Genossen von Sinnen

Im Berliner Kurier, so hat uns ein Leser von ScienceFiles verraten, gibt es einen Beitrag unter der Überschrift: “SPD: Redeverbot für Männer”. Da kommt doch sofort Interesse auf, denn man fragt sich: Welcher Wahnsinn hat die Genossen nun wieder geritten, welchen logischen Fehler begehen sie nun wieder in dieser Partei, die von einer Arbeiterpartei offensichtlich zu einer Partei der Baceolae geworden ist.

Das Redeverbot für Männer habe, so schreibt der Autor des kurzen Beitrags, Marcus Böttcher, seine Ursache in Gleichberechtigung. Was kommt jetzt, so fragt man sich.

Das hier:

“Gleichberechtigung ist eine super Idee, sollte selbstverständlich sein. Die SPD aber übertreibt das Ganze. In der Kreisdelegiertenversammlung der SPD-Mitte wurde nun beschlossen, dass bei parteiinternen Sitzungen die Redeliste geschlossen werden muss, wenn sie nicht mehr quotiert ist. Heißt für die Politiker: Meldet sich keine Frau mehr für einen Beitrag, können Männer ihre Meinung nicht mehr äußern.

Ja, ey, Mann, Macker, Gleichberechtigung ist eine SUUUPER Idee, ey, aber hier handelt es sich nicht um Gleichberechtigung, sondern um Gleichstellung. Mit Gleichberechtigung hat der neuerliche Wahnsinn, der in der Mitte der SPD Berlin-Mitte kursiert, nichts zu tun.

Nuts in BedlamGleichberechtigung wäre gegeben, wenn jeder Teilnehmer parteiniterner Sitzungen die gleiche Chance und Berechtigung hätte, einen Redebeitrag zu bringen, völlig ungeachtet seines Geschlechts, seiner Nasenform, seiner Augenfarbe oder seiner Schuhgröße. Aber das genau haben die Genossen ausgeschlossen. Sie wollen eben keine Gleichberechtigung, im Gegenteil, sie zelebrieren das, was Arne Hoffman einst in eine Frage gekleidet hat: “Sind Frauen die besseren Menschen“, so hat er damals noch gefragt.

Und so schallt die neue Mediocris aus Berlin: JA, ist natürlich die Antwort. Zumindest in parteiinternen Sitzungen, die sich von parteiöffentlichen Sitzungen dadurch unterscheiden, dass man jeden Unsinn von sich geben kann, ohne Gelächter zu provozieren. Für diese parteiinternen Sitzungen ist eindeutig geregelt: Die Wortbeiträge von Parteifrauen sind mehr wert als die Wortbeiträge von Parteimännern. Und warum sollte das so sein? Nun, weil die Parteiweibchen mehr wert sind als die Parteimännchen.

Das nämlich, liebe Genossen, ist die logische Konsequenz dieser Entscheidung. Um diese logische Konsequenz auch für Genossen nachvollziehbar zu machen, stellen wir uns nun vor, wir säßen, also die 12 Hanseln, die sich gewöhnlich einfinden, säßen um einen Tisch und wollten etwas diskutieren, parteiintern versteht sich. Nun meldet sich ein Parteimännchen und niemand sonst. Was passiert? Das Männchen muss ungesagter Dinge von Dannen ziehen. Meldet sich dagegen ein Parteiweibchen, dann darf das Weibchen natürlich reden, ungeachtet der Frage, ob sich auch ein Männchen zur Stellungnahme einfindet.

scully facepalmWer derartigen Unsinn beschließt, der hat sich gerade aus der Zunft der mit normalem Verstand Begabten ausgeschlossen, und es stellt sich die Frage, was man mit SPD-Männchen und SPD-Weibchen aus Berlin-Mitte anfangen soll. Keine einfache Frage. Vielleicht wäre es an der Zeit, eine Art Wanderzirkus, ein nomadisierendes Panoptikum, eine Art fahrendes Bedlam mit all den Unsinnigen zu füllen, die aufgrund nicht vorhandener logischer und intellektueller Fähigkeiten, einen Unsinn nach dem nächsten in die Welt posaunen. Die Eintrittsgelder kämen dann dem Unterhalt der entsprechend Unsinnigen zu Gute. Das wäre eine Möglichkeit, Steuerzahler zu entlasten ohne dabei den Unterhaltungswert, der von diesen Unsinnigen ausgeht, einzubüßen.

Das war übrigens der Beitrag zum Unsinn der derzeitigen Woche. Die mittleren Berliner SPD-Genossen haben ihn sich verdient. Dabei ist uns die Entscheidung nicht leicht gefallen, denn auch Herr Böttcher, der beim Berliner Kurier tatsächlich der Meinung ist, das, was die SPD Berlin-Mitte beschlossen habe, habe etwas mit Gleichberechtigung zu tun, hätte die Auszeichnung als Lieferant für den Unsinn der Woche verdient! Wir haben dennoch davon abgesehen, denn: Wenn jemand der Ansicht ist, dass ein Redeverbot etwas mit Gleichberechtigung zu tun habe und diese Ansicht unter der Überschrift “SPD: Redeverbot für Männer” kund tut, dann hat das mit Unsinn nichts mehr zu tun. Das ist fortgeschrittene Demenz, wodurch sich Herr Böttcher automatisch qualifiziert, um an Kreisdelegiertenversammlungen der SPD teilzunehmen. Kurz: Er ist eigentlich von der Auszeichung umfasst.

P.S.

(1) Die Kreisdelegierten verstoßen mit ihrem Sprechverbot natürlich gegen das Grundgesetz, so dass wir mit der Idee spielen, dem Verfassungsschutz die Beobachtung dieser Sekte vorzuschlagen, wobei sich die Frage stellt, ob nicht im Umgang mit geistig Kranken geschulte Fachkräfte die geeignetere Gruppe von Professionellen wäre, um mit dieser Berliner Sekte angemessen umzugehen.

(2) Die Kreisdelegiertenversammlung bestimmt auch die Kandidaten für Kommunalwahlen und die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Gibt es tatsächlich noch jemanden, der nicht denkt, der letzte Versuch einer deutschen Demokratie sei in weiten Teile, zwar nicht vor die Hunde, aber vor die Irren gegangen?

(3) Man kann von Akif Pirincci und seinem Buch “Deutschland von Sinnen” halten, was man will. Man wird nicht umhin können, ihm zuzustimmen, dass zumindest große Teile der politische Klasse (besser: Sekte) von Sinnen sind – hier sprechen die Fakten für sich.

 

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24 Responses to Genossen von Sinnen

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  2. diegeorgi says:

    Das würde aber auch andersherum funktionieren…kein Mann meldet sich, Quotierung kann nicht beibehalten werden…

    Wie soll den ein Meinungsaustausch stattfinden, wenn die Hälfte der Beiträge nicht gehört werden darf/will?

    • Würde es das? Wie kommen Sie darauf?

      • diegeorgi says:

        Naja, sie schreiben ja”…,dass bei parteiinternen Sitzungen die Redeliste geschlossen werden muss, wenn sie nicht mehr quotiert ist.” Es ist also möglich, dass eine Frau nichts sagen darf, weil kein Mann etwas sagen möchte. Aber unabhängig davon ist eine solche Regelung einfach nur überflüssig und bringt die Gesellschaft bzw. hier die Partei nicht weiter.

        Was ist eigentlich mit denen die sich keiner der beiden Gruppen zuordnen können/wollen?

        • Nein, das ist eine Frage der Logik und die Gewichte sind eindeutig, sie besagen: Wenn keine Frau sich meldet, dann hat kein Mann mehr zu reden. Es gibt keine Aussage dahingehend, dass dann, wenn sich kein Mann meldet, Frauen nicht mehr reden dürfen. Das genau ist das Asymmetrische an dieser Implikationsbeziehung.

        • Ich glaube auch, daß es darauf hinausläuft. Allerdings fiel ja die Formulierung “Wenn eine Redeliste nicht quotiert ist”. Das ist sie ja wohl auch nicht, wenn nur 10% Männer reden wollen. Aber vielleicht meinen die ja nur eine Mindestquote von Frauen. Der Rest interessiert nicht.

          Aber lassen wir das. Als Ossi finde ich es einfach schlimm, was für DDR-Verhältnisse wir mittlerweile hinsichtlich Opportunismus und Duckmäuser_Innentum mittlerweile haben.

        • Der Bezirk Mitte ist neben Friedrichshain-Kreuzberg übrigens auch der einzige in Berlin, in dem sämtliche neuen Straßennamen nach Frauen benannt werden müssen, “bis Egalität erreicht ist”.

          Auch ein Fall für Akif Pirincci.

  3. Matze says:

    Hoffentlich macht das die Runde und bescherrt der SPD einen höheren Frauenanteil, in dem die Männer austreten.

  4. Bill says:

    Wow! Just Wow!
    Warum haben die Abgeordneten so einen Bullshit überhaupt beschlossen?
    Kannitverstan…
    Does not compute…
    Kann das im Klagefalle Bestand haben?

  5. Sven H. Schillings says:

    Dieses Verständnis von Gleichberechtigung gab es vorher schon bei den Grünen, bei denen steht es wohl sogar in der Satzung und brachte ihnen den Sieg bei der Champions-League des Sexismus auf Manndat.de

    http://manndat.de/leitartikel/champions-league-des-sexismus-die-siegerehrung.html

    Übrigens ein köstlicher Artikel zum Schmunzeln ( oder Verzweifeln? )

  6. qed says:

    Ob dieses Wahnsinns muß man ernsthaft darüber nachdenken, ob für diese Lobotomierten Euthanasie nicht das Beste wäre. Zumindest wird die Einrichtung einer Pflegschaft Eintrittsvoraussetzung in diese Partei werden müssen. Was vom vorhandenen Personal schon jetzt trefflich bestätigt wird. Bergpredigt.

  7. Eigentlich finde ich diese Art der Quotierung gar nicht schlecht, man spart sich, nachdem Frauen nach feministischen Selbstverständnis ohnehin nichts zu sagen haben, ermüdende Rabulistik und kommt gleich zum gemütlichen Teil des Abends. Diese Regelung sollte auch für Parlamente gelten, es gäbe dann auch sicher weniger gesetzliche Gängelung.

  8. EuroTanic says:

    rein mathematischer unsinn. redet kein mann, redet keine frau, redet kein mann usw. die politiker gehören allen in die klapse

  9. Pingback: Wo kommen nur die Führer her? | Kritische Wissenschaft - critical science

  10. Michael Schmidt says:

    Nun ja, intellektuell speziell begabte Menschen gab es wohl schon immer, und ihre Neigung sich mit ihresgleichen zusammen zu rotten ist auch nichts Neues. Bedenklich, und vor allem schädlich für die anderen wird es erst dann, wenn die anderen diese Zusammenrottungen mit der Vertretung ihrer Interesenn beauftragen.

  11. Ex-Wähler says:

    Intellektuell halbwegs bewanderte Menschen haben diese Wochen und Monate genug Zeit zum Nachdenken gehabt haben. Nämlich darüber, ob Parteien, Parteienzwang und Parteienproporz das Grundübel unseres Staates sind. Wir stehen in Europa vor einem Wendepunkt, vor einer Gabelung des Weges. Anstatt nachzudenken, die Wege auszuleuchten und auf ihre Gefahren abzuschätzen, hören wir auf Menschen (und Menschinnen), die sich Politiker und Politikerin nennen, also Volksvertreter und Volksvertreterin. Ihre Aufgabe: Sie sollen das Volk vertreten, Schaden von ihm abwenden. Eben jene Politiker aber haben nichts besseres zu tun, als sich wegzuducken und über solch einen unwichtigen Kleinscheiss (!!) zu beraten, während die Weltpolitik über ihre nichtsahnenden und gehirngewaschenen Köpfe hereinbricht. Und dies so plötzlich, dass sie sich schon morgen mit offenem Mund, aufgerissenen Augen, stotternd und starr vor Schreck vor die MSM-Kameras stellen und sich in ”Wir waren ja vollkommen ahnungslos”-Plattitüden verlieren. Nochmals ganz langsam zum Rekapitulieren: Genozid in Europa und Gaza mit freundlicher deutscher Unterstützung, Shakehands mit Neofaschos in Kiew, rosarote Luftschlösser über die uns bald aufgezwungene Bankenunion und wunderbarer TTIP/TAFTA/TISA-Welten, stakkatoartige und erschreckende MSM-Propaganda/Desinformation sowie eine extreme Verschärfung der sozialen und sicherheitspolitischen Lage inmitten unseres Landes als direkte Folge von kurzsichtiger Wirtschaftspolitik, steigenden Militärhaushalten, Bundeswehreinsätzen in Kriegsgebieten, usw. usf. JAAA, geneigter Leser und geneigte Leserin, das ist SPDCDUCSUGRUENLINKS, die neue Bundesblockpartei mit intellektueller Weitsicht, Bürgernähe, Menschenfreundlichkeit, Werteverständnis und ihrer auf Lebenzeit inthronisierten Kanzlerkaiserin, Dr. A. M. So, und jetzt kann weiter gegendert werden.

  12. Pingback: SPD-Männer: Klappe zu! | emannzer

  13. Teardown says:

    Nehmen wir mal an, bei einer parteiveranstaltung möchten 5 Prozent auf die rednerliste. Das ist meiner Beobachtung ziemlich zutreffend. Wenn ich jetzt eine geschlechterverteilung von 70:30 habe, dann erkennt man das 5 Prozent von 70 Prozent mehr sind als 5 Prozent. Der Überhang auf der männlichen Seite fällt somit regelmäßig runter (in einer solchen Situation sind das 2 von 3 männlichen Rednern, die nicht mehr beachtet werden können), daher die richtige Implikation, wenn Frauen nichts sagen müssen die Männer schweigen. Interessanter sind da ja die weiteren Beschlüsse dieser Versammlung, zum beispiel die vorsichtige Aussage, das ein Anteil von 50 Prozent in allen Ämtern angestrebt wird. Das heisst also beim rederecht soll die Verteilung in der Bevölkerung zwischen den Geschlechtern keine rolle spielen, bei den Ämtern schon. Hmm…Demokratie anywhere?

  14. Pingback: Germany's SPD Party gags men

  15. MannmitHund says:

    Wie sieht denn die Frauenquote beim Kleben von Plakaten aus?

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