Germanen Kult bei Grünen: Baumwoll-Dämonen, besessene Busfahrer und Thor Steinar

Deutschland 2015. Dämonische Kräfte treiben ihr Unwesen. Nur wenige wagen sich, den Dämonen in den Weg zu stellen, jenen Dämonen, die in ordinären Kleidungsstücken versteckt, in t-Shirts, in Thor Steinar t-Shirts, dem Baumwolle gewordenen Bösen, die sterbliche Hülle schwäbischer Busfahrer bekleiden und benutzen, um ihr zerstörerisches Werk als Busfahrer verkleidet, durchzuführen.

gargoyleWenige stellen sich den Baumwoll-Dämonen in den Weg. Nur dem wackeren Jörg Rupp ist es überhaupt zu verdanken, dass die zarten Anfänge institutioneller Inquisition, wie sie z.B. beim Regierungspräsidium Karlsruhe vorhanden sind, in Bewegung ge- und in Druck umgesetzt werden, damit der Arbeitgeber des Busfahrers, der von Baumwoll-Dämonen besessen ist, den Besessenen entlässt und fortan wieder in reinweißer Weste abgelehnte Asylbewerber zum Flughafen kutschiert.

Wir zeichnen die Geschichte des heldenhaften Kampfes gegen Baumwoll-Dämonen hier zu Dokumentationszwecken und für eine hoffentliche rationale Nachwelt auf.

Wie alles begann:

Jörg Rupp engagiert sich gegen die Abschiebung von Asylbewerbern. Von zuhause aus. Von zuhause aus verfolgt er die Vorgänge, die das Freiburger Forum im Internet dokumentiert und zuhause hat er ein Foto von einem Busfahrer, der abgelehnte Asylbewerber zum Flughafen fährt, gesehen, das den Mann in einem t-Shirt von Thor Steinar zeigt.

Thor Steinar!

Empörung bitte: Thor Steinar!

Jörg Rupp hat umfassendes Wissen über Thor Steinar:

Thor Steinar ist “eine Designermarke für und von Rechte[n]”, schreibt Rupp. Das behauptet die Antifa. Eine gute und verlässliche Quelle. Wikipedia schreibt, dass Thor Steinar ein “Spiel mit mehr oder weniger verhohlenen Andeutungen an der Grenze zur Strafbarkeit” betreibt, wobei die Andeutungen sich auf einen Germanen-Kult richten. Wikipedia muss das wissen ,und Wikipedia ist natürlich die Quelle, wenn es um Germanen Kult und Anspielungen durch Thor Steinar geht – die objektive Quelle.

GargoyleUnd dann weiß Jörg Rupp noch: Thor Steinar bekommt man nur in “einschlägigen Shops”. Auf Grundlage seiner gesammelten Erkenntnisse darüber, dass Thor Steinar in “einschlägigen Shops” vertrieben wird, Andeutungen auf einen Germanen-Kult macht und “eine Designermarkte für und von Rechte[n]” ist, hat Jörg Rupp einen Handlungsplan entworfen und etwas gemacht, denn: “Dass ein Rechtsextremer Abschiebefahrten durchführt – das geht in meinen Augen gar nicht”.

Nun wissen wir eigentlich überhaupt nichts über den Busfahrer, außer dass er ein t-Shirt getragen hat, dass Jörg Rupp kraft seiner Informationen aus Antifa und Wikipedia als von einer dunklen Macht, einer dunklen rechtsextremen Macht besessen ansieht, eine rechtsextreme Macht, die sich auf den Träger niederzulassen, ihn zu besetzen scheint, so sehr, dass man vom rechtsextremen t-Shirt durch klassischen Fehlschluss der Bejahung des Konsequens auf die rechtsextreme Einstellung des Busfahrers schließen kann.

Dieser Schluss ist nur auf Basis des Glaubens an eine dunkle, eine dämonische Macht und damit eine Re-Inkarnation irrationaler Glaubensinhalte, die man im Jahre 2015 nicht für möglich gehalten hätte, möglich. Ebensowenig hätte man die folgende Quelle dieses neuen Dämonenglaubens, der unter Grünen zu grassieren scheint, für möglich gehalten:

Justiz in alter Zeit“In gleicher Weise ‘heilig’ waren die Gegenstände, die für ihr Leben besondere Bedeutung hatten, wie z.B. Waffen, Schiffe, Glocken, das Haus, der Herd. Der Umgang mit diesen erforderte nicht nur Geschicklichkeit, sondern auch den Gleichklang der heiligen Kräfte, welcher oft durch bestimmte Zeremonien hergestellt werden musste, z.B. durch Richtfeste des neuerbauten Hauses, durch bestimmte Praktiken beim Schmieden des Schwertes. Manche Gegenstände verloren ihre übernatürliche, im Normalfall nicht zu beherrschende Kraft nie. Sie wurden außerhalb der Ordnung des Lebens gestellt, ex-kommuniziert und […] ‘tabuisiert’. Sie wurden gemieden und gefürchtet, zugleich aber insgeheim begehrt und verehrt. Das führte zur Ausbildung bestimmter magischer Praktiken und/oder Personen, die ein streng ritualisiertes Freisetzen und Wirkenlassen dieser dämonischen Kräfte ermöglichten. (Schild, 1989: 61)”

Die beschriebenen Praktiken beziehen sich auf die alten Germanen, sie haben Gegenständen wie beschrieben, dämonische Kräfte zugeschrieben, ähnlich wie dies Jörg Rupp mit t-Shirts von Thor Steinar tut, bei denen es sich offensichtlich um die zuletzt beschriebenen ex-kommunizierten Gegenstände handelt, die gefürchtet und begehrt zugleich sind und ein “streng ritualisiertes Freisetzen … dieser dämonischen Kräfte” verlangen.

Im vorliegenden Fall hat Jörg Rupp versucht, die dämonischen Kräfte durch das ritualisierte Schreiben einer Beschwerde-eMail an das Regierungspräsidium Karlsruhe freizusetzen, die er gleich an eine Reihe von Zeitungen weitergeleitet hat, um Journalisten als Helfer beim Exorzismus der Baumwoll-Dämonen zu gewinnen.

Offensichtlich unterhält das Regierungspräsidium Karlsruhe bereits eine Abteilung, die sich mit dem Exorzismus von Baumwoll-Dämonen beschäftigt und sich derzeit noch damit begnügt, verdächtige Besessene und ihre Arbeitgeber mit Zwang zu behandeln, der Marke: Entweder der Busfahrer wird entlassen oder das Busunternehmen “Eberhardt” aus Engelsbrand erhält keine öffentlichen Aufträge mehr.

Ein sehr wirkunsvoller Exorzismus, dem zwischenzeitlich der Busfahrer zum Opfer gefallen ist. Damit ist den Baumwoll-Dämonen die Möglichkeit genommen, am Steuer von Fahrzeugen, die dem Abtransport von Asylbewerbern gewidmet sind, Unheil anzurichten, und Jörg Rupp hat bewiesen, dass auch Grüne Anhänger eines Germanen-Kults sind, nämlich dem oben dargestellten. Ob ihm das einen entsprechenden Eintrag bei Wikipedia, dem Online-Lexikon, das für seine intime Kenntnisse von Germanen-Kulten und ihren Andeutern bekannt ist, einbringt, bleibt abzuwarten, ebenso wie abzuwarten bleibt, ob Jörg Rupp der Ehren halber in Opus Dei aufgenommen wird.

Die Praxis, einen Sündenbock zu bestrafen, um die eigene Schuld und Mitwirkung an der Asylgesetzgebung zu sühnen, eine Schuld, die Grünen wie ein Dämon auf der Schulter sitzt, sie ist übrigens noch älter als der beschriebene Germanen-Kult. Man kann Jörg Rupp also nicht vorwerfen, dass er geistig nur hinter die Renaissance zurückgefallen wäre. Und wer in Zukunft nicht als Sündebock gehandelt werden will, als Busfahrer, der trägt Birkenstock-Schuhe oder Sandalen, kurze Hosen zu seinen bleichen Beinen, lässt sich die Haare wachsen und setzt eine Optiker Meise Brille auf. Die beschriebenen Insignien sind besser als Knoblauch, wenn es darum geht, die Baumwoll-Dämonen-Seher abzuwehren.

In jedem Fall ist es notwendig, zum Ende dieses Posts noch einmal darauf hinzuweisen, dass wir im Jahre 2015 leben, also im Jahr 700 nach dem Einsetzen der Renaissance, die – so glaubte man damals – der Vernunft und Ratio zum Durchbruch verholfen hat.

Es ist übrigens kaum zu erwarten, dass die Entlassung des Busfahrers vor irgend einem Arbeitsgericht einer Überprüfung standhält. Wer die Geschichte verfolgen kann, wir sind für entsprechende Informationen dankbar.

Schild, Wolfgang (1989). Missetaten und Missetäter. In: Hinckeldey, Christian (Hrsg.). Justiz in alter Zeit. Rotheburg o.d.T.: Mittelalterliches Kriminalmuseum, S.59-296.

Wüten intellektuell Benachteiligte (nicht nur) im Ländle?

Das ist ein Baum.

Das ist ein Haus.

Das ist ein Neger.

FibelDrei Sätze, die alle eine Beschreibung beinhalten, eine Zuschreibung. Das Wort Baum, Haus, Neger wird einem Objekt zugeschrieben. Das ist so, in der deutschen Sprache. Es gibt Worte, die bezeichnen etwas. Eigentlich ist das in allen Sprachen so, dass Worte etwas bezeichnen. Es ist geradezu der Sinn einer Sprache als Fundus einer Vielzahl von Bezeichnenden zu dienen.

Der Baum ist zu hoch.

Das Haus ist hässlich.

Der Neger ist attraktiv.

Drei Sätze, die zu der Bezeichnung noch eine Wertung beinhalten. Der Baum wird als zu hoch bewertet, das Haus als hässlich und der Neger als attraktiv. Die Bewertung ist etwas Zusätzliches, etwas, das dem bezeichnenden Wort nicht imanent ist. Ein Neger ist nicht per se attraktiv, ein Haus nicht per se hässlich und ein Baum nicht per se zu hoch. Schlimmer noch: die entsprechende Bewertung hat mit dem bezeichnenden Wort gar nichts zu tun. Sie wird an das vom Wort Bezeichnete herantgetragen, von demjenigen, der die Bewertung vornimmt.

Die Nazis haben entsprechende Bewertungen an Bücher herangetragen, die sie als entartete Literatur bewertet haben. In der DDR hat man Bewertungen an Bücher herangetragen, die als Schund- und Schmutzliteratur eingeordnet wurden. In Bad Dürrheim hat man die Bewertung, nunmehr als falsches “Wording” bezeichnet, an Bücher herangetragen. In allen drei Fällen wurden die Bücher vernichtet.

Roland Tichy hat entsprechend seinen Beitrag dazu, dass in Bad Dürrheim 3.200 Bücher aus einer öffentlichen Bücherei entfernt und vernichtet wurden, in einem Büchervernichtungslager vermutlich, nicht ohne Grund an der Bücherverbrennung der Nazis ausgerichtet. Nicht nur ist das Ergebnis dasselbe, auch die Motivation ist dieselbe: Bücher, die Inhalte vermitteln, die denjenigen, die sich gerade an der Macht wähnen, nicht genehm sind, werden vernichtet.

Ein Vorgang, der aus wissenschaftlicher Perspektive u.a. die folgenden zwei Punkte beinhaltet:

(1) Die Büchervernichtung ist ein Beispiel für das, was Hannah Arendt die Banalität des Bösen genannt hat. Deshalb ist der Vergleich, den Tichy mit dem Dritten Reich zieht, gerechtfertigt.

(2) Die Büchervernichtung ist ein Beleg dafür, dass intellektuell Benachteiligte es in Entscheidungspositionen geschafft haben.

Die Banalität des Bösen

Wie konnte das Dritte Reich geschehen? Diese Frage, sie bewegt zumindest im nicht deutschsprachigen Ausland nach wie vor viele. Hannah Arendt hat auf diese Frage eine Antwort gegeben, die nicht so populär ist, wie die komplette Übertragung allen Übels auf wenige Nazis um Adolf Hitler, die mit magischen Kräften begabt sind und es schaffen, ein Volk von nach der Volkszählung von 1939 rund 80 Millionen (inkl. Österreich) zu Taten anzustiften, die die meisten der Täter angeblich gar nicht wollen.

Hite Nazi occultDass die Nazis sich eher durch Dummheit als durch Magie ausgezeichnet haben, ist ein zwischenzeitlich gut belegter Befund der historischen Forschung. Dass sie ihre Macht vornehmlich dem vorauseilenden Gehorsam ihrer Bevölkerung, dem Auftauchen der Nazi-Blockwarte und ideologischen Parteikommissare in den meisten Nachbarschaften zu verdanken haben, ist ein ebenfalls und vornehmlich durch die Arbeiten von Ian Kerschaw gut belegter Befund.

Die Banalität des Bösen, sie wütet in den zwischenmenschlichen, in den alltäglichen Beziehungen zwischen z.B. dem öffentlichen Bediensteten und den Bürgern oder zwischen Nachbarn. Die Banalität des Bösen, sie ist ein Prozess der kontinuierlichen Steigerung, sie beginnt bei der Aussonderung von Juden als solchen bei der Vermengung der Beschreibung “Jude” mit einer Bewertung von Juden. Dann kommen in schneller Folge die Entfernung falscher, weil jüdischer Erzeugnisse aus dem öffentlichen Leben (u.a. in Form einer Bücherverbrennung), die Zuschreibung eines außer-gesellschaftlichen Status an Juden (Volksschädlinge damals, Anti-Politischkorrekte heute), die Juden werden aus dem öffentlichen Leben entfernt (Berufsverbote), bei Juden wird nicht mehr gekauft, der Nachbar, der sich noch mit Juden trifft, wird denunziert und im Ende werden Juden deportiert und kaum jemanden interessiert es.

Die Banalität des Bösen, sie beschreibt eine Spirale der Eskalation. Vereinzelte Stimmen, die für die Beseitigung von falschen Deutschen aus der Gesellschaft argumentieren, (oder die Beseitigung von falschen Begriffen aus Büchern fordern), werden zunächst als abstrus belächelt. Dann beginnen erste Behörden damit, Juden zu diskriminieren, Vermieter vermieten nicht mehr an Juden, Deutsche kaufen nicht mehr bei Juden (oder erste Verlage entfernen missliebige Begriffe aus Büchern, die Diskussion um die falschen Begriffe wird aus der Abstrusität in die Normalität überführt und erste Behörden beginnen damit, Bibliotheken, die Bücher mit falschem “Wording” beinhalten, zu reinigen), die Bücherverbrennung ist dann der nächste Schritt und der Schritt, an dem sich der derzeitige Feldzug der wiederum intellektuell Benachteiligten befindet.

Prozedural und formal betrachtet ist es frappant, wie ähnilch sich die Entwicklungen im Dritten Reich und im Deutschland der Jetzt-Zeit sind.

Intellektuell Benachteiligte in Entscheidungspositionen

Es gehört zu den Entwicklungsleistungen eines Menschen, zur Unterscheidung zwischen Bezeichnung und Bewertung fähig zu sein. Wer dies nicht ist, ist zurückgeblieben. Wer denkt, Begriffe und ihre Bewertung seien eins, der hat diese Entwicklungsleistung nicht erbracht.

Arendt_totalitarismusDass sich Personen, die zu dieser rudimentären intellektuellen Leistung nicht in der Lage sind, in Positionen finden, dass es ihnen möglich ist, in die geistige Gesundheit derer, die sie umgeben, dadurch zu intervenieren, dass sie ihren Spleen zur Normalität erklären, zeigt, dass die Abstrusität wieder salonfähig geworden ist. Salonfähig kann Abstrusität nur dann werden, wenn intellektuell Benachteiligte Zugang zu Entscheidungspositionen haben und es schaffen, die Umsetzung ihres Spleens durch Opportunisten mit politischen Gefallen oder sonstwie zu entlohnen.

Wie es geschehen konnte, dass in Deutschland eine Klasse intellektuell Benachteiligter in Entscheidungspositionen gelangen konnte, ist eine Frage, die hier nicht geklärt werden kann. Dass sie es geschafft haben, machen Aktionen wie die aus Bad Dürrheim deutlich.

Und wie immer, wenn intellektuell Benachteiligte entscheiden, versuchen sie, ihre intellektuelle Benachteiligung zum Standard zu erheben. Im Dritten Reich hat dies funktioniert, weil der vorauseilende Gehorsam unter Beamten und Angestellten und unter ganz normalen Bürgern, die sich vom Nachbeten der NS-Litanei einen Vorteil versprochen haben, den Erfolg herbeigeführt hat.

Ob sich die Geschichte in diesem Punkt wiederholt? Wer weiss. Dass es eine Horde von vorauseilend Gehorsamen gibt und von Personen, die in der politisch korrekten Litanei firm sind, sich von deren Aufsagen einen politischen und vor allem finanziellen Vorteil versprechen, das kann kaum geleugnet werden.

Die Regierung baut sich ihr Volk: Volksgesundheit durch Impfpflicht

und die nickende Demenz unter Journalisten, auch Journalisten-Parkinson genannt, schreitet voran …

Der deutsche Volkskörper ist gesund, fit wie die VW-Karosserie, stark wie ein Leopard von Kraus Maffei Wegmann, flexibel wie ERP-Software von SAP und politisch korrekt wie die Deutsche Telekom.

Über die Gesundheit des deutschen Volkskörpers wacht die Regierung mit Argusaugen, denn: German Health ist ein international anerkannter Standard der Volksgesundheit, den es zu bewahren gilt, schließlich steht Deutschland im internationalen Wettbewerb mit anderen Vertreibern von Volksgesundheit.

Und in Zeiten der Globalisierung ist es doppelt wichtig, über die Volksgesundheit zu wachen und die Überlegenheit des gesunden deutschen Menschen unter Beweis zu stellen.

hysteriaUnd nun ist es passiert: Eine Masernepidemie hat ausgerechnet Berlin erschüttert. Eine Epidemie epischen Ausmaßes: “mehr als tausend Menschen” hatten sich nach Erkenntnissen der ARD (1001 oder 79.625 Menschen also) mit dem Virus angesteckt, im letzten Oktober und – Gipfel des Schreckens: “Ein Kleinkind war an den Folgen gestorben”.

Diese Niederlage für die deutsche Volksgesunheit darf es nicht mehr geben. Wenn Deutschland im globalen Gesundheitsmarkt bestehen will, dann ist die Erkrankung an Masern auszumerzen – durch Impfung. Also sprach der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn, der an der Fernuniversität Hagen einen Bachelor in Politikwissenschaft fern-erworben hat, was ihn zum Gesundheitspolitiker qualifizieren muss, als sprach CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn folgende denkwürdige Laudatio auf die Wiederherstellung der Volksgesundheit:

“‘Wir wollen mehr Verbindlichkeit beim Impfen.’ … Einen so massiven Masernausbruch wie dieses Jahr dürfe es in Deutschland nicht wieder geben. ‘Unser Ziel ist, dass möglichst viele Kinder in Kindergärten und Schulen gut geimpft sind”.

Der nämliche Masernausbruch, auf den sich ARD und der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn beziehen, ereignete sich im Oktober 2014, was Spahns Verweis auf “dieses Jahr” wie eine Drohung erscheinen lässt: Wer sich jetzt nicht impfen lässt, nein: “gut” impfen lässt, sich und seine Kinder, dem droht nicht Zwangsimpfung, nein, dem drohen die Masern, und zwar im Oktober 2015, der CDU-Gesundheitspolitiker Spahn hat es gesagt, und der muss es wissen.

Natürlich gibt es keine Impfpflicht im freien Deutschland. Volksgesundheit hin oder her, wir leben in einem freien Land, und da wird Impfung nicht zur Pflicht erklärt. So etwas gibt es nur in totalitären Staaten, in China oder Russland zum Beispiel.

In Deutschland ist das anders. Hier kann ein freier ARD-Journalist frei das nachplappern, was ihm die Presseagentur gerade zur Vorlage gemacht hat:

“Keine Impflicht, aber mehr Druck – so will die Koalition den Impfschutz verstärken. Unter anderem können nichtgeimpfte Kinder künftig von Kitas und Schulen ausgeschlosssen werden, wenn dort die Masern ausbrechen. So sollen Masernwellen verhindert werden.”

Dem Robert-Koch-Institut übermittelte Masernfälle pro Monat und Jahr seit 2001 in Deutschland

Dem Robert-Koch-Institut übermittelte Masernfälle pro Monat und Jahr seit 2001 in Deutschland; RKI, 2015

Das Erstaunlichste an solchen Sätzen ist, dass dem Journalisten, der sie verbrochen hat, nicht die Finger vor Scham abfallen. Weil wir im freien Deutschland leben und Eltern angeblich ein Wort bei der Erziehung ihrer Kinder mitzureden haben, deshalb gibt es natürlich keine Pflicht, sondern nur Druck zur Impfung, Druck, der zu einem Verbot werden kann, sein Kind in eine Kindertagesstätte oder Schule zu bringen.

Das Verbot, den Raum X nicht aufzusuchen, entspricht logisch der Pflicht, Raum X fernzubleiben. Die Pflicht, Raum X fernzubleiben, kann durch Impfung umgangen werden, was wiederum die Impfung zur Pflicht macht. Wie man es dreht und wendet, wie auch immer man es bezeichnen mag, zwei Dinge stehen fest, das Verbot, eine Kindertagestätte oder eine Schule bei fehlender Impfung zu betreten, ist logisch gleichwertig mit der Pflicht, sein Kind impfen zu lassen (wenn man nicht in der ständigen Furcht der Aussperrung aus der Kindertagesstätte oder Schule leben will) und öffentlich-rechtliche Medien sind ein logikfreier Raum.

Wir sehen einmal wieder, große Ideen verlangen drastische Maßnahmen, Einschnitte in individuelle Freiheiten zum Beispiel, denn wenn es um die Volksgesundheit geht, wenn es um das Bestehen des deutschen Volkskörpers im internationalen Gesundheitswettbewerb geht, dann kann auf individuelle Rechte keine Rücksicht genommen werden: fit wie die VW-Karosserie, stark wie ein Leopard von Kraus Maffei Wegmann, flexibel wie ERP-Software von SAP und politische korrekt wie die deutsche Telekom, das ist der deutsche Volkskörper, und daran werden keine Abstriche gemacht, nicht einmal für die Masern.

Masern sind in Deutschland fortan verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Impfung verfolgt!

München: Kein Bier für Homosexuelle

gefunden von einem Leser in der Süddeutschen Zeitung:

“Wirteverband und Stadt starten Kampange gegen Schwulen- und Lesbenverbände

SZ-LogoSchwulen- und Lesbenverbände brauchen die Öffentlichkeit, um ihre Parolen zu verbreiten. Und sie brauchen Orte, an denen sie sich versammeln können. Das sind meistens Wirtshäuser, in denen sie Nebenräume für ihre Veranstaltungen reservieren. Dagegen gehen die Stadt München und der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga jetzt aktiv vor. Am Donnerstag haben Miriam Heigl von der Fachstelle gegen Schwulen- und Lebenverbänden/Schlawina und Christian Schottenhamel, Wirt des Löwenbräukellers und Vize-Chef der Dehoga München, die Kampagne “München ist sittlich! . . . auch in Gaststätten und Hotels” vorgestellt.

Vornehmliches Ziel der Kampagne ist es, Wirte darüber aufzuklären, wie sie Schwulen- und Lesbenaktivisten von ihren Lokalen fernhalten können. Denn es kommt immer wieder vor, dass Wirte nicht wissen, dass sich eine Gruppe von Schwulen oder Lesben in ihrem Lokal eingemietet hat.

Auch Christian Schottenhamel hatte erst kürzlich mit Schwulen und Lesben zu tun, die nach einer ihrer Demonstrationen in seinen Biergarten gekommen waren. Nachdem sie angefangen hätten, ihre Parolen zu verbreiten, habe er sie gebeten, auszutrinken und den Biergarten zu verlassen. “Dann haben sie absichtlich langsam getrunken und sind auch auf eine weitere Aufforderung nicht gegangen”, erzählt Schottenhamel. “Wir mussten die Polizei rufen, die hat sie dann rausgetragen.”

Viele Gastronomen sind unsicher, ob sie die Leute in solchen Fällen einfach wieder rausschmeißen dürfen. Das Problem: Schwulen- und Lesbenverbände sind dafür bekannt, dass sie ihre Zusammenkünfte und Demonstrationen vor Gericht durchsetzen. Deshalb empfehlen Stadt und Dehoga, sich vorher rechtlich abzusichern und zunächst genau nachzufragen, um welche Art von Veranstaltung es sich handelt. Darüber hinaus sei es ratsam, im Zweifelsfall bei Großveranstaltungen einen schriftlichen Mietvertrag aufzusetzen, in dem das Verbreiten schwuler und lesbischer Inhalte explizit untersagt sind …”

Die Kampagne gegen Schwulen- und Lesbenverbände gibt es natürlich nicht. Kein Bürgermeister und kein Fachverband der Wirtschaft würde sich trauen, sich für die Rechte von Wirten stark zu machen, die in ihrer Kneipe keine sich küssenden Männer oder Frauen sehen wollen. Entsprechende Kampagnen wären politischer Selbstmord, schon weil die Schwulen- und Lesbenverbände auf ihre grundgesetzlich verbrieften Rechte verweisen und dieselben vor Gericht durchsetzen würden – zurecht.

AntifaDer Text aus der Süddeutschen Zeitung ist indes keine Erfindung von uns. Wir haben lediglich Rechts, rechtsextremistisch, rechtspopulistisch und rechtsradikal eingeschwult oder eingelesbischt, d.h. Aussage und 99% des Textes sind so, wie er sich in der Süddeutschen Zeitung als “Kampagne gegen Rechts” findet.

Das schlichte Austauschen von Begriffen hat dem Text ein ganz neues Aufregepotential gegeben und wird natürlich dazu führen, dass sich diejenigen, die derzeit jede Gelegenheit ergreifen, um sich als guter Kämpfer, gegen Rechts, Rechtsextreme, Rechtspopulisten, rechtspopulistische Inhalt, Rechtsradikale, Sie wissen schon wogegen – aufzubauen, empören werden.

Wer gegen rechte, rechtspopulistische, rechtsradikale, rechtsextreme Inhalte Stellung bezieht und sich als Opportunist par excellence ausweist, der kann sich auf diese weise nicht nur der politisch-korrekten Minderheit andienen, sondern auch in die Zeitung kommen. Werbung ganz umsonst!

Dafür nimmt man auch gerne den Ausverkauf demokratischer Rechte in Kauf. Dieselben Leute, die Zeter und Mordio schreien würden, wenn ein Vermieter von Ferienwohnungen lieber kein Homopaar unter seinen Gästen hat, dieselben Opportunisten, sie verweigern denen, die sie als rechts, rechtspopulistisch, rechtsradikal, rechtsextrem, Verbreiter rechtspopulistischer Inhalter, also allen, die nicht unbedenklich oder unbedacht links sind, die nämlichen Rechte und man fragt sich: Sind die so dumm?

Das Austauschen der Begrifflichkeiten im Text der Süddeutschen Zeitung durch uns, sollte eigentlich noch dem letzten Langsamverarbeiter kognitiver Inhalte deutlich gemacht haben, dass man Rechte nicht an Inhalte knüpfen kann: Entweder es gibt das Recht auf freie Meinungsäußerung, oder es gibt es nicht. Wer es einschränkt, der schafft es ab, denn wenn angefangen wird, formale Rechte an bestimmte Inhalte zu knüpfen, Meinungsfreiheit ja, aber nur, wenn nicht X oder Y oder Z gesagt wird, was ist Meinungsfreiheit dann anderes als ein willkürlich von Dritten bestimmter Zwang zur konformen Meinung?

Eben!

Aber: Deutschland hat eine besondere Verantwortung wegen der Nazis und so, und die Nazis, die waren doch rechts oder rechtspopulistisch oder rechtsradikal oder rechtsextrem und deshalb muss alles, was heute rechts, rechtspopulistisch oder rechtsradikal oder rechtsextrem erscheint, bekämpft werden.

An diesen Unsinn reihen sich drei Fragen an:

Was ist Rechtsextremismus?

Waren die Nazis Rechtsextremisten?

Warum müssen Rechtsextremisten verboten werden?

KZ Auschwitz, EinfahrtWas Rechtsextremismus ist oder sein soll, ist eine heiß umstrittene Frage, die nicht einmal von Extremismusforschern einheitlich beantwortet wird. In der Regel findet man haarige Definitionen wie die folgenden: Für Backes sind Rechtsextremisten all jene, die den “Ethos fundamentaler Menschengleichheit“ ablehnen (Backes 2003: 49). Für Glanninger (2009: 17) sind Rechtsextremisten all jene, die sich gegen Demokratie wenden und rassistisch sind, und so geht das weiter, von einem Problem ins nächste, denn die Bestimmung des Rechtsextremismus z.B. über antidemokratische Inhalte führt dazu, dass man antidemokratische Inhalte betimmen muss.

Nimmt man eine solche Bestimmung z.B. darüber vor, dass Dritten demokratische Grundrechte verweigert werden, dann haben sich die Verantwortlichen der Stadt München und der Dehoga gerade als Rechtsextreme erwiesen.

Das gleiche gilt für eine Bestimmung über Rassismus. Sieht man Rassismus als die Abwertung einer Person oder einer Gruppe von Personen über körperliche Eigenschaften, dann qualifizieren sich alle Feministen, die weißen CIS-Männern bestimmte negative Eigenschaften zuschreiben Rassisten.

Die Schwierigkeiten, die sich mit der Bestimmung von Rechtsextremismus verbinden, sind dafür verantwortlich, dass die Begrifflichkeiten wild durcheinander gehen. Rechte werden nicht nur im Text der Süddeutschen Zeitung zu Rechtspopulisten und dann zu Rechtsradikalen und zu Rechtsextremisten, so als gäbe es zwischen Helmut Kohl, Benjamin Netanyahu und William Joseph Simmons keinen Unterschied.

Aber letztlich geht es bei Aktionen wie der “Kampagne gegen Rechts” aus München nicht um die Bestimmung von rechts, Rechtspopulismus oder Rechtsextremismus, sondern um blanken Opportunismus auf der Grundlage emotionaler Manipulation. Emotionale Manipulation beruht nicht darauf, dass gezeigt wird, dass Inhalte der Nazis mit Inhalten von Rechtspopulisten oder Rechten oder Rechtsradikalen oder Rechtsextremen übereinstimmen, sondern darauf, dass eine sprachliche Verbindung hergestellt wird, die Nazis, Rechte, Rechtspopulisten, Rechtsradikale und Rechtsextremisten in eine Reihe stellt, sie miteinander verschmilzt.

Diese emotionale Manipulation ist über die letzten Jahrzehnte sehr erfolgreich gewesen, fast so, als hätten die Nazis, als Nationalsozialisten mit Sozialisten nicht mindestens so viel Gemeinsamkeiten wie mit Rechtsextremisten. Die Zwangsmaßnahmen, die Nationalsozialisten und Sozialisten unter Stalin eingesetzt haben, variieren kaum, die Opfer beider Regime gehen jeweils in die Millionen, beide Regime basierten auf einer Gleichschaltung der Bevölkerung und ihrer Institutionen, auf einer Herrschaft von Angst, die durch die Geheimdienste von Gestapo und NKWD gesichert wurden, und sie basierte auf der Vergötterung des heroischen Menschen, der sein Leben als Träger des Eisernen Kreuzes oder Held der Arbeit in den Dienst seines Staates gestellt hat.

Entsprechend gäbe es, nähme man die Nationalsozialisten und ihr Regime zum Ausgangspunkt, mindestens so viele Gründe, Linksextreme wie Rechtsextreme zu verbieten. Aber: Warum sollte man das? Ist die deutsche Demokratie so schwach, dass sie ein paar Links- oder Rechtsextremisten nicht überleben kann? Ist die deutsche Polizei mittlerweile so durchgegendert, dass sie links- oder rechtsextremem Mob hilflos mit Lippenstift anstelle von Schlagstock gegenübersteht?

Stalin GulagWer beide Fragen verneint, muss notwendig bei dem Punkt ankommen, dass es keinen Grund gibt, Rechts- wie Linksextremen das Wort, das Bier oder die Meinung zu verbieten. Hier einmal angekommen, stellt sich sodann die Frage, warum dann Aktionen wie die Münchner Aktion initiiert werden.

Die Antworten liegen auf der Hand: Opportunismus und Vorteilsnahme.

Kämpfer gegen Rechts leben immer noch in dem Irrtum, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ihre Versuche, auf dem Trittbrett des Karrens mitzufahren, dessen Ziel die totalitäre Gesellschaft ist, in der nurmehr gesagt werden darf, was den Führern gefällt, mit Beifall begleitet und andere, die verdienen einfach am Kampf gegen den Rechtsextremismus oder den Rechtspopulismus oder gegen alles, was ihnen rechts erscheint, denn der Kampf gegen den Rechtsextremismus ist ein Riesengeschäft.

Die Möchtegern-Volkserzieher

Drei Einweg-Wissenschaftler aus der Friedrich-Ebert-Stiftung sehen sich in einer Lage, in der sie Forderungen wie die folgenden stellen können:

  • FES Brain GapUmsetzung der Familienarbeitszeit, die insbesondere einen Anreiz für Väter zur Reduzierung der Erwerbsarbeitszeit bietet und damit mehr Freiräume zur Übernahme familiärer Aufgaben schafft;
  • Beförderung der egalitären Aufteilung der Elternzeit, durch die schrifttweise Ausweitung der reservierten Partnermonate;
  • Einführung eines Vaterschaftsurlaubs (analog zum Mutterschaftsurlaub), um Vätern von Anfang an die Übernahme einer größeren Rolle bei der Kinderversorgung zu ermöglichen.

Die Europäische Kommission, die derzeit eine öffentliche Konsultation darüber durchführt, ob es überhaupt notwendig ist, Frauen im Hinblick auf Gleichstellung zu fördern, stellt u.a. folgende Antwortalternativen bei der Frage: “Wie könnte eine gleichmäßigere Aufteilung der Hausarbeit (Haushalt und Betreuung von Kindern und/oder Pflegebedürftigen) zwischen Frauen und Männern gefördert werden?” zur Auswahl.

  • Einführung von verpflichtender Elternzeit für Väter;
  • Änderung der Einstellung von Männern und Jungen zur Hausarbeit (Haushalt und Betreuung von Kindern und/oder Pflegebedürftigen) [aber nicht die Einstellung von Frauen zur Arbeit];

Offensichtlich gibt es eine Clique von Personen, denen etwas nicht passt, die der Ansicht sind, Männer würden nicht die aus ihrer Sicht notwendigen Abstriche an ihrem Beruf und ihrer Arbeit machen, wenn sie so wahnsinnig waren, Nachwuchs in die Welt zu setzen. Offensichtlich gibt es eine Clique von Personen, die denken, die Aufteilung der Hausarbeit, wobei Hausarbeit als u.a. Betreuung von Kindern definiert wird, zwischen Männern und Frauen müsse der Norm entsprechen, die in dieser Clique gerade für richtig gehalten wird. Damit diese Norm erreicht wird, so die Mitglieder dieser Clique, müsse man Männern Anreize setzen, sie, wenn sie sich nicht freiwillig dieser Norm unterwerfen, gesetzlich zwingen und in jedem Fall einem Brainwashing unterziehen, damit sie einsehen, dass die Hausarbeits-Norm dieser Clique zu ihrem Besten und überhaupt das absolut Beste ist, was Männern jemals widerfahren ist.

Und wir dachten, Deutschland und die Europäische Union seien demokratische Regierungssysteme.

Demokratische Regierungssysteme, in denen alle Macht vom Souverän ausgeht.

Demokratische Regierungssysteme, in denen der Souverän als mündiger Bürger akzeptiert wird.

Weit gefehlt.

Denn: Politiker wissen mehr.

Der Weg zum Politiker ist der Weg zum wahren Wissen, zur wahren Erleuchtung, ein Weg, der durch keinerlei körperliche Arbeit beschmutzt und durch keinerlei handwerkliche Kenntnisse in Frage gestellt wird.

politicians wagesDer Weg zur Erleuchtung des Politikers, der allein sagen kann, was für andere gut und richtig ist, es ist ein Weg, den nicht einmal die universitäre Bildung ebnen kann, weshalb zum Politiker Berufene, die irrtümlicherweise im Studium der Gender Studies, der Anglistik oder der Literatur die Erleuchtung gesucht haben, ihren Irrtum, dann wenn sie ihn erkennen, zum Anlass nehmen, das universitäre Studium abzubrechen, um sich ganz der Berufung Politik und den Offenbarungen darüber, was für “die Menschen” gut und richtig ist, widmen zu können.

Natürlich zieht eine Gruppe Erleuchterter eine Gefolgschaft an, Groupies, also Jünger und solche, die es werden wollen. Personen, die am Mund der Politiker hängen, ihre Worte wie Manna aufsaugen und versuchen, sich durch allerlei unterwürfige Gesten der Gunst der Erleuchteten und ihrer Aufmerksamkeit anzuempfehlen.

Es ist regelmäßig aus den Reihen dieser Möchtegern-Erleuchteten, dass Vorschläge wie die oben dargestellten, Vorschläge dahingehend, wie man das Volk der handarbeitenden Deppen erziehen und auf den richtigen Weg des Lebens schubsen kann, an die Öffentlichkeit dringen, Vorschläge, deren Wirkung auf das Volk, das zu erziehende Volk getestet werden soll.

Testen wir also den Vorschlag, Männer zur Hausarbeit zu

  • erziehen,
  • zwingen,
  • brainwashen.

Zunächst zur grundlegenden Prämisse. Da sich Männer seit nunmehr Jahrhunderten der Gleichverteilung von Hausarbeit, womit Kinderpflege gemeint ist, zu entziehen scheinen, jedenfalls dann, wenn man das monotone Lamento der genderisierten Singer ernst nimmt, stellen sich mehrere Fragen:

  • Allen voran: Sind die Frauen, die die mangelnde Teilung der Kinderpflege-Hausarbeit beklagen dumm? Schließlich haben sie sich, wohlwissend um den jahrhundertelangen und negativen Kinderpflege-Hausarbeits-Beteiligungs-Saldo von Männern willentlich und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte dazu entschieden, dennoch mit einem Mann Nachwuchs zu produzieren und dafür zu sorgen, dass der entsprechende Saldo weiterhin negativ bleibt.
  • Das Dilemma der sich fortpflanzenden Frauen, die nach den Prämissen der Genderisten dumm sein müssen, lässt sich nur dadurch umgehen, dass man annimmt, Frauen, die sich auf den Fortpflanzungs-Deal mit einem Mann einlassen, ist bewusst, dass damit einhergeht, dass sie sich in erster Linie um die Kinderpflege-Hausarbeit kümmern. Warum bejammern sie nun ihre eigene Wahl? Oder bejammern sie sie am Ende gar nicht, zumindest nicht alle? Handelt es sich vielmehr um antizipiertes Jammern durch diejenigen, die zu wissen glauben, was andere wollen und was für andere gut ist?
  • Wenn ja, dann muss das Brainwashing auch bei Frauen ansetzen. Offensichtlich ist vielen weiblichen Fortpflanzern nicht bewusst, dass Männer eine antagonistische Gruppe darstellen, wie Friedrich Engels es ausgeführt hat, jener Friedrich Engels, dem Linke anhängen, die seine Unkenntnis in den meisten Bereichen, über die er sich ausgelassen hat (z.B. über die Familie) teilen. Folglich müssen sie erzogen werden, zur Erkenntnis, dass der weiße, heterosexuelle CIS-Mann, mit dem sie sich gerade fortgepflanzt haben, ein Schwein ist, das versucht, sich vor seinem Anteil an der Hausarbeits-Kinderpflege zu drücken, etwa so, wie sich die entsprechenden Frauen vor ihrem Teil an der Erwerbsarbeit drücken.

Es führt kein Weg daran vorbei: Frauen sind, Politiker und Genderisten wissen es, dumm, vor allem wenn sie sich fortpflanzen. Und anhand dieses Vorbilds sollen Männer erzogen, gezwungen und brainwashed werden, und zwar zu dummen, sich fortpflanzenden Männern, denn wenn man davon ausgehen würde, dass Männer eigenverantwortlich und mündig über Belange entscheiden, die sie angehen, dann verbieten sich Erziehungsversuche, Zwang und Brainwashing (Und warum sollten Genderisten Männern etwas zugestehen, was sie Frauen generell absprechen?)

Erziehungsversuche, Zwang und Brainwashing sind also die Mittel der Wahl für diejenigen, die durch folgende Eigenschaften ausgezeichnet sind:

  • Sie sind Faschisten, die sich im Vollbesitz von Wahrheit wähnen und denken, sie hätten das Recht das Volk zu dem Glück zu erziehen, das sie für das richtige Glück halten.
  • Sie sind Voyeure, die sich in die intimen Belange von Paaren einspionieren wollen und bestimmen wollen, wie die entsprechende Paare die Dinge, die zwischen den Partnern verhandelt werden müssen, wie z.B. die Aufteilung von Arbeit außerhalb und innerhalb des Haushalts, regeln.
  • Sie sind von sich enttäuschte Feiglinge, bei denen es nicht zu richtigen Terroristen gereicht hat.

VolksempfaengerDie Tatsache, dass Zwang und Umerziehung von Männern nahezu zeitgleich in einem Fragebogen der EU und bei der Friedrich-Ebert-Stiftung auftaucht, ist sicher kein Zufall. Volkserziehung und Brainwashing sollen seit der Erfindung des Staatsfeminismus dadurch erreicht werden, dass die zu offensichtlich zu vielfältige Gesellschaft gleichgeschaltet wird: Dass Männer mehr Hausarbeit und Kinderbetreuung leisten müssen, es wird über Multiplikatorennetzwerke intoniert, von der EU über einschlägige nationale Ministerien und die politischen Vereine der Parteien in die Medien getragen, von wo aus das Volk beschallt und zum richtigen Weg bekehrt werden soll, und lässt es sich nicht bekehren, so folgt der Zwang auf dem Fuss, per Quote und Gesetz.

Die Wege von Erziehung und Brainwashing, es sind immer dieselben, denn eines kann man den Erleuchteten, die ihr Volk zum richtigen Dasein erziehen wollen, nicht bescheinigen: Sie sind weder innovativ noch kreativ. Man muss also nur darauf warten, dass das Bundesministerium für FSFJ ein Rechtsgutachten bei einem abgehalfterten Juristen, den auf seinem Altenteil die Langeweile aufzuzehren droht, bestellt, in dem geklärt wird, ob es mit dem Grundgesetz vereinbar ist, wenn man Männer dazu zwingt, nicht mehr als 35 Stunden pro Woche zu arbeiten und mindestens 12 Stunden pro Woche in Hausarbeit und Kinderpflege zu investieren. Dass der Zwang nicht gegen das Grundgesetz verstoßen wird, ist schon jetzt klar: juristische Rabulistik wird es möglich machen. Dass die Überwachung von Männern, per Uhr am Handgelenk, die stündlich einen Tätigkeitsbericht an das BMFSFJ sendet, gesichert ist und die Durchsetzung des Gesetzes somit möglich, ist auch schon klar.

Es wäre ja noch schöner, wenn man Männer nicht zu dem erziehen und zwingen könnte, was Ideologen als das Gute für Sie bestimmt haben.

Zensur der Meinungsfreiheit – Die Angst geht um, beim “humanistischen Pressedienst”

Gestern haben wir über den Beitrag “Universitäre Pseudowissenschaft” von Ulrich Kutschera berichtet.

Der Beitrag fand sich auf den Seiten des humanistischen Pressedienstes. Und von dort hat er eine schnelle Verbreitung gefunden, wie eine Google Suche zeígt.

Wie gesagt, gestern fand sich der Beitrag beim humanistischen Pressedienst. Heute ist er verschwunden (Wir danken Prof. Dr. Günter Buchholz für den Hinweis).

humannistischer Pressedienst

Wie gut, dass es Google gibt und Google einen Cache hat, in dem man auch noch Beiträge findet, auf die plötzlich der Zugriff verweigert wird. Wer den verschwundenen Beitrag gerne entdecken und lesen will: Hier ist er. Und wie gut, dass wir es uns angewöhnt haben, eine Sicherungskopie der Texte zu machen, über die wir berichten…

Nun stellen sich natürlich eine Reihe von Fragen, wenn ein Beitrag so spurlos von der Seite eines Pressedienstes verschwindet. Was könnte die Ursache dafür sein? Was hat der Verfasser des Textes angestellt, dass ihm die Öffentlichkeit eines humanistischen Pressedienstes verweigert wird? Hat er sich gegen den Humanismus vergangen, jedenfalls in der Form, wie er beim humanistischen Pressedienst gepredigt wird?

Ein Blick in den Text zeigt: Ulrich Kutschera berichtet darin von einer Konferenz in San José. Dort hat sich der Evolutionsbiologe mit Lehrstuhl an der Universität Kassel mit anderen Biologen getroffen, um über den Kreationismus in Europa zu diskutieren, also über jene Lehre, die Adam und Eva als Ausgangspunkt der Menschheit sieht und entsprechend die Zeitgeschichte auf maximal 7000 Jahre datiert.

Daran kann nichts Anstößiges gewesen sein, denn bereits in der Vergangenheit hat der humanistische Pressedienst Beiträge verbreitet, in denen Kritik am Kreationismus geübt wurde, zwei davon finden sich noch im Archiv des Pressedienstes: Einer über Kreationismus in Deutschland und einer über Kreationismus in Europa. Dass Kutschera Kreationisten kritisiert, kann also nicht der Grund dafür sein, dass sein Text über Universitäre Pseudowissenschaft verschwunden ist.

Will man die Ursache für die Zensur durch den humanistischen Pressedienst herausfinden, dann muss man entsprechend die Texte zum Kreationismus, deren Veröffentlichung offensichtlich nicht als bedenklich eingestuft wird, mit dem Text vergleichen, der verschwunden ist, jedenfalls von der Seite des humanistischen Pressedienstes, nicht jedoch aus dem Google Cache.  Und wie gesagt, wir haben ihn auch noch…

The Snout in the Trough

The Snout in the Trough

Der einzige Unterschied zwischen den Texten, die noch vorhanden sind und dem, der zensiert wurde, besteht darin, dass Genderismus als Form von Kreationismus, als Pseudowissenschaft bezeichnet wird, dass Ulrich Kutschera ausspricht, was die Leser von ScienceFiles seit Jahren wissen, dass nämlich Genderismus keine Wissenschaft ist, da Genderismus keine Methode, keine Methodologie und vor allem kein Erkenntnisinteresse hat. Genderismus ist, wie wir nicht müde werden zu sagen, keine Wissenschaft, denn Genderismus ist eine Ideologie, deren Zweck darin besteht, die Anhänger des Genderismus an die mit Steuergeldern gefüllten Futtertröge zu bringen, damit sie sich dort durchfuttern können, auf Kosten der Steuerzahler.

Dass dem so ist, haben wir in einer Vielzahl von Beiträgen zum Genderismus begründet. Aber wir hätten es gar nicht begründen müssen, denn die Weigerung von Genderisten, die es geschafft haben, sich in der institutionellen Wissenschaft einzunisten, einfachste Fragen nach ihrer wissenschaftlichen Methode, ihrer Erkennistheorie, ihrem Erkenntnisinteresse, ihren Ergebnissen und ihrem Nutzen für die Gesellschaft zu beantworten, spricht Bände. Denn nichts davon ist vorhanden, wie das bei einer Ideologie der Fall ist, deren Zweck ausschließlich im Nutznießen besteht.

Und wenn eine Ideologie, ihre Hohepriesterinnen und ihre Anhänger anderen die Ideologie als Wahrheit verkaufen wollen, dann darf Kritik an der Wahrheit, Widerspruch oder gar Widerlegung natürlich nicht zugelassen werden. Entsprechend muss Kritik, muss Widerspruch unterbunden, Widerlegung unmöglich gemacht werden, muss Zensur geübt werden.

Josef StalinFolglich scheint eine Intervention von Genderisten dazu geführt zu haben, dass der Text von Kutschera von der Seite des humanistischen Pressedienstes verschwunden ist. Eine andere Erklärung fällt uns nicht ein (aber vielleicht gibt es ja einen Mutigen beim humanistischen Pressedienst, der das Verschwinden aufklärt – vielleicht mit einem technischen Defekt?). Und so lange diese Erklärung nicht falsifiziert wurde, muss man vier Konklusionen daraus ziehen:

  1. Beim humanistischen Pressedienst gibt es welche, die haben die Hosen gestrichen voll.
  2. Genderismus ist eine totalitäre Ideologie und deshalb mit Kreationisten nicht vergleichbar, denn letztere sind in der Regel tolerant genug, nicht-Gläubige und ihre Meinungen zuzulassen. Entsprechend müsste man ideengeschichtlich den Genderismus wohl eher in eine Reihe mit anderen totalitären Ideologien stellen, z.B. mit dem Stalinismus.
  3. Die Versuche von Genderisten, die Meinungsfreiheit im Internet einzuschränken, erhalten gerade Anschauungsmaterial für all diejenigen, die sich nicht selbst vorstellen können, was da auf sie zukommt!
  4. Die Verantwortlichen beim Humanistischen Pressedienst müssen Duckmäusertum oder Zensur mit Humanismus verwechseln.

Prof. Dr. Günter Buchholz hat bereits nachgehakt.

Totale Verwirrung bei TOTAL E-QUALITY: Gleichstellung oder Chancengleichheit – was denn nun?!?

Bereits vorgestern haben wir über das vom TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. erfundene Prädikat mit dem aufschlussreichen Namen TOTAL E-QUALITY berichtet, das gemäß der Beschreibung durch das IWT der “Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in Ihrem Unternehmen/Ihrer Organisation”, darunter auch in wissenschaftlichen Institutionen, dienen soll.

Total-E-QualityDer TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. ist seinerseits anscheinend eine Erfindung des Bundesministeriums für alle außer Männern (in der Blüte Ihrer Jahre), und vermutlich gilt das auch für das Prädikat; jedenfalls wird es “[m]it Unterstützung” dieses Ministeriums finanziert, und Angela Merkel und Ursula von der Leyen scheinen zu meinen, dass ihr Konterfei auf den Seiten von TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V., versehen mit den üblichen, unsinnigen Sprüchen zur angeblichen Ignoranz der bundesdeutschen Gesellschaft gegenüber “der Hälfte unserer Talente” dabei helfen würde, den Multiplikatoren-Verein für ihre Staatsideologie beim Bürger einzuschmeicheln. Ob nicht sozusagen dieser Schuss nach hinten losgehen wird, ist eine offene Frage, aber jedenfalls handelt es sich um die “usual suspects”, die hinter dem neu erfundenen Prädikat stehen.

Weil derzeit mit dem Begriff der Chancengleichheit in Deutschland ungehemmt und in jeder erdenklichen Weise Schindluder getrieben wird, betrachten wir uns den so genannten “Quick-Check”, d.h. den Kurz-Fragebogen, den das IWT erstellt hat, um wissenschaftlichen Institutionen oder Organisationen zu ermöglichen, vor der eigentlichen Bewerbung um das Prädikat festzustellen, “wie weit Sie schon sind” (so heißt es im “Quick-Check”) oder besser: wie weit sie derzeit schon von der Idee der Wissenschaft Abstand genommen haben, um sie durch geistige Verwirrung und Gehorsam der Staatsideologie gegenüber zu ersetzen.

Die Jury, die über die Vergabe des Prädikats für Gehorsam gegenüber der Staatsideologie an wissenschaftliche Einrichtungen entscheidet, besteht übrigens aus genau drei Personen, von denen nur eine einzige als hauptberuflich tatsächlich in der Wissenschaft Tätige angesehen werden kann, nämlich die Sprachwissenschaftlerin Dr. Hadumond Bußmann, während die anderen beiden Personen als Personal in der wissenschaftlichen Selbst-/Verwaltung angesehen werden müssen: bei ihnen handelt es sich um Dr. Ing. Matthias Kleiner, der Präsident der Leibnitz-Gemeinschaft ist, und Brigitte Göbbels-Dreyling, die die stellvertretende Generalsekretärin der Hochschulrektorenkonferenz ist.

Der Kurz-Fragebogen für wissenschaftliche Einrichtungen umfasst insgesamt zehn Fragen. Zu jeder dieser Fragen stellen wir unsererseits kurze Fragen oder machen kurze Anmerkungen, die eigentlich hinreichen sollten, um das Prädikat TOTAL E-QUALITY als das Ergebnis totaler geistiger Verwirrung erkennbar zu machen, das es ist.

Es folgen zunächst die zehn Fragen aus dem Kurz-Fragebogen:

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Fragen Unsere Anmerkungen
(1) “Sind in Ihrer Einfrichtung Frauen in wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Führungspositionen beschäftigt oder an fachlich herausgehobenen Positionen ohne Führungsverantwortung tätig (als Projektleiterin o.ä.)?” In wissenschaftlichen Einrichtungen sollten ebenso wie in Unternehmen und Organisationen diejenigen Personen in Führungspositionen sein, die die vergleichsweise höchste Leistung erbracht haben. Das Geschlecht einer Person gibt keinerlei Aufschluss über die von ihr erbrachte Leistung und umgekehrt. Wenn Frauen in Führungspositionen anzutreffen sind, dann ist davon auszugehen, dass sie aufgrund ihrer Leistung in diese Positionen gekommen sind, denn bis vor wenigen Jahren galt auch in wissenschaftlichen Einrichtungen noch das Leistungsprinzip, und gerade deshalb sind Frauen in Führungspositionen (auch) an wissenschaftlichen Einrichtungen ein Beleg dafür, dass Chancengleichheit bereits in der Vergangenheit geherrscht haben muss, denn sonst hätten diese Frauen nicht in ihre Führungspositionen gelangen können. Wenn das zutrifft, ist die Abwesenheit von Frauen in Führungspositionen aber anders zu erklären als dadurch, dass keine Chancengleichheit herrschen würde oder geherrscht hätte. Frage 1 kann daher nicht als Indikator für Chancengleichheit angesehen werden, sondern lediglich als Indikator für die Annäherung an eine Quotierung von Führungspositionen nach Geschlecht. So gesehen misst Frage 1 in der Tat, wie weit sich wissenschaftliche Einrichtungen schon vom Leistungsprinzip ab- und einem Quoten- oder Gleichstellungsprinzip zugewandt haben.
(2) “Beteiligen Sie Frauen an Ausschreibungsverfahren oder Auswahlgremien? An Ausschreibungsverfahren und Auswahlgremien sind Personen normalerweise aufgrund ihres Tätigkeitsprofils und nicht aufgrund ihres Geschlechtes beteiligt. Beispielsweise setzt sich eine Berufungskommission an einem universitären Fachbereich vorrangig aus Inhabern von Lehrstühlen zusammen. Frauen sind in dem Maß an Berufungskommissionen beteiligt wie sie Lehrstühle inne haben. Das entspricht der Idee, dass es Fachkollegen sind, die am besten geeignet sind, einen kompetenten Bewerber um eine Professur auszuwählen, wobei das Geschlecht von Personen ohne Bedeutung ist. Ausschreibungsverfahren werden an wissenschaftlichen Einrichtungen gewöhnlich von den Zuständigen im Personalamt bzw. der Personalabteilung durchgeführt, so dass auch dort gilt: Frauen sind in dem Maß an ihnen beteiligt, in dem sie die entsprechenden Zuständigkeiten in Personalabteilungen haben. Frage 2 verdeckt diese Zusammenhänge vollständig und scheint darüber hinaus Frauen niedrige Motive wie Basenwirtschaft zu unterstellen, indem angenommen wird, dass Frauen, wann immer sie eine Position inne haben, diese Position aus unbekannten Gründen – vielleicht wird hier von einer Art biologischem Imperativ ausgegangen, der selbst ein erhebliches Maß an Sexismus darstellt – dazu missbrauchen werden, Frauen gegenüber Männern zu bevorteilen. Die Frauen, die sich durch ihre Beteiligung an dem Prädikat als Unterstützerinnen dieser Vorstellung identifizieren oder sogar meinen, mit ihrem Namen und Konterfei dafür werben zu müssen, scheinen sich nicht einmal darüber bewusst zu sein, auf welche für ihre Integrität fatale Weise diese Vorstellung auf sie als Positionsinhaberinnen zurückfällt.
(3) “Werden Frauen – auch in Teilzeit – beruflich gefördert (z.B. Mentoringprogramme)?” Warum sollte ein Unternehmen, eine Institution, eine Organisation oder speziell eine wissenschaftliche Einrichtung ein Geschlecht bevorzugen, wenn es sich angeblich für Chancengleichheit einsetzt? Chancengleichheit bedeutet, dass Personen, die sich an der Einrichtung bewerben oder dort arbeiten, auf dieselben Bedingungen treffen. Als Bewerber sollten sie dementsprechend dieselbe Chance haben, dass ihre Qualifikationen mit Bezug auf die zu besetzende Stelle betrachtet und mit denen der anderen Bewerber verglichen werden, und das bedeutet, dass sie im Vorfeld dieselben Chancen haben müssen, diese Qualifikationen zu erwerben. Wenn Frauen, aber nicht Männer diesbezüglich gefördert werden, dann bedeutet das, dass die Chancengleichheit verletzt wird, nicht, dass sie gefördert würde. Das ist das Gegenteil dessen, wozu das Prädikat angeblich beitragen möchte. Ob hier bewusst versucht wird, die Öffentlichkeit auf primitive Weise zu täuschen, oder ob hier tatsächlich blanke Unkenntnis sozialpolitisch relevanter Ideen und Konzepte zum Ausdruck kommt, bleibt ungeklärt.

Chancengleichheit ist eine Gleichheit, die sich – wie der Name schon sagt – auf die Gleichheit von Chancen, nicht auf die Gleichheit von Ergebnissen bezieht. Entweder es ist das Ziel einer Initiative, möglichst viele oder eine bestimmte Anzahl von Frauen auf bestimmte Positionen zu bringen – Gleichstellung fällt in diese Kategorie, da sie eine gleiche Verteilung von Männern und Frauen auf bestimmte Positionen anstrebt –, dann strebt man eine Gleichheit im Ergebnis an, und weil die Verteilung, die im Ergebnis vorliegen soll, schon bekannt ist, ist Chancengleichheit völlig unnötig: man verteilt einfach solange nur oder bevorzugt Personen mit einem bestimmten Merkmal, z.B. Geschlecht, bis diese Personengruppe die Ergebnisse aufweist, die man ihr zugedacht hat. Chancengleichheit ist eine Form der Gleichheit, die dann gar nicht notwendig ist. Oder es ist das Ziel einer Initiative, darauf hinzuwirken, dass jede Person dieselbe Chance hat, die Zugangskriterien zu einem Gut oder einer Position durch eigene Leistung, soweit man sie erbringen möchte, zu erfüllen. Chancengleichheit ist daher ein Teil des Gerechtigkeits- bzw. Leistungsprinzips und steht im Gegensatz zu jeder Vorstellung von Ergebnisgleichheit oder Quotierung.

Wer Frage 3 bejaht, zeigt also an, dass er Chancengleichheit gerade nicht fördert, sondern das Chancengleichheitsprinzip bewusst zugunsten einer Ergebnisgleichheit oder Quotierung zu verletzen bereit ist.

(4) “Ist Personalentwicklung für den wissenschaftlichen und wissenschaftsstützenden Bereich bereits ein Thema?” Personalentwicklung in Unternehmen, Institutionen oder Organisationen dient gleichermaßen dazu, dazu beizutragen, dass der Daseinszweck derselben möglichst gut erreicht wird. Der Daseinszweck von Unternehmen ist, Profit zu erwirtschaften und am Markt zu bleiben, was erst ermöglicht, dass Konsumenten zuverlässig und bezahlbar mit bestimmten Gütern versorgt werden. Der Daseinszweck von wissenschaftlichen Einrichtungen ist es, die Wissenschaft voranzubringen. Frage 4 hat daher keine Relevanz mit Bezug auf die Erhöhung des Frauenanteils in Unternehmen, Institutionen oder Organisationen, es sei denn, man wolle Personalentwicklung dazu missbrauchen, Ergebnisgleichheit nach Geschlecht zu schaffen, statt den jeweiligen Daseinszwecken der Unternehmen, Institutionen oder Organisationen dienstbar zu machen.
(5) “Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter/innen bei der Kinderbetreuung (finanziell, organisatorisch)?” Unternehmen, Institutionen oder Organisationen sind nicht dazu da, den privaten Entscheidungen ihrer Mitarbeiter Rechnung zu tragen. Sie sind gut beraten, diejenigen Personen zu beschäftigen, die sich am meisten für das Unternehmen, die Institution oder Organisation engagieren wollen, nicht diejenigen, die meinen, sich nur engagieren zu können, wenn Unternehmen, Institutionen oder Organisationen für ihre sonstigen Angelegenheiten sorgen. Unternehmen, Institutionen oder Organisationen bezahlen ihre Mitarbeiter für die Arbeit, die sie tun; es besteht kein Anlass zu meinen, sie müssten ihre Mitarbeiter hierüber hinaus dafür entschädigen, dass sie in der Zeit, in der sie arbeiten, nicht am sonnigen Strand sitzen oder ein Buch lesen oder mit Kindern spielen oder sonst einer privat bevorzugten Tätigkeit nachgehen können. Siehe auch die Anmerkung zu Frage 4 bzw. zum Daseinszweck von Unternehmen, Institutionen oder Organisationen.

Im Übrigen soll Frage 5 wohl suggerieren, dass Kinderbetreuung durch eine Person eine notwendige Beziehung zum Geschlecht der Person habe, was eine Verwechslung von Kinderbetreuung mit Kinderzeugung darstellt und einen biologistisch fundierten Sexismus darstellt, den diejenigen, die Frauen und Männer gerne gleichstellen wollen, gerne denen vorwerfen, die Chancengleichheit und Leistungsprinzip der Ergebnisgleichheit vorziehen (also keine Sozialisten sind).

(6) “Hat die Frauen-/Gleichstellungsbeauftragte ausreichende Ressourcen, um wirksam arbeiten zu können?” Die Frage ist unsinnig, denn eine Gleichstellungsbeauftragte gehört nicht in Unternehmen, Institutionen oder Organisationen. Eine Gleichstellungsbeauftragte soll ja anscheinend Personengruppen gleichstellen. Unternehmen, Institutionen oder Organisationen haben aber bereits ihre Daseinszwecke, und für diese ist Gleichstellung irgendwelcher Personengruppen irrelevant. Schmuggelt man in Unternehmen, Institutionen oder Organisationen Gleichstellungsbeauftragte ein und stattet man sie auch noch mit “ausreichende[n] Ressourcen [aus], um wirksam arbeiten zu können”, dann macht man aus dem Unternehmen, der Institutionen oder der Organisationen eine Filiale der staatsideologischen Gleichstellungspolitik, die ihr eigener Zweck ist, und pervertiert damit den Zweck, aufgrund dessen das Unternehmen, die Institution oder die Organisation einmal diente und eigentlich dienen sollte.
(7) “Integrieren Sie gleichstellungspolitische Elemente in Ihre Planungs- und Steuerungsinstrumente (z.B. monetäre und strukturelle Steuerungssysteme, Controllingsysteme, Evaluationsverfahren)?” Die Frage misst ebenso wie Frage 6 lediglich, wie weit sich Unternehmen, Institutionen oder Organisationen schon von ihrem Daseinszweck und ihrer Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler und Konsumenten entfernt haben, und zwar aus denselben Gründen, die oben schon genannt wurden.
(8) “Ist Chancengleichheit in das Leitbild Ihrer Organisation integriert?” Frage 8 ist insofern eine dumme Frage als Diskriminierung von Personen oder Personengruppen aufgrund fachfremder Merkmale im Grundgesetz verboten ist. Es besteht daher überhaupt keine Notwendigkeit für Unternehmen, Institutionen oder Organisationen Chancengleichheit als ein “Leitbild” zu integrieren. Eine Selektion von Mitarbeitern gemäß ihrer Qualifikationen ist dagegen nicht nur (noch) nicht verboten, sondern dient dazu, den Daseinszweck der Unternehmen, Institutionen oder Organisationen zu erfüllen. Insofern alle Mitarbeiter die Chance haben, ihre Qualifikationen bei einer Bewerbung um einen Arbeitsplatz und am Arbeitsplatz einzubringen und sich unternehmensintern und extern weiterzubilden, besteht Chancengleichheit der Mitarbeiter. Weil es im Interesse der Unternehmen, Institutionen oder Organisationen ist, diese Chancen zu bieten, kann man davon ausgehen, dass sie dies tatsächlich tun. Es scheint, dass in dieser Frage gar nicht Chancengleichheit gemeint ist, sondern Gleichstellung oder Quotierung der Geschlechter, was jedoch einander ausschließt (s. Anmerkung zu Frage 3). So gesehen ist Frage 8 ein Täuschungsversuch bzw. ein primitiver rhetorischer Trick oder ein neuerliches Zeugnis geradezu fahrlässiger, weil gesellschaftspolitisch unverantwortbarer Ahnungslosigkeit.
(9) “Integrieren Sie Erkenntnisse aus der Frauen- und Genderforschung in Forschung, Lehre und Studium?” Frage 9 ist u.E. die Frage mit dem größten Erheiterungswert: ihr liegen die völlig unbegründeten Prämissen zugrunde, dass 1) eine Frauen- und Genderforschung als Forschung im Sinne des Wortes (statt als rhetorischer Übung) inklusive der Möglichkeit und Bereitschaft zur Falsifikation ihrer Hypothesen existiere, 2) eine solche Forschung, (anscheinend aber nicht die Männerforschung,) falls sie existiert, irgendwelche benennbaren Ergebnisse (statt Bewertungen aufgrund ideologischer Vorgaben) erbracht hätte, und 3) dies Forschung, falls sie existiert, von irgendeiner Relevanz für die Erfüllung des Daseinszweck von Unternehmen, Institutionen oder Organisationen sei. Was von der in Frage 9 angesprochenen Frauen- und Genderforschung zu halten ist, wird schon daran deutlich, dass die Formulierer dieser Frage offensichtlich davon ausgehen, dass sie, falls sie existiert und falls sie benennbare Ergebnisse erbracht hätte, zweifellos eine Lobbyveranstaltung für Frauen sein müsse oder für das, was die Formulierer meinen, was im Interesse von Frauen sei. Es ist ihnen anscheinend völlig unvorstellbar, dass eine solche Forschung einen Befund erbringen könnte wie z.B. den, dass viele Frauen sich einem Dasein als Mutter stärker verbunden fühlen als irgendeinem Berufsethos und ihre Zukunftsplanung und ihr Engagement im Unternehmen, in der Institution oder Organisation entsprechend gestalten. Damit ist klar, dass von Frauen- und Genderforschung gar nicht erwartet wird, dass sie eine Forschung im Sinne wissenschaftlicher Forschung über (soziale) Tatsachen und Zusammenhänge ist. Und hieraus wiederum folgt, dass auch Frage 9 misst, wie weit sich ein Unternehmen, eine Institutionen oder eine Organisation von der Realität entfernt hat, in der es/sie agieren – und bestehen – muss.
(10) “Fördern Sie die Gewinnung junger Frauen für ein Studium und ihre Chancen für wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Karrieren?” Siehe Anmerkung zu Frage 3. Die Bevorzugung einer bestimmten Personengruppe ist nun einmal Bevorzugung und nichts anderes. Wer nicht an Gehirnkrebs leidet, versteht das. Und weil Bevorzugung Bevorzugung ist, steht sie im Gegensatz zu Chancengleichheit.

Fazit:
Berlin, Großkundgebung im SportpalastDas angebliche Prädikat misst politische Korrektheit bzw. wie weit Unternehmen, Institutionen oder Organisationen sich von ihrem Daseinszweck entfremdet und zu ausführendem Organen und Multiplikatoren staatsfeministischer Ideologie geworden sind. Um den Fragebogen – leicht abgewandelt – zu zitieren:

“Je mehr Fragen Sie mit ‘Ja’ beantworten, umso besser sind die Erfolgschancen einer Bewerbung. Schicken Sie uns Ihr Ergebnis! Uns interessiert, wie gut Ihre Organisation auf dem Weg zum Erfüllungsgehilfen der Ideologie eines totalitären Staates schon ist!”

Wir finden, dass Unternehmen, Institutionen oder Organisationen, für die mehr als eine Frage (vielleicht, weil sie missverstanden worden ist,) mit “Ja” beantwortet werden muss, offensichtlich ihren Daseinszweck vergessen haben und von so ungebildeten Mitarbeitern bestückt werden, dass sie den Unterschied zwischen Chancengleichheit und Gleichstellung (durch systematische Bevorzugung der einen und damit Benachteiligung der anderen) nicht kennen. Wenn es sich um wissenschaftliche Einrichtungen handelt, die vom Steuerzahler finanziert werden, steht die Frage im Raum: Wollen wir als Steuerzahler und Bürger solche nur angeblich wissenschaftlichen Einrichtungen finanzieren?

Die andere Frage, die sich uns aufdrängt, lautet: warum sollte man sich die Mühe machen, solche als rhetorische Tricks oder als Zeugnisse geistiger Verwirrung sofort ersichtliche Fragen zu formulieren, wenn man auch einfach fragen könnte: “Wollt ihr die totale Gleichheit?” Wer sich dazu hergibt, einen Fragebogen zwecks Erwerb des Prädikates TOTAL E-QUALITY auszufüllen, würde hierauf doch zweifellos einfach laut “Ja!” schreien können.

Sozialismus 2.0: Die ultimative Form der Abhängigkeit

Über die letzten Jahre haben wir über eine Vielzahl von neuen Süchten, z.B. die Internetsucht, nun die Arbeitssucht berichtet. Wir haben unzählige Versuche der Paternalisierung beschrieben, Versuche, Menschen ihr Nutella zu vergällen, sie vom Rauchen abzuhalten, vom Alkohol zu entwöhnen, sie in die richtige Richtung zu schubsen, wobei die angeblich richtige Richtung immer die Richtung ist, die andere für die entsprechend Geschubsten als richtig ansehen, nie die Richtung, die die Geschubsten selbst für richtig halten.

MaxLeninWir haben Versuche beschrieben, die Freiheit der Wissenschaft zu beseitigen, die Wissenschaft an die Kette einer vermeintlichen Verantwortung zu legen, wobei die Verantwortung das ist, was von Dritten als Verantwortung von Wissenschaftlern definiert wird. Im Klartext: Was Dritte denken, dass Wissenschaftler nicht tun sollten, warum auch immer sie das denken. Wir haben eine große Zahl von Beiträgen den Versuchen gewidmet, unter dem Vorwand der Frauenförderung Personen an Universitäten zu installieren, sei es als angebliche Beauftrage für Gleichstellung, sei es als Nutznießerin des Professorinnenprogramms, die mit Wissenschaft wenig bis nichts, dafür viel mit Ideologie zu tun haben. Während man Gleichstellungsbeauftrage mit den Politkommissaren gleichstellen kann, die z.B. an DDR Universitäten dafür gesorgt haben, dass die Lehre nicht von der Heiligen Schrift des angeblich wissenschaftlichen Marxismus-Leninismus abweicht, sind die meisten Professorinnenprogramm-Günstlinge mit denen zu vergleichen, die die heilige Lehre des Marxismus-Leninismus an DDR-Universitäten gepredigt haben.

Schließlich haben wir über eine Vielzahl von Versuchen berichtet, Arme, Armut zu instrumentalisieren oder mit der angeblich bildungsfernen Schicht eine Personengruppe aufzubauen, die für die diffusesten Maßnahmen als Legitimation herhalten muss, Maßnahmen, die allesamt darauf abzielen, eine Transferexistenz zu begründen oder Eingriffe in bislang von staatlichen Häschern unberührte Bereiche der Gesellschaft zu ermöglichen, Eingriffe, die zum Ziel haben, den neuen, den modernen Menschen zu schaffen, den Menschen, der für Sozialismus 2.0 tauglich ist.

Insofern alle Varianten des Sozialismus davon träumen, einen neuen Menschentypus, eine Art Drohne des kommunitaristischen Lebens zu schaffen, ist dies nichts Neues.

Neu ist die Art des Angriffs.

An die Stelle von Zwang, Drohung und Elimination sind subtilere Formen des Übergriffs auf die individuelle Existenz getreten, Übergriffe, die das Ziel verfolgen, die unabhängige, autonome und freie Existenz von Individuen zu beenden und sie in Abhängigkeit vom Staat zu bringen, sie zu Drohnen 2.0 zu machen, die nur leben können, weil ihr Staat, der große und gute Pater Familias für sie sorgt.

Hayek KnechtschaftDies ist der Kern aller neu erfundenen Süchte, aller neuen Maßnahmen und gesetzlichen Regelungen: Die Beseitigung individueller Freiheit und die Diskreditierung aller Formen, die Menschen ein Auskommen unabhängig vom großen Pater Familias, dem Gott der Moderne, dem Staat, ermöglichen. Ziel von Sozialismus 2.0 ist es entsprechend, Freiheit zu beseitigen und Menschen in Abhängigkeit zu bringen.

Instrumentell dabei ist der Feminismus, der es als Errungenschaft oder gar Emanzipation verkaufen will, dass Menschen am Tropf des Staates hängen, sich in eine geförderte Daseinsform überführen lassen, die ihre Staatsdienlichkeit mit allerlei Subventionen belohnt, sei es die Bezuschussung der eigenen Parzelle, auf der das Standardhaus steht, sei es die steuerliche Begünstigung des staatlich erwünschten Lebensstils, sei es die direkte Prämie dafür, dass Menschen, die bislang zumindest die Möglichkeit hatten, ein unabhängiges Leben zu führen, sich fertil verhalten, sich dafür bezahlen lassen und fortan ein Leben in kompletter Abhängigkeit von staatlichen Vorgaben führen.

Instrumentell sind ferner Lehrpläne in Schulen, die mit allerlei ideologischem Ballast überladen werden, so dass Schüler von der ersten Klasse an lernen, wie man ein guter Staatsdiener ist, wie man sich zu einem Gemeinschaftsmenschen entwickelt, der keine Fragen stellt und vor allem eines nicht tut: ein Leben unabhängig vom Staat und seinen Alimenten führen.

Instrumentell dabei ist schließlich ein großangelegter Angriff auf die Arbeit, die Möglichkeit für Menschen, eine Unabhängigkeit zu erreichen und ein Leben zu führen, das nicht vom Staat abhängig ist. Deshalb wird Arbeit verteufelt, derjenige, der gerne arbeitet, zum Süchtigen erklärt. Deshalb wird Arbeit dadurch entwertet, dass jeder Unsinn plötzlich als Arbeit, als Care-Arbeit anerkannt werden soll. Die Überzeugung von Menschen, dass Arbeit zum Leben notwendig ist, wird systematisch untergraben, systematisch durch die Verlockung einer “Work-Life-Balance”, die angeblich Menschen eher zuträglich ist und ihnen mehr Zeit für sich geben soll (was immer das auch bedeuten mag) als Arbeitszeit versüßt und mit der Teilzeitarbeit gekrönt, jenem letzten Steinchen im Versuch, den sozialistischen, vollumfänglich abhängigen Menschen zu schaffen.

Und am Ende sehen wir ihn, den sozialistischen Menschen.

sozialistischer Mensch Sein Leben hängt von den Almosen ab, deren Höhe sein Staat festsetzt und die sein Staat ihm gewährt. Der Verlauf seines Lebens ist vom Staat geplant, die einzelnen Lebensphasen durchläuft der sozialistische Mensch oder besser: die sozialistische Drohne, zu der der alte Mensch geworden ist, in vorgefertigten Bahnen, die ihm nichts bieten, was seine Ausnutzbarkeit durch den Staat beeinträchtigen könnte. Schadstoffe, die die Funktionsweise der sozialistischen Drohne beeinträchten, sind seinem Zugriff ebenso entzogen wie die Möglichkeit, seinem sozialistischen Dahinsiechen ein eigenes Ende zu bereiten, denn die friedliche sozialistische Gesellschaft funktioniert ohne Gegenstände, die durch eine Dual Use Problematik ausgezeichnet sind.

Die neue sozialistische Drohne ist lenkbar, einsetzbar, bewegbar, verfügbar und willfährig, denn sie hat in der Schule gelernt, dass das, was ein sozialistischer Mensch sein will, nicht kritisiert, nicht hinterfragt und vor allem eines nicht tut, nach mehr verlangen, als ihm sein Staat zu geben bereit oder fähig ist.

Willkommen im Sozialismus 2.0.

Gegen die Europäischen Toleranzwächter

Wir haben bereits über das European Council on Tolerance and Reconsiliation berichtet. Dem Council gehören Yoram Dinstein, Ugo Genesio, Rein Müllerson, Daniel Thürer und Rüdiger Wolfrum an.

ECTRDas European Council on Tolerance and Reconsiliation ist ein schönes Beispiel dafür, wie heutzutage Organisationen, die aus selbsternannten Gutmenschen bestehen und die über keinerlei demokratische Legitimation verfügen, als Lobbyisten für ein Thema auftreten, das ihnen besonders am Herzen liegt und ihr Pet-Project für andere zum verbindlichen Umgangston zu machen versuchen. (Was wir unter Gutmenschen verstehen, haben wir hier definiert.)

Das European Council on Tolerance and Reconsiliation beschreibt sich selbst als eine “international NGO, established in October 2008 by Aleksander Kwasniewski, former President of Poland and Moshe Kantor, President of the European Jewish Congress. … The European Council on Tolerance and Reconciliation is a non-partisan and non-governmental institution. It is envisaged to be an opinion-making and advisory body on international tolerance promotion, reconciliation and education. It fosters understanding and tolerance among peoples of various ethnic origin; educates on techniques of reconciliation; facilitates post-conflict social apprehensions; monitors chauvinistic behaviors, proposes protolerance initiatives and legal solutions.”

Es ist das Schicksal von Themen, die in den Bereich von Ethik, Philosophie oder Sozialwissenschaften gehören, dass selbsternannte Experten glauben, sie könnten als “opinion-maker” auftreten und anderen erklären, wie man als guter Mensch zu leben hat, wie z.B. Toleranz geht, was Toleranz ist und wem gegenüber man tolerant zu seint hat. Es ist das Los von Menschen, die in Logik und Statistik geschult sind, sich derartige Widersprüche ansehen zu müssen und zu wissen, die Widersprüche ergeben sich aus der Normalverteilung von Intelligenz gepaart mit der negativen Selektion von Politikern und ergänzt um das Faktum, dass es, um die eigenen Beschränkungen zu erkennen, einer Kompetenz bedarf, die, wäre sie vorhanden, die Widersprüche, wie die, in die sich die Möchtegern-Wächter europäischer Toleranz verstricken, gar nicht erst hätte entstehen lassen

Dabei ist nicht nur keine demokratische Legitimation bei dieser Art von Gutmenschen-Lobbyismus vorhanden, es ist auch vollkommen unklar, welche Qualifikation z.B. die oben genannten Personen dazu legitimieren und ausweisen soll, anderen vorzuschreiben, was sie wie wann und wo zu tun oder zu lassen haben. Dessen ungeachtet ist das European Council on Tolerance and Reconcilliation derzeit als Toleranz-Lobbyist unterwegs und versucht, das “European Framework National Statute for the Promotion of Tolerance” für die Europäische Union verbindlich zu machen.

Wie gesagt, wir haben bereits ausführlich über dieses absurde Machwerk geschrieben. Wir wollen uns daher auf einige Highlights im Text und auf eine komprimierte Form der Darstellung der logischen Fehler in diesem “Toleranz-Statut”, dem gegenüber man, wie wir glauben, keinerlei Toleranz zeigen darf, beschränken.

Die logischen Fehler in Kürze:

Wer fühlt sich nicht an das ZK der SED erinnert?

Wer fühlt sich nicht an das ZK der SED erinnert?

Im Statut wird zunächst definiert, was als eine Gruppe anzusehen ist, nämlich alle Menschen, die ein gemeinsames Merkmal teilen (characteristic of similar nature). Besipiele entsprechender Merkmale sind Rasse, kulturelle Wurzeln, ethnische Abstammung, religiöse Anbindung und – man hat es schon vermisst: sexuelle Orientierung.

Es kann festgestellt werden: welche Menschenmenge als Gruppe gilt, ist einerseits eine Frage der Willkür, andererseits eine Frage des gelebten Rassismus, denn wenn Gutmenschen wie die vom European Council on Tolerance and Reconciliation (ECTR) darauf beharren, dass Schwarze eine eigene Rasse formen und dass das Merkmal der Hautfarbe wichtiger ist als z.B. die jeweilige individuelle Intelligenz, die – benutzte man sie als Grundlage der Gruppeneinteilung – notwendiger Weise schwarz-weiß-gelbe Gruppen von Klugen und Dummen etablieren würde, setzen sie den Rassismus voraus, den sie angeblich bekämpfen wollen. Und sie zeigen sich als Muster-Rassisten, denn sie sind diejenigen, die die Gruppenzugehörigkeit nach Hautfarbe gerade festgeschrieben haben.

Ganz nebenbei erlaubt die Formulierung im Statut eine willkürliche Bestimmung der schützenswerten Gruppen – was die Frage aufwirft, wer die entsprechenden Gruppen bestimmen soll und mit welcher Legitimation und mit welcher Begründung, d.h. wer die schützenswerten und der Toleranz werten Gruppen bestimmen und konstruieren darf. Welche Begründung spricht zum Beispiel dafür die Gruppe der Transsexuellen als Gegenstand besonderer Toleranzbemühungen auszumachen, nicht aber die Gruppe der Golfspieler oder Banker oder Bild-Zeitungsleser?

Es geht weiter im Versuch, die Logik abzuschaffen, in dem Stereotypisierungen als “Group libel” (Gruppen-Verunglimpfung), also derogative Kommentare, Kommentare oder Bezeichnungen, die Gruppen lächerlich machen oder mit falschen Anschuldigungen belegen, unter Strafe gestellt werden sollen: Als Beispiel geben die Toleranzwächter Behauptungen an wie: “Zigeuner sind Diebe” oder “Muslime sind Terroristen”. Ergänzen ließe sich: Deutsche verstehen keinen Spass, Iren sind ein chaotischer Haufen und US-Amerikaner spielen sich als Weltpolizisten auf.

Oder wären die zuletzt genannten Aussagen etwa keine “Group-libel” (Gruppen-Verunglimpfung), wie die Toleranzwächter das nennen? Wenn nein, warum nicht? Wenn doch, dann folgt daraus, dass die Toleranzwächter jede Form der Stereotypisierung unter Strafe stellen wollen. In jedem Fall folgt, dass die Toleranzwächter nur bestimmte, von ihnen zu bestimmende Stereotypisierungen unter Strafe stellen wollen.

Nuts in BedlamLiest man das Statut in Gänze, dann wird Letzteres ganz deutlich. Die Toleranzwächter wollen anderen vorschreiben, über welche Gruppen sie Witze machen dürfen und über welche Gruppen nicht, denn Intoleranz gibt es nach ihrer Ansicht nur im Hiblick auf: Rasse, Hautfarbe, Ethnie, Religion, es gibt sie als totalitäre Ideologie, als Fremdenfeindlichkeit, als anti-Semitismus, als anti-Feminismus und als Homphobie.

Abermals findet sich ein logischer Widerspruch, der zum Himmel schreit, denn Toleranz wird von den Toleranzwächtern für ihre Zwecke nicht formal, sondern inhaltlich gefüllt, und es werden Vorgaben gemacht, welche Form der Intoleranz zu bekämpfen ist, wobei die genannten Formen vermeintlicher Intoleranz sich allesamt dadurch auszeichnen, dass niemand weiß, was damit eigentlich gemeint ist, so dass es eines Schriftgelehrten bedarf, der die Heilige Schrift der Toleranzwächter auslegt und im Einzelfall entscheidet, ob eine Aussage intolerant ist oder nicht.

Der Willkür nächster Schritt.

Und um die Idiotie auf die Spitze zu treiben, konzipieren die Toleranzwächter ihre wahre Lehre der richtigen Toleranz als totalitäre Ideologie, die durch Medien, an Schulen, an Universitäten und in öffentlichen Institutionen vertrieben werden muss. Abweichung vom Lehrplan wird nicht toleriert. Personen, die sich der Intoleranz im von den selbsternannten Toleranzwächtern bestimmten Sinne schuldig machen, werden nicht nur als Straftäter bestraft, sondern können durch die Opfer (bei denen es sich um Gruppen handelt!) zu Schadensersatz gezwungen werden. Und Jugendliche, die sich gegen die korrekte Form der Toleranz vergehen, werden in Umerziehungsprogramme gesteckt, um auf diese Weise die “Kultur der Toleranz” zu erlernen.

Diese Kultur der Toleranz ist so tolerant, dass sie unerbittlich gegen alle vorgeht, die die Setzung dessen, was korrekte und richtige Toleranz ist, nicht teilen und sich davon abzuweichen trauen, denn: “tolerance does not mean that a group can segregate itself from society as a whole, repudiating the need to interface with other groups. … tolerance does not denote acceptance of such practices as female circumcision, forced marriage, polygamy or any form of exploitation or domination of women” (Insofern es sich bei female circumcision oder polygamy um kulturelle Praktiken handelt, die in  nicht-westlichen Kulturen vorhanden sind, verstoßen die Toleranz-Wächter gegen Section 2d , Section 3b(i) und Section 4b ihres eigenen Statuts, weshalb man sie, sofern ihr Statut je in der EU in Kraft tritt, sofort auf Schadensersatz verklagen sollte.)

narrow minded peopleDas Statut zeigt sich hier ganz offen als das, was es sein soll, nämlich als ein Gängelungsinstrument, das von Engstirnigkeit nur so strotzt und in das die Gutmenschen, die es geschrieben haben, das gepackt haben, was ihnen gerade nicht gefällt. Toleranz ist jedoch ein Wert, der nicht inhaltlich bestimmt werden kann, sondern nur formal. Man kann Toleranz nicht auf die Punkte einschränken, die einem gerade in den Kram passen und alles, was einem nicht in den Kram passt als intolerant abwerten, denn auf diese Weise gerät man unwillkürlich in eine Auseinandersetzung darüber, was der Toleranz wert ist und was nicht. Dass die Statuten-Macher des ECTR dies nicht sehen, sagt viel über ihre Motivation und ihren geistigen Horizont.

Vor Jahrzehnten hat Heike Diefenbach schon formuliert: “Toleranz ist, wenn es einem egal ist”. Und genau das ist die grundlegende Charakteristik von Toleranz: Man interessiert sich nicht dafür, wie andere ihr Leben leben, was sie sagen und was sie tun, so lange sie keine Externalitäten für Dritte produzieren, wie sie z.B. das Gutmenschen-Council der Toleranzwächter für all diejenigen produziert, die weiterhin auf das Recht freier Meinungsäußerung bestehen und es nicht zur von Toleranzwächtern genehmigten Form eingeschränkter Meinungsäußerung verkommen lassen wollen.

Pluralismus und Demokratie leben von freier Meinungsäußerung und davon, dass jeder seine Meinung sagen kann, egal, wie abstrus sie ist. Eine Demokratie, die sich dadurch schützen zu müssen glaubt, dass sie bestimmte Formen der Meinungsäußerung ausschließt, hat damit den Schritt in den Totalitarismus gemacht: Die Bestimmung der auszuschließenden Formen wird zu  Widerstand und in jedem Fall zu Streit führen, schon weil es z.B. Leute gibt, die selbsternannten Gutmenschen wie den Pseudo-Toleranzwächtern vom ECTR am liebsten den Mund verbieten würden. Es führt eben kein Weg daran vorbei, dass man sich in Demokratien auch den Unsinn anhören muss, den Bewegte, die keine Argumente, aber viel Überzeung haben, von sich geben – schon weil Parlamentsdebatten im Fernsehen übertragen werden.

Es ist höchste Zeit, etwas dagegen zu tun, dass selbsternannte Lobbyisten denken, sie könnten den Europäern vorschreiben, welche Form von Toleranz sie zu pflegen und welche Art von Meinung sie zu äußern haben. (Diese Art der Bevormundung widerspricht übrigens den vom Council der Gutmenschen in ihrem Statut niedergelegten Kriterien, weshalb sie sich selbst ad-absurdum führen – der finale Widerspruch, wenn man so will).

Arendt_totalitarismusWir sind auf eine wichtige Petition aufmerksam geworden, die es seit einigen Monaten auch Change.org gibt. Die Petition trägt den Titel: Protect freedom of speech in the EU # FreeSpeechEU und ist an die Mitglieder des Europäischen Parlaments gerichtet, die über den Lobby-Toleranz-Unsinn, den das Gutmenschen Council aus selbsternannten Toleranz-Wächtern verbrochen hat, abstimmen sollen. (Es schon interessant, wie leicht es manchen Interessen-Lobbyisten fällt, zum Gegenstand parlamentarischer Erörterungen zu werden, während manche anderen, die dummerweise nur steuerzahlender Bürger und nicht Brownie-Punkte vergebende Lobbygruppe sind, keinerlei Gehör finden, obwohl sie angeblich der Souverän sind…).

Wir legen allen unseren Lesern dringend nahe diese Petition, die in englischer Sprache verfasst ist, aber im Wesentlichen die Punkte macht, die wir auch machen, zu unterstützen.

Es geht darum, den Möchtegern-Kontrolleuren das Handwerk zu legen, bevor sie Europa zu einer Festung gemacht haben, nicht gegen die, die von außen kommen, sondern gegen die, die hinter den Gittern der Festung sitzen.

Für alle, die es in sozialwissenschaftlicher Sprache hören wollen: Wir sehen hier die Banalität des Alltäglichen am Werk, die Banalität des Alltäglichen, die Hannah Arendt beschrieben hat, als Grundlage von Totalitarismus, Drittem Reich und Vernichtung all derer, denen gegenüber man nicht toleranz war, weil sie die falschen Meinung vertreten haben.

Wir bedanken uns bei Prof. Dr. Günter Buchholz, der uns das ECTR-Machwerk wieder in Erinnerung gerufen hat.

Die schmollende, sprechverweigernde Gesellschaft

Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist das zentrale Recht, auf dem demokratische Systeme basieren. Nur wenn es einen Wettbewerb der Ideen und Meinungen gibt, ist gewährleistet, dass demokratische Systeme funktionieren. Damit dieser Wettbewerb funktioniert, ist es notwendig, dass in demokratischen Systemen ein Mindesmaß an Kommunikation, ein Mindestmaß an Austausch und Streit über die Inhalte stattfindet, und dazu ist es notwendig, dass man miteinander spricht.

Politische Systeme, in denen die Vertreter unterschiedlicher Ideen nicht miteinander sprechen, politische Systeme, in denen kein Wettbewerb der politischen Ideen stattfindet, degenerieren früher oder später in den Totalitarismus, in dem vorgegeben ist, was die richtige Meinung ist und in dem keinerlei politischer Streit und Wettbewerb der Ideen stattfindet.

civic cultureDerart totalitäre Systeme sind ausgezeichnet durch eine politisch korrekte Sprache, durch Meinungen, die als richtig anerkannt sind und die nicht mehr hinterfragt werden dürfen. Totalitäre Systeme haben aufgehört zu leben, sie beschäftigen sich ausschliesslich damit, vorhandene Ressourcen zu verleben und damit, Andersdenkende aus dem politischen Prozess auszuschließen. Totalitäre Systeme sind stumme Systeme, denn nur Floskeln mit Seinesgleichen ausgetauscht werden. Und totalitäre Systeme sind sterbende Systeme: Sie benötigen immer mehr Gewalt, um Wettbewerb zu unterbinden, und während die Zahl der Günstlinge immer größer wird, werden die vorhandenen Ressourcen immer kleiner. Schließlich sind, wie man in Anlehnung an Almond und Verba sagen könnte, totalitäre politische Systeme oder solche auf dem Weg dahin, subject political systems, also unterordnende Systeme, in denen über die Köpfe der Bürger entschieden wird und keinerlei Diskussion der oder Begründung für Entscheidungen erfolgt, geschweige denn, dass über die Folgen der Entscheidungen diskutiert würde.

Erste Anzeichen einer totalitären Gesellschaft sehen wir also darin, dass ein Wettbewerb der Ideen vermieden wird. Vertreter, die im politischen Theater in der Lage sind, ihre Meinung als richtige Meinung durchzusetzen und andere Meinungen als politisch nicht korrekt zu brandmarken, verweigern den Diskurs über diese anderen Meinungen, den Wettbewerb mit diesen Meinungen. Staatsdiener, die die angeblich richtige Meinung”, wenn sie erst einmal Gesetz geworden ist, in all ihren konkreten Erscheiungen umsetzen, verweigern den Diskurs mit Bürgern, die die Umsetzung der als richtig vorgegebenen Meinung hinterfragen. Das System ist geschlossen, totalitär, und das beste, was Außenstehende erwirken können, ist schmollende Sprechverweigerung.

Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und uns über die letzten Monate an eine Reihe von Personen gewendet, die eine klare politische Agenda verfolgen, eine, die wir auf ScienceFiles kritisieren. Wir haben alle von uns angeschriebenen Personen, um Auskünfte, Begründungen und Erklärungen gebeten und die im folgenden dargestellten Personen haben nicht geantwortet: Sie schmollen lieber und verweigern die Kommunikation. Sie warten, bis die Zeit ihre Sprachlosigkeit, Feigheit, fehlenden Argumente oder was auch immer, überholt und vergessen gemacht hat.

Nun, um dem Vergessen vorzubeugen, hier eine kleine Liste der Schmoller.

  • Achtung JudenViele Leser werden sich daran erinnern, dass an Bayerischen Gymnasien ein rassistischer Text grassiert, in dem Männer als Verursacher des Klimawandels dargestellt werden. Das Machwerk, das in einer Primitivität, die man vermutlich nur durch geistige Defekte der Autoren erklären kann, jede Grenze von Lauterkeit und gutem Geschmack vergessen macht, wurde von ScienceFiles und ScienceFiles Lesern zum Anlass genommen, um beim Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus eine Begründung und Erklärung für die Verwendung rassistischer Texte im Unterricht zu verlangen. Die nichtssagende Antwort, die eine Renate Bayer übermittelt hat, wurde zum Anlass für Nachfragen genutzt, Ergebnis: Schmollende Kommunikationsverweigerung beim Gegenüber. Daraus muss man ganz offensichtlich schließen, dass die Verwendung rassistischer Texte im Schulunterricht gewollt ist und nicht hinterfragt werden darf.
  • UNi duiEine Beate Kortendiek, die ein Auskommen an der Universität Duisburg-Essen gefunden hat, hat in einem internen Rundschreiben an die Mitglieder(innen) des Netzwerks “Frauen- und Geschlechterforschung NRW” dafür geworben, eine wissenschaftliche Untersuchung, mit der Prof. Dr. Günter Buchholz die Grundlagen und theoretische Begründung der Frauenforschung ergründen wollte, zu boykottieren. Der Boykott bestimmter Forschungsfragen ist sehr gut aus der Zeit des Dritten Reiches bekannt, in dem z.B. Untersuchungen, die die arische Begründung des Nationalsozialismus kritisch untersuchen wollten, verhindert wurden. Wir haben den Boykottaufruf zum Anlass genommen, um einen Offenen Brief an Beate Kortendiek zu schreiben und ihr die Gelegenheit zu geben, sich öffentlich zu entschuldigen und den Schaden, den Sie der Wissenschaft zugefügt hat, zumindest in Teilen zu reparieren. Ergebnis: Kortendiek schmollt und schweigt. Offensichtlich wurde der Schaden, den ihr Bozkottaufruf demokratischen Grundlagen im Allgemeinen und der Freiheit von Wissenschaft und Forschung im Speziellen zugefügt hat, von Kortendiek in Kauf genommen. Offensichtlich ist sie nicht an Wissenschaft sondern am Gegenteil von Wissenschaft, an Totalitarismus interessiert.
  • ProfessorrinnenprogrammDer systematischste Versuch, Männer zu diskriminieren, findet derzeit im Rahmen des Professorinnenprogramms statt. Das besonders perfide an diesem Programm besteht darin, dass man männlichen Bewerbern vorgaukelt, sie hätten eine Chance auf Positionen berufen zu werden, obwohl dies nicht der Fall ist. Die Täuschung dient der Legitimation des Professorinnenprogramms und dem Verbergen der Tatsache, dass das Professorinnenprogramm dem Grundgesetz widerspricht, und hat für die getäuschten männlichen Bewerber die Konsequenz, dass sie nicht nur als Feigenblatt missbraucht, sondern ihnen darüber hinaus finanzielle und zeitliche Kosten verursacht werden. Wir haben zwei Dekane von Universitäten angeschrieben, Dr. Matthias Kohring von der Universität Mannheim und Dr. Ulrich Stephani von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die für Ausschreibungen verantwortlich sind, die der Täuschung männlicher Bewerber im Rahmen des Professorinnenprogramms dienen und ihnen eine Liste von Fragen präsentiert, mit der wir ihre Rolle im Professorinnenprogramm analysieren wollten. Ergebnis: schmollende Sprechverweigerung. Offensichtlich wollen die Dekane keine Auskunft über ihre Stellung zum und ihre Rolle im Professorinnenprogramm geben, entweder aus Angst oder weil sie nicht gerne öffentlich zugeben, dass sie sich an der Diskriminierung von Männern und dem entsprechenden Verrat an der Wissenschaft beteiligen.
  • Kilian KrummSchließlich haben wir noch einen Studenten namens Kilian Krumm, der in der Öffentlichkeit des Internets vollmundig Dinge behauptet, die er weder begründen noch belegen kann, die einzig der Diskreditierung Dritter dienen. Wir haben ihm die Gelegenheit gegeben, sich und seine vollmundigen Äußerungen zu verteidigen. Ergebnis: Kilian schmollt und verweigert die Kommunikation. Krumm gehört offensichtlich zu denjenigen, die alles behaupten, wenn es ihrer Sache dienlich zu sein scheint, und die es überhaupt nicht gewohnt sind, aufgefordert zu werden, ihre Behauptungen zu begründen oder zu belegen.

Die vier Beispiele zeigen, was in Deutschland im Argen liegt:

Öffentliche Bedienstete in Ministerien haben es nicht nötig, ihre Verwendung von Steuermitteln gegenüber Steuerzahlern zu begründen, und sie haben es noch weniger nötig, auf Kritik an rassistischem Unterrichtsmaterial zu reagieren. Die beim Volk Angestellten reden nicht mit dem Volk, und wenn jemand aus dem Volk Kritik übt, dann wird geschmollt und geschwiegen – noch wird geschmollt, es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Schmollen dem offenen Ausleben des Ärgers weicht, wenn die passive Zerstörung demokratischer Grundlagen der aktiven Zerstörung weicht.

Öffentliche Bedienstete an Universitäten rufen intern zur Zerstörung von Wissenschaft auf und haben es nicht nötig, sich dafür zu entschuldigen, nein, sie müssen sich nicht einmal gegenüber Vertretern des Kultusministeriums, die in Deutschland doch angeblich so besonders an der Freiheit von Forschung und Lehre interessiert sind, rechtfertigen. Man kann scheinbar konsequenzenlos die demokratischen Grundlagen von Wissenschaft zerstören.

Öffenliche Bedienstete an Universitäten, die sich in ihrer Funktion als Dekan an der Diskriminierung von männlichen Wissenschaftlern beteiligen, haben es nicht nötig, ihre Rolle oder ihre Mittäterschaft öffentlich zu erklären bzw. darüber Rechenschaft abzulegen. Die Zerstörung von Wissenschaft, so zeigt die Vergangenheit, ist besonders erfolgreich, wenn sie von innen erfolgt.

Schließlich verfügen Nachwuchswissenschaftler, die den Mund zu voll genommen haben, weder über den Anstand noch über das moralische Erschrecken, das sich normalerweise einstellt, wenn man bemerkt, dass man jemandem Unrecht getan hat. Sie sind bereits moralische Vakuums, die die Grundregel der schmollenden und sprechverweigernden Gesellschaft verstanden haben, denn Totalitarismus kann man nur erreichen, wenn man schweigt, nicht mit Kritikern spricht und den Wettbewerb von Ideen verunmöglicht.