Die explorative Tagung

Data speak to me!

Diese Aufforderung richten quantative Sozialforscher regelmäßig an ihre Daten, wenn sie so gar keine Ahnung davon haben, was sie einmal forschen könnten, was sie erwarten und worauf hin sie ihre Daten analysieren wollen.

SPSS FAEntsprechend wird dem Datenmaterial z.B. mit einer Faktorenanalyse, regelmäßig in der Voreinstellung ab SPSS-Werk, zu Leibe gerückt und interpretiert, was herauskommt.

Explorative Verfahren nennen quantitative Sozialforscher Methoden wie die Faktorenanalyse, die, zu ihrer Ehrenrettung sei es angemerkt, auch konfirmatorisch eingesetzt werden kann, also zur Bestätigung einer theoretischen Annahme.

Explorative Verfahren, also die Aufforderung “Data Speak to me!”, sind unter quantitativen Sozialforschern relativ schlecht angesehen. Wer sie als Allein-Statistikmittel einsetzt, nicht theoriegeleitet vorgeht und dafür keine konkreten Gründe hat, der gilt als Datenfuzzi, als einer, der dem Output in SPSS auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist.

Explorative Verfahren sind dagegen für viele qualitative Sozialforscher zentral, denn qualitative Sozialforscher wollen oftmals verstehen, was sie nicht verstehen, lernen, was sie nicht kennen, hören, was sie angeblich nicht erwarten, denn sie beanspruchen oftmals, ihrem Forschungsgegenstand ohne jegliche Voreinstellung zu Leibe zu rücken. Wie sie, bar aller Voreinstellung, überhaupt in der Lage sind, ihren Forschungsgegenstand zu finden, ist eine Frage, die bislang unbeantwortet geblieben ist.

Und obwohl explorative Verfahren in der Findungsphase, da, wo man sich seinem Forschungsgegenstand nähert, eine Funktion als Lieferanten von Hypothesen, die man dann testen kann, erfüllen, sind sie doch in letzter Zeit arg strapaziert und auf Felder ausgeweitet worden, die advers zu jeglicher Erkenntnis sind. Sie sind zum netten Gespräch, zum Austausch unter Gleichgesinnten oder zum andächtigen Lauschen im Experteninterview verkommen und dienen regelmäßig dazu, dem Forscher, der von Methoden keine Ahnung hat, die Möglichkeit zu bieten, die Ideen, die er nicht hat, von Dritten geliefert zu bekommen.

Leider hat die qualitative Sozialforschung bislang noch keine Befragungsmethode entwickelt, die nicht nur die Ideenlieferung, sondern auch die Interpretation der Ideen leistet, aber das ist vermutlich nur eine Frage der Zeit.

Explorative TagungDenn: Die Entwicklung neuer qualitativer Verfahren schreitet stürmisch voran.

Gestern hatten wir noch das Tiefeninterview, bei dem sich Befragter und Befragender darum streiten, wer auf der Couch liegen darf, heute haben wir die explorative Tagung.

Die explorative Tagung ist für alle geeignet, die:

  • finanzielle Mittel für eine Tagung ausgeben müssen, bevor sie verfallen,
  • keine Idee haben, zu welchem Thema sie eine Tagung ausrichten sollen,
  • keine Erwartung dahingehend haben, was bei der Tagung herauskommen soll,
  • sicherstellen wollen, dass eine Reihe von Beiträgen zur Tagung eingereicht wird, und zwar von Leuten, die zwar auch keine Idee haben, aber den freien Kontext der explorativen Tagung zu schätzen wissen, um zu sagen, was sie schon immer einmal sagen wollten;

Entwickelt wurde die Methode der explorativen Tagung von Pia Schmid (Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg), Eva Labouvie (Otto-von-Guericke-Universität Madgeburg) und Michaela Frohberg (Koordinierungsstelle für Frauen und Geschlechterforschung Sachsen-Anhalt).

Beschrieben wird die neue Methode des “anything goes” wie folgt:

“Für jeden Beitrag werden etwa 45 Minuten (30 Minuten Vortrag, 15 Minuten Diskussion) zur Verfügung stehen. Wir möchten bewusst auf eine thematische Einschränkung verzichten und stattdessen ein breites interdisziplinäres Spektrum an Themen zusammenführen. Alle interessierten Nachwuchswissenschaftler*innen, die sich mit Forschungsthemen und der Vorstellung von Projekten an der Tagung beteiligen möchten, bitten wir um Zusendung von Arbeitspapieren (ein bis drei Seiten) bis zum 31. Mai 2015 an folgende Adresse:
Michaela.Frohberg@ovgu.de

Alle Leser, die zum “5. Landesweiten Tag der Genderforschung in Sachsen-Anhalt” einen Vortrag beisteuern wollen, welchen Vortrag auch immer, sind aufgerufen, ihre Idee an Michaela Frohberg zu richten.

Gibt es etwas, was Sie schon immer einmal sagen wollten? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür. Die explorative Tagung, die das Land Sachsen-Anhalt, seines Zeichens ein Nehmerland im Länderfinanzausgleich, finanziert, macht es möglich.

Haben Sie auch keine Idee, aber die Fähigkeit, viele Worte um nichts zu machen? Melden Sie sich bei Michaela Frohberg. Wenn es darum geht, Steuergelder zu ver(sch)wenden, dann ist jedes Mittel recht.

Haben Sie zwar keine Ahnung von Wissenschaft, aber viel von Geschlecht? Ihre Idee und ihr Vortrag sind gefragt. Melden Sie sich als Nachwuchswissenschaftler unter der eMail-Adresse, die oben genannt ist.

Akademisches Hartz-IV

Die ScienceFiles-Frühstücksgespräche sind eine schier unerschöpfliche Quelle für gute Ideen.

ScienceFiles_BreakfastclubDieses Mal hat wieder Dr. habil. Heike Diefenbach eine geniale Idee entwickelt, die wir sofort umgesetzt und in Post-Form gebracht haben. Die Idee ist wohl auch der ethnologischen Ausbildung von Heike Diefenbach geschuldet, denn Ethnologen lernten früher einmal, einen verfremdeten Blick auf die eigene Gesellschaft zu richten. Das war früher, bevor sich auch Ethnologen zum, wie man in Britannien sagt: “Mouthpiece” der politischen Korrektheit und des langweiligsten aller Mainstreams gemacht haben und seither in Piktogrammen Rassismus sehen wollen.

Wenn man dagegen einen etwas verfremdeten Blick auf die eigene Gesellschaft richtet, dann erkennt man plötzlich Zusammenhänge, die man zuvor mangels Aufmerksamkeit oder aufgrund kultureller Vorgaben, gar nicht erkannt hat.

Zum Beispiel, dass Genderlehrstühle, Gender Studies und andere Fächer, die an Universitäten wie Pilze aus dem Boden schießen, Lehrstühle für Grammatik oder Linguistik des Englischen zur Zeit Georges des III. oder für Sprachkritik, nichts anderes sind als Hartz-IV für Akademiker.

Warum?

Nähern wir uns von der Nachfrageseite.

Das ist schnell erledigt, denn es gibt keine Nachfrage.

Würden die entsprechenden Fächer an einem freien Markt angeboten, es wäre schnell mit ihnen am Ende, denn es gibt schlicht keine Nachfrage nach z.B. Gender Studies, und zwar deshalb nicht, weil Gender Studierte nichts Produktives anbieten, was das Wachstum steigern oder auch nur den Komfort und die Bequemlichkeit potentieller Nachfrager erhöhen würde. Die Nachfrage nach der Arbeitskraft von Gender Studierten ist auf dem freien Arbeitsmarkt gleich null.

Gleiches gilt für Hartz-IV-Bezieher: Die Nachfrage nach ihrer Arbeitskraft ist gering oder nicht existent.

Entsprechend werden Hartz-IV-Bezieher in Weiterbildungs- und sonstige zeitfüllende Maßnahmen verschoben, die dem Anschein dienen, dass ihre Absolvierung und das Zertifikat am Ende die Arbeitsmarktchancen des Zertifikat-Besitzers in irgendeiner Weise erhöhen würden. Kurz: Staatliche Stellen schaffen eine künstliche (zeitlich begrenzte) Nachfrage nach Hartz-IV-Arbeitskraft durch Weiterbildung oder auch ABM-Maßnahmen.

Matthäus_Schiestl_Die_Almosen_des_ArmenDasselbe ist für Gender Studierte oder Absolventen anderer unproduktiver Fächer der Fall. Staatliche Stellen schaffen die Nachfrage für die Gender Studierten, die ohne staatliche Alimentierung nicht vorhanden wäre. Aus Steuergeldern werden Gender-Netzwerke finanziert, Gender-Lehrstühle geschaffen, gesetzliche Regelungen sorgen dafür, dass ein künstlicher Arbeitsmarkt für Gender Studierte entsteht. Gender Studierte benötigt zwar nach wie vor niemand, aber dadurch, dass es obligatorisch gemacht wurde, eine Frauenbeauftragte oder sonstige überflüssige Verwaltungsstellen in öffentlichen Institutionen und in Unternehmen zu schaffen, ist die künstliche Nachfrage nach Gender Studierten geschaffen.

Wichtig ist: Diese künstliche Nachfrage ist komplett von staatlichen Stellen und mit Mitteln der Steuerzahler geschaffen. Genau wie dies für Hartz-IV der Fall ist. Das Einkommen von Hartz-IVlern und die Einkommen von Gender Studierten hängen zu 100% von staatlichen Zuwendungen ab. Die Beschäftigung der Hartz-IVler, die sich nicht aus eigener Kraft weiterqualifizieren, sondern auf die Brotkrumen der Job-Center vertrauen, ebenso wie die Beschäftigung von Gender Studierten hängt zu 100% von staatlichen Stellen und Regulierungen ab, denn – um es noch einmal zu wiederholen – auf dem Arbeitsmarkt gibt es keine Nachfrage nach der Arbeitskraft von Gender Studierten, und es gibt keine Nachfrage nach dem, was Hartz-IVler anbieten können oder wollen.

Gender Studierte und andere Inhaber sinnloser Hochschulabschlüsse sind somit nichts Anderes als akademische Hartz-IVler: Der Arbeitsmarkt braucht das, was sie anzubieten haben, nicht.

Das erklärt, warum z.B. Gender Studierte dem Kapitalismus so feindlich gegenüberstehen, denn würden sie nicht von staatlichen Stellen alimentiert, sie wären arbeitslos. Auf dem freien Arbeitsmarkt können sie nicht bestehen, und der freie Arbeitsmarkt ist der Kern, um den herum sich Kapitalismus entwickelt hat.

Entsprechend ist auch klar, warum u.a. Genderisten so intensiv am Bauen von Netzwerken sind und so große Anhänger des Sozialismus, denn sie brauchen einerseits Nutznießernetzwerke, um sich ein Einkommen zu sichern, andererseits einen Planposten “Genderismus”, der sich in einer Vielzahl von Maßnahmen zur Durchsetzung von z.B. Gender Mainstreaming niederschlägt, mit denen wiederum Genderisten, die niemand braucht, in Positionen gelangen, auf denen sie dann von Steuerzahlern finanziert werden und – sofern sie etwas tun, Dinge tun, die niemanden interessieren, eben weil sie niemand braucht.

Die komplette Welt der Genderisten ist eine Welt der Illusion, sie ist eine staatliche Illusion, die auf Gesetzen basiert, die Stellen obligatorisch machen, die niemand braucht, um eine künstliche Nachfrage für Absolventen zu schaffen, deren Arbeitskraft auf einem freien Markt niemand nachfragen würde. Es ist diese Welt der Illusion, die Gender Studierte denken lässt, sie seien irgend etwas anderes als Almosenempfänger und in irgendeinem Punkt von Hartz-IV-Empfängern verschieden.

Aber es gibt doch einen Unterschied zwischen Hartz-IV und akademischem Hartz-IV. Ersteres ist weitgehend für die Unterschicht geschaffen worden, für diejenigen, die in Ausbildungsberufe verschoben wurden, die heute niemand mehr braucht oder die keinerlei Ausbildung vorzuweisen haben. Akademisches Hartz-IV wurde für die mittlere und die untere Mittelschicht geschaffen, diejenigen, die, obwohl sie sich weder im Hinblick auf die Inadäquatheit ihrer Ausbildung noch im Hinblick auf die Tatsache, dass ihre Arbeitskraft eben nicht gebraucht wird, von Hartz-IVlern unterscheiden, die Illusion brauchen, sie seien etwas Besseres als Almosenempfänger oder Bezieher sozialer Leistungen.

©ScienceFiles, 2015

“Kunstwerke verkaufen und Steuern senken!” oder: Braucht eine zivile Gesellschaft Kunstwerke?

Durch Zufall sind wir auf die Tatsache aufmerksam geworden, dass Bund und Länder viel Steuergeld dafür ausgeben, vermeintliche Kunstwerke anzukaufen.

Warhol

Wir bevorzugen Baxters.

So befinden sich, wie aus einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hervorgeht, rund 8.300 vermeintliche Kunstgegenstände im Besitz der Landesregierung. Um was es sich dabei handelt, kann die Landesregierung eines Landes, das im Länderfinanzausgleich zu den Bettlern gehört, leider nicht angeben, da das Einverständnis der Künstler für eine Veröffentlichung notwendig sei und in vielen Fällen nicht vorliege. Ob die Landesregierung Sachsen-Anhalt bei jedem Kauf unbekannter Kunstwerke von unbenannten Künstlern das Einverständnis der Steuerzahler eingeholt hat, wird aus der Antwort auf die Kleine Anfrage leder nicht deutlich.

Dass sich im Besitz der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen zwei Warhols befunden haben, ist dadurch ans Tageslicht gelangt, dass die Landesregierung die beiden Werke in New York für die Kleinigkeit von 151,5 Millionen US-Dollar hat versteigern lassen.

Und dass manche es geradezu als Aufgabe von Landes- und Bundesregierung ansehen, das, was sie als Kunstwerke ansehen, aufzukaufen, hat die Stammlesern von ScienceFiles bereits bekannte Monika Grütters gerade ausgeplaudert. Bei der Gelegenheit hat sich sich an einer Neubestimmung von ökonomischem Wert versucht, die Mill, Marx und Ricardo im Trio rotieren und Adam Smith die Hände über dem Kopf zusammenschlagen ließe.

Wir zitieren:

“In der Politik droht neuerdings leider eine eindimensionale Sicht auf den Marktwert der Kunst hoffähig zu werden. Der bisherige Konsens, wonach der Staat dem Wert der Kunst, dem Schutz kultureller Werte verpflichtet ist, hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen nicht davon abgehalten, zwei Warhols unter den Auktionshammer zu bringen. Für die Zukunft gilt es, einen Dammbruch für Verkäufe national wertvoller Kunstwerke aus öffentlichem Besitz zu verhindern. Denn wo die Preise, die sich mit Kunst erzielen lassen, politisch höher bewertet werden als ihr Wert, wird sie zum dekorativen Luxus, den wir uns nur in guten Zeiten leisten und den wir in schlechten Zeiten zur Disposition stellen, um Haushaltslöcher zu stopfen.”

Wert und Preis von Kunstgegenständen ist also eine Frage der politischen Bewertung. Ist Kunst oder das, was man als Kunst betrachtet, ein dekorativer Luxus, dann wird das bei Grütters ihrem Wert ebenso wenig gerecht als es der Verkauf der Kunstswerke, um Haushaltslöcher zu stopfen, wird. Indes, auch wenn Grütters in aller ökonomischen Ahnungslosigkeit, zu der sie fähig ist, Preise zu etwas Empirischem und Werte zu etwas Eingebildeten stilisiert, so scheint dies doch nicht wirklich als Grundlage einer neuen Werttheorie zu taugen.

DobbZur Erinnerung: Ökonomen und Philosophen haben sich über Jahrhunderte den Kopf darüber zerbrochen, wie man den Wert, der in die Erstellung eines Gutes eingeflossen ist, im Preis abbilden kann. John Stuart Mill hat dieses Problem einfach gelöst, in dem er angenommen hat, “dass die Dinge die Tendenz haben, eines gegen das andere sich zu solchem Werte austauschen zu lassen, dass jeder Produzent in den Stand versetzt wird, die Produktionskosten samt dem gewöhlichen Kapitalgewinn zurückerstattet zu erhalten”. Marx hat versucht, den Wert der Arbeit, die in die Produktion eines Gutes eingeflossen ist, in seiner Werttheorie besonders zu berücksichtigen und durch seine Mehrwerttheorie zu ergänzen. Beide Philosophen und eigentlich so ziemlich alle Ökonomen, die sich mit dem Wert von Gütern befassen, sind also der Meinung, der Wert eines Gutes werde über die Arbeit, das Material, die Zeit, schlicht: die Ressourcen bestimmt, die in seine Produktion eingeflossen sind. Und ob sich die Investition in den Wert eines Gutes gelohnt hat, das zeigt sich dann, wenn man es am Markt tauschen will. Tauscht man es gegen Geld, dann zeigt sich, ob das Gut die Produktion wert war, am Preis.

Nicht so bei Monika Grütters. Bei ihr ist der Wert von Kunst essentiell und nicht im Preis abzubilden. Ein Kunstwerk ist kein dekorativer Luxus, der sich am hohen Preis bemessen lässt. Ein Kunstwerk ist auch kein Mittel, um Haushaltslöcher zu schließen. Der Wert eines Kunstwerkes bestimmt sich für Grütters offensichtlich auch nicht entlang der Kosten für Leinwand, Rahmen, Ölfarben und Arbeitsaufwand des vermeintlichen Künstlers, denn wäre dem so, sie wäre nicht bereit, mehr als 1000 Euro pro Kunstwerk auszugeben. Nein, der Wert ist ideel, eine frei flottierende Entität, die sich demjenigen mitteilt, dem sie sich mitteilt. Grütters zum Beispiel, die den Wert von Kunst auch unabhängig vom Preis, den das Kunstwerk am Markt erzielen könnte, offensichtlich sofort erkennt, vermutlich weil der große Kunstgeist ihn mitteilt.

Man hat es ja schon immer geahnt, aber die Offenheit, mit der Grütters, immerhin Staatssekretär im Bundeskanzleramt und vermeintlich für Kultur zuständig, ausplaudert, dass Bund und Länder Kunstgegenstände al Gusto bepreisen und offensichtlich zu Phantasiesummen aufkaufen, die am Markt für Kunstgegenstände nie zu erzielen wären, lässt die Farbe aus dem Gesicht verschwinden. Kein Wunder, dass das Land Sachsen-Anhalt die Namen der Künstler, die von ihnen erstellen Kunstwerke und vor allem die Summen, die dafür ausgegeben wurden, diese Kunstwerke anzukaufen, nicht öffentlich machen will, denn offensichtlich ist auch das Aufkaufen von Kunstwerken ein Patronagesystem, das auf Kosten der Steuerzahler und auf Kosten der Armen, für die sich Politiker so gerne engagieren, betrieben wird.

Mit ihrer Meinung, dass der Wert eines Kunstgegenstandes nicht über den Preis bestimmt wird, den der entsprechende Gegenstand am Markt erzielt, sondern darüber, was ein Staatssekretär gerade als dessen Wert ansieht, steht Grütters übrigens nicht allein. Die absurde Idee, dass der Wert von Gegenständen eine Größe ist, die sich eigentlich gar nicht bestimmen lässt, sondern unbezifferbar ist, anders formuliert, dass neben dem Preis noch ein unglaublich hoher, in keiner Einheit messbarer, aber dennoch vorhandener ideeler Wert vorhanden ist, diese absurde Idee haben wir in einem Buch zur ausgerechnet “Politischen Ökonomie” gefunden, und zwar in der folgenden Variante:

Priddat politischeoekonomie“Das Buch erzeugt einen Zustand des Menschen, der nicht mehr identisch ist mit dem, in dem er das Buch zu lesen begann. Dies nennen wir Transformation. … Bücher dieser Couleur haben einen Mehrwert, der durch ihre Dinghaftigkeit nicht bezeugt ist. … beim Kauf … hat das Buch einen Wert, der sich im Preis nicht erschöpft. … Es kann Bücher geben, die in das Leben von Menschen so stark eingreifen, dass man ex post ein paar hunderttausend Euro nachzahlen müsste, um dem Wert einigermaßen zu entsprechen. … Wir verkaufen/kaufen Güter, deren Preis nichts über den Wert aussagt, den diese Bücher entfalten. Als Transformationsgüter sind Bücher Konsumtiva, die im Konsum ihren Wert bilden bzw. über den Preis hinaus steigen” (Priddat, 2009: 117-118).

Die Vorstellungs- oder Einbildungskraft des Herrn Priddat reicht leider nur dazu, eine Wertsteigerung zu sehen. Was aber, wenn das Lesen eines Buches, z.B. des Buches von Herrn Priddat den Wert nicht steigert, den man mit dem Preis diesem Buch zugeschrieben hat, sondern reduziert, wenn man durch das Lesen und den schockierenden Unsinn, den man lesen muss, misanthropisch und pessimistisch wird, wenn einen die Lebensfreunde verlässt, angesichts des Unsinns, der in Buchform gebracht werden kann? Soll man dann Priddat mehrere hunderttausend Euro in Rechnung stellen, für entgangene Lebensfreude und den Verlust des Glaubens an die Vernunft in Menschen?

Jemand wie Birger Priddat müsste dieser Möglichkeit eigentlich zustimmen, so dass wir jedem Leser seines Buches, der dabei intellektuellen Schaden nimmt, nur raten können: Nehmt den Priddat beim Wort und klagt die Transformation Eurer Persönlichkeit, die durch die Lektüre des Priddats eine Wende ins Schlechtere genommen hat, ein!

Ansonsten müssen wir abschließend zwei Dinge feststellen und eine Forderung formulieren:

  • Die Irrationalistät feiert in Deutschland munter Feste, nun auch in Büchern über “Politische Ökonomie” (bei Staatssekretär Grütters ist man nichts anderes gewohnt).
  • Die Behauptung, etwas habe einen Wert, den man nicht z.B. über seinen Preis bestimmen kann, ist für diejenigen bequem, die sich einer Kontrolle durch Dritte entziehen wollen. Käme z.B. der Bund der Steuerzahler, was höchst unwahrscheinlich ist, aber dennoch hier einmal angenommen werden soll, käme also der Bund der Steuerzahler auf die Idee, also einer beim Bund der Steuerzahler auf die Idee, bei bestimmten Kunstwerken die Ansicht zu vertreten, dass sie z.B. beim Land Sachsen-Anhalt zu überhöhten Preisen angekauft wurden (vorausgesetzt, man wüsste beim Steuerzahlerbund, welche Kunstwerke das Land Sachsen-Anhalt ankauft, was ja bekanntilch geheim ist), dann könnte man dieser Ansicht leicht dadurch entgegentreten, dass man den Vertreter des Bundes der Steuerzahler darauf hinweist, dass er den wahren Wert des entsprechenden Kunstwerkes nicht zu erkennen im Stande ist. Eh voilá.

Schließlich die Forderung, die mit zwei Fragen eingeleitet werden soll:

1. Müssen in öffentilchen Gebäuden Kunstwerke ausgestellt werden, die sich im Eigentum von Bund, Ländern und Gemeinden befinden?
2. Brauchen Bund, Länder und Gemeinden Eigentum an Kunstgegenständen?

Die Antwort auf Frage 1 lautet: Sie müssen es nicht. Die Antwort zu Frage 2 lautet: Sie brauchen es nicht.

Daraus resultiert die Forderung: Alle Kunstgegenstände im Besitz von Bund, Ländern und Gemeinden, die sich nicht in Museen befinden, sind zu verkaufen, und der Erlös ist zur Tilgung von Schulden zu verwenden. Wenn Künstler ihre Kunstwerke in öffentlichen Gebäuden ausstellen wollen, um sie einem breiten Publikum bekannt zu machen, dann können sie dies gegen eine geringe Gebühr tun.

Priddat, Birger, P. (2009). Politische Ökonomie. Neue Schnittstellendynamik zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften.

100% Studenten?

Es ist an der Zeit, dem OECD-Irrsinn, dessen Ziel darin besteht, die Quote derer, die studieren, zu erhöhen, ein Ende zu setzen.

OECDAusgangspunkt für diesen Irrsinn ist die Beobachtung von u.a. Theodore Schultz aus den 1960er Jahren, dass im Aggregat betrachtet, Bildungsniveau der Bevölkerung und Wirtschaftswachstum einander bedingen: Je formal gebildeter eine Bevölkerung ist, desto mehr Wachstum gibt es.

Daraus hat man bei der OECD geschlossen, dass die Wirtschaft wächst, wenn man das Bildungsniveau der Bevölkerung erhöht, ein Schluss, der, wenn er richtig wäre, zur Konsequenz hätte, dass das höchste Wirtschaftswachstum dann erreicht wäre, wenn 100% der Bevölkerung eine Hochschule absolviert haben.

Offensichtlich ist diese Prämisse kompletter Unsinn, so dass man sich fragt, wo der Hype mit der formalen Bildung herkommt.

Dazu muss man zunächst einmal feststellen, dass formale Bildung nicht unbedingt Bildung bedeutet. Es mag eine Korrelation zwischen formaler Bildung und Bildung geben, aber ein Abitur sagt nichts über die Bildung dessen, der es hat, aus. Ein Abitur gibt bestenfalls eine erhöhte Wahrscheinlichkeit dafür an, dass ein Träger des Abiturs mehr Wissen hat als ein Hauptschulabsolvent, ein Schluss, der sich schnell als falsch erweisen kann, wenn – wie in der PISA-E Studie, die Leistungen von Abiturienten aus Bremen hinter denen von Hauptschülern aus Bayern zurückbleiben.

Wenn formale Bildung keine Synonym für Bildung als solche ist, was ist sie dann?

Wir schlagen vor, formale Bildung als Maß der Anpassungsbereitschaft an institutionelle Vorgaben anzusehen mit der Konsequenz, dass der Anteil der Angepassten unter den formal Höhergebildeten größer sein muss als unter den formal Niedriggebildeten.

Diese Definition hat zudem zur Konsequenz, dass formale Bildung nicht per se der Olymp dessen ist, was Menschen erreichbar ist. Und die Definition macht den Weg frei, um die soziale Konstruktion dessen, was formale Bildung ist und was angeblich mit Bildung übereinstimmt, deutlich zu machen.

Ein Professor für Kunstgeschichte mag es unglaublich finden, wenn einer seiner Studenten nicht weiß, wer den Holzsockel von Rodin’s Denker geschnitzt hat.

Ein Professor der Gender Studies mag mit dem Kopf schütteln, wenn die Mehrheit der Menschen seine Einsicht nicht teilt, dass es 100e von Geschlechtern gibt.

Aber: Ein Arbeiter wird mit dem Kopf schütteln, wenn er den “Studierten” dabei beobachtet, wie er völlig unbeholfen versucht, einen Randstein zu setzen oder eine Wand zu streichen.

Und ein Elektriker wird Lachkrämpfe entwickeln, wenn er den Professor der Kulturwissenschaften, der sich damit gebrüstet hat, keine Glühbirne in die Fassung zu drehen, bei eben diesem komplizierten Unterfangen beobachtet (der entsprechende Kulturwissenschaftler ist zwei Redaktionsmitgliedern von ScienceFiles namentlich bekannt).

Kurz: Wissen ist relativ und wird erst dann zu relevantem Wissen, wenn es einer nützlichen Verwendung zugeführt werden kann.

Dies ist der Grund dafür, warum formale Bildung von manchen so überstilisiert, so hochgejubelt wird, denn sie haben nur ihre formale Bildung, den (Hochschul-)Abschluss oder Titel, der ihnen für Wohlgefälligkeit verliehen wurde, der formale Bildungstitel, der ihnen oft genug den Zugang in die Welt des Geschwätzes und der öffentlichen Verwaltung ebnet.

Anders formuliert: Eine Reihe von Inhabern formaler Bildungstitel bleibt, wenn es um die Nützlichkeit des Wissens, das die entsprechenden Inhaber haben, geht, deutlich hinter dem Wissen von Müllfahrern, Maurern, Kanalarbeitern, Tischlern und anderen zurück, die die entsprechenden Inhaber dann regelmäßig als bildungsfern diskreditieren.

Und, nicht zu vergessen, um die sie sich sorgen, weil ihre Kinder in vermeintlich zu geringem Anteil an Hochschulen ankommen. Warum nur, ist das so, so fragen sie sich in aller Heuchelei, denn natürlich sind sie nicht bereit, die steuerzahlerfinanzierten Stellen, die sie sich geschaffen haben, zu teilen.

Überhaupt stellt sich die Hochschullandschaft vor allem in den Sozialwissenschaften mehr und mehr wie ein Wurmfortsatz der Verwaltung dar. Wir haben gestern über ein Forschungsprojekt berichtet, das mit 532.167,60 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, also aus Steuergeldern gefördert wird, und dessen einziger Zweck darin besteht, Fördertöpfe zu indentifizieren und eine Art “best practice des Gefördertwerdens” zu entwickeln. Wohlgemerkt es geht darum, gefördert zu werden, nicht darum, für eine sinnvolle Idee gefördert zu werden.

Hochschulen werden daher immer mehr zum Ort, über den der Zugang in die öffentliche Verwaltung stattfindet und hier in Positionen, deren Nutzen erst noch zu zeigen wäre. Konsequenterweise entstehen an Hochschulen Fächer, deren Nutzen einzig darin besteht, Personal für den öffentlichen Bereich zu rekrutieren und mit Abschlüssen und Titeln auszustatten, Personal, das dann seinerseits Tätigkeiten ausführt, deren Effekt auf das Bruttosozialprodukt im besten Fall nicht vorhanden, im schlechtesten Fall negativ ist. Personal, das in seiner gesellschaftlichen Nützlichkeit weit hinter der eines Müllfahrers und eines Maurers zurückbleibt. Aber: Personal, das auf die angeblich Bildungsfernen herabblicken zu können glaubt, so sehr, dass manche es sich zur Aufgabe machen, den armen Bildungsfernen helfend unter die Arme greifen zu wollen, damit z.B. der Anteil der Studenten aus der Arbeiterschicht größer wird.

Aber vielleicht entspricht die Anzahl der Kinder aus Arbeiterfamilien, die an Universitäten studieren, ja den Präferenzen in der Arbeiterschicht. Vielleicht ist es der Anteil der Kinder aus der Mittelschicht, der verändert werden muss, der reduziert werden muss, weil viele studieren, die nicht die Fähigkeit zum Studieren mitbringen und die dies in Fächern tun, die keinerlei Nutzen für die Steuerzahler mit sich bringen.

Und ist es nicht moralisch verwerflich, etwas Sinnloses wie Gender Studies zu studieren und sich dieses Studium von denen, die man als bildungsfern diskreditiert und die seit ihrem 16. Lebensjahr Steuern zahlen, finanzieren zu lassen?

does education matterDas bringt uns zurück zum OECD Irrsinn. Es mag in den 1960er Jahren und in den Entwicklungsländern, die Theodore Schultz untersucht hat, so gewesen sein, dass mit einem zunehmenden Bildungsniveau das Wachstum gestiegen ist. Es ist für moderne Industrienationen nicht der Fall. Das zeigt Alison Wolf in ihrem Buch “Does Education Matter”. In Industrienationen sind diejenigen mit hoher Bildung nicht vornehmlich diejenigen, die zum Bruttosozialprodukt beitragen. Ökonomisches Wachstum wird getragen von all den Arbeitern, den Selbständigen im Mittelstand, denen, die täglich Produktives tun, und zwar ganz ohne Abitur oder Hochschulstudium.

Dagegen werden die Studierten zunehmend zur Last für eine Gesellschaft, zu Nutznießern der Produktivkraft von Arbeitern und Handwerkern, die den Überschuss erwirtschaften, den Hochschullehrer wie das Profx dann durch angebliches Denken verbrauchen.

Insofern ist es Zeit, die Geschichte vom Kopf auf die Füße zu stellen und die Frage danach, was die vielen angeblich Bildungsnahen, die sich an Hochschulen herumdrücken, denjenigen, die sie finanzieren, für einen Nutzen bringen.

Das ist eine Frage, die die Mehrzahl derer in natur- und ingenieurswissenschaftlichen Fächern nicht fürchten wird. Anders sieht es in Teilen der Sozialwissenschaften aus, wo die Normalität, sich von Arbeitern durchfüttern zu lassen, auf keinerlei empfundene moralische Verpflichtung trifft, etwas anderes als Worte, deren Bezug zur Realität ungeklärt ist, zurückzugeben.

©ScienceFiles, 2015

Gesucht: Innovationspotential – aber vor allem: Fördertöpfe

Wir wollen uns an dieser Stelle bei allen Lesern bedanken, die uns unermüdlich mit Informationen versorgen. Wir können nicht jede eMail, die uns erreicht, beantworten, aber wir lesen jede eMail und machen aus den Informationen, von denen wir denken, dass sie auf breites Interesse stoßen, einen Post auf ScienceFiles.

Heute haben wir die Anregung eines Lesers von ScienceFiles aufgegriffen, der uns auf eine Seite verwiesen hat, die sich Genderforschung Governance nennt.

Governance, das klingt gut – oder?

WilliamsonRäumen wir zunächst den Begriffsbrocken der “Governance” aus dem Weg. Witziger Weise ist der Begriff der “Governance” ein ökonomischer Begriff, der vermutlich ausgehend von den Arbeiten Oliver Williamsons seinen Siegeszug angetreten hat. Williamson seinerseits hat ein Problem bearbeitet, das schon Ronald Coase erhebliches Kopfzerbrechen bereitet hat: Warum gibt es Unternehmen? Wer sich für die Antwort von Coase auf diese Frage interessiert, der sei auf den Klassiker, “The Nature of the Firm” von 1937 verwiesen.

Für unsere Zwecke ist es ausreichend, darauf hinzuweisen, dass ausgehend von Coase die Organisation bzw. hierarchische Struktur von Unternehmen als “Governance-Structure” bezeichnet wurde. In den Arbeiten vonWilliamson finden sich dann drei Governance-Structures, die genutzt werden können, um die Produktion von Gütern oder Dienstleistungen zu organisieren: Unternehmen, Markt und eine Hybrid-Struktur, die zwischen Unternehmen und Markt angesiedelt ist.

Governance bezieht sich also auf die Organisation von Gütererstellung und kann als Versuch, eine Ordnung durch Koordination von Akteuren in einem gesellschaftlichen Feld herzustellen, definiert werden.

Nun, da dieser sprachliche Brocken aus dem Weg geräumt ist, können wir uns der Frage widmen: “Was um aller Götter Willen hat Genderforschung mit Governance zu tun?”.

Eine gute Frage, denn die Anwendung ökonomischer Konzepte wie Governance in der Genderforschung muss man wohl eher als Unfall bezeichnen, der sich daraus erklärt, dass Genderforscher Begriffe benutzen, von deren Gehalt sie keine Ahnung haben, nicht um damit etwas zu sagen, sondern um damit Eindruck zu machen, weil die Begriffe gelehrt klingen oder positiv konnotiert sind. Wie sonst könnte man den Gebrauch kalter ökonomischer Begriffe durch emotional-affektive Genderisten erklären?

Das bringt uns zur nächsten Frage – zunächst:

“Ein wesentlicher Ansatzpunkt, um das anerkannte hohe Innovationspotenzial der Genderforschung auch angesichts der um sich greifenden neuen Governance der Wissenschaft weiter durch gezielte Förderung zur wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Entfaltung bringen zu können, ist die Untersuchung der Organisationskulturen und -strukturen in Hochschule und Forschung.”

Dieser Satz findet sich auf der genannten Seite Genderforschung und Governance, die sich wiederum an der Universität Hildesheim befindet und von Prof. Dr. Heike Kahlert für die Stiftung “Universität Hildesheim” verantwortet wird.

Und seit wir diesen Satz gelesen haben, rätseln wir.

Wir rätseln über das Innovationspotential der Genderforschung, das angeblich anerkannte (von wem auch immer) Innovationspotential der Genderforschung.

Man kann Innovation definieren als

  1. “… a complicated process of applying new ideas for a gainful purpose“ (Tang 1998: 297)
  2. “… the intial market introduction of a new product of process whose design departs radically from past practice“ (Abernathy & Clark 1985: 6).
  3. “… a process where knowledgable and creative people and organizations frame problems and select, integrate, and augment information to create understandings and answers“ (Adamides & Karacapilidis 2004: 1).
  4. “… materielle oder symbolische Artefakte […], welche Beobachter als neuartig wahrnehmen und als Verbesserung gegenüber dem Bestehenden erleben“ (Braun-Thürmann 2005: 6)

Was aber sind anerkannte Innovationen der Genderforschung?

  • Definition 1 fällt aus, denn in der Genderforschung gibt es keine neuen Ideen.
  • Definition 3 fällt aus, denn Genderforschung will gerade kein Verstehen und keine Antworten auf Probleme finden, sondern im Gegenteil, Probleme schaffen.

Was also sind anerkannte Innovationen der Genderforschung?

Die Zielbestimmung in der ersten Definition gibt einen Hinweis: “for a gainful purpose”, um einen Nutzen oder Gewinn zu erzielen. Die anerkannten Innovationen der Genderforscher sind vielleicht Binneninnovationen, d.h. Tricks und Kniffe, die unter Genderforschern gehandelt werden und den Genderforschern dabei helfen, sich mit Genderforschung ein Auskommen zu verschaffen – so wie dies Trasher oder Whyte für Jugendbanden beschrieben haben.

Genderforschung ist aber kein nach außen gerichtetes Unterfangen, dessen Ziel darin besteht, einen gesellschaftlichen Nutzen zu produzieren. Nein, im Gegenteil: Genderforschung ist eine inklusive Veranstaltung, deren Zweck darin besteht, Genderforschern und nur Genderforschern einen Nutzen zu verschaffen, ihnen die Möglichkeit zu dem zu bieten, was Gordon Tullock (2005) rent seeking genannt hat – am besten übersetzt als Partizipation am gesellschaftlichen Wohlstand ohne zu diesem gesellschaftlichen Wohlstand beizutragen.

Den Beleg für diese Hypothese liefert das Hildesheimer Governance Projekt.

Es wird mit 532.167,60 Euro durch das, na? Richtig, das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Die 532.167,60 Euro werden nicht etwa dazu eingesetzt, einen gesellschaftlichen Nutzen zu produzieren.

Nein.

Die 532.167,60 Euro werden dazu eingesetzt, für Genderforscher neue Möglichkeiten zu finden, um am gesellschaftlichen Wohlstand zu partizipieren ohne etwas an die Gesellschaft zurückzugeben.

Im Original:

“Die zentralen Fragestellungen des Forschungsprojekts lauten:

  • Typischer Output aus Genderprojekten

    Typischer Output aus Genderprojekten

    “Welche Bedeutung wird der Genderforschung unter Bedingungen der neuen Governance in den gegenwärtigen Transformationsprozessen im Wissenschaftssystem aus wissenschaftlicher, organisationaler (kultureller und struktureller) und politisch-administrativer Sicht beigemessen? (von wem auch immer) In Deutsch: Welche Möglichkeiten, auf Steuerzahlerkosten ein Dasein zu fristen, gibt es derzeit.

  • “Welche Förderung erfährt die Genderforschung dabei von den verschiedenen wissenschafts- und hochschulpolitischen Akteuren?” In Deutsch: Von wem werden die Möglichkeiten, auf Steuerzahlerkosten ein Dasein zu fristen, bereitgestellt?
  • “Wo liegen unter Bedingungen der neuen Governance Ansatzpunkte, um die Förderung der Genderforschung zu vertiefen und zu erweitern?” In Deutsch: Welche Fördertöpfe kann man noch anzapfen, um auf Kosten vcn Steuerzahlern ein Dasein zu fristen.

Es geht ausschließlich darum, die Steuertöpfe, an denen sich Genderforscher derzeit laben, zu identifizieren, diejenigen zu benennen, die sie bereitstellen und neue Fördertöpfe, an denen sich Genderforscher zukünftlig laben können, zu identifizieren. Es geht nicht etwa darum, den Nutzen von Genderforschung zu untersuchen, Forschungsergebnisse zu berichten oder sonstige Versuche zu unternehmen, den Erkenntnisgewinn der Genderforschung zusammen zu stellen (falls es ihn gibt, wir suchen ihn immer noch vergeblich).

Warum nicht: weil Genderforschung keine Forschung ist und Gender Studies keine Wissenschaft sind. Es ist kein Zufall, dass kein Genderist, der auf Kosten der Steuerzahler Gender Studies betreibt, eine Antwort auf Fragen nach dem gesellschaftlichen Nutzen seiner Tätigkeit an Universitäten gegeben hat. Es gibt schlicht keinen gesellschaftlichen Nutzen. Es gibt ausschließlich gesellschaftliche Kosten, wie sie regelmäßig dann entstehen, wenn sich Lobbyisten zusammenfinden, um an öffentliche Ressourcen zu gelangen, um am Wohlstand zu partizipieren, ohne etwas zurück zu geben oder gar beizutragen.

Und wem das alles nocht nicht reicht, dem sei gesagt, dass die Projektmitarbeiter die 532.167,60 Euro nicht nur dafür einsetzen, sich selbst zu finanzieren, sondern auch dazu, qualitative und Experteninterviews zu führen, um die oben genannten Fragen zu beantworten.

Qualitative Sozialforschung hat unter Genderisten einen hohen Stellenwert, jedoch nur als Form der Befragung, nicht als Methodologie, weshalb Auswertungstechniken wie sie z.B. Mayring (2008) oder Glaser und Strauss (2006) entwickelt haben, nicht vorkommen. Bei Genderisten ist die qualitative Sozialforschung zum netten Gespräch, zum Kaffeekränzchen verkommen, bei dem nicht Erkenntnis, sondern Zeitvertreib das Ziel ist und bei dem es darum geht, im Turnus die Rechnung für Kaffee und Kuchen zu verteilen, zwischen den verschiedenen Fördertöpfen, aus denen die am Kaffeekränzchen Beteiligten finanziert werden. Entsprechend muss man kein Hellseher sein, um zu wissen, welche Experten interviewt werden… Das ganze hat vielmehr etwas von einer Drückerkolonne, die Adressen von Haushalten, bei denen man seine Zeitschriften loswerden kann, weitergeben.

Letztlich ist nicht einmal das Nutznießer-System bzw. das Nutznießer-Netzwerk, das Gender Studies geschaffen haben, eine Innovation. Derartige Systeme sind so alt wie die Menschheit. So lange es Produktive unter den Menschen gegeben hat, hat es diejenigen gegeben, die versucht haben, den Gewinn aus der Tätigkeit der Produktiven für sich abzuschöpfen.

Literatur

Abernathy, William K. & Clark, Ken B. (1985). Innovation: Mapping the Winds of Creative Destruction. Research Policy 14(1): 3-22.

Adamides, Emmanuel D. & Karacapilidis, Nikos (2004). Information Technology Support for the Knowledge and Social Processes of Innovation Management. Technovation XX: 1-10.

Braun-Thürmann, Holger (2005). Innovation. Bielefeld: transcript Verlag.

Glaser, Barney G. & Strauss, Anselm L. (2006). The Discovery of Grounded Theory: Strategies for Qualitative Research. New Brunswick: Aldine Transaction.

Mayring, Philipp (2008). Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim: Beltz.

Tang, H. K. (1987). An Interative Model of Innovation in Organizations. Technovation 18(5): 297-309.

Trasher, Frederic M. (1936). The Gang. Chicago: University of Chicago Press.

Whyte, William F. (1943). Street Corner Society. Chicago: University of Chicago Press.

Suizidale Förderung: Die CSU schafft sich ab

Stammleser von ScienceFiles werden sich an Paula Irene Villa erinnern. Villa hat einen Lehrstuhl für Soziologie und Gender Studies, also für Gender Studies, an der Universität München und ist nun seit mehreren Monaten nicht in der Lage, einfache Fragen nach den wissenschaftlichen Grundlagen und dem wissenschaftlichen Nutzen, der Erkenntnis, dem Wissensfortschritt, der aus ihrer steuerzahlerfinanzierten Tätigkeit an der LMU erwächst, zu beanworten.

Da es sich bei den Fragen um solche handelt, die ein Wissenschaftler aus dem Stand und kurz nachdem er aus dem Schlaf gerissen wurde, beantworten kann, muss man – ob der wochenlangen Funkstille – wohl davon ausgehen, dass Villa kein Wissenschaftler ist. Dafür sprechen auch neuere Informationen, auf die uns ein Leser aufmerksam gemacht hat.

Bay StaatsministerDie Informationen geben eine veritable Geschichte der Zustände im Deutschland des Jahres 2015.

Die Geschichte beginnt im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst in München. Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle, dem man zu Gute halten muss, dass er nicht weiß, wovon er spricht, hat gerade verkündet, dass Bayern mit einem neuen Forschungsverbund seine Spitzenstellung in “Gender und Careforschung” weiter ausbauen will.

Eine “exzellente Begutachtung” durch eine “Gutachterkommission”, deren Mitglieder er offensichtlich nicht kennt und die – wie im Zusammenhang mit Gender üblich – auch nicht feststellbar sind, haben nicht näher genannte Einzelprojekte im Rahmen des Forschungsverbunds “ProGenderCare” exzellent begutachtet, weshalb der Minister für Wissenschaft seine Spendierhosen angezogen hat, um den Verbund mit der Kleinigkeit von drei Millionen Euro aus Steuergeldern zu fördern.

secret societyDie Geheimhaltung darüber, wer was exzellent begutachtet hat, hat zur Folge, dass Minister Spaenle in seiner Jubel-Meldung auch nur Platituden absondern kann: Bayern, so frohlockt Spaenle, baue seine internationale Spitzenstellung auf dem Gebiet der Gender- und Careforschung konsequent aus.

Warum auch nicht? In anderen Ländern ist man darauf stolz, seine Spitzenstellung im Bereich der Gentechnologie zu behaupten, Bayern investiert eben in Gender- und Careforschung. Und die Leistungsstärke des Wissenschaftsstandorts Bayern, die sieht Spaenle darin verdeutlich, dass in “vielen Bereichen wissenschaftliche Maßstäbe gesetzt und innovative Forschungsstrategien begründet” würden.

Zu dieser Leerformel muss man noch hinzufügen, dass sie vor einem interdisziplinären Horizont,  nicht etwa vor einem beschänkten, gebildet wurde, was es nur marginal besser macht und dass auch intensive gesellschaftliche Dynamiken, Globalisierungsprozesse und gesellschaftspolitische Herausforderungen nicht in der Pressemeldung fehlen dürfen.

Der Heidlelberger Grafiker Klaus Staeck hat einmal den Wahlkampfslogan “Mampf” für CSU-Wahlkämpfe vorgeschlagen.

Natürlich kann Mampf angesichts der gesellschaftlichen Dynamik und der Globalisierung, die die Leistungsstärke am Mampfstandort Bayern erst verdeutlich, nicht einfach als Mampf stehen gelassen werden, denn in Bayern ist das Mampf interdisziplinär, und es setzt in vielen Bereichen wissenschaftliche Mampf-Stäbe und begründet innovatives Forschungs-Mampfen.

Aber, wie gesagt, man muss Ludwig Spaenle, der einen Doktor vor dem Namen trägt, der neugierig macht, zu Gute halten, dass er nicht weiß, wovon er spricht. Wie soll er auch wissen, wovon er spricht, wenn die exzellenten Gutachter der exzellenten Begutachtung ebenso geheim gehalten werden, wie die exzellenten interdisziplinären Gender-Care-Projekte, die sie begutachtet haben und die nun gefördert werden?

Aber eines wissen wir: Wir wissen, dass Paula Irene Villa an ihrem Genderlehrstuhl in München für die Koordination des interdisziplinären Gender-Care verantwortlich ist, womit zumindest ein Teil dessen, was an diesem Lehrstuhl geschieht, öffentlich gemacht wäre.

LMU_LogoWir wissen noch mehr, denn wir sind über einen Pressetext der LMU-München gestolpert, der in einem Interview mit selbiger Villa die drei Millionen, die man dem leichtgläubigen Spaenle hat abjagen können, feiert, und zwar unter dem Titel “Es entsteht eine neue Dienstmädchenkultur”. Wir wollen unsere Leser nicht mit der üblichen Gender-Leier verstimmen, wer sich mit Genderismus beschäftigt, kennt den Unsinn, der hier zu erwarten ist (wer nicht, der kann sich hier informieren).

Nein, wir wollen Ludwig Spaenle Information darüber zugänglich machen, was für eine Art Projekt er da eigentlich aus Steuergeldern finanziert.

Dazu genügt es, einen Absatz des Interviews genauer zu analysieren:

“Villa: ‘Lohn für Hausarbeit ist eine alte Forderung der Frauenbewegung, die noch aus der Jahrhundertwende stammt und dann in den 1980er-Jahren wieder verstärkt formuliert wurde. Es gibt einige sozialpolitische Stellschrauben, an denen in dieser Richtung bereits gedreht wurde. Dazu gehört zum Beispiel die Anrechnung von Kindererziehungszeiten auf die Renten. Damit wird Eltern ihre Leistung in der Erziehungsarbeit finanziell anerkannt. Es wäre natürlich nicht finanzierbar, auf einmal alle Care-Aufgaben im Privaten angemessen zu bezahlen. Aber es gibt andere, radikale Modelle, in denen das denkbar wird, zum Beispiel beim bedingungslosen Grundeinkommen. Im Forschungsverbund werden wir mit Akteuren aus Politik, Verbänden und der Praxis über ganz verschiedene Reformmöglichkeiten diskutieren'” (unsere Hervorhebung).

The Snout in the Trough

The Snout in the Trough

Der Forschungsverbund dient in der Definintion von Paula Irene Villa einmal der politischen Agitation und einmal der Durchsetzung radikaler Ideen um unproduktive Arbeiten, Arbeiten, die keinerlei Mehrwert erbringen, sondern Kapital konsumieren, von der Allgemeinheit bezahlen zu lassen.

Dies ist seit jeher das Programm des Sozialismus gewesen und dass es hier unter dem Etikett ProGenderCare wiederkehrt, ist kein Wunder, denn Genderismus ist nichts anderes als eine Vulgär-Variante von Sozialismus. Einzig die Tatsache, dass die CSU in Bayern nunmehr Steuergelder einsetzt, um politische Aktivisten zu finanzieren, die sich als Wissenschaftler maskieren und mit Akteuren aus “Politik, Verbänden und der Praxis” den besten Weg zur Durchsetzung von Sozialismus diskutieren wollen, das ist neu.

Indes ist es leicht zu erklären, dass die CSU – vertreten durch ihren Wissenschaftsminister Dr. Spaenle – nun Sozialismus finanziert. Wer sich in der Welt der für seine Ohren wohlklingenden Begriffe aufhält und an “innovativen Forschungstrends”, “internationaler Spitzenstellung”, “exzellenter Begutachtung” und dergleichen berauscht, dem kann man unterschieben, was man will, solange man behauptet, der Mampf wäre ein innovativer Forschungstrend, der eine internationale Spitzenstellung garantiert, wie eine exzellente Begutachtung deutlich macht.

Für alle, die es nicht glauben können, noch einmal die Facts:

3 Millionen Euro Steuergelder werden für einen Forschungsverbund “ProGenderCare” ausgegeben, in dessen Rahmen sozialistische Alternativen zur derzeitigen Gesellschaftsordnung diskutiert und durchgesetzt werden sollen.

Ach ja, die Dienstmädchenkultur, die in der Überschrift des Interviews mit Villa herbeiphantasiert wird, besteht z.B. darin:

“Frauen aus Mexiko oder den Philippinen arbeiten in den USA, in Singapur oder Großbritannien als „Nannys“ und lassen dafür ihre eigenen Kinder zurück. Diese werden dann von anderen Frauen versorgt. Die philippinischen Nannys stellen mit ihren Geldüberweisungen aus dem Ausland einen wesentlichen Anteil des Bruttosozialprodukts des Landes.”

Offensichtlich ist es für Villa nicht vorstellbar, dass Frauen wie Männer dies seit Jahrhunderten tun, als Arbeitsmigrant durch die Welt ziehen, weil sie an ihrem Geburtsort keine Arbeit finden. Der interdisziplinäre Horizont der Paula Irene Villa ist ortsgebunden und kennt keine Mobilität, weder geistig noch physisch (oder wenn, dann nur eine furchtbar belastende Mobilität).

Es gibt im übrigen keine uns bekannte Statistik, die die Höhe des von weiblichen Migranten, die z.B. in den USA als Hausangestellte tätig sind, in ihr Heimatland überwiesenen Geldes aufschlüsselt, so dass es auch keine uns bekannte Statistik gibt, die z.B. für Mexiko den Anteil am Bruttosozialprodukt, der auf die Tätigkeit der entsprechenden weiblichen Arbeitsmigranten zurückginge, aufschlüsselt. Ebenso wenig wie es eine Statistik gibt, die uns bekannt ist, die die Höhe der Überweisungen von weiblichen Haushaltsangestellten ins Verhältnis zu den Überweisungen männlicher Arbeitsmigranten in ihr Heimatland setzen würde.

Wir kennen nur die Migration- und Remittance Statistiken der Weltbank, die haarklein die Höhe der Überweisungen von Arbeitsmigranten in ihre Heimatländer aufschlüsseln. Darin findet sich jedoch keine Aufschlüsselung nach z.B. Tätigkeit, schon weil eine derartige Aufschlüsselung auf Grundlage der vorhandenen Daten gar nicht möglich ist.

Hat Frau Villa phantasiert?

Kennt Frau Villa geheime statistische Quellen, die z.B. von unbekannten Gutachtern exzellent verwaltet werden?

Fragen wir Frau Villa.

Aber nein, Frau Villa antwortet ja nicht auf unsere Fragen …
Aus gutem Grund, wie wir bis zum Beweis des Gegenteils meinen, denn Sie hat keine Antworten!

Warum nicht? Eine Quote für miserable Fernsehproduktionen

Als wäre der deutsche Fernsehfilm nicht schon schlecht genug, nein, im Bemühen, gleichzustellen, hat sich nun eine Initiative mit dem Namen “Pro Quote Regie” gegründet, die die Qualität des deutschen Fernsehfilms noch weiter verschlechtern will.

Wie?

örundfunkGanz einfach: Nicht mehr die sowieso schon lausigen Qualitätskriterien sollen Grundlage der Vergabe öffentlich-rechtlicher Mittel für die Produktion von Fernsehfilmen sein, sondern, na, was wohl?

Was ist derzeit das Kriterium, das man am besten nutzen kann, um sich einen Vorteil im Kampf um Ressourcen zu sichern, nicht, weil man besser wäre, nein, sondern weil man eben … ist?

Nein, es ist nicht Transgender. Transgender werden auch weiterhin nicht als Regisseure bevorzugt.

Es ist auch nicht Migrantenhintergrund.

Behinderung ist es auch nicht oder das Fehlen einer relevanten Anzahl von Regisseuren in den Altersklassen zwischen 17 und 26,5 Jahren oder über 69 Jahren.

Religiöse Orientierung steht auch nicht zur Debatte. Auch in Zukunft werden muslimische oder buddistische Regiessure am Geldtopf, der für die Erstellung öffentlich-rechtlicher Filmproduktionen bereit steht, nicht bevorzugt partizpieren.

Es ist…

Geschlecht!

Was sonst?

Wir haben zu wenige Regisseusen, die sich am öffentlich-rechtlichen Geldtopf gütlich tun können. Entsprechend haben wir keine mobilen Betriebskindergärten, für Außenaufnahmen, keinen Ausgleich für Halbtagsregisseusen, kein Mentorenprogramm “Wie man sich öffentliche Förderung erheischt, wenn das eigene Filmprojekt Mist ist” und vieles andere auch nicht.

Zeit eine Quote für Regisseusen zu fordern.

Pro Quote Regie 2Denn – wir zitieren, “die Tatsachen sind alarmierend. Nur etwa 11 Prozent der Sendeminuten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden von Frauen inszeniert. In der Sonntagabend Primetime sind es nur 3,6 Prozent. Bei lediglich drei von 36 Tatortproduktionen führten Frauen im Jahre 2013 Regie. An Krimiformaten wie SOKO Leipzig, In aller Freundschaft, Donna Leon, Nord Nord Mord arbeitete zwischen 2010 und 2013 nicht eine einzige Regisseurin. Bei Großstadtrevier oder SOKO Wismar waren es keine drei Prozent.”

Hätten Sie es bemerkt, dass nur etwa 11 Prozent der Sendeminuten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen von Frauen inszeniert werden, so z.B. am typisch weiblichen Feel oder Touch, der ihnen aus dem Plasma-Fernseher entgegen strahlt? Oder an sonstigen angeblich typisch weiblichen Eigenschaften, die den Tatort vom bloßen Tatort zu einem weiblich inszenierten Tatort machen. Welche Eigenschaften das sein sollen, die sich die Regisseusen von Pro-Quote hier ausmalen? Heimtücke? Hinterlist und Täuschung? Boshaftigkeit? Wer weiß!

Ja, hätten wir nicht Pro Quote Regie, denn wüssten wir das alles nicht. Mehr noch: Pro Quote Regie hat eine “Vorständin”. Esther Gronenborn heißt die Vorständin und Gronenborn warnt: “Unsere Gesellschaft in ihrer Vielfalt repräsentiert das öffentlich-rechtliche Fernsehen damit nicht”.

ZDFWir lernen, in der Welt von Esther Gronenborn besteht Vielfalt aus Männlein und Weiblein, aus sonst nichts. Die Welt der Vorständin scheint sich in aller Vielfalt auf genau dieses eine Merkmal des Geschlechts reduziert zu haben, was selbst für Quoten-Aktivisten ein äußert bedenkliches Schrumpfen der Welt darstellt. Wie man wohl durch die Welt kommt, wenn man nur im Stande ist, Geschlecht wahrzunehmen, als einzige Form gesellschaftlicher Vielfalt? Fragen Sie die Vorständin von Pro Quote Regie, von der wir hoffen, dass sie nie das Geld hat, um einen Film zu drehen, was uns da ins Haus stünde an reduzierter Vielfalt, man wagt es sich gar nicht vorzustellen.

Überhaupt sind die Herrschaften von Pro Quote Regie sich darüber, was sie nun eigentlich fordern, nicht so ganz im Klaren: So fordern sie zunächst eine “gendergerechte Verteilung von öffentlich-rechtlichen Geldern” im Rundfunktstaatsvertrag mit dem ZDF zu verankern. Zwei Absätze weiter wollen die Pro Quoten Regisseusen keine gendergerechte Verteilung im Staatsvertrag mehr, sondern einen “Gleichstellungsparagraphen”, an dem sie auch noch einen Absatz weiter festhalten, während abermals ein Absatz weiter wieder von “Geschlechtergerechtigkeit” die Rede ist und eine “gendergerechte Verteilung” der öffentlich-rechtlichen Gelder gefordert wird, nur um dann im letzten Absatz abermals zum Gleichstellungsparagraphen zu werden, der nunmehr für Gendergerechtigkeit sorgen soll.

Nun, so geht das nicht.

Bevor hier eine Quote gefordert wird, sollten sich diejenigen, die fordern und vor allem ihre Vorständin, doch zunächst einmal im Klaren darüber sein, was sie eigentlich fordern wollen:

Gleichstellung, also Ergebnisgleichheit, die schlicht besagt: Die öffentlich-rechtlichen Gelder sind zu je 50% an männliche und weibliche Regisseure zu verteilen oder Gendergerechtigkeit, bei der die Dinge ganz anders liegen.

Fangen wir mit Gerechtigkeit an. Gerechtigkeit ist ein Prinzip das gleichen Nutzen bei gleicher Leistung vorsieht. Entsprechend macht der Begriff der Gendergerechtigkeit nur dann überhaupt Sinn, wenn man fordern will, dass Männlein und Weiblein bei gleicher Leistung gleicher Nutzen zuteil wird. Bewerben sich entsprechend 75% Männer und 25% Frauen mit Ideen um eine öffentlich-rechtliche Förderung, dann wäre Gerechtigkeit im Hinblick auf Geschlecht dann erreicht, wenn 25% der Mittel an weibliche Regisseure vergeben werden, aber nur dann, wenn die Qualität der von Männern und Frauen angebotenen Filmideen gleich ist.

Da die Regisseusen von Pro Quote Regie ein 50/50 Logo benutzen, ist anzunehmen, dass es ihnen nicht um Gerechtigkeit, sondern im Gegenteil um Ungerechtigkeit, um Diskriminierung von Männern und Herabwürdigung leistungsfähiger Frauen geht, also darum, 50% der öffentlich-rechtlichen Fördermittel weiblichen Regisseuren zuzuschanzen, selbst dann, wenn diese weibliche Regisseure nur, sagen wir, 11% der deutschen Regisseure ausmachen und kompletten Unsinn in Filmform produzieren wollen.

The Snout in the Trough

The Snout in the Trough

Mit anderen Worten, es geht bei Pro-Quote-Regie einfach darum, seine Schnauze in den Fressnapf zu bekommen und so viele Brocken wie nur möglich zu fressen. Um dieses Ziel zu erreichen, werfen die Pro-Quoten-Regisseusen ohne Sinn und Zweck mit Begriffen um sich, deren Sinn sie entweder nicht verstehen oder nicht verstehen wollen, weil Verständnis hinderlich dabei wäre, die eigene Egomanie, also den Griff in die Truhe mit den Fördergeldern zu verfolgen.

Worum es nicht geht: Um die Qualität.

Der Begriff der Qualität kommt bei Pro Quote Regie nicht vor. Das Ziel von Pro Quote Regie besteht nicht darin, die Qualität von Fernsehfilmen öffentlich-rechtlicher Sender zu erhöhen, sondern darin, die Anzahl weiblicher Regisseure, die vom Verteilungsystem nutznießen, zu erhöhen. Das hat mit Qualität überhaupt nichts zu tun.

Man kann aber schließen, dass dann, wenn die Vergabekriterien an erste Stelle aus Geschlecht bestehen, die Qualität sicherlich nicht besser werden wird, mehr noch: man kann vorhersehen, dass die Vielfalt im zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus der Vielfalt besteht, die Vorständin Gronenborn kennt – grausam!

RTL wird es recht sein.

Übrigens gäbe es derart unverschämte Versuche des Nutnießens auf einem freien Markt nicht, denn dort entscheidet die Nachfrage über den Erfolg eines Angebots. Entsprechend werden Fernsehfilme produziert, von denen sich die Macher eine entsprechende Nachfrage erwarten und nicht Filme, bei denen der Regisseur das richtige Geschlecht hat, um gefördert zu werden.

Vielen Dank an einen ScienceFiles-Leser, der uns aus erster Hand mit diesen Informationen versorgt hat.

Fachtagung: Vegetarismus – (K)Eine Privatsache am Arbeitsplatz?

Weil es sonst offensichtlich niemand tut, wollen wir auf eine Fachtagung (oder einen Fachtag) für Institutionen, soziale Dienste, Unternehmen und Interessierte hinweisen, die am 5. März an der Hochschule Merseburg stattfindet.

Dort geht es um Vegetarismus am Arbeitsplatz.

Massentierhaltung_huehnerEin wichtiges Thema vor allem, seit es ein erklärtes Ziel europäischer und landesweiter Politik ist, Diskriminierung abzubauen. Diskrimierung wegen seiner Eßgewohnheiten gehört dabei zu einer der schlimmsten Formen der Diskriminierung. Vor allem Vegetarier sehen sich der Rohheit ihrer fleichfressenden Kollegen täglich aufs Neue ausgeliefert.

Da wird herzhaft in das Leberwurstbrötchen gebissen, ohne Rücksicht auf den Vegetarier, dem nur die Hoffnung bleibt, dass die Forschungsergebnisse, nach denen rote Fleischesser es leichter haben, Krebs zu entwickeln, stimmen.

Der Gang zur Kantine gleicht für Vegetarier dem Gang über ein Schlachtfeld. Wohin er seinen Blick auch richtet, überall warten Leicheteile in der Auslage auf ihn.

Schlimmer noch sind die verständigen Fleischfresser, die, die “ja eigentlich auch kaum Fleisch essen” und es nur zu gut verstehen können, dass andere, nur sie nicht, kein Fleisch anfassen, geschweige denn essen mögen.

Diskriminierung dieser Art (also Mobbing) machen vegetarische Mitarbeiter unzufrieden und weil sie unzufrieden sind, leidet ihre Motivation, und weil ihre Motivation leidet, leiden das Betriebsklima und die Produktivität der Unternehmen und in der Folge der Umsatz. Deshalb haben Unternehmen erkannt, dass es wichtig ist, Diversität zu managen und der Diversität der eigenen Mitarbeiter nicht nur mit Lippenbekenntnissen, sondern mit vegetarischen Tagen in der Kantine und mit Aufklärungsprogrammen Marke: “Vegetarismus ist normal – Fleischkonsum kann zu Krebs führen” Rechnung zu tragen, denn: Die Essidentität ist die zentrale Identität oder eine der zentralen identitäten von Menschen, und es darf kein Tuscheln stattfinden, wenn Hans Meier als Fleischesser nach Hause geht und als Vegetarier am nächsten Tag zur Arbeit erscheint.

Die Fachtagung (oder der Fachtag) an der Hochschule Merseburg vermittelt Kompetenzen und bietet Raum für Austausch zum Thema Vegetaris..s

Au!

Oh, je!

Da haben wir doch eine Pressemeldung verwechselt.

Peinlich.

Hochschule Merseburg. Das hätte uns zu denken geben müssen.

Was kommt von der Hochschule Merseburg?

Natürlich kein Vegetarismus und auch sonst wenig Sinnvolles.

Mal überlegen:

Von der Hochschule Merseburg kennen wir Heinz-Jürgen Voß einen Studiengang in Pornographie (oder war es Prostitution?) und, genau, da ist sie ja die Pressemeldung – also von vorne:

Fachtag(ung) zum Thema:

“Sexuelle Orientierung und geschlechtliche identität – (K)Eine Privatsache am Arbeitsplatz?!”

Genauer:

Heinz J voss“Diskriminierung abzubauen, ist ein erklärtes Ziel aktueller landesweiter und europäischer Politik. Programme, die sich darauf richten, Vielfalt anzuerkennen, werden unter dem Stichwort Diversity Management zusammengefasst… Wenn das Betriebsklima stimmt, wenn Mobbing ausgeschlossen ist und Mitarbeitende so akzeptiert sind, wie sie sind, dann sind sie motivierter, leistungsfähiger und kreativer. Zufriedenheit der Mitarbeitenden ist mittlerweile ein wichtiger Standortfaktor, da zahlreiche Unternehmen und Kommunen bereits Diversity-Konzepte auf den Weg gebracht haben …
Neben einigen anderen Kategorien sind Geschlecht und Sexualität zentral in der Identität von Menschen. Wenn ein Mitarbeiter offen schwul leben kann und nicht stets schweigend zuhört, wenn die Kolleginnen und Kollegen von Ausflügen mit ihren Familien berichten, wenn er sich nicht kleine Geschichten ausdenken muss, nur um nicht als schwul erkannt zu werden, dann kann er unbelasteter und befreiter tätig sein. Für Transgender und transsexuelle Menschen ist es wichtig, dass ihre geschlechtliche Identität anerkannt wird. Es sollte kein Tuscheln stattfinden, wenn Hans Meier eines Tages als Ulrike Meier auf die Arbeit kommt. Vielmehr sollte es Interesse und Unterstützung provozieren.

Der Fachtag „SEXUELLE ORIENTIERUNG UND GESCHLECHTLICHE IDENTITÄT – (K)EINE PRIVATSACHE AM ARBEITSPLATZ?!“ vermittelt Kompetenzen und bietet Raum für Austausch. Alle Interessierten sind dazu
herzlich eingeladen.

Finanziert wird das Ganze von der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Stiftung Ihres Vertrauens wenn es darum geht, Steuergelder sinnlos einzusetzen.

Und wer noch Fragen hat, der wendet sich bitte an Heinz-Jürgen Voß .

Was uns noch interessieren würde: Wie viele Transgender gibt es eigentlich in deutschen Unternehmen? Kennt jemand einen? Hat jemand einen Kollegen, der als Kollegin oder umgekehrt, wiedergekehrt ist?

Unabhängig von der Verbreitung von Transgender in Unternehmen ist es natürlich wichtig, eine solche Fachtagung aus Mitteln der Steuerzahler finanziert, abzuhalten: Für den Fall, dass eines Tages ein Transgender in einem Unternehmen auftaucht und der dortige Manager auf der Fachtagung war, weiß er doch, was er zu tun hat

– oder auch nicht.

ScienceFiles Aphorismen: Parteien schaden der Demokratie

Das folgende Zitat stammt aus einem Buch, das heute vergriffen ist. Wüsste man nicht, dass es aus dem Jahre 1993 stammt, man würde denken, es seit top aktuell. Geschrieben hat es Hans Herbert von Arnim, einer der letzten deutschen Wissenschaftler mit Mut:

von Arnim_“Heute beziehen die Parteien, Fraktionen und Partei-‘Stiftungen’ in Deutschland die höchsten Zuschüsse der Welt. Ist die staatliche Politikfinanzierung erst einmal etabliert, ist so leicht kein Halten mehr. Politiker haben auf diesem Gebiet einen besonderen Einfallsreichtum entwickelt. Sie haben die Staatsfinanzierung der Parteien in Deutschland als erstem europäischen Land eingeführt und sind nach ihrer Begrenzung durch das Bundesverfassungsgericht in die Finanzierung der Fraktionen und der Parteistiftungen – ebenfalls eine deutsche Erfindung – ausgewichen, was diesen Wachstumsraten wie im Schlaraffenland beschert hat. […] Wenn der Satz stimmt, dass Macht – sollte sie nicht korrumpieren – Kontrolle benötigt, sind die Parteien heute besonders kontrollbedürftig. Sie haben sich ‘fettfleckartig’ … ausgebreitet, scheinen hinter allen staatlichen Institutionen hervor, auch dort, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben, kurz: Sie neigen dazu, sich den Staat zunehmend ‘zur Beute’ zu machen”. (von Arnim, 1993: S.15; S.241) “

Zusammengefasst lautet die Meldung: Parteien schaden der Demokratie, was letztlich daran liegt, dass sie heute von opportunistischen Karrieristen bevölkert werden, die Gemeinwohl behaupten, um sich selbst zu bereichern.

Das Geschäft mit der Frauenquote läuft

Jetzt anmelden!

Der Aufruf richtet sich an alle Frauen, die einmal in einem Aufsichtsrat sitzen wollen, also ab 2016 wenn die Frauenquote für Unternehmen verpflichtend wird.

Er richtet sich zudem an alle Frauen, die derzeit in Aufsichtsräten oder anderen Kontrollgremien sitzen.

Taylor millErsteren soll das Wissen vermittelt werden, das notwendig ist, um in einen Aufsichtsrat berufen zu werden, Letzteren das Wissen, das sie, obwohl sie bereits in einem Aufsichtsrat sitzen, vermutlich als Quotenfrau von der Gewerkschaft, immer noch nicht haben.

Dieses Wissen beinhaltet:

  • “betriebswirtschaftliche und juristische [Grund]Kenntnisse”
  • und strategische Kompetenzen, “die benötigt werden, um sich zunächst in den Nominierungs- und später in den Entscheidungsprozessen der Kontrollgremien gleichberechtigt durchzusetzen”.

Das Adjektiv “gleichberechtigt” darf natürlich nicht fehlen, auch wenn es das Verb “durchsetzen” ad absurdum führt, denn wer sich durchsetzt, tut dies in der Regel gegenüber anderen, die sich entsprechend nicht durchsetzen und damit auch nicht gleichberechtigt sind.

Der zitierte Unsinn findet sich in einem Flyer des Harriet Taylor Mill Instituts der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, die zu den ersten Institutionen gehört, die versuchen, aus der verpflichtenden Frauenquote Kapital zu schlagen.

3.150 Euro, um genau zu sein, denn so viel kostet die Teilnahme an der “Zertifizierten Hochschulweiterbildung 2015 ‘Strategische Kompetenz für Frauen in Aufsichtsräten'”.

Die Argumentation, nach der so viele kompetente und fähige Frauen mit dem Kopf an eine gläserne Decke stoßen, die weiße, privilegierte und Frauen diskriminierende Männer aufgerichtet haben, um die Massen kompetenter und fähiger Frauen von Aufsichtsrat und Vorstand fern zu halten, ist nun, da die Frauenquote für Aufsichtsräte zum Gesetz geworden ist, vergessen.

Deceibe infeigle obfuscateNoch nie wurde so deutlich zugegeben, dass der ganze Humbug mit Gläserner Decke und Frauendiskriminierung erstunken und erlogen war, dass es die Massen der kompetenten und fähigen Frauen eben nicht gibt und man sie nun in einem Crash Kurs schnell qualifizieren muss, sie von unfähigen und inkompetenten zu angelernten Quotenfrauen machen muss. Dies ist notwendig, weil die Schlange der kompetenten und fähigen Frauen, die nach Einführung der Frauenquote in die Aufsichtsräte drängen, wohl offensichtlich so kurz ist, dass sie die Aufsichtsratsplätze, die per Gesetz für sie geschaffen wurden, nicht besetzen können.

Und jetzt gilt es, den Reibach zu machen: 3.150 Euro pro inkompetenter und unfähiger Frau, die nunmehr nach den [Grund]Kenntnissen in Betriebswirtschaft und Recht und Strategie sucht, die notwendig sind, um in Aufsichtsräten oder Vorständen bestehen zu können und zu wissen, was der CEO will, wenn er ständig Abkürzungen wie ROI oder ROA oder EBIT von sich gibt, gefolgt von Zahlen!

reibachJa, zahlen, 3.150 Euro sollen die Kandidatinnen für den oder bereits Mitglieder im Aufsichtsrat zahlen, um kompetent und fähig zu werden in: Human Resources, Change Management, in Gendered Organizations (darf natürlich nicht fehlen), in Umgang mit Macht, in Corporate Responsibility, Unternehmensstrategie, in Finanzierung und Bilanzierung (ein Samstag, nicht zuviel davon). Nach fünf Kamingesprächen, einer Begrüßung (“Get together”) einem “Expertinnengespräch ‘Blick in die Zukunft'” und fünf inhaltlich gefüllten Samstagen ist der ganze Zinnober vorbei und die kompetente, fähige Quotenfrau für den Aufsichtsrat ist erstellt.

Wer noch Fragen zum Weiterbildungsprogramm hat, kann diese an karin.reichel@hwr-berlin.de richten.

Harriet Taylor Mill war übrigens mit John Stuart Mill verheiratet, und irgendwie glauben wir nicht, dass sie glücklich wäre, wenn sie wüsste, wofür ihr Name heute herhalten muss.