Das Gendergeschäft

Die “Neuen Wege für Jungs”, die weitgehend darin bestehen, Jungen umzuerziehen, Ihnen traditionelle Männlichkeitsnormen abzutrainieren, sie darauf vorzubereiten, dass ihr Lebenssinn nicht etwa darin besteht, Neues zu entdecken, zu forschen und Leistung zu erbringen, sondern darin, Vater zu werden und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sensibilisiert zu sein, habe ich bereits im letzten Post auführlicher dargestellt.

Mit diesem Post versuche ich, ein wenig Transparenz für das Geschäft herzustellen, das sich mit Genderismus machen lässt. Im Folgenden habe ich zusammengestellt, welche Fördergelder das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit vom Europäischen Sozialfonds (ESF) erhält. Bei den dargestellten Fördergeldern dürfte es sich um nur einen Bruchteil der Mittel handeln, die dem Kompetenzzentrum für seinen Genderismus zur Verfügung stehen.

Das Kompetenzzentrum ist nur ein Genderismus-Verein, der über den ESF gefördert wird. Wer sich einen Eindruck vom Ausmaß der Genderförderung im Rahmen des ESF machen will, kann sich hier informieren.

Ein weiterer Förderer des Kompetenzzentrums ist das BMFSFJ. Leider entspricht der veröffentliche Haushaltsplan des BMFSFJ nicht den selben Anforderungen an Transparenz, die der ESF an die Öffentlichmachung der Begünstigten stellt, so dass nicht nachvollziehbar ist, wie hoch die Fördergelder sind, die vom BMFSFJ an das Kompetenzzentrum fließen.

Die Fördergelder des ESF werden für zwei Zielsetzungen vergeben:

  • Nachhaltigkeit
  • Chancengleichheit

Das Kompetenzzentrum Technik, Diversity und Chancengleichheit erhält Mittel aus beiden Bereichen.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um die folgenden Gelder:

Zweck Bewilligungsjahr Fördergelder (EURO)
Entwicklung und Erprobung eines Potenzialassessments für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik für Abiturientinnen; Teilvorhaben Öffentlichkeitsarbeit – NACHHALTIGKEIT 2010 22.732,60
Entwicklung und Erprobung eines Potenzialassessments für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik für Abiturientinnen; Teilvorhaben Öffentlichkeitsarbeit – CHANCENGLEICHHEIT 2010 90.930,40
Boys-Day Jungen Zukunftstag – NACHHALTIGKEIT 2010 625.156,60
Boys-Day Jungen Zukunftstag – CHANCENGLEICHHEIT 2010 2.500.626,40
Neue Wege für Jungs – Weiterentwicklung jungenspezifischer Angebote zur Berufs- und Lebensplanung durch Vernetzung und Kooperation – NACHHALTIGKEIT 2011 378.787,20
Neue Wege für Jungs – Weiterentwicklung jungenspezifischer Angebote zur Berufs- und Lebensplanung durch Vernetzung und Kooperation – CHANCENGLEICHHEIT 2011 1.512.748,80
Entwicklung und Sicherung einer Nachhaltigkeitsstrategie für den Girls Day Mädchen Zukunftstag – NACHHALTIGKEIT 2011 382.787.20
Entwicklung und Sicherung einer Nachhaltigkeitsstrategie für den Girls Day Mädchen Zukunftstag – CHANCENGLEICHHEIT 2011 1.531.148,80

Eine Aufstellung darüber, was im Einzelnen mit den Fördermitteln geschieht, die sich immerhin auf die stolze Summe von 7.05 Millionen Euro belaufen,  welchen positiven Effekt die 7.05 Millionen neben der Einkommenssicherung für die beim Kompetenzzentrum Beschäftigten zeitigen und welcher gesamtgesellschaftlich messbare Nutzen aus der dargestellten Allokation erheblicher öffentlicher Mittel entsteht, hat bislang leider in keine Schriftenreihe des Kompetenzzentrums Eingang gefunden.

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About Michael Klein

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11 Responses to Das Gendergeschäft

  1. Andreas Rheinhardt says:

    “Ihnen traditionelle Männlichkeitsnormen abzutrainieren”: Das ist nicht richtig: Zunächst einmal wird bei NWfJ (wie überall, wo feministische Männerbilder vorherrschen (und das ist inzwischen schon die Mainstreamgesellschaft)) postuliert, dass “das” traditionelle Männerbild aus folgenden Aspekten besteht: Alkohol, Gewalt, schnelle Autos, Draufgängertum, Fußball, Macho-Gehabe (identisch mit Neandertalerverhalten), Schulentfremdung (und allgemein auch Gegnerschaft zu angeblich als weiblich erachteten “weiblichen” Tugenden wie Gewissenhaftigkeit,Sorgfalt etc. (*)), Egoismus, nicht vorhandene soziale Kompetenz, verbunden mit inexistentem sozialem Engagement, Misogynie, Homophobie, Heteronormativität, die Ernährer-Rolle, Dominierung von Frauen, Nichtbeteiligung an Haus- und Erziehungsarbeit; also alles, was man von einem Macho erwartet. Hierbei wird in den allermeisten Fällen auf jegliche Differenzierung bei traditionellen Männerbildern verzichtet, obwohl man ja eigentlich differenzierte Männerbilder schaffen möchte. Aber Anzuerkennen, dass es auch damals bereits unterschiedliche Männerbilder gab, würde nur das Feindbild stören. Dieses Feindbild ist übrigens identisch mit dem Männerbild aus dem von dir bereits vorgestellten Artikel aus der “Zeitschrift für Inklusion”. Dieses Männerbild ist offenbar von der Arbeiterklasse übernommen (dass es insbesondere im bildungsbürgerlichen Milieu Männerbilder gab und gibt, die sogar sehr schul- und bildungsförderlich sind, wird im Kontext der Stigmatisierung von “traditioneller Männlichkeit” übersehen (**)) und ist selbstverständlich auch für diese nicht zutreffend, sondern stigmatisierend. Diese Stigmatisierung (eigentlich sogar Dämonisierung) dient dazu, den Jungen das (selbstverständlich feministisch (fremd)bestimmte) Bild vom “neuen Mann/Jungen” schmackhaft zu machen.
    Ein Beispiel für die Diffamierung sog. “traditioneller Männlichkeiten” findet man bei http://manndat.de/geschlechterpolitik/parteien-und-organisationen/ehrenamtlicher-zwangsdienst-fuer-maenner.html, wo schlicht das bürgerschaftliche Engagement von Männern in Sportvereinen durch das “Bundesforum Männer” ausgeklammert wird, um dann feststellen zu können, dass Männer weniger ehrenamtlich tätig seien als Frauen (mit den Sportvereinen ist es umgekehrt).

    Kurzfassung/Fazit: Der Begriff “traditionelle Männerbilder/Männlichkeit” ist ein feministischer Kampfbegriff und sollte auch so behandelt werden; die Vorstellungen, die wir mit diesem Begriff assoziieren, sind natürlich ebenfalls feministisch geprägt. Ich glaube, dass richtige Jungenförderung beinhalten muss, dass das gegenwärtige Männerbild in der Gesellschaft nichts mit der Realität zu tun hat, sondern auf jahrzehntelanger feminstischer Propaganda beruht (ich glaube sogar, dass sowohl das Macho-Bild als auch das “neue Mann”-Bild wesentlich vom Feminismus gestaltet wurden); insbesondere, dass Tugenden, die noch vor einigen Generationen geschlechtsneutral waren (wie eben z.B. Gewissenhaftigkeit, Sorgfalt; die klassischen Sekundärtugenden halt), heute als weiblich angesehen werden, ist hier zu nennen.

    (*): So wird dann natürlich erklärt, dass Jungen wegen ihres Verhaftetseins in “traditionellen Rollenbildern” schlechter in der Schule sind, womit man die Frage abgehackt hat.
    (**): Bei der Diskussion darüber, ob Jungen in der Schule benachteiligt werden, wird hingegen natürlich darauf hingewiesen, dass nur bestimmte Jungen in der Schule schlecht abschneiden; damit wird dann jegliche Jungenbenachteiligung geleugnet oder bagatellisiert.

    • Hallo Andreas,

      ich stimme Dir weitgehend zu … bis auf die Aufgabe des traditionellen Männerbildes. Man wird einen Begriff benötigen, um sich gegen das Bild vom “neuen Mann”, der nichts anderes ist als ein mit weiblichen Attributen versehener “Mann”, zu wehren. Warum soll man traditionelle Männlichkeitsnormen der Diskreditierung durch Feministen überlassen? Warum nicht einen Begriff positiv bestimmen, der Werte und Handlungsweisen beinhaltet, auf denen sich Frauen Jahrhundertelang ausruhen konnten?

      Chuck Palaniuk hat das in seinem Fight Club auf seine Weise getan und es braucht noch viel mehr “Fight Clubs”, um der Travestie dessen, was ein traditionelles Männerbild ist, die Realität entgegen zu setzen.

      Also: Don’t let their policies become yours!

      • terminator says:

        Hallo Michael,

        leider sehe ich immer mehr das Pendel zwischen Fight Club und Lebowskytum hin und herschwingen. Ich habe nie verstanden, warum Jungen ein neues “Jungen- und Männerbild” vermittelt bekommen sollen, teile ich die Voraussetzung eines umspannenden, “alten Männerbildes” schon nicht. Für mich sind die kompensatorischen Handlungen, so muss man den Typus Fight Club wohl mit Recht bezeichnen, ein Beweis dafür, dass es ein Patriarchat, im feministischen Sinne nie gegeben haben kann. Frauen waren, gesellschaftlich betrachtet, in meinen Augen immer schon mehr wert – zumindest im westlichen Kulturkreis.

  2. terminator says:

    Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen. Es ist schon längst an der Zeit, die sich (noch) an der Macht befindenen Alt-68er kritisch zu hinterfragen. Dekonstruktion ist keine Einbahnstraße für Minderheiten oder Dogmatiker. Dogmatische Termini wie “Patriarchat”, “Politische Korrektheit”, “Diskriminierung” sind auf ihren Gehalt auf ihre Bedeutung hin zu analysieren.

    Verhält es sich nicht viel mehr so, dass nur ein sehr kleiner Anteil der Männer jemals an der “Macht” war? Dass der Wert der Frauen immer schon höher lag als der Wert eines durchschnittlichen Mannes? Dass die Bewunderung der Männer für Frauen unabhängig von deren Gebärfähigkeit internalisiert ist?

    Verhält es sich nicht so, dass Frauen, wenn sie nun vermehrt an der “Macht” sind, gleichen Versuchungen, Skandalen erlegen? Ja, auch Frauen machen Sexurlaub – in der Karibik und in Afrika – morden – gar nicht einmal so selten – und missbrauchen Kinder – auch nicht einmal so selten. Ist nicht gerade das künstlich geschaffene, umfassende “traditionelle Rollenbild” der Ausgangspunkt und der Garant für einen postfeministischen Gleichstellungs”faschismus”? Ist die Beschwörung eines Feindbildes “Jungenrechtler” nicht einem eigenen, zutiefst verinnerlichten Gefühl von Minderwertigkeit geschuldet, wie sonst wäre es zu erklären, dass “Jungenrechtler” doch in der Regel fordern würden, dass Frauen verpflichtend “zurück an den Herd” gehören würden – also vor die 60er des vergangenen Jahrhunderts. Es ist interessant zu sehen, dass “Gleichberechtigung aber nicht Gleichstellung” umgedeutet wird in “Gleichberechtigung aber nicht Gleichstellung bedeutet die Schlechterstellung der Frau”.

    Fragen über Fragen.

  3. Es wird wohl noch recht lange dauern bis man merkt, dass Geschlechterforschung die Unterschiede zwischen mann und Frau anerkennen muß, wenn sie seriös sein will.
    Den Politikern ist es wahrscheinlich egal wohin die Gelder gehen, solange es sich politisch gut verkaufen lässt. Was momentan bei einem Gleichheitsfeminismus durchaus der Fall ist

  4. Pingback: Femokratie News 222-2011 « FemokratieBlog

  5. Goofos says:

    Zumindest beim Girl’s Day lässt sich resümieren, dass es nach 11 Jahren und 11 Girl’s Day am Berufswahlverhalten von Mädchen und Jungs nichts verändert hat. Vor allem nichts das eindeutig auf den Girl’s Day zurückzuführen wäre.
    Weshalb mich die Einführung und millionenschwere Förderung des Boy’s Day eher erstaunt, wenn der Girl’s Day schon keinen nennenswerten Effekt erzielen konnte.

    Eine Prüfung des Nutzen aus diesen Aktionen findet eben offensichtlich nicht statt.

    • Hallo Goofos,

      Du setzt voraus, dass mit dem Boys oder Girls Day etwas anderes als die finanzielle Sicherung der die Tage durchführenden Institutionen erreicht werden soll. Ich habe da so meine Zweifel…

      • Goofos says:

        Da brauchst du keine Zweifel haben, sondern es ist Fakt. Ansonsten dürfte es keinen aus dem ESF geförderten Girl’s Day mehr geben wenn man die Tatsache betrachtet, dass der Girl’s Day selbst nach 11 Jahren überhaupt nichts am Berufswahlverhalten von Mädchen verändert hat und nur der einzige Erfolg gefeiert werden kann, dass sich jedes Jahr mehr Firmen, Betriebe, Einrichtungen etc. daran beteiligen.

        Girl’s Day ist ein Fass ohne Boden. Würde auch überprüft werden ob der Girl’s Day den gewünschten Erfolg erzielt, gebe es dieses Fass nicht mehr. Man braucht nicht weiter spekulieren ob die im Girl’s Day begrabenen Millionen Euro einfach nur zur Einkommenssicherung eines Kompetenzzentrums dienen könnten.

  6. Pingback: Zweckentfremdete Mittel?! Wie der ESF für Frauenförderung instrumentalisiert wird « Kritische Wissenschaft – critical science

  7. Ich darf auch darauf hinweisen, dass bereits die Worte “traditionell” und “Bilder” in dem Begriff “traditionelle Rollenbilder” ein linksextremer Angriff ist, und alle Vorredner, die ihn benutzen, bereits einer Indoktrinierung aufgesessen sind.

    Tradition impliziert, dass man “das halt schon immer so gemacht hat” ohne erklaeren zu koennen warum, und man auch eine ganz andere Tradition “mir nichts dir nichts” etablieren koennte, denn ausser der “zufaelligen sozialen Uebereinkunft gibt es ja keinen Grund, warum nicht auch Frauen alles machen koennten”.

    In Wirklichkeit sind es aber keine Traditionen und keine Bilder, sondern NATUERLICHE/BIOLOGISCHE Verhaltensweisen aufgrund einer evolutionaeren Spezialisierung.

    Maenner sind nun einmal Forscher, Entdecker und Fortentwickler, WEIL MAENNER INTELLIGENTER sind als Frauen (in den hoeheren IQ-Bereichen, wo es darauf ankommt), staerkere Koerper besitzen und keine Angst vor Matschkleksen haben.

    Frauen sind praedestiniert, zu Hause zu bleiben und sich um Kinder zu kuemmern, und daran werden 50 Jahre Girls Day nichts aendern, solange schon kleine Maedchen mit pinken Puppenhaeusern spielen und kleine Jungs mit Raketen.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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