Unsinn der Woche: Pro-Quote in der Medizin

Stammleser, die ScienceFiles folgen, werden sich vielleicht gefragt haben, warum wir keinen Beitrag zur Frauenquote, die nunmehr per Gesetz und im Schnelldurchgang implementiert werden soll, gebracht haben. Der Grund dafür ist leicht zu benennen: Wir haben schon alles zur Frauenquote geschrieben, was es dazu zu schreiben gibt.

    Eine Frauenquote, die Unternehmen aufgezwungen wird, ist:

  • ein Verstoß gegen das Prinzip der unternehmerischer Freiheit,
  • ein Verstoß gegen das meritokratische Prinzip, denn belohnt wird per Gesetz Geschlecht und nicht Leistung,
  • krudes Nutznießen von weißen Mittelschichtsfrauen, die offensichtlich von sich denken, sie hätten nicht genug Kompetenz und fachliche Qualifikation vorzuweisen, um ohne Quote in entsprechende Positionen zu kommen,
  • und weil dem so ist, ist die Frauenquote ein Race-to-the-Bottom, eine Selbstselektion, bei der leistungsfähige und kompetente männliche und weibliche Personen abgeschreckt und nicht oder wenig leistungsfähige bzw. kompetente weibliche Personen angezogen werden.

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Wer das jeweilige Explanans zu diesen Konklusionen lesen will, der sei auf die folgenden Beiträge verwiesen:

  1. Warum man als Frau gegen eine Frauenquote sein muss: Journalisten fragen, Dr. Diefenbach antwortet.
  2. Fiktion und Fakt: Einmal mehr erweist sich die Frauenquoten-Saga als Lüge
  3. Alles Lüge: Feministisches Rent-Seeking durch Frauenquoten
  4. Eine Frauenquote ist rational nicht begründbar
  5. Die gesellschaftlichen Kosten einer gesetzlichen Frauenquote
  6. Wer ist eigentlich für eine Frauenquote?

Wenn wir mit diesem Post unser bisheriges Schweigen brechen, dann deshalb, weil uns ein Hinweis auf einen selten dummen Text in die Mailbox geflattert ist, der nur ein Ergebnis haben kann:

Die Auszeichnung zum “Unsinn der Woche”.

Pro quoteweb-100Dabei handelt es sich um einen von “Ärztinnen und Wissenschaftlerinnnen, Medizinstudentinnen und Frauen aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft und des Gesundheitswesens” (man beachte die Hierarchie in dieser Abfolge!) unterzeichneten Offenen Brief, der wirklich an Unsinn kaum zu übertreffen ist.

Damit unsere Leser auch in den vollen Genuss der gesammelten Ladung von Unsinn kommen, hier der Offene Brief im Wortlaut:

“Sehr geehrter Herr Bundesminister, Dekane, Präsidenten, Direktoren und Vorstände!

[Absatz 1]Die Zukunft der Medizin ist weiblich. Heute sind mehr als 60 Prozent der Studierenden im Fach Medizin Frauen. Auf den Führungspositionen der Medizin stagniert die Quote von Ärztinnen seit Jahren unter 10%, an der Spitze stehen über 90% Männer.

[Absatz 2]Erst wenn auch Ärztinnen an entscheidenden Stellen tätig sind und Therapiekonzepte und Strukturen gestalten, werden wir den Gegebenheiten und Anforderungen unseres Gesundheitswesens gerecht – denn auch mehr als die Hälfte unserer Patienten sind weiblich!

Es ist Zeit etwas zu ändern.

[Absatz 3]Wir fordern, dass Führungspositionen in Universitätskliniken und Krankenhäusern und in allen Gremien der Universitäten und der ärztlichen Selbstverwaltung im Laufe der nächsten fünf Jahre zu 40%, bis 2023 zu 50% mit Frauen besetzt werden – und zwar auf allen Hierarchiestufen.

Wir freuen uns auf eine baldige Antwort von Ihnen, die wir auf unserer Website
www.pro-quote-medizin.de veröffentlichen möchten.

Mit freundlichen Grüßen
Die Unterzeichnerinnen”

Wo soll man anfangen? Am besten wir gehen absatzweise vor:

Absatz 1:

Double facepalmWenn die Zukunft der Medizin weiblich ist, weil derzeit 60% der Studenten im Fach Medizin Frauen sind und man der Ansicht ist, dass man die 40% Männer, die Medizin studieren eben einmal als marginale und nicht weiter beachtenswerte Gruppe ansehen kann, dann hat dies dennoch überhaupt nichts mit der Tatsache zu tun, dass heute, also jetzt, 90% der “Führungspositionen der Medizin” mit Männern besetzt sind. Nach wie vor, auch wenn es in der Teilchenphysik Experimente gibt, die die Zeit zurückdrehen können, ist Zeit für die meisten Menschen ein Prozess, der aus der Vergangenheit kommt und über die Gegenwart in die Zukunft verläuft. Wenn man also nicht argumentieren will, dass die 60% weiblichen Studenten sofort auf Führungspositionen gehievt werden müssen, weil sie aus eigener Kraft und aufgrund eigener Qualifikation und vielleicht auch wegen mangelnder Motivation weder bis 2020 noch bis 2023 dazu in der Lage sein werden, dann macht der erste Absatz schlicht und ergreifend keinen Sinn.

Absatz 2

scully facepalmDer im zweiten Absatz enthaltene Biologismus sollte jeden dazu veranlassen, sich die Namen der Unterzeichnerinnen genau zu merken und dann, wenn er als männlicher Patient mit einer der Unterzeichnerinnen als behandeltem Arzt oder Zahnarzt konfrontiert ist, das Weite zu suchen, sind die Unterzeichnerinnen doch der Ansicht, dass weibliche Patienten nur von weiblichen Ärzten behandelt werden können, da nur diese in der Lage sind, die relevanten Therapiekonzepte und Strukturen zu entwickeln.

Wer einen derartigen Unsinn schreibt oder unterschreibt, wer tatsächlich der Ansicht ist, ein entzündeter Blinddarm könne nur von einem weiblichen Arzt fachgerecht aus einem weiblichen Körper entfernt werden, der hat damit nicht nur belegt, dass sein intellektuelles Niveau irgendwo zwischen Unsinn und Wahnsinn oszilliert, sondern auch, dass er eine wandelnde Bedrohung im Arztkittel ist, die vor allem für männliche Patienten gefährlich werden kann. Vielleicht sollte man vor diesem Hintergrund, die rund 19.000 durch Behandlungsfehler Getöteten und die rund 190 000 durch Behandlungsfehler Verletzten, die der AOK Krankenhausreport 2014 benennt, daraufhin untersuchen, ob der behandelnde Arzt weiblich war.

Absatz 3

run for your lifeOffensichtlich sind die Unterzeichnerinnen der Ansicht, allein ein abgeschlossenes Studium in Verbindung mit einem weiblichen Geschlecht qualifiziere den Inhaber dazu, eine Führungsposition einzunehmen. Tatsächliche Leistung und Motivation, nicht zu sprechen von Kompetenz und fachlicher Qualifikation spielen entsprechend keine Rolle. Wer derartiges in die Welt setzt, bei dem sind entsprechende Rückschlüsse darauf, welche Kompetenzen und fachlichen Qualifikationen er denn vorzuweisen hat, mehr als angebracht, denn offensichtlich sind Kompetenzen und fachliche Qualifikationen bei ihm in einem Ausmaß vorhanden, die einem als Patienten das kalte Grausen bereiten. Offensichtlich sind die Unterzeichnerinnen der Ansicht, ihre eigene Kompetenz und fachliche Qualifikation reiche nicht aus, um in Führungspositionen zu gelangen und entsprechend müsse man mit einer Quote nachhelfen. Einer solchen Ärztin will man doch besser nicht in die Hände fallen.

Deshalb sehen wir es als unsere zivilbürgerliche Pflicht hier auf die Liste der Unterzeichnerinnen zu verlinken, damit Leser, sollten sie jemals in die Lage kommen, einen Arzt zu benötigen und in der Lage sein, ein Wörtchen dabei mitzusprechen, wer sie behandelt, wissen, wen sie besser meiden.

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27 Responses to Unsinn der Woche: Pro-Quote in der Medizin

  1. Michel Houellebecq says:

    Nein, zur Quote wurde noch nicht alles gesagt. Finde ich zumindest- und ich habe das gesamte Thema komplett, bis in die hintersten volkswirtschaftlichen, betriebswirtschaftlichen und politischen Winkel hinein durch recherchiert. Selbst in der von Ihnen einst verlinkten Studie über das “Vorzeige”modell Norwegen (Kenneth Ahern und Amy Dittmar) blieb ein wesentliches Detail unbeleuchtet: Bis 2009 sank die Zahl der am OBX Index (Oslo Børs Index) kotierten Firmen auf unter 70 Prozent des Niveaus von 2001, während die Zahl der nicht kotierten Aktiengesellschaften um 30 Prozent stieg! Es gibt noch viel mehr zu sagen zu diesem ausserordentlich schrägen Thema. Mein Text steht und umfasst, je nach Satzspiegel, zwischen 8 und 12 Buchseiten.

  2. Angst vor starken Frauen?

    Ja, vor solchen starken Frauen wie der Quotenrückenmarkschirurgin sollte jeder Angst haben.

    Danke Frauenwahlrecht.

  3. Da kann einem ja Angst und Bange werden. Unlängst hatte ich darüber geschrieben, dass statt Gleichberechtigung hier Gleichstellung erfolgt, aber nur im oberen Teil der Jobpyramide und nicht im unteren – niemand fordert z.B. eine Frauenquote für die Stadtreinigung oder eine Frauenquote für die Schwerindustrie, obwohl auch dort Frauen stark in der Minderheit sind.

    Nun wird aber auch deutlich, dass es nicht nur darum geht in die guten Positionen zu kommen, sondern, dass davon auch ganz konkret Gefahren ausgehen. Ich hatte mich ja schon merh oder weniger damit abgefunden, dass in der Poltik Ämter nicht nach Kompetenz sondern nach Machtfülle besetzt werden, und dass es deshalb in vielen Entscheidungen an Kompetenz mangelt, erschreckend ist es zu sehen, dass sich das jetzt auch in der Wirtschaft einschleicht, und dann auch gleich noch in den wichtigen Positionen.

    “Brave new world”, wir müssen tapfer sein. Danke für den Artikel!

  4. a.behrens says:

    Interessant ist, dass sogar Tote (von einer Quotenfrau behandelt?) die Liste unterzeichnen dürfen: Etwa dieser hier: http://pro-quote-medizin.de/portfolio/prof-dr-med-heinrich-fritsch/

    Im Ernst: Auf der Eingangsseite sind eine Reihe von Männern aufgeführt. Mit schönem Bild, tollen Spruch und wohlklingenden Titel. Scheinbar hat aber keiner dieser Männer den Aufruf unterschrieben, denn auf http://pro-quote-medizin.de/unterzeichnerinnen/ werden die Männer (nur Stichproben geprüft!) _nicht_ aufgeführt.

    Für mich bedeutet das: Der Aufruf schmückt sich mit fremden Federn. Aber so ist das halt bei der Quote: Der Besitz einer Vagina ist wichtiger als tatsächlich _selbst_ erbrachte Leistung.

  5. Blacky says:

    Unterstützenswerter Ansatz.
    Ich bin konsequenterweise auch dafür, daß verunfallte weibliche Autoinsasseninnen nur noch von weiblichen Feuerwehrleuteninnen aus den Autos geschnitten werden und von weiblichen Rettungsassistentinnen behandelt werden sollten.

  6. Meier, Hans (Kempten) says:

    “Der Grund dafür ist leicht zu benennen: Wir haben schon alles zur Frauenquote geschrieben, was es dazu zu schreiben gibt.”

    DAS IST TEIL DES PROBLEMS: Ihnen geht es um Wahrheit. Die ist einmal formuliert und damit basta.

    DENEN aber geht es nicht um Wahrheit, denen geht es um Durchsetzung von Forderungen. Die werden deshalb wiederholt, wiederholt, wiederholt, bis Widerspruch einfach deshalb nicht mehr erfolgt, weil kein vernünftiger Mensch sich dauernd wiederholen möchte.

    Leider gehts hier nicht um Wahrheit, sondern um Hartnäckigkeit.

    • Das Schöne an einem blog ist, dass die Texte fortlaufend sind und entsprechend wieder gefunden werden können. Alles, was wir gesagt haben, ist gesagt. Es steht unter der entsprechenden Adresse auf ScienceFiles zur Verfügung und kann solange verlinkt werden, bis diejenigen, die versuchen, sich selbst und ihrem Abhängigkeitsgefolge ein Auskommen zu schaffen, einen Link auf ScienceFiles nicht mehr sehen können. Anders formuliert: Dass wir alles gesagt haben, was es zu sagen gibt, hindert keinen Leser daran, das, was wir gesagt haben, wieder und wieder und noch einmal zu verlinken.

      • Henning Veitgen says:

        Dennoch, Michael – man kämpft nicht gegen Argumentationen, sondern gegen nationale und transnationale Strukturen. Es ist schlicht kein Zufall, dass seit der Frauenkonferenz in Peking 1995 und die Implentierung feministischer oder genderistischer Positionen inzwischen fast 20 Jahre ins Land gelaufen sind, während die argumentative Entgegnung ständig der Politik hinterherhinkt.

        Wenn also die totalitäre Vorteilnahme aus der Politik und den Volks-, wie auch Nebenparteien stranggleich zieht, ist jeder Versuch über Blogs oder Internetseiten eine Gegenöffentlichkeit herzustellen nur Zielgruppenspiel, während die Karawane der öffentlichen Meinung und Politik trotz des Gebells einfach weiterzieht. Der Kampf um Liberalität, Demokratie, Teilhabe oder Aufklärung ist schlichtweg gescheitert – wer das vertiefen wollte, zieht die eigenen Schlüsse daraus.

        Und wie praktisch das ist: Denn gerade das Internet ist doch Zeugnis, welch bewundernswerte Möglichkeiten unser demokratisches System bereithält. Jeder hat nicht nur die Möglichkeit auf seine fünfzehn Minuten Berühmtheit, sondern für die Pluralität und den Wettbewerb der Ideen scheint gesorgt – zumal sich der Bürger (siehe AfD) auch politisch organisieren kann. Was natürlich an der Marginalität anderer Entwürfe nichts ändert, wenn einem Großteil der Bevölkerung weiterhin Gender Mainstreaming nicht bekannt ist oder Parteien nach den gleichen traditionellen oder prekären Ursachen gewählt werden, wie man sich als Anhänger von Bayern München oder Borussia Dortmund für “den” Verein aufstellt.

        Wo aber ist die akademische Debatte an den Universitäten unter Studenten, vielleicht auch Professoren? Nu, wenn 60 Prozent der Medizin-Studentinnen einen Karriereschub qua Geschlecht versprochen bekommen, dann muss keine eine Feministin sein, um dass sich nicht genug finden, die es auch ohne politische Absicht sehr nützlich finden, wenn es Beförderung for free gibt.

        • @Henning Veitgen (((“Wenn also die totalitäre Vorteilnahme aus der Politik und den Volks-, wie auch Nebenparteien stranggleich zieht, ist jeder Versuch über Blogs oder Internetseiten eine Gegenöffentlichkeit herzustellen nur Zielgruppenspiel, während die Karawane der öffentlichen Meinung und Politik trotz des Gebells einfach weiterzieht. “)))

          So ist es.

          Sogar schlimmer, denn man muss ja geradezu das Gegenteil vermuten. Das, was wir in Blogs anprangern (“Jetzt schau dir mal die spinnerten Frauen von Pro-Quote in der Medizin an”) wird von Frauen gelesen und FÜR GUT befunden. Es ist also Werbung für noch mehr Frauenquoten.

          Mehr als 50% der Akademikerinnen und mehr als 70% der Frauen wollen die Quote. Da helfen keine Argumente. Kürzlich schrieb mal einer: “Nachdem man alle Argumente schön ausgebreitet hat, kommt eine und sagt ‘Repräsentation ist wichtiger als Qualifikation’, und das war’s dann mit all den Argumenten”.

          Die Quote ist nicht in den Köpfen spinnerter Politiker entstanden sondern bloß Folge des Frauenwahlrechts, da die Mehrheit des Elektorats Frauen sind und die Mehrheit der Frauen Quoten wollen.

          Frauenquoten sind gelebte Demokratie.

          Das hat alles längst die Ebene des Argumentierens verlassen. Wer keine Quoten will, muss an der Demokratie selbst Änderungen vornehmen (z.B. Eignungstests einführen). Es geht um Millionen (weltweit wahrscheinlich Milliarden) wahlberechtigter Quotenbefürworterinnen, nicht darum, wer die besseren Argumente hat.

    • @Hans Meier (((“DAS IST TEIL DES PROBLEMS: Ihnen geht es um Wahrheit. Die ist einmal formuliert und damit basta. DENEN aber geht es nicht um Wahrheit, denen geht es um Durchsetzung von Forderungen. Die werden deshalb wiederholt, wiederholt, wiederholt, bis Widerspruch einfach deshalb nicht mehr erfolgt, weil kein vernünftiger Mensch sich dauernd wiederholen möchte.”)))

      Genau so ist es, und sogar noch schlimmer: Denn teilweise müssen diese Forderungen noch nicht einmal wiederholt werden, sondern werden einfach ins Englische übersetzt, wo es dann keinen Unterschied mehr gibt zwischen “Gleichberechtigung” und “Gleichstellung”, und werden dann per internationalen Verträgen/Abstimmungen durchgedrückt.

      So auch vor einigen Wochen: Während sich die “Männerrechtler” um Worte streiten (“Gleichberechtigung” vs “Gleichstellung”), werden im EU-Parlament Tatsachen geschaffen: 68% der EU-Parlamentarier stimmten im EU-Parlament für EU-weite Frauenquoten in der Wirtschaft.

    • rolandtluk says:

      “Die werden deshalb wiederholt, wiederholt, wiederholt”

      Richtig. Dabei werden die Wiederholungen immer nur kurzen Sätzen oder Parolen formuliert.

      Das ist Propaganda-Lehre und die wird regelmäßig in den Nachrichtenmedien angewendet oder von platzierten PR-Kampagnen.

      Ich geben Ihnen einige Beispiele: “Fachkräftemangel”, “Eneuerbare Energien”. Legendär Merkels “Sozial ist was Arbeit schafft”. Die Parole hat sie beim ThinkTank ISNM aufgeschnappt.
      Aber am liebsten wird das Wort “Freiheit” missbraucht, gleich neben “Gerechtigkeit”.

  7. karstenmende says:

    Ich Neige zu der Überzeugung, dass es, wenn auch noch nicht gesetzlich determiniert, schon diverse “Quoten-Ärtztinnen” gibt, und dass diese bereits ihr, durch Inkompetenz gekennzeichnetes,Unwesen treiben. Ich persönlich hatte das Pech, einer solchen Zahn”ärztin” augeliefert gewesen zu sein. Und das ist schon fast 10 Jahre her. Der Gedanke, alle Kunstfehler und Verpfuschungen auf ihre geschlechtlichen Urheber hin zu untersuchen ist mir auch schon gekommen. Allgemein muss leider davon ausgegangen werden, dass ein überwiegend mit Ideologie durchsetztes Studium mangelhafte fachliche Kompetenzen nach sich zieht. Das zeichnet sich besonders bei Studentinnen ab. Wenn ihnen während der ganzen Studienzeit eingetrichtert wird, dass fachliche Kompetenz zweitrangig ist und das (weibliche) Geschlecht maßgeblich, fällt logischerweise die Motivation zur fachlichen Reife in ein tiefes Loch. Die so genannte “weibliche Intuition” soll die Lücke der fachlichen Kompetenz gänzlich ausfüllen. “Gender” macht’s möglich. Allein der Umstand, dass dieser Unsinn offensichtlich von angehenden “Medizinmännerinnen” geglaubt wird, lässt einem die Faust in der Tasche verkrampfen. Ich rate daher allen intelligenten Menschen, schon jetzt weiblichen Medizinern aus dem Weg zu gehen, auch wenn diejenigen, die Kompetenz vorweisen können, unter diesem Rat zu leiden hätten. Aber in diesem Fall geht es um die persönliche Sicherheit eines jeden Patienten, und viel Platz für Irrtümer und Fehler hat man als Patient leider nicht.

  8. jck5000 says:

    Ich kann mich gerade nicht entscheiden, was ich schreiben will, und hätte diesen Post fast überlesen (danke Feedly). Also erstmal polemisch:

    Wie an den Unterzeichnenden Prof. Dr. Maike de Wit (Chefärztin), Dr. med. Karen Müller-Schlüter (Ltd. Oberärztin) und Hedwig François-Kettner (Pflegedirektorin) ganz besonders deutlich wird, haben Frauen enorme Probleme, in leitende Positionen in der Medizin zu kommen.

    Polemik Ende, denn das zeigt, dass offenbar denkbefreite, unlogisch argumentierende Menschinnen bereits in Positionen sind, in denen sie jetzt noch mehr denkbefreite, unlogisch argumentierende Menschinnen sehen wollen, weil… äh… ja. Mehr als “sie selbst auch nicht die notwendige Qualifikation haben, um da hinzukommen” fällt mir nicht ein.

    Das Medizinstudium per se ist sowieso sehr frauenfreundlich, wenn man (wie ich) den Studien glaubt, dass Frauen besser auswendig lernen als Männer (während letztere besser Zusammenhänge verstehen). Das moderne Medizinstudium besteht zum größten Teil aus Auswendiglernen, was dann in Form von Multiple-Choice-Tests abgefragt wird. Da ist kein Verständnis, kein selbständiges Denken gefragt (nebenbei an die SF-Betreiber: Wenn es dazu eine Studie gäbe, dass m/f in MC-tests anders abschneiden – ich kenne keine, Sie vielleicht schon…)

    Dass Mediziner dann für ein Machwerk unter dem Niveau einer Bachelorarbeit in [beliebiges Fach] einen Doktortitel bekommen, ist auch ein nebenbei erwähnenswertes Thema. Aber eine Dissertation zeugt nicht (unbedingt) von praktischer Kompetznz, also lassen wir das außen vor…

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass in der heutigen, genderorientierten Zeit eine Erhebung (die der AOK) ohne Erfassung des Geschlechts des behandelnden Arztes stattgefunden hat. Insofern könnte man davon ausgehen, dass Frauen da schlechter abgeschnitten haben – das wäre aber unbegründet und böse und sexistisch.

    Aus meiner persönlichen Erfahrung sind Ärzte im Allgemeinen deutlich inkompetenter, als sie selbst denken. Das gilt für beide Geschlechter; ich bevorzuge männliche Ärzte allein aus dem Grund, dass sie weniger Mitleid haben. Nun kenne ich die Zahnarzterfahrung von Herrn Mende nicht, kann aber meine schildern:

    Ich war beim Zahnarzt (m) wg. akuter Zahnschmerzen. Wurzelbehandlung notwendig. Ich: “Betäuben Sie das bitte ordentlich?” – Er: “Na klar”.
    Ohne negative Erinnerungen Prozedur überstanden, danach leider eine Infektion, weil er Mist gebaut hat. Und es – ohne Schmerzen, abgesehen von der einen Nacht – top in Ordnung gebracht hat. Dennoch bin ich, auf vielfache Empfehlung, beim nächsten Problem zu einer Zahnärztin. Ich: “Betäuben Sie das bitte ordentlich?” – Sie: “Das ist nur eine Kleinigkeit, das spüren Sie gar nicht”.
    Fazit: Das war eine glatte Lüge. Und Mist gebaut hat sie auch.

    Ich gehe nicht mehr zu weiblichen Ärzten. Die haben kein Mitleid und kein Verständnis. Ich gehe aber überhaupt nicht gern zu Ärzten, die haben keine Ahnung und zu wenig Pragmatik. Meine Frau z.B. hat gelegentlich gesundheitliche Probleme, die sich durch Sauerstoffinhalation lösen lassen (wissen wir aus der Praxis der Notärzte). Denken Sie nun, Sie bekommen eine Flasche Sauerstoff von einem Arzt verschrieben? Natürlich nicht. Dann verdienen die ja nichts mehr. Teuer ist das auch, medizinischer Sauerstoff kostet fast 100 Euro für eine kleine Flasche. Glücklicherweise ist das eigentlich nicht so teuer, wenn man auf die Zertifizierung verzichtet; das Lieferfahrzeug bleibt aber das gleiche (der Sauerstoff kommt von einem Tauchladen, der mit dem Sauerstoff beliefert wird, der vom Krankenhaus übrig bleibt). Trotz Kosten von rund 200 Euro für Flasche und Druckminderer (das ist kein halber Tag Krankenhaus) ist meine Frau mittlerweile seit Jahren sehr glücklich mit der Lösung; die Kosten für Nasenbrillen (ca. 30 cent) und Sauerstoff (6 Euro/Füllung) sind lächerlich… und die Krankenkassen freut es sicher auch, dass sich die Patienten um sich selbst kümmern. Vor diesem Hintergrund ist für mich/uns aber jegliches Rumgejammere von Ärzten, dass sie zu wenig verdienen, per se idiotisch – sie haben es nämlich einfach nicht verdient.

    PS: Es gibt gute Ärzte. Wenige. Und die behandeln fast ausschließlich Privatpatienten. Aber auch bei denen ist die “viel Geld mitnehmen” – Fraktion ausgeprägter. Zum Testen: Als Asthmatiker fragen Sie Ihren Hausarzt für Notfälle nach einem Cortison-Inhalator (der hilft nämlich deutlich besser, geht aber vom “Budget” des Arztes ab) und als Migränepatient nach Tramadol (dito). [Hinweis: Tramadol macht süchtig. Aber das erklärt Ihnen Ihr Arzt und Ihr Apotheker hundertmal, auch ohne dass Sie fragen].

    • a.behrens says:

      @jck5000: “Sie: “Das ist nur eine Kleinigkeit, das spüren Sie gar nicht”.”

      Ich muss über Ihre Wortwahl meckern: Schmerzmittel zu geben ist keine Frage des Mitgefühls, sondern des Respekts vor einem Menschen. Der Arzt gibt Ihnen das Schmerzgefühl nicht aus Mitgefühl, sondern aus Respekt vor Ihrer Entscheidung, als Respekt vor Ihrem geäußertem Willen.

      Die Verweigerung ist dagegen eine Respektlosigkeit. Und im Zweifel auch schlichter Sadismus. Die vielfach geäußerte These von weiblicher Empathie ist für mich ein Mythos. Weinerlich: ja. Empathisch: Nein.

      Ich gehe übrigens auch nicht mehr zu weiblichen Ärzten. Gleiche Begründung wie Sie. Männer sind respektvoller, handwerklich versierter, Wissen ist aktueller, das Behandlungszimmer voll mit neuen technischen Geräten (ich mag sowas). Männer sind nach meinen Beobachtungen außerdem kommerziell erfolgreicher.

  9. Jochen Reimar says:

    Zu Beginn: Meine Zahnärztin ist nicht darunter – ich bin zunächst einmal erleichtert.
    Dann fällt mir folgendes auf:
    Erstens: Es sind viele Oberärztinnen, Chefärtinnen und Professorinnen darunter. Warum unterschreiben die das? Sie sind Beispiel dafür, daß man gehobene Posten erreichen kann.
    Zweitens: Es sind auch nicht wenig fachfremde Damen dabei (Kulturwissenschaftler, Soziologen, Journalisten). Warum unterschreiben die das?
    Drittens: Es scheinen mir auch viele niedergelassene Ärztinnen dabei zu sein, zumindest geben sie nicht an, an einer Klinik o.ä. zu arbeiten. Warum unterschreiben die das?

    • Alles gute Fragen – Warum nehmen sich sich nicht drei der Unterzeichnerinnen aus jeweils einer der von Ihnen genannten Klassen und schreiben sie an, mit der Bitte um eine Erklärung für die Unterschrift. Wir veröffentlichen die Antworten gerne!

  10. Michel Houellebecq says:

    Es gibt in den USA ein Äquivalent zur Frauenquote hier in Europa: Affirmative Action. Es wäre vielleicht von Nutzen, auch einmal einen Blick auf diese Massnahmen und deren (langfristige) Wirkung zu werfen. Vor allem im Bezug auf die Definition von Minderheiten (wer genau wird in welchem Zusammenhang als Minderheit definiert?) und die Zahl der betroffenen Gesellschaften (gemessen an der Gesamtheit aller Kapitalgesellschaften). Nur so als Gedankenanstoss. Mir ist bekanntermassen klar, wieviele Kapitalgesellschaften von einer Frauenquote in Europa letztendlich betroffen wären- und wieviele Posten, ob Vorstand oder Aufsichtrat, an Frauen gehen müssten. Mir stellt sich in diesem Zusammenhang immer wieder die Frage nach dem Zustand unserer Geistes- und Denkkultur…

    Ich habe neulich in meinem Bekanntenkreis gefragt, wieviele Firmen von einer Frauenquote betroffen wären, ganz locker und nebenbei. Die Antworten haben mich, gelinde ausgedrückt, schockiert. Nun plane ich, eine breitere Umfrage- bestehend aus einer einzigen Frage: Wieviele Unternehmen glauben sie, wären von einer Frauenquote betroffen?- zu organisieren. Diese eine Frage (und nicht mehr!) werde ich auch schweizer Parlamentariern stellen. Alles wird natürlich auf Video aufgezeichnet: Sonst glaubt mir das später niemand!

  11. monopoli says:

    Blacklist Männerdiskriminierung an deutschen Universitäten
    Ja sowas brauchen wir gerade noch.

    Eine wirklich schwache Diskussion die offenkundig von Männern stammt die von Leistung schwafeln aber deren Leistung in Sachen Unterhaltszahlung vor allen Dingen darin besteht, sich darum zu drücken.
    Früher war es der Stolz eines Mannes eine Familie zu ernähren, zu verteidigen und für sie in den Krieg zu ziehen. Heute wechselt “Mann” Frauen wie Unterwäsche wenn sie nicht mehr das dumme Liebchen sind, das ihm Befriedigung verschafft. Er bezweifelt seine Vaterschaftsrolle per Gentest an, hält sich für “diskriminiert” obwohl doch Männer in 75% aller Führungsetagen sitzen und wehe die Frauen haben auch mal Wünsche.
    Er verlangt das ihm die Hälfte der Menschheit für seine Lieblosigkeit ihr Blut, ihre Liebe, ihre Karriere, ihren Körper, ihre Gebärmutter und ihr Leben opfern. Männer von heute suchen wohl eher eine Putzfrau die sie bei Bedarf entsorgen können. Früher hatten wir mal Ritter, heute haben wir nur noch Jammer-Waschlappen die unfähig sind Frauen als gleichwichtigen Teil der Gesellschaft zu akzeptieren.
    Ich bin ein Mann der kein Problem mit der Frauenquote hat, der seine Frau achtet, der ihr zum Frauentag Blümchen mitbringt, der seine Kinder ohne Gentest akzeptiert, ihren Unterhalt gern zahlt und der sich auf seine Frau 100%ig verlassen kann. Aber dieses Glück werdet ihr nie finden, weil solche Jammerlappen will keine Frau geschenkt haben.

    • Gut gebrüllt Löwe, leider etwas zu spät. Wir leben im 21. Jahrhundert und die Männlichkeit, die Sie beschwören, ist im Mittelschichtsmuff der 1950er Jahre hängen geblieben, damals, als die Mittelschichtsmänner so sehr von ihrer Rolle begeistert waren, dass sie nicht einmal gemerkt haben, wenn sie ausgenutzt werden.

      Ansonsten kann ich noch ergänzen, dass ich nie so dumm war, mich in Unterhaltsabhängigkeitsverpflichtungen zu begeben und darüber hinaus werde ich Ihren “Kommentar” mit Freuden mit Dr. habil. Heike Diefenbach teilen, auf deren Meinung dazu, ob sich Männlichkeit über Unterhaltszahlung bestimmen lässt, ich schon gespannt bin. Übrigens ist Dr. habil. Heike Diefenbach eine Betreiberin von ScienceFiles und insofern hätte es Ihrem Kommentar sicherlich gut getan, wenn Sie ihn auf einer informierten Basis verfasst hätten.

  12. Flexmeister says:

    Gerade mal in die Liste der Unterzeichnerinnen geschaut. Mindestens Iria Bruns hat sich zwei mal eingetragen.

  13. Maximalinvasiv says:

    @Flexmeister:
    Christel Craney-Cronenberg ist auch zwei mal eingetragen.

  14. Waldmeister says:

    Rückfrage (die zu interessanten Ergebnissen führen könnte):
    An welchen Positionen bzw in welchen Stellungen befinden sich weibliche Ärzte gerne? Sind sie eher selbständig in eigenen Praxen tätig (da wirds wohl Essig mit Oberarztstellen sein, man kann sich aber problemlos selbst zu einem ernennen, schließlich gehört einem ja die Praxis)? Wo und auf welchen Stellen sitzen sie in Krankenhäusern?
    Und mal als Anmerkung: heutige Viehdoktoren (Veterinärmediziner) sind zu wieviel Prozent weiblich? Und warum findet der Bauer keinen Veterinär mehr, der der Kuh mit Kolik früh um 4 den Arm bis zur Schulter in den Hintern schiebt, während sich in den Städten die Kleintierpraxen gegenseitig tottreten?

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