CIA steckt hinter TTIP

Niemand in Deutschland hätte es für möglich gehalten, in diesen ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts, dass diese deutsche Welt genau und aufmerksam beobachtet würde, von Mächten intelligenter als der Durchschnitt. Niemand hätte es für möglich gehalten, dass Menschen, die ihren täglichen Verrichtungen nachgingen, beobachtet und studiert würden, in etwa so, wie ein Wissenschaftler einen Kleinorganismus beobachtet und studiert, der sich in einem Wassertropfen unter seinem Mikroskop vermehrt…. Und doch, langsam, aber sicher, haben diese Mächte ihre Pläne in die Tat umgesetzt.

watergateImmer wieder sind US-Administrationen an die Grenzen ihrer Macht gestoßen. Die Idee, der US-Präsident sei der stärkste Mann der Welt, sie erscheint denen, die in CIA und NSA die Fäden ziehen, geradezu lachhaft.

Immer wieder haben sie versucht, die US-Amerikaner in den Griff zu bekommen. Joseph McCarthy hat es versucht, hat versucht, die US-Amerikaner gleichzuschalten, gleichzuschalten in ihrer Abwehrhaltung gegen die rote Gefahr. McCarthy ist gescheitert. Der US-Senat hat es mit seinem Prohibitions-Gesetz versucht. Als 18. Ergänzung zur US-Verfassung sollte die Abstinenz von Alkohol durchgesetzt und US-Amerikaner von 1920 an, zu einem gesunden und alkohollosen Leben erzogen werden. Der US-Senat ist gescheitert. Statt einem alkoholfreien Leben hat man Kriminalität und Untergrund-Kneipen, Al Capone und die Mafia geschaffen. Der Ku-Klux-Klan er hat es versucht: US-Amerikaner zu einer weißen Gesellschaft der Überlegenen zu machen, die auf die unterlegenen Schwarzen heruntersehen. Der Ku-Klux-Klan ist gescheitert – kläglich.

Wann immer in den USA versucht wurde, ein Anti-Gefühl, ein Wir-Gefühl basierend auf Ausgrenzung anderer, wir Anti-Alkoholiker, wir Anti-Roten, wir Anti-Schwarzen zu schaffen, ist der Versuch gescheitert. Nicht einmal im Krieg ist es gelungen, dauerhaft ein Anti-Gefühl zu schaffen. In den Zweiten Weltkrieg mussten die USA von den Japanern regelrecht gebombt werden und selbst dann, waren sie nur halbherzig bei der Sache und konnten es nicht abwarten, endlich Care-Pakete in das unterlegende Deutschland zu schicken.

Ja Deutschland, wie viel einfacher doch alles in Deutschland ist.

Die politische Klasse beschließt einen Krieg, einer hat gar die Chuzpe die Meute zu fragen, ob sie den totalen Krieg wolle, und alle schreien: Ja. Und in den USA, richtig betteln muss man darum, einen Krieg führen zu können. Niemand läuft singend und mit strahlendem Gesicht in die Schlacht: Drückeberger kennzeichnen die US-Jugend, die versuchen, sich mit wirren Entschuldigungen dem Dienst am Vaterland zu entziehen. Aber selbst dann, wenn es gelungen ist, einen Krieg anzufangen, dauert es nicht lange, bis US-Amerikaner auf die Straße gehen, um gegen den Krieg zu demonstrieren.

Schuld ist dieser Individualismus, der die meisten US-Amerikaner auszeichnet. Man versucht, sie für eine gemeinsame Sache, den Krieg gegen das Reich des Bösen zu begeistern und was passiert: Sie misstrauen ihrer Regierung, setzen Verschwörungstheorien in die Welt – CIA und NSA hätten die Twin Towers in New York selbst in die Luft gesprengt, NASA wäre gar nicht auf dem Mond gewesen und Barack Obama gar kein Amerikaner.

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The Snout in the Trough

Dagegen herrschen in Deutschland paradiesische Zustände. Die politische Klasse kann sich z.B. nach Herzenslust bedienen. Öffentliche Parteienfinanzierung nennt sich das „scheme“, mit dem Geld von Bürgern in die Taschen von Parteien geleitet wird. Öffentliche Parteienfinanzierung in den USA? Steuergelder für Parteien? Unvorstellbar, Suizid der politischen Klasse. Wo Deutsche freudig zahlen, weigern sich US-Amerikaner, das Gute, das die politische Klasse bringt, zu finanzieren.

Oder die vielen Wege, die Politiker in Deutschland gefunden haben, um Steuergeld in die Taschen von Bekannten und Freunden zu leiten. Politiker nehmen Geld von Bürgern und finanzieren ihre Bekannten und ideologischen Freunde dafür, dass sie die Bürger dahingehend beeinflussen, die Politik gut zu finden, die die Politiker, die mit dem Geld eben dieser Bürger ihre Freunde und Bekannten finanzieren, betreiben. Eine hervorragende Manipulationsschleife, nur leider in den USA nicht durchführbar. Man entwickelt ein solch‘ hervorragendes Verteilungsschemata, erschreckt seine Gegner ein wenig, beseitigt die, die sich nicht erschrecken lassen, besticht, bezahlt und verteilt und was passiert: Watergate. Da kommen Journalisten und decken das schöne Schema auf, machen es öffentlich. Journalisten, die von sich denken, sie seien es sich und der Bevölkerung schuldig, Letzterer reinen Wein einzuschenken, Journalisten, die einen Anspruch an sich und ihre Arbeit haben. Journalisten mit individualistischem Berufsethos, die man nicht kaufen kann.

Wie viel schöner ist es doch in Deutschland. Hier kann man Medien gleichschalten und zur vierten Kolonne der politischen Klasse machen. Auf die Idee, die Regierung zu überwachen, kommen  nur noch wenige, und die Wenigen, die auf eine solche Idee kommen, die kann man leicht aussortieren und kaltstellen und selbst wenn sie Recherchieren und Aufdecken verpufft ihre Wirkung an der Einheitsfront der gleichgeschalteten Medien, die jede wirksame Kritik an der politischen Klasse mundtot machen. Einmal mehr: Paradiesische Zustände.

Und selbst wenn es gelingt, Widerstand gegen die politische Klasse zu organisieren, auf die Straße zu bringen, das Schweigekartell der Medien, es leistet hervorragende Arbeit. Divide et Impera, so das Motto, unter dem die organisierten Kritiseure erst beleidigt, dann diffamiert und schließlich abgekanzelt werden, und es funktioniert: Nichts mögen richtige Deutsche lieber, als sich mit unrichtigen Deutschen zu streiten. Nichts ist einfacher, als die Deutschen gegeneinander aufzubringen: Gute Deutsche gegen schlechte Deutsche, die sich gegenseitig beschimpfen, überwachen, sich miteinander beschäftigen. Paradiesische Zustände eben, die man perfekt nutzen kann, um einen Smokescreen, wie es im CIA-Slang heißt, aufzubauen, hinter dem dann die wirklichen Dinge beschlossen und umgesetzt werden können, während die Deutschen miteinander über Hasskommentare oder Rassismus oder andere Belanglosigkeiten streiten.

Versuch‘ das in den USA, und Du wirst scheitern. Etliche Universitäten hatten sich hinter der Gender Mainstreaming Ideologie versammelt. Was passiert? Andere Universitäten tanzen aus der Reihe, wollen sich differenzieren. Studenten, die in Deutschland die ersten sind, die den Staat und seine ideologischen Eskapaden tragen, sie wollen in den USA etwas lernen. Lernen! Wissen, nicht Ideologie, schon gar nicht Gender Mainstreaming. Wie einfach ist doch die deutsche Welt, in der man Studenten dazu instrumentalisieren kann, Wissen gegen Ideologie zu tauschen, wenn man ihnen nur den Anschein verleiht, sie würden zu einer guten Sache gehören, dafür kämpfen und sich für ein großes Ganzes einsetzen und aufopfern.

Das hat in Deutschland immer geklappt: Deutsche zu Kämpfern für die gute Ideologie zu machen, die gegen andere Deutsche vorgehen, Anhänger falscher Ideologien diffamieren und die Arbeit des Staats machen, sich mit ihm gemein, sich zum Untertan machen. Die deutsche Untertanenkultur, das ist, was den CIA wirklich interessiert, denn Untertanen sind Gift für Individualismus und aller Trouble in den USA geht von Individualismus aus. Er hindert US-Amerikaner sich dauerhaft einem großen Ganzen zu verschreiben. Er macht Menschen misstrauisch, misstrauisch sogar ihrer Regierung gegenüber. Er ist die Quelle von Kritik und Widerspruch. Get rid of individualism and you rule the world.

Seit Jahrzehnten hat der CIA versucht, hinter das Geheimnis der deutschen Untertanenkultur zu kommen: Ethnologen, Behavioristen, Agenten, Psychologen, Politikwissenschaftler, Soziologen, sie alle haben versucht, das Geheimnis zu ergründen. Umsonst. Nothing works. Und der Verweis der Ethnologen, dass die Untertanenkultur eben ein cultural thing sei, der hilft auch nicht wirklich weiter. Da Versuche, von außen hinter das Geheimnis der Untertanenkultur zu kommen, gescheitert sind, hat sich der CIA etwas Besonderes einfallen lassen. If you can’t beat them from the outside, get under their skin, wie es so schön heißt.

Und deshalb hat der CIA TTIP, das Transatlantische Handels- und Partnerabkommen erfunden.

Versprich‘ den deutschen Wohlstand. Lass‘ sie am Reichtum der USA teilhaben. Stell‘ Ihnen Zugang zum US-Amerikanischen Markt in ungeahntem Ausmaß in Aussicht. Umsatz, Gewinn, Wachstum, Wohlstand, Reichtum, neue Waren, Technologie, billige Waren, billige Technologie, wer würde sich gegen Wohlstand entscheiden?

Nicht einmal die Deutschen, so das Kalkül des CIA. Und mit TTIP kommt die Überwachung und das Ausspähen dessen, was die deutsche Untertanenwelt im Innersten zusammenhält, jenes archimedischen Punkts deutscher Kultur, der seit Jahrhunderten wirkt und sich seit Jahrzehnten jedem kognitiven Zugriff entzieht. So hat es sich der CIA gedacht, dessen Spitze schon die schöne neue Welt der Untertanen-USA vor sich sieht, mit ihrer Parteienfinanzierung, ihren Nutznießernetzwerken und ihrer Bevölkerung, deren Mitglieder nichts lieber tun als staatsdienlich und zwangsversichert zu sein und übereinander herzufallen. Traumzustände für die Herrschaft der Zukunft.

Der UntertanAber, der CIA hat einmal mehr seine Rechnung ohne die Deutschen gemacht. Genial, wie der Plan gewesen sein mag, basiert der doch auf kognitiven und rationalen Annahmen darüber, wie sich Deutsche verhalten: Niemand würde ein besseres Leben gegen ein schlechteres Leben tauschen, so die Prämisse, die falsche Prämisse.

Deutsche tun das. Das Geheimnis des Untertanengeistes, das der CIA nicht entdecken kann, es besteht im Affekt nicht in der Rationalität. Deutsche wollen nicht wissen, wie etwas ist. Deutsche wollen wissen, ob diejenigen, die sie sich gerade zur Obrigkeit erwählt haben und denen sie sich affektiv verbunden fühlen, das, was ist, gut finden oder nicht. Findet die jeweils selbstgewählte Obrigkeit etwas schlecht, dann finden es auch die Untertanen schlecht. Findet die gewählte Obrigkeit etwas gut, dann finden es auch die Untertanen gut. Und TTIP, das finden die meisten verfügbaren Obrigkeiten, deren emotionalem Urteil sich Untertanen willig anschließen, schlecht.

Denn: TTIP, Chlorhuhn, das ist der Versuch der USA, Deutschland zum Satelliten zu machen, US-Amerikanischen Kapitalismus durch die Hintertür in die deutsche Servicewüste zu bringen. TTIP ist der US-Amerikanische Versuch, die Herrschaft über Deutschland zu übernehmen und gute deutsche Gesetze, deutsche Umweltgesetze zu boykottieren, sie mit Monsanto und Gentechnik zu ersetzen, deutsche Mägen mit gentechnischem Gift zu füllen, deutsche zu Lemmingen der USA zu machen. So geht die Abwehr-Erzählung.

Und wieder einmal ist ein Versuch, hinter das Geheimnis der deutschen Untertanenkultur zu kommen, gescheitert. Deutsche sind eben schon Untertanen ihrer selbsterwählten Orbigkeit und Gefangene ihrer unglaublichen Angst vor Freiheit.


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Über Michael Klein
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36 Responses to CIA steckt hinter TTIP

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  2. xyz says:

    öhm … soweit so gut … und wo sortieren sie dann ceta ein? nebelkerze 2.0? oder ist das eine nur dazu da, um vom andern abzulenken? tisa? das gleiche nur anders?

  3. Till Sitter says:

    Werter Herr Klein,

    Ihre Artikel über die umstrittenen Freihandelsabkommen lassen mich annehmen, dass Sie diese befürworten. Als Gegner dieser interessiert es mich, auf welcher Grundlage Ihre positive Haltung beruht. Ich lasse mich ja gerne belehren, untertänigst selbstverständlich, 🙂 vermisse aber harte Fakten und Argumente vor allem gegen solche, die gegen TTIP u. a. vorgebracht werden. Bsw. habe ich nicht den Eindruck, dass “die meisten verfügbaren Obrigkeiten“ TTIP rein emotional schlecht finden, eher im Gegenteil. Es wird mich freuen, wenn Sie das Thema etwas wissenschaftlich überzeugender darlegen können und danke jetzt schon mal für Ihre Mühe, untertänigst selbstverständlich. 🙂

    • Ich schlage vor, Sie lesen die vielen Beiträge, die es zum Thema „Freier Handel“ auf ScienceFiles gibt:
      https://sciencefiles.org/?s=freier+handel
      und ansonsten empfehle ich Ihnen die Lektüre von Jagdish Bhagwati. Eigentlich ist es fast egal, was Sie von Bhagwati lesen. Ich selbst halte dieses von ihm editierte Buch für das beste:
      [(Fair Trade and Harmonization: Economic Analysis v. 1 : Prerequisites for Free Trade?)] [Edited by Jagdish N. Bhagwati ] published on (May, 1996)
      Wenn Sie sich dafür interessieren, wie freier Handel in Indien dazu geführt hat, Armut zu reduzieren, dann sei Ihnen dieses Buch empfohlen:
      Why Growth Matters: How Economic Growth in India Reduced Poverty and the Lessons for Other Developing Countries

      • Till Sitter says:

        Eine Menge Stoff. Vielen Dank. 🙂

      • Till Sitter says:

        Upps, das war wohl ein Missverständnis. Ich meinte die umstrittenen Freihandelsabkommen, nicht den Freihandel an sich, den ich als Außenhandelskaufmann selbstverständlich befürworte. Allerdings nicht bedingungslos, darum mein Interesse an TTIP et al. Darüber lässt sich ja auf Grund der Geheimniskrämerei kaum etwas sagen, weshalb ich Sie gefragt habe, auf welcher Grundlage Sie so ein starker Befürworter sind. Und bitte sagen Sie nicht, ich müsste mir jetzt für 150€ die beiden Bücher kaufen. 🙂

        • Sie können TTIP auf Wikileaks lesen, von der ersten bis zur letzten Seite. Und wenn Sie Lust haben, können Sie TTIP mit jedem Handelsabkommen vergleichen, das Deutschland innerhalb der letzten 40 Jahre geschlossen hat. Dabei werden Sie feststellen, dass es nicht allzu viel Unterschiede gibt und dass das Ziel von Abkommen wie TTIP darin besteht, wirtschaftliche Integration zu gewährleisten und Handelsschranken abzubauen. Damit stehen die entsprechenden Abkommen in der Tradition, wie sie in den beiden Büchern beschrieben werden. Abgesehen davon gibt es eine Unmenge von Belegen dafür, dass freier Handel die Wohlfahrt von Menschen steigert und die Lebensumstände verbessert und einer davon ist sogar umsonst zu haben, Angus Maddisons monumentales Werk:

          http://theunbrokenwindow.com/Development/MADDISON%20The%20World%20Economy–A%20Millennial.pdf

          • Mechernich221 says:

            Sie wollen uns also erzählen das sie Anwaltsenglisch verstehen wo nicht mal Anwälte mitkommen deren Muttersprach englisch ist?Solche Verträge sind so gemacht das man immer klagen kann wenn man will.

            Es geht um GEWINN.Glauben sie etwa die USA haben das vorgeschlagen weil sie WENIGER GEWINN machen wollen?Und das bei jetzt schon 500 Milliarden Minus jährlich in der Handelsbilanz?

            Und können sie uns sagen wieviele Klagen Mexiko bzgl. des Freihandelsvertrags gewonnen hat und wieviel die USA?

            • Oh Sie armes, armes Menschlein, der Sie in den Tümpel des Lebens geworfen wurden und dort von englischen Raub-Anwälten umschwommen werden. Sie können einem wirklich leid tun, schon weil sie die Schwimmregeln nicht lesen können und die anwaltsenglischen Verträge nicht verstehen. Wie kommt es, das so ein kleines Menschlein wie Sie überhaupt auf die Idee kommt, es dürfe eine Tastatur benutzen und in Deutsch kommunizieren? Wissen Sie nicht, dass die Vereinbarung ihres Betriebsprogramms, die Sie so unvorsichtig weggeklickt haben, ursprünglich in bestem Anwaltsenglisch geschrieben war?
              Und ja, es geht um Gewinn. Die USA, Deutschland, das Vereinigte Königreich, all die Menschen, die dort leben, wollen mehr Gewinn machen, mehr für sich haben, jedenfalls diejenigen, die denken, sie hätten einen Einfluss auf ihr Leben und sich nicht als kleiner Fisch im Anwaltsenglischen-Raubfisch-Tümpel sehen, der nicht einmal in der Lage ist, eine öffentlich zugängliche Datenbank der UN aufzurufen, um dort die Information zu bekommen, die er hier nachfragt.

            • Heike Diefenbach says:

              @Mechernich221

              Haben Sie etwas gegen Gewinn? Oder haben Sie etwas dagegen, wenn andere Leute gewinnen könnten, und Sie meinen, nicht genug am Gewinn beteiligt zu sein?

              Normalerweise ist das nämlich so mit dem Gewinn:

              Wenn ich Gewinn machen will, dann benötige ich dazu die Kooperation von anderen Leuten; ich möchte z.B. einen Vertrag mit ihnen abschließen, sagen wir: TTIP.

              Wie bekomme ich aber die Leute dazu, mit mir zu kooperieren, wenn mit meinem Vertrag alle Vorteile für mich verbunden sind und alle Nachteile für die anderen?

              Das ist keine Erfolgsstrategie, nämlich deshalb nicht, weil die anderen dann nicht mit mir kooperieren möchten.

              Also muss ich den anderen ein Angebot machen, sie am Gewinn beteiligen, damit sie mit mir kooperieren. Der Vertrag muss also gewinnbringend für beide Parteien sein (möglicherweise für eine Partei mehr als für die andere, aber dennoch für BEIDE gewinnbringend.

              Wer meint, dass die Gewinne, die ihm im Vertrag in Aussicht stehen, nicht hinreichend, der muss den Vertrag nicht unterschreiben.

              Dann entgeht ihm dieser Gewinn eben, und er dümpelt weiter auf dem status quo herum.

              So einfach ist das.

        • Heike Diefenbach says:

          “ Darüber lässt sich ja auf Grund der Geheimniskrämerei kaum etwas sagen“

          Wenn Sie dieser Auffassung sind, stellen sich zwei Fragen:

          1. Auf welcher Informationsgrundlage sind Sie denn dann ein „Gegner“ von TTIP?

          und

          2. Wie können Sie dann von Herrn Klein oder der Sciencefiles-Redaktion weitergehende Erläuterungen erwarten, denn Ihrer Meinung nach kann man ja ohnehin nichts (zuverlässiges?) über TTIP wissen.

          Entschuldigen Sie, aber mir kommen Ihre Kommentare ziemlich wirr vor. Was soll das alles?

      • Ich könnte auch eine Menge Bücher und Aufsätze beisteuern, in denen belegt wird, wie Freihandel ausgenutzt wird, um Entwicklungsländern zu schaden. Es geht z.B. um EPAs mit afrikanischen Länder, NAFTA mit Mexiko usw..

        • Tun Sie das. Bringen Sie Ihre Belege, denn das müssen Sie tun, wenn Sie meine Belege angreifen wollen. Aber bitte keine Belege, in denen dargestellt wird, wie z.B. die Europäische Kommission in EPAs hohe Richtlinien für Hygiene, die von den afrikanischen Ländern gefordert wird, wohlwissend, dass sie sie nicht einhalten können, einbaut, um auf diese Weise den eigenen Agrarmarkt zu schützen, das belegt nämlich das Gegenteil von freiem Handel.

        • Heike Diefenbach says:

          @Bernd Engelking,

          Aha. Sie sind also ein Gegner von TTIP, weil Sie den Entwicklungsländern nicht schaden wollen!

          Ernsthaft?!?

          Und wo kaufen Sie Ihren Kaffee? Ihren Kakao? Ihre T-Shirts? Etc. etc. Zu welchen Preisen?

          Mir scheint, TTIP ist der denkbar schlechteste Ansatzpunkt, um sein Engagement für Entwicklungsländer auszuleben, aber sicherlich der, der von einem persönlich am wenigsten Engagement verlangt und für einen persönlich am billigsten ist!

          Dabei brauchen Entwicklungsländer Ihre Solidarität tatsächlich! Und dabei ist auch zu bedenken, dass Deutschland, wenn es nicht sehr aufpasst, in absehbarer Zukunft selbst als Entwicklungsland gelten muss.

    • Heike Diefenbach says:

      @Till Sitter

      Das ist schön (oder auch nicht), dass Sie „Gegner“ von TTIP sind.

      Aber ich finde es einigermaßen erstaunlich, dass Sie „untertänigst“ verlangen, dass sich Leute, die nicht Ihrer Meinung sind, über das hinaus, was sie sowieso schon argumentiert haben (nämlich im Text; dort wurden einige Fakten genannt!), gefälligst Ihnen gegenüber rechtfertigen, während Sie selbst huldvoll verkünden, ein „Gegner“ zu sein und ansonsten einen Ihrer Eindrücke schildern, so als müsse irgendjemand Ihre Eindrücke ernst nehmen und sich aufgrund der großartigen Relevanz Ihres (einzigen!?!) Eindrucks ausführlich rechtfertigen.

      Herr Klein muss seinen netten Tag gehabt haben, als er Ihnen auf Ihren Kommentar geantwortet hat!

      Ich sehe nicht, warum ich dem Ansinnen eines Untertanen, der meint, der König sei moralisch zur Rechtfertigung verpflichtet, entsprechen sollte.

      • Liebe Heike,
        ich hatte meinen toleranten Tag, sehe aber natürlich, dass Du Recht hast, denn wie schon Goffman gezeigt hat, ist es Gift für den König (des Blocks) sich mit dem Volk (den Kommentatoren) gemein zu machen. Wie gut, dass ich eine wissende Queen habe! 🙂

  4. Frieder Lehmann says:

    Haben Sie da nicht was übersehen ?
    Zum einen haben die USA nie Probleme, genügend Berufstotschläger für ihre Kriege anzuheuern (monentan für hohe Einstandsbeträge) und auszubilden, und die Kriege dann zu führen,
    zum andren waren die Journalisten nur Werkzeuge für eine Fraktion der Geheimdienste, die die Journalisten mit zugesteckten Informationen steuerte.

    • Heike Diefenbach says:

      @Frieder Lehmann

      Ich fürchte, SIE haben etwas übersehen:

      Alles, was in Ihrem Kommentar steht, sind Behauptungen, die unbelegt bleiben und außerdem für die Diskussion um TTIP von nicht gerade deutlich erkennbarer Relevanz!

  5. gunst01 says:

    Freihandel ist eigentlich nichts weiter als die Fortführung des so strikt abgelehnten Kolonialismus unter einem einem als Ökonomie gefeieten Deckmantel. Erstaunlicherweise überlegt sich in dem Wahn des Freihandels auch niemand so richtig, ob er sich denn mit den USA noch wesentlich steigern lässt. Angesichts der aktuellen Verschuldung dürfte der nämlich den Peak längst erreicht haben.

    • rote_pille says:

      Ein unbehinderter Austausch von Gütern und Dienstleistungen ist in Ihren Augen in der selben Liga wie ein Einmarsch und eine Drohung mit Waffengewalt? Ich wüsste echt gerne wie der Denkprozess aussieht, der so ein Ergebnis produziert.

      • Es gibt extrem viele Güter und Dienstleistungen die nicht besser werden, wenn man sie ungehindert austauscht. Diese Güte rund Dienstleistungen können problemlos selbst in der eigenen Wirtschaft produziert und gehandelt werden. Bei unseren Waffen ist das was völlig anderes.
        Freihandel sollte sich nur auf den Rest beschränken. Mit Zöllen wurde übrigens früher diese eigene Wirtschaft geschützt, häufig vor Dingen, die man nicht braucht oder schädlich sind.

        • Deutsche esst mehr deustche Bananen. Oder kauft deutsche Kartoffeln zu hohen deutschen Preisen. Handeln Sie denn, wie Sie es hier empfehlen (do you put your money where your mouth is?) oder empfehlen Sie nur anderen hohe Preise für Waren zu zahlen, die sie problemlos billiger erhalten können? Und wie kommen Sie auf die Idee, Sie könnten andere auf diese Art und Weise paternalisieren?

        • rote_pille says:

          Nehmen Sie sich bitte die Zeit für das hier. Es wurde schon vor über 100 Jahren geschrieben und ist wirklich gut:
          http://bastiat.de/bastiat/schriften/was_man_sieht_und.html

        • Heike Diefenbach says:

          Wenn Leute Dinge kaufen, die sie nicht brauchen oder schädlich für sie sind, dann geht Sie das überhaupt nichts an, und niemand hat das Recht, jemanden davor zu schützen, ganz abgesehen davon, dass es für verschiedene Menschen sehr verschieden sein kann, was sie brauchen oder was für sie schädlich oder nützlich ist.

          Wenn eine Wirtschaft gegängelt wird und durch Produktion Leuten Dinge aufgezwungen oder vorenthalten werden, dann ist das keine Wirtschaft im Sinn des Wortes, denn die Nachfrageseite ist vom „Wirtschafts“prozess abgekoppelt, sondern bestenfalls Planwirtschaft nach ideologischen Kriterien oder schlicht nach den Knappheiten, die ideologisch verbrämte Gesellschaften künstlich produzieren.

          Die Geschichte sollte inzwischen hinreichend klar gemacht haben, dass solche Gesellschaften nicht überlebensfähig sind.

          Wer seine fünf Sinne beisammen hat, wird schwerlich das Opfer bringen wollen, seine Wünsche und Bedürfnisse (weitgehend) aufzugeben, nur, damit in etwa dreißig Jahren eine unfreie „Wirtschaft“ Bedingungen geschaffen hat, die die ideologisch verbrämte Gesellschaft, die sie zu verantworten hat, wieder einmal Schiffbruch erleiden lässt.

      • Heike Diefenbach says:

        … welcher DENKprozess???

      • gunst01 says:

        Jede Zelle hat eine definierte Grenze über die ein Austausch stattfindet. Wird diese zerstört, wird auch die Zelle zerstört. Was Freihandel aktuell in Afrika anrichtet, dürfte wohl bekannt sein.

        • Heike Diefenbach says:

          @gunst01

          Was, bitte, hat Freihandel mit Biologie zu tun???

          Was die wilde Assoziation von Phänomenen aus einem Bereich mit Phänomenen aus gänzlich anderen Bereichen anrichtet, dürfte doch wohl bekannt sein.

    • Heike Diefenbach says:

      @gunst01

      Zunächst sollten wir einmal Deutsch lernen bzw. den semantischen Gehalt von Begriffen erarbeiten:

      Freihandel ist – eigentlich und uneigentlich – Handel, der frei ist,

      und zwar frei von Einmischungen regelungswütiger Gutmenschen oder Profiteure, frei von Einschränkungen, die sowohl Preisbildung als auch Qualitätsentwicklung, meist völlig unnötig, beeinflussen.

      Erstaunlicherweise überlegt sich bei dem Wahn der Regelungsgeilheit niemand, wer es eigentlich ist, dem diese Einmischungen schaden, nämlich jedem einzelnen Menschen, der Verbraucher oder Produzent ist, häufig beides. Angesichts der Verschuldung privater Haushalte kann man sich über dieses Ausmaß an Blindheit und Verantwortungslosigkeit nur wundern.

  6. Friedrich P says:

    Zusammen gefasst Herr Klein: Sie sagen folgendes TTIP ist gut, TTIP macht uns wohlhabend und schenkt uns ein besseres Leben, das wir ausschlagen. Ich habe zwar keinen Einblick in die Verhandlungen aber Freihandel ist immer gut, wer etwas anderes sagt ist NGO´s auf den Leim gegangen Gegner wandern in meinen virtuellen Mülleimer. Ist Ihnen bekannt, dass ein Gutachten des Sachverständigenrates, das zum selben positiven Ergebnis kommt wie Sie, sich als gefälscht entpuppte, weil es sich auf nichts stützen konnte als Vermutungen. Wieso hat eine gute Sache das nötig? hm? Die Wahrheit offenbart sich selbst und bedarf nicht eines Beweises des Beweises, meinte Spinoza. Wollt ihr das totale TTIP? Science files: JAAAA!

    • Wenn sich die Wahrheit selbst offenbart, wie Sie meinen, warum schreiben Sie hier so vehement Kommentare? Lehnen Sie sich zurück. Legen Sie die Beine hoch und akzeptieren die Wahrheit, in welcher Form auch immer sie Sie treffen mag.

    • Heike Diefenbach says:

      @Friedrich P

      Über eines können Sie sich sicher sein:

      „Wollt ihr den totalen unbelegten Blödsinn in Kommentaren lesen?“

      Sciencefiles – und sicherlich die meisten Sciencefiles-Leser: NEEEIIINNN!!

      Und deshalb wandern Ihre Kommentare in den Müll.

  7. baalmcdohl says:

    Das böse Unternehmen Monsanto, Inbegriff der Genmanipulierung, wird gerade vom noch böseren? deutschen Unternehmen Bayer übernommen. Also kommen bereits die „Deutschen“ in den Besitz des absolut Bösen. Wie passt das nur zu der Theorie, dass die Amerikaner uns übernehmen wollen, wenn wir die übernehmen?
    Btw: Die Unternehmen Deutsche Bank und Volkswagen wären mit einem Freihandelsabkommen mit Investitionsschutzklausel vor bösen amerikanischen Protektionismusversuchen geschützt.
    Das geht ja nicht nur in eine Richtung…

    • Die Amerikaner haben „uns“ doch bereits übernommen, man sehe sich doch an, wem Bayer gehört. Und wem gehören die andere Großkonzerne, das ist doch größtenteils nur noch die Fassade, die deutsch ist.
      Es geht doch nicht um Übernahme, sondern um Machtausbau. Investitionsschutz könne das verhindern? Das ist schon fast lustig.

      • Ja wem gehört denn Bayer? Das ist nun eine Frage, die man leicht beanwtorten kann, da die Ownership structure zu den Informationen gehört, die AGs offenlegen müssen. Und siehe da, hier ist sie:
        http://www.investor.bayer.de/en/stock/ownership-structure/overview/
        27,7% der Aktionäre kommen aus den USA oder Kanada.
        Das reicht bei Ihnen um ein Unternehmen zu übernehmen?
        Ich dachte, eine Mehrheit erfordert mindestens 50% plus eine Aktie.
        Aber scheinbar geht bei Ihnen Mathematik anders.

      • Heike Diefenbach says:

        Tja, dann müssen „wir“ wohl schon in der Vergangenheit jede Menge Entwicklungen verschlafen haben und Gelegenheiten zur Weiterentwicklung ausgeschlagen haben, sonst hätte es mit „uns“ ja nicht so weit kommen können!

        Wäre es jetzt nicht höchste Zeit, sich geistig zu modernisieren?

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