Schweizer Studie: Schulerfolg bei Jungen von der richtigen Gesinnung abhängig

Der Inhalt eines Beitrags in der Zeitschrift “Masculinities and Social Change”, den Andreas Hadjar, Susanne Backes und Stefanie Gysin verfasst haben und der mit “School alienation, patriarchal gender-role orientation and the lower educational success of boys” überschrieben ist, ist schnell erzählt:

Hadjar_2015_School alienationJungen, die traditionelle Rollenverteilungen präferieren, die also z.B. denken, Männer seien Haupternährer (eine Überzeugung, die die Realität in den meisten deutschen Familien gut beschreibt) und Frauen die besseren Familien-Kümmerer, stören etwas häufiger den Unterricht als Mädchen, die die entsprechende traditionelle Rollenverteilung präferieren und im Gegensatz zu Mädchen, die den Unterricht stören, wirkt sich das Stören durch Jungen negativ auf deren schulischen Erfolg aus, d.h. sie erhalten schlechte Noten. Eine wichtigere Ursache als die Geschlechtsorientierung dafür, dass Jungen und Mädchen im Unterricht stören, ist deren Entfremdung von der Schule. Letztere schlägt sich direkt (was man erwarten sollte, bei Schülern, die sich vom Unterricht abgenabelt haben und der Schule nichts mehr abgewinnen können) und indirekt über störendes Verhalten auf deren schulische Leistung nieder. Abermals ist es so, dass der Weg über störendes Verhalten die Benotung von Jungen stärker belastet als die Benotung von Mädchen.

Kurz: Jungen werden im Gegensatz zu Mädchen bestraft, wenn sie traditionelle Rollenmuster für richtig halten. Beide, Jungen wie Mädchen, unterscheidet im Hinblick auf das Ausmaß der Entfremdung von der Schule und im Hinblick auf störendes Verhalten im Unterricht wenig. Aber: Jungen werden im Gegensatz zu Mädchen von Lehrern für störendes Verhalten bestraft – wegen falscher Gesinnung:

“The finding, that the effect of school alienation on school deviance is as strong for boys as for girls , but problem behaviour in school only effects boys’ school success, suggests the existence of different forms of deviance in schools and different perceptions of girls and boys behaviour from teachers’ perspective”.

Das ist die größte Annäherung, die man in einer Studie aus deutschsprachigen Landen an Kritik an Lehrern erwarten kann. Dass Lehrer offensichtlich differenzieren, wenn es darum geht, Jungen oder Mädchen für den Unterricht störendes Verhalten zu bestrafen und dass Lehrer offensichtlich traditionale Rollenvorstellungen bei Jungen negativ in deren Benotung einfließen lassen, dass sie mit anderen Worten die falsche Gesinnung der Jungen bestrafen, während Mädchen selbst bei falscher Gesinnung straffrei ausgehen, das muss man auf Grundlage der Analysen von Hadjar, Backes und Gysin als belegt annehmen.

Die Ergebnisse von Hadjar, Backes und Gysin resultieren aus einer quantitativen Befragung von 872 Schülern der achten Klasse aus 49 Schulklassen an schweizer Schulen. Neben der quantitativen Befragung haben die Forscher Gruppengespräche mit Schülern geführt und den Unterricht beobachtet.

Und nun ist es an der Zeit, zwei Fragen zu stellen, von denen sich eine im Text finden sollte, was sie aber nicht tut, während die andere an die Adresse der Autoren geht.

1. Frage:
Wie kann es sein, dass die Frage, ob ein Junge ein traditionelles Rollenmuster präferiert, einen Effekt auf seine Benotung hat? Was wird in Schulen eigentlich bewertet (noch ne Frage)? Die Leistung oder die richtige Gesinnung? Wenn sich in weiteren Studien bestätigen sollte, dass in öffentlichen Schulen Jungen dafür bestraft werden, dass sie ein Rollenmodell präferieren, das die Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung nach wie vor lebt, das mittlerweile in defamatorischer Absicht als pratriarchalisches Geschlechtsrollen-Modell bezeichnet und als Ausdruck männlicher Hegemonie bewertet wird, dann sollte man öffentliche Schulen auflösen und versuchen, auf privater Grundlage Schulen aufzubauen, in denen wieder Leistung und nicht Gesinnung bewertet wird.

Die Autoren beteiligen sich übrigens an der Verbreitung des Eindrucks, ein traditionelles Geschlechtsrollenmodell sei Ausdruck männlichen Hegemoniestrebens, was eine Umschreibung für Unterdrückung von Frauen ist. Von dieser Ansicht sind sie auch nicht dadurch abzubringen, dass in etwa so viele Mädchen wie Jungen diesem traditionellen Modell männlicher Hegemonie anhängen. Aber sei’s drum, wo Ideologie ansetzt, ist Ratio fehl am Platze.

Auch die Tatsache, dass es das Patriarchat nie gegeben hat, wie Dr. habil. Heike Diefenbach im bislang mehr als 2000 Mal heruntergeladenen Beitrag über dasselbe zeigt, schreckt manche nicht vom fast schon manischen Kleben an diesem Symbol für – ja, was eigentlich?: – Die eigene Einbildung? Die eigene Phantasie? Die eigene Störung? Das eigene Operempfinden? – ab.

2. Frage:

Patriarchat_coverHadjar, Backes und Gysin schaffen es, ein großes Trara an Methoden zu nutzen: Quantitative Befragung, Fokusgruppen-Interviews, Beobachtung, und trotz allen methodischen Aufwands sind sie nicht in der Lage jene beiden nicht nur aus unserer Sicht zur Erklärung eines zwischen männlichen und weiblichen Schülern differenziellen Bildungserfolgs relevanten Variablen zu berücksichtigen, nämlich die Kompetenz des Lehrers und das Geschlecht des Lehrers. Es scheint, als würde Forschern heutzutage das Herz in die Hose fallen oder die Finanzierung gestrichen, wenn sie auch nur einen Gedanken an die Frage verschwenden, welchen Eigenschaften von Lehrern es geschuldet ist, dass sie männliche und weibliche Schüler nachweislich unterschiedlich behandeln und bewerten. Wir leben im selbstgewählten geistigen Mittelalter – nur ist es dieses Mal nicht die katholische Kirche, die Forschungsfragen verbietet.

So bleibt unterm Strich festzustellen, dass Hadjar, Backes und Gysin einen weiteren Beleg dafür geliefert haben, dass Jungen in Schulen dafür bestraft werden, dass sie die aus Sicht der Lehrer falsche Gesinnung zeigen. Leistung tritt definitiv hinter den Gesinnungstest zurück.

Hadjar, Backes und Gysin haben dies für die Schweiz gezeigt. Es gibt überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass die Ergebnisse in Deutschland nicht genauso ausfallen würden – im Gegenteil: Es gibt allen Grund anzunehmen, dass es sich in Deutschland mindestens genauso verhält.

Methodisches zur Studie:
872 Schüler aus 49 Klassen aus allen Schulformen wurden befragt. Der schulische Erfolg wurde anhand der Durchschnittsnote gemessen. Zu Teilnehmern an und Durchführung der Fokusgruppen-Interviews geben die Autoren keine Informationen, auch die Frage, wie häufig Beobachtungen im Unterricht gemacht wurden, bleiibt unbeantwortet.

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24 Responses to Schweizer Studie: Schulerfolg bei Jungen von der richtigen Gesinnung abhängig

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  2. lernender says:

    http://www.express.de/koeln/spd–zeichen-fuer-vielfalt-bekommt-koeln-einen-homo–zebrastreifen-,2856,30919190.html?dmcid=sm_fb

    “Für den Fall, dass es rechtlich-bürokratische Bedenken bei Veränderungen an Ampeln gibt, was nicht unwahrscheinlich ist, haben die Genossen den Plan B parat. So sollen „alternativ in einem ausgewählten Viertel auf den Straßen Zebrastreifen in den Regenbogenfarben aufgetragen werden“.

    SPD-Fraktionschefin Börschel schlägt das sogenannte „Bermuda-Dreieck“ rund um die Schaafenstraße vor. Die bisherigen Zebrastreifen sind schwarz-weiß. Börschel meint: „Das Leben in unserer Stadt ist bunter.“

    Die Politiker wollen die neuen Ampeln und Zebrastreifen im Bezirksparlament in der Sitzung am 18. Juni beschließen.”

    Nein, das ist keine Satire. Ich finde auch keine Worte mehr um annähernd zu beschreiben, was ich denke.

    Zum Blog –> ich frage mich schon lange wie es sein kann, daß innerhalb weniger Jahre das gesellschaftliche Niveau, das Gerechtigkeitsempfinden oder das kantsche Imperativ so gnadenlos weggefegt wird, wie in heutigen Zeiten. Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten dieser unsäglichen Gruppe konnte ich für mich den kleinsten Nenner identifizieren.

    Der kleinste Nenner, was die faschistischen Gruppen miteinander vereint, ist das Unvermögen in der freien Wirtschaft und im freien Wettbewerb bestehen zu wollen und
    deshalb verkaufen die sich an den ebenfalls faschistischen Staat.

    Lehrer oder Lehrerinnen – früher eine Dienstleistung gewesen, die man hoch achtete und mit denen man sich austauschte – erzeugen nur noch Ekelgefühle bei mir, mit der niedersten Kaste in dieser Staatshierarchie rede ich nur noch, wie ich mit einem Bekloppten rede – laut und deutlich.

  3. rote_pille says:

    Jungen werden nicht bestraft, weil sie falsche Rollenbilder haben. Das ist eine falsche Schlussfolgerung. Es gibt nur eine Korrelation zwischen Rollenbildern und Häufigkeit der Bestrafung, mehr kann man nicht feststellen.
    Ich glaube die Ursache der Korrelation aus eigener Erfahrung zu kennen, obwohl mir natürlich bewusst ist, dass eine Stichprobe noch keinen Beweis darstellt und ich einen Haufen von Annahmen mache, für die ich keine Statistik präsentieren kann. Dennoch testen Sie meinen Erklärungsversuch auf Plausibilität:
    Die Rollenbilder, die Kinder haben, sind wahrscheinlich das Produkt der Lebensweise ihrer Eltern. Die Anzahl der Störungen im Unterricht ergibt sich aus dem Respekt, den das Kind der Institution Schule mitbringt, und dieser Respekt wird ihm beigebracht von den Eltern, und zwar in dem Ausmaß, wie diese Eltern selbst den Staat respektieren. Nun gibt es aber verschiedene kulturelle Gruppen in unserem Land und von den Mitgliedern einiger dieser Gruppen ist bekannt, dass sie den Institutionen des Staates weniger Respekt entgegenbringen als der Durchschnittsbürger. Es ist auch bekannt, welche Rollenverteilung von Mitgliedern aus diesen Kulturkreisen präferiert wird. Wenn man das verbindet, dann hat man die Ursache der Korrelation schnell gefunden. Jedenfalls bestätigt meine eigene Schulzeit diese Theorie. Jetzt braucht es nur noch ein paar Wissenschaftler, die überprüfen, ob das auch allgemein gilt.

    • Wie kommen Sie zu Ihrer Behauptung, dass die Schlussfolgerung falsch sei. Haben Sie den Text gelesen und das Pfadmodell verstanden? Wenn ja, dann erklären Sie mir jetzt wo das beta von .09 zwischen “patriarchal gender role orientations”, das über problem behavior in School (beta .14) auf School success wirkt, herkommt. Es handelt sich hierbei um partielle Korrelationsmaße im Rahmen eines Modells, das mit AMOS berechnet wurde und entsprechenden den Anspruch erhebt, kausale Beziehungen abzubilden. AUf die Erklärung, warum dies nicht zutriftt, bin ich schon gespannt.

      • rote_pille says:

        Ich habe nur ihre Zusammenfassung gelesen, aus der eine kausale Beziehung nicht ersichtlich wird. Es erschien mir deswegen nur logisch von einer einfachen Korrelation auszugehen, denn woher sollen Lehrer wissen, welche Rollenvorstellungen ihre Schüler haben? Und wieso sollten sie sie für diese Vorstellungen bestrafen? Ich dachte, die Wissenschaftler hätten diese nachträglich in Erfahrung gebracht, um irgendwelche Schlüsse ziehen zu können.

        • ” denn woher sollen Lehrer wissen, welche Rollenvorstellungen ihre Schüler haben?…”

          M.E. wäre die angemessene Frage: Wie können Lehrer es überhaupt verhindern zu wissen, welche Rollenvorstellungen ihre Schüler haben, angesichts eines Curriculums, das von Faktenwissen ziemlich weitgehend befreit wurde und nur so strotzt von Weltanschaulichem und “Diskussions”-Aufgaben, bei denen etwas ganz bestimmtes herauskommen soll.

          “… Und wieso sollten sie sie für diese Vorstellungen bestrafen?”

          Zunächst, weil sie Menschen sind und ihre Sympathien und Antipathien haben. Als solche bestrafen oder belohnen sie Schüler immer, auch, wenn sie gar nicht bestrafen oder belohnen wollen. Sie haben ihre Überzeugungen darüber, was ein “guter” Schüler ist, wie er sich verhält, wie viel Einsatz er im und außerhalb des Unterrichts zeigt, ob er lieb und nett und pflegeleicht ist etc. Ein “guter” Schüler ist einer, der es einem Lehrer leicht macht, seinen Job zu machen und sich effizient und erfolgreich dabei zu fühlen. Ein “guter” Schüler ist weitgehend definiert durch die Anforderungen an Lehrer und Bedürfnisse von Lehrern als Repräsentanten eines Bildungssystems inklusive seiner Verwaltung, ganz so, wie ein “guter” Kunde einer ist, der einem Unternehmen keinen Ärger macht, ihm keine Sonderleistungen abverlangt und immer pünktlich zahlt. (Das hat Howard Becker bereits in den 1950er-Jahren ausgeführt.)

          Es geht hier um Interaktionsbeziehungen bzw. bestimmte Konstellationen, in denen Lernen und Lehren stattfindet, die als Fakten zu akzeptieren und denen Rechnung zu tragen ist, und nicht darum, ob Lehrer gut oder böse Lehrer oder sogar gute oder böse Menschen sind. Nur – es kann in einem Bildungssystem auch nicht darum gehen, ob die SCHÜLER gute oder böse Schüler sind, je nachdem, welche Weltanschauung sie haben oder welche Rollenbilder sie im Elternhaus oder sonstwo gelernt haben,

          Wenn man meint, dass es darum (zumindest auch) gehen könne oder sogar müsse, dann muss dasselbe konsequenterweise mit Bezug auf Lehrer erlaubt sein – und dann muss man z.B. fragen, ob jemand, der seinen Lehrerberuf dazu missbraucht, sich als Multiplikator für den Genderismus zu betätigen, im Lehrerberuf belassen werden kann. Oder anders gefragt: In wie weit sind Lehrer schuldeviant?

    • @rote_pille

      Ich weiß nicht, ob ich heute irgendwie auf dem Schlauch stehe, aber ich verstehe es nicht:

      “Wenn man das verbindet, dann hat man die Ursache der Korrelation schnell gefunden.”

      Was soll man wie verbinden, damit die Korrelation für Sie plausibel als Kausalität interpretiert werden kann?

      Und wenn Sie diese Verbindung hinbekommen, wieso meinen Sie, dass die Demonstration der bloßen FÄHIGKEIT, diese Verbindung herzustellen, belegt, dass diese Verbindung auch tatsächlich besteht?

      Genau das ist doch Ihre Kritik: Dass eine bestimmte Interpretation einer Korrelation noch keine Kausalität belegt – womit Sie völlig Recht haben, was aber wenig aufschlussreich ist und als “Torschläger” gegen JEDE Art statistischer Analyse vorgebracht werden kann.

      Und wenn Sie jetzt eine alternative Interpretation vorschlagen, ist das schön und gut und vielleicht auch interessant, aber sie hat eben doch nur den Status einer Interpretation, so, wie andere Interpretationen auch.

      Und ich verstehe auch nicht, warum das überhaupt relevant sein soll:

      Es ist doch völlig egal, was Kinder zuhause für Rollenbilder (wovon und wofür auch immer) lernen, denn die Schule hat Kinder nach ihren Leistungen und bestenfalls noch nach ihren Anstrengungen zu beurteilen, sofern in der Schule Beurteilungen notwendig oder förderlich sind. Aber sicherlich nicht nach irgendwelchen gelernten Rollenbildern.

      Und wenn das so ist, dann nenne ich das einen Mißstand im Bildungssystem.

      Und wenn dieser Mißstand gegeben ist, aber dann auch noch differenziell bei Jungen und Mädchen behandelt wird, also die “falschen” Rollenbilder in die Bewertung bei Jungen, aber nicht oder weniger bei Mädchen eingehen, dann nenne ich das einen doppelten Mißstand – gelinde gesagt!

      • rote_pille says:

        Sie haben mich nicht verstanden, ich meinte nicht, dass es zwischen diesen Dingen eine kausale Beziehung gibt, wie Sie annehmen, sondern dass ich die Korrelation mit meiner Theorie erklären kann, weil ich behaupte dass
        kultureller Hintergrund => schlechtes Benehmen in der Schule => Bestrafung und
        kultureller Hintergrund => bestimmte Rollenbilder (oder in den PC-Zeiten mehr der Mut dazu zu stehen, der Mut folgt auch aus dem k. Hintergrund)
        Die gemeinsame Ursache führt mMn dann zur Korrelation.

        was sie behaupten ist aber
        bestimmte Rollenbilder & schlechtes Benehmen in der Schule => Bestrafung
        Wie die aus der Korrelation in den Daten eine Kausalität basteln, kann ich als Nicht-Sozialwissenschaftler nicht nachvollziehen.

        • Wenn die Ursache zur Korrelation führt, dann ist das die Lösung für sämtliche Kausalitätsprobleme 🙂

        • ” dass es zwischen diesen Dingen eine kausale Beziehung gibt, wie Sie annehmen, sondern dass ich die Korrelation mit meiner Theorie erklären kann, weil ich behaupte dass”

          doch, doch, das habe ich schon verstanden. Sie nehmen also eine alternative Interpretation der Korrelation vor. Nur, wozu sollte man Korrelationen inhaltlich interpretieren, wenn man nicht meint, dass durch diese inhaltliche Interpretation die Korrelation ERKLÄRT wird? Und wenn man etwas als Erklärung für etwas anderes ansieht, dann nennt man das gemeinhin eine (vermutete) Kausalität, und genauso liest sich ja auch Ihre Darstellung, denn die Pfeile zwischen den Größen, die Sie genannt haben, sollen ja wohl bedeuten “führt zu”.

          Dessen ungeachtet ist mir unklar, was sie mit “kultureller Hintergrund” meinen, wenn Sie ihn als Erklärung dafür anführen möchten, dass Jungen für bestimmte Auffassungen oder mit ihnen vielleicht (!) verbundene Verhaltensweisen von Lehrern in Form von schlechteren Noten bestraft werden und Mädchen nicht oder weniger. Hier geht es ja um unterschiedliche Wertungen DERSELBEN Auffassungen von jeweils Mächen und Jungen, die zu UNTERSCHIEDLICHEN Reaktionen auf Seiten der Lehrer führen.

          Und schließlich bleibt – jenseits der Korrelations-/Kausalitätsfrage – die Frage unbeantwortet, was alles unter “schlechtes Benehmen” fallen sollte und welche Arten davon von Lehrern bestraft werden sollten. Das könnte ja wohl nur ein Benehmen sein, das dem Daseinszweck der Schule, also dem, dass Kinder lernen, zuwiderläuft. Wenn aber z.B. Unaufmerksamkeit oder Herumlaufen als Formen von schlechtem Benehmen gelten, sie aber einer Unterforderung der Kinder und dementsprechender Langeweile geschuldet sind, dann verhindert dieses Benehmen ja nicht das Lernen der Kinder, sondern im Gegenteil – diese Kinder lernen offensichtlich, nur eben anscheinend in der Schule nichts Neues. Möglicherweise schalten sie auch einfach ab, wenn sie statt mit interessanten Fakten wieder einmal mit ideologisch weichgespültem, langweiligen Lernmaterial konfrontiert werden. Gerade die intelligenteren und motivierteren Schüler werden von solchen Materialien abgestoßen. Deshalb ist das mit dem Benehmen keine “Einbahnstraße”: Schüler und Lehrer (samt der Unterrichtsgestaltung und den Unterrichtsmaterialien) sind GEMEINSAM an Lehr- und Lernprozessen beteiligt. Die Lehrer sind daher zunächst einmal als mitverantwortlich für das Verhalten der Schüler zu betrachten – und umgekehrt, aber nicht NUR umgekehrt!

          Lehrer sind keine Automaten. Sie können daher ihrerseits “schlechtes Benehmen” im Unterricht zeigen, z.B., wenn sie statt bei Sachfragen bleiben, Ideologien verbreiten. Sie können darüber hinaus “schlechtes Benehmen” von Schülern nicht immer korrrekt als solches oder etwas anderes interpretieren.

          Insofern wäre für mich, wenn es denn schon um den “kulturellen Hintergrund” gehen soll, interessant, den kulturellen Hintergrund der Lehrerschaft (als normalerweise der unteren oder mittleren Mittelschicht angehörig und aus einem eher linken Milieu stammend) und dessen Effekte auf die Schüler zu untersuchen ….

          • rote_pille says:

            Die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen habe ich noch gar nicht angesprochen, aber der kulturelle Hintergund ist auch hier eine gute Erklärung, wie ich Ihnen zeigen werde. Die Rollenbilder werden von beiden Geschlechtern übernommen, denn sie beziehen sich auf auf beide Geschlechter. Aber das Benehmen von Mädchen und Jungen unterscheidet sich nicht nur von Kultur zu Kultur, sondern auch zwischen den Geschlechtern.
            Nehmen wir an, Kultur 1 ist für eine größere Gleichheit zwischen den Geschlechtern und bei der Erziehung werden nur wenige Unterschiede zwischen J. und M. gemacht:
            Kultur 1=> J und M haben gleiche Rollenbilder (egalitäre) & J und M benehmen sich auch gleich=> J und M werden gleich oft bestraft
            und jetzt eine andere Kultur, die den Jungen größere Freiheiten zuspricht als den Mädchen und eine traditionelle Rollenverteilung befürwortet
            Kultur 2=> J und M haben gleiche Rollenbilder (traditionelle) & J benehmen sich respektloser als M, weil ihre Kultur es ihnen erlaubt.
            => die J werden öfter bestraft als die Mädchen.

            daraus folgt aber, dass die Jungen, die bestraft werden, mit höherer Wahrscheinlichkeit aus Kultur 2 stammen und es somit so aussieht, als würden die Jungen für ihre Rollenbilder bestraft werden. Die Mädchen aus Kultur 2 werden hingegen genauso oft bestraft wie die aus Kultur 1, weil Kultur 2 den Mädchen weniger Freiheiten gibt als den Jungen und ihr Benehmen somit denen der Mädchen aus Kultur 1 entspricht. Alles klar soweit? Und wofür “Kultur 1” und “Kultur 2” stehen, können sie sich aus dem Zusammenhang erschließen.

            • Was ist eigentlich der Zweck dieser Ausführungen.

              • rote_pille says:

                Der Zweck war es Ihnen zu zeigen, dass ich die Behauptung, dass Jungen für ihre Meinung bestraft werden, für zu weit hergeholt halte. Die Skepsis kommt daher, dass auch die Genderideologen bei jeder Ungleichheit in den Daten immer sofort behaupten, dass Frauen/Mädchen diskriminiert werden, obwohl es eine vernünftigere Erklärung für die Unterschiede gibt. Diese Studie kommt mir deswegen vor wie ein Manipulationsversuch in der anderen Richtung. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das System funktioniert, die Jungen zu Recht bestraft werden und die Abweichungen in den Daten sich auf die kulturell bedingten Unterschiede des Benehmens der Jungen zurückführen lassen, die bei den Mädchen nicht so ausgeprägt sind.

                • Halten Sie die Annahme, dass Lehrer gleichzeitig ihrer Kultur 1 bzw. 2 angehören, was sie müssen, um differenziell bestrafen zu können, für vernünftig?
                  Ich nicht, zumal ich nach wie vor nicht sehe, was das alles mit der Studie, die wir besprochen haben, zu tun hat.

                • 1.
                  “Der Zweck war es Ihnen zu zeigen, dass ich die Behauptung, dass Jungen für ihre Meinung bestraft werden, für zu weit hergeholt halte. ”

                  Man kann durch bloße Gegenbehauptungen niemandem etwas zeigen!

                  2.
                  Dass Ihnen eine Studie wir ein “Manipulationsversuch” vorkommt, weil es schon eine ganze Reihe Studien gegeben hat, die sich schwerlich als etwas anderes als Manipulationsversuche ansehen lassen, ist eine sehr, sehr schlechte Begründung für Ihre Ablehnung der Studie. Das ist ein Argument wie: Mir kommt der Sonnenschein heute wie schlechtes Wetter vor, denn es hat schon viele Tage gegeben, an denen schlechtes Wetter war. Überzeugt Sie das?

                  3.
                  “Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das System funktioniert, die Jungen zu Recht bestraft werden und die Abweichungen in den Daten sich auf die kulturell bedingten Unterschiede des Benehmens der Jungen zurückführen lassen,”

                  Worauf gründen Sie die Behauptung, dass das “wahrscheinlicher” sei? Ihre Version des “Wahrscheinlichen” beinhaltet gleich mehrere ziemlich fragwürdige Behauptungen, die sämtlich durch empirische Daten ungestützt sind, nämlich:

                  – Jungen werden zurecht bestraft.
                  – das ist Ausdruck dessen, dass das System funktioniert, (was die Frage aufwirft, was nach Ihrer Vorstellung die Funktion des “Systems” ist), und
                  – es existieren “kulturelle” Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen, die gleichzeitig keine Unterschiede sind, sondern Gleichheiten, weil es sonst logischerweise nicht sein könnte, dass sie “bei den Mädchen nicht so ausgeprägt sind” (das setzt nämlich zwingen voraus, dass sie DIESELBEN Benehmensweisen haben müssen!).

                  Ich habe nicht die leiseste Ahnung, warum Ihnen auch nur einer dieser Sätze plausibel, geschweige denn vernünftig vorkommt.

            • “Die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen habe ich noch gar nicht angesprochen,”

              Was? Es geht doch in der Studie darum, dass Jungen und Mädchen unterschiedliche Noten in der Schule erhalten, und darum, dass Lehrer Jungen und Mädchen, die DIESELBEN Auffassungen haben, UNTERSCHIEDLICH behandeln.

              Wenn Sie sich in Ihren Kommentaren noch gar nicht hierauf bezogen haben, dann frage ich mich, worüber wir uns hier die ganze Zeit ausgetauscht haben,

              Und ob eine Erklärung eine “gute” Erklärung ist, ist keine Frage, der persönlichen Präferenzen, sondern der logischen Stimmigkeit der Erklärung und ihrer empirischen Bewährung. Da Sie m.W. keine Studie unternommen haben, die eine Erklärung von IRGENDETWAS durch “kulturellen Hintergrund” testet, können Sie auch nicht behaupten, dass das eine “gute” Erklärung sei, und es schon gar nicht zeigen.

              Ich habe meinerseits im Zusammenhang mit dem Bildungserfolg von Migrantenkindern Erklärungen, die sich auf Merkmale des kulturellen Hintergrundes bezogen haben, anhand empirischer Daten getestet und festgestellt, dass es sich dabei um sehr schlechte Erklärungen handelt. Sie haben sich nicht nur nicht empirisch bewährt, sondern sind schlecht argumentiert und basieren auf ziemlich fragwürdigen Prämissen. Das können Sie u.a. in meinem Buch “Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien im deutschen Bildungssystem” nachlesen.

              NUR – darum geht es hier ja gar nicht. Es geht um die Studie, über die wir im Text berichtet haben, und ich dachte eigentlich, wir diskutieren über Erklärungen für die Korrelationen, die dort festgestellt wurden und keine anderen. Und nur zu Kommentaren, die sich auf dieselben beziehen, werde ich jetzt noch antworten.

  4. dreimers says:

    Ich war 25 Jahre Lehrer an Hamburger Gymnasien und Gesamtschulen in M/PHY/INF. Ich habe mehr als 10 Jahre lang “Begabung und Lernen”, das Standardwerk der Erziehungswissenschaft gelesen, dann nie wieder.

    Der Grund ist ziemlich einfach, es ist Blödsinn, über die Jahre wurde es zum probaten Kampfmittel gegen alles, was noch irgendwie pädagogisch Sinn machte, eine Sau nach der anderen wurde da durchs Dorf getrieben. Nie gab es einen späteren kritischen Abschlußbericht – genau wie bei allen “Experimenten in den Schulen”. Die Methoden der dort beschriebenen Untersuchungen wurden von mal zu mal immer fragwürdiger und immer mehr ideologisch vorbeladen, was heißt, das Ergebnis stand bereits vor den Untersuchungen fest und die untersuchten Gegenstände hauchten immer stärker Agenda-Vorgaben der Politik.

    Die Erziehungs- und die die Sozialwissenschaften sind heute nichts weiter als Transmissionsriemen, vorgefasste Ideologien zu transportieren und zu rechtfertigen mit Methoden, die jeder ernsthaften Wissenschaft Hohn sprechen.

    Mein Analysis-Unterricht (KL. 11) begann immer mit einem Tagesschau-Zitat von Franz-Joseph-Strauss: “Die Erhöhung der Arbeitslosenzahl ist rückläufig.” Muß ich mehr nennen als die von mir dann gestellte Aufgabe, den “prinzipiellen” Verlauf der so gekennzeichneten Arbeitslosendynamik zeitlich darzustellen?

    Wir selbst hatten mindestens 1/3 bis 1/2 NAZI-Lehrer. Die Erfahrungen und im jugendlichen Alter folgenden Auseinandersetzungen haben uns als Generation geprägt, jeder zog daraus seine eigenen Schlüsse. Unsere Eltern haben uns maximal passiv begleitet auf unserem Weg durch die Schulen und später Universitäten. Abweichende Meinungen wurden totsicher durch schlechte Benotung bestraft, seltene Ausnahmen bestätigten die Regel.

    Als PISA, parallel zu Bologna aufkam, wußte ich ganz genau, welche Stunde geschlagen hat und das war (ist): das, was noch an “Bildung” vorhanden war, wurde zur politischen Last in Zeiten der Dauerkrise. Wer höchst offizielle UNO-Papiere (und auch die gemeinsamen Bildungs-Beschlüsse zwischen Kennedy und Chrutschow) nachliest, dem spätestens wird der Kopf gewaschen über das, worum es dabei wirklich geht. Besser als der Kabarettist Schramm kann ich es selbst nicht verdichtet zusammenfassen.

    Kaum wurde historisch die Statistik zum wissenschaftlichen Teilgebiet der Mathematik, wurde sie auch schon systematisch mißbraucht – es geht einfach zu leicht und man kann sich hinter ominösen Untersuchungen verstecken, einzig die Botschaft (verbrämt als wissenschaftliches Ergebnis) zählt am Ende. Ich kann in der Statistik selbst keinen inhärenten Fehler erkennen, aber – wie auch die spätere Spieltheorie oder spezielle Teilbereiche des Linearen Optimierens – es mußte schlicht jedem Politiker, Militär, Pharmachef und was sonst noch in den Fingern jucken, diese probaten mathematischen Hilfsmittel systematisch und mit keinen guten Absichten zu mißbrauchen.

    Der gerne mitgenommene und zusätzliche, negative Nebeneffekt dieser Entwicklung ist der, daß “der normale Menschenverstand” nicht mehr Teil intellektueller Auseinandersetzung war (ist), er wurde gleichfalls systematisch eliminiert mit dem klar erkennbaren Ziel, schon das schlichte Benennen von Tatsachen als Beweis “falscher” Gesinnung zu brandmarken. Man muß nicht 10 Jahre “Begabung und Lernen” gelesen haben, um zu diesen traurigen Erkenntnissen zu kommen, es springt einem heute häufig schon in den untersuchten Fragestellungen selbst ins Gesicht.

    Ich persönlich kümmere mich schlichtweg nicht mehr darum. Wenn es sein muß, zeige ich aber die vollkommen ideologisierte “Wissenschaftsmethode” an markanten Beispielen auf und entlarfe sie als “Pseudo-Wissenschaft der Eingebildeten und Dummen”, die leider aber (noch) an der Macht sind.

    Ich möchte mit diesem Beitrag klar diese Webseite unterstützen, ich möchte aber vor allzu fieseliger Statistik – manchmal im Gegensatz zu angewandter Logik in Verbindung mit Verstand – abraten.

    Bleibt dem Anliegen treu, es ist es mehr als wert.

    Detlef Reimers

  5. hope says:

    Das Wort “Rollenverteilung” gehört wohl doch in die Theatergeschichte. Es setzt denjenigen, der es benutzt, auf den Stuhl des Regisseurs, der die Schauspieler vorsprechen läßt und dann entscheidet: Sie sind zwar ein Mann, haben aber die harten weibliche Züge, die ich suche, und spielen deshalb die Rolle der Stiefmutter.

    Das Wort läßt sich ohne Arroganz nur in der Hierarchie eines Schauspielbetriebs benutzen.In der Politik, der Rechtsprechung und in der Wissenschaft hat es nichts zu suchen, weil es da zu unhaltbaren Unterstellungen mutiert. Wenn der Kausalzusammenhang als Inexistent vorausgesetzt wird, wird Wssenschaft zum Hokuspokus und erzeugt Schimären.

    Das Erbgut eines Menschen hat entschieden, ob er Mann oder Frau ist mit allen geschlechterspezifischen äußeren und psychologischen Merkmalen. Mann und Frau sind verschieden – XX und XY-Chromosomen.

    Was die Rechtssprechung zu berücksichtigen hat, gilt auch für die Wissenschaft, nämlich den Gegenstand methodisch zu untersuchen.
    Das BVerfG hat den Gesetzgeber verpflichtet, “bei steter Orientierung am Gerechtigkeitsdenken Gleiches gleich und Ungleiches seiner Eigenart entsprechend verschieden zu behandeln”.
    Wenn dieser Grundsatz nicht berücksichtigt wird, ist der Willkür Tür und Tor geöffnent und Äpfel werden zu Birnen.

  6. Mir ist an der Studie, die wir hier besprochen haben, noch sehr negativ aufgefallen, mit welchen Begrifflichkeiten und Konzepten ziemlich unreflektiert, aber dafür um so wertender hantiert wird:

    1.
    “school deviance”. Was, bitte, soll das denn bedeuten? Wenn es nicht klar definiert wird, dann kann man damit alles mögliche assoziieren, vom Bedrohen der Mitschüler mit Feuerwaffen bis zum Bekleben von Tischunterseiten mit Kaugummis oder dem Aus-dem-Fenster-Schauen, während die Lehrerin ungteilte Aufmerksamkeit fordert.

    Einen Begriff wie diesen einfach so, undefiniert und unkritisch zu benutzen, halte ich für einigermaßen fahrlässig, weil er dann alle Assoziationen von unliebsamem Verhalten erlaubt und es erlaubt, sie als deviantes, also abweichendes Verhalten zu brandmarken. Damit ist dann klar: Schüler haben sich so und so und nicht anders zu verhalten, sonst sind sie halb-kriminelle Abweichler, eben “Deviante”. Lehrer haben damit dann natürlich überhaupt nichts zu tun … Mag sein, dass sie damit in manchen Fällen etwas zu tun haben, in anderen nicht, aber genau das wäre erst einmal empirisch zu untersuchen. Und wenn man von vornherein klar macht, dass es eben deviante und nicht-deviante Schüler gibt und sonst nichts, dann ist eine solche empirische Betrachtung der Rolle, die Lehrer spielen, natürlich sofort ausgeschlossen. Das ist nicht einfach nur naiv, sondern bildungssoziologisch mangelhaft (und gesellschaftspolitisch fahrlässig).

    2.
    Noch schlimmer verhält es sich “patriarchal gender-role orientations”. Das ist geeignet, mich 24 Stunden dem Frust anheim fallen zu lassen und die Selbstkasteiung anzuempfehlen, denn das ist einfach nur grober Unfug. “Patriarchat” bedeutet “Herrschaft der Väter”. Eine solche Herrschaft hat es nach Wissen von Historikern und Ethnologen bislang niemals gegeben, und dementsprechend kann man auch nur in einem Anfall von geistiger Umnachtung darüber spekulieren, welche Geschlechtsrollenorientierung wohl mit Väterherrschaft verbunden gewesen wären, wenn es sie denn gegeben hätte oder geben würde.

    Besonders interessieren würde mich in diesem Zusammenhang, wie sich die Autoren GESCHLECHTSrollenunterschiede in einer VÄTERherrschaft zwischen Männern, die keine Väter sind, vorstellen, und Männern, die Väter sind….

    Und das ist erst der Anfang des groben Unfugs in Sachen “Patriarchat”. Allein, wenn man weiß, woher der Begriff kommt, kann man als seriöser Wissenschaftler doch nicht dermaßen naiv und ideologisch gesteuert damit umgehen!

    REPEAT AFTER ME:

    “Patriarchat” ist ein inhaltsleerer Begriff, der keinerlei Bezug auf in der Realität existierende Phänomene hat!

    “Patriarchat” ist ein inhaltsleerer Begriff, der keinerlei Bezug auf in der Realität existierende Phänomene hat!

    “Patriarchat” ist ein inhaltsleerer Begriff, der keinerlei Bezug auf in der Realität existierende Phänomene hat!

    Es ist eine völlig absurde und spekulative Konstruktion eines bourgeoisen Linken, nämlich des Herrn Friedrich Engels, der seine – jetzt darf ich es auch einmal benutzen – deviante Beschäftigung mit Sexualität in eine mythologische Urzeit des Menschen verlagert hat, um sich dort in seinen feuchten Träumen entsprechenden Phantasien hinzugeben.

    Und er hat dabei ethnographische Daten missbraucht und pervertiert. Das nehme ich besonders übel!

    3.
    Und natürlich durfte die Feminisierung nicht fehlen, die undefiniert und damit ein wolkiges Konstrukt bleibt, von dem man annehmen muss, dass es für die Autoren Sinn macht, weil sie eine Art sich entwickelnder Weiblichkeit (immerhin bezeichnet die Endung “-ung” im Deutschen einen PROZESS) im Äther oder in der Essenz als real existierend vermuten, was ich weder sachdienlich noch normal finde.

    Schlimmer noch – die ominöse “Feminisierung” wird mit einem Artikel in Verbindung gebracht, den Michael Klein und ich gemeinsam geschrieben haben und in dem das Wort nicht einmal vorkommt und keinerlei Prozess, keine um sich greifende Weiblichkeit, beschrieben wird….

    Kurz:

    Solche Begrifflichkeiten zu benutzen, als wären Sie übliche und allgemein geteilte Konstrukte in den Sozialwissenschaften oder auch nur sinnvoll, lässt Zweifel an der Qualität einer Studie aufkommen, die an sich doch eigentlich recht gut gemacht ist. Warum haben sich die Autoren das selbst und uns angetan??? Es war völlig überflüssig!

    Meine Vermutung: Wenn man in einer Zeitschrift publizieren möchte, die “Masculinities” und “social change” thematisieren möchte, dann muss man wohl ideologische Zugeständnisse machen und sich begrifflich auf dieses Hanswurst-Niveau einlassen. Schade, schade um die Studie!

  7. Pingback: Matthias' Woche - nicht-feministische Links KW 24/15 - NICHT-Feminist

  8. Florian Geyer says:

    Fazit:
    In der linksrotgrün versifften “Gesellschaft” der 68er und ihrer Metastasen sind Schulen zu Umerziehungsanstalten im Sinne der seit 1917 ja hinreichend bekannten sozialistischen Menschenversuche geworden!
    Die Hauptaufgabe besteht zur Zeit in der gesamten, von der rotgrünen Gutmenschen- Pest befallenen EU und auch der Schweiz vor allem darin, Kinder umzuerziehen und nicht darin, ihnen Lesen, Schreiben, Rechnen und selbständiges Denken beizubringen.
    Die 68er Phrase vom “kritischen Hinterfragen” ist in keiner Gesellschaftsform zu wenig gefragt wie in der linksrotgrün versifften Demokratur unserer Zeit.
    Ergebnis:
    Siehe PISA-Studien!

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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