EU-Referendum: Macht die Formulierung der Frage einen Unterschied?

Während in Deutschland die Frage danach, ob die Bevölkerung Deutschlands die Möglichkeit haben soll, über Verbleib in oder Austritt aus der EU zu entscheiden, von offizieller Seite nicht ernsthaft erwogen, ja, nicht einmal thematisiert wird, werden im Vereinigten Königreich derzeit Pläne darüber geschmiedet, wie die Frage lauten soll, die im Rahmen des EU-Referendums, das die alte und die neue Tory-Regierung durchzuführen angekündigt hat, gestellt wird.

In der britischen Presse wird berichtet, dass David Cameron die Frage “Should the UK remain a member of the EU?” erwäge, und weiter hieß es bei der BBC am 27. Mai 2015: “The prime minister is said to believe this would allow those who want Britain to remain in the EU to style themselves as the Yes campaign”. Matt Qvortrup, der Professor für angewandte Politikwissenschaft an der Coventry University ist, betrachtet dies als “an attempt to be the positive campaign because nobody likes to be seen as negative”.

Wenn es stimmen sollte, dass jeder oder zumindest die Mehrheit der Menschen lieber zustimmt als widerspricht, jeder lieber “ja” sagt als “nein”, lieber die Bereitschaft signalisiert, ein Projekt (neu) anzugehen, als es zu beenden, dann erscheint es wichtig, dass die Frage, die im Rahmen des EU-Referendums gestellt wird, so formuliert wird, dass nicht über den Austritt aus der EU, sondern über den Verbleib in ihr zu entscheiden ist. Wenn man sich wünscht, dass am Ende des Referendums eine Mehrheit für den Verbleib in der EU steht, würde man seinem Ziel also ein Stück näher kommen, wenn man fragt: “Soll das Vereinigte Königreich [oder Deutschland …] ein Mitglied der EU bleiben?”, statt zu fragen: “Soll das Vereinigte Königreich [oder Deutschland …] seine Mitgliedschaft in der EU beenden?” oder “Soll das Vereinigte Königreich [oder Deutschland …] aus der EU austreten?”.

Die Frage ist, ob es tatsächlich so ist, dass die Mehrheit der Menschen lieber “ja” sagt als “nein” und ob dies in allen möglichen Situationen zutrifft oder nicht. Im Vereinigten Königreich gibt es Leute, die das so sehen, einfach, weil sie die Erfahrungen aus der Vergangenheit entsprechend interpretieren. So wurde die britische Bevölkerung im Jahr 1975 gefragt “Do you think the UK should stay in the European Community (Common Market)?”, zu Deutsch: “Sind Sie der Ansicht, dass das Vereinigte Königreich in der Europäischen Gemeinschaft … bleiben sollte?”. Damals hat sich eine Mehrheit der Bevölkerung für den Verbleib ausgesprochen, also die “ja”-Option statt der “nein”-Option gewählt. Aber was gibt es aus Sicht der empirischen Sozialforschung dazu zu sagen?

Tatsächlich ist die Tendenz von Personen, einer Frage oder Aussage in Befragungen zuzustimmen oder sie positiv zu bewerten, bereits im Jahr 1946 von Lee J. Cronbach in einem Aufsatz über “Response Sets and Test Validity” berichtet worden. In diesem Aufsatz beschreibt Cronbach die Ergebnisse einiger methodischer Experimente, die er mit Studierenden durchgeführt hat, und unter dem Stichwort “Bias; acquiescence” schreibt er:

“When students are offered two alternatives, as ‘True’ versus ‘False’, ‘Like’ versus ‘Dislike’, ‘Agree’ versus ‘Disagree’, etc., some use one more than the other. This effect has been demonstrated in the true-false test and in personality and attitude tests … Individual differences in asquiescence (tendeny to say ‘Yes’ or ‘True’) are reliable by split-half and parallel-test-with-elapsed-time methods …” (Cronbach 1946: 479-480).

Eine Zustimmungstendenz bedeutet, dass jemand eine Präferenz dafür hat, “ja” zu sagen oder zuzustimmen oder etwas positiv zu bewerten, unabhängig vom Inhalt der Frage. Fragt man also nach Zustimmung zur Aussage “Deutschland hat von der Mitgliedschaft in der EU überwiegend Vorteile”, dann wird eine Person mit Zustimmungstendenz ihr zustimmen, statt ihr nicht zuzustimmen oder sie abzulehnen, und dasselbe wird sie tun, wenn man sie nach ihrer Zustimmung zur Aussage “Deutschland hat von der Mitgliedschaft in der EU überwiegend Nachteile” fragt.

Schnell hill esserSeit Cronbachs Veröffentlichung (und einer bekannten Folgeveröffentlichung im Jahr 1950) und einer entsprechenden, sehr bekannt gewordenen Untersuchung von Berg und Rapaport aus dem Jahr 1954 ist die so genannte Zustimmungs- oder Ja-Sage-Tendenz in der methodischen Literatur über empirische Sozialforschung immer wieder untersucht worden, und die Diskussion hat sich längst dahingehend entwickelt, dass nicht mehr direkt die Frage nach der Existenz der Zustimmungstendenz gestellt wird, sondern danach gefragt wird, ob die Zustimmungstendenz als Persönlichkeitseigenschaft bzw. als Antwortstil einer Person aufzufassen ist, oder ob die Zustimmungstendenz der Befragungssituation geschuldet ist oder den Eigenschaften der in der Befragung verwendeten Messinstrumente. Ebenfalls diskutiert wird, ob Zustimmungstendenzen kulturell bedingt sind und entsprechend in verschiedenen Kulturen – meist werden aber tatsächlich Angehörige verschiedener Staaten, nicht Kulturen, untersucht – unterschiedlich stark ausgeprägt sind, was für die Zuverlässigkeit von Ergebnissen aus interkulturell oder international vergleichenden Studien von erheblicher Bedeutung ist (vgl. z.B. Herk et al. 2004).

Auch, wenn diese Diskussionen (noch) nicht beendet und die entsprechenden Fragen (noch) nicht geklärt sind, kann man versuchen, die Zustimmungstendenz zu identifizieren und ihr idealerweise entgegenzuwirken. So gilt die Formulierung von so genannten ungleichgerichteten Aussagen, wie sie von Converse und Presser 1986 vorgeschlagen wurde, im Rahmen von Fragebatterien als gute Praxis in der empirischen Sozialforschung. Bestimmte Überzeugungen werden im Rahmen einer Reihe von Fragen erhoben, die sich in der Richtung der Formulierung unterscheiden. Wenn Personen konsistente Überzeugungen zu einer bestimmten Sache haben, sollten sie diese Überzeugung auch bei in der Formulierung unterschiedlich gerichteten Fragen äußern. Bei einem Referendum wird aber aus Gründen der Klarheit und aus Kostengründen nur eine einzige Frage zu der Sache gestellt, über die entschieden werden soll, so dass diese Lösung bei einem Referendum nicht in Frage kommt.

Alternativ könnte man eine so genannte “balanced question”, zu Deutsch: “ausbalancierte Frage(formulierung)” stellen. Eine ausbalancierte Frageformulierung würde mit Bezug auf das oben gewählte Beispiel z.B. lauten: “Hat (Ihrer Meinung nach) die Mitgliedschaft in der EU für Deutschland eher Vorteile oder eher Nachteile?”, und die Antwortvorgaben für diese Frage müssten lauten: “eher Vorteile” und “eher Nachteile”. Und im Rahmen des EU-Referendums könnte eine ausbalancierte Frage lauten: “Soll das Vereinigte Königreich [Deutschland …] weiterhin Mitglied der EU bleiben, oder soll es nicht weiterhin Mitglied der EU bleiben?”

Es scheint, dass ausbalancierte Frageformulierungen die Zustimmungstendenz tatsächlich reduzieren, aber sie können unnötig lang und umständlich formuliert auf die Befragten wirken. Deshalb sind einige Studien durchgeführt worden, die testen, ob oder welche Unterschiede es macht, wenn die Balance in Frageformulierungen unterschiedlich hergestellt wird. Man unterscheidet inzwischen zwischen vollständiger und minimaler Balance und erfreulicherweise haben verschiedene Untersuchungen gezeigt, dass es keinen nennenswerten Unterschied macht, ob eine vollständige oder eine minimale Balance in der Frageformulierung verwendet wird (Schaeffer et al. 2005).

Eine vollständig balancierte EU-Referendums-Frage könnte lauten:

“Soll das Vereinigte Königreich [Deutschland …] weiterhin Mitglied der EU bleiben, oder soll es nicht weiterhin Mitglied der EU bleiben?”, und die Antwortvorgaben müssten lauten: “Es soll weiterhin Mitglied in der EU bleiben”, und “Es soll nicht weiterhin Mitglied in der EU bleiben”.

Eine minimal balancierte Formulierung könnte lauten:

“Soll das Vereinigte Königreich [Deutschland …] weiterhin Mitglied der EU bleiben oder nicht?”, und die Antwortkategorien könnten lauten: “soll Mitglied bleiben” und “soll nicht Mitglied bleiben”.

Weil die Forschung Belege dafür erbracht hat, dass die Zustimmungstendenz besonders bei Fragen zu beobachten ist, denen dichotome Antwortvorgaben wie “ja” und “nein” oder “stimme zu” und “stimme nicht zu” beigegeben sind (Krosnick 1999), ist es tatsächlich eine brisante Frage, wie eine Frage im Rahmen eines Referendums gestellt wird, ob also z.B. gefragt wird: “Soll …. aus der EU austreten?” oder “Soll … Mitglied in der EU bleiben?”. Wer sich nicht dem Vorwurf aussetzen möchte, er wolle die Befragten in Richtung einer bestimmten Entscheidung “drücken”, muss daher eine minimal balancierte Frageformulierung verwenden.

Im Vereinigten Königreich sollte dementsprechend nicht gefragt werden:

“Should the UK remain a member of the EU?” (“yes”/”no”),

sondern

“Do you think the UK should or should not remain a member of the EU?” (“should”/”should not”).

Number 10Diese Frageformulierung ist hinreichend kurz und verständlich und sie ist geeignet die Zustimmungstendenz zu verringern. Falls man sich in Number 10 Downing Street dennoch aus strategischen Gründen entschließen sollte, die erste Frageformulierung zu wählen, so ist dies zwar ein Verstoß gegen die Regeln der Kunst der empirischen Sozialforschung, aber dieselbe bietet dennoch Trost: In der Studie über Antwortmuster der Befragten in sechs EU-Staaten von Herk et al. (2004) hat sich gezeigt, dass “… British tended to display the lowest acquiescence of all EU repondents” (357).

Wen wundert’s? Uns nicht. Und die Deutschen werden ja ohnehin nicht danach gefragt, ob sie in der EU bleiben wollen oder nicht – außer von uns.

Und in diesem Zusammenhang bleibt anzumerken, dass unsere eigene Befragung nach dem Verbleib Deutschlands in der EU auch nicht den Regeln der Kunst entsprochen hat, was die Frageformulierung betrifft (was aber anscheinend niemand bemerkt hat, auch oder gerade nicht unter denen, denen das Abstimmungsergebnis nicht gefällt). Nur: Sie reduziert die Zustimmungstendenz nicht, und dennoch antworten – derzeit – knapp 93 Prozent der Befragten mit “nein”!

Literatur:

Berg, Irwin A. & Rapaport, Gerald M., 1954: Response Bias in an Unstructured Questionnaire”. The Journal of Psychology: Interdisciplinary and Applied 38,2: .475-481.

Converse, Jean M. & Presser, Stanley, 1986: Survey Questions: Handcrafting the Standardized Questionnaire. Beverly Hills: Sage.

Cronbach, Lee J., 1950: Further Evidence on Response Sets and Test Design. Educational and Psychological Measurement 10, 1: 3-31.

Cronbach, Lee J., 1946: Response Sets and Test Validity. Educational and Psychological Measurement 6, 4: 475-494.

Herk, Hester van, Poortinga, Ype H. & Verhallen, Theo M. M., 2004: Response Styles in Rating Scales: Evidence of Method Bias in Data From Six EU Countries. Journal of Cross-Cultural Psychology 35, 3: 346-360.

Krosnick, Jon A., 1999: Maximizing Questionnaire Quality, pp. 37-58 in: Robinson, J. P., Shaver, P. & Wrightsman, L. (eds.): Measures of Political Attitudes. San Diego: Academic Press.

Schaeffer, Eric M., Krosnick, Jon A., Langer, Gary E. & Merkle, Daniel M., 2005: Comparing the Quality of Data Obtained by Minimally Balanced and Fully Balanced Attitude Questions. Public Opinion Quarterly 69, 3: 417-428.

Die DDRisierung des Denkens

Als der Kritische Rationalismus von Karl Raimund Popper zum ersten Mal auf den denkenden Teil der deutschen Bevölkerung getroffen ist, war dies wie eine Enthüllung, waren die ganzen Dilemmata, die sich mit dem Versuch, das, was man für richtig gehalten hat, zu bestätigen, auf einmal beseitigt. Fortschritt ohne Widerspruch war möglich.

Das war in den 1960er, den 1970er und zu Beginn der 1980er Jahre.

RokeachSeitdem hat eine geistige DDRisierung stattgefunden, die man mit Milton Rokeach als “the closing of the mind” bezeichnen könnte. Gedacht wird nur noch, was konform ist. Wahrgenommen wird nur noch, was der eigenen Ideologie oder Gesinnung entspricht. Erklärt wird nur noch, was im Rahmen der eigenen Ideologie erklärenswert erscheint und erklärt werden kann.

Die DDRisierung des Denkens gleicht einem riesigen Verdummungsprogramm, das die Wahrnehmung begrenzen, die Wirklichkeit anpassen und den Erkenntnisfortschritt auf gesinnungskonform trimmen will: Innovation ja, aber nur, wenn sie zur Gesinnung passt.

Ein Markenzeichen dieser DDRisierung des Denken besteht darin, dass Widersprüche nebeneinander bestehen und das, was Generationen von Philosophen als traurigster Zustand erschienen ist, nämlich im Widerspruch zur eigenen Vernunft zu leben, normalisiert wurde, in der Regel dadurch, dass die Vernunft außer Kraft gesetzt wird.

Letztlich ist es eine Frage der Zeit, bis die DDRisierung des Denkens, wie die DDR, die Sowjetunion, Pol Pot oder Pinochet an ihren Widersprüchen zerbrechen wird. Niemand kann im Widerspruch zur Realität leben, nicht außerhalb eines Irrenhauses. Bis es zum großen Knall kommt, wollen wir die Logik dahinter, dass Denk-DDRisierung zu Widerspruch führen muss, aufdecken.

Die Ursache aller Widersprüche besteht darin, dass nach Bestätigung gesucht wird. Wer z.B. eine Behauptung aufstellt, der sucht nicht danach, die Behauptung zu widerlegen, wie dies im Falsifikationismus von Karl Raimund Popper der Fall ist [Der kritische Rationalismus ist nicht nur ein Mittel gegen die DDRisierung, er ist auch ein Mittel, um geistige Gesundheit zu bewahren.], nein, es wird explizit nach z.B. Beobachtungen gesucht, die die eigene Behauptung bestätigen oder zu bestätigen scheinen.

Und hier beginnt das Problem, das Carl G. Hempel bereits vor rund 80 Jahren am Beispiel von schwarzen Raben deutlich gemacht hat.

Nehmen wir den Satz “Alle Raben sind schwarz”.

Offensichtlich ist es nicht möglich, diesen Satz zu beweisen, da niemand in der Lage ist, alle Raben an einem Ort zu sammeln und zu kontrollieren, ob alle Raben schwarz sind – ganz zu schweigen von Raben, die sich auf noch nicht entdeckten Planeten finden könnten.

Allerdings ist es möglich, den Satz zu widerlegen: Ein grüner Rabe genügt, um die Aussage “Alle Raben sind schwarz” als falsch auszuweisen.

Carl G. Hempel hat einen leichteren Weg zur Prüfung der Aussage “Alle Raben sind schwarz” gesucht. Der leichtere Weg führt scheinbar über die Kontraposition:

Alle nichtschwarzen Dinge sind Nichtraben (Wenn alle nichtschwarzen Dinge Nichtraben sind, dann müssen alle Raben schwarz sein).

Um diese Aussage zu prüfen, ist es nicht mehr notwendig, alle Raben auf einen Rabenversammlungsplatz zu beordern, um zu prüfen, ob sie alle schwarz sind. Es reicht, nach Objekten zu suchen, die weder schwarz noch ein Rabe sind.

Popper ProblemloesenWeiße Tischdecken, rote Spinner, blaue Autos und grüne Papageien bestätigen die Behauptung, dass alle nichtschwarzen Dinge Nichtraben sind. Alles, was nichtschwarz und Nichtrabe ist, bestätigt nun die Aussage, dass alle Raben schwarz sind. Es wimmelt geradezu von Beweisen für die Richtigkeit der Aussage.

Das ist so ungefähr der Zustand, in dem sich denk-DDRisierte befinden müssen, Ideologen, die in der Welt nur Belege für ihre Behauptungen sehen und finden.

Nun gibt es jedoch ein Problem mit dieser Art der Suche nach Belegen. Sie führt zu einem Widerspruch, was am Beispiel eines roten Ferraris leicht nachvollziehbar ist.

Offensichtlich bestätigt ein roter Ferrari die Aussage, alle nichtschwarzen Dinge sind Nichtraben und damit die Aussage “Alle Raben sind schwarz”.

Aber nicht nur das: Der rote Ferrari bestätigt auch die Aussage, alle nichtweißen Dinge sind Nichtraben, also: “Alle Raben sind weiß”, was zu der logischen Schlussfolgerung führt:

Schwarz ist weiß.

Damit ist der Denkprozess beschrieben, der Ideologen auszeichnet, sofern man ihn als solchen bezeichnen kann, und es ist deutlich, warum Ideologen unweigerlich Widersprüche produzieren müssen.

Man kann dies auch über den Fehlschluss der Bejahung des Konsequens argumentieren, denn der rote Ferrari bestätigt eben nicht nur die Aussage, dass alle Raben schwarz sind, sondern auch die Aussage, dass alle Raben weiß sind. Da Ideologen sich auf die Bestätigung dessen versteifen, was für sie richtig ist, fällt ihnen gar nicht auf, dass ihre angebliche Bestätigung Bestätigung für ihre Ideologie und das Gegenteil ihrer Ideologie ist. Es fällt ihnen wegen des als “closing of the mind” beschriebenen Prozesses nicht auf. Die Möglichkeit, dass rote Ferrari auch belegen könnten, dass Raben weiß sind, kommt in ihrer Gesinnung nicht vor.

Da Ideologen Widersprüche nicht lösen, sondern nur ignorieren können, sammeln sie über Zeit immer mehr Widersprüche an. Im Ergebnis werden sie entweder wahnsinnig oder entsagen ihrer Ideologie.

Und deshalb wird die DDRisierung des Denkens über kurz oder lang dahinführen, wo alle Ideologien immer hingeführt haben: Zum großen Knall, zum Ende der Ideologie. Einzig die Frage, wie viele Opfer notwendig sind, bis auch der letzte Ideologe eingesehen hat, dass man nicht gegen die Wirklichkeit anleben kann, ist noch zu klären.

©ScienceFiles, 2015

AfD-Watch ist der Lächerlichkeit preiszugeben, die dem Blog gebührt

Gestern haben wir darüber berichtet, dass ein Blog, das sich AfD-Watch nennt und dessen “Team” aus Angst vor Konsequenzen anonym bleiben will, diese Anonymität nutzt, um namentlich genannte Individuen zu diffamieren, anzuprangern und zu Aktionen gegen diese Individuen aufzurufen. Bereits diese Einleitung reicht eigentlich, um zu wissen, dass es sich bei AfD-Watch um undemokratische, im günstigsten Fall Rufmörder, im ungünstigsten Fall Anstifter zu weiteren Straftaten handelt.

Nun hat Roland K. die Anklage gegen AfD-Watch mit dem Hinweis auf mangelnde Sorgfalt bei der Recherche und Verletzung des öffentlichen sittlichen Empfindens erweitert.

Die Verteidigung, ein Nobbie, also offensichtlich ein Nachwuchsanwalt, der noch keinen richtigen Namen hat und sich deshalb mit einer Verniedlichung oder Infantilisierung von Norbert zufrieden geben muss, umfasst drei Punkte:

  • Nur weil Karsten Mende sagt, er sei ein anderer Karsten Mende als der Karsten Mende im Text auf AfD-Watch, muss nicht stimmen, was Karsten Mende sagt.
  • Blogger Karsten Mende müsse belegen, dass er nicht Kriminalkommissar Karsten Mende sei.
  • AfD-Watch habe im Treu und Glauben gehandelt und seinem Gastautor geglaubt. Deshalb könne er nicht dem Blogger Karsten Mende glauben, da sich die Aussagen von Gastautor und Blogger Karsten Mende diametral verhielten, er also entscheiden müsse, wem er glaube.

Afd-watch2

Die Erweiterung der Anklage gegen AfD-Watch durch Roland K. ist begründet und zulässig. AfD-Watch ist wegen Verstoßes gegen die demokratische Grundordnung, die guten Sitten, die Sorgfaltspflicht und gegen die Logik zu verurteilen.

Begründung:

1.) Die demokratische Grundordnung
2.) Die Logik
3.) Die guten Sitten und die Sorgfaltspflicht

1.) Demokratische Grundordnung

Es kommt nicht von ungefähr, dass in demokratischen Systemen ein Angeklagter so lange nicht verurteilt wird, wie seine Schuld nicht erwiesen ist. Anders formuliert: Damit ein Angeklagter verurteilt werden kann, muss seine Schuld bewiesen werden. Nun hat sich in den letzten Jahren eine antidemokratische Fraktion herausgebildet, vornehmlich handelt es sich dabei um Linke und Genderisten wie Ilse Lenz, die die Unschuldsvermutung streichen wollen und die Last des Unschuldsbeweises dem auferlegen wollen, der beschuldigt wird.

Enstprechend müsste in diesem antidemokratischen oder besser: faschistischen Weltbild ein Angeklagter seine Unschuld beweisen und nicht der Kläger die Schuld.

Dies öffnet der Willkür Tür und Tor und beseitigt den Rechtsstaat und danach die Demokratie. Muss der Angeklagte seine Unschuld beweisen, ist die Anklage mit keinerlei Kosten verbunden. Willkür und Boshaftigkeit sind keine Grenzen gesetzt, wie am Beispiel von AfD-Watch deutlich wird. Man kann über andere behaupten, was man behaupten will, wohlwissend, dass es keine Last des Beleges der eigenen Behauptungen gibt, vielmehr muss das Opfer willkürlicher Behauptungen beweisen, dass die Behauptungen falsch sind.

Wenn wir also behaupten, dass Ilse Lenz vom russichen Geheimdienst finanziert wird und AfD-Watch ein Ableger der grünen Gunda-Werner-Stiftung ist, dann ist es, nach dieser Logik nicht an uns, die Behauptungen zu beweisen, sondern an den Zielen der Behauptungen, sie zu widerlegen.

Wer denkt, die Umkehr der Beweislast habe auch nur im Entferntesten noch etwas mit Demokratie zu tun, der ist wegen einer nicht mehr tolerierbaren geistigen Schwäche aus dem öffentlichen Leben zu entfernen und sofern er sich nicht freiwillig entfernt, wäre er dazu zu verurteilen.

Logik

In der Logik geht es um Urteile. Es geht darum zu beurteilen, ob ein Satz wahr ist bzw. ob Schlussfolgerungen, die aus einem Satz abgeleitet werden, wahr sind.

Die Verteidigung durch Nobbie führt an:

Satz 1: Man glaube Autor X nicht, wenn er behauptet Karsten Mende, der Blogger, sei nicht Karsten Mende, der Polizeibeamte.

Satz 2: Man glaube Autor Y, wenn er behauptet, Karsten Mende, der Blogger, sei Karsten Mende, der Polizeibeamte.

Offensichtlich sind beide Sätze gleichwertig, und es gibt keine Möglichkeit, logisch zu begründen, warum man zum Beispiel Satz 1 Satz 2 vorzieht. Normalerweise wird das Problem damit gelöst, dass man aus beiden Sätzen sich gegenseitig ausschließende singuläre Sätze ableitet und empirisch prüft, welcher der beiden konkurrierenden singulären Sätze zutrifft.

Diese Lösung ist der Nobbie-Verteidigung offensichtlich nicht bekannt.

Als Ergebnis der Unkenntnis ergibt sich ein logischer Widerspruch, der sich nicht auflösen läßt, denn aus Satz 1 folgt nicht Satz 2. Beide Sätze sind weiterhin gleichwertig, weshalb es einen Widerspruch darstellt, der mit gesundem Menschenverstand, ganz zu schweigen von der Logik, nicht zu vereinbaren ist. Man kann nicht ohne Grund eines glauben und das gleichgelagerte andere nicht glauben. Derartiger Unsinn ist nur aus den Hallen des Vatikan bekannt und selbst dort versucht man zumindet die Heiligsprechung von Normalsterblichen, die ihre Normalität bereits dadurch belegt haben, dass sie gestorben sind, zu rechtfertigen.

AfD-Watch bleibt entsprechend auch hinter dem Vatikan zurück.

Sitte und Sorgfalt

Menschliche Gesellschaften basieren auf Kooperation. Kooperation setzt einen guten Willen voraus. Entsprechend hat es sich unter zivilisierten Menschen eingebürgert, dass man anderen zunächst mit gutem Willen und nicht mit Boshaftigkeit begegnet. Geht es um die Veröffentlichung von Behauptungen über lebende Personen, dann folgt aus dieser Konvention die Pflicht zur Sorgfalt, d.h. Behauptungen müssen belegt werden und geprüft werden, um auszuschließen, dass Falsches behauptet wird.

AfD-Watch lässt keinerlei Sorgfalt erkennen. Wissentlich und absichtlich wird behauptet, zwei unterschiedliche Individuen seien nur ein Individuum. Wissentlich und absichtlich wird das geschaffene Einheitsindividuum diffamiert. Wissentlich und absichtlich wird dazu aufgerufen, bei dem Einheitsindividuum “zu klingeln”, was nur bedeuten kann, hier wird zu einer Straftat (Beleidigung, Bedrohung …) aufgerufen.

Insofern kann von einer vorsätzlichen, zumindest grob fahrlässigen Begehungsweise ausgegangen werden.

AfD-Watch ist in allen Punkten der Anklage zu verurteilen:

  • AfD-Watch ist als antidemokratische Organisation anzusehen.
  • AfD-Watch stellt entsprechend eine Gefahr für Demokratie, Freiheit, Recht und Ordnung dar.
  • AfD-Watch ist mit den rudimentärsten Grundsätzen der Logik nicht vertraut und erweist sich auch in sofern als nicht öffentlichkeitsfähig.
  • AfD-Watch hat vorsätzlich und zielgerichtet die Regeln der Sorgfalt und der Sitte gebrochen, falsche Behauptungen über gleich zwei Individuen verbreitet und diese diffamiert.

Da es sich eingebürgert zu haben scheint, dass jeder, der der Ansicht ist, er habe etwas zu sagen, seinen Mund aufmacht, ist es notwendig, darauf hinzuweisen, dass nicht jeder Unsinn, der einem in den Kopf kommt, eine Meinung darstellt und entsprechend von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Meinungsfreiheit umfasst begründete Aussagen, bei deren Formulierung die Grundsätze von Fairness und Sorgfalt berücksichtigt wurden. Dies ist deshalb so, weil mit der Freiheit der Meinung auch u.a. die Pflicht einhergeht, Meinungsfreiheit nicht zu Diffamierung und Beleidigung Dritter zu missbrauchen. Nicht jeder, der den Mund aufmachen kann, ist in der Lage, mit Meinungsfreiheit umzugehen.

Insofern sich AfD-Watch als unwillig gezeigt hat, Aussagen zu begründen oder seiner Sorgfaltspflicht bei Veröffentlichungen nachzukommen, ist es eine Frage des Anstands und der Moral, dass sich AfD-Watch selbst aus der Öffentlichkeit entfernt.

Da AfD-Watch bereits gezeigt hat, dass es nicht bereit ist, Kriterien von Anstand und Moral, von Sorgfalt und Fairness einzuhalten, ist AfD-Watch einer kontinuierlichen Überwachung zu unterziehen und fortwährend der Lächerlichkeit, die der anonymen Sub-IQ-Gruppe gebührt, preiszugeben.

Nachtrag: Getroffene Hunde bellen.

Wollepelz hat uns gerade darauf hingewiesen, dass es einen neuen Text mit dem Titel “Dumm, dümmer, Michael Klein” auf AfD-Watch gibt. Und in der Tat, dem ist so. Mehr können wir zu diesem Text nicht sagen, denn wer ihn liest (mehr als die ersten Absätze haben wir indes nicht geschafft), der kann sich nur betroffen abwenden. Vielleicht findet sich ja ein Psychiater, der den AfD-Watchern in dieser schweren Zeit, in der sie mit Argumenten konfrontiert werden und in der so deutlich wird, dass sie zwar austeilen, aber nicht einstecken können, dass sie mit anderen Worten infantile kleine Bälger sind, beisteht. Wir haben bis auf Weiteres zu AfD-Watch gesagt, was es zu sagen gibt und wenden und nun wieder den wichtigen Dingen im Leben zu.

Nachtrag II:

Man soll ja immer aufgeschlossen für neue Methoden sein. Wer sich dafür interessiert, wer namentlich mit AfD-Watch in Verbindung steht (oder stehen will), der kann sich zu diesem Beitrag die Likes und die Kommentatoren ansehen.

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