Schneller als jedes Gericht: ARD spricht Antifa-Dresden frei

Das Bekennerschreiben der Antifa Dresden, das auf Indymedia veröffentlicht wurde, das derzeit von der Sächsischen Polizei geprüft wird und das zudem in genau der Weise verfasst ist, wie man sie von linken Radikalen gewohnt ist, es ist ein Fake, da ist sich die ARD ganz sicher.

Genau so schnell, wie öffentliche Medien dabei sind, noch nicht ermittelte Täter in den Reihen von Rechten zu wissen, genau so schnell gelangen die selben öffentlichen Medien zu dem Wissen, dass das Bekennerschreiben der Antifa Dresden nicht von der Antifa Dresden stammt.

Die Indizienkette der ARD ist erschütternd:

  1. linksunten_bekennerschreibenDas Bekennerschreiben verlinke auf die Webseite des Antifa-Bündnisses in Dresden, auf der gegen die Einheitsfeier mobilisiert werde.
  2. Das Anschlagziel Moschee spreche nicht für linksradikale Täter.
  3. Im Bekennerschreiben finde sich kein Täterwissen.
  4. „Vor allem haben sich die angeblich linken Urheber bereits gestern via Twitter von dem ‚Bekennerschreiben‘ distanziert.“

Bei der ARD sind offensichtlich redaktionelle Koryphäen am Werk, die mit allem, was Logik und Kunst des Schließens ist, auf Kriegsfuß stehen.

  1. Das Bekennerschreiben verlinkt nicht nur auf die Seite der Antifa Dresden, es gibt auch als Verfasser die Antifa Dresden an. Beides, dass ein Link gesetzt wird und ein Verfasser angegeben wird, ist für Veröffentlichungen auf Linksunten eher die Regel als die Ausnahme und somit keinerlei Indiz, das für oder gegen etwas spricht. Aus der Tatsache, dass ein Link gesetzt wurde, kann man schlicht nichts schließen, wenn man nicht unbedingt etwas schließen will.
  2. Dass das Anschlagsziel „Moschee“ nicht für linksradikale Täter spricht, ist eine Aussage, die man nur aus einem geschlossenen ideologischen Weltbild heraus treffen kann und selbst von dort aus nur dann, wenn man das Anschlagsziel ICC ausblendet. Letzteres kann man nur ausblenden, wenn man es ausblenden will, um z.B. die Antifa Dresden von jedem Verdacht reinzuwaschen. Im übrigen liegt hier der Fehlschluss vor, den wir bereits gestern thematisiert haben.
  3. Dass etwas nach Ansicht der Journalisten der ARD fehlt, kann nur dann als Argument vorgebracht werden, wenn man belegt, dass das, was im Bekennerschreiben aus Dresden angeblich fehlt als Regel in anderen Bekennerschreiben enthalten ist. Ist es nicht als Regel enthalten, ist die Aussage, dass es fehlt, sinnlos.
  4. Nach der Lex ARD muss ab sofort jeder Angeklagte, der vor Gericht erscheint und den Tatvorwurf, der ihm gemacht wird, bestreitet, freigesprochen werden. Gerichtsverhandlungen können wir uns also sparen.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell die ARD auf einen Vorfall reagiert, der doch belanglos sein sollte, wenn es sich so verhält, wie die ARD glauben machen will, dass nämlich die Antifa Dresden ein ganz unschuldiges Opfer von Spaßvögeln geworden ist, die die gute Antifa in ein schlechtes Licht rücken wollen. Offensichtlich gibt es ein massives Bedürfnis in den öffentlich-rechtlichen Redaktionsräumen, das eigene Weltbild, nachdem nur Rechte Anschläge auf Moscheen verüben (und aus welchen Gründen auch immer auf das ICC) das sehr groß ist, wohl in etwa so groß, wie die personellen Verquickungen zwischen ARD-Journalisten und Antifa.

 

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