Kreuzigt ihn! Akademischer Gender-Mob aus Kassel?

Die Kritische Uni Kassel, ist eine Initiative von Studenten, jedenfalls behauptet das die Kritische Uni Kassel in ihrem Blog, die ihr Ziel in folgendem Motto zusammengefasst haben: „Ich will mich tatsächlich bilden, anstatt nur Wissen zu tanken.“

Den Studenten der Kritischen Uni Kassel geht es also darum, nicht nur zu verstehen, sondern auch zu begreifen. Das ist – wenn wir es einmal bewusst positiv verstehen (denn man könnte es auch so verstehen, dass es den Studenten um eine Form der Gehirnwäsche und Rekrutierung von Getreuen geht) – ein ermutigender Vorsatz, hinter dem die Praxis der Kritischen Universität Kassel leider weit zurückbleibt. Besonders deutlich wird dies im Umgang mit Andersdenkenden, wie z.B. dem „Bio Bösewicht“ Ulrich Kutschera, der an der Universität Kassel einen Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie und Evolutionsbiologie innehat.

13297-0 Genderparadoxon KutscheraDas Problem mit Ulrich Kutschera, das die angeblich kritischen Studenten der Kritischen Universität Kassel haben, ist nun folgendes: Ulrich Kutschera ist zu kritisch. Und er ist den falschen Dingen gegenüber kritisch – jedenfalls aus Sicht der Kritischen Studenten aus Kassel, so dass sie sich gezwungen sehen, eine Kausalität zu beschreiben:

„Wer Geschlechterforschung als Ideologie verleumdet, will seine Zuhörer*innen und Leser *innen von der Überflüssigkeit wissenschaftlicher Kontroversen überzeugen.“

Das schreiben die Kritischen Studenten in einem „Statement zu den sexistischen und rassistischen Äußerungen Ulrich Kutscheras„, das vor einigen Tagen veröffentlicht wurde. Darin heißt es weiter:

Kutschera (1)“diskreditiere“ die Geschlechterforschung „massiv“, er beleidige Wissenschaftlerinnen (dieses Mal ohne *), diffamiere „Gender Studies“ als „Krebsgeschwür“, bezeichne (2) auf der „rechten Propaganda-Plattform Deutscher Arbeitgeber Verband e.V.“ Gender „als geistige Vergewaltigung des Menschen“, tue dies auf der (3) Grundlage eines „positivistisch und naturalistisch verkürzten Wissenschaftsverständnisses“ und (4) betreibe damit eine verbale Ausgrenzung, die „allzu häufig in physischer Gewalt“ münde.

Das schreiben die angebliche kritischen Studenten und merken dabei nicht, dass sie schon durch die Verwendung des Erkennungszeichens der Gender-Ideologen nämlich „Zuhörer*innen“ dem Kritiker des Krebsgeschwürs, das sich u.a. in wuchernden Buchstabenkombinationen niederschlägt, Recht geben. Sie sind Ideologen!

Weitere Nachhilfe:
Logik f dummiesZu (1): Wenn man eine Position kritisieren will, d.h. wenn man zeigen will, dass man ein kritischer Student ist, der sich mit einer Position auseinandergesetzt hat und die entsprechende Position widerlegen kann, dann reicht es nicht, im Zustand verbaler Erregung mit den entsprechenden Adjektiven um sich zu werfen. Vermutlich haben schon die Vertreter der katholischen Kirche im Mittelalter behauptet, dass Galilei das Geozentrische Weltbild und alle seine Anhänger beleidigt (massiv), diffamiert, diskreditiert hat, weil er behauptet hat, dass die Erde nicht im Zentrum des Weltalls steht. Derartige verbale Zuweisungen sind ein Markenzeichen religiöser Eiferer, die über keine Argumente verfügen und vor allem über keine Belege dafür, dass die Kritik unangemessen ist. Kurz: Wer zeigen will, dass Gender Studies kein Krebsgeschwür sind, das sich in der Wissenschaft ausgebreitet hat und der Wissenschaft langsam aber sicher den Garaus macht, der muss belegen, warum dies nicht so ist, z.B. indem er herausragende Forschungsergebnisse präsentiert, Forschungsergebnisse, mit denen die Gender Studies einen Beitrag zu gesellschaftlichem Wachstum erbracht haben. Er kann dies auch durch den Beleg einer Theoriebildung tun, einer Theoriebildung, die Grundlage einer Vielzahl innovativer Perspektiven und messbarer Verbesserungen ist.

Leider weigern sich Vertreter der Gender Studies bis zum heutigen Tag auch die einfachsten Fragen zu ihrer Theoriebildung, zu ihren Erkenntnissen, ihrer Methode oder ihrem Nutzen für die Gesellschaft zu beantworten, so dass man davon ausgehen muss, die Gender Studies sind keine Wissenschaft. Wenn sie keine Wissenschaft sind, sich aber an der Finanzierung laben, die für Wissenschaft vorgesehen ist, dann kann man sie nur als Krebsgeschwür ansehen.

zu (2) ganz kurz:
Wer anderen vorwirft, sie würden Dritte diffamieren und dadurch versucht, eine überlegene moralische Position für sich zu reklamieren, der sollte diese Position nicht dadurch vernichten, das er seinerseits Dritte diffamiert, z.B. als „rechte Propaganda-Plattform“.

zu (3):
So mancher Leser wird sich gefragt haben, was es mit der Aussage „positivistisch und naturalistisch verkürztes Wissenschaftsverständnis“ auf sich hat. Die Antwort ist einfach: Naturalistisch meint in diesen Kreisen, Aussagen über die Realität und positivistisch, dass die Aussagen über die Realität geprüft werden müssen. Kritische Studenten aus Kassel sind der Meinung, die Ansicht, die Wissenschaft bestehe nicht aus Aussagen über die Realität, die an der Realität geprüft werden müssen. Wer das dennoch denkt, der hat ein „verkürztes Wissenschaftsverständnis“. Ein ungekürztes Wissenschaftsverständnis, wie es den angeblich kritischen Studenten vorschwebt, hat entsprechend Aussagen über Phantasiegebilde (Gender Pay Gap) zum Gegenstand, rein ideologische Aussagen, die Überbleibsel von Drogenträumen und lässt diese Aussagen, von denen sich derjenige, der sie getroffen hat, einbildet, sie seien wahr, ungeprüft stehen. Wissenschaft ist entsprechend Religion, und vor diesem Hintergrund wird es dann verständlich, dass die kritischen Verfasser des Statements gegen Ulrich Kutschera keinerlei Argumente und empirische Fakten gegen ihn ins Feld führen können. Wie soll man jemandem begegnen, der darauf hinweist, dass Gender Studies eine fundamental-religiöse Form der Selbstbefriedigung sind, wenn Gender Studies eine fundamental-religiöse Form der Selbstbefriedigung sind?

zu (4):
„Und das Woworship with usrt ist Fleisch geworden“, oder so ähnlich heißt es in der Bibel. Das Motiv der Sprache, die dem Verhalten kausal ist, es ist schon alt. Wir sagen nur: „Es werde Licht.“ Dieser Glaube an die Handlungsrelevanz von Sprache, er übt seltsamer Weise einen großen Reiz auf Personen aus, die nicht wissen, wie es ist, wenn man mit den Händen arbeitet. Wie auch immer, der Glaube ist ein Glaube und im vorliegenden Fall wird er dazu eingesetzt, Ulrich Kutschera zu diffamieren und ihn nicht nur als „Brandredner“ zu bezeichnen, sondern ihm gleich zu unterstellen, dass er dem Anzünden von Flüchtlingsunterkünften das Wort redet.

Das ist schäbig, um nicht zu sagen, mies, es ist so mies, dass man sich fragt, was derartig boshafte Menschen, wie all diejenigen, die nichts dabei finden, einem Professor der Biologie, dessen furchtbare Verfehlung darin besteht, die Gender Studies zu kritisieren und damit eine Ideologie als solche zu bezeichnen, zu diffamieren und verbal ans Kreuz zu schlagen, mit sich selbst den ganzen Tag auskommen? Es muss schwierig sein, wenn man täglich den Hass in sich spürt, den Hass, der sich z.B. im Statement gegen Ulrich Kutschera niederschlägt und täglich der Welt vorgaukeln will, man sei ein Guter.

Nun, die Unterzeichner des Statements gegen Ulrich Kutschera sind allesamt keine Guten und Wissenschaftler sind sie schon gar nicht, denn sie kommen nicht einmal auf die Idee, sich mit Ulrich Kutschera inhaltlich auseinanderzusetzen. Das ist auch kein Wunder, den Kutschera hat ihr Heiligtum kritisiert und wie alle religiösen Krieger, die Blasphemie wittern, so gehen auch die Möchtegern-kritischen Studenten auf den Kreuzzug, derzeit noch verbal, aber wenn man ihrer eigenen Logik glauben darf, die eine Verbindung zwischen Sprache und Handeln herstellt und behauptet, verbale Ausgrenzung würde in Gewalt münden, dann muss man, nun, da die verbale Ausgrenzung von Ulrich Kutschera erfolgt ist, wohl nicht lange auf die Gewalt warten.

Ulrich Kutschera hat uns gebeten, seine Stellungnahme zum „Statement … “ zu veröffentlichen. Wir tun dies in einem separaten Post.

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14 Responses to Kreuzigt ihn! Akademischer Gender-Mob aus Kassel?

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  3. So erfrischend es ist, über die Uni Kassel oder die Humbuldt-Uni zu lesen, für mich bleibt offen, was eigentlich mit der Gender-Offensive gewollt wird. Die Ursprünge bei John Money helfen mir da nicht wirklich weiter.

    • Heiner sagt:

      Einfache Antwort: Geld!
      Sie, die Genderisten, wollen einfach nur viel Geld, am besten aus dem Steuersäckel.
      Zur produktiven Tätigkeit zu ungeschickt, zur wissenschaftlichen Tätigkeit zu dumm, gründen sie, unter dem Denkmantel vermeintlicher Wissenschaft, eine Sekte.
      Eigentlich ein geniales Modell, wenn man vergleicht, wie sich andere Sekten abmühen, um ihren Glauben zu finanzieren.
      Bringt auf jeden Fall mehr ein als Wachturm verteilen und schafft ungeahnte Möglichkeiten für Nepotismus.
      Papst Leo X., soll einst gesagt haben: „Lasst uns das Papsttum genießen, da Gott es uns verliehen hat!“.
      Eine Genderprofessur scheint so ähnlich zu sein.

      • Nur Geld?
        Warum wird es dann von UNO und EU gefördert?

        „«Gendermainstreaming» wird seit den 1990er Jahren als Strategie propagiert, um die strukturellen Ursachen der Frauendiskriminierung zu beseitigen. Es hat sich gezeigt, dass alle Bemühungen zur Gleichstellung der Frau nur bedingt Wirkungen zeitigen, solange die Sensibilierung für die Geschlechterproblematik einseitig nur bei den Frauen ansetzt.“
        aus: http://www.humanrights.ch/de/menschenrechte-themen/gleichstellung/gendermainstreaming/

        Nach 25 Jahren sollte allerdings mal Bilanz gezogen werden, was das außer Geld und neuen Forschungsgebieten gebracht hat!

        • Heiner sagt:

          Weil man bei der UNO und der EU noch viel mehr Staatshaushalte anzapfen kann.

          Ausserdem eröffnet man noch mehr Positionen für die „seitliche Arabeske“ (vgl Peter-Prinzip).

    • Genau das frage ich mich auch schon seit einiger Zeit. Es ist unnütz wie ein Kropf (wobei ich mich da bei ein paar Kröpfen entschuldien muss).
      Aber mal ein Vorschlag:
      Bitte dann auch genauer auf Diebinnen, Mörderinnen, Kindsschänderinnen Plagiatorinnen und dergleichen mal eingehen. Ich finde in der Presse zum Beispiel nie diese Bezeichnungen. Ich fühle mich als m deutlich diskriminiert!
      Und ich fühle mich ebenfalls diskriminiert, wenn nur von StudentInnen gesprochen wird. Und natürlich die ganzen anderen sprachlichen Abarten verwendet werden.
      So, das mußt mal raus.
      http://www.DDRZweiPunktNull.de

  4. Gernot Meyer sagt:

    „Mach mal einem Idioten klar, daß er ein Idiot ist…“ Zitat Dieter Bohlen

  5. Karl Laschnikoff sagt:

    Hervorragend gekontert, auch wenn man müde wird immer wieder die gleichen blödsinnigen Anschuldigungen durchkauen zu müssen.

  6. CountZero sagt:

    Das Statement der kUK ist tatsächlich ein Offenbarungseid:
    „Wer Geschlechterforschung als Ideologie verleumdet, will seine Zuhörer*innen und Leser *innen von der Überflüssigkeit wissenschaftlicher Kontroversen überzeugen.“

    In Analogie zum kreationistischen ‚Teach the controversy [about evolution]‘.

    NB:
    @Gernot Meyer (29.03.2016, 19:23h): großartig!

  7. CountZero sagt:

    Noch ein Zitat aus dem Statement der kUK:
    „Der Weg von verbaler Herabsetzung und Bevormundung zur Verweigerung von gleichen Rechten ist historisch meist ein sehr kurzer gewesen.“

    Na, dann steht uns ja etwas bevor, wenn die kUK ihre politischen Vorstellungen in der Gesellschaft verwirklichen kann…

  8. wolfswurt sagt:

    Kritische Studenten sind auf einer geistigen Ebene angekommen, von dieser aus sie mit einem halben Hähnchen zum Tierarzt gehen und fragen: Kann man da noch was machen?

    Da diese Personen in naher Zukunft die mittleren und höheren Positionen in der Verwaltung im Staate und den Unternehmen besetzen, ist der sich dadurch beschleunigte Niedergang in Richtung Irrenhaus garantiert.

  9. Pingback: Thema Genderismus – Kreuzigt ihn! Akademischer Gender-Mob aus Kassel? | Grüsst mir die Sonne…

  10. Eloman sagt:

    Mich erinnert das ganze an das K-Gruppen-Geschwurbel aus meiner Studentenzeit in den 70ern. Die sind ja dann später vielfach bei den Grünen gelandet und dann in den Parlamenten und haben den Boden für die Genderist*Innen bereitet.

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