Wie anfällig sind Sie für Manipulationsversuche?

Guttman hat eine sehr nützliche Methode entwickelt, die sich dadurch auszeichnet, dass die Zustimmungswahrscheinlichkeit von Frage zu Frage höher (oder geringer) wird, etwa so:

  • stupendous yappi1Glauben Sie an den Weihnachtsmann?
  • Glauben Sie an Magie?
  • Glauben Sie Ihrem Horoskop?
  • Glauben Sie den Aussagen von Mitgliedern der Bundesregierung?
  • Glauben Sie die Diagnosen Ihres Arztes?
  • Glauben Sie dem Ergebnis eines Persönlichkeitstest, den Sie selbst ausgefüllt haben?

Im Idealfall, sollte die Anzahl derjenigen, die zustimmen, von der ersten zur letzten Frage steigen (aber vielleicht ist es in Deutschland ja umgekehrt …?).

Persönlichkeitstests, diese: „Sie beantworten uns ein paar Fragen und wir sagen Ihnen, welche Persönlichkeit sie haben“, erfreuen sich im Internet großer Beliebtheit. Die eigenen Antworten auf Fragen wie: „Ich spreche nicht viel“, „Ich mag Ordnung“, „Ich habe eine gute Vorstellungskraft“ usw. die man als (mehr oder weniger) zutreffend oder eben (mehr oder weniger) nicht zutreffend ankreuzen kann, sollen es ermöglichen, die Persönlichkeit, also das, was uns ausmacht, offenzulegen.

Grizzly.

Wer von Euch Lesern hat schon an einem derartigen Persönlichkeits- oder sonstigen Test, der etwas über ihn aussagt, teilgenommen?

Und wer hatte das Gefühl, dass die Beschreibung, die am Ende stand, akkurat die eigene Persönlichkeit abgebildet hat oder ihr doch nahe kam?

Seid ehrlich!

Szenenwechsel.

Im Jahre 1949 hat Bertram R. Forer einen kurzen aber saftigen Beitrag im Journal of Abnormal Psychology veröffentlicht, in dem er gezeigt hat, wie einfach es ist, diejenigen, die gerade einen Persönlichkeitstest ausgefüllt haben, davon zu überzeugen, dass die anschließend gemachten Aussagen über deren Persönlichkeit richtig sind.

Wie bei Psychologen so üblich, waren seine Studenten die Opfer der Forschung. Sie sollten zunächst einen Persönlichkeitsfragebogen ausfüllen, den Forer selbst entwickelt hatte. Auf Grundlage der Antworten, die die Studenten gegeben haben, hat Forer dann kleine Persönlichkeitssketche für jeden Studenten entwickelt und eine Woche später an die Studenten verteilt. Die Sketche hatten z.B. das folgende Aussehen:

  • savage narcissismEs ist für Sie sehr wichtig, von anderen Menschen bewundert zu werden.
  • Sie haben die Tendenz, sich selbst gegenüber kritisch zu sein.
  • Sie haben ein großes Potential, das Sie bislang noch nicht zu Ihrem Vorteil nutzen.
  • Sie haben einige Schwächen in Ihrer Persönlichkeit, die Sie aber in der Regel zu kompensieren verstehen.
  • Ihre sexuelle Orientierung hat einige Probleme für Sie bereitet.
  • Obwohl sie nach außen den Eindruck von Disziplin und Selbstkontrolle vermitteln, sind Sie innerlich unsicher und besorgt.
  • Zuweilen haben Sie ernsthafte Zweifel darüber, dass Sie die richtige Entscheidung getroffen haben oder das Richtige getan haben.
  • Sie brauchen ein bestimmtes Maß an Abwechslung und werden unzufrieden, wenn sie eingeengt und Restriktionen unterworfen werden.
  • Sie sind stolz darauf, ein unabhängiger Denker zu sein und akzeptieren die Aussagen anderer nicht ohne empirische Belege.
  • Sie haben festgestellt, dass es nicht immer das Beste ist, anderen gegenüber offen zu sein.
  • Zuweilen sind sie extrovertiert und mögen es, mit anderen zusammen zu sein, zuweilen sind sie introvertiert und zurückhaltend.
  • Manche ihrer Ziele sind ziemlich unrealistisch.
  • Sicherheit ist eines der wichtigsten Ziele in Ihrem Leben.

Nachdem alle Studenten die jeweilige Wahrheit über ihre Persönlichkeit erfahren hatten, bat Forer seine Studenten, die Akkuratheit der Beschreibung ihrer Persönlichkeit zu bewerten. 34 seiner 39 Studenten waren der Ansicht, die Beschreibung ihrer Persönlichkeit sei zutreffend oder sehr zutreffend.

Und der Witz an der Forschung:
Alle Studenten haben denselben Sketch ihrer Persönlichkeit erhalten.

Forer selbst bemerkt dazu: „It was pointed out to them that the experiment had been performed as an object lesson to demonstrate the tendency to be overly impressed by vague statements …”

Denken Sie daran, wenn Sie sich das nächste Mal in einem Persönlichkeitstest wiedererkennen oder Aussagen von Politikern besonders gut finden oder Ihr Horoskop lesen.

Die vielen Rätsel, Quizze und Persönlichkeitstests auf Facebook und im Internet dienen übrigens dazu, Ihre Daten, vor allem die privaten Likes zu sammeln, nicht dazu, etwas über ihre Persönlichkeit herauszufinden. Wozu sonst sollten die jeweiligen Testseiten auf ihre Facebook-Seite zugreifen wollen?

Forer, Bertram R. (1949). The Fallacy of Personal Validation: A Classroom Demonstration of Gullibility. Journal of Abnormal Psychology 44(1): 118-123.

Die Bundestags-Grünen fordern eine Quote für „beste Köpfe“

… in der Wissenschaft

Natürlich nicht in der Politik.

Haben Sie gedacht, die Grünen wären an „besten Ideen und Köpfen“ in der Politik interessiert?

Nein, die Grünen und ihr Anhängsel das Bündnis90, sie fordern eine Quote von 40% für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, 40% für „beste Köpfe“ und „beste Ideen“, die sich nach Ansicht der Grünen automatisch einstellen, wenn man die besten Köpfe an Hochschulen bringt (falls jemand der Ansicht ist, man müsse die besten Köpfe auch durch beste Bezahlung dazu motivieren, ihre besten Ideen mit den schlechtesten Köpfen von Politik und Staat zu teilen, dann zeigt das nur, dass er ein hegemonialer, patriarchaler, egoistischer Neoliberaler ist).

Die 40% „beste Köpfe“ und „beste Idee“, das haben wir bislang vergessen anzufügen, das sind natürlich weibliche beste Köpfe mit besten weiblichen Ideen, Ideen, die sich in dem unglaublich fruchtbaren Feld der Geschlechterforschung niederschlagen, Ideen wie zum Beispiel … … ja, die Entwicklung geschlechtergerechten Bodenwischens oder Arbeiten zum Thema „Nachhaltiger Genderwald“oder sonstige Highlights, die sich nur dann einstellen, wenn die „besten Köpfe“ ihre „besten Ideen“ zu Papier bringen.

Nun haben die Grünen aus der Bundestagsfraktion, die es nach den nächsten Wahlen mit einiger Sicherheit nicht mehr geben wird, festgestellt, zu ihrem Schrecken festgestellt, dass „trotz ihres großen Erkenntnis- und Innovationspotenzials … keine gesicherten Förderstrukturen für Gender- und Geschlechterforschung“ vorhanden sind und dass Letztere bei Drittmittelförderung „oft das Nachsehen haben“.

Nicht erst an dieser Stelle haben wir herzhaft gelacht, ob des Bemühens der Grünen, die Gender- und Geschlechterforschung zum Opfer wohl patriarchalischer Vergabe von Drittmitteln zu erklären. Wenn Gender- und Geschlechterforschung einen Beitrag zur Gesellschaft des 20. und 21. Jahrhunderts gebracht hat, dann wohl den Mythos, das Fach und seine Vertreterinnen seien Opfer von magischen und dunklen Kräften, die ihr Fortkommen verhindern.

Tatsächlich ist es so, dass Drittmittel nach einem Auswahlprozess vergeben werden, bei dem z.B. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die den größten Teil an Drittmitteln vergibt, Gutachten eingeholt werden, die den Erkenntnisgewinn und den wissenschaftlichen Wert der Projekte einschätzen, für die eine finanzielle Förderung beantragt wurde. Daher muss man daraus, dass die Gender- und Geschlechterforschung „oft das Nachsehen“ bei Drittmitteln hat, schließen, dass die entsprechenden Gutachten zu dem Ergebnis kommen, die beantragten Projekte erbrächten keinen Erkenntnisgewinn und haben keinen wissenschaftlichen Wert, der es rechtfertigen würde, Steuergelder dafür aufzuwenden. Im Gegensatz zu den Grünen, urteilen die Gutachter der DFG nämlich auf Basis von Kriterien und nicht auf Basis von Geschlecht.

Die lustigste Stelle im Antrag der Grünen findet sich jedoch in einem anderen Absatz, in dem es heißt:

BT Gruene beste koepfe“Geschlechterforschung analysiert Geschlechter- und Machtverhältnisse. Sie ist ein Wissensgebiet, unter dessen Dach sich unterschiedliche theoretische Denkschulen und Herangehensweisen zusammenfinden. Sie nutzt Ansätze und Methoden verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, d.h. sie arbeitet inter- oder transdisziplinär. Diese Zugänge machen sie produktiv und erkenntnisreich, sowohl in der Grundlagenforschung als auch für die Gesellschaft insgesamt und speziell bei der Bewältigung drängender großer Herausforderungen.“

Ok. Bitte beruhigen Sie sich wieder. Nicht, dass wir es nicht verstehen würden. Wir hatten auch Mühe, vor Lachen nicht unter den Tisch zu rutschen und uns wieder zu beruhigen… Also: Geschlechterforschung analysiert Geschlechter- und Machtverhältnisse. Das hat natürlich die Geschlechterforschung erfunden. Nicht etwa, dass es eine wissenschaftliche Tradition von mehreren Jahrhunderten gibt, die sich mit Machtstrukturen beschäftigt hat. Zugegeben, Geschlechts als Variable wird seit erst ca. 100 Jahren im Rahmen der Soziologie berücksichtigt. Die Notwendigkeit für Geschlechterstudien ist also dringlich, um produktiv und erkenntnisreich zu sein.

Und dann ist die Geschlechterforschung für die Grünen eine Meta-Wissenschaft, ein Dach über vielen theoretischen Denkschulen, die alle ihr Zuhause im Hafen der Geschlechterforschung gefunden haben, woraus man schließen muss, dass die Geschlechterforschung keine eigenständige Theoriebildung hervorgebracht hat. Sie ist, das folgt direkt aus diesem Antrag der Grünen, überflüssig. Damit bestätigen die Grünen einen Schluss, zu dem Dr. habil. Heike Diefenbach schon vor einigen Jahren gekommen ist: Wir brauchen keine Gender- oder Geschlechterforschung oder wie auch immer dieser Versuch des Rent Seekings genannt wird.

Gender- und Geschlechterforschung, so behaupten die Grünen, habe einen Beitrag zur Grundlagenforschung geleistet. Wer außer dem rosa Bleistift etwas weiß, der möge sich bei uns melden. Da wir uns schon seit Jahren fragen, welche Erkenntnisse die Gender Studies vorzuweisen haben, welche Methoden sie genau verwenden und auf welcher Epistemologie sie basieren, so sehr, dass wir Vertretern der Gender Studies eine Liste mit entsprechenden Fragen geschickt haben, die sie offensichtlich vor so große Probleme stellt, dass die Beantwortung nunmehr rund 3 Jahre in Anspruch nimmt, sind wir gerade an den Ergebnissen der Gender-Grundlagenforschung interessiert. Vielleicht hat ja auch der ein oder andere Leser Lust, an die Abgeordneten der Grünen über Abgeordneten-Watch eine entsprechende Anfrage mit unseren Fragen zu stellen.

Und dass die Gender- und Geschlechterforschung Methoden verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen nutzen würden, ist auch eine Mär, über die man nur herzhaft lachen kann. Tatsächlich ist die einzige „Methode“, die es je in die Gender- oder … und? Geschlechterforschung geschafft hat, die qualitative Erhebung von Daten, sofern überhaupt Daten erhoben werden, was in der Regel nicht der Fall ist. Bei den qualitativen Methoden, die angewendet werden, handelt es zumeist um Experteninterviews oder andere Formen der qualitativen Interviews, die regelmäßig in eine Erzählung verwoben werden, in der der vermeintliche Wissenschaftler aus dem Bereich der Geschlechterforschung berichtet, was er glaubt, herausgefunden zu haben. Dass selbst qualitative Methoden seit den Arbeiten von Philip Mayring die Willkürlichkeit und Zufälligkeit ihrer Ergebnisse zumindest zu überwinden versuchen, ist bislang in der Gender- oder Geschlechterforschung nicht angekommen.

Enter-The-VoidTatsächlich gibt es keinerlei originäre Forschung, die einen Anspruch auf neue Erkenntnis erheben kann und der Geschlechter- oder Genderforschung zuordenbar wäre. Das ist auch kein Wunder, denn Gender oder/und Geschlechterforschung, wie sie im Rahmen von Gender Studies betrieben wird, ist keine Wissenschaft, sondern eine politische Religion, der die Aufgabe zukommt, die Opferrolle von Frauen zu verkünden und Arbeitsplätze für all diejenigen, die nichts Anständiges gelernt haben und deshalb ideologische Propaganda betreiben müssen, zu schaffen. Deshalb und vielleicht weil einige Bundestagsabgeordnete der Grünen versuchen, sich eine Anstellung zu sichern, nachdem sie aus dem Bundestag gewählt wurden, fordern sie ein „Forschungsprogramm vom Bundesministerium für Bildung und Forschun“, Gegenstand: Geschlechterforschung. Zudem soll ein Förderschwerpunkt „Frauen- und Geschlechterforschung“ eingerichtet werden, mit dem Ziel, Letztere an Hochschulen zu etablieren und Hochschulen damit noch weiter vom Ziel, Erkenntnis zu gewinnen, zu entfremden. Dabei ist die systematische Frauenbevorzugung längst institutionalisiert, z.B. im Professorinnenprogramm. Schließlich soll auch ein Nachwuchsprogramm aufgelegt werden, um die Zukunft der Gender- und Geschlechterforschung zu sichern.

Noch nie hat es ein angebliches wissenschaftliches Fach gegeben, das so wenig an Erkenntnis vorzuweisen hatte, wie die Gender- und/oder Geschlechterforschung, dessen Vertreter es deshalb notwendig hatten, bei der Politik darum zu betteln, doch per Gesetz an Hochschulen installiert zu werden. Bislang haben wissenschaftliche Fächer ihre Nützlichkeit für Wissenschaft und Erkenntnisgewinn immer von sich aus unter Beweis gestellt und damit die wissenschaftliche Gemeinschaft überzeugt. Aber offensichtlich sind die Erkenntnisse, die in Gender- und Geschlechterforschung gewonnen werden, nicht mitteilbar, so wie der Wert von nachhaltigem Genderwald es nicht ist.

Und offensichtlich haben die Gender- und Geschlechterforscher, die es in Deutschland gibt (berechtigte) Zukunftsangst und brauchen deshalb die Unterstützung ihrer parlamentarischen Lobbygruppe aus Grünen und Bündnis90 um auch in den nächsten Jahrzehnten noch ihre Erkenntnisse, die bestenfalls Neuerfindungen von Rädern, schlimmstenfalls ideologische Propaganda darstellen, an Hochschulen verbreiten und dem Steuerzahler dafür auf der Tasche liegen zu können.

Das Positive, das man daraus nehmen kann, lautet: Scheinbar geht die Angst um, unter Genderisten und scheinbar steht ihnen das Wasser bis zum Hals, anders ist die Torschlusspanik nicht zu erklären.