Autonome Gruppentherapie: Die Logik sinnloser Zerstörung und Gewalt am Beispiel Berlin

Albert K. Cohen, einer der großen Kriminologen, die sich mit Jugend- und Bandenkriminalität befasst haben, schreibt in seinem Buch „Kriminelle Jugend“ das Folgende:

Cohen Kriminelle JugendWir haben auf die ‚schleichende‘ Ambivalenz im Wertsystem des verwahrlosten Kindes oder Jugendlichen hingewiesen, die die Anpassung bedroht, die es bzw. er erreicht hat, eine Ambivalenz, der durch den Mechanismus der Reaktions-Bildung entgegengewirkt wird. Der Verwahrloste muss sich aber in Bezug auf seine Statusquellen noch mit einer weiteren Ambivalenz herumschlagen. Die Kultur der Bande bietet ihm einen Status gegenüber anderen Kindern und Jugendlichen aller sozialen Schichten, aber sie bietet diesen Status nur in den Augen der anderen Verwahrlosten. In dem Maße, als ein gewisses Verlangen nach Anerkennung durch andere Gruppen, deren Achtung man durch die Bindung an eine neue Gruppenkultur verloren hat, noch vorhanden ist, ist die Zufriedenheit mit der neuen Lösung nicht vollständig und ist sie bereits verfälscht. Der Verwahrloste kann seine Lösung nur dadurch vollkommen machen, dass er diejenigen Statusquellen konsequent ablehnt, die ihn ablehnen. Auch das mag ein gewisses Maß an Reaktions-Bildung erforderlich machen, die über Indifferenz hinaus bis zur aktiven Feindschaft und Verachtung all jenen gegenüber geht, die seiner Gruppenstruktur nicht angehören. Außerhalb der Bande ist sein Status nun niedriger als je zuvor. Die Band neigt zu einer Art sektiererischer Solidarität, denn die Vorteile der Mitgliedschaft können nur in einer aktiven Beziehung von Mensch zu Mensch unter den Angehörigen der Gruppe realisiert werden“ (Cohen, 1961: 102-103).

Die zitierte Stelle hat Cohen bereits im Jahre 1955 geschrieben. Sie ist so aktuell wie nie. Cohen ist Vertreter eines eher psychologischen Ansatzes der Kriminologie, der in unseren Augen immer mehr an Bedeutung gewinnt und das, obwohl wir eher in das Lager der Vertreter des Rational-Choice-Ansatzes gehören. Dessen ungeachtet beschreibt Cohen in seinem Buch die Dynamik von Jugendbanden, und er beschreibt sie in einer so zutreffenden Weise, dass man denken könnte, er habe die autonomen Banden, die im Jahre 2016 Berlin unsicher machen, zielsicher vorher diagnostiziert.

Diagnostiziert ist hier das richtige Wort, denn die autonomen Banden in Berlin, sie sind in weiten Teilen Banden der Gescheiterten oder der Randständigen, wie es Schüler-Springorum 1995 ausgedrückt hat: Personen, die im normalen Leben keinen Fuß auf die Erde bekommen haben, die der Misserfolg und das Zurückbleiben hinter den Zielen, die sie sich selbst gesteckt haben oder die von anderen vorgegeben wurden, systematisch verfolgt. Deshalb steigen sie aus. Deshalb werden sie zu Feinden des Kapitalismus und zu Personen, die sich „außerhalb der Verwertungslogik selbst organisieren“.

Berlin Mitte BekennerschreibenSo steht es im Bekennerschreiben der „Autonomen Gruppen“, die in der Nacht des 29. Mai durch die Alte Jakobstraße in Berlin gezogen und dieselbe verwüstet haben. Dort, so heißt es weiter, habe man sich „ein Stelldichein gegeben[,] um unsere Wut über Ausgrenzung, Vertreibung, Kontrolle und Verachtung … mit Farbe, Steinen und Feuer sichtbar zu machen“. So schreiben nur Randständige, die nicht dazu gehören, obwohl sie so gerne dazu gehören wollen, Randständige, wie sie Robert K. Merton als kriminelle Jugendlichen beschreibt, die die gesellschaftlichen Ziele in Status und Statusobjekten so sehr verinnerlicht haben, dass der psychische Stress, den deren nicht-Erreichbarkeit in ihren Gehirnen auslöst, nur dadurch behoben werden kann, dass sie stehlen oder rauben, was sie nicht legal erwerben können. Man sieht, Merton hatte das Bild des rationalen Kriminellen, der einen materiellen Nutzen für sich generieren will. Absonderlinge wie die autonomen Banditen, die zerstören, um des psychologischen Nutzens, der damit einhergeht, waren ihm nicht vorstellbar.

Die autonomen Banditen, sie sind eben gescheiterte Existenzen, wie sie bereits Cohen ausführlich beschrieben hat. Ihre Fähigkeiten oder ihre Willigkeit, sie reichen nicht aus, um Erfolg in freien kapitalistischen Gesellschaften zu haben. Sie sind klassische Modernisierungsverlierer. Sie fürchten sich vor nichts so sehr, wie vor anderen, erfolgreichen Anderen, vor denen, die ihren Erfolg in Status und entsprechende Objekte umgesetzt haben. Gleichzeitig bewundern sie nichts so sehr, wie deren Status und die entsprechenden Statusobjekte, die ihnen versagt bleiben, weil sie nicht leistungsfähig oder nicht leistungswillig sind.

Entsprechend nehmen sie sich aus „dem System“ heraus und behandeln „das System“ mit Verachtung, und zwar in einer Weise, wie dies Teenager tun, deren Liebe nicht erwidert wird: Wenn man selbst nicht vom System zurückgeliebt wird, dann sollen andere auch nicht vom System geliebt werden. Also zerstören die Randständigen das, was sie so gerne hätten, aber nicht erreichen können: „hochwertige Autos, ein Hotel und einen Supermarkt“.

Denn hochwertige Autos, ein Hotel und ein Supermarkt, das sind für sie die Insignien von Reichtum, und Reiche sind ihre Feinde, denn Reiche stoßen „auf Wertsteigerung an“, während man selbst „von Zwangsräumung bedroht“ ist. Und warum: Weil die Verwertungslogik, der sich die autonome Bande entziehen will, dem Schmarotzen dadurch einen Riegel vorgeschoben hat, dass die Nutzung des Eigentums anderer bezahlt werden muss. Eine weitere Ungerechtigkeit „des Systems“, denn „Wohraum“ (da ist es wieder, jenes DDR-Wort mit Nach-Vereinigungs-Karriere) ist ihr gutes Recht, wie sie finden und solange andere denken, für die Nutzung von „Wohnraum“ müsse man Miete entrichten, kündigen die autonomen Bandenmitglieder „Sabotage und Zerstörung“ von den Gütern an, die für sie Reichtum symbolisieren.

Wie gut, dass die Häuser, die autonome Banden besetzen, von leistungsfähigeren Arbeitern errichtet wurden. Wo sollten die autonomen Bandenmitglieder ihre arbeitsunwilligen Knochen niederlegen, wenn sie nach getaner Sabotagearbeit und mit der Befriedigung, ein Luxusauto angezündet zu haben, in den „Wohnraum“ zurückkehren, den sie sich angeeignet haben? Die Tendenz zum Sektierertum, die Cohen beschreibt, sie führt dazu, dass die autonomen Banden, mit deren Mitglieder in der Außenwelt niemand etwas zu tun haben will, sich gegenseitig zu kleinen Che Guevaras hochreden, die es wehrlosen Autos und Luxussupermärkten so richtig gegeben haben. Sie scheitern also auch als Revolutionäre, denn Che Guevara kann man vieles nachsagen, aber sicher nicht, dass er Autos und Supermärkte bekämpft hat. Er war eben ein Revolutionär, kein autonomer Randständiger, der so gerne zur Welt der Reichen gehören würde.

Aber die Reichen lassen es nicht mitmachen, das autonome Bandenmitglied, das System will Geld nur gegen Leistung rausrücken. Dabei sind die autonomen Banditen doch mit wenig zufrieden, wie sich daran zeigt, dass ein VW für sie ein Luxusauto ist und ein netto Markt Kennzeichen eines Luxusausbaus.

Literatur

Cohen, Albert K. (1961). Kriminelle Jugend. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt.

Merton, Robert K. (1968). Sozialstruktur und Anomie. In Sack, Fritz & Koenig, Rene (Hrsg.): Kriminalsoziologie. Frankfurt: Akademische Verlagsanstalt, S.283-313.

Merton, Robert K. (1959). Social Conformity, Deviation, and Opportunity Structures: A Comment on the Contributions of Dubin and Cloward. American Sociological Review 24(2): 177-189.

Schüler-Springorum, Horst (1995). Kriminalität der Randständigen.”Kriminologisches Journal 27(3): 162-185.


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Nazi-Süchtig: Politisch-korrekte Blockwarte vergiften das öffentliche Klima

Kennen Sie Großfischlingen?

Nein?

Wieso kennen Sie Großfischlingen nicht?

Grossfischlingen.svgGroßfischlingen liegt nahe bei Edenkoben, in der Nähe des Pfälzerwalds, hat 627 Einwohner nach der letzten oder vorletzten Zählung. Zum Rhein kommt man auch recht schnell, von Großfischlingen aus.

Na, klingelt es jetzt?

Immer noch nicht.

Aber bestimmt kennen Sie Hermann Hollerith. Der Vater von Hermann Hollerith, Prof. Georg Hollerith ist 1848 in die USA ausgewandert und Hermann hat dort eine Apparatur erfunden, mit der man Lochkarten auswerten kann, 1929 oder 1928 oder so.

Großfischlingen ist Ihnen immer noch kein Begriff?

Woran mag das liegen – angesichts der Lage und Geschichte dieses Ortes?

Ah!
Großfischlingen hat kein Hakenkreuz! Kein Rechtsextremer aus Großfischlingen schafft es in die täglichen Belanglosigkeiten von No-Nazi-Net. Am Ende gibt es keinen Rechtsextremen in Großfischlingen? Aber bestimmt gibt es Rassisten. Die Amadeu-Antonio-Stiftung sollte eines ihrer Racist-SWAT-Teams nach Großfischlingen schicken, um erste Aufklärung zu betreiben. Bestimmt findet sich ein Rassist, oder ein Rechter, oder einer, auf dessen Dachstuhl man Mein Kampf in der Originalausgabe findet oder der die Wehrmachts-Uniform von Opa im Schrank aufbewahrt oder …

Dann ist Großfischlingen der Renner: Spiegel, MDR, n-tv, Süddeutsche, Neues Deutschland all die Sammelbecken der politisch korrekten Geiferer, sie werden Großfischlingen ganz groß rausbringen, mindestens so groß wie Colmnitz, ein Kaff in Sachsen.

Colmnitz, das sagt Ihnen was – oder? Sicher, der Wehrmachtsuniformträger mit dem Hakenkreuz auf der authentischen Uniform, er hat den Ort berühmt gemacht. 399 Statisten sind neben einem Wehrmachtsuniformträger bei einem historischen Umzug her marschiert und in der Unkenntlichkeit, der Bedeutungslosigkeit versunken, denn der Wehrmachtsuniformträger, hat alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Zuerst die des lokalen Beobachters:

“Der sächsische Fotograf Marcus Fischer hat Bilder der irritierenden Szenerie gemacht. Laut seiner Aussagen schienen die umstehenden Besucher des Festzugs jedoch weniger irritiert. “Manche der Schaulustigen haben die Militaria-Fans eher bejubelt und beklatscht”, sagte Fischer SPIEGEL ONLINE. Ihn als Fotografen hätten einige halb spöttisch, halb verächtlich als Vertreter der “Lügenpresse” beschimpft.“

Nicht gestört haben sich die Schaulustigen an dem, was Fischer so offensichtlich war: Dem Hakenkreuz. Der Wehrmachtsuniformträger, er hatte ein Hakenkreuz, das Fischer aufgefallen ist (und nebenbei bemerkt: eines, das er nicht bemerkt hat), dabei. Katastrophe nach Paragraph 86a StGB.

Fischer hat seine Beobachtung schnellstmöglich versilbert. Spiegel und Konsorten sind immer willige Empfänger, wenn es darum geht, ein kleines Kaff im vermeintlich rechts verseuchten Sachsen an den Pranger zu stellen, und Recht hat er, der Fischer. Was 399 Teilnehmer eines historischen Umzugs anlässlich des Schul- und Heimatfestes 2016 nicht schaffen, ein Wehrmachtsuniform-Träger schafft es: Colmnitz ist mit einem Mal berühmt. Jeder kennt den Ort. Der Publicity-Stunt, er hat funktioniert, denn in der politisch-korrekten Presse sitzen Journalisten, die richtig versessen darauf sind, über Nazis zu berichten. Alles ist recht, um die eigene Nazi-Fixierung auszuleben. Selbst ein Schul- und Heimatfest in einem weitgehend unbekannten sächsischen Örtchen.

Eine kleine Bemerkung am Rande: Es wird schwierig sein, eine Wehrmachtsuniform zu finden, auf der sich kein Hakenkreuz befindet. Das Hakenkreuz war nun einmal das Reichssymbol in den Tausend Jahren zwischen 1933 und 1945.

Aber solche historischen Gegebenheiten sind nebensächlich, wenn es deutschen Journalisten darum geht, sich selbst zu geißeln, denn man kommt mittlerweile nicht mehr um die Feststellung herum, dass viele deutsche Medienvertreter Nazi-süchtig, ja schon Nazi-abhängig sind. Gäbe es keine Nazis, kein Hakenkreuz in Colmnitz, sie wüssten schlicht nicht, worüber sie sich aufregen sollen. So sehr ist ihr ideologisches Dasein von der Existenz des Verboten, vom Reiz des Verbotenen, von den Nazis abhängig, dass sie bis in die letzten Winkel der Republik vordringen, bis in die kleinsten Orte, die des Deutschen Bauwesen hervorgebracht hat, immer auf der Suche nach dem Nazi, nach der berichtenswerten Verfehlung, nach dem, womit man einerseits Kasse machen kann, andererseits feststellen kann: ich bin kein Nazi! Ich bin ein Guter! Ich bin gegen Nazis! Und bei all den Feststellungen hat man das Gefühl, man sieht einem Kettenraucher zu, der beteuert, gegen Rauchen zu sein.

Doch zurück zu Großfischlingen, dem Ort, den Sie nicht kennen. Hier ist, was die Großfischlinger tun können, um ihren Ort bekannt zu machen:

  1. Josef Niemitz

    Anschauungsmaterial aus dem Bundesarchiv in Koblenz – Wer findet das Hakenkreuz zuerst? Spiegel oder MDR?

    Alle Großfischlinger durchsuchen ihre Keller und Dachstühle nach Gegenständen, die aus der Zeit von 1928 bis 1945 stammen.

  2. Von besonderem Interesse sind Urkunden, die nach 1933 ausgestellt wurden, Briefe von Ämtern, die ebenfalls nach 1933 ausgestellt wurden, alles, worauf sich ein Hakenkreuz befinden kann.
  3. Uniformen sind natürlich besonders nützlich, aber nicht immer leicht bei der Hand. Dafür wird es die ein oder andere Kopie von „Mein Kampf“ noch irgendwo geben.
  4. Dann muss der Gemeinderat beschließen, dass ein Heimatfest stattfindet, eines mit Flohmarkt, denn Umzug mit Uniform, das hatten wir schon.
  5. Schicken Sie anonyme Hinweise an die Redaktionen von Spiegel, ZEIT oder Alpen Prawda. Inhalt: Nach ihrer Kenntnis werden in Großfischlingen Nazi-Devotionalien (Hakenkreuze, Nazi-Orden und Mein Kampf für die Journalisten, die nicht wissen, was Devotionalien sind) zum Kauf angeboten. Vergessen Sie nicht Ort und Datum genau anzugeben.
  6. Am Tag des Heimatfests mit Flohmarkt verteilen Sie die Nazi-Devotionalien geschickt über die Stände, so dass es nicht offensichtlich ist und lassen den Dingen ihren Lauf.

Wetten innerhalb von wenigen Stunden weiß ganz Deutschland, dass es Großfischlingen in der Pfalz, nahe bei Edenkoben gibt? Und weite Teile von Zeitungs-Deutschland überschlagen sich in ihrer geheuchelten Empörung über Großfischlingen, während der große Rest von Deutschland den Kopf über die Süchtigen in den Redaktionen schüttelt und sich fragt, ob es noch eine Rettung für den deutschen Journalismus gibt – oder ob man Journalist langsam als neue Form der Störung in das internationale Verzeichnis der geistigen Störungen aufnehmen muss.

Was derzeit geschieht, nennt der Volksmund, aus einer Mücke einen Elefanten machen, die Sozialpsychologie hat das Konzept der Salience entwickelt, um zu erklären, warum bestimmte Dinge Prominenz erreichen können, während andere das nicht schaffen, und die Psychologie kennt eine Reihe von Störungen, die sich durch eine krankhafte Fixierung auf Nebensächlichkeiten oder vollkommen unwichtige Dinge beschreiben lassen, eine Fixierung, die schnell zur manischen Episode, zur Neurose oder gar Psychose wird, die einer Sucht vergleichbar ist, hier: einer Sucht nach allem, was Nazi ist.


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SPD will Ariernachweis für Vermögen

Derzeit kann man am Beispiel von Venezuela beobachten, wie Sozialisten versuchen, sich mit mehr Druck, Gewalt, Kontrolle und Verboten gegen eine wirtschaftliche Katastrophe zu stemmen, die dadurch entstanden ist, dass die nämlichen Sozialisten mit damals noch etwas weniger Druck, Gewalt, Kontrolle und Verboten versucht haben, das, was sie für eine gute Gesellschaft halten, durchzusetzen. Das Beispiel von Venezuela zeigt, dass Sozialismus nur ein Ergebnis hat: die totale Gesellschaft, den Totalitarismus in totaler Armut.

Venezuela socialismScheinbar ist das Beispiel Venezuelas so anziehend, dass die SPD versucht, das Modell auf Deutschland zu übertragen. In Deutschland haben Sozialisten nämlich auch ein Problem. Menschen sind der Meinung, das Geld, das sie mit ihrer Arbeit verdienen, gehöre ihnen und nicht dem Staat. Und weil dem so ist, und der deutsche Staat seinen Bürgern von einem Euro so wenig lässt, wie kaum ein anderer Staat auf diesem Planeten, deshalb arbeiten Bürger am Staat vorbei, deshalb erfinden sie den Tauschhandel neu und deshalb bringen sie ihr Eigentum, ihr Geld vor dem Staat in Sicherheit. Das wiederum passt der SPD nicht, denn die Genossen sind, wie alle Sozialisten der Ansicht, privates Eigentum sei nur so lange privat, so lange es die Sozialisten nicht für sich und zur Verteilung beanspruchen.

Und das tun sie jetzt, wie die FAZ berichtet hat und die ARD heute berichtet. Vermögen, das Deutsche auf Konten im In- und Ausland haben, Vermögen, das aufgrund der Politik der Europäischen Zentralbank täglich weniger wird, soll an eine Nachweispflicht gekoppelt werden: Die Herkunft der 10.000 Euro, die Opa Eugen auf seinem Sparkonto hat, sie ist lückenlos aufzuklären, wenn es nach den Genossen geht, die ein Zehn-Punkte-Papier verbrochen haben, das als Initiativantrag gedacht ist. Wenn Opa Eugen den, wie man sagen könnte: Ariernachweis für sein Geld nicht führen kann, dann ist er es los. Wenn er also partout der Ansicht ist, es ginge die SPD nichts an, wo die 10.000 Euro herkommen, dann ist er schon enteignet, denn, wie gesagt: Dass er denkt, die 10.000 Euro seien sein Eigentum ist ein Irrtum. Sie sind derzeit sein Eigentum und auch nur vorbehaltlich der Geltendmachung der sozialistischen Eigentumsrechte durch die SPD.

Was also tun, wenn man den Ariernachweis für das eigene Geld nicht führen will? Nun, auch hier weiß die SPD Rat. Gründen Sie ein Unternehmen in Hongkong, so wie es die Genossen über ihr Satellitenunternehmen ddvg in Voraussicht ihres geplanten Ariernachweises getan haben, namentlich die Cavete Global Limited, und schieben Sie ihr Geld nach Hongkong, dort muss man keine Ariernachweise für Geld führe. Die Genossen wissen das.


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Wer sind die Profiteure der Europäischen Union?

Der deutsche Länderfinanzausgleich ist eine jener Absurditäten, die sich im Grundgesetz finden (Art. 107). Wohlmeinend dazu gedacht, die Lebensverhältnisse im föderalen Deutschland so zu harmonisieren, dass man nicht mehr merkt, ob man in Bayern oder Berlin lebt, führt der Länderfinanzausgleich dazu, dass Landesregierungen, die mit dem Geld ihrer Steuerzahler erfolgreiche Wirtschaftspolitik betreiben, also Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und in den letzten Jahren auch Hamburg, für ihre erfolgreiche Wirtschaftspolitik bestraft werden, während Länder wie Berlin, die sich seit Jahrzehnten durch Misswirtschaft und Cliquenversorgung auszeichnen über den Länderfinanzausgleich belohnt werden – zuletzt mit rund 3,6 Milliarden Euro.

Neben der Ungerechtigkeit, die in der Belohnung von relativem Misserfolg besteht, hat der Länderfinanzausgleich auch zur Folge, dass Nehmerländer keinerlei Anreiz haben, erfolgreiche Wirtschaftspolitik zu betreiben oder die Verschwendung von Steuergeldern für z.B. ideologischen Firlefanz zu vermeiden. Warum sollten Sie? Tun sie es, müssen sie nur als Geberland die Früchte ihres Erfolges mit anderen Ländern teilen. Die Situation des Länderfinanzausgleichs, sie ist wie geschaffen für Opportunismus und Trittbrettfahren, dafür, die eigene Misswirtschaft von anderen finanzieren zu lassen, wie dies Berlin mit so großem Erfolg tut.

Die Absurdität der Homogenisierung von Lebensverhältnissen, sie muss nicht nur national für die Umverteilung von Milliarden vom Erfolgreichen zum Erfolglosen herhalten. Auch in der Europäischen Union gibt es eine Umverteilung, die mit Homogenisierung von Lebensverhältnissen begründet wird, mit der eine Strukturangleichung und eine ideologische Angleichung (z.B. über die Finanzierung von Frauenhäusern über den ESF) in allen Europäischen Ländern erreicht werden soll.

Wir haben uns auf Grundlage der Daten des Budgets der Europäischen Union für das Jahr 2014 angesehen, wer die Profiteure der Umverteilung innerhalb der EU sind, und wer die Umverteilung letztlich finanziert. Bevor wir die Ergebnisse präsentieren: Insgesamt wurden 2014 von den Mitgliedsstaaten 132,961 Milliarden Euro nach Brüssel überwiesen. Rund 4,5 Milliarden Euro davon, bleiben in Brüssel hängen, um die dortige Administration zu finanzieren. Die EU hat derzeit rund 32.900 Beschäftigte, davon 54,9% weiblich (noch ein Gender Gap). Jeder dieser Beschäftigten kostet europäische Steuerzahler somit 136.778,11 Euro jährlich, 11.398 Euro monatlich. Stattliche Kosten für eine Administration.

Doch zurück zu den Profiteuren der EU. Die folgende Tabelle stellt dar, in welchem Verhältnis die Mittel, die von der EU in ein Mitgliedsland fließen, zum Mitgliedsbeitrag des jeweiligen Landes stehen. Wir haben dazu Prozentwerte berechnet. Prozentwerte unter 100% sagen aus, dass das entsprechende Land weniger an Geld aus der EU erhält als es an die EU zahlt. Prozentwerte über 100% sagen aus, dass das entsprechende Land mehr Geld aus der EU erhält, als es an die EU zahlt. Die Prozentwerte können als Vielfaches interpretiert werden, d.h. 743,6% stellen einen um das 7,4-Fache höheren Zufluss von Mittel aus der EU als an die EU als Beitrag bezahlt wurden, dar.

EU Profiteure

Ungarn und Luxemburg profitieren demnach am meisten von ihrer EU-Mitgliedschaft. Beide Länder erhalten das rund 7.5fache an finanzieller Unterstützung aus Brüssel als sie an Beitrag nach Brüssel entrichten. Etwas kleinere, aber immer noch stattliche Brötchen backen Litauren, Bulgarien, Polen, Rumänien und Lettland, die um das 4 bis 6fache mehr aus Brüssel erhalten als sie nach Brüssel zahlen. Neun Länder zahlen deutlich mehr an die EU, als sie über Programme der EU erhalten, darunter Deutschland. Das schlechteste Geschäft machen die Niederländern, die von den 6,4 Milliarden Euro, die sie 2014 nach Brüssel überwiesen haben, gerade einmal 31,5% wiedersehen.

Angesichts dieser Profit-Struktur und vor allem angesichts der Schiefe der Verteilung, die erhebliche Schwankungen zwischen Luxemburg, dem Mitgliedsstaat der EU mit dem höchsten Bruttosoialprodukt pro Kopf und gleichzeitig dem Mitgliedsland, das am meisten vom Europäischen Länderfinanzausgleich profitiert und z.B. Spanien, einem Land mit unterdurchschnittlichem Bruttoinlangsprodukt (per capita) und neben Griechenland der höchsten Arbeitslosigkeit (20,5%) in der EU, fragt man sich, nach welchen Kriterien die Mittelvergabe aus Brüssel erfolgt oder anders formuliert: Welche Netzwerke die Kanalisierung von EU-Mitteln in bestimmte Mitgliedsstaaten kontrollieren.


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Neulich beim LINKE-Parteitag

Alles schon mal dagewesen.

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