Das Elend der deutschen Soziologie: Post von der Ethikkommission der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

von Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein

dgs_2012_03Seit heute haben wir es schriftlich, dass in der deutschen Soziologie jeder behaupten kann, was er will, und zwar ohne Rücksicht auf die Standards wissenschaftlichen Arbeitens. Und nicht nur das: Seit heute haben wir es schriftlich, dass man es bei der Deutschen Gesellschaft für Soziologie nicht problematisch findet, wenn falsch oder gar nicht zitiert wird. Die Kunst, so wissen wir seit heute, besteht darin, es "offen" zu lassen, ob es sich bei bestimmten Textstellen "überhaupt um ein Zitat" handelt. Wer also demnächst von Vroni-Plag als Plagiator identifiziert wird, der kann sich mit der Schützenhilfe der DGS darauf zurückziehen, dass er nur offen lassen wollte, ob es sich bei der von Vroni-Plag identifizierten Stelle um ein Zitat handelt. Und Studenten, denen Dozenten vorwerfen, sie hätten die Regeln des wissenschaflichen Arbeitens nicht berücksichtigt, können sich in Zukunft auf die Position zurückziehen, dass sie nur offen lassen wollten, ob bestimmte Stellen wörtliche Zitate anderer sind, selbst dann, wenn sie explizit in Hochkommata gesetzt wurden, oder ihre eigenen Gedanken darstellen.

Kurz: Seit heute wissen wir: Die DGS gibt die Standards wissenschaftlichen Arbeitens auf, und entsprechend ist die DGS offensichtlich der Ansicht, dass Soziologie keine Wissenschaft ist.

Vorgeschichte

Wir haben uns in einem Schreiben an die Ethikkommission der Deutschen Gesellschaft für Soziologie gewendet, weil uns in einer Auftragsarbeit, die Prof. Dr. Michael Meuser für das BMFSFJ verfasst hat, Zitate untergeschoben werden, die nicht von uns sind. Zur Erinnerung, Michael Meuser schreibt:

meuserDiese Daten [PISA-Daten] sowie der Umstand, dass die Schülerinnen im Durchschnitt die Schule mit besseren Noten abschließen als die Schüler, haben die Diskussion über eine vermeintliche Bildungsbenachteiligung der Jungen ausgelöst. In diesem Zusammenhang wird die “Feminisierung” des Lehramts, insbesondere in der Grundschule, als ein Grund hierfür angeführt, also der Umstand, dass Schüler und Schülerinnen überwiegend und in der Grundschule nahezu ausschließlich von Frauen unterrichtet werden (Carrington/McPhee 2008; Diefenbach/Klein 2002)” (Meuser, 2013, S.42

Und weiter:

“Neuere Forschungen verweisen darauf, dass anderseits dasjenige Verhalten eine positive Wertung erfährt, das typischerweise von den Mädchen an den Tag gelegt wird (…). Diefenbach und Klein (2002) sehen dies als eine Folge der Feminisierung des Lehrerberufs” (Meuser, 2013, S.42).

Das Problem mit beiden Zitaten von Meuser ist leicht benannt: Wir haben nie von einer “Feminisierung des Lehramts” geschrieben und entsprechend können wir auch nichts als eine “Folge der Feminisierung” beschrieben haben. In beiden Fällen, in denen Meuser Bezug auf unseren Artikel aus dem Jahre 2002 nimmt, behauptet er unwahre Dinge und schiebt uns eine “Feminisierung” unter, von der wir nie geschrieben haben.

Man kann dies auf zwei Arten erklären: Entweder Meuser weiß nicht, was wir geschrieben haben, oder er will uns dadurch diskreditieren, dass er uns einen in seiner Welt negativ konnotierten Begriff unterschiebt. Beide Erklärungen führen jedoch zum selben Ergebnis, Meuser ist nicht fähig oder willig rudimentäre wissenschaftliche Standards wissenschaftlichen Arbeitens und wissenschaftlicher Lauterkeit einzuhalten.

Die Ethikkommission der DGS

Wir haben uns entsprechend an die Ethikkommussion der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und des Berufsverbands deutscher Soziologen gewendet und uns über diesen Mangel an Aufrichtigkeit oder an wissenschaftlicher Versiertheit beschwert. Seit heute liegt uns die Antwort der Ethikkommission der DGS, erstellt von Prof. Dr. em. Hans-Georg Soeffner, dem ehemaligen Vorsitzenden der DGS, vor.

Wer Sie gerne im O-Ton nachlesen will, der kann dies hier tun.

Wir wollen uns auf zwei Unglaublichkeiten beschränken, die man als Wissenschaftler, die deshalb besonderen Wert auf die Standards wissenschaftlichen Arbeitens legen, weil sie die einzige Möglichkeit darstellen, Wissenschaft von Unsinn abzugrenzen, erst einmal verdauen muss.

So schreibt Soeffner, nachdem er behauptet hat, dass Meuser in den beiden oben zitierten Stellen “offen” gelassen habe, ob es sich um ein wörtliches Zitat aus Klein und Diefenbach handelt, folgendes:

“Eine deutlichere Abgrenzung der Kennzeichnung von Zitaten einerseits und allgemeinen Hervorhebungen andererseits müsste in Meusers Text sicherlich stattfinden. Die bewusste ‘Fälschung eines Zitates’ lässt sich jedoch kaum belegen.”

hans-georg-soeffnerDiese Wertung ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen steht hier, dass wissenschaftiche Standards, die sich mit dem Zitieren verbinden, nicht ernst zu nehmen sind, man wünscht sie sich, aber wenn sie fehlen, ist das auch nicht schlimm. Zum anderen steht hier “Fälschung eines Zitates” in Anführungszeichen. Warum wohl? Weil Soeffner insinuieren will, dass wir fälschlicherweise von einer Fälschung eines Zitates sprechen, und da wir im Schreiben an die Ethikkommission die Frage, ob Meuser bewusst fälscht oder es einfach nicht besser kann offen gelassen haben, hat er das Wörtchen “bewusst” außerhalb der Anführungszeichen, mit denen er deutlich machen will, dass diese Textstelle nicht von ihm ist, gelassen. Leider hat Soeffner vergessen anzugeben, von wem diese Textstelle ist und zeigt damit, dass er es auch nicht besser kann als Meuser und ganz nebenbei hat er Meuser attestiert, dass er, da eine bewusste Fälschung nicht belegt werden kann, offensichtlich zu wissenschatflichem Arbeiten nicht fähig ist. Aber da sich die “‘Fälschung eines Zitates’ … kaum belegen” lässt, besteht noch Hoffnung, für Soeffner.

Allerdings besteht erhöhte Gefahr, dass dieser Keim der Hoffnung bereits im Keim erstickt wird, weil sich am Kulturwissenschaftlichen Institut der Universität Essen, an dem Hans-Georg Soeffner vor seiner Emeritierung gelehrt hat, keinerlei Hinweise zu den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens finden lassen. In unserem Bemühren das endgültige Abgleiten der Soziologie in die Welt der Ideologie und des Phrasendreschens zu verhindern, waren wir erleichtert, dass wir an der Frierich-Schiller-Universität Jena, an der der derzeitige Vorsitzende der DGS, Stephan Lessenich, lehrt, einen Leifaden für das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten gefunden haben, dessen Seite 2 sich Folgendes wörtlich entnehmen lässt:

  1. “Zitate werden gekennzeichnet – wörtliche und sinngemäße Zitate werden als solche markiert. Wörtliche Zitate stehen in Anführungszeichen, bei sinngemäßen Zitaten wird durch den Konjunktiv und/oder einen Einleitungssatz verdeutlicht, dass es sich um Aussagen anderer handelt.”
  2. “Zitate (ob Wort, Satz oder Abschnitt) müssen belegt werden - am Ende jedes Zitats ist auszuweisen, aus welcher Quelle es stammt.”
  3. “Zitate sind exakt und ehrlich …”

Da die Art und Weise, in der Michael Meuser zu zitieren versucht, mit keinem der drei oben genannten Punkte in Einklang zu bringen ist, steht zu vermuten, dass sich der Dekan der Universität Jena und Vorsitzende der DGS, Stephan Lessenich, im Widerspruch zu dem befinden muss, was Hans-Georg Soeffner als Vorsitzender (oder alleiniges Mitglied?) der Ethikkommission der DGS geschrieben hat. Es wird spannend sein, die Stellungnahme von Lessenich dazu zu lesen (- die wir natürlich einfordern werden).

Zwei abschließend Punkte sind uns noch wichtig:

Soeffner schreibt: “Wenn darüber hinaus auch bei Diefenbach/Klein (2002, S. 949) unmissverständlich festgestellt wird: “Lehrerinnen prägen die Schulkultur”, ist sachlich kaum mehr einzusehen, weshalb der Streit um das Scheinzitat ‘Feminisierung’ – eine ohnehin schwer zu ertragende sprachliche Fehlleistung – die Ethikkommission zweier Fachverbände beschäftigen muss”.

Nassehi_SoziologieEs ist schon erschreckend, dass Vertreter einer Wissenschaft, die sich mit gesellschaftlichen Prozessen beschäftigt, nicht mehr in der Lage sind, zwischen einer Zustandsbeschreibung “Lehrerinnen prägen die Schulkultur” und einem Prozess “Feminisierung” zu unterscheiden und dass sie denken, das eine sei dem anderen gleich. Wenn das in der Soziologie nunmehr normal ist, dann ist es wirklich konsequent, die Soziologie zu schließen, da der Gegenstand der Soziologie nicht mehr vorhanden ist und es auch keine wissenschatfliche Methode gibt, mit der man Zustandsbeschreibungen von Soziologen von dem Gewäsch politischer Kommentatoren in Tageszeitungen unterscheiden könnte.

Esser_SoziologieDa Soeffner überdies der Ansicht ist, bei Meusers Versuch, uns zu zitieren, handle es sich um ein Scheinzitat, gibt er uns in der Sache offensichtlich recht und ist auch der Ansicht, dass Meuser nur den Anschein erwecken will, die “schwer zu ertragende sprachliche Fehlleistung”: Feminisierung stamme von uns. Im Gegensatz zu Soeffner sind wir allerdings der Ansicht, dass es die Aufgabe einer Ethikkommission ist, sich auch mit “schwer zu ertragende[n] sprachliche[n] Fehlleistung[en]” zu beschäftigen, und wenn eine (aus einem Mann bestehende) Ethikkommission das nicht will, dann ist es vielleicht das Beste auch dieses letzte Feigenblatt, das an Zeiten erinnert, an denen die Soziologie den Anspruch hatte, eine Wissenschaft zu sein, fallen zu lassen.

Opp MethodologieVor diesem Hintergrund wäre es eigentlich an der Zeit, dass die großen alten Männer der Soziologie, die es auch in Deutschland gibt und deren Lebenswerk darin besteht, Soziologie als Wissenschaft etabliert zu haben, sich in Bewegung setzen oder zumindest ihre Stimme erheben, um der Zerstörung ihres Lebenswerks ein Ende zu setzen und den ohnehin stark angeschlagenen Ruf der deutschen Soziologie zumindest in den Bereichen, in denen dies noch möglich ist, zu reparieren, um zu retten, was noch zu retten ist.

P.S. Da die Beschwerde von Prof. Dr. Hans-Georg Soeffner als Vorsitzemden der Ethikkommission von Deutscher Gesellschaft für Soziologie und dem Berufsverband deutscher Soziologen alleine unterzeichnet ist, fragt man sich unwillkürlich, welchen Stellenwert die anderen Mitglieder der Ethik-Kommission in diesem Gremium eigentlich haben – wenn sie überhaupt einen haben.

Getroffene Hunde bellen – aber beißen Sie auch?

Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag zum Thema “Soziologie als Grundrecht” veröffentlicht, in dem ich die Entscheidung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) kritisert habe, den Fachbereichen der Soziologie zu empfehlen, nicht mehr am CHE-Ranking der ZEIT teilzunehmen. Ich habe dies anlässlich eines Beitrags von Dr. Stefan Lessenich, getan, den der  Jenaer “Professor” im Namen der DGS und in der ZEIT veröffentlicht hat und in dem er die Entscheidung der DGS, nun ja, sagen wir: zu begründen versucht. Wie ich in meinem Beitrag gezeigt habe, ist diese Begründung hilflos, die Prämissen, auf denen sie aufbaut, sind unbegründete ideologische Überzeugungen.

Der Beitrag ist nun schon einige Tage alt und ich hatte ihn fast vergessen, wäre ich nicht heute auf eine Reihe von Zugriffen auf sciecnefiles aufmerksam geworden, die www.stephan-lessenich.de zum Ausgangspunkt haben. Da ich ein neugieriger Mensch bin, habe ich mich auf der Homepage von Stephan Lessenich, die unter den Fittichen und somit in rechtlicher Verantwortung der Universität Jena geführt wird, eingefunden, um zu lesen, was dort über sciencefiles geschrieben steht. Und: Es ist tatsächlich noch möglich, mich zu schockieren, wie ich seit heute weiß. Nochmals vorweg: Der Mann gibt vor Wissenschaftler zu sein. Er besetzt einen Lehrstuhl. Er lehrt Studenten, vermutlich behauptet er, er vermittelt Wissen, das seinen Studenten in deren weiteren Leben hilft. Und dieser Vertreter der Deutschen Soziologie, der, man möge sich erinnern, im Namen der DGS spricht und dies auch auf seiner eigenen Homepage für sich in Anspruch nimmt, hat nun das folgende zu sagen:

“Und dass die DGS hier einen Nerv getroffen hat, zeigt die Suada der antikritischen Hetzseite namens “Kritische Wissenschaft”. Sprich: Es geht voran.”

Soviel wissenschaftliche Fairness, soviel Abstand von den Dingen, soviel Anstand und soviel wohlgesetzte Worte muss man erst einmal verkraften. Ich will Herrn Lessenich nicht auf demselben Niveau begegnen, auf dem er sich scheinbar bewegt, schon weil ich dann zu weit nach unten steigen müsste, aber es dürfte klar sein, dass sich gerade der Betreiber eines blogs, das sich der Kritischen Wissenschaft verschrieben hat, derartige Auswürfe eines “Lehrstuhlbesetzers” nicht gefallen lässt. Deshalb habe ich heute eine Email an  Stephan Lessenich geschrieben, in der ich ihn auffordere, seine Behauptung zu begründen. Explizit erwarte ich von Herrn Lessenich, dass er belegt, wo der Tatbestand der “Hetze” auf Sciencefiles erfüllt ist. Ich erwarte, dass er sich mit den Argumenten, die ich in meinem Beitrag gemacht habe, auseinandersetzt, wenn er dazu fähig ist und ich erwarte, dass er seine Behauptung begründet, sofern er dazu in der Lage ist, und zwar entlang der Argumente, die ich vorgetragen habe. Darüber hinaus habe ich die Mitglieder des DGS Vorstandes angeschrieben und um Aufklärung darüber gebeten, ob sie die Meinung ihre Vorstandskollegen teilen, dass es sich bei sciencefiles.org um eine “Hetzseite” handelt. In dieser Hinsicht würde mich auch die Meinung all derer interessieren, die dieses blog verfolgen. Kommt Ihr Euch verhetzt vor?

Noch zur Klarstellung: Die von Lessenich, vermutlich aus einem Agitationsschub heraus benutzte Formulierung “Hetzseite” verweist auf den Tatbestand der Volksverhetzung, der in §130 StGB wie folgt umschrieben ist:

(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder 2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

1. Schriften (§ 11 Absatz 3), die zum Hass gegen eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung aufstacheln, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordern oder ihre Menschenwürde dadurch angreifen, dass sie beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden,
a) verbreitet,
b) öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
c) einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder
d) herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Buchstaben a bis c zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, oder
2. eine Darbietung des in Nummer 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste verbreitet.
(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.
(4) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer öffentlich oder in einer Versammlung den öffentlichen Frieden in einer die Würde der Opfer verletzenden Weise dadurch stört, dass er die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigt, verherrlicht oder rechtfertigt.

Nun denn, Herr Lessenich, ich erwarte eine Darlegung, die eines Wissenschaftlers, der Sie ja sein wollen, würdig ist und die die folgenden Fragen beantwortet:

  • Wo auf Sciencefiles wird zum Hass gegen andere aufgestachelt?
  • Wo auf Sciencefiles wird die Menschenwürde anderer angegriffen?
  • Wo auf Sciencefiles werden Menschen z.B. aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe beschimpft?

Da mich angesichts ihrer Reaktion Zweifel überkommen haben, ob sie (1) Format genug besitzen, um ihre Position an der Universität Jena auszufüllen und (2) auf menschlicher Ebene besehen, den Mut oder die Fähigkeit aufbringen, nicht nur zu behaupten, sondern auch zu begründen, wenn Sie dazu aufgefordert werden, sehe ich Ihrer Antwort mit Spannung entgegen.

Noch zur Erklärung: Suada ist typischer elitistischer Mittelschichtssprech, mit dem versucht werden soll, die eigene “Überlegenheit” zu dokumentieren. Suada meint nach Duden: eine wortreiche Rede, einen Redeschwall oder auch Beredtsamkeit, Suada ist darüber hinaus der Name der römischen Göttin der sanften Überredung. Welche Bedeutung Herr Lessenich mit Suada verbindet, kann er an dieser Stelle vielleicht auch gleich darlegen.

Im Übrigen behalte ich mir rechtliche Schritte gegen Herrn Lessenich vor.

Es geht voran!

Die Antwort auf die Frage, ob getroffene Hunde nicht nur bellen, sondern auch beißen, ist zwischenzeitlich eingetroffen: NEIN.
Nur rund eine Stunde, nachdem mich die Abwesenheitsnotiz von Dr. Stephan Lessenich erreicht hat, ist die folgende Email eingegangen:

Sehr geehrter Herr Klein,

Ihre Drohung nehme ich zur Kenntnis. Ich habe den Satz von meiner -
privaten und privat gehosteten (meine Homepageadresse der Universität
Jena lautet http://www.soziologie.uni-jena.de/StephanLessenich.html) -
gelöscht.

Dies auch um Ihrer Seite nun doch keine weitere Popularität zukommen
zu lassen – darüber hatte ich in der Tat schon vorab nachgedacht, war
dann aber zu dem Schluss gekommen, dass es sich für informierte Dritte
lohnt, Ihren Beitrag zu lesen, weil er nicht nur Fehlaussagen enthält,
sondern durch seinen Stil sich auch selbst disqualifiziert. Ihre
Reaktion, wenige Stunden nach der Veröffentlichung mit dem Anwalt zu
drohen, zeigt mir aber, dass die Überlegung, auch polemische Kritik
publik zu machen, falsch war. Ich hatte im Netz schon Einiges über
Ihre Methoden gelesen, was ich nun leider vollauf bestätigt sehe.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Lessenich

*************

Ich bin aber auch wirklich gaaaanz schlimm, dass ich sciencefiles.org nicht als “antikritische Hetzseite” bezeichnen lasse und ganz offensichtlich, ist sich unser Doktor aus Jena nicht im Klaren darüber, dass er durch seinen Rückzieher gerade die Unhaltbarkeit seiner entsprechenden Aussage zugegeben hat und somit eingesteht keinerlei Gründe, außer seiner affektiven Aufgeregtheit für seine Behauptung gehabt zu haben. Für die Zukunft sei ihm geraten, bevor er seinen Ärger verewigt, Anstand und Ratio, sofern verfügbar, zu Rate zu ziehen. Ich meinerseits, über dessen Methoden man offensichtlich bereits im Netz lesen kann und dessen blog nicht noch populärer werden darf, wie Herr Lessenich (warum nur?) schreibt, lehne mich jetzt erst einmal zurück und genieße den Blick auf die offene Landschaft von Hampshire und frage mich dabei, wie die Seite von Stephan Lessenich, die wenn doch angeblich privat so gar nicht an Insignien der Universität Jena spart, mit einem Alexa Traffic Rank von “no data”, einem blog, mit einem Traffic Rank von 70.565 in Deutschland Popularität verschaffen will, ich meine Popularität außerhalb der eigenen Kultgemeinde des versprengten Häufleins von Lesern, die sich auf die Seite von Lessenich nach allen Informationen, die der Bewertung des Netztraffic zu entnehmen sind, verirren. Ich habe übrigens Herrn Lessenich nicht angedroht, ihn zu verprügeln, sondern ihn informiert, dass mein Anwalt gerade prüft, ob das, was Herr Lessenich da behauptet hat, ungestraft behauptet werden kann. Offensichtlich ist sich Herr Lessenich sicher, dass er seinen “antikritische Hetzseite”-Ausfall weder begründen noch aufrechterhalten kann. Leider hat er nicht die Größe, sich zu entschuldigen, was mich wieder zurück bringt, zum fehlenden Anstand …

Wunschkonzert

Wer sich etwas von Stephan Lessenich wünschen will, jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Auf die Email von Stephan Lessenich, die oben veröffentlicht ist, habe ich ihm geschrieben, dass ich so einfach nicht zu besänftigen bin und auf einer öffentlichen Entschuldigung beharre. Das ist kein Wunsch, wie jeder, der des Deutschen mächtig ist, mir sicher bestätigen wird, aber in Teilen der Soziologie ist man offensichtlich mit einer ganz eigenen Sprache unterwegs. Wie auch immer, Herr Lessenich hat mir meinen “Wunsch” erfüllt:

***********
Sehr geehrter Herr Klein,

üble Nachrede klingt doch schon anders als Volksverhetzung. So oder so
dürfte die Zuschreibung “Corpus delicti” freilich nicht zu halten
sein. Gleichwohl erfülle ich Ihnen Ihren Wunsch und entschuldige mich
bei Ihnen persönlich, falls Sie sich getroffen gefühlt haben sollte.
Ich wäre bei der Schärfe der Kritik, die Sie auf Ihrer Seite üben,
nicht davon ausgegangen, dass Sie selbst auf Gegenkritik so reagieren.
Aber man wird immer wieder eines Besseren belehrt. Für eine
öffentliche Entschuldigung sehe ich jedenfalls keinen Anlass.

Damit ist die Sache für mich erledigt.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Lessenich

**********

Nur nochmal zur Verdeutlichung, Herr Lessenich hat mir vorgeworfen eine “antikritische Hetzseite” zu betreiben, der Vorwurf der Volksverhetzung ist also seiner, die Ansicht, dass dieser Vorwurf den Straftatbestand der üblen Nachrede erfüllt, wiederum ist meine. Und so bleibt mir nur, die Sache für mich mit der Bemerkung abzuschließen, dass ich in der Beschimpfung “antikritische Hetzseite” keinerlei Kritik erkennen kann, ebenso wenig wie ich den kritischen Gehalt von “Arschloch” zu finden im Stande bin. Entsprechend sei Herr Lessenich auf unser Grundsatzprogramm verwiesen, damit er sich im Hinblick darauf, was Kritik, was kritische Wissenschaft ist, weiterbilden kann. Und ganz zum Schluss: Herr Lessenich, bislang ist meine Kritik nicht scharf, warum Sie die in diesem blog geäußerte Kritik als “scharf” empfinden, kann ich nich nachvollziehen und will daher Milde walten lassen und den Vorgang abschließen.

Soziologie als Grundrecht?

Eines der letzten nach eigener Einbildung autokratisch herrschenden Zentralkomitees, der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, hat eine Empfehlung erlassen: Soziologen, Soziologieinstitute und alle die damit zu tun haben, haben ab sofort das Ranking zu unterlassen, ab sofort hat jede Beteiligung am CHE-Ranking der ZEIT (das CHE Ranking ist ein Teil des ZEIT Studienführers, der es Studenten ermöglichen soll, bevor sie sich auf eine Universität einlassen, zu wissen, worauf sie sich einlassen) aufzuhören, sowie jegliche Kontakte zu des Rankings von Soziologie-Instituten verdächtigen Personen eingestellt zu werden. Das ist selbstverständlich meine Übertreibung, denn, die DGS Stellungnahme vom 27.6.2012 ist eine Empfehlung, an die sich die einzelnen Soziologieinstitute halten soll(t)en.

Normalerweise sind es autokratische Herrschafts-Gremien nicht gewohnt, dass ihre Entscheidungen hinterfragt werden, aber die demokratischen Aufweichungen, die die Gesellschaft zeigt, die die DGS umgibt und die nunmehr seit Jahrzehnten anhalten, fordern  auch ihren Tribut vom DGS-Vorstands, und so haben sich die DGS Vorstandsmitglieder zu einer Begründung ihrer Empfehlung genötigt gesehen. Ich will an dieser Stelle nicht die weitgehend inhaltsgleiche offizielle Begründung der DGS untersuchen, sondern die autorisierte Verlautbarung der DGS-Position, die Stephan Lessenich, Stellvertretender Vorsitzender der DGS, in der ZEIT und im Namen der DGS gegeben hat.

Die Begründung von Lessenich, mehr im Stil einer Verlautbarung, zeichnet sich in erster Linie durch die Sprache aus, die all denen eigen ist, die wenig zu sagen haben, kein Interesse daran haben, dass das Wenige, was sie zu sagen haben, verstanden wird und die bemüht sind, durch einen Prozess der Satzblähung, den ich hier einmal als adjektivistische Nominalisierung beschreiben will, weil er hauptsächlich darauf beruht, unnötige Adjektive und nichtssagende Nomen in Sätze zu packen, um sie “gelehrt”, wenngleich unverständlich erscheinen zu lassen, den wenigen Inhalt unter einem Haufen von Wortunrat zu begraben. Diesen Satzblähungen kann man nur mit den Mitteln der rekonstruktiven Sozialforschung, wie sie z.B. Ralf Bohnsack (1999) bereitgestellt hat, zu Leibe rücken. Ich will mich hier insbesondere der dokumentarischen Methode bedienen, die ich mit der von Karl Raimund Popper entwickelten Methode, der Satz-Deflation kombiniert habe, die bereits in einem anderen Beitrag auf diesem Blog dargestellt wurde.

Die Methode ist recht einfach in der Anwedung: Die sinntragenen Teile des Dokuments, hier des Beitrags von Stephan Lessenich, werden identifiziert, isoliert und in verständliche Sprache übertragen. Die Hauptarbeit dieser Vorgehensweise besteht darin, die sinntragenden Teile aus einem Meer geblähter Sätze zu fischen. Es ist mir gelungen vier Passagen im Beitrag von Lessenich zu identifizieren, von denen ich mit einiger Überzeugung behaupten kann, dass sie Sinn tragen. Die Besprechung der Passagen erfolgt in der Reihenfolge ihrer Nennung im Beitrag von Lessenich, um eventuell einen möglicherweise vorhandenen Gedankengang entdecken zu können.

“Das gesellschaftspolitische Gesaltungsprinzip der Gegenwart heißt Wettbewerb. … Eine der Triebfedern der Inszenierung von Wettbewerb im Bildungswesen ist das regelmäßig vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) durchgeführte Hochschulranking”.

Meine mit Hilfe der dokumentarischen Methode vorgenommene Übersetzung (Hinweis: Ziel der dokumentarischen Methode ist es, den Geist eines Dokuments in seinen Einzelteilen zu identifizieren, in einer weniger hermeneutischen Sprache: Es geht darum, die Prämissen des Textes offenzulegen): Die gesellschaftlichen Geld- und Sachressourcen sind begrenzt. Entsprechend konkurrieren unterschiedliche gesellschaftliche Akteure um Geld- und Sachmittel, und jetzt sollen sogar Universitäten, nein schlimmer: Soziologieinstitute um knappe Ressourcen wie Hartz-IV-Empfänger konkurrieren.

“Nach Auffassung der DGS kann das CHE Ranking den selbst erklärten Zweck, eine verlässliche Entscheidungshilfe für Studieninteressierte zu liefern, nicht erfüllen. … Zum einen gehen für die Studienqualität wesentliche Faktoren – von den jeweiligen Betreuungsrelationen über die inhaltlichen Schwerpunktbildungen und die faktischen Bemühungen um die Verknüpfung von Forschung und Lehre bis hin zur Funktionsfähigkeit von Prüfungsämtern – nicht in die Bewertung mit ein; zum anderen weist die für diese Bewertung maßgebliche Studierendenbefragung erhebliche methodische Schwächen auf, allen voran die ungeklärte Selektivität der Befragten”.

Meine Übersetzung: Die Ergebnisse des CHE-Rankings sind falsch und nicht repräsentativ. Sie sind falsch, weil als “wesentlich” behauptete Faktoren wie die “Betreuungsrelation” und die “inhaltliche Schwerpunktbildung” nicht beachtet werden, sie sind nicht repräsentativ, weil die falschen Studenten befragt werden (unzufriedene bei schlechtem Ranking, zufriedene bei gutem Ranking). Beide Gründe sind etwas seltsam. Fangen wir mit dem zweiten Grund an. Dass die “falschen” Studenten befragt werden, eint alle Soziologieinstitute insofern dürfte es sich nicht auf die Relation zwischen den Soziologieinstituten niederschlagen – es sei denn, Lessenich will hier implizieren, dass die Soziologieinstitute, die im CHE Ranking gut abschneiden, Studenten dazu zwingen, mehrfach gute Bewertungen abzugeben, während sich die schlecht abschneidenden Soziologieinstitute von solch niederen Machenschaften distanzieren.

Ich muss zugeben, die Betreuungsrelation hat mich etwas ins Grübeln gebracht. Den einzigen Sinn, den ich daraus machen kann, kann ich nur so in Worte fassen: Manche Soziologie-Professoren sind zwar inkompetent, aber gaaaanz lieb, und das muss doch in die Bewertung mit eingehen – oder? Mit der inhaltlichen Schwerpunktbildung ist das leichter, die Prämisse dahinter ist gut zu identifizieren: Manche Soziologieinstitute lehren Inhalte, die man in der das Institut umgebenden Außenwelt kaum oder gar nicht brauchen kann, dies kann man den entsprechenden Instituten nicht durch eine schlechte Bewertung ankreiden.

Während Studieninteressierte im CHE Ranking vergeblich nach belastbaren Qualitätshinweisen für ihre bildungsbiographischen Entscheidungen suchen, findet dieses seine faktischen Adressaten in bildungspolitischen Entscheidungsträgern auf der Ebene der Hochschulleitung und Ministerialbürokratie. Was läge für die entsprechenden Akteure näher als … ein “gutes” oder “schlechtes” Abschneiden wahlweise zu honorieren oder zu sanktionieren”.

Analyse: (1) Behauptung: Das CHE Ranking ist nicht richtig, es verzerrt die Realität, weil es z.B. die Betreuungsrelationen nicht berücksichtigt (der gute Onkel Professor von oben). (2) Diese Behauptung schiebt Lessenich seinen Lesern eben einmal als wahr unter und folgert weiter: (3) dass sein Rektor und ein Beamter aus dem Kultusministerium das CHE Ranking nutzen könnten, um ihn zu fragen, warum das Ranking seines Instituts so (schlecht oder gut) ist, wie es ist, und, (4) schlimmer noch, das Ranking zum Anlass nehmen könnten, mehr oder weniger öffentliche Mittel für das Institut zur Verfügung zu stellen. Es wäre dem Altruismus Gewalt angetan, würde man annehmen, dass Stephan Lessenich zusätzliche finanzielle Mittel aufgrund eines guten CHE Rankings ablehnen würde. Sicher nicht. Es bleibt daher nur der Schluss, dass der Ärger über das CHE Ranking durch die Angst motiviert ist, dass die eigene Lehre plötzlich an Argumenten wie “Nützlichkeit für Studenten” oder gar: “Arbeitsmarktchancen der Studenten der entsprechenden Institute” gemessen werden. Wo kämen wir hin, wenn hochgeistige Wortblähungen wie sie an manchen Soziologieinstituten die Regel sind, auf ihre Verwendbarkeit oder ihre Nützlichkeit für Studenten hin hinterfragt würden? Wir kämen, genau, in eine Marktwirtschaft, in der Studenten nicht nur wüssten, auf was sie sich mit einem Studium an Universität einlassen, sondern auch eine Idee davon hätten, was sie mit dem Abschluss an Universität später einmal anfangen können. Das ist, wie es scheint, der DGS unvorstellbar, denn:

“In Form und Inhalt … schließt das CHE Ranking an den Wissensmodus der Gegenwart an und speist ihn mit ins Bildunsgwesen ein: jedes gesellschaftliche Feld ein Ort des Wettbewerbs um Positionen, jede Institution ein Konkurrent um knappe Ressourcen [!sic], jeder Akteur ein Sender und Empfänger von Marktsignalen”.

Eindrücklicher als in diesem Lamento kann man die eigene Prämisse, dass “knappe Ressourcen” auch an Soziologie-Institute verschwendet werden sollen, die keinerlei nützlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben bringen, nicht formulieren. Eindrücklicher kann man die eigene Überzeugung von “alle Soziologie-Institute sind gleich gut” nicht fassen. Eindrücklicher kann man die eigene Ignoranz darüber, ob die gelehrten Inhalte für die studentischen Opfer, die ihnen ausgesetzt sind, im Berufsleben in irgendeiner Weise verwertbar sind, nicht in Worte blähen, und eindrücklicher kann man die eigene Meinung, dass es ein Grundrecht auf Soziologie unabhängig vom Wert der jeweiligen Soziologie gibt, nicht beschreiben.

Es wäre schön, wenn einige der Soziologieabsolventen, die hier mitlesen, die Kommentarfunktion nutzten, um ihre Universität zu benennen und die Leser zu informieren, wie nützlich die soziologischen Inhalte, die sie gelernt haben, in ihrem weiteren beruflichen Werdegang waren, ich meine, so als Mittel, um die geforderte Berücksichtigung der “inhaltlichen Schwerpunktbildung” anzufüttern.

Da ich ein Verteter eines empirischen Ansatzes bin und darüber hinaus der Ansicht bin, dass es persönliche und nicht “kollektive” Motive sind, die Entscheidungen antreiben, habe ich den Vorstand der DGS daraufhin untersucht, wie die Universitäten der Vorstandsmitglieder beim CHE Ranking abschneiden. Nun, liebe Leser, was denken Sie?

Im Vorstand der DGS finden sich zwei Vertreter von Universitäten (Dortmund und Leipzig), die im aktuellen CHE Ranking nicht berücksichtigt sind. Es finden sich zwei Vertreter von Universitäten (Jena und Bremen), die im oberen Drittel des Rankings angesiedelt sind sowie drei Vertreter, die im unteren Drittel des Rankings angesiedelt sind (Darmstadt, Frankfurt und Rostock). Wie es scheint, hat die Mehrheit der Vertreter im Vorstand der DGS auf Basis des Rankings des eigenen Soziologieinstituts wenig Anreize, sich positiv über das CHE Ranking zu äußern, dass Lessenich ausgerechnet an einem Institut für Soziologie lehrt, das sich in der Spitzengruppe des CHE Rankings findet, ist dann wohl einer Strategie geschuldet, mit der Lessenich als Vertreter eines gut gerankten Soziologie-Instituts vorgeschickt wird, um dem Vorwurf eigener “Betroffenheit” zu entgehen. Damit müssen seine Professoren-Kollegen vor Ort halt leben.

Bildnachweis:
Chris Luck