Nie wieder mit dem falschen Fuß aufstehen! ScienceFiles machen es möglich

Nachdem ScienceFiles im letzten Jahr abgehoben haben, und wir kaum mehr in der Lage sind, die vielen eMails, Anfragen, Anregungen und Hinweise zu bearbeiten, geschweige denn, die Kommentare zu moderieren, und da wir überdies noch Unmengen Ideen haben, um ScienceFiles auszubauen, tragen wir uns mit dem Gedanken, die Überdehnung unserer Ressourcen dadurch zu beheben, dass wir weiteres Humankapital an ScienceFiles beteiligen bzw. Humankapital, das wir derzeit in anderen Projekten, wie z.B. dem Erstellen von Expertisen, Evaluationen und Gutachten, Serviceleistungen rund um empirische Datenerhebung oder für Reden und Vorträge, binden, freizukaufen.

Da man, wie gerade wieder gezeigt wurde, jedoch umso mehr finanzielle Ressourcen einsetzen muss, je besseres Humankapital man einwerben will (es nützt also nichts, eine Kinderkrippe einzurichten oder die Kantine grün zu streichen, wenn man kompetente und leistungsfähige Mitarbeiter einwerben will), weil also, in Deutsch, Geld notwendig ist, um unser Projekt zu erweitern bzw. uns aus anderen Projekten freizukaufen, die wir betreiben, um unseren Lebensunterhalt zu sichern, haben wir uns eine Reihe von Gedanken gemacht:

Werbung?

Nicht zu viel. Wir wollen unsere Leser nicht mit Werbung vollschütten. Das machen die öffentlich-rechtlichen Anstalten bereits. Obwohl, dort hebt es vermutlich die Qualität der Sendungen, aber bei uns wäre das nicht der Fall. Also: keine Werbung oder zumindest nicht zuviel

Gebühren für das Lesen von ScienceFiles?

ScienceFiles exklusiv für zahlende Leser? Nein. Das wollen wir nicht. Es ist schon schwierig genug, politisch unkorrekte, fundierte Analysen zu finden und mit Gebühren für die Nutzung von ScienceFiles würden wir dieses Problem noch amplifizieren (tolles Wort!).

Förderung von ScienceFiles durch Dritte z.B. Stiftungen?

Das ist eine andere Möglichkeit, die wir durchdacht haben, aber: erstens würde es die Unabhängigkeit von ScienceFiles gefährden, zweitens will uns partout niemand fördern. Seltsam!

Mentoren?

Mentoren sind ja allgegenwärtig und werden ständig gefordert, z.B. von Frau Matthies aus dem WZB. Aber wir hängen einem eher altmodischen Bild von Mentoren an, wir brauchen niemanden, der uns sozial weiterbilden, resilient machen oder Rechtsextremen-Immunität verschaffen will, wir brauchen jemanden, der uns für unser Hobby “ScienceFiles”, und das ist es was ScienceFiles derzeit für uns sind, ein Hobby, bezahlt. So ein richtiger Mentor, der keine Fragen stellt und die Summen anweist, die einem das Herz warm werden lassen. Ja. Auf diesen Mentor warten wir nun seit Jahren und: Fehlanzeige!

Was bleibt?

Wir haben uns dazu entschlossen, unseren Lesern etwas ganz Besonderes zu bieten. Eine Möglichkeit, uns zu unterstützen und dennoch nicht für ScienceFiles bezahlen zu müssen, eine Möglichkeit, jeden Tag an ScienceFiles zu denken, eine Möglichkeit, den Morgenmuffel in sich durch den Gedanken an ScienceFiles wirkungsvoll zu bekämpfen, eine Möglichkeit, ein Sammlerstück zu erwerben, das – wer weiß – in ein paar Jahren/Jahrzehnten/Jahrhunderten so richtig etwas wert ist (oder auch nicht), und eine Möglichkeit, täglich Widerstand gegen politisch Korrekte, Feinde von Demokratie und Offener Gesellschaft  und gegen all diejenigen zu leisten, die täglch versuchen, uns um den Verstand zu reden.

Und hier ist dieses Wunderwerk der ScienceFiles-Schmiede:

Tea with SF1

Zwei ScienceFiles-Mugs. Bisher sind diese formschönen Schöpfungen aus Steingut, die Spülmaschinen und Microwave sicher sind, eine Rarität. Aber nachdem wir uns nun seit gut vier Monaten von der Qualität der Mugs und ihrer positiven Wirkung überzeugt haben, haben wir uns entschlossen, diese Erlebnisqualität mit unseren Lesern zu teilen.

Wer also seinen Morgen mit ScienceFiles anfangen will, wer teilhaben will am Markenimage von ScienceFiles, als informiert, kritikfähig, denkfähig, innovativ und, was fällt uns noch ein: intelligent gelten will, wer deutlich machen will, dass er für Meinungsfreiheit, für Liberalität und gegen den Versuch steht, die Wissenschaft zu einem Tummelplatz der Ideologen verkommen zu lassen, der muss diese Mugs haben.

Die Mugs in ihren zwei Designs, sind der Migliederausweis der ScienceFiler.

Die Mitgliedschaft gibt es auf Lebenszeit, oder solange die Mug hält und zum Preis von 27,50 Euro, wobei Versand, Handling und Steuer im Preis enthalten ist.

Bestellungen bitte direkt an uns und über das Formular unten.
Zur Wahl stehen zwei Motive von ScienceFiles:

Motiv 1

Motiv 1

Motiv 2

Motiv 2

[...]

Nach Erhalt Ihrer Bestellung setzen wir uns mit Ihnen per eMail in Verbindung, um alles weitere zu vereinbaren.

Wahl zum Wissenschaftsblog und Unsinn des Jahres 2013

“Der Wissenschaftsblog des Jahres 2013 ist gewählt”, so ist eine eMail überschrieben, die uns vor ein paar Tagen in die Mailbox geflattert ist.

Wir bedanken uns bei all denen, die ScienceFiles unterstützt haben und uns ihre Stimme gegeben haben. Es hat leider nicht gereicht, um erster zu werden, aber, wir haben aus dem Stand und tatsächlich

PLATZ 2

belegt. Deshalb dürfen wir uns jetzt damit schmücken:

Logo_Wissenschaftsblog2013_3D_silber

Wer’s nicht erkennen kann, das ist der Wissenschafts-blog des Jahres 2013 in Silber.

Geschlagen geben mussten wir uns einem blog mit institutioneller Anbindung, nämlich Astrodicticum Simplex, hinter uns gelassen haben wir insgesamt 20 andere Wissenschaftsblogs, und entsprechend kann man nicht anders als stolz sein, angesichts der Tatsache, dass es ScienceFiles erst seit gut zwei Jahren gibt und angesichts der Tatsache, dass wir auf keine institutionelle Infrastruktur zurückgreifen können, sondern alles, vom ersten Buchstaben bis zum letzten Bild, vom Moderieren der Kommentare bis zum Recherchieren der Beiträge selbst machen.

Zufrieden sind wir dennoch nicht, denn wir sind nicht an erster Stelle.

Das hat aber auch etwas Gutes, denn es geht noch weiter nach oben.

Soweit zur Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres 2013.

cut

Nun zur Wahl zum Unsinn des Jahres 2013, zur Wahl, die wir veranstaltet haben.

158 Leser haben sich der Mühsal unterzogen, allen Unsinn, den wir zur Wahl gestellt haben, noch einmal zu lesen.

Und sie hat es wieder nicht geschafft, unsere Ingrid. Das zweite Jahr in Folge ist es ihr nicht gelungen, trotz aller Verweise darauf, was “wir” müssen und was für “uns” gut ist, sich als Unsinn des Jahres durchzusetzen. Nur 3% der abgegebenen Stimmen entfielen auf Ingrid Sehrbrock. Kein Wunder, dass sie für eine Frauenquote eintritt.

Auf den fünften Platz hat es Frank Wehrheim mit seinen Ausführungen zum Diebstahl an der Gemeinschaft geschafft. 6% der Wähler erkannten in ihm den Produzenten des größten Unsinns 2013. Wir lernen: Auch bei der Gemeinschaft ist nichts mehr zu holen.

Der vierte Platz geht an die Abblogger der Friedrich-Ebert-Stiftung, die sich an Sexismus und Rassismus berauschen. Der daraus entstehende Unsinn hat sich offensichtlich abgenutzt, nur 9% sahen darin den Unsinn des Jahres.

Auf das Treppchen haben es dagegen die Mitarbeiter im BMFSFJ geschafft, die in einer Art kollektivem Rauschzustand in Zahlen Dinge hinein oder aus Zahlen Dinge herauszulesen im Stande sind, der die Grenze zwischen Un- und Wahnsinn unscharf werden lässt. 14% der Leser sahen darin den Unsinn des Jahres.

Platz 2 geht an die SPD-Fraktion im Bundestag. Ihre Einsicht, dass die Altersarmut bei Künstlerinnen, die es vielleicht einmal geben wird, mit absoluter Sicherheit mit der Anzahl der von weiblichen Künstlern genutzen Atelierquadratmetern zusammenhängt, hat immerhin 19% der ScienceFiles-Leser, die sich an der Abstimmung beteiligt haben, davon überzeugt, dass es sich hierbei um den Unsinn des Jahres 2013 handeln muss.

Das lässt nur noch einen Aspiranten auf den Unsinn des Jahres übrig. Wir wollen die Gelegenheit nutzen, und ihm eine kleine Laudatio halten, d.h. nicht wir wollen sie halten, wir wollen sie halten lassen, von Otfried Preußler, und weil er durch vorzeitiges Ableben verhindert ist, lassen wir seine Kleine Hexe sprechen:

“Wie kamen die beiden Negerlein auf die verschneite Dorfstraße? Und seit wann gab es Türken und Indianer in dieser Gegend? Türken mit roten Mützen und weiten Pluderhosen – und Indianer, die greulich bemalte Gesichter hatten und lange Speere über den Köpfen schwangen?
“Sie werden vom Zirkus sein”, meinte der Rabe Abraxas.
Aber die beiden Negerlein waren nicht vom Zirkus, und ebensowenig die Türken und Indianer. Auch die kleinen Chinesinnen und der Menschenfresser, die Eskimofrauen, der Wüstenscheich und der Hottentottenhäuptling stammten nicht aus der Schaubude. Nein, es war Fastnacht im Dorf. Und weil Fastnacht war, hatten die Kinder am Nachmittag schulfrei bekommen und tollten verkleidet über den Dorfplatz.
Die kleinen Türken warfen Papierschlangen. Der Hottentottenhäuptling brüllte: ‘Uaaah! Uaaah!” Der Menschenfresser schrie “Hungärrr! Hungärrr! Wer will sich fressen lassen?” Die Chinesenmädchen kreischten auf chinesisch, die Eskimofrauen quietschten in der Eskimosprache, und die Cowboys schossen mit Stöpselpistolen in die Luft. Der Schornsteinfeger schwenkte seinen Pappzylinder, der Kasperl haute dem Wüstenscheich mit der Pritsche eins auf den Turban, und der Räuberhauptmann Jaromir schnitt so grimmige Gesichter, dass ihm der angeklebte Schnurrbart nicht halten wollte und immer wieder herunterfiel” (Die Kleine Hexe, Seite 86-87).

Dies ist der Abschnitt, der die Begriffe enthält, über die die Tochter von Mekonnen Meshgena angeblich gestolpert ist, über die sie erschreckt war, als sie von Papa Meshgena vorgelesen wurden. Deshalb hat sich der Papa, der bei der Heinrich Böll Stiftungfür Diversität zuständig ist, aufgemacht, um die Diversität aus der Kleinen Hexe zu verbannen und den Verlag, der die Kleine Hexe verlegt, dazu zu bewegen, die Begriffe Negerlein, Chinesenmädchen und Türken zu streichen.

Der Wüstenscheich ist der Säuberungsaktion scheinbar ebenso entgangen wie der Hottentottenhäuptling und der Räuberhauptmann mit dem einschlägig vorbestraften Vornamen.

49% der ScienceFiles-Leser, die sich an der Wahl beteilgt haben, waren der Ansicht, die Säuberungsaktion von Mekonnen Mesghena sei der Unsinn des Jahres, und wir können uns dem nur anschließen.

P.S. Wir besitzen übrigens ein unzensiertes Exemplar der Kleine Hexe! Gebote werden ab sofort angenommen!

Unkorrektes zum Jahresausklang

Damit der letzte Beitrag nicht als letzter Beitrag des Jahres 2013 stehen bleibt und damit der Ausklang des Jahres ein unharmonischer ist, haben wir in unsere Schatztruhe gegriffen und ein paar Beispiele herausgesucht, die Mut machen, die Hoffnung geben und die aus einem Bereich stammen, in dem man den Widerstand gegen politisch Korrektes gar nicht vermutet hätte.

Viel Spaß damit!

Der erste politisch völlig unkorrekte Beitrag stammt von VW. Der Beitrag ist schon etwas älter, Wenn ich mich richtig entsinne, stammt er aus dem Jahre 2007 , und er spielt mit Stereotypen. Wie nicht anders zu erwarten, hat er das Missfallen der Wächter über den Rassismus erregt, was nur zeigt: Er ist gut gemacht, gut gemacht, um für VW zu werben, und zwar auf Grundlage einer soziologischen Studie, die nicht nur so manchem Reihenhausbesitzer nicht gefallen haben wird.

[...]

Der zweite Beitrag ist unser absoluter Favorit, wenn es um gute Werbung geht, aber nicht nur da… Wie auch immer, Greene King haben ein Juwel unter Werbespots geschaffen und wenn man im Vereinigten Königreich lebt und weiß, wie die hiesige Haltung gegenüber Radfahrern ist, die enge Straße noch enger machen, dann erhält der Spot, der ebenfalls kontrovers diskutiert wurde und somit erfolgreich war, eine besondere Note, und man kann nur zustimmen: Man “would’nt say no to another… “.

Und es ist so herrlich politisch unkorrekt:

[...]

Und damit sind wir bei den Vorsätzen für das Neue Jahr. Nach dem Erfolg unseres Aufrufs zu politisch unkorrekten Vorsätze für das Jahr 2012 wollen wir dieses Jahr keine unkorrekten, sondern konkrete Vorsätze für das Neue Jahr vorschlagen, d.h. wir lassen sie vorschlagen, von alten Herren, die im Moment einen zweiten Frühling erleben. Alte Herren, die sich Twisted Sister (Nein, das ist keine feministische Mädchenband!) nennen und wie wir auch der Meinung sind: We,re not gonna take it any more!

[...]

Allen Lesern, die uns über das letzte Jahr die Treue gehalten, ein herzliches Dankeschön und: Auf ein aktives, einfallreiches, phantasievolles, resilientes, innovatives, gesundes, kritisches, engagiertes, couragiertes, motiviertes, ungehemmtes, und, sie wissen schon, ein gutes Neues Jahr eben!

Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres 2013

Wir sind nominiert!

Bis eben wussten wir das auch nicht, aber eben kam ein Tweet über Twitter und ein Link, der es uns gezeigt hat: Wir sind nominiert für die Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres 2013.

logo_wissenschaftsblog2013_3d_gold_kleinDas muss man erst einmal verdauen. Und wenn dann die Träume von Geld und noch mehr Geld verpufft sind, weil der Preis nicht dotiert ist, dann bleiben Ruhm und Ehre (wie beim Olympischen Eid) und das Prestige, das mit der Auszeichnung “Wissenschaftsblog des Jahres 2013″ einhergeht. Wer will schon einen Pulitzer- oder einen Preis des deutschen Buchhandels, wenn er Wissenschaftsblog des Jahres werden kann? Und das wollen wir natürlich werden (Ehrgeiz und Ambition kommen also zu Ruhm und Ehre…).

Deshalb bitten wir alle unsere Leser UNS zu wählen. Nicht aus Altruismus, nein, aus Eigennutz, denn wäre es nicht schön, Leser und Kommentator zu sein, der von sich sagen kann, ich kommentiere im Wissenschaftsblog des Jahres?

Eben! Also los und wählen: Kritische Wissenschaft – critical science.

Denn wir erfüllen alle Kriterien, die an den Wissenschaftsblog des Jahres angelegt werden:

  • Wir haben Themen, die über die Interessen von Spezialisten hinausgehen, ja, wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Fachsprache von Wissenschaftlern zu hinterfragen und in Normalsprache zu transferieren, mit zum Teil dem Ergebnis, dass der Fachstatus der Spezialisten sich in ihrem Geschwall aufgelöst hat.
  • Wir haben fundierte Inhalte, die immer aktuell aufbereitet sind, schon weil die meisten Forschungsergebnisse, die wir hier besprechen, brandneu sind.

Kurz: Wir erfüllen alle Kriterien zum Wissenschaftsblog des Jahres 2013, es bedarf nun nur noch der nachträglichen Bestätigung, es ist wie bei der EU-Kommission, die EU-Kommission ist inhärent demokratisch und lässt sich das regelmäßig durch Abstimmungen in Landesparlamenten bestätigen.

Also nochmals: Bitte Kritische Wissenschaft – critical science wählen gehen!

ScienceFiles-News: Kilian Krumm zu öffentlicher Stellungnahme aufgefordert

Kilian Krumm hat uns nicht nur das Material geliefert, aus dem der Unsinn der Woche ist, er hat uns auch gleich und öffentlich und unter Anwendung einer Vielzahl von logischen Fehlschlüssen als “delegitimiert” erklärt.

Dr. habil. Heike Diefenbach hat dies zum Anlass genommen, sich per eMail an Kilian Krumm zu wenden und ihn aufzufordern, Stellung zu dieser vollmundigen Behauptungen zu nehmen.

Sehr geehrter Herr Krumm,

ScienceFiles.Logo.short.newvon verschiedenen Personen wurde mir zugetragen, dass Sie sich in einer Diskussion auf facebook, in der es um meinen Artikel auf sciencefiles über die Notwendigkeit von Gender-Professuren geht oder doch gehen sollte, vor einigen Tagen in überaus despektierlicher und arroganter Art und Weise über mich und über Herrn Michael Klein geäußert haben.

Was Ihre sachbezogene Kompetenz und Ihre Argumentationsfähigkeiten betrifft, so spricht Ihre Einlassung, die sich durch eine Aneinanderreihung von logischen Fehlargumentationen (argumentum ad hominem, argumentum ad populum …) auszeichnet, zweifellos für sich selbst, so dass ich hierauf nicht weiter eingehen muss oder möchte.

Was mir allerdings persönlich inakzeptabel erscheint, ist Ihre Äußerung, Herr Klein und ich seien, wenn auch nur nach Ihrem gusto, „delegitimiert“. Ich will Ihnen zugute halten, dass Sie nicht wissen, was Sie sagen, möchte mich hierüber aber versichern, damit ich und ggf. mein Anwalt Ihre Äußerungen angemessen würdigen kann/können. Daher meine  Frage:

Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie mich – und übrigens auch Herrn Klein – als Mensch von meinem Status als Menschsein oder meinen Grundrechten  „delegitimiert“ sehen, weil ich vor dem Hintergrund meiner Kompetenz als Bildungsforscherin in einer bildungspolitischen Sachfrage eine Auffassung vertrete, die Sie Ihrerseits – in Abwesenheit irgendeiner sachbezogenen Kompetenz und ohne Angabe von Gründen – ablehnen?

Falls nein, wäre es sehr empfehlenswert, wenn Sie dies öffentlich richtig stellen und begründen würden, was genau Sie mit Ihrem Urteil über den Wert meiner Person gemeint haben und sich entschuldigen würden.

Falls ja, bitte ich Sie, mir dies zu bestätigen und so auszuführen, dass verständlich wird, welches Menschenbild Ihrem Urteil zugrunde liegt, und deutlich wird, inwieweit Ihr Gedankengut tatsächlich die Nähe zu faschistoiden „Untermenschen“-Phantasien aufweist, die Ihre Einlassung suggeriert. Beides ist nicht nur für mich persönlich und meine Entscheidung darüber, als was genau Ihr öffentlich geäußertes Urteil über mich wohl zu gelten habe, wichtig, sondern sicherlich auch für eine breite Öffentlichkeit sehr interessant, und mit Iher Antwort auf meine Frage haben Sie die Gelegenheit, das Bild, das Sie in der Öffentlichkeit abgeben, zu vertiefen oder zu korrigieren.

Dementsprechend werde ich meine Nachricht an Sie auf dem in Deutschland führenden Wissenschaftsblog „ScienceFiles“ veröffentlichen.

In Erwartung einer baldigen Aufklärung dieser Angelegenheit verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen,

Heike Diefenbach

Welsh Impressions

Weil wir gerade einen Regenbogen von unserem Fenster aus sehen, haben wir so bei uns gedacht, teilen wir doch ein paar Waliser Impressionen mit unseren Lesern:

Home of ScienceFiles2

©Heike Diefenbach, 2013

Nicht einfach Impressionen, nein – wie es sich für ein Wissenschaftsblog gehört: typologisierte Impressionen, solche vom Morgen

Home of ScienceFiles5

©Heike Diefenbach, 2013

Home of ScienceFiles7

©Heike Diefenbach, 2013

Home of ScienceFiles8

©Heike Diefenbach, 2013

und solche vom Abend.

Home of ScienceFiles

©Heike Diefenbach, 2013

Und der Stimmung entsprechend ein bisschen Dylan Thomas zum Schluss:

PROLOGUE

This day winding down now
At God speeded summer’s end
In the torrent salmon sun,
In my seashaken house
On a breakneck of rocks
Tangled with chirrup and fruit,
Froth, flute, fin, and quill
At a wood’s dancing hoof,
By scummed, starfish sands
With their fishwife cross
Gulls, pipers, cockles, and snails,
Out there, crow black, men
Tackled with clouds, who kneel
To the sunset nets,
Geese nearly in heaven, boys
Stabbing, and herons, and shells
That speak seven seas,
Eternal waters away
From the cities of nine
Days’ night whose towers will catch
In the religious wind
Like stalks of tall, dry straw,
At poor peace I sing
To you strangers (though song
Is a burning and crested act,
The fire of birds in
The world’s turning wood,
For my swan, splay sounds),
Out of these seathumbed leaves
That will fly and fall
Like leaves of trees and as soon
Crumble and undie
Into the dogdayed night.
Seaward the salmon, sucked sun slips,
And the dumb swans drub blue
My dabbed bay’s dusk, as I hack
This rumpus of shapes
For you to know
How I, a spining man,
Glory also this star, bird
Roared, sea born, man torn, blood blest.
Hark: I trumpet the place,
From fish to jumping hill! Look:
I build my bellowing ark
To the best of my love
As the flood begins,
Out of the fountainhead
Of fear, rage read, manalive,
Molten and mountainous to stream
Over the wound asleep
Sheep white hollow farms
To Wales in my arms.
Hoo, there, in castle keep,
You king singsong owls, who moonbeam
The flickering runs and dive
The dingle furred deer dead!
Huloo, on plumbed bryns,
O my ruffled ring dove
in the hooting, nearly dark
With Welsh and reverent rook,
Coo rooning the woods’ praise,
who moons her blue notes from her nest
Down to the curlew herd!
Ho, hullaballoing clan
Agape, with woe
In your beaks, on the gabbing capes!
Heigh, on horseback hill, jack
Whisking hare! who
Hears, there, this fox light, my flood ship’s
Clangour as I hew and smite
(A clash of anvils for my
Hubbub and fiddle, this tune
On a toungued puffball)
But animals thick as theives
On God’s rough tumbling grounds
(Hail to His beasthood!).
Beasts who sleep good and thin,
Hist, in hogback woods! The haystacked
Hollow farms in a throng
Of waters cluck and cling,
And barnroofs cockcrow war!
O kingdom of neighbors finned
Felled and quilled, flash to my patch
Work ark and the moonshine
Drinking Noah of the bay,
With pelt, and scale, and fleece:
Only the drowned deep bells
Of sheep and churches noise
Poor peace as the sun sets
And dark shoals every holy field.
We will ride out alone then,
Under the stars of Wales,
Cry, multitudes of arks! Across
The water lidded lands,
Manned with their loves they’ll move
Like wooden islands, hill to hill.
Hulloo, my prowed dove with a flute!
Ahoy, old, sea-legged fox,
Tom tit and Dai mouse!
My ark sings in the sun
At God speeded summer’s end
And the flood flowers now.

Wahl-Nachbetrachtung I: Die Akkuratheit unseres ScienceFiles-Fuzzy-Wahlprognostik-Tool

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Bundestagswahl 2013 steht fest. Für Liberale und Freiheitsliebende gibt es keinen Grund zur Freude und noch weniger Grund zum Optimismus – doch dazu in einem gesonderten Post.

Dieser Post ist der Freude über die Validität und Genauigkeit unseres ScienceFiles-Fuzzy-Prognostik-Tools gewidmet: Denn die Akkuratheit unserer Wahlprognose ist etwas, worauf wir stolz sind und worüber wir uns freuen.

Unsere Wahlprognose basiert anders als die Wahlprognosen, die man bei ARD oder ZDF kurz nach 18:00 Uhr gestern bewundern konnte, nicht auf so genannten “Exit-Poll-Befragungen”, bei denen in der Regel 5.000 Wähler in ausgewählten Wahlkreisen befragt wurden, was sie gerade gewählt haben, sondern auf 1274 Stimmen, die die Leser von ScienceFiles bis Mitternacht des Freitags vor der Wahl abgeben konnten. Entsprechend vergleichen wir unsere Wahlprognose mit dem letzten “repräsentativen” Wahltrend, den Infratest Dimap für die ARD durchgeführt hat. Die folgende Abbildung stellt unsere Wahlprognose dem letzten vermeintlich repräsentativen Wahltrend der ARD gegenüber.

Bundestagswahl-2013-Vorhersageguete

Wie man dem Vergleich entnehmen kann (letzter Balken), ist unsere Prognose akkurater als der letzte vermeintlich repräsentative Trend, den die ARD veröffentlicht hat. Im Wesentlichen hatten wir Probleme, das gute Ergebnis von CDU/CSU vorherzusagen und lagen bei der Linken zu tief, während man beim ARD Wahltrend eine deutliche Linksschiefe erkennen kann, die sich in zu hohen Werten für Linke und SPD niederschlägt und in zu geringen Werten für kleine, neue Parteien.

Wir sind auf unser besseres Abschneiden aus einer Reihe von Gründen stolz:

  • Unsere Wahlprognose basiert im Gegensatz zum ARD Wahltrend auf keinerlei behaupteter Repräsentativität und entsprechend umfangreichen Datenmanipulationen (Gewichtung), sondern auf einem eigens gebauten Entscheidungsmodell, unserem ScienceFiles-Fuzzy-Wahlprognostik-Tool.
  • Unsere Wahlprognose hat im Gegensatz zum ARD Wahltrend nicht hundert Tausende von Euro gekostet, sondern im Wesentlichen nur unsere Zeit.
  • Unsere Wahlprognose ist akkurater obwohl wir nicht über die vielen Vergleichsdaten aus früheren Umfragen verfügen, auf die z.B. Infratest Dimap zurückgreifen kann.

Man könnte demnach das ganze Brimborium der Meinungsforschungsinstitute und vor allem sehr viel Geld einsparen, wenn man das wollte (z.B. bei der gebührenfinanzierten ARD).

Und nicht nur deshalb sind wir stolz auf unsere Wahlprognose und unser ScienceFiles-Fuzzy-Prognose-Tool.

Wir sind die Nummer 1 in Deutschland

Seit eben sind ScienceFiles der Top-Science Blog in Deutschland!

Wir sind die Nummer 1 im E-Buzzing!

Ebuzzing - Top Blog - Wissenschaft und forschung

Das nehmen wir natürlich zum Anlass, um zu feieren und um uns bei allen zu bedanken, die dazu beigetragen haben, dass wir die Nummer 1 geworden sind, also

  • bei allen Lesern von ScienceFiles,
  • bei allen Kommentatoren von ScienceFiles,
  • bei allen Informanten von ScienceFiles,
  • bei allen befreundeten Blogbetreibern und allen, die auf uns verlinken.

Selbstverständlich wollen wir auch all diejenigen nicht vergessen, die dafür sorgen, dass wir immer etwas zu schreiben haben. Entsprechend bedanken wir uns bei:

  • den Wissenschaftlern, die interessante Forschung durchführen und Beiträge veröffentlichen, natürlich nur, damit wir sie auf ScienceFiles besprechen können.
  • Wir bedanken uns bei allen Politikern und Aktivisten, die eine schier endlos sprudelnde Quelle von Unsinn und logischen Fehlern darstellen, so dass z.B. die Kategorie “Unsinn der Woche” zu keinem Zeitpunkt in Gefahr ist, keinen Gegenstand mehr zu finden.
  • Und ganz besonders bedanken wir uns bei all denjenigen, die durch ihren Versuch, die Wissenschaft mit ihrem ideologischen Geschwurbel zu übernehmen, dafür gesorgt haben, dass unser Ärgerpegel so sehr gestiegen ist, dass wir uns entschlossen haben, ScienceFiles ins Leben zu rufen.

Und jetzt wird gefeiert!

Ein “Vater zweier Kinder” schreibt mir – Himmel hilf!

Beim letzten post hat es mich erwischt: Ein Kommentar von einem, der Vater ist, und offensichtlich nur Vater, denn er spricht “[a]ls Vater zweier Kinder”, jemand, der sich im Gegensatz zu “Nichteltern” sieht, weil er “[a]ls Vater” und nur “[a]ls Vater” unterwegs ist. Eigentlich ist er auch Pädagige, aber sprechen tut er nur “[a]ls Vater”. Also dieser hauptberufliche Vater und nebentätige Pädagoge hat mir einen sehr sehr langen Kommentar geschrieben, an dem man ein psychologisches Exempel statuieren könnte.

Es ist einer dieser “Ich habe nichts gegen Ausländer, aber”-Kommentare. In meinem Fall fängt der Kommentar an mit: “Hallo Michael[,] hier fliegst Du meiner Meinung nach zu weit übers Kuckucksnest, weil Du selbst starrsinnig polemisiert, in Deinem Kampf gegen feministischen Starrsinn. Einige dieser bisherigen Artikel habe ich trotz ihrer leicht arrogant wirkenden populärwissenschaftlichen Glossgkeit doch gerne gelesen und genossen”.

getting-your-work-life-balanceSelbst beim Tippen kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Es ist schon lustig, wie einem per Ferndiagnose in einem Satz Starrsinnigkeit und Irrsinn attestiert wird (der über das Kuckucksnest flog, war bekanntlich im Irrenhaus). Eigentlich habe ich mir vorgenommen, Regel 1 dieses blogs, Kommentare, die mit einer Beleidigung beginnen, gleich zu löschen, aber dieser Kommentar von “Geschlechterrechtler” aus Berlin (Was um aller Götter willen ist ein Geschlechterrechtler”?) ist eine derat gute Charakterstudie, dass ich eine Aussnahme mache.

Aber ich bin natürlich sehr getroffen davon, dass ich die Gunst und Zuneigung von Geschlechterrechtler verloren habe, weil ich ihn “[a]ls Vater” verärgert habe, und ich werde eine Gedenkminute einlegen, ob der Tatsache, dass ich es Geschlechterrechtler zugemutet habe, die Texte, die er liest und “genießt” mit “arrogant wirkender populärwissenschaftlicher Glossigkeit” zu füllen. Wieso denken manche, Sie seien der Nabel der Welt und könnten andere durch die Aneinanderreihung von Worten einschüchtern, die sie selbst für furchtbar halten? Und welche Qualifikation rechtfertigt diese Einordnung? Ist es die Qualifikation “[a]ls Vater”?

Geschlechterrechtler ist, wie ich bereits Eingangs festgestellt habe, in erster Linie, wenn nicht ausschließlich “Vater” und “linker Vater” dazu, wie gleich zu sehen sein wird. “Als Vater” hat er Probleme mit dem letzten Post, womit weiß ich nicht so richtig, aber affektive Ausbrüche, wie der Kommentar von Geschlechterrechtler sind natürlich auch affektiv verursacht und insofern entziehen sie sich einer rationalen Erklärung. Das einzige, was man mit Ihnen machen kann, ist sie psychologisch zu analysieren.

“Als Vater zweier Kinder, die aller politischen Wahrscheinlichkeit nach auch Dich in Deinen schwächeren letzten Jahren miternähren und -pflegen werden, bekomme ich bei der Halbaussage ["Staaten kümmern sich darum, dass die private Entscheidung, ein Kind in die Welt zu setzen, von allen finanziert wird."] doch einen Hals.”

Child free zoneJa, Geschlechterrechtler, das merke ich, aber der Hals, den Sie bekommen, ändert nichts an den Tatsachen. Und Sie, “[a]ls Vater zweier Kinder” werden sich mit der Tatsache anfreunden müssen, dass die Vergünstigungen, das Kindergeld, die unentgeltlichen schulischen Einrichtungen uvm. von allen, die arbeiten und Steuern bezahlen, finanziert werden. Da kann man jetzt einen Hals bekommen, ob dem eigenen anderen auf der Tasche liegen, aber “aller politischer Wahrschneinlichkeit nach”, kann man es nicht ändern. Es sei denn, man macht es wie ich, und macht sich unabhängig von staatlicher deutscher Rentenfinanzierung und wandert aus, entweder, (1) weil man nicht in einem Land leben will, in dem man die Kinder von Leuten finanzieren soll, die so in der Defensive und so wenig selbstwirksam sind, dass sie haarige Behauptungen aufstellen müssen wie: ihre Kinder würden irgendwann meine Rente bezahlen oder (2) weil man die “Nachhaltigkeit” des Rentensystems für nicht verlässlich einschätzt, insbesondere nicht mit Blick auf nachwachsende Steuerzahler.

Also mit der Feststellung, dass alle die Kinder derjenigen finanzieren, die sie haben, bin ich dem geschlechterrechtlichen Vater auf die Füße getreten, und zwar so sehr, dass er gleich ein Mehrheitsargument ob seiner eigenen Erschütterung und zur eigenen Selbstversicherung ins Feld führt. Eltern sind “immer noch die Mehrheit der Deutschen” so erklärt er uns, obwohl es niemand bestritten hat. Und dann folgt ein Lamento der “besondere[n] Bedarfe”, die Eltern haben. Warum schreibt der Geschlechterrechtler “[a]ls Vater”, von diesen Bedarfen, wenn nicht, um die Zahlungen aller Steuerzahler an Eltern zu rechtfertigen? Abermals zeigt sich, wie sehr er sich in der Defensive sieht.

Kinderfrei“Als Vater” ist Geschlechterrechtler offensichtlich ein Profiteur der größeren Flexibilisierung am Arbeitsplatz und sieht sich in Rechtfertigungszwang. Anders kann man seine nunmehr folgenden Tiraden darüber, dass Flexibilisierung von Arbeitszeit gut und wichtig ist, nicht mehr erklären. Übrigens kann ich mich nicht erinnern, in meinem Text die Flexibilisierung von Arbeitszeit in Frage gestellt zu haben, ich habe die ideologische Begründung derselben und den damit einhergehenden Zwang und Eingriff in die unternehmerische Freiheit in Frage gestellt. Das ist dem Geschlechterrechtler, der “[a]ls Vater” leider über die entscheidenden Sätze hinwegliest, weil er seine Affekte ausleben muss, entgangen. Es ist ihm vor allem deshalb entgangen, weil er “linker Vater” ist, der den Eingriff in die Freiheitsrechte anderer, so lange es ihm selbst nutzt, durchaus mitträgt.

Entsprechend erregt er sich auch über meine kleine Spitze, dass nur verzichtbare Mitarbeiter in “Work-Life-Balance”-Regelungen aufgenommen werden. Und wie es unter Linken und “[a]ls Vater” wohl üblich ist, wird das Problem, dass es nun einmal nicht die wichtigen Arbeitnehmer sein können, die Handarbeiter, die Müllfahrer, die Lkw-Fahrer, die Krankenwagenfahrer, die flexiblere Arbeitszeiten und Wickelplätze am Arbeitsplatz eingerichtet bekommen, sondern die Schicht von “Dienst”leistern, die sprachlich auf ihre Wichtigkeit hinweisen müssen, weil man sie tatsächlich nicht feststellen kann, behilft er sich ob fehlender Argumente mit blabla, wie QED wohl sagen würde:

“Wenn Dein Blick [also meiner] nicht von einer Wut auf die Leben-und-Arbeit-Ausgleicher vernebelt wäre. würdest Du erkennen, dass es mehr und weniger zeitlich festgelegte Tätigkeiten gibt, dass die zeit-strukturelle Koppelung der Arbeitenden unterschiedlichen Freiheitsgraden unterliegt”.

Das ist mein Leersatz des Monats. Einmal davon abgesehen, dass vor und nach dem Komma identische Dinge stehen, nämlich, dass es Tätigkeiten gibt, die verzichtbar sind, Tätigkeiten, bei denen es egal ist, ob sie am Morgen oder am Abend verrichtet werden, bestätigt dieser Schwall, was ich gesgat habe: Der Unfallarzt, der sich in Bereitschaft befindet, oder der Maurer am Bau haben eines gemeinsam: Sie sind von einer Work-Life-Balance ebenso ausgenommen, wie der Nachtwächter oder der Müllfahrer. Flexibilität hat etwas mit Wichtigkeit der Arbeit zu tun.

Die bisherigen Ausführungen beziehen sich auf die ersten beiden Seiten eines erregten und viel zu langen und vor allem ermündend redundanten Kommentars, und ich muss zugeben, ich habe den Kommentar nicht ganz gelesen, ich habe schlicht das Interesse verloren. Aber eine Schote will ich den Leser doch nicht vorenthalten. Sie findet sich in der Mitte dieses Traktats eines erregten Vaters

Logik f dummiesEr zitiert ([a]ls Vater?) die folgende Stelle: “Mit anderen Worten: Die Flexibilisierung von Arbeitszeit hat eine psychologische Wirkung auf die Mütter, die sich nach eigener Ansicht adäquater um ihre Kinder kümmern können, wobei die Betonung auf “können” liegt, denn sie tun es nicht.” Um den aus dem Zusammenhang gerissenen Satz einzuordnen, ist es notwendig, darauf zu verweisen, dass “sich adäquat um Kinder kümmern” ein quantitatives Maß ist, das sich auf die tatsächlich mit Kindern verbrachte Zeit bezieht. Und nun Geschlechterrechtler zum genießen:

“Das ist ein Fehlschluss!”

Was soll man angesichts einer solchen, wie soll ich sagen, Logik-Legastenie schreiben. Vielleicht fange ich vorne an: Der zitierte Satz enthält keinen Schluss, sondern er beschreibt Ergebnisse der Autoren. Das kann einem nicht passen. Man kann ob der Ergebnisse “einen Hals” bekommen, aber ändern kann man die Ergebnisse nicht. Ich versuchs mal so: Vor der Arbeitszeitflexibilisierung sagen Mütter: Sie haben zu wenig Zeit, um sich um ihre Kinder zu kümmern, und sie kümmern sich 4 Stunden pro Tag und im Durchschnitt um die Kinder. Nach der Arbeitszeitflexibilierung sagen Mütter: Sie haben nun ausrechend Zeit, um sich um ihre Kinder zu kümmern, und sie kümmern sich 4 Stunden pro Tag um ihre Kinder. Dieses Ergebnis, das die von mir zitierten Autoren in ihrem Daten gemessen haben, habe ich beschrieben – nicht mehr und nicht weniger. Wo man hier einen Fehlschluss finden will, weiß ich nicht, aber ich will diesen Text konstruktiv beenden und dem Vater etwas mit auf den Weg geben:

Zwei Sätze:

Frauenleben ohne KinderDie meisten Menschen, die sich affektiv von Texten angegriffen Fühlen, können nicht mehr rational argumentieren und behaupten z.B., etwas sei ein Fehlschluss, was gar kein Fehlschluss, nicht einmal ein Schluss ist, sondern eine empirische Beobachtung z.B. um sich mit logischen Begriffen zu schmücken und mehr vorzustellen als intellektuel vorhanden ist.

Geschlechterrechtler ist “[a]ls Vater” hat nach eigener Aussage “einen Hals”, wegen meines Textes. Geschlechterrechtler macht eine Reihe von logischen Fehlern und zeigt an mehreren Stellen, dass er nicht mehr rational denken kann.

Warum ergibt sich der Schluss, dass Geschlechterrechtler, wenn er “[a]ls Vater” schreibt, nicht mehr Herr seiner Sinne ist, quasi von selbst?

Ich habe den Kommentar von Väterrechtler nicht freigeschaltet. Er ist zu lang (wir sind ein blog, keine Therapieanstalt, in der man stundenlang labern kann) und bringt nicht wirklich einen Gewinn. Wer sich gerne durch den Kommentar kämpfen will, der kann den Kommentar hier herunterladen.

Und eines bin ich noch schuldig: Ich habe von Geschlechterrechtler als “linkem Vater” gesprochen. Dass dem so ist, ist offenkundig, denn er wendet sich massiv gegen meinen Gebrauch von Staatsfeminismus und führt seine Verteidigung der Work-Life-Balance aus einer egoistischen Perspektive, die bar jeglicher Empathie für diejenigen ist, die die Work-Life-Balance zu tragen bzw. zu ermöglichen haben: Arbeitgeber und in den Worten von Geschlechterrechtler: “Nichtväter”, die die Work-Life-Balance zu ermöglichen und zu finanzieren haben. Wer nur für seinen Vorteil argumentiert und keinerlei Bedenken der Gegenseite zulässt, wer darüber hinaus der Ansicht ist, sein eigener Lebensstil müsse über Rechte gegenüber Dritten abgesichert wrden, ist Linker, da halte ich jede Wette.

Generation KinderlosUnd noch eines zum Schluss: Ich und ich vermute sehr viele Kinderlose wollen sich nicht länger sagen lassen, der schlecht erzogene Sprößling hauptberuflicher Väter würde ihre Rente oder Pflege finanzieren. Deshalb mein Vorschlag: Wir streichen alle kinderbezogenen Vergünstigungen (außer der Bildung, denn wir Kinderlose sind bekanntlich großzügig, ganz im Gegensatz zu manchen Eltern), lösen die gesetzliche Rentenversicherung auf und lassen jeden, sein Alter selbst finanzieren. Dagegen kann Geschlechterrechtler ja nichts einzuwenden haben – oder?

Auszeichnung für ScienceFiles: Wir sind Wissenschaftswächter

Wie gerade bekannt geworden ist, hat die Heinrich-Böll-Stiftung die beiden blogs "ScienceFiles (Kritische Wissenschaft - critical science)" und Allesevolution für ihre Verdienste im Kampf gegen Ideologie und für Wissenschaftlichkeit mit dem Ehrentitel "Wissenschaftswächter" ausgezeichnet.

HBS_logo_de_390x53Anscheinend bezweckt die Heinrich-Böll-Stiftung damit, das negative Image, das sie in der Vergangenheit aufgebaut hat und in dem der von Steuerzahlern finanzierte politische Verein als ideologische Kaderschmiede vornehmlich für Genderinhalte gebrandmarkt ist, loszuwerden und sich in Zukunft mit wissenschaftlichen und relevanten Themen zu befassen. Ob damit ein völliges Ende der Finanzierung sogenannter Gender-Projekte einhergeht, ist derzeit noch unklar. Offensichtlich ist jedoch, dass es Bestrebungen gibt, die imageschädigende Branche und vor allem das Gunda-Werner-Institut loszuwerden.

Vor diesem Hintergrund ist die Auszeichnung der beiden blogs “ScienceFiles” und “Allesevolution” zu sehen, die regelmäßig kritisch mit den Produkten, die vor allem aus dem Gunda-Werner Institut an arglose Verbraucher verteilt wurden, ins Gericht gegangen und deren völlige Unvereinbarkeit mit den Regeln, Methoden und Standards wissenschaftlichen Arbeitens wieder und wieder aufgezeigt haben.

Mit der Ehrung von ScienceFiles und Allesevolution will die Heinrich-Böll Stiftung nun offensichtlich ein Zeichen setzen, und zwar dafür, dass der politische Verein in Zukunft von der Finanzierung ideologischer und vor allem von Genderthemen absieht.

Hier die Betreiber von ScienceFiles im O-ton mit ihrer Reaktion zur Auszeichnung ihres blogs durch die Heinrich-Böll-Stiftung:

Michael Klein: “Wir haben mit allem gerechnet, aber nicht mit einer Auszeichnung ausgerechnet von der Heinrich-Böll-Stiftung”,

Heike Diefenbach: “Natürlich freut uns die Anerkennug unserer Arbeit und die Einsicht in der Heinrich-Böll-Stiftung, dass man letztlich gegen die besseren Argumente und die wissenschaftliche Methode, die wir bei ScienceFiles haben und anwenden, mit welcher Ideologie auch immer, nichts ausrichten kann. Ich frage mich nur, wieso ausgerechnet die Heinrich-Böll-Stiftung urplötzlich erkannt haben will, dass wissenschaftliche Standards und Lauterkeit weiter tragen als Ideologie. Dessen ungeachtet freuen wir uns natürlich über diese Anerkennung unserer Arbeit”.

Michael Klein: “Vor allem wird es interessant sein zu sehen, was nun bei der Heinrich-Böll-Stiftung passiert. Denn eines ist klar, uns als Wissenschaftswächter auszuzeichnen, kommt einer Palastrevolte gleich. Das kann all denen, die ihren Lebensunterhalt durch das ewig selbe Gender-Lamento bestreiten, nicht gefallen. Am Ende müssen sie sich noch nach einer sinnvollen Tätigkeit umsehen. Wir haben zwar von Gerüchten erfahren, dass der Bundesrechnungshof den politischen Vereinen der Parteien genauer auf die Finger sehen will und dafür sorgen will, dass sie das Geld der Steuerzahler nicht zur Finanzierung von so genannten “no-impact” Projekten verschleudern, also von Projekten, die einzig dazu dienen, die Projektnehmer zu finanzieren, und sonst keinen Nutzen erbringen, aber das sind, wie gesagt, Gerüchte, und wir wissen nicht, ob etwas dran ist”.

Heike Diefenbach: “Allerdings würde, wären die Gerüchte richtig, die Auszeichnung von SicenceFiles schon Sinn machen. Als Michael Klein und ich im Jahre 2002 unseren Beitrag “Bringing Boys Back In” veröffentlicht haben, hat dies nicht nur die Jungendebatte angestoßen, sondern auch dazu geführt, dass das damalige Haus und Hof Forschungsinstitut des Bundesministeriums für Familie usw., das Deutsche Jugendinstitut in München, erheblichen Ärger mit den Verantwortlichen im Ministerium bekommen hat, weil die Verantwortlichen gemeint haben, sie seien von ihrem Forschungsinstitut im Regen stehen gelassen worden. Und sie haben überlegt, wozu sie ein Institut wie das DJI finanzieren, wenn sie dennoch aus wissenschaftlichen Publikationen und dann aus so ziemlich allen Tageszeitungen in Deutschland erfahren müssen, dass es erhebliche Nachteile von Jungen im Bildungssystem gibt. Als Folge hat das DJI Konsequenzen zu tragen gehabt. Ich kenne die Struktur hinter den politischen Vereinen der Parteien nicht, schon weil sie nicht transparent und öffentlich ist, aber ich vermute, dass es selbst in Parteien Personen gibt, denen es nicht recht ist, wieder und wieder zu sehen, dass der ihnen zugerechnete politische Verein Steuergelder für Unsinn, der nicht einmal über die rudimentärsten Ansprüche an wissenschaftliche Arbeiten hinauskommt, verschleudert – nicht wegen der Steuergelder, aber wegen der schlechten Publicity, die folgt, wenn wir auf ScienceFiles, die vermeintlichen wissenschaftlichen Beiträge oder Expertisen als Unsinn entlarven.”

Michael Klein: “Wir haben unsere Auszeichnung als Wissenschaftswächter im Vorgriff auf die Urkunde von der Heinrich-Böll-Stiftung, die wir sicher noch bekommen, schon einmal zum Anlass genommen, um ein Logo zu erstellen, das uns als Wissensschaftswächter auszeichnet.

Wissenschaftswächter2

Um den Spekulationen hier ein Ende zu setzen: Das ist kein Witz, wir haben unsere Ernennung zum Wissenschaftswächter schriftlich.