Prof. Ulrich Kutschera: Genderismus ist der Kreationismus Europas

Dem wie üblich gut unterrichteten Arne Hoffmann sei Dank für einen Link auf einen bemerkenswerten Beitrag, einen Beitrag eines deutschen Professors, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt!

Doch vorweg ein Einstieg mit Michael Schermer aus seinem Buch „Why People Believe Weird Things“.

Darin schreibt er:

Michael Schermer„It would be difficult to find a supposedly scientific belief system more extraordinary than creationism. whose claims deny not only evolutionary biology but most of cosmology, physics, paleontology, archaeology, historical geology, zoology, botany, and biogeography, not to mention much of early human history“ (Schermer, 1997: 131)

Schermer hat seine Rechnung 1997 als sein Buch erschienen ist, offensichtlich ohne den Genderismus gemacht, handelt es sich doch beim Genderismus um ein angeblich wissenschaftliches Überzeugungssystem, das all die Kriterien teilt, die Schermer beim Kreationismus vorfindet, also bei denjenigen, die denken, die moderne Zeitrechnung beginne mit der Vertreibung aus dem Paradies und seit Noah in der Türkei gestrandet ist, gebe es die moderne Menschheit. Kurz. Alles, was Darwin und die modernen Wissenschaften, die Schermer aufzählt, an Erkenntnissen erreicht haben, es sei alles Quatsch und sowieso unnötig, denn die Wahrheit steht bereits in der Bibel.

Die Wahrheit steht für Genderisten zwar nicht in der Bibel, sondern im Gender-Mainstreaming-Manual, aber ansonsten teilen sie alle Eigenschaften mit Kreationisten, die bereits benannt wurden: Sie haben einen mystischen Glauben an das soziale Geschlecht etabliert, der sich vor allem auf einer erfundenen Opfererzählung gründet, die weibliche Menschen als männlichen Menschen in jeder Hinsicht ausgeliefert behauptet und die meisten Ergebnisse der Wissenschaft als Ausdruck der patriarchalischen Herrschaft des weißen Mannes ansieht.

Diese Ähnlichkeiten mit dem Kreationismus, die Genderismus aufweist, sie waren Gegenstand eines Treffens der American Association for the Advancement of Science“, an dem auch Ulrich Kutschera, Professor für Pflanzenphysiologie und Evolutionsbiologie an der Universität Kassel, teilgenommen hat. Von dort hat er einen Bericht mitgebracht, den wir in Teilen wiedergeben. Wer am gesamten Bericht interessiert ist, er ist hier zu finden.

U.Kutschera„In der nur informell geführten Diskussion zum „Genderismus in Europa“ wurde klar, dass diese fundamentalistische Anti-Darwin-Ideologie dieselben Wurzeln hat wie der wörtlich verstandene biblische Schöpfungsglaube (Kreationismus). Genderisten glauben, dass das „soziale Geschlecht“ des Menschen, d. h. die Maskulinität und Femininität (Mann- bzw. Frau-Sein) unabhängig vom biologischen Geschlecht (XY- bzw. XX-Chromosomensatz, Testosteron- bzw. Östrogen-Pegel usw.) zum Ausdruck kommt, und als „gesellschaftliches Konstrukt“ interpretiert werden kann. […] Die Diskussion in San Jose, CA, führte zum folgenden Konsens: Evolutionsbiologen sollten den Genderismus, eine universitäre Pseudowissenschaft, die den deutschen Steuerzahler jährlich viele Millionen Euro kostet, mit demselben Ernst analysieren und sachlich widerlegen, wie den damit geistesverwandten Kreationismus.“

Es war Zeit, dass sich auch in den Reihen institutionalisierter Wissenschaftler Widerstand gegen die Pseudo-Wissenschaft des Genderismus, wie Ulrich Kutschera sie nennt, regt. Wir freuen uns schon jetzt auf die Arbeten, die den Gender-Kreationismus analysieren und sachlich widerlegen und werden unsere Leser darüber auf dem Laufenden halten.

Bis dahin bleibt es bei einer Feststellung, die wir bereits vor einiger Zeit getroffen haben. Der Genderismus hat heftigen Gegenwind, was nicht verwunderlich ist, denn der Versuch, gegen die Vernunft anzuleben, muss über kurz oder lang an der Wirklichkeit scheitern. Umso wichtiger ist es zu verhindern, dass die Kosten des Genderismus weiterhin sozialisiert werden, was uns dazu bringt, auf unsere Petition hinzuweisen, die sich gegen jegliche Finanzierung von Genderismus wendet.

Nachtrag:

Der Text von Ulrich Kutschera ist zwischenzeitlich aus dem Cache von Google entfernt worden.

Er findet sich auf der Seite von Ulrich Kutschera, also hier.

Über Michael Klein
... concerned with and about science

59 Responses to Prof. Ulrich Kutschera: Genderismus ist der Kreationismus Europas

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  2. Dirk Wunderlich sagt:

    Herrn Kutschera kann ich nur ebenso einen Blick in andere Wissenschaftsdisziplinen empfehlen. So könnte er z. B. von den Informatikern lernen, daß Information nur durch Wille (Absicht) entsteht und grundsätzlich einen geistigen Urheber (oder Sender) benötigt. Dies sind Axiome der Informatik analog den sieben Kennzeichen des Lebens, die Herrn Kutschera vermutlich besser vertraut sind.
    Aus der Sicht eines Informatikers stellt sich Herrn Kutscheras »XY- bzw. XX-Chromosomensatz« als biologisch dargestellte Information dar, die eine Informationsdichte enthält, die von dem heute technisch Möglichen noch immer 10er Potenzen weit entfernt ist. Jedenfalls wird aus den Axiomen der Informatik klar, daß es für das Vorhandensein der Gene eines Schöpfers bedurfte, und diese niemals – auch nicht nach noch so langen Zeitabständen – durch eine unvorstellbar große Zahl an unmöglichen Zufällen »von alleine« entstanden sind.
    Ulrich Kutschera, Evolutions-Tschekist und ehemaliger Vizepräsident des Biologenverbands, ist letzendlich ein genauso von Ideologie (Evolutionstheorie) Getriebener wie die hier besprochenen Genderisten. Seine angeblich »wissenschaftlichen Tatsachen« für das »Faktum« Evolution sind in Wirklichkeit nur ein Gemengenlage von echten Tatsachen plus falsche Deutungen plus Hypothesen.

    • Philocodex sagt:

      Also, Evolutions-Tschekist geht ja wohl gar nicht! Und die Evolutionstheorie ist eine gut bewiesene Theorie, und sonst gar nichts. Ob die Anwendung der Darwinschen Lehre von Richard Dawkins und anderen Missionaren ideologisch ist, steht auf einem anderen Blatt.
      Ich denke, Herr Kutschera sollte sich auf echte Probleme konzentrieren. Der Kreationismus-Professor in München ist eher ein Nebenproblem.

      • Dirk Wunderlich sagt:

        Von Sherlock Holmes hören wir folgendes Hilfreiches:

        > »Wie oft habe ich Ihnen schon erklärt, daß Sie lediglich all das, was
        > unmöglich ist, auszuschließen brauchen, und was dann übrigbleibt, mag
        > es auch noch so unwahrscheinlich sein, muß die Lösung sein.«
        > Arthur Conan Doyle, Das Zeichen der Vier

        Wendet man die »deduktive Methode« Holmes‘ auf die Evolutionstheorie an, wird alles ganz einfach: Die Axiome der Informatik »schließen« von vornherein »aus«, daß Evolution jemals stattgefunden hat, da diese niemals auf Grund eines rein materiellen Prozesses entstanden sein können. Oder anders herum: Die Axiome der Informatik setzen für alle Lebewesen voraus, daß bereits am Anfang die komplette Information in den Lebewesen gewesen sein muß. Denn Gene bestehen eben nicht nur aus sichtbarer Materie (DNS-Moleküle), sondern auch aus unsichtbarer Information, die erst in ihren Auswirkungen sichtbar wird. Man darf nicht vergessen, daß Information an sich eine geistige Größe ist und somit völlig unabhängig von der Materie in Bezug auf ihren Informationsinhalt. Sie ist lediglich in der Art und Weise wie sie dargestellt wird, in einem gewissen Sinne »abhängig« von der Materie. Anders ausgedrückt: Der »geistige Urheber« der Information bestimmt nicht nur den rein geistigen (und somit zunächst unsichtbaren) Inhalt, sondern auch das (erst durch Materie sichtbare) Wesen der Information; niemals aber bestimmen Art und Zusammensetzung der Materie die Information.

        Bis zu drei Milliarden DNA-Basenpaare (entspricht 12.000 Taschenbüchern à 160 Seiten) in einem Zellkern können ebenso unmöglich (in noch so langen Zeiträumen) »irgendwie« entstehen, so wie aus Zentilliarden Sprengungen einer Bibliothek dennoch niemals ein Buch »entstehen« kann. Punkt!

        • Roland sagt:

          Sherlock Holmes ist auch derjenige der nicht weiß ob sich die Sonne um die Erde dreht oder umgekehrt. Soll heißen. Warum sich mit Dingen auseinandersetzen, die man nicht braucht. Ich glaube der Evolutionsbiologe kennt die Axiome der Informatik nicht. machen sie sich nichts draus. Die Axiome oder besser Dogmen der Religion kennt er genauso wenig wie der Kreationist die Evolutionstheorie kennt.
          Philocodex hat meiner Ansicht nach recht. Ein ernsthafter Wissenschaftler kann sinnvolleres leisten als sich auf diese zänkischen Nebenschauplätze zu begeben.

          eine Sache interessiert mich aber: Was bitteschön ist eine große Zahl unmöglicher Zufälle? etwa eine gewollte Absicht eines geistigen Urhebers? Ihr Solipsismus ist beneidenswert. Schade dass sie Evolutionstheorie nicht brauchen, sonst hätten sie es irgendwann einmal mit der Zuchtforschung in Verbindung gesetzt so wie Darwin es einst tat. Sie müssen wissen: Die Evolutionstheorie ist älter als die Genetik und der damit oft verbundenen Rede von der DNA als Bauplan des Lebens. Ferner kann man die natürliche Selektion seit der Steinzeit künstlich nachproduzieren. Man kann die Materie, wenn sie denn Lebewesen nur so begreifen können, seit je her instrumentalisieren. es hat nur Ewigkeiten gedauert bis endlich mal jemand auf die Idee gekommen ist, dass Zuchtauswahl auch ein natürlicher (mechanischer, materieller) Prozess sein kann. Außer man behauptet die anthropologische Geschichte des Menschen sei auch nur falsche Interpretation von Tatsachen. Übrigens sind bereits Tatsachen allesamt getränkt von Information. Wie sollte man sonst eine Tatsache von einer anderen unterscheiden? Oder denken sie, als ein geistiger Urheber habe man einen informationslosen Ruheraum?

        • Alex sagt:

          Ah ja, das ist wohl die „Theorie“ von der „Kybernetischen Evolution“, die wie „Intelligent Design“ nur der Wiederaufguss des altbekannten Kreationismus ist.

          Im übrigen ist jede wissenschaftliche Methode immer induktiv, niemals deduktiv (mag Holmes auch ein genialer Dedektiv gewesen sein).

        • ALLES muss „irgendwie entstehen“ oder entstanden sein. Nur: bei einigen der entstandenen Dinge können wir erklären, wie sie entstanden sind, bei anderen (noch) nicht. So what?!

        • @Dirk Wunderlich

          Und warum, glauben Sie, ist Arthur C. Doyle als Schreiber durchaus spannender Romane, aber nicht als Wissenschaftstheoretiker, bekannt?🙂

          Ist das Ihrer Meinung nach nur so eine Art historischer Zufall?

        • Matthias sagt:

          @ Dirk Wunderlich

          „Bis zu drei Milliarden DNA-Basenpaare (entspricht 12.000 Taschenbüchern à 160 Seiten) in einem Zellkern können ebenso unmöglich (in noch so langen Zeiträumen) »irgendwie« entstehen, so wie aus Zentilliarden Sprengungen einer Bibliothek dennoch niemals ein Buch »entstehen« kann. Punkt!“

          Vorsicht! Sprengungen einer Bibliothek würden nur Chaos & Konfetti anrichten. Das tun Mutation und Selektion nicht. Die typische Mutation richtet zwar Schaden an oder nützt zumindest nichts, im Ausnahmefall aber bringt sie Nutzen, und wird dann durch Selektionsdruck gefördert. Richtet sie Schaden an, wird sie durch Selektionsdruck ausselektiert. Beides geht über in der Tat unglaubliche Zeiträume und unzählige Generationen.

          „Gesprengt“ wird da nichts, es gibt halt Mutationsraten, die im Verhältnis zum gesamten Genom gering sind und mit einer Ladung Sprengstoff in einer Bibliothek nichts zu tun haben. Und es gibt in Falle vieler Lebewesen die Neukombination von DNA, sei es durch die Sexualität der Eukaryonten oder durch Prozesse wie z.B. Konjugation, Transformation, Transduktion oder Transposition bei Prokaryonten. (Wobei es zumindest die Transduktion und Transposition bei Eukaryonten auch gibt.) Aber auch ohne genetische Neukombinationen findet bei asexueller Fortpflanzung Evolution statt: Durch Mutationen unterscheiden sich die Nachkommen eines sich asexuell vermehrenden Organismus, und diejenigen mit brauchbaren Mutationen erfahren einen Selektionsvorteil. Die anderen pflanzen sich weniger oder gar nicht fort, weil sienicht lebenstauglich genug sind.

          Die Fülle an wissenschaftlichen Beweisen dafür, dass der „Darwinismus“ keine Ideologie, sondern eine zutreffende wissenschaftliche Theorie ist, die ist geradezu erdrückend. Man kann die Evolution ruhig als Tatsache anerkennen.

          Man hat evolutive Vorgänge leicht nachweisen können anhand von Lebewesen mit kurzer Generationszeit: Guppys, Fruchtfliegen, Mikroorganismen usw. Aber auch bei anderen Lebewesen passt alles zusammen, da ist der „Darwinismus“ die plausibelste Erklärung für das, was wir auf dieser Welt vorfinden können.

          Das ist wirklich kein Gelaber wie die Genderei. Oder wie der Kreationismus.

    • Macht das die Aussage von Ulrich Kutschera falsch. Anders formuliert, sind Sie der Meinung, dass Genderismus nicht dieselbe Basis wie Kreationismus hat?

      • Philocodex sagt:

        Absolut nicht. Genderismus und Kreationismus entstammen beide einer unaufgeklärt religiösen Sichtweise.
        Gut, daß Kutschera die Bedeutung des Genderismus erkannt und so drastisch beschrieben hat. Leider scheint er damit alleine zu stehen. Sein engster Mitstreiter, Prof. Hoßfeld aus Jena, hat Heinz-J. Voß sogar einmal gelobt. Merkwürdig, daß H. die Ähnlichkeit von Intelligent Design und Gender nicht erkennt.

      • Maxwell sagt:

        Kreationismus und Genderismus sind aus Perspektive von Kutschera et al. gleich weil sie seiner evolutionshistorischen Erzählung widersprechen bzw. die Deutungshoheit der Evolutionsbiologen nicht akzeptieren. Ganz so als ob ich keinen Unterschied machen würde, ob mir ein Baum, eine Fahrradfahrer, eine Schlucht oder ein anderes Auto den Weg blockiert.

        Ansonsten sind beides stark verschiedene Baustellen, wie ich in meinem Post unten begründe.

        Ganz davon abgesehen das Kreationisten überhaupt kein Problem haben, die biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu akzeptieren…😉

        • Philocodex sagt:

          @ Maxwell: Klar, die Kreationisten sind christlich und akzeptieren so Gegebenheiten der Natur. Ob Gott die Natur geschaffen hat, oder der Zufall, spielt bei der Betrachtung keine Rolle.
          Und dann gibt es ja den Kompromiß: Die Evolutionsmechanismen als Werkzeug Gottes.

          • Maxwell sagt:

            @ Philocodex

            Das geht schon in die richtige Richtung. Ich kenne sowohl Kreationisten als auch ihre Publikationen ziemlich gut. Gerade in Deutschland (Wort+Wissen) sind die auf hohem intellektuellen Niveau unterwegs. Wer die Naturwissenschaft nicht respektiert und nicht ein persönliches Interesse daran hat würde erst gar nicht auf diesem Niveau einsteigen. Der würde einfach sagen „Ich glaube was ich will und alles andere ist mir egal oder von vorherein Unfug…, pfeif auf Wissenschaft und so…“

            Das tun diese Kreationisten absolut nicht. Die nennen ihre Denkvoraussetzungen (biblische Genesis) und diskutieren von da aus gehend – das die gesicherte naturwissenschaftliche Erkenntnisse leugnen hätte ich noch nie gesehen. Wenn Konflikte bestehen geht es um erd- und evolutionsgeschichtliche Modelle, bei denen sie nicht dem Mainstream folgen. Sie versuchen etablierte Modelle zu kritisieren und tragfähige Alternativen zu entwickeln die mit ihrem Bibelverständnis kompatibel sind. Die Frage ob diese Alternativen ganz oder in Teilen wissenschaftlich sind oder (prinzipiell) sein können wird kritisch diskutiert, da machen die sich durchaus Gedanken darüber. Und das sie etliche Sachverhalte im Sinne ihrer Kurzzeit-Kosmologie nicht oder kaum plausibel erklären können geben sie auch zu.

            Auch wenn man deren schöpfungsgeschichtlich motivierte Ideen nicht teilt sind sie weder intellektuell noch wissenschaftlich unredlich unterwegs. Der Vergleich Genderisten/Kreationisten tut den Kreationisten Unrecht an.

            • Philocodex sagt:

              @ Maxwell:
              Ich kenne einen Kreationisten, der die natürliche Selektion akzeptiert. Also immerhin 50% von Darwin. Schon damit hat er den Genderistas einiges voraus.

              Und dann siehe mein Boston-Befragungslink unten: Religiöse Menschen lehnen zwar offiziell das Etikett „Darwin/Evolution“ ab, aber die Ergebnisse wie Zweigeschlechtlichkeit und geschlechtsabhängige Verhaltensweisen/Strategien werden sehr wohl akzeptiert.
              Die hirngewaschenen Akamdemiker aus bestimmten Fächern wie Soziologie z.B. glauben den vorgekauten Gender/Blank-slate-Humbug.

              • Maxwell sagt:

                @Philocodex

                Natürliche Selektion war bereits vor Darwin in der Diskussion. Wie Stephen Jay Gould ausführte diskutierten „alle guten Biologen“ natürliche Selektion „in den Generationen vor Darwin“ (Gould, S.J. (2002): „The Structure of Evolutionary Theory“ Harvard University Press, S. 137). Gould hat geschrieben, dass natürliche Selektion vor Darwin in der Regel als *typerhaltende Kraft* betrachtet wurde, welche gegen extreme Varianten und Degeneration der geschaffenen Formen wirkte (S.139). Er betonte, dass Darwins Theorie nicht aussagte, dass natürliche Selektion in der Natur aktiv ist. Mit Darwin wurde natürliche Selektion vielmehr zu einer *kreativen Kraft* evolutionärer Veränderung. Erst da beginnt dann die spannende Kontroverse zwischen Darwinisten und Kreationisten!

                Also: Natürliche Selektion ist auch so eine Idee die schöpfungsgeschichtlich denkende Biologen schon vor Darwin eingeführt haben; die Frage ist nur was man aus der Idee macht. Kreationisten heute haben keine Probleme mit natürlicher Selektion, glaub mir. Wenn du exzellente Beispiele für (mikro-)evolutive Prozesse und Beispiele für natürliche Selektion haben willst, kannst du die in deren Publikationen (mindestens!) genau so gut nachlesen wie in jedem regulärem Biologielehrbuch😉

                Hab ich schon betont, dass der Vergleich Kreationisten/Genderisten den Kreationisten großes Unrecht tut…?😉

                Die Sache ist die: Kreationisten waren schon vor Darwin extrem gute Biologen und sie sind es, wenngleich ihre Zahl in der Naturwissenschaft nur gering ist, u.U. auch heute noch. Da ist nichts an ihren Glaubensauffassungen was fundamental wissenschaftsfeindlich ist. Sie arbeiten mit regulären wissenschaftlichen Methoden an spannenden naturwissenschaftlichen Problemen und wo sich ihr Glaube mit ihrer Wissenschaft überschneidet müsste man im Zweifelsfall erst mal diskutieren ob das eher befruchtend oder eher problematisch ist.

                Über Genderisten kann man das alles nicht sagen…:-/

    • br sagt:

      „Jedenfalls wird aus den Axiomen der Informatik klar, daß es für das Vorhandensein der Gene eines Schöpfers bedurfte“

      Das ist haarsträubender Unfug. Zur Ehrenrettung der Informatik widerspreche ich hier aber heftig. „die Informatik“ beschäftigt sich mit informationsverarbeitenden Systemen, deren Struktur, der Struktur der Daten / Information etc., und zwar generell digital repräsentierter Information und fast ausschließlich deterministischer Informationsverarbeitung. Eine axiomatische Begründung der Informatik analog zur Mathematik gibt es nicht, außer vielleicht Stammtischparolen wie „garbage in, garbage out“. Es gibt keine Axiome der Informatik, dazu ist die Informatik wiederum zu sehr Ingenieurwissenschaft. Die Informatik ersetzt auch nicht die Biologie oder Philosophie. Die Turing-Maschine oder ähnliche Berechenbarkeitsmodelle sind Abstraktionen realer informationsverarbeitender Systeme, sie sind konsistent mit dem naturwissenschaftlichen Modellbegriff, aber nicht über diesen Zweck hinaus eine Grundlage existenzphilosophischer Beweisführungen.

      • “Jedenfalls wird aus den Axiomen der Informatik klar, daß es für das Vorhandensein der Gene eines Schöpfers bedurfte”

        Das ist haarsträubender Unfug.

        Bitte informieren Sie sich erstmal über Shannon und seine Abgrenzung seines Informationsbegriffes. Dann dürfen Sie nochmal wiederkommen.

        Aus den Axiomen wird das nicht klar, aber das vollständige Zitat lautet:

        Jedenfalls wird aus den Axiomen der Informatik klar, daß es für das Vorhandensein der Gene eines Schöpfers bedurfte, und diese niemals – auch nicht nach noch so langen Zeitabständen – durch eine unvorstellbar große Zahl an unmöglichen Zufällen »von alleine« entstanden sind.

        Ein Zitatenfälscher sind Sie also auch. Da haben wir doch schon eine wesentliche Grundlage wissenschaftlichen Arbeitens.
        Ziellose Mutationen erklären die Entwicklung eben nicht! Sie erklären die Beschleunigung der Entwicklung nicht! Gould hat wahrscheinlich nicht recht, seine Analyse ist möglicherweise falsch und ideologisch motiviert.

        Carsten Thumulla

        Terroristen schaffen Arbeitsplätze

      • hgb sagt:

        Aber die Erwähnung der „Axiome“ war schon kreativ.🙂

    • Sehr gut!
      Die Rotklicker beweisen, daß sie den Text nicht verstanden haben. Die derzeit regierenden Evolutionisten ziehen sich an der Mutation hoch, während Darwin von Variation schrieb. Ja, er kannte keine Mutation. Das berechtigt jedoch nicht, die Variation kommentarlos durch die Mutation zu ersetzen. Nicht alle Fehler, die die Kreationisten den Darwinisten vorwerfen, sind Fehler der Kreationisten. Eine wissenschaftliche Untersuchung wird aber durch Tabus blockiert. Die jetzt regierenden Darwinisten haben die Wissenschaft eben nicht mit Löffeln gefressen, wie sie ihrer Umgebung immer suggerieren. Sie sind auf dem Stand von Darwin stehengeblieben und ignorieren teilweise Informatik und Kybernetik.
      Die Gleichsetzung von Kreationismus und Genderei zeigt aber einen Fortschritt in der Gesellschaft. Geld sollte der Staat nur an Wissenschaftsbereiche zahlen, die nachweislich etwas bringen. Ebenso muß Geld gestrichen werden, wenn nachweislich Unsinn verzapft wird. Diese beiden Auslesemethoden entstammen der Entwicklungstheorie. Warum also lehnt man sie ab?

      Carsten Thumulla

      http://thumulla.com/home/das_buch_kampf_der_systeme_.html

    • Grendel sagt:

      Die Evolutions-Hypothese läßt sich von vielen Seiten aushebeln. Sie geht unter anderem von einem Gehirn aus, welches das Bewußtsein aus seiner Komplexität erschafft. Der Mensch wird von Darwin zur Biomaschine degradiert. Tatsächlich gelang Darwin wie jedem Materialisten nie der Blick über den Tellerand.

      Merkwürdig stellt sich zum Beispiel das medizinische Problem des Komas dar. Eine Biomaschine sollte sich mit technischen Mittel eigentlich „wach“ kriegen lassen? Ein gestörter Schaltkreis, eine Sicherung, die pharmazeutisch ersetzt wird. Warum gelingt das nicht? Ein anderes Problem ist der Phantomschmerz: warum leiden Menschen, denen ein Bein amputert worden ist, unter einem solchen? Da ist doch gar kein Bein, das jucken kann?

      Der Gehirnforscher John C. Eccles hat für den Nachweis, daß ein Bewußtsein das Gehirn „steuert“, den Nobelpreis für Medizin bekommen! Das wird unterschlagen!

      Der Mensch konstruiert sich die Welt. Nur 30% des Weltraums sind mit Modellen abbildbar, untereinander aber nicht schlüssig. Wobei die Astrophysik auch vor der Teilchenphysik sperrt.
      Die Astrophysik entwarf für die fehlenden 70% einfach die Dunkle Materie. Und die hat noch niemand gefunden.

      Nicht nur die Evolutionstheorie ist eine Märe der Materialisten, auch die Lichtgeschwindigkeit, die Raumkrümmung und der Urknall. Die Lichtgeschwindigkeit ist genauso paradox wie alles andere genannte. Und Paradoxien sind doch eben eher ein Beweis für den Irrtum.

      Uns wird viel erzählt, aber wissen tut man wenig.

      • Grendel sagt:

        Ein Wortkunstrukt möchte ich noch eben vorstellen, es ist der „Lebensbaustein“. „Lebensbaustein“ besteht aus einem zum Nominativ erhobenen verb, ist damit „erstarrt“, bauen ist das Verb (Tätigkeitswort!), Stein ein Substantiv. Wie lautet nun der vollstänidige Satz? Leben baut Steine? Steine bauen Leben? Bauen Steine Leben? Oder Leben Bausteine? Warum nennt man Lebensbausteine nicht Lebenssteine? Weil da der Baumeister fehlt! Er ist der einzige, der die Steine zum Leben erwecken kann.

        In vielen Wissenschaftsbegriffen findet man diesen Baumeister. Faktisch glaubt man eben doch an Gott. Man gibt es nur nicht zu,

    • @Dirk Wunderlich

      das ist eine recht gute Beschreibung unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit schlechthin:

      „[also die Wirklichkeit für uns] in Wirklichkeit [! :-)]] nur ein Gemengenlage von echten Tatsachen plus falsche Deutungen plus Hypothesen“

      Das trifft dementsprechend nicht nur mit Bezug auf die Evolutionstheorie zu.

      Und das ist doch auch in Ordnung so. Wenn es diese Gemengelagen einmal nicht mehr gibt, dann sind wir entweder alle allwissende Götter oder alle tot; jedenfalls braucht es dann keine Wissenschaft mehr und kein kritisches Denken und auch für dieses blog gibt’s keinen Bedarf mehr. Bis dahin versuchen wir, so gut wir können die Hypothesen zu prüfen und die Tatsachen zu identifizieren, aber Unbekanntes und Irrtümer gibt es immer und wird es immer geben, solange es Menschen gibt. Insofern ist das keine Kritik an der Evolutionstheorie.

      Aus wissenschaftlicher Sicht hat Kritik dagegen jede Position verdient, die prinzipiell Unprüfbares als Tatsache benhauptet wie z.B. die Behauptung, „daß es für das Vorhandensein der Gene eines Schöpfers bedurfte“.

      • Dirk Wunderlich sagt:

        @ Heike Diefenbach

        Ich bin mir nicht sicher, was Sie unter »prinzipiell Unprüfbares« verstehen, aber ich könnte mir da eine eingenommene »Haltung« vorstellen, die auf den ersten Blick wissenschaftlich aussieht, bei näherem Hinblicken sich aber als eine Vorentscheidung herausstellt, die verschiedene Möglichkeiten ausschließt. Ich muß mich natürlich ein wenig näher erklären.

        Es hat da Mitte des 19. Jahrhunderts eine (aus meiner Sicht) Katastrophe gegeben, indem durch das Aufkommen des Positivismus der Wissenschaft ein Korsett übergestülpt wurde. Einer juristischen Hausarbeit über »Die Positivismus-Theorie Gustav Radbruchs« entnehme ich folgende hilfreiche Definition des Positivismus:

        > Positivismus ist eine Haltung in der (Natur-) Wissenschaft und
        > Philosophie, die sich mit der Feststellung des unmittelbar Gegebenen,
        > Tatsächlichen begnügt (empirische Erkenntnis), und jede metaphysische
        > Hinterfragung als sinnlos ablehnt.
        Felix J. H. Heimann, Die Positivismus-Theorie Gustav Radbruchs

        Ich denke, hier liegt die Wurzel für ein grundlegendes Problem. Sie glauben gar nicht, wie oft wir Menschen von versteckten Voraussetzungen ausgehen, die wir gar nicht als Voraussetzung erkannt haben, so daß weitere Deutungsmöglichkeiten von vornherein ausgeschlossen sind, von denen wir aber gar nicht wissen (können), ob diese nicht auch zulässig sind. Oder aber, wir sind uns zwar der Voraussetzung bewußt, nicht aber dem Umstand, daß diese Voraussetzung noch gar nicht dahingehend überprüft wurde, ob sie – die anderen Möglichkeiten ja ausschließend – als einzige Möglichkeit überhaupt so stehen bleiben darf.

        Ein fiktives Gleichnis: Als positivistisch eingestellter Mathematiker »begnüge« ich mich (gemeinsam mit den weit über 90% ebenfalls positivistisch eingestellten Mathematikern) mit den »unmittelbar gegebenen, tatsächlichen« Zahlen, also den »Rationalen Zahlen«, zu denen die ganzen Zahlen sowie deren Verhältnisse (Brüche) gehören. Jede »Irrationale Zahl«, zu denen interessanterweise nicht nur die »Algebraischen Zahlen« (z. B. Wurzeln) zählen, sondern auch die »Transzendenten Zahlen« (Nomen est omen) wie z. B. die Kreiszahl π oder die Eulersche Zahl e, wären aufgrund dieser positivistischen »Haltung« von vornherein einem erweiterten Definitionsbereich entzogen, da sie eben die »rationale« Bedingung, nur ganze Zahlen oder deren Verhältnisse werden »akzeptiert«, nicht erfüllen.

        An diesem (fiktiven) Beispiel kann man gut ersehen, daß man vorschnell von etwas »ausgehen« kann, ohne sich bewußt zu sein, daß die »Wirklichkeit« der Zahlen noch weiter reicht. Beim Positivismus bzw. einer positivistischen »Haltung« verhält es sich ähnlich. Es wird eine fundamentale Vorentscheidung getroffen, die eine auf Materie beschränkte Wirklichkeit voraussetzt bzw. nur das als »Wirklichkeit« gelten läßt, was sich materiell überprüfen läßt. Inwieweit sich positivistisch eingestellte Wissenschaftler dieser Vorentscheidung bewußt sind, die transzendente Wirklichkeit als Möglichkeit von vornherein ausschließt, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich vermute sogar, daß diese »Haltung« einer lauteren Absicht entspringt, nämlich durch die ausschließliche »Feststellung des unmittelbar Gegebenen, Tatsächlichen« zu fehlerfreien Erkenntnissen gelangen zu können. Dennoch läßt sich festhalten, daß auch bei guter Absicht letztendlich eine willkürliche Vorentscheidung getroffen wird, dessen (selbstgewählte) Beschränkung des methodischen Blickwinkels keinesfalls zwingend ist.

        Hans-Peter Dürr, ehemaliger Direktor am Max-Planck-Institut für Physik (und Träger des »Alternativen Nobelpreises« 1987), bringt aus der Sicht eines Physikers diese weichenstellende Problematik sehr schön auf den Punkt:

        > Unter dem starken Einfluß der Naturwissenschaft […] haben wir uns
        > daran gewöhnt, unsere Wahrnehmung von der Wirklichkeit mit der
        > Wirklichkeit gleichzusetzen und diese Wirklichkeit sogar im Sinne
        > einer materiell fundierten, in Teile zerlegbaren Realität zu
        > interpretieren. Die moderne Physik hat uns da jedoch eine
        > interessante Lektion erteilt, die zu einer tiefgreifenden Korrektur
        > dieser Vorstellung führte. Sie hat uns bedeutet, daß die Vorstellung
        > einer objektiven Realität, einer materiell ausgeprägten Wirklichkeit
        > wohl in einer gewissen Näherung angemessen, aber als absolutes
        > Naturprinzip unzulässig und falsch ist, ja, daß diese Vorstellung uns
        > sogar einen tieferen Einblick in das Wesen der eigentlichen
        > Wirklichkeit versperrt.
        aus: Fritz Schäfer, Der Buddha sprach nicht nur für Mönche und Nonnen.

        Mit anderen Worten: Unsere Wahrnehmung und die damit verbundene Ableitung bzw. Vorstellung von Materie läßt sich nicht selbstverständlich mit dem Wesen der Materie gleichsetzen. Das gleiche gilt auch für die Wahrnehmung und die damit verbundene Ableitung bzw. Vorstellung unserer Außenwelt (siehe Platons »Höhlengleichnis«). Als zusätzlich erschwerend erweist sich eben auch, daß man eine bestimmte Vorstellung von Materie hat(te), bevor man dem Wesen der Materie überhaupt nur auf die Spur gekommen wäre. Selbst von der »anfaßbaren«, und damit so leicht zu erfassen geglaubten Materie kann man nur in Bildern sprechen (z. B. »geronnener, erstarrter Geist«, Hans-Peter Dürr), und man wird dessen Wesen eher nur erahnen können. Es verblüfft jedenfalls, wenn einer der größten Physiker des 20. Jahrhunderts zu folgenden Ergebnissen kommt:

        > Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt
        > keine Materie an sich. […] Nicht die sichtbare, aber vergängliche
        > Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche – denn die Materie bestünde
        > ohne den Geist überhaupt nicht –, sondern der unsichtbare,
        > unsterbliche Geist ist das Wahre!
        Max Planck, Das Wesen der Materie, Vortrag 1944

        Doch gerade bei der letzten Aussage könnte man natürlich sagen: »Dies ist ›prinzipiell unprüfbar‹. Herr Planck vermengt hier lediglich seine persönlichen religiösen Überzeugungen mit den Ergebnissen seiner ›Erforschungen des Atoms‹«. Doch auch hier muß man vorsichtig sein. Wir können gar nicht wissen, ob eine religiöse Grundhaltung ihn zu dieser Aussage kommen läßt oder ob seine lebenslangen Forschungen bzgl. der Materie ihn letztendlich zu dieser Schlußfolgerung haben kommen lassen (oder beides?). [Ähnlich verhält es sich auch mit den sogenannten »Kreationisten«. Manche denken wohl, die meisten von denen seien im amerikanischen »Bible Belt« großgeworden, wo sie von christlichen-»fundamentalisten« Eltern mittels – natürlich – Homeschooling für die Universität vorbereitet wurden. Aufgrund der »religiösen Zwangsjacke«, unter der sie aufwuchsen, könnten sie gar nicht anders, als jegliche Naturerscheinungen kreationistisch zu deuten. Es ist jedoch genau umgekehrt: Die meisten der sogenannten »Kreationisten« sind Wissenschaftler, die erst im Laufe ihrer wissenschaftlichen Forschungen ihre Meinung bzgl. des Ursprungs des Lebens änderten, weil sie einfach bestimmte Fakten zu Ende dachten.] Unabhängig davon, ob es sich wirklich so verhält, wie Max Planck meinte, so sollte es zumindest zu denken geben, wenn ein bedeutender Wissenschafter am Ende seines Lebens zu solchen Schlüssen kommt, und man stellte sich besser mit Paul Watzlawick die Frage: »Wie wirklich ist die Wirklichkeit?«

        Mit diesen einleitenden Bemerkungen möchte ich lediglich aufzeigen, daß meine Behauptung, »es bedurfte für das Vorhandensein der Gene eines Schöpfers«, keinesfalls »unwissenschaftlich« ist, auch wenn sich diese Behauptung nicht mit den üblichen Mitteln positivistisch verstandener Wissenschaft »beweisen« läßt. Wenn ich also noch einmal das Gleichnis aus der Mathematik heranziehe, so läßt sich meine Aussage nicht dadurch beweisen, daß ich beim Teilen des Umfangs eines Kreises durch seinen Durchmesser irgendwann vielleicht doch endlich einmal die letzte Nachkommastelle erreichte.

        Doch die Existenz der Zahl π ist unbestritten, auch wenn sie sich nicht auf dem üblichen Wege wie eine Katze am Schwanz fassen läßt, weil sie eben eine »transzendente« Zahl ist, und man kann sich ihr nur durch gedankliche Überlegungen plus Berechnungen nähern. Ähnlich verhält es sich mit den Genen. Wenn man erst einmal verstanden hat, was Gene eigentlich sind, dann kommt man nicht umhin, einen Schöpfer anzuerkennen bzw. festzustellen, daß Evolution ebenso unmöglich ist wie die Quadratur des Kreises. Um diese Aussage zumindest nachvollziehen zu können, will ich versuchen, sie deutlicher zu erklären.

        Information ist grundsätzlich etwas zunächst Erdachtes, das willentlich mittels eines ebenfalls erdachten Codes für andere sichtbar gemacht wird, um damit einen bestimmten Zweck zu erreichen. Information entsteht nicht von alleine und nicht zufällig, weil Information eben von einem »Informanten« erstellt wird. Papierschnipsel, die ein Papiermüllfahrer auf der verbotenen Abkürzung durch den Wald verloren hat, sind definitiv keine Information im eigentlichen Sinne (auch wenn sie Informationen darüber liefern, daß hier vermutlich ein Papiermüllfahrer einen Teil seiner Ladung verloren hat).

        Die exakt gleich aussehenden (und in der gleichen Anordnung liegenden) Papierschnipsel, die ein paar Kinder im Wald ausgestreut haben, um ihren Verfolgern zu signalisieren, daß sie »hier entlang« müssen, sind hingegen echte Information. Urheber sind die erste Kindergruppe, die willentlich die Papierschnipsel dorthin gestreut haben, der Code, Papierschnipsel = hier entlang, ist beiden Gruppen bekannt, so daß die Information auch verstanden wird. Die Zielrichtung dieser Information besteht darin, den Verfolgern Hinweise auf den Weg bzw. das Aufenthaltsgebiet der ersten Gruppe zu geben. Wo also Information vorgefunden wird, ist immer von einem Urheber dieser Information auszugehen. (Der Shannonsche Informationsbegriff erfaßt leider solche Überlegungen überhaupt nicht, ja er verstellt richtiggehend den Blick auf das Wesen von Information, auch wenn er sich für quantitative Berechnungen eines willkürlich festgelegten »Informationsgehalts« eignet.)

        Allein der Umstand, daß wir überhaupt Information in den Genen vorfinden, genügt, um einen Schöpfer vorauszusetzen, da Information eines Urhebers benötigt und willentlich zustandegekommen sein muß. Weil dies aber offensichtlich nicht jedem sogleich einsichtig ist, sollte man sich die Gene aus der Sicht eines Informatikers anschauen. Man kann in den Genen unschwer einen »Programmcode« erkennen, also eine Art »Software«, die den Aufbau der Zellen, deren Stoffwechsel als auch die Organisation des gesamten Organismus steuert. Software ist jedenfalls sehr aufwendig aufbereitete, komplexe Information, die eines speziellen Urhebers, nämlich eines Programmierers bedarf. Dieser schreibt ein sehr zielgerichtetes Programm, das einen bestimmten Zweck erreichen soll, und wo möglichst nichts dem Zufall überlassen wird.

        Beim evolutionistischen Modell fehlt also nicht nur der Urheber für die Information in den Genen, man »geht [sogar] davon aus«, unendlich viele Zufälle hätten in unvorstellbar langer Zeit einen Programmcode hervorgebracht, für den es eigentlich zielgerichteter Programmierung bedarf. Dazu wiederum bedarf es schon eines sehr großen »Glaubens« (der aber nichts mit »Wissenschaft« zu tun hat). Doch wir finden in der Schöpfung nicht nur einen Programmcode vor, sondern milliarden verschiedene, nämlich für jedes Lebewesen einen seiner Art entsprechend. Spätestens an diesem Punkt verflüchtigt sich die letzte Hoffnung auf das »Zufallsprinzip«, die man vielleicht noch für das Zustandekommen eines Programmcodes haben mochte.

        Wir Menschen senden Radiowellen-Signale ins All hinaus, um mögliche Außerirdische auf uns aufmerksam zu machen. Dafür verwenden wir codierte Information, deren logische Struktur den möglichen Außerirdischen signalisieren soll, daß hier auf der Erde intelligente Wesen leben. Wir erwarten also von möglichen Außerirdischen, daß diese die richtigen Rückschlüsse aus den logisch strukturierten Informationen ziehen, während wir gleichzeitig bei den viel komplexeren, logisch strukturierten Informationen der Gene lieber das »Zufallsprinzip« vorziehen, anstatt ein intelligentes Wesen anzuerkennen.

        Ich möchte also noch immer daran festhalten, daß es durchaus nicht »unwissenschaftlich« ist, wenn ich aus dem Vorhandensein der Gene den Bedarf eines Schöpfer ableite. Ganz bestimmt unwissenschaftlich aber ist es, wenn Herr Kutschera am 31.10.2006 via alle großen Medien verkündete:

        > Wir haben aber auf der einen Seite wissenschaftliche Tatsachen, auf
        > der anderen einen 2000 Jahre alten Mythos. Es ist inakzeptabel, die
        > Evolution als Faktum in Frage zu stellen.

        Herr Kutschera gaukelt »wissenschaftliche Tatsachen« vor, die es überhaupt nicht gibt. Es gibt lediglich ein paar wenige (echte) »Tatsachen«, die er einfach nur anders bewertet wie Kreationisten. Das ist alles. Bösartig aber wird es spätestens dann, wenn er ausgerechnet Kreationisten mit Genderisten in einen Topf wirft, obwohl gerade in dem letzten Zitat deutlich wird, daß er genau dasselbe macht wie die Genderisten. Jegliche Kritik an der Evolution stempelt er als »inakzeptabel« ab, obwohl solche Kritiken ebenfalls »wissenschaftlich« und mindestens ebenso schlüssig sind wie die Evolutionstheorie. Doch wenn Evolutions-Hohepriester Kutschera sagt: »Inakzeptabel«, dann würgt er damit berechtigte Kritik von vornherein ab – eben genau wie die Genderisten, die jegliche Kritik mit »Hate Speech« gleichsetzen, damit diese nicht mehr angehört wird. Fazit: »Es ist inakzeptabel«, Kreationisten mit Genderisten in einen Topf zu werfen.

        • Ich möchte also noch immer daran festhalten, daß es durchaus nicht »unwissenschaftlich« ist, wenn ich aus dem Vorhandensein der Gene den Bedarf eines Schöpfer ableite. Ganz bestimmt unwissenschaftlich aber ist es, wenn Herr Kutschera am 31.10.2006 via alle großen Medien verkündete:

          Sie können daran gerne festhalten, aber das ändert nichts daran, dass die Ableitung einer nicht wahrnehmbaren und insofern eingebildeten Entität, deren Existenz weder prüfbar noch belegbar ist, mit Wissenschaft überhaupt nichts zu tun hat und in den Bereich der bestenfalls Metaphysik schlechtestenfalls Esoterik gehört.

  3. Philocodex sagt:

    Daß Kutschera das Problem „Genderismus“ auf einer Wissenschaftler-Konferenz bespricht, sieht nach Fortschritt aus. Allerdings lief das nur informell, Ein schlechtes Zeichen.
    Noch schlechter sind diese Signale:
    NATURE veröffentlicht einen poststrukturalistischen Gender-Artikel, der von Heinz-Jürgen Voß bejubelt wird: http://www.nature.com/news/sex-redefined-1.16943

    und

    CELL veröffentlicht einen Frauen-Gender-Artikel: http://www.cell.com/cell-stem-cell/abstract/S1934-5909%2815%2900068-5

    Beides erst vor ein paar Wochen veröffentlicht!

    Was Evoutionslehre, rote Wissenschaftler und Religion angeht, wurde in Boston ein interessantes Experiment an Bahnhöfen durchgeführt: Passanten wurden befragt, ob sie a) den Darwinismus richtig finden, und
    b) ob sie Ergebnisse der evolutionären Psychologieforschung richtig finden (das Wort „Evolution“ wurde in b aber nicht genannt).
    Ergebnis: Ein große Gruppe der Befragten befürworteten die Evolution, aber lehnten die Ergebnisse ab (!). Eine weitere große Gruppe sah es genau andersherum.
    Interpretation: Die erste Gruppe waren linke Akademiker, die dem Wort Evolution zustimmten, ohne eine klare Vorstellung davon zu haben. Konkrete Ergebnisse wie „es gibt Männlein und Weiblein“ mußten natürlich abgelehnt werden.
    Die zweite Gruppe waren religiöse Menschen, die zwar den Darwin nicht leiden mochten, aber bodenständigerweise die natürlichen Gegebenheiten des Menschen akzeptierten.

    • Alex sagt:

      Nur keine Panik.

      Die Bild-Zeitung der seriösen Wissenschaft (Nature) weiss wohl nicht, was für ein uralter biologischer Hut diese mosaik-Bildungen sind!? Dass dies irgendwie das (biologische!) Verständnis von Geschlecht betreffen würde, ist vollkommen abwegig.

      Der Cell-Ableger-Artikel ist gar kein wissenschaftlicher Artikel, sondern ein Beitrag aus irgendeinem Forum.

    • Matthias sagt:

      @ Philocodex

      „Was Evoutionslehre, rote Wissenschaftler und Religion angeht, wurde in Boston ein interessantes Experiment an Bahnhöfen durchgeführt: Passanten wurden befragt, ob sie a) den Darwinismus richtig finden, und
      b) ob sie Ergebnisse der evolutionären Psychologieforschung richtig finden (das Wort “Evolution” wurde in b aber nicht genannt).
      Ergebnis: Ein große Gruppe der Befragten befürworteten die Evolution, aber lehnten die Ergebnisse ab (!). Eine weitere große Gruppe sah es genau andersherum.“

      Und das ist ein geradezu abschreckendes beispiel dafür, was für ein oberflächliches und selbstgerechtes verständnis viele Menschen, auch Akademiker, von der Welt haben. Bzw. hier speziell von der Evolutionstheorie haben.

      Klar: Die Gendersens sind sicher alle gegen die „bösen“ religiösen Kreationisten, und machen sich deshalb selbst vor, sie würden die Evolutionstheorie befürworten. Sie befürworten sie aber nicht mehr, wenn es konkret und ernst wird.

      Und die Kreationisten sind gegen alles, was links, progressiv, alternativ, modern ist, was atheistisch genug ist, auch gegen Feministinnen und die Vertreter der Homosexuellen, oft sind sie auch richtig homophob. Und befürworten sofort die Zweigeschlechtlichkeit & Geschlechtsunterschiede, aber nicht die Ursache „Evolution“.

      Interessant alles, aber auch haarsträubend.

      Gab es bei dem Experiment eigentlich überhaupt Leute, die sowohl den „Darwinismus“ richtig fanden als auch diese Ergebnisse aus der Evolutionspsychologie? Und gab es welche, die beides ablehnten? Interessant wäre, wie viele von den ganzen da.

      Wahrscheinlich auch wieder haarsträubend.

  4. Maxwell sagt:

    Mit Aussagen wie…

    „Eine faktenbasierte, naturwissenschaftliche Analyse dieses destruktiven, quasi-religiösen Glaubens steht derzeit noch aus, aber eine Schlussfolgerung kann definitiv gezogen werden: „Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn, außer im Lichte der Biologie“.“

    …könnte Kutschera sogar von Genderisten problemlos zerlegt werden. Er hat es noch nicht „faktenbasiert“ und „naturwissenschaftlich“ analysiert aber doch schon eine „definitive Schlussfolgerung“ gezogen – ein erkenntnistheoretischer Alptraum den ScienceFiles für gewöhnlich auch sofort sezieren würde😉

    Zur Sache selbst, dem Vergleich Genderismus/Kreationismus:

    Gegen die Kreationisten und alles was sie für kreationistisch hielten haben einige Biologen und andere Wissenschaftler jahrelang argumentativ und aktionistisch gekämpft. Dabei ging es ihnen vordergründig nicht um ihr eigenes (meist eher naturalistisch-atheistisch ausgerichtetes) Weltbild sondern darum, die Integrität der Wissenschaft zu wahren. Und währenddessen wurden sie von einer genuin anti-wissenschaftlichen Ideologie unterwandert, die jetzt unmittelbar gesellschaftliche und universitäre Machtpositionen inne hat. Eine Ironie der Geschichte, sozusagen😉

    Gegen das was da so genderideologisch durch die Gegend schwimmt sind Kreationisten, speziell in Deutschland, sicher keine Bedrohung für Forschung und Lehre im Sinne eines Prof. Kutschera oder anderer Wissenschaftler die schon seit Jahren gegen den Kreationismus mobil machen.

    + Kreationisten legen ihre außerwissenschaftlichen Denkvoraussetzungen offen. Die deutschen Kreationisten machen sie sogar als „Grenzüberschreitungen“ deutlich, um da beim Leser keine Missverständnisse zu produzieren. Sie haben sogar eine Methodik und klare Grundsätze publiziert. Genderisten nennen dagegen im Zweifel z.B. alles „interdisziplinär“ und segeln unter falscher Flagge wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit.

    + Kreationisten lehnen nicht die naturwissenschaftliche Methode an sich ab (nur den Szientismus). Genderisten diskreditieren sie dagegen als heteronormativ usw.

    + Kreationisten akzeptieren Erkenntnisse der Biowissenschaften, wenngleich sie abweichende Auffassungen zur Geschichte der Lebewesen vertreten. Genderisten halten dagegen nichts von Biologie, leugnen nach Möglichkeit sogar biologische Geschlechtsunterschiede beim Menschen. Auch Kultur entwickelt sich nach deren Auffassung ziemlich im biologiefreien Raum. Alles nur „konstruiert“.

    + Kreationisten haben keine universitären und gesellschaftlichen Machtpositionen inne. Genderisten regieren hingegen als „Gleichstellungsbeauftragte“ (ca. 100% Frauenquote – nur wenn es um Vorteilnahme geht zählt biologisches Geschlecht doch was; ansonsten gilt es als lediglich „konstruiert“) in Personalentscheidungen hinein.

    + In Österreich veranstalten Kreationisten keine Pflichtvorlesungen für Studenten aller Fächer – Genderisten dagegen schon.

    + Kreationisten sind weltweit eher passiv eingestellt. Sie wollen letztlich sich und ihre Kinder vor einem atheistisch-evolutionistischen Weltbild schützen bzw. sich einen Schutzraum schaffen. Sie wollen nicht die Gesellschaft umerziehen. Der Genderismus tickt da ganz anders. Ferdinand Knauß schrieb auf BrainLogs:

    „Gender Studies sollten eigentlich jeden politisch mündigen Bürger interessieren, denn sie sind eine betont politische Wissenschaft. Entstanden aus dem feministischen Aktivismus 13) vertreten sie ein gesellschaftliches Reformprogramm zur praktischen Umsetzung ihrer theoretischen Erkenntnisse. Dazu müssen sie die alleinige Interpretationsmacht über alle das Geschlecht betreffenden Fragen gewinnen. Und dabei sind sie ziemlich erfolgreich“

    (http://archive.today/OnCtq#selection-189.220-189.658)

    + Kreationisten die eine Schöpfungsforschung betreiben tun dies durchaus auch aus ehrlichem Interesse an Sachfragen und dem Bedürfnis die biblische Offenbarung mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen in Einklang zu bringen. Anders als die Genderisten haben sie tatsächlich Forschungsfragen und Felder inspiriert. Die Grundtypenbiologie z.B. ist zwar biblisch motiviert aber auch für sich genommen extrem interesssant. Sie hat auch das Interesse nicht-kreationistischer Forscher wie Georg Menting (http://www.kritische-naturgeschichte.de/) geweckt. Und historisch haben Kreationisten mit ihren oftmals schöpfungsgeschichtlich motivierten Ideen in der Biologie viel weitergebracht; sogar Schlüsselbegriffe der Evolutionsbiologie wie etwa „Homologie“ gehen auf Kreationisten zurück. Im Gegensatz dazu ist der Genderismus wissenschaftlich steril.

    Kurz: Wenn man den Genderismus mit einer Pseudowissenschaft vergleichen will, dann doch eher mit Astrologie (die aber wenigstens ideengeschichtlich fruchtbar war, quasi eine Protowissenschaft für die Astronomie) oder sonstwas.

  5. user unknown sagt:

    (…) es sei alles Quatsch und sowieso unnötig, denn die Wahrheit steht bereits in der Bibel.

    Die Wahrheit steht für Genderisten zwar nicht in der Bibel, sondern im Gender-Mainstreaming-Manual, aber ansonsten teilen sie alle Eigenschaften mit Kreationisten (…)

    Mir ist so ein Gender-Mainstreaming-Manual unbekannt, und damit ist der Vergleich schon reichlich schief.

    Die Bibel ist zwar auch ein Sammelsurium an Texten aber inzwischen abgeschlossen. Man kann sich noch über Übersetzungen streiten und manche Leute möchten diese oder jene Apokryphe in die Bibel aufgenommen sehen, aber großen und ganzen herrscht darüber Konsens was die Bibel überhaupt ist.

    Was den Feminismus betrifft ist die Lage eine völlig andere. Wenn etwa über Quoten in Vorständen großer Unternehmen gesprochen und abgestimmt wird ist ziemlich unklar auf welche konkrete Behauptung sich die Forderung stützt. Es gibt meines Wissens gerade keine recht klar umrissene Textsammlung auf die sich die Befürworter beziehen. Jeder hat andere Texte in petto, wenn überhaupt. Dabei sind die Extrempositionen widersprüchlich aber diese Widersprüche werden nicht thematisiert.

    Die eine Position betrachtet die Frau als das radikal andere. Hier sind Frauen tendenziell das Gute schlechthin, intuitiver, kommunikativer, weicher, friedlicher, naturverbunden und was das romantische Landlebenherz begehrt.
    Demgegenüber steht die radikale Position, dass es keine beachtlichen Unterschiede gibt, und diese, soweit empirisch nachweisbar, nur sozial konstruiert sind und durch Zuschreibung und selbsterfüllende Prophezeihung reproduziert werden, was freilich die Frage aufwirft, wo die Unterschiede denn initial herrühren.

    Diese Positionen sind prinzipiell unvereinbar, werden aber teils von den gleichen Personen je nach Bedarf wechselhaft und unvermittelt übernommen. Das macht eine systematische Argumentation gegen feministischen Lobbyismus allerdings schwierig. Beide Positionen verleiten dazu, dass man in der Debatte diese noch ein Stück übertreibt, um deren Vertreter noch absurder darzustellen als sie ohnehin schon sind. Wiewohl das eine etablierte Rhetorische Praxis ist, ist es auf Dauer aber doch langweilend, ermüdend und wirkt mit der Zeit einfältig.

  6. djadmoros sagt:

    Worin genau die Verwandtschaft zwischen Genderlehre und Kreationismus bestehen soll, erfahren wir in den verlinkten Texten leider nicht – statt dessen dürfen wir folgenden problematischen Satz lesen:

    »Eine faktenbasierte, naturwissenschaftliche Analyse dieses destruktiven, quasi-religiösen Glaubens steht derzeit noch aus, aber eine Schlussfolgerung kann definitiv gezogen werden: „Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn, außer im Lichte der Biologie“.«

    Denn wenn eine »faktenbasierte« Analyse der Gender-Ideologie noch aussteht, wodurch wird dann eine weitreichende »Nichts … außer«-These »definitiv« gerechtfertigt? Außerdem lässt sich diese These völlig unabhängig von der Genderthematik mit guten Gründen angreifen: sie bringt einen unhaltbaren biologischen Reduktionismus zum Ausdruck, dem mit dem Verweis auf kulturelle Phänomene »sui generis« widersprochen werden kann, zu denen sich beispielsweise alles das zählen lässt, was John Searle als »institutionelle Tatsachen« bezeichnet.

    Kreationismus geündet sich bei allen Versuchen, sich wissenschaftlich zu geben, primär auf Offenbarungswissen, Genderideologie ist in erster Linie einfach schlechte Wissenschaft. Genderideologie leugnet keine Evolution, sondern erklärt sie über Varianten der »blank slate«-These für fachlich irrelevant.

    Menschliche Kultur enthält aber genug Freiheitsgrade, um die Frage nach dem *Zusammenwirken* von Natur und Kultur zu einer anspruchsvollen Aufgabe zu machen, deren Lösung mit biologischem Reduktionismus ebenso schlecht gedient ist wie mit Gender-Ideologie.

    • Alex sagt:

      kann mich nur deinem und den vorhergehenden posts in der Kritik anschliessen.

      Die Ähnlichkeit zwischen „Genderismus“ und Kreationismus ist weder von Kutschera befriedigend herausgestellt worden, noch dürfte das hinreichend gelingen. Der Genderismus wird sich allzuleicht als „Sozialwissenschaft“ ausgeben können und ich erinnere mich auch nicht, dass andere Sozialwissenschaften je von der Biologie herausgefordert wurden.
      Im Zweifelsfall wird man einfach die Zweigeschlechtlichkeit als „unzureichende Vereinfachung der Biologie“ (oder so ähnlich) betrachten. Die Meinung von Kutschera wird ins Leere gehen.

      Statt der Biologie sollte sich lieber eine Sozialwissenschaft, wie zB Ideologiekritik, Totalitarismusforschung uä um den Genderismus kümmern.

    • Philocodex sagt:

      @ Djadmoros:

      Die Genderer leugnen die Evolutionslehre sehr wohl, wenn es konkret wird. So allgemein finden sie Darwin gut, weil ihre religiösen Gegner ihn übel finden.

      Diskutiert man aber mit Genderbewegten über die evolvierte Natur des Menschen, kommen sofort Widerworte; sogar, wenn es nur um den Körper geht.

      Manch Genderin behauptet gar, daß die Evolutionspsychologie nur eine konservative Ideologie sei, die das Etikett „Evolution“ mißbrauche.

  7. Maxwell sagt:

    @djadmoros

    „Menschliche Kultur enthält aber genug Freiheitsgrade, um die Frage nach dem *Zusammenwirken* von Natur und Kultur zu einer anspruchsvollen Aufgabe zu machen, deren Lösung mit biologischem Reduktionismus ebenso schlecht gedient ist wie mit Gender-Ideologie.“

    Volle Zustimmung. Die Extrempositionen in der Debatte „Nature / Nurture“ sind gleichermaßen absurd. Auf welcher Seite man vom Pferd fällt ist egal, man liegt jedenfalls unten…

  8. A.S. sagt:

    Man könnte den Genderismus auch als den neuen Marxismus sehen. Da gibt’s gewisse Gemeinsamkeiten.
    Als Theorien, die bestimmte Teilphänomene einer Gesellschaft beschreiben, kann man beide durchaus brauchen.
    Aber die Anhänger neigen dazu, die Theorie als intellektuelles Allheilmittel zu sehen, als die eine Theorie, die alles andere aufhebt und unnötig macht. Beide landen in einer utopischen Gleichmacherei, einer realitätsfernen Utopie deren Gesellschaftsmitglieder am ehesten mit den Borg aus Star Trek zu vergleichen sind. Eigenschaftslose Drohnen, die einfach für das Kollektiv funktionieren.
    Die Marxisten/Genderisten haben für sich selber allerdings niemals die Rolle einer Drohne vorgesehen, sondern immer und ausschließlich einen Funktionärsposten. Beide gehen äußerst repressiv mit Andersdenkenden um, beide halten nichts vom Rechtsstaat sondern wollen einen Tugendstaat in dem nur ihre persönliche Meinung erlaubt ist. Abweichler würden beide als Kriminelle behandeln. Beide glauben, sie hätte ein Anrecht auf anderer Leute Eigentum, beide glauben, dass Wohlstand einfach so entsteht und die Verteilung die eigentliche politische Herausforderung sei. Und beide halten nichts, aber auch gar nichts von persönlicher Freiheit sondern träumen letztlich von einer neuen Sklavengesellschaft in der sie selber natürlich zu den Haltern gehören.

    • Alex sagt:

      Die Gemeinsamkeiten zum Marxismus sind tatsächlich interessant. Das wird in den USA sehr häufig herausgekehrt, üblicherweise „as-a-matter-of-factly“ und weniger analytisch, fast antiintellektuell.

      Das Besondere am Marxismus scheint mir das zu sein: es wird als Ausgangspunkt dieses Denkens ein Automatismus der geschichtlichen Entwicklung postuliert.
      Der „dritte Stand“, die „Arbeiterschaft“ siegt über den zweiten „Bürgertum“, welches seinerseits ebenso notwendigerweise den Feudalismus überwunden hat. Der Marxismus ist daher eine historisch teleologische Ideologie. (Ebenso wie der Kreationsmus, nebenbei) (teleologisch – „trägt das Ziel schon in sich“, automatisch, schicksalhaft.)
      Ist nicht auch die Melange aus Genderismus/Feminismus ebenso historisch teleologisch? Das Ziel hier scheint sowas wie eine „Erleuchtete Menschheit zu sein, in dem das feminine Prinzip herrscht“.
      Da die Akteure einer teleologischen Ideologie kein Federlesen mit Logik und anderen „Mystifikationen“ wie Gleichheit und Gerechtigkeit machen müssen, heiligt das Ziel natürlich alle Mittel – das „Geist des Weltgerichts“ (Hegel) ist ja sowieso deren Seite.
      Daher auch der so tautologische und dann wieder ausgesprochen willkürliche Umgang mit Fakten und (nur scheinbaren) eigenen Positionen.

      Der „Übermensch“ darf heute halt dieses, morgen halt jenes denken. So kommt dann das Szenario von @A.S. (letzter Absatz) zustande, welches im Literarischen besonders von Orwell her bekannt sein dürfte („Annimal Farm“, „1984“).

      Das grosse Urbild des totalitären Staates ohne Freiheit, der „Utopie“ ist natürlich Platons „Staat“, nebenbei noch bemerkt.

  9. N_K sagt:

    Prof. Ulrich Kutschera: Genderismus ist der Kreationismus Europas

    Wirklich?

    Nicht nur GENDER, viele politisch „korrekte“ Trend-Themen, wie z.B. Diskriminierung, hinter der sich jedmöglicher Unsinn verbergen kann, widersprechen der Realität und dem gesunden Menschenverstand. Sie werden – Stück um Stück – DEM Ort zugeführt werden, der ihnen gebührt: Die Müllhalde. Beispielhaft genannt sei u.a. eine deutsche TV-Sendung, über die KOPP am 03.03.2015 berichtete:

    »Gendern und gähnen: Das zwangsfinanzierte TV funkt am Publikum vorbei«

    Gleichgültig, ob Plasberg, Maischberger, Will oder andere, ALLE diese »Super«-Sendungen haben eine Gemeinsamkeit: Mindestens einige der Teilnehmer scheinen eher der »KRAWALLSCHACHTEL-FRAKTION« anzugehören anstatt der normalen Bevölkerung zu entstammen. Zudem scheinen die in Zweizimmerwohungen ohne Kinderstube aufgewachsen und die Moderatoren offenbar unfähig zu sein, das »Diskussion« genannte Durcheinandergekeife und ständig anderen ins Wort fallende Affentheater in zivilisierte Bahnen zu lenken. Damen-Ringkämpfe im Schlammbecken haben höheres Niveau. Wenn wir (meine gleichaltrigen Kameraden oder ich) uns früher auch nur ansatzweise in der vorgeführten Art benommen hätten, wären einige “Maulschellen” und/oder eine saftige Tracht Prügel durch Eltern, Lehrer oder Lehrherr die zwingende Folge gewesen – und zwar OHNE DISKUSSION!

    Und zum Sendungs-»Inhalt«? Warum machen wir denn diesen Quatsch mit? Wer zwingt denn die Bevölkerung, nicht mehr “gewünschte” Begriffe nicht mehr zu gebrauchen? Nur zwei Begriffsbeispiele hierzu:
    1.) Zigeuner: – Streichen wir künftig J. Strauß’ Operette “Der Zigeunerbaron” von den Spielplänen?
    2.) M.o.h.r: – machen wir das gleiche -nämlich streichen!- mit Verdis “Otello” oder Mozarts “Entführung” (Im Mohrenland gefangen war ein Mädchen …)
    Was wollen denn die „Politkorrektologen“ machen, wenn die Bevölkerung deren Wunschvorgaben ignoriert und die begriffe trotzdem verwendet? Kommt dann nachts die GESTAPO?

    »Gendern und gähnen: Das zwangsfinanzierte TV funkt am Publikum vorbei«

    Zu diesem unterirdischen Schwachsinn passen allerbestens u.a. neben »Gender« (weiter unten) auch die Themen:
    INKLUSION
    – heißt das “Zauberwort”, nach dem u.a. HOCHBEGABTE und (auch geistig) BEHINDERTE in der gleichen Klasse unterrichtet werden sollen. Ja glaubt denn wirklich irgendein Träumer, daß sich der IQ des Behinderten in Richtung HOCHBEGABT bewegt? Der Absturz der Begabten ist doch programmiert – genau wie die Vernichtung des Deutschen Kultur- und Intelligenzgutes durch unsere Politiker. (Warum sind denn deren Kinder oft auf Elite-Internaten, wo z.T. sogar SMART-PHONE verboten sind? Dort wird Inklusion ganz bestimmt SEHR groß geschrieben, oder?) Die Polits wollen doch anscheinend auf „Qualitätspresse-Niveau“ eine geistig minderbemittelte “Negativ-Elite” herangezüchtet wissen. Hilfe wird ihnen schließlich in den (politisch korrekten) Medien genügend geboten: wie z.B. durch “Superstar” oder “DschungelCamp” oder mit “WERKEN” wie “WADDE-HADDE-DUDDE-DA” oder “KATZEKLOO”. Die alten Köppe Beethoven, Einstein oder Goethe waren doch gar nicht fähig, SOLCHE „Leistungen“ zu vollbringen!

    Die deutsche Sprache und Kultur soll (vollends) zerstört werden! Deshalb: WEHREN – und das deng-schweng-slanglisch klingende ÜBERMTEICH-Gestackse einfach ignorieren! Mit der RICHTIG gesprochenen und geschriebenen deutschen Sprache ist eine derart differenzierte Ausdrucksweise möglich wie in/mit nur wenigen Weltsprachen überhaupt. Nur – KÖNNEN muß man sie! Und DA beginnt das Desaster! Allein beim Zeitunglesen wird einem schon schlecht, und wenn Professoren es schon ablehnten, Prüfungsarbeiten ihrer Studenten wegen Rechtschreib- und sonstiger Fehler anzunehmen, sagt das sehr viel über den Erfolg vornehmlich amerikanischen Zerstörungswerks als WK-Folgen aus. Und genau die gleichen »Eliten« treiben uns dem nächsten WK entgegen!!!
    Behindertenförderung? JA;
    erreicht durch gezielte Benachteiligung Nichtbehinderter? NEIN!

    Frauenquote / Emanzipation / Femen:
    Julian Assange, Rainer Brüderle, Jörg Kachelmann, Dom. Strauss-Kahn – nur ein paar Beispiele … Da erhebt sich die Frage, ob die (einstmals) Damen (genannte Personen) “narrisch” geworden sind oder mit hormonellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, Oder sollte unser alter Dichterfürst Schiller in seiner “Glocke” den Nagel auf den (angeblich emanzipierten) Kopf getroffen haben: “Da werden We.iber zu Hy.änen…”
    Nicht alle schließen sich dem “Emanzenwahn“ an, wie in den Büchern »Dann mach doch die Bluse zu: Ein Aufschrei gegen den Gleichheitswahn« sowie »Gender Gaga« der Autorin Birgit Kelle (DANKE!) nachzulesen ist.

    GENDER-Unsinn:
    MAMA und PAPA sind (demnächst) ja auch verpönt: Elter 1 und Elter 2 soll der Ersatz sein. Mama und Papa sind nicht mehr IN, sind NICHT MEHR NORMAL. Schwul und lesbisch müssen sie sein und gemäß dem GENDERismus sind alle Grenzen aufzulösen. (Man stelle sich dann mal den Körper von Kopf bis Fuß als EINE Hülle (ein Sack) vor – und ALLE Innereien darin als EINE BREIMASSE …) Manche Nicht-Genderist/innen kriegen schon von der bloßen Vorstellung das Große Speien.
    Zum Thema Gender sei deshalb nur auf den norwegischen Star-Komiker Eia verwiesen, der diese „Wissenschaft“ als das entlarvte, was sie ist: (Steuer-) Geld verschlingender Humbug. Als Folge einer wohltuenden Erleuchtung wurden bekanntlich (aber im deutschen Sprachraum kaum veröffentlicht) die staatlichen Zuschüsse von 56 Mio. gestrichen und das (NORDIC-GENDER-) “Wissenschaftsinstitut“ für diesen Blödsinn (als Zeichen echter Vernunft) Ende 2011 geschlossen.

    Fazit: –//–

    Carl Theodor Körner, 1791 – 1813:

    “Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
    vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
    Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
    dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.”

    • Alex sagt:

      Kommentar zu dem letzten „bonmot“, am meinen obigen post anknüpfend:

      Carl Theodor Körner, 1791 – 1813:
      “Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
      vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
      Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
      dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.”

      Ein weiteres Beispiel teleologischer Geschichtsauffassung, diesmal offenbar „völkisch“.

      Ja, die Marxisten haben schon ihre „bürgerlichen“ Vorbilder gehabt…

  10. Ufff — was für ein Thema!
    Ich will mal versuchen, etwas kurz zu bringen. Die Genderei ist soweit ich weiß hundertprozentiger Blödsinn. Ich fand noch kein brauchbares Argument.
    Die Gleichsetzung von Kreationismus und Genderismus will eines mit dem anderen diskreditieren. Das ist wissenschaftlich kein Stil, das ist unterirdisch. Da aber ein Kampf läuft in der Gesellschaft mag es ein Fortschritt sein, wenn man jetzt zur Genderei sagen kann, daß der Kaiser nichts an hat.

    Nicht alle Fragen, die der Kreationismus an den jetzt regierenden Darwinismus stellt, sind jedoch abzulehnen. Sie sind vor allem zu beantworten. Daß der jetzt regierende Darwinismus auf einige Fragen pissed reagiert, zeigt, daß er sich in gefährlicher Nachbarschaft zu einer Ideologie befindet. Warum darf man nicht fragen, warum sich die Entwicklungsgeschwindigkeit zu erhöhen scheint? Warum darf man nicht fragen, warum die Mutation komplexe Lebewesen hervorbringt, ohne gleich als Kreationist abgestempelt zu werden? Warum werden alle Kreationisten in den Gottestopf geworfen?

    Kurz, der Darwinismus muß an den Stellen, die die Kreationisten kritisieren, weiterentwickelt werden. Dabei helfen keine Tabus und Ideologien, es sind Antworten gefragt. Diese Antworten könnten wahrscheinlich Informatik und Kybernetik liefern. Daß dies nicht gern gesehen wird ist klar, denn die derzeit herrschende Soziologie würde im nächsten Schritt darunter leiden. Es ist eben nicht opportun, die Gesellschaft auf andere Art zu hinterfragen.

    Die Entwicklung der Zweigeschlechtlichkeit, die Mutation, die Entwicklung von Empfängern und Sendern, die Information an sich, die Entwicklungsmechanismen, die Ziele der Entwicklung, die Hierarchien, die sich auf- und abbauen, die Entwicklung von Gesellschaften, die Verschlüsselung von Information, der Gewinn von Freiraum, die Bedeutung der Effizienz, die Selbständigkeit eines Systems, die Wanderung von Anpassungsfunktionen im System, die Ablösung von Programmen von konkreten Systemen, die Bedeutung der Abstraktion, die Entwicklung des Bewußtseins, die Bedeutung der Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit einer Steuerung und noch viele mehr, alle diese ignoriert der derzeit regierende Darwinismus teilweise oder vollständig. Er wird überholt werden, er wird nach 150 Jahren durch einen modernen Darwinismus oder eine verallgemeinerte Entwicklungstheorie, die ebenso technische Einrichtungen und Gesellschaften umfaßt, ersetzt werden.

    Die Bewertungsfunktion hakelt?

    Carsten Thumulla

    http://thumulla.com/home/das_buch_kampf_der_systeme_.html
    http://thumulla.com/home/kampf_der_systeme.html
    http://thumulla.com/home/darwin_–_und_was_dann_.html

    • Meier, Hans (Kempten sagt:

      Ganz simpel gesagt:

      Der Genderismus stellt Thesen auf, die er als nicht falsifizierbare Wahrheiten proklamiert.

      Evolutionsbiolologie beruht auf einem – im Prinzip falsifizierbaren – Thesenensemble, dem als seine wunde Stelle einverschrieben ist, zu einem kleinen (nicht falsifizierbaren) Teil gegen die klassische Religion aufgestellt worden zu sein. Die bisher weder belegte noch widerlegte (und auch wohl weder belegbare noch widerlegbare) These „Gott“ wird in diesem Gebäude als widerlegt angesehen, ohne dass dieses „widerlegt“ falsifizierbar wäre.

      Dem Kreationismus geht es im Gegenteil um die Rettung der – nicht falsifizierbaren – These „Gott“. Er übernimmt alles aus der Evolutionsbiologie, ohne dass ihn diese wirklich interessierte, nur um diesem „alles“ einen „ersten Beweger subfundieren zu können. Doch der bewegt sich – welch Wunder! – außerhalb des Falsifizierbarkeitsprinzips.

      Den philosophisch Gebildeten langweilt das Alles. Eigentlich steht die ganze Diskussion – auf wesentlich höherem intellektuellen Niveau – und ihr unvermeidliches Ergebnis („Aporie“) schon bei Kant, Kritik der reinen Vernunft.

      • Ja, die Antwort sehe ich trotz folgendem positiv(Daumen hoch). Der Genderismus ist weder falsifizierbar noch verifizierbar. Die Sache mit der Falsifizierbarkeit sehe ich nicht so verbissen. Sollte ich ein rosa Einhorn finden, dann wäre seine Existenz verifiziert. Mir genügt das als Beweis. Man kann also auch verifizieren.
        Der Genderismus wurde oft genug widerlegt. Nicht eine seiner Behauptungen hält einer näheren Betrachtung stand.

        Die These Gott ist nicht widerlegbar — es gibt aber nicht eine einziges Anzeichen für einen persönlichen Gott — wie er behauptet wird. Zuerst sollte doch ein Gottesbild her, auch um es widerlegen zu können. So gesehen widerlegt die Erfahrung die These. Dazu muß sie nichtmal falsifizierbar formuliert sein.
        Der persönliche Gott, der alles überwacht und seine Regeln einem Messias übergab, kann als widerlegt angesehen werden. Die Widerlegung sehe ich allein schon in seinem mehrfachen andersartigen Auftreten.
        Der Gott, der die Entwicklung in Gang setzte, ist nicht so einfach zu widerlegen. Wie geschrieben, wir müßten uns erstmal auf ein Gottesbild einigen. Das wäre eventuell falsifizierbar.

        Ich verteidige nicht die Kreationisten, nur deren Recht, Fragen zu stellen.
        Ob sich die Kreationisten bewußt außerhalb des Falsifizierbarkeitsprinzips stellen weiß ich nicht, wahrscheinlich wäre das.

        Entwicklung ist aber mehr, als das, was uns unter Darwin verkauft wird. Und dann wird noch ein Fehler gemacht, von Darwin bis heute. Der ist nicht verzeihbar. Man wird sofort als Kreationist beschimpft, wenn man nur auf die Diskrepanz zwischen Variation und Mutation hinweist.

        Carsten Thumulla

        „Wenn wir in Europa unter einem Defizit leiden, dann ist es ein Defizit an Demokratie“
        Yanis Varoufakis

    • quellwerk sagt:

      Einerseits betrachtest du die abstrakte Degradierung des Genderismus mittels Gleichsetzung mit dem Kreationismus als wissenschaftlich unredlich. Andererseits ist nach deinen Worten die „Genderei … soweit ich weiß hundertprozentiger Blödsinn. Ich fand noch kein brauchbares Argument.“

      Diese Haltung ist die Grundlage des Erfolgs des Genderismus. Die wissenschaftliche Vorgehensweise erstreckst du nicht auf den Gegenstand „Genderismus“, daher ist deine Ablehnung der Gendertheorie wirkungslos. Michael Klein und Prof. em. Dr. Buchholz sind nach meiner Einschätzung die einzigen, die sich dieses Phänomens mit Gründlichkeit und langem Atem öffentlichkeitswirksam annehmen. Michael Klein fordert von den Genderisten die Offenlegung ihrer Methodologie, einer Forderung, deren Befolgung sie beharrlich verweigern. Konsequenter Weise gibt er vorbildhaft gefühlt in jedem zweiten Post einen Grundkurs wissenschaftlichen Arbeitens, in dem die Festlegung und Befolgung wissenschaftlicher Methoden angemahnt wird. Prof. em. Dr. Buchholz verlangt die Evaluation der wissenschaftlichen Prinzipien und das Messen des Erfolges und des Nutzen der wissenschaftlichen Erkenntnisse, die von den eingerichteten Genderlehrstühlen möglicherweise erzielt wurden. Ein von ihm vorgelegter Fragebogen zur Ermittlung zweckdienlicher empirischer Daten wird von den Gender-Professoren nicht beantwortet.

      Die subversive Kritik aus dem Genderlager bedient sich des Desiderats aller Wissenschafter: Objektivität. Sie versucht, den subjektiven Standpunkt der Wissenschaft nachzuweisen. Wenn die Wissenschaft sich dagegen wehrt, hat sie das Problem, dass sie gegen Kriterien argumentieren muss, die nach ihrem Verständnis ausserhalb der Wissenschaftlichkeit liegen. Sobald sie aus lauter Verzweiflung versucht, diese Kriterien zu entkräften, indem sie Macht ausübt, hat sie verloren, weil sie damit das Grundaxiom des Gegners verifiziert, das alles Wissen aus dem Willen zum Wissen entsteht. Der Wille, die Macht formt das Wissen.

      Da dies dem durschnittlichen Wissenschaftler bewusst ist, begegnet er dieser Subversion entweder mit Nichtachtung oder mit Spott. Beide Methoden sind nicht erfolgreich. Der Genderismus muss ernst genommen und zum wissenschaftlichen Gegenstand erhoben werden. Erst mit dieser Haltung kann wirkungsvolle Kritik an den Genderismus entstehen: unablässiges Nachfragen nach den Methoden, Zielen und Gegenstand würde den Genderismus schnell zum Erliegen bringen.

      Du sagst, der Genderismus habe kein einziges brauchbares Argument. Ein genda würde, nachdem er sich deine Forschung angeschaut hätte, argumentieren, dass sei ja auch kein Wunder, weil du du dich noch in einem naiven, unbewussten Zustand hinsichtlich der Bedingtheit deiner Forschung befändest. Deswegen wärest du nicht in der Lage, die Wirksamkeit der Argumentation der gender studies einzusehen.

      Ich habe mich auf deiner Seite für 10 Minuten umgesehen und folgendes Zitat aus der Inhaltsangabe zu deinem Buch „Kampf der Systeme“ gefunden. Ich gebe jetzt den advocatus diaboli:

      Zitat aus deiner Inhaltsangabe:

      „Als Grundlage einer bewussten gesellschaftlichen Weiterentwicklung wird eine wirkliche Gesellschaftswissenschaft benötigt. Nur das Verständnis der Phänomene der Information und der Entwicklung belebter Systeme kann die Basis einer solchen Wissenschaft bilden. Aus dem Blickwinkel der Kybernetik zeigt sich der Kampf belebter Systeme und der Kampf ihrer Gesellschaften als das treibende Element unserer Welt. Sein Verständnis ist der Schlüssel zu einer friedlichen und gerechten Zukunft der Menschheit.“
      würde so vorgehen, wie ich an zwei Zitatstellen aus deinem Text darstellen möchte:

      Herausarbeiten unbewusster Vorannahmen, die du machst:

      a. „bewusste gesellschaftliche Weiterentwicklung“

      Dieser Teilsatz setzt entweder ein Subjekt voraus, dass die Gesellschaft wissenschaftlich reflektiert und nach subjektiven Kriterien eingreifend weiterentwickelt oder aber, und das wäre die wörtliche Betrachtung dieses Satzteils, eine Gesellschaft, die in ihrer Gesamtheit ein Bewusstsein erreicht und sich selbst nach (objektiven?) Zielen weiterentwickelt.
      Die Gendertheorie bestreitet ein bewusstes und autonomes Subjekt bestreiten. Sie kann diesen Nachweis psychoanalytisch, sprachphilosophisch oder diskursanalytisch führen. Sie würde auch die wörtliche, zweite Interpretation ablehnen, weil sie eine metaphysische Kategorie wie „Bewusstsein der Gesellschaft“ ablehnt. Es gibt keine eigenständige Existenz von etwas ausserhalb des Diskurses. Insbesondere gibt es keine Allgemeinheiten.

      b. „Aus dem Blickwinkel der Kybernetik zeigt sich der Kampf belebter Systeme“

      Diesem Satz ist insofern zuzustimmen, als du die Kategorie des Kampfes einführst. Das ist ein veritables Konzept des Genderismus (Wille zum Wissen). Ich kenne dein kybernetisches Modell nicht, aber ich vermute, es arbeitet nicht mit Konzepten, wie „das plötzliche Umschlagen“,“die Entwicklungen entlang von Differenzen“,“die Regellosigkeit“, “das Begehren auf der Ebene der Signifikanten“,“die Einschreibungen des Diskurses in den Körper“ etc. Solange diese Konzepte nicht eingearbeitet sind, also das Begehren und die Erfahrungen des Körpers, das Ausgeliefertsein an den formatierten Diskurs, die kontingenten Ereignisse innerhalb des Diskurses (was für ein Widerspruch) etc. lieferst du nur eine Abstraktion und begehst damit den Kardinalfehler von Wissenschaft, die Abstraktionen als Existenzen verkaufen, während Abstraktion nach Jean Paul Sartre das „wirkliche Böse“ sind.

      c. „Schlüssel zu einer friedlichen und gerechten Zukunft der Menschheit“
      Naive Erlösungsphilosophie. Glaube an Richtungshaftigkeit, während das wirkliche Leben ein Labyrinth ist.

      Diese Art der Kritik entfaltet ihre subversive Kraft, weil derjenige, der entlang von Konzepten wie Regel, Objektivität, Gesetze, Wesentlichkeit, Wahrscheinlichkeit etc. Erkenntnisgewinnung betreibt, sich ertappt fühlt: er hatte deren Gültigkeit selbstverständlich angenommen. Der wissenschaftliche Anspruch, Objektivität zu erreichen bringt ihn zum Verstummen, wenn er die Subjektivität seines Standpunktes vermutet.

      Dieses Zögern und Zurückweichen wird von der feministischen Wissenschaft (Genderismus) zum eigenen Landgewinn ausgenutzt und dies äußerst erfolgreich.

      Der einzige Weg, dem zu begegnen, ist das Ernstnehmen der skeptischen Haltung und ihre unablässige Widerlegung mittels wissenschaftlicher Methoden, um den Skeptizismus an Empirie, korrekter Induktion und widerspruchsfreier Deduktion zu binden.

      • Jau, was Klein, Diefenbach, Danisch, Buchholz und andere machen ist in Ordnung und ich unterstütze das. Die Wissenschaft kann sich nicht selbst sauber halten. Man kann das auch extremer betreiben. Man behauptet, daß keine Behauptung einer Überprüfung stand hält. Kennen Sie, kennst Du, eine Behauptung der Genderer, die belastbar ist? Die daraus folgende Ablehnung ist ebenso wirkungsvoll wie die Nachfrage nach der Methode. Entscheidend ist einzig die Reichweite in der Masse. Die Menge der Menschen lehnt das ab, es nützt nur nichts. Daß man so viel Aufwand in die Ablehnung einer Theorie investieren muß, für die es nicht einen einzigen Beweis gibt zeigt den Zustand der Wissenschaft. Die Nachfrage nach den Methoden ist grundsätzlich richtig und sie wird zum Ziel führen!

        Übrigens, denken wir an den Marxismus-Leninismus, das war auch Wissenschaft, das scharfe Schwert der Arbeiterklasse — und nun?

        Entscheidend ist auch, daß man gegen eine Ideologie kämpft. Es gibt sehr viele Ideologien. Einige davon darf ich hier nichtmal anführen, so stark sind die. Es gibt keine allgemeine Wissenschaftsfreiheit.

        Gut, Kritik an meinen Texten ist sicher berechtigt.

        Dieser Teilsatz setzt entweder ein Subjekt voraus, dass die Gesellschaft wissenschaftlich reflektiert und nach subjektiven Kriterien eingreifend weiterentwickelt oder aber, und das wäre die wörtliche Betrachtung dieses Satzteils, eine Gesellschaft, die in ihrer Gesamtheit ein Bewusstsein erreicht und sich selbst nach (objektiven?) Zielen weiterentwickelt.

        Bewußte Weiterentwicklung bezieht sich auf eine wissenschaftlich begründete Durchdringung der gesellschaftlichen Entwicklung.

        Die Gendertheorie bestreitet ein bewusstes und autonomes Subjekt bestreiten. Sie kann diesen Nachweis psychoanalytisch, sprachphilosophisch oder diskursanalytisch führen.

        Das ist mir neu. Das hätte ich gern genauer.

        eine metaphysische Kategorie wie „Bewusstsein der Gesellschaft“

        Damit ist die wissenschaftliche Durchdringung gemeint. Eine Steuerung der Gesellschaft entwickelt sich. Leider zählen Religionen und Ideologien mit. Es finden also auch Einflüsse statt, die nicht rational begründbar sind. Auch sie steuern die Gesellschaft, auch sie stellen ein Bewußtsein der Gesellschaft dar. Das Thema Bewußtsein muß jetzt zu kurz kommen. Eine Diskussion würde großen Raum einnehmen.
        Noch kurz, selbstverständlich ist jede Steuerung nur möglich, wenn sie sich ihres Einflusses auf das Wesen, das sie steuert, bewußt ist.

        Aus dem Blickwinkel der Kybernetik zeigt sich der Kampf belebter Systeme

        Diesem Satz ist insofern zuzustimmen, als du die Kategorie des Kampfes einführst. Das ist ein veritables Konzept des Genderismus (Wille zum Wissen).

        Man muß sich schon nach den Definitionen in der entsprechenden Arbeit richten, die man zitiert. Also Seite 123, die Definition von Kampf, http://thumulla.com/home/Thumulla_Kampf_der_Systeme.ps
        Nun darf ich im Gegenzug die Definition der Genderei kennen lernen.

        lieferst du nur eine Abstraktion und begehst damit den Kardinalfehler von Wissenschaft, die Abstraktionen als Existenzen verkaufen, während Abstraktion nach Jean Paul Sartre das “wirkliche Böse” sind.

        Das habe ich nicht verstanden. Auch Abstraktion habe ich versucht zu erklären, auf Seite 121. Ich beziehe mich nicht auf Sartre.

        Schlüssel zu einer friedlichen und gerechten Zukunft der Menschheit

        Naive Erlösungsphilosophie. Glaube an Richtungshaftigkeit, während das wirkliche Leben ein Labyrinth ist.

        Nein, denn dann wäre der gesamte Fortschritt der Menschheit nicht existent. Es liegt eine Richtungshaftigkeit vor, eindeutig!
        Ja, Erlösungsphilosophien gibt es massenhaft. Diese zeichnet eben aus, daß sie Chancen hat, weil sie auf naturwissenschaftliche Basis will. Ja, ich weiß, auch davon gibt es einige. Meine ist aber die einzig richtige — ich hoffe, Du verstehst. Sie hat die Chance, die Basis zu finden, weil sie Darwinismus, Informationstheorie und Kybernetik benutzt. Welche Alternativen gäbe es? Die Frage ist ernst gemeint und ich hätte sie gern beantwortet.

        [Bestehen auf Offenlegung der Methoden]
        Das ist auf jeden Fall richtig, ich unterstütze das ja auch. Trotzdem entscheidet die Reichweite in einer Gesellschaft alles. Wenn diese Forderung die Wissenschaft nicht interessiert, wayne juckts? Schauen wir auf den Klimazirkus. Die Kritiker werden ignoriert, die Modelle entscheiden alles, scheiß auf Methoden — das war es, die Gesellschaft läuft in eine Richtung.

        Gruß
        Carsten Thumulla

        „Die deutsche AntiFa ist eine NATO Schlägertruppe, nichts weiter.“
        Auf die Strasse

        • quellwerk sagt:

          Das verwendete „du“ ist korrekt. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: ich bin als fiktiver Genderist aufgetreten. Ich würde mir niemals diese Kritik anmaßen, ohne mich in dein Buch eingelesen zu haben (ich glaube, das werde ich noch machen). Ich gehe von einem autonomen Subjekt aus, das über den Zeitverlauf Bestand hat. Der Genderismus tut dies nicht. Ich glaube an systematische Darstellungen, die zur Erklärung der Realität beitragen. Der Genderismus glaubt weder an eine unabhängige Realität, noch an systematische Zusammenhänge, die Ansprüche auf eigenständige Gültigkeit haben. Das Problem ist, das deren Position von Denkern unterstützt wurde und wird, die alles andere als Dummköpfe sind. Diese Haltung ist ein zynischer Skeptizismus, den man nicht ohne weiteres beikommen kann.

          Skeptizismus („es gibt keine allgemeinen Aussagen“) gab es schon immer und wird es immer geben. Normalerweise wird er in optimistischen Philosophien integriert und als Folie für deren Argumentationen benutzt. Der zeitgenössische Skeptizismus ist jedoch mittlerweise institutionalisiert und so fest im Sattel, dass das anekdotische Aufzeigen seiner Widersprüche nicht mehr ausreicht. Ich werde demnächst einen Beitrag dazu verfassen auf nicht-feminist.de. Ich werde dir beizeiten einen Hinweis geben. Ich muss jetzt leider aufhören und kann ggf. auf eine Antwort nicht reagieren. Abschliessend möche ich noch meine Sympathie für deinen Optimismus und deine freundliche Aufnahme meiner Kritik erwähnen.

  11. Pingback: Zensur der Meinungsfreiheit – Die Angst geht um, beim “humanistischen Pressedienst” | ScienceFiles; Kritische Wissenschaft - Critical Science

  12. Yeph sagt:

    Hallo,

    Nachdem ich hier einige Kommentare durchgelesen habe, wollte ich einige Gedanken dazu äußern:

    M.E. ist der Kreationismus eine freie Erfindung die gegen jegliche Erkenntnis der aktuellen Forschung spricht. Die Entwicklung der Embryos so wie alle bisherigen Erkenntnisse zur Entwicklung der Lebewesen deuten darauf hin, dass wir uns alle aus einem gemeinsamen Vorfahren entwickelt haben.

    Der Genderismus ist etwas weniger deutlich anti-wissenschaftlich und einige Aussagen sind zumindest immer noch heftig umstritten. Dass sich Männchen und Weibchen in ihrem sozialen Verhalten meistens deutlich unterscheiden ist jedoch genauso unumstritten wie die Evolutionstheorie.

    Wissenschaftliche Erkenntnisse nicht zur Kenntnis zu nehmen, bzw. sie einfach zu leugnen, ist also ein gemeinsames Merkmal von Kreationismus und Genderismus.

    Das fanatische Festhalten an absurden Theorien ist ein weiteres Merkmal das beide Ideologien gemeinsam haben. Inwiefern man in den nächsten Jahr(zehnt)en beweisen kann was angeboren und was anerzogen ist steht wohl noch in den Sternen. Man kann vielleicht eher von Veranlagung und Prägung reden als von deterministischen biologischen Voraussetzungen.

    Ich kann mich z.B. an eine Zeit erinnern wo rosa bei Männern ziemlich beliebt war, vor allem bei Extremsportlern…. 🙂

    Jede Art von Ideologie gegen wissenschaftliche Erkenntnis ist doof und das gilt wohl für Kreationismus, wie für Genderismus. Wo genau die Grenzen zur Unwissenschaftlichkeit beim Genderismus gezogen werden müssen, werden wir wohl irgendwann noch sehen. Auf dem Gebiet der Psychologie gibt es eine sehr ähnliche Unsicherheit, die keinesfalls heute schon wissenschaftlich geklärt ist.

    MfG
    Yeph

  13. Nicht, dass ich die Diskussion um die Evolutionstheorie nicht prinzipiell interessant fände, aber ich wundere mich schon, dass unser Text offensichtlich mehr Anlass zu dieser Diskussion gegeben hat als zu einer Diskussion des Status des Genderismus.

    Vielleicht zeigt das, dass Letzteres gar nicht mehr diskutiert zu werden braucht, und das wäre ja eine gute Nachricht!

    • Das Problem ist immer, daß die Aktivisten die Themen bestimmen. Was die Masse nicht interessiert verschwindet nicht aus den Nachrichten. Was Geld bringt bleibt in den Nachrichten und bleibt ein Thema in der Gesellschaft, ob die das mehrheitlich will oder nicht. Das ist noch ein Beispiel, warum Demokratie nicht funktioniert.

      Carsten Thumulla

      [Merkel]
      „Wie macht man Karriere in Deutschland, obwohl man nichts taugt?“
      Christoph Hörstel

    • Matthias sagt:

      @ Dr. habil. Heike Diefenbach

      Das wäre ein gutes Zeichen, allerdings wäre es schon eine Diskussion wert, wie man die Genderei aus Politik, Medien und vor allem den Schulen und Hochschulen wieder herauskriegt.

  14. Pingback: Matthias Woche – nicht-feministische Links der KW 16/2015 - NICHT-Feminist

  15. Pingback: Indoktrination 2.0: Vom genderistischen Pack | ScienceFiles

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  17. Pingback: Genderseuche: Umerziehung zum Neuen Menschen | Kreidfeuer

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