Die taz zeigt, warum Genderismus an Geisteskrankheit grenzt

Fangen wir unsere heutige Geschichte im 18. Jahrhundert an, genau im Jahr 1748. In diesem Jahr veröffentlicht David Hume beim renommierten Londoner Verlag „A. Millar“ seine Enquiry Concerning Human Understanding, die Untersuchung über den menschlichen Verstand.

Hume Essay human understanding.jpgDas Humesche Werk kann mit Fug und Recht als eines der einflussreichsten Werke der Philosophiegeschichte bezeichnet werden. Nach seiner Veröffentlichung war nichts mehr, wie es vorher war, und es hat bis ins 20. Jahrhundert gedauert, bis Sir Karl Raimund Popper eine Lösung für das bis dahin sattsam bekannte und weiterhin ungelöste Humesche Problem gefunden hat.

Das Humesche Problem ergibt sich aus einer Argumentation, deren Überzeugungskraft man sich nicht entziehen kann und als deren Ergebnis, jede Form induktiv-empirischer Vorgehensweise in Scherben hinterlassen wurde.

Alles beginnt mit der Unterscheidung zwischen Vorstellung und Eindruck. Beide nennt Hume die „Auffassungen des Geistes“. Beide unterscheiden sich erheblich wie folgt voneinander. Ein Eindruck bezeichnet alle „lebhafteren Auffassungen, wenn wir hören, sehen, tasten, lieben, hassen, wünschen oder wollen“. Eindrücke gehen auf Sinneswahrnehmungen zurück. Vorstellungen sind geistige Übungen, die auf Grundlage dieser Eindrücke unternommen wurden: „Ob nun gleich das Denken diese unbegrenzte Freiheit zu besitzen scheint, so werden wir doch bei näherer Untersuchung finden, dass es in Wirklichkeit durch sehr enge Grenzen eingeschlossen ist, und all diese schöpferische Kraft des Geistes auf weiter nichts hinauskommt, als auf die Fähigkeit der Verbindung, Umstellung und Vermehrung oder Verminderung des Stoffes, den uns Sinne und Erfahrung liefern“ (Hume 1984: 19).

Alles, was wir denken können, ist über Sinneseindrücke in unser Gehirn gelangt und dort wird damit gespielt: Verbindungen werden hergestellt, Verallgemeinerungen und Abstraktionen vorgenommen. Keine dieser geistigen Übungen findet sich in der Realität: Die Abstraktion “Rechtsextremismus” und alle kausalen Verbindungen mit dieser “Auffassung des Geistes “, z.B. „Rechtsextreme sind gewalttätig“ sie sind Vorstellungen des Geistes, Verallgemeinerungen, die es in der Wirklichkeit nicht gibt.

Dazu Hume: „Denken wir uns einen goldenen Berg, so verbinden wir nur zwei widerspruchslose Vorstellungen, Gold und Berg, die uns von früher bekannt sind. Ein tugendhaftes Pferd können wir uns vorstellen, weil wir aus unserem eigenen inneren Empfinden uns die Tugend vorstellen können, und diese lässt sich mit der Gestalt und dem Aussehen eines Pferdes vereinigen, eines Tieres, das uns vertraut ist. Kurz, aller Stoff des Denkens ist entweder von unserem äußeren oder inneren Gefühl abgeleitet. Einzig die Mischung und Zusammensetzung fällt dem Geist und dem Willen zu. Oder, um mich philosophisch auszudrücken: all unsere Vorstellungen oder schwächeren Auffassungen sind Abbilder unserer Eindrücke oder lebhafteren Auffassungen“ (Hume 1984: 19).

Seit Hume gilt es als unbestritten, dass Menschen nichts denken können, was sie nicht durch Eindrücke gewonnen haben. Alle Abstrakta, jede noch so komplexe begriffliche Erfindung geht auf einen Eindruck, die Kombination mehrerer Eindrücke oder deren wilde Vermengung zurück. Menschen sind nicht in der Lage etwas zu denken, was nicht einen Eindruck wiedergibt, den sie aus der Wirklichkeit über ihre Sinne entnommen haben, jedenfalls normale geistig gesunde Menschen nicht. Wer es nicht glaubt, möge versuchen, sich einen Begriff vorzustellen, der nichts beschreibt, was es in der Realität gibt und dann den Versuch unternehmen, den Begriff mit anderen zu teilen.

Heute, 269 Jahre nach der Veröffentlichung der Enquiry Concerning Human Understanding, heute sind Genderisten angetreten, um die Welt auf den Kopf zu stellen und alle Erkenntnis, die die Wissenschaften über Jahrhunderte akkumuliert haben, entweder neu zu etikettieren und als die eigene zu verkaufen oder zu beseitigen. Im Falle von Hume kann man letzteres nur wenn man bereit ist, den eigenen Verstand, sofern vorhanden, gleich mit zu beseitigen. In diesem Sinne schreibt eine Simone Schmollack in der taz (Vielen Dank an die drei Leser von ScienceFiles, die uns diese Niederlage der Aufklärung haben zukommen lassen) Folgendes:

Prof Facepalm„Kognitionsforscher*innen haben herausgefunden, dass das, was in der Sprache nicht vorkommt, auch nicht gedacht und damit auch nicht gelebt wird. Wer als Kind immer nur von Trompetern, Fußballern und Taxifahrern hört, denkt irgendwann, dass nur Männer musizieren, Fußball spielen und Auto fahren können. Die oder der kommt dann nie auf die Idee, dass Frauen und Männer das Gleiche können und dafür gleich bezahlt werden müssen.“

Wenn die Bild-Zeitung früher etwas erfunden hat, dann war der Ort des Geschehens regelmäßig in den USA zu finden. Wenn in der taz etwas erfunden wird, dann sind nicht näher benennbare “Kognitionsforscher*innen” verantwortlich. Sollte es die entsprechenden Kognitionsforscher*innen, die behaupten, was Schmollack behauptet, dass sie behaupten, tatsächlich geben, dann wäre das ein Widerspruch, denn wer behauptet, was Schmollack behauptet, dass „Kognitionsforscher*innen“ behaupten, der ist weder ein Wissenschaftler noch ein Forscher, sondern wahnsinnig.

Begriffe wie Trompeter, Fussballer, Taxifahrer werden Kindern nicht eingegeben. In der Regel handelt es sich um eine demonstrative Wissensvermittlung. Der Begriff Trompeter wird einem Kind als Bezeichnung für einen Menschen mit Trompete mitgeteilt. Er kommt also von außen in das Gehirn des Kindes. Wenn ein Kind somit denkt, dass nur Männer Fussball spielen, Taxi fahren oder trompeten, dann muss dies zwangsläufig damit zusammenhängen, dass dieses Kind ausschließlich Männer hat Fussball spielen, Taxi fahren oder trompeten sehen. Und damit endet die kindliche Vorstellung.

Aber nicht die von Schmollack aka ungenannte „Kognitionsforscher*innen“. In ihrer Vorstellungswelt ist es möglich, Sätze zu formulieren, wie: „Wer als Kind immer nur von Trompetern, Fußballern und Taxifahrern hört, denkt irgendwann, dass nur Männer musizieren, Fußball spielen und Auto fahren können. Die oder der kommt dann nie auf die Idee, dass Frauen und Männer das Gleiche können und dafür gleich bezahlt werden müssen.“

Sofern dieser jemand irgendwann denkt, dass „nur Männer Fussball spielen“, wird sich dieser jemand sehr wundern, wenn er einen nicht-Mann Fussball spielen sieht und seine entsprechende Erwartung anpassen. Derjenige, der denkt, dass „nur Männer Fussball spielen“ muss auch nicht dem ideologischen Hirngespinst anheimfallen, dass alle alles in gleicher Weise können müssen. Er mag nicht einmal auf die Idee kommen, eine Verbindung zwischen dem Fussballspiel und Geschlecht herzustellen, denn um dies zu tun, muss man bereits denken, dass es wichtiger sei, dem Fussballer zwischen die Beine zu sehen als sich seiner Viruosität am Ball zu erfreuen. Die entsprechende irre Idee setzt einen entsprechenden Geist voraus, in dem sich die Welt um Geschlecht dreht, und zwar, wie Schmollack uns gleich mit verrät, wegen dem Geld, schließlich betet sie den alten sozialistische Glaubensinhalt nach, nachdem alle das gleiche gleichgut können und deshalb gleich bezahlt werden müssen (werden bei der taz eigentlich alle, die sich wie Schmollack für einen Journalisten halten, gleich bezahlt?).

ideology of madnessUm zu dem wirren Gedankengang von Schmollack zu gelangen, muss man also, wenn man einen Fussballspieler sieht, die folgenden Vorstellungen mit der Wahrnehmung, da spielt einer Fussball, verbinden:

  1. Es ist wichtig festzustellen, dass ein Mann Fussball spielt.
  2. Es ist wichtig festzustellen, dass auch Frauen Fussball spielen.
  3. Es ist wichtig festzustellen, dass Frauen genauso gut Fussball spielen wie Männer.
  4. Es ist wichtig festzustellen, dass Frauen genauso gut für ihr Fussballspiel bezahlt werden wie Männer.

Die Realität sieht anders aus, und deshalb scheitern Ideologen wie Schmollack regelmäßig an der Realität und der Tatsache, dass die meisten Menschen wissen, was sie sehen, denken und wollen.

Fussball ist ein Männersport und wird es auch bleiben, jedenfalls dann, wenn es UEFA, FIFA und Do-Gooders aller Art nicht doch gelingt, Fussball zu einem körperlosen Sport zu machen. Frauen spielen Fussball, aber nicht so gut wie Männer. Der Beleg dafür ist leicht zu erbringen, wenn man zwei Übertragungen von Fussball und Frauenfussball in Konkurrenz zueinander ansetzt und die Einschaltzahlen vergleicht (und dann feststellt, dass auch Frauen lieber Fussball als Frauenfussball anschauen). Und weil die Nachfrage nach der Leistung „Frauenfussball“ geringer ist, als die Nachfrage nach der Leistung „Fussball“, deshalb verdienen Männer, die Fussball spielen, auch mehr als Frauen.

So einfach ist das.
Und es ist abermals ein Beleg dafür, dass die Eindrücke, die Menschen aus der Realität entnehmen, bestimmen, was sie denken, fühlen und wollen.
Das wollen Ideologen wie Schmollack, die Menschen gerne vorschreiben würden, was sie denken, fühlen oder wollen sollen, nicht einsehen oder sie können es nicht.

Die Grenze zwischen Ideologie und Wahnsinn, sie ist eben fließend.

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