Au weia: Qualitätsjournalismus!

Der Unsinnsticker hat schon wieder getickt: 10 auf der nach oben offenen Unsinnsskala.

Urheber: Dradio Wissen! Ja: Wissen!

Veröffentlichung vom heutigen Tag mit der Überschrift, “Wenn die Angst bleibt“.

Gegenstand: Ein Einbruch, ein Wohnungseinbruch.

“Der Psychologe Karl Theobald erklärt, dass wir [also wir alle] durch einen Einbruch extrem verunsichert werden. Wir rechnen nicht damit, blenden es aus, genauso wie wir nicht mit einem Autounfall rechnen”.

Was “es” ist, wissen wir nicht. Vermutlich ist es das Freudsche-Es, das vom Über-Ich erst eingeblendet werden muss. Ungeachtet dessen, wer oder was “es” zum rechnen bringt, sind “wir” schockiert und extrem verunsichert.

Wir alle sind schockiert und extrem verunsichert, wenn bei uns eingebrochen wird.

katanaWir wissen ja nicht, wie das bei Ihnen ist, aber wir wären weniger schockiert und verunsichert als verärgert wenn bei uns eingebrochen werden würde. Und wir hätten auch keine Angst davor, dass der Täter noch einmal wieder kommt, wie Karl Theobald, Psychologe, weiß, dass sie viele haben, sondern davor, der der Täter nicht wieder kommt und deshalb keine Bekanntschaft mit unserem Katana machen kann.

Vermutlich sind es Leute wie wir, die Karl Theobald, Psychologe, dazu bringen, die extreme Verunsicherung, die er gerade noch für uns alle konstatiert hat, auf 10% von uns allen zu reduzieren und diesen eine Trauma-Folge-Störung zu attestiert.

Um so stärker ist die Trauma-Folge-Störung, je größer die Verletzung der Intimsphäre: Wenn die Täter die Unterwäsche durchwühlt haben, dann ist die Trauma-Folge-Störung groß, größer noch, wenn das Bild von Onkel Walter mitgenommen wurde und besonders schlimm ist das:

Je unbekannter der Täter, desto größer die Horrorfantasien.

Wie hat man sich einen Täter vorzustellen, der noch unbekannter als unbekannt ist, als ganz unbekannt oder besonders unbekannt oder unglaublich unbekannt?

Tücke der deutschen Sprache, die Adjektive umfasst, die man schlicht nicht steigern kann, denn mehr als unbekannt, kann etwas nicht sein, nicht einmal ein Täter oder ein Theobald, Psychologe.

Oder, in Psychologendeutsch:

Je unbekannter der Psychologe, desto größer der Unsinn, den er von sich gibt.

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Auch das noch: Vier Geschenke überfordern ein Kind

Apotheken sind wahre Horte der Weisheit und des nutzlosen Rates  Orte, an denen “ohne Zuzahlung” und sogar ohne Rezept, Dinge wie die Apotheken-Umschau oder “Baby und Familie” abgegeben werden.

Und ganz ohne Beizettel.

ApothekenKurz: Apotheken sind das El-Dorado für alle Sammler von allerlei gedruckten Devotionalien, Beispielen der Begrenztheit des menschlichen Intellekts und von Ratschlägen, die obwohl in der Inbrunst der Überzeugung vorgetragen, dennoch zum Verschwinden im Meer des Unsinns bestimmt sind.

Zum Beispiel:

“Mehr als drei Geschenke überfordern ein Kind”.

Eine Allaussage ohne wenn und aber: Wenn Sie nun gedacht haben, Ihr Kind sei hier die Ausnahme und man könne ihm vier oder gar sechs Geschenke schenken, dann vergessen Sie das ganz schnell, denn “Mehr als drei Geschenke überfordern ein Kind” bedeutet: Alle Kinder sind mit mehr als drei Geschenken überfordert, also auch Ihr Kind.

Indes wird es schwierig, die schenkwütige Umgebung, die es auf Ihr Kind als Empfänger von Geschenken abgesehen hat, im Zaum zu halten, denn, so heißt es weiter in “Baby und Familie”:

“Alle wollen Ihr Kind beschenken”.

Nicht nur sind mehr als drei Geschenke für alle Kinder eine Überforderung, jetzt wollen auch noch alle genau “Ihr Kind beschenken”. Und natürlich sind alle, alle eben, deutlich mehr als drei, nämlich: 7 297 276 900 als wir diesen Text geschrieben haben. Wenn wir Ihr Kind als Geschenkeempfänger und uns abziehen, bleiben immer noch 7 297 276 897 als alle diejenigen übrig, die Ihr Kind beschenken wollen.

7 297 276 897 potentielle Schenker bei 3, drei, DREI ! Geschenken, wenn die Überforderungsschwelle nicht überschritten werden soll.

Was also tun?

Ingetraud Palm-Walter, Vorsitzende des Arbeitsausschusses “spiel gut” in Ulm und deshalb hinreichend qualifiziert, um sich in “Baby und Familie” zu äußern, weiß Rat:

“Sie rät, zum Beispiel der näheren Verwandtschaft vorzuschlagen, dass sich alle an einem größeren Geschenk beteiligen. ‘Oder Sie achten darauf, dass Ihr Kind nicht alle Geschenke gleichzeitig bekommt’, so Palm-Walter. Die Schenker sollten das Präsent dann übergeben, wenn sie das Kind treffen. ‘Ich finde auch, dass Eltern Wünsche verteilen dürfen. Denn sie kennen ihren Nachwuchs am besten.'”

Die nähere Verwandtschaft zu einer kollektiven Geschenkabgabe zu verpflichten, das hilft nicht wirklich weiter. Gehen wir davon aus, dass die nähere Verwandtschaft 20 Personen umfasst, dann bleiben immer noch 7 297 276 879, die Geschenke bringen wollen, deutlich mehr als drei.

Was also tun?

Wir, in unserer Kolumne, gute Logik gegen groben Unsinn, raten zu Folgendem:

Logik f dummiesProblematische Allaussagen auch über die Weihnachtsfeiertage unterlassen. Nicht “Alle wollen Ihr Kind beschenken”, nicht einmal die Hälfte von alle oder ein Drittel von alle, nein vermutlich wollen rund 10/7 297 276 900 Ihr Kind beschenken. Etwas weniger als alle. Wir hoffen, diese Einsicht ist kein allzu großer Schlag für die eigene Selbstüberschätzung.

Darauf folgt Rat zwei: Und wenn es noch so kribbelt im Hirn, nicht alle Kinder sind mit drei Geschenken überfordert, wenn es überhaupt Kinder gibt, die mit drei Geschenken überfordert sind. Kinder sind nämlich unterschiedlich. Man versucht dieser Unterschiedlichkeit mit dem Begriff “Individuum” Rechnung zu tragen und hat zudem z.B. die Kategorie “Alter” als weiteres Unterscheidungsmerkmal eingeführt.

Und weil Kinder idiosynkratische kleine Individuen oft unterschiedlichen Alters sind, deshalb kann niemand, schon gar nicht Ingetraud Palm-Walter wissen, wie viele Geschenke “ein Kind” überfordern.

Schließlich: Unzulässige Verallgemeinerungen unterlassen. Die Tatsache, dass man selbst mit Legospielzeug überfordert ist, bedeutet nicht, dass Kinder auch damit überfordert sind. Aus der eigenen Überforderung lässt sich nicht auf die Überforderung anderer schließen.

Wir hoffen, das überfordert Ingetraud Palm-Wagner jetzt nicht, rufen Ihr ein “spiel’ gut” zu und raten unseren Lesern: Nehmen Sie zuzahlungsfreie Druckerzeugnisse, die in Apotheken ausliegen, nur nach entsprechender Konsultation ihres Gehirns und dann auch nur im Beisein logischer Schutzkenntnisse zu sich, ansonsten droht ihnen zumindest kurzfristige, wenn nicht dauerhafte infirmitas.

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Neues vom Klimawandel: Ist der Wahnsinn eine Frau?

Wir kapitulieren wieder einmal vor der Masse der Leserhinweise!

Schon vor gut zwei Jahren haben wir über ein Pamphlet berichtet, das mit dem Titel “Ist der Klimawandel ein Mann” überschrieben im schulischen Unterricht eingesetzt wird, um Schüler ganz offensichtlich zu indoktrinieren und  – wie man wohl in Anpassung an das trendende Wort der Hetze sagen muss: Geschlechterhetze zu betreiben.

Maßgeblich verantwortlich für das unsägliche und unsäglich dumme Pamphlet war Gotelind Alber, die überall als Diplom Physikerin gehandelt wird und dennoch nichts anderes zu tun scheint, als in Gendernetzwerken Steuergelder einzusammeln.

Prof FacepalmNun hat sich besagte Gotelind Alber wieder zu Wort gemeldet. Nicht, dass sie etwas Neues zu sagen wüsste. Nein. Sie erzählt immer noch denselben Unsinn- nunmehr in der ZEIT. Und wenn Sie sich bislang gewundert haben, warum die ZEIT ihnen fast täglich die eMailBox mit Gratis-Abonnement-Angeboten vollmüllt, nun wissen sie warum. Wer Unsinn druckt, wie den, den Alber von sich gibt, der hat entsprechende Probleme, Leser, die dafür bezahlen wollen, zu finden.

Klimakonferenz: Der Mann als Klimarisiko“, so der Titel eines Beitrags, den man bereits nach diesem Titel aus der Hand legen kann: Fehlschluss der unzulässigen Generalisierung; Fehlschluss der Bejahung des Konsequens: Ein Satz, zwei Fehlschlüsse: Gotelind Alber.

Den Inhalt dessen, was folgt, kann man schnell zusammenfassen: Männer fahren mehr und größere Autos als Frauen, deshalb tragen sie mehr als Frauen zum Klimawandel bei. Zudem essen Männer mehr Fleisch als Frauen und kümmern sich weniger um die Kinder als Frauen, was abermals Männer als verantwortlicher für den Klimawandel auszeichnet.

Dicke Autos, mehr Autofahren und mehr Fleisch, das macht die männliche Umweltsau, während das weibliche Umweltlieschen zuhause sitzt und sich ums Kindlein kümmert.

Oh No!Und so wie der Mann ein Klimarisiko ist, sind es auch die Männer, die mehr fahren als die Frauen. Der Tag an dem Durchschnittswerte auch zum Gebrauch durch Dipl. Physikerinnen freigegeben wurden, die sich als Mitglieder in Gendernetzwerken verdingen müssen, er war ein rabenschwarzer Tag. Der Tag, an dem der Durchschnitt zum normalen und vor allem modalen Rollenbild einer mathematikfeindlichen Genderbewegung geworden ist, die von Standardabweichung noch nichts gehört hat.

Aber lassen wir das, denn die Sprache von Logik und Mathematik, sie ist eine Sprache, die die Diplom Physikerin Gotelind Alber nicht verstehen wird, sie versteht nur Gendersprech.

Damit Männer sich von der ihnen zugewiesenen Rolle des Klimarisikos befreien können, ist es zunächst einmal notwendig, dass Männer nicht mehr zur Arbeit pendeln, dieselbe also niederlegen und entsprechend auch kein Geld mehr nach Hause bringen, von dem Frau und Kind(er) unterhalten werden.

Lkw-Fahrer im Besonderen sind aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen und sich vor allem zu weigern, Waren zu transportieren, die für das Klima schädlich sind. Hier ist in erster Linie an alle Waren zu denken, die zur Kinderpflege und Kinderernährung vorgesehen sind, denn der Mensch ist das größte Klimarisiko: Der Mensch verbraucht Ressourcen, die nicht nachwachsen, er heizt seine Wohnung mit fossilen Brennstoffen, er fährt Auto mit fossilem Brennstoff, er isst Fleisch und verbaut nicht nachhaltige Werkstoffe nicht nur in Kinderzimmern, kurz: Er ist das Klimarisiko par excellence, das es zum Schutz des Klimas zu vermeiden gilt.

Wie die jährliche Statistik zeigt, ist die Notwendigkeit der Nachwuchsvermeidung mitnichten in den Kernbestand des Wissens der Bevölkerung eingegangen. Allein 2014 kamen 714 996 Kinder in Deutschland zur Welt und immer sind es Frauen, die für die Geburt maßgeblich verantwortlich sind, was zeigt: Mütter sind das eigentliche Klimarisiko, über das es in Paris zu verhandeln gilt!

Schluss! Nein, ein Alber geht noch:

“Zu hoffen ist, dass dann der tief in unserer Kultur verwurzelte Mythos von der Beherrschung und Kontrolle der Natur, den der Klimawandel Lügen straft, überwunden werden kann.”

Nach Alber muss man Unsinn neu definieren. Wie seltsam, dass der Mythos der “Kontrolle der Natur” die Grundlage von nicht nur Berechnung, sondern auch von Gegenmaßnahmen gegen den Klimawandel ist. Wenn es nicht möglich ist, die Natur und damit auch den Klimawandel in Teilen zu beherrschen, wenn dies ein patriarchalischer Mythos ist, was will Alber dann eigentlich?

Wie dem auch sei, nehmt der Diplom Physikerin den Computer weg, jenes Zeichen einer patriarchalischen Naturbeherrschung, schaltet ihr den Strom ab, verweigert ihr die Heizung, denn all das, es sind nur patriarchalische Herrschaftsstrukturen, die den Mythos der Beherrschung der Natur aufrechterhalten sollen, oder war es die Herrschaft der Vernunft über den Wahnsinn?

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Wenn Irrsinn endemisch wird

Die Kausalität von Ereignissen, sie ist eines jener Phänomene, die Philosophen durch die Jahrtausende beschäftigt haben, bis, ja bis David Hume der Kausalität ein Ende bereitet hat. Nicht nur wörtlich, sondern auch tatsächlich, hat er doch in seiner Untersuchung über den menschlichen Verstand nachgewiesen, dass es nicht möglich ist, kausale Beziehungen mit Sicherheit zu behaupten.

Hume treatiseDiese Humesche Vernichtung der Kausalität kann man nun ignorieren, wie es einige tun, die den Wissenschaftsbetrieb bevölkern, man kann sie auch konstruktiv wenden, wie dies Karl Raimund Popper getan hat und die Suche nach Kausalität zu einem Unternehmen machen, das nicht wahres, sondern derzeit belegtes Wissen und nicht die Entdeckung von Wahrheit, sondern die Annäherung an die regulative Idee von Wahrheit zum Gegenstand hat. Als Konsequenz müssen behauptete kausale Zusammenhänge nun argumentativ begründet und empirisch belegt werden.

Dass Philosophen Kausalität als regulative Idee ansehen, deren Vorhandensein nicht belegt werden kann, ändert nichts daran, dass im täglichen Leben relativ gute Näherungswerte an Kausalität zu finden sind. Lichtschalter haben die Angewohnheit, Energiesparlampen zum Dämmern zu ermuntern. Beleidigungen, einem anderen ins Gesicht geschleudert wurden, können in Kausalität die eigene Nase blutig werden lassen. Die Näherungswerte, sie sind recht vielfältig und z.B. vom kulturellen und technologischen Wissen derer, die sie aufstellen, abhängig.

Für einen kritischen Rationalisten heißt das, dass es recht taugliche Erklärungen für behauptete kausale Zusammenhänge gibt. Für andere bedeutet dies, dass wahre Kausalität im Auge des Betrachters liegt und entsprechend der Konstruktion zugänglich ist.

Und hier beginnt der Irrsinn:

Ein Schüler postet eine Pistolenzeichnung auf Facebook. Die Pistole ist aus Satzzeichen gestaltet und einer Lehrerin des Schülers gewidmet. Die Lehrerin ist anschließend fünf Monate arbeitsunfähig. Das Land Nordrhein-Westfalen verklagt den Schüler und verlangt 14.377 Euro Schadensersatz, 14.377 Euro, die der kranken Lehrerin gezahlt wurden. Grundlage der Klage ist das Gutachten einer “Psychiaterin”, die eine “posttraumatische Störung” bei der Lehrerin diagnostiziert hat, die “wesentlich alleinige Ursache” für die Arbeitsunfähigkeit der Lehrerin gewesen sei. Die posttraumatische Störung wiederum, sei durch die Pistolenzeichnung und deren Widmung auf Facebook ausgelöst worden.

So berichtet die Welt aus einer Gerichtsverhandlung vor der 4. Zivilkammer des Landgerichts Bonn.

Beginnen wir die Kausalkette mit der Psychiaterin, die eine posttraumatische Störung diagnostiziert haben will. Eine solche entsteht

“als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädisponierende Faktoren wie bestimmte, z.B. zwanghafte oder asthenische Persönlichkeitszüge oder neurotische Krankheiten in der Vorgeschichte können die Schwelle für die Entwicklung dieses Syndroms senken und seinen Verlauf erschweren, aber die letztgenannten Faktoren sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten der Störung zu erklären.”

Ob man die gewidmete Strichzeichnung einer Pistole als “Situation außergewöhnlicher Bedrohung” oder “Situation katastrophenartigen Ausmaßes” bezeichnen kann, ist doch eher fraglich. Vermutlich wird man jemanden, der eine solche Zeichnung als Katastrophe ansieht, eher als hysterisch bezeichnen, was bedeutet, dass nicht die Zeichnung als Ursache angenommen werden müsste, sondern die Tatsache, dass der Betrachter der Zeichnung hysterisch und somit gerade nicht so reagiert, wie es “fast jeder” tun würde. Das im ICD-10 geforderte Kriterium, nach dem die Ursache der posttraumatischen Störung bei “fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde”, ist somit ein Ausschlusskriterium, denn es ist nicht zu erwarten, dass “fast jeder” auf eine entsprechende Zeichnung, die ihm gewidmet ist, mit fünf Monaten Arbeitsunfähigkeit reagiert.

Das Gutachten der begutachtenden Psychiaterin muss also als fehlerhaft angesehen werden. Dass das Gutachten eher ein teurer Witz als sonst etwas ist, macht bereits die Formulierung “wesentlich alleinige Ursache” deutlich. Da es eine alleinige Ursache auszeichnet, alleinige Ursache zu sein, kann sie nicht wesentlich alleinige Ursache sein, denn die Bestimmung “wesentlich” setzt mehr als eine Ursache voraus, also gerade keine alleinige Ursache.

Nuts in BedlamNun sollte man denken, in Ministerien sitzen denkfähige Menschen, denen derartiger Unsinn auffällt. Nicht so in NRW. Dort hat man sich offensichtlich vorgenommen so viel Steuergelder wie nur möglich zu verbrennen und auf die 14.377 Euro, die zur Finanzierung einer “seit vielen Jahren psychisch” instabilen Lehrerin aufgewendet werden mussten, noch Gerichts- und Anwaltskosten in vermutlich derselben Höhe zu packen. Warum, weil man es im Ministerium für tatsächlich möglich gehalten hat, dass die gewidmete Strichzeichnung einer Pistole zu einer posttraumatischen Störung bei einer Lehrerin geführt hat, die als psychisch instabil bekannt ist. Dass eine derartige Einschätzung eine Beleidigung all jener ist, die aus Kriegsgebieten geflohen oder die einen Flugzeugabsturz überlebt haben und somit tatsächlich und wirklich Grund haben, in tiefe Verzweiflung zu verfallen, das ist den NRW-Bürokraten offensichtlich nicht in den Sinn gekommen.

Entsprechend mussten die Richter der 4. Zivilkammer des Bonner Landgerichts, die Normalität wieder ins Spiel bringen und die Klage gegen den Schüler abweisen. Dass der Schüler dennoch eine Entschädigungssumme von 1000 Euro “als Erziehungsmaßnahme” zahlen muss, ist insofern eine Willkürmaßnahme, die den bereits herrschenden Irrsinn nicht unbedingt eindämmen wird.

Man kann die Klagen der Opfer von Cartoonisten bereits vor sich sehen, die aufgrund einer Zeichnung, die bestimmte ihrer Gesichtszüge übertrieben hat, in eine posttraumatische Krise gefallen sind, die sie arbeitsunfähig gemacht hat. Und man hat so gar keinen Zweifel daran, dass die nunmehr Arbeitsunfähigen eine Psychiaterin finden werden, die ihnen attestiert, eine posttraumatische Störung entwickelt zu haben, die von dem katastrophalen Ereignis, ihrer entstellten Darstellung in einem Cartoon ausgelöst wurde.

Kausale Beziehungen, das sei noch einmal in Erinnerung gebracht, leben davon, dass sie plausibel erklärt werden können. Insofern stellt sich die Frage, ob die Strichzeichnung nicht eher willkommener Anlass denn kausale Ursache für die Arbeitsunfähigkeit war.

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Die Mitstech-Legende: Öffentlich-rechtlicher Schmierenjournalismus vereint im Hass

Patrick Gensing, den Namen muss man sich merken. Gensing ist Redakteur bei Tagesschau.de und Autor eines Beitrags, mit dem die öffentlich-rechtliche ARD nun endgültig den Boden des seriösen Journalismus verlassen und ins Lager des Schmierenjournalismus übergewechselt ist.

Für uns Beobachter von der Insel ist es wirklich erstaunlich, wie wenig es braucht, damit die deutsche Schönwetterdemokratie sich als die Einbildung herausstellt, die sie nun einmal ist.

Es braucht ein Attentat, einen Attentäter der von sich sagt oder über den gesagt wird oder von dem behauptet wird, er sei … ja, was eigentlich, rechtsextrem, fremdenfeindlich, xenophob, Kölner… irgendwas, was diskreditierungsfähig ist halt.

Und daraus mischt Patrick Gensing eine braune Soße, und wir sezieren sie.
Absatz für Absatz.

ARD Vereint im HassDer Anschlag von Köln und Pegida: Vereint in Hass auf Flüchtlinge und das System“, so lautet die Überschrift, die an die publizistische Meisterleistung erinnert, mit der Joseph Goebbels, den Anschlag auf Ernst Eduard vom Rath, Diplomat für Hitler in Paris, verübt von Hermann Grünspan benutzt hat, um die Reichskristallnacht loszutreten – Auch damals wurde ein Zusammenhang zwischen der Tat eines Einzelen und einer Gruppe von Menschen hergestellt. Damals wurde die Gruppe über ihr Merkmal “Jude” identifiziert, heute über eine falsche Einstellung.

“Wenn der braune Mob loslegt, dann kann es jeden treffen”, das sagt Katja Kipping von der Linkspartei und warnt damit vor einer Eskalation der Gewalt. Wir warnen vor einer Eskalation der Dummheit, denn natürlich kann es nicht jeden treffen, denn wenn es jeden treffen könnte, gäbe es keinen braunen Mob bzw. müsste sich der braune Mob gegen sich selbst richten, was auch wieder bedeuten würde, dass es nicht jeden treffen kann. Wir sehen: Nicht jeder, der sprechen kann, kann auch Sprache benutzen (oder gar richtig denken), und nicht jeder der mit linken Devotionalien wie “brauner Mob” um sich wirft, hat die geistige Reife, das auch zu tun.

Der “braune Mob”, der für alle, einschließlich sich selbst, eine Gefahr ist, er bildet den Auftakt zum Beitrag von Patrick Gensing in der ARD. Es folgt der Einzeltäter, jener Einzeltäter aus Köln, der mit einem Messer hantiert hat. Er ist – wie Gensing unter Bezug auf die objektive Quelle “Antifa” und deren “Recherchen” weiß – in einer Szene unterwegs gewesen, in der auch Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, für alle, die es nicht wissen, NSU, Nationalsozialistischer Untergrund, unterwegs waren. Guilty by Association nennt man das im Englischen. Es ist ein Fehlschluss.

Aber es dient der ersten Eskalationsstufe im Manipulationswerk von Gensing, den die Steuerzahler, auch die Steuerzahler von Pegida, finanzieren, die da lautet: Brauner Mob kann jeden treffen, der Attentäter von Köln ist brauner Mob und schlimmer noch, NSU, jedenfalls ist er in den selben Kreise recherchiert worden, von der Antifa, die in öffentlich-rechtlichen Kreisen als verlässliche Quelle gilt. Tief sind wir gesunken.

Aber noch nicht tief genug.

Zwei Absätze widmet Gensing dem Anliegen, rechtsxtreme Täter, Neonazis und Straftäter, die in einer Datenbank, die so unbekannt ist, dass sie nicht einmal einen Namen hat, der rechtsxtremen Szene zugeordnet werden, als Einzeltäter darzustellen. Die Anstrengung dient der Verbreitung des Mythos vom rechtsxtremen “führerlosen Widerstand”, also niemand führt, niemand strukturiert, niemand organisiert und dennoch sollen alle auf die selbe Weise ausgerichtet und organisiert sein.

Der Mythos des “führerlosen Widerstands” ist instrumentell im Text von Gensing, denn er dient dazu, das böse Agens, das wir schon analysiert haben, jene esoterische Dämonenvorstellung, von der Leute wie Gensing besessen sind, einzuführen. Ganz nebenbei ist Einzeltäter mit rechtsextremem Hintergrund natürlich immer gut, um Anders Breyvik anzuführen. Gäbe es Breyvik nicht, man müsste ihn erfinden, als personifiziertes Böses.

Bis hier gibt es also einen braunen Mob, der sich in führerlose Einzeltäter auflöst und Anders Breyvik.

Jetzt kommen “Politiker und Experten”, die Pegida eine Mitverantwortung für das Attentat auf Henriette Reker in Köln zuweisen. Und wenn das Experten behaupten, Experten wie Hajo Funke oder Andreas Zick, der auf dem gleichen Sender einmal als Konfliktforscher und einmal als Sozialpsychologe geführt wird, und kein Mal als Stiftungsvorstand der Amadeu Antonio Stiftung, dann muss das so sein, dann muss es ein böses Agens geben, das die Kette der Wahnvorstellung, die Gensing bislang gewoben hat, schließt: Brauner Mob, rechtsxtreme Einzeltäter und Pegida als geistige Mentoren des rechtsextremen und führerlosen Widerstands.

Und damit die Message auch nachhause genagelt wird, kommt nicht nur der Stiftungsvorstand der Amadeu Antonio Stiftung, Sozialpsychologe oder Konfliktfoscher oder was auch immer Zick zu Wort, sondern auch “Timo Reinfrank von der “Amadeu Antonio Stiftung”. Und jener Reinfrank, der weiß, wer schuldig ist:

Timo Reinfrank von der “Amadeu Antonio Stiftung” kritisierte, dass die rechtspopulistischen und islamfeindlichen Inhalte von “Pegida” als vermeintlich berechtigte Ängste verharmlost worden seien. “Die Drohungen gegen Flüchtlinge und Migranten, die auch immer wieder am Rande oder nach Pegida-Demonstrationen zu realer Gewalt führten, wurden nicht als Bedrohung der inneren Sicherheit verstanden.” Der Anschlag von Köln zeige, so Reinfrank weiter, dass Pegida “mitgestochen” habe.

Zum Thema “mitgestochen” haben wir uns bereits geäußert. Dass Reinfrank, der von Rechtsextremen lebt und ohne Rechtsextreme arbeitslos wäre, ein Interesse daran hat, die Gefahr von Rechts zu stilisieren und warm zu halten, ist vermutlich der Hauptgrund für die Mitstech-Legende. Mit seiner Behauptung, dass am Rande von Pegida-Demonstrationen “reale Gewalt” verübt worden sei, stellt der unvorsichtige Reinfrank aber eine Tatsachenbehauptung auf, die ausgerechnet die Bundesregierung als falsch ausgewiesen hat:
BT18-4068

“Die Veranstaltungen der PEGIDA und ähnlichen Aktionsformen verliefen überwiegend störungsfrei. Nur in Einzelfällen kam es im Rahmen von Konfrontationen mit Gegendemonstranten und Anhängern dieser Strömungen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. In Anbetracht der zum Teil erheblichen Anzahl von Demonstranten wurden bisher jedoch verhältnismäßig wenige Straftaten mit Bezug zu den jeweiligen Veranstaltungen festgestellt.” Das schreibt die Bundesregierung.”

Amadeu Antonio GUVDass Reinfrank es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, ist vermutlich seinem Eifer geschuldet, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen, und die Mitstech-Legende in Zählbares zu verwandeln: Steuermittel für Aktionen gegen Rechts, für Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor rechten Eltern, für Erziehung von Schülern zu treuen und nicht rechten Staatsbürgern und alles durch die Amadeu Antonio Stiftung, die schon jetzt fast vollständig von deutschen Ministerien unterhalten wird. Arbeitsplatzsicherung nennt man das.

Die Meldung, die Gensing den Lesern der Tagesschau, die für dieses Stück Schmierenjournalismus Gebühren bezahlen, mit auf den Weg geben will, ist denmnach die folgende:

Brauner Mob ist für alle gefährlich. Rechte sind Einzeltäter. Breyvik ist rechts. Einzeltäter sind führerloser Widerstand, der durch eine geheimnisvolle, dämonische Macht, ein böses Agens angeleitet wird, Pegida, das ist der Ursprung dieses bösen Agens, dieser geheimnisvollen Macht, und Anders Breyvik, das ist der, der zeigt, wozu diese geheimnisvolle, dämonische Macht fähig ist. Wer bei Pegida mitläuft, der ist für Anders Breyvik nachträglich und für den Attentäter von Köln vor allem verantwortlich. Wer Pegida-Versteher ist, ein Attribut, das Werner Patzelt angeheftet wurde, weil er versucht, die Diskussion um Pegida auf Grundlage der Fakten zu führen, der ist auch schuld, mitschuld – woran auch immer.

Das also ist die Qualität des Journalismus, den öffentlich-rechtliche Anstalten ihren Lesern zumuten. Es ist Schmierenjournalismus und widerlich und mit einem eindeutigen Ziel verfasst: Brandstiftung und Brunnenvergiftung, denn: Welche Reaktion gibt es wohl, wenn man einem ganz normalen Menschen, der bislang bei Pegida mitgelaufen ist, weil er seinen Unmut über die deutsche Politik zum Ausdruck bringen will, zum Komplizen im Attentat von Köln, zum geistigen Mentor der NSU und zum Weggefährten von Anders Breyvik erklärt?

So lange es in Deutschland Redakteure wie Patrick Gensing bei öffentlich-rechtlichen Anstalten gibt, braucht man sich keine Sorgen zu machen, dass die Situation nicht eskalieren wird. Offensichtlich gibt es eine ganze Reihe von Gutmenschen, die endlich Blut sehen wollen, denen ein Attentätchen nicht reicht, denn es hat sie erst auf den Geschmack gebracht.

Freuen wir uns also auf den LiveFeed von der Pegida-Demonstration. Sie wissen ja: Bei der ARD sitzt man in der ersten Reihe, und vielleicht fließt ja wirklich Blut – live und in Farbe!

Die Hemmschwelle: Ein Justizminister, der diffamiert und an Geister glaubt

Wir haben uns gestern schon zu einer interessanten geistigen Fehlleistung geäußert. Dabei geht es um kausale Beziehungen. Also um Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Wenn z.B. jemand eine Frage stellt und ein anderer antwortet, dann ist man zumeist geneigt, die Frage als Ursache der Antwort anzusehen, selbst dann, wenn die Antwort mit der Frage nicht viel gemein hat. Die zeitliche Nähe und die Tatsache, dass Frager und Antworter in einer in der Regel erkennbaren Beziehung zueinander stehen bzw. dass man eine solche Beziehung herstellen kann, sind die Ursache für die Annahme der Kausalität.

Problematisch wird es mit der Kausalität, wenn Ursache und Wirkung sich nicht unmittelbar nachfolgen, wenn die Ursache vorgestern war und die Wirkung heute sein soll. Noch problematischer wird es mit der Kausalität, wenn nicht nur eine zeitliche Entfernung zwischen Ursache und Wirkung, sondern zudem keine direkte und begründete Beziehung zwischen beiden hergestellt werden kann.

Das ist eine Situation, wie geschaffen für Wahnvorstellungen, wie geschaffen für Brandstifter, wie geschaffen für Geisterheiler und Phantasten aller Art und wie geschaffen für Politiker, denn die Haupttätigkeit, die Politiker heutzutage für sich entdeckt zu haben scheinen, besteht darin, mehr oder weniger sinnfreie Beziehungen zu behaupten und als Ursache und Wirkung auszugeben.

Es sind diese Situationen, in denen Politiker versuchen Verbindungen herzustellen, die ihnen genehm sind, in denen der Geisterglaube, der Glaube an frei flottierende Viren, an Dämonen und Geister seine Blüte erlebt, z.B. dann, wenn Heiko Maas das Folgende von sich gibt:

Heiko Maas“Heiko Maas: Nein. Ich finde, wir müssen an dieser Stelle klar Farbe bekennen. Deutschland ist ein tolerantes und weltoffenes Land. Bei Pegida versammelt sich eine extrem radikale Minderheit. Wer Galgen baut und Menschen daran baumeln sehen will, setzt Hemmschwellen herab. Niemand, der da mitläuft, kann sich von der Verantwortung frei machen, für die Taten, die diese Hetze inspiriert. Für brennende Heime oder verletze Flüchtlingshelfer. Da gibt es keine Ausrede mehr.”

Und weil das noch nicht reicht, kommt Andreas Zick, der als Vorsitzender des Stiftungsrates der Amadeu Antonio Stiftung, die davon lebt, dass es Rechtsextreme gibt, gegen die die Stiftung steuerfinanzierte Maßnahmen durchführen kann, der also ein Interesse daran hat, dass der Nachschub an Rechtsextremen auch nicht versiegt (selbst wenn man die gesellschaftliche Mitte anbohren muss), und gibt Folgendes zum Besten:

“Menschen können sich durch die fremdenfeindlichen Parolen der “Pegida”-Bewegung zur Gewalt angestachelt fühlen, warnen auch Experten, wie der Bielefelder Konfliktforscher Andreas Zick: “Die AfD heizt die Stimmung an. Man muss auf [den] Ton achten, der sehr aggressiv ist. Auch die entsprechenden Symbole sind da. Die AfD schürt diesen Konflikt, in den wir alle hineingezogen werden.””

Beide, Maas und Zick, machen also eine kausale Verbindung zwischen Pegida, AfD (dem politischen Gegner von zumindest Heiko Maas, mit dem er um Wählerstimmen konkurriert) und “brennenden Flüchtlingsheimen und verletzten Flüchtlingshelfern” oder ganz allgemein “Gewalt”, zu der sich Menschen durch die Pegida angestachelt fühlen können, wie der Konfliktforscher Zick zu wissen meint (wobei das “können” das operative Wort hier ist, denn können kann man vieles …).

//platform.twitter.com/widgets.js Die Kausalität, die Maas und Zick behaupten, und die von der Ursache “Pegida” oder “AfD” zur Wirkung “brennendes Flüchtlingsheim”, “verletzter Flüchtlingshelfer” oder “Gewalt allgemein” führt, wird bei beiden durch eine dritte Variable, die die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung sicherstellen soll, vermittelt: durch die angeheizte Stimmung bei Zick und durch die von gebauten Galgen herabgesetzte Hemmschwelle bei Maas.

Also: Galgen bei Pegida führt zu heruntergesetzter Hemmschwelle, führt zu verletzten Flüchtlingshelfern oder brennenden Flüchtlingsheimen.
Und: Fremdenfeindliche Parolen können Menschen anstacheln und zu Gewalt führen.

Das muss man sich in Ruhe zu Gemüte führen. Ein Justizminister, der einem Stand von Leuten vorsteht, die auf Grundlage von Indizien oder Beweisen ein Urteil fällen sollen, glaubt an spirituelle Verbindungen, einen klimatischen Dämon (einem, der das Klima vergiftet), der zwischen einem Galgen an einem Ort und einem brennenden Flüchlingsheim an einem anderen Ort eine Verbindung herstellt, und ein angeblicher Konfliktforscher hängt dem Glauben an, dass Parolen an einem Ort anstacheln können und zu Gewalt an einem anderen Ort führen können.

Um sich zu vergegenwärtigen, dass diese Rabulistik sich nicht einmal als logischer Fehlschluss qualifiziert, muss man nur die folgenden Behauptungen aufstellen:

Die Tatsache, dass ein Justizminister versucht, einen Teil seiner Bevölkerung zu kriminalisieren und als Personae non Gratae darzustellen, radikalisiert Dritte, die die Bekundungen des Justiztministern als Beleg dafür nehmen, dass die Interessen von Menschen dann, wenn sie der politischen Kaste nicht in den Kram passen, nicht ernst genommen werden, dazu, Flüchtlingsheime anzuzünden und Flüchtlingshelfer zu verletzten, und zwar als Kompensation dafür, dass man in der politischen Kaste kein Gehör findet.

Oder: Das ständige Zetern von angeblichen Forschern für irgendetwas, die von Symbolen faseln, die dazu aufstacheln können, dass Gewalt verübt wird, hat zur Folge, dass Dritte, die mit der Pegida überhaupt nichts zu tun haben, auf den Geschmack kommen und denken, der Herr Zick hat Recht, ich werde radikal, stachle mich auf und verübe Gewalt, damit er hat, was er sich wünscht.

Dass man in Deutschland mit derart dummen und leicht durchschaubaren Manipulationsversuchen Claqueure auf seine Seite ziehen kann, ist einer der Gründe dafür, dass Deutschland weder ein demokratisches System hat noch eine Zivilgesellschaft. Deutschland ist und bleibt (bis auf weiteres) ein Obrigkeitsstaat, in dem diejenigen, die sich oben wähnen, hoch alarmiert reagieren, wenn sie Kritik ausgesetzt sind, die man in demokratischen Gesellschaften als normale Wahrnehmung demokratischer Rechte ansehen würde.

Um auch noch den zweiten Teil dessen, was Heiko Maas im Hinblick auf die Verantwortung der Mitläufer zu sagen weiß, in seiner ganzen logischen Erbärmlichkeit darzustellen, hier eine Anwendung seiner eigenen Logik:

Nach einem Bericht der Zeit mehren sich in den Fraktionen des Bundestages die Fälle von Steuerhinterziehung. Wer Steuern hinterzieht, “setzt Hemmschwellen herab”. Niemand, der sich einer Bundestagsfraktion mit Steuerhinterziehern anschließt, “kann sich von der Verantwortung frei machen, für die Taten, die diese” Steuerhinterziehung inspiriert. “Da gibt es keine Ausrede mehr.”

Baader Meinhof komplexEs sei den Linken unter unseren Lesern und vor allem Heiko Maas angeraten, das Buch “Der Baader Meinhof Komplex” von Stefan Aust zu lesen. Aust beschreibt darin sehr eindrücklich, wie die Radikalisierung der Baader Meinhof Gruppe und deren Entscheidung, Gewalt anzuwenden, eine Funktion der eigenen empfundenen Ohnmächtigkeit, der eigenen Ausgrenzung durch die politische Kaste und der Diffamierung durch die politische Kaste war.

Die Aufgabe besteht nun darin, die Situation, in der sich die Baader Meinhof Gruppe gefunden hat, mit der heutigen Situation in Verbindung zu bringen und daraus Schlüsse zu ziehen, z.B. im Hinblick auf das eigene Auftreten gegenüber der Pegida und den Bürgern, die dort mitlaufen. Im Gegensatz zu den Behauptungen von Heiko Maas, kann man nämlich auf Basis der Reaktionen von Personen wie Maas auf die Pegida und auf Grundlage von sozialpsychologischen Theorien eine Radikalisierung vorhersagen, die nicht einmal Mitläufer der Pegida zum Gegenstand haben muss, denn die Tatsache, dass Bürger von einem, der Justizminister spielt, diffamiert werden, weil sie ein demokratisches Grundrecht in Anspruch nehmen, ist gut dokumentiert und jederzeit als Grundlage einer Radikalisierung und generellen Ablehnung von politischer Kaste und politischem System nutzbar – das würde dann Heiko Maas zum Brandstifter machen, sozialpsychologisch, z.B. mit der Theorie kognitiver Dissonanz unterfüttert.

Das böse Agens “Pegida”: Die Wahnvorstellung schreibt mit

So lange es Menschen gibt, so lange gibt es mentale Krankheiten. Wahnvorstellungen faszinieren Wissenschaftler und Novellisten entsprechend seit vielen Jahrhunderten. Der Fall of the House of Usher, der Fall Charles Dexter Ward oder die gerade erschienene wissenschatfliche Bestandsaufnahme “The Measure of Madness” von Philip Gerrans zeigen dies.

Eine Wahnvorstellung wird in der klinischen Psychologie wie folgt definiert:

“Eine Wahnvorstellung ist eine Überzeugung, die logisch inkonsistent ist oder wohlbestätigtem Wissen über die reale Welt widerspricht und trotz gegenteiliger Belege aufrechterhalten wird, weil die persönliche Gewissheit der Betroffenen so stark ist, dass sie rationl[en Argumenten] nicht mehr zugänglich sind.” (Butcher, Mineka & Hooley, 2009: 583).

Das ist die Theorie der Wahnvorstellung, nun zur Praxis:

Pegida hat in Köln mitgestochen“, so schreib Martin Niewendick im Berliner Tagessgpiegel. Und weiter:

Tagesspiegel Pegida mitgestochen“Dresden: Auf einer islamfeindlichen Pegida-Demonstration droht ein Mann Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel mit ihrer Hinrichtung. Er hat einen Galgen dabei und lässt auf Schildern wissen, dieser sei für Politiker ‘reserviert’. ‘Abschieben, Abschieben’, skandiert die Menge der ‘Asylkritiker’ währenddessen.
Köln, fünf Tage später: Ein Mann attackiert die Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker mit einem Messer … “Ich habe das wegen Rekers Flüchtlingspolitik getan”, sagt er nach Angaben von Zeugen.
Völlig egal, ob der Mann geistesgestört ist oder noch alle Sinne beisammen hat: Die Saat der Hetze gegen Asylbewerber ist aufgegangen. Pegida hat mitgestochen.”

Analysieren wir die Wahnvostellung von Martin Niewendick, der sich aus nicht weiter nachvollziehbaren Gründen in öffentlich zugänglichen Medien wie dem Tagesspiegel äußert (vielleicht ein Programm der Resozialisierung, so eine Art “offenes Äußern” …).

Das ist das Explanans im Text von Niewendick:
(1) Ein Mann hat in Dresden einen Galgen dabei, der für Politiker reserviert ist.
(2) In Dresden findet eine Demonstration der Pegida statt.
(3) Irgendwer skandiert “Abschieben” in Dresden.
(4) In Köln sticht fünf Tage später ein Mann auf die Oberbürgermeister-Kandidatin Reker ein.
(5) Er habe das wegen der Flüchtlingspolitik von Rekers getan, sagen andere (angeblich).

Daraus folgert Niewendick:
(K) Die Saat der Hetze gegen Asylbewerber ist aufgegangen.
(K) Pegida hat mitgestochen.

Betrachtet man zunächst die empirischen Tatsachen, so war der Mann, von dem bei Niewendick die Rede ist, ein Einzeltäter. Insofern hat niemand mitgestochen, was auch schwierig ist, da der Griff eines Messers in der Regel nicht für mehr als eine Hand ausreicht.

Die Behauptungen von Niewendick können demnach nicht empirisch gemeint sein. Sie gehören entsprechend in eine metaphysische Sphäre, in der sich “Saatgut” verbreiten kann, wobei dieses Saatgut die folgenden Kriterien erfüllen muss:

(1) Säer und Besäter müssen in gleicher Weise für das Saatgut empfänglich sein.
(2) Das Saatgut muss in der Lage sein, die Strecke von Dresden bis Köln innerhalb von fünf Tagen und unbeschädigt zurückzulegen.
(3) Das Saatgut muss in der Lage sein, sich einen empfänglichen Wirt zu suchen, auf dem es aufgehen kann.
(4) Das Saatgut darf nicht wählerisch sein, muss bei geistesgestörten ebenso aufgehen, wie bei nicht geistesgestörten.
(5) Das Saatgut muss gegen Asylbewerber “hetzen”, aber Politiker an Galgen hängen wollen.

Nun, Saatgut der Art, wie es sich Niewendick hier vorstellt, gehört in der Tat in den Bereich der Metaphysik, denn intelligentes Saatgut, das sich in der beschriebenen Weise verhält, gibt es nicht.

Bleibt noch die Ausrede, dass Niewendick “Saatgut” als Metapher verwendet, was die Frage aufwirft, für was verwendet er “Saatgut” als Metapher?

Klinische PsychologieNehmen wir an, er verwendet “Saatgut” als Metapher für ein irgendwie gearteten bösartigen Agens, das von Pegida in Dresden freigesetzt wird, der die paar Hundert Kilometer nach Köln spielend zu überwinden im Stande ist, und dort einen “Mann” befallen kann, der wiederum Messerstechen und eben nicht erhängen will. Nehmen wir die Inkonsistenz, dass das bösartige Agens eigentlich von einem Galgen in Dresden ausgeht, sich aber in Köln in einem Messer materialisiert hat, nicht weiter ernst, eine kleine Diskrepanz, die völlig ungeachtet der Frage, ob Niewendick “geistesgestört ist oder noch alle Sinne beisammen hat” bestehen bleiben kann.

Denn nunmehrt stellt sich die Frage, wie das frei driftende Agens, das sich in Pegida-Demonstranten, Galgen, Messern und Männern in Köln materialisieren kann, bekämpft werden soll.

Bekämpfen wir es doch mit Logik und mit dem, was David Hume schon vor Jahrhunderten in seiner Untersuchung über den menschlichen Verstand (!sic) geschrieben hat.

Kein Agens, kein Saatgut und auch kein Dämon, kein Teufel und kein Gott sind in der Lage, ein Messer in die Hand zu nehmen und zuzustechen.

Bei derartigen Vorstellungen handelt es sich um Wahnvorstellungen, wie sie oben definiert wurden.

Ein Messer kann nur eine Person benutzen. Wozu die Person ein Messer benutzt, ist wiederum Ergebnis eines Kalküls, das die entsprechende Person vornimmt. Wer einen Apfel vor sich hat, der geschält werden soll, hat für ein Messer eine andere Verwendung als derjenige, der versucht, das Rettungsseil, das ihn an die Normalität bindet, durchzuschneiden.

Menschen sind – so haben es die meisten Philosophen angenommen – in ihrer Mehrheit mit Vernunft begabte Wesen, die Handlungensziele für sich formulieren und diese Handlungsziele zu erreichen suchen. Die Ideen und Motive für Handlungen entstehen in den Köpfen der entsprechenden Menschen. Es braucht keinen Dämon und kein bösartiges Agens, um Menschen zu niedrigen Handlungen, z.B. zum Anstecken eines Polizeiautos, zum Quälen eines Tieres oder zum Attentat auf einen Politiker, sei es Oskar Lafontaine, sei es Wolfgang Schäuble oder John F. Kennedy zu motivieren, nicht einmal Pegida braucht es, wie die Tatsache, dass es lange vor Pegida politische Attentate gab, zeigt.

Entsprechend stellt sich die Frage, wie die Verbindung zwischen Pegida, Galgen, Dresden und Mann, Messer, Köln hergestellt werden kann. Auf Basis logischer Argumente, ohne einen Dämon, ein bösartiges Agens anzunehmen, ohne eine Wahnvorstellung zu kultivieren, die ein frei flottierendes Agens am Werke sieht, der Ausschau nach potentiellen Messerstechern hält, ist dies nicht möglich.

Die Verbindung, die Niewendick “Pegida mitstechen sieht”, gibt es also nicht in der Realität, es gibt sie ausschließlich im Gehirn von Niewendick, was zu David Humes Untersuchung über den menschlichen Verstand führt. Hume hat gezeigt, dass Annahmen über abstrakte oder zusammengesetzte Eindrücke, wie er das genannt hat, also über Entitäten, die es nicht gibt, “Ideen”, “Verbindungen”, “ein bösartiges Agens”, “einen Dämon”, “die unsichtbare Hand der Pegida am Griff des Messers des Mannes in Köln” ausschließlich Konstrukte menschlicher Phantasie sind. Wären sie das nicht, Strafrichter hätten ihre wahre Freude mit Angeklagten, die für sich ins Feld führen, von einem bösartigen Agens, einem Dämon oder dem Niewendick-Virus besessen zu sein, weshalb sie für ihre Taten nicht verantwortlich sein könnten.

ideology of madnessDie Behauptung, Pegida habe mitgestochen, ist also eine Phantasievorstellung von Uwe Niewendick, was die Frage aufwirft, warum er diese Vorstellung entwickelt, warum er es gerne sähe, wenn Pegida mitgestochen hätte, warum er die Gelegenheit nutzt, um mehrere Tausend Personen, die in Dresden demonstrieren, zu gedungenen Meuchelmördern zu erklären?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, so wenig wie die Frage zu beantworten ist, warum es vielen gefallen würde, wenn sich der Ärger der Teilnehmer an der Pegida in Dresden in Gewalt transformieren würde. Die enstrpechenden Antworten lassen sich vermutlich nur über den Umweg der klinischen Psychologie geben und ihre Gegenstände finden sich im DSM-V beschrieben.

In jedem Fall kann festgestellt werden, dass es dem öffentlichen Diskurs und dem öffentlichen Klima in Deutschland sicher nicht nützlich ist, wenn von Wahnvorstellungen Geplagte wie Martin Niewendick in Tageszeitungen Raum erhalten, um weiter den Brunnen zu vergiften und weiter dazu beizutragen, die Menschen in Dresden und ihre Anliegen und Interessen zu delegitimieren. Dies wiederum fällt in die ureigenste Verantwortlichkeit von Medien und Politik, deren Vertreter offensichtlich nicht daran interessiert sind, legitime Interessen von Bürgern ernstzunehmen, wie dies in einer Demokratie normal sein sollte. Vielmehr scheinen sie an einer Eskalation interessiert zu sein, denn zu einer solchen tragen die Niewendicks der Republik bei.

Damit sind wir wieder im Reich der Vorstellungen angekommen und bei der Feststellung, das jemandem, der es sich vorstellen kann, dass mehrere Tausend Menschen gerne Messer in Politiker stecken, exzessive Gewaltphantasien offensichtlich sehr nahe liegen [und die Frage, was der Kandidat für das Amt des Verwaltungschefs in Köln mit einem Bundespolitiker gemeinsam hat, ist an dieser Stelle noch nicht einmal angesprochen…].

Butcher, James W., MIneka, Susan & Hooley, Jill M. (2014). The Measure of Madness. Philosophy of Mind, Cognitive Neuoscience and Delutional Thought. Cambridge: MIT-Press.

Mann, Macht, Krieg: Volksverhetzung aus Mecklenburg-Vorpommern

Der Montag ist der Tag, an dem wir aufarbeiten, was über die vergangene Woche aufgelaufen ist. Darunter findet sich regelmäßig …, sagen wir, in Ermangelung eines verkehrsfähigen Begriffs: schriftlicher Müll, den niemand bearbeiten wollte, weil der Intellekt rebelliert und sich alles sträubt, wenn man diese, in Ermangelung eines verkehrsfähigen Begriffs als “schriftlichen Müll” benannten Kommunikationsversuche in schriftlicher Form zur Kenntnis nimmt.

LAG Jungen MaennerEin solches Beispiel, das so lange auf dem Schreibtisch hin und her geschoben wurde, dass schon Schleifspuren in der Oberfläche sind, kommt aus Mecklenburg-Vorpommern. Es stammt von der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen-Männer-Väter und hat uns zum ersten Mal an Gene Roddenberry zweifeln lassen. Der Erfinder von Star Trek war Zeit seines Lebens nicht von der Überzeugung abzubringen, dass diejenigen, die vor Leinwänden in Kinos, Fernseher zuhause und aktualisiert Monitoren und Displays von Computern und mobilen Endgeräten sitzen, grundsätzlich mit Intelligenz begabt  sind – “There is an intelligent life form in front of the screen”, hat er immer gesagt. Nun, er war in seinem Leben offensichtlich nie in Mecklenburg-Vorpommern.

Aber urteilen Sie selbst. Der folgende Text findet sich auf dem Flyer der Fachtagung der LAG Jungen-Männer-Väter e.V., die am 6. Oktober 2015, ab 10.00 im Schweriner Schloss unter der “Schirmherrin Birgit Hesse, Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales” in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet. Hesse ist es wohl auch, die für unsere Zweifel an Roddenberrys Überzeugung und den folgenden Text verantwortlich ist:

“Sehr geehrte Damen und Herren,

schauen wir uns in den Geschichtsbüchern und dem gegenwärtigen Weltgeschehen um, wird immer irgendwo gekämpft, getötet, Krieg geführt. Und es sind immer wieder Männer, die solche gewalttätigen Auseinandersetzungen anzetteln, sie führen, sie am Ende niederschlagen.
Umgekehrt sind es auch oft Männer, die gewaltlose Widerstandsbewegungen prägen.

Bleibt die Frage: Ist es ein Wesenszug von Männern, Konflikte und Konfrontationen zu suchen oder gar zu erschaffen?

Der Konkurrenzkampf ist zum Merkmal unserer Gesellschaft geworden. Er gehört zu unserem alltäglichen Erleben. Das fördert nicht nur Entfremdung, sondern zugleich die Angst vor Fremdem.

Mann. Macht. Krieg. Hängen diese Begriffe zusammen?

Und wenn ja, wie? Dieser Fachtag will es wissen. Lassen Sie sich von einem spannenden Programm mitnehmen auf die verschiedenen Schauplätze, auf denen uns der Veranstaltungstitel begegnen kann.”

Sehr geehrte LAG Jungen-Männer-Väter,

wir wissen nicht, welcher Geist der geistigen Umnachtung Euch geritten hat, als Ihr diesen Text verfasst habt oder Euch habt aufoktroyieren lassen. Wir können dazu nur Folgendes sagen: Schauen wir in die Geschichtsbücher, so sind es immer Frauen, die die Männer zur Welt bringen und erziehen, jene Männer, die Kriege anzetteln und Kriege führen und töten. Bleibt also die Frage: Ist es ein Wesenszug von Frauen, Männer dazu zu erziehen, dass sie Kriege führen?

Und sind dann nicht auch Frauen dafür verantwortlich, dass Männer in Konkurrenz zueinander treten, um ihre Kräfte zu messen? Und wenn Konkurrenz tatsächlich wie im Text insinuiert, das Grundübel der Zeit ist, ist es dann nicht die konkurrenzlose Fähigkeit von Frauen, Männer zu erziehen, die die Konkurrenz erst ermöglicht, so dass das nicht-Vorhandensein von Konkurrenz erst zu Konkurrenz führt?
Denkt darüber nach ihr LAGler. Nicht dass wir denken, es hätte einen messbaren Effekt, wenn ihr darüber nachdenkt, aber wir geben eines nicht auf, die Hoffnung. Nachdem uns Roddenberry und seine Überzeugung abhanden gekommen ist, ist die Hoffnung das einzige, was bleibt.

So, das war für die Katharsis.

Man muss sich wirklich zwingen, diesen totalitären und faschistischen Unsinn ernst zu nehmen. Aber Ernst nehmen sollte man ihn wohl. Ernst nehmen sollte man die Normalität, mit der wieder Wesensideen aufgebracht werden, von einer Minsterin für Gleichstellung, die besser daran täte, sich etwas Grundbildung in den Ursachen von Totalitarismus anzueignen. Nicht, dass wir denken, es würde einen Eindruck im kognitiven Teil des ministerialen Gehirns machen, aber … Sie wissen ja, die Hoffnung … und so.

Hat man die Normalität der Wesensidee, Männer sind Kriegstreiber und Mörder, gerade verdaut, kommt der nächste Hammer: Männer sind nur deshalb Kriegstreiber und Mörder, weil sie Konkurrenz leben, weil sie sich miteinander messen. Kinder, kann man da nur sagen, Kinder, die ihr Ministerin spielt und Kinder, die ihr eine Landesarbeitsgemeinschaft “Jungen-Männer (Ha!, Männer!)-Väter” betreiben wollt, lasst Euch von gereiften und erfahrenen Wissenschaftlern das Folgende sagen:

Menschen haben seit es sie gibt, versucht, ihre Situation zu verbessern. Deshalb könnt ihr “Jungen-Männer-Väter” auf Kosten anderer Fachtagungen abhalten und Euch gut fühlen, im von Muskelmasse weitgehend befreiten Schutzraum. Deshalb könnt ihr Technologien nutzen und Euch darauf verlassen, dass das Licht auf Knopfdruck auch angeht. Diese Leistungen anderer, sie sind durch Konkurrenz befördert worden, Konkurrenz zwischen Erfindern wie Edison und Tesla.

Konkurrenz ist eine Triebkraft des menschlichen Lebens, denn menschliches Streben richtet sich auch darauf, einen Unterschied zu machen, sich zu differenzieren. Selbst in der DDR wollten sich die Gleichen unter den Gleichen als besondere Gleiche differenzieren, dadurch, dass sie in Babelsberg Westsekt getrunken haben, während der Rest des Volkes mit Rotkäppchen abgefüllt wurde, dadurch, dass sie sich zum verdienten Helden des Volkes haben erklären lassen.

Wenn es keine Konkurrenz und keine Möglichkeit der Unterscheidung gibt, dann gibt es für Menschen keinen Grund, sich anzustrengen (deshalb gehen sozialistische Systeme dann, wenn sie erfolgreich darin sind, Menschen ihr Bestreben nach Unterscheidung, danach, sich im Wettbewerb mit anderen als besser zu zeigen, abzutrainieren, unter, quasi eine ausgleichende Absurdität). Wenn es keinen Grund gibt, sich anzustrengen, dann macht niemand mehr einen Finger krumm oder mehr als er unbedingt muss. Dann wollen plötzlich alle z.B. Politiker werden und streiten um den Posten der Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, denn dafür braucht man offensichtlich keinerlei Qualifikation und keinerlei Wissen. Man ist einfach und kassiert, jedenfalls so lange es noch welche gibt, die nicht bemerkt haben, dass Konkurrenz eigentlich ganz schlecht ist.

Nach dem Wort an die Kinder, kommt das Wort an die Volksverhetzer, ja, Volksverhetzer oder wie nennt man diejenigen, die eben einmal die Hälfte der Menschheit ächten, mit Beiträgen wie:

Mann macht krieg“Mann. Macht. Krieg. … in der virtuellen Welt der Computerspiele.”
“Mann. Macht. Krieg. … und die Lust am Töten.”
“Mann. Macht. Krieg. … in der Politik und im Finanzwesen.”
“Mann. Macht. Krieg. … auf deutschen Autobahnen.”
“Mann. Macht. Krieg. … gegen fremde Kulturen.”
“Mann. Macht. Krieg. … in den Medien.”

Was man diesen Titeln sehr gut entnehmen kann, das sind die Prämissen, auf denen solche Vorträge basieren, es ist die Definition von männlichem Feind, die bei der LAG Jungen-Männer-Väter vorgenommen wird und die durch die Fachtagung transportiert werden soll. Der falsche Mann, der Feind-Mann, er spielt Computerspiele, Kriegssimulationen, er hat “Lust am Töten”, er ist für alles schlechte in der Politik und die Finanzkrise verantwortlich, er ist Banker, er rasst im BMW über deutsche Autobahnen und töten arme weibliche Wesen und deren Kindlein im Kleinwagen, die auf der Mittelspur kriechen, er ist Springer bestiefelter Feind aller Fremden und alles Fremden und verbreitet seine Vernichtungsideologie in den Medien.

Angeblich hat Berthold Brecht einmal gesagt, man könne gar nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte. Heute ist einer der seltenen Tage, an denen wir mit Berthold Brecht einer Meinung sind.

Die sogenannte Fachtagung wird aus Steuermitteln finanziert, Steuermittel, die mehrheitlich von Männern, diesen Bestien aus dem Reich der Konkurrenz, aufgebracht werden. Da nicht zu erwarten ist, dass die Jungen-Männer-Väter und ihre ministeriale Schirmherrin von sich aus das Rückgrat und die geistige Reife aufbringen, um auf die finanzielle Unterstützung durch diejenigen zu verzichten, die sie verachten, müssen wir eine Frage stellen, die sich aufdrängt: Ist es nicht an der Zeit, dass sich die männlichen Konkurrenzbestien, die durch ihre Arbeit erst möglich machen, dass sich Landesarbeitsgemeinschaften und Schirmherrinnen aus Ministerien auf ihre Kosten ausleben können, dass diese Konkurrenzbestien in den Streik treten, nicht mehr Arbeiten gehen, sich nicht mehr der Gefahr von Konkurrenz und Leistung aussetzen und – konsequenterweise darauf verzichten, die Jungen-Männer-Väter-Kinder und den MinisterDarsteller zu finanzieren?

Wahlweise kann man natürlich auch die Auflösung der LAG Jungen-Männer-Väter fordern und ein Amstenthebungsverfahren gegen Birgit Hesse, die den Minister mimt, anstrengen – wegen Volksverhetzung und intellektueller Unzumutbarkeit.

WaschlappenZum Glück ist Worldcup im Rugby. Zum Glück haben wir noch zwei aufgezeichnete Spiele, in denen Männer, also Wesen mit Muskeln, ohne hohe Stirn und ohne Optiker-Meise-Brille, die das nicht vorhandene intellektuelle Niveau kaschieren soll, also Männer, mit einander konkurrieren, um einen Ball, der hinter die Touchline getragen werden muss. Ein Spiel der Waliser vor 56.000 normalen Menschen im Millennium Stadium oder ein Spiel der All Blacks vor 90.000 in Wembley, inklusive eines Haka, das ist genau, was wir jetzt brauchen, um unseren Waschlappen im Bad wieder ohne Assoziationen ansehen zu können.

“Selbsternannte (Hass-)Prediger”

“[S]elbst ernannte  wissenschaftsferne (Hass-)Prediger, die beliebig festlegen wollen, was ‘unwissenschaftlich’ sein soll”, hat Ilse Lenz entdeckt.

Wir fragen uns: Was könnte dieser Satz bedeuten?

Welcher (Hass-)Prediger sagt von sich, er sei ein (Hass-)Prediger? Also: “Hey, wollt Ihr mal so richtigen Hass gepredigt bekommen. Kommt zu mir, dem einzig wahren (Hass-)Prediger!”

Wem einer bekannt ist, bitte bei uns melden.

Ist es nicht vielmehr so, dass (Hass-)Prediger von anderen als solche bezeichnet werden, in durchaus diffamierend gemeinter Weise? Wenn ja, dann ist Ilse Lenz hier ihre Logik durcheinander geraten (sofern sie eine hat), und sie meint nicht selbsternannte (Hass-)Prediger, sondern fremdernannte.

Preston CredoVerräterisch ist es, das Adjektiv “selbsternannt”. Für Ilse Lenz ist es offensichtlich negativ konnotiert. Was in anderen Ländern den Kern einer freien Gesellschaft ausmacht, das ist für Ilse Lenz negativ: nämlich dass man sich selbst, als der Bürger der man ist, dazu ernennt, die Regierung oder deren Handlanger zu kontrollieren, eine Selbsterenennung, die häufig in relativ kurzer Zeit in eine institutionalisierte Form überwechselt, weil noch mehr denken, sie müssten sich selbsternennen, und weil es in freien Gesellschaften die Kompetenz von einzelnen ist, die überzeugt, andere überzeugt, andere, nicht Ilse Lenz.

Für Ilse Lenz hat selbsternannt eine negative Konnotation. Für sie zählen offensichtlich nur fremdernannte (Hass-)Prediger in diesem Fall. Sie glaubt an Positionen nur dann, wenn sie von oben verliehen wurden, wenn der Pater Familias der kleinen Ilse auf die Schulter klopft und ihr ein Eis spendiert, dann ist das mehr wert als wenn die kleine Ilse sich Geld verdient und ein Eis davon kauft.

Es gibt eben mindestens zwei Arten von Menschen, solche, die etwas von sich aus leisten wollen und solche, die etwas verliehen bekommen wollen, am besten für keine Leistung. Das erklärt dann auch, dass Genderisten nun, da sie nach ihren Leistungen gefragt werden, den Frager mit einem Unverständnis anblicken, das nicht mehr zu überbieten ist.

Und es sind häufig Adjektive, Adjektive wie “selbsternannt”, eigentlich gebraucht, um andere abzuwerten, die zeigen, mit was oder wem man es zu tun hat. Geht der Versuch der Diskreditierung dann derart in die Hose, wie bei Ilse Lenz, die Personen, die von sich sagen, sie seien (Hass-)Prediger unterstellt, sie würden festlegen wollen, was “‘unwissenschaftlich’ sein soll”, dann atmet daraus nicht nur der Untertanengeist und die fast schon manische Anbindung an den Übervater, sondern auch ein Unverständnis davon, was Wissenschaft von Nicht-Wissenschaft trennt.

Denn: Ob etwas Wissenschaft ist oder nicht, das hat nichts damit zu tun, ob die Kriterien von einem selbsternannten (Hass-)Prediger stammen oder nicht. Es ist eine Frage der Kriterien, nicht der Person, die sie aufstellt. Und wie es die Wissenschaftsgeschichte nun einmal so will, jene Wissenschaftsgeschichte, das sei zugegeben, die Genderisten wie Ilse Lenz nicht kennen, gelten als Wissenschaft jene Aussagen über die Realität, die (1) nachvollziehbar und (2) prüfbar sind, die (3) an der Realität scheitern können und (4) eine (nach Möglichkeit neue) Erkenntnis über die Realität beinhalten.

Ob ein selbsternannter (Hass-)Prediger diese Kriterien vorbringt oder ein fremdernannter Untertan, das ist vollkommen wurscht. Wem es nicht wurscht ist, der gibt damit ein gutes Beispiel für den Fehlschluss ad hominem, der in Deutschland so weitverbreitet und der doch so vollkommen unwissenschaftlich ist.

Kulturstaatsministerin Grütters heimliche Bewunderin von Akif Pirincci?

Eigentlich, wir geben es offen zu, eigentlich wollten wir in diesem Post wieder eine Gedenkminute für die Logik einlegen, jene Logik, auf der nicht zuletzt die Sprache basiert, jene Logik, die dafür sorgt, dass Sprache nicht zum sinnentleerten Gebrabbel verkommt und eine Information transportiert, jene Logik, die in den Äußerungen von Monika Grütters so häufig und so beklagenswert fehlt.

Das beklagenswerte Fehlen hat beklagenswerte Überschriften in Pressemeldungen zur Folge, Überschriften wie: “Kulturstaatsministerin Grütters: LIT-potsdam macht Literatur zum sinnlichen Erlebnis“.

Wie lesen Sie?

Sinnlos? Bar aller sinnlichen Erlebnisse oder unter Einsatz ihrer Augen durch Dechiffrierung der lustigen Zeichen, in die ein anderer seine Information verpackt hat?

Es ist nicht vorstellbar, dass jemand so ganz ohne Einsatz zumindest eines seiner sieben Sinne etwas erlebt. Auf irgend einem Weg muss die Information von der Außenwelt ja in das Gehirn vordringen.

Pirincci cave canemAber schon Plato hat in seinem Höhlengleichnis darauf hingewiesen, dass alles Erleben eine Illusion sein kann, dass es nur philosophische Bildung gibt, um sicherzustellen, dass das sinnliche Erleben, das wir uns gerade einbilden, Sie, der Sie denken, sie würden diesen Post hier lesen und entsprechend sinnlich erleben, auch tatsächlich einen Gegenstand in der Außenwelt hat.

Was macht Sie eigentlich so sicher, dass Sie das hier lesen? Vielleicht träumen Sie? Vielleicht sind sie ein “brain in the wet”, das den Körper, den sie behaupten zu haben, nur simuliert, recht erfolgreich, wie wir sehen?

Vielleicht sind sie Monika Grütters, die nur dann sinnlich Literatur erleben kann, wenn sie nach Potsdam, zur LIT:potsdam fährt, wie sie glaubt, um sich dort mit vielen anderen der Tatsache zu versichern, dass sie erlebnisfähig ist, in kollektiver Halluzination das sinnlich Erfahrbare erfährt, denn: “Inspirierende Festivals wie LIT:potsdam machen Literatur als sinnliche Freude erlebbar”.

Oh weh, auch LIT:potsdam hilft nicht, die Illusion der eigenen Existenz zu vertreiben und Letztere als Faktum zu etablieren. Auch in Postdam, bei LIT:potsdam kann man nur “sinnliche Freude” erleben, also sich einbilden, dass man sich freut, sich als abgeschlossenes System erleben, das von sich denkt, es würde Literatur erleben und sich deshalb freuen.

Aber lassen wir das, denn, wie gesagt, wir wollten eigentlich nur eine Gedenkminute für die Logik einlegen, eigentlich deshalb, weil wir, durch sinnliches Erlesen des Textes, den Monika Grütters für die Teilnehmer der kollektiven Halluzination in Potsdam wohl gesprochen hat, zum akkustischen Erhören, zu einem Erlebnis gelangt sind, das man nur als “sinnliche Freude” bezeichnen kann, schon weil wir nicht wissen, wie man es sonst bezeichnen soll.

“Sinnliche Freude” hat, wie wir erleben, eine Erinnerung an einst, zum Eingang dieses Textes  sinnliche erfahrbar gemachte Aussagen zur Folge, Aussagen über Logik und deren Gedenken, in Minuten. Also gedenken wir in Minuten im Minutentakt logischer Schlüsse wie dem der Bejahung des Konsequens, einem Fehlschluss, dessen sinnlich erfahrbares Potential, dessen Kapazität für sinnliche Freude so massiv unterschätzt wird:

Monika Grütters: „Die Lust am Lesen wird uns erhalten bleiben, wenn wir sie pflegen und kultivieren wie hier in Potsdam. Aber die Freiheit des Wortes, die literarische Vielfalt müssen wir mit allen politischen Kräften schützen und verteidigen. Denn wir brauchen sie, die mutigen Dichter, die sprachgewaltigen Schriftsteller, die verwegenen Vordenker, die Geistesgrößen einer Gesellschaft. Sie sind der Stachel im Fleisch unserer Gesellschaft, der verhindert, dass intellektuelle Trägheit und politische Bequemlichkeit die Demokratie einschläfern.“

Erleben Sie? Spüren die das sinnliche Erleben des Erlesenen in ihrem Gehirn sich zur sinnlichen Freude steigern?

Sind sie endlich sinnlich erfreut? Beeilen Sie sich: Wir haben nicht alle Zeit der Welt!

Denn: Wer hätte das gedacht?
Wer hätte gedacht, dass sich hinter der biederen Sprachfassade der Monika Grütters, derartige Untiefen verstecken?
Wer hätte die sprachliche Euphorie vorhergesehen, die Wallung der Überraschung, ja die sinnlich kaum mehr zu steigendernde Freude darüber, dass Monika Grütters zu den Bewunderern von Akif Pirincci gehört?

Wie anders kann man die zitierte Stelle verstehen als als sinnliche Erklärung an die Adresse von Akif Pirincci, als literarische Liebeserklärung an den so häufig Gescholtenen und durch den Schmutz Gezogenen?

Was ist Pirincci anderes als ein “Stachel im Fleisch unserer Gesellschaft”?

Was ist Pirincci anderes als ein Antidot gegen geistige Trägkeit und politische Bequemlichkeit?

Niemand bringt Gutmenschen, Sozialisten, Feministen und Politiker derart in Wallung sinnlichen Erlebens wie Akif Pirincci mit seiner einmaligen Art sinnliche Erfahrung in Schriftzeichen zu kodieren, eine Art, die man am besten als Expletives Schreiben bezeichnet, ein neues Genre, das der sprachgewaltige Pirincci geschaffen hat, ein expletives Stachel-im-Fleisch der Gesellschaft Genre, eines verwegenen Vordenkers!

Endlich wird “dem kleinen Akif“, wie er sich selbst nennt, die entsprechende Wertschätzung, die auf tiefempfundener sinnlicher Freude bei Grütters beruhen muss, zuteil. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Preise von Buchhandel und allen anderen sinnlich freudalen Preisverteilern auf Pirincci einstürzen.

Welch’ sinnliche Freude und so schön logisch fehlgeschlossen, in voller Bejahung des Konsequens.