ScienceFiles-Aphorismen (für Sammler): Warum der Mainstream langweilig ist

Heute sind wir über ein Zitat von Bertrand Russell gestolpert, das, wie so vieles, was Bertrand Russell in der ihm eigenen Art und Weise, die nicht nur Karl Raimund Popper bewundert hat, sagt, pointiert, punktgenau und: zitier- wie anschlussfähig ist.

Wir wollen es unseren Lesern nicht vorenthalten.

Betrand Russell“Ich wiederhole, in Lockes Theorie der Regierung findet sich wenig Originelles. Hierin gleicht Locke der Mehrzahl der Menschen, die wegen ihrer Ideen berühmt geworden sind. In der Regel ist derjenige, der als erster eine Idee hat, seiner Zeit so weit voraus, dass jeder ihn für töricht hält, so dass er unbekannt bleibt und bald vergessen ist. Dann wird die Welt langsam reif für die Idee, und derjenige, der sie im günstigen Augenblick verkündet, erntet die volle Anerkennung” (Russell, 1999: 633).

Niemand schafft es wie Russell, in wenigen Sätzen einen Philosophen wie John Locke einzuordnen, als wenig originell zu beschreiben und gleichzeitig eine Erklärung dafür zu liefern, warum der Mainstream immer langweilig sein muss.

Unsere Hochachtung, Herr Russell.

Russell, Bertrand (1999). Philosophie des Abendlandes. Ihr Zusammenhang mit der politischen und der sozialen Entwicklung. München: Europa Verlag.

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