Wikipedia-Banner gibt es jetzt auch in Englisch – zugleich ein Update zu den Wikipedia-Files

Aufgrund der hohen Nachfrage haben wir uns entschlossen, das Wikipedia-Banner auch in englischer Sprache zur Verfügung zu stellen. Kevin hat sein graphisches Talent abermals walten lassen und die Ergebnisse sind abermals hervorragend.

Da die Ressonanz auf die Wikipedia-Files alle Erwartungen übertroffen hat, und wir mittlerweile den Überblick darüber verloren haben, wer wo das Banner auf seiner Seite angebracht hat, bitte ich diejenigen, die das Banner angebracht haben, um eine kurze Mail an science-watch@hotmail.co.uk.

Wie Eric im Forum von Manndat mitgeteilt hat, war der endgültige Abschied derer, die das Pseudonym „Fiona Baine“ bevölkern, von nur kurzer Dauer (weitere Informationen zum „Comeback“ gibt es hier). Die nunmehr unter IP aus Landshut und ohne Namensnennung erfolgende Agitation, die dieselben Themen zum Gegenstand hat, die unter dem Pseudonym „Fiona Baine“ bearbeitet wurden, kann man als Indiz für zweierlei werten: (1) Versteckte sich hinter dem Pseudonym „Fiona Baine“ nur ein Agitator, dann hängt entweder sein Lebensunterhalt von der Tätigkeit ab oder er hat eine Manie entwickelt, die behandelt werden müsste. (2) Handelt es sich um mehrere Agitatoren, dann kann man nicht mehr abstreiten, dass sie eine gemeinsame ideologische Agenda verfolgen, und entweder aus den Reihen entsprechend motivierter politischer Organisationen stammen oder eine ebensolche formiert haben. Ziel in beiden Fällen: Ideologischer Missbrauch der Wikipedia.

In jedem Fall ist die fortgesetzte Agitation ein Beleg für die ideologische Unterwanderung der Wikipedia. Und die vielen Beispiele aus anderen Bereichen, von Beiträgen über Musiker bis Beiträgen über das Klima, die in den letzten Tagen zusammengetragen wurden und hier und hier jeweils am Ende der Texte verlinkt sind, bestätigen dies ebenfalls. Wie wir an anderer Stelle dargelegt haben, ist das System „Wikipedia“ ein System, das opportunistisches Verhalten geradezu herausfordert, da z.B. das Einschleusen von Agitatoren durch die Nutzung von Pseudonymen unbemerkt erfolgen kann, über eine rund-um-die-Uhr-Nutzung eines einzigen Pseudonyms kann man sich erhebliche Vorteile im Editier-Krieg verschaffen und über eine informelle Netzwerbildung z.B. mit fröhlichen Türken oder Farmern aus San Francisco kann man die entsprechenden Vorteile noch kumulieren. Wer ein solches System wissentlich betreibt, der fordert damit zum opportunistischen Verhalten auf und akzeptiert, dass die Wikipedia eine Enzyklopädie der ideologischen Desinformation wird bzw. ist.

Entsprechend der verbreiteten Praxis, die Bevölkerung zu warnen, davor, dass Rauchen töten kann, davor dass man ersticken kann, wenn man seine Rübe in eine Plastiktüte steckt oder davor, dass ein Gewaltvideo Gewaltszenen enthält, wäre es langsam an der Zeit, einen Warnhinweise auf die Seite von Wikipedia zu schreiben: „Mit dem Lesen der Texte auf Wikipedia setzen Sie sich ideologischer Indoktrination aus“. Da eine entsprechende Aktion noch  auf sich warten lässt, ist es derzeit das Beste, unser Banner zu verbreiten und die Web-Welt vor dem ideologischen Moloch der deutschsprachigen „Wikipedia“ zu warnen. Dazu gibt es nunmehr Banner in unterschiedlichen Größen und in deutscher und englischer Sprache.

Update

Zwischenzeitlich habe ich Folgendes über unsere Wikipedia-Aktion gelesen:

„Was “Maskulinisten” abziehen ist jenseits jeder Diskussion — dass sie zum Beispiel stolz Links von PI-News präsentieren, diekreditiert sie besonders.“

Der Kommentar, dessen Tonus mir seltsam vertraut vorkommt, provoziert die folgende Reaktion: Das Wikipedia-Problem, das wir seit nunmehr Wochen anprangern, besteht gerade darin, dass bei Wikipedia die Welt durch eine ideologische Brille betrachtet wird. Schaut man durch diese Brille, dann wird ein einfacher Link, der allein in diesem blog mehrere 1000Mal vorkommt, zu einem „stolz präsentierten“ Link, und schaut man durch diese Brille, dann ist alles, was nicht die eigene ideologische Überzeugung widerspiegelt, etwas, das diskreditiert.

Ich weigere mich, eine derart bornierte Sicht der Dinge einzunehmen. Im Gegensatz zu „Torsten“, der die zitierte Stelle geschrieben hat, frage ich einen Arzt oder einen Maurer, bevor ich ihn seine Arbeit machen lasse, nicht nach seiner politischen Gesinnung. Einmal davon abgesehen, dass die politische Ausrichtung von z.B. PI-News nichts daran ändert, dass bei Wikipedia eine ideologische Suppe gerührt wird, die zum Himmel stinkt (es handelt sich um eines dieser unsäglichen ad-hominem Argumente, wobei sich die Frage stellt, wie fixiert auf PI-News man sein muss, wenn man genau diesen Link aus der Vielzahl der Links aussondert…), bringen Zuweisungen wie die von Torsten „diskreditiert sie besonders“ nicht viel. Sie haben etwas von dem Kleinekinder-Singsang, in dessen Verlauf dem jeweiligen Gegener das eigene Können und seine Fehlstellen vorgesungen werden (Ich kann was, was Du nicht kannst…). Wer es immer noch nicht verstanden hat: Wenn ich jetzt schreibe, Torsten, dass Du auf den Seiten von Netzfeminismus kommentierst, diskreditiert Dich besonders – und dann? Eben! Deshalb bringen derart kindische Aussagen nichts. Sie gehören in den Kindergarten, nicht in den Diskurs erwachsener Menschen.

In einem neuen Beitrag schildert Arne Hoffmann die neuesten Entwicklungen. U.a. verweist er auf die engen Verflechtungen zwischen Wikimedia und der ideologischen Unterwanderung von Wikipedia, die man wohl, nachdem man den Beitrag von Arne gelesen hat, als in gegenseitigem Einverständnis zwischen Wikimedia-Verantwortlichen und Ideologen stattfindende Unterwanderung von Wikipedia ansehen muss. Wie lange es möglich ist, derart offen Basenwirtschaft zu betreiben und gleichzeitig die Hand aufzuhalten, um von willigen Spendern zu nehmen, ist eine interessante Frage. Die derzeitige Haltung einiger Wikimedia Projektmanager konstituiert vor diesem Hintergrund ein natürliches Experiment, dessen Ausgang – wenn man dem alten Sprichwort vom Krug, der so lange zum Brunnen geht, bis er bricht, glauben kann, nicht offen ist.

Kevin’s Bannershow findet sich hier.

Ein paar Beispiele aus dem reichhaltigen Angebot habe ich angefügt.

Bildnachweis:
Centurean2

Über Michael Klein
... concerned with and about science

4 Responses to Wikipedia-Banner gibt es jetzt auch in Englisch – zugleich ein Update zu den Wikipedia-Files

  1. Pingback: Die Wikipedia-Files « Kritische Wissenschaft – critical science

  2. WikiMANNia says:

    en.wikimannia.org joined!

  3. jck5000 says:

    ich fasse mich da erstmal kurz – mit Bezug auf den Nachtrag von „Netzfeminismus“:

    Ja – Wikipedia ist freies Wissen und ja: Es basiert auf der Idee: Die Intelligenz der Vielen. Aber es gibt einen deutlichen BIAS in ihr und sie ist dadurch vielleicht nichtmal halb so intelligent, wie sie sein könnte.

    Wo ist denn eigentlich Ihr Problem mit dem Eintrag, Herr Klein, die geben Ihnen am Ende doch RECHT. In GROSSBUCHSTABEN.

    Ich finde ja Ihre verbale Darstellung des Gehalts der Kommentare sehr gelungen (was meine Meinung, man kann mit Feministen nicht diskutieren; es reicht, zu warten, bis sie sich selber zerlegen, bestätigt) – aber gut, wenn wir „Katrin“ jetzt zugutehalten, dass sie mit dem Satz nicht das ausdrücken wollte, was ich reininterpretiere (und sich nur nicht ausdrücken kann) – naja, das kann man grafisch ausdrücken:

    http://bit.ly/NjDFKO

    Und nachdem damit der Ernst weg ist: Mir ist auch die Weltanschauung meines Arztes oder Maurers egal, ich gehe aber nicht zu weiblichen Zahnärzten, da die kein Mitleid haben. Ich stütze diese These auf ein empirisches Sample mit n=6 (davon 1 weiblich) und bin nicht bereit, das Risiko einzugehen, dass ich Unrecht habe. Ehrlich.
    [Nachtrag: Das gilt wohl auch für Frauenärzte, da seien die Männer einfühlsamer].

    Ich habe aber auch noch was wieder ernstes: Zu PI-News kann man ja eine solche und solche Einstellung haben, wie auch zu den Medien „linker Antifanten“, um mal PI-News zu zitieren, aber ich denke, dass Sie, Herr Klein, als liberaler Blogger abseits der klassischen Links-Rechts-„Problematik“ stehen (oder stehen wollen)…

    Aber das heisst ja nicht, dass man die Medien nicht als Medien sehen darf – oder sollte. Nur weil auf PI-News selten was vernünftiges steht und häufig entsetzliches und bei der Jungen Welt hauptsächlich Ohgottogottgejammer, seltenst finden sich in beiden Lagern doch ab und zu Meinungen, die ich unterschreiben würde (meist modifiziert). Grundsätzlich mag ich aber beide nicht, also weder die Antifanten noch die Nazis, wenn ich denn schon Perjorative benutze.

    Das eröffnet übrigens ein neues Problem: Man schaue mal im Viertelstundenabstand Nachrichten auf Russia Today, ARD und Press-TV. Glaubt man alle, weiss man, dass alle (genannten) Länder auf diesem Planteten ganz furchtbare Unterdrückungsregimes sind. Glaubt man einem, kann man sich politisch engeagieren. Glaubt man keinem, ist man Anarchist. Was ist jetzt da politisch „korrekt“?

  4. Haselnuss says:

    „“Was “Maskulinisten” abziehen ist jenseits jeder Diskussion — dass sie zum Beispiel stolz Links von PI-News präsentieren, diekreditiert sie besonders.”
    1. Die Behauptung, Maskulinisten würden stolz Links zu PI präsentieren, ist im Artikel unbelegt.
    2. Selbst wenn sie stimmen sollte, offenbart sie doch ein merkwürdiges Gruppendenken. Was können Arne Hoffmann, Sie [Herr Klein] oder ich dafür, wenn irgendjemand auf seiner Seite oder seinem Blog, auf welche nur er Zugriff hat, Links setzt oder sich über diese freut. Der Verfasser der Zeilen denkt anscheinend, Maskulinisten säßen alle in einem Raum zusammen und würden gemeinsam entscheiden PI-Links zu setzen und sich darüber einen Ast zu freuen. Die Alternative wäre, dass Maskulinisten sich genau und in Echtzeit absprechen und keiner handelt, ohne das gesamte Kollektiv befragt zu haben. Nur so können alle Maskulinisten für PI-Links verantwortlich und damit schuldig sein. Schuldig!

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