“Bequemlichkeitsverblödung” – auch oder gerade unter Akademikern

Er hat Psychologie und Politikwissenschaft studiert. Er lehrt an der Hochschule Magdeburg Stendal irgend etwas zwischen Betriebswirtschaft, Sozialer Arbeit und Elternbildung und wird in der Mitteldeutschen Zeitung als “Psychologe und Politikwissenschaftler” verkauft. Die Rede ist von Thomas Kliche, der vor einigen Wochen die erste akademische Büttenrede gehalten hat.

Magdeburger StoffwechselproduktDamals war er der Meinung, der Rechtsextremismus und damit die AfD, denn beides ist für den “Dipl. Psych.” und “Dipl. Pol.”, der nach eigenen Angaben an den Universitäten München, Freiburg, London, Leningrad und Hamburg studiert hat, ein wahrer Wissenschaftstrabant also, dasselbe, also damals war er der Meinung, “der Rechtsextremismus wird auf Jahre zur politischen Landschaft Deutschlands dazugehören”.

Heute, 19 Tage später, ist Kliche anderer Meinung, nun ist die “AfD ein vorübergehendes Stoffwechselprodukt der Geschichte”.

Also, Ihr AfD-Wähler und AfD-Mitglieder, die ihr gerade als lebensnotwendiges Enzym beschrieben worden seit, ihr seid bald Geschichte, abgebaut im großen Magen demokratischer Verdauung.

Aber befassen wir uns etwas genauer mit dem verunglückten Versuch des “Dipl. Psych.” und “Dipl. Pol.” aus Leningrad oder Freiburg, vielleicht auf Hamburg oder München, alle, die nicht seiner Meinung sind, zu beleidigen – als Stoffwechselprodukt der Geschichte.

O-Ton Kliche:

“Die Forschung spricht schon von einer Spät- oder Untergangsphase der Demokratie, weil die Leute lieber dreimal im Jahr Urlaub machen oder Dschungelcamp schauen, als sich auch nur mit den einfachsten Grundlagen von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu beschäftigen. Kollektive Bequemlichkeitsverblödung fällt aber jeder Gesellschaft irgendwann auf die Füße – es wird immer anstrengender, für vernünftige Lösungen Unterstützung zu erhalten. […]

Nein, es wird niemand abgeschrieben, aber wir können uns keine blöde Politik leisten, das werden die Menschen einsehen. Die AfD ist ein vorübergehendes Stoffwechselprodukt der Geschichte.”

Am Ende, so Thomas Kliche, werden “die Menschen” so intelligent sein, wie er – und nicht AfD wählen. Und wer nicht AfD wählt, weil er so intelligent ist, wie Thomas Kliche, der ist auch nicht bequemlichkeitsverblödet. Bequemlichkeitsverblödet ist nämlich nur, wer Dschungelcamp schaut und sich nicht mit den “einfachsten Grundlagen von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft” beschäftigt.

Anders als Thomas Kliche. Der beschäftigt sich natürlich mit den einfachsten Grundlagen von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, deshalb weiß er, dass es Bequemlichkeitsverblödung ist, wenn Menschen das Interesse an Politik verlieren. Und natürlich weiß er, dass der Verlust von Interesse nichts mit dem Politik-Angebot zu tun hat, sondern auf die Verblödung der Dschungelcamp-Seher zurückzuführen ist. Und weil er das alles weiß, weiß er sicher auch, dass diese Idee nicht von ihm ist, sondern unter dem Stichwort des Unterschichtenfernsehens, das Detlef Nolte ins Spiel gebracht hat, schon einmal diskutiert wurde.

Und weil er ja ein “Dipl. Pol.” ist, deshalb kennt er mit Sicherheit auch die Literatur zu demokratischer Beteiligung, jene Literatur, in der ziemlich eindeutig argumentiert wird, dass es für Bürger irrational wäre, sich um jeden Firlefanz in der Politik oder der Gesellschaft oder der Wirtschaft zu kümmern. Denn: Bürger haben Besseres zu tun. Sie müssen u.a. die Steuern erwirtschaften, die dann benutzt werden, um “Dipl. Pols.” wie Thomas Kliche zu finanzieren, damit sie sich hinstellen und die Wahl der AfD als Ergebnis von Verblödung diffamieren.

War es nicht die Aufgabe von Sozialwissenschaftlern, soziale Fakten – wie z.B. die Wahl der AfD – zu verstehen und zu erklären, wie dies Max Weber einst formuliert hat? War es nicht ihre ureigendste Tätigkeit, soziale Fakten zu erforschen, sie auf theoretische Konzepte zurückzubinden und entsprechend zu erklären?

War, ist hier das operative Wort, denn es ist Vergangenheit. Heute gibt es häufige Studienortwechsler, die die wissenschaftliche Arbeit durch akademisierte Beleidigung ersetzt haben. Sie machen gar nicht mehr den Versuch, ein soziales Phänomen zu verstehen oder gar zu erklären. Sie diffamieren es gleich, wissen dabei alles auch ohne empirische Daten ganz genau und haben nur ein Ziel, sich als Moralapostel zu produzieren und den eigenen Namen in der Zeitung zu lesen. Sie sind die akademische Ausgabe dessen, was Kliche wohl meint, wenn er von Bequemlichkeitsverblödung spricht. Und das ganz ohne Dschungelcamp.

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Den aktuellen Spendenstand gibt es hier.

ScienceFiles-Projekt: WOW! Aktueller Spendenstand

ScienceFiles hat sich zwischenzeitlich zu einem so festen Bestandteil der Blogosphäre entwickelt, dass allein das Wissen darum, dass täglich rund 10.000 Leser auf unsere Beiträge warten, Anlass zur Freude ist und Druck auf uns ausübt, Druck, auch Beiträge zu schreiben.

Und als Konsequenz gibt es Ressourcenstreitigkeiten: Streitigkeiten um die Ressource Zeit, um die die Felder “Hobby” und “Beruf” immer heftiger konkurrieren. Wenn wir ScienceFiles im vorhandenen Maße aufrechterhalten wollen oder besser noch: ausbauen wollen, dann müssen wir uns eine Form der Finanzierung überlegen. Zu dieser Einsicht sind wir schnell gekommen: Ein Blick auf den Umfang der Arbeit, die liegenbleibt, und ein Blick auf die Opportunitätskosten, die anfallen, wenn wir uns um ScienceFiles kümmern, genügt.

Es muss etwas passieren.

Also, so haben wir gedacht, machen wir doch ein Experiment und schauen, ob es bei 10.000 Lesern täglich möglich ist, ScienceFiles auf eine eigene finanzielle Basis zu stellen, eine Basis, bei der wir unsere Leser nicht mit Werbung zu Beginn, in der Mitte und am Ende von Beiträgen, sowie mit einer komplett zugeworbenen rechten Spalte belästigen müssen.

Deshalb haben wir vor nicht einmal vier Tagen das ScienceFiles-Projekt gestartet, und es wie folgt beschrieben:

Unsere Idee ist nun, bis zum 31. März 2016 Spenden zu sammeln und am Ende einen Kassensturz zu machen. Kommen 30.000 Euro zusammen, dann wird sechs Monate lang jeden Wochentag jeweils ein Redaktionsmitglied ausschließlich für ScienceFiles tätig sein, und wir werden nicht nur die angewandte Wissenschaft auf neue Höhen führen, sondern auch eine neue Form Wissenschaft, die investigative Wissenschaft, einführen und darüber hinaus schauen wir, was möglich ist.

Kommen in der Zeit bis zum 31. März 2016 weniger als 30.000 Euro zusammen, sagen wir, 15.000 Euro, dann wird einer von uns drei Monate exklusiv für ScienceFiles tätig sein. Die Rechnung ist so einfach, wie die Dresdener Bettensteuer, nur dass es bei uns etwas als Gegenleistung gibt.

Was wir hier vorhaben, ist ein Experiment, von dem wir nicht wissen, ob es funktioniert, für das es erfolgreiche Beispiele nur im Vereinigten Königreich und in den USA gibt.

Wir sind schon gespannt, ob es möglich ist, in Deutschland eine etablierte Idee wie ScienceFiles, von der täglich 10.000 Leser profitieren, bei einem jährlichen Wachstum von mehr als 110%, über eine gemeinsame Anstrengung zu finanzieren.

Über den Verlauf der Spendenaktion werden wir regelmäßige Spendenstands-Meldungen geben.

Heute, am Tag X+4 geben wir den ersten Spenden-Zwischenstand bekannt. Bislang sind Spenden in Höhe von 3.020 Euro eingegangen. Damit können wir fast einen Monat finanzieren, in dem sich ein Redaktionsmitglied ausschließlich um ScienceFiles kümmert.

Liebe Leser, Ihr seid phantastisch!

ScienceFiles Spendenstand

Als wir dieses Projekt gestartet haben, dieses Experiment gewagt haben, da waren wir in der Redaktion im Hinblick auf den Erfolg eher geteilter Meinung. Nun, nach nicht einmal 4 von 35 Tagen Laufzeit, haben wir bereits die Grenze von 3.000 Euro überschritten, wobei die Höhe der Spenden zwischen 5 Euro und 400 Euro variiert. Damit haben wir bereits 10% der Summe, die wir uns zum Ziel gesetzt haben, um ein halbes Jahr kontinuierlich und 100% an ScienceFiles arbeiten zu können, erreicht.

Vielen Dank für diesen unglaublichen Vertrauensbeweis. Wir hatten wirklich keine Ahnung, dass so vielen Lesern ScienceFiles so wichtig ist, dass sie bereit sind, ScienceFiles finanziell zu unterstützen.

Wie ist das mit den Begehrlichkeiten? Hat man eine Etappe erreicht, dann richtet sich der Blick gleich auf die nächste. Wir sind jetzt natürlich kurz vor euphorisch, in jedem Fall enthusiastisch und schon gespannt, welche ungeahnten Spendenhöhen wir noch erklimmen können.

Wer entsprechend dabei sein will wie Geschichte gemacht und ScienceFiles als eigenständiges Blog der angewandten Sozialwissenschaften etabliert wird, der kann sich mit einer entsprechenden Spende beteiligen: Paypal oder unser Spendenkonto bieten gute Möglichkeiten, die eigenen, verfügbaren Finanzmittel zu Gunsten von ScienceFiles zu reduzieren.

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Die armselige Demokratie: Nationalsozialistische Fetische

Relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit hat der Bundesrat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Strafbarkeit des Verbreitens und Verwendens von Propagandamitteln und Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zum Gegenstand hat.

Die derzeitige Rechtslage, so heißt es im Gesetzentwurf, “birgt die Gefahr …, dass Personen gezielt ins Ausland reisen, um dort straffrei Kennzeichen im Internet hochzuladen, deren Verwendung im Inland verboten wäre”. Und das ist eine Katastrophe, denn “insbesondere in sozialen Netzwerken” bereitgestellte Inhalte “können von einem unbegrenzten Adressatenkreis zur Kenntnis genommen werden”.

Lassen wir die Hypothese, nach der es auf der Erde eine unbegrenzte Anzahl Menschen gibt, einmal unbeachtet und werten sie als administrative Eselei, dann zeigt der Gesetzentwurf des Bundesrates die ganze Armseligkeit, die der deutsche demokratische Versuch derzeit angenommen hat, wollen die Bundesräte doch offensichtlich den Eindruck erwecken, die Demokratie sei in ihren Grundfesten gefährdet, wenn ein Deutscher nach Tschechien reist, sich dort in einem Internetcafe einen Zugang zu YouTube einrichtet und dort einen Account  “Arische Musikfraktion” gründet und “auf dieser Plattform u.a. Abbildungen von Hakenkreuzen hochlädt”. Derzeit ist dieser Deutsche nicht von Strafe bedroht. In Zukunft soll das anders werden. In Zukunft, so wollen es die Bundesräte, soll jeder, der “seine Lebensgrundlage im Inland” hat, sich dann strafbar machen, wenn er aus dem Ausland z.B. Hakenkreuze hochlädt.

Ist es wirklich so, dass der deutsche demokratische Versuch von Hakenkreuzen und Nazi-Emblemen vernichtet werden kann? Ist die Angst der Bundesräte, dass dann, wenn ein “unbegrenzter Adressatenkreis” Nazi-Embleme zur Kenntnis nehmen kann, die NSDAP aus den Ruinen des Dritten Reiches auferstehen würde und den deutschen demokratischen Versuch in nur wenigen Tagen zur Geschichte degradieren würde?

Welche mystische Kraft muss nur Symbolen der NSDAP innewohnen, wenn im Jahre 70 nach dem Ende des tausendjährigen Reiches die Vertreter der gewählten Landesregierungen fürchten, dass dann, wenn man Hakenkreuze, SS-Runen und sonstige Devotionalien des Nationalsozialismus zu ganz normalen Gegenständen machen würde, die Mehrheit der Deutschen zu nationalsozialistischen Parteigängern degenerieren würde?

Das scheint doch etwas viel Wertschätzung, die die Landesvertreter hier für NSDAP-Devotionalien aufbringen. Die entsprechenden Devotionalien scheine für sie den Status eines Fetisches zu besitzen, dem sie huldigen. Wie sonst kann man die Verklärung erklären, die einem Hakenkreuz, das seit tausenden von Jahren Bestandteil der menschlichen Symbolik ist und lange vor den Nationalsozialisten schon in Benutzung war, eine die Demokratie paralysierende Wirkung auf die Deutschen attestiert?

Es ist nachgerade grotesk, dass Landesvertreter, die für sich in Anspruch nehmen, rationale und mit Vernunft begabte Wesen zu sein, denken, Symbole hätten eine magische Wirkung, würden die Bevölkerung verhexen und Braunhemden zum Absatzschlager machen. Derartige Gedanken, wenn man sie denn als Gedanken bezeichnen kann, verweisen eher auf eine psychologische Störung, die man gemeinhin als Fixierung bezeichnet, eine Störung, die sich schnell zur Paranoia entwickeln kann.

Aber natürlich haben die Landesvertreter keine Paranoia. Nein, wirklich!

Warum wollen sie dann mit aller Macht nationalsozialistische Symbole zu einem Fetisch machen, einem modernen Tabu, wenn man so will, das nur unter dem Ladentisch angebetet werden darf – wenn überhaupt?

african fetishFetischismus wird im Wörterbuch der Religionen wie folgt definiert: “lat. factitius ‘künstlich gemacht, wirkungs- und zauberkräftig’ … wird seit Charles de Brossses (…) die Verehrung lebloser Dinge genannt, die entweder als bes. krafterfüllt (…) oder als Träger eines Geistes gelten … Zum Fetisch, den man geradezu als Mana-Objekt bezeichnen muss, kann jeder auffallende Gegenstand werden …” (181)

Stellen wir uns vor, in Deutschland gäbe es Meinungsfreiheit. Es gäbe keine verfassungswidrigen Symbole und Kennzeichen, deren Verwendung verboten ist, und es gäbe keine Propaganda, die verfolgt wird, und es gäbe keine extremistischen Aussagen, die man nicht machen darf: Hetzen und Hassen nach Herzenslust.

Was würde passieren?

Es gäbe ein paar Leute, die es schick fänden, sich mit Hakenkreuzen zu umgeben. Da nationalsozialistische Devotionalien aber ihren Symbolwert als verbotener Fetisch verloren hätten, wäre deren Anzahl nicht nur gering, sie würde immer geringer. Dann gäbe es ein paar Leute, die würden extremistische Aussagen machen. Nun werden extremistische Aussagen deshalb als extremistische Aussagen bezeichnet, weil sie von wenigen, Extremisten eben, gemacht werden und auf die Mehrheit der Bevölkerung entweder abstoßend oder dumm oder beides wirken. Entsprechend wird auch die Gruppe derjenigen, die extremistische Aussagen machen, überschaubar und klein bleiben, denn die Mehrheit der Bevölkerung liest lieber spannende Romane als extremistischen Unsinn.

Kurz: Würde man diesen ganzen Nazi-Verehrungs-Firelefanz aufgeben und den Umgang mit der Vergangenheit nicht verklären, sondern normalisieren, es würde genau nichts passieren.

Naja, nicht ganz.

All die Organisationen, deren Mitglieder sich dem Kampf gegen Rechts, gegen Nazis und gegen sonstige Monstren, die, wenn man sie nicht bekämpft, die deutsche Welt erobern, gewidmet haben, sie wären plötzlich ohne Einkommensquelle und hätten außerdem das, was ihnen die persönliche Identität gibt, verloren.

Ganze Bereiche in den Ministerien zur Volkserziehung würden geschlossen werden, denn die Milliarden, die derzeit für den Kampf gegen Rechts ausgegeben werden, sie würden eingespart und einer sinnvollen Verwendung zugeführt.

Die deutsche politische Klasse müsste sich eine positive Definition dessen, was an Deutschland demokratisch sein soll, überlegen, denn man könnte nicht mehr einfach so behaupten, man sei demokratisch, weil man gegen Nazis ist.

Zusammenfassend: Was also würde passieren, wenn man die Verehrung von Devotionalien aufgeben und deren Verwendung normalisieren würde?

Kostgänger des Staates müssten sich eine richtige Arbeit suchen.

Milliarden in Steuergeldern würden eingespart.

Politiker müssten sich überlegen, was Demokratie ist und wieso sie sich als Demokrat qualifizieren.

Es gäbe noch ein Häuflein von Extremisten, die es schick finden, Nazi-Devotionalien zu huldigen.

Aber natürlich gäbe es die Möglichkeit nicht mehr, unter dem Deckmantel des Kampfes gegen verfassungswidrige Organisationen Meinungsfreiheit zu beseitigen.

 

 

 

Meinungsfreiheit nach Maas: Facebook macht sich lächerlich

Für Karl Raimund Popper ist das mit der Meinungsfreiheit ganz einfach: Wer sie nicht gewährleistet, der hat keinerlei Respekt vor seinen Mitmenschen, fühlt sich selbst überlegen, schwingt sich zum Richter über wahr und falsch auf und bringt andere um die Freiheit, sich eine eigene Meinung zu bilden. Wer Meinungsfreiheit nicht gewährleistet, er ist ein Feind der Demokratie.

facebook2Facebook als Feind der Demokratie zu bezeichnen, wäre etwas übertrieben. Vielleicht ist es besser, Facebook und Mark Zuckerberg als naive Papierschiffchen im Strom der politisch Korrekten zu bezeichnen, jener politisch Korrekten, die nur leben, um Hassreden zu verurteilen, Hetze zu beklagen und sich danach den Schaum vor dem Mund wegzuwischen.

Nach monatelangem Gerangel, an dem der deutsche Justizminister und seine Stasi-Gehilfin, Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung, in erster Reihe beteiligt waren, haben Facebook und Zuckerberg kleinbei gegeben und sich bereit erklärt, “schlechte Inhalte” zu löschen.

Was “schlechte Inhalte” sind? Niemand weiß es.

Aber man kann es, nach den ersten Meldungen über Löschungen ungefähr erahnen:

Schlechte Inhalte sind:

Ein Beitrag der Deutsch-Türkischen Nachrichten, in dessen Überschrift das Wort PKK vorgekommen ist.

Facebook Zensur

Perlen aus Freital, die exemplarisch üble rechtsradikale Ausfälle aus dem Internet zitieren. Warum sie das tun? Keine Ahnung, vielleicht hat das Zitieren von “rechtsradikalen Ausfällen” eine purifizierende oder orgiastische Wirkung oder wirkt sich auf das eigene Selbstbewusstsein als Guter aus. Wie dem auch sei, Facebook hat die Seite gesperrt und schnell wieder entsperrt, als seine Majestät der deutschen oberster Zensinquisitor, Heiko Maas, die Sperrung angeprangert hat.

 

Bei Facebook wird nichts Falsches gesperrt, keiner der Guten, damit das klar ist! Scheinbar hat der Justizminister nichts Besseres zu tun als darüber zu wachen, dass auch die Richtigen und nicht die Falschen gesperrt werden. Meinungsfreiheit nach Maas!

Dass hier von Seiten Facebooks wild gesperrt wird, hat damit zu tun, dass niemand zu wissen scheint, was Hassreden, Hetze oder die von Mark Zuckerberg in seinem grenzenlosen Unverständnis dessen, worum es hier geht, ins Spiel gebrachten “schlechten Inhalte” eigentlich sind. Und weil dies niemand weiß, haben die Herrschaften bei Arvato, der Bertelsmann-Tochter, die Facebook mit dem Entfernen “schlechter Inhalte” beauftragt hat, einen Persilschein auf Zensur. Sie können ermessen wie sie wollen, sperren, was sie wollen oder was sie für “schlechte Inhalte” halten.

Das nennt man Willkür und Willkür hat zur Konsequenz, dass sie auch diejenigen trifft, die GroßZensinquisitor Maas für die Guten hält. So ist das, wenn es keine Spielregeln gibt und so ist das, wenn sich politische Darsteller an Rollen wagen, die ihnen mindestens zwei Größen zu groß sind.

Was bislang in der Diskussion vernachlässigt wurde, ist der Blick auf das Unternehmen, das von Facebook beauftragt wurde, “schlechte Inhalte” zu beseitigen. Arvato, eine Bertelsmann Tochter, bei der man Folgendes verspricht:

“Unsere Kunden vertrauen uns ihr wertvollstes Gut an – ihre Kunden. In unserem ganzen Handeln, mit jeder Dienstleistung und Lösung, die wir anbieten, und bei jedem Kontakt mit den Kunden unserer Kunden tun wir alles, um ein unvergessliches Markenerlebnis zu schaffen.

Kundenbegeisterung ist kein Zufallsprodukt. Wir konstruieren sorgfältig jeden einzelnen Prozessschritt. Das Universalwerkzeug, mit dem wir dies tun, sind die Entwicklung und das Management durchdachter Prozesse auf der Basis modernster Outsourcing-Technologien.”

Das war das Marketing, nun zur Realität.

laurel-hardy-vol-14-a-job-to-do-classic-shortsInnerhalb von kürzester Zeit hat es Arvato geschafft, Facebook zur Lachplatte zu machen und das “wertvollste Gut” von Facebook, deren Nutzer, zu verärgern. Viele wandern bereits zu VK ab, andere posten nicht mehr auf Facebook und wieder andere beobachten das Treiben mit einem gewissen Amüsement, das man nur nachvollziehen kann, wenn man die Szene kennt, in der Laurel und Hardy versuchen, ein Klavier auszuliefern, zum “wertvollsten Gut” ihres Auftraggebers.

Das Markenerlebnis, das Arvato für die Nutzer von Facebook schafft, entspricht ungefähr dem Markenerlebnis, das Josef K. in Franz Kafkas “Der Prozess” hat. Die Kunden sehen sich von einem Unbekannten daran gehindert, ihre Marke Facebook zu erleben, weil man sie gesperrt hat. Warum, das sagt niemand. Wer, das sagt auch niemand. Und um das Kafkaeske der Situation auf die Spitze zu treiben, gibt es nicht einmal eine Anhörung der Beschuldigten, etwas, das sich nicht einmal Franz Kafka vorstellen konnte. Bei Arvato gilt die einfache Denunziation: Wer gemeldet wird, wird gesperrt oder auch nicht – wer weiß.

Das Beste kommt wie immer zum Schluss: “Kundenbegeisterung ist kein Zufall”, schreibt man bei Arvato. Seid Ihr auch richtig begeistert, ihr Facebook-Nutzer, die ihr mit der ständigen Möglichkeit lebt, von Arvato wegen was auch immer gesperrt zu werden, und zwar als Ergebnis “durchdachter Prozesse auf der Basis modernster Outsourcing-Technologien”? Uns scheint, bei der “sorgfältigen Konstruktion” der einzelnen “Prozessschritte” durch Arvato ist Folgendes auf der Strecke geblieben: Die Vernunft und der Respekt vor den Kunden.

Aber das ist auch kein Zufall: Wer auf Denunziation “schlechte Inhalte” sperrt oder entfernt, der zeigt damit, dass er keinen Respekt vor Kunden hat, ist er doch der Ansicht, Kunden können man nicht trauen, müsse ihnen die Möglichkeit nehmen, “schlechte Inhalte” selbst zu identifizieren und sich selbst zu ihnen eine Meinung zu bilden. Und wer denkt, er sei in der Lage “schlechte Inhalte” klar und deutlich zu benennen, der zeigt damit, dass ihm die Vernunft über all dem Marketing-Geschwätz abhanden gekommen ist.

Aber eines kann man Arvato nicht absprechen, das Unternehmen macht Facebook derzeit wirklich zum Markenerlebnis, einfach nur dadurch, dass es Facebook der Lächerlichkeit preisgibt, einer Lächerlichkeit, die Facebook aufgrund des tiefen Buckelns vor politischen Zensinquisitoren auch tatsächlich verdient hat.

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Deutsche Absurdität: Demokratie ohne Meinungsfreiheit

Politische Aktivisten und viele der politischen Darsteller, die politische Ämter innehaben oder darum konkurrieren, sie haben ein neues Hobby: Die Herstellung der Einheitsmeinung. Die Einheitsmeinung, das ist die erlaubte Meinung. Was gerade erlaubte Meinung ist, ist eine Frage des Zeitgeistes. Derzeit sind Aussagen, die von wem auch immer und warum auch immer als Hassaussagen oder Hetze deklariert werden, nicht im Trend und werden deshalb gelöscht oder aus dem öffentlichen Raum verbannt.

Diejenigen, die diese Löschaktionen propagieren und bereits durchführen, nehmen für sich in Anspruch, sie würden der Demokratie einen Dienst erweisen. Tatsächlich sind sie die größten Feinde der Demokratie, denen nicht Freiheit, sondern Kontrolle und nicht Demokratie, sondern Totalitarismus am Herzen liegt.

Wir haben uns deshalb entschlossen eine kleine Reihe zur Verteidigung der Meinungsfreiheit zu starten und aus wissenschaftlicher Sicht dazu zu sagen, was es dazu zu sagen gibt.

Da sich kaum ein Philosoph verdienter um die Demokratie und die individuelle Freiheit gemacht hat als Karl Raimund Popper, ist es naheliegend mit ihm den Anfang zu machen. Die folgende Passage stammt aus einem Vortrag, den Popper 1958 in Zürich unter dem Titel “Woran der Westen glaubt” gehalten hat.

Warnung: In der kurzen Sequenz kommen Worte wie “Vernunft”, “Rationalität”, “Rationalismus” oder “Kritik” vor. Leser, die mit diesen Worten nicht bekannt sind bzw. ihren semantischen Gehalt nicht kennen, mögen beruhigt sein, es hat nichts mit Hassrede zu tun.

Popper bessere Welt“Was ich meine, wenn ich von der Vernunft spreche oder vom Rationalismus, ist weiter nichts als die Überzeugung, dass wir durch Kritik lernen können – durch kritische Diskussion mit anderen und durch Selbstkritik. Ein Rationalist ist also ein Mensch, der bereit ist, von anderen zu lernen, nicht dadurch etwa, dass er jede Belehrung einfach aufnimmt, sondern dadurch, dass er seine Ideen von anderen kritisieren lässt und dass er die Ideen von anderen kritisiert.
Der Nachdruck liegt hier auf den Worten ‘kritische Diskussion’: Der rechte Rationalist glaubt nicht, dass er selbst oder sonst jemand die Weisheit mit Löffeln gegessen habe. Er weiß, dass wir immer wieder neue Ideen brauchen und dass uns die Kritik nicht zu neuen Ideen verhilft. Aber sie kann uns dazu verhelfen, den Hafer von der Spreu zu sondern. Er weiß auch, dass die Annahme oder die Verwerfung einer Idee niemals eine rein rationale Angelegenheit sein kann. Aber nur die rationale Diskussion kann uns helfen, eine Idee von mehr und mehr Seiten zu sehen und sie gerecht zu beurteilen. Ein Rationalist wird natürlich nicht behaupten, dass sich alle menschlichen Beziehungen in der kritischen Diskussion erschöpfen. Das wäre wieder höchst unvernünftig. Aber ein Rationalist kann vielleicht darauf hinweisen, dass die Einstellung des ‘give and take’, des Gebens und des Annehmens, die der kritischen Diskussion zugrunde liegt, auch rein menschlich von großer Bedeutung ist. Denn ein Rationalist wird sich leicht darüber klar, dass er seine Vernunft anderen Menschen verdankt. Er wird leicht einsehen, dass die kritische Einstellung nur das Ergebnis der Kritik anderer sein kann und dass man durch die Kritik anderer selbstkritisch sein kann.
[…]
Das ist in Kürze, was ich meine, wenn ich mich als einen Rationalisten deklariere. Aber wenn ich mich als reinen Aufklärer deklariere, dann meine ich noch etwas mehr. Ich denke dann an die Hoffnung einer Selbstbefreiung durch das Wissen, die Pestalozzi inspirierte, und an den Wunsch, uns aus unserem dogmatischen Schlummer aufzurütteln, wie es Kant nannte. Und ich denke an die Pflicht jedes Intellektuellen, die leider die meisten Intellektuellen, insbesondere seit den Philosophen Fichte, Schelling und Hegel, vergessen haben. Es ist die Pflicht, nicht als Prophet zu posieren.
Gegen diese Pflicht haben insbesondere die Denker Deutschlands schwer gesündigt; zweifellos weil es von ihnen erwartet wurde, dass sie als Propheten auftreten – als Religionsstifter, als Offenbarer der Geheimnisse der Welt und des Lebens. Hier, wie überall, erzeugt die ständige Nachfrage leider ein Angebot. Propheten und Führer wurden gesucht. Kein Wunder, dass Propheten und Führer gefunden wurden. Was insbesondere im deutschen Sprachbereich auf diesem Gebiet stattgefunden hat, grenzt ans Unglaubliche. In England sind diese Dinge glücklicherweise sehr wenig beliebt. Wenn ich die Situation in den beiden Sprachbereichen vergleiche, dann steigt meine Bewunderung für England über alle Grenzen. Man muss sich in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass die Aufklärung mit Voltaires Briefen aus London über die Engländer anfing: mit dem Versuch, das intellektuelle Klima Englands, jene Trockenheit, die so merkwürdig mit seinem physischen Klima kontrastiert, auf dem Kontinent einzuführen. Diese Trockenheit, diese Nüchternheit, ist einfach ein Ausfluss des Respekts vor dem Nebenmenschen, dem man nichts einreden will oder vorzumachen versucht.

Im deutschen Sprachbereich ist es leider anders. Hier will jeder Intellektuelle ein Mitwisser der letzten Geheimnisse, der letzten Dinge sein. Hier werden nicht nur Philosophen, sondern auch Wirtschaftler, Ärzte und insbesondere Psychologen zu Religionsstiftern.
Was ist das äußere Kennzeichen dieser beiden Einstellungen – der des Aufklärers und der des selbsternannten Propheten? Es ist die Sprache. Der Aufklärer spricht so einfach, als es eben möglich ist. Er will verstanden werden. […} Er spricht immer klar, einfach und direkt.
Warum liegt uns Aufklärern so viel an der Einfachheit der Sprache? Weil der rechte Aufklärer, der rechte Rationalist, niemals überreden will. Ja, er will eigentlich nicht einmal überzeugen: Er bleibt sich stets dessen bewusst, dass er sich ja irren kann. Vor allem aber achtet er die Selbständigkeit, die geistige Unabhängigkeit des anderen zu hoch, als dass er ihn in wichtigen Dingen überzeugen wollte; viel eher will er seinen Widerspruch herausfordern, seine Kritik. Nicht überzeugen will er, sondern aufrütteln, zur freien Meinungsbildung auffordern. Die freie Meinungsbildung ist ihm wertvoll. Sie ist ihm nicht nur darum wertvoll, weil wir mit der freien Meinungsbildung der Wahrheit näher kommen können, sondern auch darum, weil er die freie Meinungsbildung als solche respektiert. Er respektiert sie auch dann, wenn er eine Meinung für grundfalsch hält.
Einer der Gründe, warum der Aufklärer nicht überreden und nicht einmal überzeugen will, ist der folgende: Er weiß, dass es außerhalb des engen Gebietes der Logik und vielleicht der Mathematik keine Beweise gibt. Um es kurz zu sagen, beweisen kann man nichts. Man kann wohl Argumente voranbringen und man kann Ansichten kritisch untersuchen. Aber außerhalb der Mathematik ist unsere Argumentierung niemals lückenlos. Wir müssen immer die Gründe abwägen; wir müssen immer entscheiden, welche Gründe mehr Gewicht haben: die Gründe, die für eine Ansicht sprechen, oder die, die gegen sie sprechen. So enthalten die Wahrheitssuche und die Meinungsbildung immer ein Element der freien Entscheidung. Und es ist die freie Entscheidung, die eine Meinung menschlich wertvoll macht.

Kurz: Wer Meinungen verbieten oder entfernen will, der tut dies aus einem Mangel an Respekt vor seinen Mitmenschen, und zwar vor allem vor den Mitmenschen, die nicht Urheber der entfernten oder verbotenen Meinungen sind. Er schränkt deren Freiheit ein (oder beseitigt sie), sich über eine eigene freie Entscheidung eine eigene Meinung zu bilden, erhebt sich über sie, macht sich zum Richter über wahr und falsch und gibt damit zu erkennen, dass er dumm ist, denn er hat die Grundlage der Realität nicht erkannt: Argumente sind niemals lückenlos und Wissen niemals Wahrheit, denn: beweisen kann man nichts. Wer dies bestreitet, der will entweder als Prophet (oder Scharlatan) verehrt werden, dem sich die Wahrheit offenbart hat, oder er ist dumm, sehr dumm.

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