Akademisches Hartz-IV

Die ScienceFiles-Frühstücksgespräche sind eine schier unerschöpfliche Quelle für gute Ideen.

ScienceFiles_BreakfastclubDieses Mal hat wieder Dr. habil. Heike Diefenbach eine geniale Idee entwickelt, die wir sofort umgesetzt und in Post-Form gebracht haben. Die Idee ist wohl auch der ethnologischen Ausbildung von Heike Diefenbach geschuldet, denn Ethnologen lernten früher einmal, einen verfremdeten Blick auf die eigene Gesellschaft zu richten. Das war früher, bevor sich auch Ethnologen zum, wie man in Britannien sagt: “Mouthpiece” der politischen Korrektheit und des langweiligsten aller Mainstreams gemacht haben und seither in Piktogrammen Rassismus sehen wollen.

Wenn man dagegen einen etwas verfremdeten Blick auf die eigene Gesellschaft richtet, dann erkennt man plötzlich Zusammenhänge, die man zuvor mangels Aufmerksamkeit oder aufgrund kultureller Vorgaben, gar nicht erkannt hat.

Zum Beispiel, dass Genderlehrstühle, Gender Studies und andere Fächer, die an Universitäten wie Pilze aus dem Boden schießen, Lehrstühle für Grammatik oder Linguistik des Englischen zur Zeit Georges des III. oder für Sprachkritik, nichts anderes sind als Hartz-IV für Akademiker.

Warum?

Nähern wir uns von der Nachfrageseite.

Das ist schnell erledigt, denn es gibt keine Nachfrage.

Würden die entsprechenden Fächer an einem freien Markt angeboten, es wäre schnell mit ihnen am Ende, denn es gibt schlicht keine Nachfrage nach z.B. Gender Studies, und zwar deshalb nicht, weil Gender Studierte nichts Produktives anbieten, was das Wachstum steigern oder auch nur den Komfort und die Bequemlichkeit potentieller Nachfrager erhöhen würde. Die Nachfrage nach der Arbeitskraft von Gender Studierten ist auf dem freien Arbeitsmarkt gleich null.

Gleiches gilt für Hartz-IV-Bezieher: Die Nachfrage nach ihrer Arbeitskraft ist gering oder nicht existent.

Entsprechend werden Hartz-IV-Bezieher in Weiterbildungs- und sonstige zeitfüllende Maßnahmen verschoben, die dem Anschein dienen, dass ihre Absolvierung und das Zertifikat am Ende die Arbeitsmarktchancen des Zertifikat-Besitzers in irgendeiner Weise erhöhen würden. Kurz: Staatliche Stellen schaffen eine künstliche (zeitlich begrenzte) Nachfrage nach Hartz-IV-Arbeitskraft durch Weiterbildung oder auch ABM-Maßnahmen.

Matthäus_Schiestl_Die_Almosen_des_ArmenDasselbe ist für Gender Studierte oder Absolventen anderer unproduktiver Fächer der Fall. Staatliche Stellen schaffen die Nachfrage für die Gender Studierten, die ohne staatliche Alimentierung nicht vorhanden wäre. Aus Steuergeldern werden Gender-Netzwerke finanziert, Gender-Lehrstühle geschaffen, gesetzliche Regelungen sorgen dafür, dass ein künstlicher Arbeitsmarkt für Gender Studierte entsteht. Gender Studierte benötigt zwar nach wie vor niemand, aber dadurch, dass es obligatorisch gemacht wurde, eine Frauenbeauftragte oder sonstige überflüssige Verwaltungsstellen in öffentlichen Institutionen und in Unternehmen zu schaffen, ist die künstliche Nachfrage nach Gender Studierten geschaffen.

Wichtig ist: Diese künstliche Nachfrage ist komplett von staatlichen Stellen und mit Mitteln der Steuerzahler geschaffen. Genau wie dies für Hartz-IV der Fall ist. Das Einkommen von Hartz-IVlern und die Einkommen von Gender Studierten hängen zu 100% von staatlichen Zuwendungen ab. Die Beschäftigung der Hartz-IVler, die sich nicht aus eigener Kraft weiterqualifizieren, sondern auf die Brotkrumen der Job-Center vertrauen, ebenso wie die Beschäftigung von Gender Studierten hängt zu 100% von staatlichen Stellen und Regulierungen ab, denn – um es noch einmal zu wiederholen – auf dem Arbeitsmarkt gibt es keine Nachfrage nach der Arbeitskraft von Gender Studierten, und es gibt keine Nachfrage nach dem, was Hartz-IVler anbieten können oder wollen.

Gender Studierte und andere Inhaber sinnloser Hochschulabschlüsse sind somit nichts Anderes als akademische Hartz-IVler: Der Arbeitsmarkt braucht das, was sie anzubieten haben, nicht.

Das erklärt, warum z.B. Gender Studierte dem Kapitalismus so feindlich gegenüberstehen, denn würden sie nicht von staatlichen Stellen alimentiert, sie wären arbeitslos. Auf dem freien Arbeitsmarkt können sie nicht bestehen, und der freie Arbeitsmarkt ist der Kern, um den herum sich Kapitalismus entwickelt hat.

Entsprechend ist auch klar, warum u.a. Genderisten so intensiv am Bauen von Netzwerken sind und so große Anhänger des Sozialismus, denn sie brauchen einerseits Nutznießernetzwerke, um sich ein Einkommen zu sichern, andererseits einen Planposten “Genderismus”, der sich in einer Vielzahl von Maßnahmen zur Durchsetzung von z.B. Gender Mainstreaming niederschlägt, mit denen wiederum Genderisten, die niemand braucht, in Positionen gelangen, auf denen sie dann von Steuerzahlern finanziert werden und – sofern sie etwas tun, Dinge tun, die niemanden interessieren, eben weil sie niemand braucht.

Die komplette Welt der Genderisten ist eine Welt der Illusion, sie ist eine staatliche Illusion, die auf Gesetzen basiert, die Stellen obligatorisch machen, die niemand braucht, um eine künstliche Nachfrage für Absolventen zu schaffen, deren Arbeitskraft auf einem freien Markt niemand nachfragen würde. Es ist diese Welt der Illusion, die Gender Studierte denken lässt, sie seien irgend etwas anderes als Almosenempfänger und in irgendeinem Punkt von Hartz-IV-Empfängern verschieden.

Aber es gibt doch einen Unterschied zwischen Hartz-IV und akademischem Hartz-IV. Ersteres ist weitgehend für die Unterschicht geschaffen worden, für diejenigen, die in Ausbildungsberufe verschoben wurden, die heute niemand mehr braucht oder die keinerlei Ausbildung vorzuweisen haben. Akademisches Hartz-IV wurde für die mittlere und die untere Mittelschicht geschaffen, diejenigen, die, obwohl sie sich weder im Hinblick auf die Inadäquatheit ihrer Ausbildung noch im Hinblick auf die Tatsache, dass ihre Arbeitskraft eben nicht gebraucht wird, von Hartz-IVlern unterscheiden, die Illusion brauchen, sie seien etwas Besseres als Almosenempfänger oder Bezieher sozialer Leistungen.

©ScienceFiles, 2015

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