Land Berlin klagt gegen Bundeskriminalamt

Fast wäre diese Nachricht im Wust der irrelevanten Meldungen untergegangen:

Land Berlin klagt gegen Bundeskriminalamt.

Berlin.svgIm Berliner Senat ärgert man sich darüber, dass Berlin in den Statistiken des Bundeskriminalamts, vor allem in der Polizeilichen Kriminalstatistik immer besonders schlecht abschneidet. Man wittert eine Kampagne gegen Berlin, die darauf abzielt, die Stadt als Touristenattraktion in Misskredit zu bringen und wähnt, die daraus entstehenden Verluste für die Gastronomie und Hotellerie und vor allem die Einnahmeverluste des Landes Berlin gingen in Milliardenhöhe.

Deshalb hat der Berliner Senat vor dem Bundesverfassungsgericht Klage gegen das Bundeskriminalamt und die Polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2013 eingelegt. In der Begründung heißt es u.a. Berlin werde in der Polizeilichen Kriminalstatistik systematisch schlecht gemacht.

Berlin habe 4,2% der Einwohner in Deutschland, werde aber für 8,4% der erfassten Straftaten verantwortlich gemacht. Das sei nicht gerecht. Ebenso wenig sei es vertretbar, die Stadt zum Schlusslicht bei der Aufklärung von Straftaten unter den Bundesländern zu erklären.

Der Berliner Senat zweifelt die Rechtmäßigkeit der entsprechenden Erfassung an.

Mit 54,3% aufgeklärten Fällen bei Betrug, 34,7% aufgeklärten Fällen bei Raub, 7% bei Einbruchsdiebstahl finde sich Berlin immer am Ende der Erfolgsskala – als Schlusslicht der Bundesländer. Dies sei eine Wertung durch das Bundeskriminalamt, die man in Berlin nicht mehr länger hinnehmen wolle.

Die Darstellung der Stadt in der Polizeilichen Kriminalstatistik vermittle den Eindruck, Berlin sei das Venedig der Kriminalität, die Polizei der Stadt eine entweder korrupte oder unfähige, in jedem Fall wirkungslose Einrichtung. Letztlich falle diese negative Darstellung der Stadt in den Statistiken des Bundeskriminalamtes auf den Senat und die darin befindlichen Parteien zurück und lasse sie alle in einem schlechten Licht erscheinen.

Fast müsse man sich schon schämen, wenn man bekenne, dass man ein Berliner sei. Einst sei dies eine Auszeichnung gewesen, heute habe es bei denen, die es hörten, Mitleid zur Folge.

Schuld daran sei die verzerrt, schiefe, unsachgemäße, übertriebene, ungünstige, in jedem Fall falsche Darstellung der Stadt Berlin in den Statistiken des Bundeskriminalamts.

Deshalb hat der Berliner Senat das Bundeskriminalamt vor dem Bundesverfassungsgericht auf Unterlassung, hilfsweise auf eine bessere Darstellung verklagt, die Berlin bei der Menge der verübten Straftaten, der Aufklärungsquote bzw. der Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen mindestens mit Bayern gleichstellt.

Wie die Bundesverfassungsrichter im vorliegenden Fall entscheiden werden, ob Susanne Baer sich befangen erklärt und von der Entscheidung ausschließt, wir werden es auf ScienceFiles berichten.

Möglicherweise haben wir aber eine Pressemeldung verwechselt und Berlin klagt gar nicht gegen das Bundeskriminalamt, sondern gegen das Statistische Bundesamt, und auch nicht deshalb, weil die Stadt in der Polizeilichen Kriminalstatistik so schlecht abschneidet, sondern deshalb, weil in Berlin bei der letzten Volkszählung (im Zensus) 2011 in Berlin 1,6 Millionen Einwohner weniger gezählt wurden als gedacht, und weil Berlin deshalb 1,6 Milliarden Euro weniger aus dem Länderfinanzausgleich erhält.

Wie gesagt, möglicherweise haben wir das verwechselt – vielleicht auch nicht.

Da heute die Affen den Zoo regieren, kann man sich nicht mehr an Plausibilität und Normalitätsvorstellung orientieren. Deshalb fragen wir unsere Leser: Was meinen Sie, wen das Land Berlin verklagt hat?

Berlin gegen wen?

Bundesdaten zeigen einmal mehr: Der Staatsfeminismus ist komplett gescheitert

Wir sind auf eine sehr nützliche Statistik des Bundes gestoßen. Sie wird beim IAB in Nürnberg geführt und nennt sich eher nichtssagend: Berufe im Spiegel der Statistik.

Die statistischen Daten sind eine Fundgrube für alle, die sich mit z.B. Arbeitsmarktforschung beschäftigen, und sie sind eine Fundgrube für Soziologen, die noch an Daten interessiert sind und die Hypothesen testen wollen …

… zum Beispiel die Hypothese, dass die vielen Programme des Bundes, die der Förderung von Frauen vor allem in MINT-Fächern dienen, etwas gebracht haben.

Professorinnenprogramm, MINT-Förderung, Girls-Day, all die unzähligen Programme, die einer großen Anzahl von Förderen ein Einkommen verschaffen, damit sie zunächst einmal Netzwerktreffen organisieren können, um dann zu überlegen, wie man Mädchen zum Studium von MINT-Fächern und dazu bewegen kann, dass sie sich in gesellschaftlich nützlicher Weise engagieren, sie dienen eigentlich einem Zweck. Nur: Wird dieser Zweck eigentlich erreicht?

Wenn die vielen Programme und Maßnahmen der Frauenförderung erfolgreich wären, dann müsste über die letzten Jahre die Anzahl z.B. weiblicher Ingenieure größer geworden sein, und zwar überproportional zur Anzahl männlicher.

Die oben genannten Daten machen es möglich, diese Hypothese zu testen.

Mehr noch: Sie erlauben es, den Einfluss von Förderprogrammen wie dem Professorinnenprogramm auf Hochschulen und den Effekt, den der Staatsfeminismus auf die Wahl von Berufen hat, auszuweisen …

… und zwar mit folgenden Ergebnissen:

  • IngenieureDie ganzen MINT-Anstrengungen, vom Girls-Day über spezifische Förderprogramme, mit denen Mädchen in ein MINT-Studium getragen werden sollen, haben keinen erkennbaren Effekt. Die Anzahl weiblicher Ingenieure wächst im Vergleich zu männlichen Ingenieuren nicht überproportional.
  • Programme wie das Professorinnenprogramm und die vielen Förderprogramme, die Hochschulen für weibliche Studenten, Dozenten und Professoren ersonnen haben, haben dazu geführt, dass der Anteil der weiblichen Dozenten und Hochschullehrer mittlerweile schneller wächst als der Anteil der männlichen Dozenten und Hochschullehrer: Im Zeitraum von 1999 bis 2011 wächst die Anzahl weiblicher Dozenten und Hochschullehrer um 43,2% schneller als die der männlichen Dozenten und Hochschulehrer.
  • Am höchsten ist das Wachstum in kunst-, medien-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Berufen. Von 1999 bis 2011 ist die Anzahl der Beschäftigten um 87.322 gestiegen. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum ist die Anzahl der Ingenieure um 72.152 Beschäftgte, die der Hochschullehrer und Dozenten um 21.728 Beschäftigte gewachsen. Dies entspricht einem Wachstum von 27,7% für Beschäftigte in kunst-, medien-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Berufen, von 11,5% für Ingenieure und von 50,7% für Dozenten und Hochschullehrer.

Man sieht anhand dieser Daten deutlich, was die Maßnahmen von Bund und Ländern tatsächlich befördern: Sie blähen den Hochschulbereich durch Addition von wenig relevanten Fächern und entsprechenden Hochschullehrern und Dozenten auf und haben die Anzahl derjenigen, die sich in kunst-, medien-, geistes- oder sozialwissenschaftliche Berufe flüchten, um 27,7% erhöht. In beiden Fällen ist der Zuwachs durch ein überproportionales Wachstum von weiblichen Beschäftigen verursacht.

HochschulllehrerEntsprechend kann man davon ausgehen, dass die Förderprogramme, mit denen Bund und Länder den Anteil von Frauen in MINT-Fächern und Berufen fördern wollen, eine interessante Konsequenz mit sich gebracht haben, indem sie den Anteil derjenigen, die durch das Ergreifen eines kunst-, medien-, geistes- oder sozialwissenschaftlichen Berufes in das Lamento derer einstimmen wollen, die beklagen, dass zu wenige Frauen z.B. den Beruf des Ingenieurs ergreifen und die entsprechend an der darauf aufbauenden Förderindustrie partizipieren wollen, erheblich angewachsen ist. Und mit ihnen ist die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu sein, gewachsen: Sie liegt für die entsprechenden Berufe 21% über dem Ausgangswert von 1999.

Im Gegensatz dazu hat sich bei Ingenieuren nichts verändert. Der Anteil von Frauen ist zwar seit 1999 gewachsen. Dies ist jedoch nur eine Zahlenspielerei, denn der Anteil von 12, 7% weiblicher Ingenieure im Jahr 2011 und im Vergleich zu 9,5% im Jahr 1999 entspricht einem Zuwachs um 29.238 weibliche Ingenieure. Im selben Zeitraum ist die Anzahl männlicher Ingenieure um 42.914 gestiegen.

Kurz: Man kann ein Scheitern auf der ganzen Linie vermelden.

geistessozialberufeAlles, was mit der Förderung von Frauen erreicht wurde, ist dass immer mehr Frauen an dieser Förderung partizipieren wollen, nicht jedoch, in dem sie wie intendiert einen der Berufe ergreifen, den die Bundesregierung mit so großer Anstrengung anpreist wie Sauerbier, sondern indem sie sich ihrerseits daran beteiligen wollen, die entsprechenden Berufe des Ingenieurs oder Informatikers Frauen anzupreisen.

Die derzeitige Entwicklung ist als Ausbildung eines weiblichen Wasserkopfes bestens beschrieben, schon weil die Entwicklung nicht, wie es so schön heißt, nachhaltig ist. Mal schauen, wann der Wasserkopf platzt.

DEXIT? Laufende ScienceFiles-Umfrage: Immer mehr wollen aus der EU austreten

Dr. habil. Heike Diefenbach & Michael Klein

Die Umfrage darüber, ob Deutschland aus der EU austreten soll, die wir vor nunmehr drei Tagen online gestellt haben, und die immer noch läuft (siehe unten), erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Zwischenzeitlich haben sich 1.612 Leser von ScienceFiles an der Umfrage beteiligt, die Verteilung der Antworten fällt nun noch deutlicher aus als wir vor zwei Tagen berichtet haben.

Soll Deutschland in der EU bleiben 2

Wie auch immer man es dreht und wendet, in Deutschland gibt es ein großes Potential von Menschen, die mit der EU unzufrieden sind und ihr lieber heute als morgen den Rücken kehren würden. Allein auf ScienceFiles haben sich 1.494 Leser gegen einen Verbleib in der EU ausgesprochen und damit mehr als in Umfragen von Emnid, Allensbach oder Forsa überhaupt befragt werden (Die entsprechenden Umfrageinstitute sind in der Regel froh, wenn sie 1000 Befragte zusammenbekommen).

Aber: Eure Umfrage ist doch gar nicht repräsentativ, so haben wir zu hören bekommen, obwohl wir auf dieses Thema bereits im Text eingegangen sind.

Da ist er wieder, der Mythos der Repräsentativität, den Umfrageinstitute seit Jahrzehnten nähren, hegen und pflegen, um den Anschein zu erwecken, ihre Gewichtungskünste, also die Instrumente aus der Giftküche der Sozialforschung, die wir bereits in einem zurückliegenden Post offengelegt haben, würden dabei helfen, dass aus 1000 Befragten, die man per Telefon zur Beantwortung standardisierter Fragebögen gedrängt hat, ein repräsentatives Abbild der deutschen Bevölkerung wird.

Das Interessante ist: Es gibt Leute, die das glauben.

Es gibt Leute, die denken, es sei möglich, eine Zufallsauswahl aus der Grundgesamtheit sagen wir aller erwachsenen Deutschen ab 18 Jahren zu ziehen und dabei sicherzustellen, dass jedes Element der Grundgesamtheit dieselbe Möglichkeit hat, in diese Stichprobe zu gelangen, weshalb diese Stichprobe von 1000 Befragten repräsentativ sei.

Nun, wer schon einmal mit Datensätzen von Meinungsforschungsinstituten gearbeitet hat und die geschätzt 12 verschiedenen Gewichtungsfaktoren zum Anfang der Datensätze in Erinnerung hat, mit denen die Abweichung des eigentlich doch repräsentativen Datensatzes im Hinblick auf die Altersverteilung, die Verteilung nach Geschlecht, die Verteilung nach Stadt und Land korrigiert werden soll, der kann nicht anders als über die Naivität der Repräsentativitätsgläubigen zu schmunzeln: Wäre die Zufallsauswahl repräsentativ, man müsste sie nicht gewichten – oder?

Schnell hill esserAber derart intime Kenntnisse von Datensätzen sind gar nicht notwendig, um den Unsinn hinter der Idee, man könne eine repräsentative Zufallsauswahl aus der Grundgesamtheit der deutschen Bevölkerung im Alter ab 18 Jahren ziehen, zu erkennen.

Die Prämisse hinter der Zufallsauswahl setzt eine identische Erreichbarkeit aller Elemente der Grundgesamtheit voraus.

Utopischer kann eine Prämisse kaum sein.

Nehmen Sie an, Sie haben ein Befragungsinstitut mit einem Telefonpool und rufen abends von 17 Uhr bis 22 Uhr die Personen an, die sie aus dem Telefonbuch zufällig gezogen haben:

  • Alle, die nicht im Telefonbuch stehen, eine Geheimnummer haben, sind nicht im Datensatz;
  • Alle, die zwischen 17 Uhr und 22 Uhr nicht zuhause sind, weil sie z.B. Schicht arbeiten oder in einer Kneipe sitzen, sind nicht im Datensatz;
  • Alle, die zwischen 17 Uhr und 22 Uhr nicht ans Telefon gehen, weil sie sich beim Abendessen oder bei was auch immer nicht stören lassen wollen, sind nicht im Datensatz;

Wie man es dreht und wendet, der Datensatz ist nicht repräsentativ, denn nicht alle Elemente der Grundgesamtheit haben dieselbe Wahrscheinlichkeit, an der Befragung teilzunehmen (das wäre zu einer anderen Uhrzeit nicht anders). Und die genannten, sind nicht die einzigen systematischen Ausfälle:

  • Wer im Krankenhaus liegt, der fällt aus.
  • Wer in Urlaub ist, der fällt aus.
  • Wer obdachlos ist, der fällt aus.
  • Wer stumm ist, der fällt aus.
  • Bei wem die Telekom das Telefon gesperrt hat, weil er seine letzten beiden Rechnungen nicht bezahlt hat, der fällt aus.

Aber natürlich ist der Datensatz, der von einem Meinungsforschungsinstitut stammt, sind die Ergebnisse, die von einem der bekannten Institute veröffentlich werden, repräsentativ. Auf irgendeine magische Art und Weise mutieren sie von einer verzerrten zu einer nicht verzerrten, einer repräsentativen Stichprobe, nicht in der Realität, aber in der Vorstellungskraft derjenigen, die unbedingt an die Repräsentativität glauben wollen.

Das sind dann witzigerweise diejenigen, die die Tatsache, dass 1.494 Leser von ScienceFiles aus der EU austreten wollen, als nicht repräsentativ vom Tisch wischen wollen, um im nächsten Satz darüber zu klagen, dass von den 25 Hanseln in der angeblich repräsentativen Stichprobe von 1000 Befragten des Instituts X, die von sich sagen, sie seien homosexuell 60%, also 15, angeben, sie seien schon einmal diskriminiert worden. Skandal! Und was sind schon 1.494 ScienceFiles-Leser im Vergleich zu 15 diskriminierten homosexuellen Hanseln? Nicht repräsentativ!

Viele Deutsche wollen einfach glauben, glauben, dass Dinge, die ihnen nicht gefallen, z.B. dass 1.494 Leser von ScienceFiles sagen, sie wollen die EU verlassen, nicht repräsentativ sind, während Dinge, die ihre Agenda unterstützen, sagen wir 15 diskriminerungserfahrene Homosexuelle aus einer Stichprobe von 1.000 am Telefon befragten Deutschen, die repräsentativ sein soll, auch tatsächlich korrekt und repräsentativ ist.

Dorroch MeinungsmacherIn der Pfalz sagt man: Heär, pätz äm Ochs ins Härn und meint damit, es ist besser sich die sinnlose Mühe, die darin besteht, Gläubige von der Unsinnigkeit ihres Glaubens überzeugen zu wollen, zu ersparen. Mancher Deutscher Weltbild ist nur in Ordnung, wenn Glaubensinhalte wie der an die Repräsentativität von Umfragedaten unbeeindruckt von empirischer Realität stehen bleiben. Also lassen wir sie in ihrer Glauben.

Sicher, unsere Umfrage ist verzerrt. ScienceFiles spricht in erster Linie kritische Leser an. Wir haben vornehmlich berufstätige Leser, viele davon sind an Hochschulen beschäftigt, unsere Leser sind mehrheitlich männlich. Kurz: Wir haben ähnliche Verzerrungen wie Umfrageinstitute, die regelmäßig zu viele erwerbslose, zu wenige junge und zu viele weibliche Befragte in ihren Stichproben finden.

Deshalb gewichten sie ihre Datensätze.

Wir tun das nicht. Warum auch? Sind 1.494 Befragte, die bislang die EU verlassen wollen, nicht genug? Muss man sie heruntergewichten, minimalisieren, marginalisieren, das Problem ihrer Existenz wegrechnen, damit man sich in seiner EU-heilen Welt wieder wohlfühlen kann?

Das Ganze erinnert an eine Begebenheit, die sich vor einigen Jahren ereignet hat, als Dr. habil. Heike Diefenbach als wissenschaftlicher Berater im Familienbeirat der Stadt Leipzig saß. Von ihr damit konfrontiert, dass damals järhlich rund 6% der Leipziger Jungen ohne einen Schulabschluss blieben, meinte der  damalige Beigeordnete, in dessen Zuständigkeit der Familienbeirat gefallen ist: “Na, das sind ja nicht viele”. Nun, bei rund 43.000 Schülern an Leipziger Schulen, und rund 22.000 männlichen Schülern stehen pro Jahr hinter den 6% 1.320 Einzelschicksale, d.h. in fünf Jahren 6.600 Einzelschicksale. Mman muss schon sehr mit Engels sympathisieren und von der Lumpigkeit des Individuums überzeugt sein, um darin nicht viele und kein Problem zu erkennen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn wir politische Verantwortung in Deutschland tragen würden, dann würde uns das Ergebnis der nach wie vor laufenden Umfragen von ScienceFiles schlaflose Nächte bereiten.

Deutschland: Better off out?

Unstatistik der Woche

Es gibt nicht viele Sozialwissenschaftler, die versuchen, sich mit Argumenten gegen die Flut an Unsinn zu stemmen, die täglich die Deiche der Vernunft in deutschen Medien überspült.

Entsprechend muss man sie pflegen, hüten und weiterempfehlen, die wenigen, die es gibt.

Wir wollen heute unseren Lesern die Seite “Unstatistik des Monats“, die am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung gehostet wird, empfehlen.

Warum dick nicht doof machtVerantwortlich für die Seite zeichnen Prof. Dr. Thomas K. Bauer, Prof. Dr. Gerd Gigerenzer und Prof. Dr. Walter Krämer und somit gleich drei Sozialwissenschaftler, die ihre Aufgabe nicht mehr darin sehen, sich im Elfenbeinturm zu verschanzen und bestenfalls vom obersten Fenster zu Claqueuren zu sprechen, sondern darin, Aufklärungsarbeit zu leisten, Informationen bereitzustellen und ihr Wissen zum Nutzen der Allgemeinheit zur Anwendung zu bringen.

Und so haben es sich die drei Professoren zur Aufgabe gemacht, jeden Monat eine besonders unsinnige Statistik, die durch die unkritische Presse gegangen ist, in ihrer Peinlichkeit zu entlarven.

Die aktuelle Unstatistik, die sich die drei Professoren vorgenommen haben, ist die Armutsstatistik, mit der die Sozialindustrie Kasse zu machen versucht, denn nichts macht sich so bezahlt, wie der Ruf nach noch mehr Sozialarbeitern, die den angeblich Armen unter die Arme greifen.

Wir haben über das Schindluder, das Verbände wie der Paritätische Wohlfahrtsverband mit der Erfindung relativer Armut treiben, in einer Reihe von Beiträgen berichtet. Deshalb freut es uns, dass wir nunmehr auf Vertreter der institutionalisierten Wissenschaft verweisen können, die es uns gleich tun, und zwar so:

“Man sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass relative Armutsquoten nur ein (schlechtes) Maß für die Einkommensungleichheit darstellen und mit Armut im herkömmlichen Sinne nichts zu tun haben. Wenn der Präsident des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sagt: „Nie war die Armut in Deutschland so hoch“, ist man versucht, ihm zuzurufen: „Beamen Sie sich mal zurück in das Jahr 1948! Da ging es allen gleichermaßen dreckig, aber nach Ihrer Definition war so gut wie niemand arm.“

Den Rest des Beitrags gibt es hier zu lesen, und natürlich all die anderen Unstatistiken.

Statistik und mit Zahlen spielen

Es soll ja welche geben, die den Satz, ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe, gerne und oft vor sich hersagen. Nur zu, können wir da nur sagen, denn das Fälschen einer Statistik, so dass es keiner merkt, ist nicht so einfach, wie den entsprechenden Glaubenssatz vor sich hinbrabbeln.

StatistikZugegebener Maßen werden wir mit Statistiken überflutet. In der Regel mit sinnlosen Statistiken, von denen man sich fragt, warum sie geführt werden. Für den Selbstläufer der Armutsgefährdung, einer Absurdität mit hohem politischen Potential, der immer wieder gerne von Gutmenschen beklagt wird, haben wir dies schon mehrfach gezeigt. Viele Beispiele sinnloser Statistik, falscher Interpretation richtiger Statistik oder falscher Anwendung von Statistik finden sich auf unstatistik.de, wo Gerd Girgerenzer, Walter Krämer und Thomas K. Bauer, die monatliche Unstatistik präsentieren.

Statistiken stellen bestimmte Zahlen zusammen. Schon die Zusammenstellung ist eine Auswahl, denn: Warum wählt man bestimmte und nicht andere Zahlen aus, um sie in einer Statistik zu versammeln? Kurz: Die Erstellung von Statistiken ist von einem Interesse angeleitet. In den meisten Fällen öffentlicher Statistiken waren dies ein Kontrollinteresse und ein Planungsinteresse: Kontrolle z.B. im Hinblick auf die Entwicklung der Anzahl der Straftäter, Planung z.B. im Hinblick auf die Anzahl von Kindern, die in fünf Jahren eine Schule besuchen. Kurz: Statistiken sollten dabei helfen, öffentliche Ausgaben effizient und passgenau zu machen.

Zwischenzeitlich haben sich Statistiken zu Grundlagen für politische “wir brauchen”-Forderungen entwickelt, bei denen nicht mehr Kontroll- oder Planungsinteressen maßgeblich sind. Vielmehr werden Statistiken zum Ausgangspunkt politischer und entsprechend finanzieller Forderungen. Sie sind damit in ihrem Zweck verkehrt worden: Nicht mehr das Sparen von Steuergeldern ist Hauptzweck der Erstellung von Statistiken, sondern die Ausgabe von Steuergeldern. Statistiken sind vom Kontroll- und Planungsinstrument, das zuviel Ausgaben verhindern sollte, zum Legitimationsinstrument verkommen, das viele Ausgaben begründen soll.

Dass dann, wenn Statistiken von Politikern gebraucht werden, um die Notwendigkeit bestimmter Ausgaben zu begründen, Statistiken regelmäßig missbraucht werden und mehr hineingelesen wird, als hineingelesen werden kann, ist selbstredend und braucht keine weitere Ausführung.

Und damit ist der Post am Ende.

Obwohl.

Wie wäre es, wenn wir einmal zeigen, wie schön man Statistiken für rundweg alles missbrauchen kann, einfache, harmlose Statistiken, die erstellt werden, ohne dass sich jemand etwas Böses dabei denkt.

Spielen wir einmal Politker und missbrauchen drauflos:

Binge Drinkers limitJeder zweite Erwachsene in Deutschland ist übergewichtig. 52% der erwachsenen Bevölkerung haben einen Body-Mass-index (BMI) von mehr als 25, was sie als fett ausweist. 180 Zentimeter Körperhöhe und 81 Kilogramm Lebendgewicht ist fett. So will es der Body-Mass-Index, der das Köpergewicht durch die quadrierte Köpergröße teilt. Besonders fett sind ehemalige Raucher. 73% von ihnen sind übergewichtig, jenseits eines BMI von 25, also einfach fett. Und der BMI lügt nicht! Seit 1999 werden die Deutschen immer fetter. Also nicht die Deutschen die 1999 fett waren, werden immer fetter, sondern die Deutschen die 2014 fett sind, sind mehr als die Deutschen die 1999 fett waren.

Und das wird so weiter gehen, denn: Im dritten Quartal 2014 wurden 2,2% weniger Zigaretten versteuert. Das bedeutet mehr Deutsche leben gesund oder doch zumindest: sie rauchen nicht, und es bedeutet: 73% davon investieren ihre Zeit als Nichtraucher in den Aufbau eines Body-Mass-Index von jenseits 25. Wie gesagt, ehemalige Raucher werden fett, was beweist, dass Rauchen zumindest schlank erhält und ein gewisses Dilemma für Gutmenschen, die sich nicht um die eigene, dafür aber die Gesundheit anderer sorgen, darstellt: Sollen sie nun Rauchern das Rauchen abgewöhnen, wohlwissend, dass sie dann fett werden und gegen den BMI verstoßen?

Probleme über Probleme, die noch dadurch vergrößert werden, dass der Bierabsatz im dritten Quartal 2014 ebenfalls gesunken ist, um ganze 4,5%. Nun macht Bier ja bekanntlich nicht schlank, sondern dick, der Rückgang sollte sich also positiv auf die Gesamtfette der deutschen Bevölkerung auswirken, was er aber offensichtlich nicht tut, wie der BMI unmissverstänlich zeigt. Die Hälfte der Deutschen ist fett, da hilft auch kein Bierverzicht.

Allerdings scheint der Rückgang des Bier-, also des Alkoholkonsums nur bestimmte Bevölkerungsschichten zu erreichen, wie eine alarmierende Studie zeigt: Angehende Ärzte und Pfleger, die bald im Gesundheitswesen beschäftigt sind, tun sich durch einen unsachgemäßen Gebrauch von Alkohol hervor. In Deutsch: Sie saufen zu viel. Die Studie basiert auf den Studenten der entsprechenden Fächer, aber es ist ja bekannt, dass: Was Hänschen nicht lernt, Hans nie mehr lernt.

Zudem Rauchen die angehenden Ärzte und Krankenpfleger. Rauchen und Trinken hält den BMI im Gleichgewicht, Rauchen macht schlank, Trinken macht dick, so dass die Ärzte und Krankenpfleger hier zwar als Musterschüler der WHO angesehen werden müssen, allerdings hat Trinken Nebeneffekte, die sich in einer steigenden Anzahl der Operationen niederschlagen.

Um 30% ist die Anzahl der Operationen in Krankenhäusern zwischen 2005 und 2013 gestiegen. Und das ist immens. Böse Zungen sagen natürlich, dass die Steigerung darauf zurückzuführen ist, dass in Krankenhäusern operiert werden muss, was das Zeug hält, um die Behandlungsvollmacht auf die entsprechende Operation nicht von der AOK entzogen zu bekommen, aber das ist falsch, wie wir hier mit Statistiken zeigen konnten: Tatsächlich ist die Zunahme der Operationen eine Folge von Wiederholungsoperationen, die notwendig geworden sind, weil Ärzte und Krankenpfleger durch Alkohol benebelt waren.

Und so haben wir klar und deutlich gezeigt, dass Nichtrauchen fett macht, der Rückgang der Raucher die Zunahme der Adipositas zu verantworten hat, wobei deutlich wurde, dass auch der Rückgang der fetten Biertrinker die Zunahme, die durch den Rückgang der dünnen Raucher verusacht wurde, nicht auffangen kann. Und obwohl angehende Ärzte und Pfleger eine perfekte BMI-Balance zwischen viel Trinken und viel Rauchen gefunden haben, gibt es dennoch unbeabsichtigte Nebenwirkungen, die wiederum Patienten in Kliniken treffen, die dort unter das Messer der entsprechenden Ärzte geraten.

Und deshalb fordern wir:

Den BMI auf 30 erhöhen und die deutsche Bevölkerung damit entfetten.

Die herbeigerechnete Armut grassiert wieder: Von Armutsgefährdung und von Demenzgefährdung

In Baden-Württemberg und Bayern gibt es die “niedrigste Armutsgefährdung”, so hat es das Statistische Bundesamt heute verkündet. Das ist schön.

Aber was bedeutet es?

Was ist eine Armutsgefährung?

DestatisUmgangssprachlich wird man eine Gefährdung wohl als eine Situation definieren, in der man mit einer Verletzung bedroht wird, etwa durch einen betrunkenen Autofahrer und genau so ist “Gefährdung” auch im Strafgesetzbuch definiert: Wer ein Auto führt, obwohl er zu betrunken oder zu bekifft ist, ein Auto zu führen oder wer sich im Verkehr grob verkehrswidrig und rücksichtslos verhält und deshalb Leib und Leben eines anderen gefährdet, der macht sich nach §315 einer Gefährdung des Straßenverkehrs schuldig. Zur Straßenverkehrsgefährdung bedarf es somit einer konkreten Gefahrensituation und der Handlung eines Gefährders.

Nicht so bei der Armutsgefährdung, die man z.B. als Ergebnis einer Handlung ansehen könnte, bei der ein Wegelagerer einen Händler überfällt und um sein Hab und Gut bringt,oder bei der man an den Finanzminister denken kann, der Steuern in einem Umfang erhebt, die die Besteuerungsopfer an den Rand oder in die Armut schicken. Man könnte an Famliengerichte denken, die Männer mit Armut nicht nur gefährden, sondern den Tatbestand der relativen Armut für viele per Urteil zur Unterhaltszahlung verwirklichen. Aber weder Finanzbeamte noch scheidungswillige Ehefrauen, Scheidungsrichter oder Wegelagerer werden als Armutsgefährder verfolgt. Vielmehr gibt es gar keinen Straftatbestand der Armutsgefährdung und keinen Armutsgefährder, die Armutsgefährdung ist vielmehr nicht existent.

Es gibt sie nicht in der wirklichen Welt. Sie schlägt sich, anders als die Straßenverkehrsgefährdung in keiner konkreten Handlung nieder, nein, die Armutsgefährdung ist eine statistische Kennzahl, extra vom Statistischen Bundesamt herbeigerechnet, um all denen, die mit der Bekämpfung von angeblich Armut ihren eigenen Unterhalt verdienen, eine Legitimation für ihr Dasein zu verschaffen.

Armutsgefährdung basiert auf dem Nettoäquivalenzeinkommen. Das Nettoäquivalenzeinkommen ist schlicht die Summe der Haushaltseinkommen. Dazu zählen nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen (Statistisches Bundesamt, 2013: 159):

  • ArmutsgefaehrdungBundeslaenderEinkommen aus Vermietung und Verpachtung;
  • Familienleistungen (Kindergeld) und Wohnungsbeihilfen;
  • Sozialgeld, Sozialhilfe, bedarfsorientierte Grundsicherung;
  • regelmäßige Geldtransfers zwischen privaten Haushalten (Unterhaltszahlungen);
  • Zinsen, Gewinne aus Kapitalanlagen;
  • Einkünfte von Haushaltsmitgliedern unter 16 Jahren;

Zu diesen Haushaltseinkommen werden personenbezogene Einkommen addiert, also das, woran man – im Gegensatz zu den Mitarbeitern des Statistischen Bundesamts – in erster Linie gedacht hätte, wenn man an Haushaltseinkommen denkt:

  • Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit;
  • Gewinne aus selbständiger Tätigkeit;
  • Arbeitslosengeld I oder II
  • Alters- und Hinterbliebenenrente;
  • Krankengeld und Invaliditätsleistungen;
  • ausbildungsbezogene Leistungen;

Spannend, wie viele Posten aus Transferzahlungen bestehen…

Um das Nettoäquivalenzeinkommen zu berechnen, werden z.B. im Rahmen des Mikrozensus Mitglieder von Haushalten in Deutschland gebeten, für ihren Haushalt anzugeben, welche Einkommen das Haushaltseinkommen konstituieren. Da ein Haushalt aus einem, zwei, zehn, zwanzig Mitgliedern bestehen kann, ergibt sich die erste statistische Regelmäßigkeit, denn mit steigender Zahl der Haushaltsmitglieder steigt das Haushaltseinkommen. Schön zu sehen auf Seite 161 des Datenreports für das Jahr 2013, der Alleinerziehende mit 12.436 Euro im Jahr als die Gruppe ausweist, die das geringste Haushaltseinkommen zur Verfügung hat. Das ist auch kein Wunder, denn zum Haushaltseinkommen trägt maximal eine Person plus ggf. der Staat über Transferzahlungen oder ein zu Unterhaltszahlungen Verurteilter bei. Insofern ist es kein Wunder, dass das durchschnittliche Jahres-Haushaltseinkommen von Alleinerziehenden-Haushalten (12 436 Euro) unter dem Haushaltseinkommen von zwei-Erwachsenen-Haushalten (23 471 Euro) bleibt. Es wäre höchst seltsam, wäre dem nicht so.

Ausgehend von diesem Nettoäquivalenzeinkommen wird nun die so genannte Armutsgefährdung, die von niemandem direkt ausgeht, aber dennoch vorhanden zu sein scheint, berechnet, und zwar als 60% des Medians des Haushalts-Nettoäquivalenzeinkommens. Der Median ist eine statistische Größe, die eine gegebene Verteilung in zwei Hälften zu je 50% teilt. Im Jahre 2010 liegt der Median bei einem Haushaltseinkommen von 19.043 Euro, d.h. unterhalb und oberhalt von 19.043 Euro finden sich jeweils 50% der Haushalte.

Hui buhArmutsgefährdung liegt also bei  60% des Median-Nettoäquivalenzeinkommen vor. Warum? Warum nicht? Wir persönlich tendieren eher zu 57,77892%, aber 60% ist auch in Ordnung, schließlich hat das Ganze nichts mit der Realität zu tun, ist vielmehr ein Griff in die statistische Trickkiste, um einerseits eine vorhandene Verteilung, in diesem Fall die Verteilung des Nettoäquivalenzeinkommens in schicke Teile zu zerlegen und andererseits den Gutmenschen und unkritischen Journalisten etwas vorzuwerfen, auf das sie sich stürzen können. Erstere um vermeintlich Gutes zu tun, Letztere um einen Skandal oder eine bestürzende Ungerechtigkeit anprangern zu können.

Dazu bedarf es jedoch einer griffigen Zahl. Und deshalb liefert das Statistische Bundesamt den Anteil derjenigen, die insgesamt und in Subgruppen unterhalt oder genau auf dem 60%-Schnittpunkt des Median-Äquivalenzeinkommens der Haushalte liegen, der als Armutsgefährdung definiert wurden (wie gesagt, wir sind für 57,77892%, aber das ist natürlich nicht so griffig wie 60%).

Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass alle Haushalte mit demselben Gewicht in die Berechnung des Nettoäquivalenzeinkommens eingehen. Egal, ob die Haushalte aus zwei Erwerbstätigen, einem Rentner mit Enkel, einer nicht arbeitenden Mama mit vier Kindern den entsprechenden Transfereinkommen und Hartz IV, aus einem Studenten oder einer Kommune mit sieben Mitgliedern besteht, die Einkommen werden zusammengeworfen, als ein Haushalt gezählt, durchgeschüttelt und dann wird verkündet:

  • In Bremen gibt es 23,1% Haushalte, die armutsgefährdet sind. Kein Wunder, wenn man die Bremer mit ihrer hinterher hinkenden Infrastruktur mit den reichen Hamburgern in einen Topf wirft.
  • Alleinlebende Männer sind zu 30,7% von Armut gefährdet, ein Fakt, der eher nicht so problematisiert wird und ebenso nicht verwunderlich ist, wenn man die Einkommen von Haushalten, in denen nur einer verdient, mit denen Einkommen von Haushalten, in denen zwei verdienen und der Staat die drei vorhandenen Kinder subventioniert, zusammenwirft.
  • 18 bis 24jährige sind zu 18,9% von Armut gefährdet. Angesichts des hohen Anteils von Studenten in dieser Altersgruppe, die im eigenen Haushalt leben, ebenfalls kein Wunder. Ebensowenig ist es ein Wunder, dass unter 18jährige, die im eigenen Haushalt leben, nicht das durchschnittliche Einkommen eines Pensionärshaushalts, mit dem sie verglichen werden, erreichen.

Kurz: Armutsgefährdung ist ein statistisches Spielzeug, das über die Realität überhaupt nichts aussagt, bestenfalls sagt es aus, dass der Intellekt derer, die ständig Armutsgefährdung im Mund führen, in hohem Maße durch Demenz gefährdet ist, ebenso wie die Lauterkeit der Statistiker, die die Armutsgefährdung regelmäßig berechnen in ständiger Gefahr steht, vollständig zu verschwinden.

Remote-Hysteria: Muss man Deutschen die Nachrichten verbieten?

In kaum einem anderen Land nahm und nimmt die Berichterstattung über Fukushima, den Tsunami und den nachfolgenden Meltdown des Atomreaktors einen solchen Stellenwert ein, wie in Deutschland. Atomkraft war und ist der Gegenstand, an dem man seine Gutmenschen-Eigenschaften am besten unter Beweis stellen kann, und selbst die im Europäischen Vergleich fast höchsten Stromkosten schrecken deutsche Gutmenschen nicht davon ab, die Konsequenzen dafür, den sehr unwahrscheinlichen Supergau für Deutschland vermeinden zu wollen, sich und anderen zu verordnen (So sind bislang weder im erdbebengefährdeten Bodensee noch im Steinhuder Meer Tsunamis berichtet worden und auch Erdbeben kommen eher selten vor).

fukushimaDies hat nichts daran geändert, dass deutsche Medien in einer Art und Weise, die man nur als hysterisch bezeichnen kann, auf die Ereignisse im mehr als 5000 Kilometer entfernten Japan reagiert haben. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, das Fehlen von Massengräbern, die geringe Zahl der Strahlentoten und die geringe Ähnlichkeit mit Hiroshima und Nagasaki sei von den öffentlich-rechtlichen Medienmachern mehr als bedauert worden. Aber: perish the thought. Natürlich sind die Gegner der Atomkraft in Deutschland nur besorgt, besorgt um sich, die Umwelt, die nachwachsende Generation, die Kindeskinder und die Kinder der Kindeskinder. Nur um ihre eigene Stromrechnung und die Stromrechnung von z.B. Alleinerziehenden mit Kind, denen doch ein Armutsrisiko angedichtet wird, ist scheinbar gerade niemand besorgt. Das ist eine andere Baustelle.

In die Reihe der Fern-Hysterie, die medial aus Japan nach Deutschland und zur besten Sendezeit transportiert wurde, passt ein Beitrag von Jan Goebel. Christian Krekel, Tim Tiefenbach und Nicolas R. Ziebarth in der SOEPpapers Reihe des DIW, die immer mehr zu einer Veranstaltung wird, die einem abwechselnd Mitleid und Lach-Tränen verschafft.

SOEP599Goebel und seine Mitbesorgten haben, wie alle vor Ihnen in der SOEPpapers Reihe, die Daten des SOEPs benutzt, dieses Mal um Dinge, die ihnen plausibel vorkommen, zu untersuchen. Untersuchen ist eigentlich zuviel gesagt, denn der Beitrag besteht aus einer Einleitung, in der die Katastrophe von Fukushima und die hysterischen Reaktionen der Deutschen Bundesregierung sowie deutscher Medien berichtet werden. Es folgt Kapitel 2, in dem alles noch einmal und bis zur ersten Stelle hinter dem Komma der Richterskala berichtet wird, vor allem die “Reaktionen der Politiker”. Es folgt ein drittes Kapitel, das die missbrauchten Daten zusammenstellt und ein viertes Kapitel, das vornehmlich mit der Regressionsgleichung des “LInear Probability Models” bestritten wird.

Stammleser werden schon kennen, was jetzt kommt: Es gibt kein theoretisches Kapitel, kein Kapitel, das dem Leser nachvollziehbar macht, warum man das mentale Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit mit der Frage, ob man sehr besorgt über den Klimawandel ist oder ob man sehr besorgt um den Schutz der Umwelt ist, in Verbindung bringen sollte. Man muss schon in den Köpfen der Autoren zuhause sein, um hier einen Zusammenhang zwischen dem Reaktorunfall in Fukushima und der mentalen Gesundheit Deutscher zu sehen. Und vor allem muss man in ihrem Kopf sein, um erklären zu können, wie man auf die Idee kommt, das eine habe mit dem anderen etwas zu tun, sei so überragend, dass das Alltägliche in Deutschland, die normalen Lebenszusammenhänge einfach ins Abseits geschoben werden. Nicht mehr Beziehungsprobleme, Arbeitslosigkeit, Kaffeemangel, Rauschgiftentzug oder Geschlechtsteilfixierung wirkt sich negativ auf die mentale Gesundheit aus, nein, die mentale Gesundheit wird gestört, weil in Japan ein Reaktor strahlt. 

Mit anderen Worten: Die Autoren sehen Deutsche als einen Haufen hysterischer Spinner, deren mentale Gesundheit unter Ereignissen leidet, deren Auswirkungen sie in keiner Weise zu spüren bekommen. Deutschland eine einzige große Irrenanstalt, Millionen im freien Vollzug sich befindende Neurotiker, nein Psychopaten? Nun, das ist eine starke Annahme, die die Autoren da implizit machen, und vielleicht ist diese Annahme der Grund, dass sie sich nicht trauen, ein Theoriekapitel in ihren Text einzubauen.

Atomkraft ja bitteEs kommt übrigens heraus, bei der Hysterie-Forschung, dass nach Fukushima Befragte, von denen die Autoren auch nicht zu wissen scheinen, wann genau nach Fukushima sie befragt wurden, einen Tag, eine Woche, einen Monat, sechs Monate, who cares, ist doch auch egal, sie wurden danach befragt und Hysterie hält vor, jedenfalls scheinen die Autoren dies zu denken – Das Bild, das Goebel et al. von Deutschen haben, wird von Seite zu Seite ihrer Arbeit trüber und vernichtender. Ach ja, die irgendwann vor Fukushima Befragten, sind etwas weniger über die Umwelt besorgt als die irgendwann nach Fukushima Befragten, und dieser Unterschied kann natürlich nur vom Reaktorunglück herrühren, der Unterschied von 5%Punkten. Ja. Und Frauen sind hysterischer als Männer, also mehr über die Umwelt besorgt, als Folge von Fukushima, wie die Autoren behaupten und darüber hinaus ergibt sich ein Unterschied im Hinblick auf “Traurigkeit”, der Anteil derer, die nach Fukushima traurig sind, ist höher als der Anteil derer, die vor Fukushima traurig waren und natürlich kann dieser Unterschied keine andere Ursache haben als Fukushima, denn es ist ja jedem aus seinem täglichen Leben bekannt, dass er besonders traurig ist, wenn er an einen Atomreaktor denkt und dass dies viel mehr Effekt hat als z.B. der Tod eines Menschen, dem man nahe war. Again: perish the though, in Deutschland herrscht Hysterie, wenn man den Autoren glauben kann und Fukushima überschattet alles, selbst den Tod des Partners.

Und dann kommt das letzte Kapitel des Werkes, das mich auch ganz ohne die “Discussion” zwischen lautem Lachen und massivem Ärger hat schwanken lassen. Und dann kommt das:

Atomkraft nein dankeWe find particularly strong effects on citizens’ concerns about the environment, but also on affective well‐being measures such as sadness. Mental health is a multidimensional concept that is complex to measure. Strong concerns or worries are integral part of overall mental health. When we correlate our “very concerned about environmental protection” measure with the mental health SF12 summary scale (RAND, 1995), which was surveyed in the SOEP in 2010, we find that people who are very concerned about the environment have a highly significantly 1.8 ppt lower mental health status. Thus it is reasonable to assume that people who are permanently very concerned about the environment lose 1% of a Quality Adjusted Life Year (QALY). This assumption allows us to carry out the following rough back‐of‐the envelope calculation: Fukushima increased the share of “very concerned” Germans by 6ppt. This equals about 4 million German citizens. It took roughly 3 months for the German parliament to implement measures that ameliorated environmental concerns. Thus one would obtain a monetized mental health loss of 0.01*4/4=100,000 QALYs. The health economics literature values one QALY with roughly 100,000€. Thus, this would yield a total monetized Fukushima‐related mental health loss of €1bn or €250 per affected citizen, which equals about €20 per week and affected citizen.

Jetzt ist Zeit für einen Superlativ: Ich habe noch selten einen größeren Unsinn gelesen und will diesen hier nur mit zwei Fragen abschließen, warum sollte man die Sorge um die Umwelt 2011 mit einem summativen Maß mentaler Gesundheit korrelieren? Warum korreliert man nicht die methodologischen Kenntnisse der Autoren, und zwar vor der Durchführung ihrer Hysterie-Forschung mit ihrer “Sorge um die Umwelt” und kontrastiert das Ergebnis dann mit der Traurigkeit (sadness) all derer, die methodologische Kenntnisse besitzen, und zwar nach dem Lesen dieses Beitrags von Goebel, Krekel, Tiefenbach und Ziebarth.

 

Goebel, Jan, Krekel, Christian, Tiefenbach, Tim & ZIebarth, Nicolas R. (2013). Natural Disaster, Policy Action, and Mental Well-Being: The Case of Fukushima. Berlin: DIW, SOEPpapers #599.

Tagesschau und Techniker Krankenkasse führen Leser an der Nase herum: ScienceFiles Mitarbeiter sind gestresst

Monday morning. Als wäre das nicht an sich schon schlimm genug, nein, man wird am Frühstückstisch schon mit Meldungen aus der monotonen Welt der Unsinns-Studien überfallen. Gut, nun kann man mit Recht sagen, warum hört ihr auch Classic FM zum Frühstück, aber angesichts des strahlenden Sonnenscheins in Wales hat man halt positive Gedanken, selbst Classic FM gegenüber. Und so hat es uns getroffen:

A study by [irgend so ein busy-body] has shown that women are more stressed than men. Main reasons for stress in women are houshold chores, kids and family”

appliances2Belauschen wir die ScienceFiles Mitarbeiter, die während der Meldung den Kopf in die Hand sinken lassen, bei Ihrem nachfolgenden Austausch: “Warum bekommen die Kinder, wenn sie nicht damit umgehen können?” “Schon seltsam: Je mehr Hausgeräte die Arbeit im Haushalt erledigen, desto gestresster sind Frauen…”.

Nachdem die ad-hoc Verarbeitung zur Wiederherstellung geistiger Reinheit beendet ist, kommt eine Erinnerung. Die aktuelle Meldung, die von Classic FM, basiert auf einer “Studie” im Vereingten Königreich. Aber war da nicht eine andere Studie, über die gerade in Deutschland berichtet wurde? Quasi der deutsche Beitrag zum Euro-Stress-Contest?

In der Tat: Tagesschau Online, 30. Oktober 2013:

“Mit 63 Prozent fühlen sich weit mehr Frauen oft gestresst als Männer (52 Prozent). ‘Besonders gestresst ist die sogenannte Sandwich-Generation’, sagte Baas. 80 Prozent dieser Menschen zwischen 36 und 45 Jahren fühlten sich unter Druck. Häufig weil sie sich gleichzeitig um Beruf, Kinder und eigene Eltern kümmern müssen.

Baas, das ist Jens Baas, der Vorsitzende des Vorstands der Techniker Krankenkasse, die sich berufen gefühlt hat, Mitgliederbeiträge für das Erstellen einer nutzlosen Stressstudie aus dem Fenster zu werfen, nutzlos, weil:

Gefragt wurde in der Studie der Techniker Krankenkasse offensichtlich (offensichtlich, weil das, was die Studie zu einer zumindest ansatzweise seriösen Studie machen würde, nämlich der Abdruck des Fragebogens, fehlt): Wie oft fühlen Sie sich gestresst: Häufig, manchmal, selten oder nie? Ja, wie oft fühle ich mich gestressed, und was ist eigentlich Stress, wo fängt er an, wo hört er auf, ist er immer negativ oder auch positiv?

tklogoEgal, das interessiert uns alles nicht, wir fragen die Leutchen, und die werden schon wissen, was Stress ist und wie gestresst sie sind. Und in der Tat 20% der Befragten geben an, häufig gestresst zu sein, 37% sagen manchmal, 29% selten, 13% nie und 1% weiß es nicht. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen manchmal gestresst und selten gestresst? Aber lassen wir das. Immerhin sind 20% gestresst. Doch halt, die ARD meldet:

Fast sechs von zehn Menschen in Deutschland empfinden ihr Leben als stressig.

unter Berufung auf die die Studie. Und siehe da, aus 20% “häufig” und 37% “manchmal” Gestressten sind schwuppdiwupp 57% Gestresste geworden. So einfach ist das. Und wenn man die Befragten, die manchmal gestresst sind, mit denen, die häufig gestresst sind, zusammengeworfen hat, dann kann man richtig schön kreuztabulieren.

Warum die selten Gestressten nicht auch den Gestressten zugeschlagen wurden, ist nicht nachvollziehbar, aber warum soll es auch nachvollziehbar sein? Es geht darum, eine Stressmeldung zu fabrizieren und das treudoofe Volk der Medienschaffenden zu manipulieren, jene Medienschaffende, die alles, was man ihnen im Brustton des Gutmenschen unterbreitet, einfach weitertragen, in der Hoffnung, dass die Leser genau so unkritisch und genauso dumm sind, wie sie selbst.

Am schönsten ist das Kreuzabulieren mit Geschlecht und Alter. Naja, Alter ist nicht so schön wie Geschlecht, es gibt keine Förderung vom BMBF für Alter, keine Quote für Alter, aber es gibt schöne Balkendiagramme, wenn man mit Alter kreuztabuliert, also nicht mit Alter, sondern mit Alterskategorien:

Techniker Krankenkassen UNsinn

Und schon haben wir, was oben zitiert wurde und wir haben eine Lüge von Jens Baas oder Tagesschau Online enttarnt, denn im Text steht: “Mit 63 Prozent fühlen sich weit mehr Frauen oft gestresst als Männer.” Wie gerade gezeigt wurde, fühlen sich nicht 63% der Frauen “oft” gestresst, sondern ein Teil der 63% Frauen fühlt sich häufig gestresst und ein größerer Teil fühlt sich “manchmal” gestresst. Aber wie gesagt, es geht darum, de Mitleidstour zu fahren und Leser an der Nase herumzuführen, und da kann man es mit der Frage, was eigentlich gemessen wurde, nicht so genau nehmen.

Und weil wir gerade beim freien Fabulieren sind, noch ein echter Baas:

“80 Prozent dieser Menschen zwischen 36 und 45 Jahren fühlten sich unter Druck”.

Tatsächlich zeigt die Abbildung oben, auf die sich Baas bezieht, dass 80% der Befragten sich nicht unter Druck fühlen, sondern dass manche von Ihnen angeben, “häufig” und ein paar mehr angeben “manchmal”  gestresst zu sein (und mal ehrlich, wer ist das nicht? – Übrigens wurden1000 deutschsprachige Personen für die Studie von Forsa am Telefon vernommen. Hat eigentlich schon einmal jemand den EInfluss der Befragungsart auf die Angaben zum Stress untersucht? Es kann schon stressen, wenn man mit einem Befrager konfrontiert ist, der am anderen Ende seine Fragen herunternuschelt und eine Frage an die nächste reiht…).

muenchhausenDie Manipulationsreihe, die man auch als Lügengeschichte bezeichnen kann, beginnt als mit 20% “häufig” und “37% “manchmal” Gestressten, also Personen, die ihr Stressgefühl entsprechend einschätzen. Aus diesen 20% und 37% unterschiedlichen Angaben, werden eben einmal rund 60% Gestresste, und aus diesen rund 60% Gestressten werden in der Sandwichgeneration 80%, die sich unter Druck fühlen. Angesichts dieser groben Form der Täuschung, sollte man den Verantwortlichen der Techniker Krankenkasse die zweckentfremdeten Mitgliederbeiträge vom Gehalt abziehen und ansonsten ein Verbot aussprechen: Wer als Angehöriger einer Krankenkasse Mitgliederbeiträge veruntreut, indem er sie in Studien investiert, wird mit Feldforschung bei Forsa nicht unter 10 Jahren bestraft.

Und die Tagesschau, was machen wir mit dieser öffentlich-rechtlichen Anstalt der offensichtlich Unkritischen, um nicht zu sagen Doofen? Keine Ahnung, am Versuch, kritischen Geist in eine biologische Entität einzuhauchen, ist bereits Frankenstein gescheitert, und wir bei ScienceFiles wissen hier auch keine Lösung, und außerdem sind wir ob des montäglichen Unsinns viel zu negativ gestresst (es gibt übrigens auch positiven Stress, aber wir wollen Baas und Nachredner nicht überfordern), um uns auch noch diese Aufgabe aufzuhalsen.

Vielleicht wäre bei der Tagesschau etwas gewonnen, wenn man den dort beschäftigten, offensichtlich überforderten Redakteuren, eine unbezahlte und völlig stressfreie Auszeit von, sagen wir 5 Jahren in einer Anstalt ihrer Wahl nahelegte. Ob es hilft, keine Ahnung, aber es entlastet die Leser von Tagesschau.de, und wenn diese Maßnahme noch mit dem Verbot einhergeht, Frauenbemutterbeiträge oder Hartes-Frauen-Los-Beklage-Beiträge zu verbreiten, dann zeigt sich vielleicht der Silberstreif am Horizont.

P.S.

Die Sandwichgeneration, derer sich Baas so kenntnislos bedient, wird gemeinhin damit definiert, dass mindestens ein Elternteil über 65 Jahre vorhanden ist, für das gesorgt werden muss und gleichzeitig Kinder unter bzw. über 18 Jahren im Haushalt leben, für die finanziell aufzukommen ist. Geprägt wurde der Begriff von Dorothy Miller im Jahr 1981, und zwar in einer rigideren Version: “[A]nyone around the age of 52 who has ageing parents who require help and who at the same time has at least one adult child who has returned to live at home. This definition has been broadened in recent years to include younger children who have not yet left home” (Kingsmill & Schlesinger, 1998, ix).

Wer zur Sandwich Generation gehört, kann entsprechend nicht einfach, wie Baas dies tut, mit Blick auf das Alter festgelegt werden, vielmehr muss empirisch geprüft werden, ob die beiden genannten Kriterien, mindestens ein zu pflegendes Elternteil und ein oder mehrere abhängige Kinder, überhaupt zutreffen. Es ist vor diesem Hintergrund mehr als ärgerlich, dass Personen wie Herr Baas, sich eines Begriffes bedienen, dessen Sinn sie nicht ansatzweise kennen.

Eine aktuelle Untersuchung aus den USA zeigt (Taylor et al, 2013), dass gerade einmal 15% der Erwachsenen zwischen 40 und 59 Jahren zur Sandwich Generation, wie sie oben definiert wurde, gehören . Von diesen 15% geben widerum nur 31% an, dass sie durch beide Aufgaben, die Pflege eines Elternteils und die Unterstützung ihrer Kinder, gestresst sind, mehr noch:

Presumably life in the sandwich generation could be a bit stressful. Having an ageing parent, while still raising or supporting one’s own children presents certain challenges not faced by other adults – caregiving and financial and emotional support to name just a few. However, the survey suggests that adults in the sandwich generation are just as happy with their lives overall as are other adults” (Taylor et al., 2013, S.3).

Es sei Herrn Baas vor diesem Hintergrund empfohlen entweder nur noch Begriffe zu benutzen, deren Sinn ihm auch bekannt ist oder die Phantasien, die er offensichtlich ausleben will, nicht mit Beiträgen der Mitglieder der Techniker Krankenkasse zu finanzieren.

Kingsmill, Suzanne & Schlesinger, Benjamin (1998). The Family Squeeze. Surviving the Sandwich Generation. Toronto: University of Toronto Press.

Miller, Dorothy A. (1981). The “Sandwich” Generation: Adult Children of the Ageing. Social Work 26(5): 419-423.

Taylor, Paul, Parker, Kim, Patten, Elleen & Motel, Seth (2013). The Sandwich Generation. Rising Financial Burdens for Middle-Aged Americans. Washington: PEW-Research Center.

Haben Mütter keinen Effekt auf ihre Kinder?

jomfJugen leiden darunter, wenn ihre Väter sehr lange arbeiten, so ist eine Pressemeldung betitelt, die uns gestern auf den Tisch gekommen ist und die sich auf eine Untersuchung bezieht, die fünf australische Forscher durchgeführt haben. Untersucht haben sie – wie der Titel der Pressemeldung nahelegt – den Einfluss der Arbeitszeit auf Verhaltensprobleme von Kindern, und sie haben ihre Untersuchung unter dem Titel “Mothers’ and Fathers’ Work Hours, Child Gender and Behavior in Middle Childhood” in der Februarausgabe des Journal of Marriage and Family veröffentlicht.

Bereits dem Titel kann man entnehmen, dass die Untersuchung in den Kontext der heile Welt bzw. in diesem Fall: heile Familie-Forschung gehört. Die heile Familie-Forschung nimmt im vorliegenden Fall Bezug auf Bronfenbrenners Ansicht, dass das Funktionieren einer Familie und die Interaktion unter den Familienmitgliedern eine zentrale Rolle spielen, wenn es darum geht, in keiner Weise (weder positiv noch negativ) auffällige Kinder zu produzieren, also Kinder, die mit all den Eigenschaften ausgezeichnet sind, die die gesellschaftliche Normalität positiv bewertet.

Angesichts dieser Annahmen ist es kein Wunder, wenn die fünf Forscher im vorliegenden Fall, Verhaltensprobleme zu ihrer abhängigen Variable machen, zu dem, was sie erklären wollen. Wie immer bei quantitativen Untersuchungen muss man Verhaltensprobleme bzw. das, was Bronfenbrenner zusammengestellt hat, operationalisieren, denn letztlich ist die Behauptung, keine positiven oder negativen Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern seien das Ergebnis funktionierender Familien und einer bestimmten Interaktion der Familienmitglieder nichts anderes als ein Wortspiel, wie sich spätestens zeigt, wenn man sich fragt, was man nun machen soll, um eine funktionierende Familie herzustellen bzw. was überhaupt eine funktionierende Familie ist.

Im vorliegenden Fall geht es um Verhaltensprobleme bei Kindern, die vorhanden sind, wenn die Familie nicht funktioniert und die nicht vorhanden sind, wenn die Familie funktioniert. Es handelt sich somit um eine normative Operationalisierung, bei der die Forscher ihre Vorstellung davon, was ideal oder normal ist, an die Familien herantragen. Nicht normal ist demnach, wenn Eltern angeben, dass z.B. das Folgende auf ihre Kinder zutrifft:

  1. … kann sich nicht konzentrieren;
  2. … träumt oft in den Tag hinein;
  3. … zerstörte Gegenstände, die ihm oder anderen gehören;
  4. … kaut Fingernägel;
  5. … denkt, er/sie müsse perfekt sein;
  6. … ist lieber alleine als mit anderen zusammen;
  7. … Ißt zu viel;
  8. … hat Alpträume;
  9. … läuft von zuhause weg;
  10. … schwänzt die Schule;
  11. … hat Schlafprobleme;
  12. … ist vorsichtig;
  13. … ist zurückhaltend oder scheu;
  14. … zieht es vor, mit älteren Kindern zusammen zu sein;
  15. … ist impulsiv oder handelt, ohne zu denken;
  16. … ist zuhause unfolgsam;
  17. … ist dickköpfig, missmutig oder irritierbar;
  18. … hat Angst vor der Schule;
  19. … ist ungewöhnlich laut;
  20. … raucht;

CBCLDie Liste der kindlichen Fehlverhaltensweisen umfasst insgesamt 113 Items. Die 20 genannten Items vermitteln, wie ich glaube, einen sehr guten Eindruck von der “Normalität”, die den messenden Wissenschaftlern als Normalität funktionaler Familien vorschwebt. Es sind Skalen, wie die Child Behaviour Checklist, der die 20 Items entstammen und die von den Autoren benutzt wurde, die dazu geführt haben, dass ich langsam aber sicher zu dem Schluss gekommen bin, dass Itemskalen zur Messung von was auch immer ungeeignet sind. Irgendwie lässt sich aus 113 Einzelitems immer ein Index konstruieren, mit dem man dann hausieren gehen kann ohne dass man genau weiß, was man nun eigentlich gemessen hat.

Wie ist das z.B. bei Item 17, das drei Stimuli enthält? Was weiß man nun? Dass Eltern, die dieses Item bejahen, ein missmutiges oder ein dickköpfiges oder ein irritierbares oder ein Kind, das missmutig und dickköpfig oder missmutig und irritierbar oder dickköpfig und irritierbar oder alles zusammen ist, haben?. Sieben mögliche Aussagen verbergen sich hinter einem Item und nur wirklich rabiate Forscher ignorieren diese Ambivalenzen.

Unsere fünf australischen Forscher gehören zu dieser Art von Forschern, die lediglich an der Skalenreliabilität interessiert sind und die 113 Items der Child Behaviour Checklist einmal als Ganzes in einen Index der Verhaltensprobleme überführen und einmal in zwei Teilindices der internalisierten und der externalisierten Verhaltensprobleme.

Das statistisch Schöne, an diesem Index ist, dass er metrisch ist und sich entsprechend als abhängige Variable für linerare Regressionen, im vorliegenden Fall für gemischte lineare Regressionsmodelle, die es erlauben, Effekte für ordinale oder kategoriale unabhängige Variablen zu schätzen, eignet. Die wichtigsten kategorialen Variablen im Modell der fünf Australier sind: die Arbeitszeit von Vätern und die Arbeitszeit von Müttern. Beide Variablen sind ordinal beginnen bei Vätern mit (1) “arbeitslos” und reichen über (2) 1 bis 34 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit, (3) 35-44 Stunden, (4) 45-54 Stunden bis zu (5) mehr als 55 Stunden wöchentliche Arbeitszeit. Für Mütter reichen drei Kategorien, nämlich: (1) arbeitslos, (2) 1-34 Stunden wöchentliche Arbeitszeit und (3) mehr als 35 Stunden wöchentliche Arbeitszeit.

Betrachtet man nur die drei Variablen “Verhaltensprobleme von Kindern” und Arbeitszeit der Väter bzw. der Mütter, dann zeigt sich, dass Kinder von Vätern, die zwischen 1 und 34 Stunden bzw. 45 und 54 Stunden in der Woche arbeiten im Vergleich zu Kindern von Vätern, die mehr als 55 Stunden in der Woche arbeiten, höhere Werte auf der Skala der Verhaltensprobleme erzielen. Wird das Geschlecht der Kinder berücksichtigt, dann findet sich der entsprechende Effekt ausschließlich für Jungen. Damit wäre gezeigt, wie die oben zitierte Überschrift der Pressemitteilung zustande gekommen ist.

linear mixed effectAber was bedeutet das Ergebnis? Einmal davon abgesehen, dass unklar ist, was, welche Art von Verhaltensproblemen, wenn überhaupt, mit der Child Behaviour Checklist gemessen werden, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, warum der Schnittpunkt bei 54 Wochenstunden Arbeitszeit verlaufen soll. Wie begründet man es theoretisch, dass die Söhne von Vätern, die zwischen 1 und 34 Stunden arbeiten, Vätern die zwischen 45 und 54 Stunden in der Woche arbeiten, nicht aber die Söhne von Vätern, die zwischen 35 und 44 Stunden in der Woche arbeiten im Vergleich zu Söhnen von Vätern, die mehr als 55 Wochenstunden arbeiten, höhere Wert auf der Child Behaviour Checklist erzielen? Das dürfte sehr schwer sein, um nicht zu sagen unmöglich. Und entsprechend zeigt sich an dieser Stelle, dass die vorliegenden Ergebnisse nichts anderes sind, als die Übertragung der Wortspiele, die Bronfenbrenner anstellt, auf die Ebene operationalisierter Konzepte. Und dass es operationalisiert Wortspiele sind, zeigt sich deutlich daran, dass die Autoren ein Ergebnis, das einem wirklich ins Auge springt, mit keiner Silbe erwähnen oder auch nur zu erklären versuchen:

Egal, ob Mütter arbeiten und wenn ja, egal, wie lange sie arbeiten, es hat keinerlei Effekt auf den Wert, den ihre Kinder auf der Child Behaviour Checklist erzielen oder, in der Welt der Autoren: Mothers’ Working Hours do not Affect Child Behaviour. Dies ist nur eine andere Art zu sagen, dass die Erziehung durch Mütter keinerlei Effekt auf das Verhalten von Kindern hat und das wäre, lebte man in der Welt der Autoren und würde man denken, sie haben etwas Originäres und Reales gemessen, das Ergebnis, das einem zu denken geben müsste.

Bleibt nur noch nachzutragen, dass die Autoren keinerlei Maße angeben, denen man die Güte und Signifikanz ihrer linearen Modelle entnehmen kann. Das Fehlen dieser Angaben ist ein eklatanter Bruch mit wissenschaftlicher Normalität und führt dazu, dass man selbst dann, wenn man die Ergebnisse für bare Münze nehmen würde, feststellen müsste, dass sie nutzlos sind.

Johnson, Sarah, Li, Jianghong, Kendall, Gareth, Strazdins, Lyndall & Jacoby, Peter (2013). Mothers’ and Fathers’ Work Hours, Child Gender, and Behavior in Middle Childhood. Journal of Marriage and Family 75(2): 56-74.

Warum Politiker den Klimawandel fürchten und Revolutionäre auf ihn hoffen

Eine Untersuchung von Solomon M. Hsiang, Marshall Burke und Edward Miguel, die uns heute auf den Tisch gekommen ist, bringt einiges Licht in die Frage, warum Politiker einen Klimawandel fürchten, wie der Teufel das Weihwasser. Dabei ist es zunächst notwendig, Klimawandel zu spezifizieren, denn was Politiker fürchten, ist eine Erhöhung der Temperaturen. Eine nahende kleine Eiszeit würde wohl keinen Politiker hinter’m Ofen hervorlocken.

Was also ist das Problem mit höheren Temperaturen?

Bereits die erste Zeile des Beitrags von Hsiang, Burke und Miguel führt hier weiter:

Human behavior is complex, and despite the existence of institutions designed to promote peace, interactions between individuals and groups sometimes lead to conflict. When such conflict becomes violent, it can have dramatic consequences on human wellbeing” (1)

Temp10000yearsVermutlich liegt das Versagen der “friedensstiftenden Institutionen”, die die Autoren hier ansprechen, daran, dass sie von denselben Individuen bevölkert werden, deren Konflikte zuweilen “dramatische Konsequenzen” haben. Dies wiederum wirft die Frage auf, warum diese “dramatischen Konsequenzen” dadurch verursacht werden, dass Indivdiuen gewalttätig werden und Konflikte zuweilen im Krieg enden?

Auf diese Frage, die große Teile der Menschheit und die versammelte Zunft der Sozialwissenschaften seit Jahrhunderten beschäftigt, haben die Autoren eine klare Antwort: Es ist alles, wegen dem Klima. Ändert sich das Klima, wird es wärmer, dann werden Menschen gewalttätiger.

Dieses Ergebnis ist den Autoren nicht im Traum eingefallen. Es ist keine Intuition, sondern Resultat einer Meta-Analyse, in deren Verlauf sie 60 Primärforschungen untersucht haben, die von mehr als 190 Wissenschaftlern durchgeführt und in 27 wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht wurden, und in denen allesamt untersucht wurde, wie sich das Klima auf die Gewalttätigkeit auswirkt. Die Studien reichen von 10.000 vor Christus bis in die Gegenwart: Mit 60 Studien durch das Klima der Menschheitsgeschichte, so könnte man formulieren.

Dabei sind die Ergebnisse, die die Autoren im Einzelnen bei anderen nachlesen, gar nicht so eindeutig, wie es scheint, denn viel Regen hat in “armen” Gesellschaften Gewalt zur Folge, und hohe Temperaturen auch (4). Feuchtigkeit und Hitze scheinen Wechsel zu wirken. Soviel zum Rat, sein Mütchen zu kühlen…

Temp1000yearsDie Meta-Analyse von Hsiang, Burke und Miguel überspannt nicht nur einen erheblichen Zeitraum, auch die Definition dessen, was als gewalttätig angesehen wird, ist etwas breit. Sie reicht vom Hupen, wenn es verboten ist, über Gewalt unter Sportlern und im Polizei-Training bis zu Mord, Putsch und Krieg. Manchen mag diese Definition zu breit sein, aber wenn man sicher gehen will, dass es keinen goldenen Rochen mit Platinstachel gibt, dann muss man eben das Meer trockenlegen.

Es ist im Ergebnisteil dieser doch sehr breiten Arbeit, dass den Leser die folgende Einsicht erwartet:

“Under sufficiently high levels of climatological stress, pre-existing social institutions may strain beyond recovery and lead to major changes in governing institutions (…), a process that involves the forcible removal of rulers. (…) Finally, in extreme cases, entire communities, civilizations and empires collapse following large changes in conditions” (4).

Da sich in der Literaturliste der Autoren kein Verweis auf Platon findet, gehe ich davon aus, dass hier nicht der Untergang von Atlantis beschrieben ist. Vielmehr ist die Ursache der Angst von Politikern vor der Erderwärmung berichtet: Wenn es wärmer wird, steigt die Gefahr, dass es den Beherrschten oder den Bürgern reicht und sie ihre Politiker mehr oder weniger gewaltvoll in die Wüste schicken. Wer also eine Revolution abzuhalten gedenkt, sollte die Wettervorhersage im Auge behalten.

Manchen Lesern solcher Ergebnisse, wie sie Hsiang, Burke und Miguel präsentieren, kommt sofort die Frage in den Kopf: Wie können die Autoren eine Kausalität des Klimas auf das Verhalten von Idi Amin behaupten oder: war der britische Rosenkrieg das Ergebnis einer Zwischenerwärmung der Insel, die Temperaturen in den Bereich von 20 Grad hat explodieren lassen? Führen fünf Grad globale Erderwärmung in Island zu genau dem selben Anstieg an Gewalttätigkeit wie in Indonesien oder in Bergisch Gladbach? Fragen über Fragen. Und die Antwort?

“Existing research has successfully established a causal relationship between climate and conflict …” (7)

CausalitzWas die Autoren hier behaupten, ist so etwas, wie der heilige Gral der sozialwissenschaftlichen Forschung: Eine Kausalität. Mit einer Standardabweichung mehr Temperatur (wo auch immer) steigt das Risiko auf einen Krieg um 14% an, so die Autoren. Also keine Kausalität, sondern eine statistische Kausalität, und mit statistischen Kausalitäten ergibt sich ein Problem, das man mit dem Wort “warum” beschreiben kann. Statistische Kausalitäten sind nämlich so lange den Monitor nicht wert, auf dem sie ausgegeben werden, so lange es keine Theorie gibt, die die Kausalität zu erklären vermag.

Und damit komme ich zu dem, was Politiker, wären sie in der Lage, statistische Analysen zu lesen, beruhigen könnte: Die Autoren haben keine Theorie, keine Spur von Ahnung, warum das Klima Gewalttätigkeit und Krieg kausal bedingen sollte:

“Although the physiological mechanism linking temperature to aggression remains unknown, the causal association appears robust across a variety of contexts” (4)

Wir wissen zwar nicht warum A und B zusammenhängt, wir wissen eigentlich gar nichts, über A und B außer, dass sie kausal zusammenhängen – die Kausalität des Unbekannten, wie man sagen könnte. Die zitierte Aussage der Autoren hätte vermutlich David Hume einen Lachkrampf veursacht. Hume, hat sich nämlich Jahrzehnte lang gemüht herauszufinden, was eine zufällige zeitliche Assoziation zweier Objekte von einer kausalen zeitlichen Assoziation zweier Objekte unterscheidet. Bekanntlich ist Hume zu dem Schluss gekommen, dass eine Unterscheidung nicht möglich ist, es Menschen daher versagt ist, kausale Zusammenhänge zu finden.

The Revolution was postponed

Revolution postponed – click for new schedule

Diese Humesche Vernichtung der empirischen Wissenschaft hat Karl Raimund Popper dadurch rückgängig machen können, dass er die Bedeutung einer Theorie zur Erklärung von beobachteten Zusammenhängen betont und in einer Methodologie niedergelegt hat. Diese Lösung des Kausalitätsproblem haben Hsiang, Burke und Miguel eben einmal vergessen. Im Zeitalter der statistischen Modelle scheint jeder Korrelationskoeffizient den Stellenwert einer Kausalität anzunehmen, was einem auf die Frage bringen könnte, ob das Gerede über den Klimawandel nicht in einem kausalen Zusammenhang mit dem Verfall wissenschaftlicher Methoden steht.

Wie dem auch sei, Politiker können vorerst aufatmen und Revolutionäre müssen vielleicht doch aufhören, auf das Klima zu hoffen.

Hsiang, Solomon M., Burke, Marshall & Miguel, Edward (2013). Quantifying the Influence of Climate on Human Conflict. Science

doi:10.1126/science.1235367