Mädchen- und Frauenförderung

Wir werden der vielen eMails, die uns derzeit mit Hinweisen auf bedrückende Nachrichten aus der Wissenschaft erreichen, kaum mehr Herr, aber wir versprechen, sie alle und im Laufe der Zeit abzuarbeiten.

Das tun wir heute unter dem Stichwort: “Mädchen- und Frauenförderung“.

Mädchen- und Frauenförderung ist ein Moloch, der sich immer weiter durch die deutsche Institionenlandschaft frisst und dafür sorgt, dass die Ausgangsposition bei Bewerbungen oder beim Start in das Berufsleben zwischen Frauen und Männern nicht gleich ist. Mit anderen Worten: Mädchen und Frauenförderung beseitigt Chancengleichheit zwischen Jungen und Mädchen und zwischen Männern und Frauen zu Gunsten von Mädchen und Frauen.

Mädchen- und Frauenförderung basiert darüber hinaus auf der Prämisse, das Mädchen im Vergleich zu Jungen und Frauen im Vergleich zu Männern nicht über das selbe Kompetenzniveau verfügen und zudem und im Hinblick auf Fertigkeiten und Fähigkeiten hinter Jungen und Männern zurückbleiben. Und ganz so, wie es in den 1970er Jahren chick war, eine Rollstuhlfahrerrampe als Form der öffentlich sichtbaren Behindertenförderung zu bauen, schießen heute die Förderprogramm aus dem Boden, mit denen Mädchen und Frauen, denn im Vergleich zu Jungen und Männern ein geringeres Kompetenz- und Fähigkeitenniveau attestiert wird, unter die Arme gegriffen werden soll.

Diese Form des staatlichen Paternalismus, den ausgerechnet Feministen fordern, basiert explizit auf der Annahme, dass Mädchen und Frauen aus eigener Kraft unfähig sind, ein Leistungs- und Kompetenzniveau zu erreichen, das Jungen und Männern von den selben Feministen fraglos zugestanden wird. Wer sich unter der Prämisse, dass er offensichtlich zu blöd ist, aus eigenem Antrieb, eigener Leistung und eigener Fähigkeit etwas zu erreichen, fördern lassen will, dem seien die folgenden Hinweise von unseren Lesern, bei denen wir uns herzlich bedanken, empfohlen.

Universitaet Stuttgart Girls dayBeginnen wollen wir mit einem internen Schreiben der Universität Stuttgart, jener Universität, an der man nur Schülerinnen, aber keine Schüler für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge begeistern will. Das interne Schreiben sieht abermals die (Be-)Förderung von ausschließlich Mädchen “der Klassen 5 bis 10” … in “vorwiegend technische und techniknahe Berufsfelder” vor. Dergleichen Förderprogramme, so das interne Schreiben der Universität Stuttgart, das den Briefkopf des Rektors, der Gleichstellungsbeauftragten und der Beauftragten für Chancengleichheit trägt (womit klar ist, dass Gleichstellung nichts mit Chancengleichheit zu tun hat), gebe es an der Universität zwar in Hülle und Fülle für “Grundschülerinnen” und “Oberstufenschülerinnen”, aber das sei nicht genug, denn Schülerinnen, die keine Grundschülerinnen mehr und noch keine “Oberstufenschülerinnen” seien, seien nicht erfasst. Das soll sich am “Girl’s Day” ändern, denn, diese Schülerinnen der Klassenstufe 5 bis 10 “darf die Universität Stuttgart mit ihrem dezidiert naturwissenschaftlichen und technischen Profil nicht vernachlässigen”.

Dagegen darf die Universität Stuttgart ganz offensichtlich Jungen in jedem Alter, vom Grundschulalter bis in die Oberstufe vernachlässigen, da es keine speziellen Förderprogramme für Jungen an der Universität Stuttgart gibt. Daraus muss man schließen, dass die Universität Stuttgart, also deren Rektor, deren Gleichstellungsbeauftragte und deren Beauftragte für Chancengleichheit der Meinung sind, Mädchen benötigten ob entsprechender Defekte im Vergleich zu Jungen eine gezielte Förderung, eben weil sie behindert sind, was man daran sieht, dass sie sich seltener als Jungen für ein technisches oder ein naturwissenschaftliches Studienfach entscheiden.

schnuppernDie Universität Bonn sieht sich dazu aufgerufen, Schülerinnen besonders zu fördern und richtet deshalb eine “Schülerinnen Schnupper-Uni” aus. Schnuppern, also Witterung aufnehmen, wie Hunde, dürfen nur Mädchen, und das Ziel der Schnupper-Uni besteht offensichtlich darin, die jungen, um in der Metapher zu bleiben, Hündinnen auf eine universitäre Nachschulzeit abzurichten.

Eine entsprechende Fährte sollen die teilnehmenden Zweibeinerinnen in den Fächern Physik/Astronomie, Chemie, Geodäsie/Geoinformation, Informatik, Mathematik und Meteorologie aufnehmen. Bei Jungen sieht man seitens der Universität Bonn keinerlei Bedarf für Schnupperkurse, was darauf verweist, dass Jungen im Gegensatzu zu Mädchen und in der Denk-Welt der Universität Bonn nicht abgerichtet werden müssen.

Ebenfalls an der Universität Bonn findet sich das “Maria von Linden-Programm“, das “der gezielten Unterstützung von Frauen in der Wissenschaft” dienen soll, ihnen also eine Gehhilfe im täglichen universitären Betrieb bieten will. Dieses Programm zeichnet sich durch etwas aus, was man geistigen Durchfall nennen muss:

Cjacob“Seit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), welches u.a. eine ungerechtfertigte Benachteiligung aufgrund des Geschlechts verbietet, könnte man davon ausgehen, dass Gleichbehandlung auch die gleichen Angebote für Frauen und Männer impliziert. Fakt ist aber, dass Frauen dort, wo sie unterrepräsentiert sind, solange eine besondere und bevorzugte Unterstützung erfahren müssen bis eine annähernde Chancengleichheit hergestellt ist.”

Wir haben schon viel Unsinn gelesen, seit wir uns mit Genderismus befassen, aber dieser hier schlägt wirklich alles: Weil es ein Gesetz gibt, das Benachteiligung eines Geschlechts verbietet, muss Gleichbehandlung auch die gleichen Angebote für Frauen und Männer implizieren. Weil es aber Bereiche gibt, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, es also keine gleiche Verteilung gibt, kann es keine gleichen Angebote geben, und zwar so lange nicht, bis “eine annähernde Chancengleichheit” hergestellt ist.

Da Chancengleichheit nichts mit einer gleichen Verteilung, also Ergebnisgleichheit zu tun hat und Ergebnisgleichheit nichts mit Gleichbehandlung, sondern hier mit Bevorzugung von Frauen und Diskriminierung von Männern, müssen wir an dieser Stelle feststellen, dass der Verfasser der zitierten Passage trotz der Chancengleichheit, die er zu Beginn seines Lebens durch einen Schulbesuch erfahren hat, es nicht geschafft hat, eine intellektuelle Gleichstellung seiner entsprechenden Fähigkeiten mit der Mehrheit der Deutschsprecher herbeizuführen.

Robert Bosch StiftungWeitere Beispiele dafür, wie in Deutschland systematische Startvorteile für als behindert geltende Frauen geschaffen werden, finden sich bei der Robert Bosch Stiftung, wo ein Fast Track Programm dafür sorgen soll, dass “Wissenschaftlerinnen auf der Überholspur” sind. Ein entsprechendes Behinderten-Beförderungsprogramm findet sich für männliche Wissenschaftler nicht, denn, so die Prämisse, männliche Wissenschaftler sind im Vergleich zu weiblichen Wissenschaftlern aus eigener Kraft und Kraft eigener Kompetenz in der Lage, auf die Überholspur zu wechseln.

TU chemnitzDer absolute Tiefpunkt der Beispiele führt uns an die Technische Universität im ehemaligen Karl-Marx Stadt und heutigen Chemnitz. Dort findet ein interdisziplinäres Symposium für ausschließlich Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen statt, das dem “interdisziplinären Austausch zwischen … [h]ochkarätige[n] Expertinnen aus Wissenschaft und Wirtschaft” dient. Das hochkarätige Symposium wird von der hochkarätigen Prof. Dr.-Ing. Olfa Kanoun und der hochkarätigen Gleichstellungsbeauftragten, Dipl-Päd. Karla Kebsch, geleitet.

Ob die Messlatte von hochkarätig für diejenigen tiefer gelegt werden muss, die der Ansicht sind, Leistung sei vom Geschlecht abhängig und hochkarätige Wissenschaftler tragen ihr Geschlecht und nicht ihr Gehirn zum Markt, ganz so wie es Prostituierte tun, das ist hingegen keine offene, sondern eine klar beantwortete Frage.

Die Beispiele, die wir hier zusammengestellt haben, geben ein bedrückendes Bild einer geschlechtsgeilen und männerfeindlichen deutschen Subkultur, die man noch vor Jahrzehnten außerhalb geschlossener Anstalten nicht für möglich gehalten hätte.

Zweierlei Maß im Verharmlosungs- oder Hämejournalismus

Nachdem Lügenpresse zum Wort des Jahres gekürt wurde (oder war es das Unwort des Jahre?), kann man ein weiteres Wort in die Phalanx der Beschreibungen nach-moderner Versuche, Presse zu betreiben, einfügen: Den Verharmlosungs- oder Hämejournalismus.

Verharmlosungs- oder Hämejournalismus zeichnet sich dadurch aus, dass er einen Skandal zu einer Begegebenheit reduziert, die eigentlich nicht weiter erwähnenswert ist, keiner Aufregung würdig ist, entsprechend keiner weiteren Aktivitäten bedarf und der denen, die er betrifft, sowieso recht geschieht.

Ein besonders krasses Beispiel hat die FAZ gerade geliefert, die in einer nicht mehr akzeptablen Art und Weise Forschungsergebnisse die einen Tsunami belegen, darstellt, als wäre das Wasserglas in Nachbarhaus übergeschwappt.

MPIfG_LutterAusgangspunkt ist die von Mark Lutter und Martin Schröder durchgeführte und unter dem Titel “Who Becomes a Tenure Professor, and Why?” als MPIfG Discussion Paper 14/19 publizierte Untersuchung, die wir vor einigen Tagen vorgestellt haben. Es ist die erste Untersuchung, die klipp und klar belegt, dass männliche Bewerber auf eine Professur in der Soziologie diskriminiert werden:

  • Weibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.
  • Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: “… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‘gray’ literature as women”.
  • Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Das nennt man eine krasse Diskriminierung. Es ist ein Verstoß gegen jede Version eines Leistungsprinzips, das gewährleisten soll, dass die besten und leistungsfähigsten Bewerber in Positionen gelangen, und es ist eine Verletzung des Prinzips der Meritokratie mit allen negativen Effekten, die diese Verletzung auf die Bereitschaft leistungsfähiger Männer hat, sich im Fach Soziologie zu engagieren.

Man muss kein Prophet sein, um vorhersehen zu können, dass die Soziologie über kurz oder lang zu einem Market for Lemons verkommen wird, wenn die Diskriminerung von Männern nicht beendet wird (aber vielleicht ist sie auch schon ein Market for Lemons, immerhin hat die Soziologie den höchsten Anteil von Gender Studies aller Fachbereiche an Hochschulen).

Eigentlich ist das Ergebnis von Lutter und Schröder also eine Katastrophe für eine Gesellschaft, die Wohlstand zur Zielsetzung hat und immer noch behauptet, im Bildungssystem und der Gesellschaft als Ganzes ginge es um Meriotokratie. Eigentlich ist das Ergebnis von Lutter und Schröder ein Ergebnis, das man in Superlativen beschreiben müsste.

Eigentlich.

Uneigentlich wird bei der FAZ ein Verharmlosungs- und Hämeartikel daraus, der es einem wirklich schwer macht, sich nicht zu übergeben.

Es beginnt schon im Untertitel:

“Wer in der Sozialwissenschaft in den Professorenrang aufsteigen will, muss noch immer vor allem vielfältige Veröffentlichungen vorweisen. Aber es schadet auch nicht, eine Frau zu sein – im Gegenteil.”

Statistik verstehenManche Journalisten schaffen es bereits im ersten Satz, ihre komplette Unkenntnis in genau ein Wort zu fassen, hier: Sozialwissenschaften. Für den Fall, dass es Philosophen, Politikwissenschaftler oder Literaturwissenschaftler o.a. nicht wissen: Ihr seid alle Anhängsel der Soziologie, denn die Soziologie ist die einzige Sozialwissenschaft, jedenfalls nach Kenntnis des kenntnisarmen Redakteurs der FAZ, der wohl aus guten Gründen nicht namentlich genannt werden will.

Man stelle sich vor, die Untersuchung von Lutter und Schröder hätte das Ergebnis erbracht, dass Frauen mehr publizieren müssen als Männer und länger auf eine Professur warten müssen als Männer, was wäre wohl passiert? Hätte ein unkenntnisreicher Redakteur der FAZ dann von “es schadet auch nicht, ein Mann zu sein – im Gegenteil” geschrieben? Oder wären ihm dann die Superlative eingefallen, die ihm nicht einfallen, wenn derselbe Skandal dummerweise Männer trifft?

Ob hier Feigheit bei Redakteuren dazu führt, dass Ergebnisse nicht als das dargestellt werden, was sie sind, dass verharmlost und beschwichtigt und Häme ausgeschüttet wird, oder ob Redakteure die herausragenden Exemplare dessen sind, was Harold Garfinkel “Cultural Dopes” genannt hat, Akteure, die nicht selbständig, sondern nur im Rahmen vorgegebener Bahnen denken könnne, ist bislang eine offene Frage.

Im FAZ Beitrag folgt eine Darstellung der Arbeit von Lutter und Schröder, die einerseits vermuten lässt, wie selten statistische Kenntnisse unter Redakteuren zu sein scheinen, andererseits das Ergebnis der Analyse der beiden Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts fast auf den Kopf stellt:

“Die Studie bestreitet auch die gängige Annahme, dass akademische Leistungen von Frauen in der Soziologie weniger anerkannt würden als die von Männern: Frauen müssen für eine Professur im Schnitt deutlich weniger publizieren. Bei sonst gleichen Faktoren liegt ihre Chance auf eine Professur 1,4 Mal höher.”

Was hier beschrieben wird, ist die Diskriminierung von Männern. Die Diskriminierung von Männern kommt jedoch nicht als Diskriminierung von Männern daher, nein, sie wird dargestellt als wäre sie ein erfreuliches Ergebnis, denn: Frauen werden in der Soziologie gar nicht “weniger anerkannt”. Darüber müssen wir uns doch freuen, auch dann, wenn die nicht geringere Anerkennung mit der Diskriminierung von Männern, der 1,4fachen Diskriminierung erkauft wird. Und damit auch niemand diesen vom Redakteur der FAZ vermutlich als erfreulich gesehenen Schlag in das Gesicht eines jeden, der noch denkt, Leistung lohne sich, falsch versteht, kommt im nächsten Abschnitt das unvermeitliche Framing, der Psalm, der die Grundlage für weitere Männerdiskrimierung liefern soll:

“Trotzdem waren unter den Befragten, die eine feste Professur erreichten, nur 31 Prozent weiblichen Geschlechts. Der Anteil von Frauen an der Gesamtuntersuchung hatte noch bei 41 Prozent gelegen.”

Wir sehen: dass Männer diskriminiert werden, und zwar ganz konkrete Männer, die sich auf eine ganz konkrete Professur beworben haben, dient einem höheren Ganzen, dem heiligen Ziel der Gleichstellung, der 50:50 Verteilung, denn trotz der Diskriminierung von Männern gibt es immer noch nur 31% weibliche Professoren. (Seltsamerweise werden Genozide auch immer damit begründet, dass sie einem höheren Ganzen dienen.)

Hätte der Redakteur auch nur einen blassen Schimmer von statistischen Methoden, er hätte das Ergebnis der Untersuchung nicht in der Weise verkehrt, wie er es hier getan hat, denn: dass es noch 69% männliche Professoren gibt, ist der Grund dafür, dass der Redakteur der FAZ verkünden kann, dass “noch immer vor allem vielfältige Veröffentlichungen” den Weg zur Professur bahnen.

Unter diesem generellen Trend, verbirgt sich jedoch ein anderer Trend, der diesen Zusammenhang mit jedem weiblichen Bewerber, der auf eine Professur berufen wird, abschwächen wird: Frauen müssen weniger Publikationen vorweisen als Männer und erhalten schneller als Männer eine Professur, und weil dem so ist, muss man kein Prophet sein, sondern einfach nur Kenntnisse statistischer Methoden haben, um vorhersagen zu können, dass die derzeitige Diskriminierung von männlichen Bewerbern in 5 vielleicht in 10 Jahren dazu geführt haben wird, dass die “vielfältigen Veröffentlichungen” nicht mehr die Erklärung für eine Berufung darstellen, sondern die Erklärung dafür, dass eine Berufung nicht erfolgt ist.

Wir haben an dieser Stelle schon öfter die Frage gestellt, wie moralisch verkommen man eigentlich sein muss, um konkrete Individuen aufgrund der Tatsache, dass sie männlich sind, zu diskriminieren, um der Gruppe der Frauen als Gesamt vermeintlich Vorteile zu verschaffen.

Es bleibt daher nur die Frage anzufügen, was diejenigen, die derzeit Gender Sponging auf Kosten des gesellschaftlichen Wohlstands betreiben, denken, wer ihre Rente und ihr Auskommen zahlen wird, wenn sie nicht mehr direkt vom Nutznießen leben können, denn zwei Dinge sind klar: Wenn deutlich ist, dass Leistung sich nicht lohnt, dann werden immer mehr Leistungsfähige zu Leistungsunwilligen, denn warum sollen sie leisten, es bringt doch sowieso nichts. Und wer sich dennoch nicht von dem Leisten-Wollen trennen kann, der wir dahin gehen, wo seine Leistung nach wie vor einen Unterschied macht: Ins Ausland.

Als Ergebnis finden sich mittelmäßige Hänger auf Lehrstühlen und ein einst vielversprechendes Fach wird der politischen Korrektheit geopfert.

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

  • Prof. Dr. Peter A. Berger,
  • Prof. Dr. Nicole Burzan,
  • Prof. Dr. Stephan Lessenich,
  • Prof. Dr. Michaele Pfadenhauer,
  • Prof. Dr. Uwe Schimank,Prof. Dr. Paula-Irene Villa,
  • Prof. Dr. Georg Vobruba,

schweigt nach wie vor zur Untersuchung aus dem MPI. Dass männliche Bewerber diskriminiert werden, so muss man daraus schließen, ist den Mitgliedern des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie vollkommen egal, wenn sie es nicht gar befürworten.

Wer das nicht glauben will, der kann einen hier verlinkten Text, in dem die Mitglieder des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie um eine Stellungnahme gebeten werden, per eMail an die Mitglieder verschicken (eMail-Adressen sind zum Cut and Paste ebenfalls vorhanden) und warten, ob er eine Antwort erhält.

Gegen die Willkür an Hochschulen: Gegengutachten für Studenten

Die post-modern konstruktivistische Wende an Hochschulen, im Gleichschritt mit der Bevorzugung von weiblichen Bewerbern auf Lehrstühle und Stellen wissenschaftlicher Mitarbeiter hat an Universitäten offensichtlich eine Willkürlichkeit zum Standard erhoben, wie mit Wissenschaft nichts zu tun hat.

cropped-2015sciencefiles22.jpgWissenschaft ist, wie wir nicht müde werden zu schreiben, eine Methode, eine Methode, die u.a. eine intersubjektive Nachprüfbarkeit von Erkenntnis ermöglicht. Genau diese intersubjektive Nachprüfbarkeit ist an Hochschulen einer “neuen Subjektivität” gewichen, die Willkür zum universitären Standard gemacht hat.

Das sind keine Behauptungen, das sind Fakten, die sich uns in den letzten Wochen in Form von Gutachten zu studentischen Arbeiten präsentiert haben, die wir nicht für möglich gehalten hätten.

Da wird Studenten eine mangelhafte Leistung attestiert, und zwar auf einem Fresszettel, der deutlich zeigt, dass der Ersteller des Fresszettels, der sich Gutachten nennt, nicht einmal die Mühe gemacht hat, den Studenten eines Briefkopfes und eines sauberen Ausdrucks zu würdigen.

Da werden Studenten mangelhafte Leistungen bescheinigt, ohne dass auch nur eine Spur von Begründung vorhanden ist. Es wird ihre formale Qualifikation bemängelt, und zwar ohne, dass die formalen Regeln zur Erstellung von wissenschaftlichen Gutachten eingehalten werden.

Zumeist erfolgt dies alles, ohne dass sich der Gutachter, bei dem es sich oft genug um einen Positionsinhaber handelt, der seinen Hintern auf einem Lehrstuhl platt drückt, auch nur eine Sekunde genötigt sieht, ein Beispiel für den angeblichen Verstoß des Studenten gegen die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens zu geben.

Aber wenn ein Beispiel gegen wird, dann schlägt man die Hände über dem Kopf zusammen.

Da wird es Studenten negativ ausgelegt, dass sie im Text und nicht in Fussnoten zitieren.

Eine Literaturliste wird als “den formalen Standards” nicht entsprechend bezeichnet, weil der Student die Vornamen der zitierten Autoren ausgeschrieben und nicht abgekürzt hat.

Da wird eine Zitierweise nach APA-Standard als falsche Zitierweise abgekanzelt, die Benutzung von “man” als formaler Fehler gewertet, Experteninterviews gewünscht (warum auch nicht) und allerlei Unsinn aufgefahren, um eine studentische Arbeit, die man schlecht bewerten will, vermeintlich begründet schlecht zu bewerten.

Keines der Gutachten, die wir in den letzten Wochen gesehen und unsererseits begutachtet haben, entspricht auch nur ansatzweise den formalen Anforderungen, die man an Gutachten stellen muss, die immerhin über die berufliche Zukunft von Studenten entscheiden.

Es ist kaum möglich, sich dem Eindruck zu entziehen, dass sich an Universitäten eine neue Dozentenschicht herausgebildet hat, die selbst nichts kann, aber dennoch denkt, andere bewerten zu können, und zwar al gusto und unter Auslassung jeglicher Aspekte von Fairness und Verantwortung.

textconsultingAus diesem Grund haben wir uns entschlossen, die Nachfrage der letzten Wochen zum Anlass zu nehmen, um Studenten Folgendes anzubieten:

Wer mit der Bewertung seiner Bachelor-, Magister- oder Diplomarbeit nicht zufrieden ist,

  • wer Anlass hat, zu denken, dass die Bewertung seiner Arbeit keinen intersubjektiven Kriterien folgt, sondern auf Antipathie und andere Vorlieben seitens des Dozenten basiert,
  • wer der Ansicht ist, er sei aus ideologischen oder sonstigen nicht wissenschaftlichen Gründen schlecht bewertet worden,
  • wer mit seiner Arbeit gar durchgefallen ist, weil er den Geschmack des Dozenten nicht getroffen hat,

der soll sich an uns wenden.

Wir bewerten die Qualität des Gutachtens, das ein Dozent oder Professor über die Bachelor-, Magister- oder Diplomarbeit erstellt hat und geben ihnen dann,

  • wenn das Gutachten den Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens nicht entspricht,
  • wenn es Indizien enthält, die darauf verweisen, dass der Gutachtenersteller unfähig oder unwillig ist, diese Regeln einzuhalten
  • und wenn Indizien vorhanden sind, die den Schluss nahelegen, dass der Gutachtenersteller aus ideologischen oder sonstigen Gründen seines persönlichen Geschmacks oder aus Unfähigkeit eine schlechte Bewertung der studentischen Arbeit vorgenommen hat,

eine Basis, um sich zur Wehr zu setzen, ganz gleich, ob sie sich inner- oder extra-universitätr zur Wehr setzen wollen.

Wenn ihre studentische Arbeit schlecht bewertet wurde,

wenn Sie der Ansicht sind, die negative Bewertung sei nicht berechtigt und nicht begründet,

dann wenden Sie sich über das folgende Formular an uns und wir beraten Sie darüber, welche Möglichkeiten ihnen offen stehen, um sich gegebenenfalls zur Wehr zu setzen.

Der Mensch ein Tier, das Tier ein Mensch?

Angeblich unterscheiden sich Menschen dadurch von Tieren, dass sie zur Selbstreflexion fähig sind. Also dadurch, dass sie u.a. über sich und ihr Verhältnis zur Umwelt nachdenken können. Die Selbstreflexion ist auch die Grundlage der Ausbildung einer Moral, etwa in der Weise, wie sie Kant in seinem kategorischen Imperativ formuliert hat. Ohne die Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren, ist es kaum möglich, die Sichtweise anderer zu übernehmen, Empathie zu zeigen oder sich schlicht danach zu fragen, wie man andere behandeln will oder andere behandeln soll.

MassentierhaltungDie beschriebenen Fähigkeiten sollen eine Grenze aufrichten, die zwischen Mensch und Tier verläuft, denn, so die Annahme, im Gegensatz zu Menschen sind Tiere nicht zur Selbstreflexion und zur Ausbildung einer Moral fähig. Die Trennlinie zwischen Mensch und Tier bringt für Menschen eine Verantwortung mit sich, denn sie müssen zeigen, dass sie tatsächlich die höher entwickelte Lebensform sind, z.B. dadurch, dass sie andere Lebewesen nicht zu Objekten degradieren, die der menschlichen Bedürfnisbefriedigung und nur dieser dienen, dass also das Fressen gerade nicht vor der Moral kommt.

Neuere Entwicklungen haben die Grenze zwischen Mensch und Tier verschwimmen lassen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Tiere zur Selbstreflexion fähig sind, sich sogar moralisch verhalten können und dass sie darüber hinaus mit einem Bewusstsein und einer Erinnerungs- und Leidensfähigkeit ausgestattet sind, die den entsprechenden menschlichen Eigenschaften sehr ähnlich ist. Die Grenze verschwimmt auch von der anderen Seite, denn bei manchen Personen, die zur Gattung Mensch gezählt werden, fragt man sich, ob sie je aus dem Stadium des unbewussten Fressens oder des sich anderer Bedienens herausgekommen sind – ob sie – zur Selbstreflexion und zur Reflexion ihrer Handlungen überhaupt in der Lage sind, ob Empathie zu ihrem Verhaltensrepertoire gehört.

Sind Menschen zur Empathie und zur Reflexion fähig, dann stellt sich ihnen eine ganze Reihe von Fragen:

  • Was rechtfertigt die Reduzierung von Lebewesen auf Nahrungsmittel, und wo verläuft die Grenze einer Nahrungsmittelindustrie?
  • Warum sind Hunde “des Menschen bester Freund” und entsprechend keine Delikatesse im Restaurant, während Lämmer letztere darstellen und sich nicht als Freund des Menschen qualifizieren?
  • Warum sind Chinesen im Hinblick auf die Frage, ob Hunde ein Nahrungsmittel sind, anderer Meinung als z.B. Deutsche?
  • Warum finden es Inder barbarisch, Rinder zu schlachten, und warum finden es Araber barbarisch, Schweine zu essen?
  • Was ist die Qualität, die ein Menschenleben so wichtig macht, dass ihm unzählige andere Lebewesen geopfert werden?

Massentierhaltung_huehnerUnd welche Lebewesen dürfen zum Erhalt eines beliebigen Menschenlebens geopfert werden? Delphine, Wale, Affen, Pferde, Esel? Wo, mit anderen Worten, verläuft die Grenze zwischen Mensch und Tier, und warum ist die Grenze so abivalent und so flüchtig?

Und welche moralischen Fragen ergeben sich daraus, dass nicht (mehr) eindeutig zu bestimmen ist, wer Mensch und wer Tier ist?

Dies sind Fragen, die u.a. auf dem 4. Wittener Kolloquium für Humanismus, Medizin und Philosophie diskutiert werden sollen. Das Kolloquium: Der Mensch ein Tier – das Tier ein Mensch, findet vom 13. bis zum 14. März an der Universität Witten/Herdecke statt.

Interessierte werden Vortäge zu hören bekommen, die sich mit den ethischen und anthropologischen Herausforderungen der modernen Mensch-Tier-Beziehung beschäftigen oder die fragen, ob der Unterschied zwischen Mensch und Tier ein Problem der Fakten oder ein Problem des Urteilsvermögens darstellt oder die die zentrale Frage betreffen: Wie gehen wir würdig mit Tieren in die Zukunft?

Den Zweck der Veranstaltung bringt Prof. Peter Heusser, Leiter am Institut für Integrativmedizin der Universität Witten/Herdecke wie folgt auf den Punkt:

Witten herdecke„Die Industrialisierung und Ausbeutung der Tiere für die Ernährung, die Massenzucht für den Zweck der Forschung, das weltweite Artensterben – all das zeigt ein Mensch Tier-Verhältnis, das dringend Besinnung, Verantwortung und Moral fordert, d.h. gerade diejenigen Fähigkeiten, welche wir im Tierreich nicht oder nur im Ansatz finden. Das bedeutet also: Nur wenn der Mensch seine besondere Eigenart und Fähigkeit gegenüber dem Tier erkennt und ausbildet, vermag er, dem Tier – und nicht zuletzt der Natur im Ganzen – die notwendige Würde zu verleihen.“

Kant hat das Menschsein als Entwicklungsaufgabe konzipiert. Zentraler Bestandteil der Entwicklung zum Menschen ist die Entwicklung einer Moral, die sich nach seiner Auffassung am kategorischen Imperativ orientieren muss. Entsprechend muss man mit Kant feststellen, dass das Menschsein weit mehr Anspruch stellt, um erreicht zu werden, als den Griff in die Tiefkühltruhe des Supermarkts, um abgepackte Leichenteile daraus zu entnehmen.

I had a dream

I had a dream.

I had a dream that social scientists would be scientist.

I had a dream that social scientists would unite in the quest for knowledge.

Get up stand upI had a dream that they would rise and fight for freedom and fight those who want to use science for other purposes than acquiring knowledge.

I had a dream that social scientists would take their social responsibility seriously.

Und dann bin ich aufgewacht.

Und die Realität mit all ihrer grauen Phantasielosigkeit des deutschen universitären Alltags war zurück. All die Gestalten, die sich auf Lehrstühlen herumdrücken und darauf warten, dass sich die eine Idee einstellt, auf die sie nun schon seit Jahrzehnten erfolglos warten, all die Aktivisten, die Lehrstühle besitzen, um von der Ikea-Kanzel aus das Heil der Welt zu verkünden, und all die Opportunisten, die Wissenschaft nutzen, um sich in Positionen zu sonnen, die sie nicht einmal ausfüllen würden, wenn sie adipös wären, all sie, sie sind mir wieder in den Sinn gekommen.

Und nicht nur sie, auch die Professoren, die sich an Universitäten durchzudrücken versuchen, ohne ein klares Statement darüber zu geben, wie sie es mit den Versuchen, Universitäten zu Stätten, an denen man zu Straftaten aufrufen kann, oder den Versuchen, Universitäten zu Stätten institutionalisierter Diskriminierung von Männern zu machen, halten.

Sie schweigen lieber und nehmen in Kauf, dass man sie für Feiglinge und Drückeberger hält. Und das, das nehmen wir nicht mehr hin:

We have a dream, den Traum des erwachsenen, aufrechten, mutigen Sozialwissenschaftlers mit Rückgrat und sozialer Verwantwortung.

BeccariaNun sollte dieser Traum-Sozialwissenschaftler eigentlich die Norm sein, so dass man viele der derzeitigen Sozialwissenschaftler als Abweichung von der Norm, als Deviante ansehen muss. Das erleichtert die Aufgabe, die vor uns liegt. Denn: Auf dem Weg zum erwachsenen, aufrechten, mutigen Sozialwissenschaftler mit Rückgrat und sozialer Verantwortung können wir uns Ergebnisse der Devianzforschung zu Nutze machen, die schon Cesare Beccaria im 18. Jahrhundert formuliert hat.-

Damit Akteure ihr abweichendes Verhalten unterlassen, muss man ihnen die Kosten für abweichendes Verhalten erhöhen und den Nutzen von nicht-abweichendem Verhalten deutlich machen oder steigern. Nun sollte die Vorstellung, als erwachsener, aufrechter, mutiger Sozialwissenschaftler mit Rückgrat und sozialer Verantwortung erkennbar zu sein, eigentlich schon Nutzen genug sein, ist es aber nicht, wenn die Feigheit, die Angst davor, als erwachsener, aufrechter, mutiger Sozialwissenschaftler mit Rückgrat und sozialer Verantwortung erkennbar zu sein, größer ist.

Was also tun?

Zurück zu Beccaria: abweichendes Verhalten wird von denen gezeigt, die keine Entdeckungswahrscheinlichkeit fürchten, weil sie z.B. denken, die Position, die sie besetzen, schütze sie vor bestimmten Sanktionen, erlaube es ihnen z.B. eMails zu ignorieren, denn: in ihrer Position wähnen sie sich zu wichtig, als dass sie sich mit schnöden eMails von Personen beschäftigen würden, die ihnen aus ihrer (irrigen) Sicht und in ihrem verbeamteten Status keine Kosten verursachen können (selbst dann, wenn es sich dabei um Fachkollegen handelt oder wenn es Bürger sind, die mit ihren Steuermitteln die Position der entsprechenden Inhaber finanzieren).

Um diesen Fehlschluss aus falscher Selbstzuschreibung von Arroganz für diejenigen, die ihm erliegen, aufzuklären, ist es daher notwendig, das was Beccaria Härte und Geschwindigkeit der Strafe nennt, für die vorliegende Aufgabe zu operationalisieren, und zwar auf eine Weise, die geeignet ist, den Fehlschluss deutlich sichtbar und damit bearbeit- und beherrschbar zu machen.

Wir haben die perfekte Möglichkeit gefunden, den vom Fehlschluss Betroffenen zu helfen und fordern hiermit alle unsere Leser auf, uns bei der Therapie zur Hand zu gehen.

Wie?

Ganz einfach.

Im folgenden haben wir zwei Textbausteine erstellt.

Textbaustein 1 enthält die eMail-Adressen der Professoren, bei denen der oben beschriebene Fehlschluss das längst fällige Coming-Out verhindert.

Textbaustein 2 enthält den eMail-Text mit den Fragen, die wir von den entsprechenden Professoren beantwortet haben wollen. Wie sich Stammleser erinnern werden: Es geht darum, dass eine Untersuchung nachgewiesen hat, dass männliche Bewerber auf einen Lehrstuhl in der Soziologie diskriminiert werden. Wir verlangen einfach nur eine Stellungnahme von den Positionsinhabern, die den Vorstand der deutschen Gesellschaft für Soziologie besetzen.

Die Therapie besteht nun darin, so viele wie nur möglich eMails mit dem Bausteintext von oben, an die Positionsinhaber zu schicken, um sie von ihrer irrigen Vorstellung, sie seien zu wichtig, als dass sie sich mit berechtigten Fragen von außen auseinander setzen müssten, zu heilen.

Hier die Cut und Paste-Textbausteine

Textbaustein 1: eMail-Adressen:

peter.berger@uni-rostock.de; nicole.burzan@fk12.tu-dortmund.de; stephan.lessenich@soziologie.uni-muenchen.de; michaela.pfadenhauer@univie.ac.at; uwe.schimank@uni-bremen.de; Paula.Villa@soziologie.uni-muenchen.de ;vobruba@sozio.uni-leipzig.de; sciencefiles@textconsulting.net

Textbaustein 2: eMail-Text:

Sehr geehrte Mitglieder des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie,

Mark Lutter und Martin Schröder vom Max Planck Institut für Gesellschaftsforschung in Köln haben eine Vollerhebung der Berufungen auf Lehrstühle der Soziologie, die im Zeitraum von 1980 bis 2013 besetzt wurden, durchgeführt und auf Grundlage dieser Daten, für 1.260 Soziologen die Variablen bestimmt, die einen Effekt auf die Besetzung eines Lehrstuhls haben (Veröffentlicht als MPIfG Discussion Paper 14/19 unter dem Titel: “Who Becomes a Tenure Professor, and Why”).

Dabei haben sie eine systematische Diskriminierung von männlichen Soziologen festgestellt, die jedem Wissenschaftler, der sich mit Diskriminierung oder mit sozialer Ungleichheit oder mit der Erforschung von Stereotypen, Vorurteilen und darauf basierenden Ismen, wie Rassismus oder Sexismus beschäftigt, den blanken Schrecken ins Gesicht treiben muss.

Hier ein Auszug der wichtigsten Ergebnisse.

1. Weibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.

2. Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: “… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‘gray’ literature as women”.

3. Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Diese Ergebnisse beschreiben eine unhaltbare Situation systematischer und insofern wohl institutioneller Diskriminierung von männlichen Bewerbern. Dass eine solche Situation ausgerechnet in der Soziologie mit ihrer Tradition der Erforschung von Diskriminierung und sozialer Ungleichheit eingetreten ist, kann man wohl nur als Ironie der Geschichte bezeichnen.

Ich nehme diese Situation zum Anlass, um Sie als Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zu bitten, die folgenden Fragen zu beantworten:

1. War Ihnen bekannt, dass männliche Bewerber auf eine Professur in der Soziologie systematisch diskriminiert werden?

2. Halten Sie die systematische Diskriminierung von männlichen Bewerbern im Verlauf einer universitären Karriere für hinnehmbar?

3. Wenn ja, warum?
4. Wenn nein: Was gedenken Sie dagegen zu unternehmen?

5.Was raten Sie männlichen Abiturienten, die sich mit dem Gedanken tragen, Soziologie zu studieren?

6. Was raten Sie männlichen Absolventen, die sich mit dem Gedanken tragen, eine wissenschaftliche Karriere in der Soziologie anzustreben?

7. Was halten Sie von der Tatsache, dass männliche Bewerber in der Soziologie systematisch diskriminiert werden?

Ich bedanke mich für Ihre Antworten und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Wir haben die eMail-Adresse von ScienceFiles zum Zweck der Generierung von Leverage angefügt, wie man das im Englischen nennt.

“If you are a big tree, we are a small axe, ready to chop you down, to chop you down.”

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