Erziehung zum (Selbst-)Hass – das neue Curriculum an deutschen Schulen

von Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein

collage_schuleIm letzten Post haben wir dargestellt, womit derzeit an deutschen Schulen, genauer: an bayerischen Gymnasien versucht wird, Schüler bereits frühzeitig an der Entwicklung von Verstand und vor allem kritischem Geist zu hindern. Wer nun gedacht hat, die geistige Armseligkeit des Pamphlets sei nicht mehr zu überbieten, der sieht sich getäuscht. Ein Leser von ScienceFiles, der gerne auf die Jagd im Internet geht, hat beim Schiller Gymnasium in Hof, die “Prüfungsfragen” gefunden, die Schüler der Jahrgangsstufe 8 im Gymnasium, also 13 bis 14jährige, beantworten müssen, nachdem sie mit dem Unsinn “Ist der Klimawandel ein Mann?” konfrontiert wurden.

Da es uns bereits beim Lesen von “Ist der Klimawandel ein Mann?” die Sprache verschlagen hat und uns bereits “Ist der Klimawandel ein Mann?” an den Punkt gebracht hat, wo uns keine Superlative und keine Bewertungen mehr einfallen, die deutlich machen, ein wie großer Unsinn dieses Machwerk darstellt, sind wir im Hinblick auf die Bewertung der Prüfungsfragen wirklich ratlos. Das ist jedoch nicht weiter tragisch, denn wenn das Entsetzen weicht, dann wird der Blick frei für das, was in deutschen Schulen, was mit Prüffragen, wie den im Folgenden dargestellten, erreicht werden soll, was damit beabsichtigt ist.

Eine kurze Zusammenfassung: “Ist der Klimawandel ein Mann?” besteht aus der Behauptung, dass Männer im Gegensatz zu Frauen “dicke Autos” fahren und (vermutlich fette) Steaks essen und deshalb die Umwelt mehr belasten als Frauen. Frauen belasteten die Umwelt zwar auch, machten dies aber durch Engagement für das Gemeinwohl wett und seien es ansonsten und im Gegensatz zu Männern gewohnt, für andere mitzudenken.

Was hätten wohl Forscher wie Amos Tversky und Daniel Kahneman, die versucht haben, die Grenzen rationalen Denkens auszuloten, angesichts einer derartig erratischen und kaum mehr als Denken zu bezeichnenden Aneinanderreihung wilder Behauptungen gesagt. Vermutlich wären sie ähnlich sprachlos wie wir.

Doch weiter mit der Analyse des Textes. Im letzten post, haben wir gefragt, wie man überhaupt auf die Idee kommt, die Schuld am vermuteten Klimawandel nach Geschlecht aufzuteilen. Die Antwort springt einem ins Gesicht, wenn man die Prüfungsaufgaben liest und sich in Erinnerung ruft, dass an deutschen Schulen ein Krieg gegen alles, was man als männlich ansieht, was von Genderisten der traditionellen Männerrolle zugeordnet wird, stattfindet. In den Prüfungsfragen wird dies zu einem Krieg gegen real existierende Männer.

Dazu wird das Zerrbild, das in “Ist der Klimawandel ein Mann?” entworfen wird, geradezu in die Köpfe der Jugendlichen (13- bis 14jährige) gehämmert. Das Zerrbild basiert auf der Grundlage, die Faschismen und Rassismen aller Jahrhunderte immer gewählt haben, auf der Behauptung, dass es “die Männer”, also eine homogene Gruppe mit Penisen ausgestatteter Wesen gäbe, die sich in Fleischkonsum und Autovorliebe nicht untereinander, wohl aber von der homogenen Gruppe der Frauen unterscheiden. Diese Form der Homogenisierung von Gruppen, der Nivellierung tatsächlich vorhandener Unterschiede ist die erste Zutat in der Suppe des Hasses, des Faschismus, die an deutschen Gymnasien gerührt wird.

Die zweite und letzte Zutat besteht immer darin, die homogene Gruppe, die man gerade geschaffen hat, also “die Männer”, mit negativen Attributen auszustatten und die Attribute der Gruppe so anzuhaften, dass ein Gedanke an “Männer” mit dem entsprechenden Attribut, z.B.: “Umweltverschmutzer” einhergeht. Als besonders wirkungsvolle Form zur Konnotierung von Begriffen hat sich die klassische Kondititionierung erwiesen. Klassische Konditionierung basiert darauf, einen Stimulus (Begriff), der zu einer bestimmten Reaktion führt, solange mit einem Attribut zu kombinieren, bis es reicht, das Attribut zu nennen, um die Reaktion zu erzielen.

BehaviorismusDa es bereits gelungen ist, den Erhalt der Umwelt für die nächste Generation mit positiven Werten zu verbinden und sich kaum jemand fragt, warum man sich als aktuell Lebender zurückhalten sollte, nur um zukünftig vielleicht Lebenden … ( ja was eigentlich) zu ermöglichen, sind die Reaktionspaare “Umweltschutz – gut” und “Umweltverschmutzung – schlecht”, bereits etabliert. Klimawandel wird in der Öffentlichkeit, in Medien und Schulbüchern ausschließlich als “manmade” und schlecht dargestellt, und entsprechend kann man die Reaktionspaare direkt ersetzen: “Klimawandel – schlecht” – “Schutz des Klimas (oder so) – gut”. Die Konditionierung erfolgt nun über das Einpauken der Verbindung: “Männer – befördern Klimawandel – böse” und “Frauen – vermeiden Klimawandel – gut”, woraus folgen soll, und zwar in klassischer Konditionierung: “Männer = böse”, “Frauen = gut”. Belohnung oder Bestrafung, wichtige Bestandteile klassischer Kondititionierung erfolgt über die Benotung – so einfach ist das. Wir haben in unserem Leben noch nicht viel gesehen, das primitiver war, als dieser Versuch, affektive Konnotierung durchzusetzen, der, wenn er gelingt, 13- bis 14jährige in generelle Feindschaft oder Hass gegenüber Männern versetzt, aber: here we are, es ist so primitiv:

Prüfungsaufgabe 2 dient einzig und allein der Konditionierung der Begriffspaare “Männer = böse”, “Frauen = gut”.

Aufgaben Hasserziehung

Na, sind Sie endlich davon überzeugt, dass Männer Umweltschweine sind und Frauen die besseren Menschen, die sich um Gemeinwohl und Umwelt in gleicher Weise sorgen? Sind Sie endlich überzeugt davon, dass Männer und Frauen homogene Gruppen darstellen und dass die eine Gruppe, “die Männer”, böse sind, während die andere Gruppe, “die Frauen”, gut sind? Vielleicht sind wir mit “böse” und “gut” auch nicht up to date, vielleicht geht es mehr darum, die Bösen umzuerziehen und den Jungen in der Schule vor Augen zu führen, dass sie die Wahl haben sich zu einem minderwertigen Mann zu entwickeln oder zu einem hochwertigen “neuen” (a-sexuellen?) Wesen, das keine dicken Autos fährt und keine Steaks ißt und vor allem nicht kritisch und rational denkt.

Falls Sie immer noch nicht überzeugt sind, dass Sie als Mann minderwertig sind, weil sie z.B. rationale Vorurteile mit sich herum tragen wie: niemand lebt auf dem Planeten ohne die Umwelt zu belasten, also belasten auch oder selbst Frauen die Umwelt, falls das bei Ihnen so ist, dann kann Ihnen geholfen werden:

Erziehung zum Hass2

Wie Sie nun gelernt haben sollten, gibt es nicht näher bekannte, aber dennoch vorhandene wissenschaftliche Studien, die bestätigen, dass es typisch männliche und weibliche Verhaltensweisen gibt und dass es vor diesem Hintergrund gerechtfertigt ist, festzustellen, dass Frauen umweltbewusster sind, auch wenn sie mehr Milchprodukte verzehren als Männer (also obwohl sie nicht umweltbewusster sind).

Die offene Art und Weise, in der an deutschen Schulen 13- bis 14jährigen Schülern Hass eingetrichtert wird, die perfide Art und Weise, in der Jungen an deutschen Schulen zum Misstrauen ihrem Geschlecht gegenüber erzogen werden, in der ihnen gesagt wird, Du bis als männlicher Mensch falsch, aber Du hast die Chance Dich zu läutern und unmännlich zu werden, grenzt nicht mehr an Indoktrination, sie hat die Grenze längst überschritten und erinnert uns mehr an die Erziehungslager, in denen Nicolae Ceaușescu die Angehörigen seiner Leibgarde gedrillt hat. Es erinnert an die Initiationsriten, die Heinrich Himmler in seinem Traumschloss Wewelsburg durchgeführt hat und durchführen ließ. Und es erinnert an Inquisition, denn diejenigen, die Männer, die nach Ansicht der Genderisten falsch sind, können zwischen dem angeblich richtigen Leben und dem Scheiterhaufen wählen.

Mit Pädagogik oder der Erziehung von Jugendlichen zu selbstbestimmten und kritischen Mitgliedern ihrer Gesellschaft hat das Ganze überhaupt nichts zu tun.

Freedom dignity skinnerDie hier dargestellte primitive Form der Manipulation und Konditionierung der Jugendlichen, die doch so gerne als besonders schutzbedürftig hingestellt werden, von den selben übrigens, die die vermeintliche Schutzbedürftigkeit so gerne ausnutzen, scheint einem Plan zur Volksverdummung entsprungen zu sein, Teil eines Versuchs, Verstand und Ratio aus dem menschlichen Erbgut zu beseitigen und durch Affekt und Gefühl zu ersetzen, denn diejenigen, die durch Gefühle geleitet werden, sind ein Spielball in den Händen derer, die wissen, welchen Stimulus sie einsetzen müssen, um eine gewünschte Reaktion zu erzielen. Dass Gegenstand dieser Konditionierung der Hass auf Männer ist, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass wir in einem Zeitalter leben, in dem paranoide Männerhasser angetreten sind, die Welt nach ihrer Wahn-Vorstellung umzugestalten.

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