Lasst uns doch mit Eurer politisch korrekten Forschung in Ruhe

Ein entnervter Kommentar.

Es reicht.

Es reicht uns wirklich.

Wir haben genug von politisch korrekter Forschung. Gender, Familie, Kinder, Rassismus, sexuelle Orientierung wir können es nicht mehr hören.

Kein Tag, an dem nicht irgendein möchtegern Wissenschaftler eine ganz besonders interessante Entdeckung macht, die außer ihm niemand interessant findet.

Kein Tag, an dem wir nicht überschwemmt werden, mit Meldungen über neue Artikel, in denen der politischen Korrektheit gehuldigt und ein Ergebnis produziert wird, das an Stupidität, Langeweile und Belanglosigkeit kaum mehr zu überbieten ist.

Wir haben deshalb genug.

Lasst uns in Ruhe mit Euren politisch korrekten Versuchen, Wissenschaft zu pervertieren.

Wir wollen keine Studien mehr, die zeigen, dass asiatische Männer und schwarze Frauen in Magazinen unterrepräsentiert sind. Was ist mit Eskimos. Fetten und Pickeligen? Sind die auch unterrepräsentiert?

Es interessiert uns auch nicht, dass das Interesse für die Geschichte von Frauen, viel früher begonnen hat, als bislang angenommen. Unser Interesse an Geschichte ist unabhängig vom Geschlechtsteil.

junk_scienceInteressiert es Sie, ob Blinde nach Rasse differenzieren? Auf eine derartige Fragestellung muss man erst einmal kommen. Aber, wo wir gerade damit konfrontiert sind, uns würde interessieren, ob Taube auch auf Bob Marley stehen.

Und von den Frauen, die an Arbeitsplätzen psychologisch gestresster sind, an denen mehr Männer vorhanden sind, haben wir auch die Nase voll.

Und bleibt uns mit der fließenden männlichen Sexualität vom Leibe, wir mögen keine Zoten. Wissenschaft hat nichts mit Sexberatung zu tun und ein wissenschaftlicher Ladenhüter wird auch nicht dadurch interessant, dass man Sex and Crime in ihn packt oder behauptet, dass geteiltes Kümmern um die Kinder sich positiv auf des Sexualleben auswirkt.

Wir haben sie wirklich gestrichen voll, die Nase. Uns steht der Stumpfsinn, der als Wissenschaft daherkommen will, … raten Sie mal bis wohin er uns steht.

Und dann, wenn man denkt, es geht wirklich nicht mehr dümmer, dann kommt eine Studie und findet heraus, dass die Mordrate in Ländern, in denen mehr Gleichheit am Arbeitsplatz zwischen den Geschlechtern herrscht, geringer ist als in Ländern, in denen die Gleichheit zwischen den Geschlechtern am Arbeitsplatz nicht so groß ist.

Warum das so ist, ob es relevant ist, wie man es, wenn es denn relevant wäre, erklären würde, dazu weiß Katie Corcoran, die für diesen neuesten Test des Glaubens an das Vorhandensein von Gehirn im Schädel von Menschen verantwortlich ist, nichts zu sagen. Keine Ahnung hat sie, aber vermeintliche Ergebnisse hat sie produziert und der Welt zugemutet.

Es ist nicht mehr auszuhalten mit der Datenhuberei, die Hans und Helga per Menusteuerung statistische Programme zweckentfremden sieht, die ungeschützt dem Zugriff der Phantasten ausgeliefert sind, die dann Ergebnisse produzieren, die die Verzweiflung über Dummheit in schiere Katastrophenstimmung überführen.

Und davon haben wir genug.

Wir fordern einen Veröffentlichunsstop, einen sofortigen, und zwar für alle Arbeiten, in denen ein Zusammenhang gefunden, aber nicht erklärt wird.

Das ist unser capital punishment, für all die Zusammenhang-Finder, all diejenigen, die gefunden haben, dass Frauen unter vielen Männern gestresster sind als unter wenigen, dass männliche Sexualität fließend ist, dass Kindererziehung, dann, wenn sie geteilt wird, das Sexleben beflügelt (von 0 auf einhalb), dass Blinde Rasse differenzieren oder doch und und und.

WARUM, so fragen wir, ist das so?

WARUM, so fragen wir weiter, ist es relevant?

AUS WELCHER Theorie, so der Coup de Grace, kann man ableiten, was gefunden wurde?

Und so lange wir keine Antworten bekommen, solange die Autoren der entsprechenden Machwerke keine Antworten geben können, so lange keine Veröffentlichung mehr.

Ist das klar?

Ein Herz für Werbung – ausgerechnet die ARD

Bei der ARD hat man ein Herz für Werbung: “Milliardenverluste durch Werbeblocker“, so wird getitelt und anschließend werden die Ergebnisse einer “aktuellen Studie” berichtet. “The Cost of Blocking”, heißt die Studie, von der man nicht mehr erfährt als ihren Titel und den Inhalt, den die Verfasser der Studie unter “Key Insights” zusammengestellt haben:

198 Millionen Nutzer weltweit blocken Werbung.

In Deutschland sind 18 Millionen Internetnutzer aktive Werbe-Blocker.

Das Wachstum der Werbeblocker ist immens und beträgt 41% weltweit und im Verlauf von nur einem Jahr (in Deutschland ist die Anzahl der Werbeblocker um 17% gewachsen).

AdblockSchlechte Nachrichten sind das – für die Werbeindustrie. “Allein in diesem Jahr”, so jammert man bei der ARD mit Bezug auf die “Studie”, gehen durch Werbeblocker weltweit “21,8 Milliarden Dollar an Werbeeinnahmen verloren. Für 2016 wird sogar mit Verlusten in Höhe von 41,4 Milliarden Dollar gerechnet”.

Und weil das noch nicht reicht, nun der Herz-Schmerz-Teil: “Es stehe ‘die Zukunft der frei verfügbaren Inhalte im Internet” auf dem Spiel.

Alle Leser, die sich jetzt Sorgen machen: Nein, ScienceFiles steht nicht auf dem Spiel, und ScienceFiles wird auch weiterhin werbefrei sein. Wir bezahlen sogar dafür, dass WordPress seine idiotischen Werbeinhalte unseren Lesern nicht zumutet.

Da fragt man sich doch: Woher kommt dieses Herz für Werbung bei der ARD?

Und welche Studie ist das überhaupt, die bei der ARD besprochen wird?

Und wie kommen die Autoren der Studie (wer sind überhuapt die Autoren) zu ihrer Schätzung der Verluste?

Also haben wir uns auf die Suche gemacht und sind fündig geworden:

“The Cost of Blocking” heißt im Untertitel: PageFair and Adobe 2015 Ad Blocking Report.

PageFair ist ein Unternehmen mit Sitz in Irland, das sich wie folgt beschreibt:

“PageFair is an international startup based in Dublin, Ireland. Founded in 2012, the company was initially funded by its founders with additional seed capital from Tribal Ventures, Frontline Ventures, and Enterprise Ireland. Hundreds of publishers now use PageFair to measure the cost of adblocking and to display alternative non-intrusive advertising to adblockers.

Mit anderen Worten, PageFair bietet den Unglücklichen, deren Werbung geblockt wird, eine Möglichkeit, die Blocker zu umgehen und verdient an dieser Möglichkeit, verdient umso mehr, je verbreiteter Werbeblocker wie AdBlock unter Google Chrome sind. Und die ARD macht ja dankenswerter Weise Werbung für diese Werbeblocker, auf dass sie weite Verbreitung finden und die Nachfrage nach den Leistungen von PageFair steigt (um keine Missvertändnisse aufkommen zu lassen, wir haben auch AdBlock installiert und dadurch ergänzt, dass Adobe-Programme nur nach Erlaubnis Inhalte laden).

Öffentlich-rechtliches Mentoring, wenn man so will, gepaart mit scaremongering, wie man in der englischsprachigen Welt sagt, Angstmacherei ist wohl die beste Übersetzung für den aktiven Versuch, das freie und kostenlose Internet totzureden – für die ARD ein Leichtes, werden die Inhalte der ARD doch zwangsfinanziert und müssen sich an keinem Markt behaupten.

Dort hätten sie auch keinen leichten Stand, denn das Abschreiben von Key Insights aus Berichten, die noch ein paar mehr Seiten umfassen als die Zusammenfassung reicht nicht aus, um eine Neuigkeit zu generieren. Gewöhnlich wird von Bloggern oder anderen Anbietern von Informationen, die nicht zwangsfinanziert sind, eine begründete Wertung dessen vorgenommen, was den Lesern da vorgesetzt wird.

Und bei Studien ist es immer sinnvoll, die neuralgischen Stellen zu identifizieren und die Methoden zu betrachten, die genutzt wurden, um die damit verbundenen Probleme zu beseitigen.

rat_student cartoonDie neuralgische Stelle im vorliegenden Fall ist die Schätzung der Umsatzeinbußen in Höhe von 21,8 Milliarden Dollar für das Jahr 2015. Wie haben Campbell Foster von Adobe und Sean Blanchfield von PageFair, die für den Beitrag verantwortlich zeichnen, diese Verluste prognostiziert?

So:

“Potential digital advertising revenue was calculated by dividing the reported revenue for 2014 (source eMarketer) by (1-the ad blocking rate in a particular country). Blocked advertising revenue was estimated as the difference between potential and reported revenue. (15)

In Deutschland nutzen 25,3% der Internetnutzer einen Werbeblocker, jedenfalls haben 25,3% der Internetnutzer einen Werbeblocker installiert bzw. einen aktiven Block-Account bei Google oder Firefox.

Sagen wir, die Werbeeinnahmen für das Jahr 2014 haben in Deutschland 200 Millionen Euro betragen. Die Projektion für 2015 besteht nun einfach darin, die 200 Millionen Euro um 25,3%, also die Zahl der aktiven Werbe-Blocker im Jahr 2014 zu reduzieren. 25,3% entsprechen einer Reduktion um 50,6 Millionen Euro.

Eh voilá.

Diese Vorgehensweise basiert auf einer Reihe von problematischen Annahmen, am problematischsten, weil nachweislich falsch, ist natürlich die Annahme, dass 2013 keinerlei Blocker vorhanden gewesen sind. Nun zeigen die Daten des Berichts, dass die Anzahl der Blocker im Jahr 2014 um 17% in Deutschland gewachsen ist (6), so dass man zu rund 21% aktiven Werbe-Blockern im Jahre 2013 kommt. Entsprechend reduziert sich der prognostizierte Verlust von 50,6 Millionen Euro auf 8,6 Millionen Euro und somit um 83%.

Ein einfacher Trick führt also dazu, dass nicht nur die Verluste durch Werbeblocker ins Astronomische steigen (was die Nachfrage nach den Leistungen von PageFair befördert), er führt auch dazu, dass die ARD ihr Herz für Werbung entdeckt und den deutschen Internetnutzern, die doch so gerne in kostenlosen Inhalten surfen, ins Gewissen redet.

Was man der ARD wohl dafür bezahlt hat, dass sie diese seltsame Ausnahme aus der ansonsten doch so negativen Einschätzung dessen, was Unternehmen tun und berichten, gemacht hat?

Was auch immer: Journalismus sieht anders aus.

Genderisten sind wie kleine Kinder

Dr. habil. Heike Diefenbach hat sich mit der uns schon seit langem beschäftigenden Frage: “Warum sind Genderisten so versessen darauf, als wissenschaftlich zu erscheinen?”, auseinandergesetzt.

Das Ergebnis ist erhellend und erheiternd.

Viel Spaß!

Wissenschaft ist EINE gute Sache (“gut”, weil sie systematischen Wissenszugewinn und Wissensweitergabe durch intersubjektive Mittteilbarkeit ermöglicht).

Notdienste und die Freiwillige Feuerwehr sind ANDERE gute Sachen, weil sie einen angebbaren Nutzen erbringen.

Nehmen wir an, Genderismus wäre eine gute Sache (so, wie Genderisten das annehmen):

freiwillilge feuerwehrWarum reiben sich Genderisten völlig sinnlos daran auf, als wissenschaftlich erscheinen zu wollen, obwohl das nicht möglich ist, eben, weil Genderismus keine Wissenschaft ist, sondern eine Weltanschauung, die auf einem auf das Merkmal “Geschlecht” reduzierten Menschenbild basiert und Sozialklempnerei auf der Grundlage dieses fatal reduzierten Bildes betreiben möchte.

Und warum sollte es ihnen nicht genügen, Leuten, denen sich das nicht spontan mitteilt, zu erläutern, warum Genderismus eine gute Sache sein soll?

Die Freiwillige Feuerwehr hat auch niemals darauf bestanden, an der Uni Pöstchen zu bekommen, von denen aus sie die Wichtigkeit des Engagements in der Freiwilligen Feuerwehr predigen kann. Anscheinend hat sie das nicht notwendig; von ihr ist spontan erkennbar, wozu sie nutzt, und sie genießt daher Ansehen.

Wenn dem Genderismus das nicht gelingt, sollte er sich doch zu allererst fragen, warum das nicht gelingt, statt stupide immer und immer wieder zu wiederholen, Genderismus habe irgendetwas mit Wissenschaft zu tun, in der Hoffnung, dass es die Leute glauben, wenn es trotzig genug behauptet wird.

Es bleibt keine andere Möglichkeit, als davon auszugehen, dass Genderisten schizophrene und autoritäre Persönlichkeiten sind, und zwar deshalb, weil sie verzweifelt Anerkennung im etablierten und durch das etablierte Wissenschaftssystem suchen, so, als sei das ein Selbstzweck, und dabei sogar die eigenen Behauptungen verhöhnen, hier: diejenige, nach der Wissenschaft ein kaltes, böses, rationales, männliches Unterfangen ist. Und doch sehnen sie sich nach nichts so sehr wie danach, just in diesem Unterfangen Anerkennung zu finden.

Wenn ihr Humankapital dafür, selbst Wissenschaftler zu werden und in der Wissenschaft Anerkennung zu finden, nicht ausreicht, dann kreieren sie ihre “Gegen-Wissenschaft”, also Ideologie, versuchen, eine Parodie auf Sozialwissenschaften als diese “Gegen-Wissenschaft” zu verkaufen, die sie dann gegen die Natur-Wissenschaften auszuspielen gedenken, aber gleichzeitig wollen Sie, dass Begriff und Konzept der Wissenschaft ungeteilt bleibt, damit der warme Schein der Legitimation, Vernunft und des Status von Wissenschaft auf sie scheinen möge.

Sie wollen erzwingen, was nicht möglich ist: Wenn ihnen ihre Strategie gelänge und sie irgendwann als Wissenschaftler durchgingen, dann würde das nur bedeuten, dass Wissenschaft aufgehört hat, mit Legitimation, Vernunft und Status verbunden zu sein.

Genderisten sind wie kleine Kinder, die erzwingen wollen, was nicht möglich ist, und sich selbst Lügen strafen: Es geht offensichtlich nicht um eine gute Sache, sondern darum, eine tiefgehende psychologische Abhängigkeit von Autoritäten angesichts des Scheiterns in einem System, das für sie Autorität darstellt, zu bearbeiten.

Und wie kleine Kinder sind sie ehrlich überrascht, wenn sie feststellen müssen, dass unsere Gesellschaft eine pluralistische ist, in der manchen Leuten mit bestimmten psychologischen Problemen oder Bedürfnissen etwas als “Befreiung” erscheint, was anderen Leuten einfach vollkommen gleichgültig ist oder was sie nicht mögen, weil es einfach nicht “their cup of tea” ist. Und?

Warum sollte aus dem Pluralismus einer Gesellschaft ausgerechnet die Ideologie des Genderismus NICHT höchst unterschiedlich betrachtet und bewertet werden? Das ist doch ganz normal. Warum die Enttäuschung darüber, die so tief ist, dass man sich nicht entblödet zu behaupten, Leute, die mit Genderismus nichts am Hut haben, würden nicht “befreit” werden wollen?

O doch, sie wollen definitiv befreit werden!

Und zwar von der ständigen Berieselung mit Themen, die sich als solche aus der Weltanschauung (ich persönlich vermute: aus den psychologischen Schwierigkeiten) bestimmter Leute ergeben, und deren totalitären Phantasien darüber, anderen Menschen eine Welt zu bereiten, in der sie sich zwar nicht wohlfühlen, aber Genderisten sich wohlfühlen.

Ach ja, und natürlich fühlen sich Genderisten nur in einer Welt wohl, in der die eigene Weltanschauung die einzig gute, richtige, legitime, emanzipatorische und vor allem: wissenschaftliche ist, denn Genderismus muss einfach etwas sein, was alle Worte, die irgendwie positiv konnotiert sind, auf sich vereint.

Und schon deshalb disqualifiziert sich Genderismus als Kandidat auf ein ernstzunehmendes Konzept – geschweige denn ein wissenschaftliches!

Was, wenn Ideologie Ignoranz und Unkenntnis trifft? Dann wird ein Beitrag in der ZEIT daraus.

Er geistert schon seit Tagen durch die Liste der Referrer im Dashboard von ScienceFiles, der Beitrag von Catherine Newmark, die als Kulturjournalistin bei der ZEIT arbeitet. “Aus Angst vor einem anderen Leben”, so der Titel des Beitrags, den wir nun tagelang ignoriert haben, nur um neuerlich, dieses Mal von Friedrich Dominikus, darauf hingeweisen zu werden, per Kommentar und so:

“Und das hier betrifft dieses Blog direkt:
http://www.zeit.de/kultur/2015-07/gender-studies-feminismus-10nach8

Wir sind nicht der Meinung, dass uns jeder Fall, in dem ein angeblicher Journalist der Ansicht ist er könne seinen Senf selbst zu Sachen geben, von denen er keine Ahnung hat, direkt betrifft, aber sei’s drum.

Ansgt der ZEITFrau Newmark maßt sich in der ZEIT an, sie könne beurteilen, was Wissenschaft ist und bewerten, dass Kritik am Genderismus und an Gender Studies polemisch und Beschimpfung sei. Nun, vielleicht betrifft uns das doch, schließlich kritisieren wir die Gender Studies als unwissenschaftlich. Entsprechend setzen wir uns dann doch mit dem auseinander, was Newmark da von sich gegeben hat.

Zunächst zum Titel “Angst vor einem anderen Leben”, die natürlich Gender-Kritiker haben: Wer Gender Studies also nicht gaaaanz toll findet, die fehlende Methode, das fehlende Erkenntnisinteresse und die vollkommene Abwesenheit einer Methodologie kritisiert, der hat also “Angst vor einem anderen Leben”, jedenfalls für Newmark, die hier das Hilflosigkeits-Mantra der Genderisten wiederholt, das wir langsam nicht mehr hören können.

Wenn die Genderisten so anomisch sind und so verschreckt auf grundlegende Fragen der Existenzberechtigung von Gender Studies an Hochschulen reagieren, weil sie keinerlei Antworten auf diese Fragen haben, dann ist es doch wohl die denkbar schlechteste Strategie, den anderen zu unterstellen, sie hätten Angst, wie Newmark dies wieder einmal versucht, denn dann muss man sagen, wovor die Gender-Kritiker angeblich Angst haben.

Aber selbst wenn Kritiker der Gender Studies “Angst vor einem anderen Leben” hätten, würde das die Gender Studies nicht zur Wissenschaft machen. Das ist nur einer der vielen Fehler im Text von Newmark, einer der vielen Fehler, die belegen, was sie doch aus der Welt schaffen will, dass Gender Studies Ideologie und nicht Wissenschaft sind.

Das ist, wie gesagt, nicht der einzige Fehler. Es folgt ein ganzes Rudel:

So haben nach Ansicht von Frau Newmark, die besser bei ihrem Schwerpunkt Film geblieben wäre, immer angenommen, davon hat sie Ahnung, die Gender-Kritiker Angst vor: “progressiver Sexualkunde”, vor der “Homo-Ehe”, vor Veränderung, jedenfalls vor der Veränderung, die den Genderisten vorschwebt.

Diese Form der Diskreditierung von Kritik hört man mittlerweile regelmäßig aus den Reihen der Genderisten. Dass sie damit ausgerechnet dagegen vorgehen wollen, dass die “akademischen Gender Studies … polemisch als Ideologie beschimpft” werden, ist nicht mehr Ironie, es ist schon lächerlich in einer nicht mehr zu steigernden Weise.

Genderisten fühlen sich also beschimpft, wenn man sie als Ideologen bezeichnet.

Seltsam.

Nach den eigenen Erkenntnissen von Frau Newmark wollen Gender Studies “progressive Sexualkunde” und “Homo-Ehen” durchsetzen. Das aber ist der Gegenstand von Ideologie, das Durchsetzenwollen der eigenen Weltsicht, dessen, was man für gut hält. Und das genau ist die Grundlage des Vorwurfs Gender Studies seien keine Wissenschaft sondern Ideologie.

Es ist wirklich beschämend, dass Personen wie Newmark in Zeitungen, die sich für intellektuelle Höchstleistungen halten, zu Wort kommen und dort zum intellektuellen Tiefstflug ansetzen können, indem sie zunächst zeigen, dass sie keine Idee davon haben, was eine Ideologie ist und dann offenkundig machen, dass sie genau so wenig eine Idee davon haben, was der Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie ist.

Logik der ForschungWissenschaft ist eine Methode der Erkenntnis. Sie unterscheidet sich von Ideologie dadurch, dass Aussagen aufgestellt werden, die an der Empirie scheitern können. Die Aussage: “Ich finde progressive Sexualkunde gut”, formuliert eine persönliche Vorliebe und hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Dass die Besetzer der Gender Studies Lehrstühle es geschafft haben, ihre persönlichen Vorlieben an Hochschulen zu tragen, macht Gender Studies nicht zur Wissenschaft und die, die die Lehrstühle besetzen nicht zu Wissenschaftlern, so wenig wie jemand, weil er bei der ZEIT schreibt, ein Journalist ist.

Wissenschaft ist nicht nur eine Methode, Wissenschaft ist auch auf Erkenntnisgewinn ausgerichtet: Wissenschaftler wollen etwas über die Wirklichkeit erfahren. Deshalb vermeiden Wissenschaftler wertende Begriffe wie “beschimpft” oder “progressiv”. Denn die entsprechenden Bewertungen schreiben einen Zustand fest, was bedeutet, der, der festschreibt, der weiß schon, er will entsprechend nicht mehr wissen, ist Ideologe und an Wissenschaft nicht interessiert. Insofern von Genderisten außer Bewertungen nicht viel bekannt ist, muss abermals festgestellt werden, dass Genderisten keine Wissenschaftler sind.

Sie sind in gewisser Hinsich psychologisch Geschädigte, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen gerne Wissenschaftler wären, und weil sie es nicht werden können, deshalb schlagen sie wild um sich, diffamieren und beleidigen, so wie Catherine Newmark (Begründung folgt jetzt):

“Es ist leicht, sich über jemanden wie Herrn Kutschera lustig zu machen, dessen Polemik getragen wird von einer traditionellen naturwissenschaftilchen Abneigung gegen alles Geisteswissenschaftliche”.

Dazu kann man nur sagen: Es ist leicht, sich über Catherine Newmark lustig zu machen, deren Unkenntnis getragen wird von einer traditionellen Angst vor allem, was die Naturwissenschaften ausmacht.

Und ebenso leicht ist es, die Ignoranz und Unkenntnis von Frau Newmark bloßzustellen und als die Ideologie aufzuzeigen, die sie nun einmal ist. Am Ende des Textes, den die ZEIT zu drucken bereit war, stellt Newmark Fragen:

“Als wir aus “feministischer Theorie” und “Feminismus” “Gender Studies” gemacht haben, weil wir nicht mehr nur unsere Probleme, sondern auch die aller anderen Geschlechter ernst nehmen wollten, haben wir da übersehen, dass es eine Menge Menschen gibt, die gar nicht befreit werden wollen? Denen es nicht angenehm ist, darüber nachzudenken, dass die Dinge nicht so sein müssen, wie sie “immer” (also seit den 1950ern) waren? […] Oder, um einige Gedanken des renommierten Geschlechterforschers Stefan Hirschauer aufzunehmen, der in einem polemischen Text, bewusst das Risiko des Applauses von der falschen Seite in Kauf nehmend, allerlei Missstände in den akademischen Gender Studies angeprangert hat: Ist die Inklusivität von Gender Studies wirklich nur der “dünne rhetorische Lack” über einer in weiten Teilen ganz traditionellen feministischen “Gegenwissenschaft”, die sich vor allem die Sache der Frauen auf die Fahnen geschrieben hat?”

Opp_MethodologieEinmal von der wirklich plumpen Art, die Gegenseite zu diffamieren, als in den 1950er Jahren stehen geblieben oder als polemisch zu diskreditieren wie die Kritik Stefan Hirschauers, der sich zudem bei Anti-Genderisten anbiedert, zeigt diese Passage abermals, dass Frau Newmark nicht einmal den Funken einer Idee hat, was unter Wissenschaft zu verstehen ist. Wissenschaft stellt Fragen und nimmt Kritik gierig auf, weil man die eigene Theorie verbessern kann, wenn man Fehler, auf die Kritik aufmerksam macht, ausmerzt. Hermentisch und diffamierend wie Newmark reagieren nur Ideologen wie Newmark, die zu ignorant sind, um zu verstehen, was der Wert von Kritik ist, und zu wenig Kenntnisse von Wissenschaft haben, als dass sie es je über die Ideologie hinausgebracht hätten. Ihre Welt besteht nur aus Glaubenssystemen, und ihr eigenes Glaubenssystem ist natürlich das richtige.

Warum? Diese Frage können Genderisten nicht beantworten, denn sie sind keine Wissenschaftler und glauben daher, dass ihr Glaubenssystem richtig ist und alle anderen bekehrt werden müssen, bekehrt zum richtigen Glauben, zum Genderglauben, dem progressiven Glauben, der nach den 1950er Jahren eingesetzt hat, irgendwann und irgendwie. Ist auch egal, denn Gender ist Wahrheit und weil Gender Wahrheit ist (und entsprechend keine Wissenschaft sein kann), deshalb weiß Newmark auch ganz genau, welche Antwort auf die vielen Fragen, die sie zum Abschluss ihres Textes stellt, gegeben werden muss:

“Ich glaube: nein.”

Gründe für diesen Glauben hat sie keine. Wieso auch? Newmark ist wie alle Gender Studierte ein Ideologe, der guckt wie ein Auto, wenn man ihn nach wissenschaftlichen Methoden fragt, nach Erkenntnisinteresse, Erkenntnisbeitrag, nach der Rolle von Kritik, der schlicht keine Ahnung von Wissenschaft hat, bei dem sich Ideologie, Ignoranz und Unkenntnis in der Weise treffen, dass es nur zu einem Beitrag in der ZEIT reicht.

Dass die Gender Studies keine Wissenschaft sind, zeigt sich schon daran, dass die entsprechenden Lehrstuhlbesetzer bis heute nicht in der Lage waren, grundlegende Fragen nach ihrer Methode, Methodologie, nach ihrem Erkenntnisinteresse, ihrem Beitrag zum wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt oder ihrem gesellschaftlichen Nutzen zu beantworten. Sie haben eine solche Angst vor den entsprechenden Fragen, dass sie selbst Versuche aus den Reihen der Wissenschaft, den Kern der Gender Studies zu finden und seine Nähe zur Wissenschaft zu bestimmen, boykottieren.

So und jetzt ein und für alle Mal:

Gender Studies sind keine Wissenschaft. Das haben wir an einer Vielzahl von Beispielen gezeigt. Jeder Gender Studierte, der den Mund aufmacht, belegt eindrücklich, dass Gender Studies keine Wissenschaft sind. Seine Ahnungslosigkeit im Hinblick auf wissenschaftliche Methoden und Standards, auf Methodologie und Erkenntnisziel macht dies überdeutlich. Warum die Gender Studierten dennoch so versessen darauf sind, sich Wissenschaftler zu nennen? Wir wissen es nicht, aber es kann sich eigentlich nur um etwas handeln, das im DSM V behandelt wird.

Zensur und Überwachung: Das Ende der Wissenschaftsfreiheit

Die Wissenschaften sehen sich verstärkten Bemühungen ausgesetzt, Wissenschaftsfreiheit zu beseitigen, Wissenschaftler zu kontrollieren, Ideen an politischer Korrektheit auszurichten, unbequeme oder als gefährlich etikettierte Forschung zu verhindern und die Diskussion über wissenschaftliche Erkenntnis zu erschweren:

“The realization of academic freedom depends on controversy: it voices dissent. Linked to free speech, it is marked primarily by critique, speaking against – even offending against – prevailing concepts or norms”.

XindexDies schreibt Thomas Docherty in einem Beitrag über die Beseitigung von Wissenschaftsfreiheit im Vereinigten Königreich (wobei man ergänzen muss, dass Kritik und abweichende Meinungen kein Selbstzweck sind und nur dann als relevant angesehen werden können, wenn sie begründet sind!)

Der Beitrag von Docherty entstammt der Juni-Ausgabe von X index on Censorship, die komplett den Gefahren gewidmet ist, die wissenschaftliche Freiheit derzeit bedrohen. Das Heft versammelt Beiträge aus dem Vereinigten Königreich, Irland, den USA, der Ukraine, der Turkei, China, Mexiko und Indien und beschreibt zum Teil erschreckende Realitäten außerhalb von Deutschland.

Warum gibt es keinen Beitrag aus Deutschland? Vermutlich hat sich kein Wissenschaftler gefunden, der mutig genug ist, die Zustände in Deutschland in einem namentlichen Beitrag zu beschreiben.

Dabei wäre gerade ein Beitrag für Deutschland so wichtig wie kein anderer, denn in Deutschland kumulieren die Gefahren für die Wissenschaftsfreiheit, die für andere Ländern beschrieben werden.

Jemimah Steinfeld für China, Thomas Docherty für das Vereinigte Königreich und Mark Fray für die USA beschreiben Entwicklungen, die es allesamt auch in Deutschland gibt, wie die folgende Gegenüberstellung zeigt:

Für China: Aussagen, die sich gegen Parteiführer richten oder den Sozialismus in ein schlechtes Licht rücken, dürfen von Akademikern nicht gemacht werden. Für Deuschland: Aussagen, die sich gegen Feministen oder Feminismus richten, dürfen von Akademikern nicht gemacht werden.
Für das Vereinigte Könnigreich: Aussagen, in denen die eigene Universität kritisiert wird, schaden dem Markennamen der Universität und dürfen von Akademikern nicht mehr gemacht werden. Für Deutschland: Professoren sind Beamte und dem Beamtenrecht, das Loyalität, also schweigende Zustimmung zum Dienstherr vorsieht, unterworfen.
Für die USA: Triggerwarnungen davor, dass der folgende Text die Lesenden in irgend einer Weise psychisch verletzen könnte, sorgen dafür, dass Hochschulen zur psychiatrischen Anstalt verkommen, an denen jeder seinen Spleen frei ausleben kann. Für Deutschland: Texte, die Lesende mit etwas konfrontieren könnten, was bei diesen zu einer psychischen Krise führt, sollen ganz verboten werden.
Für die USA: Bestimmte Autoren sollen aus dem Curriculum gestrichen werden, weil ihre Arbeiten die Lesenden paychisch belasten könnten. Für Deutschland: In Halle oder in Berlin wollen Studenten die Arbeiten von Autoren, die sie für rassistisch oder sonst etwas halten, nicht mehr im Curriculum sehen. Ins Curriculum darf nur noch aufgenommen werden, was politisch korrekt ist.
Für China: In Vorlesungssälen sollen Videoüberwachungskameras installiert werden, um sicherzustellen, dass Dozenten auch die richtige Lehre vermitteln und sie richtig vermitteln. Für Deutschland: In Deutschland braucht man keine Videoüberwachung. Hier übernehmen Studenten die Überwachung ihrer Dozenten, Studenten, die sich in anonymen Vereinigungen wie Münkler-Watch zusammengeschlossen haben.
Für China: Akademiker werden dadurch zensiert, dass nicht-linientreue Akademiker keine Fördergelder erhalten und durch Peer-Kontrolle von Publikationen ausgeschlossen werden. Für Deutschland: Kein Unterschied. Wer das nicht glaubt, der möge versuchen, einen Beitrag, in dem er die Einvernahme deutscher Universitäten durch den Feminismus kritisiert zu veröffentlichen oder wahlweise ein Forschungsprojekt einreichen, dessen Ziel darin besteht, den Nutzen der wissenschaftlichen Beiträge, die von Genderlehrstühlen produziert werden, zu evaluieren.

Es sieht nicht besonders gut aus, um die Freiheit der Wissenschaft, jenen geflügelten Begriff, mit dem sich immer die Herrscher in Staaten schmücken, die am intensivsten darum bemüht sind, die Freiheit der Wissenschaft einzuschränken oder z.B. durch die Vergabe von Fördermitteln zu kontrollieren oder die Einführung einer Zivilklausel zu verhindern.

ideasaheadDiejenigen, denen die Freiheit der Wissenschaft ein Dorn im Auge ist, sie finden sich immer unter denen, die Heilslehren wie den Feminismus verkünden oder ihre politische Herrschaft zementieren wollen. Beide eint das Bemühen, abweichende Ideen, die die eigene Position in Gefahr bringen oder herausfordern, zu unterdrücken. Vermutlich ist dies der Grund, warum der Feminismus in Deutschland zu einem Staatsfeminsimus geworden ist, der Frauenförderung zur paternalistischen Aufgabe des Staates gemacht hat, mit deren Hilfe es nicht nur möglich ist, Hochschulen zu kontrollieren.

Denn: wer ist eigentlich so naiv zu denken, Frauenförderung an Universitäten würde die intelligentesten Frauen in Positionen befördern? Die intelligentesten Frauen durchschauen, dass sie sich einerseits als Nutznießer von Frauenförderung in eine abhängige Beziehung zu ihrem Förderer begeben und andererseits als entsprechende Nutznießer konstatiert bekommen, dass sie der Hilfe eines väterlichen staatlichen Freundes bedürfen, um überhaupt etwas zu erreichen. Das ist das Gegenteil von Emanzipation und Emanzipation, auch psychologisch als Selbstwirksamkeit beschrieben, ist das, wonach intelligente Menschen streben.

Akademie der Wissenschaften: Ist Deutschland das Land der irrationalen Schwärmer?

Die Frage in der Überschrift könnte man bejahen, nähme man die Pressemeldung der Akademie der Wissenschaften in Hamburg ernst, die Folgendes verkündet:

Akademie Wissenschaften Hamburg“Die nüchterne, rationale Entscheidung ist eine Fata Morgana. Was auch immer wir entscheiden, Emotionen spielen dabei eine Rolle. Daran lassen Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften und die alltäglichen Erfahrungen keinen Zweifel. Diese und weitere wissenschaftliche Erkenntnisse nicht zu berücksichtigen, bedeutet in der Praxis am Menschen vorbei zu wirtschaften. Hat das Bild des Homo Oeconomicus, das viele gesellschaftliche Prozesse prägt, als Konzept also ausgedient? Was kommt stattdessen? Dies sind einige der Fragen, die am 22. April 2015 ab 19 Uhr im Elbe-Saal der Handelskammer Hamburg im Rahmen der neuen Reihe “Akademie im Gespräch” beantwortet werden sollen.”

Wer auch immer diesen Text verfasst hat, wird also nicht erwarten, dass man seinem Text mit nüchternen und rationalen Erwägungen zu Leibe rückt, denn “nüchterne, rationale Entscheidungen” sind “eine Fata Morgana”. Es gibt sie also nicht, denn die Neurowissenschaft haben es gezeigt. Die Neurowissenschaften, das sind diejenigen, die Gehirne in bunten Farben abbilden und dann – offensichtlich gar nicht nüchtern und auch nicht rational (Fata Morgana! Wir erinnern uns) behaupten, nüchterne, rationale Entscheidungen gebe es nicht – jedenfalls, wenn man demjenigen, der die Pressemeldung zu verantworten hat, Glauben schenken will (was nach Auffassung des Verfassers nur auf affektiver Hingabe, nicht auf rationaler Entscheidung basieren kann).

Wie auch immer die Ergebnisse der Neurowissenschaftler zustande gekommen sind, die zeigen, dass es keine nüchterne, rationale Entscheidung gibt, sie werfen in der Tat Fragen nach dem Alltagsverstand der entsprechenden Neurowissenschaftler auf, die zudem behaupten, jeder von uns wisse: Emotionen würden bei Entscheidungen eine Rolle spielen, nicht rationale, nüchterne Erwägungen. Das wisse jeder aus seiner alltäglichen Erfahrung.

Wie hat man sich die entsprechende alltägliche Erfahrung vorzustellen?

Man fährt mit dem Rad bei strömendem Regen zum Arbeitsplatz, weil man die 35 Kilometer vom Wohnort nicht mit dem Auto zurücklegen will – der Umwelt zuliebe?

Man kauft Nahrungsmittel beim 120 Kilometer entfernten Bauern ein, weil man die nachhaltige Bewirtschaftung und nicht die Rewe-Gruppe, die den Supermakt um die Ecke betreibt, unterstützen will?

Man geht zur Veranstaltung der Hamburger Akademie der Wissenschaften, obwohl bereits in der Ankündung steht, dass man weder mit rationalen noch mit nüchternen Aussagen rechnen kann, da alles aus dem Bauch heraus in Emotion getränkt ist, wie auch immer die entsprechende Emotion am Tag der Veranstaltung aussehen wird?

Ja, vielleicht ist es der Thrill, der daraus erwächst, dass man nicht weiß, ist Prof. Dr. Andreas K. Engel, der Sprecher der Akademie-Arbeitsgruppe Neurowissenschaften der Akademie der Wissenschaften gut oder schlecht gelaunt. Denn der Inhalt seines sinniger Weise als “Impulsreferat” bezeichneten Vortrags hängt vom affektiven Impuls ab, der ihn gerade beherrscht. Ob ihn Ärger oder Freude, Melancholie oder Misanthropie bei seinem Vortrag getrieben haben, die Zuhörer werden es erfühlen.

Spass beiseite.

Der Homo Oeconomicus kann nicht sterben!

Denn der Homo Oeconomicus ist ein Idealtypus, wie ihn Max Weber beschrieben hat. Niemand, außer denen, die ihn jetzt beerdigen wollen, hat jemals gedacht, dass menschliche Entscheidungen immer dem Idealbild des Homo Oeconomicus gerecht werden. Wie Tversky und Kahneman in einer Vielzahl von Experimenten gezeigt haben, nutzen viele Menschen Heuristiken, um Entscheidungen zu treffen, die dem strengen Maßstab objektiver Rationalität nicht gerecht werden. Sie lassen sich bei Ihren Entscheidungen von allerlei Dingen beeinflussen, die sich in ihrer Umwelt finden oder die sie für entscheidungsrelevant halten.

Deshalb haben Ökonomen wie u.a. Leonard Savage oder Herbert Simon vor nunmehr 61 Jahren bzw. 42 Jahren die Subjective Expected Utility geprägt, also ein Modell des Homo Oeconomicus, in das die Realität nicht in der Weise einfließt, wie sie sich einem unabhängigen objektiven Beobachter darstellt, sondern so, wie sie sich demjenigen darstellt, der die Entscheidung trifft.

Das ist der Grund dafür, dass sich Soziologen und Ökonomen, die Entscheidungsmodelle aufstellen, seither bemühen, die Randbedingungen, unter denen Akteure entscheiden, zu erfassen. Es ist der Grund für die Entwicklung des strukturell-individualistischen Forschungsprogramms, das James S. Coleman, Michael Hechter, Peter Hedsträm, Siegwart Lindenberg, Karl-Dieter Opp,  Richard Swedberg und viele andere erarbeitet und seit mehreren Jahrzehnten verfeinert haben.

ColemannNur an Neurowissenschaftlern und ihren bunten Bildchen vom Gehirn scheint die Entwicklung dessen, was sie kritisieren wollen, gänzlich vorbei gegangen zu sein. Mehr noch, sie kritisieren ein Modell, einen Homo Oeconomicus, den es nie gegeben hat. Niemand hat jemals behauptet, dass sich Menschen immer und überall objektiv rational verhalten. Vielmehr haben Wissenschaftler Modelle entworfen, um die subjektive Rationalität des Verhaltens, die Gründe und in manchen Modellen auch die Motive, die ursächlich für eine bestimmte Handlungsentscheidung sind, zu modellieren.

Die einzigen, die tatsächlich zu glauben scheinen, der Homo Oeconomicus sei ein empirisches und kein normatives Modell, sind qualitative Verstehens-Fetischisten und nun auch ungenannte Neurowissenschaftler von der Hamburger Akademie der Wissenschaften. Sie sind angetreten, um noch den letzten Rest Nachvollziehbarkeit, Verallgemeinerbarkeit und Aussagekraft aus den Sozialwissenschaften und den Menschenwissenschaften auszutreiben und, ganz nebenbei, das neue Bild des Menschen zu erschaffen.

Dieser neue Mensch ist aus ihrer Sicht ein Wahnsinniger, der nicht auf Randbedingungen reagiert, denn das wäre rational (und Rationalität ist ja eine Fata Morgana). Statt dessen reagiert er auf seine Emotionen, und wenn ihm seine Emotionen sagen: Spring vom 10-Meter-Brett in das Schwimmbecken, dann tut er dies ungeachtet der Tatsache, dass es Winter ist und das Schwimmbecken leer und er außerdem nicht schwimmen kann, was allerdings im vorliegenden Beispiel irrelevant ist, aber vielleicht fühlt er das nicht. Vielleicht vermitteln ihm seine Gefühle die Fata Morgana von 30 Grad im Schatten und mit Wasser gefülltem Schwimmbecken. Wer weiß?

Aber wir wollten den Spaß beiseite lassen – auch wenn es schwer fällt.

Derartige Versuche, wie der der Hamburger Akademie der Wissenschaften, Rationalität in Misskredit zu bringen, sind nicht lustig. Sie schaffen ganz nebenbei die Willensfreiheit und die Gesellschaftsfähigkeit von Menschen ab. Beide setzen Rationalität nämlich voraus:

Schlegel

Kostprobe romantischer Unsinns-Aphorismen – Friedrich Schlegel: “Wer ein System hat ist so gut wie geistig verloren, als wer keins hat. Man muss eben beides verbinden.” (aus der Kritischen Ausgabe seiner Werke)

Willensfreiheit setzt Rationalität voraus, denn die Formulierung eines Willens ist ein rationaler Prozess, muss sich der Wille doch in Handlung übersetzen, d.h. der Verstand ist zwangsläufig beteiligt, da der Wille formuliert und umgesetzt werden muss. Emotionen laufen am Verstand vorbei und machen Menschen zum Büttel des oder derjenigen, die gerade die Emotionen ausgelöst haben. Folglich handeln Menschen nicht aus ihrem eigenen Willen, denn das setzt Überlegung voraus, sondern auf Grundlage von Reizen, die bestimmte Emotionen bei Ihnen ausgelöst haben: Die Rückkehr der klassischen Konditionierung, dieses Mal für Menschen, nicht für Hunde.

Gesellschaftsfähigkeit meint die Fähigkeit, mit anderen eine Interaktion aufzunehmen und zu kooperieren. Beide, Interaktion und Kooperation, setzen Berechenbarkeit (Erwartungssicherheit) voraus. Wenn man guten Tag als Begrüßung zu jemandem sagt, muss man sicher sein, dass die Antwort nicht aus einer Ohrfeige besteht, weil dem Begrüßten gerade danach war. Wenn man zum Bäcker geht, um ein Brot zu kaufen, wird man nicht erwarten, dass der Bäcker die Polizei ruft, weil er gerade eine Angstepisode durchmacht und sich von Kunden bedroht fühlt.

Wer derart unverantwortlich mit Rationalität umgeht, wie die Akademie der Wissenschaften in Hamburg, der ist eine Gefahr für die Gesellschaft, wohlgemerkt, die Gesellschaft, nicht für die Lieblingsvorstellung der Deutschen, die Gemeinschaft, jenes romantisch verklärte, organische Etwas, das Ferdinand Tönnies in der Nachfolge der romantischen Fichte, Schelling und Schleiermacher der technischen oder mechanischen Gesellschaft gegenübergestellt hat.

Gemeinschaft wird entsprechend erfühlt, Gesellschaft muss geschaffen werden, durch rationale und nüchterne Entscheidungen. Es scheint, Deutschland gleitet immer weiter in die Welt der irrationalen Gefühls-Gemeinschaft ab, in der Emotionen regieren und Gesellschaft unmöglich ist.

Der Teufel und das Weihwasser …

Vertreterinnen der Gender Studies illustrieren vor breitem Publikum (einmal mehr) ihre Unwissenschaftlichkeit

Dr. habil. Heike Diefenbach zerlegt einmal mehr Vertreter der Gender Studies 

Sabine Hark und Paula Villa haben im Tagesspiegel einen neuen Angriff gegen alle Personen getätigt, die sich fragen, worin die Wissenschaftlichkeit von Gender Studies oder auch nur deren Nutzen bestehen soll. Die Autorinnen des Textes “Das dubiose Gender”, von dem wir auf ScienceFiles bereits berichtet haben, zeigen mit ihrem Text auf eindringliche Weise, was sie vermutlich gerade zurückweisen wollten: wie dubios nicht “gender”, sondern die Gender Studies sind, jedenfalls dann, wenn sie als Kandidat für ein wissenschaftliches Fach gelten wollen.

Und dies zeigt sich in vielen Hinsichten in ihrem Text. Ich werde im Folgenden nur auf einige von ihnen eingehen können, von denen ich meine, dass sie die Unwissenschaftlichkeit der Gender Studies bzw. ihrer Vertreter (hoffentlich aber nicht ALLER Ihrer Vertreter!) besonders deutlich erkennen lassen, die wir aber in unserem ersten Text über das outing von Sabine Hark und Paula Villa als wissenschaftlich unbedarft nicht hinreichend würdigen konnten.

Hier also vier Punkte, anhand der die wissenschaftliche Unbedarfheit der Autorinnen besonders deutlich wird:

Punkt 1: Die Diffamierung von Kritik statt die Auseinandersetzung mit den Kritikpunkten, oder: der Fehlschluss ad hominem – zum x-sten Mal!

Logik SalmonDer erste Teil des Textes, der beiden genannten Autorinnen, beide Lehrstuhlbesetzerinnen an deutschen Universitäten, besteht allein aus Beschimpfungen und Unterstellungen gegenüber denen, die sie als Kritiker der Gender Studies wahrnehmen. Da ist die Rede von “Anwürfen”, von “Antifeministen”, von “misogyne[n], sexistische[n] und auch [! es gibt nur “und” oder “auch”, aber nicht “und auch”!] Positionen” und davon, dass die Gender Studies “diskreditiert” würden. Die Kritik der Kritiker wird als solche keines Wortes gewürdigt; sie wird einfach in Bausch und Bogen verworfen, weil sie von Leuten kommt, die die Autorinnen in der Weise verunglimpfen, in der sie es tun, und die Verunglimpfung von Personen oder Auffassungen für sie anscheinend dasselbe ist wie eine vernünftige Gegenargumentation.

Wie jeder mehr oder weniger regelmäßige Leser von Sciencefiles weiß, ist das der alte Hut vom Fehlschluss ad hominem und daher eben das: ein nicht ernstzunehmender Fehlschluss, denn (um es wieder einmal zu erklären):

selbst dann, wenn eine Kritik geäußert würde, weil derjenige, der sie äußert, misogyn, sexistisch, antifeministisch oder sonst irgendetwas unflätiges wäre, würde das über die Kritik als solche überhaupt nichts aussagen. Auch, wenn es Vertreterinnen von Gender Studies schwerfällt, es zu verstehen oder zu akzeptieren: auch jemand, der misogyn oder sexistisch … [Beliebiges einsetzen!] ist, kann eine berechtigte Kritik äußern oder eine sachlich berechtigte Frage stellen!

Und die Kritik bzw. die Frage stehen weiter im Raum – mit oder ohne Diffamierung derer, die die Kritik äußern oder die Frage stellen.

Entweder Frau Hark und Frau Villa sind in ihrer Bildungsbiographie noch nicht soweit vorgedrungen, dass sie logische Schlussfolgerungen von Fehlschlüssen zu unterscheiden gelernt hätten [aber was haben Sie dann als Dozierende an einer Hochschule verloren?], oder sie greifen auf diesen plumpen Täuschungsversuch zurück, weil sie damit die Tatsache verdecken wollen, dass sie nicht im Stande sind, der Kritik inhaltlich zu begegnen, also keine Gegenargumente vorbringen können, keine Argumente auf ihrer Seite haben.

In jedem Fall gehen Wissenschaftler genauso mit Kritik NICHT um, denn für Wissenschaftler ist Kritik etwas Produktives und für den wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt Notwendiges.

Punkt 2: Und noch ein Fehlschluss: der Schluss von sich auf andere, und die Verwechslung von Entdeckungs- und Begründungszusammenhang

Beckermann LogikMöglicherweise sind sich Hark und Villa selbst nicht ganz sicher, ob der plumpe Trick mit dem ad hominem funktioniert. Also setzen sie noch eins drauf: Kritiker sind misogyn, sexistisch etc, aber die Autorinnen unterstellen ihnen gleichzeitig – doppelt gemoppelt hält bekanntermaßen besser, oder!? – “Statusangst”. Da die Autorinnen schwerlich als ausgewiesene Psychologinnen gelten können und m.W. keinerlei entsprechende empirische Forschung betrieben haben, muss man sich fragen, wie sie auf die Idee kommen, ihren Kritikern “Statusangst” zu unterstellen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es ein solches Konstrukt in der Psychologie überhaupt gibt, und so scheint es naheliegend als Quelle der Idee von der “Statusangst” die Gefühlslage der Autorinnen zu vermuten.

Wenn das zutrifft, so muss die Angst der Autorinnen vor dem sozialen Abstieg oder dem Verlust des “warm glow” der Wissenschaftlichkeit als der Entdeckungszusammenhang der “Statusangst” gelten. Aber wie jeder Wissenschaftler weiß sind Entdeckungszusammenhang und Begründungszusammenhang unabhängig voneinander! D.h. wenn die Autorinnen aufgrund ihrer eigenen Ängste auf die Idee kommen, es könne so etwas wie “Statusangst” geben, das eine Person andere Auffassungen irrational und ungeprüft ablehnen lässt, dann kann das Anlass sein zu prüfen, ob es sich vielleicht nicht nur bei ihnen selbst, sondern auch bei den Kritikern so verhält, aber es ersetzt nicht die entsprechende Prüfung!

Einfach zu behaupten, andere Leute hätten “Statusangst” und jeden Beleg hierfür oder auch nur eine Plausibilisierung dieser Unterstellung anzubieten (wie ich das gerade mit Bezug auf die Autorinnen getan habe), ist vollkommen unwissenschaftlich. Kein Wissenschaftler würde statt mit Belegen mit schlichten Unterstellungen argumentieren wollen, und vor allem wissen Wissenschaftler gewöhnlich, worin sie kompetent sind und worin nicht. Oder anders gesagt: es scheint, dass Hark und Villa sich nicht darüber im Klaren sind, dass sie zumindest in Sachen Psychologie keine Kompetenzen haben, sonst würden sie sich wohl kaum zu einer psychologischen Hobby-Analyse ihrer Kritiker versteigen.

Punkt 3: Fehschlüsse, Fehlschlüsse und noch mehr Fehlschlüsse: diesmal der Fehlschluss ad auctoritatem zur Verschiebung von Verantwortung und zur Vermeidung von Begründungen

Logik f dummiesWenn man sich den Text von Hark und Villa zumutet, dann fällt einem auf, dass er eine positive Argumentation durch die Berufung auf andere Leute, die auch schon gesagt haben, was man selbst gerne sagt, ersetzt. Schon der allererste Absatz des Textes enthält einen solchen Versuch, statt einer Begründung ein argumentum ad auctoritatem zu bringen: wir erfahren, dass im Jahr 1902 eine Schriftstellerin, Intellektuelle und Aktivistin aus Berlin ihre Kritiker beschimpft hat und ihnen “Furcht vor dem weiblichen Geschlecht” unterstellt hat, die deren Position als “dümmliche Verteidigung von Machtansprüchen” entlarve.

Wie unter Punkt 2 erklärt wird natürlich nichts dadurch als “dümmliches” Irgendetwas “entlarvt”, also ein Begründungszusammenhang aufgeklärt, dass jemandem irgendeine Furcht unterstellt wird, also – bestenfalls – auf den Entdeckungszusammenhang rekurriert wird. Das bemerken Frau Hark und Frau Villa aber gar nicht. Sie übernehmen es unkritisch und – noch schlimmer – sie meinen anscheinend, dass die Tatsache, dass jemand, den sie mögen, einmal ähnliche Beschimpfungen und Unterstellungen geäußert habe wie sie, gleichzeitig dieser Person und ihnen selbst Recht gäbe – in was genau auch immer.

Es handelt sich hier um den Fehlschluss ad auctoritatem, bei dem die Autorinnen meinen, das, was sie selbst nicht begründen, sondern nur unterstellen können, dadurch begründen zu können, dass sie auf jemanden verweisen, der auch schon nur unterstellt, aber nicht begründet hat. Das ist eine besonders dumme Form des Fehlschlusses ad auctoritatem. Der “einfache” ad auctoritatem soll eine Art Kurzformel für eine Begründung sein: man verweist auf jemanden, den man als eine Autorität ansieht und lastet sozusagen ihm die Begründung für den eigenen Standpunkt an, bleibt die Begründung aber selbst schuldig (obwohl sie doch angebbar sein muss, wenn man angeblich von jemandem weiß, der so überzeugende Gründe vorgebracht hat; man müsste sich doch dann an diese Gründe erinnern können).

Der sagen wir: degenerative Fehlschluss ad auctoritatem, den Frau Hark und Frau Villa begehen, bezieht sich aber gar nicht auf eine Begründung, die man selbst nicht geben kann, weshalb man an die Autorität weitervermittelt, sondern bloß auf Beschimpfungen und Unterstellungen, die jemand anders auch schon geäußert hat, sozusagen eine Autorität in Ausfälligkeiten.

Zumindest in dieser verschärften Form unterläuft der Fehlschluss ad auctoritatem sicherlich keinem Wissenschaftler.

Das soll nicht heißen, dass die Autorinnen nicht auch den einfachen Fehlschluss ad auctoritatem pflegen. So verweisen Sie, um eine Einschätzung von jemandem, den sie zu den eigenen Reihen zählen, zu begründen, auf einen Naturwissenschaftler, der das auch sage (oder Ähnliches), was in den Augen der Autorinnen anscheinend bedeuten muss, dass das auch richtig so sein müsse.

Dummerweise wirft das die folgende Frage auf: wenn es Naturwissenschaftler und Philosophen gibt, die all das gesagt haben, was die Vertreter von Gender Studies (gewöhnlich in weit unklarerer Sprache) zu sagen haben, wozu sollte dann das Fach “Gender Studies” noch notwendig oder nützlich sein?

Das ist der Fallstrick des Fehlschlusses ad auctoritatem: er verweist immer zurück auf die Überflüssigkeit der eigenen Person – man verkündet ja bloß das. was man für Erkenntnisse anderer Leute hält. Das ist die klassische Tätigkeit des Wasserträgers oder wie man heute so schön sagt: des Multiplikatoren, wissenschaftliches Arbeiten hat aber etwas mit Eigenleistung zu tun!

Punkt 4: Erkenntnistheorie und inhaltliche Einsichten: Verirrungen und Verwirrungen zwecks “name dropping”!?

Frau Hark und Frau Villa benutzen in ihrem Text das Wort “erkenntnistheoretisch”, was ein Wort ist, das normalerweise in wissenschaftlichen Zusammenhängen vorkommt und von ihnen vermutlich adaptiert wurde, um Wissenschaftlichkeit zu suggerieren. Im Zuge der Diffamierung ihrer Kritiker finden die Autorinnen sogar die eigene Einsicht, “[w]as Natur ist und welche Rolle sie für die menschliche Identität und Gesellschaft spielt”, – zu Recht – “völlig trivial”, allerdings nicht einfach so, also inhaltlich besehen, sondern “erkenntnistheoretisch völlig trivial”. Eine inhaltliche “Einsicht” ist also nicht “trivial”, weil offenkundig, sondern “erkenntnistheoretisch” trivial – aha!

Ernst ErkenntnistheorieWas mag das bedeuten? Frau Villa, an der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft Ihrer Universität, vertritt man eine Auffassung von “Erkenntnistheorie”, die – fast, die Ausnahme sind anscheinend Frau Hark und Frau Villa – uneingeschränkt geteilt werden dürfte. Sie lautet:

“Die Erkenntnistheorie verfolgt zwei Ziele: Zum einen sollen die Natur, der Ursprung und der Umfang menschlicher Erkenntnis aufgeklärt werden, zum anderen soll die Möglichkeit von Erkenntnis erklärt und verteidigt werden.”

Als “erkenntnistheoretisch” ist also zu bezeichnen, was sich auf die Möglichkeit der menschlichen Erkenntnis bzw. die Erkenntnisfähigkeit und den Vorgang der Erkenntnisgewinnung (oder -konstruktion, für die, die’s lieber mögen) bezieht. Eine erkenntnistheoretische Einsicht könnte daher z.B. sein, dass Menschen die Realität niemals direkt wahrnehmen können, sondern sie nur eben durch ihren Wahrnehmungsapparat gefiltert wahrnehmen oder erschließen können.

Die Autorinnen schreiben:

“Was Natur ist und welche Rolle sie für die menschliche Identität und Gesellschaft spielt, ist eben historisch wandelbar. Diese erkenntnistheoretisch völlig triviale Einsicht stellt allerdings für viele … eine schwer zu schluckende Kröte dar”.

Verstehen Sie das? Ich nicht.

Wenn jemand der Meinung ist, dass die Rolle, die Natur für die menschliche Identität spielt, wandelbar ist, dann ist das erstens keine Einsicht, sondern eine These, zweitens ist die “Einsicht” anscheinend doch nicht trivial, denn sie ist doch nach Aussage der Autorinnen eine “schwer zu schluckende Kröte”, und drittens ist sie keine erkenntnistheoretische “Einsicht”; die “Einsicht” hat mit Erkenntnistheorie überhaupt nichts zu tun. Eine “Einsicht” wie die folgende hätte vielleicht etwas mit Erkenntnistheorie zu tun: “Was Natur ist und welche Rolle sie für die menschliche Erkenntnisfähigkeit spielt, ist nicht historisch wandelbar, aber empirisch prüfbar”, aber das ist es eben: hier ginge es um die Möglichkeit und Praxis menschlicher Erkenntnis(findung). Just darum geht es den Autorinnen aber offenkundig nicht.

Das Adjektiv “erkenntnistheoretisch” wird hier also völlig falsch und ohne erkennbaren Anlass benutzt. Es ist anscheinend ein eher hilfloser Versuch, sich wissenschaftlichen Vokabulars zu bedienen, um zu suggerieren, man hätte irgendeine Ahnung von Wissenschaft, man könnte wissenschaftliche Begründungen formulieren, wenn man nur wollte. Gerade die falsche Verwendung von unverstandenen Konzepten macht aber deutlich, dass es sich um Wissenschaftslaien handelt.

Fazit

Um die Autorinnen – frei – zu zitieren: Selbst dann, wenn Gender Studies in irgendeiner bislang unentdeckten Hinsicht tatsächlich wissenschaftlich sein sollten, würden die “Kultur”, das “Volk”, die “Familie” oder welche Dinge auch immer den Autorinnen heilig sind, nicht und sicherlich auch nicht die Wissenschaft untergehen, wenn Gender Studies komplett aus dem Universitätsbetrieb ausgeschlossen und vielleicht in die Volkshochschulen transferiert würden.

Nur wer Statusangst hat, lehrt lieber an einer Universität als einer Volkhochschule, oder!?!

Wahl zum “Blog-Teufelchen Wissenschaftskritik”

Die Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres findet dieses Jahr in zwei Abteilungen statt – Mainstream und nicht-Mainstream oder wie auch immer, denn nachvollziehbar ist die Vorauswahl, die Reiner Korbmann getroffen hat, nicht. Aber durch die Trennung wissen wir doch zumindest eines: Es gibt Wissenschaftsblogs und es gibt kritische Wissenschaftsblogs, und da wir zu letzteren gezählt werden, zu den

“populärsten, besten, interessantesten Blogs der „Wissenschaftskritik“, also Blogs, die als Thema die kritische Auseinandersetzung mit dem Wissenschaftssystem gewählt haben, die sich nicht um Schulwissenschaft drehen, die sich ideologisch oder sachlich mit dem auseinandersetzen, was wir normalerweise als Wissenschaft bezeichnen, oder aber, die sich aus Sicht der Wissenschaft wiederum mit dieser Kritik befassen.”

haben wir daran nichts auszusetzen.

Wenngleich die Verniedlichung ärgerlich ist und die Benennung eher wenig intellektuell dafür ziemlich bescheuert wirkt. Aber: geschenkten Gäulen schaut man nicht in die Mäuler, und schließlich spricht es für unser Konzept, dass wir uns vom Mainstream so deutlich unterscheiden, dass man es nicht übersehen kann (und natürlich haben wir im letzten Jahr so zugelegt, dass die Gefahr besteht, wir werden Wissenschaftsblog des Jahres, und was bedeutet das dann für all die institutionalisierten Blogs?).

drehung_logo_wissenschaftskritik03_kleinWir rufen somit unsere Leser auf, uns zum besten Blog der Wissenschaftskritik zu wählen.

Warum?

Nun, damit wir die Wahl gewinnen und eine Badge für die Widget-Leiste haben; Damit wir in Diskussionen ein nettes ad auctoritatem einwerfen können etwa: “Was willst Du eigentlich? Wir sind Wissenschaftskritik-Blog Nr. 1 und was bist DU? Eben!” Damit wir unseren für 2025 geplanten Börsengang entsprechend vorbereiten können,  und natürlich und altruistisch wie wir sind: Damit bei “Wissenschaft-Kommuniziert” endlich einmal etwas los ist und die Zugriffs-Statistik ungeahnte Höhen erreicht.

Also, Liebe ScienceFiles-Leser: Sie sind gefordert.

Wählen Sie uns zum “Blog-Teufelchen Wissenschaftkritik”.  Einfach auf der Seite scrollen bis zu: Die Wahl des “Blog-Teufelchens Wissenschaftskritik 2014″ und bei Kritische Wissenschaft – critical science ein Häkchen machen!

Wir hätten aber gerne ein anderes Bild, nicht so ein mickriges Teufelchen, mehr etwas in der Art:

Diablo III

Genderisten sind keine Wissenschaftler – Rettet die Soziologie!

Hadmut Danisch hat heute einen Bericht zu einer Veranstaltung veröffentlicht, die er in Berlin besucht hat, eine Veranstaltung unter dem Titel “Was tun gegen Antifeminismus?”. Interessierten sei der Bericht von Hadmut empfohlen, allerdings mit einer Einschränkung voraus: Das Soziologen-Bashing von Hadmut ist nicht berechtigt. Das Problem besteht darin, dass Hadmut Leuten, die behaupten, sie seien Soziologen, das Primat der Definition einräumt. Entsprechend hält er den Unsinn, den diese Leute dann erzählen für Soziologie. Es ist aber mitnichten Soziologie.

Turner SociologyDie Soziologie ist die einzige Sozialwissenschaft, die in der Terminologie von Thomas Kuhn kurz vor die Phase der Normalwissenschaft gekommen ist. Die Soziologie hat Theorien darüber, wie soziale Phänomene zu erklären sind. Die Soziologie hat Handlungstheorien, die erklären, wie Menschen zu Handlungen kommen und wie aus Einzelhandlungen kollektive Phänomene entstehen, wie man z.B. erklären kann, dass trotz einer Bildungsexpansion die Sozialstruktur in Deutschland mehr oder weniger unverändert geblieben ist. Die Soziologie hat eine Vielzahl von Methoden zur Datenerhebung, die gut bewährt sind. Und, last but not least basiert Soziologie auf einem wissenschaftstheoretischen Fundament, das in weiten Teilen von Karl Raimund Popper, Hans Albert, Karl Acham und Ernst Topitsch gelegt wurde. Kurz: Wer sich mit Soziologie beschäftigt, der merkt schnell, dass er es mit einer Wissenschaft zu tun hat.

Das Problem der Soziologie besteht nun darin, dass es das Fach ist, in dem viele alte Recken und herausragende, international bekannte Wissenschaftler zugesehen haben, wie die Soziologie und auch die politische Soziologie, der Teil der Politikwissenschaft, der es über die reine Deskription von Phänomenen hinaus geschafft hat, vor die Hunde gegangen sind, wie sie von Schwallern gekapert wurden, die sich für links halten und nun Gutes wirken wollen, für Arbeiter, die sie noch nie aus der Nähe gesehen haben, für Benachteiligte, die sie nur als Benachteiligte kennen oder eben für Frauen.

Der Frauenhilfe-Markt ist der größte Markt innerhalb der Soziologie, und zwar deshalb, weil staatliche Eingriffe die entsprechenden Stellen geschaffen haben und durch diese Stellen dazu beigetragen haben, dass Personen auf Positionen an Hochschulen gelangt sind, die nicht die Spur einer Ahnung davon haben, was Wissenschaft ist, wie man Erkenntnis gewinnt, wie man Erkenntnis prüfbar und kritisierbar macht, wie man Wissenschaft zu Wege bringt, denn Wissenschaft ist ein kumulatives Unterfangen, das über Kritik funktioniert, über die Kritik eigener und der Forschungsergebnisse anderer, eine Kritik, die nur dann möglich ist, wenn die Forschungsergebnisse nachvollziehbar und prüfbar sind.

Mit dem Einzug der Schwaller in die Soziologie sind diese methodischen Standards ebenso weitgehend verschwunden wie die Soziologie als Wissenschaft weitgehend verschwunden ist. Denn: Die Schwaller, die sich als Kapitalismuskritiker inszenieren oder sich zu Frauenfragen äußern zu können glauben oder die in sonstigen Modethemen ihre Gutheit zur Schau stellen wollen, sie haben ganz viel Überzeugung und gar kein empirisches Datum, das ihre Überzeugung zu stützen im Stande wäre. Sie sind die reinen Ideologen, die das Denken zugunsten der Selbstsuggestion ihrer Gut- und Überlegenheit aufgegeben haben. Sie verkünden und teilen mit. Sie veröffentlichen keine Forschungsergebnisse mehr, um Kollegen die Möglichkeit zur Kritik zu geben. Sie schreiben leere Texte voller nominaler Konstruktionen, die der eigenen Inszenierung als Wissenschaftler dienen sollen. Sie veröffentlichen ideologische Traktate und gaukeln Wissenschaft vor. Sie sind Überzeugungstäter, die im Namen des von ihnen erkannten Guten unterwegs sind oder Opportunisten, die das vorgeben. Sie sind keine Wissenschaftler, die auf der Suche nach Erkenntnis sind.

Und Hadmut beschreibt die Folgen, die ein solches Sendungsbewusstsein für die davon Gesalbten hat, in seinem Bericht recht anschaulich:

“Dabei ist den Leuten jede Fähigkeit, sich selbst und die eigene Situation einzuschätzen, völlig abhanden gekommen. Ich habe heute Leute mit schwerem Realitätsverlust gesehen. Sie stellen fest, dass sie immer stärker, immer schärfer, immer mehr kritisiert werden, dass man sich immer mehr über sie lustig macht, dass man sie für immer unwissenschaftlicher hält – und nehmen das als den Beleg dafür, dass sie kurz vor dem Endsieg stehen, dass der Antifeminismus mit dem Rücken zur Wand steht und in den letzten Zügen liegt. Das hatte so ein Aroma von Honecker vor dem Mauerfall.”

Opp MethodologieWer seine Überzeugungen vor der Realität schützt und gegen Kritik abschirmt, der verliert über kurz oder lang den Bezug zur Realität und fängt an, im Ozean der eigenen Einbildungen zu treiben, und zwar hilflos, weil er vergessen hat, in welcher Richtung das Land liegt. Besonders deutlich wird dies daran, dass die Treibenden offensichtlich überhaupt nicht auf die Idee kommen, sie könnten die Kritik, die an sie gerichtet ist, entkräften.

Um auf diese Idee zu kommen, muss man (1) der Ansicht sein, Kritik sei möglich, was (2) notwendig mit der Möglichkeit einhergeht, dass die eigene Überzeugung falsch sein kann und es (3) voraussetzt, dass man wissenschaftlich sozialisiert ist und den Wert von Kritik im Rahmen von Erkenntnisgewinn kennt, was notwendig voraussetzt, dass (4) Erkenntnisgewinn das Ziel ist. Davon abgesehen setzt es die Fähigkeit zur Reflexion oder zur viel beschworenen Selbstreflexion voraus.

Da Genderisten noch nie auf die Idee gekommen sind, Kritik zu beantworten oder zu versuchen, Kritik zu entkräften, sie nur einen Reaktionsmodus kennen, nämlich den, pikiert, verärgert, ja entrüstet zu sein, ob der Häresie, die ihnen gerade als Kritik zuteil wird, muss man feststellen, dass in ihrem Weltbild (1) Kritik nicht vorgesehen ist, sie (2) die Möglichkeit, ihre Lehre sei falsch, nicht vorsehen, sie (3) entsprechend keine Idee davon haben, welche Bedeutung Kritik im Rahmen von Wissenschaft zukommt, sie (4) nicht Erkenntnisgewinn zum Ziel haben können, und sie folglich keine Wissenschaftler sind.

Genderisten sind Ideologen und Gläubige, das sollte jedem, der sich mit dem Genderismus beschäftigt, sehr klar sein, und sie sind eine Gefahr für die Sozialwissenschaften, denn sie sind sehr erfolgreich in ihrem Bemühen, Sozialwissenschaft als Ganzes lächerlich zu machen.

Auch das hat Hadmut Danisch schön auf den Punkt gebracht:

“Ich habe da heute Leute gesehen, die ich nicht mehr für gesellschaftslebensfähig und nicht mehr selbsternährungsfähig halte, sondern eher im Wahn einer Sekte. Dass das bislang funktioniert liegt daran, dass unser Hochschulsystem mit seiner Vollversorgung und Schnell hill esserBeamtenmentalität für genau solche Leute ein Zuhause gebaut hat. Feminismus ist in gewisser Hinsicht nichts anderes als das Unterfangen, das ganze Land zu so einem Idioten-Zuhause nach Stil der Gender-Institute umzubauen.”

Wir stimmen in so ziemlich allem, was Hadmut schreibt, mit ihm überein, nur in einem Punkt nicht: Der Wahnsinn, den Hadmut beobachtet, der hat nichts mit Soziologie zu tun. Soziologie ist eine Disziplin, die Theorie, Methode und wissenschaftilche Standards bereitstellt, an denen man diejenigen, die behaupten, Soziologe zu sein, messen kann. Auf diese Weise ist es einfach, richtige und ernsthafte Soziologen von denen zu unterscheiden, die sich als Soziologe inszenieren wollen, von den Betrügern, die scheinbar angetreten sind, ein sozialwissenschaftliches Fach zu zerstören.

Prof. Dr. Günter Buchholz hat unseren Gedankengang fortgeführt und eine zusätzliche Forderung gestellt, die wir vollauf unterstützen:

Innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Soziologie gibt eine genderistische Abteilung, oder eine Sektion “Frauen und Geschlechterforschung” die, nicht zuletzt im Interesse der vielen anderen Sektionen, die wissenschaftlich seriös arbeiten, zügig abgewickelt werden sollte, um den Ruf der deutschen Soziologie zu retten, was hoffentlich noch möglich ist. Denn es gibt keine feministische Wissenschaft, das ist vielmehr ein Widerspruch im Beiwort, eine contradictio in adiecto. In demselben Sinne kann es zum Beispiel auch keine “christliche Wissenschaft” geben, wie etwa den “Kreationismus” in den USA, der die Gültigkeit der Bibel der biologischen Forschung unbefragbar voraussetzt, so wenig wie es irgendeine andere X-Wissenschaft geben kann.

Aufruf: Solidarität mit den Opfern des Genderismus

Aufrufe zu Solidarität scheinen ein Mittel zu sein, mit dem Genderisten versuchen, ihre Kritiker mundtot zu machen und dafür Sorge zu tragen, dass keinerlei Fragen an sie gerichtet werden, dass Fragen vielmehr als eine Art Majestätsbeleidigung konstruiert werden. Nach innen hat ein Solidaritätsaufruf bei Genderisten natürlich immer die Funktion, die Reihen zu schließen und die Sektenmitglieder gleichzuschalten (nicht gleichzustellen!).

Ursprünglich diente ein Solidaritätsaufruf jedoch dazu, auf Mißstände hinzuweisen und materielle Hilfe z.B. für die von einem Erdbeeben oder einer Epidemie (wie Ebola) Betroffenen auf den Weg zu bringen.

Wir wollen den Solidaritätsaufruf, den Genderisten für ihre Zwecke zu kapern versuchen, wieder in seine ursprüngliche und angestammte Bedeutung zurückversetzen und zur

Solidarität mit den Opfern des Genderismus aufrufen.

Das erste Opfer des Genderismus ist das Individuum. Individuen sind nicht vorgesehen, denn im Genderismus gibt es nur Gruppen, vom Genderismus legitimierte Gruppe, deren Anzahl der intellektuellen Kapazität der meisten Genderisten entspricht, nämlich: zwei Geschlechter, Behinderte und nicht-Behinderte, Heterosexuelle und andere, weiße und andere und Gendergläubige und andere. Man existiert im Genderismus nicht aus eigenem Recht, nicht als Individuum. Sein ist Kollektiv-sein, gruppenzugehörig sein, eine andere Form der Existenz ist im Genderismus nicht vorgesehen.

Deshalb: Solidarität mit dem Individuum!

Das zweite Opfer des Genderismus ist die Autonomie. Da Genderismus keine Individuen kennt, kennt er auch keine Autonomie, denn beides bedingt sich. Autonomie wird im Genderismus als gefährlich angesehen, denn sie kann zu Individuen mit eigener und nicht mit Gruppenindentität führen. Deshalb müssen Individuen zu Gruppenzugehörigen geschliffen werden, die sich über ein gemeinsames Merkmal bestimmen, z.B. über ihre sexuelle Orientierung, daamit Individuen aufhören autonomes Individuum zu sein.

Deshalb: Solidarität mit dem autonomen Individuum!

Das dritte Opfer des Genderismus ist die Meinungsfreiheit, jener Ausdruck eines autonomen Individuums, das sich den Luxus einer eigenen Meinung erlaubt. Eigene Meinungen haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, von der heiligen Lehre des Genderismus abzuweichen. Deshalb können eigene Meinungen nur dann zugelassen werden, wenn sie die Inhalte umfassen, die im Genderismus genehmigt sind, die Gruppeninhalte zu den Themen Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung und erhabener Genderismus.

Deshalb: Solidarität mit dem autonomen, sich eine Meinung leistenden Individuum!

solidarity 1Das autonome Individuum, das sich weigert, einer vom Genderismus zugelassenen Gruppe beizutreten, das sich weigert, seine Autonomie zu gunsten einer entsprechenden Gruppenzugehörigkeit aufzugeben und das darauf besteht, eine eigene Meinung, die nicht mit der vom Genderismus zugelassenen Meinung konform ist, zu haben, dieses autonome, dieses Individuum mit eigener Meinung, es ist der Feind des Genderismus.

Und weil autonome und Individuen mit eigener Meinung, die für sich stehen wollen, vor allem in freien Gesellschaften und auf freien Märkten zu finden sind, wo sie nicht auf eine Transferexistenz reduziert sind, deshalb bekämpfen Genderisten den freien Markt und den Kapitalismus.

Und weil autonome und Individuen mit eigener Meinung häufig vom Genderismus abweichende Meinungen vertreten und Genderisten denken, sie seien das Sprachrohr von Frauen, deshalb bekämpfen sie Männer, weiße Männer mit Vorliebe.

Und die Liste der Opfer des Genderismus, die der Solidarität bedürfen, sie ist lang:

Wir rufen zur Solidarität mit Jungen auf, die in deutschen Schulen benachteiligt werden, vornehmlich dann, wenn sie sich weigern, dem Stereotyp des weiblichen Jungen, das Genderisten an sie herantragen, gerecht zu werden.

Wir rufen zur Solidarität mit männlichen Akademikern auf, die an deutschen Universitäten getäuscht und benachteiligt werden, weil sie das falsche Geschlecht haben.

autonomyWir rufen zur Solidarität mit leistungsfähigen und leistungswilligen Frauen auf, die vom Genderismus mit dem Makel der Frauenquote etikettiert werden, um ihnen die eigene Leistung abzusprechen.

Wir rufen zur Solidarität mit den Frauen auf, die sich nicht in die Schiene: Beruf, Familie, Kind(er) setzen lassen wollen und für sich ein anderes Leben vorgesehen haben, als es ihnen der Genderismus gewähren will.

Wir rufen zur Solidarität mit all denen auf, die von Genderisten verleumdet und bekämpft werden, die als rechte, rechtsextreme, rechtskonservative oder libertäre Feinde klassifiziert werden, um sie dem politisch-korrekten Mob von Genderinstituten zu überantworten.

Wir rufen zur Solidarität mit Kindern auf, die von Genderisten mit sexuellen Praktiken aufgeklärt werden sollen, die nicht einmal ihre Eltern kennen.

Wir rufen zur Solidarität mit all denen auf, die in bezahlten so genannten Gender-Expertisen und von bezahlten Gender-Aktivisten verfolgt und verleumdet werden.

Wir rufen zur Solidarität mit all denen auf, die gezwungen sind, dem Gott des Genderismus zu huldigen, damit sie einen öffentlichen Auftrag erteilt bekommen.

Wir rufen zur Solidarität mit den Sozialwissenschaften  auf, die von Genderisten zur Schwatzbude transformiert werden und der Lächerlichkeit preisgegeben werden sollen.

Wir rufen zur Solidarität mit sozialwissenschaftlichen Kollegen, allen voran Günter Buchholz auf, der es auf sich genommen hat, nach dem wissenschaftlichen Kern des Genderismus (so es ihn gibt) zu fahnden und dessen Versuche, den von Genderisten behaupteten Kern zu entdecken, von eben diesen Genderisten systematisch boykottiert werden.

Und wir rufen zur Solidarität mit all denjenigen auf, die die Freiheit lieben und sich entsprechend gegen jeden Versuch, zum politisch korrekten Genderisten erzogen zu werden, wehren, sei es in der Schule, sei es an Hochschulen, sei es am Arbeitsplatz oder im Altenheim.

Last but not least rufen wir zur Solidarität mit ScienceFiles auf, die sich darin ausdrückt, dass dieser Aufruf weite Verbreitung findet und von vielen Lesern unterstützt wird (einfach eMail an ScienceFiles (sciencefiles at textconsulting.net)

  1. Dr. Fritz Baur
  2. Dr. habil. Heike Diefenbach
  3. Peter Hiess
  4. Michael Klein
  5. Isabel Kocsis
  6. Matthias Mala
  7. Karsten Mende
  8. Ronald Preuß
  9. Sven H. Schillings
  10. Carsten Thumulla
  11. Dr. Alexander Ulfig
  12. Volker Urban
  13. Prof. Nebojsa Jovan Zivkovic