Der neueste, teure Spleen: Bildungsmanager

30 Millionen Euro setzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein, um Bildungsmanager in Kommunen zu finanzieren. Warum? Weil es bislang keine Bildungsmanager gibt. Und wenn es keine Bildungsmanager gibt, dann braucht man natürlich Bildungsmanager.

Wozu, nun, dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Beginnen wir mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, die eine eigene Leerformel zur Begründung der Notwendigkeit von Bildungsmanagern entwickelt hat:

BMBF“Bildungschancen entstehen dort, wo die Menschen leben und arbeiten. Mit ‘Bildung integriert‘ fördern wir gute und gerechte Bildung”, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, “Denn es hat sich gezeigt: Wenn Bildung in der Kommune Vorrang hat und ganzheitliche Ansätze gelebt werden, gelingt Bildung für alle Bürgerinnen und Bürger.”

Bildungsmanager sind also für “gute und gerechte Bildung” zuständig und Bildung setzt ganzheitliche Ansätze voraus und alles gibt es als Bildungschance dort, wo die Menschen leben und nirgends sonst, nicht etwa auf dem Mars oder der Venus, woraus man eine Diskriminierung der beiden Planeten konstruieren könnte. Und wer würde je daran zweifeln, dass ein Ministerium, das 300 Millionen Euro einsetzt, um gerechte und gute Professorinnen ganzheitlich auf Lehrstühle zu hieven und dies dadurch erreicht, dass männliche Bewerber gezielt getäuscht und betrogen werden, dass ein solches Ministerium nur die lautersten und besten Absichten verfolgt?

Wir

– schon weil wir keinerlei Forschungsergebnisse kennen, die die Phantasie von Wanka bestätigen, nach der für ganzheitliche Ansätze belegt wäre, dass sie zum Gelingen von Bildung beitragen. Ehrlich gesagt, wissen wir nicht einmal, was ein ganzheitlicher Ansatz für Bildung sein soll, und wir haben so unsere Zweifel, dass Frau Wanka weiß, wovon sie hier spricht.

Bildungsmanager, der neueste Schrei auf dem Bildungsmarkt, eröffnet bei einem Volumen von 30 Millionen Euro neue Chancen, um überflüssige Positionen in Verwaltungen zu schaffen. Wir sehen hier Parkinsons Law in Aktion: Die Verwaltung vermehrt sich selbst. Verwaltung ist der einzige humanoide Selbstbefruchter, der bislang bekannt ist und Verwaltung ist der teuerste Selbstbefruchter, den die Menschheit kennt, beschäftigt sie doch unzählige Mausschubser, die damit beschäftigt sind, unnütze Informationen, zu deren Bereitstellung sie z.B. Unternehmen oder Privatpersonen verpflichtet haben, zu sammeln, zu verwalten, abzuheften und zu vergessen.

Denn vergessen müssen die Verwalter die Daten, die sie vorliegen haben offensichtlich, wenn es nun einen Bildungsmanager braucht, der “empirische Daten zur Bildungslandschaft in den Städten und Kommunen” sammelt und damit “eine faktenbasierte Grundlage für Entscheidungen schafft”, wie es aus dem BMBF heißt.

Parkinsons lawWenn also Bildungsmanager notwendig sind, um “empirische Daten zur Bildungslandschaft in den Städten und Kommunen” zu sammeln, dann fragt man sich doch: Was haben die statistischen Ämter der Städte und Kommen mit all ihren Beschäftigten all die Jahre getrieben? Dass sie keine Daten gesammelt haben, keine zu Schulen, Schülern, Absolventen, Lehrern usw., das ist offensichtlich, denn hätten sie diese Daten gesammelt, es bräuchte keinen Bildungsmanager, der die Daten nun sammelt. Allerdings stellt sich die Frage, wie die Statistischen Landesämter über ihre Bildungsdaten zu Schülern, Schulen, Absolventen, Lehrern, Schulausstattung und dergleichen in Städten und Kommunen kommen, die sie halbjährlich veröffentlichen. Und wo die entsprechenden Daten beim Statistischen Bundesamt herkommen, ist ebenso ein Rätsel, denn nirgends, weder bei Statistischen Landesämtern noch beim Statistischen Bundesamt gibt es einen Bildungsmanager, der die entsprechenden Daten sammelt.

Daraus kann man nur den Schluss ziehen, dass es keinen Bildungsmanager braucht, um neue Daten zu sammeln, da alle notwendigen Daten auch vor der Erfindung des Bildungsmanagers bereits gesammelt wurden und werden. Folglich ist der Bildungsmanager, der nun eingeführt werden soll, nichts anderes als eine Doppelung, eine Vermehrung ganz im Sinne des Parkinsonschen Gesetzes: Ab sofort wird es zwei Stellen geben, die dieselben Daten sammeln.

Aber natürlich klingt Bildungsmanager gut.
Und 30 Millionen für “gerechte und gute Bildung”, das klingt erst gut.
Fast so gut wie ganzheitliche Ansätze, wobei die ganzheitlichen Ansätze, der Ministerin Wanka, die für Bildung zuständig sein will, der Wahrheit vielleicht noch am nähesten kommen, denn die Ansätze der Klientelpolitik, die Ansätze zum Verprassen von Steuermitteln, um vollkommen unnötige Positionen zu schaffen, sind wirklich ganzheitlich: Einmal ausgegeben, ist das Steuergeld schlicht weg, ganzheitlich weg, ohne Mehrwert und ohne Nutzen.

Es gibt heute eine Vielzahl von Netzwerken, die sich etwas Gutem und Gerechtem widmen. Die Netzwerke bestehen im Wesentlichen aus einer Legion von Personen, die sich die Zeit damit vertreiben, Netzwerkbildung und entsprechende Treffen zu organisieren, auf denen dann über Netzwerkbildung geredet wird und Erfahrung ausgetauscht wird. Die Erfahrung hat dann regelmäßig nichts mit der Klientel zu tun, der man sich angeblich widmen will. Vielmehr sind Gegenstand des Erfahrungsaustausches Widerstand oder Probleme bei der Implementierung von Maßnahmen, pardon: von ganzheitilchen Maßnahmen natürlich, die, wenn sie erst implementiert wären, gerechte und gute Bildung garantieren sollen, so wie die Steckdose in den Regel Gleichstrom garantiert. Das beste, was diese nutzlosen Verwaltungs-Aktivisten erreichen können, besteht darin, über ihre Klientel zu reden, jene Klientel, der sie mit ihren ganzheitlichen Maßnahmen, so sie nach einer Reihe von Netzwerktreffen irgendwann einmal implementiert sind bzw. nach all den Netzwerktreffen überhaupt noch Mittel zur Implementierung vorhanden sind, die ausreichen, um über die Probleme und Widerstände hinweg zu kommen.

Mit ihrer Klientel reden die Verwaltungs-Aktivisten gewöhnlich nicht. Wozu auch? Ihre Aufgabe besteht darin, die Effizienz der Verwaltung nach außen hin zu gaukeln und seit, wie DiMaggio und Powell schon 1983 geschrieben haben, die Effizienz von Verwaltungen nicht mehr anhand ihrer erfolgreichen Abwicklung der ihr übertragenen Aufgaben, sondern anhand der Anzahl von Abteilungen, Stabsstellen, der Höhe der verwalteten Mittel, der Anzahl gutklingender Positionen oder der Schaffung immer neuer Verwalter zur Verwaltung der Verwaltung, die andere Verwalter verwalten gemessen wird, kommt dem Vorgaukeln von Effizienz eine immer größere Bedeutung zu: Je besser man gaukelt, desto mehr Fördergelder gibt es, um z.B. einen vollkommen nutzlosen und unnötigen Bildungsmanager zu etablieren.

P.S.

Was machen eigentlich all die Mitarbeiter des Bundes der Steuerzahler und des Bundesrechnungshofes den ganzen Tag? Wir können einigermaßen verlässlich angeben, was sie nicht tun, nicht jedoch, was sie tun.

Fachtagung: Vegetarismus – (K)Eine Privatsache am Arbeitsplatz?

Weil es sonst offensichtlich niemand tut, wollen wir auf eine Fachtagung (oder einen Fachtag) für Institutionen, soziale Dienste, Unternehmen und Interessierte hinweisen, die am 5. März an der Hochschule Merseburg stattfindet.

Dort geht es um Vegetarismus am Arbeitsplatz.

Massentierhaltung_huehnerEin wichtiges Thema vor allem, seit es ein erklärtes Ziel europäischer und landesweiter Politik ist, Diskriminierung abzubauen. Diskrimierung wegen seiner Eßgewohnheiten gehört dabei zu einer der schlimmsten Formen der Diskriminierung. Vor allem Vegetarier sehen sich der Rohheit ihrer fleichfressenden Kollegen täglich aufs Neue ausgeliefert.

Da wird herzhaft in das Leberwurstbrötchen gebissen, ohne Rücksicht auf den Vegetarier, dem nur die Hoffnung bleibt, dass die Forschungsergebnisse, nach denen rote Fleischesser es leichter haben, Krebs zu entwickeln, stimmen.

Der Gang zur Kantine gleicht für Vegetarier dem Gang über ein Schlachtfeld. Wohin er seinen Blick auch richtet, überall warten Leicheteile in der Auslage auf ihn.

Schlimmer noch sind die verständigen Fleischfresser, die, die “ja eigentlich auch kaum Fleisch essen” und es nur zu gut verstehen können, dass andere, nur sie nicht, kein Fleisch anfassen, geschweige denn essen mögen.

Diskriminierung dieser Art (also Mobbing) machen vegetarische Mitarbeiter unzufrieden und weil sie unzufrieden sind, leidet ihre Motivation, und weil ihre Motivation leidet, leiden das Betriebsklima und die Produktivität der Unternehmen und in der Folge der Umsatz. Deshalb haben Unternehmen erkannt, dass es wichtig ist, Diversität zu managen und der Diversität der eigenen Mitarbeiter nicht nur mit Lippenbekenntnissen, sondern mit vegetarischen Tagen in der Kantine und mit Aufklärungsprogrammen Marke: “Vegetarismus ist normal – Fleischkonsum kann zu Krebs führen” Rechnung zu tragen, denn: Die Essidentität ist die zentrale Identität oder eine der zentralen identitäten von Menschen, und es darf kein Tuscheln stattfinden, wenn Hans Meier als Fleischesser nach Hause geht und als Vegetarier am nächsten Tag zur Arbeit erscheint.

Die Fachtagung (oder der Fachtag) an der Hochschule Merseburg vermittelt Kompetenzen und bietet Raum für Austausch zum Thema Vegetaris..s

Au!

Oh, je!

Da haben wir doch eine Pressemeldung verwechselt.

Peinlich.

Hochschule Merseburg. Das hätte uns zu denken geben müssen.

Was kommt von der Hochschule Merseburg?

Natürlich kein Vegetarismus und auch sonst wenig Sinnvolles.

Mal überlegen:

Von der Hochschule Merseburg kennen wir Heinz-Jürgen Voß einen Studiengang in Pornographie (oder war es Prostitution?) und, genau, da ist sie ja die Pressemeldung – also von vorne:

Fachtag(ung) zum Thema:

“Sexuelle Orientierung und geschlechtliche identität – (K)Eine Privatsache am Arbeitsplatz?!”

Genauer:

Heinz J voss“Diskriminierung abzubauen, ist ein erklärtes Ziel aktueller landesweiter und europäischer Politik. Programme, die sich darauf richten, Vielfalt anzuerkennen, werden unter dem Stichwort Diversity Management zusammengefasst… Wenn das Betriebsklima stimmt, wenn Mobbing ausgeschlossen ist und Mitarbeitende so akzeptiert sind, wie sie sind, dann sind sie motivierter, leistungsfähiger und kreativer. Zufriedenheit der Mitarbeitenden ist mittlerweile ein wichtiger Standortfaktor, da zahlreiche Unternehmen und Kommunen bereits Diversity-Konzepte auf den Weg gebracht haben …
Neben einigen anderen Kategorien sind Geschlecht und Sexualität zentral in der Identität von Menschen. Wenn ein Mitarbeiter offen schwul leben kann und nicht stets schweigend zuhört, wenn die Kolleginnen und Kollegen von Ausflügen mit ihren Familien berichten, wenn er sich nicht kleine Geschichten ausdenken muss, nur um nicht als schwul erkannt zu werden, dann kann er unbelasteter und befreiter tätig sein. Für Transgender und transsexuelle Menschen ist es wichtig, dass ihre geschlechtliche Identität anerkannt wird. Es sollte kein Tuscheln stattfinden, wenn Hans Meier eines Tages als Ulrike Meier auf die Arbeit kommt. Vielmehr sollte es Interesse und Unterstützung provozieren.

Der Fachtag „SEXUELLE ORIENTIERUNG UND GESCHLECHTLICHE IDENTITÄT – (K)EINE PRIVATSACHE AM ARBEITSPLATZ?!“ vermittelt Kompetenzen und bietet Raum für Austausch. Alle Interessierten sind dazu
herzlich eingeladen.

Finanziert wird das Ganze von der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Stiftung Ihres Vertrauens wenn es darum geht, Steuergelder sinnlos einzusetzen.

Und wer noch Fragen hat, der wendet sich bitte an Heinz-Jürgen Voß .

Was uns noch interessieren würde: Wie viele Transgender gibt es eigentlich in deutschen Unternehmen? Kennt jemand einen? Hat jemand einen Kollegen, der als Kollegin oder umgekehrt, wiedergekehrt ist?

Unabhängig von der Verbreitung von Transgender in Unternehmen ist es natürlich wichtig, eine solche Fachtagung aus Mitteln der Steuerzahler finanziert, abzuhalten: Für den Fall, dass eines Tages ein Transgender in einem Unternehmen auftaucht und der dortige Manager auf der Fachtagung war, weiß er doch, was er zu tun hat

– oder auch nicht.

Die neue Brüderlichkeit: Volle Rente bei halber Arbeit – halbe Rente bei voller Arbeit

Wir haben in der Vergangenheit schon darüber berichtet, wie die von Steuerzahlern finanzierten politischen Vereine der Parteien, die sich ganz unverfroren Stiftung nennen, das Geld der Steuerzahler, das ihnen ihre Lobbyisten im Bundestag zuschanzen, missbrauchen, um politische Agitation zu betreiben. Zuweilen wird diese politische Agitation als wissenschaftliche Arbeit ausgegeben und in einer weiteren Form des Etikettenschwindels als Expertise bezeichnet, ein Begriff, der genutzt wird, um vorzuspiegeln, dass das, was man gerade veröffentlicht, wissenschaftlich fundiert sei, auf einer entsprechenden Expertise basiert.

Eine angebliche Expertise im Autfrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung, die den Titel trägt: “Soziale Sicherung unter dem Brennglas: Altersarmut und Alterssicherung bei Beschäftigten im deutschen Sozialsektor“, ist es dann auch, die unsere Aufmerksamkeit erregt hat. Die vermeintliche Expertise wurde von Florian Blank und Susanne Eva Schultz erstellt, die wiederum bei der Hans-Böckler-Stiftung am dortigen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut angestellt sind, also beim Deutschen Gewerkschaftsbund.

SED logoDie eine-Hand-wäscht-die-andere-Konstellation gestaltet sich also wie folgt: Der Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung nimmt Geld, das ihm aus Mittel der Steuerzahler von seinen politischen Lobbyisten im Bundestag zugeschanzt wurde, um die befreundete Stiftung, die unter dem Namen von Hans-Böckler Steuergelder verbraucht und das dortige Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut damit zu beauftragen, eine später als Expertise zu verkaufende Legitimationsarbeit zu verfassen, die sich einsetzen lässt, um politisches Kapital sowohl für die Gewerkschaft als auch für die SPD daraus zu schlagen.

Und wir werfen der EU-Kommission vor, dass sie aus Steuermitteln ihre eigenen Claqueure finanziert. Offensichtlich ist das Indoktrinations-Modell der EU-Kommission, mit dem versucht wird, über vermeintliche wissenschaftliche Expertisen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung zu nehmen, eine Kopie eines bewährten Korruptionsprogramms deutscher politischer Vereine.

Was kommt wohl dabei heraus, wenn der SPD-Verein den DGB-Verein damit beauftragt, etwas zu Altersarmut zu schreiben?

Fangen wir einmal vorne in der Kurzfassung an:

junk_science“Zentrales Ergebnis ist, dass für Beschäftigte im Sozialsektor der Aufbau einer eigenständigen Alterssicherung zwar grundsätzlich möglich ist (bei erheblichen Differenzen zwischen den hier betrachteten Berufsgruppen). Voraussetzungen dafür sind aber eine Bezahlung nach Tarif, dass es sich um Vollzeitbeschäftigung handelt und ein langer Verbleib im Beruf gelingt. Alle drei Aspekte sind aber problematisch angesichts einer abnehmenden Tarifbindung im Sozialsektor und eines Bedeutungsverlusts der „Leitwährung“ TVöD, einem hohen – teils zunehmenden – Anteil an Teilzeitbeschäftigung und belastenden Arbeitsbedingungen. Zusammengenommen zeigt sich, dass für viele Beschäftigte dieser Sektor mit Blick auf die Alterssicherung keine guten Aussichten bietet. Von dieser Situation sind vor allem Frauen betroffen, die im Sozialsektor die Mehrheit der Beschäftigten stellen (5).

Wer hätte es nicht vorher gewusst, dass die vermeintliche Expertise, die zum Zeitpunkt einer Regierungsbeteiligung der SPD vom SPD-Verein beim DGB-Verein in Auftrag gegeben wird, zu dem Ergebnis kommt, dass die Gesetzliche Rentenversicherung es grundsätzlich erlaubt, eine Rente anzusparen, aber nur, wenn etwas getan wird, um den Gewerkschaften mehr Einfluss auf Tarifabschlüsse und Lohnfestsetzungen in nicht trafigebundenen Betrieben zu geben?

Wer hätte es nicht vorher gewusst, dass mit der Weitergabe von Steuergeldern durch den SPD-Verein an den DGB-Verein ein Lamento finanziert wird, das die Interessen von Frauen verfolgt?

Und wer würde daran zweifeln, dass die als Expertise bezeichnete Junk Science mit weitreichenden Forderungen nach sozialer Gleichheit und nach Beseitigung einer leistungsabhängigen Rentenzahlung schließt?

“Rentenpolitische Maßnahmen, die getroffen werden sollen, sind u.a.: “Die Stärkung von Elementen des sozialen Ausgleichs in der Rentenversicherung, angefangen bei einer höheren rentenrechtlichen Bewertung von Zeiten ohne Erwerbseinkommen bis hin zu einer Aufwertung von Zeiten mit niedrigen Einkommen (39).”

Warum auch nicht? Warum soll jemand, der 15 Stunden oder 20 Stunden arbeitet und entsprechend weniger Rentenansprüche anspart als jemand der für denselben Studenlohn 37,5 oder 40 Stunden arbeitet, nicht die gleiche Rente erhalten? Stellt es nicht eine eindeutige Benachteiligung von Teilzeitarbeitenden dar, dass sie weniger verdienen als Vollzeitarbeitende und entsprechend weniger Rentenansprüche erwerben können? Und da die meisten Teilzeitarbeitenden weiblich sind, ist das geringere Entgelt für geringere Arbeit eine Benachteiligung!

Eigentlich müsste man schon an dieser Stelle die Legitimationsforschung, die uns abermals, händeringend nach einer Steigerung von Junk Science suchen lässt, in den Mülleimer werfen. Aber, immerhin wurden für diesen Junk Steuergelder verprasst, was uns die Pflicht auferlegt, die knapp 40 Seiten dieser angeblichen Expertisen noch etwas genauer anzuschauen.

Was machen Blank und Schulz da eigentlich?

Zunächst suchen Sie verzweifelt nach einer Möglichkeit, Altersarmut zu finden und scheitern, denn auch die Autoren, die schon vollmundig den Begriff der Altersarmut im Mund führen, wissen derzeit nur von einem Risiko zu schreiben oder eine entsprechende Gefahr zu beschwören. Weder das Risiko noch die Gefahr haben sich bislang materialisiert. Das bedeutet, man muss Altersarmut als Puppe in die ideologische Geisterbahn stellen und hoffen, dass man einige biedere Gemüter damit erschrecken kann.

FES_WISO_Soziale SicherungGinge es den Autoren im Übrigen tatsächlich darum, die Frage zu untersuchen, wie jemand auf Basis seines Entgelts und seiner Rentenbeiträge, die ihm einbehalten werden, im Alter gestellt ist, sie hätten die miserable Rentabilität der gesetzlichen Rentenversicherung thematisiert und sich gefragt, ob man nicht besser fahren würde, wenn man die Rentenversicherungsbeiträge in das Kopfkissen stopfen würde anstatt sie dem Staat anzuvertrauen, wohlwissend, dass aus der Rentenkasse jede nur erdenkliche Form des Wahlgeschenks finanziert wird.

Aber darum geht es den Autoren nicht.

Blank und Schulz wollen, vermutlich ihrem Auftrag entsprechend, vielmehr für ihre Klientel ein Wahlgeschenk aus der Rentenkasse anregen und legitimieren.

Aus dem Kapitel über die Gesetzliche Rentenversicherung ist genau ein Punkt relevant, der sich auf die Berechnung der Rentenhöhe bezieht, genauer, auf die Bestimmung von Entgeltpunkten: Zum 1. Juli 2014 erhält einen Entgeltpunkt, wer ein Jahresentgelt von 34.999 Euro brutto, also 2.916,58 Euro brutto monatlich verdient hat. Ein Entgeltpunkt entspricht wiederum 28,61 Euro. Wer demnach 2.916,58 Euro pro Monat verdient hat und davon 545,40 Euro monatlich in die gesetzliche Rentenversicherung bezahlt hat, kann, wenn er 45 Jahre berufstätig war, damit rechnen, eine monatliche Rente von 1.287,45 Euro ohne Berücksichtigung von Inflation und Gehaltssteigerungen zu erhalten. Zum Vergleich: würde derselbe Beitragszahler 545 Euro auf 45 Jahre zu einem Zinssatz von 2% anlegen, er hätte am Ende 1.328,63 Euro.

Die Tatsache, dass ein Entgeltpunkt ein monatliches Gehalt von 2.915,58 Euro notwendig macht, wird von Blank und Schulz in einer Art wildem ideologischen Rundumschlags zur Armutsgrenze oder, wie sie es nennen, zur Grenze benannt, bei deren Unterschreitung eine “eigenständige Alterssicherung grundsätzlich” nicht mehr möglich ist.

Im nächsten Schritt untersuchen Blank und Schulz Berufe des Sozialwesens, solche, die sie für den Kern des deutschen Sozialwesens halten und denen sie eine “hohe gesellschaftliche Bedeutung”, auf Grundlage welcher Kriterien auch immer, zuschreiben. Dabei handelt es sich um “Erzieher_innen …, Altenpfleger_innen …, Krankenpfleger_innen …” und “Ärzt_innen”. Warum Lehrer, Kindergärtner, medizinisch-technische Assistenten, Sanitäter, Physiotherapeuten und all die anderen Berufe des Sozialwesens, die sich u.a. in der Liste der anerkannten Ausbildungsberufe beim BIBB finden, nicht berücksichtigt wurden, nur die Autoren wissen die Antwort, d.h. nur sie können sagen, warum es sich bei Sanitätern und medizinisch-technischen Assistenten nach ihrer Meinung um randständige Berufe und nicht wie sie sagen, um Kernberufe des Sozialwesens handelt.

EntgeltpunkteDie Analyse des Verdienst von Erziehern, Altenpflegern, Krankenpflegern und Ärzten durch die Autoren zeigt, dass die ersten beiden Gruppen Gefahr laufen, unter dem Jahresverdienst zu bleiben, das für einen Entgeltpunkt notwendig ist, während Ärzte und Kankenpfleger darüber liegen. Eine Situation, die sich für Teilzeitkräfte noch verschärft, die – weil sie nur Teilzeit arbeiten, auch kein volles Monatsgehalt verdienen.

Damit ist der Boden bereitet für die Forderungen, die oben zitiert wurden und die darauf hinauslaufen, Personen in weiblich dominierten Pflegeberufen die halbtags oder noch weniger arbeiten, einen Ausgleich auf ihre Rentenansprüche zu geben, sagen wir generell für weibliche Erzieher und unabhängig vom Einkommen einen Entgeltpunkt.

Um diese Forderung richtig würdigen zu können, muss man noch einmal die Problemskizze Revue passieren lassen, die Blank und Schulz in ihrem Beitrag zur Junk Science vornehmen:

Demnach liegt das Problem darin, dass die Rentenbezüge anhand des Idealmodells einer dauerhaften Vollzeittätigkeit berechnet werden, d.h. dass im Rentengesetz gesetzt wird, dass wer länger und mehr arbeitet auch mehr Rente erhält als derjenige, der weniger und kürzer arbeitet. Um diese Ungerechtigkeit, die vor allem Frauen trifft, wie die Autoren nicht müde werden, zu betonen, zu beheben, soll nun denen, die im Vergleich zu den länger und dauerhaft Arbeitenden als benachteiligt konstruiert werden, weil sie weniger und kürzer arbeiten, ein Rentenausgleich gewährt werden.

Dass es sich dabei um Personen handelt, die in der Mehrzahl durch die Anrechnung von Erziehungszeiten sowieso schon anderen vorgezogen werden und von Arbeitnehmern alimentiert werden, deren Jahresentgelt deutlich unter dem Jahresdurchschnittsentgelt, das einem Entgeltpunkt entspricht, liegt, das scheint Blank und Schulz entweder nicht bewusst oder vollkommen egal zu sein.

Überhaupt ist es erstaunlich, welcher moralische Niedergang in den Teilen der politischen Linken zu finden ist, die sich auf das Erbe der Arbeiterbewegung beruft. Man kann nicht anders als Forschung, die betrieben wird, um Halbtagskräften einen Rentenvorteil auf Kosten anderer Beitragszahler zu verschaffen, als moralisch verkommen zu bezeichnen. Dass SPD-Vereine sie finanzieren und Gerwerkschafts-Vereine sie ausführen, ist nur noch das, was man im Englischen als icing on the cake bezeichnet.

Zum Vergleich ein paar Daten von der gewerkschaftseigenen Seite Lohnspiegel.de:

“Das Bruttomonatseinkommen von Berufskraftfahrer[…]n beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 40-Stunden-Woche durchschnittlich rund 2.100 Euro. Die Hälfte der Berufskraftfahrer[…]n verdient weniger als 2.030 Euro.”

Ein Berufskraftfahrer, der 40 Stunden arbeitet, zahlt 392,70 Euro Rentenbeitrag monatlich und erwirbt jährilch knapp 0,75 Entgeltpunkte, weniger als die Vollzeithausfrau, die sich auf die Betreuung der eigenen Kinder spezialisiert hat und dafür mit einem Entgeltpunkt belohnt wird. Aber: Nicht dem Fernfahrer soll ein Ausgleich in seiner Rente geschaffen werden, damit er vor Altersarmut sicher ist, nein, der Halbtagserzieherin, die “nur” 1.780 Euro brutto verdient, für 20 Stunden Arbeit pro Monat.

Oder wie ist es mit dem Gebäudereiniger, der eine Berufserfahrung von 10 Jahren mitbringt, 40 Wochenstunden arbeitet und nach Angaben des gewerkschaftseigenen Lohnspiegel.de 21.852 Euro brutto im Jahr verdient, ein Verdienst, das ihm 0,62 Entgeltpunkte einbringt?

Nein, auch dem Gebäudereiniger muss nicht geholfen werden, damit er von Altersarmut verschont bleibt, schon weil er mit einer 40-Stunden-Woche gut 492 Euro mehr im Jahr verdient als die Erzieherin mit der 20-Stunden-Woche. Deshalb muss für die Erzieherin die Anerkennung der 20 Stunden, die sie monatlich nicht arbeitet, bei der Rentenberechnung gefordert werden, denn sie ist gegenüber dem Fernfahrer und dem Gebäudereiniger, die monatlich 40 Stunden arbeiten klar im Nachteil – oder?

Wer derzeit noch Gewerkschafts- oder Parteimitglied der SPD ist, der kann dies nur sein, weil er entweder keine Ahnung hat, wen er damit unterstützt oder deshalb, weil er einen finanziellen Vorteil von seiner Mitgliedschaft hat.

Man kann angesichts von Junk Forschung wie derjenigen von Blank und Schulz, deren Ergebnisse sich SPD- wie DGB-Verein zu eigen gemacht haben, mit Fug und Recht feststellen, dass Arbeiter und abhängig Beschäftigte, die in einem Beruf tätig sind, in dem man sich noch die Hände schmutzig machen kann, mit Sicherheit nicht von Gewerkschaften oder Sozialdemokraten vertreten werden.

Die sind nämlich damit beschäftigt, teilzeitbeschäftigten Frauen die Beiträge zuzuteilen, die vollzeitbeschäftigte Fernfahrer und Gebäudereiniger in die Rentenkasse einzahlen.

Unstatistik der Woche

Es gibt nicht viele Sozialwissenschaftler, die versuchen, sich mit Argumenten gegen die Flut an Unsinn zu stemmen, die täglich die Deiche der Vernunft in deutschen Medien überspült.

Entsprechend muss man sie pflegen, hüten und weiterempfehlen, die wenigen, die es gibt.

Wir wollen heute unseren Lesern die Seite “Unstatistik des Monats“, die am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung gehostet wird, empfehlen.

Warum dick nicht doof machtVerantwortlich für die Seite zeichnen Prof. Dr. Thomas K. Bauer, Prof. Dr. Gerd Gigerenzer und Prof. Dr. Walter Krämer und somit gleich drei Sozialwissenschaftler, die ihre Aufgabe nicht mehr darin sehen, sich im Elfenbeinturm zu verschanzen und bestenfalls vom obersten Fenster zu Claqueuren zu sprechen, sondern darin, Aufklärungsarbeit zu leisten, Informationen bereitzustellen und ihr Wissen zum Nutzen der Allgemeinheit zur Anwendung zu bringen.

Und so haben es sich die drei Professoren zur Aufgabe gemacht, jeden Monat eine besonders unsinnige Statistik, die durch die unkritische Presse gegangen ist, in ihrer Peinlichkeit zu entlarven.

Die aktuelle Unstatistik, die sich die drei Professoren vorgenommen haben, ist die Armutsstatistik, mit der die Sozialindustrie Kasse zu machen versucht, denn nichts macht sich so bezahlt, wie der Ruf nach noch mehr Sozialarbeitern, die den angeblich Armen unter die Arme greifen.

Wir haben über das Schindluder, das Verbände wie der Paritätische Wohlfahrtsverband mit der Erfindung relativer Armut treiben, in einer Reihe von Beiträgen berichtet. Deshalb freut es uns, dass wir nunmehr auf Vertreter der institutionalisierten Wissenschaft verweisen können, die es uns gleich tun, und zwar so:

“Man sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass relative Armutsquoten nur ein (schlechtes) Maß für die Einkommensungleichheit darstellen und mit Armut im herkömmlichen Sinne nichts zu tun haben. Wenn der Präsident des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sagt: „Nie war die Armut in Deutschland so hoch“, ist man versucht, ihm zuzurufen: „Beamen Sie sich mal zurück in das Jahr 1948! Da ging es allen gleichermaßen dreckig, aber nach Ihrer Definition war so gut wie niemand arm.“

Den Rest des Beitrags gibt es hier zu lesen, und natürlich all die anderen Unstatistiken.

Die Faulheit ist mit den Linken: Noam Chomsky zu Linken in der Wissenschaft

ScienceFiles-Aphorismen

Wir sind wieder über ein Juwel der Sozialforschung gestolpert, einen Text, den Noam Chomsky im Jahre 1971 in der Australian Left Review veröffentlicht hat, einen Text, in dem er der organisierten akademischen Linken in einer Weise die Leviten liest, die man zum einen von Chomsky als Linkem nicht in der Weise erwartet hätte, die zum anderen auch heute noch eine Gültigkeit hat, die die Konstanz menschlicher Trägheit und linker Faulheit belegt.

Man muss vorausschicken, dass Chomsky ein ernsthafter Linker, aber in erster Linie doch Wissenschaftler ist, der nach Fakten und Argumenten sucht, um zu überzeugen, mit seinen Argumenten zu überzeugen. Darin unterscheidet er sich grundlegend von all den eingebildeten akademischen Linken seiner Zeit und heute, die sich im Vollbesitz von Wahrheit wähnen und entsprechend nicht als Wissenschaftler unterwegs sind, sondern als Volkserzieher und Heilsverkünder. Dass Sie das sind, liegt an ihrer Faulheit, so schreibt Chomsky und nicht nur daran:

“George Orwell once described political thought, especially on the left, as a kind of masturbation fantasy to which the world of fact hardly matters. Unfortunately, there is a good deal of truth to that characterization”.

Diesen zentrale Passage kann man am besten wie folgt übersetzen:

“George Orwell hat einmal bemerkt, dass politisches Denken, vor allem auf Seiten der Linken, eine Art Selbstbefriedigungsphantasie ist, für die die Welt der Fakten kaum Bedeutung hat. Leider ist diese Charakterisierung in weiten Teilen zutreffend.”

Wie gesagt, Chomsky ist vor allem Wissenschaftler. Er begründet seine Aussagen: Seine Meinung, nach der viele Linke eine Form der verbalen Selbstbefriedigung betreiben, damit, dass sie zu faul sind, ernsthafte, gewissenhafte und vor allem: mühsame Arbeit zu leisten und sich der wissenschaftlichen Methoden zu bedienen. Linke wählen lieber den einfachen Weg und verkünden von ihrer akademischen Position aus, nicht nur verkünden sie, nein, sie erwarten auch, dass ihnen gefolgt und geglaubt wird.

Und Chomsky fährt fort:

Chomsky“Particularly in the social and behavioural sciences, where theoretical content is virtually non-existent and intellectual substance is slight, the pretence of professional expertise is very often used as a defence against quite legitimate criticism and analysis. Here I think can be found one source of the abuse of academic freedom; namely, the restricting of those who try to develop objective academic scholarship that will challenge the prevailing framework of thinking …”

Und in deutscher Übersetzung:

“Vor allem in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften, in denen theoretischer Gehalt nahezu nicht-existent ist und in denen die intellektuelle Substanz dünn ist, wird vorgegaukelte professionelle Expertise oftmals als Verteidigung gegen legitime Kritik und Analysen genutzt. Es ist hier, wie ich glaube, dass eine Quelle des Missbrauchs von wissenschaftlicher Freiheit gefunden werden kann, darin nämlich, dass diejenigen, die versuchen, objektive wissenschaftliche Forschung zu betreiben, die die vorherrschende Denkweisen herausfordern würde, behindert werden…”

Das hat Chomsky im Jahre 1971 geschrieben.

Im Jahre 2015, 44 Jahre später, ist die Situation nicht anders.

In den Sozialwissenschaften blüht die Disziplin der wie-es-mir-vorkommt-Forschung, Forschung, die keinerlei theoretische Fundierung hat und keinerlei wissenschaftlichen Erkenntniswert produziert. Die Verkünder von Heilsbotschaften treten sich an manchen Fakultäten gegenseitig auf die Füße in ihrem Bemühen, der Welt das Heil von Diversität, sozialer Gleichheit im Sozialismus, sexueller Befreiung im Kindergarten zu bringen oder zur Entarmung der Armen aufzurufen.

Wieder sind es vor allem linke Wissenschaftler, die sich der Mühe, ihre angeblichen Forschungsergebnisse zu begründen und zu belegen, nicht unterziehen, die lieber vollmundig verkünden als mühsam Daten zu erheben und Behauptungen zu belegen. Wieder sind es Ideologen, die nicht bereit sind, ihre Ideologie hinter ernsthafte wissenschaftliche Arbeit zu stellen und sich der Mühe z.B. des logischen Argumentierens zu unterziehen.

preacherDer einzige Unterschied, den es zwischen 2015 und 1971 gibt, besteht darin, dass die Mode eine andere ist. Nicht mehr der Kampf gegen den Krieg in Vietnam oder das Establishment ist Gegenstand der linken Wissenschaftler. Sie richten ihre Bemühungen vielmehr darauf, Teil des Establishments zu werden, vor allem dadurch, dass sie politische Legitimationsforschung betreiben: Sie belegen Gender Gaps wo es keine gibt, bauen an Gender-Netzwerken, um Seilschaften in Positionen zu bringen, agitieren gegen die angebliche Benachteiligung von Frauen, die sie behaupten, aber nicht belegen, oder sie Schimpfen auf den Kapitalismus, der ihre professorale Position mit einem üppigen W3-Gehalt ausgestattet hat, kämpfen für die Gleichheit aller außer ihnen und sehen sich als Wegbereiter einer besonders guten Gesellschaft, die sie als geistige Avantgarde nicht nur finanziell vorauseilen sieht.

Was Chomsky sagt, scheint auch heute noch zu stimmen: Viele linke Wissenschaftler sind in erster Linie faul und in zweiter Linie verbale Selbstbefriediger, die die Verkündung ihrer Heilsbotschaft der konkreten Analyse und Begründung, dem wissenschaftlichen Arbeiten vorziehen. Dass sie dies von Universitäten aus tun, liegt zum einen daran, dass man an Universitäten gut für Geschwätz bezahlt wird, daran, dass man bislang nicht zur Rechenschaft gezogen wurde und daran, dass der Weg auf die Kanzel in einer Kirche unter Linken nicht populär und zudem mühsam ist (oder war?).

Chomsky, Noam (1971). In Defence of the Student Movement. Australian Left Review 1(33): 2-11

Das Versagersyndrom: Studie über Linksextremismus

Vor einiger Zeit haben wir über die moralische Panik berichtet, die immer dann inszeniert wird, wenn es darum geht, Rechtsextremismus aufzubauen und in seiner Gefährlichkeit zu beschreiben. Fast unbemerkt vegetiert neben dem Rechtsextremismus der Linksextremismus, dessen Vertreter, wie man auf Basis der Daten z.B. des Verfassungsschutzberichts 2013 zeigen kann, um das rund 1,5fache produktiver sind als Rechtsextremisten, wenn es um das Begehen von Straftaten geht.

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Nun findet sich heute in einer Reihe von Zeitungen, darunter die WELT, ein Beitrag über eine Untersuchung zum Linksextremismus, die Wissenschaftler von der Freien Universität Berlin durchgeführt haben und die sie demnächst als Buch veröffentlichen wollen (siehe unten).

Wir wollen der entsprechenden Berichterstattung nichts hinzufügen, sondern die Ergebnisse aus politikwissenschaftlicher Perspektive beleuchten, und zwar vor dem Syndrom der autoritären Persönlichkeit, das Adorno et al. für Rechte beschrieben haben und das Milton Rokeach in einem weithin vergessenen Ansatz auf die Linke übertragen hat. In seinem Buch “The Open and the Closed Mind” entwickelt Rokeach das Konzept des Dogmatismus:

AntifaDogmatismus beschreibt im Anschluss an die von Adorno und seinen Mitarbeitern benutzte F-Skala eine autoritäre Einstellung, die sich durch “closed mindedness” (Borniertheit) auszeichnet. Closed mindedness wiederum basiert auf einer breiten Basis von Unkenntnis und darauf, dass die entsprechenden closed minds nicht einmal im Traum darauf kämen, an einer ihrer schlecht bis gar nicht fundierten, von anderen übernommenen und rein affektiv getragenen Positionen zu zweifeln.

Markenzeichen von Personen mit einem solchen geschlossenen Überzeugungssystem, ist es nicht nur, dass sie Fakten nicht mehr zur Kenntnis nehmen können (oder nie konnten) und entsprechend versuchen, ihre Phantasien der Realität überzustülpen, ihr Markenzeichen ist zudem, dass sie so sehr an die Wahrheit ihrer eigenen Überzeugung glauben, dass sie nicht nur sprichwörtlich über Leichen gehen, um ihre eigene Überzeugung durchzusetzen. Entsprechend kann man vorhersagen, dass die so bezeichneten Personen auf einer IQ-Skala bestenfalls mittelmäßige Werte erreichen, denn sie sind auf das Nachbrabbeln ihrer angeblichen Wahrheit angewiesen und entsprechend nicht lernfähig oder -willig, denn Lernen setzt die Bereitschaft voraus, seine eigene Überzeugung in Frage zu stellen.

Somit hat man ein Syndrom, das mit Dummheit einhergeht, nicht falsifizierbar ist und deshalb den Dogmatiker auszeichnet, den Rokeach für den größten Feind der Freiheit gehalten hat.

Und jenen Dogmatiker in seiner linken Variante scheinen die Berliner Forscher in ihrer Befragung gefunden zu haben: 14% ihrer Befragten zeigen linksextremistische Einstellungen, wie sie schreiben. Aber das ist nur die Spitze vom Eisberg, denn eine Reihe von Ergebnissen (die in der Berichterstattung der Zeitungen zu kurz kommen), von denen die Forscher berichten, haben uns zu denken gegeben.

Bei diesen Ergebnissen handelt es sich nicht so sehr um die Feindschaft gegenüber dem Kapitalismus. Den Kapitalismus zu befeinden, dessen wirtschaftlicher Erfolg den Linksextremismus erst möglich macht, ist derzeit “In” und somit nichts, was man besonders gewichten müsste. Es ist fast schon Mainstream gegen den Kapitalismus zu sein, vor allem unter denen, die nicht einmal die Spur einer Vorstellung davon haben, was Kapitalismus eigentlich ist.

Nein, was uns erschreckt hat, ist folgendes:

Für viele Deutsche wieder erstrebenswert: Soziale Kontakte pflegen in der Wartschlange.

Für viele Deutsche wieder erstrebenswert: Soziale Kontakte pflegen in der Wartschlange.

“Knapp 60 Prozent der Ostdeutschen und 37 Prozent der Westdeutschen hielten den Sozialismus/Kommunismus für eine gute Idee, die bisher nur schlecht ausgeführt worden sei, und 42 Prozent gaben an, dass für sie soziale Gleichheit aller Menschen wichtiger sei als die Freiheit des Einzelnen.”

Haben die Ostdeutschen die bananenlose Zeit des SED-Regimes schon vergessen? Die Zeit der Mangelverwaltung durch Fünf- oder Siebenjahrespläne, die zum Ergebnis hatten, dass in einem Jahr die Schrauben gefehlt haben und im nächsten die Mütter dazu? Aber das fällt vermutlich unter die schlechte Ausführung, was die Frage aufwirft, wie viele Experimente die jeweiligen Befürworter noch benötigen, um einzusehen, dass Sozialismus (oder Kommunismus) ein Land schneller zu Grunde richtet, als man schauen kann. Wir erleben es derzeit in Venezuela, einem Land, reich an Bodenschätzen, in dem die Bevölkerug vor den leeren Regalen in den Supermärkten Schlange steht.

Erschreckend ist auch der Verzicht auf Freiheit zu Gunsten sozialer Gleichheit. Wer dermaßen tief gesunken ist, dass ihm die von Dritten angeblich hergestellte soziale Gleichheit wichtiger und wertvoller ist als seine eigene Freiheit, die ihn in die Lage versetzt, etwas aus eigener Kraft zu erreichen, der kann keinerlei Selbstwert von sich haben, keinerlei Selbstwirksamkeit erfahren haben und muss vor allem der Ansicht sein, dass er durch soziale Gleichheit gewinnen kann, eine Ansicht, die man nur haben kann, wenn man sich für einen Versager hält bzw. das Nutznießen der produktiven Tätigkeit vorzieht.

Was hier beschrieben ist, ist somit ein Versager-Syndrom, das Linke offensichtlich auszuzeichnen scheint und das perfekt mit dem Hass auf Kapitalismus einhergeht, gilt im Kapitalismus doch, dass die Leistung die Auszahlung bestimmt, d.h.: wer mehr leistet, hat auch mehr. Nur wer denkt, er könne nichts leisten oder durch eigene Leistung keine nennenswerte Auszahlung erreichen, kann Kapitalismus ablehnen und Sozialismus wünschen.

Und nur wer dieses Versagersyndrom in ein Überzeugungssystem gepackt hat, das ihn vor der Wahrheit der eigenen Unfähigkeit und Inkompetenz schützt, kann auftreten, wie dies Linksextremisten so gerne tun: In der vollen Überzeugung nicht nur im Besitz der vollen Wahrheit zu sein, sondern auch berechtigt zu sein, zur Durchsetzung dieser Überzeugung Gewalt anzuwenden: 14% der Linksextremen befürworten Gewalt und qualifizieren sich damit als Erben Lenins oder Stalins, als Erben von Mao und all derer, die für die Durchsetzung der eigenen Überzeugung Millionen Menschenleben geopfert haben.

Masskillings communismAber sicher haben Lenin, Stalin, Mao, Ulbricht und all die anderen, die Gesellschaften zu Grunde gerichtet haben, den Sozialismus oder den Kommunismus nur falsch angewendet, wie 60% der befragten Ostdeustchen denken, was voraussetzt, dass sie wissen, wie man Sozialismus oder Kommunismus richtig anwendet, in einer Weise anwendet, in der Sozialismus und Kommunismus bislang noch nie angewendet wurde. Umso erstaunlicher, dass alles, was den neuen Sozialisten und neuen Kommunisten heutzutage einfällt, der selbe alte Hass auf die bürgerliche Gesellschaft ist und der selbe alte Neid auf diejenigen, die erfolgreich sind, nicht zu vergessen, die selben alten Rezepte der Verstaatlichung von Leistungen und der damit einhergehenden Zerstörung der Motivation von Menschen, etwas zu leisten.

Das kann auch nicht anders sein, denn Sozialismus oder Kommunismus basiert auf einem Menschenbild, das eingebildet und in der Realität nicht auffindbar ist. Dieses Bild sieht Menschen als Zombies, die nur wollen, was ihnen ihr sozialistischer Staat zuweist, die nur tun, was ihnen ihr sozialistischer Staat zu tun aufgibt. Weil Menschen so nicht sind, weil Menschen danach streben, etwas zu leisten, danach streben, sich von anderen zu differenzieren, deshalb ist Sozialismus ein Projekt von Versagern, das regelmäßig zum Scheitern verurteilt ist, denn was Sozialismus zu bieten hat, ist vielen schlicht zu wenig.

Schroeder, Klaus & Deutz.Schroeder, Monika (2015). Gegen Staat und Kapital – dür die Revolution. Linksextremismus in Deutschland – eine empirische Studie. Frankfurt a.M.: Peter Lang.

Rokeach, Milton (1980). The Open and Closed Mind: Investigations Into the Nature of Belief Systems and Personality Systems. New York: Basic Books.

Politikjournalisten: Vor allem links

Wer sind eigentlich die Journalisten, die im Politikteil von Zeitungen oder in den Redaktionen von Fernsehen und Hörfunk durch das Material gehen, das dpa liefert und die die Agenda darüber, was in Deutschland über Politik berichtet wird und vor allem, was nicht berichtet wird, bestimmen?

Angesichts der Kritik an der Berichterstattung deutscher Medien, wie sie nicht zuletzt im Begriff der Lügenpresse ihren Niederschlag gefunden hat, ist die Frage, wer steht eigentlich hinter den politischen Nachrichten, die deutschen Medienrezipienten zugemutet werden, eine so wichtige Frage, dass man sich fragt, warum sie nicht ständig gestellt wird.

Die Antwort auf diese Frage ist auch aus anderen Gründen wichtig.

HradilEin Blick in Stefan Hradils Lehrbuch über soziale Ungleichheit zeigt warum, beschreibt Hradil soziale Ungleichheit doch anhand nicht nur der Merkmale von Einkommen und Geschlecht, den beiden einzigen, die Sozialwissenschaftler heute noch zu kennen scheinen, sondern anhand von Kriterien wie: Bildung, Macht, Prestige, Arbeitsbedingungen, Wohnbedingungen, Zugehörigkeit zu Randgruppen usw.

Macht ist dabei ein besonders interessantes Konzept, schon weil es aus der öffentlichen Diskussion weitgehend verschwunden ist. Niemand fragt sich z.B. welche gesellschaftlichen Gruppen die Macht im Bundestag innehaben, die Macht, anderen Gruppen ihre Gesetzgebungsvorlieben aufzuzwingen. Dasselbe gilt für Journalisten: Kaum jemand fragt sich, welche gesellschaftlichen Gruppen die Macht haben, anderen Gruppen ihre Nachrichtenvorlieben und Interpretationsvorlieben aufzuzwingen.

Insofern ist es erfreulich, dass der Deutsche Fachjournalisten Verband im Jahre 2009 eine Befragung in Auftrag gegeben hat, deren Ergebnisse im Mai 2010 veröffentlicht wurden (Lünenborg & Berghofer, 2010). Die Ergebnisse sind also noch nicht so alt, dass man sie als veraltet ansehen muss, schon weil das deutsche Arbeitsrecht dafür sorgt, dass Journalisten, die sich in eine feste Anstellung gerettet haben, in dieser festen Anstellung auch verbleiben, bis sie von selbst gehen.

Folglich kann man die Ergebnisse, die Magreth Lünenborg und Simon Berghofer für den Deutschen FachjournalistenVerband gesammelt haben, als im Wesentlichen auch heute noch gültig ansehen.

Die beiden Forscher haben eine schriftliche Form der Befragung gewählt und 5.417 Politikjournalisten um Teilnahme an ihrer Befragung gebeten. Das erste, was man über Politikjournalisten lernen kann, ist, dass sie gerne die Informationen von anderen gebrauchen, aber nicht gerne Informationen von sich zur Verfügung stellen. Ganze 916 Politikjournalisten haben an der Befragung teilgenommen, was 17,3% der Angeschriebenen entspricht. Das ist eine Rücklaufquote die viele schriftliche Befragungen regelmäßig “nur” erreichen, was schon mehrfach zu der Frage geführt hat, ob schriftliche Befragungen (per eMail oder Post) überhaupt sinnvoll sind. Aber so lange der Papst der schriftlichen Befragung Don Dillman mit immer neuen Ideen kommt, wie man die Rücklaufquote erhöhen kann, garantiert über 80%, ist die postalische oder schriftliche Befragung nicht tot zu bekommen.

An der Freien Universität in Berlin, wo Lünenborg und Berghofer die Befragung durchgeführt haben, scheinen die Ideen von Dillman noch nicht angekommen zu sein, folglich ist es bei 17,3% Ausschöpfungsquote geblieben, aber, und das ist das Gute, mit 916 Antwortern lässt sich schon einiges an Information über diejenigen gewinnen, die in Deutschland über politische Ereignisse z.B. im Inland berichten (auch wenn die 916 Antworter auf 789 schrumpfen, wenn die Gelegenheitsjournalisten ausgeschlossen sind).

74,4% der befragten Politikjournalisten tun dies übrigens, um “Kritik an Missständen zu üben”. 41,5% sind gar sozial engagiert und wollen sich für Benachteiligte in der Bevölkerung einsetzen, was dann wohl diejenigen sind, die die entsprechenden Journalisten auf Grundlage welcher Kriterien auch immer zu Benachteiligten erklärt haben. 40,3% der befragten Politikjournalisten erinnern sich daran, dass da ja noch etwas war, was man als die eigentliche Aufgabe von Journalisten ansehen kann, nämlich: “Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu kontrollieren”.

Holm_Hier ist es an der Zeit, einen Einschub im Hinblick auf ein vollkommen unsinniges Item zu machen. Die befragten Politikjournalisten wurden von den Freien universitären Forscher aus Berlin gebeten, ihre Zustimmung zu vorgegebenen Aussagen zum Ausdruck zu bringen. Ein Item, das drei Stimuli “Politik, Wirtschaft und Gesellschaft” enthält, ist hier natürlich sinnlos, denn man weiß nicht, welchem Stimulus die Befragten zustimmen. Wollen sie nun die Politik, die Wirtschaft, die Politik und die Wirtschaft kontrollieren? Was gesellschaftliche Kontrolle angeht, so ist dies ein Punkt, an dem man sich fragt, ob Lünenborg und Berghofer von allen guten Geistern verlassen sind. Politikjournalisten haben nicht die Gesellschaft zu kontrollieren, sondern Serviceleistungen für die Gesellschaft zu erbringen. Aber scheinbar herrscht hier die Eliteneinbildung vor, man müsse dem deutschen Michel auf die Finger schauen und ihn in Print- oder sonstigen Medien darüber belehren, was gut für ihn ist (und was nicht). Dass dem so ist, zeigt sich am Item “normalen Leuten eine Chance geben, ihre Meinung … zum Ausdruck zu bringen”. Wie nett, dass Journalisten sich herablassen, “normalen Leuten” trotz aller Defizite den Ausdruck ihrer Meinung zu erlauben. Es gibt Prämissen hinter Forschung, bei denen einem die Haare zu Berge stehen und einen das Grauen überfällt  …

Doch weiter im Text.

Der durchschnittliche Politikjournalist verdient 2.900 Euro netto, wobei die Spannweite von mehr als 7.000 Euro netto bis weniger als 1.000 Euro netto reicht. Ob die Qualität des Politikjournalismus auch mit dem Einkommen wächst, wurde leider nicht untersucht.

Deutsche Politikjournalisten sind im Durchschnitt 46 Jahre alt, haben zu zwei Dritteln einen Hochschulabschluss, sind verheiratet oder fest gebunden und haben in der Mehrzahl Kinder. Das ist nicht weiter schlimm, so lange die Politikjournalisten ihre familiären Vorlieben nicht in ihre Berichterstattung z.B. darüber, ob eine Erhöhung des Kindergeldes angebracht wäre oder nicht, einfließen lassen.

Das wollen sie natürlich nicht. Vielmehr will der Politikjournalist von heute “komplexe Sachverhalte erklären und vermitteln“. Wer würde einer solchen Aussagen nicht zustimmen? Schließlich ist damit Prestige verbunden, sagt die Zustimmung doch über den Zustimmer, dass er in der Lage ist, komplexe Sachverhalte zu erfassen, zu verstehen, aufzubereiten und an andere, weniger komplexe Denker weiter zu geben. Man fragt sich hier einmal mehr, was die beiden Frei Universitären eigentlich erforschen wollten und hat massiv den Eindruck, dass sie den befragten Politikjournalisten vor allem Gelegenheit geben wollten, um sich zu produzieren bzw. sich selbst zu feiern.

Was erwartet man von Journalisten? Neutrale Berichterstattung? Genau: 82,7% der Befragten wollen neutral Bericht erstatten und präzise. Was ist noch im Erwartungskanon? Die Realität so abbilden wie sie ist? Haben wir auch im Angebot: 79,3% der Politikjournalisten wollen ihren Rezipienten die Realität so vermitteln wie sie ist bzw. wie sie sich ihnen darstellt.

Nur: Wie stellt sich die Realität dar?

Zuweilen stellt sich die Realität etwas eingefärbt dar, z.B. wenn Journalisten behaupten, dass Frauen bei der Bezahlung gegenüber Männern benachteilgt werden. Wenn man die Realität tatsächlich so abbilden will, wie sie ist, dann kann man den Unsinn vom Gender Pay Gap nicht berichten, denn es gibt kein Gender Pay Gap. Einfärbung erfährt die Realität auch regelmäßig da, wo politische Interessen ins Spiel kommen, wie z.B. beim Konflikt in der Ukraine, wo die Frage, wer die Guten sind und wer die Bösen zu entscheiden ist. Gleiches gilt für Kernkraft, je nach Anfälligkeit für Panik und je nach dem Ausmaß an Kenntnissen in Wahrscheinlichkeitsrechnung stellt sich die Einschätzung von Kernkraft anders dar. Oder wie ist es mit der wertfreien Vermittlung von guten Botschaften wie der, dass in Baden-Württemberg Kinder in allen Schulklassen mit der Erkenntnis beglückt werden sollen, dass Homosexualität ganz normal ist, gerade im Zeitalter von HIV/Aids?

Die Einfärbung der Wahrnehmung und Vermittlung von Realität führt zur Frage der politischen Zuordnung, die Politikjournalisten für sich vornehmen. An der entsprechenden Frage nach der Parteineigung, die im Fragebogen der Freien Berliner verwendet wurde, haben wir ausnahmsweise nichts auszusetzen, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass man bei der Frage: “Welcher Partei neigen Sie zu?”, nicht viel Fehler machen kann.

Und wem neigen Politikjournalisten zu? Welches Parteibuch haben sie oder welches Parteibuch würden sie haben wollen, oder wo erhoffen sie sich eine nachjournalistische Zukunft?

Parteineigung

46,6% der Politikjournalisten, die an der Befragung teilgenommen haben, geben an, einer Partei der Linken nahe zu stehen, 36,1% geben an, keiner Partei geneigt zu sein, 9% zieht es zu CDU/CSU, 7,4% zur FDP und 0,9 zu sonstigen Parteien.

Das ist eine eindeutige Verteilung, die zeigt, dass die deutschen Medien von Personen beherrscht werden, die dem linken politischen Spektrum zuzuordnen sind. Der Sozialdemokratische Pressekonzern Deutschlands, eine deutsche Besonderheit, die eine Partei (Mehrheits-)Anteile an einer Vielzahl von u.a. Zeitungen halten sieht, scheint sich zu bewähren.

Natürlich wirkt sich die Parteineigung nicht auf die Berichterstattung aus, die deutschen Medienkonsumenten täglich zugemutet wird. Die entsprechende Berichterstatung ist ehrlich, ausgewogen, kritisch, engagiert, neutral und präzise, ganz so, wie die befragten Politikjournalisten dies in der Befragung angegeben haben, was ein Problem empirischer Sozialforschung deutlich macht, das eigentlich hinlänglich bekannt ist, nämlich das Problem sozialer Erwünschtheit: Befragte antworten nicht, wie es ist, sondern wie sie denken, dass es sein soll, besonders wenn es sie selbst betrifft – sie lügen, mit anderen Worten.

Lünenborg, Magreth & Berghofer, Simon (2010). Politikjournalistinnen und -journalisten. Aktuelle Befunde zu Merkmalen und Einstellungen vor dem Hintergrund ökonomischer und technologischer Wandlungsprozesse im deutschen Journalismus. Berlin: Freie Universität Berlin, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Arbeitsstelle Journalistik.

Gott ist mit den Anti-Genderisten!

Naja, zumindest der Papst ist mit Ihnen, das jedenfalls berichtet Queer.de, und da alle anderen auffindbaren Quellen auf Queer.de verweisen und unser Anruf im Vatikan mit der Begründung nicht zum Papst durchgestellt wurde, dass er von Deutschen erst einmal genug habe, haben wir uns entschlossen, auch einmal zu glauben. Glauben wir also, was Queer.de da berichtet, schon weil Volker Beck es auch glaubt, und Volker Beck, der sitzt im Bundestag, der muss entsprechend wissen, was er glaubt, und was nicht.

Was also hat der Papst gesagt?

1. Genderismus zerstört die Schöpfung

FranziskusJede Periode habe Menschen wie Herodes, die die Schöpfung zerstören wollen, sagt der Papst. “Denken wir an Nuklearwaffen”, so führt er aus, “an genetische Manipulation oder die Gender-Theorie, die die Schöpfungsordnung nicht anerkennt”.

Dem können wir uns nicht anschließen.

Um einen Atombombe zu bauen, benötigt man Wissen, Kenntnisse und entsprechende handwerkliche Fähigkeiten.

Um Gentechnik umzusetzen, benötigt man Wissen, Kenntnisse und entsprechende handwerkliche Fähigkeiten.

Um Genderist zu sein, benötigt man nichts davon, weder Wissen noch Kenntnisse noch handwerkliche Fähigkeiten.

Zudem kann man begründet argumentieren, dass Nuklearwaffen als Abschreckung nicht nur zur Zeit des kalten Krieges sehr wichtig waren, um Frieden zumindest in manchen Teilen der Erde zu bewahren. Und genetische Manipulationen haben positive Effekte auf die Gesundheit von Menschen und auf die Vermeidung von Erbkrankheiten.

Dagegen sind von Genderismus keine positiven Wirkungen bekannt, wenn man einmal davon absieht, dass er den Genderismus-Gläubigen ein fettes Auskommen verschafft, und es ihnen ermöglicht, sich beim Einstreichen von Steuergeldern auch noch gut zu fühlen. Abgesehen davon zerstört Genderismus die Grundlage von Gesellschaften, sät Misstrauen und macht das, was allein Gesellschaften auf Dauer aufrecht erhält, unmöglich: Kooperation.

2. Genderismus ist eine Diktatur

Der Papst liest offensichtlich ScienceFiles und hat kritisiert, was wir vor einigen Wochen berichtet haben, dass es nämlich nur dann Trinkwasser für Menschen in Benin gibt, wenn sie den Gender-Katechismus richtig aufsagen können. Dass dies nicht nur in Benin, sondern in der gesamten Entwicklungshilfe der Fall ist, hat der Papst ergänzt und gesagt:

“Dasselbe haben die Diktaturen im letzten Jahrhundert gemacht. Sie sind mit ihrer Doktrin gekommen, denkt an die Hitlerjugend. Sie haben das Volk kolonisiert”.

Logik f dummiesWo er Recht hat, hat er Recht. Offensichtlich gehört Franziskus zu den katholischen Geistlichen, die noch der logischen Analyse fähig sind (Bochenski wird es freuen). Und logisch betrachtet ist es egal, ob ich jemandem das Trinkwasser verweigere, weil er sich weigert, _Innen zu schreiben oder die Genderlehre des Westens anzuerkennen oder ob ich ihn ins KZ stecke, weil er sich weigert, “Heil Hitler” zu sagen und die Rassenlehre der Nazis vollkommen daneben findet.

So ist das nun einmal, logisch…

Nun ist die Logik außer Mode gekommen und dem Fremdschämen, der regelmäßigen Empörung, der Verunglimpfung oder schlicht, dem Hass gewichen.

Volker Beck, MdB der Grünen und ihres 1990er Bündnisses hat sich für Empörung entschieden und eine sehr kurze Enzyklika “Mit Brennender Sorge”, wie man sagen könnte, veröffentlicht. Hier Beck im Wortlaut:

Mit_brennender_Sorge_Speyer_JS“Mit Sorge sehe ich Statements aus Rom, die gegen eine angebliche Genderideologie oder die Gleichstellung der Geschlechter wettern.

Der Papst sollte sich genau betrachten, mit wem er sich da gemein macht: “Genderideologie”, “Genderismus” und das Warnen vor einer neuen Weltverschwörung des Gendermainstreaming sind Begriffe aus der ideologischen Giftküche des Rechtspopulismus.
Diskussion und Analyse des sozial konstruierten Gehalt[s] von Geschlechterrollen gar mit dem Nationalsozialismus zu vergleichen, ist gefährlich unangemessen. […]

Vielleicht hat der Papst ja genau geschaut, mit wem er sich auf keinen Fall gemein machen will, z.B. mit Personen, die jede Form von Kritik sofort als Rechtspopulismus werten, weil es der einzige Reflex ist, den sie haben, um mit Kritik umzugehen. Man soll nicht immer die eigene Ahnungslosigkeit anderen unterstellen, auch nicht als besorgter Volker Beck und immer an den Spruch von Gene Roddenberry denken: “There is an intelligent lifeform in front of the screen”.

Dort zumindest ist eine “intelligent lifeform”, und zwar eine, die den formalen Schluss, den Franziskus gezogen hat, vom inhaltlichen Schluss, den Volker Beck in seiner Empörung oder generell nur zu ziehen im Stande ist, unterscheiden kann. Nicht jeder Vergleich mit dem Nationalsozialismus ist falsch. Nein, ob ein Vergleich mit dem Nationalsozialismus richtig ist, das muss man auf Grundlage von Kriterien entscheiden, nicht auf Grundlage von Empörung, Aufgeregtheit oder schlichter Unfähigkeit, formal zu denken.

Anstelle regelmäßig den Entsetzten zu geben, wäre es für die Genderismus-Gläubigen langsam an der Zeit, sich zu überlegen, warum so viele Bürger, Wissenschaftler und warum nun auch der Papst sich dann, wenn sie mit Genderismus konfrontiert sind, an den Nationalsozialismus oder andere Faschismen und Diktaturen erinnert fühlen. Dass ausgerechnet die reflexiven Genderisten, die doch alles zu dekonstruieren bemüht sind, zu keinerlei Form von Selbst-Reflexion fähig sind, ist schon, ja was eigentlich? Selbstredend!

P.S.

Es ist auch nicht für jeden abendfüllend, Geschlecht zu dekonstruieren, sich mit Sexualität zu beschäftigen und nach Gleichstellung zu rufen. Der uralte Hut, nach dem es z.B. Geschlechtsrollen gibt und diese soziale Konsequenzen haben, lockt auch keinen Hund mehr hinterm Ofen vor und dass unterschiedliche Geschlechtsrollen den Ruf nach einer Gleichstellung von Bevölkerungsgruppen nicht rechtfertigen, weiß außer Genderisten zwischenzeitlich auch jeder. Falls es Volker Beck nicht gemerkt hat: die meisten haben die Nase von der Bevormundung durch angeblich Gender-Kompetente gestrichen voll. Kaum noch jemand ist dumm genug, um die von Beck angemahnte Gleichstellung nicht als das zu sehen, was sie ist: Der Versuch, Leistung zu untergraben und Personen in Positionen zu hieven, in die sie, wären Leistung, Kompetenz oder Wissen Kriterien nie gelangt wären.

Die Zeit des ungehemmten Selbstbedienens ist nun einmal vorbei.

P.P.S.

Einige Politikwissenschaftler gehen immer noch davon aus, dass Politiker responsiv sind, d.h. auf das, was sie von Bürger mitbekommen, reagieren. Diese letzten politikwissenschaftlichen Idealisten müssen nun zumindest anerkennen, dass der Papst wesentlich responsiver ist als der durchschnittliche deutsche Politiker.

Auch wenn Genderisten Argumenten nicht zugänglich sind, so sollte ihnen doch zumindest auffallen, dass sie immer einsamer werden, dass sie umgeben sind von vielen, ganz vielen Rechtspopulisten, von allen anderen nämlich.

Warum Schwätzer schwätzen

ScienceFiles-Aphorismen

Stanislav Andreski hat 1974 ein Buch unter dem Titel “Social Science as Socery” veröffentlich.

1977 wurde es in Deutschland unter dem Titel: “Die Hexenmeister der Sozialwissenschaften” veröffentlicht. Obwohl schon 41 Jahre alt, ist das Buch so aktuell wie eh und je.

junk scienceDie Menge der Hexenmeister in den Sozialwissenschaften, die nach dem Einmarsch von Genderisten und Sozialisten in die Sozialwissenschaften um den Meister gekürzt werden kann, denn meisterlich ist nicht einmal mehr das Geschwätz, hinter dem die Unkenntnis verborgen werden soll, hat zugenommen.

Fragen der Sozialwissenschaften sind hinter Fragen der Ideologie zurückgetreten.

Sozialwissenschaftler sind häufig keine Sozialwissenschaftler mehr, sondern verkappte Sozial-Interventionisten, die entweder versuchen, ein Heil, das sie entdeckt zu haben glauben, an die Gemeinde der Gläubigen weiterzugeben oder die versuchen, die letzte Wahrheit, die sich ihnen offenbart hat, an Politiker zu verscherbeln, von denen sie wiederum erwarten, dass sie die Bevölkerung entsprechend dieser letzten Wahrheit erziehen.

Auf der Strecke geblieben sind wissenschaftliche Methoden, die Forschungsergebnisse nachvollziehbar machen, denn nachvollziehbar sollen sie nicht mehr sein. Sie sollen geglaubt werden, und was man glaubt, muss man nicht nachvollziehen.

Auf der Strecke geblieben ist die Suche nach Erkenntnis, denn die Forschung, sofern sie überhaupt noch stattfindet, dient der Bestätigung dessen, was man sowieso schon zu wissen gemeint hat, oder sie dienen schlicht dazu, politische Handlungen zu legitimieren.

GefuehlsjunkAuf der Strecke geblieben ist die wissenschaftiche Lauterkeit, die Wissenschaft ist Magd und Prostituierte des Staates zugleich. Für öffentliche Forschungsgelder forschen Wissenschaftler was ihnen aufgetragen wird. Für öffentliche Finanzierung betrügen Universitäten männliche Bewerber. Und weibliche Bewerber haben keinerlei Probleme damit, sich auf eine Stelle berufen zu lassen, auf die sie nie gelangt wären, wäre es mit rechten Dingen zugegangen.

Anstelle der Abhandlung über den moralischen Verfall, den man vermutlich über psychologische Störungen erklären kann, wollen wir mit Andreski die Frage beantworten, warum die Schwätzer, die sich in die Sozialwissenschaften eingeschlichen haben, munter gegen alle Realität anschwätzen können, warum sie niemand (außer uns) mit Fakten konfrontiert? Kurz: Wir fragen nach den Motiven des Schwätzens und nach den Motiven, Schwätzern zu glauben.

“Herr Andreski, Ihr Einsatz”:

Andreski“Selbst die oberflächlichste Untersuchung menschlicher Glaubensvorstellungen enthüllt, dass der Mensch keine angeborene Neigung hat, nach der Wahrheit zu suchen, dass vielmehr Absurdität und Obskurität für die meisten Menschen eine große Anziehungskraft haben. Wie wir gleich sehen werden, gibt es mehrere Gründe für diese Neigung, der allgemeinste aber ist die Tatsache, dass Klarheit und Logik dem Denken schwere Beschränkungen auferlegen, die verhindern, dass wir uns mit ganzem Herzen unseren Wünschen, Abneigungen und Launen hingeben. Um es in den unexakten, aber suggestiven Freudschen Begriffen auszudrücken: Logik und Klarheit sind die Hüter des Realitätsprinzips, welches den Fluss unserer Ideen hindert, dem Lustprinzip zu folgen, während Letzteres uns auf die Maximierung der geistigen Anstrengungen durch den Glauben führt, dass das, was wir gerne wahrhaben möchten, wahr ist, ungeachtet dessen, ob es tatsächlich der Fall ist” (Andreski, 1977: 95).

Einerseits ist damit erklärt, warum in manchen Bereichen, die sich als Sozialwissenschaften ansehen, z.B. im Feminismus, die Logik abgelehnt wird, andererseits ist damit erklärt, warum Fragen nach Methodologie, Theorie und Erkenntnisinteresse von vielen, denen wir sie gestellt haben, nicht beantwortet werden: Sie haben ihre Laune zur Wissenschaft erhoben und ein Auskommen damit gefunden. Sie haben keine Ahnung, was wir von ihnen wollen, denn von Methodologie, Theorie oder Erkenntnisinteresse haben sie noch nie etwas gehört. Das alles klingt für sie nach kontrolliertem Denken und nach Arbeit und beides ist in ihrem Leben bislang scheinbar noch nicht vorgekommen.

ScienceFiles Aphorismen: Ohne Ungleichheit stirbt die Gesellschaft

Soziale und geschlechtliche Gleichmacherei feiert derzeit einen Hysterie-Hype nach dem nächsten. Gestern war es der paritätische Wohlfahrtsverband, der wieder einmal mit der relativen Armut Schindluder getrieben hat, heute ist einem, der davon vermutlich einen Nutzen nießen kann, aufgefallen, dass es in Deutschland fünf Filme mit männlichen Regisseuren auf einen Film mit einem weiblichen Regisseur gibt, und das ist natürlich eine Benachteiligung, und morgen wird es einem besonders Intelligenten auffallen, dass die eigentlich Armen, die Armen sind, die sich tagein und tagaus mit der Armut anderer beschäftigen, weshalb sie vom Steuerzahler mit einem doppelt so hohen Einkommen für ihr aufopferndes Verhalten belohnt werden müssen.

Trotz aller Widersprüchlichkeit boomt der Markt mit der sozialen Gleichheit, die man als Utopie verkaufen kann, mit der man Neid schüren kann und, nicht zuletzt, an der man hervorragend verdienen kann.

Aber ist Ungleichheit, soziale Ungleichheit nicht der Lebensnerv einer Gesellschaft, nicht das, was eine Gesellschaft überhaupt am Leben erhält – ihre Beseitigung damit das Ende des Sozialen?

Wir fragen Sir Ralf Dahrendorf und erhalten posthum die folgende Antwort:

Pfade aus Utopia“Dies ist der Ort, um noch einmal an Kants kritische Bemerkung zu Rousseau zu erinnern, die Ungleichheit sei zwar die ‘reiche Quelle so vieles Bösen, aber auch alles Guten’. Dass Kinder sich ihrer Eltern schämen, dass Angst und Armut, Leid und Unglück über Menschen kommen und manche andere Folge der Ungleichheit, mag man gewiß beklagen. Dass historische und daher in einem letzten Sinn willkürliche Kräfte unübersteigbare Schranken der Kaste oder des Standes eines Menschen errichten, mag man mit guten Gründen bekämpfen. Dass es aber überhaupt Ungleichheit unter den Menschen gibt, ist, indem es die Geschichtlichkeit von Gesellschaften garantiert, ein Moment der Freiheit. Die völlig egalitäre Gesellschaft ist nicht nur ein unrealistischer, sie ist auch ein schrecklicher Gedanke: denn in Utopia wohnt nicht die Freiheit, der stets unvollkommene Entwurf in das Unbestimmte, sondern die Perfektion entweder des Terrors oder der absoluten Langeweile”. (Dahrendorf, 1986, S.379).

Die Sehnsucht nach der Gesellschaft der Gleichen ist damit nichts anderes als das morbide Schwärmen, das Freud als Todessehnsucht bezeichnet hat.