Erstmals klar belegt: systematische Diskriminierung von Männern an Universitäten

Vergessen Sie alles, was Sie über Meritokratie gehört haben!

Meritokratie, das ist das Prinzip, nach dem diejenigen die die besten Leistungen bringen, diejenigen sind, die mit begehrten Positionen belohnt werden.

Professuren waren einst begehrte Positionen und Meritokratie das Prinzip, mit dem die Professuren besetzt wurden.

state femimism bookUnter der Ägide des Staatsfeminismus ist dies alles anders: Nicht mehr Leistung entscheidet darüber, wer auf Positionen gelangt, sondern Geschlecht. Das ganze Brimborium, das diese Tatsache verdecken soll, z.B. die Floskel: „Bei gleicher Eignung werden weibliche Bewerber bevorzugt“, ist eben nichts Anderes als Brimborium. Es dient dazu, den Leichtgläubigen Fairness vorzugaukeln und den anderen den Mund zu stopfen, weil man bei Kritik behaupten kann, dass z.B. Professuren in Deutschland nicht nach Geschlecht, sondern nach Leistung besetzt werden und nur bei gleicher Leistung weibliche Bewerber bevorzugt werden.

Das kann man so lange behaupten, so lange es keine Belege gibt, die diese Behauptung widerlegen.

Und – offensichtlich haben die staatsfeministischen Instanzen nicht aufgepasst – denn:

Es gibt jetzt eindeutige Belege.

Belege, die man nicht wegdiskutieren kann. Belege, die man nicht weginterpretieren kann und Belege, die man auch nicht als Einzelfall abtun kann, Belege dafür, dass Männer an Hochschulen systematisch diskriminiert werden, dass nicht Meritokratie das Leitmotiv bei der Besetzung von Professuren ist, sondern die Bevorzugung von Frauen, von Frauen, die weniger qualifiziert sind als Männer.

Die Untersuchung, die diese Belege liefert, ist nagelneu, wurde direkt unter der Nase staatsfeministischer Kontrollinstanzen und politischer Korrektheitswächter erstellt, und zwar beim Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Ein Leser von ScienceFiles, dem wir an dieser Stelle herzlich danken wollen, hat uns auf diese Untersuchung, nach der niemand mehr behaupten kann, er habe nicht gewusst, dass Männer systematisch an Hochschulen diskriminiert werden, aufmerksam gemacht.

Mark Lutter und Martin Schröder haben die Untersuchung „Who Becomes a Tenure Professor, and Why?“ durchgeführt und als MPIfG Discussion Paper 14/19 veröffentlicht.

MPIfG_LutterFundierte Untersuchungen benötigen eine gute Datenbasis. Lutter und Schröder haben eine gute Datenbasis: Sie berücksichtigen alle Professuren, die im Fachbereich Soziologie, an 77 Instituten für Soziologie in ganz Deutschland von 1980 bis 2013 besetzt wurden. Damit nicht genug, Lutter und Schröder können den gesamten Weg bis zur Professur, den Tenuretrack nachzeichnen, und zwar für 1.260 Soziologen, die im Beobachtungszeitraum 530 Promovenden wurden, 433 Post-Doc Positionen besetzt haben, 36 Junior- und 297 richtige Professuren erreicht haben. Der Datensatz ist mit einem Wort: beeindruckend.

Und er ist einmalig, denn Lutter und Schröder sowie zwei ungenannt gebliebene Helfer haben sich hingesetzt und aus den veröffentlichten Lebensläufen der 1.260 Soziologen und bis einschließlich 2013 alle Publikationen, die in Zeitschriften, Büchern und als graue Literatur veröffentlicht wurden, gesammelt. Die Publikationen wurden zudem in solche in renommierten Peer-Review-Zeitschriften und weniger renommierten Zeitschriften unterschieden. Insgesamt haben die Autoren 28.545 Publikationen zusammengetragen. Warum? Weil die Anzahl der Publikationen, die wissenschaftliche Produktivität als Indikator für die Kompetenz, das Humankapital, eines Wissenschaftlers gilt.

Die Anzahl der Publikationen und deren Ort der Veröffentlichung wird ergänzt von einer Vielzahl weiterer Informationen, die Lutter und Schröder gesammelt haben. Darunter die wissenschaftliche Sozialisation, d.h.: hat ein Soziologe an einer angesehenen oder an einer Provinzuniversität studiert; seine Mobilität, d.h. wie oft hat er die Universität gewechselt, die Dauer internationaler Aufenthalte, sofern es sie gibt, und vieles mehr, das einen Einfluss auf eine Berufung auf eine Professur ausüben könnte.

Auf Grundlage dieser Daten haben die Autoren dann untersucht, was die Soziologen auszeichnet, die auf eine Professur berufen wurden.

Die auf den ersten Blick gute Nachricht vorab: Die Anzahl der Publikationen ist der beste Prädiktor einer Berufung, wobei die Art der Publikationen eine Rolle spielt: wissenschaftliche Beiträge in Peer-reviewed Zeitschriften sind am wichtigsten, es folgen andere Zeitschriftenbeiträge, eigene Monographien, Herausgeberschaften und Kapitel in Sammelbänden mit einigem Abstand. Graue Papiere wirken sich negativ auf die Berufungschancen aus, in sie zu investieren, lohnt sich entsprechend nicht, wenn man eine Professur anstrebt, es sei denn, es ist ein grauer Schocker, wie das Papier von Lutter und Schröder. Interessanter Weise spielen Auslandsaufenthalte, die man als eine Form der Horizonterweiterung ansehen kann, bei der Berufung keinerlei Rolle, ebenso wenig wie eine Ausbildung an einer renommierten Universität dies tut.

Das war das, was man auf den ersten Blick als gute Nachricht ansehen könnte.

Nun kommen die schlechten Nachrichten, die zeigen, dass die gute Nachricht eben keine gute Nachricht war:

  • Achtung JudenWeibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.
  • Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: „… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‚gray‘ literature as women“.
  • Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Diese Ergebnisse sind schockierend und ein eindeutiger Beleg dafür, dass an deutschen Universitäten das Prinzip der Meritokratie nicht mehr gilt. Die Arbeit von Lutter und Schröder zeigt, dass das Prinzip der Meritokratie quasi als sekundäre Meritokratie eingesetzt wird, um unter weiblichen Bewerbern den besten Bewerber auszuwählen. Dabei handelt es sich insofern um sekundäre Meritokratie als die besseren männlichen Bewerber, diejenigen mit mehr Publikationen und mit mehr Erfahrung ausgeschlossen wurden.

Daran gibt es nach der Untersuchung von Lutter und Schröder keinen Zweifel. So wenig Zweifel wie es daran gibt, dass diese offene Benachteiligung von Männern einerseits politisch gewollt ist, andererseits Universitäten schädigt, weil geringer qualifizierte Frauen, qualifizierteren Männern vorgezogen und das Prinzip der Meritokratie damit zerstört wird.

Was es heute bedeutet, männlich zu sein, lässt sich am Beispiel einer typisch männlichen Bildungskarriere, wie sie unter dem Staatsfeminismus gegeben ist, wie folgt darstellen:

  • Jungen werden häufiger von der Einschulung zurückgestellt als Mädchen.
  • Wer es als Junge in die Grundschule geschafft hat:
    • hat eine höhere Wahrscheinlichkeit als Mädchen auf eine Sonderschule abgeschoben zu werden;
    • hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, nicht versetzt zu werden als Mädchen;
    • hat eine geringere Wahrscheinlichkeit, selbst bei gleicher oder besserer Leistung eine Grundschulempfehlung für ein Gymnasium zu erhalten als Mädchen;
  • Jungen landen entsprechend häufiger auf Haupt- und Sonderschulen als Mädchen und deutlich seltener auf Gymnasien.
  • Entsprechend haben Jungen einen geringere Wahrscheinlichkeit, ein Abitur zu erreichen als Mädchen.
  • Entsprechend gibt es weniger männliche als weibliche Studenten.
  • Männliche Akademiker, die ein Studium abgeschlossen haben,
    • müssen länger warten, bis sie eine Promovendenstelle, Post-Doc-Stelle oder Juniorprofessur erhalten und benötigen im Durchschnitt zwei Jahre länger, um eine Professur zu erreichen als weibliche Adademiker;
    • Damit männliche Akademiker auf eine Professur berufen werden, müssen sie deutlich mehr publizieren als weibliche Akademiker, d.h. der durchschnittliche männliche Bewerber auf eine Professur ist nicht nur qualifizierter als der durchschnittliche weibliche Bewerber, der durchschnittliche männliche Beweber muss auch zusehen, wie ihm geringer qualifizierte weibliche Bewerber vorgezogen werden.

Wenn man diese systematische Benachteiligung von Jungen und Männern im deutschen Bildungseinrichtungen so heruntertippt, dann kann man nicht anders als festzustellen, dass es sich hierbei um eine Form des bildungspolitischen Kahlschlags handelt, unter dem nachwachsende Generationen leiden werden, denn bislang hat es noch keine Gesellschaft dauerhaft überlebt, dass die Besten von Positionen ferngehalten wurden, um mittelmäßige aber politisch dienliche Kandidaten zu berufen.

©ScienceFiles, 2015

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52 Responses to Erstmals klar belegt: systematische Diskriminierung von Männern an Universitäten

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  2. Es steht zu befürchten, dass auch dieser Beleg ausgesessen wird. Die staatsfeministischen Untaten, nicht nur im Bildungswesen, haben ja bereits immense Dimensionen angenommen. Trotzdem wird immer abgewiegelt und Kritiker werden diffamiert. Und wenn das nicht hilft wird eisern geschwiegen.

  3. rote_pille sagt:

    da kann man ja nur hoffen dass die regierung endlich pleite geht und das bildungssystem privatisiert wird. die staatsfeministen die das verbrockt haben können die uni dann höchstens als toiletterputzer von innen sehen.

    • mdma1984 sagt:

      ach, ich mache mir da wenig Hoffnung. Was meinen Sie wohl wenn man dann die Schuld an der Pleite gibt, bestimmt nicht dem Feminismus. Nein, es waren dann wieder die Alten vergreisten Neanderthaler Männer, die nur an sich und Ihre Gier denken.
      Wie kommt man als „Normal-sterblicher“ überhaupt gegen solche Windmühlen an? Ich bin auch nicht darauf erpicht mir nachsagen zu lassen, ich wäre ein latenter Frauenhasser, wenn ich mich demgegenüber wehren würde. Im Prinzip bin ich Ohnmächtig, denn weder habe ich die Ressourcen noch die Motivation mich in einem jahrelangen „Kleinkrieg“ aufreiben zu lassen. So bleibt einem nur eines übrig,… aussitzen.
      Ich wünschte solche Artikel würden es in die Öffentlichkeit schaffen, damit es nicht nur diesen penetranten Einheitsbrei gibt.

      • rote_pille sagt:

        ich weiß nicht… ich habe den eindruck, dass der „zeitgeist“ sich langsam aber sicher gegen die politisch korrekten bevormunder wendet…

      • Sven H. Schillings sagt:

        „Wie kommt man als “Normal-sterblicher” überhaupt gegen solche Windmühlen an? Ich bin auch nicht darauf erpicht mir nachsagen zu lassen, ich wäre ein latenter Frauenhasser, wenn ich mich demgegenüber wehren würde. Im Prinzip bin ich Ohnmächtig, denn weder habe ich die Ressourcen noch die Motivation mich in einem jahrelangen “Kleinkrieg” aufreiben zu lassen. So bleibt einem nur eines übrig,… aussitzen.“
        Na, wer wird denn da gleich die Flinte ins Korn werfen? Zunächst einmal kann man gegen jede Fehlentwicklung etwas tun! Der 1.Schritt ist, solche Probleme überhaupt erst mal aufzudecken. Da leisten Michael Klein und Heike Diefenbach mit ihrem Blog eine tolle und wichtige Arbeit. 2. kann dann jeder Leser, indem er diese wichtigen Informationen in seinem Umfeld weitergibt und thematisiert, dafür sorgen, daß das Thema Öffentlichkeit erfährt, und wenn der Druck aus dem Volk dann stark genug ist, kommt es auch zu Veränderungen. Und ganz nebenbei fühlen Sie sich selbst auch besser, wenn Sie wissen, etwas dazu beigetragen zu haben.

  4. HugoDeHirsch sagt:

    Das objektiv Geschilderte deckt sich mit meinen subjektiven Beobachtungen in der Mathematik. Ich finde übrigens, dass es eine gute Idee ist zu messen, welche Leistungen Professoren bzw Professorinnen zum Zeitpunkt ihrer Berufung erbracht haben. Dieses Maß ist absolut objektiv und aus öffentlich zugänglichen Informationen zu berechnen.

    Die Ungleichbehandlung in Berufungsverfahren beginnt schon damit, dass Berufungskommissionen nicht nur die tatsächlichen Bewerbungen bearbeiten, sondern darüberhinaus noch dazu angehalten sind, potentielle Bewerberinnen aufzuspüren, die sich gar nicht auf die Stelle beworben haben. Dann gibt es Quoten, wie viele der zum Vorstellungsvortrag eingeladenen Bewerber Frauen sein sollen. Bei jeder Bewerberin muss peinlich genau begründet werden, weshalb sie nicht eingeladen bzw auf die Berufungsliste gesetzt wurde. Bei einem Mann reicht eine Bemerkung wie „nicht einschlägig“ bzw „nicht interessant“ oder „nicht international sichtbar“, um das Verfahren für ihn zu beenden.

    • Wahnsinn. Alles möglich, ohne dass es einen #Aufschrei gibt.

      • HugoDeHirsch sagt:

        Ob den Mitgliedern einer Berufungskommission etwas passieren kann, wenn sie sich nicht an die formalen Vorgaben halten, weiß ich nicht. Es ist aber ziemlich klar, was mit dem Verfahren passiert. Es wird entweder vom fakultätsinternen Kontrollgremium, wahrscheinlicher aber vom Senat oder der Rechtsabteilung an die Kommission zurückgegeben mit der Aufforderung, von vorne zu beginnen und diesmal etwas sorgfältiger vorzugehen.

        Die Kommission ist daran interessiert, den Posten zügig zu besetzen, da sonst das Kollegium unterbesetzt ist. Also wird sie sich an die Vorgaben halten, denn anderenfalls droht eine längere Vakanz. Außerdem ist es sehr unangenehm, ein Verfahren aus formalen Gründen von vorn aufrollen zu müssen. Im schlimmsten Fall muss neu ausgeschrieben und vor allem neu eingeladen werden. Es ist sehr peinlich, dieselben Kandidaten ein zweites Mal vorzuladen, und gute Kandidaten werden es sich überlegen, ob sie an eine Fakultät wechseln, die anscheinend noch nicht einmal ihre Berufungsverfahren im Griff hat.

        So greift eins ins andere, und statt eines Aufschreis gibt es einen resignierten Seufzer.

        • Mir scheint hier wedelt der Verwaltungs-Schwanz mit dem Wissenschafts-Kopf. Und vielleicht würde schon eine Übung in Rückgrat die Verhältnisse wieder zurecht rücken…

          • meier, hans (kempten) sagt:

            Das sag ich den mir bekannten Unileuten auch immer. Deren Anwort ist ziemlich entnervend: Es gäbe eine Bürokratie mit Angestellten ohne jegliches Interesse an Lehre und Forschung. Im Gegensatz zu den befristeten Mittelbauleuten säßen die auf sicheren Stellen und sähen mit Neid und Verachtung auf die Wissenschaftler, deren Arbeit sie nicht recht verständen und die aus ihrer Sicht als Hallodridasein erscheine: Nur ein bisschen Unterricht, keine Anwesenheitspflicht etc. Dass Forschung anderen Rhythmen und Notwendigkeiten folgt als ein Sitzjob mit zeitlich beschränkbarer und definierbarer Einsatzzeit: Kein Interesse.

            Diese Bürokräten und Innen sähen als Angestellte der Bundesländer mittlerweile ihre Aufgabe nicht mehr in der Unterstützung von Forschung und Lehre, sondern in deren Kontrolle im Auftrag des Landes. Das heißt: Sparen, wo es geht. Da kein Cent ohne die ausgegeben werden kann, ist alles von deren Bearbeitung bzw. Unterschrift abängig. Ich kenne Profs., denen wurden geringfügige Auszahhlungsaweisungen für alltägliche Ausgaben (z.B. für eine Kopierkarte) aus von ihnen selbst (!) eingeworbenen Drittmitteln zurückgeschickt von der Verwaltung mit dem Vermerk, sie sollten die Ausgabe besser begründen. Sowas zermürbt.

            In Berufungsverfahren nun ist das Interesse der Fächer möglichst gute möglichst schnelle Besetzung. Das sind oft sehr langwierige, zeit- und nerenraubende, nicht immer konfliktfreie Vorgänge. Nebenher läuft die Bürokratie, die AM ENDE zustimmen muss. Verweigert die Frauenbeauftragte oder der Behindertenbeauftragte die Unterschrift zur Bestätigung eines diskriminierungsfreien Ablaufs, ist der gesamte Vorgang UNGÜLTIG. Für die Verwaltung ist das kein Problem: für jede nicht besetzte Stelle spart sie Geld. Manchmal wird die Stelle in solchen Fällen dann sogar einfach ganz gestrichen: Man habe ja keinen Besetzungsvorschlag vorlegen können. Dass man einen vorgelegt hat, ist wurscht, weil aus Verwaltungssicht das formal nicht Korrekte nicht gültig ist und mithin nicht existent.

            Ihr Aufruf zum Rückgrat in allen Ehren: Wir brauchen nicht nur eine gender-Kritik für den deutschen Wissenschaftsbetrieb, wir brauchen eine Bürokratiekritik. Der angewandte Genderismus ist nur möglich auf dem Boden einer solchen Bürokratie, die ihn ihrerseits wiederum nutzt als Machtmittel. Wäre eine andere, ähnlich nutzbare Ideologie en vogue, würde sie diese nutzen (abgeschmackt, aber natürlich fallen einem da Apartheitspragraphen in Südarfrika ein, Herkunftsklassenbestimmungen im real existierenden Sozialismus, affirmative action in Nordamerika etc.).

            Die – sehr berechtigte – Forderung nach Rückgrat sollte deshalb einschließen die versärkte Analyse, warum das Rückgrat verschwunden ist und die Beantwortung der Frage, wo ein solches WIE im Betrieb wieder möglich werden sollte.

            Konkret: Sich den Wünschen der Frauenbeauftragten zu verweigern führt zur Nichtbesetzung der Stelle. Insofern ist jede Fakultät zu loben, deren Auswahlverfahren zu einer Nichtbesetzung von Stellenausschreibungen aus dem Professorinnenprogramm führt: Da hat jemand aufgepasst und „Nein“ gesagt, also durchaus Rückgrat gezeigt.

            Für die Standard- und Normalverfahren hllft das leider nicht. Man kann mit Rückgrat schlechte Besetzungen verhindern (wen man zugleich eine Mehrheit im Gremium zu organsieren weiß – und das erfordert mehr als nur Rückgrat, sonst wird man schlicht und einfach überstimmt), aber man kann gute nicht durchsetzen gegen die real existierende Bürokratie. Häufig kommt es dann zu Besetzungen, weil irgendeine besser ist als gar keine (sonst droht Stellenstreichung). Und es kommt auch vor, dass im Senat, der höchsten Entscheidungsinstanz der Uni, die in der Regel Berufungen nur noch formal überprüft und abnickt, in dem aber häufig gar kein Mitglied der Berufungskommission sitzt, die Frauenbeautragte die Liste kippt durch Verweigerung der letzten Zustimmung und womöglich sogar eine Überraschungskandidation aus dem Hut zieht, die dann schnell in letzter Minute am gesamten Verfahren an Platz eines gesetzt wird. Diese Fälle sind SEHR selten, aber dass sie vorkommen können und jeder weiß, das sie vorkommen können, hat natürlich Auswirkungen auf das Bewusstsein der Kommissionsmitglieder.

            Kolportiert wird auch, dass es vor einigen Jahre in einem Bundesland eine Bildungsministerin gegeben habe, die kraft Amts jeder Berufung zustimmen musste (das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden) und in mindestens einem Fall für eine bestimmte Stelle beschlossen habe, sie müsse mit einer Frau besetzt werden. Alle zuvor (incl. Senat) waren zu einem eindeutigen anderen Ergebnis gekommen, das dann im Ministerium einfach kassiert wurde.

            Übrigens weiß ich von einem analogen Fall in einem anderen Bundesland, in dem es aber nicht um das Geschlecht ging, sondern um Mitgliedschaft in einem bestimmten, konfessionell geprägten Wissenschaftsverband.

            Gender ist ein Symptom, aber nicht die Wurzel des Problems.

            Was aber würden Sie dem einfachen deutschen Prof. für ein Verhalten anraten, um Rückgrat zu zeigen? Eines zumindest, das auch nach außen hin sichtbar wird? Kündigen und alles hinschmeißen? Alles den anderen überlassen?

            • Hallo Herr Meier,

              Bürokratiekritik? Nichts lieber als das und auf ScienceFiles ja durchaus schon Thema gewesen.

              Aber die vorliegende Sache schätze ich etwas anders ein.
              Was machen denn Bürokraten, wenn ihnen passiver Widerstand droht?
              Wen wollen Sie verwalten, wenn Professoren sich nicht mehr vor den Karren der Verwaltung spannen lassen und dann, wenn sie eine Auszahlung nicht veranlassen können, die Auszahlung eben unterlassen, mit allen Konsequenzen?
              Was passiert, wenn Professoren eben dann, wenn das Berufungsverfahren ungültig ist, weil der Politkommissar für Gleichstellung ein Haar in der Suppe gefunden hat und die entsprechenden Professoren darauf hin ihre Beteiligung an einem weiteren Berufungsverfahren verweigern?
              Was passiert, wenn Sie Dienst nach Vorschrift machen und ihren Studenten erklären, dass sie keine Vorlesung mit mehr als 20 Studenten halten können, weil die Verwaltung die Kopierkosten moniert hat?

              Eine Verwaltung ist ein Wasserkopf, der so lange funktioniert, so lange es Spieler gibt, die sich verwalten lassen. Wenn plötzlich niemand mehr im Sinne der Verwaltung funktioniert, ist der ganze Zauber schnell vorbei und deshalb ist das, was an deutschen Hochschulen derzeit abgeht, kein Prozess, in dem akademische Opfer von Verwaltungstätern drangsaliert werden, sonder nein Prozess, der Duckmäuser lieber Männchen vor der Verwaltung machen sieht als dass Sie sich an ihr Rückgrat erinnern und eine Grenze ziehen und dieses Wort der deutschen Sprache benutzen, das manche gar nicht mehr im Wortschaft zu führen scheinen: „NEIN“.

              • HugoDeHirsch sagt:

                Was die Bürokraten machen, wenn ihnen passiver Widerstand droht? Ich machs mal ganz kurz: Sie lachen sich tot. Sie sind unkündbar, und ihr Chef klopft ihnen auf die Schulter, wenn eine Stelle gestrichen und dadurch Geld gespart wird. So einfach ist das.

                Das, was Sie beschreiben, ist nicht Rückgrat, sondern Querulantentum, unter dem nicht die Bürokraten, sondern die Studenten und Kollegen zu leiden haben, das aber niemandem nützt. Weder kurz- noch langfristig.

                • Dann hatten Sie noch nicht viel mit Bürokraten zu tun. Allein das Verweigern einer amtsärztlichen Untersuchung führt bei vielen schon zu hysterischen Zuständen, weil sie nicht wissen, wie sie die Akte, die sie geöffnet haben, wieder schließen.

                  Ich finde es zunehmend lustig, was für ein Monster-Bild von Verwaltung hier ausgebaut wird, nur um zu argumentieren, dass man ja gar nichts tun kann…

                  Ihre Unterstellung des Querulantentums wirkt auch mich eher wie eine hektische Abwehr aller Versuche, Veranwortung einzuführen. Übrigens sind auch Professoren unkündbar.

                • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

                  Wenn für Sie „Rückgrat“ nur dann gefragt ist, wenn es eigentlich nicht mehr nötig ist, weil es nicht mehr als „Querualantentum“ diskreditiert werden kann, dann gibt es keines; dann nennt man das Anpassung oder vorauseilenden Gehorsam!

                  Und wegen der Studenten: Bitte lesen Sie diesbezüglich meine Antwort auf den Kommentar von Hans Meier!

              • meier, hans (kempten) sagt:

                Es gibt ja genug Leute, die nicht mitmachen und z.B. ganz aus dem Drittmittelzirkus ausgestiegen sind. Ergebnis: sie haben keine Mitarbeiterstellen mehr und keine Mittel um mehr zu tun als ihre Lehrverpflichtungen (DIE sind nicht bedroht, im genannten Beispiel ging es um selbst eingeworbene Drittmittel, die natürlich sinnhaft zu verwenden sind). Das ist im Prinzip egal, wenn man nicht Nachwuchsförderung (Doktoranden) betreiben oder Foschungsprojekte mit Personalbedarf umsetzen will.

                Der Verwaltung ist das egal, da ihr Auskommen gesichert ist im Gegensatz zu dem vieler Nachwuchwissenschaftler.

                Deshalb: Ein NEIN wäre schon richtig, aber jede einzelne Person, die dieses NEIN äußert, bewirkt damit allenfalls eine weitere Einschränkung ihrer Handlungsmlglichkeiten.

                Hilfreich wäre nur ein kollektives NEIN möglichst großer Teile der Wissenschaft.

                Und da sind wir wieder bei einem auch soziologisch interessanten Effekt: Im kleinen Gesprächskreis kenne ich KEINEN Wissenschaftler, der nicht – unöffentlich – gegen das derzeigige System wäre. Im Prinzip sind sch alle einig. Laut sagen tun es aber so wenige, dass diese sich selbst marginalisieren. (Interessanter Weise stammen einige treffende Kritiken der Verhältnisse immerhin aus der Zeitschrift des Deutschen Hochschulverbands.) Die meisten schalten auf „Innere Emigration“, einige machen mit der zynischen Behauptung intensiv mit im Betrieb, nur im Betrieb gegen seine schlimmsten Folgen etwas tun zu können.

                Das Problem sind aber gar nicht mal die paar intensiven Mittuer. Das Problem ist die erdrückende Mehrheit der Schweiger.

                Wie geht man, wenn man nicht zu denen gehört, mit denen um? Achselzucken hilft leider nichts, denn dann zuckt das System nur umso gleichgültiger zurück.

                • Karl Dieter Opp hat einmal auf ganz einfache Weise und mit einem tipping point Modell erklärt, warum Demonstrationen sich auflösen. Man muss dazu nur unterschiedliche Präferenzen annehmen, z.B. in der Form einer Toleranz gegen Regen: Den einen stören bereits drei Tropfen, also geht er. Den nächsten stören keine drei Tropfen, er geht erst ab 5 Tropfen. Der nächste wäre eigentlich bis 10 Tropfen geblieben, aber da die beiden, die drei und fünf Tropfen stören, gehen, geht er auch … und so geht das weiter bis selbst derjenige, der sich hätte durchweichen lassen, geht, weil er nicht alleine weiterdemonstrieren will.

                  Opp ist bekanntlich Soziologe, und seine Erklärung kann man als Theorem des: „Einer muss den Anfang machen“ verallgemeinern. Die Schweiger sind keine Schweiger, sie sind diejenigen, deren Relation zwischen Feigheit und Aktivität derzeit massiv gegen die Aktivität ausschlägt. Insofern gibt es nicht „die Schweiger“, sondern eine Anzahl von unterschiedlichen Feigheit-Aktivitäts-Relationen, wie bei der Toleranz gegen Regentropfen. Mit jedem, der den Mund aufmacht, verändert sich diese Relation für die Schweiger, und es wird für sie teurer, den Mund nicht aufzumachen. Und da man annehmen kann, dass sie unterschiedliche Tipping Points haben, d.h. die Kosten, als Schweiger, Zustimmer oder Feigling dazustehen, sind unterschiedlich hoch, folgt, dass man am besten dadurch einen Prozess des Widerstands in Gang setzt, dass man sich selbst denen anschließt, die bereits den Mund aufgemacht haben.

                  • meier, hans (kempten) sagt:

                    Naja. Das versuche ich ja. Über „die Schweiger“ zu reden ist aber Teil eines solchen Prozesses, auch wenn es soziologisch eine unzulässige Verallgemeinerung darstellt – soll jedes Tröpfchen einer individuellen Differenzialuntersuchung unterzogen und für jedes ein individuelles Programm entwickelt werden, es in seiner ganz persönlichen Feigheit anzusprechen? Wie viele Jahrhundert dauert das bei zigtausenden von Wissenschaftlern?

                    Da spreche ich lieber holzhammerhaft von „den Schweigern“ – und treffe lieber wenigstens ein paar als vor lauter Verfeinerung zu keiner Aussage mehr zu kommen.

                    Das jetzt gesprochen als Pragmatiker, nicht als Wissenschaftler. Aber manchmal sind die beiden wirklich schwer zu vereinen.

                    • Ich kann den ersten Absatz nicht nachvollziehen, zumal das Beispiel ja letztlich einen emergenten Prozess beschreibt.

                      Nein, es geht darum, die Kosten für das Schweigen zu erhöhen und das macht jeder, wenn er redet.
                      Und wir auf ScienceFiles, wir machen es, in dem wir z.B. Öffentlichkeit für Studien wie die von Lutter und Schröder herstellen. Jeder, der nunmehr z.B. Soziologen anschreibt und fragt, warum Sie diesen Missstand nicht öffentlich machen und angehen, tut seinen Teil dazu, Schweiger mit Kosten für das Schweigen zu konfrontieren.

                      Man kann auch als Wissenschaftler pragmatisch sein, in dem man seinen Teil dazu beiträgt, dass Schweigen immer teurer wird, z.B. in dem man seine Haltung öffentlich macht. Und so schlecht sieht es ja gar nicht aus, wie die Untersuchung von Lutter und Schröder, mithin zwei Wissenschaftler, zeigt. …

                    • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

                      „Das jetzt gesprochen als Pragmatiker, nicht als Wissenschaftler. Aber manchmal sind die beiden wirklich schwer zu vereinen“

                      Falls einer dieser Fälle auftritt, ist man, glaube ich, gut beraten, sich für den Wissenschaftler in einem zu entscheiden – dann bleibt man integer, und bietet mittel- und langfristig keine Angriffsfläche. Strategisch ist dies daher klüger und m.E. deshalb letztlich pragmatischer als die pragmatische Haltung.

                • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

                  Nachtrag:

                  Es wäre auch naiv anzunehmen, dass DIE Verwaltung wie eine Wand DER Wissenschaft gegenüber steht. In der Verwaltung wie in der Wissenschaft sind Individuen tätig mit all ihren Sympathien, Antipathien, Verlustängsten, Konkurrenzempfindungen, weltanschaulichen Differenzen etc. etc. Und Individuen sollten Individuen als solche ansprechen und in die Pflicht nehmen. Vielleicht besteht genau hierin das größte, sagen wir: Unterwanderungspotential mit Bezug auf Bürokratie.

            • Stuergel sagt:

              Gegen die Frauenbeauftragte müsste man doch vor dem Verwaltungsgericht klagen können? Die genießen doch nicht Narrenfreiheit.

              • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

                @Stuergel

                genau – guter Punkt! Der Status von Frauenbeauftragten definiert sich zur Zeit nach meiner Erfahrung danach, was ihnen einfach so zugestanden wird ….

            • „Was aber würden Sie dem einfachen deutschen Prof. für ein Verhalten anraten, um Rückgrat zu zeigen? Eines zumindest, das auch nach außen hin sichtbar wird? Kündigen und alles hinschmeißen? Alles den anderen überlassen?“

              Naja, Letzteres kann einen durchaus glücklich machen! Ich habe das getan und bereue es nicht – im Gegenteil! (Und manchmal muss man ja zu seinem Glück etwas hingedrückt, wenn nicht gezwungen, werden….

              Aber ich denke, ein Prof kann sehr vieles tun. Beispielsweise besteht für ihn überhaupt keine Notwendigkeit, der Frauenbeauftragten irgendeine Relevanz oder ein MitENTSCHEIDUNGSrecht zuzubilligen. Sie mag ein Recht haben, an Verfahren BETEILIGT zu werden, aber an den Unis, an denen ich tätig war, hatte sie kein Recht, mit zu entscheiden, und es ist zweifellos ein Fehler, wenn man als Prof meint, man müsse diese Repräsentantin des Personalamtes als für akademische Belange zuständig oder kompetent akzeptieren. Selbst dann, wenn es ihr von Verwaltungsseite zugesprochen wird, so besteht keine Verpflichtung für einen Professor, sich an einem Berufungsausschuss zu beteiligen, an dem auch eine Frauenbeauftragte teilnimmt; er kann sich einfach weigern, und wenn das alle Profs an einem Fachbereich machen, dann steht die Verwaltung vor einem ganz neuen Problem, für das es bislang m.W. keine Lösung gibt; immerhin besteht nach wie vor in Deutschland eine akademische SELBSTverwaltung! Man kann die Präsenz einer Frauenbeauftragten deshalb auch bis auf Weiteres ignorieren, auch, wenn man an einem Berufungsausschuss beteiligt ist, die Sache dann zum Justitiar gehen lassen, in die Fakultät etc. etc. Da geht viel Zeit ins Land …

              Warum sich anderer Leute Kopf zerbrechen? Wenn Profs nicht kooperieren, dann muss die Verwaltung eben sehen, wie sie darauf reagieren will, und dann wird man weiter sehen.

              Und es möge bitte niemand mit dem Argument kommen, das schade den Studierenden, denn für Studierende ist es besser, wenn eine Lehrposition unbesetzt bleibt, als wenn ihnen ein (weiteres?) Indoktrinationsangebot als LEHRangebot verkauft wird. Selbst dann, wenn das anders wäre, dann sehe ich nicht, warum sich das akademische Personal an Unis damit erpressen lassen sollte. Wäre es nicht vielmehr an den Studierenden, in diesem Fall selbst ihren Unmut zu äußern und zu den Mißständen Stellung zu nehmen?! Idealerweise würden dann zur Abwechslung einmal Dozenten und Studierende an einem Strang ziehen bzw. die Studierenden sich mit den Dozenten solidarisieren, um gegen die Ideologisierung des Studiums vorzugehen. Wenn sie das nicht wollen, ist das ihr Problem. Man kann aber kaum verlangen, dass Dozenten diesbezüglich die Klappe halten, nur weil es den Studierenden eventuell zu anstrengend ist, Widerstand zu zeigen; einer muss ja damit anfangen, ihn zu zeigen, und ist man im Leben nicht überhaupt schlecht beraten, wenn man meint, es müsse immer jemand anderes den Anfang mit Dingen machen?

              Wenn wir nicht ScienceFiles begonnen hätten, obwohl sich von den Kollegen sonst niemand offen über die Gender-Mißstände an Unis geäußert hat, dann wüssten wir heute nicht, wie viele unserer Kollegen dieselben Schwierigkeiten damit verbunden sehen wie wir, und es gäbe diesbezüglich keinen nach außen hin sichtbaren Unmut.

              Kurz: Für mich ist das Argument mit den Studierenden kein gutes Argument, wenn nicht ein Argument, das gar nicht als solches gemeint ist, sondern legitimieren soll, warum man selbst nichts tut – mämlich aufgrund der alleredelsten Motive, wo in Wahrheit nur der einfachste Weg gesucht wird, und der scheint für viele Leute der des Klappe-Haltens-und-Kopf-Nickens zu sein – womit sie sich mittel- und langfristig natürlich um so mehr in die Bredoullie bringen….

    • Auch so ähnlich in den USA: http://www.pnas.org/content/early/2015/04/08/1418878112

      National hiring experiments reveal 2:1 faculty preference for women on STEM tenure track. The underrepresentation of women in academic science is typically attributed, both in scientific literature and in the media, to sexist hiring. Here we report five hiring experiments in which faculty evaluated hypothetical female and male applicants, using systematically varied profiles disguising identical scholarship, for assistant professorships in biology, engineering, economics, and psychology. Contrary to prevailing assumptions, men and women faculty members from all four fields preferred female applicants 2:1 over identically qualified males with matching lifestyles (single, married, divorced), with the exception of male economists, who showed no gender preference. Comparing different lifestyles revealed that women preferred divorced mothers to married fathers and that men preferred mothers who took parental leaves to mothers who did not. Our findings, supported by real-world academic hiring data, suggest advantages for women launching academic science careers.

  5. Pingback: Wichtig! ScienceFiles: Systematische Diskriminierung von Männern - NICHT-Feminist

  6. qed sagt:

    Wir müssen dies natürlich sehen im Kontext zu dem, was Danisch ganz richtig schreibt:
    Die politische Säuberung der Hochschulen
    http://www.danisch.de/blog/2015/01/17/die-politische-sauberung-der-hochschulen/

    womit eigentlich alles erklärt und vor allen klar ist, daß sich nichts bessern, sondern vielmehr noch verschärfen wird. Längerfristig bedeutet dies die internationale Bedeutungs- Marginalisierung auch der naturwissenschaftlich- technischen Fächer- ich erinnere an die Genderverprofessurung, die verstärkt in diesen Fachbereichen stattfindet, nachdem die sog. ‚Geisteswissenschaften‘ schon erledigt sind- es geht um nichts weniger als die Ausrottung des Leistungsprinzips, wie es von den Theoretikern der Frankfurter Neomarxisten propagiert wurde und wir können sicher sein, nach dem juristischen Durchmarsch des Quotzenprinzips auch solche für Ethnien, Religionen, etc. zu bekommen.
    Dazu paßt auch grandios die Euro- Politik, die längst pure Planwirtschaft ist mit den zu erwartenden Folgen wie auch die des Energiewendewahns, dessen sich jetzt bereits abzeichnendes Scheitern nunmehr nur mit exorbitant teuren Notmaßnahmen verdeckt wird (in Leipzig zahlen sie richtig viel Geld, wenn ihnen einer den überschüssigen Windstrom abnimmt!) und sein ideologisches Ziel, die herbeiphantasierte ‚Klimarettung‘ längst völlig verfehlt hat- ironischerweise mußte nie soviel Kohle verfeuert werden wie 2013/14 und in F in CZ planen sie neue AKWs zur Grundlastversorgung der bundesdeutschen Vollpfosten…

    Wie immer in totalitären ideologischen Systemen ist es illusorisch, auf Besserung durch Einsicht der Machtbesitzer zu hoffen, wenn die Wirklichkeit wieder mal beweist, daß es alles falsch ist. Es gilt stets der erste Hauptsatz des Sozialismus, daß sich die Wirklichkeit gefälligst an die Ideologie anzupassen habe.

    So wird denn auch dieses deletäre System erst mit dem totalen Zusammenbruch enden wie jene der nationalen und internationalen Sozialisten. Man rauft sich die Haare ob der Dialektik: Der Vernunftbegabte muß den Zusammenbruch des Finanzsystems geradezu herbeisehnen, damit dieser Alp der Adornos, Marcuses, Mitscherlichs etc. aufhört. Und- was wirklich schmerzt- man muß es bereuen, Kinder gezeugt zu haben.

  7. Peter sagt:

    Vielen Dank für den Beitrag und den verweis auf die Arbeit von Mark Lutter und Martin Schröder!

    Die geschilderte Diskriminierung, die mir im nicht-universitären Bereich ebenfalls bekannt ist, macht nur „Sinn“, wenn Mann und Frau separat betrachtet werden: Innerhalb dieser beiden Gruppen erfolgt grundsätzlich schon eine Bestenauslese.

    Wenn meine Annahme stimmt, dass es historisch bedingt, immer „noch“ mehr Professoren als Professorinnen gibt, werden ihnen die Verantwortliche vorhalten, daß mit der aufgezeigten Diskriminierung lediglich dieses Unrecht beseitigt wird.

    Es sollte „nur“ aufgepaßt werden, daß bei 50:50 wirklich Schluß mit der Diskriminierung ist …😦

    • Wenn meine Annahme stimmt, dass es historisch bedingt, immer “noch” mehr Professoren als Professorinnen gibt, werden ihnen die Verantwortliche vorhalten, daß mit der aufgezeigten Diskriminierung lediglich dieses Unrecht beseitigt wird.

      Dann müsste man die angeblich Verantwortlichen darauf hinweisen, dass ihre individuelle Diskriminierung zur Beseitigung einer vermeintlichen Gruppendiskriminierung nichts anderes ist als schlichter Faschismus.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

      Da sitzen Sie einem Missverständnis auf:

      Es hat NICHTS, aber auch GAR NICHTS mit Diskriminierung zu tun, wenn gemäß irgendeines beliebigen und für Leistung irrelevanten Kriteriums wie Schuhgröße, Musigeschmack oder Geschlecht keine Gleichverteilung für alle Ausprägungen auf irgendeiner Ergebnisvariable erreicht ist.

      Wenn Sie das argumentieren wollten, müssten Sie

      1. erklären, dass Sie das Leistungsprinzip und ungleiche Verteilungen aufgrund ungleicher Leistungen zugunsten des Ergebnisgleichheitsprinzips ablehnen,

      2. Ihre Gründe hierfür angeben (und ich sage Ihnen schon jetzt: solche Gründe gibt es nicht), oder

      3. belegen, dass es Leute gibt, die tatsächlich trotz hoher Leistung aufgrund irgendeines leistungsirrelevanten Merkmals DISKRIMIERT wurden und sich nicht z.B. selbst aus der Konkurrenz genommen haben, z.B., weil sie nicht bereit waren, in ihre Karriere so viel zu investieren wie andere Leute, sondern z.B. Familiengründung bevorzugt haben, und

      4. erklären, warum an vergangener Diskriminierung – immer vorausgesetzt, Ihnen würde der Nachweis von Punkt 3 gelingen – etwas dadurch irgendwie „besser gemacht“ werden sollte, dass man neue Diskriminierung hinzufügt – und diese Leuten zumutet, die für die alte Diskriminierung gar nicht verantwortlich sind.

  8. Marduk sagt:

    Und trotzdem werden wieder die ganzen Frauen das Lied der fortwährenden Benachteiligung anstimmen. Obwohl die empirischen Ergebnisse nahelegen, dass von der Grundschule bis zur Professur Frauen stark bevorteilt werden, wird doch glatt das Gegenteil behauptet. Klar fühlen sich diese Frauen dann in der Wirtschaft mal diskriminiert – weil sie eben nicht mehr bevorteilt werden.
    Für die Wissenschaft und auch für Frauen hat dies nur negative Folgen. Die wirklich talentierten müssen sich rechtfertigen, eben keine Quotenfrau zu sein, sondern es wirklich mit fachlicher Leistung geschafft zu haben. Auch die Zusammenarbeit von Männern und Frauen in der Wissenchaft leidet. Wenn ich mit einer Frau gemeinsam an einem Projekt arbeite und publiziere, muss ich mir trotz guter Bedingungen der Zusammenarbeit (gleicher Workload, intellektuelle Augenhöhe) dies in Zukunft vielleicht überlegen. Denn wenn für Frauen solche Publikationen höher gewichtet werden als bei einem Mann bzw. diese weniger brauchen, verringere ich bei 50:50 workload meine eigenen Karrierechancen.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

      @Marduk

      „Und trotzdem werden wieder die ganzen Frauen das Lied der fortwährenden Benachteiligung anstimmen.“

      Naja, ich bitte darum, dass das nicht ALLEN Frauen unterstellt wird; ich z.B. finde mich hier nicht wieder, und unsere – leider vergleichsweise wenigen Kommentatorinnen auf diesem blog (und wir diskiminieren nicht nach Geschlecht des Kommentators!) – werden sich hier auch schwerlich wiederfinden.

      Aber klar, einige Frauen werden das tun; das ist ja klar: wo Gelegenheit zum Nutznießen und Trittbrettfahren geschaffen wird, wird sie auch genutzt! Das ist zwar nicht schön, aber normal und irgendwie verständlich. Das Problem ist ja nicht, dass es immer Leute gibt, die auf irgendwelche Tränendrüsen drücken, sondern dass es
      1. Leute gibt, die so blöd sind, darauf hereinzufallen, oder meinen, sie selbst können sich ein Pöstchen ergattern, wenn sie sich zum Fürsprecher der In-Tränen-Aufgelösten-Machen, und
      2. Leute gibt, die bei all dem zusehen, und sich an keinem Punkt fragen, wie sie dagegen vorgehen können, dass u.a. ihr Steuergeld auf diese Weise veruntreut wird.

  9. maddes8cht sagt:

    „Was es heute bedeutet, männlich zu sein, lässt sich am Beispiel einer typisch männlichen Bildungskarriere, wie sie unter dem Staatsfeminismus gegeben ist, wie folgt darstellen:“

    Sie „wisssen“ natürlich ebenso wie ich, dass die Jungen an ihrer Misere „selbst schuld“ sind, weil sie weniger interessiert (an Mädchenthemen …), weniger diszipliniert, Raufbolde, Sexisten schon ab Kindheit etc. sind.

    Daher lässt sich dazu jeweils auch kein Handlungsbedarf feststellen.

    Lassen sie mal ein paar Genderista sich ausführlich mit diesem Ergebnis befasen. Die werden uns schon erklären, warum die doofen Männer auch im Wissenschaftsbetrieb „selbst schuld“ an der Misere sind.

    Daher: kein Handlungsbedarf.
    Die weiter „Förderung“ von Frauen ist angesichts jahrhunderte, ach, jahrtausendelanger Unterdrückung durch die Männer abbsolut wichtig und notwendig. Ausgleichende Gerechtigkeit macht manchmal neue Ungerechtigkeiten notwendig.

    [sarkasmus off]

    • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

      Seltsam bleibt aber, dass selbst diese Eigen“logik“ widersprüchlich ist, denn wo bleiben z.B. und vor allem die Forderungen nach einer 50:50-Quote für Kinder aus Arbeiter- und anderen Haushalten???

      Wurde ich Arbeiterklasse nicht jahrhunde-, wenn nicht jahrtausendelang ausgebeutet von Leuten, die sich aus unbekannten Gründen zu etwas Besserem erklärten und daher Arbeit mit den Händen für unter ihrer Würde bewerteten???!!!

      Sooooo weit geht die Liebe zu den ausgebeuteten Minderheiten bei den weißen Arier- und Mittelschichtsfrauen, die sich so furchtbar benachteiligt fühlen, dann doch nicht: Sie kennen eigentlich nur sich selbst, was kein Wunder ist, wenn man so konzentriert ausschlielßlich auf seinen weißen Bauch und abwärts schaut.

  10. Pingback: Bewiesen: Männer werden an Universitäten systematisch diskrimininiert

  11. Philipp R. sagt:

    Vielen Dank erstmal für den aufschlussreichen Eintrag zu dem Thema.
    Ich habe den Beitrag mit einigen Bekannten geteilt und wurde dabei darauf aufmerksam gemacht, dass er ein Bild enthält, welches ja offenbar die hier angeprangerte Männerfeindlichkeit mit der Verfolgung der Juden im NS-Regime vergleicht.

    Ich denke mal wir sind uns einig, dass (wenn auch erhebliche) Diskriminierungen in der Berufung von Professoren nicht vergleichbar sind mit der gezielten Vernichtung von 6 Millionen Menschen.
    Dieser Vergleich ist also in hohem Maße geschmacklos!

    • Nein, wir sind uns nicht einig, denn – wie heißt es doch: Wehret den Anfängen und die Aggression, mit der Juden im Dritten Reich wegen des Merkmals „Jude“ gleichgeschaltet und im öffentlichen Leben diskriminiert wurden, ist in keiner Weise von der Aggressivität zu unterscheiden, mit der heute Männer aufgrund ihrer Gleichschaltung über das Geschlecht gleichgeschaltet und im öffentlichen Leben diskriminiert werden. Wenn Sie ein Möglichkeit der Unterscheidung finden, dann teilen Sie uns das mit. Im übrigen hat der Holocaust eine Geschichte, einen Vorlauf, denn die Konzentrationslager sind nicht einfach vom Himmel gefallen und mit Juden gefüllt wurden. Es gibt einen Prozess und ein gesellschaftliches Klima, das den Holocaust begünstigt hat, die Banalität des Bösen, wie es Hannah Arendt genannt hat, und wir machen darauf aufmerksam, dass die selbe Banalität des Bösen, die im Dritten Reich zu beobachten war, heute beobachtet werden kann.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

      @Philipp R.

      ach, seien Sie doch nicht so naiv!

      Ist Ihnen jemals der Gedanke gekommen, dass am Beginn der Etablierung des NS-Regimes alle möglichen Leute genau so pikiert waren wie Sie, wenn jemand die Auswüchse prognostiziert hat (und ich bin sicher, dass es diese Leute gab)? Und können Sie sich vorstellen, dass diese Leute aufgrund ihrer Verharmlosung dessen, was sich da anbahnt, in nennenswertem Ausmaß mitschuldig gemacht haben an dem, was dann kam? Haben Sie Arendt gelesen, und falls ja, was halten Sie von der Banalität des Bösen?

      Anscheinend schätzen Sie den derzeitigen Gefahrengrad des sich anbahnenden Totalitarismus geringer an als wir. Aber wir und unsere Leser mehr davon gehabt, wenn Sie statt nur hilflos unsere Einschätzung als „geschmacklos“ zu beschimpfen, Ihre Einschätzung begründet hätten, uns also erklärt hätten, warum Sie meinen, dass der Vergleich für Sie und derzeit nicht angemessen erscheint.

  12. Jürg Rückert sagt:

    Die Geschlechter sind schon in ihrer Entwicklung nicht gleich. Zum Einschulungszeitpunkt sind die Mädchen meist weiter: Sie malen schöner, sie sind sprachlich etwas kompetenter.
    Das verwächst sich aber.
    Jungs haben weniger bzw. anderen Ehrgeiz. Ich habe 2 Töchter und 2 Söhne. Es war für meine Frau geradezu abenteuerlich, die Söhne zum Schulabschluss zu treiben. Der mit dem schlechten Abi studierte Informatik mit erfolgreichem Abschluss. Erst nach Arbeit als Postausträger wachte er auf. In seiner bayrischen Fakultät gab es übrigens keine einzige Professorin – kein Fall von Diskriminierung!

  13. „Diese Ergebnisse sind schockierend und ein eindeutiger Beleg dafür, dass an deutschen Universitäten das Prinzip der Meritokratie nicht mehr gilt.“

    Na ja, so schockierend sind sie nicht.

    Hätte mann den Artikel in EMMA 1986/2 gelesen und verstanden, in dem der Satz steht: „Wenn wir wirklich wollen, dass es unsere Töchter einmal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen.“, Maria-Magdalena Rousseau , „Traumtöchter“, Seite 56, so hätte mann diese Entwicklung rechtzeitig erkannt und möglicherweise rechtzeitig abgewehrt.

    In diesem EMMA-Artikel beschrieb eine feministische Mutter ihre Brutalität ihrem Sohn gegenüber. Obwohl dieser sichtbar daran zerbricht: „die verschiedensten hinreichend bekannten Entwicklungsstörungen für verunsicherte Kinder, wie Bettnässen, nervöse Ekzeme, Ticks, Sich-total-Zurückziehen“, macht sie weiter mit ihrem Terror und lässt sich von Alice Schwarzer durch die Veröffentlichung ihres Artikels feiern.

    Es ist das Duckmäusertum einer ganzen Generation von Soziologen, Geisteswissenschaftlern oder sonstige Personen, die mit dem damaligen Radikalfeminismus in direktem Kontakt kamen zu verdanken, wenn diese Irr.I.nnen eine schlagkräftige, politische Organisation aufbauen konnten, die in der Lage ist, die gesamte Gesellschaft zu strangulieren und auf Misandrie aufgebaut ist.

    Wären diese Professionen so schockiert über die in der EMMA beschriebenen Misshandlung des Jungen gewesen und hätten alle Hebel in Bewegung gesetzt um dieser feministisch geblendeten Mutter das Handwerk zu legen, hätten wir heute keine solch schockierende Zustände im universitären Betrieb.

    Es ist nun mal die Feigheit und Trägheit des „Intellektuellen“, das Julien Benda so treffend in sein Pamphlet „Der Verrat der Intellektuellen“ charakterisiert hatte (http://www.zeit.de/1976/23/ein-neuer-verrat-der-intellektuellen/komplettansicht), die diese Menschen so indifferent gegen das Leiden des Jungen haben werden lassen.

    Laut Agata Capiello ist „Die Emanzipation ist erst dann vollendet, wenn auch einmal eine total unfähige Frau in eine verantwortliche Position aufgerückt ist.“ http://www.autonomes-frauenlesbenreferat-bochum.de/warum/

    Es wird Zeit, dass mann den Feminist.I.nnen endlich zuruft:
    „Nun habt Ihr Eure blöden Profesorinnen, also ist die Emannzipation beendet, ab sofort wollen wir nur noch Leistung sehen!“

    • Wenn man also diese Text aus der Emma gelesen hätte, dann hätte man gewusst, dass Männer an Universitäten tatsächlich benachteiligt sind. Das ist (1) ein Schluss, der hellseherische Fähigkeiten velangt, von denen ich nicht weiß, wo sie herkommen sollen und (2) viel zu viel Ehre für „Emma“: ich bezweifle, dass ein Artikel in Emma so viel Verbindung zur Realtität hat, wie hier behauptet und noch mehr zweifle ich daran, dass die Realität sich nach einem Artikel in „Emma“ richtet. Schließlich (3) ist die Krux von Wissen über die Realität, dass man Daten über die Realität gesammelt hat, die belegen, was man behauptet. Ein Artikel in Emma scheint mir als Datenbasis nicht ausreichend.

      • „Wenn man also diese Text aus der Emma gelesen hätte, dann hätte man gewusst, dass Männer an Universitäten tatsächlich benachteiligt sind.“ Eine interessante Interpretation meines Textes😉.

        „die Krux von Wissen über die Realität, dass man Daten über die Realität gesammelt hat, die belegen, was man behauptet“
        Tja, Daten sammeln, geht sicherlich im Rahmen einer Doktorarbeit. Dafür geben aber Feminist.I.nnen kein Geld aus oder würden solche Untersuchungen präventiv stoppen. Darüber hinaus würde so etwas – also belastbare Daten – den Kommentarspeicher hier im Blog sprengen.

        Die Alternative wäre, dass das Ministerium für alle ausser Männer eine Studie finanziert, die „belegen“ soll, dass meine Aussage nicht stimmt. Darin sind die sehr versiert. Da man Feminist.I.nenn nicht mehr glaubt, wäre dann meine Aussage bestätigt😉.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

      Doch, das ist schockierend, denn die Lektüre und Zur-Kenntnisnahme irgendwelcher Extremisten ist durchaus nicht dasselbe wie die Feststellung des Faktes, dass dieser Extremismus tatsächlich praktiziert wird – und dass dies möglich war, ohne dass erheblicher Widerstand von den negativ Betroffenen geleistet wurde!

      Und noch zu Begriff und Konzept der Emanzipation: Emanzipation bedeutet Selbstverantwortlichkeit, d.h. das Sich-Herauslösen-Aus-Ungewollten-Abhängigkeiten. Daher ist Emanzipation schon vom Grundsatz her unvereinbar mit Zwangs-Besserstellung. Ob der angeblich existierende Patriarch dem Frauchen sagt, wo’s lang geht, oder der Staat, ist völlig irrelevant: in jedem Fall ist eine Frau, der vom einen oder anderen „geholfen“ wird, alles andere als emanzipert, sondern vollkommen abhängig davon, dass ihr eine Krume hingeworfen wird, die sie dann freudig schluckt.

      Das ist eine Parodie auf Emanzipation – da hilft auch keine Wortakrobatik wie die von – zumindest zeitweise – geistig verwirrten Leuten wie Agata Capiello, mit denen die Freude am Sprechen und Schreiben häufiger schlicht durchgeht. Sie disqualifizieren sich dadurch selbst und können von Leuten, denen Emanzipation von Menschen, gleich welcher sonstigen Merkmale, am Herzen liegt, nicht ernst genommen werden.

  14. Pingback: freistaatpreussenblog

  15. Holistic Economy sagt:

    Man sagt oft, dass Frauen Multitasking-fähig sind. Aber meine Lebenserfahrung ist, dass Männer wirtschaftliche, effizientere und tiefgründigere Entscheidungen treffen. Ich halte die natürliche Frau, tendenziell, für ungeeignet allein strategisch langfristige Entscheidungen zu treffen. Das ist sexistisch, ja ! Aber auf keinen Fall beleidigend. Der Mann ist auch für gewisse Bereiche des Lebens tendenziell ungeeigneter. Hier darf jetzt in zarte Hände geklatscht werden. Es ist absurd, wie wir in unserer Epoche die Naturgesetze missachten. Das ganze sozialromantikgetue ist wie Bonbons fressen, statt Zähneputzen. Man sollte sich bei volkswirtschaftlicher Zielführung nicht durch Kindergartenemotionen ins Lenkrad greifen lassen. Frauenquote und zuviel Toleranz gegenüber ausbremsende Faktoren für wirtschaftliche Effizienz gefährden die Maslowsche Befriedigung volkswirtschaftlicher Anforderungen. Weder Frauen, noch Männer, noch irgendwer hat das Recht dauerhaft gepuscht und gesponsort zu werden.

    • Ich halte Verallgemeinerungen und Klammern wie „Männer“ und „Frauen“ für, gelinde gesagt, Blödsinn und was „die natürliche Frau“ sein soll, dass müssen Sie mir erklären. Davon abgesehen gibt es nunmehr einen Berg von Belegen dafür, dass die Variationen innerhalb der Gruppen von Männern und Frauen um ein Vielfaches größer sind als die Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

      Okay – bin ich dann keine „natürliche“ Frau, oder sprechen Sie mir die Fähigkeit ab, „allein strategisch langfristige Entscheidungen zu treffen“?

      Oder falle ich bei Ihnen unter eine andere „Tendenz“?

      Für mich persönlich ist das, was Sie da formuliert haben, durchaus beleidigend! Das ist es eben: Über Kollektive lässt sich aus allen möglichen Perspektiven so leicht dahinschwafeln, aber in der Realität hat man es immer mit einzelnen Menschen zu tun, und man sollte doch versuchen, ihnen gerecht zu werden, oder!?!

  16. Pingback: I had a dream | ScienceFiles; Kritische Wissenschaft - Critical Science

  17. Peter Rosenstein sagt:

    Wehret den Anfängen…
    Der altbekannte Satz hat mich an meine Studienzeit in H. erinnert. Damals bereits war das System der Meritokratie nicht mehr als eine Chimäre. Folgendes Beispiel stammt aus den frühen Neunziger Jahren, damals ging es um die Besetzung einer C3-Stelle Didaktik des Englischen. Als Studentenvertreter saß ich in der Berufungskommission und hatte als Magisterstudent so viel Ahnung von Didaktik wie die Kuh vom Trommeln. Wie auch immer, interessant waren die Besetzungskriterien: Einen ganz hohen Stellenwert sollte die Habil-Arbeit haben (von den Anwesenden war übrigens niemand habilitiert), dann folgten eine Reihe formaler Kriterien, bei denen weder Forschungsgebiete noch Publikationen eine Rolle spielten, sondern, Sie werden es erahnen, Geschlecht und Herkunft. Es war der Berufskommission nämlich eine Ehre, eine Frau aus der ehemaligen DDR auf den ersten Platz der Dreier-Liste zu setzen. Frau (!!) und DDR (!!!), eine unschlagbare Mischung, die der Didaktik des Englischen wahrscheinlich zu ungeahnten Höhenflügen verholfen hat.

    P.S: Besagte Person war nach übereinstimmenden Aussagen der Studenten/-innen weder kompetent noch fair. Männer, die auf der Sechser-Liste standen, eine riesige Publikationsliste boten und sich mit Zukunftsthemen wie KI in der Didaktik beschäftigten, hatten übrigens keine Chance: Falsches Geschlecht und der Kerl kam auch noch aus Wuppertal…

  18. Pingback: Zweierlei Maß im Verharmlosungs- oder Hämejounalismus | ScienceFiles; Kritische Wissenschaft - Critical Science

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