Alles Lüge – Feministisches Rent Seeking durch Frauenquoten

Gordon Tullock, einer der Väter der public choice theory, hat sich insbesondere mit dem Phänomen des rent seekings beschäftigt und rent seeking dabei als alles, definiert, das einen “negative social impact” hat (Tullock, 2005, S.9). Die breite Definition von rent seeking nimmt dem Konzept einiges von seiner Sprengkraft, ist damit doch der Versuch bestimmter gesellschaftlicher Gruppen gemeint, sich auf Kosten aller anderen Mitglieder einer Gesellschaft einen finanziellen Vorteil zu verschaffen ohne dafür eine entsprechende Mehrleistung zu erbringen. Anders formuliert: rent seeking verweist auf diejenigen, die sich zurücklehnen und für ihr bloßes Dasein oder ihre ganz alltägliche Tätigkeit im Vergleich mit anderen überproportional, d.h. über den Marktpreisen bezahlt werden wollen. Rent seeking ist somit ein eklatanter Verstoß gegen das Prinzip der equity, nachdem die Auszahlung, die jemand für seine Anstrengungen erhält, den Auszahlungen enspricht, die andere Akteure für vergleichbare Anstrengungen erhalten.

Gemessen an dieser Theorie ist die Anzahl der rent seeker in Deutschland enorm. So erhalten Bundestagsabgeordnete bereits nach zwei Legislaturperioden Altersbezüge in Höhe von mindestens 1.682 €. Die Durchschnittsrente für nicht-Abgeordnete, die nicht 8, sondern 45 Arbeitsjahre hinter sich haben, beträgt dagegen 1.176 €. Klassisches rent seeking. Eltern erhalten für eine Leistung, die nach wenigen Sekunden und neun Folgemonaten erbracht ist, staatliche Subventionen, die auch von Kinderlosen erbracht werden. Die Leistungen die sich rund um die Herstellung von Kinderbesitz ansgesammelt haben, bilden einen von allen Kinderlosen mitzufinanzierenden Speckgürtel, der das zu Hause bleiben von Müttern ebenso finanziert wie die Mitversicherung von Kindern in gesetzlichen Krankenkassen. Klassisches rent seeking. Landwirte, die Produkte herstellen, die mit Blick auf den Weltmarkt stark überteuert sind, werden durch Subventionen von Wettbewerb freigestellt. Konsumenten zahlen nicht nur die Subventionen, sondern auch überhöhte Preise für Agrarprodukte. Klassisches und in diesem Fall gleich doppeltes rent seeking.

Seit einigen Jahren hat sich der langen Reihe der rent seeker in Deutschland (und nicht nur hier) die Feminismus-Industrie hinzugesellt. Seither zahlt es sich aus, auf „Gender“ zu machen. Für Beiträge, die gemessen an gängigen Standards nicht einmal in die Nähe von Wissenschaftlichkeit kommen, gibt es einen Gender-Lehrstuhl, in Betrieben sitzen nicht nur Vertreter der Gewerkschaften, sondern auch Gleichstellungsbeauftragte, freigestellt von Arbeit, ihren Hintern platt. In Parteien schaffen es Aktivisten, mit dem Verweis auf ihr Geschlecht, die Ränge empor zu krabbeln. Beim BMFSFJ genügt es, den magischen Begriff „Gender mainstreaming“ fallen zu lassen, und schon erfolgt eine willige Finanzierung der entsprechenden „Institutionen“, natürlich aus Mitteln der Steuerzahler. Doch dies ist der feministischen Industrie, die immer mehr Mäuler mit den durch rent seeking ergatterten Mitteln zu stopfen hat, nicht genug. Ihre neueste Anstrengung gilt den Töpfen der privaten Unternehmen, die sie als besonders lukrativ ansieht, und deshalb versuchen uns seit mehreren Jahren, mittel- bis ganz alte Frauen im Kostüm einzureden, dass es in privaten Unternehmen eine Diskrimierung von Frauen gäbe, weshalb man dafür sorgen müsse, dass der Anteil von mittelalten bis ganz alten Frauen im Kostüm in Aufsichtsräten erhöht werde.

Um der Öffentlichkeit die Notwendigkeit von Frauenquoten für Aufsichtsräte schmackhaft zu machen, werden vornehmlich drei Behauptungen aufgestellt:

  1. Mehr Frauen in Aufsichtsräten erhöhen die Diversifizität. Und Diversifizität ist gut für das Unternehmen.
  2. Mehr Frauen in Aufsichtsräten führen zu mehr Ideen und besserer Unternehmensführung, was zu besseren finanziellen Ergebnissen führt (Warum dies so sein sollte, sagen uns die Kostümierten leider nicht, obwohl dies in der Wissenschaft eigentlich üblich ist: Man begründet seine Behauptungen, wenn man eine Aussage macht, von der man zeigen will, dass sie korrekt ist. Aber es geht halt um rent seeking, nicht darum, ob etwas stimmt oder nicht stimmt. Beim rent seeking ist jede Behauptung, die sich auszahlt, gerne genommen.)
  3. Dass nicht mehr Frauen in Aufsichtsräten zu finden sind, und die versprochenen Wohltaten nicht erzielt werden können, liegt, wie Viviane Reding so gerne sagt, an einer „group of middle-aged, business suit wearing men“; Dies sagt die mittelalte (?) Justiz-Kommissarin der EU aus ihrem Kostüm heraus, und behauptet weiter, dass diese middle-aged …men Frauen diskrimieren, indem sie eine gläserne Decke einziehen.

Wie immer, wenn Politiker Töpfe öffnen, an denen sich trefflich partizipieren lässt, so schossen auch im Zuge der „Frauenförderung“, die Institutionen, die Frauen mit was und wie auch immer fördern wollen, aus dem Boden, wie die Pilze. Die Feminismusindustrie ist mittlerweile milliardenschwer, weidet an den Töpfen von Europäischem Sozialfonds, BMFSFJ und diversen sonstigen Quellen und ist darüber hinaus vor allem gierig nach mehr. Entsprechend haben sich unzählige Institutionen die lukrative „Frauenförderung“ zu eigen gemacht und ihren Anteil  u.a. mit vermeintlichen Studien gesichert, die zeigen, dass mehr Frauen in Aufsichtsräten die wohltuenden Effekte haben, die oben aufgeführt sind und deren Fehlen auf die gläserne Decke zurückzuführen ist, die so gerne behauptet wird. Es ist ein Verdienst von wenigen Wissenschaftlern, dass die miserablen Studien von McKinsey, Catalyst, der finnischen EVA und wie die Kostgänger des Staatsfeminismus auch alle heißen, mittlerweile als das Blendwerk, das sie sind, enttarnt wurden. Insbesondere drei wissenschaftliche Untersuchungen haben die Mär von der Benachteiligung aufstiegswilliger Frauen in Unternehmen und der positiven Wirkung von Frauen in Aufsichtsräten zerstört und die Realität wieder hergestellt.

Es sind dies die Untersuchungen von

  • Kenneth Ahern und Amy Dittmar (2011): The Changing of the Boards: The Impact on Firm Valuation of Mandated Female Board Representation
  • Øyvind Bøhren und Øyvind Strøm (2010): Governance and Politics: Regulating Independence and Diversity in the Board Room
  • Thomas Ochsenfeld (2012): Gläserne Decke oder goldener Käfig: Scheitert der Aufstieg von Frauen in erste Managementpositionen an betrieblicher Diskriminierung oder an familiären Pflichten?

Das Besondere an diesen drei Studien, das nicht nur dazu führt, dass sie allen Studien, die vermeintlich belegen, dass sich Frauenquoten worauf auch immer positiv auswirken, haushoch überlegen sind, sondern auch dazu, dass die Ergebnisse dieser drei Untersuchungen, im Gegensatz zu den meisten anderen Studien, die sich auf dem Markt befinden, ernstzunehmen sind, besteht darin, dass alle drei Untersuchungen auf Paneldaten basieren, d.h. die Autoren untersuchen Veränderungen über Zeit: Ahern und Dittmar untersuchen die Entwicklung von Buch- und Marktwert sowie einer Vielzahl sie beeinflussender Faktoren für norwegische Firmen über mehrere Jahre, und zwar vor und nach Einführung einer verbindlichen Frauenquote in Aufsichtsräten von norwegischen und börsennotierten Unternehmen. Bøhren und Strøm untersuchen die Entwicklung von Einflussfaktoren auf Buch- und Marktwert norwegischer Unternehmen über mehrere Jahre vor der Einführung einer verpflichtenden Frauenquote, und Thomas Ochsenfeld verfolgt Absolventen von Hochschulen über mehrere Jahre und zeichnet ihren weiteren beruflichen Lebensweg nach, wobei er sich vor allem für diejenigen interessiert, die eine gehobene Managementposition anstreben. Entsprechend kann man auf Basis dieser drei Studien gesicherte Aussagen darüber machen, wie es sich um die Behauptungen, mit denen uns Staatsfeministen in den Ohren liegen, verhält.

Die Aussagen könnten eindeutiger nicht sein:

  • Thomas Ochsenfeld kann eindeutig nachweisen, dass es keine Diskriminierung von Frauen in deutschen Unternehmen gibt. Der geringere Anteil von Frauen in Führungspositionen des Managements, den er in seinen Daten findet, erklärt sich fast vollständig über die Wahl von Studienfächern, die einer Position im Top-Management nicht förderlich sind (Medienwissenschaft z.B.) und über die Entscheidung, Nachwuchs zu produzieren, die eine Entscheidung gegen eine berufliche Karriere ist und immer bleiben wird, denn sie geht in der Regel mit einer entsprechenden und geringen beruflichen Aspiration einher.
  • Kenneth Ahern und Amy Dittmar können zeigen, dass die Einführung einer Zwangsquote, die norwegische Unternehmen dazu verurteilt hat, ihre Aufsichtsräte zu 40% mit Frauen zu besetzen, verheerende Effekte auf Buch- und Marktwert der Unternehmen hatte, verheerende Effekte, die durch eine Verschlechterung der Qualität der Entscheidungen, die im nunmehr zu 40% aus Frauen bestehenden Aufsichtsrat getroffen wurden, verursacht wurde.
  • Øyvind Bøhren und Øyvind Strøm widerlegen die letzte noch verbliebene Behauptung der Staatsfeministen, die besagt: Diversifizität sei gut und befördert die Performanz von Unternehmen. Das Gegenteil ist der Fall. Wie Bøhren und Strøm zeigen, wirken sich Aufsichtsräte, die diversifiziert sind vor allem dann negativ auf die Entwicklung des Unternehmens aus, wenn die Diversifizität in einem höheren Frauenanteil besteht. Dagegen wirkt es sich positiv auf die Entwicklung von Unternehmen aus, wenn die Mitglieder des Aufsichtsrat auch in anderen Aufsichtsräten sitzen und ihre Informationen, die sie in unterschiedlichen Kontexten gewinnen, nutzenbringend einsetzen können. Wie Bøhren und Strøm am Ende ihres Beitrags schreiben, widersprechen ihre Ergebnisse allen Behauptungen, die Politiker in den letzten Jahrzehnten von sich gegeben haben, vom positiven Einfluss von Frauen im Besonderen und Diversifizität im Allgemeinen, über die Bedeutung einer Arbeitnehmerbeteiligung bis hin zur Notwendigkeit, die Anzahl von Aufsichtsratsämtern zu begrenzen.

Wer angesichts dieser vernichtenden Datenlage, wer angesichts dieser wissenschaftlichen Befunde weiterhin für eine Frauenquote eintritt, nimmt damit willentlich und wissendlich in Kauf, nicht nur die betroffenen Unternehmen, sondern die gesamte Gesellschaft zu schädigen. Und damit wäre ich wieder beim rent seeking angekommen, dem Suchen eigener Vorteile auf Kosten der „Allgemeinheit“. Das ist, was Staatsfeminismus im Kern ausmacht, der Versuch, wenige auf Kosten vieler zu bereichern.

Literatur

Ahern, Kenneth & Dittmar, Amy (2011): The Changing of the Boards: The Impact on Firm Valuation of Mandated Female Board Representation.

Bøhren, Øyvind & Strøm, Øyvind (2010): Governance and Politics: Regulating Independence and Diversity in the Board Room. Journal of Business Finance & Accounting 37(9): 1281-1308.

Ochsenfeld, Fabian (2012). Gläserne Decke oder goldener Käfig: Scheitert der Aufstieg von Frauen in erste Managementpositionen an betrieblicher Diskriminierung oder an familiären Pflichten? Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 64(3): 507-534.

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32 Responses to Alles Lüge – Feministisches Rent Seeking durch Frauenquoten

  1. fredcrist sagt:

    „Eltern erhalten für eine Leistung, die nach wenigen Sekunden und neun Folgemonaten erbracht ist, staatliche Subventionen, die auch von Kinderlosen erbracht werden. Die Leistungen die sich rund um die Herstellung von Kinderbesitz ansgesammelt haben, bilden einen von allen Kinderlosen mitzufinanzierenden Speckgürtel, der das zu Hause bleiben von Müttern ebenso finanziert wie die Mitversicherung von Kindern in gesetzlichen Krankenkassen.“

    Nun die Arbeit ist ja noch 9 Monaten gerade nicht getan. Bis aus einem Kind ein selbstständiger Steuerzahler geworden ist, gehen wohl noch etwas mehr Monate in das Land. Würde man das, was der Staat an Familien auskehrt mit dem vergleichen, was er andererseits den Familien wieder nimmt, so kann man sehr wohl zu dem Schluß kommen, dass gerade nicht die Familien die Profiteure sind, zumindest nicht die, die sich jenseits der unteren Einkommensgruppen bewegen. Denn die zahlen auch Steuern auf Windeln, Babynahrung, erhöhte Energiekoste etc., dürfen im Urlaub die Hauptsaisonpreise bezahlen, sobald das erste Kind in der Schule ist etc…
    Meine beiden Kinder werden mich bis zum Ende ihres Studiums überschlägig abzüglich der staatlichen Leistungen ca. 350000 € gekostet haben. Und: sie waren privat krankenversichert.
    Und es werden die jetzigen Kinder sein, die die Rente der jetzigen Kinderlosen mitzuerwirtschaften haben.

    Insofern finde den oben zitierten Satz einer kritischen Wissenschaft nicht würdig, da er sich nur sehr verkürzend und in meinen Augen auch polemisierend mit einem komplexen Sachverhalt auseinandersetzt.

    MFG

    • Und es werden die jetzigen Kinder sein, die die Rente der jetzigen Kinderlosen mitzuerwirtschaften haben.

      Wie kommen Sie darauf? Das ist doch leicht zu ändern. Lassen wir alle Kinderlose in ihre eigenen Rentenversicherung einzahlen, und die anderen können ja am Generationenvertrag festhalten…

      Wenn ich wie hier lese, wie teuer Kinder sind, frage ich mich regelmäßig, warum das geschrieben wird. Wenn Ihnen Kinder zu teuer sind, dann lassen Sie das Kinder-in-die-Welt-setzen, wenn Ihnen Kinder nicht zu teuer sind, dann ist es auch nicht notwendig, die Kosten so prominent darzustellen. Wer sich für Kinder entscheidet, weiß worauf er sich einlässt, und es wird ja wohl nicht zu viel verlangt sein, dafür auch die Verantwortung zu übernehmen. Der Zusammenhang ist also überhaupt nicht komplex, denn wer Kinder in die Welt setzt und die Hand aufhält, um sich von Mama Staat finanzieren oder subventionieren zu lassen, der betreibt rent seeking auf Kosten all derer, die keine staatlich finanzierten Kinder von ihrer Steuer absetzen können.

      • fredcrist sagt:

        1. Da Sie den Generationenvertrag ansprechen, der aufgekündigt werden sollte, würde das aber konsequenterweise zu einer Doppelbelastung der Kinderlosen führen, die dann ja nicht nur für sich vorsorgen müssten, sondern auch noch die Elterngeneration mitunterhalten müsste.
        2. Wenn Sie denn immer wieder lesen, dass Kinder teuer sind und Sie Sich darüber wundern, dann sollten Sie sich diesbezzüglich doch einmal die Zahlen ansehen, bevor Sie von einem „mitzufinanzierendem Speckgürtel“ reden. Da mag für kinderreiche Niedriglohnbezieher, Harz IV-Familen, alleinerziehende „Heroinnen“ gelten, sicherlich aber nicht für eine
        Mittelschichtfamilie. Insofern ist meine Kritik an diesem im 1. Kommentar zitiertem Satz zu verstehen. Er bildet nur einen Teil der Realität ab.
        3. Wieso glauben Sie, dass Kinder mir zu teuer sind? Wenn ich die Kosten benenne, heißt das noch lange nicht, dass ich es schlecht finde. Und ja: Ich wollte Kinder und konnte sie auch in ihrer Schulzeit nach NZL oder England lassen, wie sie es sich gewünscht haben.
        Was den Steuerfreibetrag für Kinder angeht, so deckt dieser noch nicht einmal einen Bruchteil der Kosten. Deswegen ist Ihr letzter Satz auch falsch. Kinder kann man nicht von der Steuer absetzen, wie Sie es implizieren wollen. Und Mama Staat? Er ist einerseits feministisch durchseucht, andererseits noch zu geschätzten 80% von Männern abhängig und
        eher der Ersatzgatte für die vielen alleinerziehenden Mütter. Das ist jetzt aber nur Meinung🙂

        MFG

        • 1. Wieso?
          2. Kann ich nicht nachvollziehen: Was ist bei einer Mittelschichtsfamilie anders als bei Hartz IV Beziehern? Bekommen Mittelschichtsfamilien mehr Kindergeld oder weniger?
          3. Ok, machen wir den Widerspruch etwas konkreter: Wenn mich Geld im Zusammenhang mit Kindern nicht interessiert, dann thematisiere ich es nicht. Wenn ich aber in einer Diskussion über rent seeking von Eltern auf die Kosten von Kindern hinweise, dann muss daraus geschlossen werden, dass (1) die Kosten von Kindern ein Thema sind, mit dem ich mich öfter beschäftige, (2) sie ein problematisches Thema sind und (3) dass mir die Kosten in vielerlei Hinsicht doch zu hoch sind, denn wären Sie es nicht, ich würde es nicht thematisieren.
          Aber das ist auch in Teilen normal, denn wie die meisten Menschen, so haben auch Eltern Wünsche, die sie sich nicht erfüllen können… (Politisch korrekter Weise attribuieren Eltern ihre Wünsche immer auf Kinder… deren Ausbildung usw.). Die Frage ist halt immer, wie man seine Wünsche rahmt: als Wünsche, die halt nicht erfüllbar sind, oder als finanzielle Defizite, für die man andere gerne zahlen lassen würde. Der Unterschied zwischen beiden ist einfach erläutert: Ich wünsche mir schon seit längerem, Grey’s Court zu kaufen, bin bislang aber noch nie auf die Idee gekommen, meine vier Katzen und meinen Hausfuchs und die Kosten, die sie mir bereiten, anzuführen, um die finanziellen Defizite zwischen meinem Einkommen und dem Einkommen, das notwendig wäre, um Grey’s Court zu erwerben und zu unterhalten, zu überbrücken… Und das, obwohl ich Grund genug dazu hätte, (wäre ich noch in Deutschland), denn weder meine Katzen, noch mein Fuchs, noch mein Jeep werden vom Steuerzahler bezuschusst, obwohl ich durch die Konsumausgaben, die der Unterhalt von allen genannten notwendig macht, die Wirtschaft ankurbele und dafür sorge, dass auch die nächste Generation noch einen Arbeitsplatz findet… Von meinen Steuerzahlungen, die ich als jemand leiste, der keinerlei öffentliche Finanzzuwendungen erhält, ganz zu schweigen….

      • Bernd Bremer sagt:

        Lieber Michael Klein,
        in Ihrer Schwarz/weiß-betrachtung vergessen Sie aber, das eine Bevölkerung Nachwuchs braucht, um nicht auszusterben. Zum Glück leben wir in einer Gesellschaft, wo sich das jeder aussuchen kann. Dummerweise leben wir aber auch in einem Land, wo finanzielle Anreize speziell für die Klientel geschaffen wird, die dann das soziale Netzwerk ausnutzt. Und dieses Klientel (arbeitsunwillige Menschen, die in Kindern finanzielle Anreize sehen, Zugewanderte ohne Ausbildung und alleinerziehende Heldinnen, die meinen ihre Kinder bis zu deren Hochzeit betüddeln zu müssen) belastet dummerweise die Sozialkassen übermäßig. Nur sehen Sie bitte auch die Familien mit eigenem Einkommen, die ohne staatliche Subventionen (Kindergeld einmal aussen vor) ein oder mehrere Kinder großziehen. Diese sind die Wiege unserer zukünftigen Gesellschaft. Meine Frau und ich haben 4 Kinder, sind beide Selbständige, zahlen entsprechende Steuern und Abgaben, sind in der privaten KV und haben letztlich für jedes Kind brav zusätzlich Kindergartenbeiträge etc. gezahlt. Ich vermute mal, das wir der Gesellschaft mehr „gebracht“ haben, wie ein kinderloses Ehepaar oder Pärchen. Ist aber auch egal. Nur müssen wir die Vollversorgung arbeitsunwilliger Kinderproduzenten senken. Da läuft es zugegebenermaßen falsch.
        Und da liegt auch BTT das Problem vieler Frauen, die fleissig sind und Karriere machen wollen trotz vorhandener Kinder. Weil zu viele Damen meinen, mit der Geburt sei der eigene berufliche Werdegang zu Ende und die Bequemlichkeit des eigenen Lebens mit dem guten Verdienst des Mannes sei für immer da. Diese massenhafte Haltung vieler fauler Damen sorgt für das Verhalten der Arbeitgeber, weil diese kaum einschätzen können, wie sich die Angestellte nach dem Erziehungsurlaub verhält. Frauen müssten sich direkt nach dem 2 Jahr zu Hause wieder in den Firmen anbieten und weiter der Firma zur Verfügung stellen. Nur das siegt dann die Bequemlichkeit sich aushalten zu lassen.

  2. fredcrist sagt:

    PS:
    Was ich zu erwähnen vergessen habe: Prinzipiell findet der Artikel durchaus meine Zustimmung. Allerdings sehe ich manche Dinge darin doch etwas anders, wie beschrieben.
    MFG

  3. Ich erinnere mal daran, dass die Kosten im Zusammenhang mit der Aussage “Leistung von Sekunden und neun Folgemonaten” erwähnt worden sind. Das ist soweit kaum bestreitbar, dass für die schiere Existenz eines Kindes mehr als diese “Investition” nicht notwendig ist, um dann Kindergeld zu beziehen oder auch sonstwo gewisse Vorteile zu erhalten. Aber Fredcrist erwähnte die Kosten auch als Maß für den Aufwand, den es braucht, bis das Kind als Mitglied der Gesellschaft selber nützlich werden kann. Zwar haben Eltern sich ganz bewusst darauf eingelassen und sollten nicht klagen. Nichtsdestotrotz ist das, was Eltern dennoch leisten, einfach nicht damit erfasst, wenn man ihr Kind nur als Subventionsfall ansieht. Kinder haben für eine Gesellschaft doch irgendwie noch eine andere Bedeutung, als nur ein Haushaltsposten in der Familienpolitik zu sein.

    Kinder sind zudem nicht einfach ein Luxusgut, ein Konsumgut, dass man sich anschafft. Auch wenn das Kind einst als Projekt Selbstverwirklichung in die Welt gesetzt worden ist, ist es doch letztlich ein Mensch, den man nicht so ohne weiteres voll in seine Pläne einspannen kann. Im Gegenteil, man muss für diesen Menschen da sein und das eben auch dann, wenn es der Selbstverwirklichung nicht dient. (Das “muss” jetzt bitte nicht als Klage über eine Pflicht missverstehen). Kurz: Als Eltern sorgt man für das Wohlergehen von eins, zwei, drei Menschen und ist darum schon durchaus ein minimal nützliches Gesellschaftsmitglied, finde ich. Eltern kommt deswegen keine Heiligkeit zu. Andere Menschen sind auch nützlich und tun etwas für andere und werden nicht subventioniert. Kein Thema. Aber ich finde es halt falsch, Eltern in diesem Zusammenhang nur auf der Rent-Seeker-Seite zu verorten.

    Ungeachtet dessen darf man sicher fragen, ob diese Politik richtig ist. Nur scheint der weite rent-seeking-Begriff zu sehr dazu zu verleiten, die Leute als gewinnorientiert zu beschreiben, auch wenn sie es nicht erstrebt haben und das ist auch nicht gerecht.

  4. jck5000 sagt:

    Ich verstehe überhaupt nicht, wie man sich über die „wenige Sekunden und neun Folgemonate-Leistung“ aufregen kann. Jedenfalls nicht in der Form, dass es damit ja nicht getan ist – mich stört vielmehr, dass das eine Leistung sein soll. Die „wenigen Sekunden“ sind ja vielmehr ein Unterlassen (der Verwendung von Verhütungsmitteln), und neun Monate essen und rumzicken schaffen auch nicht-schwangere Frauen. Aber wie Herr Klein ja schön feststellt: „Beim rent seeking ist jede Behauptung, die sich auszahlt, gerne genommen“… hier:

    „Aber Kinder machen Arbeit, die was wert ist, und kosten Geld“.

    Zu Kinder machen Arbeit, die was wert ist, impliziert michaellohmann, dass Eltern, „etwas für andere tun“, weil sie sich um ihre Kinder kümmern. Aber was soll denn bitte altruistisch daran sein, Kinder in die Welt zu setzen und sich dann darum zu kümmern? Kann denn irgend jemand außer den Eltern etwas dafür, dass die Kinder da sind? Und der Wert dieser Arbeit sind ökonomisch Opportunitätskosten: Wenn Sie sich um Kinder kümmern, können Sie nichts profitableres mit Ihrer Zeit machen. Ihre Entscheidung. Nicht mein Problem.

    Zu Kinder kosten Geld: So ist das in einer Marktwirtschaft, alles kostet Geld. Und auch wenn Herr Klein das mit Grey’s Court schon schön illustriert, nochmal ganz deutlich, fredcrist: Es macht für niemanden außer Ihnen einen Unterschied, ob Sie Ihr Geld für Windeln oder Designeranzüge ausgeben, für Babynahrung oder Champagner und ob Sie ein Kinder- oder ein Billardzimmer beheizen. Ihre Entscheidung. Nicht mein Problem.

    Und dann macht es noch einen „Aufwand, bis das Kind als Mitglied der Gesellschaft selber nützlich werden kann“. Ganz ehrlich; während ich zwar glaube, dass fredcrists studierende 350000-Euro-Kinder nicht bis an ihr Lebensende der arbeitenden Bevölkerung auf der Tasche liegen werden, ist es kein Automatismus, dass Kinder eine positive Produktivität erreichen. Das stört aber die Gesellschaft nur deswegen, weil die Kinder, falls unproduktiv, aus anderen Sozialtöpfen mit Geld überhäuft werden. Würde man auch diese Subvention der Unproduktivität einstellen, wäre das wieder ganz allein das Problem von fredcrist und seinen Kindern.

    Aber was zum eigentlichen Thema: Herr Klein schließt, dass das, was Staatsfeminismus im Kern ausmacht, der Versuch ist, wenige auf Kosten vieler zu bereichern. Bezogen auf die Frauenquoten macht das Sinn, aber wenn Sie die Kinder mit reinnehmen, stimmt das mit den Zahlen nicht mehr: 80% der Frauen (so grob) haben bis zur Menopause mindestens ein Kind, damit bereichern sich viele an wenigen. Das geht nur, wenn die wenigen enormst produktiv sind – oder gar nicht. Zumindest nicht langfristig.

    • fredcrist sagt:

      Und genau das ist mein Problem, ich habe Kinder und ich zahle noch für wen x noch mit MEINEN Steuern, als MANN. Und des Pudels Kern war der erste zitierte Satz. Darüber habe ich geschrieben. Über nichts Anderes.
      Und zum Nachdenken:

      Geschrieben steht:“ Im Anfang war das Wort!“
      Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?“
      Ich kann das Wort so unmöglich schätzen,
      Ich muß es anders übersetzen,
      Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
      Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
      Bedenke wohl die erste Zeile,
      Daß deine Feder sich nicht übereile!
      Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
      Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
      Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
      Schon warnt mich was, daß ich nicht dabei bleibe.
      Mir hilft der Geist! auf einmal seh ich Rat
      Und schreibe getrost: Im Anfang war die TAT!

      Besser können es andere nicht ausdrücken, J. Butler schon gar nicht

  5. fredcrist sagt:

    Wieso?: Weil das derzeitige Rentensystem in Deutschland eben so gestrickt ist, dass Sie lediglich Rentenansprüche an die nachfolgende Generation erwerben, indem Sie die jetzigen Rentner bezahlen.
    Und nochmals: das Kindergeld (respektive der Kinderfreibetrag) deckt bei weitem nicht die Kosten, die ein Kind verursacht. Insofern scheint mir der Begriff des rent-seekings unangebracht, was „Mittelschichtsfamilien“ angeht. Diese „subventionieren“ ihrerseits z. B. über einkommensabhängige Kindergartenbeiträge die einkommensschwachen und einkommenslosen Eltern.
    Das ist es nur, was ich richtigstellen wollte, weil die im ersten Kommentar von mir zitierte Äußerung schlicht falsch ist. Im Übrigen gehen Sie auf die von mir vorgebrachten Argumente nicht wirklich ein.
    Und wenn es schon ad personam geht: Allein von meiner Einkommenssteuer können 20 Harz IV-Leute gut leben.
    Und noch einmal: Ich habe mich an der sehr simplifizierenden Äußerung gestört.
    Und nicht nur Eltern haben Wünsche, die sie sich nicht erfüllen können. Das geht wohl auch den allermeisten Nichteltern so. Das schreibe ich, bar jeglichen Sozialneides.

    • Ah so! Nun, das Rentensystem ist nicht in Stein gemeiselt – oder? Also kann man es ändern – oder? Ich wäre (wäre ich noch in Deutschland, in England habe ich das Problem nicht) sofort bereit, in eine private Rentenversicherung einzuzahlen und die gesetzliche zu streichen.

      Es hat auch niemand behauptet, dass die Kindersubventionen kostendeckend sind. Aber merken Sie eigentlich, wie selbstverständlich sie es nehmen, dass andere, Kinderlose z.B. für Ihre Kinder mitbezahlen. Das genau ist es, was ich rent seeking nenne. Auf der einen Seite gibt es den Lebensentwurf „Eltern“, der subventioniert wird, das es kracht, auf deren anderen Seite gibt es z.B. Kinderlose, die in der Regel erwerbstätig sind und keinerlei Subventionen erhalten. Die einzige staatliche Finanzierung, die ich in meinem Leben in Deutschland erhalten habe, war Bafög und das habe ich auf Heller und Pfennig zurückgezahlt. Würde man gleiche Maßstäbe anlegen und das, was Sie über den Nutzen von Kindern sagen, ernstnehmen, man müsste von Eltern, deren Kinder den Erwartungen nicht gerecht werden, erwarten, dass sie die Fehlinvestitionen in ihre Kinder auf Heller und Pfennig zurückzahlen. Dass niemand auf diese Idee kommt, belegt einmal mehr und sehr eindrücklich, dass wir es mit rent seeking zu tun haben.

      Dass Eltern für die Nutzung einer speziellen Kinderinfrastruktur aufkommen, ist nur recht und billig, und dabei, dass sie die Erstellung entsprechende Infrastruktur finanzieren müssten, sind wird doch noch gar nicht. Insofern ist die eigentliche Subventionierung so, dass die Bereitstellung von Infrastruktur von allen Steuerzahlern finanziert wird und die Nutzungsgebühr, dann nach Einkommen erhoben wird. Anyway, Sie können die höheren Ausgaben über den Kinderfreibetrag als jemand, der Einkommenssteuer erklärt, eher geltend machen, als ein Unterschichtler über Lohnsteuer…

      Der Begriff „rent seeking“ ist genau dann auch im Hinblick auf Mittelschichtsfamilien unangebracht, wenn die entsprechenden Familien auf jegliche staatliche Zuwendung, die sie nur deshalb erhalten, weil sie fertil waren, verzichten. Es ist eigentlich ganz einfach. Wie jck5000 so schön ausführt, es ist eine Lebensentscheidung sich für Kinder zu entscheiden. Und jede Entscheidung für etwas, ist eine Entscheidung gegen etwas, das, was er Opportunitätskosten nennt. Mit der Entscheidung, Kinder in die Welt zu setzen, geht somit die Entscheidung einher, auf andere Dinge (z.B. den Lamborghini) zu verzichten. Und deshalb ist mir die Selbstverständlichkeit, mit der Eltern erwarten, von Steuerzahlern nicht nur die Infrastruktur zur Erziehung ihrer Kinder, sondern darüber hinaus noch einen Gutteil der Kosten von Kindern finanziert zu bekommen, einfach nicht nachvollziehbar. Vermutlich käme es Ihnen seltsam vor, wenn ich dafür lobbyen würde, dass Katzenbesitzer ab sofort monatlich ein Katzengeld von 150 Euro pro Katze erhalten, weil Katzen Mäuse fressen und damit die Gefahr der Übertragung für Menschen gefährlicher Krankheiten reduzieren. Vermutlich würden Sie denken, da versucht sich jemand auf meine Kosten zu bereichern. So geht es mir mit Eltern, wenngleich meine Analogie insofern falsch ist, als Katzen im Gegensatz zu Kindern einen unmittelbaren gesellschaftlichen Nutzen produzieren (Mäuse fangen).

  6. fredcrist sagt:

    Only short: Sie zahlen für Ihre Eltern in Deutschland und bitte auch in England oder woanders auf der Welt. Und darum setzen Leute Kinder u.a. auch noch in die Welt. Zumindest ein Teil hofft, dass es den Kindern besser gehen möge.
    Den Komment für die letzten abstrusen Sätze erspare ich mir. Sie glauben, zu verstehen. Aber von Liberalität in meinem Sinn haben Sie nur ganz wenig verstanden.
    Ach so nebenbei: Larmbhoghini könnte ich mir auch nochmal anschaffen, Mustung und Camarro oder wie das Teil heißt, sind nett, aber nicht Lebenselixier.
    Und nochmals: Ich halte den Satz, den ich im ersten Kommentar von Ihnen zitiert habe für zu kurz gegriffen und einer Überprüfung nicht standhaltend. Sie können natürlich bei Ihrer Meinung bleiben.
    Und ich bleibe bei meiner Meinung: Substantiell haben Sie auf meine Kritik nicht geantwortet, das finde ich schade. Leider habe ich nicht Zeit und Lust, auf alles, was Sie vorbringen dezidiert zu antworten. Eins Sei Ihnen aber auch gewiss: Wikipedia ist nicht meine Quelle.🙂 Auch als relativ alter Mann möchte ich Faustens Gedanken einfügen (natürlich im Widerspruch der HLM)
    Und nun kommt das Zitat:
    Geschrieben steht:“ Im Anfang war das Wort!“
    Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?“
    Ich kann das Wort so unmöglich schätzen,
    Ich muß es anders übersetzen,
    Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
    Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
    Bedenke wohl die erste Zeile,
    Daß deine Feder sich nicht übereile!
    Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
    Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
    Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
    Schon warnt mich was, daß ich nicht dabei bleibe.
    Mir hilft der Geist! auf einmal seh ich Rat
    Und schreibe getrost: Im Anfang war die TAT!

    Und nun kommen Sie, naja war nicht wirklich short

  7. Hans Meier sagt:

    „Liebe Leute“, was ist das für eine Diskussion.
    Ich, wollte Familie und viele Kinder, ganz bestimmt nicht wegen einer staatlichen Begünstigung.
    Dann erlebte ich den realen Wahnsinn, feministischer Zeitgeistigkeit und wurde entrechtet, ohne das je zu akzeptieren, denn zeitgeistiges Gerichts-Papier ist dümmer als Beziehungen.
    Ich habe meine Kleinen, trotz über 600 km Entfernung nicht verloren, weil ich es nicht wollte oder mich mit „finanziellen Alibis“ aus meiner persönlichen Entscheidung, bzw. Verantwortung gemogelt hätte, statt dessen habe ich soviel Lebenszeit sehr sinnvoll genutzt.
    Und hier lese ich, wie sich Leute auf die Schulter klopfen, welche „Leistung“ sie erbracht und vom Staat dafür hofiert werden wollen.
    In aller Bescheidenheit ist doch jeder seines Glückes Schmied, oder?
    Und wenn ich mir die Selbstverantwortung so oder anders vorgestellt habe, für diesen überschaubaren Zeitraum, der eine Kindheit ausmacht habe ich mich auch entschieden diese mitzuerleben und mir damit mein Leben, und das meiner Kinder, nicht mit diesen oder anderen Alibis schönzureden versucht, denn es zählt aus meiner Sicht, was ich in meinem Leben hingekriegt hab, von dem was ich wollte.

    Also, wenn ich heute glücklich bin, zuversichtliche erwachsene, nächste Angehörige zu haben, die ihren Weg erfolgreich in ihr Leben gehen und mir sehr nahe stehen, ohne sich mir verpflichtet fühlen zu müssen, dann bin ich den konstruktiven Schritt weiter, an dem so viele enttäuschten Väter und entrechteten Kinder leiden, die in diesem Blog (Agens) auch ihr Elend beklagen, weil ihnen von einer entsetzlich dummen deutschen Klassenjustiz Unrecht als Gerichtsbarkeit angetan wird.

    Da wo die Liebe fehlt, sich auf das profane Leben einzulassen, bzw. mit Kindern, die ja wohl in Liebesakten gezeugt wurden, sich zeitlebens selbst verantwortlich zu verhalten, sondern den „Staat als Schiedsrichter“ oder gar als „zahlenden Ziehvater“ zu betrachten, da hat die Liebe und der Verstand, meines Erachtens, dem kleinlichen, pekuniären Gemurkse eines Egoismus ohne Selbstverantwortung die Torheit geöffnet, unsere Existenz als Menschen, ad absurdum zu führen.

  8. Ja schade, dass der ansonsten brillante Artikel diese für die Argumentation völlig unnötige Geschichte mit den rent seeking Eltern enthält. Ich kann fredcrist nur zustimmen: das Thema ist komplex und wird mit dem Rent Seeking der Eltern unvollständig beschrieben. Ich beziehe mich hier auf Deutschland; die englischen Verhältnisse sind mir nicht hinreichend vertraut.

    Wie von fredcrist bereits richtig dargestellt (und in der weiteren Diskussion leider ignoriert), basiert das deutsche Rentensystem allein auf einer Umverteilung von jüngeren hin zu älteren Generationen. Als Kinderloser zahle ich in das Rentensystem ein, und mein Geld bekommt die ältere Generation. Meine eigene Rente wird von den Kindern der Anderen kommen. Auch dies ist eine Form des Rent Seeking.

    Zu den Kernaussagen des Artikels frage ich an, ob hier Korrelationen für Kausalitäten verkauft werden. Ist z.B. die schlechtere Performance von Unternehmen eine Folge des erhöhten Frauenanteils in Aufsichtsräten, oder kommen auch gemeinsame Ursachen für beide Phänomene (oder Zufall) in Frage?

    Diese Frage möge bitte rein methodisch verstanden werden; inhaltlich 100% Zustimmung,

    Grüßle, Radfahrer

  9. Michael klein sagte:
    „Auf der einen Seite gibt es den Lebensentwurf “Eltern”, der subventioniert wird, das es kracht,…“

    Das ist zu kurz gedacht. Zwar stimmt es, dass die Eltern finanziell etwas profitieren. Aber sofern das Geld auch zweckmäßig verwendet (und nicht verjubelt) wird, kommt es vor allem den Kindern selbst zugute. Der Lebensentwurf „Eltern“ erfährt Unterstützung, aber eben auch das Kind an sich. Wenn man das schon als rent seeking betrachten will, muss man wohl die Kinder als rent seeker einstufen, in deren Kleidung, Ernährung, Betreuung und Ausbildung das Geld des Steuerzahlers letztlich fließt. Die Eltern profitieren davon weit weniger als das Kind, gerade, wenn man an die staatlich finanzierte Bildung denkt. Als Student war ich Jahre lang in diesem Sinne ein „rent seeker“ und hatte davon einen weitaus größeren Profit, als es meine Eltern je hatten, denen die Subventionen halt nur die Kosten minderten. Ich hatte sozusagen gar keine Kosten, sondern nur Nutzen.

    Ein weiterer Denkfehler hier in der Diskussion ist es, das Kind lediglich als „Hobby“ der Eltern zu sehen. Es ist richtig, dass ich entscheide, Kinder zu bekommen und entsprechend kann ich niemand anderem die Verantwortung für die damit verbundenen Kosten anlasten. Vergessen wird jedoch, dass das Kind ein eigenständiges menschliches Wesen ist. Um dieses Wesen haben sich die Eltern zu kümmern. Diese Fürsorgepflicht besteht ganz unabhängig von den Motiven der Kinderzeugung. Was Eltern für ihre Kinder tun, mögen sie also durchaus aus Selbstverwirklichung tun (Lebensentwurf Eltern), aber sie tun es immer auch schon für diesen anderen Menschen, ihr Kind. Die elterliche Fürsorge geht also über den Eigennutz hinaus. Schließlich ist ein Kind ein Individuum, eigensinnig, mit eigenem Willen und Wünschen und daher ergibt sich vieles, was Eltern für es tun müssen, auch aus dem Bestreben des Kindes. Und das deckt sich nicht immer mit dem, was Eltern einst mit dem Kinderkriegen erreichen wollten.

    Drittens ist es auch falsch gedacht, Kinder nach ihrem künftigen gesellschaftlichen Nutzen zu messen. Nehmen wir sie als Individuen ernst, dann sind sie keine Investitionsgüter, die erst wertvoll werden, wenn sie Rendite bringen. Sie sind Menschen und damit von Anbeginn an Gesellschaftsmitglieder. Kümmern sich Eltern um Kinder, kümmern sie sich um Gesellschaftsmitglieder, tun also etwas für einen Teil der Gesellschaft. Das wiederum ist eben nicht allein bloß der Lebensentwurf „Eltern“, selbst wenn diese Fürsorge von denen zu verantworten ist, die sich für Kinder entschieden haben. Und das ist sehr wohl eine Leistung. Damit ist nicht gesagt, dass man die finanziell entlohnen müsste oder dass man Eltern dafür besonders belobigen müsste. Es geht mir nicht um die Rechtfertigung von Kindergeld usw. Mir geht es darum, das Pauschalurteil über die Eltern als rent-seeker abzuschwächen, weil es so nicht stimmt. Kinderlose kümmern sich um sich selbst. Eltern kümmern sich um Kinder. Das macht sie nicht heiliger als Kinderlose. Aber man muss das auch nicht dermaßen abwerten.

    Viertens meine ich, dass das rent-seeking wohl kaum so gravierend sein kann, wenn die Geburtenzahlen sinken, obwohl die Subventionen steigen. Offenbar wirkt der finanzielle Anreiz nicht. Der weite rent-seeking-Begriff ist einfach irreführend: seek heißt suchen, erstreben, also sollte man unter rent-seeker doch besser jene Gruppen fassen, die ihren Vorteil aktiv per Lobbyarbeit in Politik ummünzen. Nur scheint das bei Eltern nicht die Haupttriebkraft zu sein, sonst hätten die finanziellen Anreize des Staates greifen müssen. Es ist vermutlich doch eher so, dass die Eltern diese Leistungen mitnehmen, wo sie nunmal existieren. Ob sie sie wirklich so selbstverständlich einfordern? Mir sind jedenfalls keine Elternlobbies bekannt, die lautstark danach rufen. Vielmehr sollte man hier über die entsprechenden Pressure groups nachdenken, die Familienpolitik zum Thema haben und die hinreichenden politischen Einfluss gewonnen haben, dass sie halt nicht ignoriert werden können. Das hat dann etwas mit Wählergruppen, organisierten Interessen und Wahlkampfkalkülen zu tun. Und es würde weitaus mehr erklären als die pauschale Unterstellung der angestrebten Gewinnmaximierung, die vielen Eltern schlicht Unrecht tut.

  10. Robert Wachinger sagt:

    Bis auf den einen Punkt mit den „rent-seeking Eltern“ ein guter Artikel.

    Zum Thema Kinder: eine Gesellschaft ohne Kinder geht innerhalb einer Generation zugrunde (und das ist für die letzte Generation, wenn sie alt und pflegebedürftig geworden ist, auch kein Spass mehr, selbst wenn sie noch viel Geld haben). Eine Gesellschaft profitiert (im Prinzip) von ihrem Nachwuchs (nur ein Beispiel: alte Menschen sind bei weitem nicht mehr so innovativ, die ganze Infrastruktur wird von (vergleichsweise) jungen Menschen am Laufen erhalten). Und es ist nicht einzusehen, warum dieser Profit für die Gesellschaft einzig und allein von den Eltern getragen werden soll.

    Sprich: das Gejammere der Kinderlosen, daß sie so sehr damit belastet seien, auch die „persönlichen Hobbies“ (aka Kinder) der Eltern mitzufinanzieren, nervt unglaublich.

    BTW: als „Mittelschichtler“, dem es wichtig ist, daß es seine Kinder zumindest nicht schlechter haben als er selber, zahlt man für sein „Hobby“ gehörig drauf. Nur weil man Kinder hat (und evtl. sogar haben wollte) als „Rent-Seeker“ verunglimpft zu werden, ist beleidigend.

    PS: daß die Tendenz steigt, sich in gewissen Kreisen in die „soziale Hängematte“ zu legen, und dabei auch von den (u.U. vernachlässigten) Kindern zu profitieren, ist nicht den Eltern anzulasten, sondern einem Sozialsystem, das derartiges (m.M.n. asoziale!) Verhalten belohnt.

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