Kulturelle Leere: Welttag der händewaschenden Hunde und Mädchen gegen Todesstrafe in ländlichen Gebieten bei Rheumatikern

Wishing you a Merry Christmas.
11. Oktober 2016 und der erste Weihnachtsgruß ist eingetroffen.

Eigentlich sieht es draußen eher nach Spätsommer als nach Frühwinter aus. Aber der Schein trügt wohl. Alles nur Konstruktion.

merry xmasGedenk- und Feiertage, sie hatten früher eine herausgehobene Funktion. Sie waren etwas Besonderes, etwas, worauf man sich freuen konnte, zu seiner Zeit, zur Advents- und Weihnachtszeit, im Dezember, nicht schon im Oktober. Seit Marketingspezialisten, Speed-Seller und Internationale Organisationen die Feiertage und die Gedenktage entdeckt haben, und daraus Aktionstage gemacht haben, seither hat die Gedenk- und die Feiertage das Schicksal ereilt, das so viele Dinge, die früher einmal Wert hatten, in dem, was man die moderne Gesellschaft nennt, ereilt hat: Sie sind gewöhnlich geworden. Der Schokoladen-Weihnachtsmann ist auch nur der Osterhase in anderer Verpackung, und Weihnachtstage zeichnen sich in erster Linie dadurch aus, dass manche nicht arbeiten müssen. Ansonsten sind sie leer, keine besonderen Tage, einfach nur weitere Tage im Meer der 365 Gedenk-, Feier- und Aktionstage.

Der erste Montag im Oktober war übrigens der Welttag des Wohn- und Siedlungswesens. Das ist er bereits seit 1991, ohne dass wir es bemerkt hätten. Vermutlich wird er vor allem in den besetzten Gebieten Palästinas gefeiert. Der Oktober ist überhaupt ein sehr voller Monat, ein Gedenktag, Aktionstag oder Welttage des … jagt den nächsten. Heute ist z.B. Weltmädchentag, irgendwie konsequent, schließlich war gestern der Welthundetag und der Welttag gegen die Todesstrafe und der Welttag der geistigen Gesundheit. Von Hunden, Todestrafe und geistiger Gesundheit bis zu Mädchen dauert es nur einen Tag. Zudem ist heute natürlich Coming Out Day, früher war Coming Out der Hinweis auf die Verfügbarkeit auf dem Heiratsmarkt. Vielleicht fällt deshalb der Weltmädchentag mit dem Welt-Coming-Out-Day zusammen. Und übermorgen, übermorgen ist Weltrheumatag, auch eine Form von Coming Out und ein würdiger Vorläufer für den Weltthrombosetag, der am 13. Oktober zum Begehen ansteht, gemeinsam mit dem Tag der Katastrophenvorbeugung. Thrombosen können zu Katastrophen führen und zun internationalen Tag der Frauen in ländlichen Gebieten, der am 15. Oktober ansteht, in ländlichen Gebieten, nicht in Städten, nur in ländlichen Gebieten, für Frauen. Wann war noch einmal der Welttag der geistigen Gesundheit? Am 10. Oktober!

Nuts in BedlamZu spät für denjenigen, der nur noch wirr lachen kann, angesichts der Welttage, die anstehen, sind und waren: Welttag des Lächelns war übrigens auch schon, am ersten Freitag im Oktober. Auch Lächeln können heutige Menschen nicht mehr von sich aus. Dazu brauchen sie einen eigenen Aktionstag, wie für das Sehen, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, was manche Menschen in der Lage sind, zu sehen, obwohl es nicht da ist oder was sie nicht sehen, obwohl es da ist. Weltsehtag ist übermorgen. Dann werden ihr sehen, sehen, dass der Welttag der geistigen Gesundheit schon vorbei ist. Tschindarassasa. Weltmusiktag war auch schon. Am 1. Oktober. Vergessen? Macht nichts. Der jährt sich. Genau wie der Welttag der geistigen Gesundheit, aber bis er sich jährt, kann es schon zu spät sein, für die geistige Gesundheit, und auch der internationale Tag der Gewaltlosigkeit ist zu lange hin, als dass man der Gewaltlosigkeit ob der vielen Welt- und Aktionstage noch frönen könnte, da hilft auch kein Weltlehrertag (5. Oktober). Es ist eher, wie am Welttag der Epilepsie (5. Oktober), wenn sich die geistige Gesundheit wie eine Seifenblase (Welttag der Seifenblase: 5. Oktober) verflüchtigt und der Tag der gewaltfreien Kommunikation (6. Oktober) zu einer schwachen Erinnerung wird, in dieser irren Zeit der Weltfeieraktionstage: Welttag des Sehens, des Lächelns, Welthundetag, Mädchentag, Rheumatag, Tag der Katastrophenvorbeugung, Tag der Frau im ländlichen Gebiet … Thrombose, internationaler Händewaschtag (15. Oktober), Internationaler Tag der Beseitigung der Armut (17. Oktober), Welttag des Sto, Welttag des Sto, Welttag des Stotterns (22. Oktober).

Welttag gegen die Todesstrafe, gegen…, wieso gegen? Wir sind für die Todesstrafe, Todesstrafe für alle Erfinder sinnloser Welttage, internationaler Tage, Aktionstage, Gedenktage, Feiertage … argh.

Nur einen Welttag gibt es nicht: Den Welttag der Ruhe, an dem alle Menschen dieses Planeten von den Welttag-Busybodies in Ruhe gelassen werden. Aber gegen die Todesstrafe sein müssen …

Einen Welttag der Jungen gibt es übrigens keinen in dieser von Gleichheit gezeichneten Zeit.

P.S. Keiner der Welttage ist erfunden. Es gibt sie alle und alle im Oktober.


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Die Grünen: Neue Rechte und alte Bigotte

Nationalismus ganz alter Art, kommt ausgerechnet den Reihen der Grünen. Wer nicht deutschen Ursprungs ist oder kein so genannter Bildungsinländer ist, der soll in Zukunft seinen Studienplatz an der deutschen Hochschule oder Universität, die er sich ausgesucht hat, bezahlen. 1.500 Euro will die Grüne Theresia Bauer, die als Ministerdarsteller in Baden-Württemberg Wissenschaft und Kunst unter einen Hut zu bringen versucht.

political hypocracy1.500 Euro sollen die nicht-deutschen, nicht-EU und nicht-Bildungsinländer Studenten bezahlen, wenn sie an den Universitäten im Ländle studieren wollen. Insofern Flüchtlinge nicht als Bildungsinländer zählen, muss man wohl annehmen, dass auch Flüchtlinge, für die so hektisch an vielen Universitäten auch in Baden-Württemberg Studiengänge angepasst und Willkommensgrüße verfasst wurden, von der neuen Studiengebühr, der Bauer-Gebühr, betroffen sind.

Ganz neue Töne, die man von den Grünen hört, die ansonsten nicht müde werden, staatliche Förderung für Flüchtlinge zu fordern und da, wo sie an der Regierung beteiligt sind, zu gewähren (Vielleicht ist es auch nur eine neue Form des Ringtausches, der dazu führt, dass die neuen Studiengebühren für Flüchtlinge aus dem Etat des Finanzministeriums finanziert werden.).

Selbstverständlich sollen die Studiengebühren nicht dazu genutzt werden, die Qualität von Forschung und Lehre zu verbessern oder gar der notorisch schlechten Ausstattung deutscher Hochschulen und Universitäten Abhilfe zu schaffen.

Nein:

Anlass für die Rückbesinnung auf den Nationalismus, auf die Etablierung Neu Rechter Ideen in grünem Gewand ist eine Kürzung: Im Haushalt von Baden-Württemberg 2017 sind 47 Millionen Euro weniger für das Ministerium für Wissenschaft und Kunst vorgesehen. Um dieses Loch zu stopfen, sollen ausländische Studenten, also solche, die nicht aus der EU stammen und nicht in Deutschland geboren wurden, 1.500 Euro Studiengebühren berappen. 650 Euro Studiengebühr sind für die Studenten vorgesehen, die ein Zweitstudium absolvieren wollen. Beides soll ausreichen, um das 47 Millionen Loch zu stopfen und keine Kürzungen vornehmen zu müssen.

Wenn es um Geld geht, dann scheinen Grüne in- und außerhalb von Ministerien vor nichts zurückzuschrecken, nicht einmal vor der Einführung von Studiengebühren, die sie doch so vehement ablehnen, in ihrer Bundespartei:

“Wir sind gegen eine blockierte Gesellschaft, in der Bildungschancen vom Geldbeutel und Bildungsgrad der Eltern abhängen.
Das dreigliedrige Schulsystem, für dessen Erhalte die konservativen Kräfte mit aller Macht kämpfen, führt vor allem zu frühem Frust und verdirbt die Lust am Lernen. Die frühe Aufteilung von Schulkindern zwischen Gymnasium, Realschule und Hauptschule verfestigt Bildungsunterschiede, die von zu Hause in die Schule mitgebracht werden.
Hat ein Schüler oder eine Schülerin es doch bis zur Hochschulreife geschafft, werden ihnen vor Eintritt in die Universität weitere Steine in den Weg gelegt: Studiengebühren GrüneStudiengebühren führen dazu, dass Kindern aus einkommensschwachen Familien die Entscheidung für ein Studium noch schwerer fällt. Ein Hochschulstudium wird so zu einem Privileg der „Kinder aus gutem Hause“. Studiengebühren verhindern soziale Durchlässigkeit.”

Geht es um ausländische Studenten, dann sind die hehren Ziele der Grünen plötzlich vergessen und das Studium an einer deutschen Hochschule oder Universität wird wieder vom Geldbeutel der Eltern abhängig gemacht, in der Terminologie der Grünen jedenfalls. Nationalismus wird gemeinhin dadurch definiert, dass eine Unterscheidung in eine In- und eine Outgroup entlang nationaler Grenzen erfolgt und dass diese Unterscheidung damit einhergeht, dass die Outgroup von Leistungen, die der Ingroup gewährt werden, ausgeschlossen wird. Die Grünen sind also Nationalisten, Neue Rechte, um genau zu sein, denn die Neue Rechte, wie sie Alain de Benoist, deren geistiger Vater, beschrieben hat, ist eine Bewegung, die konservativen Werten und nationaler Schließung verpflichtet ist, sich gegen Globalisierung und den Neo-Liberalismus wendet, und freie Märkte am liebsten abschaffen würde. Exakt das Programm der Grünen.

Nun kann man argumentieren, dass ausländische Studenten, also nicht-EU und nicht Bildungsinländer, die in Deutschland studieren, dafür auch bezahlen sollen, da nicht einzusehen ist, warum deutsche Steuerzahler die Ausbildung von US-Amerikanern oder von Norwegern oder von Schweizern oder von Ägyptern finanzieren sollen, die nach dem Studium Deutschland wieder verlassen und ihr erworbenes Humankapital zuhause einsetzen.

Diese Argumentation ist aber gefährlich.

Sie ist eine Büchse der Pandora, denn in gleicher Weise kann man sich fragen, warum ein deutscher Arbeiter, ein LKW-Fahrer, ein Verkäufer, ein Fließbandarbeiter, warum ein Maurer mit seinen Steuern die Ausbildung der Kinder aus der Mittel- und Oberschicht bezahlen soll, da – wie die Grünen ja richtig in ihrer Ablehnung der Studiengebühren feststellen – seine Kinder wenig Wahrscheinlichkeit haben, an einer Hochschule oder Universität zu landen.

Wozu also soll ein Klempner Gender Studies finanzieren? Diese Frage kann man schlicht nicht positiv beantworten, denn der Klempner hat von Gender Studierten keinerlei Nutzen, aber er hat einen Schaden, weil die Finanzierung der entsprechenden Studiengänge auch aus den Steuergeldern erfolgt, die ihm abgezogen werden.

Die Grünen haben sich in einen Widerspruch verheddert: Sie sind gegen Studiengebühren, weil Studiengebühren angeblich sozial Schwache, wie das heißt, an der Aufnahme eines Studiums hindern, und sie sind angeblich gegen Nationalismus, der weiße deutsche Männer und Frauen bevorzugt und alle anderen benachteiligt.

Gleichzeitig sind die Grünen für Studiengebühren für nicht-deutsche, nicht-EU-Ausländer, nicht-Bildungsinländer, was sie aber nicht sein können, weil sie doch anti-nationalistisch und gegen Studiengebühren sind.

Den Widerspruch kann man nur wie folgt auflösen:
Die Behauptung, die Grünen wären gegen Studiengebühren, um soziale Chancengleichheit herzustellen, ist eine Lüge. Tatsächlich geht es den Grünen darum, den Nachwuchs der eigenen Klientel, der sich in der Regel an Hochschulen und Universitäten einfinden, auf Kosten der Arbeiterschicht und all derer ausbilden zu lassen, deren Kinder keine Hochschule oder Universität besuchen oder die gar keine Kinder haben.

Die Behauptung, die Grünen wären eine anti-nationalistische, pluralistische Partei der Vielfalt ist eine Lüge. Tatsächlich geht es den Grünen darum, Finanz-Nationalismus zu betreiben und Ausländer (also nicht EU-Ausländer und nicht Bildungsinländer) zur Kasse zu bitten, damit sie der eigenen Klientel keine der Wohltaten kürzen müssen, die aus dem Baden-Württembergischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst verteilt werden.

Grüne/Bündnis90 sind bigotte Neue Rechte, deren überragendes Ziel man mit einem Wort benennen kann: Selbstbereicherung – koste es die anderen, was es wolle.


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