ScienceFiles-Umfrage zur Bundestagswahl

Jeder Wahlforscher und jeder Student der Politischen Soziologie kennt die Sonntagsfrage: “Wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre, wen würden Sie wählen?” Tausendfach vor Wahlen gestellt, hat sie doch nur in den wenigsten Fällen den Ausgang der Bundestagswahl akkurat vorhersagen können.

Wir wollen uns auf ScienceFiles an der Verbesserung der Wahlumfrage-Methodik beteiligen und unseren Fehlerterm bestimmen (und außerdem die politische Orientierung unserer Leser auskundschaften – versteht sich), und deshalb haben wir uns entschlossen, die Sonntagsfrage in einem neuen Gewand und auf ScienceFiles-Leser zugeschnitten und wie folgt zu stellen:

“Wenn heute der 22. September wäre, Sie in einer Wahlkabine stünden und den Wahlzettel vor sich hätten: Wo würden Sie ihr Kreuz machen?”

Wir werden die Umfrage bis zur Schließung der Wahllokale am Sonntag, den 22. September, online lasen und um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten, sind in unserer Umfrage alle 30 Parteien, die sich mit Landeslisten zur Bundestagswahl stellen, vertreten.

Machen Sie also mit und wählen Sie ihren neuen Bundestag auf ScienceFiles.

Wenn Ihnen vor lauter Abkürzungen und Parteien schwindelig wird und Sie nicht wissen, was nun wieder die Abkürzung der Partei war, die Sie eigentlich wählen wollten, der Bundeswahlleiter hilft weiter.

Natürlich ist auch die Wahl auf ScienceFiles geheim. Wir veröffentlichen die Ergebnisse nach Schließung der Wahllokale und sind mit Sicherheit schneller als ARD (Infas) und ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) mit Ihren veralteten Auszählungsmethoden.

UNICEF-Studie: Kinder antworten, Erwachsene fabulieren und missbrauchen

UNICEF ist ein Anhängsel der UN, das sich die folgende Aufgabe gestellt hat:

“Unter dem Leitsatz “Gemeinsam für Kinder” setzt sich UNICEF weltweit dafür ein, die Kinderrechte für jedes Kind zu verwirklichen”.

UNICEF FUndsUm diese Aufgabe zu erfüllen, standen UNICEF im Jahre 2011 3,7 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, davon kamen rund 61% von Steuerzahlern weltweit, während 29% von privaten Spendern bzw. von Nicht-Regierungsorganisationen stammten, von denen wiederum viele aus Steuermitteln finanziert werden. Entsprechend kann man feststellen: UNICEF wird aus Steuermitteln sehr üppig finanziert, um sich weltweit für “Rechte für Kinder” einzusetzen. Dazu unterhält UNICEF in 190 Ländern Niederlassungen, um vor Ort für “Rechte für Kinder” einzutreten.

Nun gibt es einen gewissen Unterschied zwischen einem Land wie Burkina Faso mit z.B. einer Säuglingssterblichkeit von 8% und Deutschland mit einer Säuglingssterblichkeit von 0.3%, was die Dringlichkeit angeht, sich für “Rechte für Kinder” einzusetzen. Aber, vermutlich aus vorbeugenden Gründen unterhält UNICEF auch in Deutschland ein umfangreiches Hilfsangebot, das die entsprechende personelle Ausstattung und natürlich auch die entsprechende Finanzierung voraussetzt.

BFpovertyAngesichts von 200 Milliarden Euro, die jährlich in Deutschland in die Familienhilfe investiert werden, kann man jedoch nicht unbedingt behaupten, dass Kinder es in Deutschland schwerer hätten als z.B. Kinder in Burkina Faso, aber das hindert die UNICEF nicht daran, alle 3 Jahre in großem Stil die Lage der Kinder in Industrieländern zu untersuchen, und der Bericht 2013, der auf Daten aus den Jahren 2009/2010 beruht, wurde gerade der Öffentlichkeit vorgestellt, Überschrift: “Leistungsstark, aber unglücklich”. Wer diesen Bericht im englischen Original liest oder die deutsche “Kurzfassung”, der kommt nicht umhin festzustellen, dass hier versucht wird, Luxusprobleme herbeizureden. So findet sich auf Seite 4 der deutschen Zusammenfassung die folgende Darstellung:

Nur knapp 95 Prozent der Kinder werden hierzulande gegen die gefährlichsten Kinderkrankheiten geimpft – mit dieser Rate liegt Deutschland nur im unteren Mittelfeld (Platz 19). In Ungarn und Griechenland beträgt der Anteil rund 98 Prozent. Lediglich beim Vergleich der Todesraten von Kindern und Jugendlichen im Alter von 1-19 schneidet Deutschland etwas besser ab als der Durchschnitt der Industrieländer und belegt Platz sieben. Etwas mehr als 15 pro 100.000 Todesfälle entfallen hierzulande auf diese Altersgruppe…”.

Wie derartige Aussagen wohl einem Jugendlichen in Burkina Faso vorkommen, der auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 54 Jahren blickt. Vermutlich reibt er sich verwundert die Augen ob der Luxusprobleme, die in Deutschland bei UNICEF gewälzt werden. Aber natürlich hat eine Organisation wie UNICEF nichts davon, die Verhältnisse von Kindern in westlichen Industrienationen trotz des Elends, das Kinder in Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas teilen, als gut darzustellen, denn wenn etwas gut ist, muss man es nicht mehr verbessern. Und was macht UNICEF-Deutschland dann? Abgesehen davon gilt es den eigenen Anspruch auf den Kampf für die “Rechte für Kinder” gegen die vielen steuerfinanzierten Sozialhelfer in Deutschland durchzusetzen, die auch der Ansicht sind, sie würden für “Rechte für Kinder” kämpfen bzw. sich darum kümmern, ganz zu schweigen von den vielen Kinderärzten, -psychologen, Logopäden und all jenen, deren Einkommen aus der Aufrechterhaltung einer Kinder-Infrastruktur stammt, von der Kinder in Ländern des “globalen Südens”, wie es heute heißt, nur träumen können.

021686319-der-unicef-bericht-zur-lage-der-kinder-inUnd weil man nicht wirklich behaupten kann, in Deutschland gäbe es arme Kinder oder Kindersterblichkeit, die nennenswert wäre oder gar Probleme mit Kinderarbeit usw. hat man sich im diesjährigen Bericht etwas ganz besonderes einfallen lassen: Deutsche Kinder sind nämlich unglücklich. Diese Erkenntnis entstammt einer (vermutlich repräsentativen) Befragung, in der 11-, 13- und 15-jährigen vermutlich die folgende Frage gefragt wurde [Ich vermute, die UNICEF-Befragung enthält die folgende Standardfrage zur Lebenszufriedenheit, zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass in der UNICEF-Befragung irgend etwas Innovatives zu finden ist]:

Wie zufrieden bist Du, alles zusammen genommen, mit Deinem Leben. Bitte benutze für Deine Antwort die folgende Skala, auf der “1” für sehr unzufrieden und “10” für sehr zufrieden steht. [Kenner der Materie werden feststellen, dass die Skala keine Mitte hat, was den netten Effekt hat, dass man IMMER schiefe Verteilungen erhält, da man bei einer unterstellten Normalverteilung diejenigen Befragten, die die Mitte gewählt hätten (weder zufrieden noch unzufrieden) zwingt, sich für eine Seite zu entscheiden.]

Diese Frage haben die Meinungsforscher, die für UNICEF unterwegs waren, also gefragt, und dann haben Sie alle Antworten ab und einschließlich des Skalenwerts “6” aufwärts addiert und den Anteil der Zufriedenen berechnet. Für Deutschland hat sich dabei ein Anteil von 84,x% der befragten 11-, 13- und 15-jährigen ergeben, die zufrieden sind. Katastrophe!

“Anfang der 200er Jahre gaben noch etwas mehr als 85 Prozent der 11-, 13- und 15-jährigen Deutschen einen positiven Wert von sechs oder höher an. Nach der neuesten Studie ist dieser Anteil [der Zufriedenen] auf knapp unter 85 Prozent der Jugendlichen gesunken. Im Vergleich zu anderen Ländern ist Deutschland damit von Platz 12 (von damals 21 Ländern) auf Platz 22 (von 29) abgerutscht.”

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Normale Beobachter hätten aus der Tatsache, dass der Anteil der Zufriedenen einmal knapp über und einmal knapp unter 85% liegt, geschlossen, dass sich nichts verändert hat. Aber bei der UNICEF gibt es keine normalen Beobachter, und vor offensichtlich geht es darum, neue Felder für eigene Tätigkeiten (die natürlich mit Steuergeldern finanziert werden müssen) zu eröffnen und ideologische Arbeit zu betreiben. Dass bei UNICEF Ideologen am Werk sind, die aus einem Regentropfen eine Jahrhundertflut herbeireden zu können glauben, wird deutlich, wenn man die Bewertung der Tatsache, dass sich knapp 85% der befragten deutschen Jugendlichen als “zufrieden” bezeichnen, liest:

“Politik, Medien und Forschung dürfen Kinder nicht ausschließlich aus der Perspektive ihrer Leistungsfähigkeit beurteilen. Diese Forderung hatte UNICEF bereits nach den früheren Studien zum kindlichen Wohlbefinden erhoben. In der jetzt vorgelegten Studie stürzt Deutschland auf Platz 22 von 29 Ländern ab, wenn Jugendlichen ihre Lebenszufriedenheit bewerten. Die Mädchen und Jungen stellen damit ihrer Umgebung ein erschreckendes Zeugnis aus.

Die Art und Weise, wie hier die Daten fehl interpretiert werden, lässt selbst die Manipulationsversuche von Viviane Reding erblassen. Um es noch einmal zu wiederholen: Im Jahre 2000 gaben etwas mehr als 85% der befragten Jugendlichen an, zufrieden zu sein, im Jahr 2010 waren es etwas weniger als 85%. Im Jahr 2000 hatte Deutschland Platz 12 unter 21 Ländern inne und somit neun Länder hinter sich, im Jahr 2010 Platz 22 von 29 Ländern und somit sieben Länder hinter sich. Wie man daraus einen “Absturz” konstruieren kann, bleibt auf ewig das Geheimnis der UNICEF. Aber damit nicht genug: Nicht nur gibt es keinen Absturz, es gibt auch keinerlei Daten, die darauf hindeuten würden, dass Kinder in Deutschland ausschließlich aus der Perspektive ihrer Leistungsfähigkeit beurteilt werden. Die entsprechende Behauptung ist reine UNICEF-Fiktion, und sie steht in keinerlei Zusammenhang zu dem, was die befragten Jugendlichen gesagt haben.

unicef_logoMan sieht hier deutlich, wie die Verantwortlichen der UNICEF die von ihnen befragten Kinder und Jugendlichen missbrauchen, um die eigene Agenda mit Antworten der Jugendlichen, die zwar nichts damit zu tun haben, aber dennoch entsprechend manipuliert werden, zu unterfüttern. Wenn dieses Vorgehen das Vorgehen einer Organisation ist, die für “Rechte für Kinder” eintritt, dann ist es vermutlich besser Kinder verzichten auf Rechte, wie sie der UNICEF vorschweben.

Unnötig darauf hinzuweisen, dass die kritischen Journalisten der ARD die UNICEF-Geschichte komplett geschluckt haben – schließlich geht es um Kinder, da muss man nicht recherchieren, und natürlich kommt bei der ARD niemand auf die Idee, er könne von UNICEF zum Werkzeug für deren Interessen instrumentalisiert werden.

Neue Umfrage auf ScienceFiles: Bildungssystem privatisieren?

voting_boothEin Vielzahl von empirischen Untersuchungen hat gezeigt, dass das deutsche Bildungssystem nach der sozialen Herkunft selegiert: PISA, TIMSS und IGLU, sie alle zeigen, Kinder aus der Arbeiter- oder Unterschicht oder der angeblich “bildungsfernen Schicht”, haben erhebliche Nachteile:

  • Sie müssen bessere Leistungen erbringen, um dieselbe Grundschulempfehlung zu erhalten, wie z.B. Akademikerkinder.
  • Sie landen viel häufiger auf Sonderschulen und Hauptschulen und häufiger auf Realschulen als z.B. Akademikerkinder.
  • Sie erzielen viel seltener ein Abitur oder einen Fachhochschulabschluss als z.B. Akademikerkinder.
  • Sie finden sich viel seltener auf Universitäten ein als Akademikerkinder und diejenigen, die sich einfinden, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, das begonnene Studium abzubrechen als Akademikerkinder.

Wenn es darum geht, nach der sozialen Herkunft zu filtern, dann erweist sich das deutsche Bildungssystem als äußerst effizient.

Nicht nur Kinder aus Arbeiter- oder Unterschicht haben im deutschen Bildungssystem erhebliche Nachteile, ja werden im deutschen Bildungssystem benachteiligt, sondern auch Jungen.

  • Jungen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, von der Einschulung zurückgestellt zu werden als Mädchen.
  • Jungen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, sitzen zu bleiben als Mädchen.
  • Jungen haben eine viel höhere Wahrscheinlichkeit auf eine Sonderschule abgeschoben zu werden als Mädchen.
  • Jungen müssen bessere Leistungen erbringen als Mädchen um dieselbe Grundschulempfehlung zu erhalten.
  • Jungen sind viel häufiger auf Sonder- und Hauptschulen zu finden als Mädchen, dafür seltener auf Realschulen und Gymnasien.
  • Entsprechend bleiben Jungen viel häufiger ohne einen Abschluss oder erreichen nur einen Hauptschulabschluss als Mädchen und sie erreichen deutlich seltener eine Hochschulreife als Mädchen.

Wenn es darum geht, Bildungskarrieren nach Geschlecht zu selegieren, dann erweist sich das deutsche Bildungssystem als äußerst effizient.

Auch Migrantenkinder werden in deutschen Schulen selegiert. Obwohl die meisten Migranten in dritter oder vierter Generation in Deutschland leben, bleiben ihre Schulergebnisse deutlich hinter den Ergebnissen deutscher Schüler zurück. Die Liste der Nachteile liest sich fast identisch:

  • Kinder aus Migrantenfamilien haben eine höhere Wahrscheinlichkeit von einer Einschulung zurückgestellt zu werden als deutsche Kinder.
  • Kinder aus Migrantenfamilien bleiben häufiger sitzen als deutsche Kinder.
  • Kinder aus Migrantenfamilien finden sich häufiger auf Sonder- und Hauptschulen, dagegen viel seltener auf Gymnasien als deutsche Kinder.
  • Kinder aus Migrantenfamilien finden sich nur höchst selten unter Studenten.

Auch im Hinblick auf die Selektion von Migrantenkindern erweist sich das deutsche Bildungssystem als äußerst effizient.

Alle berichteten Ergebnisse sind wiederholt in den verschiedensten Untersuchungen berichtet worden. Die Berliner Element-Studie, die Hamburger Lau-Studien, die PISA-Studien, die TIMSS-Studien, die IGLU- und PIRLS-Studien, sie alle haben diese Ergebnisse berichtet. Man muss die Ergebnisse daher als empirisch gesichert ansehen.

In Schweden wurde schon vor Jahren der Bildungssektor privatisiert. Eltern erhalten einen Bildungsgutschein und können diesen Bildungsgutschein bei einer Schule ihrer Wahl einlösen. Untersuchungen, die den Effekt dieser Privatisierung analysiert haben, kommen zu dem Schluss, dass der Wettbewerb zwischen den Schulen die Lehr- und Lehrerqualität und das Lehrereinkommen erhöht hat, dass mit der Gründung priavter Schulen die Chancengleichheit im Zugang zu Bildung erheblich verbessert wurde, was sich darin zeigt, dass die soziale Herkunft immer weniger relevant für den erreichten Bildungsabschluss ist, und die entsprechenden Studien haben gezeigt, dass mit der Öffnung des Bildungssystems für private Anbieter die Qualität von Bildung sich insgesamt erhöht hat.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es nicht langsam an der Zeit ist, auch das deutsche Bildungssystem weiter (oder vollständig) für private Anbieter zu öffnen.

Weiterführende ScienceFiles-Beiträge:
Bessere Schulqualität durch private Schulen:

Selektion im Bildungssystem:

Nachteile von Jungen:

Nachteile von Migranten:

Die beste Übersicht über die Forschung zu Bildungsnachteilen von Migranten findet sich bei Dr. habil. Heike Diefenbach (2010). Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamlien:


Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien

Kultusministeriell gesponserte Ungleichheit:

Zur Qualität der Lehrer:

Zur institutionellen Diskriminierung:

©ScienceFiles, 2012/2011

Genderismus führt zu Totalitarismus

Unter dem Deckmantel der Frauenrechte wird Deutschland immer sozialistischer und totalitärer. Dies zeigt sich z.B. daran, dass die Bundesfamilienministerin Schröder sich zum Mehrheitsaktionär börsennotierter Unternehmen erklärt und zum Mehrheitsgesellschafter in Personen- und Kapitalgesellschaften des Handwerks. Bestimmen will die Ministerin über die Anzahl der Frauen, die in Führungspositionen zu sitzen haben. Die Besetzung der Unternehmensleitung mit Politfunktionären oder nach den Vorgaben von Regierungen ist ein Phänomen, das aus sozialistischen Staaten bestens bekannt ist – die Ergebnisse davon sind ebenfalls bestens bekannt.

Unternehmen wird nicht nur vorgeschrieben, wie sie ihren Aufsichtsrat zu besetzen haben, wer dagegen verstößt wird ganz offen mit der Keule des Gesetzes und zunächst mit einer Geldbuße von 25.000 Euro bedroht. Damit wird der “Verstoß” gegen eine staatliche aufgezwungene Frauenquote in die Nähe des Strafrechts gerückt, und es ist nur noch ein kleiner Schritt, bis die Vorstände von Unternehmen direkt von Ministerien besetzt werden  – die Grundlagen dafür werden derzeit gelegt.

Interessant an der ganzen Diskussion um Frauen in Führungsetagen ist, dass die Diskussion mit keinerlei Argumenten geführt wird. Dass in Führungsetagen ein bestimmter Frauenanteil vorzufinden zu sein hat, ist ein Dogma. Wer sich für die Gründe der staatlich regulierten Zusammensetzung von Führungsetagen interessiert oder gar nach den Vorteilen der entsprechenden Frauenquote fragt, betreibt Häresie und wird entsprechend “behandelt”. Unternehmen, die es wagen, die aufgezwungene Frauenquote nicht einzuführen, werden durch den neuesten Vorstoß der Bundesministerin in eine Reihe gestellt mit Falschparkern, Steuerhinterziehern und vor allem der Rechtssystematik des Strafrechts unterstellt, ganz so, wie die katholische Kirche im Mittelalter alle diejenigen, die ihren allumfassenden Herrschaftsanspruch bezweifelt haben, der heiligen Inquisition überantwortet hat. Dass Genderismus als solcher und die Forderung nach einer Frauenquote im Besonderen ein Glaubensystem darstellen, das nicht rational begründet werden kann, wird u.a. dann deutlich, wenn man die wenigen Versuche, die es gegeben hat, ein rationales Fundament dafür zu schaffen, an den Kriterien misst, die Logik und Wissenschaft bereitstellen.

Vor diesem Hintergrund ist der neue Vorstoß der Bundesfamilienministerin (sic!) ein weiterer Nagel im Sarg der Freiheit, und es stellt sich die Frage, ob nicht Unternehmen als Bastionen freiheitlichen Austausches, den Widerstand gegen die systematische Beseitigung von in diesem Fall unternehmerischer Freiheit antreten sollten.

Was meinen Sie? Sollen Unternehmen passiven Widerstand leisten oder sollen Unternehmen ihre Führungsetage nach Geschlecht besetzen?

UMFRAGE: Sind Gewerkschaften wie die GEW noch sinnvoll?

Im Jahre 1911 hat Robert Michels sein Buch über die Soziologie des Parteiwesens veröffentlicht, in dem er sein ehernes Gesetz der Oligarchie aufstellt. Das eherne Gesetz besagt, dass mit der Institutionalisierung sozialer Bewegungen wie der Arbeiterbewegung in einer Partei oder einer Gewerkschaft notwendig einhergeht, dass sich eine Funktionärsschicht herausbildet, die die Führung von Partei oder Gewerkschaft übernimmt und sich notwendig von den Interessen derjenigen, die die soziale Bewegung formen oder formten, löst.

Anders formuliert: Mit der Institutionalisierung sozialer Bewegungen geht unauflöslich die Ausbildung einer Funktionärsriege, einer Oligarchie einher, die eigene Interessen verfolgt, die nicht mehr mit den Interessen derer, die die soziale Bewegung formen und formten, übereinstimmen müssen. Wie ist das im Jahre 2011, 100 Jahre nachdem Michels sein ehernes Gesetz der Oligarchie aufgestellt hat?

Was glauben Sie, welche Interessen vertreten z.B. Gewerkschaften wie die GEW?