Happy New Year

Wir wollen es uns nicht nehmen lassen, allen Lesern dieses blogs ein Frohes Neues Jahr zu wünschen.

Und da wir wissen, dass das Neue Jahr immer mit Vorsätzen verbunden ist, die wiederum und häufig Hoffnungen wiederspiegeln, die sich auf eine Veränderung nicht zuletzt der eigenen Person beziehen, und ist nicht das Leiden an der eigenen Unzulänglichkeit nicht zuletzt das, was Feministen antreibt? … Also, wie gesagt, weil die Hoffnungen, Wünsche und unerfüllten Begehrlichkeiten häufig auf das Neue Jahr projeziert werden, hier ein kleiner Treat für alle, die im Neuen Jahr etwas anders, oder besser machen wollen:

Und ganz zum Schluss noch das unverzichtbare Wort zum Neuen Jahr, dieses Jahr von

Margaret Thatcher:

“Do you know that one of the great problems of our age is that we are governed by people who care more about feelings than they do about thoughts and ideas.”

H A P P Y 2013

2013

Wem das Video Lust auf mehr Dschungelbuch gemacht hat, hier der Link zu Amazon:
Dschungelbuch

„Alles wird gut“ – Die etwas andere Neujahrsansprache auf ScienceFiles.org

Die folgende Rede wurde spontan gehalten.

Liebe Bürger und Bürgerinnen, nein falsch: liebe Bürgerinnen und Bürger dieses Landes,

wieder neigt sich ein Jahr seinem Ende zu, ein Jahr, das uns Deutsche und uns Europäer und uns Weltbürger und uns Deutschinnen und Europäerinnen und Weltbürgerinnen wieder einen Schritt weiter nach vorne gebracht hat. Denn: Wir sind auf dem richtigen Weg, wohin er uns führen wird, warten wir’s ab, nein, das heißt, selbstverständlich wissen wir, wohin uns der Weg führt, denn wir hier in der Regierung, wir haben alles im Griff und geben die Richtung vor, die Richtung zum Heil und zum Glück und, lassen Sie es mich einfach und klipp und klar und ohne auszuweichen, mit der mir eigenen Deutlichkeit sagen: Alles wird gut!


Alles wird gut, wenn wir Bürger, also Sie, nicht ich, wenn also wir Bürger uns auf unsere Stärken besinnen und aufhören, mehr zu verlangen als wir eigentlich wollen. Wie sagte schon Dädalus zu Ikarus: Hochflug kommt vor dem Crash, und beherzigen wir seinen Rat. Wer will schon Reichtum, und wer will schon Erfolg? reduced wantsDas alles sind rationale Symbole einer überkommenen, ja hegemonialen Männlichkeit, und wir alle wissen, also ich weiß es und sage es ihnen jetzt, wohin dieser männliche Paternalismus geführt hat: In die Gräben des Ersten Weltkriegs und in die Gaskammern von Ausschwitz. Wir wissen: Kaiser Friedrich Wilhelm der II und Adolf Hitler, sie beide hatten eines gemeinsam: Sie waren Männer! Deshalb hat sich meine Regierung entschlossen, Männer aus der Regierung fernzuhalten. Und Sie werden sehen: Alles wird gut.

Hochflug, so sage ich auch immer wieder zu unseren Griechischen Freunden, obwohl die Dädalus im Original lesen könnten, wenn sie so klug wären wie ich, kommt vor dem Crash. Und was haben uns unsere Griechischen Freunde im letzten Jahr für Sorgen gemacht, dass sie im Fiasko enden werden. Aber, wir standen ihnen solidarisch zur Seite, haben die Schulden gemeinsam geschultert und nun, da die Schulden so verstreut sind, dass niemand mehr weiß, wer sie hat bzw. wer die meisten davon hat und niemand mehr weiß, wer sie jemals zurückzahlen kann, sofern sie eines Tages wieder auftauchen werden, nun, kann ich ihnen versprechen: Alles wird gut.


Auch wenn Kritiker, nicht Kritikerinnen, wie immer meinen, ein Haar in der Suppe finden zu können, und hämisch behaupten, die Staatsschulden hätten ein noch nie da gewesenes Ausmaß erreicht, so kann dies nichts an den Tatsachen ändern. Die Schulden sind nur dann so hoch, wenn man sie in Zahlenwerten bemisst, Schuldenuhrwenn man sie in ideellen Werten wie Solidarität, Liebe, Zuwendung und Schutzbedürfnis bemisst, dann verschwinden die Schulden ganz von selbst. Es ist ein Hauptziel meiner Regierung, die Fixierung auf Rationalität zu beenden, und alle Versuche, eine Verbindung zwischen Politik und Wirklichkeit herzustellen, im Keim zu ersticken. Denn erst dann fühlen wir, dass alles gut ist.

Im abgelaufenen Jahr ist Neil Armstrong gestorben. Neil Armstrong, der zwar nur kleine Schritte gemacht hat, aber dennoch in völlig übertriebener Weise darauf bestanden hat, die kleinen Schritte auf dem Mond zu machen. Und nun ist er tot. Was zeigt uns das: kleine Schritte sind dann, wenn sie auf dem Mond gemacht werden, tödlich, und deshalb dürfen wir nicht einmal auf der Erde kleine Schritte machen. Wir müssen mit dem zufrieden sein, was wir haben, was uns meine Regierung gibt, also mit immer weniger. Das sind die Kosten einer nachhaltigen Politik, die Wachstum als Ausgeburt männlicher Rationalität entlarvt und durch emotionale Zuwendung ersetzt hat, Zuwendung, wie wir sie brauchen werden, wenn die AKWs abgeschaltet sind und wir uns im Winter wieder zusammenkuscheln, damit uns warm wird. Das Ende der Rationalität hat also eine Renaissance von Zuwendung und Emotionalität zur Folge. Alles wird gut.

Alles wird gut, wenn Sie als Bürger sich auch einbringen. Wir brauchen mehr freiwilliges und vor allem unentgeltliches Engagement in der Altenpflege, in der Krankenpflege, in all den Bereichen, in denen weibliche Emotionale seit Jahren Care-Arbeit betreiben, ohne angemessen dafür entgolten zu werden. Meine Regierung hat mit einer Engagement-Offensive dafür gesorgt, dass sich die Pflegezeiten halbiert haben. Die Alten sterben nun dank freiwilliger Betreuer früher, die Kosten sinken und mit immer mehr freiwilligen Altenpflegern können wir diesen Prozess noch beschleunigen. Das ist gut für die Freiwilligen, die Sozialkassen und entlastet nachwachsende Generationen. Sie sehen: Alles wird gut.

Ein zwischenzeitlich bekanntgewordenes Hetzblog hat meiner Regierung vorgeworfen, sie sei kollektivistisch, dem Individuum nicht wohlgesonnen, ja feindlich gegenüber eingestellt. Dem ist nicht so. Wir haben Frauen gefördert. Wir haben Kinder gefördert. Wir haben Eltern gefördert. Von einer Feindschaft gegenüber Individuen kann keine Rede sein. Wir werden auch im nächsten Jahr Frauen, Kinder und Eltern fördern und dafür sorgen, dass sie weniger Zucker, Fettsäuren und schädliche Stoffe aller Art zu sich nehmen. Dazu planen wir umfassende Überwachungsmaßnahmen einzuführen, so dass im Rahmen einer individuellen Betreuung in staatlich finanzierten Suppenküchen speziell ausgebildetes Fachpersonal ein Auge auf die individuellen Essgewohnheiten haben wird. Wir sind dem Individuum also verpflichtet, und die Behauptung, wir wollten die absehbare Mängelverwaltung vorbereiten, ist nicht gerechtfertigt, vielmehr wird alles gut.

Genderforschung

Wir haben die Bildung revolutioniert. Nicht mehr Wissen, sondern Verhalten wird bewertet. Nicht der geniale Macho, sondern die unauffällige Kirchenmaus sind die Bildungsgewinner 2012. Wir haben es geschafft, Bildungsabschlüsse, diese Symbole einer rationalen Kultur zu entwerten. Niemand weiß mehr, was er sich mit einer Gymnasiastin aus Bremen einkauft und ob er nicht mit einem Sonderschüler aus Bayern besser fahren würde. Das ist ein großer Erfolg. Aber damit nicht genug: Wir haben Universitäten entwertet, Forschung verunmöglicht und unsere Universitäten zu Gender-Kaderschulen entwickelt. Dem rationalen Wissen sind wir erfolgreich zu Leibe gerückt. Wissenschaft ist nur noch emotional und nicht mehr empirisch, und deshalb wird alles gut.

Auch im nächsten Jahr wird unser Land wieder ein Hort von Innovation und Wissen sein. Wir werden neue Begriffe erfinden, neue Bereiche, die gefördert werden müssen und neue Möglichkeiten erfinden, uns selbst …, d.h. uns die Mittel, die notwendig sind, um dieses Land zu führen, dem es noch nie so gut ging wie heute, zukommen zu lassen. Und wir wissen schon heute, dass uns das gelingen wird, denn bislang hat es noch keine Mehrheit dieses Volkes gewagt, nicht zur Wahl zu gehen, und selbst wenn die Mehrheit dieses Volkes nicht mehr zur Wahl gehen sollte, wäre das kein Beinbruch, denn wie die Europäische Union zeigt, kann man auch ohne jemals gewählt worden zu sein, herrlich, nein, fraulich in die eigenen Taschen wirtschaften. Und so ist dann alles gut.

MoneySqueezeIn diesem Sinne wünsche ich allen Bürgern dieses Landes ein gesundes Neues Jahr, bleiben Sie gesund, zahlen Sie Ihre Steuern, und dann wird alles gut!

Um mal etwas gerade zu rücken: Unsere Antwort auf den Brief von Herrn Barroso

Es dauert in der Regel nicht lange, bis Studenten der Philosophie oder der Wissenschaftslehre (ich bin mir im Moment nicht ganz klar darüber, ob es im nach-Hans-Albert-Deutschland noch einen Lehrstuhl für Wissenschaftslehre gibt, aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben) und nicht nur sie über ein Bonmot stolpern, das in der Regel Sokrates zugeschrieben wird:

Ich weiß, dass ich nicht weiß“, so der Satz, den Platon in seiner Apologie des Sokrates Letzterem in den Mund legt.

The DoubterDas Bonmot bleibt zunächst Bonmot. Erst mit der Zeit, schwant einem, dass das Bonmot tiefgründiger ist, als man so denkt, denn um zu wissen, dass man nicht weiß, muss man die Lücken seines Wissens kennen, muss man sich sehr bewusst über die Beschränkung der eigenen Erkenntnisfähigkeit sein, muss man an seinem Wissen zweifeln können. Zweifel, so kann man die letzten Zeilen zuspitzen, ist der Ausdruck von Intelligenz, davon, dass man weiß, dass man nicht weiß.

Das Elend moderner Zeiten scheint mir darin zu bestehen, dass viele und viele, die den öffentlichen Diskurs bestimmen, nicht in der Lage sind, an sich zu zweifeln. Sie sind nicht intelligent genug, um überhaupt jemals auf die Idee zu kommen, dass sie an dem, was sie in die Öffentlichkeit posaunen, zweifeln könnten. Dieser Mangel an Zweifel ist insofern ein Balsam für die entsprechenden Posauner, weil er sie davor bewahrt, zu erkennen, wie lächerlich sie sich doch zuweilen machen, wenn sie z.B. behaupten, “jeder” sei nur auf biologisch männliche Personen bezogen oder wenn sie behaupten Mädchentoiletten würden die Bildung von Mädchen befördern oder wenn sie behaupten, dass wir den “Planeten kaputt essen” oder wenn sie ihre Kenntnisse über Ställe voller Geliebter von sich geben. In solchen Fällen ist nicht-Wissen dem eigenen Seelenfrieden zuträglich.

Manuel-Barosso-listeningBesonders ärgerlich wird die Ignoranz gegenüber der Beschränktheit eigener Erkenntnisfähigkeit und eigenen Wissens, wenn Bürokraten, deren Kenntnisse nicht über den eigenen Schreibtisch hinausreichen, denken, sie könnten Bürger belehren. Es ist nicht nur ärgerlich, es ist auch Resultat einer verkehrten Welt, so als würde der Schwanz mit dem Hund wackeln.

Der Brief, den uns José Manuel Barroso als Antwort darauf geschrieben hat, dass wir ihm erklärt und belegt haben, in welcher Weise seine Kommissarin für Justiz, Viviane Reding, die Öffentlichkeit zu manipulieren und an der Nase herumführen zu können glaubt, ist ein Beispiel für Schriftum eines Bürokraten, der nicht weiß, wo das eigene Nichtwissen anfängt, und der entsprechend nicht daran zweifeln kann, dass er den Bürgern, die er gerade abzuspeisen versucht, überlegen ist, ihnen etwas voraushat. Wir halten es für unsere staatsbürgerliche Pflicht solcherart Phantasterei und Realitätsverlust gar nicht erst einreißen zu lassen und haben entsprechend und in einem weiteren Brief an Herrn Barroso ein paar Dinge richtig gestellt. Wer die Richtigstellung unterstützen will, der soll sich bitte per email bei uns melden. Wir tragen ihn dann in eine Liste der Unterstützer ein.

Hier der Brief zunächst im Englischen Original und anschließend in meiner Übersetzung:

Dear Mr. Barroso,

thank you for the answer to our letter of 11 September 2012.

union-jackHowever, we do think that a gross misunderstanding took place. We did not write to you to get information about the European Commission or the official procedure preceding a proposal. We did write to you to give information to you. We happen to be specialists in scientific advice (for which we are usually well paid for) and we gave you just that. Based on our background in social research we informed you that your Vice-President V. Reding is grossly misrepresenting data, omitting data and bending results gathered in Eurobarometer survey 376. Based on our background in theory of science, we told you that there is a difference between equality and equity that V. Reding seems not to grasp. Furthermore, and based on our knowledge of the scientific research performed by colleagues of us we informed you that those studies which can be counted as reliable and valid and which do address the consequences of imposed women’s quotas come invariably to the result that imposed quotas do harm businesses. And, because we know that most people have no idea about how to assess the reliability and validity of studies, because had they any idea nobody in his right mind would quote studies conducted by McKinsey, EVA, Credite Suisse or Catalyst, we also gave you an argument that is easy to comprehend even if mathematical and statistical knowledge is almost completely lacking: Since performance is a function of experience, knowledge and capability, you cannot expect rapidly sampled women who had no time for gathering experience to perform as experienced men do. Since knowledge is linked to experience, you cannot expect rapidly sampled women who had no time for transforming experience into knowledge to perform as experienced and knowledgeable men do. And since capable women lacking in experience and knowledge would not accept a position on a board, knowing their deficiencies, it is quite easy to understand what all longitudinal studies looking into the effect the Norwegian quota had on the respective companies found: a decrease in quality with respect to decisions taken on boards followed by a rapidly declining market value.

In giving you this information, which you simply cannot have, given that you allow V. Reding to act as she does, we provided a service to you. As we know that bureaucracies lack scientific knowledge and as you yourself pointed out in your answer that you rely heavily on scientific input we thought this a good example of citizen’s participation or involvement which, if we are not mistaken is one of the things advocated by the European Commission.

We hope that we could dispose with the misapprehension under which you must have been labouring, when you wrote your answer to our letter and look forward to your adjusted reply.

Kind Regards,

Michael Klein, United Kingdom, http://sciencefiles.org; Email: mklein65@btinternet.com

Dr. habil. Heike Diefenbach, United Kingdom, http://sciencefiles.org

Mike Buchanan, United Kingdom, Campaign for Merit in Business, http://c4mb.wordpress.com/

Eckhard Kuhla, Germany, agens e.V., http://agensev.de

Prof. Dr. Gerhard Amendt, Germany

Prof. Dr. Günter Buchholz, Hochschule Hannover, Germany

Und nun in Deutsch:

Sehr geehrter Herr Barroso,

vielen Dank für Ihre Antwort auf unser Schreiben vom 11. September 2012.

GERMANYLeider haben Sie den Inhalt unseres Briefes nicht richtig verstanden. Wir haben Ihnen keinen Brief geschrieben, um  Informationen über die Europäische Kommission oder das Prozedere, das einem Vorschlag der Kommission vorausgeht, zu erhalten. Wir haben Ihnen geschrieben, um Ihnen Informationen zu geben. Wir sind Spezialisten für wissenschaftliche Beratung (und werden dafür gewöhnlich sehr gut bezahlt), und wir haben ihnen eine entsprechende wissenschaftliche Beratung gegeben (gratis!). Auf der Grundlage unserer Erfahrung in empirischer Sozialforschung haben wir Sie davon in Kenntnis gesetzt, dass ihre Vize-Präsidentin, Viviane Reding, Daten (willentlich?) fehlinterpretiert, Daten unterschlägt und sich Ergebnisse aus den Daten zurechtbiegt, die im Eurobarometer 376 gersammelt wurden. Auf der Grundlage unserer Erfahrung in Wissenschaftstheorie haben wir Ihnen erklärt, dass es einen Unterschied zwischen Gleichheit und Gerechtigkeit gibt, den V. Reding nicht zu verstehen scheint. Darüber hinaus und auf der Grundlage der Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung, die Kollegen von uns durchgeführt haben, haben wir einen Überblick über die Forschungsergebnisse gegeben, die die Wirkung von erzwungenen Frauenquoten auf die Performanz der gezwungenen Unternehmen untersucht haben. Wir haben ihnen dargestellt, dass die Studien, die man als valide und reliabel ansehen kann, ausnahmslos zu dem Ergebnis kommen, dass eine erzwungene Frauenquote in Führungsetagen den Unternehmen, die zur Frauenquote gezwungen werden, erheblichen wirtschaftlichen Schaden zufügt.

Weil uns bekannt ist, dass die meisten Menschen keine Vorstellung davon haben, wie man die Validität und die Reliabilität wissenschaftlicher Studien feststellt, denn hätten sie eine entsprechende Vorstellung, sie würden “Studien” wie sie von McKinsey, EVA, Credite Suisse oder Catalyst zum Effekt von Frauen in Vorständen publiziert werden, nicht einmal mit spitzen Fingern anfassen, weil wir wissen, dass das entsprechende Wissen auch oder gerade bei Bürokraten nicht weit verbreitet ist, haben wir Ihnen ein einfaches, auch ohne mathematische und statistische Kenntnisse leicht verständliches Argument dafür gegeben, warum sich erzwungene Frauenquoten in Führungsgremien negativ auf Unternehmen auswirken müssen: Da die Qualität einer Leistung das Ergebnis von Erfahrung, Wissen und Fähigkeit ist, kann man nicht erwarten, dass eiligst zusammen gesammelte Frauen, die keine Zeit hatten, um Erfahrungen über die Führung von Unternehmen zu sammeln, in gleicher Weise fähig sind, wie die Männer, die diese Zeit nun einmal hatten. Da Wissen mit Erfahrung verbunden ist, kann man nicht erwarten, dass schnell zusammen gesammelte Frauen die Zeit hatten, die notwendig ist, um Erfahrung in Wissen zu transformieren. Entsprechend kann man nicht erwarten, dass sie in gleicher Weise informierte Entscheidungen treffen wie Männer, die die notwendige Zeit hatten, um Erfahrung in Wissen zu transformieren. Und weil Frauen, die von sich wissen, dass sie weder die Erfahrung noch das Wissen haben, um eine Führungsposition in einem Unternehmen auszufüllen, eine ebensolche Position nicht akzeptieren würden, ist das Ergebnis, zu dem alle longitudinalen Studien, die sich mit der Wirkung der Norwegischen Zwangsquote beschäftigt haben, nicht überraschend: Nach Einführung der Zwangsquote ist die Qualität von Entscheidungen in den Führungsgremien der betroffenen Unternehmen, schlagartig schlechter geworden, die Schulden sind als Folge schlechter Investitionesentscheidungen gestiegen, der Buchwert entsprechend gesunken und als Ergebnis davon, ist der Marktwert der Unternehmen eingebrochen.

Durch die Bereitstellung dieser Informationen, die Sie offensichtlich nicht haben können, denn sonst würden Sie Viviane Reding sicher nicht in der Weise agieren lassen, wie sie das tut, haben wir Ihnen eine kostenlose Dienstleistung bereitgestellt. Da uns bekannt ist, dass in Bürokratien wissenschaftliche Erkenntnis eher selten zu finden ist, und da Sie in Ihrer Antwort selbst darauf hingewiesen haben, dass Sie auf Informationen aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft angewiesen sind, dachten wir, damit ein gutes Beispiel bürgerlichen Engagements zu geben, und soweit uns bekannt, ist es doch gerade bürgerliches Engagement, das die Europäische Kommission befördern will.

Wir hoffen, dass wir Ihr Missverständnis unseres Briefes mit diesem neuerlichen Brief beseitigen konnten, und wir freuen uns auf ihre entsprechend berichtigte Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,

Michael Klein, United Kingdom, http://sciencefiles.org; Email: mklein65@btinternet.com

Dr. habil. Heike Diefenbach, United Kingdom, http://sciencefiles.org

Mike Buchanan, United Kingdom, Campaign for Merit in Business, http://c4mb.wordpress.com/

Eckhard Kuhla, Germany, agens e.V., http://agensev.de

Prof. Dr. Gerhard Amendt, Germany

Prof. Dr. Günter Buchholz, Hochschule Hannover, Germany

Ein Fall für die Psychiatrie? Verfassungrichterin sieht überall Geschlecht

Die wahnhaften Störungen (paranoiden Störungen) zählen zu den faszinierendsten und erschreckendsten Erscheinungsformen der Psychopathologie. Es gibt bei einer paranoiden Störung nur ein typisches Symptom: einen anhaltenden Wahn. Ein Wahn ist eine Überzeugung, an der starr festgehalten wird. Trotz gegenteiliger Information über ihren Inhalt und Mangel an sozialer Unterstützung für ihre Realitätsangemessenheit hat sie sich festgesetzt” (Zimbardo, 1995, S.626)”

Stellen Sie sich vor, sie laufen durch die Welt und sehen überall nur Geschlecht, nein, nicht Geschlecht, Gender (Gender ist nämlich konstruiert und Geschlecht ist nicht konstruiuert, oder so). Sie werden morgen von einem Wecker geweckt. Typisch männlich hegemonialer Wecker (der Wecker!), der keinen Widerspruch duldet und klingelt, bis man ihm den Garaus macht. Angenehme Emotionalität vermittelt dagegen die Zahnbürste, ein Gefühl von Reinheit und Sauberkeit, ebenso wie die Wäsche, bei der nur der Kragen stört, kein Wunder, den der Kragen ist ja auch männlich. Das Frühstück zeigt weitere gerndertypische Verhaltensweisen, der Kaffee ist natürlich wieder zu heiß, der tägliche Anschlag auf ihren Gaumen. Die Butter ist streichzart, die Käsescheibe ein Beispiel domestizierter Männlichkeit, und der Orangensaft ist wie immer zu sauer. Und dann treten Sie hinaus in die vergenderte Außenwelt, die Welt voller Fremder, Anderer, Andersgeschlechtlicher, die Welt in der Geschlecht, nein Gender, die grundlegende Kategorie ist, die Brille, durch die wir die Welt betrachten, wie Verfassungsrichterin Susanne Baer vermutlich aus eigener Erfahrung zu berichten weiß.

Danisch_FrauenquoteWenn Sie bislang gedacht haben, ich scherze und schreibe hier eine Glosse: Weit gefehlt! Alles hier ist toternst, so ernst, dass es in den Gewerkschafts-Blättern für deutsche und internationale Politik abgedruckt wurde und so ernst, dass Susanne Baer, deren Weg zur Verfassungsrichterin von Hardmut Danisch so detailgetreu nachgezeichnet wurde, die Verfassung ändern will. Denn, falls sie es noch nicht gewusst haben, die Verfassung ist männlich.
Um die Tragweite dieser Enthüllung bessser verdauen zu können, hier das weibliche Mitglied des Bundesverfassungsgerichts, die Richterin Susanne Baer, im Original:

Ansonsten bezieht sich das Grundgesetz … weithin nur auf Männer, denn es ist expiizit männlich formuliert: ‘Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt.’ … ‘Jeder hat das Recht, seine Meinung (…)’ … ‘jedermann hat das Recht’ zur Petition. Sprachlich eindeutig auf Männer bezogene Formulierungen finden sich auch im staatsorganisationsrechtlichen Teil der Verfassung: die Einwohner (Art. 29), die Staatsbürger (Art. 33), die Vertreter des ganzen Volkes (Art. 38)…”

Ist das manisch? Da sage noch einer, Verfassungsrichter, nein, Verfassungsrichterinnen müssen Deutsch können. Ich fange am besten mit dem Indefinitpronomen (unbestimmte Fürworte) an: Jeder. Jeder bezieht sich auf eine Gesamtmenge und hebt einzelne Bestandteile hervor (was “jeder” von “alle” unterscheidet). Für Frau Baer ist “jeder” nun kein Indefinitpronomen, sondern männlich, nicht etwa baergrammatikalischen Geschlechts männlich, nein, biologischen Geschlechts männlich, denn nach Ansicht von Frau Baer meint “jeder” nur Männer. Wenn ich also schreibe: Jeder Verfassungsrichter, der nicht in der Lage ist, zwischen einem grammatikalischen und einem biologischen Geschlecht zu unterscheiden, ist zu entlassen, dann fühlt sich Frau Baer nicht angesprochen, denn nach ihrer Vorstellung ist sie kein Verfassungsrichter, sondern eine Verfassungsrichterin. Um sie los zu werden, müsste man also jeder Verfassungsrichterin, die kein Deutsch kann, den Stuhl vor die Tür stellen. Nein, jetzt hat sich doch das ‘jeder’ glatt im Dativ eingeschlichen. Im Dativ werden wir Susanne Baer also nicht los, da hilft nur der Akkusativ. Mehr als Akkusativ werden wir in der Welt von Baer auch nicht haben, jedenfalls dann nicht, wenn wir ihrer Geschlechtsmanie gerecht werden wollen (Genitiv geht auch noch, wie ich sehe)., In jedem Fall ist die Deklination von Indefinitpronomen, die das Pronomen ein männliches grammatikalisches Geschlecht annehmen sieht, verboten: Wer Baer loswerden will, braucht Akkusativ.

Nun zu den Einwohnern, den Staatsbürger, bei denen die Verfassunsrichterin Baer den weiblichen Anhang vermisst. Deshalb weiß Baer, die Einwohner sind so männlich wie die Ameisen, die Kartoffeln, die Besserverdiener oder die Katholiken. Bei den betreffenden Kollektivbegriffen ist es wie bei den Indefinitpronomen, sie bezeichnen eine Menge, die Menge der Einwohner, der Katholiken, der Kartoffeln. Über die Zugehörigkeit zur entsprechenden Menge entscheidet das Kriterium “Kartoffel”, “Einwohner von X” oder “Religionszugehörigkeit: katholisch”, aber nicht das Geschlecht, auch wenn sich Frau Baer in ihrer Gendermanie das gar so sehr wünscht.

Angesichts dieser Verballhornung der deutschen Sprache, die uns weit hinter die Gebrüder Grimm zurückwirft, kann man eigentlich nur hoffen, dass irgend jemand (noch so ein Indefintivpronomen, dieses Mal im Nominativ und für Frau Baer vermutlich nicht weiblich genug) die Texte von Frau Baer Korrektur liest, jedenfalls dann, wenn irgend jemand verhindern will, dass sich das Bundesverfassungsgericht lächerlich macht; so lächerlich wie Frau Baer, die in ihrem Beitrag zu den “Blättern für nationale und internationale Politik” die folgenden Sätze veröffentlicht:

‘Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt.’ Nicht nur sprachlich bezieht sich dieser Satz auf Männer. Auch faktisch war und ist die freie Entfaltung der Persönlichkeit vergeschlechtlicht. Das zweite Rechtssubjekt, der Bürger als Grundrechtsträger, als Mann, hatte historisch völlig andere Entfaltungsmöglichkeiten als die Frau…”

Es ist dies eine doch massive Verallgemeinerung, was etwas überraschend ist, da Baer in ihrem Text (zu Beginn des Textes und nach einigen Seiten des Fabulierens ist das offensichtlich vergessen) vor einer “stereotype[n] Reduktion auf das Geschlecht” auf “die Frauen” gewarnt hat (Männer darf man offensichtlich stereotypisieren). Davon weiß Frau Baer ein paar Seiten weiter und gemäß dem Motto, was kümmert mich mein Geschwätz von vor zwei Seiten, nichts mehr. Und erst einmal in Fahrt beglückt sie ihre Leser gleich mit weiteren Einsichten, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.

language_is_key“Die Würde des Menschen ist unantastbar. Da steht der Mensch im Mittelpunkt, endlich und gegen die Schrecken nationalsozialistischer Herrschaft mit ihrem völkischen Rassismus [So jetzt haben wir das Dritte Reich endlich auch unter. Das ist immer gut, wenn man Punkte für sich machen will, die affektiv und nicht inhaltlich sind… Bei manchen klappt’s.]. Das ist ein entscheidender Schritt in der großen Geschichte der Moderne, des Rechtsstaats, des Konstitutionalismus mit der Bindung an die Grundrechte. Doch muss auch dieses Fundament kritisch reflektiert werden. Historische Untersuchungen zeigen sehr deutlich, dass ‘Würde’ ein durchaus geschlechtsspezifisches Konzept ist: die Würde des Mannes, die schnell zur errungenen Ehre wird, ist dann ganz verschieden von der Würde der Frau, die schnell zu Tugend, Sittsamkeit und Scham muitiert.”

Wir lernen, dass manche Abstrakta empirisch unterschiedlich gefüllt werden können. Wir lernen, dass diese Unterschiede Frau Baer nicht passen, weil sie offensichtlich mit Sittsamkeit und Tugend und mit Scham ein Problem hat und mit Ehre vermutlich auch. Vor allem aber hat sie ein Problem mit Individualität und damit, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Dinge in ihrem Leben wichtig und richtig und würdevoll finden. Frau Baer träumt offensichtlich von einer gleichgeschalteten Welt, vom umfassenden Sozialismus, in dem es keine Unterschiede mehr gibt, in der sich die Intersektionalität, wie das in Genderkreisen heißt, aufgelöst hat, in der sich also keine sozialen Unterschiede mehr finden.

Ich finde diese Idee in genau einem Punkt ansprechend, verspricht sie doch eine Möglichkeit, Genderisten wie Frau Baer loszuwerden. Nun, da wir wissen, dass das Amt des Verfassungsrichters für weibliche Richter nicht mit Würde, sondern mit Scham und Tugend verbunden ist, und Frau Baer davon nichts hält, wäre es doch sinnvoll, das entsprechende Amt ganz ohne Scham abzuschaffen – oder? Das wäre auch ein Beitrag, um die sozialen Verwerfungen in der Gesellschaft, wie sie durch Intersektionalität entstehen, also dadurch, dass Frau Baer für ihren Unsinn fürstlich entlohnt wird, während Karl X täglich bei der Müllabfuhr Schwerstarbeit verrichtet und nur einen Bruchteil dessen verdient, was Frau Baer für die Bereitstellung von Unsinn als Mitglied des Bundesverfassungsgerichts erhält, zu beseitigen.

bearOder setzen wir Richterinnen wie Frau Baer auf Wasser und Brot bis sie gelernt haben, die deutsche Sprache zu bedienen. Aber das wird wohl nicht gehen, und deshalb wird Frau Baer auch weiter versuchen, uns einen Baeren aufzubinden, und weiterhin werden wir lesen müssen, dass Frau Baer auf den ersten Seiten ihrer Beiträge z.B. gegen die Versorgerehe ins Feld zieht, um gegen Ende ihrer Beiträge zu enthüllen, dass sie eigentlich nichts gegen das Arrangement einzuwenden hat, das Frauen zu Hause bleiben und Kinder aufziehen sieht, während Männer das Geld verdienen. Das einzige, was Frau Baer daran stört ist, dass die “Care”-Arbeit der Frauen, die zuhause bleiben [wozu sie übrigens niemand gezwungen hat] nicht bezahlt wird: “Erziehungsarbeit, Pflegearbeit, Beziehungsarbeit, Hausarbeit, also das gesamte Spektrum der Reproduktionsarbeit”. Wie gut Frau Baer sich vermutlich bei dieser Forderung fühlt und wie schlecht sie sich fühlen würde, würde man von ihr verlangen, dass sie ihrer Haushaltshilfe ein Gehalt zahlt, das nicht in unmittelbarer Nähe zum Mindestlohn rangiert, also z.B. 30 Euro pro Stunde, ist jedermanns “guess”. Ich meine dennoch, wenn man die Beseitigung der Intersektionalität der Gesellschaft, der sozialen Ungleichheit auf seine Fahnen geschrieben hat, dann sollte eine angemessene Bezahlung der eigenen Haushaltshilfe doch möglich sein, oder?

Aber natürlich wird Frau Baer nichts von ihrem Gehalt abzwacken, um die sozialen Unterschiede in Deutschland, von denen sie so gut lebt, zu beseitigen. Darum geht es ihr auch nicht. Sie will nichts in der Empirie ändern, sondern ihre fixen Ideen durchsetzen und damit wäre ich wieder bei der Definition angekommen, die diesen post eingeleitet hat. Und so bleibt nur zu fragen, was Genderisten als nächstes entwürdigen wollen. Lehrer will kein anständiger Mensch mehr werden, Politiker wollte ein anständiger Mensch sowieso nur widerstrebend werden und Verfassungsrichter will nun auch niemand mehr werden, der noch alle fünf Sinne beisammen hat. Insofern – um einmal Dr. habil. Heike Diefenbach zu zitieren – hat Frau Baer nicht nur Frauen, sondern uns allen einen Baerendienst erwiesen.

P.S.

Ich danke Arne Hoffmann dafür, mich auf den Unsinn von Verfassungsrichterin Baer aufmerksam gemacht zu haben. Arne hat das Thema in seinem Blog auch schon behandelt.

Frau Baer und der von Ihr verbreitete Unsinn hat auch Hadmut Danisch zu einem post inspiriert: Über die Lächerlichkeit des Bundesverfassungsgerichts

Das Letzte vor Weihnachten: Das Familienminist und das Gott

Während man bei der EU darüber nachdenkt, wie man traditionelle Rollenbilder aus Kinderbüchern entfernen kann (was das für Dornröschen bedeutet, wage ich mir gar nicht vorzustellen, und wen die Hexe statt Hänsel fressen will, darauf bin ich schon richtig gespannt), also während man bei der EU nachzudenken versucht, ist man bei der Bundesregierung schon einen Schritt weiter und hat die leidige Frage der Differenzierung durch Benutzung bestimmter Artikel, die noch dazu in der deutschen Sprache in zwei von drei Fällen ein grammatikalisches Geschlecht zum Ausdruck bringen, dadurch gelöst, dass der Artikel „das“ nunmehr die Artikel „die“ und „der“ ersetzt.

Nach Recherchen von rubbish press hat sich die Bundesregierung noch nicht Schildbuergerzu der Frage unbestimmter Artikel geäußert, was vermutlich daran liegt, dass derzeit fieberhaft an einem neuen unbestimmten Artikel der weder „ein“ noch „eine“ ist und somit kein grammatikalisches Geschlecht nahelegt, gearbeitet wird. Nach Informationen eingeweihter Kreise gehen derzeitige Überlegungen dahin, anstelle von „ein“ und „eine“ sowie den Deklinationen davon (eines, einer, einen) nunmehr nur „ei“ zu verwenden, ei sei zum universellen Einsatz vorgesehen und solle zudem an die Stelle von z.B. „man“ treten. Über die dabei entstehenden Probleme mit dem nämlichen Gegenstand, den „das“ Huhn produziert, wird offensichtlich noch gestritten. Damit sich die Leser von ScienceFiles jedoch bereits jetzt an die neue Nomenklatur der deutschen Sprache gewöhnen, hier die richtige Fassung einer falschen Meldung aus „das WELT“.

Um die richtige Fassung zu erstellen, war es notwendig, alle Genderismen zu bereinigen. Die dabei entstandene Version von Deutsch erinnert mich an etwas, was ich im Moment nicht genau benennen kann, aber vielleicht fällt es ja einem der Leser ein.

Angela Merkel (ob man in Zukunft noch Vornamen, die eindeutige Geschlechtsangaben darstellen, verwenden darf, wird derzeit geprüft) stellt sich hinter „das Gott“.

Das Gott ist nach Einschätzung das Bundesregierung nicht beleidigt, wen es als das Gott angesprochen wird. „Was (Ersatz für Wer) an das Gott glaubt, das (Ersatz für dem) sind das Artikel egal“, erklärte Regierungssprache (Ersatz für Sprecher), Steffen Siebert. Das Ausdruck ‚das liebe Gott‘ haben in das Herzen (Ersatz für den) vieler Menschen seit Jahrhunderten ei Platz. Wenn ei (Ersatz für man) das Gott anders anspricht, dringen das Gebete auch durch.

Das Familienminist Kristina Schröder (CDU) hatte zuvor heftig (neue Schreibweise ohne “e”) Kritik aus das Reihen das Union für das Aussage geerntet, das männliche Artikel bei das Redewendung „das liebe Gott“ sei eigentlich egal und ei könne auch das Gott sagen.

Schröders Sprache Christoph Steegeis (neue Schreibweise von Steegmans)  führte sogar das Papst als Zeug (neue Schreibweise ohne “e”) ins Feld. „Das Papst Benedikt höchstpersönlich schreibt in seiner Jesus-Biografie: „Natürlich ist Gott weder Mann noch Frau“, sagte Steegeis. „Das Kritiker sollten also nicht päpstlicher sein als das Papst“.

Damit soll die letzte Meldung vor Weihnachten ihr Bewenden haben. Ich will an dieser Stelle nur nebenbei darauf hinweisen, dass das biologische Geschlecht von „das Gott“ etwas gänzlich anderes ist als das grammatikalische Geschlecht von „das Gott“. So wie das biologische Geschlecht der Katze nicht mit dem grammatikalischen Geschlecht der Katze übereinstimmt. Wer zwischen biologischem und grammatikalischem Geschlecht nicht unterscheiden kann, muss folglich annehmen, dass jedes mit einem grammatikalischen Geschlecht versehene Objekt (a) ein Lebewesen ist und (b) der Spezies der Säugetiere angehört.Die Physiker Die Dummheit, obwohl grammatikalisch betrachtet weiblichen Geschlechts, ist dennoch nicht auf das biologisch weibliche Geschlecht beschränkt, auch wenn man gerade  einen ganz anderen Eindruck gewonnen haben könnte. Ebenso verhält es sich mit der Begriffsstutzigkeit, der Langsamkeit, der Idiotie oder der Demenz. Sie alle sind grammatikalisch weiblichen Geschlechts, aber nicht biologisch weiblichen Geschlechts (Aufmerksame Leser werden bemerken, dass ich mir den Spass erlaubt habe, das grammatikalisch weibliche Geschlecht im Dativ mit dem grammatikalisch männlichen Artikel zu paaren… Man soll die Hoffnung auf einen Aha-Effekt ja auch bei das Familienminist nie aufgeben … I am feeling desperate). Die Meinung, nach der abstrakte sprachliche Konventionen sich  in der Realität auffinden lassen würden, und somit die Unfähigkeit zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem zu unterscheiden, ist ein unter Essentialisten weit verbreitetes Leiden. Und seit der Konstruktivismus, aufgrund des mit ihm verbundenen Versprechens, dass auch noch der letzte Unsinn rechtfertigbar ist, von Essentialisten wie das Familienminist mit Begeisterung aufgenommen wurde, hat sich dieses Leiden zu einer Pandemie entwickelt, bei der nur überraschend ist, dass sich die WHO noch nicht darum kümmert.

Aber in diesen Zeiten des ideologischen Wahnsinns, in denen die Nicht-Irren sich, dem Rat Dürrenmatt folgend, ins Irrenhaus geflüchtet haben und außerhalb des Irrenhauses jeder Unsinn und sei er auch noch so groß, möglich ist, ist anscheinend nichts mehr, wie es einmal war.

Dennoch wünschen wir allen Lesern von ScienceFiles, die mit uns der Meinung sind,

dass am 24. Dezember Weihnachten ist:

FROHE WEIHNACHTEN!

sciencefiles_xmas

Translate »
error: Content is protected !!