Läutet Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Sorgerecht das Ende des Staatsfeminismus ein?

Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, namentlich des Ersten Senats in der Besetzung Dr. Ferdinand Kirchhoff, Dr. Michael Eichberger und Dr. Gabriele Britz, in dem es um die Frage geht, wann der Entzug des elterlichen Sorgerechts gerechtfertigt ist, könnte sich als Urteil entpuppen, das auch die Karten im Kampf gegen die staatsfeministische Bevormundung und Infiltrierung von Schulen neu mischt.

Bundesverfassungsgericht_RichterrobenIm Urteil geht es um einen Vater, der um das Sorgerecht für seine Tochter kämpft, die nach Geburt in einer Pflegefamilie untergebracht wurde, weil die Mutter unter einer „gravierenden psychischen Erkrankung“ leidet, die sie zwar nicht von Fertilität, wohl aber davon abhält, verantwortlich für ihre eigenen Kinder zu sein. Zu deren Glück ist der Vater aus Ghana nicht gleichgültig und hat sich entsprechend bemüht, das Sorgerecht für seine Tochter zu erhalten.

Das zuständige Jugendamt, das Amtsgericht Paderborn und das Oberlandesgericht Hamm haben es jedoch abgelehnt, dem Vater das Sorgerecht für seine Tochter zuzusprechen, und zwar weil eine Gutachterin gemutmaßt hatte, dass der Vater bestimmt eine „afrikanische Erziehungsmethode“ anwenden würde, die eine „autoritäre, gewaltsame und von Unterwerfung der Kinder“ geprägte Erziehungsmethode sei und mit „europäischen Erziehungsmethoden“ nicht in Einklang zu bringen sei.

Es spricht für sich, dass ein derartiger rassistischer Unsinn, der übrigens keinen Aufschrei bei den üblichen Gutmenschen nach sich gezogen hat, in mehreren deutschen Gerichtssälen geäußert werden kann und von den zuständigen Richtern weder beanstandet noch der ihm gebührenden Lächerlichkeit preisgegeben wird, sondern vielmehr als Gutachten zur Grundlage des eigenen Urteils gemacht wird, in dem dem Vater das Sorgerecht nicht zugesprochen wird.

Wir haben in der letzten Zeit viel Kritik in Richtung Karlsruhe und Verfassungsgericht auf den Weg gebracht, dieses Mal ist es notwendig, die Richter vom ersten Senat zu loben. Sie haben deutlich gemacht, dass derart hanebüchene Mutmaßungen, die viel über den geistigen Zustand der angeblichen Gutachterin und der Richter, die ihrem Gutachten folgen, aussagt, aber nichts über die Frage, um die es eigentlich geht, nämlich die, ob das Kindeswohl gefährdet ist, wenn der Vater aus Ghana seine Tochter erzieht, in Gerichtssälen nichts zu suchen haben.

Vielmehr haben die Karlsruher Richter hohe Hürden für den Entzug des Sorgerechts errichtet und deutlich gemacht, dass nicht Mutmaßungen ausreichen, um eine konkrete Gefährdung des Kindeswohl anzunehmen, vielmehr müsse die Gefährdung entweder schon eingetreten sein und sich z.B. in einer Verwahrlosung des Kindes niederschlagen oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Absurde Phantasien über afrikanische Erziehungsmethoden reichen für eine Feststellung der Gefährdung des Kindeswohls nicht aus.

Wer sich genauer für die Hürden interessiert, die die Richter für einen Sorgerechtsentzug aufgebaut haben, dem sei das Urteil empfohlen.

Wir wollen uns auf eine Passage beziehen, die sich in Zukunft und in anderen Bereichen als dem Streit um das Sorgerecht als sehr wichtig erweisen könnte:

„Außerdem folgt aus der primären Erziehungszuständigkeit der Eltern in der Sache, dass der Staat seine eigenen Vorstellungen von einer gelungenen Kindererziehung grundsätzlich nicht an die Stelle der elterlichen Vorstellungen setzen darf (vgl. BVerfGE 60, 79 ; BVerfGK 13, 119 ; 16, 517 “ (Randnummer 29)“

Eltern haben also, wenn es um Erziehung geht, das letzte Wort.

So steht es in Urteil 1 BvR 1178/14.

Was im Bereich des Sorgerechts Recht ist, kann im Bereich der Bildung nur billig sein.

AfirkaÜbertragen auf den Bereich der Bildung folgt entsprechend, dass Eltern nicht stumm und anomisch am Rand stehen müssen, wenn ihre Kinder in öffentlichen Schulen indoktriniert werden oder mit Inhalten traktiert werden, die aus Sicht der Eltern ihren Kindern nicht zumutbar sind. Wenn Kinder entsprechend in frühen Jahren mit ideologischem Ballast belastet werden, wenn sie in sexuelle Techniken eingeführt werden sollen, die nicht einmal ihre Eltern kennen, und Schulen von Stätten der Bildung zu Stätten der ideologischen Gleichschaltung gemacht werden sollen, dann haben Eltern nunmehr eine Handhabe, um ihre Kinder aus dem Unterricht zu nehmen und deren Teilnahme am Unterricht auf nicht-ideologische Bestandteile wie Mathematik, Chemie, Physik und Sport zu beschränken.

Nachtrag:

Für diejenige, die es interessiert, die Oberlandes-Richter in Hamm, die sich dem rassistischen Gutachten über eine „afrikanische Erziehungsmethode“ angeschlossen haben, es ihrem Urteil zu Grunde gelegt haben und damit zum einen eine unglaubliche Unkenntnis über einen Kontinent, der vielfältiger kaum sein kann, zur Schau stellen und zum anderen einen gelebten Rassismus, der Rechtsextreme mit Neid erfüllen dürfte, sitzen in der 11. Kammer des Oberlandesgerichtes. Der Geschäftsverteilungsplan des Oberlandesgerichts Hamm benennt die entsprechenden Richter als Richter Grothe, Richterin Feldkemper-Bentrup, Richterin Dr. Watrin und Richter Wissel.

Sub-Cultural Dopes: Genderisten und ihr Hang zum Biologismus

Nachdem mit der Frauenquote bereits der Glaube, an die biologische Andersartigkeit von Frauen vom Bundeskabinett zwangsinstitutionalisiert wurde, kann man eigentlich keinen Zweifel mehr daran haben, dass es Menschen gibt, die denken, das Geschlecht wirke auf das Gehirn und Frauen seien essentiell von Männern verschieden.

Die ersten, die diesen biologistischen Glauben pflegen und sich hier mit Rechten treffen, die Linke gewöhnlich als Sozialdarwinisten bezeichnen, sind Genderisten selbst. Inge Kutter ist ein Genderist, der diesen Glauben perfekt inkorporiert hat und sich zudem als jemand ausweist, der von Logik nun gar keine Ahnung hat, ganz im Gegensatz zu dem, was sie selbst denkt.

GarfinkelDie Erklärung dafür, dass Biologismen aller Art derzeit in Blüte stehen, bei Genderisten, die behaupten, Frauen seien wesenhaft anders als Männer, bei Homosexuellen, die zuweilen dasselbe für sich im Vergleich mit Heterosexuellen in Anspruch nehmen usw. ist recht einfach. Sie führt an den Anfang des 20. Jahrhunderts und zu Max Weber, der vier Arten des Handelns, darunter das traditionale Handeln, unterschieden hat, und sie führt zu Harold Garfinkel, der gezeigt hat, dass viele Menschen wie Cultural Dopes durch die Welt gehen und die meiste Zeit Dinge tun, von denen sie nicht wissen, warum sie sie tun.

Traditionales Handeln ist für Max Weber jenes Sich-Verhalten, bei dem der Handelnde so handelt, wie er immer gehandelt hat, wie um ihn herum immer gehandelt wurde. Traditionales Handeln ist weder zweck- noch wertrational noch affektiv, es basiert nicht auf Denken sondern auf Gewohnheit.

Eheschließung, Kinderzeugen, sich dem Vater Staat unterordnen, die Disposition, sein Heil im Kollektiv zu suchen, das sind traditionale Handlungsweisen, die man schlicht nicht rational erklären kann. Wer sie ausführt, handelt, weil andere vor ihm auch so gehandelt haben, nicht oder nur in den seltensten Fällen, weil er sich die Für und Wider seiner Handlung überlegt hat.

Garfinkel hat in einer Reihe von sogenannten Erschütterungsexperimenten gezeigt, dass diese kulturellen Überzeugungen, wie er die Grundlage traditionalen Handelns genannt hat, tief sitzen und den Handelnden nicht bewusst sind. Sie reflektieren ihre Handlungen nicht, sie handeln einfach, wie sie immer gehandelt haben, wie viele vor ihnen gehandelt haben, wie viele andere handeln.

Auf Genderisten trifft diese Form der kulturellen Stupidität, des traditionalen Handelns, für die Garfinkel den Begriff des Cultural Dope geprägt hat, besonders zu und sehr schön deutlich machen, kann man dies an ihrer impliziten Prämisse, nach der Frauen essentiell von Männern verschieden sind.

academicsDas bringt uns zurück zu Inge Kutter, die in einem Beitrag für academics.de die Frauenquote gutreden will. Ausgehend von Feststellungen wie: „Frauen sind komplizierte Wesen“, die „hü“ sagen und „hott“ meinen, berichtet sie von einer Befragung der Baumann Unternehmensberatung, die unter 150 Managerinnen, also unter Frauen, die es in eine Führungsposition und ganz ohne Quote in eine Führungsposition geschafft haben, gemacht wurde.

Von diesen 150 Managerinnen waren 80% nach Angaben von Kutter der Ansicht, Frauen hätten mehr Einfühlungsvermögen als Männer und 70% waren der Ansicht, Frauen könnten besser kommunizieren als Männer. Dennoch und für Kutter völlig unbegreiflich befürworten nur 27% der befragten Managerinnen eine Frauenquote als Mittel, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.

Kutter ist erschüttert, irritiert, dieses Ergebnis ist für Sie, die weiß, dass Frauen „komplizierte Wesen“ sind und „hü“ sagen, wenn sie „hott“ meinen, unfassbar:

„Auch die Frauen in der Studie wurden gefragt, ob sie sich die Quote wünschten. Darauf antworteten jedoch nur 27 Prozent mit Ja. Und die übrigen 73 Prozent? Obwohl mindestens die Hälfte von ihnen glaubt, dass sich Männer leichter behaupten, lehnen sie Unterstützung ab. Was auch immer sie dazu veranlasst – den Gesetzen der Logik folgt es nicht.“

Zunächst einmal scheint es für Kutter unvorstellbar, dass Frauen, die sich offensichtlich gegen Männer durchgesetzt haben, Hilfe vom Staat, anders formuliert, ihre Paternalisierung durch den Staat ablehnen. Das lässt tief blicken. Ebenso tief wie ihr Glaube, dass dies unlogisch sei, der einen erschreckenden Blick auf die logischen Fähigkeiten von Kutter frei gibt und darüber hinaus eine Prämisse Kutters offenbart, die da lautet: Frauen sind biologisch von Männern grundverschieden.

darwin-greatDenn: Ihr Erstaunen macht nur Sinn, wenn sie denkt, dass Frauen angeblich einfühlsamer und kommunikativer sind als Männer, sei biologisch determiniert, ebenso wie es biologisch determiniert sei, dass Männer sich besser behaupten können als Frauen. Anders formuliert: Kutter muss der Überzeugung sein, Männer könnten nicht lernen, einfühlsam und kommunikativ zu sein und Frauen könnten nicht lernen, sich durchzusetzen.

Dass sie diese abstruse Prämisse hat, wird deutlich, wenn Kutter darüber fabuliert, dass ungenannt bleibende Organisationspsychologen der Ansicht seien, dass „Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit hervorragend fürs Management“ geeignet sind. Diese hervorragende Eignung begründet nach Kutter die Frauenquote, was nur dann Sinn macht, wenn sie der Überzeugung ist, Frauen seien aufgrund ihrer biologischen Determiniertheit einfühlend und kommunikativ, alle Frauen und ohne Ausnahme und im Gegensatz zu Männern.

Dass ein derartiger kultureller Dope, ein Gender Dope, der sich nicht vorstellen kann, dass es innerhalb der Gruppe der Frauen größere Unterschiede gibt als zwischen Männern und Frauen, der denkt, Frauen seinen alle einfühlsamer und kommunikativer als Männer, und zwar von Natur aus und es sei Menschen nicht gegeben, Dinge zu lernen, dass ein solcher Gender Dope nicht auf die Idee kommt, die 150 Managerinnen, die sich offensichtlich gegen männliche Konkurrenz und ohne Hilfe eines paternalisierenden Staates behauptet haben, seien deshalb mehrheitlich gegen eine Frauenquote, weil sie der Ansicht sind, Frauen könnten Durchsetzungsvermögen lernen, sofern sie es nicht ohnehin haben und Durchsetzungsvermögen sei für eine leitende Positon unabdingbar ist zwangsläufig.

Und es ist so sehr eine logische Folge der Kutterschen Prämissen wie die Ablehnung einer Frauenquote durch die befragten Managerinnen, keine unlogische Folge ihrer Ansicht ist, dass Frauen einfühlsamer und kommunikativer sind als Männer.

Wie die Frauenquote zeigt, ist Kutter mit ihrem Biologismus nicht allein. Tatsächlich ist der Biologismus der Kern allen Genderismus‘, denn wären Genderisten nicht der Ansicht, Frauen seien essentiell von Männern verschieden, sie würden sicher nicht die Gruppe der Frauen als Ganzes bevorteilen. Dass sie es tun zeigt, sie sind Sub-Cultural Dopes der übelsten Sorte, missonarische Sub-Cultural Dopes, die ihre unreflektierten Vorurteile für andere verbindlich machen wollen. In anderen Zusammenhängen spricht man von Faschisten.