Doing Gender: Aktuelles Ethnographisches Material

Doing Gender ist unter Genderisten zumindest als Begriff sehr beliebt. Doch hat man den Eindruck, Genderisten haben keine Ahnung, wovon sie eigentlich sprechen, wenn sie den Begriff Doing Gender im Mund führen.

Seiner Herkunft aus dem Symbolischen Interaktionismus entsprechend, meint Doing Gender die eigene Geschlechtsinszenierung, das sich z.B. als Mann produzieren. Damit auch Genderisten eine Vorstellung davon bekommen, was Doing Gender bedeutet, haben wir weder Mühe noch Zeit gescheut, um ethnographisches Material über ein Maori Ritual zu sammeln, das als HAKA bekannt ist.

Die beste Inszenierung eines Haka wird von den „All Blacks“, dem derzeitigen Weltmeister der Rugby Union gegeben. Doing Gender in Perfektion:

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Und noch ein Doing Gender … Transgender, dieses Mal von Johnny Cash,

Hier der Text:

„A Boy Named Sue“

My daddy left home when I was three
And he didn’t leave much to ma and me
Just this old guitar and an empty bottle of booze.
Now, I don’t blame him cause he run and hid
But the meanest thing that he ever did
Was before he left, he went and named me „Sue.“

Well, he must o‘ thought that is quite a joke
And it got a lot of laughs from a‘ lots of folk,
It seems I had to fight my whole life through.
Some gal would giggle and I’d get red
And some guy’d laugh and I’d bust his head,
I tell ya, life ain’t easy for a boy named „Sue.“

Well, I grew up quick and I grew up mean,
My fist got hard and my wits got keen,
I’d roam from town to town to hide my shame.
But I made a vow to the moon and stars
That I’d search the honky-tonks and bars
And kill that man who gave me that awful name.

Well, it was Gatlinburg in mid-July
And I just hit town and my throat was dry,
I thought I’d stop and have myself a brew.
At an old saloon on a street of mud,
There at a table, dealing stud,
Sat the dirty, mangy dog that named me „Sue.“

Well, I knew that snake was my own sweet dad
From a worn-out picture that my mother’d had,
And I knew that scar on his cheek and his evil eye.
He was big and bent and gray and old,
And I looked at him and my blood ran cold
And I said: „My name is ‚Sue!‘ How do you do!
Now your gonna die!!“

Well, I hit him hard right between the eyes
And he went down, but to my surprise,
He come up with a knife and cut off a piece of my ear.
But I busted a chair right across his teeth
And we crashed through the wall and into the street
Kicking and a‘ gouging in the mud and the blood and the beer.

I tell ya, I’ve fought tougher men
But I really can’t remember when,
He kicked like a mule and he bit like a crocodile.
I heard him laugh and then I heard him cuss,
He went for his gun and I pulled mine first,
He stood there lookin‘ at me and I saw him smile.

And he said: „Son, this world is rough
And if a man’s gonna make it, he’s gotta be tough
And I knew I wouldn’t be there to help ya along.
So I give ya that name and I said goodbye
I knew you’d have to get tough or die
And it’s the name that helped to make you strong.“

He said: „Now you just fought one hell of a fight
And I know you hate me, and you got the right
To kill me now, and I wouldn’t blame you if you do.
But ya ought to thank me, before I die,
For the gravel in ya guts and the spit in ya eye
Cause I’m the son-of-a-bitch that named you „Sue.'“

I got all choked up and I threw down my gun
And I called him my pa, and he called me his son,
And I came away with a different point of view.
And I think about him, now and then,
Every time I try and every time I win,
And if I ever have a son, I think I’m gonna name him
Bill or George! Anything but Sue! I still hate that name!

..

Und hier die Musik dazu:
Johnny Cash

Doing Unsinn

Wir sind mittlerweile ja einiges an Unsinn gewöhnt. Wer die universitäre Welt und ihren Output beobachtet, wie wir das tun, muss sich derzeit ein dickes Fell aufziehen und sich gegen den Unsinn wappnen, der ihn zuweilen in einem Ausmaß trifft, das geeignet ist, weniger gut Gewappnete aus den Latschen zu kippen.

Dennoch ist es möglich, uns regelmäßig zu erstaunen, z.B. dann, wenn uns ein Kommentator, der sich Chaos nennt, erklärt, dass es zu Lann Hornscheidts herausragenden Leistungen gehört, darauf hingewiesen zu haben, dass es nicht nur zwei Geschlechter gibt. Ein Unsinn, auf den Dr. habil. Heike Diefenbach geantwortet hat:

biologisches GeschlechtWie Ihr Pseudonym schon nahelegt zu vermuten, ist der Kommentar, der unter demselben verfasst wurde, chaotisch und peinlich und schmerzt mich als Sozialwissenschaftlerin: so etwas kann nur von jemandem verfasst werden, der in seinem ganzen geistigen Chaos meint, als Wissenschaftlerin durchgehen zu können, wenn er nichts anderes kann als herumzuproleten.

Das ist wirklich sehr peinlich!

Noch peinlicher ist der Bildungsstand, den die Studierenden und Sektenmitglieder an der Humboldt-Uni hier dokumentieren: Glauben Sie das wirklich und im Ernst, dass Profx der Welt die Erkenntnis gebracht hat, es gebe mehr als zwei Geschlechter? Haben Sie irgendwann in Ihrer Schulzeit einen Biologieunterricht gehabt, irgendetwas von einem biologischen und einem genetischen Geschlecht gehört, vom Einfluss von Hormonen auf die körperliche Entwicklung eines Fötus im Mutterleib?

Kann man dermaßen ungebildet und naiv sein und dennoch an eine deutsche Universität gekommen sein? Falls ja, beginnt der Mißstand zweifellos in der Schule und nicht erst an der Humboldt-Uni!

Ein anderer Kommentator, der ebenfalls an der Humboldt-Universität studiert, gibt sich kenntnissreich und weiß, dass Margaret Mead sich im Grabe umdrehen würde, wenn sie wüsste, dass Soziologen und Ethnologen dazu aufrufen, Lann Hornschein von einer wissenschaftlichen Position, die es nachweislich nicht ausfüllen kann oder will, zu entfernen und den Steuerzahlern, die Last des Unterhalts zu nehmen.

Matthias Busch, der Autor des entsprechenden Kommentars, offenbart dabei eine erschreckende Unkenntnis der Arbeiten, für die Margaret Mead schon zu Lebenzeiten berühmt war. Offensichtlich funktioniert Herr Busch ziemlich binär, entgegen aller Vielfaltsbestrebungen und denkt, Margaret ist ein weiblicher Vorname, Margaret Mead daher eine Frau, und entsprechend könne sie nur Feministin sein, und weil sie nur Feministin sein kann, kann sie es nur für gut befinden, dass Personen wie Lann Hornscheidt, die Wissenschaft weit hinter die Inquisition zurückwerfen, an Universitäten Positionen besetzen.

Nun, dem Manne kann geholfen werden, immer vorausgesetzt, das Doing Gender von Matthias Busch ist mit seinem biologischen Geschlecht identisch, was ja nicht so ohne weiteres vorausgesetzt werden kann. Es muss indes gesagt werden, dass die heutige Verwirrung darüber, dass es einen Unterschied zwischen dem biologischen und dem sozialen Geschlecht gibt, dass man ersteres nun einmal hat (mit den Anomalien im Hinblick auf das genetische Geschlecht, die Heike Diefenbach oben angesprochen hat), während ein soziales Geschlecht mit einer Rolle einhergeht, die man übernimmt und fortan spielt und die an Erwartungen von anderen, die man deshalb soziale Erwartungen nennt, geknüpft ist, dass es diesen Unterschied gibt, ist im Durcheinander sexueller Vielfalt untergegangen, so dass es heute tatsächlich Irrgeleitete gibt, die denken, sie könnten sich von ihrem biologischen Geschlecht verabschieden, sich ein soziales Geschlecht al gusto zulegen und entsprechend so tun, als wären sie etwas anderes.

Dem Herrn Busch, der Margaret Mead so gerne im Munde zu führen scheint, dem sei zunächst ein Buch von Mary Douglas empfohlen (Mary = weiblicher Vorname). Der Titel des Buches lautet:  „Wie Institutionen denken“. Diesem Titel folgt eine schöne Darstellung geschlossener Strukturen, die vermutlich denen entsprechen, in denen sich Herr Busch bewegt. Doch man darf manche Studenten heutzutage ja nicht mehr damit überfordern, in Bibliotheken nach Büchern Ausschau zu halten oder gar auf Google Books nach entsprechenden Büchern zu recherchieren, deshalb hier eine kleine Passage von jetzt Margaret Mead aus dem Buch „Mann und Weib – Das Verhältnis der Geschlechter in einer sich wandelnden Welt“, in der sie den Kern dessen beschreibt, was wir gewöhnlich Genderismus nennen.

Das Buch wurde im Jahre 1949 veröffentlicht!

Mann und Weib„Gerade in der Mittelklasse und unter jenen, die nach einer Stellung in ihr streben, wächst dieser Widerstand am stärksten, weil es gerade die Berufe der Mittelklasse sind, in denen Frauen sich am leichtesten hervortun und in denen sich Männer am ehesten eingeengt vorkommen. Jede aufstrebende Männlichkeit ist dabei unerwünscht und der Aufstiegswille wird, oft unter Hinweis auf eine notwendige Sparsamkeit, geknebelt. Die Mütter der Mittelklasse können, dazu erzogen und immer noch daran gewöhnt, einen großen Teil ihrer Zeit dazu verwenden, ihre heranwachsenden Kinder zu formen, ihnen Liebe zu schenken oder vorzuenthalten, je nachdem, ob die Kinder die richtigen Einstellungen zeigen. Die Tugenden der Mittelklasse – Spartrieb, gutes Haushalten, Pünktlichkeit, Voraussicht, harte Arbeit, Beherrschung momentaner Impulse, Respekt vor der Meinung anderer, Sicheinfügen in den Sittenkodex – sind Tugenden, die erlernt werden können. Jene Fertigkeiten, in denen der Körper eine Rolle spielt und Männer leichter eine Überlegenheit erreichen können – wie Jagen, Reiten oder Fechten -, fehlen auf der Liste der Mittelklasse. Tugenden der Mittelklasse, die durch die wechselseitigen Beziehungen zwischen Mutter und Kind erlernt werden, werden ursprünglich am Magen-Darm-Kanal-Modell geprägt, als Aufnehmen, Behalten und befohlenes Herausgeben; dabei entsteht für das männliche Kind eine zusätzliche Schwierigkeit, die Herrschaft, die über die Ausscheidung verlangt wird, von der Notwendigkeit zu trennen, über seine impulsive Männlichkeit die Verfügung zu behalten. Das Mädchen steht, obgleich seine speziellen weiblichen Eigenschaften nicht herausgefordert werden, vor einem kleineren Problem, wenn es lernt, die Regeln von Zeit und Ort zu beachten. So muss also der amerikanische Knabe während seiner ganzen Kindheit, daheim und in der Schule, mit Mädchen im Wettbewerb stehen, die ihm bei allen Dingen, für die man gelobt wird, eine Nasenlänge voraus sind – wie zum Beispiel nur dafür Lob erteilt wird, dass man für sich selbst einsteht, nicht aber dafür, dass man kämpft. Die Sportarten mit engen Beziehungen zu körperlicher Kraft und Verwundbarkeit sind das einzige Gebiet, von dem weibliche Konkurrenz ausgeschlossen ist, und sie dienen, und sei es auch nur auf den Seiten der Zeitung, amerikanischen Knaben und Männern als faszinierende Ausflucht. Und ein Ausgleich ist nötig bei einem Spiel, bei dem alle Karten gezinkt sind und bei dem man doch nicht verlieren darf – bei Strafe des Verlustes von Liebe und Selbstachtung“ (Mead, 1985: 257-258; Hervorhebungen von uns).

Knapper kann man die Verweiblichung einer Gesellschaft und das Verdrängen männlicher Eigenschaften aus der Domäne der Mittelschicht nicht darstellen.

Bevor man also Name-Dropping betreibt, sollte man sich vergewissern, was die entsprechenden Autoren, mit denen man sich schmücken will, geschrieben haben, und vor allem sollte man die Beherrschung über die eigenen Ausscheidungen erlernen und nicht jedem Impuls, sich zu präsentieren, nachgeben.