Land Berlin klagt gegen Bundeskriminalamt

Fast wäre diese Nachricht im Wust der irrelevanten Meldungen untergegangen:

Land Berlin klagt gegen Bundeskriminalamt.

Berlin.svgIm Berliner Senat ärgert man sich darüber, dass Berlin in den Statistiken des Bundeskriminalamts, vor allem in der Polizeilichen Kriminalstatistik immer besonders schlecht abschneidet. Man wittert eine Kampagne gegen Berlin, die darauf abzielt, die Stadt als Touristenattraktion in Misskredit zu bringen und wähnt, die daraus entstehenden Verluste für die Gastronomie und Hotellerie und vor allem die Einnahmeverluste des Landes Berlin gingen in Milliardenhöhe.

Deshalb hat der Berliner Senat vor dem Bundesverfassungsgericht Klage gegen das Bundeskriminalamt und die Polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2013 eingelegt. In der Begründung heißt es u.a. Berlin werde in der Polizeilichen Kriminalstatistik systematisch schlecht gemacht.

Berlin habe 4,2% der Einwohner in Deutschland, werde aber für 8,4% der erfassten Straftaten verantwortlich gemacht. Das sei nicht gerecht. Ebenso wenig sei es vertretbar, die Stadt zum Schlusslicht bei der Aufklärung von Straftaten unter den Bundesländern zu erklären.

Der Berliner Senat zweifelt die Rechtmäßigkeit der entsprechenden Erfassung an.

Mit 54,3% aufgeklärten Fällen bei Betrug, 34,7% aufgeklärten Fällen bei Raub, 7% bei Einbruchsdiebstahl finde sich Berlin immer am Ende der Erfolgsskala – als Schlusslicht der Bundesländer. Dies sei eine Wertung durch das Bundeskriminalamt, die man in Berlin nicht mehr länger hinnehmen wolle.

Die Darstellung der Stadt in der Polizeilichen Kriminalstatistik vermittle den Eindruck, Berlin sei das Venedig der Kriminalität, die Polizei der Stadt eine entweder korrupte oder unfähige, in jedem Fall wirkungslose Einrichtung. Letztlich falle diese negative Darstellung der Stadt in den Statistiken des Bundeskriminalamtes auf den Senat und die darin befindlichen Parteien zurück und lasse sie alle in einem schlechten Licht erscheinen.

Fast müsse man sich schon schämen, wenn man bekenne, dass man ein Berliner sei. Einst sei dies eine Auszeichnung gewesen, heute habe es bei denen, die es hörten, Mitleid zur Folge.

Schuld daran sei die verzerrt, schiefe, unsachgemäße, übertriebene, ungünstige, in jedem Fall falsche Darstellung der Stadt Berlin in den Statistiken des Bundeskriminalamts.

Deshalb hat der Berliner Senat das Bundeskriminalamt vor dem Bundesverfassungsgericht auf Unterlassung, hilfsweise auf eine bessere Darstellung verklagt, die Berlin bei der Menge der verübten Straftaten, der Aufklärungsquote bzw. der Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen mindestens mit Bayern gleichstellt.

Wie die Bundesverfassungsrichter im vorliegenden Fall entscheiden werden, ob Susanne Baer sich befangen erklärt und von der Entscheidung ausschließt, wir werden es auf ScienceFiles berichten.

Möglicherweise haben wir aber eine Pressemeldung verwechselt und Berlin klagt gar nicht gegen das Bundeskriminalamt, sondern gegen das Statistische Bundesamt, und auch nicht deshalb, weil die Stadt in der Polizeilichen Kriminalstatistik so schlecht abschneidet, sondern deshalb, weil in Berlin bei der letzten Volkszählung (im Zensus) 2011 in Berlin 1,6 Millionen Einwohner weniger gezählt wurden als gedacht, und weil Berlin deshalb 1,6 Milliarden Euro weniger aus dem Länderfinanzausgleich erhält.

Wie gesagt, möglicherweise haben wir das verwechselt – vielleicht auch nicht.

Da heute die Affen den Zoo regieren, kann man sich nicht mehr an Plausibilität und Normalitätsvorstellung orientieren. Deshalb fragen wir unsere Leser: Was meinen Sie, wen das Land Berlin verklagt hat?

Berlin gegen wen?

Genderisten sind wie kleine Kinder

Dr. habil. Heike Diefenbach hat sich mit der uns schon seit langem beschäftigenden Frage: “Warum sind Genderisten so versessen darauf, als wissenschaftlich zu erscheinen?”, auseinandergesetzt.

Das Ergebnis ist erhellend und erheiternd.

Viel Spaß!

Wissenschaft ist EINE gute Sache (“gut”, weil sie systematischen Wissenszugewinn und Wissensweitergabe durch intersubjektive Mittteilbarkeit ermöglicht).

Notdienste und die Freiwillige Feuerwehr sind ANDERE gute Sachen, weil sie einen angebbaren Nutzen erbringen.

Nehmen wir an, Genderismus wäre eine gute Sache (so, wie Genderisten das annehmen):

freiwillilge feuerwehrWarum reiben sich Genderisten völlig sinnlos daran auf, als wissenschaftlich erscheinen zu wollen, obwohl das nicht möglich ist, eben, weil Genderismus keine Wissenschaft ist, sondern eine Weltanschauung, die auf einem auf das Merkmal “Geschlecht” reduzierten Menschenbild basiert und Sozialklempnerei auf der Grundlage dieses fatal reduzierten Bildes betreiben möchte.

Und warum sollte es ihnen nicht genügen, Leuten, denen sich das nicht spontan mitteilt, zu erläutern, warum Genderismus eine gute Sache sein soll?

Die Freiwillige Feuerwehr hat auch niemals darauf bestanden, an der Uni Pöstchen zu bekommen, von denen aus sie die Wichtigkeit des Engagements in der Freiwilligen Feuerwehr predigen kann. Anscheinend hat sie das nicht notwendig; von ihr ist spontan erkennbar, wozu sie nutzt, und sie genießt daher Ansehen.

Wenn dem Genderismus das nicht gelingt, sollte er sich doch zu allererst fragen, warum das nicht gelingt, statt stupide immer und immer wieder zu wiederholen, Genderismus habe irgendetwas mit Wissenschaft zu tun, in der Hoffnung, dass es die Leute glauben, wenn es trotzig genug behauptet wird.

Es bleibt keine andere Möglichkeit, als davon auszugehen, dass Genderisten schizophrene und autoritäre Persönlichkeiten sind, und zwar deshalb, weil sie verzweifelt Anerkennung im etablierten und durch das etablierte Wissenschaftssystem suchen, so, als sei das ein Selbstzweck, und dabei sogar die eigenen Behauptungen verhöhnen, hier: diejenige, nach der Wissenschaft ein kaltes, böses, rationales, männliches Unterfangen ist. Und doch sehnen sie sich nach nichts so sehr wie danach, just in diesem Unterfangen Anerkennung zu finden.

Wenn ihr Humankapital dafür, selbst Wissenschaftler zu werden und in der Wissenschaft Anerkennung zu finden, nicht ausreicht, dann kreieren sie ihre “Gegen-Wissenschaft”, also Ideologie, versuchen, eine Parodie auf Sozialwissenschaften als diese “Gegen-Wissenschaft” zu verkaufen, die sie dann gegen die Natur-Wissenschaften auszuspielen gedenken, aber gleichzeitig wollen Sie, dass Begriff und Konzept der Wissenschaft ungeteilt bleibt, damit der warme Schein der Legitimation, Vernunft und des Status von Wissenschaft auf sie scheinen möge.

Sie wollen erzwingen, was nicht möglich ist: Wenn ihnen ihre Strategie gelänge und sie irgendwann als Wissenschaftler durchgingen, dann würde das nur bedeuten, dass Wissenschaft aufgehört hat, mit Legitimation, Vernunft und Status verbunden zu sein.

Genderisten sind wie kleine Kinder, die erzwingen wollen, was nicht möglich ist, und sich selbst Lügen strafen: Es geht offensichtlich nicht um eine gute Sache, sondern darum, eine tiefgehende psychologische Abhängigkeit von Autoritäten angesichts des Scheiterns in einem System, das für sie Autorität darstellt, zu bearbeiten.

Und wie kleine Kinder sind sie ehrlich überrascht, wenn sie feststellen müssen, dass unsere Gesellschaft eine pluralistische ist, in der manchen Leuten mit bestimmten psychologischen Problemen oder Bedürfnissen etwas als “Befreiung” erscheint, was anderen Leuten einfach vollkommen gleichgültig ist oder was sie nicht mögen, weil es einfach nicht “their cup of tea” ist. Und?

Warum sollte aus dem Pluralismus einer Gesellschaft ausgerechnet die Ideologie des Genderismus NICHT höchst unterschiedlich betrachtet und bewertet werden? Das ist doch ganz normal. Warum die Enttäuschung darüber, die so tief ist, dass man sich nicht entblödet zu behaupten, Leute, die mit Genderismus nichts am Hut haben, würden nicht “befreit” werden wollen?

O doch, sie wollen definitiv befreit werden!

Und zwar von der ständigen Berieselung mit Themen, die sich als solche aus der Weltanschauung (ich persönlich vermute: aus den psychologischen Schwierigkeiten) bestimmter Leute ergeben, und deren totalitären Phantasien darüber, anderen Menschen eine Welt zu bereiten, in der sie sich zwar nicht wohlfühlen, aber Genderisten sich wohlfühlen.

Ach ja, und natürlich fühlen sich Genderisten nur in einer Welt wohl, in der die eigene Weltanschauung die einzig gute, richtige, legitime, emanzipatorische und vor allem: wissenschaftliche ist, denn Genderismus muss einfach etwas sein, was alle Worte, die irgendwie positiv konnotiert sind, auf sich vereint.

Und schon deshalb disqualifiziert sich Genderismus als Kandidat auf ein ernstzunehmendes Konzept – geschweige denn ein wissenschaftliches!

Was, wenn Ideologie Ignoranz und Unkenntnis trifft? Dann wird ein Beitrag in der ZEIT daraus.

Er geistert schon seit Tagen durch die Liste der Referrer im Dashboard von ScienceFiles, der Beitrag von Catherine Newmark, die als Kulturjournalistin bei der ZEIT arbeitet. “Aus Angst vor einem anderen Leben”, so der Titel des Beitrags, den wir nun tagelang ignoriert haben, nur um neuerlich, dieses Mal von Friedrich Dominikus, darauf hingeweisen zu werden, per Kommentar und so:

“Und das hier betrifft dieses Blog direkt:
http://www.zeit.de/kultur/2015-07/gender-studies-feminismus-10nach8

Wir sind nicht der Meinung, dass uns jeder Fall, in dem ein angeblicher Journalist der Ansicht ist er könne seinen Senf selbst zu Sachen geben, von denen er keine Ahnung hat, direkt betrifft, aber sei’s drum.

Ansgt der ZEITFrau Newmark maßt sich in der ZEIT an, sie könne beurteilen, was Wissenschaft ist und bewerten, dass Kritik am Genderismus und an Gender Studies polemisch und Beschimpfung sei. Nun, vielleicht betrifft uns das doch, schließlich kritisieren wir die Gender Studies als unwissenschaftlich. Entsprechend setzen wir uns dann doch mit dem auseinander, was Newmark da von sich gegeben hat.

Zunächst zum Titel “Angst vor einem anderen Leben”, die natürlich Gender-Kritiker haben: Wer Gender Studies also nicht gaaaanz toll findet, die fehlende Methode, das fehlende Erkenntnisinteresse und die vollkommene Abwesenheit einer Methodologie kritisiert, der hat also “Angst vor einem anderen Leben”, jedenfalls für Newmark, die hier das Hilflosigkeits-Mantra der Genderisten wiederholt, das wir langsam nicht mehr hören können.

Wenn die Genderisten so anomisch sind und so verschreckt auf grundlegende Fragen der Existenzberechtigung von Gender Studies an Hochschulen reagieren, weil sie keinerlei Antworten auf diese Fragen haben, dann ist es doch wohl die denkbar schlechteste Strategie, den anderen zu unterstellen, sie hätten Angst, wie Newmark dies wieder einmal versucht, denn dann muss man sagen, wovor die Gender-Kritiker angeblich Angst haben.

Aber selbst wenn Kritiker der Gender Studies “Angst vor einem anderen Leben” hätten, würde das die Gender Studies nicht zur Wissenschaft machen. Das ist nur einer der vielen Fehler im Text von Newmark, einer der vielen Fehler, die belegen, was sie doch aus der Welt schaffen will, dass Gender Studies Ideologie und nicht Wissenschaft sind.

Das ist, wie gesagt, nicht der einzige Fehler. Es folgt ein ganzes Rudel:

So haben nach Ansicht von Frau Newmark, die besser bei ihrem Schwerpunkt Film geblieben wäre, immer angenommen, davon hat sie Ahnung, die Gender-Kritiker Angst vor: “progressiver Sexualkunde”, vor der “Homo-Ehe”, vor Veränderung, jedenfalls vor der Veränderung, die den Genderisten vorschwebt.

Diese Form der Diskreditierung von Kritik hört man mittlerweile regelmäßig aus den Reihen der Genderisten. Dass sie damit ausgerechnet dagegen vorgehen wollen, dass die “akademischen Gender Studies … polemisch als Ideologie beschimpft” werden, ist nicht mehr Ironie, es ist schon lächerlich in einer nicht mehr zu steigernden Weise.

Genderisten fühlen sich also beschimpft, wenn man sie als Ideologen bezeichnet.

Seltsam.

Nach den eigenen Erkenntnissen von Frau Newmark wollen Gender Studies “progressive Sexualkunde” und “Homo-Ehen” durchsetzen. Das aber ist der Gegenstand von Ideologie, das Durchsetzenwollen der eigenen Weltsicht, dessen, was man für gut hält. Und das genau ist die Grundlage des Vorwurfs Gender Studies seien keine Wissenschaft sondern Ideologie.

Es ist wirklich beschämend, dass Personen wie Newmark in Zeitungen, die sich für intellektuelle Höchstleistungen halten, zu Wort kommen und dort zum intellektuellen Tiefstflug ansetzen können, indem sie zunächst zeigen, dass sie keine Idee davon haben, was eine Ideologie ist und dann offenkundig machen, dass sie genau so wenig eine Idee davon haben, was der Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie ist.

Logik der ForschungWissenschaft ist eine Methode der Erkenntnis. Sie unterscheidet sich von Ideologie dadurch, dass Aussagen aufgestellt werden, die an der Empirie scheitern können. Die Aussage: “Ich finde progressive Sexualkunde gut”, formuliert eine persönliche Vorliebe und hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Dass die Besetzer der Gender Studies Lehrstühle es geschafft haben, ihre persönlichen Vorlieben an Hochschulen zu tragen, macht Gender Studies nicht zur Wissenschaft und die, die die Lehrstühle besetzen nicht zu Wissenschaftlern, so wenig wie jemand, weil er bei der ZEIT schreibt, ein Journalist ist.

Wissenschaft ist nicht nur eine Methode, Wissenschaft ist auch auf Erkenntnisgewinn ausgerichtet: Wissenschaftler wollen etwas über die Wirklichkeit erfahren. Deshalb vermeiden Wissenschaftler wertende Begriffe wie “beschimpft” oder “progressiv”. Denn die entsprechenden Bewertungen schreiben einen Zustand fest, was bedeutet, der, der festschreibt, der weiß schon, er will entsprechend nicht mehr wissen, ist Ideologe und an Wissenschaft nicht interessiert. Insofern von Genderisten außer Bewertungen nicht viel bekannt ist, muss abermals festgestellt werden, dass Genderisten keine Wissenschaftler sind.

Sie sind in gewisser Hinsich psychologisch Geschädigte, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen gerne Wissenschaftler wären, und weil sie es nicht werden können, deshalb schlagen sie wild um sich, diffamieren und beleidigen, so wie Catherine Newmark (Begründung folgt jetzt):

“Es ist leicht, sich über jemanden wie Herrn Kutschera lustig zu machen, dessen Polemik getragen wird von einer traditionellen naturwissenschaftilchen Abneigung gegen alles Geisteswissenschaftliche”.

Dazu kann man nur sagen: Es ist leicht, sich über Catherine Newmark lustig zu machen, deren Unkenntnis getragen wird von einer traditionellen Angst vor allem, was die Naturwissenschaften ausmacht.

Und ebenso leicht ist es, die Ignoranz und Unkenntnis von Frau Newmark bloßzustellen und als die Ideologie aufzuzeigen, die sie nun einmal ist. Am Ende des Textes, den die ZEIT zu drucken bereit war, stellt Newmark Fragen:

“Als wir aus “feministischer Theorie” und “Feminismus” “Gender Studies” gemacht haben, weil wir nicht mehr nur unsere Probleme, sondern auch die aller anderen Geschlechter ernst nehmen wollten, haben wir da übersehen, dass es eine Menge Menschen gibt, die gar nicht befreit werden wollen? Denen es nicht angenehm ist, darüber nachzudenken, dass die Dinge nicht so sein müssen, wie sie “immer” (also seit den 1950ern) waren? […] Oder, um einige Gedanken des renommierten Geschlechterforschers Stefan Hirschauer aufzunehmen, der in einem polemischen Text, bewusst das Risiko des Applauses von der falschen Seite in Kauf nehmend, allerlei Missstände in den akademischen Gender Studies angeprangert hat: Ist die Inklusivität von Gender Studies wirklich nur der “dünne rhetorische Lack” über einer in weiten Teilen ganz traditionellen feministischen “Gegenwissenschaft”, die sich vor allem die Sache der Frauen auf die Fahnen geschrieben hat?”

Opp_MethodologieEinmal von der wirklich plumpen Art, die Gegenseite zu diffamieren, als in den 1950er Jahren stehen geblieben oder als polemisch zu diskreditieren wie die Kritik Stefan Hirschauers, der sich zudem bei Anti-Genderisten anbiedert, zeigt diese Passage abermals, dass Frau Newmark nicht einmal den Funken einer Idee hat, was unter Wissenschaft zu verstehen ist. Wissenschaft stellt Fragen und nimmt Kritik gierig auf, weil man die eigene Theorie verbessern kann, wenn man Fehler, auf die Kritik aufmerksam macht, ausmerzt. Hermentisch und diffamierend wie Newmark reagieren nur Ideologen wie Newmark, die zu ignorant sind, um zu verstehen, was der Wert von Kritik ist, und zu wenig Kenntnisse von Wissenschaft haben, als dass sie es je über die Ideologie hinausgebracht hätten. Ihre Welt besteht nur aus Glaubenssystemen, und ihr eigenes Glaubenssystem ist natürlich das richtige.

Warum? Diese Frage können Genderisten nicht beantworten, denn sie sind keine Wissenschaftler und glauben daher, dass ihr Glaubenssystem richtig ist und alle anderen bekehrt werden müssen, bekehrt zum richtigen Glauben, zum Genderglauben, dem progressiven Glauben, der nach den 1950er Jahren eingesetzt hat, irgendwann und irgendwie. Ist auch egal, denn Gender ist Wahrheit und weil Gender Wahrheit ist (und entsprechend keine Wissenschaft sein kann), deshalb weiß Newmark auch ganz genau, welche Antwort auf die vielen Fragen, die sie zum Abschluss ihres Textes stellt, gegeben werden muss:

“Ich glaube: nein.”

Gründe für diesen Glauben hat sie keine. Wieso auch? Newmark ist wie alle Gender Studierte ein Ideologe, der guckt wie ein Auto, wenn man ihn nach wissenschaftlichen Methoden fragt, nach Erkenntnisinteresse, Erkenntnisbeitrag, nach der Rolle von Kritik, der schlicht keine Ahnung von Wissenschaft hat, bei dem sich Ideologie, Ignoranz und Unkenntnis in der Weise treffen, dass es nur zu einem Beitrag in der ZEIT reicht.

Dass die Gender Studies keine Wissenschaft sind, zeigt sich schon daran, dass die entsprechenden Lehrstuhlbesetzer bis heute nicht in der Lage waren, grundlegende Fragen nach ihrer Methode, Methodologie, nach ihrem Erkenntnisinteresse, ihrem Beitrag zum wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt oder ihrem gesellschaftlichen Nutzen zu beantworten. Sie haben eine solche Angst vor den entsprechenden Fragen, dass sie selbst Versuche aus den Reihen der Wissenschaft, den Kern der Gender Studies zu finden und seine Nähe zur Wissenschaft zu bestimmen, boykottieren.

So und jetzt ein und für alle Mal:

Gender Studies sind keine Wissenschaft. Das haben wir an einer Vielzahl von Beispielen gezeigt. Jeder Gender Studierte, der den Mund aufmacht, belegt eindrücklich, dass Gender Studies keine Wissenschaft sind. Seine Ahnungslosigkeit im Hinblick auf wissenschaftliche Methoden und Standards, auf Methodologie und Erkenntnisziel macht dies überdeutlich. Warum die Gender Studierten dennoch so versessen darauf sind, sich Wissenschaftler zu nennen? Wir wissen es nicht, aber es kann sich eigentlich nur um etwas handeln, das im DSM V behandelt wird.

Nicht mehr zumutbar: Kulturstaatsministerin betreibt Geschichtsklitterung

Bekanntlich hat am 20. Juli 1944 Claus Schenk Graf von Stauffenberg versucht, Adolf Hitler in seiner Wolfsschanze ins Jenseits zu befördern. Eine Tischplatte ist ihm in den Weg gekommen.

Claus_von_Stauffenberg_(1907-1944)Seit 1945 sind die Attentäter um Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Symbol dafür, dass es auch in Deutschland Widerstand gegen Hitler gab. Als solche werden sie von Politikern gerne für ihre Zwecke eingespannt, posthum ist das einfach, denn sie können sich nicht mehr wehren, und als solche sind sie jeder Form von Missbrauch und Geschichtsklitterung ausgesetzt, gerade so, wie es den Politikern in den Kram passt.

So hat die Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die wirklich nicht mehr tragbar ist, anlässlich des diesjährigen Missbrauchs der Attentäter von 1944 Folgendes von sich gegeben:

„Die Frauen und Männer um Graf von Stauffenberg, die mit dem Attentat auf Hitler heute vor 71 Jahren dem Terror und der Gewalt der Nationalsozialisten ein Ende setzen wollten, folgten ihren Überzeugungen ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben. Sie stellten sich ihrer moralischen Verantwortung, wo die schweigende Mehrheit die Augen verschloss, wo andere behaupteten, keine Wahl und keine Alternativen gehabt zu haben. Die Überzeugungen der Männer und Frauen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus leben fort in unserer Demokratie, die die Würde des Menschen als unantastbar achtet.“

Kennen Sie die Frauen um Claus Schenk Graf von Stauffenberg?

Diejenigen um Claus Schenk Graf von Stauffenberg, die noch in der Nacht des 20. Juli 1944 und gemeinsam mit ihm erschossen wurden, waren: Friedrich Olbricht, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Werner von Haeften. Nach aller Erkenntnis handelt es sich bei Ihnen um Männer.

Auch unter den anderen Widerstandskämpfern, die die Übernahme der Macht nach dem Tod von Adolf Hitler so minutiös geplant hatten, waren keine Frauen. Hier kennt die Welt (minus Monika Grütters) Namen wie Henning von Tresckow, Ludwig Beck, Cuno Raabe, Carl Friedrich Goerdeler, Julius Leber, Wilhelm Leuschner oder Albrecht von Hagen. Abermals alles Männer, keine Frauen.

Im weiteren Kreis derer, die als Folge des Attentats von Hitlers Schergen inhaftiert und in den meisten Fällen umgebracht wurden, finden sich neben den bereits Genannten noch 199 weitere Männer, und es finden sich die Ehefrauen von Ludwig Beck und Erich Gloeden sowie drei weitere Frauen, von denen nicht ganz klar ist, ob sie überhaupt in den weiteren Kreis der Verschwörer gehören.

Aus 209 Männern und 5 Frauen, werden bei Monika Grütters “Frauen und Männer” und weil das alles noch nicht reicht, werden die fünf Frauen gleich in das Umfeld von Claus Schenk Graf von Stauffenberg befördert – damit klar ist: Das Attentat auf Hitler war zwar ein Plan, der in der Wehrmacht seinen Ursprung genommen hat, aber das bedeutet nicht, dass Frauen nicht maßgeblich daran beteiligt waren. So will es die politisch korrekte Geschichtsklitterung, die nicht davor zurückschreckt, eben einmal die Geschichte so umzuschreiben, dass sie zum genderistischen Unsinn passt, der das Hirn von Monika Grütters zu besiedeln scheint.

Es ist ein Dienst an der Menschheit, wenn die Mehrheit nicht mehr länger schweigend zusieht, wie Monika Grütters die Geschichte ihrer Phantasie anpasst, wenn die schweigende Mehrheit sich vielmehr lautstark meldet und die Entlassung von Grütters als Kulturstaatssekretärin fordert. Es ist dringlich: Am Ende fällt ihr noch ein, dass Claus Schenk Graf von Stauffenberg eigentlich ein Transsexueller war und wenn man genau hinsieht, eher weiblich als männlich.

Grütters ist einfach zu peinlich, als dass sie noch zu ertragen wären, und zwar unabhängig davon, ob sie absichtlich Frauen im Umfeld von Claus Schenk Graf von Stauffenberg erfindet, die das Attentat auf Hitler ja eigentlich mit, nein eigenständig vorbereitet haben oder ob sie ein Sprechautomat ist, der formalhaft die Psalme der Genderisten vor sich hinbrabbelt, egal, ob es passt, von Frauen und Männern zu sprechen oder nicht.

Netzkultur? Feinbildpflege beim SWR (mit einem Gastauftritt von Ilse Lenz …)

… den wir nicht an uns vorbei ziehen lassen können.

Arne Hoffmann, von dem wir uns manchmal fragen, wie er es schafft außer deutschen Medien zu folgen noch etwas anderes zu tun, hat wieder einmal einen Beitrag aufgetan. “Feindbild Frau” heißt der Beitrag. Der SWR hat die Verantwortung für diesen Beitrag übernommen, den Beitrag, den Sebastian Witte erstellt hat, somit zu einem von Gebührenzahlern zwangsfinanzierten Beitrag gemacht hat.

Der Beitrag ist unter der Rubrik “Netzkultur” erschienen, was uns dazu veranlasst hat, die Netzkultur zu analysieren.

Woraus besteht die Netzkultur, die Sebastian Witte vermittelt.

Zunächst einmal besteht die Netzkultur aus Framing, also aus dem Versuch, die Leser auf die richtige Spur zu setzen, sie in eine bestimmte Richtung zu manipulieren.

SWR FeindbildBei Witte geht das durch den Verweis auf allerlei Spinner, die sich nach seiner Ansicht im Netz mit ihren Verschwörungstheorien finden, Chemtrailer, 9/11-Verschwörer, Geheimorganisations-Vermuter finden sich dort und, ja “manche Männer vermuten [sogar], dass Frauen in Wirklichkeit der Feind sind!” Das Ausrufezeichen findet sich im Text von Witte. Es ist das einzige Ausrufezeichen außerhalb von Zitaten – es zeigt: Witte ist auf der richtigen Seite, und auf dieser richtigen Seite sollen auch alle Leser seines Beitrags sein, denn wer will schon als Irrer, der an idiotische Verschwörungstheorien glaubt, dastehen.

Das ist der Rahmen, den Sebastian Witte seinem Beitrag in der Rubrik “Netzkultur” gibt. Es ist ein Musterbeispiel für schlechten, nein unterirdischen und offen manipulativen Journalismus.

Und nun, nachdem die Skala der Idiotien im Internet durchgespielt wurde, und die Bühne bereitet wurde, nun werden die vorgeführt, die Witte für die Insassen der Irrenanstalt hält, die er eingangs beschrieben hat. Detlef Bräunig ist einer von Ihnen, ein Aktivist, ein Antifeminist, einer derjenigen, die “vermuten, dass Frauen in Wirklichkeit der Feind” sind – und, so muss man anfügen, einer von denjenigen, die sich vorführen lassen – gerne, wie es scheint.

“Bräunig hat 1300 Likes bei Facebook und 200 Follower bei Twitter”, so berichtet Sebastian Witte, und eigentlich ist sein Beitrag damit am Ende, wegen Irrelevanz, oder will sich Witte in Zukunft unter der Rubrik “Netzkultur” um alle kümmern, die 200 Follower bei Twitter haben und 1300 Likes bei Facebook?

Was also ist an den 1300 Likes bei Facebook und den 200 Followern bei Twitter so bedeutsam? Man kann sie als Ausgangspunkt nutzen, um eine Mücke zum Elefanten aufzublasen und damit alle, die sich gegen Genderismus wenden, zu verunglimpfen und zu diffamieren.

Bräunig oder die Betreiber von “Wiki Mannia”, sind hier geeignete Stichwortgeber um diese Mücke aufzupumpen, und zwar per Fehlschluss, denn eine Schwalbe macht bekanntlich so wenig einen Sommer wie eine Mücke sich zum Elefanten eignet. Das jedoch, ist Witte egal, wenn es um seine Form der Netzkultur geht, dann ist der Fehlschluss geradezu Programm.

Logik f dummiesNicht nur vom Einzelfall auf die Allgemeinheit wird fehlgeschlossen, nein, die Nennung eines Begriffs, eine bösen Begriffs, des Begriffs “Pegida” reicht dem von Gebührenzahlern Finanzierten, der sich als Journalist ausgibt, aus, um wilde Phantasiewelten zu erschließen.

Dazu erfindet er ganz eigene Fehlschlüsse, denn der Schluss von der Nennung eines Wortes darauf, dass der Benutzer (sofern er es nicht selbst ist oder gar einer seiner Vorgesetzten) ein ganz schlimmer Finger sein muss, der ist bislang einmalig. Nennen wir ihn fortan den Sebastian Witte Fehlschluss.

Die Betreiber von Wikimannia, die sich nicht von Witte interviewen lassen wollten, was sie ehrt, sie haben per eMail darauf hingewiesen, dass auf Wikimannia auch Beiträge zu Pegida, Montagsdemo, Demo für Alle usw. weiter zu finden sind. Kein Wunder eigentlich, denn Wikimannia will eine Enzyklopädie sein.

“‘Wir sind das Volk!’ Pegida Demo” ergänzt Witte und fragt: “Pegida und Antifeministen gehen also Hand in Hand?”

Wie gesagt, diese Art von Fehlschluss ist in der Logik nicht bekannt. Denn in der Logik geht man nicht davon aus, dass das Gegenüber bösartig ist (sondern nur dumm oder ungebildet), eine Annahme, die man bei Sebastian Witte bis zum Beweis des Gegenteils nunmehr machen muss, denn sein Versuch, Antifeminismus zu diskreditieren, basiert nur auf seiner fiesen Phantasie, auf sonst nichts.

Scheinbar hat Witte irgendwo aufgeschnappt, dass man eine wilde Behauptung dadurch, dass man auf einen verweist, der sie auch schon einmal aufgestellt hat, etwas weniger wild erscheinen lassen kann. Und wen zieht Witte als Verbündeten aus dem Hut? Ausgerechnet Hinrich Rosenbrock, den er zum Soziologen erklärt, was sich richtige Soziologen ein für alle Mal verbitten und aus dessen Magisterarbeit er zitiert: “Teile der antifeministischen Männerrechtsbewegung lesen rechtsextreme Seiten wie Politically Incorrect und Altermedia”, zitiert er.

Ja sowas aber auch. Da lesen Teile der antifiministischen Männerechtsbewegung etwas, was Herrn Rosenbrock nicht gefällt und was Herrn Witte auch nicht gefällt und doch: Teile der antifeministischen Männerrechtsbewegung lesen auch das, was Herr Witte schreibt: Macht Sie das nun zum Rechtsextremisten, Herr Witte oder zum Linksextremisten oder diejenigen, die lesen, was Sie schreiben, zu Linksextremisten? Nach ihrer eigenen Logik muss es das, und entsprechend müsste der Intendant des SWR sie nun eigentlich von ihrem Posten entfernen!

Weiter geht es mit den Fehlschüssen, nunmehr in Form unappetitlicher Zitate, die bei Witte offensichtlich etwas ausgelöst haben, sonst würde er sie nicht wiederholen, denn als Beleg dafür, dass alle Männerechtler Idioten oder Schweine sind und jeder, der gegen Genderismus ist, ein Rechter, taugen sie absolut nicht. Bleibt nur noch die intrinsische Befriedigung, die es Herrn Witte wohl bereitet haben muss, die entsprechenden Zitate ans Tageslicht zu ziehen.

Schließlich darf Ilse Lenz da, wo Hinrich Rosenbrock ist, nicht fehlen (was auch zeigt, wie klein die Welt der Anti-Antifeministen ist. Vermutlich bringt es Ilse Lenz nicht auf 200 Twitter Follower und 1.300 Facebook Likes, aber auf ein Zitat bei Witte). Immerhin war es Ilse Lenz, bei der Rosenbrock seine Magisterarbeit über die Männerbewegung (die außer ihm kaum jemand in Existenz wähnt) geschrieben hat. Schließlich war es Lenz, die dafür gesorgt hat, dass die Magisterarbeit von der Heinrich-Böll-Stiftung gekauft wurde. Ja, Magisterarbeiten kann man heutzutage kaufen. Sie wünschen, wir schreiben. Lehrstuhl Lenz, seit Jahren berühmt für Forschung ohne empirische Methodenkenntnisse.

Wie dem auch sei, Ilse Lenz wird zitiert, zitiert mit dem Folgenden:

“‘Diese affektive Abwehr dient der Vergemeinschaftung und der Gemeinschaftsbildung und durchaus auch des Einübens von Hass und Abkehr vom rationalen Dialog.’ Ilse Lenz”

Nathanson MisandryDie affektive Abwehr, die sieht Lenz da, wo Genderismus kritisiert wird (aber seltsamerweise nicht bei sich selbst – trotz der affektiven Abwehr von Kritik, die in ihrem Zitat deutlich wird). Und wer Genderismus kritisiert, der tut dies nach ihrer Ansicht, um eine In-gruppe zu bilden, die die Genderisten als “outgroup” sieht und sich von den Genderisten abgrenzt, durch Abwehr und Hass, mehr noch, er verweigert auch den rationalen Dialog mit der “outgroup”, mit den Genderisten, der von den Genderisten bekanntermaßen doch so dringlich gesucht wird.

Diese Stelle haben wir mehr als einmal gelesen – weil wir es nicht glauben konnten. Ilse Lenz sucht den rationalen Diskurs.

Ilse Lenz sucht den rationalen Diskurs!

Frau Lenz, Sie haben den rationalen Diskurs gefunden, und wir freuen uns, dass Sie sich, als rationaler Vertreter der Genderisten, offenkundig in der Lage wähnen, lange gestellte und nie beantwortete Fragen nach dem Erkenntnisinteresse, der Methode, der Methodologie, dem Erkenntnisgewinn, ja dem gesellschaftlichen Nutzen der Gender Studies endlich zu beantworten. Wir schicken Ihnen diese Frage gerne zu und versprechen, die Antworten auf ScienceFiles zu veröffentlichen (und einer rationalen Kritik zu unterziehen). Und natürlich werden wir unsere Leser über den Gang der Dinge auf dem Laufenden halten.

Wo sich andere Genderisten, die an Universitäten installiert sind, weigern, auch nur eine eMail zu beantworten, geschweige denn die Frage, nach der wissenschaftlichen Grundlage ihrer Tätigkeit, da will die emeritierte Ilse Lenz in die Bresche springen.

Die Gelegenheit, das Ilse Lenz zum rationalen Diskurs bereit ist, muss natürlich zu noch mehr Fragen genutzt werden:

Auf welche Daten gründen Sie die oben zitierten Aussagen über die Motivation von Kritikern der Gender Studies bzw. des Feminismus? Welche Form der Erhebung haben Sie durchgeführt? Wie haben Sie die Reliabilität und die Validität ihrer Daten geprüft – wie die Daten ausgewertet (mit welcher Methode?).

Wir sind gespannt.

Bundesdaten zeigen einmal mehr: Der Staatsfeminismus ist komplett gescheitert

Wir sind auf eine sehr nützliche Statistik des Bundes gestoßen. Sie wird beim IAB in Nürnberg geführt und nennt sich eher nichtssagend: Berufe im Spiegel der Statistik.

Die statistischen Daten sind eine Fundgrube für alle, die sich mit z.B. Arbeitsmarktforschung beschäftigen, und sie sind eine Fundgrube für Soziologen, die noch an Daten interessiert sind und die Hypothesen testen wollen …

… zum Beispiel die Hypothese, dass die vielen Programme des Bundes, die der Förderung von Frauen vor allem in MINT-Fächern dienen, etwas gebracht haben.

Professorinnenprogramm, MINT-Förderung, Girls-Day, all die unzähligen Programme, die einer großen Anzahl von Förderen ein Einkommen verschaffen, damit sie zunächst einmal Netzwerktreffen organisieren können, um dann zu überlegen, wie man Mädchen zum Studium von MINT-Fächern und dazu bewegen kann, dass sie sich in gesellschaftlich nützlicher Weise engagieren, sie dienen eigentlich einem Zweck. Nur: Wird dieser Zweck eigentlich erreicht?

Wenn die vielen Programme und Maßnahmen der Frauenförderung erfolgreich wären, dann müsste über die letzten Jahre die Anzahl z.B. weiblicher Ingenieure größer geworden sein, und zwar überproportional zur Anzahl männlicher.

Die oben genannten Daten machen es möglich, diese Hypothese zu testen.

Mehr noch: Sie erlauben es, den Einfluss von Förderprogrammen wie dem Professorinnenprogramm auf Hochschulen und den Effekt, den der Staatsfeminismus auf die Wahl von Berufen hat, auszuweisen …

… und zwar mit folgenden Ergebnissen:

  • IngenieureDie ganzen MINT-Anstrengungen, vom Girls-Day über spezifische Förderprogramme, mit denen Mädchen in ein MINT-Studium getragen werden sollen, haben keinen erkennbaren Effekt. Die Anzahl weiblicher Ingenieure wächst im Vergleich zu männlichen Ingenieuren nicht überproportional.
  • Programme wie das Professorinnenprogramm und die vielen Förderprogramme, die Hochschulen für weibliche Studenten, Dozenten und Professoren ersonnen haben, haben dazu geführt, dass der Anteil der weiblichen Dozenten und Hochschullehrer mittlerweile schneller wächst als der Anteil der männlichen Dozenten und Hochschullehrer: Im Zeitraum von 1999 bis 2011 wächst die Anzahl weiblicher Dozenten und Hochschullehrer um 43,2% schneller als die der männlichen Dozenten und Hochschulehrer.
  • Am höchsten ist das Wachstum in kunst-, medien-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Berufen. Von 1999 bis 2011 ist die Anzahl der Beschäftigten um 87.322 gestiegen. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum ist die Anzahl der Ingenieure um 72.152 Beschäftgte, die der Hochschullehrer und Dozenten um 21.728 Beschäftigte gewachsen. Dies entspricht einem Wachstum von 27,7% für Beschäftigte in kunst-, medien-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Berufen, von 11,5% für Ingenieure und von 50,7% für Dozenten und Hochschullehrer.

Man sieht anhand dieser Daten deutlich, was die Maßnahmen von Bund und Ländern tatsächlich befördern: Sie blähen den Hochschulbereich durch Addition von wenig relevanten Fächern und entsprechenden Hochschullehrern und Dozenten auf und haben die Anzahl derjenigen, die sich in kunst-, medien-, geistes- oder sozialwissenschaftliche Berufe flüchten, um 27,7% erhöht. In beiden Fällen ist der Zuwachs durch ein überproportionales Wachstum von weiblichen Beschäftigen verursacht.

HochschulllehrerEntsprechend kann man davon ausgehen, dass die Förderprogramme, mit denen Bund und Länder den Anteil von Frauen in MINT-Fächern und Berufen fördern wollen, eine interessante Konsequenz mit sich gebracht haben, indem sie den Anteil derjenigen, die durch das Ergreifen eines kunst-, medien-, geistes- oder sozialwissenschaftlichen Berufes in das Lamento derer einstimmen wollen, die beklagen, dass zu wenige Frauen z.B. den Beruf des Ingenieurs ergreifen und die entsprechend an der darauf aufbauenden Förderindustrie partizipieren wollen, erheblich angewachsen ist. Und mit ihnen ist die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu sein, gewachsen: Sie liegt für die entsprechenden Berufe 21% über dem Ausgangswert von 1999.

Im Gegensatz dazu hat sich bei Ingenieuren nichts verändert. Der Anteil von Frauen ist zwar seit 1999 gewachsen. Dies ist jedoch nur eine Zahlenspielerei, denn der Anteil von 12, 7% weiblicher Ingenieure im Jahr 2011 und im Vergleich zu 9,5% im Jahr 1999 entspricht einem Zuwachs um 29.238 weibliche Ingenieure. Im selben Zeitraum ist die Anzahl männlicher Ingenieure um 42.914 gestiegen.

Kurz: Man kann ein Scheitern auf der ganzen Linie vermelden.

geistessozialberufeAlles, was mit der Förderung von Frauen erreicht wurde, ist dass immer mehr Frauen an dieser Förderung partizipieren wollen, nicht jedoch, in dem sie wie intendiert einen der Berufe ergreifen, den die Bundesregierung mit so großer Anstrengung anpreist wie Sauerbier, sondern indem sie sich ihrerseits daran beteiligen wollen, die entsprechenden Berufe des Ingenieurs oder Informatikers Frauen anzupreisen.

Die derzeitige Entwicklung ist als Ausbildung eines weiblichen Wasserkopfes bestens beschrieben, schon weil die Entwicklung nicht, wie es so schön heißt, nachhaltig ist. Mal schauen, wann der Wasserkopf platzt.

Vaterschaft macht dick und depressiv

Bist Du noch Mann oder schon Vater?

childfree menDie Frage, ob man sie mag oder nicht, ob man darauf eine gute Antwort hat oder nicht, sie verweist auf die Wahrnehmung, dass mit Männern eine Veränderung einhergeht, die auf den Übergang zum Vater zurückzuführen ist, eine Veränderung, die nicht nur männliche Attribute in der Außenwahrnehmung zum Verschwinden bringt, sondern auch mit erheblichen Risiken für die eigene Gesundheit einhergeht.

Craig F. Garfield und Mitautoren haben 2014 einen Beitrag veröffentlicht, in dem sie zeigen, dass Vaterschaft für Männer mit einer Zunahme depressiver Symptome einhergeht, ein Ergebnis, das der Eingangsfrage neue Relevanz verleiht.

Nun hat Craig F. Garfied noch einen Beitrag nachgelegt, der noch im Juli im “American Journal of Men’s Health” veröffentlicht wird.

Vaterschaft bedeutet Gewichtszunahme.

Männer, die sich zum Vater transformiert haben, nehmen im Durchschnitt 1,8 Kilogramm zu, während Männer, die Mann geblieben sind, Gewicht verlieren.

Dieses Ergebnis basiert auf der Analyse von 10.253 Männern, die über mehr als 10 Jahre ihres Lebens, vom Beginn der Adoleszenz bis in die Mitte ihrer dritten Lebensdekade verfolgt und für die im entsprechenden Zeitraum Daten gesammelt wurden. Entsprechend liegt ein longitudinaler Datensatz mit all seinen Vorteilen vor, und man kann das Ergebnis als relativ gesichert bezeichnen.

Männer, die sich demnach fortpflanzen wollen, sollten die gesundheitlichen Folgen, die es hat, wenn sie nachts nicht mehr durchschlafen können, ihr eigenes Leben in den Dienst am Nachwuchs stellen und damit ihren gewohnten Lebensrhythmus und nicht zuletzt ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen müssen, in Rechnung stellen.

Vaterschaft bedeutet ein erhöhtes Risiko, depressiv zu werden.

Vaterschaft bedeutet eine erhebliche Gewichtszunahme und damit einhergehend ein höheres Risiko, einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu erliegen.

Vaterschaft bedeutet eingeschränkte Attraktivität auf dem Markt der persönlichen Beziehungen.

Vaterschaft bedeutet finanzielle Knechtschaft bis zum Ende des väterlichen Lebens und Erpressbarkeit.

Eine rationale Entscheidung darüber, ob man den Übergang vom Mann zum Vater vollziehen will, stellt dies in Rechnung (und vielleicht die Tatsache eines überbevölkerten Planeten, sowie ideologischer Indoktrination in Schulen …).

Garfield, Craig F., Rutsohn, Joshua, McDade, Thomas W., Adam, Emma K. & Chase-Lansdale, Lindsay (2015). Longitudinal Study of Body Mass in Young Males and the Transition to Fatherhood. Erscheint in American Journal of Men’s Health.

Garfield, Craig F., Duncan, Greg, Rutsohn, Joshua, McDade, Thomas W., Adam, Emma K., Levine Coley, Rebekah & Chase-Lansdale, Lindsay (2014). A Longitudinal Study of Paternal Mental Health During Transition to Fatherhood as Young Adults. Pediatrics 133(5): 836-843.

Nobelpreisverdächtiges aus Kassel: Aus Fehlern kann man lernen

Die Zukunft der deutschen Wirtschaft, die Zukunft von Deutschland als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort, die Zukunft als Denkfabrik und Innovationenschmiede, sie ist gesichert.

Denn:

Unikat-ResearchIn Kassel wurde “Fludh”, das Forschungs- und Lehrzentrum für unternehmerisches Denken und Handeln gegründet. Jetzt kann es nur noch bergauf gehen. Und dass es auch bergauf geht, dafür sorgt u.a. Kathrin Rosing, die eine der vier Gründungsprofessuren an Fludh innehat.

Geradezu revolutionäre, innovative, kreative und wissensreiche Aussagen sind es, mit denen Rosing auf sich aufmerksam macht, nobelpreisverdächtige Einsichten in die menschliche Psyche und die Logik unternehmerischen Handelns, die wir ob ihrer Wichtigkeit im Original und (zunächst) unkommentiert dokumentieren:

“Deutschland kann beim Umgang mit Fehlern noch viel lernen … Dabei sind Fehler nicht unbedingt etwas Negatives, im Gegenteil: Viele Innovationen entstehen aus Fehlern. … Ein wichtiger Bestandteil entsprechender Strategie ist das ‘Fehlermanagement': ‘Wir müssen’, fordert Rosing, ‘eine Wahrnehmung dafür entwickeln, dass Fehler nichts Schlimmes, nichts Negatives sind’ … ‘Fehler können neben negativen auch positive Konsequenzen haben’. … Nach einem Fehler sei eine Ursachenanalyse nötig, bei der es zu erkunden gelte, wie der Fehler entstanden ist, ob und wie er – sollte er sich negativ auswirken – behoben werden kann”.

Sie sehen, es gibt keinen Grund, um den Wissenschaftsstandort Deutschland zu bangen. Gerade im Hinblick auf die Grundlagen des menschlichens Lebens ist Deutschland wieder führend, führend wegen Kapazitäten wie Kathrin Rosing, die die positive Wirkung von Fehlern entdeckt hat, die erkannt hat, dass Fehler nicht nur schlecht, sondern auch gut sein können, dass man Fehlern etwas Produktives abgewinnen kann, dass man sie einem Fehlermanagement unterziehen kann.

Wo seit Jahrtausenden trial-and-error Stümperei betrieben wurde, wo Philosophen vor fast einem Jahrhundert auf Falsifikation als einzige Form des Erkenntnisgewinns verwiesen haben, hier geht Rosing in die Tiefe, hier dringt sie zum wahren, essentiellen, die tiefenpsychologischen Kern des Fehlers vor: Fehler müssen nicht negativ sein.

Lassen Sie diese Erkenntnis auf sich wirken! Betreiben Sie ein Fehlermanagement, wenn sie sich das nächste Mal aus Unachtsamkeit in die falsche U-Bahn setzen, erkennen Sie die positive Wirkung, wenn sie im schönen Starnberg ankommen, und nicht in tristen Halbergmoos wie beabsichtigt.

Fehler müssen nicht nur schlecht sein. Wie gut, dass wir diese Erkenntnis nun in einer Gründungsprofessur verewigt finden. Und wie es möglich war, ins 21. Jahrhundert ganz ohne diese Erkenntnis vorzudringen? Wir wissen es nicht.

Nun im Ernst: Die Erkenntnis des Fludh-Gründungsprofessors aus Kassel ist in ihrer Trivialität so immens, dass man der Superlative verlustig geht. Denn: Wie sonst sollte man lernen, wenn nicht aus Fehlern? Ist das nicht die Erkenntnis, die schon Kleinkindern vermittelt wird, wenn ihre irrige Annahme, man müsse in die Breischüssel patschen, durch eine geordnete Intervention mit Löffeln beseitigt, ihnen neues Wissen per Fehlermanagement geradezu eingelöffelt wird? Und angesichts dieser Trivialitäten des menschlichen Lebens, die nunmehr als wissenschaftliche Erkenntnis verkauft werden, muss man sich dann doch Sorgen um den Wissenschaftsstandort Deutschland machen.

Ein weiterer Wermutstropfen im klaren Wein der Erkenntnis, den Kathrin Rosing anrührt, der betrifft den Mythos, Alexander Fleming habe das Penicilin per Zufall entdeckt, weil er vergessen habe, eine Probe mit Bakterien aufzuräumen. Der Mythos ist der Tatsache geschuldet, dass ihn Fleming befördert hat, um seine Rolle bei der Entwicklung von Penicilin aufzublasen, eine Entwicklung, die weitgehend von Howard W. Florey und Ernst B. Chain geleistet wurde. Auf sie geht die Entwicklung von Penicilin zum Medikament und die erste Behandlung mit Penicilin zurück, nicht auf Alexander Fleming. Wir empfehlen die Rolle, die Fleming an der Entwicklung von Penicilin hatte, somit dem dringenden Fehlermanagement von Kathrin Rosing.

Und dann war noch Rosing. Woran erinnert uns nur Rosing?

An Rosings! Nicht der Genitiv zu Rosing, sondern ein feudaler Landsitz in Jane Austens Pride and Prejudice, bewohnt von Lady Catherine de Bourgh, einem Busybody, der seinen trivialen Senf zu wirklich allem geben muss, bis hin zum Einbauschrank.

Der neueste Gag: Paternalismus-Steuern

Christopher Snowdon verdanken wir den Hinweis auf einen illustrious article, wie er es in feinem britischen Sarkasmus ausgedrückt hat.

Der Artikel trägt den Titel: “Calorie Offsets: Environmental Policy for the Food Environment“, ist gerade im American Journal of Public Health erschienen und wurde von Abdulrahman M. El-Sayed und Sandro Galea verfasst.

Health in all policiesIn diesem Artikel lösen die Autoren eben einmal das Problem, wie man die schnell wachsende Paternalismus-Industrie finanzieren kann.

Sie kennen die Paternalismus-Industrie?

Das sind die vielen guten Menschen, die so besorgt um Ihre Gesundheit sind, dass sie Ihnen das Essen bestimmter Speisen, das Trinken bestimmter Getränke, das Rauchen, das Naschen und vieles mehr verbieten wollen – weil es für Sie gut ist. Statt fett sollen Sie fit werden, jeden Tag ein Dauerlauf von 30 Minuten vor dem Brennnessel-Saft zum Frühstück und jeden Abend, vor dem zu Bett gehen, 45 Minuten Gymnastik.

Das hält fit, vermeidet, dass sie der Krankenkasse zur Last fallen, reduziert ihre Konfektionsgröße und, wichtiger noch: Versorgt die guten Menschen mit einem regelmäßigen Einkommen, denn auch gute Menschen müssen leben, gut leben.

Das rasante Wachstum der Paternalismus-Industrie hat nun zu einem Engpass geführt: Es gibt einfach nicht genug staatliche Zuwendungen an diejenigen, die sich um die Kleidergröße anderer kümmern wollen, als dass es möglich wäre, all die Berater des täglichen Lebens, die vom Zähneputzen bis zum Abendessen darüber wachen, dass Sie sich auch richtig verhalten, also richtig nach Meinung der Berater, zu finanzieren.

Das war bislang ein Problem. Arbeitslosigkeit drohte selbst den guten Menschen, die die Paternalismus-Industrie bevölkern.

Die Gefahr scheint gebannt.

El-Sayed und Galea haben die Lösung.

Da man nicht etwa deshalb dick wird, weil man z.B. zuviel Süssigkeiten und Fette und Alkohol zu sich nimmt (und nicht mehr rauchen darf) und weil man Süssigkeiten, Fette und Alkohol nicht einfach verbieten kann, obwohl man es gerne würde, deshalb haben sich die beiden Ärzte aus den USA etwas Besonderes ausgedacht: Eine Ausgleichszahlung für die Unternehmen, die Fettmacher herstellen und deshalb nach Ansicht der Ärzte für die endemisch um sich greifende Adipositas verantwortlich sind.

Um diese Adipositas Ausgleichszahlung argumentieren zu können, haben El-Sayed und Galea eben einmal den freien Willen von Menschen weggekürzt und sich und uns alle zu fresswilligen Manipulationsopfern der Zucker-, Alkohol- und Fettindustrie erklärt. Wenn Sie gerade einen Marsriegel in den Mund stecken wollen: Denken Sie zweimal. Das machen Sie nicht, weil der Marsriegel schmeckt, sondern weil Mars-Viersen sie mit aggressiver Werbung dazu verleitet hat.

Nanny state 3Das jedenfalls glauben El-Sayed und Galea, die es schaffen, in einem Beitrag von zwei Seiten die menschliche Entwicklung weit hinter die Aufklärung zurückzuwerfen und uns alle zu Deppen zu erklären. Beides ist jedoch notwendig, denn die Lösung für die Adipositas-Epidemie, die El-Sayed und Galea verkaufen wollen, braucht die Bösewichte der Industrie, die die Deppen zum Fressen verleiten, auf dass sie aufgehen wie ein Hefeklops.

Die Lösung besteht darin, dass die als Adipositas-Bösewicht identifizierten Unternehmen Projekte, die der Adipositas vorbeugen wollen, die z.B. Essberatung und Kochkurse umfassen, finanzieren sollen, kurz: Sie sollen die Paternalismus-Industrie finanzieren und die Gefahr der Arbeitslosigkeit der vielen Helfer und ihrer Helfers-Helfer beseitigen.

Fast genial die Idee, hätte sie nicht den Schönheitsfehler, dass Dicke, die es langsam satt haben, von einer Beratungs-Mafia verfolgt zu werden, auf die Idee kommen könnten, eine Beratungs-Ausgleichzahlung zu fordern, zahlbar von all denen, die in der Paternalismus-Industrie tätig sind. Verwendungszweck: Kauf von Snickers, Mars, Cadbury-Riegeln, Coca und Pepsi Cola in zwei Liter Flaschen, Fertiggerichte aller Art und alles wird einmal im Monat in einem Adipositas-Festival bei McDonalds im Binge-Essen und -Trinken niedergemacht.

Freies Manipulieren mit Umfragedaten: Wenn es um Griechenland geht, ist scheinbar alles erlaubt

Wenn es darum geht, eine Meinungshoheit in der öffentlichen Diskussion zu erreichen, dann kommt Umfragen regelmäßig eine große Bedeutung zu, nicht einfach Umfragen, nein: repräsentativen Umfragen, also Umfragen, bei denen alle Elemente einer Grundgesamtheit dieselbe Wahrscheinlichkeit hatten, in die Auswahl zu gelangen.

Repräsentativ ist eine Umfrage für Deutschland dann, wenn alle Deutschen, dieselbe Chance hatten, daran teilzunehmen.

Ein Ding der Unmöglichkeit, wie wir schon einmal am Beispiel einer Telefonumfrage gezeigt haben (fast alle Meinungsforschungsinstitute machen vornehmlich Telefonumfragen):

telephone surveyNehmen Sie an, Sie haben ein Befragungsinstitut mit einem Telefonpool und rufen abends von 17 Uhr bis 22 Uhr die Personen an, die sie aus dem Telefonbuch zufällig gezogen haben:

  • Alle, die nicht im Telefonbuch stehen, eine Geheimnummer haben, sind nicht im Datensatz;
  • Alle, die zwischen 17 Uhr und 22 Uhr nicht zuhause sind, weil sie z.B. Schicht arbeiten oder in einer Kneipe sitzen, sind nicht im Datensatz;
  • Alle, die zwischen 17 Uhr und 22 Uhr nicht ans Telefon gehen, weil sie sich beim Abendessen oder bei was auch immer nicht stören lassen wollen, sind nicht im Datensatz;

Wie man es dreht und wendet, der Datensatz ist nicht repräsentativ, denn nicht alle Elemente der Grundgesamtheit haben dieselbe Wahrscheinlichkeit, an der Befragung teilzunehmen (das wäre zu einer anderen Uhrzeit nicht anders).

Und die genannten, sind nicht die einzigen systematischen Ausfälle:

  • Wer im Krankenhaus liegt, der fällt aus.
  • Wer in Urlaub ist, der fällt aus.
  • Wer obdachlos ist, der fällt aus.
  • Wer stumm ist, der fällt aus.
  • Wer gehörlos ist, der fällt aus.
  • Wer entmündigt wurde, der fällt aus.
  • Wer im Gefängnis sitzt, der fällt aus.
  • Bei wem die Telekom das Telefon gesperrt hat, weil er seine letzten beiden Rechnungen nicht bezahlt hat, der fällt aus.

Das sollte eigentlich ausreichen, um den Mythos von der repräsentativen Befragung ein für alle Mal auszurotten.

Aber das tut es nicht!

Warum? Weil die angeblich repräsentative Befragung zu einer unverzichtbaren Waffe im Krieg um die Meinungshoheit im öffentlichten Diskurs geworden ist. Der Vorwurf, das sei ja gar nicht repräsentativ, eignet sich perfekt, um missliebige Ergebnisse zu diskreditieren. Die Behauptung, die eigene Befragung sei repräsentativ, adelt die Ergebnisse und macht sie glaubwürdiger, jedenfalls in den Augen der Repräsentativitätsapostel.

Nicht zuletzt hängen wirtschaftliche Interessen an der Repräsentativität. Man stelle sich vor, die Umfrageinstitute, die ihren Umsatz auf Basis der Leichtgläubigkeit von Politikern und Funktionären erwirtschaften, könnten nicht die angebliche repräsentative Auswahl der 1000 Hanseln, die ihre repräsentativen Befragungen regelmäßig versammeln, vorschützen. Was würde ihre Umfrage dann von einer Umfrage, die ScienceFiles im Internet durchführt, unterscheiden?

Nichts!

Und zu guter letzt, innerhab des Rahmens der mit der Behauptung einer repräsentativen Umfrage gesteckt wird, lässt es sich trefflich manipulieren, wie dies gerade bei der WELT der Fall ist.

Die WeltDort berichtet Jan Dams von einer YouGov-Umfrage mit immerhin 1.380 Befragten, die natürlich repräsentativ ist, was sonst könnte sie sein. In dieser Befragung haben sich 48% der Befragten für einen Austritt Griechenlands aus der EU ausgesprochen.

Dies ist der Aufhänger, dem der folgende Absatz folgt:

“Viele fragen sich, schmeißt man dem schlechten Geld gutes hinterher? Bringen die neuen Reformprogramme etwas in einem Land, das sich mit ihnen nicht identifiziert? Ist Griechenland mit seiner bislang so unwilligen Politik und seinen oft korrupten Eliten überhaupt reformfähig? Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte jüngst in einem Interview, ein Grexit sei für Griechenland vielleicht die bessere Alternative. Vielen in seiner Partei und in der Bevölkerung spricht er damit aus dem Herzen, wie die Umfrage zeigt.”

Das nennt man in der Sozialpsychologie Framing, und es wirkt wie folgt:

“Mit 56 Prozent halten deutlich mehr als die Hälfte der Deutschen den geplanten Deal mit Griechenland für schlecht. 23 Prozent davon bewerten ihn sogar als sehr schlecht. Nur zwei Prozent sehen ihn sehr positiv, weitere 27 Prozent eher positiv.”

Hand aufs Herz: Wer hat nach dem Lesen des letzten Absatzes gedacht, die 56%, die den Deal mit Griechenland negativ bewerten, tun dies vor allem deshalb, weil sie Griechenland lieber aus der Eurozone verschwinden sehen würden, weil Sie denken, Griechenland wird gutes Geld hinterher geworfen, weil sie am Erfolg der Reformprogramme zweifeln?

framingUnd genau darin besteht die Manipulation, denn die Frage WARUM die Befragten den Deal mit Griechenland negativ bewerten, die wurde entweder nicht gestellt oder von Jan Dams absichtlich unterschlagen. Diese Frage ist jedoch erheblich, immerhin sind große Teile der Linken gegen den Griechenland-Deal, weil sie gerne noch mehr Geld anderer Leute an Griechenland verschenken würden als die Bundesregierung das sowieso schon tut.

Ungeachtet der Frage, wie man zu diesen Linken steht, würde man doch erwarten, dass ihre Meinung in einer angeblich repräsentativen Umfrage irgendwie auftaucht und ins Gewicht fällt. Dass Sie es scheinbar nicht tut, ist das Ergebnis des oben genannten Framings, der Art der Präsentation der Ergebnisse, die leichtgläubige Leser in die gewünschte Richtung manipuliert und den Anschein erweckt, 56 Prozent der von YouGov Befragten, wären mit dem Deal nicht zufrieden, weil er ihnen nicht weit genug geht.

Wir finden den Deal auch unterirdisch und das Abwirtschaften des Euro, das die Bundesregierung und vor allem die EZB dadurch betreiben, dass sie den Geldmarkt mit Euro fluten und den Euro zur Ramschwährung entwickeln, unverantwortbar, aber das hat nichts damit zu tun, dass die Präsentation der Umfrage von YouGov in der Welt manipulativ ist. Scheinbar denken manche, sie könnten ihre Meinung besser vertreten, wenn sie den Eindruck erwecken, sie seien in der Mehrheit.

Wie dem auch sei, die YouGov-Umfrage kann man natürlich nicht nur wegen der angeblichen Repräsentativität kritisieren. Sie ist auch unvollständig, was vermutlich der fehlenden Phantasie, die Meinungsforscher vor allen auszeichnet, geschuldet ist. Hätten die Meinungsforscher Phantasie und zudem Mut, sie würden die Deutschen fragen, ob sie nicht selbst aus der Eurozone oder gar der EU aussteigen und ihre DM zurückhaben wollen.

Wir tun dies seit einiger Zeit. Zwischenzeitlich haben sich 2.359 Leser an dieser Befragung beteiligt. 2.174 (92%) haben angegeben, dass Deutschland nicht in der EU verbleiben soll.

Wer noch nicht abgestimmt hat, der kann das nunmehr tun:

Deutschland: Better off out?