Equal Pay Day – Funktionärsgebrabbel und Wirklichkeit

Wissen Sie, warum regelmäßig normale Tage oder ganze Wochen mit irgendwelches Symboliken überfrachtet werden? Da gibt es den Tag der Arbeit, den Muttertag, den Tag der Einheit, den Boy’s Day und den Girl’s Day, den Frauentag und das sind nur einige der besonderen Tage. Der volle Umfang der besonderen Tage bietet sich dem Auge des Betrachters auf den entsprechenden Seiten der UN, jener Organisation, die Blauhelme in Länder schickt, um dort zu sein, die Mandate vergibt, um UNRIC-DELänder, die keine Blauhelme wollen, zu überrennen, und deren Vertreter sich ansonsten mit Reden und Forderungen hervortun. Wen wundert es, wenn die Funktion einer Organisation sich weitgehend in Sprachübungen erschöpft, dass sich die Vertreter der entsprechenden Organisation als besonders kreativ im Erfinden sprachlicher Widmungen für “Tage” zeigen? Wer an diesem Talent der UN-Vertreter zweifelt, der möge einen Blick auf die “Liste der besonderen Tage” werfen. Hier finden sich u.a.:

  1. der internationale Tage des Radios (13. Februar)
  2. der internationale Tag der Muttersprache (21. Februar)
  3. der Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden (8. März)
  4. der internationale Tag des Glücks (20. März)
  5. der Welttag der Poesie (21. März)
  6. welttollwutder Welt Tuberkulose Tag (24.März)
  7. der internationale Tag der Mutter Erde (22. April)
  8. der Internationale Tag des Jazz (30. April)
  9. der internationale Tag gegen Kinderarbeit (12. Juni)
  10. der Tag des öffentlichen Dienstes (23. Juni)
  11. der internationale Tag der Freundschaft (30. Juli)
  12. der Welt-Tollwut Tag (28. September)
  13. der internationale Tag der menschlichen Solidarität (20. Dezember)

Fehlt was? Vermissen Sie einen Tag, z.B. den Tag der Fingerfarben, den Tag der Erfindung des Penicillin, den Tag der Karosserie und des Fahrwerks oder den Tag des Erwachens? Ist noch ein Tag ohne Widmung? Der 8. Mai zum Beispiel oder der 24. Dezember, aber halt, am 24. Dezember, da war schon was. Was nur? Man verliert so leicht den Überblick, bei all den besonderen Tagen des Jahres. Wie dem auch sei, trotz aller Tageswidmungen ist die UN für einen Tag nicht verantwortlich, nämlich den Equal Pay Day. Dafür will nicht einmal, wie es scheint, die UN die Verantwortung übernehmen. Wo der Equal Pay Day herkommt, kann man der in ideologischen Dingen wie immer bestens unterrichteten Wikipedia entnehmen.

Der Equal Pay Day feiert jährlich ein Goldenes Kalb, das vor einigen Jahrzehnten erfunden wurde und dessen bpwKern in der Behauptung besteht, dass Frauen trotz gleicher Qualifikation für die gleiche Arbeit weniger Lohn erhalten als Männer. Diese Behauptung, ein Mantra des Staatsfeminismus, hat dabei geholfen, unzählige Frauenfunktionäre in Lohn und Brot zu bringen und es hat mit dem Begriff “Gender Pay Gap” auch in Deutschland eine anhaltende Präsenz gefunden, wenngleich es in letzter Zeit Bestrebungen gibt, von Entgeltgleichheit zu sprechen. Ungeachtet seines Ursprungs ist der Equal Pay Day ein Fest, das sich Staatsfeministen in Deutschland nicht entgehen lassen können und so finden wir z.B. beim DGB eine traute Runde empörter Aktivistinnen, die die “Entgeltgleichheit endlich gesetzlich regeln” lassen will. (Ist Ihnen schon aufgefallen, dass der Staat als Regler an die Stelle von Gott getreten ist? Früher hat man die Kirche angerufen, um etwas zu regeln, heute den Staat, geändert hat sich indes die Zahl und Gruppe derer, die von den Regelungen profitieren…). Die ScienceFiles-Lesern gut bekannte Ingrid Sehrbrock (“unsere” Ingrid) hat sich dieses Mal Verstärkung geholt und gemeinsam mit Hannelore Buls und Edda Schliepack anlässlich des “diesjährigen Equal Pay Day” ein “RECHT auf Mehr” gefordert.

Wir haben auf ScienceFiles schon wiederholt gezeigt, dass es kein Gender Pay Gap gibt. Da aber manche sich entschlossen haben, begriffstutzig sein zu wollen und weiterhin versucht wird, das Gender Pay Gap in die Hirne der Bundesbürger einzuhämmern, so wie man früher versucht hat, die Erde als Scheibe und im Zentrum des Universums im Hirn von Menschen zu verankern, präsentieren wird hier abermals die gesammelten Beweise der Beiträge auf ScienceFiles, die bislang gezeigt haben, dass das Gender Pay Gap erfundener Unsinn ist.

Das Gender Pay Gap ist eine Erfindung

Unter Statistikern ist es bekannt, dass man mit Daten ziemlich leicht Artefakte erzeugen kann. Artefakte beschreiben z.B. Unterschiede auf Aggregatebene, die keinerlei Sinn tragen, die sich als bloßer Unterschied darstellen, wie ihn z.B. eine Statistik darstellen würde, die den Alkoholkonsum zwischen Deutschland und Ägypten vergleicht und aus der der Schluss abgeleitet werden würde, dass in Deutschland nur Säufer leben, weil der Pro-Kopf-Verbrauch im Vergleich zu Ägypten um ein Vielfaches höher ist. Da in Ägypten das Trinken von Alkohol zumindest in Öffentlichkeit verboten ist, käme vermutlich niemand, der bei Verstand ist, auf die Idee, ein Alk-Gap auszumachen und für Deutschland das Verbot von Wein und Bier zu fordern. Aber das Gender Pay Gap ist etwas anderes sagen diejenigen, die daran glauben, wie alle Gläubige, denen ihr Fetisch genommen wird. Deshalb will ich demonstrieren, wie einfach es ist, ein Pay Gap zu erfinden, in dem ich auch eines erfinde, das Nord-Süd Bundesland Pay Gap oder kurz: das Bundesland Pay Gap.

Bundesland Pay Gap

Die Abbildung zeigt die auf Bundesland aggregierten Bruttoeinkommen der Haushalte in den entsprechenden Bundesländern. Die Daten stammen vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (2009). Wie man sieht, bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern im Hinblick auf das Haushaltseinkommen. Ich habe die rot markierten Bundesländer zu südlichen Bundesländern erklärt und die blauen als nordliche angesehen und die durchschnittlichen Haushaltseinkommen für die beiden Ländergruppen der nördlichen und südlichen Bundesländer berechnet. Als Ergebnis habe ich für die südlichen Bundesländer ein monatliches Haushaltseinkommen von Euro 3396 und für die nördlichen Bundesländer ein solches von Euro 3134 erhalten. Das beweist die Existenz eines Bundesland Pay Gap (wenn man unterstellt, dass die meisten Haushalte ihr Einkommen durch Arbeit erzielen). Das Gap beträgt gut 8%! Ich hoffe, die “Existenz” dieses Bundesland Pay Gap wird ähnliche Reaktionen z.B. bei den Gewerkschaften nach sich ziehen, wie die “Existenz” des Gender Pay Gaps, da das Bundesland Pay Gap viel grundlegender ist als das Gender Pay Gap. Norddeutsche haben wie Süddeutsche zwei Hände, zwei Füße und ein Gehirn, entsprechend ist es unglaublich, dass sie, obwohl gleich ausgestattet, geringere Einkommen erzielen. Eine Ungerechtigkeit, die beseitigt werden muss!

So einfach ist es, ein Pay Gap zu konstruieren.

Dass derart konstruierte “Gaps” auf einer Reihe von Annahmen basieren, die letztlich nicht haltbar sind, weil nämlich die Grundgesamtheit zu diffus ist, als dass sich ein entsprechendes Pay Gap aufrecht erhalten ließe, haben wir erstmals in einem Beitrag vom 20. April 2011 gezeigt. Die Argumentation in ihrer leichten Verständlichkeit lautete: Wenn man zwei Gruppen vergleicht, in denen der Anteil halbtagstägiger, unerfahrener und zeitweise nicht verfügbarer und entsprechend motivierter Arbeiter unterschiedlich hoch ist, dann muss man sich nicht wundern, wenn unterschiedlich hohe Durchschnitssgehälter daraus resultieren. Da Frauen im Durchschnitt weniger arbeiten als Männer, entsprechend weniger Erfahrung haben, da sie weniger Wert auf eine Karriere legen, entsprechend weniger Motivation mitbringen und andere, in der Regel geringer bezahlte, aber einfacher zu verrichtende Berufe wählen als Männer, muss man sich nicht wundern, wenn die für Frauen aggregierten Einkommen einen geringeren Durchschnitt aufweisen als die für Männer aggregierten Einkommen. Wen das wundert, den kann man nur als dumm bezeichnen.

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Statistik-Grundlagen 2.Semester

Dass Beruf, Berufserfahrung, Ausbildung, Schulabschluss, Berufssparte usw. einen Effekt auf das Verdienst haben, hat man auch bei Eurostat, hauptverantwortlich für die Berechnung des Gender Pay Gap, bemerkt. Entsprechend ist die ursprüngliche Erfindung eines Gender Pay Gap als “unbereinigtes” Gender Pay Gap (22%) nach-spezifiziert worden und ihm ein bereinigtes Gender Pay Gap (8%) an die Seite gestellt worden, das wiederum eine Reihe der Variablen, von denen oben die Rede war, in Rechnung stellt. Über dieses “bereinigte” Gender Pay Gap haben wir bereits am 22. April 2011 berichtet. Damals haben wir darauf hingewiesen, dass dann, wenn man versucht, relevante Variablen zu berücksichtigen, die das Gender Pay Gap als die Erfindung, die es nun einmal ist, erklären, es nützlich wäre, alle relevanten Variablen zu berücksichtigen. Entsprechend haben wir am Beispiel der besser bezahlten Überstunden, von denen Männer mehr machen als Frauen, gezeigt, wie schnell das Gender Pay Gap verschwindet und wie schnell sich zeigt, dass Frauen tatsächlich nicht schlechter, sondern sogar besser bezahlt werden als Männer. Letzteres Ergebnis setzt voraus, dass man den Arbeitsaufwand, die Arbeitszeit in Rechnung stellt und somit ein Maß für Entgeltfairness, nicht Entgeltgleichheit berücksichtigt. Aber natürlich geht es Gewerkschaften nicht um Fairness, sondern um Gleichheit.

Schließlich haben wir in mehreren Beiträgen gezeigt, dass die Gehaltsunterschiede zwischen der Gruppe der Frauen und der Gruppe der Männer nicht auf die Diskrisminierung von Frauen zurückzuführen sind, sondern darauf, dass Frauen bestimmte Lebensentscheidungen treffen, die als Folge ein geringeres Gehalt nach sich ziehen. Während Frauen, so sie diskriminiert würden, dem Willen anderer unterworfen wären, sind sie also für ihr geringeres Durchschnittsgehalt durch ihre eigenen Lebensentscheidungen selbst verantwortlich. Die entsprechenden Beiträge:

Ich finde, wir haben bei ScienceFiles deutlich und selbst für begriffsstutzige Funktionäre nachvollziehbar gezeigt, dass es kein Gender Pay Gap gibt, das man, weil es durch Ungerechtigkeit entstanden ist, beseitigen müsste. Wer dies dennoch fordert, ist entweder dumm oder er versucht, sich einen Vorteil zu verschaffen. Dies sollte jeder, der die Reden zum “Equal Pay Day” zur Kenntnis nimmt, im Hinterkopf behalten.

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