Nach der Wahl: Neue Karriere für Heiko Maas und Anetta Kahane in Venezuela?

Sozialistische Regime nehmen immer denselben Verlauf: Sie starten mehr oder weniger autoritär und werden mit der Zeit totalitär. Ludwig von Mises hat dies in seinem kleinen Textchen: Middle of the Road Policy Leads to Socialism in seinen Anfängen dargestellt. Der Fortgang, wenn Sozialisten erst einmal an der Macht sind, kann aus der Geschichte des Stalinismus, der DDR, Nordkoreas, Vietnams oder der Volksrepublik China entnommen werden. Man kann die Geschichte derart zusammenfassen, dass Sozialisten in der Regel ihre Gegner, also diejenigen, die sie dazu erklären, zunächst einsammeln und dann umbringen. Es gibt kein Beispiel in der Geschichte, das diesen Verlauf sozialistischer Herrschaft falsifizieren würde.

Aktuell kann am Beispiel von Venezuela, quasi in real-time, der Niedergang sozialistischer Planwirtschaft, das Versinken einer einst reichen Gesellschaft in Korruption, Gewalt, Armut und Elend beobachtet werden. Nicolás Maduro verhält sich in diesem Niedergang nicht anders als andere Sozialisten vor ihm: Er versucht, mit Gewalt und Restriktion die zunehmende Verzweiflung und Armut seiner Bevölkerung unter dem Deckel zu halten und diejenigen, die ihren Kopf aus der unterdrückten Masse heben, aus dem sozialistischen Jetzt-Paradies ins Jenseits zu befördern.

Das haben andere mit mehr oder weniger Erfolg vor ihm getan, wobei sich gezeigt hat, dass die Überlebensfähigkeit sozialistischer Systeme mit der Anzahl ihrer Opfer zusammenhängt: Je mehr Menschen Sozialisten ihrer guten Sache wegen umbringen, desto länger überlebt ihr Terrorregime.

Interessanter Weise hat Nicolás Maduro in seinem Kampf um das sozialistische Überleben dasselbe Problem, das auch Heiko Maas und Anetta Kahane haben: Hate Speech. Wie alle, denen es darum geht, ihre Bevölkerung zu kontrollieren, Meinungsfreiheit zu beseitigen und eine autoritäre Herrschaft zu errichten, so ist auch Maduro derzeit dabei, alle Formen bürgerlicher Freiheit zu beseitigen.

Wie die PanamPost berichtet, nehmen die Sozialisten in Venezuela wie die Sozialisten in Deutschland nun das Internet und insbesondere die sozialen Netzwerke ins Visier. In für deutsche Ohren wohlvertrauter Wortwahl hat Maduro angekündigt, Hasskommentare und Hate Speech aus dem Internet zu verbannen. Um dies zu erreichen, sollen harte Strafe dann ausgesprochen werden, wenn Intoleranz entdeckt werde. Dabei soll insbesondere gegen Rassenhass, Klassenhass und politischen Hass vorgegangen werden, wobei sich alle drei Formen in erster Linie darin ausdrücken, dass sie der von Maduro vorgegebenen Meinung widersprechen.

Man sieht, die deutsche Regulierung der sozialen Netzwerke macht internationale Schule. Von Russland bis Venezuela freuen sich alle, die Meinungsfreiheit verabscheuen, über die Zensur Made in Germany und nehmen sie willig auf, so willig, dass vielleicht sogar für Heiko Maas und Anetta Kahane eine zweite Karriere drin sein könnte? Maas vielleicht als Sicherheitsberater unter besonderer Berücksichtigung der Beseitigung von politischem Widerstand und Meinungsfreiheit, im Regime Maduro, und Kahane z.B. als Informant mit dem besonderen Aufgabenbereich, Regimegegner zu befreunden und an das Regime auszuliefern, unentgeltlich und ohne persönliche Vorteilsnahme versteht sich.

Da die SPD wohl nach der Wahl im September nicht mehr an der Regierung beteiligt sein wird und als Konsequenz auch die üppigen Fördergelder aus SPD-geführten Ministerien für Kahanes AAS-Stiftung versiegen könnten, wäre für beide eine Emigration nach Südamerika, quasi in den Fußstapfen vieler Deutscher, die das vor den beiden getan haben, die beste Lösung – oder?

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Sexuality-Pay-Gap: Arglistige Täuschung, Junk Science, DIW – kommt zusammen, was zusammen gehört?

Unglaublich.

Es ist wirklich unglaublich.

Zweierlei ist unglaublich.

Es ist unglaublich, wie es der Lobby von Schwulen und Lesben gelungen ist, ernsthafte und relevante Themen, wie z.B. die Auswirkung der Position in der Sozialstruktur auf die Lebenschancen und die Lebenserwartung fast vollkommen von der Agenda angeblich wissenschaftlicher Forschung zu verdrängen. Wen juckt es, dass Männer, die aus Arbeiterfamilien stammen und als Arbeiter jahrzehntelang ihr Auskommen erwirtschaften, eine deutlich geringer Lebenserwartung haben, als Angehörige der Mittelschicht? Wer interessiert sich dafür, dass der Anteil der Arbeiterkinder an Hochschulen auf niedrigem Niveau (rund 8%) rückläufig ist?

Kaum jemand.

Politiker sind mehr damit beschäftigt, Schwule- und Lesbenverbände zu hofieren als sich um soziale Probleme zu kümmern.

Und es ist unglaublich, was für einen Junk das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das inzwischen von Steuerzahlern finanziert wird, verbreitet, und am unglaublichsten ist es, dass man beim DIW nicht einmal mehr vor Täuschung zurückschreckt, wenn es darum geht, auf dem Bandwaggon derer mitzufahren, die auf Kosten der Allgemeinheit sich und LGB (Lesbian, Gay and Bi-Sexuals) noch besser stellen wollen.

Es beginnt heute, wie so oft, mit dem Hinweis eines Lesers auf einen Text in der Frankfurter Allgemeine, die sich immer mehr zum Trash-Blatt entwickelt. „Schwule haben geringeren Stundenlohn“ wird dort verkündet. Diese Weisheit hat der zuständige Redakteur wohl der Pressemeldung zu einer DIW-Studie entnommen, in der gezeigt worden sein soll, dass der Brutto-Stundenlohn, den Schwule erhalten, um 2,14 Euro geringer ausfällt, als der von heterosexuellen Männern. Ein neuer Pay-Gap, ein Sexuality Pay Gap, wie Martin Kroh, Simon Kühne, Christian Kipp und David Richter in ihrem Text „Einkommen, soziale Netzwerke, Lebenszufriedenheit: Lesen, Schwule und Bisexuelle in Deutschland“ schreiben, der im DIW-Wochenbericht Nr. 35 gerade erschienen ist. Das ist die Studie, auf die sich der Bericht in der FAZ bezieht.

Es ist eine Junk-Studie. Nein, Junk-Studie ist ein Begriff, der es nicht ganz trifft, denn die Autoren addieren noch die Täuschung der Leser zum üblichen Junk derartiger Studien.

Wenn wir Schlagzeilen lesen, die angebliche Erkenntnisse über Schwule oder Lesben thematisieren, dann hat dies immer dieselbe Frage zum Ergebnis: Wie ist es den Autoren gelungen, die notwendige Fallzahl zusammenzutragen, die man benötigt, um einigermaßen gesicherte Aussagen über Schwule und Lesben machen zu können? Denn: Wie Dr. habil. Heike Diefenbach in ihrer Analyse über den angeblichen Zusammenhang zwischen Homosexualität und erhöhter Wahrscheinlichkeit eines Suizids ausführlich dargelegt hat: Schwule und Lesben sind in den normalen Bevölkerungsstichproben das, was man eine seltene Population nennt. In der Regel sind sie im Datensatz zu selten, um überhaupt Aussagen zu ermöglichen. Deshalb behelfen sich die meisten, die in diesem Gebiet forschen, durch einen Trick, um die Fallzahl zu erhöhen: Sie rechnen Bisexuelle zu Homosexuellen obwohl man sie mit demselben Recht auch Heterosexuellen zurechnen könnte. Aber Heterosexuelle gibt es in Bevölkerungsstichproben in ausreichender Zahl. Manipuliert werden muss die Zahl der Homosexuellen.

Diese gängige Täuschung benutzen auch Kroh et al. Ihre Ergebnisse beziehen sich zunächst auf das, was sie LGB nennen, Lesbian, Gay and Bi-sexuals. Auf diese Weise schaffen es die Autoren 459 homo- und bisexuelle Befragte im SOEP zu identifizieren. Den 459 homosexuellen und bisexuellen Befragten stehen 39.100 heterosexuelle Befragte gegenüber, was eine dermaßen schiefe Verteilung produziert, dass man schon mit den Grundzahlen Mühe haben wird, sinnvolle Ergebnisse zu errechnen.

Hier beginnen die Täuschungen, derer sich Kroh et al. bedienen, um ihren Ergebnissen eine Relevanz zuzuweisen, die sie nicht haben.

Denn: die 459 Befragten sind nur der Idealfall. In den einzelnen Analysen sind regelmäßig weniger als 459 Befragte enthalten, weil nicht alle Befragten zu allen Fragen Angaben machen. Wie viele es tatsächlich sind, das verschweigen die Autoren so lautstark, dass es einem wehtun muss, wenn man ihren Beitrag liest. So offen wird selten gegen wissenschaftliche Lauterkeit verstoßen wie in diesem DIW-Machwerk – insofern ist es wirklich besonderer Junk.

Die Autoren verheimlichen den Lesern auch die Aufschlüsselung der 459 Schwulen, Lesben und Bisexuellen auf die jeweilige Orientierung. Nach aller Erfahrung ist die Gruppe der Bisexuellen am stärksten besetzt, so dass kaum Befragte übrigbleiben dürften, wenn man Bisexuelle, eben weil sie sowohl homo- als auch heterosexuell sind, aus den Berechnungen ausschließen würde, wie es der wissenschaftlichen Lauterkeit entspräche. Da ist es schon wieder, dieses Wort, Lauterkeit…

Vergessen wir die Lauterkeit: Weiter im Text.
Wir haben gesagt, dass Kroh et al. die Leser über ihre geringe Fallzahl hinwegtäuschen. Das erfolgt so unbeholfen und so ungeschickt, dass man es kaum übersehen kann, dass man getäuscht werden soll, jedenfalls dann, wenn man Erfahrung im Umgang mit Daten hat.

Die Autoren benutzen auch Ergebnisse, die auf Basis des Mikrozensus errechnet wurden, z.B. Abbildung 2. Die Darstellung umfasst Anteile und absolute Zahlen.
Die Autoren verweisen auf Ergebnisse von Wissenschaftlern z.B. in Fußnote 19. Der Verweis umfasst die Angabe der Fallzahlen.
Aber immer dann, wenn die Autoren ihre eigenen Daten, die auf 459 vermutlich vornehmlich bisexuellen Befragten basieren, darstellen, fehlen die Angaben zur Fallzahl. Sie fehlen bei der Abbildung 1, bei Abbildung 3, bei Tabelle 1, bei Tabelle 2, bei Abbildung 4, bei Tabelle 3, bei Tabelle 4 und bei Tabelle 5.

Die Angabe der Grundgesamtheit der LGB zu unterlassen, die in die Anteile, die in eine Tabelle eingeflossen sind, münden, ist mit wissenschaftlicher Lauterkeit nicht zu vereinbaren. Es entspricht schon eher dem Versuch einer arglistigen Täuschung, um nicht zugestehen zu müssen, dass die eigenen Ergebnisse keinen Pfifferling wert sind, weil sie auf so wenigen Befragten basieren, dass einem die Tränen kommen. Thematisierte man die geringe Fallzahl, dann wäre dies natürlich der Verbreitung der eigenen Ergebnisse in den Zeitungen Deutschlands hinderlich. Redakteure springen auf Behauptungen wie: „Schwule haben geringeren Stundenlohn“, sie sprängen sicher nicht auf Aussagen wie: Die auf Grundlage von 25 schwulen Männern berechnete Stundenlöhne sind geringer als die Stundenlöhne heterosexueller Männer. Wir nehmen nicht an, dass die Berechnungen von Kroh et al. auf viel mehr als 25 schwulen Männern beruhen. Wer schon einmal – wie wir das mehrfach getan haben – mit dem SOEP gerechnet hat, weiß, wie schnell die Befragten zwischen den Wellen verschwinden… Dass Kroh et al. Schwierigkeiten hatten, genügend LGB-Befragte zusammen zu klauben, kann man auch einem kleinen technischen Satz entnehmen, über den der gemeine, statistisch ungebildete Redakteur hinwegliest, sofern er überhaupt liest:

„Da vermutet werden kann, dass sich insbesondere LGB-Befragte aufgrund befürchteter Ablehnung durch die Interviewer oder als Kritik an der Fragestellung dazu entscheiden, keine Angaben zu machen, wird für die Berechnung des Anteils von LGBs an der erwachsenen Bevölkerung ein Korrekturfaktor verwendet. Dieser versieht diejenigen mit einem höheren Gewicht, die über typische Eigenschaften der AntwortverweigererInnen verfügen. Dies gilt beispielsweise für ältere Personen, für Personen ohne PartnerIn im Haushalt oder für bestimmte Befragungsmethoden.“

Weil Kroh et al. etwas annehmen, was sie für plausibel halten, wir aber nicht, von dem sie aber in jedem Fall nicht wissen, ob es zutrifft, gewichten sie vorsichtshalber LGB höher als heterosexuelle Befragte. Von letzteren haben sie ja auch genug. Gewichtung ist ein prätentiöses Wort, hinter dem sich eine einfache Multiplikation verbirgt. In Deutsch: Im Datensatz von Kroh et al. werden Befragte, die von sich weder gesagt haben, dass sie schwul noch dass sie lesbisch oder bisexuell sind, dennoch als schwul, lesbisch oder bisexuell gezählt, und zwar dann, wenn sie sozialstrukturell den wenigen im Datensatz vorhandenen Schwulen, Lesben und Bisexuellen ähnlich sind. Dann werden sie mit einem Faktor, der größer als 1 ist, multipliziert. Auf diese Weise macht man aus wenigen LGB etwas mehr LGB-Befragte. Zu diesem Mittel nimmt man nur dann Zuflucht, wenn man mit den vorhandenen Daten ohne diese Form der Täuschung, vielleicht auch des Betrugs überhaupt nichts anfangen kann, weil die Fallzahl, die Kroh et al. ihren Lesern vorenthalten (siehe oben) zu gering ist.

Auf Grundlage einer nicht genannten Anzahl von homosexuellen Männern, die sie sich zusammengewichtet haben, wollen Kroh et al. dann Stundenlöhne berechnet haben und diese mit den Angaben heterosexueller Männer verglichen haben, wobei sich ein „Sexuality Pay Gap“ ergeben haben soll. Nun muss man wissen, dass die Anzahl der Antwortverweigerer bei Fragen, die sich auf das Verdienst beziehen, sehr hoch ist. Wir haben 459 Schwule, Lesen und Bisexuelle im Datensatz. Selbst bei der vollkommen unrealistischen Annahme einer Gleichverteilung, denn Bisexuelle sind immer deutlich häufiger als Schwule oder Lesben, ergeben sich nur 153 Schwule. Von diesen 153 Schwulen werden nochmals rund ein Drittel ausfallen, weil sie keine Angaben zu ihrem Gehalt gemacht haben, so dass die Ergebnisse auf maximal 100 befragten Schwulen basieren. Wie gesagt, das ist eine wohlwollende Rechnung. Die tatsächliche Befragtenzahl, auf die Kroh et al. ihre Ergebnisse stützen und die sie verheimlichen, dürfte deutlich darunter liegen. Auf dieses armselige Häuflein von Befragten gründen die Autoren ihre Behauptung, dass es in Deutschland ein Pay Gap gäbe, das zuungunsten von Homosexuellen besteht.

Das ist nicht nur lächerlich, es ist unlauter und grenzt an Betrug und der Verdacht einer arglistigen Täuschung scheint begründet, da die Autoren es penibel unterlassen, die Anzahl der Befragten, die sie in ihren jeweiligen Berechnungen berücksichtigen, anzugeben.

Derartigen Junk hätte man früher nicht für möglich gehalten. Wäre diese Junk-Studie in einer wissenschaftlichen Zeitschrift erschienen, dann würde sich der Herausgeber vermutlich beeilen, den entsprechenden Artikel zurückzuziehen. Aber der Junk ist beim DIW erschienen, und vom DIW ist man in letzter Zeit viel Junk gewöhnt, viel zu viel Junk, als dass man die Berliner noch als Wissenschaftler ernstnehmen könnte. Deshalb erwarten wir nicht, dass man sich beim DIW von dieser Junk Studie distanziert.

Vielmehr steht zu erwarten, dass sich die Meute der ahnungslosen Journalisten, die es ja beileibe nicht nur bei der FAZ gibt, auf das Ergebnis stürzen wird, ist es doch geeignet, virtue signalling zu betreiben, sich als Guter auszugeben und Browny-Punkte dafür zu sammeln, dass man sich bei Lobbygruppen anbiedert, dass man sich mit Junk anbiedert ist nebensächlich.

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Die Dummheit lebt: Auch nach 100 Jahren kein Lerneffekt

Unter denen, die sich für progressive Wissenschaftler halten, weil sie im 20. Jahrhundert das sozialwissenschaftliche Rad entdeckt zu haben glauben, ist ein Irrglaube kaum auszurotten, nämlich, dass (richtige) Wissenschaftler davon ausgingen „… dass Wissenschaft wertungs- und haltungsfrei, also ‚objektiv„ [sei]“ (Dirim et al. 2016: 88). Selbst derartigen Unsinn kann man noch steigern, z.B. mit Köhnen, der meint, dass Kritiker der sogenannten Gender Studies wissenschaftliche Objektivität auffassen würden „als normative Neutralität und Interesselosigkeit“ (Köhnen (2014: 51, zitiert nach Dirim et al. 2016: 90).

Dr habil. Heike Diefenbach hat diesem Unsinn in ihrem Beitrag „Die Dämonisierung der Anderen und die Inszenierung von Kritik als Häresie“ ein Kapitel (5.1) gewidmet und sich damit in der Gegenwart zu den großen Soziologen und Wissenschaftlern gesellt, die sich seit 1917 gegen diesen Irrsinn, gegen diese „Missverständnisse“, die man nur noch auf Dummheit zurückführen kann, gewendet haben. Wir zitieren an dieser Stelle René König, den Großmeister der deutschen Soziologie, der im Jahre 1964 in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie einen Beitrag mit dem Titel „Einige Überlegungen zur Frage der ‚Werturteilsfreiheit‘ bei Max Weber“ veröffentlicht hat, einen Beitrag der zeigt, wie zeitlos Dummheit ist, denn der Zustand „zutiefster Deprimierung“, der König beim Blick auf Teile der deutschen Sozialwissenschaften ereilt, er entspricht dem Zustand zutiefster Deprimierung, den wir erreichen, wenn wieder einmal ein pseudo-wissenschaftlicher Dünnbrettbohrer sein Unverständnis über wissenschaftliche Probleme formuliert, die schon vor nunmehr einem Jahrhundert gelöst wurden.

Übergeben wir René König das Wort:

„Schon Max Weber war sich klar darüber, dass die Diskussion um die ‚Wertfreiheit der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften‘, die er ja selber ausgelöst hatte, von Anfang an schiefgelaufen war. So schreibt er in dem erwähnten Aufsatz [Der Sinn der ‚Wertfreiheit‘ der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften]: ‚Unendliches Missverständnis und vor allem terminologischer, daher gänzlich steriler Streit hat sich an das Wort Werturteil geknüpft, welches zur Sache offenbar gar nichts austrägt. Es ist … ganz unzweideutig, dass es sich bei diesen Erörterungen für unsere Disziplinen um praktische Wertungen sozialer Tatsachen als ‚unter ethischen oder unter Kulturgesichtspunkten oder aus anderen Gründen‘ wünschenswert oder unerwünscht handelt. Dass die Wissenschaft 1. ‚wertvolle‘, d.h. logisch und sachlich gewertet richtige und 2. ‚wertvolle‘, d.h. im Sinne des wissenschaftlichen Interesses wichtige Resultate zu erzielen wünscht, dass ferner schon die Auswahl des Stoffes eine ‚Wertung‘ enthält – solche Dinge sind trotz alles darüber Gesagten allen Ernstes als Einwände aufgetaucht. Nicht minder ist das fast unbegreiflich starke Missverständnis immer wieder entstanden: als ob behauptet würde, dass die empirische Wissenschaft ‚subjektive‘ Wertungen von Menschen nicht als Objekt behandeln könne (während doch die Soziologie und die Nationalökonomie aber die ganze Grenznutzenlehre auf der gegenteiligen Voraussetzung beruht). Aber es handelt sich doch ausschließlich um die an sich höchst triviale Forderung: dass der Forscher und Darsteller die Feststellung empirischer Tatsachen (einschließlich des von ihm festgestellten ‚wertenden‘ Verhaltens der von ihm untersuchten empirischen Menschen) und seine praktisch wertende, d.h. diese Tatsachen (einschließlich etwaiger zum Objekt seiner Untersuchung gemachten ‚Wertungen‘ von empirischen Menschen) als erfreulich oder unerfreulich beurteilende, in diesem Sinne ‚bewertende‘ Stellungnahme unbedingt auseinanderhalten sollte, weil es sich da nun um heterogene Probleme handelt‘.

Es kann den interessierten und beteiligten Betrachter nur zutiefst deprimieren, wenn man neueste Äußerungen zum gleichen Thema liest und plötzlich feststellen muss, dass ausnahmslos alle von Max Weber erwähnten ‚Missverständnisse‘ heute noch genauso lebendig sind wie vor einem halben Jahrhundert“ (König 1964: 1-2).

Als René König diesen Text geschrieben hat, waren 47 Jahre seit der Veröffentlichung des Aufsatzes von Max Weber vergangen. Weitere 53 Jahres später ist das Jahrhundert voll, aber geändert hat sich weiterhin nichts: Immer noch gibt es Personen, die sich Urteile, Werturteile und Aussagen über Dinge anmaßen, von denen sie überhaupt nichts verstehen. Immer noch gibt es Personen, die den wissenschaftlichen Fortschritt dadurch behindern, dass sie Unsinn niederschreiben und veröffentlichen, der dazu beiträgt, dass die sozialwissenschaftliche Diskussion um 100 Jahre zurückversetzt wird und erneut die Kämpfe austragen muss, die bereits zu Max Webers Zeiten die Intelligenten von den Dummen getrennt haben, jene Dummen, die nicht zu verstehen im Stande sind, die „höchst triviale Forderung … empirische Tatsache“ und die (Be-)Wertung derselben auseinanderzuhalten.

Indes, damals war es nicht so einfach, seine Dummheit in Worte zu gießen und zu publizieren und natürlich war damals der Genderismus und seine Abarten in Anti-Rassismus, Whiteness-Studies, Gender Studies und sonstigen Ansammlungen akademischer Halbgebildeter noch nicht existent.

Die Dummheit lebt.

Dirim, Inci, Castro Varela, Maria do Mar, Heinemann, Alisha M. B., Khakpour, Natascha, Pokitsch, Doris & Schweiger, Hannes, 2016: Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassismuskrititscher Arbeitsweisen. In: Castro Varela, Maria do Mar & Mecheril, Paul (Hrsg.): Die Dämonisierung der Anderen: Rassismuskritik der Gegenwart. Bielefeld: transcript, S.85-96.

Literatur

König, René (1964). Einige Anmerkungen zur Frage der ‘Werturteilsfreiheit’ bei Max Weber. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 16(1): 1-29.

Weber, Max (1917). Der Sinn der Wertfreiheit der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften.

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Die Gemeinsamkeit von Staatsfeminismus, Genderismus und Stalinismus

Hell on Earth, so der Titel eines Buches über den Stalinismus, das Ludwik Kowalski geschrieben hat. Darin gibt es die folgende kurze Passage:

„Ideology ceased to be an intellectual process of guiding political decisions; it became a means of justifying decisions. A good example is a doctrine according to which the class struggle must naturally intensify after the victory of revolution. This doctrine was invented by Stalin to justify terror; it was not based on Soviet reality in the period of New Economic Policy (late 1920s). Millions of Kulaks, and most of the old Bolsheviks, were liquidated under the banners of that ‘theory’”.

Die Ideologie hörte auf, ein intellektuelles Mittel zu sein, an dem politische Entscheidungen ausgerichtet wurden. Stattdessen wurde es zum Mittel, [politische] Entscheidungen zu rechtfertigen. Ein gutes Beispiel ist die Doktrin, nach der der Klassenkampf sich notwendig nach dem Erfolg der Revolution verstärken musste. Diese Doktrin wurde von Stalin erfunden, um Terror zu rechtfertigen, sie hatte nichts mit der Realität zu tun, wie sie sich zum Ende der 1920er Jahre in der Phase der Neuen Ökonomischen Politik dargestellt hat. Millionen Kulaken und die meisten der alten Garde der Bolschewisten wurden unter dem Banner dieser ‚Theorie“ liquidiert.

Der Unterschied zwischen der Ideologie, die politische Entscheidungen determiniert und der Ideologie, die zur Rechtfertigung des Status Quo genutzt wird, liegt darin, dass dann, wenn Ideologie die Grundlage von Entscheidungen ist, sich die entsprechenden Entscheidungen als falsch erweisen können, was zu führen kann, dass die Ideologie überdacht wird. Wird die Ideologie genutzt, um die Folgen getroffener Entscheidungen zu rechtfertigen, dann ist ausgeschlossen, dass sich die Entscheidungen als falsche Entscheidungen erweisen können. Vielmehr wird die Realität vor dem Hintergrund der Ideologie legitimiert.

Dieses Kennzeichen einer totalitären Ideologie, die Unfähigkeit, Fehler überhaupt nur zuzulassen und die Möglichkeit falscher Entscheidungen überhaupt in Betracht zu ziehen, finden sich auch beim Staatsfeminismus und beim Genderismus, wie er heute in Deutschland vorhanden ist.

Drei Beispiele:

Die Entscheidung, Männer im Rahmen des Professorinnenprogramms zu benachteiligen, ist gegenüber jeder Kritik immunisiert, denn diejenigen, die die Benachteiligung umsetzen, sind der Meinung, sie würden Gutes im Namen des Staatsfeminismus tun. Sie rechtfertigen Unrecht mit ihrer Ideologie und kümmern sich nicht um die Folgen ihrer Ideologie in der Realität.

Dasselbe lässt sich im Hinblick auf die allgemeine Schulbildung feststellen. Allein der Gedanke, dass die jahrzehntelange Förderung von Mädchen und das Klima, das der Staatsfeminismus in Schulen geschaffen hat, an der schulischen Misere von Jungen auch nur eine Mitverantwortung trägt, ist für die Anhänger des Staatsfeminismus Häresie, geschweige denn, dass sie in Betracht ziehen würden, dass es ein Fehler ist, den Teil der Bevölkerung gegenüber dem anderen Teil aufzuwerten, von dem bekannt ist, dass sein Beitrag zum Bruttosozialprodukt davon abhängt, ob er nicht auf dem Heiratsmarkt einen Most Income Earner ausfindig und an sich verheiraten kann.

Die Frauenquote in Aufsichtsräten ist bar jeglicher Rücksicht auf die damit verursachten Folgen. Niemand interessiert sich dafür, ob sich die Verpflichtung von Unternehmen, mehr Frauen in ihre Aufsichtsräte zu setzen, positiv, negativ oder gar nicht auf die Effektivität der entsprechenden Unternehmen auswirkt. Dieses vollständige Fehlen einer Evaluation von Maßnahmen, das es auch in anderen Bereichen gibt, ist ein untrügliches Zeichen einer totalitären Ideologie, deren Vertretern es nur darum geht, einen individuellen Vorteil zu erheischen und die zu diesem Zweck ihre Ideologie als Legitimation und Rechtfertigung für all die gesellschaftlichen Schäden benutzen, die sie anrichten.

Die geistige Verwandtschaft von Genderismus/Staatsfeminismus und Stalinismus ist offenkundig – überraschend ist sie aber nicht.

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FAZ-Journalismus: Deavouieren als Schreibzweck – Von Arne Hoffmann und seinen Neidern

Qualitative Sozialforschung hat auch ihre guten Seiten. Einmal davon abgesehen, dass viele qualitative Sozialforscher den Inhalt vor lauter Worten nicht mehr sehen, wenn sie vor den vielen Seiten, auf denen transkribierte Interviews zu lesen sind, sitzen, hat genau diese Notlage einige von ihnen dazu geführt, sich Methoden auszudenken, um dem Kern des Gesagten auf die Spur zu kommen. Die wohl wichtigsten Methoden gehen auf Ralf Bohnsack, Philip Mayring, Barney Glaser und Anselm Strauss zurück. Sie tragen so spröde Namen wie „Dokumentenanalyse“ oder „qualitative Inhaltsanalyse“ oder so vielversprechende, die qualitative Sozialforschung fast schon zur Utopie weiterentwickeln, wie Grounded Theory.

Der Kern aller qualitativer Methoden besteht darin, zentrale Textstellen ausfindig zu machen, die es erlauben, auf die Motivation, die Überzeugung, die Einstellung, die Wertvorstellung uvm. dessen, der gerade interviewt wurde oder dessen, von dem man einen Text als qualitatives Material vorliegen hat, zu schließen.

Nehmen wir z.B. den Text von Sebastian Eder, „It’s a woman’s world“ in der FAZ vom 28. August, in dem es im weitesten Sinne um Arne Hoffmann geht. Dieser Text weist eine Vielzahl von Besonderheiten auf, die es erlauben, die Intention, Motivation und die Überzeugung von Sebastian Eder herauszuarbeiten; Letztlich so viel, dass der Text mehr über Sebastian Eder aussagt, als über Arne Hoffmann, der eigentlich Gegenstand des Textes ist.

Die zentrale Textstelle im mehrere Seiten umfassenden Elaborat von Eder findet sich im ersten Drittel. Sie lautet wie folgt:

„Es wäre insgesamt recht einfach, sich über Arne Hoffmann lustig zu machen: Er ist 48, lebt aber noch mit seinem Vater in seinem Elternhaus in einem 500-Seelen-Dorf im Taunus. Er hat keine Freundin, schreibt aber Sex-Ratgeber. Er liebt Fantasy-Geschichten und entspricht auch optisch dem Klischee eines Nerds, der sich vor allem hinter seinem Bildschirm stark fühlt – und er kämpft eben gegen die Unterdrückung der Männer, die doch immer noch fast überall in der Gesellschaft das Sagen haben.“

Hier spricht Eder direkt zu seinen Lesern. Hier zeigt er, welche Vorstellung einer gesellschaftlichen Normalität er hat, welche Überzeugung über das richtige soziale Leben ihn leitet. Hier zeigt er, dass er ein Spießer ist, dessen Ziel darin besteht, Arne Hoffmann aufgrund seines abweichenden Lebensstils zu diskreditieren. Insofern ist diese Textpassage ein Ankerbeispiel im Sinne Philip Mayrings, das wir der Kategorie „intolerante Sicht auf die Welt“ zuordnen. Die Textpassage basiert auf den folgenden Prämissen:

Wenn jemand 48 Jahre alt ist und auf dem Land bei seinem Vater lebt, wenn er keine Freundin hat, ABER Sex-Ratgeber schreibt, dann ist dieser jemand lächerlich.

Damit die Vorstellung von „Unnormalität“ für Sebastian Eder beschrieben, die Abweichung von dem, was Eder für gesellschaftlichen Standard hält. Dass Eder zudem denkt, Abweichungen von diesem gesellschaftlichen Standard seien lächerllich, zeigt, dass er intolerant anderen Lebensentwürfen gegenüber ist und entsprechend nicht in die pluralistische Moderne passt.

Besonders interessant ist seine Ansicht, dass das Schreiben von Sex-Ratgebern notwendig eine Freundin voraussetze. In Zeiten, in denen die Objektivierung von Frauen so gerne beklagt wird und die Normalität von Homosexualität so gerne betont wird, ist es erstaunlich, dass diese Ansicht, die mit der Normalität von Homosexualität nicht kompatibel ist nicht zu einem Aufschrei der üblichen Verdächtigen geführt hat. Vielleicht sind sie ja der Methoden der qualitativen Sozialforschung nicht mächtig.

Zudem ist die zitierte Stelle aussagekräftig im Hinblick auf die Motivation und die Intention, die hinter der Entscheidung Eders, einen Beitrag über Arne Hoffmann zu veröffentlichen, stehen: Die Intention besteht darin, Arne Hoffmann zu diskreditieren, die Motivation hinter derartigen Tätigkeiten wird gemeinhin als Hass oder Neid benannt.

Zunächst zur Intention:

Der Nerd hinter dem Bildschirm in Verbindung mit dem lächerlichen Lebensstil, den Eder Hoffmann zuschreibt, soll dazu dienen, dessen Kampf gegen „die Unterdrückung von Männern“ zu diskreditieren und Hoffmann lächerlich zu machen als gesellschaftliche Abnormalität, die ihre Unfähigkeit, das, was Eder für eine normale Beziehung hält, aufzubauen, dadurch kompensiert, dass sie sich hinter einem Bildschirm verschanzt, um für eine lächerliche Sache zu kämpfen, denn natürlich sind Männer in Deutschland nicht benachteiligt, werden sie nicht unterdrückt, so das Vorurteil Eders.

Die zweite Ebene der Lächerlichkeit, die Eder in seinem Beitrag nutzen will, zielt auf den Gegenstand der Arbeit von Hoffmann. Ist der Mann lächerlich gemacht, ist auch was er tut nichts anderes als lächerlich, fühlt er sich doch „hinter seinem Bildschirm stark“. Diese Behauptung ist jedoch ein zweischneidiges Schwert, denn sie trifft auch Sebastian Eder, der im Schutze seines Bildschirms verbal über einen Menschen herfällt, der nicht gegenwärtig ist und ihm entsprechend auch keine Faust ins Gesicht schlagen kann, um sein Missfallen kund zu tun. Auch Eder ist, gemäß seiner eigenen Logik, ein Nerd, der sich „hinter seinem Bildschirm stark fühlt“.

Im Gegensatz zu Arne Hoffmann ist Eder aber ein böswilliger Nerd, einer, dessen einziger Lebenssinn darin zu bestehen scheint, zu versuchen, andere zu diffamieren, sie schlecht zu schreiben und sich nebenbei bei dem anzudienen, was er für die herrschende Ideologie hält: Den Feminismus. Dass er dadurch Hoffmann, der die Unterdrückung von Männern bekämpft Recht gibt, scheint Eder nicht einmal aufzufallen. Das wiederum ist kein Wunder, denn Eder geht es in erster Linie darum, Hoffmann zu diskreditieren. Wir haben einmal die Ankerbeispiele im Text Eders zusammengetragen, die diese Intention, mit der der Text über Arne Hoffmann geschrieben wurde, belegen:

  • Arne Hoffmann wird von „Frauen oft etwas schräg angeschaut“.
  • Er gelte als „Vordenker der deutschen Männerrechtsbewegung“ (er „gilt“, nicht: er ist!).
  • Die Bücher Hoffmanns, in denen er Männerrechte thematisiert, seien schwer zu finden, man müsse sich durch einen Berg von Büchern mit Titeln wie „Sex für Fortgeschrittene“ oder „Onanieren für Profis“ hindurcharbeiten.
  • Hoffmann schieße „meilenweit über das Ziel hinaus“.
  • Hoffmann hat keinen (richtigen) Verleger für sein Buch „Sind Frauen die besseren Menschen“ gefunden. Nur ein Berliner Szeneverlag habe das Buch drucken wollen.
  • Hoffmann hat in der Mehrheitsgesellschaft nicht Fuß fassen können, weshalb er sich „eine Nische suchen“ musste.
  • Er „begann als klassischer Troll“.
  • Er wurde in Foren aktiv, „in denen sich wütende Männer austoben“.
  • Er äußert sich auf rechten Plattformen.
  • Er gibt dem Kopp-Verlag Interviews und schreibt für eigentümlich frei.

Die Meldung, die Eder seinen Lesern vermitteln will, ist ziemlich eindeutig: Hoffmann ist eine gescheiterte Existenz, die in der Gesellschaft nicht Fuß fassen kann, er führt einen aussichtslosen Kampf zu einem unsinnigen Thema und er ist ein rechter, ein rechter Männerrechtler, der im Internet andere trollt.

Diese Rolle des Trolls wird Hoffmann von Eder attestiert, nachdem Eder darauf hingewiesen hat, dass „[g]erade Feministinnen … sich im Internet nicht nur mit den Annäherungsversuchen wildfremder Männer herumschlagen [müssen] – sie werden oft auch massiv angefeindet und bedroht“.

Es wäre einfach, sich über die Welt, wie sie sich für Sebastian Eder darstellt, lustig zu machen, wäre er nicht eine so traurige Existenz, die einem Mitleid abringt. Dessen ungeachtet müssen die Grundpfeiler von Eders Welt hier offengelegt werden:

Es ist lauter, wenn ein Journalist, dem ein Verlag aufgrund welcher Überlegungen auch immer, eine Kolumne eingerichtet hat, diese nutzt, um Menschen zu desavouieren, die einen Lebensstil führen, den dieser Journalist nicht gut findet, gegen den er ansonsten aber nichts vorzubringen weiß. Denn Argumente gegen die Männerrechtsbewegung und die Relevanz dessen, was Hoffmann tut, finden sich im Text keine.

Weil er nichts gegen den anderen Lebensstil vorzubringen weiß, arbeitet Eder mit Anspielungen und Unterstellungen, mit der Waffe des feigen Journalisten, den „Anführungszeichen“, die es dem Autor ermöglichen, seine Diffamierung als Zitat auszugeben.
Eder konstruiert für Arne Hoffmann einen Rahmen des gesellschaftlichen Außenseiters, des deprivierten Nerds, der seine Deprivation in Sex-Ratgebern und im Kampf in der Sicherheit des Bildschirms gegen die guten Feministen richtet, die doch über jede Kritik erhaben sind.

Argumentationen Hoffmanns, die dessen Position stützen, ja nachvollziehbar machen würden, werden kurzerhand mit „“ vom Tisch gewischt und einem „Fachbuch“ zugeschrieben, von dem die „“ zeigen, dass Eder insinuieren will, es handle sich gar nicht um ein Fachbuch.

Wie gesagt, der Text von Eder sagt mehr über Eder selbst aus als über Arne Hoffmann, noch deutlicher wird dies, wenn man sich nach der Motivation fragt, die Eder haben könnte, eine einseitige, diffamierende und auf Desavouieren ausgerichtete Darstellung eines Menschen zu geben, dem doch angeblich „kaum jemand“ „zuhören will“? Warum also beschäftigt sich Eder so prominent und so ausführlich mit der angeblichen  Nischengestalt Hoffmann.

Drei Möglichkeiten:
Er wird dafür bezahlt, Hoffmann zu desavouieren, z.B. weil sich Hoffmann bei Amazon einen Namen damit gemacht hat, das, was man bei Genderisten in Anführungszeichen gesetzt vielleicht ein Buch nennen könnte, zu rezensieren und argumentativ zu zerlegen.

Hoffmann ist für ihn ein Symbol, ein Symbol für etwas, das ihm, also Eder, Angst macht, für einen Mann, der eine Überzeugung lebt und nicht täglich gezwungen ist, sich an den Zeitgeist anzupassen und bei seinen „Oberen“ anzubiedern.

Oder das Motiv ist schlicht Neid, Neid auf die Freiheit, die ein Nerd hinter seinem Bildschirm auf dem Land, der mit seinem Vater lebt, in seinem Leben hat, er, der nicht Kinder von A nach B kutschieren muss, wohl keine finanziellen Verpflichtungen hat, die sein Leben determinieren, keinen Anpassungsdruck an gesellschaftliche Vorgaben, sich einzuordnen, zu haben scheint, jemand, der anders ist, sich die Freiheit nimmt, anders zu sein, kurz das, was man eine Persönlichkeit nennt.

Ist Eder also der Softie, der vor lauter Verständnis und Anpassung an den Feminismus vergessen hat, was es bedeutet, ein Mann zu sein oder ist er der Typ verhinderter Mann, der vor lauter Feigheit nicht den Mut findet, aus dem gesellschaftlichen Käfig, in den er sich hat einsperren lassen, auszubrechen und deshalb allen, die nicht so anpassungsfähig wie er waren, ihr Rückgrat neidet?

Wir wissen es nicht.
Auch die qualitative Sozialforschung hat ihre Grenzen.

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