Politische Laiendarsteller: Vom Abhören der Abhörer

Politik ist ein Spektakel inszeniert für die Massen. Politiker sind die mehr oder weniger schlechten Schauspieler, die bezahlt werden, um Bürger zu unterhalten. Bürger sind das Publikum, das in Wahlen angehalten ist, die Qualität der vergangenen Darstellung zu bewerten. Wahlen sind demnach Ratings für vergangene politische Aufführungen.

Goffman TheaterDiese Thesen sollten für all jene attraktiv sein, die denken, soziale Kategorien, soziale Rollen und soziale Normen seien verhandelt oder verhandelbar und nicht in Stein gemeißelt. So hat z.B. Erving Goffman, den Genderisten gerne missbrauchen, um ihre verqueere Weltsicht an die Frau zu bringen, das Leben als Theaterspiel konzipiert, bei dem es darum gehe, eine glaubwürdige Darstellung zu geben, und zwar auf der Vorderbühne, die von allen einsehbar ist.

Das übrigens ist eines der Probleme, das diejenigen, die Privates auf die Vorderbühne zerren wollen, die z.B. ihre Sexualität in aller Öffentlichkeit ausleben und anderen auf die Nase drücken wollen, lösen müssen. Darstellungen auf der Vorderbühne müssen glaubwürdig sein, sonst macht man sich zum Gespött der Leute. Und Darstellungen sind immer dann glaubwürdig, wenn Handlung und Akteur im Einklang stehen und wenn sich der Akteur durch Konsistenz und Authentizität auszeichnet.

Konsistenz und Authentizität, Einklang zwischen Handlung und Akteur, das sind die drei Kriterien, anhand derer entschieden wird, ob eine politische Darstellung gelungen ist oder misslungen ist, ob sie glaubwürdig ist.

Für politische Darsteller und bezogen auf die Vorderbühne der Darstellung heißt dies: Sich nicht widersprechen, jedenfalls nicht in zu großer zeitlicher Nähe (Konsistenz), das, was man anderen als Verhalten auferlegt (z.B. durch Strafgesetze, die delinquentes Verhalten unter Strafe stellen), zumindest auf der Vorderbühne einhalten. Sich nach Möglichkeit nicht dabei erwischen lassen, das eine zu predigen und das andere zu tun, also nach Möglichkeit nicht andere dahingehend kontrollieren, ob sie sich aufrichtig und korrekt verhalten und in der Freizeit Nacktbildchen von Jungen auf den Dienstcomputer spielen. Und, am schwierigsten überhaupt, seine politische Rolle so gestalten, dass das Publikum den Eindruck hat, man sei so, spiele sich selbst und nicht jemanden, den man anderen vorgaukelt, damit sie ihn wählen.

Politische Darstellungen sind immer dann einfach, wenn man Emotionen auf der eigenen Seite hat, sich z.B. auf einem Strom der Entrüstung treiben lassen kann, so wie dies im Hinblick auf das Ausspähen deutscher Politiker durch die US-amerikanische NSA der Fall war. Eine solche Darstellung ist einfach. Die deutsche Vorstellung davon, was unter Freunden geht und was nicht, ist rein und ohne Misstrauen. Es ist gerade die deutsche Definition von Freund, dass man ihm alles erzählen, sich ihm öffen kann, ihn zu einem Mitwisser der tiefsten innersten Geheimnisse machen kann, die tief in der eigenen Psyche vergraben sind, dass man ihn, mit anderen Worten, missbrauchen kann.

Dass ein Freund das, was man ihm anvertraut, weiterzählen könnte oder gar Dinge, die man ihm erzählt nicht glaubt, ihnen misstraut und sich lieber unabhängige Belege für Behauptungen einholt, das ist in der deutschen Konzeption von Freund, der man auf Biegen und Brechen zu sein hat, nicht vorgesehen, ebenso wenig wie Kritik, denn wer kritisiert, der ist kein Freund.

Twinkle BrothersDiese Idealisierung eines reinen romantischen Urzustands, den es in der Realität nicht gibt, die aber dennoch der Konzeption von “Freund” bei vielen unterliegt, ist ein mächtiges Mittel, wenn man es gegen die USA in die Waagschale werfen kann, jene finstere Macht, die den deutschen Freund verraten hat. Es ist somit kein Wunder, dass die Vokabel des “Freundes” eine der am häufigsten im Zusammenhang mit den Ausspähungen durch die NSA gebrauchten ist. Die politische Darstellung, die entsprechend von der politischen Laienspielschar gegeben wurde, war die des enttäuschten und verratenen Freundes, der trotz seiner Bürgschaft im Regen stehen gelassen und dem Scharfrichter übergeben wurde.

Dumm nur, wenn sich herausstellt, dass nicht ein Freund den anderen verraten hat, sondern beide Freunde sich so sehr misstrauen, dass sie sich gegenseitig ausspähen. Nun wird die politische Darstellung zu einem Problem. Nun ist eine Performance gefragt, die zwischen Heuchelei und Lüge balanciert und dabei versucht, glaubwürdig zu sein.

Nehmen wir z.B. die “möglichen BND-Aktivitäten” im Land des zentralen NATO-Freundes Türkei. Die hält der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses”, Wolfgang Bosbach, für “verständlich”, sicherlich, so spekuliert er, gebe es “gute Gründe”, dafür. “Gute Gründe” machen mit Sicherheit auch die US-Amerikaner für ihr Ausspähen deutscher Politiker geltend. Immerhin werden Ressourcen aufgewendet, um auszuspähen, und das macht man in der Regel nur, wenn man sich einen Nutzen verspricht. Gute Gründe als Ausnahmeregel für den vermeintlichen Verrat unter Freunden, funktionieren entsprechend in beide Richtungen und können nicht, wie Bosbach dies vorhat, differenziell, einmal angewendet und einmal nicht angewendet werden.

Jürgen Trittin, immer gut, wenn es darum geht, ein Haar zu spalten, weiß besseres. Er kennt einen Unterschied zwischen dem deutschen Ausspähen US-amerikanischer Politiker und dem US-amerikanischen Ausspähen deutscher Politiker:  “Was Kerry und Clinton betreffe”, so berichtet die ARD mit Bezug auf Trittin im Original, “sei ein zufälliges Mithören von Ministertelefonaten wiederum etwas anderes als das systematische Ausspähen des Parteihandys von Bundeskanzlerin Angela Merkel”.

Die Trittinsche moralische Oberhoheit basiert also auf zwei Variablen: Versehen (Zufall) und Systematik (kein Zufall). Versehen ist, dass der BND US-amerikanische Telefongespräche abhört, denn unter Freunden tut man so etwas ja nicht. Systematik ist es, wenn die NSA das Handy von Frau Merkel abhört.

Authentizität, Konsistenz und Widerspruchsfreiheit waren die drei Kriterien, die eine gelungene Darstellung ausmachen. Sie alle sind notwendig, um das Oberziel der Darstellung, die Glaubwürdigkeit zu erreichen. Man wird Trittin schwerlich Authentizität absprechen können. Wann immer man denkt, es gibt keine Möglichkeit, etwas noch Abstruseres vorzutragen, findet Trittin eine ebensolche und insofern ist er auch dieses Mal konsistent mit sich selbst.

Die Widerspruchsfreiheit ist entsprechend der Knackpunkt seiner Darstellung, die erreichen will, dass die Mitglieder des Auditoriums denken, was Trittin sagt, sei wahr. Also jongliert Trittin mit einem versehentlichen Abhören und einem systematischen. Sprachlich mag es gelingen, den Widerspruch aufzulösen. Deutsche sind oft nur allzu willig, eigene Fehlleistungen als Versehen oder Fehler oder ungewollt abzutun, so als würde dies etwas an der Tatsache der Fehlleistung ändern. Hier wirkt offensichtlich der katholische Beichtstuhl in den öffentlichen Diskurs. Aber wie hat man sich ein versehentliches Abhören von Handys vorzustellen?

Ein Gedankenexperiment:

Alles ein Versehen...

Alles ein Versehen…

Jürgen T. ist beim BND dafür zuständig, Telefongespräche von Freunden, die man abhört, weil es “sicherlich gute Gründe” dafür gibt, abzuhören. T. tuned durch die Frequenzen und kommt zufällig bei Clinton und Kerry an, die zufällig gerade ein Telefongespräch auf zufällig gerade der Frequenz führen, die T. zufällig abhört. Wie es der Zufall so will, drückt T. durch Zufall und versehentlich die Maustaste, die den Mitschnitt des zufällig abgehörten Gesprächs zur Folge hat. Eine Aneinanderreihung von Zufällen, die uns Jürgen Trittin aufschwatzen will, dessen Nachnamen zufällig auch mit T.  beginnt.

Ab wie vielen Zufällen wird eine Darstellung für ein deutsches Auditorium systematisch? Wie absurd muss eine politische Darstellung sein, damit ein deutsches Auditorium anfängt, zu buhen? Wie groß kann der Unsinn sein, den deutsche politische Laiendarsteller in Pose gießen, ehe sie vor leeren Rängen gastieren müssen, weil sie niemand mehr ertragen kann, ihnen niemand mehr zuhört?

Wir wissen die Antworten auf diese Fragen nicht. Die Leidensfähigkeit des deutschen Publikums, das nicht nur die Darstellungen politischer Schauspieler regelmäßig über sich ergehen lässt, sondern in Wahlen dieselben Schauspieler für ein weiteres Gastspiel engagiert, scheint keine Grenze zu kennen.

Bleibt abschließend noch auf etwas hinzuweisen: Ein Geheimdienst, wie der BND ist dazu da, Informationen zusammenzutragen, die BND- und vielleicht auch staatsdienlich sind. Entsprechend wird der BND, werden seine Mitarbeiter viele und “sicherlich gute Gründe” finden, um Mitbürger, Bürger befreundeter, weniger befreundeter und spinnefeindlicher Länder auszuspähen. Das ist die Aufgabe des BND, und die innerinstitutionelle Logik des BND wird dazu führen, dass diese Aufgabe so differenziert und aufgefächert wird, wie es notwendig ist, um den eigenen Etat zu rechtfertigen. Wer dennoch glauben will, dass die Mitarbeiter des BND, wahre Freundschaft praktizieren, dem ist nicht mehr zu helfen.

Derzeitige Berliner Aufführungen:

Inszenierung: Fünf Stunden schwierige Gespräche  Marketing-Inszenierung: Viele Neue in Parteien (auch bekannt als: Weniger Austritte als befürchtet)
Szene-Shot:
5minutessilence
Szene-Shot:
neue Gesichter

Wo kommen nur die Führer her?

Lehnen Sie sich zurück. Denken Sie an das Bundeskabinett oder Wahlweise an den Vorstand der SPD Berlin-Mitte. Und jetzt fragen Sie sich: Wie konnte das passieren? Nein, das ist die falsche Frage. Die richtige Frage lautet: Wo kommen Führer her? Oder allgemeiner und mehr soziologisch formuliert: Wieso sind Gesellschaften hierarchisch organisiert?

leadershipDiese Frage, also die letzte der gestellten Fragen, beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Sie ist dem Rätsel vergleichbar, vor dem Ökonomen stehen, wenn sie sich mit Ronald Coase fragen: Warum gibt es Unternehmen? Unternehmen produzieren Transaktionskosten, die man vermeiden könnte, wenn man direkt im Markt agieren würde: Rohstoffe und Halbfertigprodukte kaufen, Gelegenheitsarbeiter kaufen, Anlagen mieten, produzieren und verkaufen. Wozu sich also die Last fest angestellter Arbeiter aufhalsen. Wozu einen bürokratischen Moloch wie ein Unternehmen gründen, das einer extra für Unternehmen ersonnenen Gestzgebung unterzogen werden kann? Wozu sich mit Gewerkschaftsvertretern herumärgern, wenn alles im Markt einfacher erzielt werden kann.

Haben Sie eine Antwort auf diese Fragen?

Nun, Ökonomen haben eine, vor allem solche, die der Neuen Institutionen Ökonomie zuzurechnen sind und die Antwort hat etwas mit Verlässlichkeit und Kontrolle, mit Unsicherheit und Leistung zu tun. Man kann sie am besten in Oliver Williamsons Buch: “The Economic Institutions of Capitalism” nachlesen.

Und das werden Interessierte auch müssen, denn wir widmen uns hier der Frage, wie das, was heute als Führer angesehen wird, geschehen konnte. Diese Frage, in etwas anderer Diktion haben sich Simon Powers und Laurent Lehmann gestellt. Sie haben sie beantwortet, und die “Proceedings of the Royal Society B” haben die Antwort gedruckt, und die Antwort lautet:

Gesellschaften werden sich dann hierarchisch organisieren, wenn die Führer in der Lage sind, überschüssige Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die wiederum ein Bevölkerungswachstum zur Folge haben, und mit einer wachsenden Bevölkerung ist es für die nunmehr Untertanen immer weniger möglich, Alternativen zum Führer bereit zu stellen.

Kurz: Menschen organisieren ihre Gesellschaft dann hierarchisch, wenn sie etwas davon haben, wenn die hierarchische Organisation mehr Ressourcen zu erwirtschaften in der Lage ist als die akephale.

The trackerDas ist nicht unbedingt eine umwerfende Erkenntnis. Aber eine umwerfende Erkenntnis ist vielleicht auch nicht zu erwarten, wenn man ein Computermodell zur Simulation gesellschaftlichen Wandels mit Annahmen füttert, die z.B. lauten: Menschen streben danach, in einer produktiveren Gesellschaft zu leben oder: Menschen streben nach einer Verbesserung ihres Lebens, oder Kinder erben die Werte ihrer Eltern. Dies alles sind mehr oder minder Trivialitäten, denn niemand wird dann, wenn er die Wahl zwischen wenig und viel Gutem hat, das wenige Gute wählen, jedenfalls nicht in einer Modellwelt, die von rationalen Akteuren bevölkert ist und Wahnsinn nicht zulässt.

Die Annahmen werden von trivial zu haarig, wenn man sie mit dem unterfüttert, was wir bislang nicht erwähnt haben, nämlich dem, was vor der hierarchischen Organisation stand: die akephale Gesellschaft. Die akephale Gesellschaft findet sich bei einer Reihe von Romantikern als Idyll. Das Idyll singt zur Schalmei das Lied der kleinen Menschengruppen, die vor dem Neolithikum über die Erde zogen, nein, sprangen, vor Freude und in Gleichheit geeint, Männleins, Weibleins und Kindleins und alle waren sie gleich. Es gab keine Hierarchie, niemand hat gesagt, wo es lang geht, alle haben in gleicher Weise in den Tag hinein gelebt und sich gefreut.

Von diesem Idyll gehen Powers und Lehmann aus. Und wenn man nun dieses Idyll verlassen soll, um als Mensch in das Neolithikum mit seiner Sesshaftigkeit und seinem Ackerbau überzuwechseln, dann stellt sich die Frage, warum man das sollte. Und weil Powers und Lehmann das Neolithikum mit hierarchischer Gesellschaftsorganisation verbinden, während vor dem Neolithikum die Kleingruppe der Gleichen durch die Lande zog, stellt sich zudem die Frage: Warum sollten die Gleichen ihre Freiheit aufgeben und sich einem Gleicheren unterordnen?

Weil sie etwas davon haben, lautet die Antwort, die Powers und Lehmann geben, mehr Ressourcen, ein besseres Leben und mehr Status oder Einkommen, eine Antwort, die man teilen kann, wenn man die Annahme teilt, dass vor dem Neolithikum kleine Gruppen von Gleichen durch die Welt gezogen sind, eine Annahme, die man allerdings nur teilen kann, wenn man die Zeit vor dem Neolothikum in eine sozialistische Paradiesvorstellung kleidet, in der Menschen ganz anders funktionierten, als sie das tatsächlich tun: Sie machten keinen Unterschied nach körperlicher Leistungsfähigkeit. Sie machten keinen Unterschied nach Erfahrung. Sie machten keinen Unterschied nach Geschicklichkeit. Sie machten keinen Unterschied nach Fertigkeit – eben keinen Unterschied, ganz so, als könne sich eine Menschengruppe das leisten.

Es ist völlig irrational anzunehmen, dass dieser sozialistische Paradieszustand irgendwann in der Menschheitsgeschichte bestanden haben soll. So wie es ein Unsinn ist, zu denken, akephale Gesellschaften seien, nur weil es in ihnen keinen klar definierten Führer gibt, nicht hierarchisch organisiert. Im Gegenteil: akephale Gesellschaften werden von einem Netz der Statusunterschiede durchzogen. Nur weil dieses Netz nicht in die Kategorien dessen passt, was man sich aus westlicher Perspektive unter Herrschaft vorstellt, heißt das nicht, dass es nicht eine Form der Herrschaft ist.

neolithic istoneAber, die Annahme der akephalen führerlosen und gleichen Gesellschaft ist für die Forschung von Powers und Lehmann wichtig, wollen sie doch zeigen, dass hierarchische Gesellschaften von einst freien Gleichen errichtet werden können und ihnen nicht aufgezwungen werden müssen. Und damit bekämpfen Powers und Lehmann einen Feind, des es gar nicht gibt: Wer hat behauptet, Führer hätten sich einst ihren Mitmenschen aufgezwungen? Die meisten Vertragstheorien, die sich mit der Entstehung hierarchischer Gesellschaften beschäftigen, gehen davon aus, dass eine Hierarchie auf Beschluss der Gesellschaftsmitglieder zu Stande kam, ohne dabei vom Idylll auszugehen, wie dies Powers und Lehmann tun (z.B. Locke oder Rousseau oder Hobbes).

Also fragt man sich am Ende, warum zwei Forscher einmal mehr am Mythos der schönen Frühzeit der Menschheitsgeschichte basteln, der Zeit, in der die Menschen noch gleich waren. Und man fragt sich, warum sie den Aufbau einer Gesellschaft mit Herrschaft verwechseln oder beides vermengen? Und bei der Suche nach einer Antwort kommt man nicht umhin, die romantischen Schwärmereien eines Friedrich Engels einzubeziehen, wie sie Dr. habil. Heike Diefenbach z.B. im Bezug zum angeblichen Patriarchat beschrieben hat. Das frühe Idyll ist ebenso wie die freie Wahl und die Vermegung von Herrschaft und Gesellschaftsorganisation wichtig, um einen modernen Mythos zu stützen, den Mythos nämlich, dass Führer in modernen Gesellschaften ausschließlich im Interesse ihrer Untertanen handeln, die man heute Bürger nennt und dass diese Führer nur deshalb in ihre Position gelangt sind, weil die Bürger-Untertanen davon einen Vorteil haben – weiter entfernt von der Wirklichkeit kann man kaum sein.

Powers, Simon T. & Lehmann, Laurent (2014). An Evolutionary Model Explaining the Neolithic Transition from Egalitarianism to Leadership and Despotism. Proceedings of the Royal Society B; online first.

Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund

Die individuelle Freiheit ist das höchste Gut, das es für Liberale gibt. Mit der Freiheit verbindet sich jedoch auch Verantwortung, das scheinen manche zu vergessen.

Ein kleines Gedankenexperiment:

Dorain GrayStellen Sie sich vor, sie haben sich in ihr Spiegelbild verliebt. Die Leidenschaft ist so groß, Sie können ohne Ihr Spiegelbild nicht mehr sein. Es begleitet Sie Tag und Nacht, in Bus und Bahn, in Gaststätten, Kino oder Theater, immer sitzt Ihr Spiegelbild neben Ihnen. So innig ist die Beziehung zu Ihrem Spiegelbild, dass Sie für Ihr Recht streiten, eine eingetragene Lebenspartnerschaft zu erreichen. In der Öffentlichkeit fühlen Sie sich durch befremdete Blicke und seltsame Fragen nach Ihrem Spiegelbild diskriminiert. Deshalb streiten Sie für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung von Spiegelbild-Partnerschaften. Um auch noch im Hinblick auf den letzten bürgerlichen Wert gleichgestellt zu sein, bestellen Sie entweder eine Leihmutter oder von einer Samenbank Fortpflanzungsmaterial und gründen eine Spiegelbild-Familie.

Kommt Ihnen an dieser Geschichte etwas seltsam vor? Außer dem Spiegelbild? Z.B. die Tatsache, dass die Abweichung, die die Verliebtheit in das eigene Spiegelbild, jedenfalls die Intensität dieser Verliebtheit, darstellt, vom Abweichenden mit dem Anspruch in die Gesellschaft getragen wird, doch als normal akzeptiert zu werden?

Ist das nicht seltsam, dass jemand gezielt abweicht, um dann im nächsten Moment zu fordern, als nicht-abweichend in die Gesellschaft all derer, von denen er gezielt abweicht, aufgenommen zu werden? Interessanter noch ist das Fehlen jeglicher Begründung, das Fehlen jeglicher positiven Begründung, die denen, von denen abgewichen wird, zeigt, was sie davon haben, den, der abweicht, nicht als abweichend anzusehen, obwohl er abweicht. Man kann dies auch anders formulieren und sich fragen, warum jemand zuerst gezielt abweicht und dann alles tut, um dem bürgerlichen Idealtypus zu entsprechen. Was ist der Witz an der Abweichung? Ist das Ganze nur ein narzistisches Spiel, in dem die eigene Persönlichkeit durch Abweichung konstruiert wird und gleichzeitig, ob dieser Abweichung so fragil , dass die Angst über die eigene Abweichung den Abweichenden zurück in die Arme der Mehrheitsgesellschaft und ihrer Konventionen treibt?

Abweichungen sind eben auch nicht mehr das, was sie einmal waren. In den 1970er Jahren, da waren Abweichungen noch ernst gemeint. Da war man Baghwan-Jünger oder nicht, und nicht Baghwan-Jünger, von, sagen wir 16 bis 21 Uhr und ansonsten Sachbearbeiter für die Buchstaben AA bis AF im Finanzamt Eckernförde. Man war etwas aus Überzeugung und nicht, um etwas auszuprobieren. Man wich von der Mehrheitsgesellschaft aus Überzeugung ab und hat die Verantwortung für diese Überzeugung übernommen, mit allen Konsequenten, die sich daraus ergeben haben, z.B. dem Verzicht auf Transferleistungen des Staates, dem Verzicht darauf, sich vom Staat für seinen Lebensentwurf belohnen, ja kaufen zu lassen.

Die heutigen Abweicher wollen zwar abweichen, aber nicht zu viel abweichen, nur soviel, dass es ausreicht, um eine soziale Identität zu bauen und dennoch in der Mehrheitsgesellschaft zu verbleiben. Eine wicklich seltsame Ambiguität, die bei den davon Betroffenen nicht einmal zu kognitiven Dissonanzen führt, denn: Sie finden es normal, abzuweichen und doch nicht abzuweichen oder: sich bewusst gegen etwas zu entscheiden, aber die Folgen davon nicht tragen zu wollen. Vielmehr erwarten sie, dass andere, die Gesellschaft, die Folgen schultern und finanzieren.

Treiben wir das Gedankenexperiment noch etwas weiter und fragen, welche Menge, in ihr Spiegelbild Verliebter bzw. in Lebenspartnerschaft mit ihrem Spiegelbild Lebender notwendig ist, um eine steuerliche Gleichstellung der Spiegelbild-Lebenspartnerschaft zu begründen, um Studien zu initiieren, die die Antwort auf Fragen suchen wie: Werden Spiegelbild-Lebenspartnerschaften diskriminiert? Wenn ja, wie und von wem und warum? Wieviele Spiegelbild-Verliebte sind notwendig, um politische Parteien wie Hühner im Hühnerhaus umeinander laufen zu lassen und im vollen Ernst der artifiziellen Aufregung nach den Lebensbedingungen der Spiegelbild-Verliebten zu fragen?

Anfrage GrueneNun, die letzte Frage können wir für die Spiegelbild-Verliebten nicht beantworten, aber für so genannte Regenbogen-Familien können wir sie beantworten: Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage im Bundestag von, richtig: Bündnis90/Grüne hervorgeht, leben derzeit 68.268 Menschen in Deutschland in einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft, also rund 3000 weniger als jedes Jahr an einer ischämischen Herzkrankheit (Arteriosklerose) sterben. 40.601 der Lebenspartnerschaften bestehen aus zwei Männern, 27.667 setzen sich aus zwei Frauen zusammen. In diesen Lebenspartnerschaften leben 3.794 Kinder, was, verglichen mit der Zahl der Kinder, die 2012 vom Jugendamt in Obhut genommen wurden, einem Anteil von 9,4% entspricht.

68.268 Menschen in Lebenspartnerschaften, Menchen, die eigentlich von der Normalität abweichen wollen, aber nicht so weit, als dass sie tatsächlich die volle Verantwortung für ein alternatives Leben übernehmen würden, und 3.794 Kinder, die deutschlandweit in sogenannten Regenbogenfamilien aufwachsen, geben den Anlass dazu ab, nicht nur schulische Curricula umzukrempeln, sondern auch Kampagnen gegen die Diskrimierung dieser seltenen Population, von deren Angehörigen, der Mehrheit der Bevölkerung in der Regel niemand bekannt sein wird, zu finanzieren und zu starten.

Man hat massiv den Eindruck, dass hier der Schwanz mit dem Hund wedelt, vor allem, wenn zudem Fragen der Abstammung gelöst werden müssen, denn es ist natürlich wichtig zu wissen, ob in lesbischen Beziehungen beide Frauen rechtlich als Mutter gelten können, und wie man das Problem der Abstammung umschifft, also das Problem, das sich daraus ergibt, dass auch lesbische Frauen keine Selbstbefruchter sind. Ob demnächst in der Männerbewegung (sofern es sie gibt) jemand auf die Idee kommt, ein Recht auf den eigenen Samen zu fordern?

Fast wichtiger als die Frage, wer denn nun Mutter ist, sein soll, sein muss, sein darf, ist die Frage der Abstammung, denn Abstammung ist in Deutschland kein soziales, sondern ein rechtliches Problem. Da ist sie wieder, die Frage der Verantwortung. Also: Kann man ein Kind, das künstlich von gespendetem Samen geschaffen wurde, bei Nichtgefallen, z.B. weil es nicht gesund ist oder die falsche Augenfarbe besitzt, zurückgeben und vom Samenspender Regress verlangen, ob der mangelhaften Ware, die geliefert wurde?

Oder wie ist das in schwulen Partnerschaften, die sich einer Leihmutter bedienen. Sind mit der Bezahlung der Leihmutter alle Ansprüche beseitigt, die aus biologischer Verbindung erwachsen? Oder haben Leihmütter auch einen rechtlichen Anteil an ihren Auftragskindern? Und wie ist es mit der Haftung für Nachwuchs, der nicht der Norm entspricht, der sich z.B. mit 14 Jahren als delinquent, faul, oder, schlimmer fast: heterosexuell entpuppt: Wer haftet dafür?

Fragen über Fragen und wer Lust hat, sich mit derart interessanten Fragestellungen, die sein tägliches Leben betreffen, zu beschäftigen, der sei auf die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Grünen (und ihres Bündnisses) verwiesen.

Und wer sich fragt, wie es soweit kommen konnte, dass der Hund mit dem Schwanz wedelt, der sei wiederum auf die Verantwortung verwiesen, die ausgerechnet diejenigen, die sich entschlossen haben, von der Norm abzuweichen, nicht für ihren Entschluss übernehmen wollen.

Und nein, wir sind nicht homophob, wir gehören nur zu einer abweichenden Mehrheit, die  weder politisch korrekt noch in logischem Widerspruch oder Widerspruch mit der Realität leben will.

 

 

Die Zerstörung der Soziologie als Wissenschaft oder: Warum machen Soziologen nicht den Mund auf?

Seit der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie eine Solidaritätsadresse für Soziologen wie Gerhard Amendt, die Hasskampagnen ausgesetzt sind, veröffentlicht hat, gibt es in einigen Blogs eine Diskussion darüber, ob Soziologie überhaupt eine Wissenschaft darstellt oder nicht. Wir beziehen uns im Folgenden auf die Diskussion, die im Blog von Hadmut Danisch geführt wird.

Eine Anzahl von Kommentatoren, fühlt sich dazu berufen, der Soziologie als Ganzem den Wissenschaftsstatus abzusprechen. Andere kritisieren, dass sofern es Soziologen gibt, die noch Wissenschaftler sind, sich diese nicht zu Wort melden. Generell wird dabei Soziologie irrtümlicher Weise mit Geschlechterforschung und Geschlechterforschung mit Genderismus gleichgesetzt, d.h. in der Außenwahrnehmung vieler gibt es keine Soziologie ohne Genderismus mehr.

Dabei nimmt die nicht pöbelnde Kritik z.B. die folgende Form an:

Danisch“Ein zentraler Fehler der Soziologie ist dabei, dass sie gar nicht das Ziel hat, wissenschaftlich und beschreibend zu sein, sondern dass sie politisch ist, politische Ziele verfolgt, und sich nur darum dreht, wie sie die Gesellschaft gerne sehen und haben möchte. Keine andere Fakultät (außer noch den Juristen) ist so eng mit der Politik verflochten, ist so weit von Wissenschaft entfernt.”

oder:

“Jeder, der auch nur etwas Ahnung von Wissenschaft hat, merkt bei Lesen soziologischer Schriften sofort, dass das mit Wissenschaft nichts zu tun hat, dass es nur ein „so tun als ob”, eben das Nachäffen des Gehabes ist. Zentrales Kernmerkmal dafür ist, dass Soziologie nicht auf Wissen, sondern auf Autoritäten beruht. Nie wird etwas inhaltlich-wissenschaftlich begründet.”

oder:

“Denn wären diese Leute seriöse Wissenschaftler, hätten schon längst Selbstreinigungskräfte eingesetzt und die seriöse Soziologie hätte sich von dem ganzen Genderschwachsinn längst drastisch distanziert und die rausgeworfen.”

Beginnt man der Reihe nach, so muss zunächst ein Fehler beseitigt werden: Soziologen, wie alle Sozialwissenschaftler,  wollen nicht nur beschreiben, sie wollen auch erklären. Emile Durkheim, der Begründer der Soziologie, hat versucht, Selbstmord in seinen Formen zu erklären, er hat Methoden zur Erklärungen sozialer Tatbestände entwickelt. Insofern ist z.B. der Anspruch der Soziologie ein weitergehender als er hier gemutmaßt wird: Die berühmte Definition des Gegenstands von Soziologie, die Max Weber gegeben hat, lautet entsprechend: “Soziologie (im hier verstandenen Sinne dieses sehr vieldeutig gebrauchten Wortes) soll heißen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will” (Weber, 1988: 542).

Weber WissenschaftslehreDamit ist Soziologie eine Wissenschaft, deren Zweck darin besteht, soziale Fakten zu verstehen und zu erklären, z.B. zu erklären, wie es dazu kam, dass der Genderismus an deutschen Universitäten Fuss fassen konnte. Um dies erklären zu können, muss man zunächst den Genderismus als die Ideologie, das religiöse Gebäude, das auf der unbelegten Behauptung, Frauen seien benachteiligt, basiert, verstehen, den Genderismus als die religiöse Heilslehre sehen, das politische Programm, die/das er ist. Entsprechend stellt sich nunmehr die Frage: Wie konnte es sein, dass sich eine religiöse Heilslehre wie der Genderismus an Universitäten und u.a. in den Instituten der Soziologie ausbreiten konnte. Die Antwort auf diese Frage wäre entsprechend die von Weber eingeforderte Erklärung sozialer Phänomene.

Um soziale Tatsachen zu verstehen und zu erklären, gibt es einen methodischen Kanon, den wir in unserem Grundsatzprogramm zusammengestellt haben. Er sieht es vor, von allgemeinen Aussagen (Theorien) über soziale Fakten auszugehen und Hypothesen über konkrete soziale Gegenstände zu bilden, die prüfbar sein müssen und damit die Gefahr in sich tragen, an der Realität zu scheitern. Die wissenschaftstheoretischen Grundlagen von Soziologie im Besondern und Sozialwissenschaften im Allgemeinen hat Karl-Dieter Opp in seinem Buch “Methodologie der Sozialwissenschaften” ausführlich dargestellt, so dass jeder, der von sich behauptet, Sozialwissenschaftler oder Soziologe zu sein, nicht gleichzeitig Unkenntnis über die wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Soziologie heucheln kann. Wenn er Unkenntnis kund tut, dann verfolgt er offensichtlich andere als sozialwissenschaftliche oder soziologische Zwecke.

Die zur empirischen Prüfung notwendigen Methoden in qualitativer wie quantitativer Form finden sich in unzähligen Bänden, die dem Thema der Methoden der empirischen Sozialforschung gewidmet sind. Sie finden sich in qualitativer und in quantitativer Form, sie finden sich als Technik zur Fragebogenkonstruktion, als Methoden zur Datenerfassung, als Methoden zur Vermeidung eines Befragungs-Bias, als Darstellung suggestiver Befragungstechniken, die mit einem ethischen Bann belegt sind, schließlich finden sich Legionen von Darstellungen einzelner statistischer Methoden, von univariaten Auszählungen über die Darstellung bivariater Zusammenhänge bis zu multivariaten Verfahren.

RityerDie Soziologie als Fach, ist somit eines der wenigen Fächer der Sozialwissenschaften, die über einen theoretischen Korpus verfügen, den Forscher wie Jeffrey Alexander, Herbert Blumer, Gary Becker, Peter Blau, James Coleman, Randall Collins, Ralf Dahrendorf, Emile Durkheim, Harold Garfinkel, Erving Goffman, Michael Hechter, George C. Homans, Talcott Parsons, Karl-Dieter Opp, Heinrich Popitz,  und viele mehr gelegt haben. Zudem verfügt die Soziologie über eine wissenschaftstheoretische Basis, die von Hans Albert, Karl Raimund Popper, Imre Lakatos oder Thomas Kuhn gelegt wurde und deren Tenor darin besteht, dass wissenschaftliche Aussage nachvollziehbar und vor allem nachprüfbar sein müssen. Aussagen, die nicht an der Realität scheitern können, sind entsprechend keine wissenschaftlichen Aussagen. Schließlich verfügt die Soziologie über eine Vielzahl von Methoden zur empirischen Prüfung, von der Datenerhebung bis zur Datenanalyse.

Kurz und mit Thomas Kuhn gesprochen: Die Soziologie ist eine der wenigen Sozialwissenschaften, die den Sprung aus dem, was Kuhn die vorwissenschaftliche Phase nennt, in die Phase der Normalwissenschaft vollzogen haben.

Und dann kam der Genderismus.

Dann kam die Unterminierung der Soziologie durch eine Religion, die keinerlei theoretische Grundlage hat, statt dessen auf der Verkündung, Frauen seien benachteiligt, aufbaut, wie jede Religion auf einem mystischen Schöpfungsakt aufbaut. Der Genderismus hat keinerlei wissenschaftstheoretische Basis, die den rudimentärsten Kriterien von Wissenschaftlichkeit gerecht wird, im Gegenteil: Nicht Nachvollziehbarkeit oder Nachprüfbarkeit ist das Credo des Genderismus, sondern politische Einflussnahme, so nachzulesen in dem, was prätentiös als feministische Wissenschaftstheorie benannt wird, ein Sammelsurium aus Versuchen, Werturteile, natürlich nur feministisch basierte Werturteile, zum Gegenstand von Wissenschaft zu machen. Werturteile im wissenschaftilchen Erkenntnisprozess waren schon für Max Weber (1988: 609) das Ende von Wissenschaft, und sie sind es bis heute geblieben.

Aber: Genderismus ist ja auch keine Wissenschaft, sondern eine Religion, die die eigenen Werturteile als richtige Werturteile verbreiten will. Da die Zielsetzung von Genderismus darin besteht, die eigenen Werturteile als richtig in der Gesellschaft zu etablieren, gibt es auch keine wissenschaftlichen Methoden und Techniken der Datenerhebung. Die Intuition, die auf der Basis des Gefühls, Recht zu haben, fusst, ersetzt das nachprüfbare und methodengeleitete Vorgehen, das Wissenschaft auszeichnet. Kurz: Genderismus ist eine Heilslehre, eine Religion, die mit Wissenschaft im Allgemeinen und Sozialwissenschaft im Besonderen nichts zu tun hat.

Wie konnte es dazu kommen, dass sich Genderismus dennoch an Universitäten und hier besonders im Bereich der Soziologie einnisten konnte? Die Antwort auf diese Frage ist nicht leicht zu geben. Es gibt bislang keine Forschung, die untersuchen und darstellen würde, wie es gelungen ist, eine Religion an Universitäten zu etablieren. Entsprechend muss man, ganz in soziologischer Tradition, Hypothesen bilden, Hypothesen, die von einem Rational-Choice-Ansatz ausgehen, der wiederum, um mit Max Weber zu sprechen, annimmt, dass Akteure zielgerichtet und zweckrational handeln.

Homo sociologicusDa Genderismus eine Religion ist, die nicht nur die Konsequenz hat, Wissenschaft zu zerstören, sondern auch die Konsequenz, eine Wissenschaft wie die Soziologie in der Öffentlichkeit zu diskreditieren, ein Unterfangen, das wie die Zitate oben zeigen, schon recht erfolgreich gewesen ist, liegt es nahe anzunehmen, dass eben diese Diskreditierung der Soziologie das Ziel ist, das mit der Unterwanderung der Soziologie durch den Genderismus erreicht werden soll.

Die Frage nach dem Warum, ist leicht zu beantworten: Vor dem Einfall des Genderismus war Soziologie ein Fachbereich, in dem eine Mehrheit klare methodische Standards und wissenschaftstheoretische Grundlagen geteilt hat. Soziologie war eine kritische Wissenschaft (das hat nichts mit der Frankfurter Schule zu tun, eher im Gegenteil: Soziologie war trotz Habermas kritisch). eine Wissenschaft, die Ergebnisse auf geprüfter empirischer Basis erzielt hat, Ergebnisse, die im Gegensatz zu den Machtverhältnissen in der deutschen Gesellschaft und den Ideologien von Politikern standen.

So betrachtet, wäre die Zersetzung der Soziologie, ihre Zerstörung durch staatstreue Genderisten ein gezieltes Vorhaben, eine Hypothese, die nun der Prüfung harrt (Diese Hypothese ist prüfbar und das ist, was sie von einer Verschwörungstheorie unterscheidet).

Und warum haben die alten Soziologen, diejenigen, die dem wissenschaftlichen Korpus der Soziologie verpflichtet sind, dabei zugesehen, wie ihre Wissenschaft zerstört und durch feministischen Kauderwelsch ersetzt wurde, einen Kauderwelsch der die Soziologie, wie die Zitate oben zeigen, in der Außenwahrnehmung so sehr beherrscht, dass Soziologie mittlerweile mit Genderismus gleichgesetzt wird?

Diese Frage können nur die Betroffenen selbst beanwtorten. Vermutlich ist hier ein Prozess am Werk, wie ihn Soziologen beschreiben, die sich mit emergenten Effekten beschäftigen. Jeder Soziologie-Professor ist seine eigene Insel. Die Kosten für eine Organisation von Soziologie-Professoren, die Kosten für die Organisation von Widerstand sind zu hoch, als dass sie überwunden werden könnten. Also sehen sich die Einzelkämpfer-Professoren einem organisierten Auftrieb gegenüber, der als angeblicher politischer Wille, Genderismus in die Wissenschaft implementiert, und zwar ohne auf Widerstand zu treffen.

Dass Fächer per politischem Willen in Universitäten implementiert wurden und nicht aufgrund einer entsprechenden Entscheidung der scientific community ist recht selten: Neben dem Genderismus, gibt es wenige Beispiele, am bekanntesten ist der Marxismus-Leninismus, den die religiösen Herrscher des erfolgreichsten sozialistischen Staates auf deutschem Boden, der immerhin 40 Jahre den Mangel verwaltete, ehe ihm die Banane den Garaus machte, etabliert haben, und das ist übrigens nicht die einzige Gemeinsamkeit beider Religionen.

Damit sind wir zurück beim einem der drei Zitaten von oben:

“Denn wären diese Leute seriöse Wissenschaftler, hätten schon längst Selbstreinigungskräfte eingesetzt und die seriöse Soziologie hätte sich von dem ganzen Genderschwachsinn längst drastisch distanziert und die rausgeworfen.”

Das schreibt Hadmut Danisch und damit will er im Umkehrschluss belegen, dass es keine seriösen Wissenschaftler in der Soziologie gibt. Das ganze Argument krankt zwar daran, dass es auf einer Tautologie aufbaut, aber das Anliegen, das dieses Argument hervorgebracht hat, ist legitim, beschreibbar als Frage: Warum machen Soziologen, also die wenigen Wissenschaftler, die es in der institutionalisierten Soziologie noch gibt, nicht den Mund auf (freien Wissenschaftler, wie der Soziologin Dr. habil. Heike Diefenbach kann man sicher nicht den Vorwurf machen, sie würde nicht den Mund aufmachen)?

FestingerWir haben, ehrlich gesagt, keine Antwort auf diese Frage. Eine Hypothese, die wir anbieten können, basiert auf der Theorie kognitiver Dissonanz von Festinger, die bekanntlich vier mögliche Strategien der Verarbeitung kognitiver Dissonanzen sieht, kognitiver Dissonanzen, wie sie sich unwillkürlich einstellen, wenn ein Soziologe, der Wissenschaft betreiben will, mit Vertreter der Genderreligion konfrontiert ist:

(1) Der Soziologieprofessor kann sich einreden, die Gefahr, die von der Gender Sekte in seinem Fachbereich und für seine Wissenschaft ausgeht, sei nur gering, sei vernachlässigbar, die Soziologie als solche vom Genderglauben nicht tangiert.

(2) Er kann sein Verhalten ändern und seinen Beruf als Soziologe an den Nagel hängen.

(3) Er kann sein eigenes Verhalten neu einschätzen und sich sagen, dass er die Methodik und Wissenschaftlichkeit von Soziologie vielleicht zu eng sieht.

(4) Er kann seine Sicht auf Genderismus ändern und sich einreden, dass Genderismus gar keine Religion, sondern eine Wissenschaft ist.

Wir sehen Alternative (1) als die wahrscheinlichste Alternative an. Egal, welche der Alternativen das profunde Schweigen von Soziologen erklärt, mit dem sie der Zerstörung ihrer Wissenschaft zusehen, es bleibt die kognitive Dissonanz. Egal, welche Alternative einzelne Wissenschaftler für sich wählen, die Dissonanz geht davon nicht weg. Sie mag zeitweise in den Hintergrund treten, sie mag abgemildert werden, doch sie kehrt wieder, regelmäßig, und zwar so lange, so lange es noch Wissenschaftler unter den Soziologen gibt, wobei die Außenwahrnehmung der Soziologie, wie der Sozialwissenschaften insgesamt, den Eindruck vermittelt, als wäre es den Genderisten längst gelungen, beide, Soziologie wie Sozialwissenschaften, in der Meinung der Bürger gründlich zu diskreditieren.

Endlich: Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ist mit Gerhard Amendt solidarisch

Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ist solidarisch. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Soziologie gerade in einer Erklärung des Vorstands verlautbart. Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie hat also entschieden, dass die Deutsche Gesellschaft für Soziologie solidarisch ist, und zwar mit Soziologen, was schon einmal sehr erfreulich ist, denn in der Vergangenheit hat sich die Deutsche Gesellschaft für Soziologie und ihr Vorstand nicht unbedingt dadurch ausgezeichnet, solidarisch mit Soziologen zu sein.

Amendt1Solidarisch ist der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der für alle Soziologen spricht, mit Soziologen, die sich mit Themen der “Geschlechter- oder Sexualitätsforschung beschäftigen” und die sich “immer öfter mit sogenannten Hasskampagnen konfrontiert sehen”. Derzeit, so heißt es weiter, “werden einzelne Kollegen und Kolleginnen in sozialen Medien wie Facebook, in Blogs und mit E-Mails persönlich attackiert, verunglimpft und z.T. sogar bedroht”.

Was der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der für alle Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Soziologie hier seine Empörung und Solidarität zum Ausdruck bringen will, leider verschweigt, sind die Namen der Angegriffenen, was schade ist, denn die Solidarisierung hätte mehr Nutzen gebracht, wenn sie offen und nicht hinter einem Mantel aus Angst und Misstrauen erfolgt wäre. Also ist es wieder an uns, über Ross und Reiter zu spekulieren.

Aber lange spekulieren muss man nicht, denn: kein anderer Soziologe wird seit Jahren derart angefeindet, wie Gerhard Amendt. Die Solidarität des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie kann daher eigentlich gar keinem anderen als Gerhard Amendt gelten. Fast dass man sagen könnte, es wird langsam Zeit, denn kaum ein Soziologe hat sich im Verlauf der letzten Jahre mit giftigeren Hasstiraden, Verunglimpfungen oder Versuchen, ihn zu diskreditieren, konfrontiert gesehen, wie Gerhard Amendt, der von Feministen mit wüsten sexistischen Beschimpfungen und Hasskommentaren überzogen worden ist.

An der Technischen Universität Berlin hat man Gerhard Amendt zur unerwünschten Person erklärt, weil er es wagt, den Feminismus zu kritisieren. Gerhard Amendt ist Ziel einer Diffamierungskampagne, die ihn regelmäßig zum Hassobjekt in so genannten Studien macht, die von politischen Vereinen wie der Heinrich-Böll-Stiftung oder der Friedrich-Ebert-Stiftung finanziert werden und deren Inhalte regelmäßig und postwendend, von überraschend schnell informierten Mitarbeitern bei Wikipedia in die entsprechenden Hassbeiträge eingepflegt werden. Die Hasskampagne gegen Gerhard Amendt geht soweit, dass man ihn mit Anders Breivik und Akif Pirincci vermengt, um ihn zu diskreditieren. Die Liste derer, die sich Gerhard Amendt zur Zielscheibe auserkohren haben, ist zu lang für diesen post, weshalb wir es hier bei aus Steuergeldern bezahlte Reputations-Killer wie dem Bundesforum für Männer und die Friedrich-Ebert-Stiftung, die sich z.B. mit diffamierenden Behauptungen wie der folgenden hervortut, belassen wollen:

“Zumindest ein Teil der Beiträge treibt im Fahrwasser der Männerrechtler, die von der „Machtergreifung der Frau“ und einem „neuen Tugendstaat“ fabulieren. Autoren wie Arne Hoffmann, der in seinem Blog Genderama gegen alles Feministische hetzt, oder auch Gerhard Amendt, der Opfererfahrung von Frauen als „fantasiertes Leid“ denunziert und eine (weibliche!) „Sehnsucht nach traditioneller Männlichkeit“ ausmacht – was die kirchliche Männerstudie von Rainer Volz und Paul Zulehner gerade empirisch widerlegt hat – sind alles andere als geschlechterdialogisch orientiert” (17).

Es freut uns, dass der Vorstand der DGS sich dazu entschlossen hat, nach Jahren der Tatenlosigkeit, Gerhard Amendt solidarisch zur Seite zu stehen, und wir können uns der Feststellung des Vorstandes der DGS, wonach “einzelne Wissenschaftler … in einer Weise attackiert werden, die völlig unsachgemäß ist und in ihrem mehr als fragwürdigen Stil letztlich auf die Urheber selbst zurückfällt”nur anschließen.

Wie gesagt, wir hätten uns gewünscht, dass der Vorstand der DGS den Mut hat, Gerhard Amendt beim Namen zu nennen, aber wir sind uns natürlich im Klaren darüber, dass sich der nämliche Vorstand damit zur Zielscheibe feministischer Hasstiraden gemacht hätte, am Ende in die nächste aus Steuergeldern finanzierte Studie über “den Maskulismus” oder “den Antifeminismus” aus, turnusmäßig dieses Mal wieder der Heinrich Böll Stiftung aufgenommen worden wäre und vielleicht sogar seine finanzielle Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung verloren hätte.

Dies muss man gewichten, wenn man den Schlusssatz der Solidaritätsadresse liest, der darauf verweist, dass “eine zivilisierte öffentliche Debatte über gesellschaftlich relevante Themen” nicht möglich ist, wenn man die Debatte nicht zivilisiert führt. Man sieht, auch Solidarität ist in sich tautologisch und vielleicht sogar selbstreferentiell, denn, und damit kommen wir zu einer eigenen Sache, manche im Vorstand der DGS haben sich  selbst schon dadurch hervorgetan, dass sie “Hetze” in die öffentliche Diskussion eingebracht und damit die zivilisierte Auseinandersetzung über gesellschaftliche relevante Themen wie die Frage, ob man Studenten die Möglichkeit geben sollte, ihren Studienort, an dem sie Soziologie studieren wollen, auf Grundlage einer bundesweiten Bewertung der enstprechenden Institute zu wählen, unmöglich gemacht hat.

Man kann sich daher fragen, ob wir es bei der Solidaritätsadresse des Vorstands der DGS in Teilen mit einer Form “Selbstkritik” zu tun haben, auf einer Transformation vom Saulus zum Paulus und ob der Aufruf, eine zivilisierte öffentliche Debatte zu führen, sich auch auf Wissenschaftler erstreckt, die sich in der Vergangenheit dadurch hervorgetan haben, dass sie die Arbeiten anderer für ihre eigenen Zwecke entstellt und missbraucht haben.

Solidarität-der-UneinsichtigenBislang hat die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ja beide Augen gegenüber Mitgliedern zugedrückt, die die Grundlage wissenschaftlicher Lauterkeit, nämlich das Zitieren(überhaupt) und das korrekte Zitieren nicht beherrschen oder nicht beherrschen wollen, so dass man hier eine Offensive nicht nur zur zivilisierten Debatte, sondern auch zur Rettung wissenschaftlicher Standards unter Soziologen sehen kann, vielleicht sogar ein sich entwickelndes Unwohlsein gegenüber öffentlichen Institutionen, die sich in der Vergangenheit allzu oft auf Soziologen verlassen konnten, wenn es darum ging, die eigene ideologische Suppe nicht nur anzurühren, sondern auch unter Studenten zu verteilen. Sehen wir also so etwas wie den Advent eines selbstreflexiven Kantschen Instrumentalisierungsverbots, das lautet: Du sollst Dich als Soziologe nicht vor den Karren ideologischer Indoktrinierer, wie Heinrich-Böll-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Attac oder BMBF spannen lassen?

Was abschließend die Frage aufwirft, was diese Veränderung im Denken des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie bewirkt hat. Hier können wir nur spekulieren und auf Beispiele verweisen, in der die Veränderung in einem Bereich mit personellen Veränderungen oder mit Veränderungen in den Umständen bestimmter Personen einhergehen, wie sie z.B. ein Umzug von einer roten an eine weiß-blaue Universität darstellt oder in den Worten von Stephan Lessenich, dem derzeitigen Vorsitzenden der DGS:

Mein Jenaer Jahrzehnt war wunderbar und ich danke allen, die dies ermöglicht und dazu beigetragen haben; die kommenden Jahre werden hoffentlich ähnlich schön – die Zeichen dafür stehen eindeutig gut. (Und um allfälligen Nachfragen vorzubeugen, darf ich hier einmal zustimmend zitieren: „Das will ich nur mal klarstelln, damit man mich richtig versteht: ich habe nichts gegen München, ich würde nur nie zu den Bayern gehn.“ Der Alarm ist also doch eher, wie einst bei Falco, rot.)

Wie heißt es doch: Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören und sich verändern, zum zivilisierten Debattierer, zum nicht-Hetzer, ja vielleicht sogar zum Wissenschaftler.

Nachtrag:

Arne Hoffmann weist darauf hin, “dass Professor Amendt, vermutlich als Folge der Hetze gegen ihn, auf Anraten der Kriminalpolizeit auf mehreren Veranstaltungen nur noch mit Leibwächtern erscheinen konnte”. Das darf an dieser Stelle natürlich nicht unerwähnt bleiben.

Freiwillige Selbstkontrolle (FSK): Pornographie ab 12 freigegeben

Gerade haben wir darüber berichtet, dass eine Kasseler Professorin für Soziologie der Diversität unter besonderer Berücksichtung der Dimension Gender mit ihren 70 Vorschlägen zur Sexualerziehung in Schulen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat, da muss sich Deutschland auf den nächsten Sturm vorbereiten: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) hat angekündigt, pornographische Filme, die bislang mit “FSK ab 18″ bewertet wurden, in Zukunft mit “FSK ab 12″ zu bewerten.

FSK18Unser Ziel, so der zuständige Sachbearbeiter der FSK, Hartmut Polanski, ist es, die entsprechenden Filme für den schulischen Unterricht verfügbar zu machen. Dabei, so Polanski, habe Elisabeth Tuider, die Kasseler Professorin für Diversität, eine wichtige Vorreiter-Rolle gespielt. Durch ihre Vorschläge zur Sexualerziehung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren habe Tuider die FSK maßgeblich beeinflusst. Im Lebensverlauf so wichtige Themen wie Analverkehr und die Einrichtung eines Bordells unter besonderer Berücksichtigung der entsprechenden Vorlieben der jeweiligen Gäste, also letztlich Kenntnisse in Zielgruppenmarketing und Marktsegmentierung, hätten bei der FSK zu einem Umdenken geführt. Ein Konsens dahingehend, dass pornographische Filme nicht jugendgefährdende Filme seien, sondern im Gegenteil pädagogisch wertvolle Darstellungen, die im schulischen Unterricht zum Einsatz kommen sollten, habe sich nunmehr gebildet.

Deshalb habe man sich entschlossen, den Sexualkundeunterricht in Haupt, und Realschulen in Gymnasien und Sonderschulen dadurch zu fördern, dass pornographische Filme zukünftig mit “FSK ab 12 Jahren” freigegeben werden, vor allem dann, wenn sie Elemente enthalten, die im Lehrplan vorgesehen sind, Elemente wie z.B. Massensex mit Analverkehr.

Damit entfalle auch die Notwendigkeit, die entsprechenden Filme in eigens dafür vorgesehenen neutralen Verpackungen und unter dem Ladentisch zu verkaufen. Der Pornofilm solle nunmehr als das pädagogische Werk, das er nun einmal ist, seinen Platz finden, neben Cornelsens wichtigem Beitrag für Schüler “Lesen, Darstellen, Begreifen” und Büchern wie “Das Mathematikbuch als Instrument des Schülers”.

Da es sich bei den pädagogischen Inhalten, die in pornographischen Filmen verarbeitet werden, mehr um visuelle Inhalte handelt und man außerdem der spezifischen Zielgruppe der visuellen Lerner gerecht werden wolle, sei die Gleichstellung mit Büchern gerechtfertigt.

Auch Filmstellen wie Film und Schule LWL, eine gemeinsame Initiative des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW und des LWL-Medienzentrums für Westfalen, nehmen die bahnbrechende Arbeit von Elisabeth Tuider zum Anlass, um fortan pornographische Filme im Angebot zu führen:

FSK12“Die Vermittlung von Filmkompetenz im Schulunterricht setzt ein gewisses Maß dieser Kompetenz bei den unterrichtenden Lehrern voraus”, so LWL in einer Stellungnahme. Dank der Vorarbeiten von Frau Tuider, sei dieses gewisse Maß an Kompetenz nunmehr frei zugänglich, was die Bereitstellung von Pornographie für den schulischen Unterricht ermögliche”.

Abschließend  noch ein Hinweis von Hartmut Polanski: Die 70 Vorschläge zum Sexualkundeunterricht, die Elizabeth Tuider zugeschrieben werden, sind nicht alleine ihr Werk, vielmehr sind Mario Müller, Stefan Timmermanns, Petra Bruns-Bachmann und Carola Koppermann am Buch “Sexualpädagogik der Vielfalt. Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit”, das bei Beltz in Weinheim bereits in der zweiten Auflage erschienen ist, beteiligt. Ihnen gebührt daher ein Anteil am Ruhm von Frau Tuider.

Die Nachrichtenflut, der man heute ausgesetzt ist und die Salonfähigkeit der Unnormalität, wie sie immer mehr um sich greift, lässt Leser von Nachrichten zuweilen unschlüssig darüber zurück, ob es sich bei der betreffenden Nachricht um Realität oder Satire handelt.

Deshalb fragen wir Sie, was meinen Sie: Ist diese Nachricht eine authentische Nachricht, handelt es sich um eine Satire oder ist die Nachricht noch keine authentische Nachricht?

Wie man soziale Probleme schafft, institutionalisiert und wartet

Wir schließen mit diesem Beitrag an einen Beitrag von Dr. habil. Heike Diefenbach an, in dem sie am Beispiel der ad-hoc Gruppe  “Genderismus – Der Umbau der Gesellschaft. Annäherung an einen aktuellen Krisendiskurs” dargestellt hat, wie Banalitäten oder bestimmte ideologische Vorlieben bestimmter Personen zu sozialen Probleme stilisiert werden  und wie sie genutzt werden, um Meinungsvielfalt zu beseitigen.

In diesem Beitrag wollen wir uns dem Thema “soziale Probleme” von einer anderen Seite, der Seite gesellschaftlicher Macht oder besser: des Zugangs zu und der Beherrschung von Ressourcen und  medialer Kommunikation sowie der Fähigkeit, soziale Fakten als soziale Probleme zu definieren und diese Definition durchzusetzen, nähern.

Vorab noch einmal die Definition von sozialem Problem, auf der wir aufbauen:

Constructing Social problems“Our definition of social problems focuses on the process by which members of society define a putative condition as a social problem. Thus we define social problems as the activities of individuals or groups making assertions of grievances and claims with respect to some putative conditions” (Spector & Kitsuse 1977: 75; Hervorhebung im Original).

Ein kurzes Brainstorming darüber, was derzeit als soziales Problem gilt, hat die folgende Reihe erbracht: (1) der geringere Anteil von Frauen in Führungspositionen von Unternehmen, (2) häusliche Gewalt gegen Frauen, nicht etwa gegen Männer, (3) der geringere Anteil von Frauen auf Lehrstühlen an Universitäten, (4) Rechtsextremismus oder wahlweise auch Rassismus, vielleicht auch Sexismus, (5) Akzeptanz und Toleranz gegenüber Homosexualität oder genereller: sexueller Orientierung in welcher Variante auch immer, (6) das Los von Alleinerziehenden (z.B. dass sie ihre Kinder nicht mit einem Designerranzen zur Schule schicken können), (7) die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Liste wäre problemlos verlängerbar. Wer dazu Bedarf sieht, kann dies über die Kommentarfunktion gerne tun.

Für all die genannten vermeintlichen sozialen Probleme kann festgestellt werden, dass sie nicht wirklich ein soziales Problem darstellen. Die Wirtschaft floriert offensichtlich auch ohne eine Parität zwischen Männern und Frauen auf Führungspositionen oder gerade wegen der nicht vorhandenen Parität. Die Universitäten in Deutschland hatten bevor sie gleichgestellt wurden (man kann auch von Gleichschaltung sprechen) einen international guten Ruf. Seit das Professorinnenprogramm Männer diskriminiert, hat der Ruf erheblich gelitten. Homosexuelle, so hat ein Kommentator vor einiger Zeit geschrieben, waren in den 80er Jahren auch schon vorhanden und prominent, Boy George, die Pet Shop Boys usw. Niemand hat daran Anstoß genommen und sich darum gekümmert, zumal Homosexualität in all ihren Spielarten eine kleine Minderheit betrifft. Seit Toleranz und Akzeptanz für Homosexuelle lautstark gefordert wird, hat sich dagegen der Ton massiv verändert, ist rauher geworden. Auch das Häuflein Rechtsextremer, das richtig geplegt werden muss, um nicht abhanden zu kommen, ist eigentlich kein Missstand, der nach Beseitigung ruft.

Wie kommt es, dass die genannten sozialen Fakten, es gibt Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen, es gibt Homosexuelle usw. zu sozialen Problemen falscher Arbeitsteilung oder der Homophobie stilisiert werden?

Zumal, warum ausgerechnet diese soziale Fakten aus dem Meer der sozialen Fakten?

sign_elderlyNehmen wir z.B. eine reale Situation in der Pflege, wie sie alltäglich ist. Ein knapp 90 Jahre alter Mann muss, nachdem ihn mehrere Krankenhausaufenthalte geschwächt haben, sein eigenes Haus, das er bislang alleine bewohnt hat, verlassen und in ein Seniorenpflegeheim einziehen. Trotz der 2000 Euro, die sein Aufenthalt pro Monat kostet, muss er ein Doppelzimmer mit einem anderen Mann teilen. Weil er geschwächt ist, kann er sich eigentlich nicht alleine bewegen, bräuchte Unterstützung, die er nicht bekommt, weshalb er dreimal im Bad und beim Versuch, die Toilette aufzusuchen, hinfällt. Weil die personelle Situation es nicht zulässt, den fast 90jährigen auf seinen wenigen Gängen zur Toilette zu begleiten, werden ihm kurzerhand Windeln verpasst. Die beschriebene Form der Entwürdigung alter Menschen in Deutschland beruht auf einer wahren Begebenheit. Sie ist ein Beispiel für viele. Sie ist alltäglich in einer Gesellschaft, in der 2000 Euro monatliche Miete in einem Pflegeheim nicht ausreichen, um den Mietern ein anständiges und würdevolles Leben in ihren letzten Jahren zu ermöglichen. Das Beispiel beschreibt soziale Fakten, die es nicht zum sozialen Problem geschafft haben.

Oder nehmen wir Obdachlosigkeit ein typisch männliches Problem, das in der Regel in Verwahrlosung und Alkoholismus endet. Obdachlosigkeit ist ein sozialer Tatbestand, aber kein soziales Problem. Nicht einmal ein Tausendstel der Mittel, die für die Schaffung von Nottelefonen für häusliche Gewalt und Frauenhäusern bereit gestellt werden, wird bereitgestellt, um Programme und Maßnahmen, die ja in der Helferindustrie so beliebt sind, aufzulegen und darauf hinzuwirken, Obdachlosigkeit als soziales Problem überhaupt wahrzunehmen, geschweige denn zu beseitigen.

Die beiden Beispiele mögen genügen, um zu zeigen, dass die Wahl dessen, was als soziales Problem angesehen wird, nicht nur selektiv ist, sondern der Regel zu folgen scheint, dass tatsächlich vorhandene Missstände sich nicht zum sozialen Problem eignen.

Warum ist das so?

Charles E. Reason und William D. Perdue (1981) geben hier eine Antwort. Reason und Perdue sehen die Konstruktion sozialer Probleme, also die Umwidmung dessen, was bislang nur ein sozialer Tatbestand war, in ein soziales Problem als Stufenprozess an, der (1) aus der Schaffung, (2) der Institutionalisierung und (3) der Wartung des sozialen Problems besteht. Wichtig für diesen Stufenprozess ist es, dass er innerhalb eines ideologischen Settings abläuft, der für die Schaffung bestimmter sozialer Probleme förderlich ist.

Das Schaffen eines sozialen Problems
Instrumentell bei der Schaffung sozialer Probleme sind soziale Bewegungen, die Reason und Perdue als Gruppen beschreiben, die aus Personen gleicher Beschäftigung, Bildung, Herkunft und Überzeugung bestehen. Eine eingängige Beschreibung, die jeder prüfen kann, wenn er z.B. den Arbeitersohn bei Greenpeace vergeblich sucht oder für die Töchter evangelischer Gemeindepfarrer bei Attac mehr als zwei Hände zum Zählen braucht. Wichtig für soziale Bewegungen sind “soziale Unternehmer”, die Zugänge zu Ressourcen und Medien haben. Ein Beispiel ist hier Alice Schwarzer, ohne die die Medien-Popularität von Feminismus oder Steuerhinterziehung in Deutschland kaum zu erklären ist. Ziel der Phase, in der ein soziales Problem geschaffen wird, ist “Salience”, also öffentliche Aufmerksamkeit, am besten positive öffentliche Aufmerksamkeit.

ideology of social problemsEntsprechend wichtig ist es, mit den eigenen Anliegen bei z.B. Zeitungs- und Fernsehredakteuren auf offene Ohren zu stoßen. Offene Ohren findet man bei ideologisch Gleichgesinnten und Menschen mit dem selben sozialen Hintergrund eher als bei ideologischen Gegnern und Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft, was eine einfach Erklärung dafür ist, dass es nur solche soziale Fakten in Deutschland schaffen, als soziales Problem definiert zu werden, die der Mittelschicht einen Nutzen bringen (z.B. durch Arbeitsplätze in Maßnahmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, Rassismus, Sexismus oder durch Arbeitsplätze in Vorständen). Themen, die eine gesellschaftsweite Geltung haben, deren unmittelbarer Nutzen aber nicht der Mittelschicht zukommt, weil die meisten Mittelschichtler sich z.B. nicht vorstellen können, in einem Altenpflegeheim zu arbeiten, haben entsprechend nur sehr geringe bis überhaupt keine Chancen, es zum sozialen Problem zu schaffen. Der Zeitungsredakteur gibt seinen Vater im Altenpflegeheim ab und will fortan nicht mit den Problemen der Altenpflege oder gar Kenntnissen über den Alltag im Altenpflegeheim belästigt werder. Er kümmert sich um vermeintlich wichtigere Themen: die Forderung nach einer Frauenquote im Vorstand zum Beispiel.

Es ist diese Verquickung zwischen sozialen Bewegungen und den Torwächtern, die den Zugang zu öffentlicher Information besetzen, die es Interessenvertretern (z.B. den Alten) erschwert, ihre Interessen als soziales Problem zu definieren, denn sie haben nur dann eine Chance, gehört zu werden, wenn sie den ideologischen Hintergrund und die soziale Klasse mit denen teilen, die die Zugänge bewachen.

Die Institutionalisierung eines sozialen Problems
Institutionalisiert wird ein soziales Problem, wenn Gesetze erlassen werden, die dazu dienen sollen, es zu beseitigen. In ihrem Fahrwasser gedeihen Projekte und Programme, werden die Mittel bereit gestellt, die weniger dazu dienen, das soziale Problem zu beseitigen, aber mehr dazu, die sozialen Problembeseitiger zu finanzieren. Hat es ein soziales Problem über die Hürde der Institutionalisierung geschafft, dann ist es etabliert, schafft Arbeitsplätze, Gesprächsstoff beim Rotwein und gibt mannigfaltigen Anlass, die Stirn in tiefe Falten zu legen und weitere Mittel zur Beseitigung immer neuer Folgeprobleme zu fordern.

Die Wartung eines sozialen Problems
Die Folgeprobleme, die sich regelmäßig einstellen, wenn ein soziales Problem institutionalisiert wurde, gehören in den Bereich der Wartung des sozialen Problems. Die Wartung dient dazu, nicht nur dafür zu sorgen, dass das soziale Problem als Arbeitsbeschaffer Bestand hat, sondern auch dazu, die Öffentlichkeit in regelmäßigen Abständen darauf hinzuweisen, dass das soziale Problem nach wie vor vorhanden und nicht beseitigt ist, dass es deshalb notwendig ist, weitere Steuergelder für den Kampf für oder gegen … [bitte beliebige Banalität einsetzen] bereit zu stellen.

Das also ist die Erklärung dafür, warum bestimmte soziale Fakten, die tatsächliche Missstände darstellen, es nicht zum sozialen Problem schaffen, und dafür, warum es soziale Fakten, die an Banalität kaum zu übertreffen sind, schaffen, zum sozialen Problem stilisiert zu werden. Die Erklärung ist eine Mischung aus Opportunismus, Klassenstruktur und dem, was DiMaggio und Powell (1983) Isomorphie genannt haben, jenem Prozess der beschreibt, dass die Zugänge zu Ressourcen in modernen Gesellschaften in immer größerem Ausmaß von denselben farblosen Gestalten mit denselben Interessen, der selben Langeweile und der selben Unfähigkeit oder Unwilligkeit, einen konkreten Missstand zur Kenntnis zu nehmen, besetzt werden.

 

DiMaggio, Paul J. & Powell, Walter (1983). The Iron Cage Revisited: Institutional Isomorphism and Collective Rationality in Organizational Fields. American Sociological Review 48(2): 147-160.

Reason, Charles E. & Perdue, William D. (1981). The Ideology of Social Problems. Sherman Oaks: Alfred Publishing.

Spector, Malcolm & Kitsuse, John I., 1977: Constructing Social Problems. Menlo Park: Cummings.

Headbanging II: Soziologen und Akif Pirincci

Headbanging I: enge Kulturen

Headbanging III: Motörhead und Headbanging

Headbanging II

Die deutsche Gesellschaft für Soziologie unterhält ein eigenes Blog, in dem unterschiedliche Soziologen für einen langen Monat sich Themen aus den Fingern saugen müssen. Derzeit gibt es dort einen Appell von Heinz-Jürgen Voss, einen Appell zur Solidarität, zur Solidarität mit einer von ihm “sehr geschätzte[n] Kolleg_in”, die “Professor_in Tuider”. “Professor_in Elisabeth Tuider forscht für eine zeitgemäße und demokratische soziale Arbeit”, so heißt es in dem Aufruf, und davon abgesehen hat sich Elisabeth Tuider einen Namen damit gemacht, dass sie den Sexualkundunterricht in der Schule in einer Weise revolutionieren will, der die Porno-Filter in Web-Browsern in Zukunft unnötig macht, da die entsprechenden Seiten hinter dem zurückbleiben, was Kindern und Jugendlichen in Schulen gelehrt wird.

HeadbangingNicht nur offenbart Frau Professor_in Tuider in ihren Vorschlägen eine intime Sachkenntnis, die auf rege Frequentierung einschlägiger Angebote schließen lässt, auch ist sie mit ihren “70 praktischen Vorschlägen” auf massiven Widerstand gestoßen, Widerstand in Form von massiven und zum Teil auch sehr deutlichen Protestkommentaren auf den Seiten der Hannoverschen Allgemeinen (die Kommentare wurden zwischenzeitlich entfernt).

Und es geht weiter in den Worten von Heinz-Jürgen Voss:

“Ein Shitstorm, der am 3. Juli 2014 auf Facebook losgetreten wurde und nun bis hin zu Vergewaltigungs- und Mordaufrufen reicht, … geht von Akif Pirinçci aus, dem Autor des Buches „Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer“. Pirinçci schreibt in der Art eines Thilo Sarrazin, nur vulgärer.”

Das ist eine strafrechtliche relevante Behauptung, bei der wir hoffen, Herr Voss kann sie auch belegen, sollte es notwendig werden. Der Solidaritätsaufruf geht in der Weise, wie er hier dargestellt ist, weiter und endet mit den folgenden salbungsvollen Worten:

“Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung schätzt ihre Expertise, die für konkrete sozial- und sexualwissenschaftliche Forschungsprojekte eingeholt wird. Professorin Tuider gehört zu den großen Wissenschaftler_innen, die man in einer demokratischen Gesellschaft schätzt. Dass sie damit Hetzern vom rechten Rand ein Dorn im Auge ist, ist klar. Genau deshalb ist Solidarität wichtig, damit rechte, ausgrenzende Positionen nicht die Oberhand gewinnen.”

Wir haben es also mit einem Kampf der Guten gegen die Bösen zu tun und damit in diesem Kampf von weiß und unbefleckt, gegen schwarz und dreckig nicht eine Graustufe eingeführt wird, hat man einen Kommentar, den Akif Pirincci im Soziologenblog veröffentilch hat, zwischenzeitlich gelöscht. Wenn es darum geht, solidarisch zu sein, sich gegen Rechts zu wenden und vor allem, sich seine Vorurteile nicht durch Realität und am Ende noch Wahrnehmung von oder gar Diskussion mit zum Feind erklärten Personen zerstören zu lassen, dann kennen selbst die offensten unter den offenen und progressiven Soziologen nur das Mittel der Zensur: Denn schon seit der Kontakthypothese ist bekannt, dass Vorurteile geringer werden, ja verschwinden, wenn man mit dem Subjekt, gegen das sich die Vorurteile richten, konfrontiert ist, selbst Soldaten im Krieg haben Probleme, Feinde zu erschießen, wenn sie sie kennen. Soweit lassen es Soziologen nicht kommen: Deshalb Zensur.

Aprospos Zensur – Hier der zensierte Kommentar:

Pirincci

Wenn man diese Aufgaben, die Frau Tuider Kindern und Jugendlichen stellen will, durchliest, fragt man sich zum einen was Tuider in ihren Arbeitszeiten macht, zum anderen muss man feststellen, dass die Zensur im Soziologenblog gar nicht Akif Pirincci trifft, sondern Elizabeth Tuider. Da der Kommentar von Pirincci ausschließlich aus Beispielen besteht, die auf Tuider zurückgehen und die abschließende Frage nicht als Beleidigung oder sonstiger Verstoß gegen die Netikette angesehen werden kann, bleibt nur der Schluss, dass der Einbruch der Realität in die heile Welt der soziologischen Solidarität die dortigen Leser schamrot und mit der Gewissheit zurück gelassen hat, dass Tuider im O-Ton den Lesern des Blogs nicht zumutbar sei.

Und als Soziologen sind wir auch dieser Meinung oder im O-Ton: “Wir sind Soziologen, wir sind nicht pervers!”

Noch ein guter Rat zum Schluss: Da das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Expertise von Frau Tuider schätzt, wie Herr Voss weiß, schlagen wir vor, die 70 praktischen Vorschläge an den Bediensteten des BMBF inklusive der Ministerin zu erproben. Wenn die Vorschläge so normal sind, wie Herr Voss glaubt, dann werden die Bediensteten beim Ministerium sicherlich kein Problem damit haben, beim nächsten Gruppentreffen, Analverkehr zu üben.

Die Sozialstruktur steht in Teilen auf dem Kopf

Nicht erst seit die OECD ihren Feldzug zur Erhöhung des Anteils von Hochschulabsolventen begonnen hat, gilt das Credo, dass ein höherer Bildungsabschluss mit einem höheren Status, einer höheren Bezahlung und vor allem einem höheren Platz in der Sozialstruktur einer Gesellschaft einhergeht. Unausgesprochen ist dabei die Prämisse, dass mit einem höheren Bildungsabschluss ein höheres Humankapital verbunden ist, das seinen Inhaber dazu in die Lage versetzt, höhere Produktivität zu entwickeln und somit einen höheren Beitrag für die Gesellschaft zu erbringen, als dies einem Inhaber eines geringeren Bildungsabschlusses, sagen wir, dem Inhaber eines Hauptschulabschlusses, der den Beruf des Klempners erlernt hat, möglich ist.

HUman CapitalDie Idee, Humankapital an Bildung zu koppeln, stammt nicht zuletzt vom kürzlich verstorbenen Gary S. Becker, wobei seine Idee eine distinktive qualitative Note beinhalten: Nicht der Bildungsabschluss als solcher ist für Becker das Relevante. Der Bildungsabschluss ist vielmehr die Operationalisierung, die er benutzt, um die höhere Produktivität, die mit mehr Humankapital einhergeht, zu messen.

Die Inflationierung höherer Bildung und die Zulassung immer neuer Studienfächer, deren Verbindung zu einem produktiven Beitrag für die Gesellschaft eher, sagen wir, nicht offensichtlich ist, führt dazu, dass die Annahmen, auf die Becker seine Humankapitaltheorie basiert hat, nur noch in eingeschränktem Maße zutreffen.

Wir behaupten, dass die Inflationierung höherer Bildungsabschlüsse, die Quantifizierung von Bildung anstelle der Qualifizierung über Bildung, wie sie vor allem durch die Überflutung der Universitäten mit weitgehend nutzlosen Studienfächern, die keinen erkennbaren gesellschaftlichen Nutzen erbringen, erfolgt ist, dazu geführt hat, dass die Verbindung zwischen höherem Bildungsabschluss und höherer Produktivität im Aggregat geschwächt wurde.

Dies wiederum führt dazu, dass es Bildungstitelinhaber gibt, die einen höheren Status, einen höheren Platz in der Sozialstruktur beanspruchen, der ihnen im Hinblick auf den gesellschaftlichen Nutzen, den sie bereitstellen, nicht zukommt. Es führt häufig dazu, dass sie Gehälter in einer Höhe beziehen, die im gesamtgesellschatflichen Vergleich unangemessen und unfair sind.

Wir wollen unsere Hypothese zunächst dadurch prüfen, dass wir die Fähigkeiten und Kenntnisse, die ein Absolvent eines Gender Studiums hat, mit den Fähigkeiten vergleichen, die ein Klempner-Geselle am Ende seiner Lehrzeit in einer Prüfung unter Beweis stellen muss.

Das Studium der Gender Studies als Zweitfach an der Humbold Universität Berlin umfasst 6 Module, also z.B. die im folgenden genannten Themen, die das derzeitige Angebot der Gender Studies der HU-Berlin bereithält. Das Wissen, das in Gender Studies vermittelt wird, entstammt damit ausschließlich den sechs der im folgenden genannten und von Studenten gewählten Gebieten. Die Ausbildung zum Klempner ist in der Verordnung über die Berufsausbildung zum Klempner geregelt. Die im folgenden genannten Fähigkeiten und Fertigkeiten sind der Mindesbestand an Kenntnissen, den ein Klempner-Geselle nach Abschluss seiner Ausbildung haben muss.
Hanna Arendt in feministischer Diskussion Manuelles und maschinelles Bearbeiten (u.a.: Werkstoffe und Halbzeuge nach Verwendungszweck unterscheiden und manuell wie maschinell bearbeiten können)
Vom Homo Oeconomicus zur Femina Oeconomica – Die Wirtschaftswissenschaften aus Gender-Perspektive Fügen von Werstücken und Bauteilen (u.a.: Fügwerkzeuge und -verfahren festlegen, Bauteile durch Kaltnieten fügen, Bleche durch Falzen manuell und maschinell fügen
Behinderung ist sexy. Gender und Dis_Ability im Film Handhaben und Warten von Werkzeugen, Geräten und Maschinen (u.a.: Bauteile und Baugruppen mit und ohne Hilfsmittel ein- und ausbauen, Sicherheitsmaßnahmen für elektrische Maschinen und Geräte ergreifen.
Die Werke Martha Nussbaums Einbauen von elektrischen Komponenten (u.a.: elektrische Anschlüsse mittels Steckverbindung herstellen, Mängel feststellen, Maßnahmen zur Behebung der Mängel veranlassen
Wissensordnung in Missionszeitschriften: Religion, Natur, Kultur und Geschlechter (18. Jhdt) Entwerfen und Fertigen von Schablonen und Zuschnitten (u.a.: Schablonen aus metallischen und nicht-metallischen Werkstoffen herstellen)
Ambivalenz der Sichtbarkeit: repräsentationskritische Perspektiven Prüfen, Behandeln und Schützen von Oberflächen (u.a. Werkstücke und Halbzeuge auf Materialfehler, Oberflächenschutz und Oberflächengüte prüfen)
Befestigen von Bauteilen und Baugruppen in Mauerwerk, Beton und Holz (u.a. Wandschlitze, Decken- und Wanddurchbrüche herstellen)
Decken und Instandhalten von Dach- und Wandflächen am Bauwerk (u.a.: Verlegetechniken für Schichtenaufbauten bei Dachbegrünung unterscheiden und anwenden)
Anfertigen und Montieren von Anlagen zur Ableitung von Niederschlagswasser (u.a.: Formteile für Dachrinnen, insbesondere Dehnungsausgleicher, Rinnenkästen und Rinnenwinkel anfertigen
Anfertigen und Montieren von lufttechnischen Anlagen (u.a.: Formstücke, insbesondere Bögen und Verzweigungen anfertigen und montieren
Transportieren von Bauteilen und Baugruppen (u.a.: Hebezeuge, insbesondere Seilzüge und Winden handhaben
Herstellen von Fugenabschlüssen sowie Durchführung von Wärmedämm- und Dichtungsmaßnahmen (u.a.: Maßnahmen zur Schalldämmung an Rohr- und Aggregatbefestigungen durchführen)
Einbauen von Energiesammlern, Energieumsetzern und nachhaltigen Energienutzungssystemen (u.a.: Energiesammler und Energieumsetzer, insbesondere Sonnenkollektoren und photovoltaische Elemente in Dach- und Wandflächen einbauen
Anbringen von Fangeinrichtungen und von Ableitungen für den äußeren Blitzschutz
Berufausbildung, Arbeits- und Tarifrecht, berufsspezifische Randbedingungen (u.a.: Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung)
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs (u.a.: Beziehungen des ausbildenden Betriebes wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung)
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (u.a.: berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden)
Umweltschutz (u.a.: für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes)
Betriebliche und technische Kommunikation (u.a.: technische Unterlagen, insbesondere Skizzen und Zeichnungen lesen, erstellen und anwenden, Aufmaße anfertigen)
Kundenorientierte Kommunikation (Kundenwünsche ermitteln, auf Umsetzbarkeit prüfen mit dem betrieblichen Leistungsangebot vergleichen, Kosten abschätzen
Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen (u.a.: Zeitaufwand und personelle Unterstützung zur Durchführung von Arbeitsaufträgen abschätzen)
Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen (u.a.: Normen und Richtlinien zur Sicherung der Qualität, Bauteile auf Maßhaltigkeit, Dichtigkeit und sichere Verbindung prüfen)

 

Es mag der eine oder andere einwenden wollen, dass die Fertigkeiten und Fähigkeiten, die ein Geselle am Ende seiner Klempnerlehre erworben haben muss, in der Ausbildungsverordnung und der Tabelle umfassender dargestellt sind als dies für die Fertigkeiten und Fähigkeiten, die im Rahmen eines Gender Studiums erworben werden, der Fall ist. Darauf gibt es die folgenden Antwort:

“Das Zweitfach Geschlechterstudien/Gender Studies zielt auf die Vermittlung konkreter Kenntnisse, Methoden und Arbeitstechniken im Zusammenhang mit der Analyse der Kategorie Geschlecht… Konkretes Ziel ist, Fähigkeiten zur Analyse von Geschlechterverhältnissen in verschiedenen sozialen, politischen, historischen und kulturellen Kontexten auszubilden…”

KlempnerSo wird die Zielsetzung im Studienfach Geschlechterstudien von der HU-Berlin selbst beschrieben. Das Studium der Geschlechterstudien hat Geschlechterstudien zum Gegenstand, die mit Methoden und Arbeitstechniken in einem Zusammenhang stehen und deren konkretes Ziel die Fähigkeit zur Analyse von Geschlechterverhältnissen ist. Trotz aller Betonung von Methoden und Arbeitstechniken ist es uns nicht gelungen, einen Einführungskurs in Statistik, Methoden der empirischen Sozialforschung, Logik oder auch nur die Kunst, richtig zu zitieren, zu finden. Kurz: Gegenstand, Nutzen und Ziel von Geschlechterstudien sind unbekannt. Was man mit einem studierten Geschlechterstudienbetreiber soll, ist ebenso unklar. Vermutlich müssen deshalb Ministerien wie das Ministerium für FSFJ ständig geschlechtsbezogene Programme auflegen, um den Absolventen ein Auskommen zu verschaffen, und zwar auf Kosten von Steuerzahlern, woraus der Schluss folgt: Geschlechterstudierte schaden dem Bruttoinlandsprodukt, sie verbrauchen Steuermittel und schaffen keinen erkennbaren Mehrwert.

Dagegen hat man keinerlei Probleme den Mehrwert zu benennen, den ein Klempner erwirtschaftet, ebenso wenig wie man Probleme hat, die Kenntnisse und Fähigkeiten zu benennen, die ein Klempner nach Abschluss seiner Lehre hat.

Wie kommt es vor diesem Hintergrund, dass Genderstudierte, die doch in der Regel linkem Gedankengut anhängen, für sich in Anspruch nehmen, eine höhere soziale Stellung in der Gesellschaft einzunehmen, als der Arbeiter Edwin aus der Siedlung? Man kann diese seltsame Erscheinug moderner Gesellschaften, in denen eine Klasse von Studierten, deren einziger Beitrag darin besteht, eine Perspektive auf etwas zu haben, deren Nutzen nicht erkennbar ist, eine höhere Bezahlung, einen höheren Platz in der Sozialstruktur reklamieren kann als ein Klempner, der jeden Arbeitstag aufs Neue die Wirtschaft und somit den Wohlstand aller befördert, nur als eine Erscheinung gesellschaftlicher Degeneration ansehen und sich wundern, dass all die Bekenntnis-Linken damit so gar keine Probleme haben.

 

©ScienceFiles, 2014

Hetero-Umerzieher Szene und Homo-Heiler Szene: Eine kleine Anfrage an die Grünen

Ein Leser von ScienceFiles hat uns auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag aufmerksam gemacht (besten Dank!). Die Kleine Anfrage ist von einer ideologischen Binnensicht (oder Borniertheit) durchdrungen, die dazu führt, dass wir nicht anders können, als die Anfrage zur Grundlage einer eigenen nur leicht veränderten Anfrage zu nehmen, die wir unsererseits an die Grünen richten. Vorab ist es notwendig darauf hinzuweisen, dass die Anfrage der Grünen sich gegen “sogenannte Homo-Heiler” richtet, die damit werben, Homosexuelle zu heilen.

Darüber echauffieren sich die Grünen, ganz so, als wäre es ihre Aufgabe für alle Homosexuellen dieser Welt zu entscheiden, dass sie gerne homosexuell sind, ganz so als wären sie in einer Position darüber zu richten, ob sich ein homosexuelles Individuum dazu entscheiden kann, eine Therapie in Richtung Heterosexualität zu beginnen oder nicht. Die Prämissen der Grünen sind überdeutlich: Homosexualität ist eine reine Daseinsform, und während es Menschen gibt, die mit ihrer Heterosexualität unglücklich sind und sich gerne als Homosexuelle outen würden, kann es keine Homosexuellen geben, die mit ihrer Homosexualität unglücklich sind und sich gerne als Heterosexuelle outen würden.

Die Grünen leben in einem ideologischen Paradies, in dem nichts ist, wie es ist, aber alles so, wie es nach linker Ideologie sein soll. Wir haben diese Form geistiger Bornierung zum Anlass genommen, um unsererseits eine Kleine Anfrage an die Grünen zu verfassen. Unsere Kleine Anfrage basiert auf der Kleinen Anfrage der Grünen, wir haben sie nur geringfügig verändert, was insofern möglich ist, als die Kleine Anfrage sich durch Floskeln, unbelegte Behauptungen und Belanglosigkeiten auszeichnet, die man einfach nutzen kann, um die Prämissen, die dahinter stehen in ihrer ganzen Erbärmlichkeit für sich selbst sprechen zu lassen.

Kleine Anfrage von ScienceFiles an die Grünen

Sogenannte Hetero-Umerzieher in Deutschland

SciencefilesIn deutschen Schulen wird zunehmend versucht, Kinder und Jugendliche, die bislang mit ihrer Sexualität kein Problem hatten, für ihre möglicherweise vorhandene Homosexualität zu sensibilisieren und ihre unhinterfragte Heterosexualität zu problematisieren. Völlig unbelegt durch wissenschaftliche Studien und im Widerspruch zu den Ergebnissen der empirischen Forschung behaupten die Vertreter eines pädagogisch forcierten Outings, dass Kinder und Jugendliche, die öffentlich zu ihrer Homosexualität stehen, in geringerer Gefahr sind, ihr Leben durch einen Suizid zu beenden als Kinder und Jugendliche, die ihre Homosexualität nicht erkennen oder gar geheim zu halten müssen glauben. Obwohl kein wissenschaftlicher Nachweis für diese Behauptungen besteht, wird die Verbreitung homosexueller Lebensweisen und die Popularisierung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen in Deutschland vorangetrieben.

Neuerdings wird von den Propagandisten dieser Pseudoheilslehren beteuert, sie sähen Heterosexualität nicht als Krankheit, aber ‘manche wollten in ihrem Wunsch begleitet werden, homosexuelle Potentiale zu entwickeln’. Sie behaupten: “Heterosexuelle mit Änderungswunsch und -willen können ihre sexuelle Orientierung durch Therapie, Seelsorge oder Selbsthilfegruppen ändern”.

Zu den Organisationen, die in Deutschland dafür sorgen, homosexuelle Lebensweisen zu popularisieren und Homosexualität zur von Gott gegebenen biologischen Veranlagung zu erklären, zählen die politischen Parteien ebenso wie ihre Politischen Stiftungen, für die die sexuelle Orientierung nicht nur zu einem identitätsstiftenden Inhalt geworden ist, vielmehr wird die Verbreitung so genannter sexueller Diversität durch enstprechende Toleranzszenen betrieben und ist zu einem einträglichen Geschäft für die daran Beteiligten geworden.

Der Weltärztebund WMA, dem über 100 nationale Ärzteverbände – darunter die deutsche Bundesärztkammer – angehören, beschloss bei seiner 64. Generalversammlung im Oktober letzten Jahres eine Stellungnahme, in der vor den sog. Konversions- oder Reparations-Pseudotherapien explizit gewarnt wird: „Es gibt für sie keine medizinische Indikation und sie stellen eine ernste Gefährdung für die Gesundheit und die Menschenrechte von denen dar, die behandelt werden.“ Das Papier wurde von der Bundesärztekammer in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) erarbeitet und gemeinsam mit der französischen Ärztekammer und der British Medical Association beim Weltärztebund eingereicht.

In der Stellungnahme wird die Teilnahme an solchen Pseudotherapien von den Ärzte als „unethisch“ und „menschenrechtswidrig“ bezeichnet und gefordert, dass sie „verurteilt und mit Sanktionen und Strafen versehen  werden“  (www.wma.net/en/30publications/10policies/s13/).

Da eine Geschlechtsumwandlung alle Kriterien einer sog. Konversionstherapie erfüllt, fällt auch eine Geschlechtsumwandlung unter dieses Diktum.

Wir fragen die Grünen:

  1. HIVhomophobiaWelche Organisationen oder Gruppen beteiligen sich an der Popularisierung homosexueller Lebensweisen unter Kindern und Jugendlichen?
  2. Ist es ethisch und moralisch vertretbar Kinder und Jugendliche, die in der Phase der Pubertät besonders für Einflussnahme von außen anfällig sind, mit den entsprechenden Angeboten alternativer sexueller Orientierung zu manipulieren?
  3. Welche Erkenntnisse haben die Grünen darüber, dass Kinder und Jugendliche, die sich in ihrer Pubertät als homosexuell geoutet haben, im weiteren Verlauf ihres Lebens unter dieser Entscheidung gelitten haben?
  4. Wie hoch ist nach Erkenntnissen der Grünen der Anteil an HIV/AIDS Erkrankten unter denjenigen, die für homosexuelle Lebensweisen im Verlauf ihres Besuchs einer allgemeinbildenden Schule sensibilisiert wurden?
  5. Welche Organisationen a) bieten nach Kenntnis der Grünen die sogenannten Konversions- oder Reparations-Therapien mit dem Ziel einer Geschlechtsumwandlung an und b) werben nach Kenntnis der Grünen für diese Pseudotherapien?
  6. Können nach Ansicht der Grünen sogenannte Geschlechtsumwandlungen mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienende Tätigkeiten im Sinne der Abgabenordnung sein?
  7. Können nach Ansicht der Grünen Tätigkeiten, die auf die Veränderung einer sexuellen Orientierung abzielen, im Sinne des §52 der Abgabenordnung darauf gerichtet sein, ‘die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern?
  8. Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen ziehen die Grünen aus dem Umstand, dass Vereine und Ärzte, die Geschlechtsumwandlungen propagieren und durchführen, steuerbegünstigte Zwecke verfolgen, und halten die Grünen in diesem Zusammenhang eine Klarstellung gegenüber den Landesfinanzverwaltungen zur Gewährleistung einer einheitlichen Rechtsanwendung für sinnvoll?
  9. Ist den Grünen bekannt, dass es in Deutschland Ärzte gibt, die sog. Geschlechtsumwandlungen anbieten und bei dem Krankenkassen abrechnen?
  10. Sind nach Ansicht der Grünen sog. Geschlechtsumwandlungen trotz ihrer potentiellen Schädlichkeit vom Leistungskatalog der Krankenkassen erfasst?

 

Schließlich: Unsere Haltung zu Homosexualität ist die, dass wir keine haben. Was Menschen miteinander in Schlafzimmern tun, interessiert uns nicht.