Die Subprime-Mortgage Krise und die nachfolgende Finanzkrise haben in vielen Industriestaaten die Gewichte zwischen Politik und Ökonomie verschoben; zu Gunsten der Politik. Die deutsche Bundesregierung ist Aktionär bei der Commerzbank (25% + eine Aktie), Eigentümer der HypoReal Estate, hat die Kontroll-Schraube, die schon durch das Basel-II-Abkommen angezogen wurde, um eine weitere Umdrehung gedreht und u.a. durch das Verbot von Leerverkäufen am deutschen Aktienmarkt erhebliche Eingriffe in den (Finanz-)Markt vorgenommen.
Nun sind Regierungen ausgewiesener Maßen nicht unbedingt die erste Adresse, wenn es darum geht, effizient zu wirtschaften. Regierungen sind eher dafür bekannt, Interessengruppen zu bevorzugen und dem von Gordon Tullock als rent seeking beschriebenen hat, Vorschub zu leisten. Rent seeking beschreibt Handlungen, die einen negativen „social impact“ haben, zum Beispiel dadurch, dass sie die Preise für alle erhöhen. Rent seeking so definiert ist z.B. die Europäische Agrarpolitik oder die Subvention alternativer Energieformen. Beides nutzt wenigen, muss aber von vielen bezahlt werden. Obwohl Regierungen also bekanntermaßen ihre Klientel bedienen, ruhen vieler Hoffnungen wenn es darum geht, eine zukünftige Subprime Mortgage Krise zu verhindern, auf Regierungen. Regierungen sollen steuern, kontrollieren und regeln.
Mit Regelungen von Regierungen verbindet sich ein Problem, das Oliver Williamson zur Grundlage genommen hat, um seine Transaktionskostentheorie zu entwickeln. Regelungen sind notwendiger Weise unvollständig, denn niemand, nicht einmal die deutsche Regierung, kann eine Entscheidung unter vollständiger Information treffen. Niemand weiß, welche Effekte in Zukunft von einer Regelung ausgehen, und entsprechend sind Regelungen immer unvollständig und haben die eklige Angewohnheit unbeabsichtigte Folgen zu produzieren. Unbeabsichtigte Folgen führen zu weiterem Regelungsbedarf und zu weiteren unbeabsichtigten Folgen und am Ende steht, was Ludwig von Mises den Regelungs-Totalitarismus genannt hat.
Wenn Regierungen schon nicht regeln können, können sie dann nicht kontrollieren und steuern, so dass die vermeintlich eigensüchtigen Kapitalisten die nächste Finanzblase einfach nicht aufblasen? Dies ist eine fromme Hoffnung, und eine völlig unrealistische obendrein. Wie John Kenneth Galbraith ausführlich in seinem Buch „The Great Crash 1929“ beschrieben hat, waren es nicht die Spekulanten und Händler an den Finanzmärkten, die den Bubble von 1929 herbeiführten und zum Platzen brachten, es waren die Interventionen der damaligen FED, es waren die vielen „normalen“ Leute, die plötzlich die Gelegenheit sahen, das schnelle Geld zu machen, und es war ein unglaublicher Optimismus, der selbst gestandene Ökonomen hat vergessen lassen, dass Preise nicht ewig steigen können.
Um zu verhindern, dass es in Zukunft einen Crash gibt, müsste eine Regierung also dafür sorgen, dass Menschen nicht versuchen, eine Chance zu nutzen, wenn sie sich ihnen stellt. Sie müsste das Streben nach Besserem, das Menschen antreibt, unterbinden. Sie müsste verhindern, dass die Preise von Gütern steigen können und verhindern, dass steigende Preise zu einem individuellen Gewinn führen. Mit anderen Worten, die nämliche Regierung müsste alles verbieten, was eine Wirtschaft voranbringt und Wachstum generiert und das einführen, was in der ehemaligen Sowjetunion erfolglos versucht wurde, den Kommunismus. Was am Ende dieses Versuchs steht, ist offenkundig: Armut und Menschen, die versuchen, auf anderen als den offiziellen Kanälen, zum eigenen Nutzen zu handeln.
Dass es zudem wirtschaftlich schädlich ist, Bubbles und Crashes verhindern zu wollen, weil letztere Regulative von Märkten darstellen, es sogar eine Theorie der rationalen Bubbles gibt, die den Effekt von Bubbles in langfristigem Wachstum sieht, wird an anderer Stelle beschrieben und sei daher nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
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