucksweise aber ich hab genug von diesem erbärmlichen Quatsch mit Soße!

http://manndat.de/geschlechterpolitik/feminismus-so-funktioniert-er-in-der-schulischen-praxis.html

Die berechtigte Frage: Inwiefern hilft das unserer Gesellschaft?”

Die berechtigte Frage, ist leicht zu beantworten: Gar nicht! Aber Staatsfeminismus zielt auch nicht darauf ab, “der Gesellschaft” zu helfen, sondern darauf, seinen Günstlingen ein Auskommen auf Kosten Dritter zu verschaffen. Das nannte man früher Schmarotzen, und heute nennt man es Netzwerkbildung.

Das zweite Beispiel zeigt die Folgen von Staatsfeminismus am Beispiel einer Ausschreibung von der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg. Hier die Ausschreibung zum Genießen:

Otto von Guericke

Man muss sich diese Ausschreibung, die man getrost als Form der Ausbeutung bezeichnen kann, zu der es schon erheblicher moralischer, nun wie soll man sagen: vielleicht: Verkommenheit bedarf, wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Gesucht wird also ein kompetenter Soziologe, der alle exploitation“Einstellungsvoraussetzungen” erfüllt und bereit ist, die Lehrverpflichtungen des Stelleninhabers, der seine Arbeit so wichtig nimmt, dass er sich in Schwangerschaft verabschiedet hat, zu übernehmen und darüber hinaus, in den drei Monaten, die er vertreten darf, noch “Engagement im Leitungsteam des Studiengangs European Studies und am Lehrstuhl Makrosoziologie” sowie “Beteiligung an organisatorischen Arbeiten des Lehrstuhls und des Instituts für Soziologie” übernehmen soll.

Jeder Leiharbeiter wird besser und fairer behandelt als derjenige, der die ausgeschriebene Stelle besetzen wird. Aber damit nicht genug, er wird nach TV-L 13 bezahlt, d.h. er erhält ein Gehalt von monatlich rund 1.985 Euro netto, für die Vertretung einer Junior-Professur, die normalerweise nach W1 entgolten wird, was im sachsen-anhaltinischen Durchschnitt bereits mit einem Grundgehalt verbunden ist, dass um schlaffe 600 Euro höher liegt als das Grundgehalt nach TV-L 13: Ungleiches Entgelt für gleiche Leistungsanforderungen!

Wer also, wird sich auf eine Stelle, wie die ausgeschriebene bewerben? Man muss wirklich kein Prophet sein, um die Qualität der Bewerber oder deren Verzweiflung vorherzusehen. Entsprechend erhält der Zusatz: “Frauen werden ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert. Bewerbungen von Schwerbehinderten werden bei gleicher fachlicher Eignung und Leistung bevorzugt berücksichtigt”, eine ganz neue Note. Hausfrauen, die ihr Dasein durch ein dreimonatiges Intermezzo an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg unterbrechen wollen, um sich dort ein bisschen zu engagieren und ein wenig über Makrosoziologie, Europäische Gesellschaften im Vergleich oder die Transformation postsozialistischer Gesellschaften und/oder EU Osterweiterung zu erzählen und ansonsten die Fähigkeit zum teamorientierten Arbeiten mitbringen, sind gerne gesehen und geistig schwerbindert muss man vielleicht wirklich sein, wenn man sich auf eine derartige Form der Ausbeutung einlässt – oder  entsprechend verzweifelt.

Und dann gibt es noch die Studenten. Manche Leser von ScienceFiles werden sich noch flüchtig erinnern, dass Hochschulen nicht in erster Linie der Einrichtung von Professuren für weibliche Bewerber, der Schaffung einer guten Work-Life-Balance, der Durchsetzung absurder Sprachregelungen und dem Bau von Kindertagesstätten gewidmet sind, nein, es gibt auch noch Studenten – ärgerlicher Weise. Darunter sind sogar welche, so geht das Gerücht, die etwas lernen wollen und das Gelernte durch das Ablegen einer Prüfung nachweisen wollen.

Nun, das wird in Magedeburg an der Otto-von-Guericke-Universität und dem dortigen Institut für Soziologie, der Fakultät für Humanmedizin schwierig, denn da wird jemand für drei Monate (vielleicht auch für ein Elternjahr, bei guter Führung…) eine W1-Juniorprofessur zu geringerem Lohn vertreten und entsprechend nicht als Prüfer verfügbar sein. Die Seminare, die derjenige anbietet, werden für Studenten weitgehend ohne Wert sein, denn nach drei Monaten, spätestens einem Jahr, ist der Vertreter wieder weg, und der Alltag an der Otto-von-Guericke-Universität bricht wieder über die Studenten herein, der Alltag, dem sie ihre Prüfer entnehmen müssen und ihre Prüfungsthemen.

Die Ausschreibung ist somit ein schönes Dokument für die Zerstörung von Bildung, und sie zeigt, dass es lediglich darum geht, Stellen zu füllen und nicht darum, die Qualität und Kontinuität von Lehre zu sichern. Wozu auch: Studenten sind Statisten, die die staatfeministische Ideologie zu fressen haben, mehr nicht. Und eine Kernaussage des Staatsfeminismus, die hier sehr schön deutlich geworden ist, lautet: Die Produktion von Nachwuchs und das symbolische sich 12-Monate-um-den-eigenen-Nachwuchs-Kümmern, bevor er dann in die institutionelle Mangel übernommen wird, ist wichtiger als Bildung.

Wir haben uns in der Vergangenheit darüber gewundert, dass männliche Akademiker, die ihre Zukunft an Universitäten sehen, nicht Sturm gegen ihre Diskriminierung z.B. im Rahmen des Professorinnenprogramms laufen. Es ist an der Zeit, die Leidensfähigkeit von Studenten anzufügen, die offensichtlich keinerlei Wert auf kompetente Dozenten, gute Lehre und eine kontinuierliche und verlässliche Ausbildung legen. Wenn man überlegt, weswegen die 68er auf die Straße gegangen sind, dann kommt man nicht umhin, die zwischenzeitlich erreichte Resistenz von Studenten gegen Unbillen aller Art, wenn schon nicht zu bewundern, so doch anzumerken.

Deutschland: Eine neurotische Gesellschaft

Die Kritik am Staatsfeminismus häuft sich – auch in der populären Literatur. Wo man früher mit der Lupe nach Kritik suchen mussten, finden sich heute, wie eine entsprechende Suche bei Amazon zeigt, kritische Bücher, die interessanter Weise vor allem von Frauen geschrieben werden. Wir wollen unseren Lesern diese Bücher nicht vorenthalten und stellen heute eines vor, das Astrid von Friesen verfasst hat.

Es ist dies ein Buch, in dem die fortschreitende Neurose vieler Deutscher im Detail und anhand von vielen Beispielen beschrieben wird. Es ist ein unterhaltsames und kurzweiliges Buch, das seine Leser mehr als einmal mit der Frage zurücklässt: Wie ist so etwas möglich? Es ist ein Buch über die Folgen und Verheerungen in privaten Beziehungen, die der Staatsfeminismus seit Jahren anrichtet. Es ist ein Buch voller Geschichten über neurotische Persönlichkeiten, die unter Randbedingungen leben, die ihnen dann, wenn sie weiblich sind, alle Möglichkeiten geben, sich opportunistisch zu verhalten, und es ist ein Buch voller Geschichten über domestizierte Männer, die sich hilflos dem Treiben ihrer vermeintlichen Partnerinnen ausgeliefert sehen und völlig konflikt- und verhaltensunfähig sind.

Das Buch ist eine wahre Fundgrube von Anekdoten aus dem täglichen Leben, anhand derer die Autorin zeigen will, wie sich Staatsfeminismus im täglichen Leben auswirkt, wie er jede Form von Kooperation verunmöglicht und eine weibliche Egomanie befördert, die Psychiater und Neurologen mit großem Interesse erfüllen müsste, wären sie nicht selbst dem totalen Herrschaftsanspruch des Staatsfeminismus unterworfen und entsprechend ängstlich, das “verbotene Thema” anzugehen.

Ängstlich ist Astrid von Friesen, die u.a. als Gestalt- und Traumatherapeutin arbeitet, nicht. Sie berichtet aus Ihrem Alltag und die Geschichten, die sie erzählt, Geschichten aus dem Deutschland des 21. Jahrhunderts, dem Deutschland des Staatsfeminismus, sind moralisch und ethisch, sind mit Blick auf Anstand und Moral erschüttern und wecken doch Mitleid.

Dennoch ist das Buch von von Friesen ein erfrischendes Buch, denn von Friesen traut sich, all die kleinen Begebenheiten aus dem Alltag zu erzählen, die jeder kennt, von denen jeder weiß, dass es sie gibt, die unter der Herrschaft des Staatsfeminismus, aber im öffentlichen Diskurs nicht vorkommen, die in der absurden Welt, die der Staatsfeminismus vorgaukeln will, verschwiegen werden.

von FriesenWir wollen dieses Post nutzen, um eine kleine Leseprobe bereitzustellen, die repräsentativ für das Buch ist. Wem die Leseprobe Lust auf mehr gemacht hat, der findet das Buch über die Abbildung bei Amazon.

“Beate Kricheldorf schreibt in ihrer glasklaren und unerbittlich deutlichen Analyse ‘Verantwortung: Nein danke! Weibliche Opferhaltung als Strategie und Taktik’ über das Verwirrspiel zwischen den Geschlechtern Folgendes: ‘Der Feminismus ist männerfeindlich, aber nicht männerverachtend, denn Männer werden ja ungeheuer wichtig genommen, indem ihnen alle Macht und Verantwortung zugeschrieben wird. Sie sind Bösewichte im Sinne von Tyrannen, Herrschern und dergleichen (was Männern offenbar ganz gut gefällt). Die scheinbare Frauenfeindlichkeit des Feminismus ist in Wahrheit Frauenverachtung und -entmündiguung. Wenn Frauen suggeriert wird, dass sie keinerlei Eigenverantwortung haben, keine Entscheidungsfreiheit oder Einfluss auf ihr Schicksal, sndern vollständig fremdbestimmt sind (von einer Männerwelt, von ihrer Sozialisation usw.), ist das schlichtweg frauenverachtend. Opferhaltungen aus Berechnung und Einflößen von Schuldgefühlen ist ein uralter Trick. Frauen haben sich darin zu Perfektionistinnen entwickelt, so dass Männer diesen Trick nicht bemerken”.

[...]

Beispiel vier

Verantwortung Nein DankeEine junge Familie. Die Frau ist Historikerin, sie bleibt freiwillig zu Hause bei den Kindern. Dreimal in der Woche ruft sie panisch ihre Babysitterin an, weil sie es nicht schafft, die Kinder (vier und fünf Jahre) ins Bett zu bringen.
Als Therapeuting konstatiert man dann ganz frech: Nicht können heißt nicht wollen. Abends räumt der Mann resigniert den Frühstückstisch ab, aber er darf sich nicht darüber beschweren, dass seine Frau ihren Teil des gemeinsamen Familien-Vertrags nicht erfüllt hat. Für ein Eheleben bleibt sowieso keine Zeit, Sexualität findet nicht mehr statt.
Frage: Was ist los bei uns, dass ein körperlich und geistig gesunder, kluger Mensch sich so von zwei netten Kindern tyrannisieren lässt, die (vermeintlich) nicht ins Bett zu schaffen sind, und die täglich anfallende Hausarbeit nicht bewältigt? Warum sind gerade junge Frauen so ratschlagresistent, dass sie keinerlei Austausch über praktische Kinder- und Haushaltsfragen mit Müttern oder älteren Freundinnen suchen – geschweige denn Ratschläge akzeptieren? Eine kleine Umfrage bei zehn gestandenen Therapeutinnen erbrachte: Niemand traut sich, den eigenen Töchter, Schwiegertöchtern (um Himmels willen!), Schwägerinnen, besten Freundinnen auch nur einen Ton zum manchmal katastrophalen Umgang mit den eigenen Kindern zu sagen.

Seltsamerweise fühlen sich junge Eltern trotzdem ständig kritisiert, obwohl sich niemand traut! Wer es tatsächlich einmal tut, stößt auf wütende, heftige und ohrenverschließende Abwehr. Zunehmend wird dann der Kontakt zu Familienangehörigen oder Freunden radikal abgebrochen! Die Folge: Es ist für manche Mitmenschen nicht auszuhalten, mit jungen Eltern und deren Kindern gemeinsame Unternehmungen zu machen, weil man der Erziehungsunfähigkeit der jungen Leute einfach nicht zusehen kann. So haarsträubend sind die Szenen, die sich da abspielen. Entweder wird nur genörgelt und gemeckert oder alles endet in purer Anarchie, ohne dass Grenzen gesetzt werden. Eine Erwachsenenunterhaltung ist in solchen Fällen sowieso nicht möglich, geschweige denn, dass die Kinder in der Lage wären, manierlich zu essen, sich mit dem netten und anteilnehmenden Besuch zu unterhalten oder auch nur zuzuhören. Nein, sie werden aktiv (!) von ihren Eltern zu ‘kleinen Tyrannen’ erzogen, wie Jirina Prokop schon 1988 konstatierte. Wie aber wollen junge Eltern ihre Kinder zu weltoffenen und toleranten Menschen erziehen, wenn sie derart unoffen, um nicht zu sagen, neurotisch, auf alles, was von außen kommt, reagieren und keine Vorschläge von anderen annehmen?

[...]

Eine schlechte Ehe. Die Frau entnimmt in zehn Jahren vom gemeinsamen Konto 700 000 Mark für ihre rauschhaften, sinnlosen Einkäufe. Ihr Mann (ein hoher Beamter) traut sich nicht, ihr das Konto zu sperren und ihr begrenztes Haushaltsgeld zu überweisen. Er ruiniert sich sehenden Auges finanziell bis an sein Lebensende! Nach der Scheidung muss sie noch nicht einmal die Konten der bei ihr lebenden Kinder offen legen, auf denen sie wahrscheinlich das Geld versteckt hat. Dafür muss er zahlen und darf, obwohl sie ein gemeinsames Sorgerecht haben, die Kinder jahrelang nicht sehen …

[...]

Eine Frau lässt sich nach 25 Jahren scheiden, weil sie lesbisch geworden ist. Noch bevor die Scheidung rechtskräftig wird, findet sie eine protestantische Pastorin, die die Trauung des lesbischen Paares vornimmt. Die drei Kinder boykottieren diese erneute Hochzeit der Mutter und treten aus der Kirche aus, denn sie sind empört, dass eine Pastorin der Amtskirche mit keinem Wort nach dem Noch-Ehemann und Vater fragt, sondern diese (unrechtmäßige) Handlung vollzieht.”

Das Buch von von Friesen ist kein wissenschaftliches Buch, aber es ist lesenswert und all diejenigen, die sich ihren gesunden Menschenverstand bewahrt haben, werden es mit Gewinn lesen.

Astrid von Friesen (2012). Schuld sind immer die anderen! Hamburg: Ellert & Richter, €12,95.

Die mafiösen Strukturen der Frauenförderung: Hermann von Helmholtz Gemeinschaft

Den Anlass zum heutigen Post hat ein Kommentar von Daniel gegeben, in dem Daniel u.a. darauf hiweist, dass bei der Hermann von Helmholtz Gemeinschaft Männer diskriminiert werden. Der Hinweis hat uns dazu veranlasst, etwas weiter zu recherchieren.

Die Hermann von Helmholtz Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss von 18 Forschungszentren, die über Deutschland verteilt sind und die sich nach eigenen Angaben ein gemeinsames Ziel gesetzt haben, nämlich:

helmholtz_logo_main“Die [Hermann von] Helmholtz-Gemeinschaft hat die Aufgabe, langfristige Forschungsziele des Staates und der Gesellschaft zu verfolgen und die Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten und zu verbessern. Dazu identifiziert und bearbeitet sie große und drängende Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch strategisch-programmatisch ausgerichtete Spitzenforschung in sechs Bereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr”.

Kurz: Die Hermann von Helmholtz Gesellschaft sieht sich als Vollzugsorgan, das in erster Linie die Interessen des Staates und in zweiter Linie die Interessen der Gesellschaft verfolgt. Eine interessante Form der Trennung zwischen Staat und Gesellschaft – aber gut.

Die Hermann von Helmholtz Gemeinschaft ist ein fester Posten im Bundeshaushalt, aus dem die Aufwendungen der Hermann von Helmholtz Gemeinschaft zu 90% getragen werden. Alleine für den Betrieb der 18 Helmholtz-Zentren stehen im Bundeshaushalt des Jahrs 2013 1,53 Milliarden Euro bereit (Seite 2770). Die Hermann von Helmholtz Gemeinschaft ist somit eine öffentliche Institution, die aus Steuergeldern finanziert wird und entsprechend politischer Einflussnahme ausgesetzt ist, z.B. über den Pakt für Forschung und Innovation.

Über den Pakt für Forschung und Innovation heißt es auf Seite 2773 des Bundeshaushalts:

“Die Exzellenzinitiative und der PFI [Pakt für Forschung und Innovation] dienen dazu, den Wissenschaftsstandort nachhaltig zu stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Spitzenleistungen der Forschung sichbarer zu machen.”

Was macht eigentlich der Bund der Steuerzahler?

Was macht eigentlich der Bund der Steuerzahler?

Insgesamt stehen für die beiden genannten Initiativen und den Hochschulpakt, dessen Ziel der Ausbau der Forschungsleistung an Hochschulen ist, 5,644 Milliarden Euro alleine im Haushaltsjahr 2013 bereit. Wie immer, wenn hehre, aber nichtssagende Ziele verkündet werden, wie die nachhaltige “Stärkung des Wissenschaftsstandorts”, ist das eigentlich Interessante, wie die entsprechenden Mittel denn nun ausgegeben werden. Damit kommen wir zurück zur Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft und dem W2/W3 Programm der Hermann von Helmholtz Gemeinschaft:

“Im Rahmen des Pakts für Forschung und Innovation unternimmt die Helmholtz-Gemeinschaft verstärkte Anstrengungen, um exzellente Wissenschaftlerinnen für Spitzenpositionen zu gewinnen.
Mit dem W2/W3-Programm für exzellente Wissenschaftlerinnen können pro Jahr mindestens fünf W2/W3-Positionen neu in die Förderung aus Mitteln des Impuls- und Vernetzungsfonds aufgenommen werden. Der Förderumfang beträgt für W3-Stellen in der Regel pauschal bis zu 1 Mio. Euro, für W2-Stellen bis zu 750.000 Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren für die Stelle und die Ausstattung”. [Hervorhebung durch uns]

Der Pakt für Forschung und Innovation, mit dem der Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig gesichert werden soll, ist also ganz offensichtlich ein Instrument zur verdeckten Finanzierung staatsfeministischer Zielsetzungen. Wie das W2/W3 Programm zeigt, herrscht die Ansicht, dass eine nachhaltige Sicherung des Wissenschaftsstandorts Deutschland nur dadurch gelingen kann, dass Männer an Forschungseinrichtungen diskriminiert und Frauen bevorteilt werden.

Legalizing misandryWelche Form von Nachhaltigkeit damit gemeint ist, erschließt sich somit nicht auf den ersten Blick, aber auf den zweiten Blick, dann nämlich, wenn noch in Rechnung gestellt wird, was bei der Hermann von Helmholtz Gemeinschaft unter der Bezeichnung “Forschen und Familie – für uns kein Widerspruch” firmiert. Innovative Maßnahmen, so der Werbetext auf der Seite der Hermann von Helmholtz Gemeinschaft, würden dafür sorgen, dass Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen hergestellt werde, dadurch, dass:

  • “Chancengleichheit als Bewertungskriterium bei der Begutachtung der Forschungs-Programme” diene.
  • Darüber hinaus stehen “Vielfältige Angebote zur Vereinbarung von Familie und Beruf” bereit und
  • eine zusätzliche “Förderung von Frauen” ist explizit vorgesehen.

Wie man Chancengleichheit als Kriterium benutzt, um herauszufinden ob ein Projekt, in dem Halbleiter durch einen männlichen Forscher erforscht werden sollen, weniger Recht auf Förderung genießt als ein Projekt, in dem eine neue Methode der Energiegewinnung durch Müllverbrennung von einem weiblichen Forscher erforscht werden soll, ist nicht nachvollziehbar, jedenfalls nicht mit rationalen Kriterien. Aber vielleicht spielen hier ja die vielfältigen “Angebote zur Vereinbarung von Familie und Beruf” eine Rolle, etwa in der Form, dass Fertilität besonders gefördert wird. D.h. Frauen, die sich verpflichten, im Laufe ihres Forschungsvorhabens schwanger zu werden, werden bevorzugt gefördert – womit die Frage, was bei der Hermann von Helmholtz Gemeinschaft unter Nachhaltigkeit verstanden wird, auch gleich geklärt wäre.

Bleibt noch die Frage, was nun Chancengleichheit sein soll und wie sie als Kriterium genutzt wird. Hier hilft das Postdoc Programm der Hermann von Helmholtz Gemeinschaft weiter, in dem es heißt:

“Zur Förderung der Chancengleichheit wird angestrebt, mindestens 50% der Stellen pro Ausschreibung an Wissenschaftlerinnen zu vergeben” [Hervorhebung durch uns].

Deutlicher kann man eine beabsichtigte Diskriminierung von Männern eigentlich nicht machen: Chancengleichheit die sich an Vorgaben nach Geschlecht orientiert, hat offensichtlich nicht zum Ziel eine Chancengerechtigkeit dahingehend herzustellen, dass vielversprechende Projekte vor wenig interesanten Projekten gefördert werden. Relevant für eine Förderentscheidung ist also nicht, welche Erkenntnis das Projekt verspricht, sondern ob es von einem männlichen oder einem weiblichen Bewerber eingereicht wird. Zudem verrät das Wörtchen “mindestens”, dass es auch nicht um Chancengleichheit dahingehend geht, dass unabhängig von der Leistung 50% Männer und Frauen gefördert werden, sondern darum, mehr Frauen als Männer zu fördern – Eine neue und absurde Form der Chancengleichheit, quasi die Hermann von Helmholtz Gemeinschaft Chancengleichheit.

Man fragt sich einmal mehr und in hohem Maße verwundert, wie lange derartige offene Diskriminierung in Deutschland noch von all den Männern, die es betrifft, geduldet oder gar unterstützt wird.

CorruptAlles zusammengenommen zeigen sich am Beispiel der Hermann von Helmholtz Gemeinschaft Strukturen, die man nicht anders als mafiös bezeichnen kann: Mittel, die der “nachhaltigen Sicherung” des Wissenschaftsstandorts Deutschland dienen sollen, werden zweckentfremdet und dazu eingesetzt, Männer zu diskriminieren und die staatsfeministische Utopie der sich fortpflanzenden Wissenschaftlerin, die exzellent im Wickeln von Windeln und in Quantenmechanik in gleicher Weise ist, durchzusetzen. Das einzige, was derzeit noch fehlt, ist ein Ablasshandel für diejenigen Wissenschaftlerinnen, die ihre Fähigkeiten nur in der Wissenschaft und nicht im Kinderzimmer sehen und die Schutzgelderpressung von männlichen Wissenschaftlern, deren Existenz angesichts von Programmen wie den dargestellten, zunehmend einer Rechtfertigung bedarf.

Wissenschaftliche Multiplikatoren: Wenn vermeintliche Wissenschaftler die Sache der Regierung erledigen

Der sogenannte Jungenbeirat, den das Bundesministerium für FSFJ ins Leben gerufen hat, war auf ScienceFiles schon wiederholt Thema. Entsprechend interessiert waren wir, als uns ein Beitrag von Michael Meuser und Sylka Scholz im BZgA Forum Sexualaufklärung und Familienplanung auf den Tisch gekommen ist, der mit “Jungen zwischen tradierten Männerbildern und neuen Herausforderungen. Erfahrungen aus dem Beirat Jungenpolitik” überschrieben ist.

BzgADer Beitrag ist (1) weitgehend inhaltsleer und kann in zwei Sätzen wie folgt zusammengefasst werden: Die Welt ändert, sich, und Jungen versuchen, ihre Individualität in einer sich änderenden Welt zu bestimmen. (2) Der Beitrag ist entlarvend, lässt sich ihm doch deutlich die Agenda entnehmen, die hinter dem Jungenbeirat steht. (3) Der Beitrag ist an methodischer Armseligkeit kaum zu überbieten, was besonderes darin deutlich wird, dass “sechs männliche Jugendliche … die Vielfalt unterschiedlicher Lebenswirklichkeiten von Jungen” (Meuser & Scholz, 2013, S.7) repräsentieren sollen und ansonsten Ergebnisse aus “Fokusgruppendiskussionen” verabsolutiert werden. (4) Der Beitrag ist ein Beispiel dafür, dass sich die Regierung auf die von Ihr finanzierten wissenschaftlichen Multiplikatoren verlassen kann, wenn es darum geht, die derzeit herrschende staatsfeministische Ideologie durch mit wissenschaftlichem Anstrich daherkommende Bundes-Veröffentlichungen zu schreiben. Der wissenschaftliche Anstrich ist zwischenzeitlich allerdings so fadenscheinig geworden, dass kaum mehr jemand außer den darin Publizierenden überhaupt der Ansicht ist, es handele sich um eine auch nur annähernd wissenschaftliche Publikation.

Doch nun zur Agenda des Jungenbeirats. Meuser und Scholz, beide offensichtlichen eines Geistes Kind, geben sich alle Mühe, nicht zu deutlich zu machen, dass sie die “hegemoniale Männlichkeit”, was immer das auch sein mag, als das ansehen, was es zu überwinden gilt. Dass sie versuchen, dies nicht deutlich werden zu lassen, hat einen einfachen Grund: SIe betonen die Individualität und Wahlfreiheit von Jungen und entsprechend kann man nicht zu offen, gegen die vermeintliche hegemoniale Männlichkeit agitieren, will man nicht in den Verdacht geraten, einer “hegemonialen Anti-Männlichkeit” zu huldigen. Aber Meuser und Scholz können, trotz aller den Jungen zugestanderer Wahlfreiheit der Jungen, ihre eigene Ideologie nicht unterdrücken:

  1. Hegemoniale Männlichkeit?

    Hegemoniale Männlichkeit?

    “Fluchtpunkt tradierter Leitbilder von Männlichkeit ist eine ‘hegemoniale Männlichkeit’ … Dieser Begriff bringt zum Ausdruck, dass Männlichkeit mit gesellschaftlicher Macht und Dominanz verknüpft ist. … Dass es gesellschaftlich gesehen, ein Über- und Unterordnungsverhältnis zwischen Männern und Frauen gibt, bedeutet nicht, dass sich jeder individuelle Mann in einer Machtposition befindet” (7).

  2. “Die neoliberale Reorganisation der Wirtschaft zieht der erwerbszentrierten Männlichkeitskonstruktion tendenziell den Boden weg” (8).

  3. In Peergroups von Jungen spielen tradierte Männlichkeitsnormen und -muster weiterhin eine große Rolle. Die Kommunikation und die Interaktion in den männlichen Peergroups ist in hohem Maße wettbewerbsorientiert. Sich dem Wettbewerb zu stellen und darin zu bewähren bringt Anerkennung seitens der Peers”. (8)

  4. “In der Interaktion mit Mädchen ist die Inszenierung einer hegemonialen Männlichkeit hingegen weitgehend kontraproduktiv, sie steht der Anbahnung von Kontakten entgegen.” (9).

  5. “… ihnen [den Jungen] fehlt es aber an konkreten Vorstellungen, wie sich ein Leben jenseits der tradierten Muster führen lässt.”(9).

intolerance
Zusammenfassend kann man feststellen, dass Meuser und Scholz trotz aller vorgeheuchelten Toleranz für die Lebensentwürfe von Jungen doch nicht zusehen wollen, wie die entsprechenden Jungen die Toleranz ausnutzen und am Ende noch einen tradierten Entwurf von Männlichkeit wählen. Das wäre ein Zuviel an Toleranz – doch der Reihe nach.

  1. Dass Männlichkeit Dominanz und Macht ist, aber Dominanz und Macht nicht männlich, wie es Meuser und Scholz schreiben, ist nicht nur auf den ersten Blick ein eklatanter Widerspruch. Es beschreibt das Elend kollektiver Entwürfe, das Dr. Diefenbach gemeinhin mit Fragen wie den folgenden bloßstellt: “Wie habe ich mir die männliche Dominanz im täglichen Leben vorzustellen? Welcher Mann hindert mich daran, X zu tun? So schnell sind Wortgebäude aus Baufälligkeit in sich zusammengestürzt. Entweder Männlichkeit ist hegemonial, oder sie ist es nicht. Eine Hegemonialität, die man im täglichen Leben nicht findet, die man wie Meuser und Scholz dies tun, zuschreiben muss (nein, sie tun es nicht direkt, sie verstecken sich hinter Robert W. Connell), ist nur im Geist der Zuschreibenden vorhanden. Sie verbinden offensichtlich die Tatsache, dass mehr Männer in Führungspositionen sitzen, mit Macht. Sie weisen Geschlecht in diesem Zusammenhang, Männlichkeit, um genau zu sein, eine besondere Bedeutung zu. Sie sind es, die den abstrusen Gedanken haben, dass ein männlicher Unternehmer mit seinem Penis und nicht mit seinem Gehirn sein Unternehmen führt. Wir fragen uns, wie lange man derart pathologisches Gedankengut noch frei herumlaufen lassen will. Zumindest wäre ein Warnhinweis notwendig, etwa in der Form: “Das Lesen dieses Textes kann zu Schäden in ihrer geistigen Entwicklung führen!”

  2. Ja, ja, der neoliberale Feind, der natürlich nicht ohne eine Geiselung von

  3. Wettbewerb daherkommen darf und sich entsprechend zur Trias der Winner, dem Feindbild der Loser, das sich aus Männlichkeit-Neolioberalismus-Wettbewerb zusammensetzt, vereinigt. Hegemoniale Männer sind wettbewerbsorientiert, finden freie Märkte und Neoliberalismus entsprechend gut. Der wahre oder neue oder wie auch immer man das Bild von Mann nennen will, das Meuser und Scholz favorisieren, dieser Mann ist in seiner Männlichkeit weiblich, er kümmert sich um Kinder, geht in schlecht bezahlte Sozialberufe und ist keinem Ernährerbild mehr verpflichtet. Er sitzt zu Hause und wartet auf die Stütze, denn dem neoliberalen Wettbewerb in der wirklichen Welt, will er sich nicht aussetzen.

    Es ist jetzt wirklich an der Zeit, diesem Unsinn klare Worte entgegen zu setzen. EInmal davon abgesehen, dass das Bild des sozialen Weibchens, das in schlecht bezahlten Berufen sein Dasein fristet, frauenfeindlich ist: In welcher Welt leben eigentlich Meuser und Scholz? Hatten die beiden keinen Vater? Waren deren Väter hegemoniale Männer, die alle Stereotype erfüllt haben, die beide so gerne bemühen? Häusliche Gewalt, Alleinernährer, wer seine Füße unter meinen Tisch steckt und so weiter…? Wo gibt es diesen “hegemonialen Mann”, der Dominanz ausübt? Und was für ein Bild von Wettbewerb haben die beiden? Woher die Angst vor normalen Formen des Kräftemessens, denen die Menschheit letztlich alle positiven Entwicklungen der letzten Jahrtausende verdankt? Die Antworten auf diese Fragen sind vermutlich psychologisch zu geben, entsprechend lassen wir sie an dieser Stelle unbewältigt.

  4. Taio+CruzIst es nicht immer wieder seltsam zu sehen, wie Autoren dann, wenn es an die eigene Ideologie geht, die Individualität und Vielfalt, die sie so gerne beschwören, ganz schnell vergessen. Wenn Menschen individuell und verschieden sind, dann wird es Mädchen geben, die eine “Inszenierung hegemonialer Männlichkeit” gut finden, und es wird Mädchen geben, die sie nicht gut finden. Entsprechend zeigt die Formulierung, nach der hegemoniale Männlichkeit der Anbahnung von Kontakten weitgehend kontraproduktiv im Wege steht, dass es mit der Toleranz gegenüber Abweichungen vom Bild der Männlichkeit, wie es Meuser und Scholz entwerfen, nicht allzuweit her ist – ganz zu schweigen vom heterosexuellen Bias, der sich in dieser Vorstellung zeigt.

Das Weltbild und die Agenda, mit der Meuser und Scholz in ihrem Beitrag unterwegs sind, ist offenkundig, und es ist ein Weltbild, das trotz seiner pseudo-wissenschaftlichen Verpackung nichts mit Wissenschaft zu tun hat. Beide machen sich mit ihrem Beitrag zu Herolden staatsfeministischer Inhalte und verraten die Idee der Wissenschaft, um der zu dienen, sie eigentlich ihre Positionen an Universitäten besetzen sollten. Man muss also feststellen, dass die Loyalität gegenüber staatlichen Auftraggebern sowie die Bereitschaft, für den Staatsfeminismus die Werbetrommel zu rühren oder genauer: die Schmutzarbeit für ihn zu machen, bei beiden vermeintlichen Wissenschaftlern stärker entwickelt ist als die Loyalität gegenüber Wissenschaft und ihrem Ziel (Kleine Erinnerung: Das Ziel von Wissenschaft ist Erkenntnisgewinn, nicht Umerziehung.)

Im Geschlechtergleichschritt marsch mit der SPD

Weil ein entsprechender Hinweis nun schon zum dritten Mal in unserer Mailbox gelandet ist, wollen wir uns in aller gebotenen Kürze mit den “Antworten der SPD zum Fragenkatalog des GMEI – Gender Mainstreaming Experts International” befassen. Arne Hoffmann hat zu den Antworten der SPD bereits Stellung genommen. Auch wir werden dies tun, und zwar in gewohnter ScienceFiles Manier und auf der Grundlage unseres Grundsatzprogramms.

EurogenderZunächst hat es uns interessiert, wer diese “GMEI – Gender Mainstreaming Experts International” eigentlich sind. Da die Seite von GMEI.org offensichtlich einer Dauerwartung unterliegt, haben wir uns anderweitig umgesehen und sind, wie nicht anders zu erwarten, im weitgefächerten und weitegehend von der EU unterhaltenen Nutznießernetzwerk Eurogender gelandet. GMEI ist demnach eine dubiose Gruppe von Experten dubioser Herkunft und Fähigkeiten, die mit in einem dubiosen Hotel “Stefanie” in Schwarzberg in Österreich verbunden sind und sich als Experten für Interventionen in Bildung und Erziehung sowie Gender Mainstreaming gerieren. Da Interventionen in Bildung und Erziehung derzeit offensichtlich vornehmlich von Wortakrobaten vorgenommen zu werden scheinen, ist dies kein Problem und völlig ungefährlich. Niemand wird fehlende Kompetenz bemerken. In einer Welt der Worte interessiert sich niemand für Wirkungen.

Nun aber zu den bereitwiligen Antworten der SPD auf Fragen einer mehr als dubiosen Vereinigung.

“Welchen Stellenwert werden Sie der Gleichstellung von Männern und Frauen in Ihrer Regierungsarbeit geben?”, so lautet die erste Frage.

Wer die Antworten würdigen will, muss sich vergegenwärtigen, dass die SPD und viele Politiker in einer Wortwelt, einer virtuellen Welt aus Sprache leben, die nichts mit der Realität gemein hat und die vor allem eines tut: Den Gesetzen der Logik widersprechen. Dies wird deutlich im ersten Satz der Antwort: “Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche Überwinden”. Kann man sich einen größeren Unsinn vorstellen? Logisch betrachtet wird hier die menschliche Gesellschaft der männlichen Gesellschaft gegenübergestellt. Beide sind unvereinbare Mengen und schließen einander aus. Folglich werden Männer als nicht Menschen dargestellt, die der menschlichen Gesellschaft, die dann wohl die Gesellschaft von Frauen ist, im Weg stehen.

Logik f dummiesDieser verbale Unsinn (eigentlich ist Unsinn ein zu schwaches Wort, aber der Anstand gebietet es, bei Unsinn zu bleiben) ist die Antwort auf eine Frage nach dem “Stellenwert … der Gleichstellung”. Gleichstellung bedeutet also für die SPD, Männer zu beseitigen, denn: “Nur eine gleichgestellte Gesellschaft ist eine moderne Gesellschaft”. Als wäre der Unsinn im ersten Satz nicht genug, wird nunmehr noch eine Leerformel ergänzt und ein Satz produziert, den man auch kurz fassen könnte, als Gleichstellung ist gleich modern ist gleich gut. Man sieht, die Wortakrobatik besteht nicht nur darin, Worte ohne Sinn und Verwendungszweck zu emittieren, sondern ihnen eine positive Konnotation beizugesellen, denn es geht nicht um Sinn, es geht um Gefühl. Wie die Antwort der SPD zeigt, fühlen sich manche erst wohl, wenn sie großen Unsinn verbreiten.

Und weiter geht es in den Antworten der SPD mit verbaler Aussage-Leere, in deren Verlauf ein buntes Sammelsurium von Begriffen, von denen man bei der SPD wohl denkt, sie klängen gut, seien positiv konnotiert, durcheinander geworfen wird: Gleichstellung wird zu Chancengleichheit, als habe das eine mit dem anderen etwas zu tun (Zur Vermengung von Gleichheit. Gleichstellung und Gerechtigkeit siehe den Kommentar von Dr. habil. Heike Diefenbach am Ende dieses posts). Weil das nicht reicht, mutiert Gleichstellung zu Geschlechtergerechtigkeit, und abermals hat beides nichts miteinander zu tun, wie in den Antworten der SPD überdeutlich wird, denn um Gleichstellung durchzusetzen, so heißt es, habe Peer Steinbrück “gleich viele Frauen wie Männer in sein Kompetenzteam berufen”. Nun hat Kompetenz nichts mit Geschlecht zu tun und entsprechend kann eine gleiche Verteilung nach Geschlecht keine Kompetenz gewährleisten. Und Gleichstellung hat nichts mit Chancengleichheit zu tun, denn Gleichstellung zielt auf das Ergebnis, nicht auf den Start von Prozessen, Letzteres tut Chancengleichheit, die gleiche Startchancen für alle gewähren will und deren Ziel in Gerechtigkeit besteht, die z.B. gegeben ist, wenn ein Kompetenzteam nach Kompetenz und eben nicht nach Geschlecht besetzt ist. Irgendwie gewinnt man den Eindruck, die Genossen hätten sich vor lauter Gender Mainstreaming um ihren Verstand geredet (sofern Verstand vorhanden war).

Versteckt im logischen Unsinn dieser Wortemissionen sind indes handfeste Drohungen wie die folgende:

“Freiwilligkeit bringt uns in der Gleichstellungspolitik keinen Schritt weiter.” … Deshalb setzt die SPD auf “gesetzliche Regelungen”,´die “den gesamten Lebenslauf von Frauen und Männern in den Blick nehmen”

hayek.quoteOffensichtlich ist man sich bei der SPD bewusst, dass es keine demokratische Mehrheit für “Gleichstellungspolitik” in Deutschland gibt, dass demokratische Freiwilligkeit deshalb mit antidemokratischem Zwang ersetzt werden muss. Als Konsequenz wird die Freiheit von Bürgern, nach ihrer Fasson selig zu werden, beseitigt. Was im Lebensverlauf eines Mannes oder im Lebensverlauf einer Frau richtig ist (und selig macht), wird nunmehr von den Genossen vorgegeben. Ihre Vorstellung davon, was Gleichstellung ausmacht oder Chancengleichheit oder Geschlechtergerechtigkeit oder was auch immer, irgendwas mit “gleich” und “gerecht” als Wortstamm, setzt den Standard. Wer diesen Standard nicht anerkennt, der ist der Feind der Genossen.

Und es ist im Hinblick auf die ideologischen Feinde, dass der einzige konkrete Satz in den Antworten der SPD gefunden werden kann. Wie so oft, wenn sich Sozialisten äußern, werden sie genau dann deutlich oder besser: biestig, wenn es an die Grundfeste der eigenen Ideologie geht. Die eigene ideologie ist sakrosankt: Sie wird nicht diskutiert, nicht kritisiert, sie hat Heiligkeitsstatus:

“Die antifeministische Männerbewegung wird, wenn wir in Regierungsverantwortung sein sollten, keinerlei Zugang bekommen. Wir werden dafür sorgen, dass progressive und profeministische Kräfte in der Männerpolitik gestärkt werden.”

Machen wir ein kleines Experiment um darzustellen, wessen Geistes Kind die Genossen hier sind:

“Der internationale Finanzjudentum wird, wenn wir in Regierungsverantwortung sein sollten, keinerlei Zugang bekommen. Wir werden dafür sorgen, dass die fortschrittlichen und pro-arischen Kräfte deutsche Politik bestimmen.

Es geht hier weniger um den Vergleich mit dem Dritten Reich, die Struktur der Aussage ließe sich in der selben Weise in den Brandreden finden, mit denen Bernhard von Clairveaux z.B. zur Beteiligung am zweiten Kreuzzug aufgerufen hat. Die Struktur schafft eine Freund-Feind-Beziehung und hat zum Ziel, jede Form des normalen Umgangs mit der als Feind identifizierten Gruppe zu unterbinden. Es ist dies eine zutiefts antidemokratische Struktur, die den Meinungspluralismus, die Konkurrenz von Ideen und Interessen, das, was eine Demokratie ausmacht und am Leben erhält, beseitigen will. Mit dem Feind wird nicht diskutiert oder geredet. Seine Argumente werden außerhalb der eigenen Normalität verortet, Umgang mit ihm wird zum Sakrileg.

Arendt_totalitarismusWer Aussagen aufstellt, wie die SPD es hier tut, der zeigt wes’ Geistes Kind er ist. Er stellt sich als Ideologe mit totalitärem Anspruch und Feind demokratischer Strukturen und Umgangsformen dar. Auf Grundlage der Antworten, die die SPD den “Gender Mainstream Experts International” gegeben hat, muss man die SPD somit als antidemokratische Partei ansehen, und es wäre zu prüfen, ob nicht ein Verbotsverfahren gegen die SPD angestrengt werden muss.

Als kleinen Trost am Ende dieses Beitrags: Auch mit den Grünen oder der Linken wollte die damalige SPD nicht reden. Dennoch ist aus den Schmuddelkindern von damals heute ein umworbener Koalitionspartner geworden. Es ist also weniger eine Frage der Ideologie als des politischen Opportunismus, denn wenn es darum geht, an die Macht zu gelangen, dann kann man schon einmal auf alle die Dinge, die man vorher als unverzichtbar und unverrückbar benannt hat, verzichten. Letztlich ist das Ergebnis jedoch dasselbe: Demokratische Werte bleiben auf der Strecke, die Demokratie wird zur Travestie auf sich selbst.

Die Verwüstung der Gesellschaft durch den institutionalisierten Feminismus: Call for Papers

SciencefilesDie Netzwerke des institutionalisierten Feminismus überschwemmen uns täglich mit feministischer Ideologie. Öffentlich-rechtliche Medien machen sich regelmäßig zum Sprachrohr des institutionalisierten Feminismus und lancieren falsche Behauptungen über den Opferstatus von Frauen und deren vermeintliche Nachteile, die seltsamerweise nur am oberen Ende der Gehaltsskala zu finden zu sein scheinen. An Universitäten sorgen Programme des institutionalisierten Feminismus dafür, dass Bildung zu einer Fata Morgana geworden ist, die manche an Universitäten noch zu sehen meinen, die tatsächlich aber von Universitäten verschwunden ist, durch den alles erstickenden Sand des institutionalisierten Feminismus verdrängt wurde.

Mittlerweile überlegen institutionalisierte Feministen an Universitäten, wie wir in unserem letzten post dargestellt haben, wie sie das Denken von Menschen, das Wissen einer Gesellschaft und deren Erkenntnisfähigkeit beeinflussen, um es für ihre Zwecke missbrauchen zu können. Damit ist die Grenze zum Totalitarismus überschritten, und es wird zur ersten Bürgerpflicht, dem institutionalisierten Feminismus entgegen zu treten und ihn als das totalitäre, die Freiheit zerstörende Gebilde zu entlarven, das er ist.

Deshalb rufen wir mutige Wissenschaftler, nicht-Wissenschaftler, alle Kritiker am institutionalisierten Feminismus dazu auf, sich an einem Buchprojekt zu beteiligen, das wir gestartet haben. Das Ziel dieses Projekt ist es

ein Kompendium der gesellschaftlichen Verwüstungen, die der institutionalisierte Feminismus anrichtet, zu erstellen.

Mit diesem Kompendium soll nicht nur der täglichen Berieselung mit der Ideologie des institutionalisierten Feminismus etwas entgegen gesetzt werden, das Ziel dieses Kompendiums ist es auch, allen Interessierten einen Einblick in die zerstörerische Wirkung einer Ideologie zu geben, die angetreten ist, die moralischen und normativen Grundfeste, auf denen Gesellschaften gebaut sind, zu zerstören. Es soll offengelegt werden, dass der institutionalisierte Feminismus eine Dachideologie für Opportunisten und Überzeugungstäter ist, die versuchen, unfreie und faschistische Strukturen zu ihrem Vorteil durchzusetzen.

Die Verwüstungen, die der institutionalisierte Feminismus anrichtet, zeigen sich in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens. Hier einige Beispiele:

  • VerwuestungDer institutionalisierte Feminismus zerstört die Wissenschaft. Er höhlt das meritokratische Prinzip aus, diskreditiert Leistung und zerstört damit die Grundlage für Fortschritt.
  • Der institutionalisierte Feminismus zerstört die Wirtschaft. Er macht weibliches Geschlecht zum Karriere-Maker und zerstört auch in der Wirtschaft Meritokratie und Leistung, mit unabsehbaren Folgen für Motivation und unternehmerische Innovationskraft.
  • Der institutionalisierte Feminismus zerstört zwischenmenschliche Beziehungen. Er sät Zwietracht und Misstrauen in privaten Beziehungen und macht Kooperation zwischen Menschen unterschiedlichen Geschlechts für viele unmöglich.
  • Der institutionalisierte Feminismus zerstört die Lebenschancen von Millionen Jungen, die nicht in das Prokrustesbett des “neuen Jungen” passen, das der institutionalisierte Feminismus für sie gezimmert hat.
  • Der institutionalisierte Feminismus zerstört die moralischen und normativen Grundlagen der Gesellschaft und setzt an ihre Stelle ein Vakuum, das je nach Belieben und willkürlich gefüllt werden kann.

Dies sind nur einige der zerstörerischen Wirkungen des institutionalisierten Feminismus. Wir wollen mit unserem Kompendium eine möglichst umfassende Darstellung der gesellschaftlichen Schäden geben, die der institutionalisierte Feminismus als Spur der Verwüstung nach sich zieht und versuchen aus diesem Grund, wissenschaftliche Beiträge und Erfahrungsberichte zu kombinieren. Wie umfassend das Kompendium sein wird, hängt davon ab, wie viele Kritiker des instutionalisierten Feminsmus sich zusammenfinden und einen Beitrag beisteuern.

Daher rufen wir  alle auf, die eine Facette der zerstörerischen Wirkung des institutionellen Feminsmus vor Augen haben, weil sie in ihrem täglichen Leben damit konfrontiert sind, die zerstörerische Wirkung aus eigener Anschauung kennen, oder die in ihrer wissenschaftlichen Arbeit regelmäßig mit den entsprechenden Schäden konfrontiert sind, diese untersuchen oder die es als ihre bürgerliche Pflicht ansehen, dem Treiben des institutionalisierten Feminismus Einhalt zu gebieten, sich an unserem Buchprojekt zu beteiligen.

Wir sind interessiert an argumentativen Beiträgen, die z.B. anhand persönlicher Erlebnisse die Folgen des institutionalisierten Feminsmus deutlich machen und an Beiträgen, die auf empirischer und theoretischer Basis die Folgen und Schäden des institutionellen Feminismus darstellen bzw. argumentieren. Die jeweiligen Beiträge sollten sich zwischen 5 und 15 DIN-A4-Seiten bewegen. Das Prozedere der Erstellung unseres Kompendiums der zerstörerischen Wirkung des institutionalisierten Feminismus ist einfach:

  • ScienceFiles_Verwüstung einer GesellschaftSie nennen uns das Thema, das Sie bearbeiten wollen.
  • Wir geben Ihnen eine Formatvorlage, sammeln und koordinieren die Themen, um Doppelungen zu vermeiden.
  • Sie schicken uns Ihren fertigen Beitrag.
  • Wir sammeln alle Beiträge erstellen und publizieren das Kompendium der Folgen des institutionalisierten Feminismus (Arbeitstitel).

Und damit gleich ein Anfang gemacht ist, hier die beiden Beiträge, die wir beisteuern werden:

  • Dr. habil. Heike Diefenbach: “Institutionalisierter Feminismus als Travestie der Frauenemanzipation. Ein Blick zurück und (hoffentlich) nach vorne.”
  • Michael Klein: “Die Zerstörung gesellschaftlicher Grundlagen von Moral, Freiheit und Vertrauen durch den institutionalisierten Feminismus.”

Vorschläge für Beiträge bitten wir an ScienceFiles zu schicken.