Christlich Sozialer Dummbabbler

– besonderer Unsinn verdient besondere sprachliche Würdigung.

Gerd Müller ist Entwicklungsminister. Seine Aufgabe besteht normalerweise darin, das Geld der deutschen Entwicklungshilfe sinnvoll anzulegen und sich in Ländern, in denen durch die Entwicklungshilfe Strukturen geschaffen werden können, die wiederum dem Handel und dem wirtschaftlichen Austausch zugute kommen, für die Aufnahme entsprechender Beziehungen einzusetzen.

Gerd Müller selbst, scheint seine Aufgabe darin zu sehen, Unsinn, nein Blödsinn zu erzählen. Er ist das, was man in der Pfalz einen „Dummbabbler“ nennt.

Gerd Müller im Originalton:

gerd_muller_2015“Wenn eine afrikanische Frau 100 Dollar verdient. Preisfrage: Wie viel bringt die nach Hause zur Familie? Die bringt 90 Dollar nach Hause. Wenn ein afrikanischer Mann 100 Dollar verdient, Preisfrage, … was bringt der nach Hause? 30 Dollar. Und Du weißt sicher, was er mit dem Rest macht (lacht): Nämlich Alkohol, Suff, Drogen, Frauen natürlich.”

Es ist eine besondere Form von Rassismus, die der christlich-soziale Dummbabbler, der Entwicklungsminister spielt, wohl, weil er Entwicklung, intellektuelle Entwicklung bitter nötig hat, an den Tag legt: Sexistischer Rassismus, der nicht nur hochnäsig auf die kleinen Braunen in Afrika, die ohne Beratung von Gerd Müller sowieso nichts zu Stande brächten, wie er wohl denkt, heruntersieht, nein, es ist ein Rassismus, der sich gegen kleine braune Männer, deren angebliches Verhalten dem sozialen Christen nicht passt, richtet.

Wenn es nicht so dumm wäre, wäre es widerlich.

Und nun mit den Konsequenzen seines dummen Geschwätzes konfrontiert, nun versucht sich Gerd Müller wie Münchhausen durch entsprechende Lügen und am eigenen Schopf aus dem Sumpf des Rassismus zu ziehen, in dem er sich gerade noch so wohl gefühlt hat: „Es sei ihm darum gegangen, die Rolle der Frauen für Afrikas Zukunft hervorzuheben“, so behauptet Müller frech.

Offensichtlich meint Gerd Müller, dass man die „Rolle der Frauen für Afrikas Zukunft“ dadurch hervorhebt, dass man Männer pauschal diskreditiert und denunziert. Die neue christlich-soziale Weltsicht erinnert massiv an den Kolonialismus des 17. Jahrhunderts, als man noch überlegen musste, ob Afrikaner Menschen sind oder nicht. Scheinbar fühlt sich Gerd Müller in der entsprechenden Gesellschaft wohl.

parisian_world_fair_1889

Negerdorf – Weltausstellung Paris, 1889

“Der Entwicklungsminister habe sich auf eine Studie der Nike Foundation aus dem Jahr 2009 bezogen, sagte eine Sprecherin. Darin heißt es, Frauen investierten 90 Prozent ihres Einkommens in den Haushalt, bei Männern seien es nur 30 bis 40 Prozent.“

Eine Studie der Nike-Foundation!. Die Nike-Foundation ist international bekannt für ihre Studien, so bekannt, dass die vermeintliche Studie genau in zwei Machwerken zitiert wird, eines davon von der Nike-Foundation und ansonsten nicht mehr aufzufinden ist, weder im Google Cache, noch bei der Nike-Foundation.

[Die zweite Fundstelle ist der Global Gender Gap Report, dessen Autoren die Stelle abgeschrieben haben, die im Machwerk der Nike-Foundation behauptet, dass es eine Studie der Nike-Foundation gibt, die zeigen soll, was der deutsche Entwicklungsminster nun behauptet. Die Schnittstelle zwischen dummem Geschwätz und der Erfindung von angeblichen Studienergebnissen, sie ist fließend.]

Es hat viele Vorteile, wenn Studien nicht mehr aufzufinden sind, denn dann können sie nicht geprüft werden, dann kann man so ziemlich alles als angebliches Ergebnis der Studie behaupten und dann kann man als Minister seine rassistischen Vorurteile anderen in die Schuhe schieben und eben einmal seine komplette Unbildung an den Tag legen, z.B. über die Form der Arbeitsteilung, die in Afrikanischen Familien herrscht.

Aber Unbildung scheint heutzutage die Voraussetzung zu sein, um Minister spielen zu dürfen.


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