Linke Bildungspolitik schadet Jungen – noch ein Beleg

Zurück ins Jahr 2002.

Damals haben wir in einem Beitrag für die Zeitschrift für Pädagogik gezeigt, dass Jungen im deutschen Bildungssystem gegenüber Mädchen erhebliche Nachteile haben.

Zunächst wurde das Ergebnis mit allerlei hanebüchenen Behauptungen abgetan.

three apesDann, als klar war, dass man an der Tatsache, dass Jungen im deutschen Bildungssystem Nachteile haben und dass diese Nachteile umso größer sind, je geringer der Anteil männlicher Grundschullehrer ist, nicht rütteln kann, hat sich die Strategie geändert: Nicht mehr das Ergebnis (und die Autoren) wurde(n) bekämpft – jetzt wurde die Schulfrage gestellt: Sind Lehrerinnen an der Misere von Jungen in Schulen schuld oder die Jungen selbst?

In der ganzen Diskussion hat all diejenigen, die sich so heftig ins Zeug gelegt haben, zweierlei nicht interessiert: Die Frage, warum Jungen Nachteile im Bildungssystem haben und überhaupt das Schicksal von tausenden von Jungen. Seit 2002 sind jährlich rund 50.000 Jungen im Vergleich zu Mädchen mit zum Teil deutlich schlechteren Lebenschancen aus ihrer Schulausbildung entlassen worden.

Man kann nicht anders als sich verwundert die Augen darüber reiben, dass die ideologischen Bedürfnisse derer, die unbedingt die Schuldfrage klären müssen, über die Lebenschancen von mittlerweile rund 700.000 Jungen gestellt werden.  Allein dies ist ein hinreichender Indikator für ein jungenfeindliches Klima. Und jährlich nimmt die Anzahl der männlichen Kollateralschäden einer absurden Schulddebatte zu.

Es stört offensichtlich niemaden der so heftig die Schuldfrage Thematisierenden. Vielleicht streiten sie ja nicht für ein chancengleiches Leben von Jungen im Diesseits, sondern dafür, dass im Jenseist klar ist, wer schuld war.

Dieselbe absurde Diskussion haben wir anlässlich unseres Beitrags: Je linker die Landesregierung, desto schlechter schneiden Jungen im Bildungssystem ab, erlebt. Anscheinend gibt es eine Gilde ideologischer Saubermänner, denen es vor allem darum geht, Ergebnisse, die ihnen nicht in den ideologischen Kram passen, zu bekämpfen. Dass damit auch die Möglichkeit beseitigt wird, die Ursachen der schulischen Nachteile von Jungen zu erforschen und zu beseitigen, ist den ideologischen Saubermännern ganz offensichtlich egal – schließlich sind es ja nicht sie, die unter den derzeitigen Zuständen zu leiden haben.

Dabei sind die Belege, die wir zwischenzeitlich angehäuft haben und die zeigen, dass es einen stabilen Zusammenhang zwischen linken Landesregierungen und Nachteilen von Jungen gibt, dass die Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen mit der Linkslastigkeit der Landesregierung steigen, dass es entsprechend naheliegt festzustellen, dass linke Bildungspolitik Jungen schadet, erheblich.

  • Wir haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der LInkslastigkeit von Landesregierungen und dem schulischen Abschneiden von Jungen gibt: Je linker die Landesregierung, desto schlechter schneiden Jungen im Vergleich zu Mädchen im Bildungssystem ab.

Einige Kommentatoren haben sich an der Art und Weise gestört, in der wir den Index der Linkslastigkeit der Landesregierung gebildet haben. Also haben wir vier alternative Indices berechnet und dabei die Anregungen derer, die sich an unserer ursprünglichen Index-Konstruktion gestört haben, aufgenommen.

  • Die neuerliche Berechnung hat den Zusammenhang bestätigt, und zwar für alle berechneten Indices. Zudem haben wir durch die Umstellung vom eher rustikalen Excel auf das elaborierte SPSS (Version 22), also ein Statistisches Paket aus dem Hause IBM, die Ergebnisse verfeinert. Dabei hat sich gezeigt, dass die Nachteile von Jungen im Wesentlichen im Hinblick auf die (Fach-)Hochschulreife bestehen, sich vor allem aus der Bevorzugung von Mädchen ergeben.

Das hat bislang die Kritiker an der Konstruktion unseres Index verstummen lassen. Bislang hat sich keiner mehr gemeldet, um einen neuerlichen Einwand vorzubringen oder sich dafür zu bedanken, dass sein Einwand von uns berücksichtigt wurde, obwohl wir schon vorher wussten, dass er belanglos sein würde.

Nun gibt es noch einige Kritiker, die darauf hingewiesen haben, dass in enem Schulabschluss ein Prozess zum Ende kommt, der sich über 12 bzw. 13 Jahre erstreckt, und es deshalb notwendig sei, die gesamte Schulzeit von Schülern im Hinblick auf die Linkslastigkeit der Landesregierungen zu betrachten. Auch diesen Einwand haben wir berücksichtigt.

  • facts2In der neuesten Berechnung haben wir alle Landesregierungen berücksichtigt, die über die Schulzeit derer, die 2013 einen Schulabschluss erreicht haben, Bildungspolitik im entsprechenden Bundesland betrieben haben.
  • Wir haben dies in zweierlei Hinsicht getan: Einmal in einem Index, der die Linkslastigkeit der Regierungen über den gesamten Zeitraum misst. Einmal in einem Index, der die Dauer der Beteiligung linker Parteien an der Regierung über die Dauer der Schulzeit derer, die 2013 die Schule verlassen haben, misst.
  • Die Ergebnisse bestätigen, was sich nunmehr in mehreren verschiedenen Berechungen konstant als Ergebnis gezeigt hat:
    • Für die Intensität der Linkslastigkeit der Landesregierung über die 12 bzw. 13 Jahre der Schulkarriere ergeben sich die folgenden Korrelationskoeffizienten (Pearsons R):
      • mit den Nachteilen von Jungen bei der (Fach-)Hochschulreife: .430
      • mit den Nachteilen von Jungen bei denen, die ohne Schulabschluss bleiben: .090
      • mit den beiden Nachteilen addiert: .326
    • Für die Dauer der Regierungsbeteiligung von linken Parteien ergeben sich die folgenden Korrelationen (Pearsons R):
      • mit den Nachteilen von Jungen bei der (Fach-)Hochschulreife: .386
      • mit den Nachteilen von Jungen bei denen, die ohne Schulabschluss bleiben: .090
      • mit den beiden Nachteilen addiert: .326

Damit steht fest, dass linke Landesregierungen einen negativen Zusammenhang mit den schulischen Leistungen von Jungen aufweisen:

  • Je linker die Landesregierung, desto weiter bleiben Jungen im Bildungssystem hinter Mädchen zurück, desto größer sind die Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen;
  • Je  stärker linke Parteien über die Dauer der Schulkarriere von 13 Jahren an der Landesregierung beteiligt waren, desto weiter bleiben Jungen im Bildungssystem hinter Mädchen zurück, desto größer sind die Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen;
  • Je länger Linke Parteien in einem Bundesland und über die 13 Jahre der schulischen Karriere an der Regierung beteiligt waren, desto weiter bleiben Jungen hinter Mädchen zurück, desto größer sind die Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen.

An diesen Ergebnissen gibt es nichts zu deuteln. 

Nun gibt es natürlich eine Reihe von Ideologen, denen der von uns gezeigt Zusammenhang nicht gefallen wird. Es ist nun an diesen Ideologen die Korrelation zu erklären.

Denn: Es steht fest, dass linke Landesregierungen oder die Beteiligung von linken Parteien an der Landesregierung die Nachteile, die Jungen im Bildungssystem gegenüber Mädchen haben, erhöhen.

Es steht auf Grundlage einer Reihe von Untersuchungen wie den Hamburger LAU-Studien, den Berliner Element-Studien oder den Arbeiten von Dr. habil. Heike Diefenbach u.a. mit den PISA-Daten (2007) fest, dass Jungen mehr leisten müssen, um dieselben Noten oder dieselbe Grundschulempfehlung zu erhalten wie Mädchen.

Es gibt seit 2002 einen Beleg für den Zusammenhang zwischen dem Anteil weiblicher Grundschullehrer und den Nachteilen von Jungen in der Schule: Je höher der Anteil von Grundschullehrerinnen, desto schlechter schneiden Jungen in der Schule ab.

factsDies alles verweist darauf, dass es institutionelle Variablen sind, die dafür verantwortlich sind, dass Jungen Nachteile im deutschen Bildungssystem haben. Die Erklärung über institutionelle Diskriminierung ist auch einleuchtend, denn es macht mehr Sinn anzunehmen, dass in den Kultusministerien der Länder eine Politik der Mädchenbevorzugung verfolgt wird, die zu Lasten von Jungen geht als es Sinn macht anzunehmen, die 700.000 Jungen, die seit 2002 Ausdruck der Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen sind, hätten allesamt dieselbe Faulheit in ihren unterschiedlichen Schulen an den Tag gelegt, was dazu geführt hat, dass sie einheitliche schlechtere Noten als Mädchen und schlechtere Abschlüsse als Mädchen erhalten haben. Eine solche Annahme ist absurd.

Linke Parteien haben sich die Mädchen- und Frauenförderung auf die Fahnen geschrieben.

Wenn linke Parteien in Regierungsverantwortung stehen, dann werden sie entsprechende Politiken umsetzen, so wie dies z.B. mit dem Bildungsplan in Baden-Württemberg der Fall ist. Schließlich wollen sie ja für diese Politiken gewählt werden (auch wenn es eine andere Frage ist, ob sie für diese Politiken auch gewählt werden).

Entsprechend liegt es nahe, die von uns gefundenen Ergebnisse als Ausdruck dafür zu werten, dass linke Parteien in ihrem Bemühen, Mädchen in Schulen zu fördern, erfolgreich gewesen sind. Dass dabei Jungen geschädigt wurden, liegt in der Natur der Sache, denn man kann nicht die eine Gruppe fördern, ohne dass die andere Gruppe Nachteile durch Nichtförderung haben wird.

Das ist unsere Erklärung für die Korrelation, die wir nun wiederholt in den Daten gefunden haben. Sie mündet in die Feststellung, dass linke Parteien genau das tun, was sie in ihren Programmen verkünden, nämlich Frauen- und Mädchen zu fördern. Die entsprechenden Politiken führen im Bildungsbereich dazu, dass Jungen benachteiligt werden, dass sie deutlich hinter Mädchen zurückbleiben. Jungen sind – wie wir schon einmal festgestellt haben – die Crash Test Dummies linker Bildungspolitik. Ihre Lebenschancen werden geopfert, damit die linken Bildungsideologen sich gut fühlen und behaupten können, sie hätten Gutes getan.

Wer uns kritisieren will, der wird (1) die von uns wieder und wieder gefundene Korrelation anders erklären müssen als wir das getan haben und der wird (2) vor allem einen Beleg dafür bringen müssen, dass linke Bildungspolitik, die Mädchenförderung zum Ziel hat, weitgehend wirkungslos bleibt und (3) in jedem Fall keinen Effekte auf Jungen hat. 

Denn wie Dr. habil. Heike Diefenbach in einem Kommentar angemerkt hat, geht die Korrelation davon, dass man unsere Erklärung angreift, nicht weg. Sie ist da. Sie ist ein Faktum!

©ScienceFiles, 2015

Diefenbach, Heike (2007). Die schulische Bildung von Jungen und jungen Männern in Deustchland. In: Hollstein, Walter & Matzner, Michael (Hrsg.). Soziale Arbeit mit Jungen und Männern. München: Reinhardt, S.101-115.

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