Bald keine Parteienwerbung mehr?

Noch grinsen sie genussvoll, zumindest auf Plakaten an der Bushaltestelle oder in Kinospots: Doch damit soll bald Schluss sein. Justizminister Heiko Maas will Parteienwerbung bundesweit komplett untersagen.

“Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine allgegenwärtige Werbung in der Öffentlichkeit”, den Einstieg in eine Parteikarriere fördert, so begründet der SPD-Politiker seinen Vorstoß.

reichtum fuer alleDeutschland sei neben Rumänien das einzige Land, in dem die Außenwerbung für Parteien noch erlaubt sei. Dies konterkariere die intensiven Bildungsbemühungen und die Versuche, insbesondere des Justizministeriums, Kriminalität zu bekämpfen.

Einerseits wollen wir schon Kinder für Bildung begeistern, dafür, sich Wissen anzueignen, andererseits verbreiten wir auf Parteiplakaten Slogans wie z.B. “Reichtum für alle”, die an Dummheit nicht mehr zu unterbieten seien.

Einerseits sei es das Bemühen von Justizminister, von Richtern, Anwälten und Polizei Kriminalität zu beseitigen, andererseits subventionieren wir Lügen auf Wahlplakaten und euphemisieren die Lügen als Wahlversprechen, obwohl viele wissenschaftliche Studien zeigen, dass Lügen die Einstiegsdroge in eine kriminelle Karriere sind.

Einerseits setzen wir Anreize wie: “Unser Dorf soll schöner werden”, andererseits sieht man an Haus- und Plakatwänden die Konterfeis oder den adipösen Ganzkörper unsympatischer Politiker.

Entsprechend ist Heiko Mass bemüht, mehr Konsistenz in seine Politik zu bringen und zudem die Richtlinie 189/15 der EU-Kommission, nach der Plakate zu mindestens 65% mit wahren Aussagen bestückt werden müssen, umzusetzen.

Die 65%-Wahrheits-Forderung ist das Aus für die Parteienwerbung.

Seine Pläne will Maas der Öffentlichkeit vorstellen, wenn die erste Schockwelle des Grexit verpufft ist, denn, so Maas, unter der Griechenland-Krise leide die öffentliche Wahrnehmung so sehr, dass man sich schon Dinge einbilde …

Oh.

So, wie wir.

Da haben wir uns doch tatsächlich eingebildet, Parteienwerbung solle verboten werden. Stimmt gar nicht: Tabakwerbung soll verboten werden, damit Werbung nicht zum Einstieg in das Raucherbein wird und die intensiven Bemühungen, den Finanzminister, um seine ihm zustehenden Ennahmen aus der Tabaksteuer zu prellen, nicht durch Tabakwerbung konterkariert werden.

Und es war nicht Heiko Maas, der diesen Vorschlag gemacht hat, sondern Ernährungsminister Christian Schmidt, in der Bild-Zeitung, jener Christian Schmidt also, der Betreiber von Alles Evolution.

Totaler Durchgriff: Frühsexualisierung als Grenze der Privatheit und Homophobie

Wissenschaftliche Vorrede:

Die Degeneration der institutionellen Soziologie

[diejenigen, die gleich wissen wollen, ob Sie homophob sind, können die Vorrede überspringen]

“Soziologie (im hier verstandenen Sinne dieses sehr vieldeutig gebrauchten Wortes) soll heißen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und in seinen Wirkungen ursächlich erklären will”

Esser_SoziologieMax Weber hat dies geschrieben. Man kann die Definition den heutigen Soziologen nicht oft genug vorbeten: Soziologie dreht sich darum, soziales Handeln, also das sinnhafte Handeln, das sich auf andere richtet, zum einen zu verstehen und zum anderen zu erklären. Es geht nicht darum, soziales Handeln zu bewerten oder sich zum Vorreiter dessen zu machen, was man als vermeintliche Emanzipation ansieht. Und schon gar nicht geht es darum, Heilsbotschaften zu verkünden.

Emile Durkheim, der vor Weber mit der Soziologie befasst war, hat den Gegenstand der soziologischen Erklärung als sozialen Tatbestand, als gesellschaftliche Manifestation sozialen Handelns gefasst.

James Coleman hat die Sozialtheorie dazu geliefert: Menschen handeln rational, auf ein Handlungsziel gerichtet, sie handeln miteinander und innerhalb eines Möglichkeitsraums. Die Interaktionen zwischen Menschen haben Folgen, beabsichtigte und unbeabsichtigte, und alle Folgen zusammen haben gesellschaftliche Konsequenzen.

Will man z.B. erklären, warum viele angebliche Inhaber soziologischer Lehrstühle so erbärmlich wenig von dem wissen, was Soziologie sein soll, dann stellt sich die Frage, wie man die gesellschaftliche Konsequenz, die daraus folgt, die Degeneration der Soziologie über das Handeln und den Handlungsspielraum von Akteuren erklären kann.

Entsprechend beginnt die Erklärung bei den Randbedingungen, z.B. damit dass Universitäten für immer weniger Wissenschaftler attraktiv sind, weil die Arbeitsbedingungen erschreckend schlecht sind, damit, dass an soziologischen Instituten nur noch eine bestimmte Art von Absolvent mit Ambition auf einen Lehrstuhl zu finden ist. Die Erklärung geht weiter mit der Handlungstheorie: Für immer mehr Inhaber soziologischer Lehrstühle ist der Opportunismus zum rationalen und automatisierten Handeln geworden. In der Gesamtschau opportunistischer Lehrstuhlbesetzer, die durch bestimmte unattraktive Randbedingungen, die als Selektionsprinzip wirken, erst möglich geworden sind und die durch ihre Anwesenheit und ihr Handeln dazu führen, dass die entsprechenden Randbedingungen noch verstärkt werden, dass die Soziologie als Fach noch uninteressanter wird, ergibt sich auf der Ebene der Gesellschaft eine Soziologie, die als Fach degeneriert ist.

Besonders deutlich wird die Degeneration am Verschwinden zentraler soziologischer Begriffe aus dem soziologischen Wortschatz, den zudem immer weniger beherrschen. Begriffe wie Macht und Herrschaft oder Interesse – wer kennt sie noch? Wo gibt es noch Soziologen, die Gesellschaft als Spiel der Interessen ansehen, wie dies Robert K. Merton getan hat? Was ist aus der Erkenntnis geworden, dass gesellschaftliche Gruppen versuchen, im Spiel der Interessen für sich das bessere Ende zu haben, denn der Preis des Spiels, die Belohnung, das ist der Zugang zu Ressourcen.

ColemannUnd hier wird es politisch: Zugang zu Ressourcen findet in Demokratien über die Regierung und ihre Verwaltung statt. Zugang zu Ressourcen finden die Interessen und ihre Vertreter, die es schaffen, die eigenen Interessen als legitim darzustellen. Legitimität ist wichtig, denn wird Interessenvertretern Zugang zu Ressourcen gewährt, die von einer Mehrheit derjenigen, die den Zugang nicht oder auch haben, als illegitim angesehen werden, dann gibt es Wider- und zuweilen Aufstand.

Und weil der Kampf in Demokratien darum geht, die eigenen Interessen als legitim darzustellen, um Zugang zu Ressourcen zu gewinnen, deshalb wird mit harten Bandagen um die Legitimität gestritten, d.h. es wird versucht, die Vertreter konkurrierender Interessen zu delegitimieren, sie aus dem Rennen zu boxen, um ungehindert z.B. am von Steuerzahlern gefüllten Trog grasen zu können.

Allein die Tatsache, dass die Konkurrenz um Ressourcen in vermeintlich demokratischen Systemen die Delegitimierung und oftmals die Diffamierung konkurrirerender Interessenvertreter zum Gegenstand hat, sollte bei Soziologen auf irgend eine Art von Ressonanz stoßen (und natürlich auch bei Politikwissenschaftlern, aber mit wenigen Ausnahmen waren Politikwissenschaftler immer die besseren Verschläfer gesellschaftlicher Entwicklungen).

Warum ist soziales Handeln unter Interessenvertretern nicht darauf gerichtet, für die eigenen Interessen zu werben, sondern darauf, konkurrierende Interessen abzuwerten, zu stigmatisieren, sie zu delegitimieren und aus dem Feld der legitimen Interessen auszuschließen? Woraus sonst, wenn nicht aus dem Interessenkonflikt besteht das soziale Leben, und warum wird gerade diese Normalität so erbittert bestritten?

Warum ist keine andere soziale Interaktion zwischen sozialen Akteuren, zwischen Interessenvertretern möglich als Anfeindung und Konflikt?, so sollten sich Soziologen fragen, denn die Konsequenzen aus dem Versuch, Ressourcenzugänge zu monopolisieren und ganze gesellschaftliche Gruppen auszuschließen, waren selten friedlich.

Die Grenze der Privatheit

1984Viele Soziologen sehen die beschriebene Entwicklung nicht. Schlimmer noch: Viele sind Teil der entsprechenden Entwicklung, machen sich gemein mit bestimmten Interessenvertretern und beteiligen sich an der Diffamierung widerstreitender Interessenvertreter. Sie stereotypisieren, verbreiten Vorurteile und bewerten, kurz, sie tun all das, was Max Weber als Afterwissenschaft bezeichnet hat. Sie besetzen Lehrstühle für Soziologie und haben doch keine Ahnung davon, was Soziologie eigentlich meint. Entsprechend geht die institutionalisierte Soziologie als Wissenschaft unter, wird sie zur Witzveranstaltung, die kein Wissenschaftler mehr Ernst nehmen kann.

Das war eine lange und notwendige Vorrede, um zu erklären, warum die institutionalisierte Soziologie stirbt: Es sind Lehrstuhlbesetzer wie Sarah Speck aus Tübingen, die die Sargnägel einschlagen und dafür sorgen, dass Soziologie zu blasiertem Geschwätz und von Sachkenntnis ungetrübter Kinderei verkommt.

Speck hat es zum Deutschlandradio geschafft und hat dort ein Interview zur “Debatte um sexuelle Vielfalt” gegeben. Warum ausgerechnet Speck zu diesem Thema ein Interview gibt, was Speck qualifiziert, außer der Tatsache, dass sie einen Lehrstuhl in Tübingen vertritt, ist eine Frage, die ohne Antwort bleiben muss.

Speck verkündet. Sie verkündet Weisheiten, die man langsam nicht mehr hören kann.

Es geht um den Widerstand gegen Frühsexualisierung, gegen u.a. die Pläne der Baden-Württembergischen Landesregierung, durch alle Schulklassen und Altersstufen, die gesellschaftliche Diversität, worunter keine Diversität nach Intelligenz, nach sozialer Klasse oder nach Arbeitsbelastung gemeint ist, sondern eine Diversität nach sexueller Orientierung, [was läge näher?] zum grundlegenden Tenor der Abfassung von Lehrmaterialien zu machen.

Dagegen gehen Eltern auf die Straße. Mehrere Tausend Eltern. Dagegen gibt es eine Petition. Mehr als 150.000 Menschen haben sie unterzeichnet. Diese Menschen, ihre Motivation, ihre Ziele, die Ursache ihres Ärgers und die Erklärung dafür, warum sie so aufgebracht sind, dass sie sogar auf der Straße demonstrieren, diese sozialen Tatbestände, dieses soziale Handeln, es wäre eigentlich der Gegenstand der Soziologie. Gegenstand der Politikwissenschaft, aber das nur nebenbei bemerkt, wäre es, die Delegitimierung des Politischen, wie sie in derartigen Demonstrationen zum Ausdruck kommt, zum Anlass zu nehmen, um die Responsivität der Baden-Württembergischen Landesregierung zu untersuchen, denn Politikwissenschaftler gehen immer noch mehrheitlich davon aus, dass Regierungen und Parteien auf Wähler reagieren, deren Ideen, Interessen und Wünsche aufnehmen und nicht etwa umgekehrt, dass Parteien und Regierungen Wählern ihre partikularen Interessen aufzwingen.

Forschung, wie die beschriebene, findet in Deutschland jedoch kaum mehr statt. Warum nicht? Weil Ideologen die Universitäten bevölkern, und Ideologen müssen nicht forschen, sie wissen schon. So wie Sarah Speck weiß, dass die Kritiker des Baden-Württembergischen Bildungsplans verunsichert sind, denn so weiß sie auch, wir leben in “Zeiten rapiden gesellschaftlichen Wandels. Das heißt in Zeiten einer gesellschaftlichen Verunsicherung, die vielfach unter dem Stichwort Prekarisierung geführt wird, … gibt es dann ein Bedürfnis nach klaren Identitäten … ”

RokeachWer das zirkuläre Gerede nicht gleich durchblickt: Es gibt für Speck die Richtigen, die den rapiden gesellschaftlichen Wandel wegstecken. Und es gibt die Schwachen, die Dummen oder Falschen, die den gesellschaftlichen Wandel nicht wegstecken. Der gesellschaftliche Wandel besteht zum Beispiel darin, dass Kindern in der Kindertagesstätte sexuelle Orientierungen nahe gebracht werden müssen, woran man sieht, wie klein die geistigen Brötchen sind, die vermeintliche Soziologen heute backen. Vorbei sind die Zeiten großer Gesellschaftsenwürfe. Heute findet gesellschaftlicher Wandel im Kindergarten statt, per Sexualkunde. Wäre es nicht so traurig, man müsste wirklich lachen, ob der spießbürgerlichen Beschränktheit neuronaler Prozesse, die sich darin offenbart. Doch zurück: Wer nicht will, dass seinem Fünfjährigen oder seinem Achtjährigen reiner Wein über die Techniken sexueller Stimulation zwischen homosexuell Interagierenden vermittelt wird, der ist also für Speck verunsichert, der ist falsch und hält nicht Schritt mit dem gesellschaftlichen Wandel.

Und wenn er dann protestiert, ob auf der Straße oder per Petition, dann ist er “sicherlich als homophob [zu] bezeichnen”. Die kleine Welt der Sarah Speck, sie ist rigide geordnet, so rigide, dass man fast schon von einem closed mind sprechen kann, denn dass jemand schlicht nicht will, dass seinen Kindern sexuelle Orientierungen in der Schule eingetrichtert werden oder keinen Sinn damit verbindet, das kommt der Speck gar nicht in den Sinn.

Erschreckend.

An die Stelle der soziologischen Analyse tritt bei der Lehrstuhlvertreterin aus Tübingen die Zuweisung und Bewertung. Was soll man auch sonst tun, außer zuweisen und bewerten, wenn man von Soziologie keine Ahnung hat, aber eines ganz genau weiß: Das man selbst zu den Guten, Richtigen und nicht Verunsicherten gehört, jedenfalls so lange man sich im Schutzraum der eigenen “imaginierten” Realität bewegt?

Und weil Speck so voller Zuversicht ist, dass Sie richtig, gut und intelligent ist, fallen alle rationalen Schutzwälle, die im Gehirn normalerweise gegen das Äußern von intellektuell minderwertigen Inhalten errichtet werden. Und heraus, aus dem Speckschen Mund, kommt das:

“Ich glaube, dass das Private, also die Frage von Lebensführung selbstverständlich eine politische Frage ist. Inwiefern sich da der Staat einzumischen hat oder nicht, ist natürlich eine Frage, die stets aufs Neue wieder diskutiert wird. Aber ich denke, dass die Einschätzung, dass der Bildungsplan im Wesentlichen als Teil eines gesellschaftlichen Transformationsprozesses zu verstehen ist und sich insofern an eine Realität anpasst, die vorhanden ist.”

Hier schreit der Politikwissenschaftler in der Redaktion, und zwar vor Schmerz.

Es gibt viele Definitionen des Politischen und damit dessen, worauf sich politische Fragen richten können. Das Private ist jedoch in keiner Definition enthalten. Es ist gerade das Gegenteil des Politischen, denn was Menschen in ihren Wohnungen oder abends vorm Fernseher machen, das ist keine politische Frage, es geht die Politik schlicht und ergreifend nichts an, kann sie nichts angehen, wie ein Blick darauf zeigt, was Politik ist und was entsprechend politische Fragen sein können.
Aleman Powi

Politik ist zunächst einmal “die Lehre von den Staatszwecken”, das stand schon 1903 im Brockhaus und zu den Staatszwecken gehört das Chipsessen auf dem Sofa ganz offensichtlich nicht. Bergsträsser hat 1961 die Politik als “Kunst, die Führung menschlicher Gruppen zu vollziehen” definiert. Auch diese Definition des Politischen zieht eine Grenze zur Privatheit, denn die Privatheit ist gerade nicht der Ort, der politischen Führung. Sie ist es nur in totalitären Entwürfen wie z.B. in Orwells 1984. Aber vielleicht ist es ja das, was Speck vorschwebt? Damit begäbe sich Speck in krassen Gegensatz zu Franz L. Neumann, der die Politikwissenschaft, als Wissenschaft des Politischen als die Wissenschaft, die politische Fragen stellt, als “Wissenschaft von der Freiheit” definiert hat und Freiheit verlangt es, das Private zu respektieren.

Darüber gibt es auch nichts zu diskutieren, wie Speck im Hinblick darauf, “[i]nwiefern sich da der Staat einzumischen hat oder nicht” meint. Der Staat hat sich überhaupt nicht in das Private einzumischen, auch dann nicht, wenn es einer Sarah Speck, die so offensichtlich über keinerlei politische Grundbildung verfügt, so dass man sich fragt, wo sie den Mut zu solchen Interviews hernimmt, gefallen würde. Vielleicht beherbergt Speck ja einen kleinen Voyeur, der die Grenzen der Privatheit gerne überschreiten würde.

Wir fassen zusammen:

Speck vertritt einen Lehrstuhl für Soziologie.

Speck ist offensichtlich nicht an soziologischer Analyse, sondern an Bewertung und De-Legitimierung interessiert.

Speck ist bemüht, Interessen von Menschen, die sich Interessen einer grün-roten Landesregierung gegenübersehen, die sie als Übergriff in einen Bereich ihrer Privatheit ansehen, zu delegitimieren, nicht sie zu erklären oder gar zu verstehen, wie das ein Soziologen tun würde.

Speck macht sich gemein mit denen, deren Handlungen und vor allem deren Handlungsfolgen es ihre Aufgabe wäre zu untersuchen. Das ist eine Schande für die Wissenschaft!

Es sind Lehrstuhlbesetzer wie Speck, die die Soziologie und andere Sozialwissenschaften in Deutschland in Misskredit bringen und dafür sorgen, dass all die Errungenschaften, die als Folge der Popperschen und empirischen Revolution der 1960er und 1970er Jahre Einzug in die Soziologie gehalten haben, wieder verschwinden, und mit ihnen verschwindet ein Fach, das auf dem Sprung von der vor- in die normalwissenschaftliche Phase der Kuhnschen Typologie war.

Prof. Dr. Günter Buchholz hat sich Frau Speck unter der Überschrift “Der feministisch-homophile heterophobe Diskurs” angenommen.

David Cameron: GREXIT jetzt!

Wir schreiben das Jahr 2016.

Yanis Varoufakis spielt weiterhin Hühnchenspiele mit seinen Partnern in der Eurozone.

Die Europäische Zentralbank bricht einen neuen Überweisungsrekord: 2000 Milliarden Euro hat sie zwischenzeitlich nach Griechenland überwiesen und damit doppelt so viel, wie Griechen Spareinlagen haben.

Game Theory

Wie Yanis Varoufakis spielt

Bei der deutschen Bundesregierung vermutet man langsam, dass Alexis Tsipras sich gar nicht mit den Länderchefs und Finanzministern der Eurozone einigen will, sondern mit den EZB-Milliarden einen schwunghaften Bondhandel betreibt.

Und in Britannien sitzt ein David Cameron und wundert sich.

Lassen wir es nicht so weit kommen, so mag sich Cameron denken. Und um das beschriebene Szenario zu vermeiden und das Affentheater, das mittlerweile fast täglich in Brüssel gastiert, aufzulösen, hat er einem Amtskollegen aus der Eurozone anvertraut, was niemand auszusprechen wagt:

Es wäre das Beste, so David Cameron, wenn Griechenland aus der Eurozone ausscheiden würde, das Beste für alle Beteiligten, [mit Ausnahme von Mario Draghi vielleicht, dem Präsidenten der EZB, der sich dann einen neuen Adressat für die Milliarden, die er so freigiebig aus dem Fenster wirft, suchen müsst]:

“On Greece, the PM wondered if it was wise for Angela Merkel to allow the discussion with Greece to take place at PM level and mused that it might be better for Greece to leave the eurozone in order to sort its economy out – though also accepted that there were major risks in that too.”

Das berichtet der Guardian.

Also besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

Neuer Befund: Linke Regierungsparteien erhöhen Arbeitslosigkeit und Schulden

Die politikwissenschaftliche Folklore geht immer noch davon aus, dass linke Parteien Parteien des kleinen Mannes sind und entsprechend etwas für z.B. Arbeiter tun. Der Erzählung nach sind sie linke Robin Hoods: Sie nehmen von den Reichen und geben es den Armen.

Wissenschaftlicher ausgedrückt sind linke Parteien regelmäßig für aktive Arbeitsmarktpolitik, hohe Lohnersatzleistungen und hohe Steuern und Abgaben verantwortlich, die eingesetzt werden sollen, um die Gesellschaft, wie es so schön heißt, sozial gerechter zu machen (wobei Linke gemeinhin Gerechtigkeit mit Gleichheit verwechseln).

Europawahl SPD PlakatIn der Realität sieht man im Fettgürtel linker Regierungen regelmäßig die verschiedensten Hilfeindustrien entstehen, die sich um angeblich Benachteiligte aller Art kümmern und dafür von linken Regierungen auch ebenso regelmäßig finanziert werden. Unter linken Parteien floriert das Geschäft mit dem Geschlecht, das Frauenförderer zu Reichtum verhilft, es florieren Benachteilgten-Coaches aller Art, die weniger den vermeintlich Benachteiligten als sich selbst zu einem üppigen Auskommen verhelfen, indem sie die von ihnen auserkorenen Benachteiligten in unnützen Weiterbildungsvereinen mit Zertifikaten ausstatten, die kein Arbeitgeber kennt und akzeptiert oder indem sie sich um die drogensüchtigen, homosexuellen behinderten Kinder von Alleinerziehenden, die in Mehrgenerationenhäusern nicht glücklich geworden sind, kümmern und dazu natürlich von den jeweiligen linken Regierungen finanziert werden müssen.

Kurz: Die konsumptiven Investitionen, die zur Finanzierung von z.B. sozialen Dienstleistern eingesetzt werden, aber kaum bis keinen Mehrwert erwirtschaften, sie florieren unter linken Regierungen.

Da Ressourcen endlich sind, stellt sich die Frage, zu wessen Lasten die Ausgaben gehen, die für den Aufbau einer linken Sozialindustrie benötigt werden.

Wir haben die Hypothese, dass der Aufbau einer linken Sozialindustrie sich zu Lasten derer auswirkt, die in der linken Floklore immer noch die Adressaten linker Politik sein sollen, also der Arbeiter und derjenigen, die gewöhnlich als Bildungsferne oder freundlicher: Arbeiterschicht bezeichnet werden.

Wir haben diese Hypothese generalisiert und nehmen an, dass sich linke Regierungsparteien negativ auf den Arbeitsmarkt und die öffentlichen Finanzen auswirken.

Da die konsumptive Verwendung öffentlicher Finanzierung unter linken Regierungen ausgeprägter ist als unter nicht-linken Regierungen nehmen wir an, dass

  • die öffentlichen Schulden, die von linken Regierungen angehäuft werden, höher sind als die öffentlichen Schulden, die von nicht-linken Regierungen angehäuft werden.

Der Schwerpunkt linker Regierungstätigkeit liegt nach wie vor auf dem Eingriff in u.a. den Arbeitsmarkt. Wie eine Vielzahl von ökonomischen Studien gezeigt hat, funktionieren rigide, also geregelte Arbeitsmärkte schlechter als offene und flexible Arbeitsmärkte (Blanchard, 2008; Scarpetta, 1997; Nickell, 1997; Nickel, Nunziata & Ochel, 2005).

  • Entsprechend nehmen wir an, dass linke Regierungen die Arbeitslosigkeit und die Folgen von Arbeitslosigkeit verstärken.

reichtum fuer alleWir prüfen unsere Hypothesen auf Grundlage des von uns erstellen Linke-Regierungsparteien-Index, der für die zurückliegenden 4 Legislaturperioden in den Bundesländern das Ausmaß der Beteiligung linker Parteien an der Regierung (Wie viele linke Parteien waren an der Regierung beteiligt? Waren nur linke Parteien an der Regierung beteiligt?) und die Dauer der Beteiligung an der Regierung eines Bundeslandes erfasst.

Den entsprechenden Linke-Regierungsparteien-Index haben wir mit der aktuellen Arbeislosenquote, dem Anteil der Arbeitslosengeld-II-Bezieher, der Quote junger Arbeitsloser und der Höhe der öffentlichen pro-Kopf-Verschuldung in den einzelnen Bundesländern korreliert.

Hier die Ergebnisse:

  • Je länger und je intensiver linke Parteien an der Landesregierung beteiligt sind, desto höher ist die Arbeitslosenquote im entsprechenden Land. Der Zusammenhang ist linear (r = .606), erklärt 36,7% der Varianz und ist statistisch signifikant (p = .013);
  • Je länger und je intensiver linke Parteien an der Landesregierung beteiligt sind, desto höher ist die Arbeitslosenquote unter jungen Menschen (unter 25 Jahre) im entsprechenden Land. Der Zusammenhang ist linear (r = .621), erklärt 38,6% der Varianz und ist statistisch signifikant (p = .010);
  • Je länger und je intensiver linke Parteien an der Landesregierung beteiligt sind, desto höher ist der Anteil der Personen, die Leistungen aus dem Arbeitslosengeld II beziehen (Hartz-IV). Der Zusammenhang ist linear (r = .599), erklärt 35,8% der Varianz und ist statistisch signifikant (p = .014);
  • Je länger und je intensiver linke Parteien an der Landesregierung beteiligt sind, desto höher ist die öffentliche Verschuldung pro Kopf der Bevölkerung. Auch dieser Zusammenhang ist linear (r = .559), er erklärt 31,2% der Varianz und ist statistisch signifikant (p = .024);

Je länger linke Parteien an der Regierung sind, desto höher die Arbeitslosenquote, desto höher die Arbeitslosenquote unter jungen Menschen, desto höher der Anteil der  Hartz-IV-Empfänger und desto höher die öffentliche Verschuldung pro-Kopf.

Gruene WahlplakateDie von uns dargestellten Ergebnisse geben einen ersten Hinweis darauf, dass linke Parteien zwischenzeitlich zu Klientelparteien geworden sind, deren Politik zu Lasten von Arbeitern und sozial Schwachen geht. Letztere dienten linken Parteien als Vorwand, um die eigene Klientel von Mittelschichtsfrauen, Sozialdienstleistern und das Heer der beratend Tätigen zu versorgen.

Zumindest kann man feststellen, dass linke Parteien sich nicht zum Vorteil von sozial Schwachen, von Arbeitslosen und von jungen Arbeitslosen auswirken. Letztere sind unter linken Regierungen besonders benachteiligt, was ein Resultat der Tatsache sein könnte, dass linke Regierungen mehr Jungen ohne Hauptschulabschluss produzieren als nicht-linke Regierungen.

Methodisch zeigt unsere kleine Studie abermals, dass der Förderalismus in Deutschland das Feld für quasi-experimentelle Untersuchungsdesigns bietet, mit denen etwas getan werden kann, was es in Deutschland noch nie gar: Eine Evaluation der Politikfolgen (auf die wir hiermit ein Copyright anmelden).

Nun wird es wieder die übliche Fraktion derer geben, die dieses Ergebnis nicht wahrhaben wollen und uns entsprechend einen der folgenden Standardeinwände entgegenhalten werden:

  • Mit Korrelationsanalysen kann man alles belegen. Wenn dem so ist, dann erwarten wir von den entsprechenden Behauptern eine Erklärung dafür, wie die von uns gefundene Korrelation zufällig zu stande kommen kann. Wir haben theoretisch argumentiert. Wer uns kritisieren will, muss entsprechend zeigen, dass man aus einer abweichenden theoretischen Argumentation Hypothesen ableiten kann, die zu Ergebnissen führen, die unsere Erklärung widerlegen.
  • Es gibt einen Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität. Stimmt. Sozialwissenschaftlern und nicht nur ihnen, ist es nur vergönnt, Korrelationen im täglichen Leben zu finden. Kausalitäten sind, wie David Hume schon im 18. Jahrhundert gezeigt hat, Nektar der Götter. Deshalb ist es so wichtig, Korrelationen theoretisch zu argumentieren, einen prüfbaren Vorschlag zu machen, wie man sie erklären kann. Das haben wir getan.
  • Die Korrelation kann auch umgekehrt sein:  ALG-II-Empfänger und Arbeitslose wählen vornehmlich linke Parteien. Das ist ein legitimer Einwand, der jedoch insofern entschärft ist, als wir unseren Index mit viel Mühe und Bedacht über vier Legislaturperioden gebaut haben, d.h. er fasst die Regierungszusammensetzung eines Bundeslandes über 16 Jahre zusammen und enthält entsprechend ein dynamisches Element, so dass es plausibler ist anzunehmen, die 16 Jahre Regierungsbeteiligung, die im Index erfasst sind, beeinflussen z.B. die Arbeitslosenquote 2015 als umgekehrt. Zudem würde man erwarten, dass dann, wenn eine linke Regierungsbeteiligung die Arbeitslosenquote positiv beeinflusst, sich dieser Effekt feststellen lässt. Deshalb haben wir auch die Arbeitslosenquote dynamisiert und die Veränderung in der Arbeitslosenquote zwischen 2009 und 2015 pro Bundesland berechnet. Für diesen Zeitraum findet sich in allen Bundesländern ein Rückgang der Arbeitslosigkeit, der mehr oder weniger stark ausgeprägt ist, es findet sich überhaupt kein Einfluss für die Regierungsbeteiligung linker Parteien auf diesen Rückgang, was zu dem Schluss führt, dass linke Regierungsparteien sich zwar negativ auf die Höhe der Arbeitslosigkeit auswirken, dass Verbesserungen der Situation am Arbeitsmarkt aber Prozesse sind, die die Arbeitsmarktsituation unabhängig von der entsprechenden Landesregierung beeinflussen. Enstprechend müsste man nun prüfen, ob verschlechterte Bedingungen am Arbeitsmarkt in Ländern mit linker Landesregierung mehr Arbeitslosigkeit nach sich ziehen als in Ländern mit nicht-linker Landesregierung. Derzeit steht unser Ergebnis, nachdem linke Landesregierungen die Arbeitslosigkeit erhöhen.

Opp_MethodologieDiejenigen, die bar jeglichen Arguments und voller emotionaler Realitätsverweigerung auf unsere Ergebnisse reagieren, seien auf die Möglichkeit verwiesen, ihrerseits eine Studie durchzuführen. Die Daten sind öffentlich zugänglich: Wir haben sie von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und von der Bundesagentur für Arbeit bezogen. Es ist immer besser, den eigenen Ärger und die eigene Emotion produktiv zu verarbeiten, als sie in die Welt zu schreien, immer vorausgesetzt, man hat die entsprechenden Kompetenzen. Hat man sie nicht, dann ist es allemal besser, den Mund zu halten.

Noch ein Tipp an die qualitativ-feministisch-sozialistische Fraktion: Tiefeninterviews oder Experteninterviews helfen nicht weiter, wenn man versuchen will unsere Ergebnisse zu falsifizieren.

©ScienceFiles, 2015

Von Steuerzahlern finanzierte Junk Science: Managerinnen 50plus

Beim Soziologentag 1995 in Halle, sind wir in eine Session geraten, die uns bis heute nachhängt. Die Session enthielt u.a. einen Vortrag, in dem es um Schiffsköche ging. Der Vortragende hatte Schiffsköche befragt. Eine an sich interessante Sache, denn: Was ist schon von Schiffsköchen bekannt? Genau so wenig wie von Müllfahreren, Maurermeistern, Zimmermännern, Dachdeckern… Vertreter von Berufen, die mit den Händen arbeiten, gelangen selten in den Fokus der qualitativen Sozialforschung. Hier macht man sich nicht so gerne mit dem Mann auf der Straße gemein. Hier forscht man nicht so gerne lebensnah, wenn man einmal Ronald Hitzler und seine Forschung in Sado-Maso-Gruppen außen vor lässt.

Nun, der Vortrag über die Schiffsköche, er ist uns deshalb so sehr in Erinnerung geblieben, weil der Vortragende sieben von ihnen, also sieben Schiffsköche befragt hatte (wozu haben wir vergessen), und aus den Antworten der sieben Schiffsköche hat er mit elaborierten Mitteln qualitativer Sozialforschung sechs Typen von Schiffsköche mit weitreichenden Schlussfolgerungen gewonnen.

Dieses methodische Fiasko aus Halle, es hängt und bis heute nach und, wie man im Englischen sagt, it was a good one, but, wie man auch im Englischen sagt: this one is even better.

BMFSFJUnk 50Im Hinblick auf methodische Unbedarftheit und daraus folgende Ahnungslosigkeit, ist die vom Bundesministerium für FSFJ finanzierte Studie “Managerinnen 50plus” nicht nur ein Fiasko, sie ist ein Waterloo, sie ist ein Musterbeispiel dafür, wie man es nicht machen kann und darf und soll, oder sie ist ein Musterbeispiel dafür, wie man nichts so aufblasen kann, dass daraus gar nichts wird.

Verantwortlich für die Studie ist Christiane Funken vom Institut für Soziologie der TU Berlin. Und beides, die Studie wie die Verantwortung, sie wären uns entgangen, wenn uns nicht ein merklich genervter Leser auf Studie und deren Vermarktung gestern in der ZEIT hingewiesen hätte.

Letztere fand unter dem Titel “Das frühe Ende der Karrierefrau” statt. Das ist bereits eine Übergeneralisierung, die auf Basis der Studie durch nichts gedeckt ist, und hat nicht das frühe Ableben von Karrierefrauen zum Gegenstand, sondern die Behauptung: “Viele Topmanagerinnen stoßen an eine Panzerglasdecke. Geschlechterforscherin Christiane Funken hat das merkwürdige Sitzenbleiben erfolgreicher Frauen erforscht”.

Wir wollen unsere Leser hier auf zwei Dinge hinweisen: Die Mengenangabe “Viele” und die Tatsache, dass Christiane Funken vom BMFSFJ als Soziologe und nicht als Geschlechterforscher wie von der ZEIT verkauft wird.

Der Text in der ZEIT, der ein Interview ist, das man getrost als Treffen der Heulsusen bezeichnen kann, aber nicht als Gespräch unter Erwachsenen, hat seinen Höhepunkt in der folgenden Passage:

Christiane Funken erzählt: “Ich traf Bankerinnen, die irgendwann weinend vor mir saßen. Sie sagten: Wir arbeiten Tag und Nacht, wir sind exzellent in dem, was wir tun, wir liefern Großartiges für das Unternehmen, das wird auch anerkannt. Aber gleichzeitig werden die Männer an uns vorbeibefördert”.

Diese Aussage muss irritieren, denn in der Überschrift zum Interview war von Topmanagerinnen die Rede. Diese Topmanagerinnen, die 24/7 für ihr Unternehmen malochen, was die Frage aufwirft, wann sie sich weinend in die Arme von Christiane Funken geflüchtet haben, diese allzeit arbeitenden Topmanagerinnen, sie werden nicht befördert. Wohin? Sie sind doch bereits Topmanagerinnen – oder etwa nicht?

Wie dem auch sei, man fragt sich unwillkürlich: Wen hat Christiane Funken da eigentlich für die aus Steuergeldern finanzierte Studie “Managerinnen 50plus” befragt? Eine einfache Frage, so denkt man. Ein Grunddatum empirischer Sozialforschung, das dann, wenn es in studentischen Arbeiten fehlt, dazu führt, dass der entsprechende Student mit seiner Arbeit durchfällt. Und doch: Es ist nicht herauszufinden, wie viele Top- oder weniger Topmanagerinnen 50plus bzw. “um die fünfzig”, wie es in der Studie heißt, von Funken befragt wurden.

Agin Junk scienceDer einzige Hinweis, wie viele Managerinnen “um die 50″ befragt wurden, findet sich auf Seite 11 des Berichts zur Studie, auf der zu lesen ist, es seien auf “ca. 25 Managerinnen aus (mittel)großen Unternehmen unterschiedlicher Branchen in einer Alterspanne zwischen 45 und ca. 55 Jahren fokussierte Interviews” geführt worden. Das “ca.” ist mehr als irritierend: Weiß die Projektverantwortliche Christiane Funken nicht, mit wie vielen Managerinnen sie Interviews geführt hat? Man sollte meinen, die Grundrechenart der Addition ist auch Genderforscherinnen geläufig.

So kann man sich irren. Es waren “ca. 25″ Interviews, also 20 oder 19 oder “Tiefeninterviews mit etwa 30 Frauen in Deutschland”, wie es im ZEIT-Beitrag erläutern am Ende heißt. Also wurden gar keine “ca. 25 Managerinnen” befragt, sondern “etwa 30 Frauen in Deutschland”?

Wir haben in unserer Karriere schon viele schlechte Studien gesehen, Studien, die viel vorgeben und wenig halten, aber die Studie von Christiane Funken von der TU-Berlin, wo sie entweder Soziologe oder Genderforscher oder was auch immer ist, die schlägt alles: Nicht nur weiß Funken ganz offensichtlich nicht, ob sie “ca. 25 Managerinnen” oder “etwa 30 Frauen” befragt hat, es finden sich in der Studie auch keinerlei Hinweise darauf, wie die “etwa 30 Frauen” oder die “ca. 25 Managerinnen” gefunden wurden, nach welchen Kriterien die Auswahl der Befragten erfolgt ist, so dass man Schlimmes befürchten muss. Insbesondere weil es auf Seite 6 des von Steuerzahlern finanzierten Berichts heißt:

“Getragen von dem Wunsch nach beruflicher Veränderung und Neuausrichtung fanden sich in dieser Gruppe zwölf Managerinnen im Alter von 45 bis 60 Jahren zusammen. Aus der Diskussion und der Dynamik dieser Frauen [Welche Dynamik? Blumenvasen-Werfen aus Frust?] wurde rasch sichtbar, wie viel Potenzial in dieser gesellschaftlichen Gruppe schlummert. Diese zwölf Frauen waren stellvertretend für die Altersgruppe von Managerinnen zu sehen. Als Mitglied dieser Gruppe interessierte mich besonders, was diese Managerinnen „50plus“ antreibt, was ihre Werte und Motive sind, ihre Interessen und wie diese sich mit denen des Unternehmens in Einklang bringen ließen.”

Die 12 Managerinnen, von denen hier die Rede ist, haben sich im European Women’s Management Development International Network (EWMD)” zusammengefunden, wo sie vom BMFSFJ finanziert wurden, um die Studie “Managerinnen 50plus” durchzuführen.

Wie gut, dass das BMFSFJ dennoch weiß, an wen die Steuergelder überwiesen werden sollen.

Wie gut, dass das BMFSFJ dennoch weiß, an wen die Steuergelder überwiesen werden sollen.

Damit ist wohl eine neue Form der Entfremdung von Steuergeldern gemeint. Man trifft sich in einem Club, nennt sich “European Women’s Management Development International Network (EWMD)” ruft seinen Spezel im Ministerium für FSFJ an und lässt eine Studie vom Ministerium finanzieren, in der man selbst befragt wird. Von Steuerzahlern finanzierte Lobbyarbeit, die man als “Wissenschaft” verkaufen kann, wenn man einen entsprechend willigen vermeintlichen Wissenschaftler gleich durch das BMFSFJ miteinkaufen lässt. Und wie es scheint, ist Christiane Funken zumindest über ihre Anbindung an die TU-Berlin jemand, den man als Wissenschaftler verkaufen kann.

Nur: Christiane Funken ist kein Wissenschaftler, dazu fehlt ihr zu viel an methodischen Kenntnissen oder: Sie ist willentlicher Mitarbeiter beim Versuch, die Öffentlichkeit darüber zu täuschen, dass in der Studie “Managerinnen 50plus” eine Selbstbefragung von Clubmitgliedern stattgefunden hat, die passender Weise vom BMFSFJ dafür bezahlt wurden, dass sie sich selbst befragen.

Dafür spricht die Tatsache, dass durch den ganzen Text der Studie versucht wird, die Zahl derer, die tatsächlich befragt wurden, zu verschleiern.

Die “ca. 25 Managerinnen”, die auf Seite 11 angegeben wurden, sind die einzige Angabe, die an Regeln wissenschaftlicher Lauterkeit zumindest grundsätzlich erinnert. Ansonsten ist die Rede von:

  • “Die meisten der von uns befragten, überaus erfolgreichen Managerinnen”…(9);
  • “Dies sind in der Regel Managerinnen um die Fünfzig …” (12);
  • “sämtliche, der von uns befragten Frauen…” (17);
  • “Die meisten, der von uns befragten Frauen haben es dennoch geschafft, die gläserne Decke zu durchbrechen” (30) [Eine erstaunlich Feststellung, die Funken im Interview mit der ZEIT vergessen zu haben scheint, denn dort ist von einer Panzerglasdecke die Rede, nicht nur von einer gläsernen Decke.]
  • “… bei den von uns befragten Frauen ….” (31);
  • “Die von uns befragten Frauen …”(53);
  • “… die von uns befragten Frauen …” (55)

Wieviele die “von uns befragten Frauen” tatsächlich sind, es ist nicht herauszufinden.

Zudem gibt es drei Typologien der von Funken befragten Frauen, für die es dann doch möglich ist, Zahlenangaben zu machen, Anteile nämlich:

  • “40 Prozent der Frauen führen einen erbitterten Kampf um Anerkennung” (13), 40%, das klingt wichtig und viel und weit besser als 10 “der von uns befragten Frauen”;
  • “30 Prozent der Frauen nehmen eine Haltung der ‘inneren Kündigung’ ein” (14), das wären dann 7 “der von uns befragten Frauen”;
  • Weitere 30 Prozent der Frauen planen einen Ausstieg in die Selbständigkeit …”(14), das wären dann abermals 7, “der von uns befragten Frauen”;

Eine ziemlich dünne Datenbasis, die Funken hier zu bieten hat, was sie nicht daran hindert weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen:

  • “Frauen um die Fünfzig in Führungspositionen sind sehr gut qualifiziert”, so schreibt sie und nicht etwa: die “ca. 25″ “von uns befragten Frauen in Führungspositionen”, die sich im “European Women’s Management Development International Network” zusammen geschlossen haben und vom Bundesministerium für FSFJ dafür bezahlt wurden, dass sie aus ihrem Leben erzählen.
  • “Weniger als die Hälfte der Frauen hat Kinder …” steht da und nicht etwa: ca. 12 der “ca. 25″ befragten Mitglieder des “European Women’s Management Development International Network”.
  • “Nur wenige weibliche Führungskräfte wurden in der zweiten Hälfte ihrer Karriere für den weiteren Aufstieg befördert” – Interessanter Weise fehlt hier die Bezugsgröße, was die Möglichkeit eröffnet dass 1 bis alle der ca. 25 befragten Mitglieder des oben genannten Networks befördert wurden.

Der Eindruck drängt sich auf, dass hier absichtlich die Auswahl und die Anzahl der befragten Managerinnen verheimlicht werden soll. Ein Eindruck, der leider auf Grundlage des Berichts der Studie, den Funken produziert hat, nicht entkräftet werden kann, weil er alle methodischen Standards des wissenschaftlichen Arbeitens vermissen lässt.

The Snout in the Trough

The Snout in the Trough

Dass die fehlenden Standards auf fehlende methodische Kenntnisse zurückzuführen oder der Tatsache geschuldet sind, dass die Studie eine Auftragsstudie mit vorgegebenem Ergebnis war, wird an einer Reihe von Indizien deutlich. So ist im Interview mit der ZEIT von Tiefeninterviews die Rede, die mit “etwa 30 Frauen” durchgeführt worden sein sollen. Dagegen findet sich auf den Seiten 57 bis 58 des Berichts “Managerinnen 50plus” und unter der Überschrift “Methodisches Vorgehen” ein Leitfaden, der für “Gespräche” von 60 bis 90 Minuten Länge mit den “ca. 25 Managerinnen” von Seite 11 genutzt wurde. Die Gespräche wurden auf Tonband aufgezeichnet, anschließend transkribiert und “mit Hilfe des Auswertungsprogramms ATLAS.ti” ausgewertet, und zwar nach der Methode der Grounded Theory und der qualitativen Sozialforschung von Mayring.

Ja.

Nur finden sich im Text keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Grounded Theory verwendet wurde. Weder ein Hinweis auf axiales Koderien (den Kern der Grounded Theory), noch einer auf Ankerbeispiele oder Kodierregeln im Rahmen der qualitativen Inhaltsanalyse. Wie dem auch sei, wir wären gespannt, die “Codes-Primary Document-Table” aus ATLAS.ti für die Kombination aus Grounded Theory und qualitativer Inhaltsanalyse zu sehen und vor allem die Ergebnisse der Validitäts- und Reliabilitätstests, ist doch die qualitative Inhaltsanalyse von Mayring eine der wenigen qualitativen Methoden, die die Möglichkeit bietet, Validität und Reliabilität der vorgenommenen qualitativen Inhaltsanalyse zu prüfen, Die entsprechende Prüfung hat Funken ja bestimmt auf Grundlage der “ca. 25 Managerinnen” oder waren es “etwa 30 Frauen” und den Daten aus den Gesprächen, die vielleicht auch leifadengestützte Tiefeninterviews waren, durchgeführt.

Wäre es nicht so traurig und würde Junk wie diese Studie nicht auf Kosten von Steuerzahlern erstellt, man könnte wirklich herzlich über Managerinnen 50plus lachen und sie Studenten als Scherz einer Studie anempfehlen, an der überhaupt nichts ist, wie es sein soll, damit die Studie als wissenschaftlich durchgehen kann.

Es gibt übrigens fast kein Thema mehr, das so uninteressant ist, wie die Behauptung einer gläsernen Decke. Wer heute noch behauptet, es gebe eine gläserne Decke, der muss eine Problem mit der Wahrnehmung von Realität haben. Ungeachtet dessen, wollen wir das Schlusswort Christiane Funken überlassen: “Die deutsche Wirtschaft kann es sich gar nicht mehr leisten, die Erfahrung, Kompetenzen und das Fachwissen von Frauen zu ignorieren. Das wäre eine Katastrophe”.

Nachdem wir nunmehr eine Dokumentenanalyse des Berichts, den Funken verfasst hat, durchgeführt haben, müssen wir schließen, dass auf Grundlage einer Vollerhebung der 100% Verantwortlichen für diesen Berichts festgestellt werden muss, dass angesichts des erschreckenden Fehlens von Fachwissen, Erfahrung und Kompetenzen es sich die deutsche Wissenschaft gerade NICHT leisten kann, Frauen wie Funken NICHT zu ignorieren. Es wäre eine Katastrophe.

Keine Rechtsgrundlage: Es ist Schluss mit Sprachgenderisierung an Hochschulen

Genderismus ist eine Toleranz schmarotzende Ideologie, die vom Wohlwollen derer lebt, die ihr nicht anhängen. Deren Wohlwollen ausnutzend infiltrieren Genderisten das öffentliche Leben, um dort das zu besetzen, was Lann Hornscheidt mit Blick auf die eigene Position als “statushoch” bezeichnet. Statushoch müssen die besetzten Positionen deshalb sein, weil Genderisten der Ansicht sind, man könne dem deutschen Michel alles aufzwingen, so lange es in der Verpackung amtlicher Vorgaben daherkommt, selbst Rechtsbrüche und Aufrufe zu Straftaten störten den deutschen Michel nicht, solange sie im Amtsdeutsch und als Vorgabe “von oben” kämen.

So die Überzeugung der Genderisten.

Deshalb betreiben sie unverfroren Frauenförderung an Hochschulen. Deshalb zweckentfremden sie ohne Skrupel Mittel des Europäischen Sozialfonds, die eigentlich der Verbesserung der Situation von Arbeitslosen gewidment sind, und deshalb spielen sie sich in einer Weise auf, die anderen suggerieren soll, sie könnten Vorschriften machen bzw. erlassen.

Möglich ist dies, wie gesagt, weil Genderisten die Toleranz und das wohlwollende Desinteresse der meisten z.B. an Hochschulen Beschäftigten ausnutzen. Und ehe sich die Toleranten versehen, sitzen Gleichstellungsbeauftragte ohne weitere Qualifikation in Berufungskommissionen, müssen Ausschreibungen einem neuen ideologischen Duktus angepasst werden, wird frech behauptet, es gäbe gar Rechtsvorschriften, die vorschreiben würden, dass Studenten ihre Ausarbeitungen gendern.

Und dass die Genderisten mit ihrer Indoktrination Erfolg haben, dass sie ihre vollkommen intolerante Ideologie denen, die sie mit wohlwollender Ignoranz haben gewähren lassen, nunmehr vorschreiben und ohne jede Toleranz für abweichende Meinungen versuchen, ihre Ideologie durchzusetzen, das hat einen einfachen Grund: Die meisten anscheinend wohlwollend Ignoranten verfügen einfach nicht über genügend Zivilcourage, um sich gegen die Gender-Ideologen zur Wehr zu setzen, der Genderista Grenzen zu setzen.

So wäre das Professorinnenprogramm vermutlich schnell am Ende, wenn männliche Bewerber, die unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu Berufungsvorlesungen eingeladen wurden, um dann als Bewerber abgelehnt zu werden, weil die ausgeschriebene Stelle nur mit weiblichen Bewerbern besetzt werden darf, gegen dieses Programm vor einem Verwaltungsgericht klagen würden. Sie tun es bislang nicht und das Professorinnenprogramm läuft weiter.

Doch nicht allen fehlt die Zivilcourage, die notwendig zu sein scheint, um gegen Genderista Stellung zu beziehen.

Sebastian Zidek, der an der TU-Berlin “Verkehrswesen” studiert und in diesem Zusammenhang die Pflichtveranstaltung “Einführung in das Verkehrswesen” besucht, fehlt keine Zivilcourage. Da wir im Zeitalter der Role Models leben: Sebastian Zidek ist ein Role Model.

Er hat sich vor rund eineinhalb Monaten erstmals an uns gewendet, und zwar mit einer Frage: “Ist es zulässig”, so hat er uns gefragt, “dass ein Punktabzug vorgenommen wird, wenn eine Hausarbeit nicht gegendert ist”, wenn sie also keine *_Innen enthält?

Tu BerlinDas Beispiel aus Berlin, von der TU, macht nicht nur deutlich, wie Genderista Hochschulen infiltriert haben und nun versuchen, ihre Ideologie als vermeintliche Rechtspflicht getarnt durchzusetzen, es macht auch deutlich, dass man mit Zivilcourage den Genderspuk beenden kann.

Irritiert war der Student des Verkehrswesens Sebastian Zidek u.a. über die folgende Passage aus den Richtlinien des Seminars “Einführung in das Verkehrswesen”:

“Auch die korrekte Verwendung von männlichen und weiblichen Ausdrucksformen und somit einer gendersensiblen Sprache wird in einer wissenschaftlichen Arbeit erwartet. Allgemein bedeutet Gender Mainstreaming „bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.” BMFSFJ 2012″

So einfach geht Infiltration und Indoktrination bei den Genderista: Haben Sie sich erst einmal in Positionen an Hochschulen eingeschlichen, dann beginnen sie dort ihr ideologisches Vernichtungswerk und behaupten frech und unter infamem Verweis auf ein Bundesministerium, es sei Pflicht, gegendert zu schreiben – ganz so, als hinge die Qualität von Argumentationen am Gendern der Sprache, als habe es auch nur im Entferntesten etwas mit Wissenschaft zu tun, ob ein Innen, ein X oder ein *_ die schriftliche Ausarbeitung unlesbar macht [Zwischenzeitlich ist es wohl schon so, dass man Texte minderer Qualität und Texte, die Wissenschaftlichkeit nur vorheucheln, leicht erkennen kann, an der Verwendung gegenderter Sprache.]

Entsprechend haben wir Herr Zidek geraten, sich an seinen Dozenten und die Rechtsabteilung zu wenden, da gegenderte Sprache weder mit den Methoden wissenschaftlichen Arbeitens noch mit der Idee von Wissenschaft vereinbar ist.

Herr Zidek hat getan, was wir ihm geraten haben.

Und er hat Antworten erhalten – von seiner Tutorin [Name liegt der Redaktion vor] kam die folgende unglaubliche Stellungnahme:

“Bei der gendersensiblen Sprache handelt es sich nicht um eine Empfehlung, sondern um Vorgaben seitens der TU Berlin. [1] Diese führen im Gegensatz zum Plagiat zwar nicht zu einer rechtlichen Verfolgung, falls du das meinst, müssen aber dennoch angemessen berücksichtigt werden, da es sonst zu Punktabzug kommt. [2] Dies hat einfach damit zu tun, dass sich die Gleichstellung von Frau und Mann [wer sind die zwei?] inzwischen als gesellschaftlicher Konsens auch in wissenschaftlichen Ausarbeitungen niedergeschlagen hat. Und dafür gibt es tatsächlich (im weiteren Sinne) auch rechtliche Vorgaben in verschiedenen Bereichen [3]. Allerdings bisweilen ohne Konsequenzen, weil natürlich niemandem irgendwelche rechtlichen Folgen drohen, wenn er diese Vorgaben missachtet. Wir sind aber dazu angehalten euch diese gendersensible Sprache nahe zu bringen.[4]

Ein Text voller falscher Behauptungen: Falsch ist die Behauptung, dass es seitens der TU-Berlin eine eindeutige Vorgabe dazu gebe, wissenschaftliche Texte durch Sprachgenderisierung zu entstellen [1]. Falsch ist zudem, dass es eine Rechtsgrundlage oder auch nur eine Handhabe dafür gebe, Zuwiderhandlung gegen diese angebliche Vorgabe mit Punktabzug zu bestrafen. [2] Falsch ist darüber hinaus, dass es einen gesellschaftlichen Konsens zur Gleichstellung von “Frau und Mann” [wer die beiden sind, ist immer noch unbekannt, vielleicht: Adam und Eva?] gebe, geschweige denn, dass in wissenschaftlichen Arbeiten Gleichstellung betrieben werden soll – das kann man nicht anders als als infame Behauptung bezeichnen. [3] Richtig ist wahrscheinlich, dass die Dozenten in einem aus ihrer Sicht höheren Auftrag unterwegs sind oder von wem auch immer darauf angesetzt wurden, Studenten “gendersensible Sprache nahe zu bringen”. Entsprechend muss man feststellen, dass sie sich zu Handlangern von Ideologen gemacht haben und somit an einer Hochschule fehl am Platze sind. [4]

Und weil das alles noch nicht reicht, kommt die Drohung gleich hinterher:

“Du kannst das Ganze natürlich ignorieren, wenn der eine Punkt am Ende aber über den Sprung zur 1.7 entscheidet, wirst du dich ärgern, denn da hilft dann auch alles diskutieren nichts.”

WiderstandZur Erinnerung: Das schreibt eine Dozentin der TU-Berlin. Wir können entsprechend nur nochmals feststellen, dass die Dozentin an der TU-Berlin insofern fehl am Platze ist, als es sich bei der TU-Berlin um eine Hochschule handelt, eine Stätte, an der wissenschaftlich gearbeitet werden soll und an der wissenschaftliche Erkenntnisse an Studenten vermittelt werden sollen. Das jedenfalls werden die meisten Steuerzahler glauben, die die TU-Berlin nach wie vor finanzieren. Die TU Berlin ist keine Stätte der Indoktrination oder des ideologischen Zwangs. Insofern hat sich die Dozentin im Ort geirrt. Sie wäre im Gunda-Werner-Institut der HB-Stiftung besser aufgehoben.

Die frechen und falschen Behauptungen, mit denen Studenten des Studiengangs “Verkehrswesen” an der TU-Berlin, die die Pflichtvorlesung “Einführung in das Verkerhswesen” [!sic] besuchen, gezwungen werden sollen, einen Kniefall vor der Genderideologie zu machen, sind ein gutes Beispiel dafür, wie Genderista rechtsfreie Räume auszunutzen versuchen und dabei auf die normative Kraft des Faktischen vertrauen, denn: Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter.

Nur: Sie haben in diesem Fall die Rechnung ohne Sebastian Zidek gemacht.

Er hat sich an die Rechtsabteilung der TU-Berlin gewendet und von dort die folgende Auskunft erhalten:

  • Es gibt keine Vorgabe der TU-Berlin, nach der “gendergerechte Sprache” verwendet werden muss [Im Begriff “gendergerecht” kommt der Kniefall vor Ideologen auch schon zum Ausdruck, und man sieht, wie sich die Gendersprache bereits in das universitäre Leben eingeschlichen hat. Die Behauptung, Männer und Frauen seinen grundverschieden, weshalb man ihrer Unvereinbarkeit durch entsprechende Sprachregelungen gerecht werden müsse, ist ebenso falsch, wie der Gebrauch des Begriffes “gerecht”, denn Gerechtigkeit ist ein relationales auf individueller Ebene zu messendes Maß, das sich auf Handlungen und Handlungsergebnisse bezieht, aber nicht auf Ergebnisgleichheit. Zudem ist es falsch, die Menge der Männer und Frauen auf “Mann und Frau” zu verkürzen. Die Unterschiede innerhalb der Gruppen der Männer und Frauen sind bekanntlich größer als die Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Von “Mann und Frau” zu reden ist daher schlicht und ergreifend Sexismus.]
  • Weiter aus der Stellungnahme der Rechtsabteilung: “Grundlagen für die Bewertung bzw. Benotung einer wissenschaftilchen Arbeit sind jedoch Inhalte/Aussagen … Das von Ihnen angesprochene Vorgehen, wegen fehlenden Genderns Punkteabzug zu erteilen, ist jedoch unüblich.”
  • “Mit den Modulverantwortlichen wird diesbezüglich eine Rücksprache unter entsprechenden Hinweisen erfolgen.”

Damit ist ein für alle Mal klar:

Gegenderte Sprache ist an Hochschulen nicht üblich.

Es gibt keine entsprechenden Vorgaben und keine entsprechende Pflicht!

Punkteabzug bei nicht gegenderter Sprache ist unzulässig.

Hochschulen sind Orte der Wissenschaft, keine Orte der Ideologie und Indoktrination. Ein Punktabzug, weil die von Studenten verwendete Sprache den Gepflogenheit folgt, die im Duden festgelegt sind, weil Studenten keine gegenderte Sprache benutzen, ist unzulässig. An der TU-Berlin gibt es somit einen Präzendesfall, der Sebastian Zidek zu verdanken ist und von dem zu hoffen ist, dass er bundesweit Schule macht, denn es ist Zeit, dem Genderspuk ein Ende zu bereiten und die Genderista von deutschen Hochschulen zu entfernen.

Welche Konsequenzen die Dozentin von Sebastian Zidek zu tragen hat, die behauptet hat, es gebe eine Vorgabe der TU-Berlin, die das Gendern von Texten obligatorisch mache, die zudem behauptet hat, die selbe Vorgabe legitimiere Punktabzug, wenn nicht gegendert werde, bleibt abzuwarten. Eine Abmahnung oder ein Disziplinarverfahren wären eigentlich angebracht.

PetitionslogoWelche Konsequenzen den für die Richtlinien des Seminars zur Einführung in das Verkehrswesen Verantwortlichen drohen, die frech behaupten und mit einem Verweis auf das BMFSFJ zu belegen versuchen, dass eine gendersensible Sprache in einer wissenschaftlichen Arbeit erwartet wird, ist ebenfalls noch eine offene Frage.

Offen ist auch die Frage, was die Frage “Wie lautet die Definition von ‘Gender’ nach Kaschuba/Lächle?” in einer Klausur im Fachbereich “Verkehrswesen” zu suchen hat. Sebastian Zidek ist gerade dabei, die entsprechende Frage notfalls vor dem Verwaltungsgericht zu klären.

Zustände, wie der aus dem Fachbereich “Verkehrswesen” berichtete, sind nicht auf die TU-Berlin beschränkt. Wir wissen von einer Dozentin an der Universität Hamburg, die nicht-gegenderte Texte mit Punktabzug bestraft. Und weil dem so ist, ist es so wichtig, dass Studenten, die einer entsprechenden Gender-Willkür ausgesetzt sind, nun auf die Vorarbeit von Sebastin Zidek bauen und sich wehren können. Was die Vorarbeit von Sebastin Zidek Studenten landauf und landab nicht abnehmen kann ist jedoch, Rückgrat zu entwickeln und sich gegen die Genderista, die dabei sind, die deutsche Wissenschaft nicht nur international lächerlich zu machen, sondern von Grund auf zu zerstören, zur Wehr zu setzen.

Wer sich mit der Aufforderung, seine wissenschaftlichen Texte zu gendern, konfrontiert sieht und Näheres zum Vorgehen von Sebastian Zidek wissen will, der kann sich gerne an uns wenden. Wir nehmen an Sebastian Zidek gerichtete Fanpost entgegen.

Neue Studie: Linke wollen Hilfe, andere wollen Freiheit

Warum wählen Wähler bestimmte Parteien? Warum sagen manche von sich, sie seien links oder rechts, liberal oder konservativ?

Lipset rokkanDiese Fragen bewegen die Politikwissenschaft seit langem. Entsprechend der langen Zeit, sind viele Antworten gegeben worden: Parteien und Wähler, so behaupten die einen, verbinde ein rationales Kalkül. Wähler wählten nach Sachthemen und die Partei, die ihre Interessen am besten vertritt. Weit gefehlt sagen andere: Wähler sind keine rationalen Akteure, sondern affektiv Getriebene: Sie wählen Kandidaten, die ihnen sympathisch sind. Wieder andere glauben, Wähler und Parteien befänden sich auf der selben Seite von Konfliktgräben (cleavages), die vor Jahrhunderten ausgehoben worden sind, zwischen Staat und Kirche, Arbeit und Kapitel. Wähler wählen also traditional, weil sie immer so gewählt haben. Schließlich gibt es die Forscher, die als Verbindung zwischen Partei und Wähler die Ideologie sehen, die Inszenierung dessen, woran die einen behaupten, zu glauben, was wiederum die anderen glauben.

Sie alle liegen daneben, wenn man die Ergebnisse einer Untersuchung, die Joshua J. Clarkson und fünf weitere Autoren gerade in den Proceedings of the National Academy of Science veröffentlicht haben: Nicht affektive Bindungen, rationale Wahlen oder traditionales Verhalten sind demnach die Ursachen der Parteiwahl und die Grundlagen einer Verbindung zwischen Wähler und Parteien, sondern ein psychologische Disposition: Wähler wählen Parteien, weil die Politiker der Parteien an eine bestimmte psychologische Disposition appellieren, kurz:

Für Wähler: Linke wollen Hilfe, alle anderen, also nicht-Linke wollen Freiheit.

Für Parteien: Rechte oder konservative oder liberale Parteien appellieren an Freiheit, linke Parteien bieten Hilfe.

Dieses Ergebnis reiht sich in eine Reihe entsprechender Ergebnisse ein, die Folgendes gezeigt haben:

  • Studenten, die sich als politisch nicht links einordnen, erreichen an Universitäten bessere Ergebnisse und zeigen bessere Leistungen als Studenten, die sich politisch links einordnen. Kemmelmeier, Danielson und Basten (2005) erklären dieses Ergebnis damit, dass nicht linke Studenten im Gegensatz zu linken Studenten häufiger der Ansicht sind, sie seien für ihre Handlungen und somit für ihre Leistungen verantwortlich.
  • Personen, die sich auf dem politischen Spektrum nicht links einordnen, attribuieren die Ergebnisse von Handlungen häufiger auf persönliche Leistung und Anstrengung, während Personen, die sich auf dem politischen Spektrum links einordnen, eher der Ansicht sind, die Ergebnisse von Handlungen seien durch Umstände determiniert und nicht durch die Leistung oder Anstrengung einzelner (Carroll et al., 1987).
  • Schließlich unterscheiden sich Personen, die sich auf dem politischen Spektrum nicht links verorten, von denen, die sich links verorten, im Hinblick auf die Wertschätzung, die sie dem freien Willen entgegen bringen. Nicht-Linke schätzen einen freien Willen höher ein als Linke, die den freien Willen gering schätzen oder abwerten (Carey & Paulus, 2013).

Clarkson et al. (2015) ergänzen die Phalanx dieser Ergebnisse mit einem weiteren Ergebnis: Personen, die sich links einordnen, haben weniger Selbstkontrolle als Personen, die sich nicht links einordnen. Moderiert wird diese Verbindung über die jeweilige Einstellung zum freien WIllen, die Clarkson et al. als locus of control modelliert haben, also als Überzeugung, man sei für die eigenen Handlungen verantwortlich bzw. als Überzeugung, dass man nur im Rahmen vorgegebener Strukturen handeln könne und entsprechend für seine Handlungen nur bedingt, wenn überhaupt verantwortlich sei: Je überzeugter die Probanden in den Experimente von Clarkson et al. davon waren, Herr ihrer eigenen Handlungen zu sein, desto mehr Selbstkontrolle hatten sie. Personen, die sich nicht links auf dem politischen Spektrum einordnen, waren häufiger die  Überzeugung, für ihre Handlungen verantwortlich zu sein:

“Three studies documented a clear difference in self-control as a function of political ideology, as political conservatism (…) was consistently related to greater self-control. Indeed, this enhanced self-control manifested in the form of attention regulation and task persistence. Moreover, these effects not only occurred across not only different indices of self-control but also different paradigms and different participant samples …” (Clarkson et al., 2015: 3).

Die größere Selbstkontrolle, die nicht-Linke an den Tag legen und die von der Überzeugung, für die eigenen Handlungen verantwortlich zu sein, moderiert wird, mündet somit in größere Persistent und Aufmerksamkeit bei der Lösung von Problemen.

Die Ergebnisse von Clarkson et al. (2015) passen gut zu Beobachtungen, wie man sie im täglichen Leben oder auch im Blog machen kann:

  • Free will Hobbes calvinDer Ruf nach Hilfe, nach dem Staat, nach einer Autorität, die die Randbedingungen für das eigene Leben möglichst so gestaltet, dass man ab besten nichts mehr tun muss und dennoch ein angenehmes Leben führen kann, ist unter Linken weit verbreitet.
  • Entsprechend sind Linke regelmäßig der Ansicht, das eigene Handeln sei in Strukturen eingebunden, die ein Vorankommen verunmöglichen, egal, wie sehr sie sich anstrengen würden, wenn sie sich anstrengen würden.
  • Linke sind häufig sehr erratisch in der Behandlung von Themen, d.h. sie bleiben nicht am Ball: Heute sind sie darüber engagiert, dass der Wald stirbt, morgen ist das Waldsterben vergessen und es wird der Bau und Erhalt von Kohlekraftwerken gefordert. Die Inkonsistenz linken Denkens kann man als Ergebnis mangelnder Selbstkontrolle, die sich in geringer Aufmerksamkeit und darin manifestiert, dass Linke schnell die Lust an ihrem neuesten Spielzeug verlieren.
  • Verantwortung, die ja auch immer voraussetzt, dass man zu dem steht, was man tut, ist unter Linken nur in verkümmerter Form, wenn überhaupt vorhanden. Die Folgen politischer Entscheidungen werden nicht thematisiert. Die Tatsache, dass linke Bildungspolitik die Bildungschancen von bereits mehr als einer halben Million Jungen zerstört hat, wird ignoriert und es wird im Schutze der Anonymität agitiert. Alles Indikatoren dafür, dass Linke keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen wollen.
  • Schließlich ist es mit vielen Linken nicht möglich, über Fakten und deren Erklärung zu reden, geschweige denn, zu diskutieren. Mit Fakten konfrontiert, die ihrer Ideologie widersprechen, gehen sie sofort in den Verteidigungsmodus, reagieren affektiv, beleidigt und beleidigend und unterbinden jede Möglichkeit, über die Erklärung von Fakten zu reden und damit, auf die Fakten zu reagieren.

Das soll genügen, um die generelle Tendenz der Ergebnisse, die Clarkson et al. (2015) gerade publiziert haben, deutlich zu machen: Nicht-Linke sehnen sich nach Freiheit und danach, vom Staat in Ruhe gelassen zu werden, sie wollen Verantwortung für ihr Leben übernehmen und in eigener Regie von den Ergebnissen ihrer Leistung leben. Linke fürchten Freiheit, rufen nach dem Staat und wollen, dass ihr Staat ihnen hilft. Dafür sind sie nur zu bereit, Freiheit zu opfern, im Austausch für Transferzahlungen, nach deren Erhalt sie sich einbilden können, sie hätten einen Selbstwert.

Die Erklärung politischer Präferenzen scheint sehr einfach.

Zur Untersuchung:
Die Untersuchung umfasst drei Experimente mit 147, 176 und 135 Probanden. Die Probanden mussten einen Stroop-Test absolvieren, mit dem das Ausmaß ihrer Selbstkontrolle erhoben wurde. Sie gaben ihre politischen Präferenzen an und beantworteten Fragen, mit denen ihre Einstellung zu freiem Willen und Selbstwirksamkeit gemessen wurden.

Literatur

Carey, Jasmine M. & Paulus, Delroy L. (2013). Worldview Implications of Believing in Free Will and/or Determinism: Politics, Morality and Punitiveness. Journal of Personality 81(2): 130-141.

Carroll, John S., Perkowitz, William T., Lurigio, Arthur J. & Weaver, Frances M. (1987). Sentencing Goals, Causal Attribution, Ideology, and Personality. Journal of Personality and Social Psychology 52(1): 107-118.

Clarkson, Joshua J., Chambers, John R., Hirt, Edward R., Otto, Ashley S., Kardes, Frank R. & Leone, Christopher (2015). The Self-Control Consequences of Political Ideology. Proceedings of the National Academy of Science (PNAS): Online first.

Kemmelmeier, Markus, Danielson, Cherry, & Basten, Jay (2005). What’s in A Grade? Academic Succes and Political Orientation. Personality and Social Psychology Bulletin 31(10): 1386-1399.
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“Greifswalder Universität im Rathaus: Religiöse Genies oder Verrückte?”

“Greifswalder Universität im Rathaus: Religiöse Genies oder Verrückte? „Anormale“ in der Religion”

Diese Überschrift stammt nicht von uns. Sie stammt von einer Pressemeldung der Universität Greifswald.

Greifswalder ekstaseRichtig: Universität Greifswald!

Pressemeldung!

Und es kommt noch besser:

“Besessenheit, Trance, Ekstase, sogenannte mystische Erfahrungen oder Visionen – diese und ähnliche Phänomene sind Teil religiösen Erlebens und Verhaltens und werden als solche im Kontext religiöser Weltdeutungen erzeugt, erlebt und gedeutet. Allerdings besitzen nicht die Religionen allein die Deutungsmacht über derartige Phänomene.”

Wer sind die angeprochen Besessenen, die Ekstatischen, die mystische Erfahrungen oder Visionen haben, die man nicht alleine unter Angehörigen der Religionen, sondern nach allem, was man aus der Überschrift schließen muss, auch unter Wissenschaftlern oder Kommunalpolitikern vermuten muss – im Greifwalder Rathaus?

Sind es religiöse Genies oder Verrückte der Greifswalder Universität, die sich im Greifswalder Rathaus einfinden?

Sind es Wissenschaftler der Universität Greifswald, die die religiösen Genies und die Verrückten im Greifswalder Rathaus studieren?

Wenn ja:

Wie machen Besessene Politik?

Wie findet das Ekstatische im “Kontext kommunaler Selbstverwaltung” seine geeignete Ausdrucksform?

Wie wird die mystische Erfahrung in Ratssitzung der Stadt Greifswald gelebt, wie die Besessenheit in Beschlüsse umgesetzt, wie die Ekstase gemeinsamer Visionen für Greifswald beherrscht?

Fragen über Fragen, auf die wir keine Antwort haben.

Aber vielleicht hat ja Jan Meßerschmidt, von der Presse- und Informationsstelle der Universität Greifswald, von dem die zitierten Stellen stammen, eine Antwort, sofern er nicht von Ekstase besessen in Trance verfallen ist, um seine Vision der richtig guten, der überragenden Pressemeldung, die ihn auf einen Schlag berühmt macht, auszuleben.

Kultureller Niedergang: Warum (nicht nur) Familien verfallen

Michael Gassmann hat ein Problem: Er sieht im Fernsehen nur noch Kochsendungen. Die medialen Versuche, die Komplexität der Nahrungsmittel und der Methoden ihrer Zubereitung zu reduzieren, hat bei Gassmann, Korrespondent für Handel und Konsumgüter bei der Welt, eine kognitive Dissonanz ausgelöst, denn: “Nur jeder zweite Grundschüler isst mittags zu Hause“.

Sie sehen den Zusammenhang?

Wir auch nicht.

Gassmann WeltUngeachtet dessen ist zu beklagen, dass noch vor zehn Jahren 80 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen regelmäßig mittags zu Hause gegessen haben. Heute sind es nur noch rund 50%, weiß Gassmann. Beklagenswert. Aber das hatten wir schon.

Warum beklagenswert?

GfK-Experte für was auch immer, vielleicht für die Essgewohnheiten der Sechs bis Neunjährigen, aber genaues erfährt man nicht, jener GfK-Experte also, Robert Kecskes, weiß: “Damit fehlt immer mehr Familien ein wichtiger Treffpunkt, um sich über familiäre Ereignisse zu unterhalten und von Erlebnissen zu erzählen”.

Mit vollem Mund?

Beim Mittagessen?

Wer hat diesen Experten erzogen.

Doch zurück zum beklagenswerten Inhalt des Beitrags des Korrespondenten der Welt. Damit wir es nicht vergessen, wird es uns eingehämmert: Psychologen sorgen sich: “Die Familien (welche genau bleibt unerwähnt) erleben das gemeinsame Essen als Treffpunkt für die ganze Familie in angenehmer Atmosphäre”. Das weiß Bernd Brixius, auch einer jener Experten für atmosphärische Familienessen.

Struwwelpeter

Geschichten vom familiären Idyll unter besonderer Berücksichtigung des Mittagessens in angenehmer Atmosphäre

Brixius wie die zuvor bemühten namenlos gebliebenen Psychologen sind offensichtlich in Haushalten und an Esstischen großgeworden, an denen schlechte Noten nicht das familiäre Idyll gestört haben, es am Essen nichts auszusetzen gab und auch ansonsten nichts Störendes die “angenehme Atmosphäre”, die Familien und Familienessen inhärent ist, wenn es nach Herrn Gassmann geht, beinträchtigt hat.

Ist es nicht beklagenswert. Dass es dieses Mittagsessensidyll nicht mehr gibt oder nur noch selten oder nicht häufig genug für Herrn Gassmann, denn und zum dritten Mal und dieses Mal darf es Christine Brombach sagen: “Ernährung ist mehr als die Vesorgung des Körpers mit Nährstoffen”. Eine erstaunliche Erkenntnis, die all jene Nahrungsexperten, die denken, Nahrungsaufnahme diene dem Unterhalt des Körpers, in Erklärungsnot bringt.

Doch zurück zur angenehmen Atmosphäre des Mittagessens bei Familien: “Am Familientisch”, so zitiert Gassmann abermals Brombach, am “Familientisch werden Vorstellungen von Essen und Trinken vermittelt, lernen die Kinder von den Eltern, was als ‘richtig’ und ‘falsch’ oder ‘ungesund’ gilt und was nicht”.

So ist das.

Jetzt wissen Sie, warum sie zunehmen. Sie essen in der Kantine, unter dem schlechten Einfluss von Peers. Denn Peers sind ganz schlecht, wie Gassmann weiß, nicht wie die Familie. Die Familie und ihr Mittagstisch, die sind ganz gut und wissen, was richtiges und gesundes und richtig gesundes Essen ist. Deshalb gibt es kein Adipositas in Familien und keine Fehlernährung. Deshalb sind Familienmitglieder immer topfit und voller Mineralien und Spurenelemente.

Sie ist eben ein Idyll, die Familie, ein Ernährungsidyll.

Vor allem das Mittagessen in der Familie ist ein Idyll, eines, das gerade kaputt gemacht wird, wie Gassmann weiß, weil nämlich nur “jeder zweite Grundschüler … mittags zu Hause” isst. Diese Schreckensmeldung ist für Gassmann der Anlass, das Ende der Familien-Gesprächskultur, wie er sie wohl kennt, zu verkünden. Die Schreckensmeldung basiert auf einer Pressemeldung der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg (GfK), die mit “Mittags bliebt die Küche kalt” überschrieben ist und die folgende denkwürde Passage enthält, die Gassmann wohl überlesen hat:

“Vor allem die Klein- und Grundschulkinder essen deutlich seltener zu Hause
als vor zehn Jahren. Bei Kindern im Alter zwischen drei und fünf Jahren sind es 41 Prozent weniger, bei den 6- bis 9-Jährigen immer noch 33 Prozent. Dies ist mit dem Ausbau der Ganztagesbetreuung in den Kindergärten sowie den Horten und offenen Ganztagesschulen zu erklären.”

Was nun Herr Gassmann?

Haben Sie auch den Mut, den prognostizierten kulturellen Niedergang aufzuhalten und sich im Sitzstreik vor die Zerstörer der Familienkultur vor Kindergärten, Horte und Ganztagsschulen zu setzen?

Sind Sie das nicht der Esskultur, der Rettung der angenehmen Atmosphäre des familiären Essens und dem gesittenten Sprechen mit vollem Mund im Kreise seiner Lieben schuldig?

Die Welt war auch schon einmal besser.

Die Versuche, hinter angeblichen wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie denen von Psychologen versteckt, die eigenen Vorlieben als objektive Daten zu verkaufen, sind nicht mehr tolerabel. Die journalistische Angewohnheit, Hinz und Kunz als Experten für dies und das zu verkaufen, ist ermüdend.

Linke Bildungspolitik schadet Jungen – noch ein Beleg

Zurück ins Jahr 2002.

Damals haben wir in einem Beitrag für die Zeitschrift für Pädagogik gezeigt, dass Jungen im deutschen Bildungssystem gegenüber Mädchen erhebliche Nachteile haben.

Zunächst wurde das Ergebnis mit allerlei hanebüchenen Behauptungen abgetan.

three apesDann, als klar war, dass man an der Tatsache, dass Jungen im deutschen Bildungssystem Nachteile haben und dass diese Nachteile umso größer sind, je geringer der Anteil männlicher Grundschullehrer ist, nicht rütteln kann, hat sich die Strategie geändert: Nicht mehr das Ergebnis (und die Autoren) wurde(n) bekämpft – jetzt wurde die Schulfrage gestellt: Sind Lehrerinnen an der Misere von Jungen in Schulen schuld oder die Jungen selbst?

In der ganzen Diskussion hat all diejenigen, die sich so heftig ins Zeug gelegt haben, zweierlei nicht interessiert: Die Frage, warum Jungen Nachteile im Bildungssystem haben und überhaupt das Schicksal von tausenden von Jungen. Seit 2002 sind jährlich rund 50.000 Jungen im Vergleich zu Mädchen mit zum Teil deutlich schlechteren Lebenschancen aus ihrer Schulausbildung entlassen worden.

Man kann nicht anders als sich verwundert die Augen darüber reiben, dass die ideologischen Bedürfnisse derer, die unbedingt die Schuldfrage klären müssen, über die Lebenschancen von mittlerweile rund 700.000 Jungen gestellt werden.  Allein dies ist ein hinreichender Indikator für ein jungenfeindliches Klima. Und jährlich nimmt die Anzahl der männlichen Kollateralschäden einer absurden Schulddebatte zu.

Es stört offensichtlich niemaden der so heftig die Schuldfrage Thematisierenden. Vielleicht streiten sie ja nicht für ein chancengleiches Leben von Jungen im Diesseits, sondern dafür, dass im Jenseist klar ist, wer schuld war.

Dieselbe absurde Diskussion haben wir anlässlich unseres Beitrags: Je linker die Landesregierung, desto schlechter schneiden Jungen im Bildungssystem ab, erlebt. Anscheinend gibt es eine Gilde ideologischer Saubermänner, denen es vor allem darum geht, Ergebnisse, die ihnen nicht in den ideologischen Kram passen, zu bekämpfen. Dass damit auch die Möglichkeit beseitigt wird, die Ursachen der schulischen Nachteile von Jungen zu erforschen und zu beseitigen, ist den ideologischen Saubermännern ganz offensichtlich egal – schließlich sind es ja nicht sie, die unter den derzeitigen Zuständen zu leiden haben.

Dabei sind die Belege, die wir zwischenzeitlich angehäuft haben und die zeigen, dass es einen stabilen Zusammenhang zwischen linken Landesregierungen und Nachteilen von Jungen gibt, dass die Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen mit der Linkslastigkeit der Landesregierung steigen, dass es entsprechend naheliegt festzustellen, dass linke Bildungspolitik Jungen schadet, erheblich.

  • Wir haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der LInkslastigkeit von Landesregierungen und dem schulischen Abschneiden von Jungen gibt: Je linker die Landesregierung, desto schlechter schneiden Jungen im Vergleich zu Mädchen im Bildungssystem ab.

Einige Kommentatoren haben sich an der Art und Weise gestört, in der wir den Index der Linkslastigkeit der Landesregierung gebildet haben. Also haben wir vier alternative Indices berechnet und dabei die Anregungen derer, die sich an unserer ursprünglichen Index-Konstruktion gestört haben, aufgenommen.

  • Die neuerliche Berechnung hat den Zusammenhang bestätigt, und zwar für alle berechneten Indices. Zudem haben wir durch die Umstellung vom eher rustikalen Excel auf das elaborierte SPSS (Version 22), also ein Statistisches Paket aus dem Hause IBM, die Ergebnisse verfeinert. Dabei hat sich gezeigt, dass die Nachteile von Jungen im Wesentlichen im Hinblick auf die (Fach-)Hochschulreife bestehen, sich vor allem aus der Bevorzugung von Mädchen ergeben.

Das hat bislang die Kritiker an der Konstruktion unseres Index verstummen lassen. Bislang hat sich keiner mehr gemeldet, um einen neuerlichen Einwand vorzubringen oder sich dafür zu bedanken, dass sein Einwand von uns berücksichtigt wurde, obwohl wir schon vorher wussten, dass er belanglos sein würde.

Nun gibt es noch einige Kritiker, die darauf hingewiesen haben, dass in enem Schulabschluss ein Prozess zum Ende kommt, der sich über 12 bzw. 13 Jahre erstreckt, und es deshalb notwendig sei, die gesamte Schulzeit von Schülern im Hinblick auf die Linkslastigkeit der Landesregierungen zu betrachten. Auch diesen Einwand haben wir berücksichtigt.

  • facts2In der neuesten Berechnung haben wir alle Landesregierungen berücksichtigt, die über die Schulzeit derer, die 2013 einen Schulabschluss erreicht haben, Bildungspolitik im entsprechenden Bundesland betrieben haben.
  • Wir haben dies in zweierlei Hinsicht getan: Einmal in einem Index, der die Linkslastigkeit der Regierungen über den gesamten Zeitraum misst. Einmal in einem Index, der die Dauer der Beteiligung linker Parteien an der Regierung über die Dauer der Schulzeit derer, die 2013 die Schule verlassen haben, misst.
  • Die Ergebnisse bestätigen, was sich nunmehr in mehreren verschiedenen Berechungen konstant als Ergebnis gezeigt hat:
    • Für die Intensität der Linkslastigkeit der Landesregierung über die 12 bzw. 13 Jahre der Schulkarriere ergeben sich die folgenden Korrelationskoeffizienten (Pearsons R):
      • mit den Nachteilen von Jungen bei der (Fach-)Hochschulreife: .430
      • mit den Nachteilen von Jungen bei denen, die ohne Schulabschluss bleiben: .090
      • mit den beiden Nachteilen addiert: .326
    • Für die Dauer der Regierungsbeteiligung von linken Parteien ergeben sich die folgenden Korrelationen (Pearsons R):
      • mit den Nachteilen von Jungen bei der (Fach-)Hochschulreife: .386
      • mit den Nachteilen von Jungen bei denen, die ohne Schulabschluss bleiben: .090
      • mit den beiden Nachteilen addiert: .326

Damit steht fest, dass linke Landesregierungen einen negativen Zusammenhang mit den schulischen Leistungen von Jungen aufweisen:

  • Je linker die Landesregierung, desto weiter bleiben Jungen im Bildungssystem hinter Mädchen zurück, desto größer sind die Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen;
  • Je  stärker linke Parteien über die Dauer der Schulkarriere von 13 Jahren an der Landesregierung beteiligt waren, desto weiter bleiben Jungen im Bildungssystem hinter Mädchen zurück, desto größer sind die Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen;
  • Je länger Linke Parteien in einem Bundesland und über die 13 Jahre der schulischen Karriere an der Regierung beteiligt waren, desto weiter bleiben Jungen hinter Mädchen zurück, desto größer sind die Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen.

An diesen Ergebnissen gibt es nichts zu deuteln. 

Nun gibt es natürlich eine Reihe von Ideologen, denen der von uns gezeigt Zusammenhang nicht gefallen wird. Es ist nun an diesen Ideologen die Korrelation zu erklären.

Denn: Es steht fest, dass linke Landesregierungen oder die Beteiligung von linken Parteien an der Landesregierung die Nachteile, die Jungen im Bildungssystem gegenüber Mädchen haben, erhöhen.

Es steht auf Grundlage einer Reihe von Untersuchungen wie den Hamburger LAU-Studien, den Berliner Element-Studien oder den Arbeiten von Dr. habil. Heike Diefenbach u.a. mit den PISA-Daten (2007) fest, dass Jungen mehr leisten müssen, um dieselben Noten oder dieselbe Grundschulempfehlung zu erhalten wie Mädchen.

Es gibt seit 2002 einen Beleg für den Zusammenhang zwischen dem Anteil weiblicher Grundschullehrer und den Nachteilen von Jungen in der Schule: Je höher der Anteil von Grundschullehrerinnen, desto schlechter schneiden Jungen in der Schule ab.

factsDies alles verweist darauf, dass es institutionelle Variablen sind, die dafür verantwortlich sind, dass Jungen Nachteile im deutschen Bildungssystem haben. Die Erklärung über institutionelle Diskriminierung ist auch einleuchtend, denn es macht mehr Sinn anzunehmen, dass in den Kultusministerien der Länder eine Politik der Mädchenbevorzugung verfolgt wird, die zu Lasten von Jungen geht als es Sinn macht anzunehmen, die 700.000 Jungen, die seit 2002 Ausdruck der Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen sind, hätten allesamt dieselbe Faulheit in ihren unterschiedlichen Schulen an den Tag gelegt, was dazu geführt hat, dass sie einheitliche schlechtere Noten als Mädchen und schlechtere Abschlüsse als Mädchen erhalten haben. Eine solche Annahme ist absurd.

Linke Parteien haben sich die Mädchen- und Frauenförderung auf die Fahnen geschrieben.

Wenn linke Parteien in Regierungsverantwortung stehen, dann werden sie entsprechende Politiken umsetzen, so wie dies z.B. mit dem Bildungsplan in Baden-Württemberg der Fall ist. Schließlich wollen sie ja für diese Politiken gewählt werden (auch wenn es eine andere Frage ist, ob sie für diese Politiken auch gewählt werden).

Entsprechend liegt es nahe, die von uns gefundenen Ergebnisse als Ausdruck dafür zu werten, dass linke Parteien in ihrem Bemühen, Mädchen in Schulen zu fördern, erfolgreich gewesen sind. Dass dabei Jungen geschädigt wurden, liegt in der Natur der Sache, denn man kann nicht die eine Gruppe fördern, ohne dass die andere Gruppe Nachteile durch Nichtförderung haben wird.

Das ist unsere Erklärung für die Korrelation, die wir nun wiederholt in den Daten gefunden haben. Sie mündet in die Feststellung, dass linke Parteien genau das tun, was sie in ihren Programmen verkünden, nämlich Frauen- und Mädchen zu fördern. Die entsprechenden Politiken führen im Bildungsbereich dazu, dass Jungen benachteiligt werden, dass sie deutlich hinter Mädchen zurückbleiben. Jungen sind – wie wir schon einmal festgestellt haben – die Crash Test Dummies linker Bildungspolitik. Ihre Lebenschancen werden geopfert, damit die linken Bildungsideologen sich gut fühlen und behaupten können, sie hätten Gutes getan.

Wer uns kritisieren will, der wird (1) die von uns wieder und wieder gefundene Korrelation anders erklären müssen als wir das getan haben und der wird (2) vor allem einen Beleg dafür bringen müssen, dass linke Bildungspolitik, die Mädchenförderung zum Ziel hat, weitgehend wirkungslos bleibt und (3) in jedem Fall keinen Effekte auf Jungen hat. 

Denn wie Dr. habil. Heike Diefenbach in einem Kommentar angemerkt hat, geht die Korrelation davon, dass man unsere Erklärung angreift, nicht weg. Sie ist da. Sie ist ein Faktum!

©ScienceFiles, 2015

Diefenbach, Heike (2007). Die schulische Bildung von Jungen und jungen Männern in Deustchland. In: Hollstein, Walter & Matzner, Michael (Hrsg.). Soziale Arbeit mit Jungen und Männern. München: Reinhardt, S.101-115.