Physik wird der Genderlächerlichkeit preisgegeben

Wir nehmen unsere Leser jetzt mit auf eine Reise in die Welt der MINT-Fächer.

Sie kennen doch MINT-Fächer, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, jene Fächer, für die es so wichtig ist, den Anteil von weiblichen Studenten zu erhöhen? Schon an Schulen beginnt das gezielte Anwerben von Mädchen durch die MINT-Häscher, Ministerien rühren die Werbetrommel, Gender-Nutznießer haben Projekte durchgeführt, um mehr Frauen in MINT-Berufe zu kanalisieren.

Was hat das alles genutzt? Nicht viel bis gar nichts.

Wem hat das alles genutzt? Den Gender-Nutznießern und all denjenigen, die sich auf einer Genderfahrkarte ein Auskommen verschaffen wollen.

Es gibt daher realistische Geister, die feststellen, dass es Genderisten nicht darum geht, mehr weibliche Studenten zu einem Studium naturwissenschaftlicher Berufe zu bewegen, (sonst hätten die Genderisten etwas Entsprechendes studiert) sondern darum, Stellen für mehr Genderabsolventen zu schaffen, damit diese von den entsprechenden Stellen aus, den Umstand beklagen können, dass es immer noch viel weniger weibliche als männliche Studenten in MINT-Fächern gibt und ansonsten auch noch in den nächsten 20 Jahren die Frage erforschen können, die sie schon in den vergangenen 20 Jahren erfolglos erforscht haben: Warum wollen so wenige Mädchen Nobelpreisträger für Physik werden?

In die Kategorie “Stellenbeschaffung für Gender-Vasallen” gehört die folgende Ausschreibung der Universität Münster, die uns ein Leser zugeschickt hat. Sie dokumentiert eindrücklich, wie MINT-Fächer genderisiert werden, d.h. wie in MINT-Fächern Stellen für Gender geschaffen werden, die mit dem entsprechenden MINT-Fach so viel zu tun haben, wie das Puppenhaus mit der Weltraumstation. Diese Brückenköpfe der Genderideologie in MINT-Fächern, sie dienen entsprechend auch nicht dazu, den Anteil weiblicher Studenten zu erhöhen, sondern dazu, weitere Möglichkeiten auszuloten, die genutzt werden können, um Genderabsolventen als fachfremden Brückenkopf in MINT-Fächern anzusiedeln.

WWU muenster GenderPhysik“Im Institut für Angewandte Physik der Universität Münster sind zum nächstmöglichen Zeitpunkt zwei Stellen einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin / eines wissenschaftlichen Mitarbeiters (Entgeltgruppe 13 TV-L, 50%) im Rahmen des Schwerpunkts Geschlechterforschung in der Physik [zu] besetzen”.

Der Gegenstand der Physik, er wird somit erweitert, nämlich um Fragen der Geschlechterforschung, nicht jedoch um Fragen der Art, ob sich die Aufprallgeschwindigkeit bei einem Umfall auf Frauen anders auswirkt als auf Männer oder ob Elektrizität nach Geschlecht unterscheidet oder sich Schwingungen und Wellen geschlechtsspezifisch verhalten. Diese Fragen wären zwar Unsinn, aber sie hätten noch etwas mit Physik zu tun.

Nun ist bekannt, dass Genderisten vor allem MINT nicht können, neben all dem anderen, was sie sonst noch nicht können. Entsprechend kann man die beiden Inhaber (Entgeltgruppe 13 TV-L, 50%) der einen Stelle nicht überfordern, ihnen Kenntnisse in Mathematik oder am Ende Atomphysik abverlangen. Sie sollen ja auch keine Erkenntnisse der Physik behandeln oder gar neu begründen, sondern ideologische Arbeit betreiben, die Bastion Physik auf den Ansturm der Genderhorden vorbereiten, und zwar so:

“Im Rahmen des Projekts Geschlechterforschung in der Physik sollen neben dem bereits etablierten Themenstrang zur Geschlechtergleichstellung mit dem Schwerpunkt Studien-und Berufsorientierung von Mädchen, die Themenfelder Gendergerechtigkeit in der Physik sowie Genderinhaltsforschung in der Physik als weitere Schwerpunkte der genderspezifischen Forschung etabliert werden.”

Es geht also darum, Stellen zu beschaffen für Berufslamentierer mit Genderhintergrund, die dann lamentieren, dass es immer noch zu wenige weibliche Studenten in der Physik gibt, die Papier vollschreiben mit ihren Genderergüssen und dafür sorgen, dass es demnächst den Sonderforschungsbereich “Geschlechterforschung in der Physik” geben wird, in dem dann weiterhin lamentiert werden kann. Dies alles wird zwar nichts daran ändern, dass nach wie vor mehr, viel mehr männliche als weibliche Studenten Physik studieren, aber es wird dazu führen, dass Physik als Studienfach der Lächerlichkeit preisgegeben wird – und das ist offensichtlich das Ziel von Genderisten, die wie Misteln von anderer Früchte Arbeit leben und durch ihre Vermehrung und Unersättlichkeit dafür sorgen, dass es immer weniger gibt, die Früchte durch Arbeit erwerben und immer mehr, die davon leben wollen.

Die beim Stellen, Entgeltgruppe 13 TV-L, 50%, sie haben auch eine regelmäßige Arbeitszeit: “Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt zurzeit 19 Stunden 55 Minuten.” 19 Stunden und 55 Minuten pro Woche. Das sind 1.195 Minuten pro Woche oder 239 Minuten pro Tag oder 3 Stunden 59 Minuten tägliche Arbeitsstunden. Ob in den 3 Stunden 59 Minuten täglicher Arbeit eine tarifliche Mittagspause von 25 Minuten und 19 Sekunden eingerechnet ist, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

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Umfrage: Flüchtlinge sind Geschäft

Wir haben die ersten Zwischenergebnisse aus unserer derzeit laufenden Befragung zu Flüchtlingen, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen.

Die Ergebnisse basieren auf den Angaben von zwischenzeitlich 542 Befragten. Der Zwischenstand, den wir berichten, ruht also bereits auf einer soliden Basis.

Wir haben in der letzten Befragung u.a. die Einstellung zu Flüchtlingen erfragt, darunter die Einschätzung zu den folgenden drei Aussagen:

  • Es kommen zu viele Flüchtlinge nach Deutschland.
  • Flüchtlinge kommen wegen der großzügigen Sozialhilfe nach Deutschland.
  • Flüchtlinge werden von der Flüchtlingsindustrie benutzt, um sich Steuermittel zu verschaffen.

Jeder dieser Aussagen konnte auf einer Skala, die von “stimme voll und ganz zu”, über “stimme eher zu” und “stimme eher nicht zu” bis “stimme überhaupt nicht zu” reicht, zugestimmt oder nicht zugestimmt werden. Wir haben für erste Analysen Mittelwerte für die Antworten der 542 Befragten berechnet, wobei der Wertebereich der Antworten von 1 “stimme voll und ganz zu” bis 4 “stimme überhaupt nicht zu” reicht. D.h. je näher der Mittelwert bei “1” liegt, desto größer ist die Zustimmung, je näher er bei “4” liegt, desto größer ist die Ablehnung.

Als Ergebnis ergibt sich eine breite Zustimmung zu allen drei Aussagen. Die Werte reichen von 1,12 für die Aussage “Es kommen zu viele Flüchtlinge nach Deutschland” über 1,34 für die Aussage “Flüchtlinge werden von der Flüchtlingsindustrie benutzt, um sich Steuermittel zu verschaffen” bis 1,49 für die Aussage “Flüchtlinge kommen wegen der großzügigen Sozialhilfe nach Deutschland”.

Diese überwiegende Zustimmung zu den drei Aussagen findet sich für die Wähler aller Parteien. Egal, ob jemand bei der letzten Wahl CDU, CSU oder Linke gewählt hat, die Wahrscheinlichkeit, dass er den drei Aussagen zustimmt, ist sehr hoch. Dies zeigt die folgende Abbildung sehr deutlich, in der wir die Mittelwerte nach Wählern unterschiedlicher Parteien für die drei Aussagen aufgeschlüsselt haben.

SN_Fluechtlinge Partein

Wie man der Abbildung gut entnehmen kann, sind die Unterschiede zwischen den Wählern der unterschiedlichen Parteien eher gering ausgeprägt. Die Wähler aller Parteien stimmen den drei Aussagen überwiegend zu. Die deutlichsten Unterschiede gibt es bei der Einschätzung, dass Flüchtlinge von der Flüchtlingsindustrie benutzt werden, um an Steuermittel zu gelangen und im Hinblick auf die großzügige Sozialhilfe.

Wähler von Bündnis90/Grüne und SPD stimmen in geringerem Ausmaß der Aussage, dass Flüchtlinge von der Flüchtlingsindustrie genutzt werden, um an Steuermittel zu gelangen, zu als die Wähler anderer Parteien. Die Erklärung dafür dürfte sich in der größeren Anzahl von SPD und Bündins90/Grüne Wählern finden, die in der Flüchtlingsindustrie beschäftigt sind.

Wähler von LINKE und der SPD stimmen der Aussage “Flüchtlinge kommen wegen der großzügigen Sozialhilfe nach Deutschland” nicht in dem Ausmaße zu als Wähler anderer Parteien. Die Erklärung dafür kann in dem Umstand vermutet werden, dass unter den Wählern von LINKE und SPD mehr Arbeitslose zu finden sind als unter den Wählern anderer Parteien, so dass die Wahrscheinlichkeit, die vermeintliche Großzügigkeit des deutschen Sozialsystems am eigenen Leib erfahren zu haben, für Wähler von LINKE und SPD größer ist als für Wähler anderer Parteien.

Die Ergebnisse zeigen indes in ziemlich beeindruckender Weise die Überzeugung, dass zu viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen und sie zeigen darüber hinaus, dass damit verbundene Probleme nicht alleine den Flüchtlingen angelastet werden, für die die Mehrheit der Befragten vermutet, sie kommen wegen der großzügigen Sozialhilfe nach Deutschland, sondern auch der Flüchtlingsindustrie, von der die Mehrheit der Befragten annimmt, dass sie Flüchtlinge benutzt, um ihren Mitgliedern ein üppiges Auskommen auf Kosten der Steuerzahler zu verschaffen.

Flüchtlinge sind somit nicht nur zum Fixpunkt der Diskussion um die Verteilung von (finanziellen) Ressourcen zwischen Autochthonen und Zuwanderern geworden, sondern auch zum Fixpunkt der Diskussion um die Verteilung von (finanziellen) Ressourcen unter Mitgliedern der autochthonen Bevölkerung.

Die Befragung läuft weiterhin. Wer noch daran teilnehmen will, der kann dies hier tun.

 
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Flüchtlinge?!

Die Welt ist voller Überraschungen. Eine dieser Überraschungen für uns ist, dass Deutsche, die der deutschen Sprache mächtig sind, plötzlich von sich behaupten Worte, die der deutschen Sprache entstammen und seit vielen Jahren im Sprachgebrauch sind, nicht mehr zu verstehen. Ob hier die Früchte des Genderismus mit seiner großangelegten Sinnentleerung von Sprache aufgehen?

Wie dem auch sei. einige Kommentatoren sind mit dem Begriff “Flüchtlinge” offensichtlich an die Grenze ihrer Verständnisfähigkeit geraten. Deshalb hier die Klärung:

“Als Flüchtling bezeichnet man eine Person, die ihre Heimat fluchtartig verlässt.”

So schreibt man bei der Wikipedia und zeigt damit, dass Begriffsdefinitionen zuweilen tautologisch sind, was in diesem Fall nur dann ein Problem ist, wenn man nicht weiß, was “fluchtartig verlassen” meint. Zur Erläuterung: fluchtartiges Verlassen liegt dann vor, wenn man unter Zurücklassen von Hab und Gut das Weite sucht, und zwar in einem höheren als dem normalen Marschtempo und versucht, so viel Raum wie nur möglich, zwischen den Anfang und den Endpunkt der Flucht zu bringen.

Wer es gerne legalistisch hat und wem die umgangssprachliche Definition von Flüchtling nicht ausreicht, für den haben wir die Definition der Genfer Flüchtlingskonvention, die auch von Deutschland unterschrieben wurde.

Demnach ist ein Flüchtling jemand, der

“aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen [seiner] Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen [seiner] politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit [er] besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will; oder [der] sich als Staatenlose[r] infolge solcher Ereignisse außerhalb des Landes befindet, in welchem [er seinen] gewöhnlichen Aufenthalt hatte, und nicht dorthin zurückkehren kann oder wegen der erwähnten Befürchtungen nicht dorthin zurückkehren will.”

Der Bezug auf die Genfer Flüchtlingskonvention ist zwar unnötig, denn es reicht, die umgangssprachliche Bedeutung von Flüchtling zu kennen, um an unserer Befragung teilnehmen zu können, aber offensichtlich haben manche mit dieser umgangssprachlichen Bedeutung des Wortes ein Problem:

Anonymity“Ich nehme zwar war an, dass die “” um die “Flüchtlinge” in die Richtung geht, aber wäre eine Begriffsklärung zu Beginn nicht sinnvoll für die Befragung?

Welche Gruppe derer, die da unregistriert und aus sicheren EU-Ländern über die Grenzen gelassen werden, ist mit “Flüchtlinge gemeint? Alle, oder nur die Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention? Angesichts verschiedener Quellen (z.B. youtube Billy Six) bin ich im Moment der Ansicht, dass nur ein winziger Bruchteil der einströmenden Menschen echte Flüchtlinge sind, die in Menge und Integrationsfähigkeit (sofern sie dauerhaft bleiben wollten) vermutlich nichtmal ein ernsthaftes Problem darstellen würden.”

Es gibt also für Kommentator “e-moog” eine feine Unterscheidung zwischen “echten Flüchtlingen” und “unechten Flüchtlingen”. Seine Unterscheidung begründet er zwar nicht, aber dem Kontext des Kommentars kann man entnehmen, dass er der Ansicht ist, die Motivation eines Flüchtlings sei für die Frage, ob er ein Flüchtling ist, relevant.

Um als Flüchtling zu zählen, ist es für e-moog also nicht ausreichend, aus einem zerbombten Land in ein nicht-zerbombtes Land zu flüchten, um dort Sicherheit zu finden, nein, derjenige, der vor Gewalt, Armut, Hunger oder aus Angst um sein Leben flieht, er muss es aus den richtigen Motiven tun. Dächten Ärzte wie unser Kommentator, es stünde zu befürchten, dass unser Kommentator von all denen, die seine Motive mittels ärztlicher Hilfe zum Zwecke des weiteren Broterwerbs gesunden zu wollen, nicht legitim finden, nicht mehr behandelt wird.

Ein weiterer Kommentator sieht das ähnlich, wie er sagt:

Anonymity“Das sehe ich ähnlich. Habe die Umfrage begonnen, aber wieder abgebrochen, weil die Antworten für echte Flüchtlinge einerseits und die Großzahl der Wirtschaftsmigranten andererseits sehr unterschiedlich ausfallen würden. Vielleicht ist das Teil des Untersuchungsdesigns? Andernfalls würde ich auch eine Differenzierung vorschlagen – denn die (mittlerweile völlig kritiklos von pratisch allen Beteiligten akzeptierte) pauschale Bezeichnung der wandernden (invadierenden?) Völkermassen als “Flüchtlinge”, vulgo schutzbedürftige, nahezu sakrosankte Wesen, ja einen wesentlichen Pfeiler der politischen Desinformationsstrategie darstellt. Von der noch feineren Differnzierung hinsichtlich “Asylsuchender” im eigentlichen Sinne ganz zu schweigen…

Abermals wird in einen Begriff etwas hineingeheimist, das der Begriff nicht umfasst. Was ein Flüchtling ist, ist eindeutig bestimmt. Wenn ein Flüchtling als sakrosankt erklärt wird, dann braucht es nicht nur einen, der das tut, sondern mindestens einen weiteren, der das widerspruchslos hinnimmt. In jedem Fall ist aber entscheidbar, ob ein konkreter Flüchtling aus Angst um sein Leben aus einem Kriegsgebiet geflohen ist. Es ist also eine empirische Frage, ob ein Flüchtling ein “echter Flüchtling” ist, die sich jedoch nicht im Hinblick auf die Motivation eines Flüchtlings, sondern im Hinblick auf die Umstände und Anlässe seiner Flucht und die Flucht als solche stellt.

Insofern ist es irrelevant, ob jemand vor Krieg flieht, weil er sich neben der Rettung seines Lebens ein ökonomisches besseres Leben verspricht oder ob er einfach nur flieht, weil er etwas Besseres als den Tod fast überall finden kann. Und deshalb ist es erstaunlich, dass ein Kommentator, der den Versuch, den Begriff des Flüchtlings mit einer Unmenge positiver affektiver Konnotationen bis zur Unkenntlichkeit zu verstümmeln, bemängelt seinerseits dafür plädiert, den Begriff “Flüchtling”, durch die Bildung von Teilmengen nunmehr mit negativen Konnotationen aber ebenfalls zu verstümmeln. Ein Flüchtling ist jemand, der um sein Leben zu retten oder aus Angst, dasselbe zu verlieren, von einem Ort geflohen ist.

Für unsere Befragung ist diese ganze Diskussion übrigens vollkommen belanglos. Nehmen wir zum Beispiel die Aussage:

“Es kommen zu viele Flüchtlinge nach Deutschland.”

Dieser Aussage kann man voll und ganz, eher, eher nicht oder überhaupt nicht zustimmen. Und man kann mit “weiss nicht” antworten.

Wer also aus welchen Gründen auch immer glaubt, es müsse zwischen Flüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen unterschieden werden, der hat hier die Möglichkeit, “weiss nicht” anzugeben, wenn er nicht weiß, wie die für ihn so wichtigen Verhältnisse zwischen Flüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen sind, die nach Deutschland kommen und letztere sind für ihn ja anscheinend keine Flüchtlinge.

Nun gibt es zwar niemanden, der tatsächlich sagen kann, wie viele aus der Menge der Flüchtlinge in die Menge der Wirtschaftsflüchtlinge entfallen, wenn man sie denn bilden wollte. Aber es gibt welche, wie unseren Kommentatoren, die denken, sie wüssten es, sich einbilden, sie wüssten es. Einbildung ist hier nicht abwertend gemeint. Einbilden bezeichnet die Tatsache, dass niemand, nicht einmal unser Kommentator Aufstellung darüber hat, aus welchen Motiven, ob aus wirtschaftlichen oder aus politischen oder aus Angst davor, das eigene Leben zu verlieren, jemand derzeit nach Deutschland flieht. Wer dennoch denkt, er kennte die Größenverhältnisse muss sich entsprechend etwas einbilden.

Wer sich also einbilden will, dass mehr Flüchtlinge wirtschaftliche Motive haben, nach Deutschland zu kommen, als das Motiv haben, ihr Leben zu retten, der kann angeben: “Stimme vollständig zu”, denn aus seiner Sicht kommen zu viele Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland und Wirtschaftsflüchtlinge sind schon begrifflich als Teilmenge der Flüchtlinge bezeichnet. Gleiches gilt für “echte” und “unechte” Flüchtlinge. Abermals handelt es sich um Untermengen von Flüchtlingen.

refugees jordan

Syrisches Flüchtlingslager in Jordanien

Und deshalb muss hinter der Forderung, wir sollten Flüchtlinge von Wirtschaftsflüchtlingen unterscheiden, etwas anderes stecken als das Unverständnis der Bedeutung von Flüchtling, etwas affektives, ein Bedürfnis, vermutlich das Bedürfnis, als Gutmensch erscheinen zu wollen, als jemand, der eigentlich für die Aufnahme von Flüchtlingen plädiert, nur im konkreten Fall muss man eine Ausnahme von diesem “eigentlich” machen. Um nun in seinem Bemühen, als guter Mensch zu erscheinen, nicht Schaden zu nehmen, was man unwillkürlich in der Vorstellung der entsprechenden Gutmenschen tut, wenn man alle Flüchtlinge in Bausch und Bogen ablehnt, wird eine feine Linie gezogen, eine zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und Flüchtlingen, eine zwischen echten und unechten Flüchtlingen und in jedem Fall ist es die Motivation der Flüchtlinge, die die Demarkationslinie bestimmt. Und da man Motivation nicht messen kann und es zudem reine Motive im richtigen Leben nicht gibt, hat man sich ein hervorragendes Mittel geschaffen, um einerseits von sich sagen zu können, ich habe eigentlich nichts gegen Flüchtlinge und andererseits alle, die kommen aus der Menge der Flüchtlinge auszugrenzen, denn – so die Einbildung – die meisten, die kommen, kommen nicht, weil sie im Land aus dem sie kommen, der Tod erwartet, sondern weil sie in Deutschland Hartz-IV-Zahlungen erwarten.

Nun, jeder muss selbst mit sich und dem, was er denkt und wie er handelt, zurecht kommen. Wir geben an dieser Stelle nur zu bedenken, was schon ein Monster of the week in den Xfiles erkannt hat: “I can’t be someone I’m not!” So stop pretending: Lebt im Einklang mit Euren Überzeugungen!

Für unsere Befragung, an der schon mehr als 300 Leser teilgenommen haben, haben diese seltsamen Vorstellungen nur insofern eine Bewandtnis, als sie jemanden davon abhalten könnten, daran teilzunehmen. Wir hoffen, die entsprechende Klarstellung in deutscher Sprache war ausreichend, entsprechende Bedenken zu beseitigen.

Wir versuchen Menschen, die in herkömmlichen Befragungen und im öffentlichen Leben in Deutschland nur selten zu Wort kommen, eine Stimme zu geben und mit unseren Befragungen Informationen über Einstellungen und Überzeugungen zu bündeln. Dazu benötigen wir die deutsche Sprache und dazu benötigen wir allgemeinverständliche Begriffe, auf die wir uns zur Verständigung geeinigt haben. Wenn nun manche denken, sie müssten ihr Privatverständnis durchsetzen und dafür sorgen, dass unter “Flüchtling” nicht mehr “Flüchtling” verstanden wird, wie es die Mehrheit der Deutschen versteht, sondern ihre höchst persönliche Begriffsdeutung, dann machen sie damit jede Möglichkeit zur Verständigung zunichte und stellen sich im Übrigen auf eine Stufe mit Genderisten, die ja auch versuchen, allgemeinverständliche Begriffe aus dem Sprachgebrauch zu entfernen und mit ihren seltsamen Vorstellungen darüber, wie man einen Neger oder einen Mann zu bezeichnen hat, zu ersetzen und damit Kommunikation zu verunmöglichen. Auch Genderisten bedienen sich dazu ihrer besten Rolle, nämlich der des Unverständigen, der plötzlich Begriffe wie Schüler nicht mehr verstehen will und statt dessen mit “männlicher Schüler” ersetzt sehen will.

Wer zum Erkenntnisgewinn beitragen und seine Stimme hörbar machen will, der kann dies weiterhin tun: Hier geht es zu unserer neuesten Befragung.

The Great Divide? Flüchtlinge, Parteien und Kompetenzen

Kaum ein Thema beherrscht den öffentlichen Diskurs derzeit in der Weise, in der das Thema “Flüchtlinge” dies tut. “Wir schaffen das.” “Wir schaffen das nicht.” “Wir schaffen das …”

Das Thema Flüchtlinge, es findet sich auf der ersten Seite der Tageszeitung. Das Einschalten des Fernsehers erhöht die Wahrscheinlichkeit, mit dem Thema “Flüchtlinge” in verschiedenen Varianten konfrontiert zu werden. In manchen Städten und Dörfern, die Unterkünfte für Flüchtlinge bereitstellen, prägen Flüchtlinge das Straßenbild. Sie sind Gegenstand von Diskussionen, Gesprächen, von Streit und Argument. Dabei wird sehr viel über Flüchtlinge gesprochen und wenig mit ihnen, wenn überhaupt.

GT fluechtlinge

Und bei all dem, was über Flüchtlinge gesprochen wird, da hat man das Gefühl, die Fragen, die wirklich dringend geklärt werden müssten, die Einstellungen und Haltungen, die in Deutschland gegenüber Flüchtlingen verbreitet sind, sie sind nicht wirklich das, was interessiert.

Nicht einmal in den Standardumfragen zum Thema “Flüchtlinge” hat man das Gefühl, dass tatsächlich erfragt werden soll, was Befragte zum Thema “Flüchtlinge” zu sagen haben. Niemand scheint sich bislang dafür zu interessieren, was tatsächlich in der Bevölkerung an Einstellungen gegenüber Flüchtlingen vorhanden ist. Gewünscht ist vielmehr eine ganz bestimmte Einstellung, die entsprechend erfragt wird, ohne die Themen, die wehtun, zu tangieren.

Entsprechend haben wir uns dazu entschlossen, auf SurveyNET eine neue Befragung durchzuführen – Thema: Flüchtlinge. Und weil Flüchtlinge, deren Ankunft in Deutschland, deren Versorgung, die mit ihnen verbundenen Kosten und ihre Integration in die Gesellschaft politische Aufgaben darstellen, von denen Parteien behaupten, sie könnten sie lösen, haben wir gleich noch einen Befragungsteil ergänzt, in dem wir nach den entsprechenden Kompetenzen von Parteien fragen.

Hier ist der Link zu unserer neuen Befragung zum Thema:

Flüchtlinge, Parteien und Kompetenzen

Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung.

 

Boshaftigkeit oder Dummheit: ZDF-heute macht katholische Politik

Fangen wir mit einer Befragung an, die vornehmlich studentische Hilfskräfte der Universität Göttingen wohl unter Anleitung ihres Professors Franz Walter und eines seiner Mitarbeiter am Rande einer Pegida Demonstration, die am 30. Dezember 2015 in Dresden stattgefunden hat, durchgeführt haben. 1.800 Fragebögen haben die Studenten nebst frankiertem Couvert für die Zusendung des ausgefüllten Fragebogens an Teilnehmer der Demonstration verteilt. 610 davon haben sie zurück bekommen.

Auf Grundlage dieser 610 Antworten, die sie erhalten haben, haben die studentischen Hilfskräfte dann u.a. die folgende Abbildung erstellt:

Pegida_2016_Vertrauen

Bitte nicht an der Darstellung stören. Es sind Studenten, die den Möglichkeiten, die Excel bietet, noch mehr oder weniger hilflos ausgeliefert sind. Wer genau hinsieht, der sieht, dass u.a. das Vertrauen in Banken, die Bundeskanzlerin, den Bundespräsidenten, die Bundesregierung, den Bundestag, die Europäische Union, Großkonzerne, das Justizsystem im Allgemeinen, Kirchen, die NATO, öffentlich-rechtliche Medien, Parteien, private Medien bzw. Stadt- und Lokalpolitiker unter den 610 befragten Teilnehmern der Pegida-Demonstration am 30. Dezember 2015 in Dresden nicht sonderlich verbreitet ist. Man kann fast sagen, ein entsprechendes Vertrauen ist nicht vorhanden.

Das an sich ist ein Ergebnis, das man als Delegitimierung eines politischen Systems beschreiben könnte. Das tut aber niemand. Stattdessen fabriziert eine Paula Konersmann von kna, wie es wenig sagend am Ende des Artikels steht, einen Beitrag, der auf heute.de unter der Schlagzeile:

Kreuz ist für Pegida nur Mittel zum Zweck

veröffentlicht wird.

Auf diese Schlagzeile angesichts der Ergebnisse oben, muss man erst einmal kommen. kna, steht übrigens für Katholische Presseagentur. Die Katholische Presseagentur hat offensichtlich einen direkten Zugriff auf die heute-Redaktion beim ZDF, wie man daran sehen kann, dass die heute Redaktion den Unsinn von Konersmann veröffentlicht hat.

heute kreuzDer Unsinn wurde von Konersmann vermutlich geschrieben, um die Aussage des katholischen Erzbischofs Ludwig Schick, der Christen vor einer Teilnahme bei Pegida-Demonstrationen gewarnt hat, empirisch zu stützen und zu belegen, dass “Wer einem Kreuz in Nationalfarben folge, ‘hat nicht verstanden, aus welcher Geschichte und Kultur er selber kommt'”. Wie gut, dass es der Erzbischof nach eigener Behauptung verstanden hat, und wie gut, dass er mit dem Katholischen Pressedienst und mit Paula Konersmann willfährige Instrumente zu haben scheint, die wenn es darum geht, den richtigen Glauben zu befördern, auch einmal im empirischer Sozialforschung dilettieren, und zwar so:

“Nun zeigt sich, dass Geschichte und Kultur den Pegida-Anhängern ohnehin eher Mittel zum Zweck sind. Eine Mehrheit bringt den Kirchen nämlich kaum Vertrauen entgegen. Das geht aus einer Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung hervor. Knapp zwei Drittel der Befragten (65,2 Prozent) gaben demnach an, wenig oder gar kein Vertrauen in die Kirchen zu haben; nur 6,6 Prozent sprachen von vollstem oder viel Vertrauen.”

Was in diesem Absatz mit Frau Konersmann durchgegangen ist, ob es Boshaftigkeit, Dummheit oder was auch immer war, wir wissen es nicht, aber wir wissen Folgendes:

  • Ob “Geschichte und Kultur” für die Pegida-Anhänger nur Mittel zum Zweck ist, weiß niemand, auch die Studenten um Franz Walter, auf deren Befragung sich Frau Konersmann beruft nicht, denn sie haben nicht danach gefragt. Man muss Frau Konersmann also viel Phantasie attestieren, und zwar keine wohlwollende Phantasie.
  • Dass eine Mehrheit der 610 befragten Pegida-Teilnehmer Kirchen kein Vertrauen entgegenbringt, hat nun mit Geschichte und Kultur überhaupt nichts zu tun.
  • Das nicht vorhandene Vertrauen in Kirchen hat nicht einmal etwas mit Religiosität zu tun, denn Religiosität ist eine Eigenschaft von Individuen und nicht von Kirchen. Kirchen als Institution mögen den ein oder anderen religiösen Menschen enthalten, sie sind aber mit Sicherheit nicht religiös.
  • Damit ist die Behauptung, dass Pegida-Anhänger Kreuze mitführen, als Mittel zum Zweck, um sich also in der Vorstellung von Frau Konersmann religiös zu geben, mit institutionellen Symbolen der christlichen Kirchen zu umgeben und leichtgläubige Christen, die es nach Ansicht von Frau Konersmann offensichtlich zu Haufe gibt, zur Pegida zu verführen, hinfällig.

Was man aus dem zitierten Absatz entnehmen kann, ist neben der Intention des katholischen Pressedienstes boshafte Interpretation mit Befragungen zu belegen, die diese Interpretationen in keiner Weise stützen, dass Frau Konersmann offensichtlich der impliziten Prämisse anhängt, dass nur wer der Kirche Vertrauen entgegenbringt, ein Träger eines Kreuzes sein kann. Und so begegnen wir wieder einem alten Bekannten, nämlich dem Fehlschluss der Bejahung des Konsequens, der in Deutschland endemisch ist, ebenso endemisch wie die Versuche, Pegida-Teilnehmer und AfD-Wähler als fiese Opportunisten, die nur Unheil und Unglück bringen, zu stigmatisieren. Eine Tätigkeit, bei der man nicht unbedingt erwartet hätte, die katholische Kirche und ihren Pressedienst mit Paula Konersmann in der ersten Reihe öffentlich-rechtlicher Anstalten zu finden.

Was ist nur aus der christlichen Nächstenliebe geworden? Gilt die Nächstenliebe nur noch für Flüchtlinge, derer man sich bedienen kann, aber nicht mehr für Andersdenkende, aus denen man keinerlei Nutzen ziehen kann? Ist Nächstenliebe etwa ein Mittel zum Zweck geworden, das Katholiken wie Konersmann denen angedeihen lassen, die sie instrumentalisieren können?

Pegida und Nächstenliebe, das gibt es für Katholiken nicht. Entsprechend ist jedes Mittel geeignet, um die Pegida-Teilnehmer und ihre Anliegen zu diskreditieren, selbst das Mittel einer “nicht im strengen Sinne repräsentativ(en)” Befragung von Studenten der Universität Göttingen, die vom Bundesministerium für Familie und alle anderen außer Männern finanziert wurde.

Goettinger pegidaGeht es um die gute Sache, andere als böse darstellen zu können, dann ist offensichtlich jedes Mittel recht, auch die “nicht im strengen Sinne repräsentative” Befragung, die Konersmann natürlich zu keinem Zeitpunkt in ihrem Beitrag daran hindert, All-Aussagen aufzustellen, die auf alle Pegida-Teilnehmer und nicht nur die 610 nicht im strengen Sinne repräsentativen Teilnehmer zutreffen.

Es scheint: Wo ein Wille ist, wo eine boshafte Absicht ist, wo es darum geht, mit dem flammenden Schwert der eigenen Unkenntnis Dritte zu diskreditieren, ist jedes Mittel ein geeignetes Mittel. Sie haben es weit gebracht, die christlichen Kirchen. Sie verbrennen derzeit niemanden mehr am Pfahl! Was nicht heißt, dass manche es nicht gerne würden …

Tatsächlich stammt der Unsinn der “nicht im strengen Sinne repräsentativen” Befragung von den Göttinger studentischen Hilfskräften, die die Ergebnisse ihrer Befragung wohl unter Anleitung im eigenen Blog präsentieren.

“Nach wie vor gilt: Die Studie ist nicht im strengen Sinne repräsentativ. Unsere Ergebnisse sagen nur etwas über die tatsächlich Befragten aus. Daher sind die Erkenntnisse dieser quantitativen Erhebung nur ein Baustein unseres Projektes, indem noch weitere Methoden wie teilnehmende Beobachtung der Demonstrationen oder die Analyse der PEGIDA-Facebookgruppe eingesetzt werden, um das Phänomen PEGIDA zu erforschen.”

Scheinbar sitzt man in Göttingen der irrigen Annahme auf, dass man Repräsentativität im strengen Sinne durch die Akkumulation von nicht-repräsentativen Erhebungen erreichen könne, der Fehlschluss der Induktion, er kommt offensichtlich wieder in Mode. Dessen ungeachtet, interessiert es uns natürlich, was eine nicht “nicht im strengen Sinne repräsentative” Befragung, die “nicht im strengen Sinne repräsentative” Ergebnisse hervorbringt, eigentlich ist.

Deshalb haben wir den Göttingern eine eMail geschrieben und um Erklärung dieses bislang unbekannten Phänomens der empirischen Sozialforschung gebeten.

Unabhängig von der Antwort kann man feststellen, dass es die Pegida-Teilnehmer geschafft haben, in Deutschland eine Wirkung zu entfalten, die aus Gutmenschen das Schlechteste zum Vorschein bringt, zu dem sie fähig zu sein scheinen. Es wird gelogen, es wird erfunden, es wird wild interpretiert und alles in der Absicht, die bösen Pegida-Teilnehmer als ebensolche zu entlarven – oder welchen Zweck hat dieser Beitrag aus dem katholischen Pressedienst sonst?

Wer solche Gutmenschen hat, der braucht eigentlich keine bösen Menschen mehr, denn selbst wenn unter Pegida-Teilnehmer 90% Rassisten sind, die Vorurteile gegenüber Flüchtlingen haben und Sympathie für Nationalismus, wo wären die Pegida-Teilnehmer boshafter als diejenigen, die ihrem Rassismus nach innen wenden und nicht gegen Flüchtlinge, sondern gegen Demonstranten dieselbe Boshaftigkeit in Stellung bringen, die sie eben diesen unterstellen?

Studien wie die aus Göttingen und deren Missbrauch durch den Katholischen Pressedienst richten erheblichen Schaden an der empirischen Sozialforschung an. Sie bringen durch einen nicht mit ethischen Grundsätzen zu vereinbarenden Umgang mit in gutem Glauben überlassenen Antworten, Letztere in Misskredit und sorgen dafür, dass die Bereitschaft von Bürgern an einer Befragung teilzunehmen, weiter sinkt. Wer will sich schon als Befragter von christlichen und sonstigen Ideologen als angeblicher Beleg für die Berechtigung von deren jeweiligem Kreuzzug aufbauen und missbrauchen lassen?

Beim “oder” in der Überschrift handelt es sich übrigens um eine nicht-ausschließende Disjunktion.

 
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Was macht den Menschen zur Person?

In unserer kleinen Reihe zum Wert des Menschen, sind wir heute bei Peter Singer angekommen und der Frage, was macht aus einem Menschen, also einem Angehörigen der Spezies “Homo sapiens”, eine Person. Diese Frage ist insofern von großer Relevanz, als die Zugehörigkeit zur Spezies “Homo sapiens” den intellektuellen Überlegenheitsanspruch über andere Spezies, z.B. über Wanzen, den Menschen geltend machen, nicht begründen kann.

Insofern stellt sich die Frage, was den Menschen zur Person macht und ihn – hoffentlich – intellektuell über das Stadium einer Wanze hinausführt.

Peter Singers Antwort:

Singer Praktische Ethik“Eine andere Verwendung des Begriffs ‘menschlich’ wurde von Joseph Fletcher vorgeschlagen, einem protestantischen Theologen, der viel über moralische Probleme publiziert hat. Fletcher hat eine Liste mit ‘Indikatoren des Menschseins’ aufgestellt, die folgendes umfasst: ‘Selbstbewusstsein, Selbstkontrolle [ein K.O-Kriterium für viele], Sinn für Zukunft, Sinn für Vergangenheit, die Fähigkeit, mit anderen Beziehungen zu knüpfen [das nächste K.O.-Kriterium für viele], sich um andere zu kümmern, Kommunikation und Neugier. Diese Bedeutung des Begriffs haben wir vor Augen, wenn wir von jemandem sagen, er sei ein ‘wirklich menschliches Wesen’ oder zeige ‘wahrhaft menschliche Eigenschaften’. Damit meinen wir natürlich nicht, dass die Person der Spezies Homo sapiens angehört, was eine biologische Tatsache ist und kaum in Zweifel gezogen wird; wir implizieren vielmehr, dass menschliche Wesen gewisse charakteristische Eigenschaften besitzen und dass die betreffende Person sie in einem hohen Maße besitzt.
[…]
Das Wort ‘Person’ stammt ursprünglich von lateinisch persona, dem Wort für die Maske, die die Schauspieler im antiken Drama trugen. Indem die Schauspieler eine Maske benützten, zeigten sie an, dass sie eine Rolle spielten. In der Folgezeit erhielt ‘Person’ dann die Bedeutung eines Menschen, der eine Rolle im Leben spielt, eines Handelnden. Nach dem Oxford Dictionary lautet eine der gegenwärtig gebräuchlichsten Bedeutungen des Begriffs Person: ‘ein selbstbewusstes und rationales Wesen’. In diesem Sinne ist der Begriff in der Vergangenheit von untadeligen Philosophen verstanden worden. John Locke definiert eine Person als ‘ein denkendes intelligentes Wesen, das Vernunft und Reflexion besitzt und sich als sich selbst denken kann, als dasselbe denkende Etwas in verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten.
[…]
Auf jeden Fall schlage ich vor, ‘Person’ in der Bedeutung eines rationalen und selbstbewussten Wesen zu gebrauchen, um jene Elemente der landläufigen Bedeutung von “menschliches Wesen” zu erfassen, die von ‘Mitglied der Spezies Homo sapiens” nicht abgedeckt werden”.

Als Konsequenz der Forderung, dass sich eine Person durch Selbstbewusstsein und Rationalität auszeichnet, wie dies von Singer dargelegt wurde, ergibt sich zweierlei:

  • Mitglieder der Spezies “Homo sapiens” sind nicht zwangsläufig oder automatisch Person. Erst wenn sie die oben genannten Merkmale aufweisen, können sie als Person gewertet werden und erwarten, auch entsprechend behandelt zu werden.
  • Nichtmitglieder der Spezies “Homo sapiens”, Tiere, können Person sein, nämlich dann, wenn sie die Merkmale aufweisen, die oben dargestellt wurden.

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Dämmert ein neues Parteiensystem?

Zu Beginn der Weimarer Republik hatten liberale Parteien bei Reichtstagswahlen einen Stimmanteil von gut 22%. Zum Ende der Republik waren es noch knapp 2%. Die sogenannte Weimarer Koalition aus SPD, Zentrum, Deutscher Demokratischer Partei oder Deutscher Volkspartei (mit oder ohne Regierungsbeteiligung der SPD) startete mit einem komfortablen Stimmenanteil von 76% in die Weimarer Republik. Am Ende der Weimarer Republik waren es noch 31%.

Parteiensysteme, das zeigt die Weimarer Republik, unterliegen einem Wandel: Parteien verschwinden, neue Parteien kommen hinzu. Die Stabilität der Bonner Republik, die im Wesentlichen sechs Parteien die Parlamentssitze unter sich aufteilen sieht und mit der CDU/CSU und der SPD seit der ersten Bundestagswahl im Jahre 1949 zwei Fraktionen hervorbringt, die regelmäßig gut zwei Drittel der Sitze im Bundestag unter sich verteilen, ist insofern etwas Außergewöhnliches.

Und sie könnte ihrem Ende zugehen, denn: Die Stabilität des Parteiensystems und damit der Regierungskoalitionen sie scheint sich aufzulösen. Und das ist nach unserer Ansicht nicht ein Ergebnis, das die AfD zur Ursache hat.

Lipset rokkanSeit sich Politikwissenschaftler empirisch mit Wahlen beschäftigen und vor allem seit dem bahnbrechenden Buch von Seymour Martin Lipset und Stein Rokkan “Party Systems and Voter Alignments”, gehen die meisten Wahlforscher davon aus, dass ein großer Teil der Wähler über eine stabile Parteibindung verfügt, die dazu führt, dass er bei sukzessiven Wahlen immer dieselbe Partei wählt.

Diese Parteibindung, sie hat sich als so stabil herausgestellt, dass Wählergruppen identifiziert werden konnten, die Parteien zugeordnet wurden: Selbständige wählten häufiger die FDP oder die CDU als andere Parteien. Arbeitnehmer haben ihre Loyalitäten zwischen der SPD und der CDU geteilt. Religiöse Menschen, vor allem Katholiken tendieren eher zur CDU, Lehrer wählen Grüne und die Linke findet ihre Unterstützer vornehmlich in Ostdeutschland und oft unter denen, die Hartz IV beziehen.

Jenseits dieser sozialstrukturell identifizierbaren Gruppen, deren Mitglieder eine Bindung zu einer Partei aufweisen, gibt es Wechselwähler. Wechselwähler sind offensichtlich nicht unveränderlich an eine Partei gebunden, sonst würden sie die Partei nicht wechseln und stellen entsprechend ein Erklärungsproblem dar. Gelöst hat man dieses Problem unter anderem über das so genannte “Issue Voting”. Für bestimmte Sachthemen, die einem Wähler wichtig sind, hat eine andere Partei bessere Lösungen als die Partei, der man sich ansonsten verbunden fühlt. Entsprechend wird die andere und nicht die Partei gewählt, der man sich verbunden fühlt.

Diese “Hilfshypothese” hat den Vorteil, dass man die Theorie der dauerhaften Parteibindung modifizieren kann und nicht aufgeben muss, und sie hat den Vorteil, dass weiterhin von stabilen Parteiensystemen ausgegangen werden kann, die in weiten Teilen durch Stammwähler gekennzeichnet sind.

Wir glauben und sehen Anzeichen dafür in den Daten, die wir mit unseren beiden Befragungen gesammelt haben, dass die Zeit der Stablität des deutschen Parteiensystems zu Ende geht. Rund 3.200 Befragte haben zwischenzeitlich an beiden Befragungen teilgenommen, eine solide Basis, die ausreicht um festzustellen, dass es viele Bürger in Deutschland gibt, die dem Parteiensystem komplett entfremdet sind. Sie sind nicht nur den Parteien im Bundestag entfremdet, sie haben mit diesen Parteien abgeschlossen und suchen nach Alternativen.

Normalerweise würde man annehmen, dass sich die FDP als liberale außerparlamentarische Alternative zu den ideologischen Blöcken von Linken und Konservativen im Bundestag anbietet. Das tut sie aber nicht. Unter denen, die mit dem Parteiensystem abgeschlossen haben, ihm vollständig entfremdet sind, ist die FDP nicht in der Lage, Punkte zu machen – vermutlich, weil die FDP keinerlei liberales Profil erkennen lässt, diejenigen, die mit den Leistungen der Parteien im Bundestag völlig unzufrieden sind, sich aber durch ein eher liberales Profil auszeichnen.

ChangeWie dem auch sei, die Alternative, bei der die meisten derjenigen landen, die mit den Parteien im Bundestag völlig unzufrieden sind, ist die AfD und eben nicht die FDP. Entsprechend legen unsere Daten einen Schluss nahe, der im Gegensatz zur Erzählung steht, die aus Mainstream-Medien zu hören ist und die bei den im Bundestag vertretenen Parteien vielleicht die Hoffnung bestärkt, die AfD sei ein Phänomen, das auf Nationalismus und Flüchtlingen gebaut ist.

Sie ist es nicht.

Unsere Daten zeigen deutlich, dass die AfD in der Lage ist, all diejenigen zu sammeln, die vollkommen unzufrieden mit den politischen Parteien sind, wobei diese Unzufriedenheit nicht an bestimmte Themen gebunden ist, also eine generelle Unzufriedenheit ist, keine spezielle. Das macht den Erfolg der AfD zu einem völlig anderen Spiel: Wir sehen hier nicht den Erfolg von Appellen an Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, wie man es bei den etablierten Parteien gerne hätte, sondern das Ergebnis der Abkehr einer großen Zahl von – wie wir zeigen können – Stammwählern von etablierten oder im Bundestag vertretenen Parteien.

Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass eine generelle Unzufriedenheit mit den Leistungen einer politischen Partei, die zur Wahl einer anderen Partei führt, ein vorübergehendes Phänomen ist. Aber es gibt etliche Gründe anzunehmen, dass wir eine komplette Veränderung des deutschen Parteiensystems derzeit in ihren Anfängen sehen.

Die Daten entstammen den beiden ScienceFiles-Befragungen zu:

Beide Befragungen sind weiter online. Wer noch nicht daran teilgenommen hat, kann dies nachholen.

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Die Russen wollen die deutschen Medien diskreditieren

Es ist noch gar nicht lange her, da haben wir über Verschwörungstheorien geschrieben, also jenen Begriff, der in der Regel in derogativer Weise auf eine Behauptung angewendet wird, die einem nicht in den Kram passt. Dabei sind Verschwörungstheorien ganz normale Theorien, die man prüfen kann oder könnte, wenn man es wollte. Will man aber meist nicht, weil es sowieso unsinnig wäre, wie diejenigen wissen, die es noch nie versucht haben:

“Anders als in der Wissenschaft lässt sich ein Verschwörungstheoretiker mit Argumenten und Fakten nicht vom Gegenteil überzeugen. Hat sich jemand eine Theorie zurechtgelegt, ändert sie sich im Kern erst einmal nicht mehr. Im Gegenteil: Meist wird sie mit der Zeit immer verwobener, alles wird mit allem verknüpft. Das macht den medialen Umgang mit dem Thema auch so schwierig.”

So steht es in einem Artikel über Verschwörungstheorien zu lesen, der in der Rheinischen Post erschienen ist und sich dort in weiten Teilen mit dem Kopp-Verlag und mit Udo Ulfkotte beschäftigt, die beide wiederum der Mainstreampresse kritisch gegenüberstehen. Und weil Sie der Mainstream-Presse kritisch gegenüber stehen, weil Ulfkotte gar von Lügenpresse spricht, deshalb ist er ein Vertreter von Verschwörungstheorien, was im Sinne des Verfassers des Beitrags in der Rheinischen Post bedeutet: Ulfkotte verkauft unhaltbaren und falschen Unsinn an leichtgläubige Deppen, die wiederum nur darauf gewartet haben, dass ihnen jemand ihre wirren Ideen über Weltbeherrschung und Manipulation der Öffentlichkeit bestätigt.

Denn merke: Die deutsche Presse ist nicht manipulativ, nicht gesteuert und in keiner Weise eine Lügenpresse. Wer es behauptet, der ist ein Verschwörungstheoretiker, ein Verbreiter von Verschwörungstheorien, ein gefährlicher Zeitgenosse, wie nun in einem eigens eingerichteten Forschungsnetzwerk belegt werden soll. Und es ist hoch wahrscheinlich, dass dieses Forschungsnetzwerk auch genau zu diesem Ergebnis kommt, denn:

“‘Verschwörungstheorien können zur Radikalisierung von Extremisten beitragen, Spannungen zwischen Nationen befeuern und das Vertrauen in demokratische Institutionen und Medien unterlaufen’, sagt Butter. Und gerade in Zeiten des Internets verbreiten sie sich rasend schnell.”

Wir fassen bis hierhin den offiziellen Stand zu Verschwörungstheorien zusammen, wie er in Mainstreammedien, die sich mit dem Vorwurf “Lügenpresse” zu sein, konfrontiert sehen, Verwendung findet:

Verschwörungstheorien sind abwegige Behauptungen von Manipulateuren, die darauf zielen, dogmatische und in jedem Fall leichtgläubige und fremdhörige Jünger zu verführen, die nur darauf gewartet haben, einem verschwörungskundigen Heiland zu folgen und gegen die Weltkonspiration und die Lügenmedien vorzugehen.

Und jetzt wenden wir uns der Berichterstattung in Mainstreammedien wie der Wirtschaftswoche zu, in der unlängst ein Interview mit “Mr. Tagesthemen Ulrich Wickert” abgedruckt war, das eine bemerkenswerte Passage enthält:

Wickert Luegenpresse“In Deutschland ist es soweit gekommen, dass manche Gruppen von „Lügenpresse“ sprechen. Woher kommt dieses Misstrauen?”

Wickert: “Die deutsche Presse wird gezielt diskreditiert, das kommt nicht nur aus unserer Gesellschaft, sondern auch von außen. Wir erleben aktuell, dass der russische Staat Propaganda gegen deutsche Journalisten macht, um ihr Vertrauen zu erschüttern. Ich persönlich halte es nicht für ausgeschlossen, dass der russische Geheimdienst den Begriff „Lügenpresse“ in Deutschland verbreitet hat.”

Geheime Mächte diskreditieren die deutsche Presse gezielt und untergraben ihre Glaubwürdigkeit systematisch von innen und von außen. Es gibt eine richtige Weltverschwörung gegen die deutsche Presse. Und wer steckt dahinter? Die Bilderberger? Nein. Der CIA? Nein. Der Geist von Osama Bin Laden? Nein. Die Russen sind es. Die Russen und ihr Muskelmann, der Putin, dieser Macho im Anzug.

Die Luft in den Redaktionen deutscher Medien muss dünn sein, wenn sie schon auf das zurückgreifen, was sie bei anderen mit spitzen Fingern und geringelter Nase goutieren: Verschwörungstheorien!

Aber ist es auch eine?

“Das klingt für mich nach einer Verschwörungstheorie. Haben Sie Belege dafür, dass der russische Geheimdienst Pegida unterstützt?”

Wickert: “Nein. Keineswegs. Ich sage nicht, dass es so ist. Aber wir müssen darüber nachdenken! Und wenn wir uns anschauen, wie sich die russischen Medien mit deutscher Berichterstattung auseinandersetzen, müssen wir sagen: Hier gibt es Versuche der russischen Propaganda, Dinge in Deutschland zu bewegen.”

Wenn jemand eine Aussage über die Realität aufstellt, die er für so wichtig und richtig hält, dass er sie nicht nur aufstellt, sondern auch weitererzählt, dann hat er damit eine Theorie über Zusammenhänge in der Realität zum Besten gegeben. Dass er keine Belege für seine Theorie anfügen kann, ändert nichts daran, dass er eine Theorie aufgestellt hat. Und so sehr sich der Herr Wickert auch winden mag, er hat eine Verschwörungstheorie aufgestellt. Er behauptet eine Verschwörung der Russen, deren Ziel darin besteht, deutsche Medien in Misskredit zu bringen – als wäre dazu eine Verschwörung notwendig.

Nicht nur das, er führt auch Indizien an, die nach seiner Ansicht für seine Verschwörungstheorie sprechen:

“Das ist mir neu, war es doch die Pegida-Bewegung, die dieses Wort [Lügenpresse] gebraucht hat?”

“Ja, aber wie kam die Idee dort auf? Fakt ist, dass der russische Staat ausländerfeindliche Bewegungen in Europa unterstützt, zum Beispiel den Front National in Frankreich. Der hat zugegeben, mehrere Millionen Euro aus Moskau erhalten zu haben. Und wenn ich jetzt KGB-Chef wäre, was würde ich in Deutschland tun? Die Presse diskreditieren, indem ich ein Wort wie „Lügenpresse“ lanciere.”

conspiracy-theoryDas ist nicht nur eine Verschwörungstheorie, das ist eine 1a-Verschwörungstheorie. Da gibt es die deutsche Presse, jene Ansammlung hingebungsvoller, rechtsschaffender und vor allem ehrlicher Menschen, deren Ziel allein darin besteht, die deutsche Medienöffentlichkeit mit der ungeschminkten Wahrheit zu beglücken und deren Mitglieder deshalb bemüht sind, stets alles, ohne Auslassungen und Wertungen zu berichten, wie es sich zugetragen hat. Und da gibt es den Russen und seinen KGB, jene Ansammlung der Bösen, wo man die glückliche heile Welt der hervorragenden Berichterstattung deutscher Medien und der ihr bedingungslos ergebenen Rezipienten nicht mitansehen kann und deshalb Unfrieden stiften will.

Was tun? Den Begriff “Lügenpress” lancieren. Überraschenderweise findet dieser Begriff bei Tausenden und Abertausenden ja bei Millionen deutscher Bürger Anklang, was aufgrund der Ergebenheit, mit der die Bürger den täglichen Wahrheitsberichten des Wahrheitsfunks lauschen, so nicht zu erwarten war und zeigt, wie gefährlich der Russe und seine fiesen Methoden der Massenbeeinflussung doch wirklich sind. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich der Begriff der Lügenpresse unter den Leichtgläubigen, leicht Beeinflussbaren, die nicht mehr sehen, was ist, die die tägliche Wahrheitsberichterstattung nun, unter russischem Einfluss, mit Lügenpresse verwechseln. Die deutsche Wahrheitspresse ist diskreditiert. Der Russe ist schuld, und Ulrich Wickert hat es entdeckt!

Wenn das keine Verschwörungstheorie ist!

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Kinderrechte auch für Erwachsene

Dass sich in der deutschen Gesellschaft eine Infantilisierung breit macht, die erwachsene Menschen das Verhalten von Kindern adaptieren, ihr Handeln an Kindern ausrichten oder ihre sprachlichen Handlungen kindgerecht und somit kindisch machen sieht, darüber haben wir schon mehrfach geschrieben.

Heute wollen wir auf einen weiteren Aspekt dieser Infantilisierung hinweisen, der in einer zunehmenden Realitätsflucht, wenn nicht Realitätsverweigerung besteht und erwachsene Menschen, Abgeordnete und Staatssekretärinnen sich verhalten sieht, als wären sie nicht kurz nach, sondern weit vor der Pubertät.

Ausdruck dieser Realitätsverweigerung sind Aktionen, die man als symbolische Demonstrationen bezeichnen muss, die sich in keiner Weise auf das Ziel, dem sie gewidmet sind, auswirken und deren Zweck daher einzig und allein darin besteht, erwachsenen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich wie Kinder zu verhalten.

Früher hat man Väter belächelt, die mit Eisenbahnen spielen. Was macht man mit Erwachsenen, die rote Abdrücke von ihren Händen machen und sie mit mehr oder weniger sinnlosen Texten versehen, um damit ein “Zeichen … gegen Kindersoldaten” zu setzen?

“Seit dem 12. Februar 2002 verbietet ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention, dass Kinder unter 18 Jahren als Kindersoldaten missbraucht werden. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen gibt es trotzdem weltweit 250.000 Kindersoldaten. In fast allen aktuellen bewaffneten Konflikten werden Kinder als Soldaten eingesetzt und zum Kämpfen gezwungen.”

Das Zusatzprotokoll, es ist also 13 Jahre in Kraft und ist weitgehend wirkungslos, weil sich Kriegsparteien nicht daran halten. Wen wundert’s?

Was also tun, damit sich Kriegsparteien an das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderechtskonvention halten?

Werden wir doch alle wie die Kindlein: Malen wir uns die Hände an, patschen die Hände auf Papier und schreiben weniger oder viel weniger intelligente Sprüche unter die Handabdrücke:

Kinder im Bundestag“Kinder haben ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt”, schreibt Staatssekretärin Caren Marks unter ihre rote Patschhand und sagt damit implizit: Erwachsene haben kein Recht auf ein Leben ohne Gewalt. Sicher werden all diejenigen, die derzeit Kinder als Soldaten rekrutieren, sofern sie die westliche Ansicht, welche Alter Kinder definieren, teilen, ob der roten Patschhand von Marks und dem darunter geschriebenen Spruch sofort damit aufhören, Kinder zu rekrutieren – oder?

“Keine Waffen in Kinderhände”, schreibt Ekin Deligöz unter ihre rote Hand, und mit Sicherheit werden diejenigen, die Kinder als Soldaten rekrutieren, sofern sie die Ansicht, wer denn Kind sei, die Ekin Deligöz hat, teilen, Kindern keine Waffen mehr in die Hände geben. Nicht nachdem Deligöz das unter ihrer roten Patschhand gefordert hat.

Die Aktion rote Hände, der “Red Hand Day 2016 – ein Tag gegen Kindersoldaten” fand übrigens im Bundestag statt, bei der Kinderkommission des Deutschen Bundestages. Wenn Sie also demnächst Parlamentsdebatten im Fernsehen sehen, in denen sich Abgeordnete gegenseitig mit Fingerfarben beschmieren oder mit Tröten und Luftschlangen die Debatte beleben, dann wundern sie sich nicht, es handelt sich dann vermutlich um den Toddler(Kleinkind-)Day im Bundestag, mit dem ein Zeichen gegen Altersarmut gesetzt werden soll.

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Professionelle Betroffenheit: “Wir weinen” um einen erfundenen Toten

Der Tod eines 24jährigen Syrers, der als Folge des Anstehens am Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales am 27. Januar verstorben sein soll, hat Wellen geschlagen. Die SMS-Mitteilung des Todes liest sich im Dialog zweier Helfer von “Moabit hilft” wie folgt:

“Was hat er?
ich weiß es nicht, er hat 39,4 Fieber, SChüttelfrost und kann nicht mehr sprechen. Ich denke, ich rufe einen Krankenwagen jetzt
>>Mach das definitiv!!!
Sag Bescheid wenn Du Hilfe brauchst! Ich komm auch vorbei danke, hab angerufen

Ok, sitze im krankenwagen herzstillstand
>>ich glaubs nicht F***!!!!!!!! (…) Brauchst DU dort support??? Ich komm vorbei und halt Deine Hand das kann doch nicht sein Du bist doch selbst noch krank
Geht Arabisch – Englisch – Übersetzung auch??? Hasan ist noch wach

Mein Freund Matthias ist Arzt, er bringt wen mit. zum übersetzen
meld mich gleich
>>Ich geb Khaled deine No per Telefon sofort möglich
Er hat versucht dich anzurufen, er macht das fantastisch – Muttersprachler und liebster Mensch – geht das per Telefon und hilft bis der von Matthias kommt?

Danke Reyna, bin in Klinik Matthias ist jetzt hier. Kann ich Khaled noch etwas anrufen?
Kann er mich adden, bitte?
>>Ja!
Ich sag’s ihm
Hab dir seine nr auch geschickt – du hast ihn grade scheint’s weggedrückt

bin in klinik
>>Kannst nicht trl.?
Der hält sich grade für euch noch wach

Nein, er stirbt. kann nicht telenieren
>>Dirk du darfst in der Situation nicht allein sein. Schnips mit dem Finger und ich komm.
Name Klinik reicht

Er ist gerade verstorben Ich melde mich hiermit offiziell ab
>>Ich bin mit allem, was ich habe an Geist und Herz bei dir. Jetzt, den Rest der Nacht und morgen und immer. Tränen”

Die Geschichte ist tragisch, sehr tragisch, wenn sie wahr ist und wenn es stimmt, dass Flüchtlinge stundenlang in der Kälte zubringen müssen, um sich bei einem Amt einen Stempel unter einem Formular abzuholen, das man problemlos über das Internet verbreiten könnte. Und weil der Tod des 24jährigen Syrers so tragisch ist, muss er gleich per Todesanzeige genutzt werden, und zwar so:

Fluechtlinge gestorben.jpg

Auch die deutsche Presse ist betroffen und formuliert Schlagzeilen wie:

24jähriger Syrer: “Moabit hilft” meldet Tod von Flüchtling am LaGeSo.

oder

Flüchtling nach tagelangem Anstehen in Berlin gestorben

oder

Flüchtling nach tagelangem Anstehen in Kälte gestorben

oder

Betroffenheit nach Tod eines jungen Syrers

Und jetzt kommt es:

Der 24jährige Syrer, der in Berlin nach langem Anstehen gestorben sein soll, es gibt ihn nicht.

Die Geschichte ist frei erfunden.

Uns interessiert hier nicht in erster Linie, wieso Dirk, der Helfer von “Moabit hilft” meint, den Tod eines Menschen frei erfinden zu müssen. Diese Frage sollen Psychiater beantworten. Man kann nur erschreckt annehmen, dass Helfer Tote herbeizusehen scheinen, um das Marketing dafür anzukurbeln, die mit Sicherheit schlechten Zustände zu verbessern wie sie z.B. vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales herrschen.

Tagesspiegel toter FluechtlingDie Stimmung unter den Helfern muss entsprechend hysterisch und aufgeladen sein, die ideologische Ladung geradezu explosiv, so dass man die Freude darüber, dass trotz aller schlechter Bedingungen, nichts passiert, in die Hoffnung umkehrt, ein Opfertod möge die schlechten Bedingungen anprangern, wenn schon nicht verändern. Man fühlt sich an die Homosexuellen-Aktivisten erinnert, die partout darauf bestehen, dass Homosexuelle sich öfter das Leben nehmen als Heterosexuelle, und anstatt freudig darüber zu sein, dass die Daten den häufigeren Suizid von Homosexuellen nicht belegen, sind sie verärgert und verbiestert und bezeichnen jeden, der es wagt, an ihrer Todessehnsucht für andere zu sägen, als homophob. Flüchtlingshelfer in Berlin scheinen dieses Syndrom zu teilen.

Die erfundene Geschichte vom Tod des 24jährigen Syrers hat eine Welle der Betroffenheit und einen Berg von Grabkerzen nach sich gezogen. Professionell Betroffene sind zum Ort des Geschehens gepilgert, um sich dort als betroffen, betroffen über den Tod eines Menschen, den sie nicht kannten, zu zeigen.

Das Betroffenheitshappening zeigt deutlich, wozu Flüchtlinge manchen in Deutschland dienen: Aus ihnen lässt sich moralisches Kapital schlagen. Syrer, syrische Flüchtlinge und am besten noch, syrische Flüchtlinge, die in Deutschland ankommen und sterben, das sind derzeit die besten Mittel, die man instrumentalisieren kann, um die eigene Gutheit und die eigene moralische Überlegenheit zu inszenieren, um sich selbst als Krone der deutschen Schöpfung darzustellen.

Man muss entsprechend entsetzt über die Art und Weise sein, in der Flüchtlinge in Deutschland instrumentalisiert werden. Dies gilt nicht in erster Linie für Dirk, den Helfer, der den Tod des 24jährigen Syrers frei erfunden hat, sondern vor allem für die professionellen Betroffenen, die mit ihren Grabkerzen bereits in den Startklötzen gekauert haben, um endlich ihre moralische Entrüstung loswerden zu können und sich selbst als richtig betroffen und vor allem richtig gut inszenieren zu können.

Derartige moralische Inszenierungen müssen betroffen machen, wenn man die Meldung des toten Syrers als Erschütterungsexperiment auffasst, wie es in der Ethnomethodologie angewendet wird, um kulturelle Überzeugungen zum Vorschein zu bringen. Was die Falschmeldung über den Tod eines 24jährigen Syrers in Berlin zum Vorschein gebracht hat, sind kulturelle Überzeugungen, die in egozentrischen Zirkeln um die eigene Person kreisen und nur dann Kontakt zur Außenwelt aufnehmen, wenn man andere instrumentalisieren kann, um auf ihrem Rücken oder auf ihrer Leiche, eigene Ziele zu erreichen.

Wem dieses Urteil zu harsch erscheint, der kann leicht den Gegenbeweis antreten, in dem er uns die Freudengesänge und Bilder und Happenings der Freude all derer zeigt, die eben noch betroffen und bestürzt, nun erleichtert und erfreut darüber sind, dass kein 24jähriger Syrer in Berlin gestorben ist.

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