Thunderstruck: Vom Donner gerührt!

Wir sind vom Donner gerührt!

Thunderstruck, wie man bei uns in Angelsachsen sagt.

Thunderstruck vom Erfolg der ScienceFiles, für den wir uns an dieser Stelle bei den rund 1,1 Millionen Lesern, die ScienceFiles im Jahr 2014 gelesen haben, bedanken möchten.

Aber wir sind nicht die einzigen, die thunderstruck sind.

Genderisten sind auch thunderstruck, denn: plötzlich müssen sie Rede und Antwort stehen, sich dafür verantworten, dass sie das Geld der Steuerzahler verprassen. Wir haben ihnen, so richtig Feuer unterm Hintern gemacht – thunderstruck eben.

Aber nicht nur Genderisten – angebliche Wissenschaftler, die Unsinn veröffentlichen sind von der unintendierten Wirkung, die ihre Elaborate dann erzielen, wenn wir sie auf ScienceFiles zerlegen, thunderstruck. So etwas, so hat ein etwas angegrauter Kollege vor einiger Zeit gegenüber Dr. habil. Heike Diefenbach angegeben, so etwas sei ihm ja noch nie untergekommen.

Dann wird es Zeit, dass er und all die anderen, die bislang im stillen Kämmerchen vor sich hinwurschteln konnten, ohne dass sie mit Fragen nach dem Sinn, dem Nutzen des Gewurschtelten konfrontiert wurden, sich daran gewöhnen, dass ScienceFiles sich innerhalb von nicht einmal drei Jahren als ein – wie die Heinrich Böll Stiftung uns attestiert hat: Wissenschafts-Wächter etabliert hat.

Thunderstruck sind auch Ministeriale und die politischen Parteivasallen, die unter dem Namen von Friedrich Ebert oder Heinrich Böll Steuergelder zweckentfremden, um ideologische Kriege zu führen und Brunnen zu vergiften, denn sie sehen sich plötzlich damit konfrontiert, dass ihre geplanten Ideologie-Offensiven auf wissenschaftlichen Widerstand treffen, von uns auf ScienceFiles bloßgestellt werden.

Und thunderstruck sind all diejenigen, die wie Vivianve Reding es bislang gewohnt waren, ohne Probleme lügen zu können, denn die Journalisten, die selbst den letzten Brocken drucken, der ihnen hingeworfen wird, sind bislang nie auf die Idee gekommen, zu hinterfragen, was Ihnen da hingeworden wird. Seit dem Idiotentest für Journalisten ist das alles anders.

Wer es noch nicht bemerkt hat, wir feiern uns gerade selbst, im Rückblick auf das Jahr, das Erreichte und in der Vorschau auf das, was da noch kommen wird: Wir planen auch 2015 Leben in die Bude zu bringen und eine Spur der vom Donner Gerührten zu hinterlassen.

In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern von ScienceFiles
ein gutes Neues Jahr.

Bleiben Sie uns auch 2015 treu und freuen Sie sich auf alles, was in 2015 kommt – all das, was die Ge-Mainstreamten sich nicht einmal in ihren kühnsten Träumen zu denken getraut hätten:

Frohe Botschaft aus der institutionalisierten Wissenschaft: Ein Professor, der den Mund aufmacht!

Deutschland kurz vor 2015.

Die institutionalisierte Wissenschaft ist weitgehend von Gender durchsetzt.

Die ganze institutionalisierte Wissenschaft?

Nein. Teile der Wissenschaft leisten Widerstand.

Ermutigt davon, dass es z.B. Blogs wie ScienceFiles gibt, auf denen man nicht müde wird darauf hinzuweisen, dass Genderisten sich zwar gerne einen wissenschaftlichen Manteil umtun, darin aber regelmäßig verschwinden, weil sie nicht in der Lage sind, auch nur die einfachsten Ansprüche an Wissenschaftlichkeit zu erfüllen, die einfachsten Fragen nach ihrer Wissenschaftlichkeit zu beantworten, gibt es nun auch die ersten institutionalisierten Wissenschaftler, die den Mund aufmachen und sich den Frust, der sich in Jahren der stummen Beobachtung des Gender-Unwesens aufgestaut hat, von der Seele reden.

Zur Erinnerung oder was bisher außerhalb von Universitäten geschah:

  • In einer Reihe von Briefen haben wir Genderisten, darunter die Lehrstuhlbesetzer Sabine Hark von der FU Berlin und Paula Villa von der LMU München angeschrieben und sie gebeten, eine Reihe von Fragen zu beantworten, die jeder Wissenschaftler eigentlich im Schlaf beantworten können sollte, da sie allesamt die Grundlagen seiner Arbeit, seine Erkenntnistheorie, seine Methode, seine theoretische Anbindung, seine Ergebnisse betreffen. Keiner der angeschriebenen Genderisten hat die Fragen beantworten. Abermals muss man den Schluss ziehen, dass Genderisten die Fragen nicht beantworten können, weil sie keine Wissenschaftler sind und Gender Studies entsprechend alles, aber keine Wissenschaft.

Prof. Dr. Walter Krämer, an der TU-Dortmund für Statistik zuständig und vielen durch seine Versuche, Statistik zugänglich zu machen, bestens bekannt, ist der erste institutionalisierte Wissenschaftler, der nun Klartext geredet hat.

Klartext wie den folgenden:

Walter Kraemer„Selten hat eine vergleichsweise kleine Gruppe von Fanatikern dem Rest der Gesellschaft derart erfolgreich ihre Meinung aufgezwungen wie die modernen Verfechter der sprachlichen Geschlechtsneutralität; seit Jahren komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus, was ihnen noch alles einfällt, um speziell die deutsche Sprache nochmals weiter zu verhunzen. Und wie feige und fast schon automatisch der übliche Kotau der Gutmenschen Mehrheit unseres Landes davor erfolgt. Dieser phänomenale Erfolg gründet sich auf keine tragfähigen linguistischen oder gesellschaftspolitischen Argumente …“

Oder, auch nicht schlecht und in wenigen Sätzen geeignet, den Mythos des Gender Pay Gap zu zerstören:

„Frauen verdienen im Durchschnitt weniger, weil sie lieber Sozialpädagogik studieren als Maschinenbau. Sie verdienen zwar weniger, aber nicht, weil sie für die gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt werden, sondern weil sie unterschiedliche Arbeit leisten … . So verdient ein Monteur auf einer Ölplattform in der Nordsee ein Mehrfaches der Küchenhilfe, aber der Monteur ist typischerweise männlich und die Küchenhilfe weiblich.“

Wir von ScienceFiles sind der Ansicht, dass wir Professoren wie Walter Krämer den Weg (mit)geebnet haben, denn es ist für sie nun leichter geworden, den Mund aufzumachen, da ein Großteil des feministischen Shitstorms von uns auf ScienceFiles und über die letzten drei Jahre gemeistert wurde – ein erbärmlicher Shitstorm im Übrigen, der in dramatischer Weise die Armseligkeit der Genderisten gezeigt hat, die zwar Fäkaliensprache und Affektsprache beherrschen, aber weder eine Idee von Wissenschaft haben noch in der Lage sind, auf Kritik mit auch nur einem einzigen Argument zu antworten.

Entsprechend muss man nur das Abflaufen der emotionalen Panikattacke, die dem Stimulus der Kritik an Genderismus als konditionierte Response folgt, abwarten, was regelmäßig nach einer Hassmail oder einem Hasskommentar der Fall ist, denn im Gegensatz zu Argumenten sind Emotionen Einmalpackungen, die man nach Gebrauch wegwerfen muss.

Deshalb: Professoren aller Fakultäten vereinigt Euch!

Die Menge Mut, die es braucht, um den Mund aufzumachen und sich gegen die Zerstörung der eigenen Wissenschaft zu stellen, ist gar nicht so groß, wenn sie es denn je war.

Statistik verstehenDie eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen und dem Gender-Spuk entgegen zu treten, ihm ein Ende zu bereiten und ihn von Universitäten zu verbannen, dies alles sind Tätigkeiten, auf die auch jetzt noch keine Todesstrafe steht. Der feministische Shitstorm der zuweilen folgt, läuft sich schnell tot, denn außer machtloser Wut haben Feministen nichts zu bieten. Um es nocheinal zu wiederholen, denn man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Sie haben keine Argumente. Sie sind entsprechend einfache Beute für Menschen mit Argumenten und Wissenschaftler sind Wissenschaftler, weil sie Argumente haben.

Dagegen haben Genderisten nichts zu bieten. Sie haben Argumenten nichts entgegen zu setzen. Sie können nur nehmen, und was würde wohl passieren, wenn man ihnen einfach die Quelle schließen würde, um die herum, sie sich alle angelagert haben?

Deshalb noch einmal:

Professoren aller Fakultäten vereinigt Euch!

Folgt dem Beispiel von Walter Krämer, Günter Buchholz, Dr. habil. Heike Diefenbach und ScienceFiles und kämpft dafür, dass Ideologien wie der Genderismus von Universitäten verschwinden.

Nachhilfe für das ahnungslose Lann Hornscheidt

Unter der Überschrift „Gendergerechte Sprache?“ dilettiert das Lann Hornscheidt in Sozialwissenschaft, behauptet: soziale Veränderung zeige sich im Versuch sprachlicher Veränderung und Sprache müsste so beschaffen sein, dass sich jeder (auch der größte Irre) gemeint fühlen könne.

Was davon wissenschaftlich zu halten ist, schreibt Dr. habil. Heike Diefenbach in einem Beitrag, den man nur unter den Titel: „Nachhilfe für das ahnungslose Lann Hornscheidt“ bringen kann.

Damit zur Nachhilfe:

social psychology for dummiesEs zeigt sich wieder einmal, dass Leute, die derzeit Professuren besetzen, häufig keinerlei Hintergrund in irgendeiner Form von Theorie oder empirischer Forschung haben – und noch weniger logisch zu denken im Stande sind.

Wenn Profx Lann Hornscheidt meint: “Soziale Veränderung zeigt sich im Versuch sprachlicher Veränderung”, dann stellen sich nämlich spontan die folgenden Fragen – zumindest für Wissenschaftler:

  • 1. Warum sollte das so sein? Welche sozio-linguistische Theorie (und ich meine: THEORIE, nicht den Namen von irgendjemandem, der zufällig denselben Eindruck vom Lauf der Dinge hatte wie Profx!) lässt diesen Zusammenhang erwarten?
  • 2. Auf welcher empirischen Evidenz beruht dieser Satz, d.h. aufgrund welcher Daten aus empirischer Forschung meint Profx, dies behaupten zu können?
  • Und 3. – und hier kommen die Fragwürdigkeiten mit Bezug auf Logik zum Vorschein: Meint Profx tatsächlich und ernsthaft, dass der Satz, den es formuliert, ein allgemeines Gesetz ausdrückt?

Damit wiederum würde Profx behaupten, dass

  • a) sich sprachliche Veränderungen im allgemeinen Sprachgebrauch in einer Gesellschaft nicht vollziehen können, ohne dass ihnen nennenswerte soziale Veränderungen ursächlich zugrunde liegen bzw. ohne dass sich hierin soziale Veränderungen zeigen, und dass
  • b) sich soziale Veränderungen vollziehen können, ohne dass sich dies in nennenswerten sprachlichen Veränderungen niederschlägt.

Wenn man Profx allgemeinen Satz als einen halbwegs nachvollziehbaren Satz retten wollte, dann müsste man seine Interpretation so weit fassen, dass er nichts weiter als eine Trivialität wäre, oder schlicht falsch, wenn man es genau nimmt: man müsste dann sagen, dass z.B. der Begriff „Sozialversicherung“ die soziale Veränderung anzeigt, die in der Einführung der (Zwangs-)Sozialversicherung bestand – das wäre trivial, oder man müsste einwenden, dass der Begriff vor der Einführung der Sozialversicherung existierte, weil man sonst nicht hätte darüber diskutieren können – dann ist der Satz auch bei sehr weiter Interpretation falsch.

Soviel dazu.

Weiterhin ist es unwissenschaftlich zu behaupten, eine nennenswerte Menge von Leute oder Leute würden sich regelmäßig ausgeschlossen fühlen, wenn bestimmte Begriffe verwendet werden – wieder stellt sich

  • 1. die Frage nach einer Theorie, die eine so starke Behauptung begründen könnte. Es müsste eine sozialpsychologische Theorie oder genauer: eine Identitätstheorie sein, die außerdem den Anschluss an eine linguistische Theorie herstellt;
  • 2. die Frage nach der empirischen Evidenz, auf die Profx diese Behauptung gründen will, wenn sie mehr sein soll als der idiosynkratische Glaubenssatz von jemandem, der aus unerfindlichen Gründen eine Professur besetzt (Profx kann sich aufgrund eigener Argumentation hier wohl nicht angesprochen fühlen, weil „jemand“ mit „er“ einhergeht, und es ja nicht „er“ sein kann, oder!?)

Nun noch ein Hinweis an Profx:

Falls sich jemand nicht angesprochen fühlt, wenn er weiblich ist und mit „liebe Bürger“ angesprochen wird, dann ist aus soziologischer Sicht zu bedenken, dass das eine Interpretation ist, die ein soziales Problem darstellen könnte, weil sie einen Selbstausschluss bedeutet, der völlig unnötig ist. Er kann daher eigentlich nur eine massive Entfremdung von sich selbst oder von der Gesellschaft, die einen umgibt, anzeigen, denn „Bürger“ ist eine klar definierte Beziehung zwischen der Institution „Staat“ und den Menschen, die Rechte ihr gegenüber haben, aber auch Pflichten.

Das Geschlechtsteil, nein, Entschuldigung: die eigene Gender-Konstruktion, hat damit nichts zu tun. Wer das nicht versteht (bzw. seine Bürgerrechte nicht unabhängig von seinem Geschlecht einklagt), unterschätzt seine Position, wenn nicht seinen Einfluss, massiv. Darüber hinaus gibt er allen anderen ein schlechtes Beispiel, weil er suggeriert, sie wären ebenso ohne Einfluss und ohne Rechte und Pflichten wie derjenige, der meint, er sei mit „liebe Bürger“ nicht angesprochen, denn schließlich gilt (- und nun zu den sprachlichen Aspekten):

  • Deutsch fuer Anfaenger„Bürger“ ist ein Kollektivbegriff, der das Kollektiv der Bürger bezeichnet. Hätte man eine Ahnung von Lingusitik und – noch besser – von anderen Sprachen, wäre einem der Unterschied zwischen einem Plural und einem Kollektivbegriff klar (übrigens ist es auch in den Sozialwissenschaften sehr wichtig, beides auseinanderzuhalten!);
    • Im Arabischen z.B. gibt es das Wort „schadjara“ für „Baum“. Will man eine Reihe ganz konkreter Bäume bezeichnen, z.B. diejenigen, die im eigenen Garten stehen, dann spricht man von den(jenigen) Bäumen im Plural, also von „schadjaraat“. Spricht man jedoch von Bäumen als Baumheit, dann gibt es hierfür den Kollektivbegriff „schadjar“. Einen männlichen Baum oder männliche Bäume gibt es nicht, es gibt einzelne oder mehrere konkrete Bäume, die mit weiblichen Formen bezeichnet werden, und die Baumheit, für dies es einen Kollektivbegriff gibt.
    • „Bürger“ ist ein Kollektivbegriff in diesem Sinn, also, wenn man so sagen möchte, für „Bürgerheit“. Seltsamerweise kennt das Deutsche in einigen, wenigen Fällen, zwei Begriffe für Kollektive, so z.B. „Mensch“ und „Menschheit“, was bei einigen Leuten dazu führt, dass sie meinen, der eine Kollektivbegriff („Mensch“) müsse dann notwenig einen einzigen männlichen Menschen bezeichnen, weil die Wortform derjenigen entspricht, die man für einen einzigen männlichen Menschen benutzt.
    • Wie der geteilte Sprachgebrauch in deutschsprachigen Ländern zeigt, ist dies aber nicht so bzw. wird keineswegs von einer nennenswerten Anzahl von Leuten so verstanden. Sie alle wissen, dass es Kollektivbegriffe gibt, die manchmal ein grammatikalisch männliches, manchmal ein grammatikalisch weibliches Geschlecht haben („Mensch“, aber „Katze“).

Wer also meint, er müsse an der deutschen Sprache herumbasteln, weil sie weiblichen Menschen Anlass gäbe, sich ausgeschlossen zu fühlen, hat erstens einen eingeschränkten Horizont (wie gesagt; es gibt eben Katzen, Rinder und Hühner – wo sind da die männlichen Exemplare in der deutschen Sprache vertreten??) und zweitens so wenig Sprachgefühl, dass er einen Singular oder einen Plural nicht von einem Kollektivbegriff unterscheiden kann. Das ist also sein eigenes Problem, nicht das anderer Leute oder das einer ganzen Gesellschaft.

1984Sein Sprachproblem plustert er nun auf und knüpft alle möglichen, aber theoretisch wie empirisch haltlosen Behauptungen daran, um eine soziale Veränderung herbeizuführen, und zwar diejenige, dass bald jeder auf seine eigene Weise durch Selbstausschluss ein Gefühl von Diskriminierung entwickeln kann, das ihn leiden oder schimpfen oder hassen lässt, wo dies gar keinen Anlass hat. Ich glaube, eine treffende Bezeichnung hierfür lautet „Brunnenvergifter“, was ich vermutlich nicht sagen sollte, weil es aus einem konkreten historischen Kontext stammt, – so wie „Kolonien“ – nur: beide Begriffe stehen mit historischen Fakten in Verbindung!

Wer sie außer Gebrauch sehen möchte, ist damit bereit, Geschichte zu unterschlagen, wenn nicht zu fälschen. Wem dies zu welchen Zwecken nützen mag, lässt sich u.a. George Orwells „1984“ entnehmen….

Nennt mich schlicht: Gott! Herr Gott!

Im November-Heft von „Forschung und Lehre“ hat Lann Hornscheidt irgendwie einen Beitrag publiziert bekommen, denn davon das Lann Hornscheidt Forschung betreibt, ist nichts bekannt und von Lehre, naja, stülpen wir lieber den Mantel des X darüber.

Person of Colour, die es vor Rassismus schützen will.

Person of Colour, die es vor Rassismus schützen will.

Mit „Gendergerechte Sprache“ ist der Beitrag überschrieben. Er (der Beitrag) wendet sich gegen „andorgendernde Maskulina“ und „tradierte rassistische Begriffe“, also gegen Begriffe wie „der Haushalt“ und „die Kolonien“.

Diese, so das Lann Hornscheidt, sollten nicht verwendet werden, weil sich im ersten Fall Frauen nicht „mitgemeint fühlen“, im zweiten Fall PoCs gerne einen anderen Begriff hätten (PoCs, das sind Leute, die leicht erröten, people of colour). Entsprechend, so es, das Lann Hornscheidt weiter, sollte die Gesellschaft (also alle) die „neue Selbstbenennung von Personen“ akzeptieren, denn: „Soziale Veränderung zeigt sich im Versuch sprachlicher Veränderung“.

Kurz: Wir alle sollen jeden so ansprechen, wie er das will, damit sich derjenige „mitgemeint“ fühlen kann, und es zu einer sozialen Veränderung kommt, die „ich-bin- mitgemeint-soziale-Veränderung“.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, Lann Hornscheidt hat recht.

Denn:

Wann immer Politiker u.a. mich mit „Liebe Bürger oder Bürgerinnen“ oder mit „Liebe Wähler oder Wählerrinnen“ ansprechen, fühle ich mich nicht mitgemeint.

Mein Nachname ist Klein, ganz im Gegensatz zu meiner Statur, die ist groß. Wann immer mich jemand mit „Herr Klein“ anspricht, fühle ich mich nicht mitgemeint, schon angesichts der Legionen von Kleins, die es da draußen gibt. Und wie könnte ich mich mit „Klein“ mitgemeint fühlen, wo ich doch groß bin?

Nein, Lann Hornscheidt hat Recht, hier muss eine soziale Veränderung her, hier muss eine angemessene Ansprache von mir, dem Individuum das ich bin, her.

Gleiches gilt für meinen Vornamen: Michael. Ein In-Name der 1960er Jahre.

Wer heißt nicht alles Michael? Ich bin mir sicher, kennte ich alle Michaele, die wenigsten davon könnte ich leiden. Wie also soll es möglich sein, dass ich mich mit Michael identifziere, dass ich mich dann, wenn jemand „Michael“ zu mir sagt, mitgemeint fühle?

Nein, so geht das nicht.

Deshalb habe ich kurz über die soziale Veränderung nachgedacht, die sich in einer veränderten Ansprache meiner Person zeigen würde.

Was ist eine angemessene Bezeichnung für mich, durch die ich mit „mitgemeint fühlen“ kann?

Mal sehen.

Ich bin, wie gesagt, groß, knapp 2 Meter hoch.

Ich halte mich für intelligent.

Ich habe eine Universität besucht und denke.

Ich beziehe keinerlei Transferleistungen meines Staates und habe immer auf eigenen Beinen gestanden, in voller Höhe.

Das genau ist es: Ich bin etwas ganz Besonderes und bislang nie in den Genuss staatlicher Transferleistungen gekommen.

karel-gott

Unglaublich: Da ist noch ein Gott … Mehr Informationen durch Click!

Staatliche Transferleistungen sind Steuergelder. Steuergelder sind Tributzahlungen an einen Staat, der mich bislang keines Groschens gewürdigt hat, obwohl ich von körperlich hoher Statur, groß, imposant, (eigen)mächtig bin – obwohl ich denke und deshalb Respekt verdiene, ja Anerkennung, Ehrerbietung ob der Qualität meines Denkens, das an Universitäten begründet wurde – ein ganz besonderes Denken, mein Denken! Eigentlich zu schade, um es der schnöden Welt mitzuteilen. Was ich dennoch tue, aus reinem Altruismus, aus Menschenliebe, aus Nächstenliebe und aus Gründen der intellektuellen Emanzipation, die ich anderen dadurch ermögliche, dass ich ihnen den Weg zur Wahrheit, zum richtigen Ergebnis des Denkens, zum Heil, zum Paradies weise – kurz: Ich bin gottgleich und entsprechend will ich auch als solcher angesprochen werden und in den Genuss von Tributzahlungen der Steuerbürger kommen. Nur wenn man mich mit Gott oder Eure Heiligkeit anspricht, fühle ich mich mitgemeint.

Ich meine, was ist falsch daran?

Lann Hornscheint fühlt sich nur bei Profx mitgemeint, ich nur bei Gott.

Gleiches Recht für alle – oder? Oder will man mir in sexistisch, ableistisch, rassistisch feministischer Weise die sprachliche und damit die soziale Existenz absprechen?

Deshalb bitte in Zukunft: Gott!

Vorname?

„Herr“ reicht.

Falls jemand unter den Lesern dieses Dekrets sich bei „Leser“ nicht mitgemeint fühlt, so möge er uns mitteilen, wie er sonst angesprochen zu werden wünscht. Wir werden es in Erwägung ziehen.

So, nun haben wir keine Zeit mehr für Euch. Wir müssen, gemeinsam mit Frau Gott göttliches tun.

Schlimmer als Kolonialherren im 19. Jahrhundert: Gender-Imperialismus von heute

Gender Mainstreaming will die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) nach Benin bringen, in ein Land, das zu den ärmsten Ländern der Erde gehört. Wem dieser Zynismus noch nicht reicht, dem servieren wir mit diesem Post die Ergebnisse einer Recherche, die eine ganze Reihe unverdaulicher Happen zu Tage gefördert hat.

GIZBenin ist kein Einzelfall, so muss man feststellen, denn Gender und Gender Mainstreaming sind so etwas wie die Hauptexport-Artikel der GIZ.

Die GIZ ist im Übrigen ein Bundesunternehmen, das man, vermutlich damit seine Bilanz nicht aussagekräftig gehalten werden muss, als GmbH, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, eingesetzt hat. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die für die Bundesregierung internationale Zusammenarbeit betreibt, und zwar mit dem Ziel „einen sichtbaren Mehrwert für die gesamte Bundesregierung zu schaffen“ (nicht etwa für die Menschen in den Entwicklungsländern, denen angeblich geholfen werden soll), diese Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die – nach eigener Aussage – „der erhöhten Sichtbarkeit Deutschlands sowie der Unterstützung deutscher außen-, wirtschafts- und sicherheitspolitischer Interessen“ dient, diese Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, ist ein Unternehmen mit einem Jahresetat von rund 2 Milliarden Euro, die aus dem Steuersäckel kommen, denn die Auftraggeber der GIZ sind entweder das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und Entwicklung oder so genannte Deutsche öffentliche Auftraggeber (DÖA).

Damit die Verwendung des Geldes der öffentlichen Auftraggeber auch im Einklang mit den „politische[n] Konzepte[n] der Bundesregierung“ steht, ist der Vorstand von Staatssekretären, Vertretern aus Ministerien, Mitgliedern des Bundestages und natürlich von Antonia Kühn, der Gewerkschaftssekretärin des DGB Nordrhein-Westfalen und von Birgit Ladwig, der Büroleiterin bei verdi, bevölkert – eine Ansammlung an Kompetenzen der internationalen Zusammenarbeit also.

giz kennzeichnungssystemDiesen Kompetenzen entsprechend steht Gender und Gender Mainstreaming ganz oben auf der Liste der wichtigen Aufgaben, die es in Entwicklungsländern zu erledigen gilt. Projekte erhalten entsprechend eine Kennung, die von GG0 „Gleichberechtigung der Geschlechter ist kein Ziel der Maßnahme“ über GG1 „Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein wichtiges Nebenziel der Maßnahme“ zu GG2 „Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein Hauptziel der Entwicklungsmaßnahme“ reicht.

Wer sich wundert, dass Gender Mainstreaming wieder mit Gleichberechtigung vermengt wird, obwohl es mit Gleichberechtigung gar nichts, dafür aber viel mit Gleichstellung und Bevorzugung zu tun hat, dessen Wundern ist spätestens dann am Ende, wenn ihm Beispiele für Projekte in GG2 oder GG1 gegeben werden:

  • So ist die Förderung des Rechtsbewusstseins von Frauen und Mädchen ein mit GG2 bewertetes Projekt, was deutlich zeigt, dass es hier nicht um Gleichberechtigung, sondern um Besserstellung geht, da die Förderung des Rechtsbewusstseins von Männern und Jungen offensichtlich nicht vorgesehen ist.
  • GG1 ist ein Projekt, dessen Hauptziel darin besteht „einen Stadteil oder eine Gemeinde mit Trinkwassser zu versorgen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Mädchen und Frauen einen sicheren und einfachen Zugang zu diesen Anlagen haben“. Offensichtlich ist nicht vorgesehen, für Jungen und Männer einen sicheren und einfachen Zugang zu Trinkwasser bereitzustellen.

Neben diesen Widerlichkeiten des Gender Mainstreamings, die einmal mehr verbal als Gleichberechtigung getarnt werden, gibt es die obligatorische Durchführung einer so genannten Genderanalyse. Warum? „Gender lohnt sich„, wie es in einer Broschüre der GIZ heißt.

Gender lohnt sich zum Beispiel für die vielen Gender Gutachter, die sich im Gender Gutachterpool des BMZ finden. Sie verdienen nicht schlecht daran, dass die GIZ, also das BMZ als Hauptauftraggeber, keine Entwicklungsprojekte mehr durchführt, ohne dass eine Genderanalyse durchgeführt wurde. Ob es um die Landwirtschaftsförderung, die ländliche Stromversorgung, die African Cashew Initiative, die „Wasserversorgung und integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen“ geht, die Genderanalyse ist Pflicht: „Im BMZ-Geschäft ist die Durchführung einer Genderanalyse verpflichtend. Gemäß den Vergabekriterien des BMZ (2001) gibt es eine klare politische Vorgabe für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit, zu Beginn eines neuen Vorhabens eine Genderanalyse durchzuführen“.

Ohne Genderanalyse also kein Trinkwasser.

Und was ist eine Genderanalyse?

GIZ gender lohnt sich„Eine nützliche Genderanalyse konzentriert sich auf Fragen, die für die Gestaltung des Vorhabens relevant sind. Zur Identifizierung relevanter Fragen für eine Genderanalyse eignet sich ein analytischer Rahmen, der Genderaspekte nach vier Ebenen ordnet. Auf der Meta-Ebene stehen Fragen zu Gendernormen in den Partnerländern im Vordergrund. Auf der Makro-Ebene behandelt eine Genderanalyse Fragen der Politikgestaltung im Partnerland. Auf der Meso-Ebene steht Gender in den Institutionen der Kooperationslandschaft, insbesondere in den Partnerorganisationen, im Mittelpunkt des Interesses. Auf der Mikro-Ebene geht es um die Zielgruppen der Maßnahmen und geschlechtsspezifische Unterschiede bei sozio-ökonomischen Indikatoren im öffentlichen und privaten Leben.“

Betrachten wir die Frage der ländlichen Trinkwasserversorgung in Benin. Auf der Meta-Ebene ist Wasserholen eine Angelegenheit für Frauen und Kinder. Auf der Makro-Ebene gibt es bislang kein Gesetz, das die Einhaltung einer Männerquote beim Wasserholen obligatorisch gemacht hätte. Auf der Meso-Ebene hat die Vereinigung der Kleinbauern in Alibori bislang keine Notwendigkeit für die Einführung einer Männerquote an der örtlichen Quelle gesehen, und auf der Mikro-Ebene ist die spezifische Form der Arbeitsteilung in Benin bislang auch ohne eine entsprechende Männerquote ausgekommen.

Wie man sieht, und wie man immer sieht, wenn es um Gender Mainstreaming oder sonstiges Gender Gedöns geht, wird mit einem Wortbrimborium um sich geworfen, das sich bei nährerer Betrachtung in Luftblasen auflöst, die nach nur kurzer Verweildauer im Gedächtnis platzen.

Politisch wird das Gender Mainstreaming allerdings dann, wenn der Charakter der Intervention, der imperialistische Anspruch, mit dem Gender Mainstreaming als Entwicklungshilfe verpackt den Empfängerstaaten oktroyiert werden soll, deutlich wird. Man muss nicht lange suchen, um festzustellen, dass Gender Mainstreaming von GIZ und BMZ als Mittel missbraucht wird, um in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzugreifen und dabei über deren Kultur hinwegzugehen, als wäre sie nicht vorhanden:

Ein Blick in die Broschüre „Geschlecht lohnt sich“ (ist das eigentlich eine Aufforderung zur Prostitution?) genügt. Dort steht rot bzw. schwarz auf weiß:

„16. Widersprechen unsere westlichen Vorstellungen von Geschlechtergerechtigkeit der Kultur im Partnerland?

Es gibt nie die eine, homogene und statische Kultur in einem Land. Stattdessen existieren in jeder Gesellschaft vielfältige kulturelle und politische Strömungen – konservative ebenso wie progressive.

Das Argument, dass Gleichberechtigung einen Widerspruch zur Kultur darstelle,wird häufig gerade von denjenigen Akteuren verwendet, die vom Status Quo profitieren und ein Interesse daran haben, diesen beizubehalten. Fragt man hingegen
diejenigen, die in einem konservativen Kulturverständnis gegenwärtig weniger Möglichkeiten haben, gleiche Freiheiten und Rechte auszuüben, so wird man andere Antworten bekommen.“

Vorab: es geht natürlich und immer noch nicht um Vorstellungen von Geschlechtergerechtigkeit, denn ginge es darum, man müsste sich vor Ort um die dort geltenden Gerechtigkeitsvorstellungen kümmern. Nein, es geht um Gleichstellung im westlichen Sinne des Wortes und darum, eine nicht-westliche Kultur zu unterminieren und zu zersetzen, in etwa so, wie die Kommunistische Internationale versucht hat, die bourgeoisen und kleinbürgerlichen Staaten, die den Mitgliedern nicht gepasst haben, von innen heraus zu zersetzen.

Indes, die Einsicht, dass es die eine, homogene und statische Kultur in einem Land nicht gibt, ist erstaunlich, kommt sie doch von Gender Gemainstreamten, die dann, wenn es um Deutschland geht, plötzlich nur noch die gleichgeschaltete Gender-Kultur kennen und zulassen.

Gender GutachterMan stelle sich vor, die chinesische Entwicklungshilfe, die im Jahre 2040 die Restbestände der bankrotten real existierenden deutschen Gender-Diktatur aufkauft und mit chinesischem Kapital und unter der Ägide des chinesischen Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit die Trinkwasserversorgung in Berlin-Zentrum wieder herstellen will, käme auf die Idee, den Konfuzianismus zur Bedingung der Entwicklungshilfe zu machen: Ohne Bekehrung der Deutschen zum Konfuzianismus kein Trinkwasser. Der Aufschrei wäre vermutlich groß, würde aber von den chinesischen Entwicklungshelfern mit der Bemerkung vom Tisch gewischt, dass es die eine deutsche Kultur nicht gebe und es klar sei, dass diejenigen, die derzeit vom un-konfuzianistischen Zustand der deutschen Gesellschaft profitieren, sich dagegen wehren, dass das Heil des Konfuzianismus durch chinesische Entwicklungshilfe nach Deutschland gebracht wird.

Aufgaben für das Neue Jahr:

Die Aufgabe für den Vorstand der GIZ und all seineVasallen besteht nun darin, das chinesische Beispiel auf das Gender Mainstreaming zu übertragen und sich zu fragen, mit welchem Recht Gender-Imperialismus betrieben wird, welcher Souverän Gender-Imperialismus jemals legitimiert oder in Auftrag gegeben hat und welche Entscheidung deutscher Steuerzahler der Verschwendung von Steuermilliarden für Gender-Unsinn zu Grunde liegt.

Die Aufgabe für Entwicklungsländer wie Benin, für die China bereits jetzt der größte Handelspartner ist, besteht darin, sich von der Einflussnahme westlicher Gender-Imperialisten zu emanzipieren.

Und die Aufgabe für alle Deutschen mit Moral und Anstand besteht darin, dem Gender-Imperialismus, der in ihrem Namen betrieben wird, ein Ende zu setzen.

©ScienceFiles, 2014/2015

Der Zynismus der Genderista oder: Warum man sich als Deutscher schämen muss

Benin liegt in Westafrika, eingeklemmt zwischen Togo, Nigeria, Burkina Faso und Niger und mit Zugang zum Atlantik. Benin ist ein sehr armes Land mit kaum vorhandener industrieller Produktion und einer weitgehend auf Subsistenz ausgerichteten Landwirtschaft. Die Menschen in Benin erreichen im Durchschnitt ein Lebensalter von 61 Jahren, sofern sie nicht vorher an Malaria, HIV/AIDS oder dem Dengue Fieber sterben. Benin belegt Platz 16 auf der Liste der Länder, in denen Malaria die meisten Todesopfer fordert.

Was Zugang zu Trinkwasser in Benin meint!

Was Zugang zu Trinkwasser in Benin meint! ©Helvetas

Rund 61% der Bevölkerung in Benin haben Zugang zu Frischwassser, rund 70% der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sanitären Anlagen. 42,4% der Bevölkerung können weder lesen noch schreiben, 37,4% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze und müssen entsprechend mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auskommen.

Die Infrastruktur des Landes ist schlecht. Benin belegt Platz 113 von 134  Ländern im Hinblick auf die Erschließung des Landes durch Eisenbahnen, Platz 119 (von 222) im Hinblick auf die Erschließung durch Straßen mit einem festen Belag und Platz 102 (von 108) im Hinblick auf die Erreichbarkeit über Wasserwege (über den Niger und nur saisonal möglich).

Benin ist ein Entwicklungsland, das vor einem Berg von Aufgaben im Hinblick auf Bildung, Infrastruktur, Gesundheit und Wirtschaft steht, wenn das Ziel darin besteht, Benin zu einem Land zu entwickeln, das auch nur die Millennium-Ziele der Weltbank erfüllt.

Benin ist zudem ein Land, in dem die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) aktiv ist, ein Bundesunternehmen, das die Bundesregierung dabei unterstützt, „ihre Ziele in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung zu erreichen“.

Entsprechend wissen Bundesregierung und GIZ ganz genau, was die Menschen in Benin brauchen.

Was war es noch einmal?

Zugang zu frischem Wasser?

Nein, das war es nicht.

Wirksame Medikamente gegen Malaria oder Mittel zum Schutz vor den Überträgern von Malaria?

Nein, das war es auch nicht.

Schnellkurse, um denen, die es nicht können, immerhin 42,4% der Bevölkerung, Lesen und Schreiben beizubringen?

Nein, das ist es auch nicht.

Ein Instrastrukturprogramm für Straßen und Eisenbahnen, um das Land besser zu erschließen und für Investoren interessanter zu machen?

Nein.

Sanitäre Anlagen?

Nein.

Was braucht Benin denn?

Benin, das weiß die GIZ und das weiß die Bundesregierung braucht Gender Mainstreaming. Weil man es kaum glauben kann: Beniner brauchen nicht Zugang zu Trinkwasser, keine sanitären Anlagen, keine Straßen, keinen Schutz vor Malaria, keine Schreib-/Lesekurse, nein: sie brauchen Gender Mainstreaming.

Der moderne Kolonialismus bringt nicht mehr das Christentum, damit arme Schwarze nicht als arme Schwarze, sondern als arme christliche Schwarze sterben. Der moderne Kolonialismus bringt Gender Mainstreaming. Die Bewohner von Benin sind nach dem Gender Mainstreaming zwar immer noch so arm wie davor, sie sterben immer noch wie die Fliegen an Malaria und haben eine um rund 20 Jahre geringere Lebenserwartung als Deutsche, aber sie sind Gender gemainstreamt und damit fit für den Eintritt in den Gender Himmel.

Der Zynismus der Genderista ist nicht mehr zu überbieten.

Wenn es darum geht, den Genderismus zu verbreiten, dann gehen die Aktivisten sprichwörtlich über Leichen:

  • GIZ„Als Berater/in für Gender Mainstreaming unterstützen Sie WANEP-Bénin bei der Implementierung von Gender in allen Programmen und bei der Entwicklung neuer Formate für Weiterbildungen zu Genderkompetenz, Maskulinität, Gewalt und Konflikt.
  • Sie koordinieren die vierteljährlichen Treffen der GIZ Gender Ansprechpersonen der Vorhaben und monitoren die Umsetzung der Genderstrategien der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
  • Zu Ihren Aufgaben zählt auch die Förderung der innerbetrieblichen Gleichstellung in der GIZ und die Schulung von neuen Mitarbeiter/innen in den Bereichen Gender, Gleichstellung und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.“

Benin exportiert Nüsse, Baumwolle und Fische und man kann sich sehr gut vorstellen, wie unter den Fischern und Baumwollpflückern Gender Mainstreaming betrieben wird, immer mit Blick auf „neue Formate für Weiterbildung zu Genderkompetenz, Maskulinität, Gewalt und Konflikt“. Vor allem kann man sich die satten Gender Strategen vorstellen, wie sie beim Koordinationstreffen im besten Hotel vor Ort die Maskulinität und die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz beklagen, während um sie herum die Einwohner an Malaria erkranken und sterben und die Ökonomie am Boden liegt.

Die Industrie in Benin produziert, wie in den meisten factor driven economies, Produkte, die mit einem hohen Arbeitseinsatz verbunden sind, darunter Baumaterialien und vor allem Zement. Vermutlich sind es diese Produktionsunternehmen, in denen Gleichstellung und sexuelle Belästigung die wichtigsten Themen darstellen. Die Arbeitsbedingungen, so steht zu vermuten, sind vorbildlich, so dass man gar nicht weiß, was außer einer „Schulung … in den Bereichen Gender, Gleichstellung und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“, die Mitarbeiter wohl benötigen könnten. (Übrigens erstaunlich dass jetzt schon Berater gesucht werden, die Mitarbeiter in sexueller Belästigung, vermutlich in Techniken sexueller Belästigung am Arbeitsplatz schulen …).

Und damit die wichtigen Themen des Gender Mainstreaming den Beninern auch richtig begreifbar gemacht werden können, damit sie wissen, dass es besser ist, in Kenntnis von Gender Mainstreaming an Malaria zu sterben als ohne eine entsprechende Kenntnis, deshalb benötigt die GIZ einen überzeugten Ideologen, einen, der von Ideologie so getrieben und besessen ist, dass ihn die Leichen, die seinen Weg pflastern, nicht stören.

So einen:

„Sie haben ein abgeschlossenes Hochschulstudium, in Gender Studies und Friedens- und Konfliktforschung und verfügen über Berufserfahrung mit geschlechterpolitischem Schwerpunkt.

Mit den Themen Menschenrechte, gewaltfreie Kommunikation, Maskulinitäten & Gewalt, Gendertheorien und Ansätzen zur Herstellung von Geschlechterdemokratie sowie Strategien gegen sexuelle Belästigung sind Sie vertraut.“

BeninWäre man vor Jahrzehnten mit einem derartigen Zynismus konfrontiert worden, man hätte entsetzt reagiert.

Das zumindest hat der Genderismus geschafft, die Schwelle des Entsetzens wurde angesichts dessen, was für Genderista normal ist, angehoben. Das neue Entsetzen fängt jenseits der Erkenntnis an, dass Gender Mainstreaming noch vor Grundbedürfnissen wie dem Zugang zu Trinkwasser, der Produktion von Nahrung und einem angenehmen Leben kommt. Dann trifft das Entsetzen aber voll und führt zu der Erkenntnis, dass jeder, der auch nur noch einen Funken von Anstand im Leib hat, sich für das schämen muss, was derzeit in seinem Namen und aus deutschen Landen nach Westafrika exportiert wird.

In der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) sind zum 1. Januar 2011 der Deutsche Entwicklungsdienst (DED), die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) und die Internationale Weiterbildung und Entwicklung (InWEnt) zusammengeschlossen worden. Der Vorteil dieses Zusammenschlusses liegt auf der Hand: Man kann Ideologie unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe exportieren.

Fundstück: Arbeit macht nützlich

Warum entwickeln Politiker so viele unnütze Ideen? Warum traktieren sie ihre Bevölkerung z.B. mit ihrer Vorstellung des guten und gesunden Lebens?

Warum gibt es angebliche Wissenschaftler, deren Erkenntnisfortschritt darin bestehen soll, dass Sie sich ein X für ein „er“ vormachen. Warum beschäftigen sich Horden von angeblichen Wissenschaftlern damit, dass es Geschlecht gibt?

stupidWarum gibt es Studenten, die während ihres Studiums nichts Besseres zu tun haben als sich politisch zu radikalisieren und zu intervenieren, was heißt: Vorlesungen stören, Kaugummis auf die Stühle von „Mackern“ kleben oder Seiten aus Büchern, deren Inhalte ihnen nicht passen, herausreißen?

Warum beschäftigen sich viele damit, ideologische Wolkenkuckucksheime zu bauen und ihre absurden Ideen mit einem ideologischen Marketing Marke: „Reichtum für alle“ unter die Leichtgläubigen zu bringen?

Warum gibt es unzählige Busy-Bodies, Gutmenschen und sonstige selbsternannte Helfer derer, denen aus ihrer Sicht geholfen werden muss, die reden und reden und beschwatzen und dekretieren?

Die Antwort auf alle diese Fragen haben wir gerade in einem noch nicht publizierten Beitrag von Tjitske Akkerman und Matthijs Rooduijn gefunden, sie lautet:

„…when they are busy filling potholes and fixing sewage systems they cannot devote their energy to ideological radicalism“ (Akkerman & Roodujin, 2015: 2).

Die unsinnigen Ideen, der unnütze Zeitvertreib auf Kosten von Steuerzahlern, die aberwitzigen Ideen und Vorstellungen, die angeblichen Wissenschaftler beim angeblichen Denken kommen, haben also allesamt die selbe Ursache: Die, denen sie kommen, haben nichts Richtiges zu tun (oder gelernt)!

Der aberwitzige, unsinnige, radikale, der Vorschlag zu X ist ein Hilferuf, ein Hilferuf der gequälten Seele, die nicht in der Lage ist, sich mit etwas Sinnvollem zu beschäftigen.

Deshalb müssen wir Therapeuten sein für Gutmenschen, Lann Hornscheidts, Gender Studierte, Politiker und sonstige Unfähige, die ihrem Leben keinen eigenen Sinn zu geben vermögen, ihnen sagen, was sie tun müssen, um ihr Leben mit Sinn zu füllen.

Wir rufen daher unsere Leser auf, den sinnlos dahintreibenden Zeittotschlägern einen Arbeitssinn zu spendieren.

Entwickelt Ideen der Tätigkeit für Lann Hornscheidt, damit er/sie oder war es es, nicht auf x-hafte Ideen kommt!

Findet eine Betätigung für radikale Studenten, die ihnen einen *_BinnenI-freien Alltag ermöglicht, die sie sich von CIS und PoC emanzipieren lässt!

Beschäftigt Politiker mit Handarbeit, damit sie nicht bei dem, was sie als Denken denken, Zuflucht suchen müssen!

Mögliche Tätigkeiten umfassen:

  • Müll von öffentlichen Straßen aufsammeln.
  • Büros an Universitäten putzen.
  • Baumängel am BER beseitigen helfen.
  • Bei der Lebenshilfe helfen.
  • Päckchen bei Amazon packen.
  • In Tierheimen helfen.
  • In Notaufnahmen helfen.
  • Sich um Obdachlose kümmern.

Wer weitere Vorschläge hat, die die sinnlosen Existenz derjenigen, die mit unsinnigen Ideen um Hilfe rufen, mit Sinn füllen, soll sich umgehend bei uns melden.

Akkerman, Tjitske & Rooduijn, Matthijs (2015). Pariahs or Partners? Inclusion and Exclusion of Radical Right Parties and the Effects on Their Policy Positions. Political Studies (forthcoming).

Von der Volkspartei zur Schrumpfpartei

Was machen eigentlich deutsche Politikwissenschaftler?

Diese Frage stellen wir uns des öfteren während wir frühstücken. Angesichts des Studiums der Politikwissenschaft, das einer der Betreiber von ScienceFiles hinter sich gebracht hat, ist diese Frage eine insofern peinliche Frage als es gar so wenig zu berichten gibt. Um so erfreulicher ist ein Fundstück, das uns heute über den Weg gelaufen ist – passend zum Jahresende.

Neumann ParteienDas Jahresende ist nicht nur die Zeit, zu der öffentliche Verwaltungen in Bestellpanik verfallen: Damit ihnen nicht die Sachmittel gekürzt werden, wird bestellt, was das Zeug hält. Am Ende des Jahres ist es nicht nur Zeit für Dinner for One, das man sich gewöhnlich durch eine nicht witzige, aber zumindest inhaltliche Wiederholung der Neujahrsansprache verdienen muss. Und das Ende des Jahres ist eine Zeit des Zurückblickens auf ein ereignis- oder weniger ereignisreiches Jahr, ein mehr oder weniger erfolgreiches Jahr oder ein weiteres Jahr, in dem die großen politischen Parteien, also CDU und SPD, die Parteien, die man einst Volksparteien nannte, geschrumpft sind, so dass man jetzt wohl besser von Schrumpfparteien spricht.

Typologien von Parteien sind etwas aus der Mode gekommen. Dabei gibt es wirklich gute und fast schon weitsichtige Typologien, wie die von Sigmund Neumann, der ein Stufenmodell der Parteientwicklung erstellt hat. Der erste Schritt der Parteientwicklung sieht eine Honoratiorenpartei, eine Partei ohne Bürokratie, ein loses Zweckbündnis, zu dem sich Honoratioren immer dann zusammenfinden, wenn Wahlen anstehen.

Der Honoratiorenpartei folgt die demokratische Integrationspartei, die erstmals eine feste Organisationsform außerhalb des Parlaments vorzuweisen und zu unterhalten hat, eine Organisationsform, die von Funktionären getragen wird. Von der Honoratiorenpartei unterscheidet sie sich vor allem durch eben diese Parteiorganisation sowie eine eigenständige Bürokratie, eine grundlegende Parteiideologie und ein Parteiprogramm.

Im dritten Schritt entwickelt sich die demokratische dann zur absolutistischen Integrationspartei weiter, die ein Monopol auf die Erziehung von Wählern beansprucht.

Vielleicht ist die Typologie von Neumann deshalb aus der Mode gekommen, weil er die absolutistische Integrationspartei, die nicht Meinungen der Wähler und Mitglieder transportieren, sondern Meinungen vorgeben will, als zwangsläufig angesehen hat.

Perish the thought.

Demokratische Parteien entfernen sich nicht so weit von ihren Wählern und Mitgliedern, dass sich die Demokratie verkehrt und zur absolutistischen Parteiherrschaft degeneriert, in der Bürger von Politikern erzogen und in die richtige Richtung geschubst werden sollen – oder so.

Natürlich ist das nicht der Fall.

Wie dem auch sei, die Nachfolge zu Neumanns Typologie hat die Geburt der Volks- oder Allerweltspartei, wie sie Otto Kirhcheimer genannt hat, gesehen. Die Volkspartei zeichnet sich nicht mehr dadurch aus, dass sie klare ideologische Vorstellungen in festen Programmen hat, sondern dadurch, dass sie kurzfristige Wahlplattformen erstellt, die Wählern andienen, was Parteistrategen als mehrheitsfähig ansehen.

The Snout in the Trough

The Snout in the Trough

Volksparteien sind entsprechend Vereinigungen von Opportunisten, die versuchen, to get their snout in the trough. Wenn es dazu notwendig ist, Wählern das zu erzählen, was notwendig ist, damit man an die Regierung oder doch in den Bundestag oder einen Landtag kommt, dann sind feste Überzeugungen hinderlich, dann müssen ideologische Prinzipien, die einst z.B. die CDU definiert haben, gebogen und gebrochen werden. Die Mehrheitsfähigkeit will es so. Jedenfalls die, die die Parteistrategen sehen.

Und so kommt es, dass eine Partei wie die CDU, die sich einst für die freie Marktwirtschaft engagiert hat, zu einer Interventionspartei geworden ist, wie es sich eine Sozialdemokratische Partei nie hätte vorstellen können, eine Interventionspartei, die sogar die Unternehmensfreiheit gesetzlich und per Vorgabe abschafft. Und so kommt es, dass eine vermeintliche Arbeiterpartei wie die SPD ihre Aufgabe heute vor allem darin sieht, Mittelschichtsfrauen, Lesben, Schwule und Trans zu protegieren, eine Entwicklung, die den Sohn eines Schuhmachers, Herbert Wehner, vermutlich eine Arbeiterpartei würde gründen lassen.

Die Entwicklung zur Volks- oder Allerweltspartei war auch dadurch gekennzeichnet, dass die so benannten Parteien auf ein sattes Mitgliederpolster verweisen konnten, wenn es darum ging, den Status als Volkspartei mit dem einhergehenden Anspruch anzumelden. Nun, die Zeiten der fetten Mitgliedspolster und damit einhergehenden Mitgliedsbeiträgen sind vorbei, wie die Entwicklung der Parteimitgliedschaft, die Oskar Niedermayer, Professor an der FU-Berlin, regelmäßig auf den neuesten Stand bringt, zeigt.

Demnach hat die CDU, die 1990 noch auf 789.609 Mitglieder stolz sein konnte, bis zum Ende des Jahres 2012 313.262 Mitglieder verloren (-39,7%), macht einen neuen Mitgliederstand von 476.347. Im selben Zeitraum ist die SPD von 943.402 auf 477.037 und somit um 466.365 Mitglieder (- 49,45%) geschrumpft. Fast der Hälfte der Genossen, die 1990 noch die Parteifahne hochgehalten haben, ist die SPD bis zum Ende des Jahres 2012 verlustig gegangen. Angesichts dieser Zahlen kann man die ehemaligen Volksparteien nur als Schrumpfparteien bezeichnen und die folgende Definition von Schrumpfpartei geben:

Eine Schrumpfpartei ist eine ehemalige Volkspartei, die im Zeitraum von 20 Jahren mindestens 35% ihrer Mitglieder verloren hat und für die die begründete Hoffnung besteht, dass sie ein Auslaufmodell ist.

Die Entwicklung der beiden Schrumpfparteien von CDU und SPD, wie sie aus den Daten von Niedermayer abzulesen ist, ist in der folgenden Abbildung dargestellt.

Schrumpfparteien 1

Die Schrumpfparteien sind natürlich mit erheblichen Einnahmeverlusten konfrontiert, denn die Mitgliederbeiträge fließen nicht mehr, wie sie einst flossen. Geht man von einem geringsten Mitgliedsbeitrag von 3 Euro pro Monat aus, wie es bei Parteien für z.B. Studenten üblich ist, und rechnet mit nur 5 Euro pro Monat durchschnittlichem Monatsbeitrag, dann nahm die CDU im Jahr 2012 1.566.310 Euro weniger ein als noch im Jahr 1990, während die SPD mit Mindereinnnahmen von 2.331.825 zu kämpfen hat. Angesichts der vielen Parteisoldaten, die Parteien durchzufüttern haben, ist es nicht mehr verwunderlich, dass die Parteienfinanzierung stetig gewachsen ist, so dass derzeit mehr als 150 Millionen Euro pro Jahr in die Parteisäckchen fließt.

Noch weniger verwunderlich ist es, dass sich die Parteien mit eingetragenen Vereinen, die sie Stiftungen nennen, Möglichkeiten geschaffen haben, die Steuerzahler jährlich um rund eine halbe Milliarde Euro zu erleichtern. Funktionäre, wenn auch nicht klar ist, welchen Nutzen sie Dritten erbringen, müssen ja auch von etwas leben – oder?

Um am Jahresende Hoffnung zu verbreiten, das Licht am Ende des Tunnels, die Gewissheit, dass auch die mittelmäßigen Politiker, die uns derzeit durch Schrumpfparteien zugemutet werden, über kurz oder lang dem Vergessen anheim fallen werden, haben wir (linear) hochgerechnet, wie lange es dauert, bis CDU und SPD von der politischen Landkarte verschwunden sind.

Schrumpftparteien 2

Demnach macht es die SPD noch bis in das Jahr 2033 und geht entsprechend genau 100 Jahre nach dem Ermächtigungsgesetz in das Nirvana des politischen Vergessens ein, während der Todeskampf der heute bereits politisch entkernten CDU sich bis ins Jahr 2052 fortsetzen wird, so lange, bis es auch der letzte Überlebende nicht mehr mit anschauen kann.

Bleibt noch die Frage der Ursache für den Niedergang der beiden Volksparteien.

Unser Brainstorming hat folgende möglichen Ursachen zusammengetragen:

Ideologisch:

Der Mitgliederschwund geht mit der Feminisierung beider Parteien und dem Aufschwung des Staatsfeminismus einher. Wie es scheint, ist der Staatsfeminismus der Totengräber der Volksparteien, der Schrumpffaktor schlechthin.

Nationalökonomisch:

Der Migliederschwund geht mit der Ausbreitung des tertiären Sektors, also all der Berufe einher, in denen nicht das Arbeiten mit den Händern, sondern mit dem Mund stattfindet. Scheinbar machen Worte keine Mitglieder, vertreiben sie eher.

Wer bessere Erklärungsvorschläge hat – nur zu!

Die Diversität der Weihnachtsgeschichte: Es war alles ganz anders!

Nun sollte es auch beim Letzten angekommen sein: Wir leben in einem Zeitalter der Diversität, der Vielfalt, in einem Zeitalter, in dem alles plural und polygesellschaftlich ist und in dem es keine Deutungshoheiten mehr gibt. Entsprechend stehen vielfältige Deutungen desselben Ereignisses mit relativistisch-konstruktiver Ambiguität in einem wahrheitstheoretisch ungeklärten Verhältnis zueinandern und werben um Gefolgschaft.

Wir haben das diejährige vielfältige, poly-plural diverse Weihnachts-Winter-Solstice-Fest zum Anlass genommen, um die wichtigsten Deutungen dessen, was sich vor nunmehr 2014 Jahren in einer Notunterkunft im Nahen Osten ereignet hat, zusammenzustellen.

Zunächst die Fakten, wie sie sich uns darstellen, anhand der Hauptdarsteller:

WeihnachtsgeschichteHerodes: Bevölkerungsaktivist und feministisch beeinflusster Hobby-Demograph. Hat die Bevölkerungsentwicklung bis ins Jahr 2060 hochgerechnet und panische Schritte der Geburtenkontrolle eingeleitet. Aufgrund seiner feministischen Beeinflussung richten sich seine Versuche, dem Bevölkerungswachstum Einhalt zu gebieten, ausschließlich gegen männliche Personen.

Josef: Blue-Collar Arbeiter, Gründer einer Ich-AG, Zimmermann. Lebt in einer Partnerschaft mit Maria (s.u.). Vermutlich Steuerflüchtiger, vielleicht auch Wirtschaftsflüchtling, in jedem Fall nomadisch. Will dem Versuch entgehen, sich erkennungsdienstlich behandeln zu lassen.

Maria: Leihmutter und Hausfrau ohne weitere Tätigkeit. Hat sich bereiterklärt, anderer Leute Kind auszutragen, um sich einen Lebensunterhalt zu verschaffen.

Caspar: Inder und Handelsreisender in Parfüm, der auf einer fact finding mission nach authentischen Gerüchen ist;

Melchior: Perser und Homöopath, der auf die heilende Wirkung von Weihrauch schwört und das erste Retortenkind zum Gegenstand seines monumentalen Opus Homöopathus in Vitro Veritas machen will.

Balthasar: Araber und Werbefachmann, versucht sich mit Gold die Rechte an der Vermarktung der, wie er sagt, Jahrtausendgeschichte zu sichern.

Engel: Sozialarbeiter, die dem liberalen Paternalismus verpflichtet sind und Hirten schubsen, damit sie kapieren, was vor sich geht.

Hirten: Teile der tumben Bevölkerung, die nicht kapieren, was um sie herum vorgeht.

Hale Bopp: Himmlischer Trabant, der sich gerade in der Gegend aufhält.

Hale Bopp

©NASA

Jesus: Angehender Sektengründer, charismatischer Führer und Populist, der sich gegen die herrschende Ordnung wendet und sich gerne auf Bergen aufhält.

Auf Basis dieses vielfältigen Casts, haben eine Reihe von Ideologien ihre (deutsche) Deutung dessen gewebt, was im Jahre 0 geschehen ist.

Feministen:

Die ganze Geschichte ist ein Beleg für die Existenz des Patriarchats und die Unterdrückung von Frauen. So wird die wichtige Caring-Arbeit, die Maria den Stall putzen und die gesamten Arbeiten rund um Jesus übernehmen sieht, nicht nur nicht gewürdigt, sondern und vor allem: nicht bezahlt. Vielmehr erhält ein männliches Kind Gold! Dies ist der beste Beleg dafür, dass bereits im Jahre 0 ein Gender Pay Gap bestanden hat und alle Frauen der Erde von weisen Männern unterdrückt wurden.

Staatsfeministen:

Die Weihnachtsgeschichte zeigt, dass es darum geht, Kinder in die Welt zu setzen. Wie, wer und wo ist egal, denn die Globalisierung sorgt dafür, dass Reiche aus aller Herren Länder nach Deutschland migrieren, um dafür zu sorgen, dass es deutschen Kindern an nichts fehlt.

Sozialisten:

Die Weihnachtsgeschichte zeigt, dass die Globalisierung und der ungehinderte und unkontrollierte Fluss von Waren über Grenzen dazu führt, dass Kinder und ihre Eltern korrumpiert werden. Sie lassen sich zum Konsum verführen, verleugnen ihre Herkunft aus armen Verhältnissen, werden zu Weihrauch-Junkies und Myrrhe-Abhängigen und, am schlimmsten von allem: Das internationale Finanzkapital schafft es mit Hilfe reicher Araber, die heilige Familie in die Zinsknechtschaft zu zwingen.

Konservative:

Die Weihnachtsgeschichte zeigt, wie wichtig eine geregelte Geburtenpolitik dafür ist, den Zuzug von Migranten dahingehend zu steuern, dass nur Migranten zuziehen, die es sich leisten können.

Liberale Paternalisten:

Die Weihnachtsgeschichte zeigt, dass das tumbe Hirtenvolk, das sich in direkter Nähe zum Stall findet, nicht in der Lage ist, rational einzuschätzen, was im Stall vorgeht und entsprechend staatlicher Deutung bedarf, die ihm durch Engel eingeschubst werden muss.

Anti-Rassisten:

Dass mit Caspar ein Mensch dunkler Hautfarbe gezwungen wird, sich in ein Unterwerfungsritual zu begeben und einem weißen CIS-hetero-Macho Jungen zu huldigen, zeigt, dass Rassissmus von der Stunde 0 des Universums an, Bestandteil der Kultur der weißen Menschheit war.

Gutmenschen:

Kein Mensch sollte in einem Stall geboren werden. Die Existenz von Geburten in Ställen zeigt, dass wir noch weit davon entfernt sind, in einer Gesellschaft ohne Armut zu leben. Helfen Sie mit, dies zu ändern! Die Nummer des Spendenkontos lautet: Commerzbank Aachen …

Gewerkschafts-Linke:

Mitten in der Nacht werden Hirten, die sich nach einem anstrengenden Tag, zum sozialen Austausch um ein Feuer versammelt haben, von ihren Arbeitgebern gezwungen, sich auf den Weg in einen Stall zu machen. Wir brauchen ein Tarifsystem, das den entsprechenden Übergriffen der Arbeitgeber auf die Ruhezeit der Arbeitnehmer ein Ende setzt.

Ganz Rechte:

Schluss mit dem Feiern der Geburt eines semitischen Kindes und dem Brimborium um dessen Leben und gewaltsamen Tod. Deutschland ist kein Land für semitische Martyrer und kein Land, in dem Zwistigkeiten aus dem arabischen Raum ausgetragen werden!

LGTB:

Josef war schwul und Maria lesbisch. Die Geschichte um die erste Leihmutterschaft belegt, dass auch Schwule und Lesben ein Recht auf ein Kind haben.

Attac und andere Globalisierungsgegner:

Die Einfuhr von Myrrhe aus Indien, Weihrauch aus Persien und Gold aus Arabien führt zu Arbeitslosigkeit unter den heimischen Hirten und bringt die Schafzucht zum Erliegen. Wehret den Anfängen: Besetzt Ställe!

Warner:

Konsum von Weihrauch und Myrrhe in der Kindheit wirkt sich schädlich auf die Gesundheit aus und führt häufig zu einem gewaltsamen Tod.

Psychotherapeuten:

Das Aufwachsen in Patchworkfamilien und eine ungeklärte Herkunft haben psychische Folgen, die nur mit einer Tiefentherapie behandelt werden können. Werden sie nicht behandelt,  leiden die Betroffenen häufig an Realitätsverlust. Sie funktionieren in den Routinen ihres Alltags nicht mehr und hängen häufig erfolgreich begonnene Lehren an den Nagel, um einer fixen Idee, die sie denken lässt, sie seien im Auftrag Gottes unterwegs, zu folgen. In besonders krassen Fällen enden entsprechende Leidensgeschichten in geschlossenen Institutionen oder gar mit dem Ableben des Erkrankten.

Und zu guter Letzt:

Nihilisten:

Alles Leben ist Tod.

Politiker:

Get yourself born, we do the rest!

Narzisten:

Wo bleibt mein Gold?

Wir wünschen allen Lesern von ScienceFiles, welcher Deutung sie auch immer anhängen,

ein frohes Weihnachtsfest!

sciencefiles_xmas

Kein Platz für Andersdenkende: Intolerante Sozialwissenschaften

Ist es nicht interessant, dass die deutschen Sozialwissenschaften (und nicht nur die deutschen) die Diversität, die Toleranz und Akzeptanz Andersdenkender predigen, dass sie gegen Diskriminierung zu Felde ziehen und sich für Vielfalt einsetzen, dies aus einem Fach heraus tun, das all dies nicht ist: tolerant, divers, vielfältig, und, so muss man anfügen auch nicht interessant?

Es ist dies einer der Widersprüche des täglichen Lebens, einer der Widersprüche, der sich aufgrund sozialer Prozesse ergibt, für die diejenigen, die vorgeben, sie würden soziale Prozesse in der Gesellschaft untersuchen, regelmäßig dann blind sind, wenn sie im eigenen Umfeld stattfinden, wenn sie selbst Teil dieses Prozesses sind – und nicht nur dann. Deshalb gilt Toleranz immer für die anderen, nie für diejenigen, die Toleranz fordern.

Guinness black is beautifulDass nicht nur die deutschen Sozialwissenschaften sich in einem Schließungsprozess befinden, in dem nur noch bestimmte Ideen zugelassen sind, während andere Ideen ausgeschlossen werden, dass Sozialwissenschaften allgemein eine Abwärtsspirale der politischen Korrektheit durchlaufen, die sie das in Menge produzieren lässt, was man im Englischen als Junk Science bezeichnet: Unnütze Studien, die z.B. nachweisen wollen, dass Frauen in Vorständen den Profit des Unternehmens erhöhen oder die gezeigt haben wollen, dass jedes Recht, das ein Land an Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle vergibt, das Bruttosozialprodukt um 320 US-Dollar pro Kopf erhöht.

Um zu sehen, dass es sich bei diesen vermeintlichen Studien um Junk Science handelt, muss man sich nur ins richtige Leben begeben und sich überlegen, wie es möglich sein soll, dass sagen wir zwei Frauen mehr im Vorstand dazu führen, dass der Guiness-Absatz von Diageo in Argentinien um 5% steigt. Oder man muss sich nur überlegen, wie die Tatsache, dass Schwule sich jetzt Kinder kaufen dürfen, dazu beitragen soll, dass der Export, also das Zugpferd des Bruttosozialprodukts in Deutschland, angekurbelt wird und gerade nicht in den Ländern, aus denen die Bestellkinder geliefert werden. Das reicht bereits, um derartigen Unsinn als ebensolchen zu entlarven, ohne dass man sich Fragen wie der nach Kausalität und Korrelation überhaupt stellen muss.

Dass die Sozialwissenschaften dabei sind, sich in eine Sekte zu verwandeln, die nur noch bestimmte Ideen zulässt, die nur noch bestimmte Gegenstände beforscht, sofern sie überhaupt forscht und in denen mehr Betrachtungen als Ergebnisse publiziert werden, fällt immer mehr Wissenschaftlern auf. Das neueste Beispiel stammt aus den USA, wird demnächst in Behavioral and Brain Science veröffentlicht und geht mit der Sozialpsychologie hart ins Gericht. Duarte et al. (2014) haben es verfasst, und es sei an dieser Stelle allen Lesern als Weihnachtslektüre empfohlen.

Science Left BehindWie fast alle Sozialwissenschaften, so ist auch die Sozialpsychologie links unterwandert, anders formuliert: unter Sozialwissenschaftlern finden sich deutlich mehr Personen, die sich politisch links ansiedeln als solche, die von sich sagen, sie wären in der Mitte beheimatet, rechts oder gar liberal. Die sozialwissenschaftlichen Prediger der Diversität sind selbst eines nicht: divers. Und sie sind es über die vergangenen Jahrzehnte betrachtet immer weniger geworden. Vielmehr stellen sich Sozialwissenschaften in den meisten westlichen Ländern als linke Projekte dar, als Projekte, die gar nicht tolerant gegenüber rechten oder liberalen Ideen sind.

Dies, so Duarte et al., trage die Gefahr von Selbstselektion, Schließung und Group Think in sich, und das ist natürlich ein Euphemismus, denn, wie Duarte et al. selbst beschreiben, hat diese Schließung längst stattgefunden, ist Selbstselektion von Linken in die linken Sozialwissenschaften längst die Normalität, hat diese Normalität längst dazu geführt, dass die Mehrheit der Professoren offen zugibt, dass sie Bewerber, die nicht links sind, selbst bei besserer Eignung nicht einstellen würden (Inbar & Lammers, 2012).

Dass in Sozialwissenschaften ein für alle, die nicht links sind, feindliches Klima herrscht, das längst dazu geführt hat, dass bestimmte Ideen nicht mehr gedacht werden (dürfen) und diejenigen, die sie dennoch denken, negativ sanktioniert werden, haben mutige Forscher schon mehrfach und früh gezeigt: Abramowitz et al. (1975) haben ein fast identisches wissenschaftliches Papier von Kollegen bewerten lassen, dabei haben sie nur eine Winzigkeit verändert: die Darstellung eines Ergebnisses. Eine Studie, die die mentale Stablilität mit politischer Ideologie in Verbindung brachte, kam einmal zu dem Ergebnis, dass Linke mental stabiler sind als Rechte, einmal waren Linke mental instabiler als Rechte. Kollegen, die mit diesen Ergebnissen konfrontiert wurden und sich politisch links verorteten, bewerteten das Papier von Abramowitz et al. besser, wenn es das Ergebnis hatte, dass Linke mental stabiler sind als Rechte. Kollegen, die sich politisch rechts einordneten, hatten diesen Bias in der Bewertung nicht.

confirmation biasMit anderen Worten: Sozialwissenschaftler, die sich politisch links verorten, diskriminieren gegen Personen, die sich nicht als politisch links zu erkennen geben, sie bewerten Forschungsergebnisse danach, ob sie ihrer politischen Überzeugung entsprechen, und sie verzerren als Folge Forschung in einem wissenschaftlichen Feld, machen aus wissenschaftlicher eine ideologische Forschung, die nur noch auf der Suche nach Bestätigung für die eigene Weltsicht ist (confirmation bias) und alle Ergebnisse, die der eigenen ideologischen Überzeugung widersprechen, ausblendet, bekämpft und in keinem Fall toleriert.

Sozialwissenschaftler und ihre Wissenschaften sind auf dem besten Weg, eine religiöse Sekte voller linker Überzeugungstäter zu werden, die sich aufgrund ihrer verzerrten Wahrnehmung immer weiter von der Realität und der Normalität der Gesellschaft entfernen, die sie umgibt. Und weil dem so ist, sind Sozialwissenschaften nur noch für Ideologen interessant, deshalb zieht es vor allem linke politische Aktivisten in die Sozialwissenschaften, in denen sie ihr ideologisches Zerstörungswerk fortsetzen und die Sozialwissenschaften in einer Welle von gleichgeschalteter, langweiliger, linker und vor allem politisch korrekter Forschung ertränken.

Duarte et al. (2014) beenden ihren Beitrag mit einer Reihe von Empfehlungen, die dafür sorgen sollen, dass Sozialwissenschaften zu dem werden, was die derzeitigen Sozialwissenschaftler angeblich so wichtig finden: divers, vielseitig und tolerant:

  • Zunächst müssen Professoren der Sozialwissenschaften zugeben, dass ihr Fach zu einem ideologisch homogenen Feld verkommen ist. Eine Hürde, die in Deutschland doppelt hoch ist, denn sie beinhaltet nicht nur Einsicht, sondern auch Mut, Mut den Mund aufzumachen.
  • Dann müssen in den Sozialwissenschaften Diversität und Vielfalt Einzug halten, z.B. in Form von Kritik an politisch korrekter Forschung oder von Kritik am Feminismus, dessen Vertreter Ressourcen verschlingen ohne auch nur ein produktives Payback zu produzieren.
  • Dies setzt voraus, dass sich Sozialwissenschaftler ihrer eigenen Bigotterie bewusst werden und sich selbst zum Forschungsgegenstand machen, denn nur auf diese Weise können die Doppelstandards aufgedeckt werden, die viele unter ihnen auf der einen Seite Diversität predigen lassen, wie dies z.B. die Gender Studies unablässig tun, um auf der anderen Seite alle diejenigen zu bekämpfen und zu denunzieren, die diverse Meinungen, also Abweichungen von der Ideologie der Gender Studies formulieren.
  • Schließlich fordern Duarte et al. zwei Kröten, die in Deutschland vermutlich niemand schlucken wird: Einerseits sollten Publikationen, die bewusst von der herrschenden Meinung, also der politischen Korrektheit, abweichen, gefördert werden. Andererseits sollte ein neues Wertesystem für Sozialwissenschaftler gelten, nämlich eines, das diejenigen, die ihre Fehler aussitzen wollen und sich mit Kritik an ihren Veröffentlichungen nicht beschäftigen, derart in der Reputation beschädigt, dass sie die Hochschule verlassen müssen. Da mit dem letzten Punkt alle Vertreter der Gender Studies, die es bis zum heutigen Tag nicht geschafft haben, auch nur die einfachsten Fragen nach den Grundlagen ihrer angeblich doch wissenschaftlichen Betätigung zu beantworten, von Hochschulen beseitigen würde, kann man sich ungefähr vorstellen, wie beliebt die entsprechende Forderung in Deutschland sein wird.

Die Krisensignale, die sich für uns eher anhören, wie das letzte Röcheln, das demjenigen entkommt, der gerade erwürgt wird, die Krisensignale in den Sozialwissenschaften werden immer häufiger thematisiert. In den USA werden sogar Anstrengungen unternommen, um wissenschaftliche Standards wieder zu sichern und die ideologisch-linke Unterwanderung der Sozialwissenschaften zu beseitigen. Und in den USA haben Wissenschaftler, linke Wissenschaftler im vorliegenden Fall, die Hoffnung, dass es gelingen kann, die Sozialwissenschaften wieder zu einer Wissenschaft zu machen.

Für Deutschland teilen wir diese Hoffnung nicht. Da es in Deutschland nicht einmal möglich ist, einen Diskurs darüber anzustrengen, ob bestimmte Fächer an Hochschulen etwas verloren haben, geschweige denn darüber zu diskutieren, ob es für Hochschulen förderlich sein kann, wenn sie immer mehr zu Marionetten eines politischen Willens werden, der in Ministerien festgelegt wird und vor Ort durch die Armee der Politkommissare, die zwischenzeitlich an Hochschulen installiert wurde, umgesetzt wird, sehen wir nicht, wie es gelingen soll, Sozialwissenschaften in Deutschland wieder zu einer Wissenschaft zu machen.

P.S.

Duarte et al. sprechen in ihrem Text von „liberals“, was auf die Verfasstheit des US-amerikanischen Parteiensystems zurückgeht und für Deutschland am besten mit „links“ übersetzt wird, wobei „links“ nicht bedeutet, dass diejenigen, die sich links bezeichnen, auch links sind, also den Wurzeln der politischen linken Ideologie in der Arbeiterbewegung Rechnung tragen, sondern nur, dass sie sich für links halten.

Abramowitz, Steven I., Gomez, Beverly & Abramowitz, Christine V. (1975). Publish or politic: Referee Bias in Manuscript Review. Journal of Applied Social Psychology 5(3): 187-200.

Duarte, José L., Crawford, Jarret T., Stern, Charlotta, Haidt, Jonathan, Jussim, Lee & Tetlock, Philip E. (2014). Political Diversity Will Improve Social Psychological Science. To be published in Behavioral and Brain Science.

Inbar, Yoel & Lammers, Joris (2012). Political Diversity in Social and Personality Psychology. Perspectives on Psychological Science 7(5): 496-503.