Kurswechsel nach Rechts? Deutschland, Deutschland, Dein Stanislaw … Tillich

Es brodelt wieder einmal im hysterischen Deutschland, hat doch Stanislaw Tillich, dem in der Mitte der nächsten Legislaturperiode Neuwahlen ins Haus stehen, etwas gesagt, was gegen die politische Korrektheit verstößt, nämlich:

„Tillich sagte, Merkels Flüchtlingspolitik sei für das starke Abschneiden der AfD mitverantwortlich. Die Union müsse wieder Recht und Ordnung durchsetzen. «Die Leute wollen, dass Deutschland Deutschland bleibt. Sie wollen keine Parallelgesellschaften und keinen Anstieg der Kriminalität. Sie wollen nicht, dass religiöse oder politische Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen hier ausgetragen werden.“

In diesen Äußerungen sehen die WELT, die FAZ, der Tagesspiegel und etliche andere Blätter einen Rechtsschwenk oder den Versuch Tillichs, die CDU nach rechts zu rücken.

Recht, Ordnung und keine Parallelgesellschaften

Wenn das, was Tillich gesagt hat, einen Rechtsschwenk zum Ausdruck bringt, dann muss man feststellen, dass die nicht-rechte Position, die derzeit von all denen als akzeptabel angesehen wird, die sich jetzt empören, wie der MDR titelt, eine Position ist, in der Recht und Ordnung nicht gelten, was für Linksextremisten ja eine normale Situation ist. Es ist eine Position, in der eine Parallelgesellschaft für wünschenswert, zumindest nicht problematisch angesehen wird, in der einem Anstieg der Kriminalität gelassen entgegen gesehen wird und eine Situation, in der Deutschland, wie es sich derzeit darstellt, nicht mehr gewünscht ist. Vielmehr besteht das Ziel wohl darin, Deutschland zu einem Ort zu machen, an dem Flüchtlinge ihre politischen und religiösen Auseinandersetzungen ungehindert führen können.

Welcher geistig normale Mensch kann sich politische und religiöse Auseinandersetzungen, mehr Kriminalität und weder Recht noch Ordnung in Deutschland wünschen?

Offensichtlich all diejenigen, die sich jetzt über Stanislaw Tillich und seinen Anflug von Realismus aufregen.

Eine alternative Erklärung für all diejenigen, die sich in ihrer affektierten Emotionalisierung zu weit aus dem Fenster gelehnt haben, besteht darin, Prototyp des neuen Pawlowschen Hundes zu sein, dem immer schon der Speichel im Mund zusammenläuft, wenn er meint etwas zu vernehmen, was entfernt an eine ideologische Position erinnern könnte, die die Interessen der autochthonen Bevölkerung in Deutschland einklagt, jener autochthonen Bevölkerung, die aus deutschen, türkischen, griechischen usw. Steuerzahlern besteht, die die Kosten für das zu tragen haben, was diejenigen, deren Beitrag verbal, nicht materiell ist, ihnen bescheren.

Wie wir an anderer Stelle dargestellt haben, kann auf Basis der Nebenwahltheorie erwartet werden, dass Stanislaw Tillich bei der nächsten Landtagswahl in Sachsen nicht der Partei angehört, die die meisten Wählerstimmen erringen wird.

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BKA alarmiert über Vernetzung zwischen Linksextremismus und Islamismus

Beim Stöbern in den Internet-Katakomben des Bundeskriminalamts (BKA), das durch die neue Gestaltung des Internetauftritts nicht einfacher geworden ist, sind wir auf einen Projektabschlussbericht gestoßen, der die Prävention von Extremismus zum Gegenstand hat. In diesem Abschlussbericht, der auf Interviews mit nicht näher benannten Experten basiert, die im Bereich der Islamismus-, Rechts- und Linksextremismusprävention tätig sind, gibt es ein bemerkenswertes Kapitel 3.5, bemerkenswert deshalb, weil in diesem Kapitel Informationen zusammenfließen, die aufgrund der Anlage der Untersuchung nicht vorhergesehen und somit auch nicht verhindert werden konnten.

Es ist ja allseits bekannt, dass der Bekämpfung von Linksextremismus, obwohl es dessen erklärtes Ziel ist, die Demokratie zu zerstören und ein sozialistisches Unterdrückungssystem an ihre Stelle zu setzen, im SPD-geführten Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem der Kampf für die Demokratie mit mehr als 100 Millionen Euro jährlich übertragen wurde, keinerlei Bedeutung und keinerlei entsprechende Relevanz beigemessen wurde. Offensichtlich ist die ideologische Nähe zwischen der SPD und dem Linksextremismus zu groß, als dass man im Linksextremismus eine Gefahr zu sehen im Stande ist. Anscheinend teilen Teile der SPD die Idee, man müsse eine sozialistische Herrschaft errichten und könne sich zu diesem Zweck auch der Gewalt als legitimem Mittel bedienen.

Linksextremismus kommt deshalb in den Plänen zum Schutz der Demokratie und im Programm „Demokratie leben!“ so gut wie nicht vor. Daher ist es fast schon verwunderlich, dass sich genau ein Experte zum Thema Linksextremismus in das Projekt des BKA zum Thema „Extremismusbekämpfung/Extremismusprävention“ und unter die neun Experten, die in diesem Projekt interviewt wurden, verirrt hat (von den verbleibenden acht Experten sind 5 Experten für Islamismus und drei Experten für Rechtsextremismus).

Unvorhersehbar war indes, dass das Thema Linksextremismus von den Experten für Islamismus angesprochen werden würde, und zwar im Zusammenhang mit einer von ihnen beklagten zunehmenden Vernetzung der Islamistischen und der Linksextremistischen Szene. Kurz: Beim BKA befürchtet man, dass Linksextremisten und Islamisten gemeinsame Sache machen.

Weil das, was zum Thema Linksextremismus beim BKA-Projekt herausgekommen ist, bemerkenswert ist, geben wir hier das Kapitel 3.5, in dem die Ergebnisse zusammengetragen wurden, ungekürzt wieder.

Es spricht für sich:

“3.5 Linksextremismusprävention: Bedarf und Angebot

Mit nur 4% Anteil am Gesamtaufkommen präventiver Maßnahmen, spielen linkspräventive Projekte eine fast schon verschwindend geringe Rolle im Kontext extremismuspräventiver Maßnahmen (Gruber, Lützinger & Kemmesies, 2017, S.12). Ursache hierfür dürfte, neben dem medial und politisch stärkeren Interesse an den Themen Rechtsextremismus und Islamismus, auch dessen oftmals attestierte „Gesellschaftsfähigkeit“ sein (vgl. Brandenburgi- 21 sche Zentrale für politische Bildung 2016). Auch im Rahmen der Forschung spielt das Thema Linksextremismus seit den 1980er Jahren eine eher untergeordnete Rolle – die recht überschaubare Anzahl realisierter Studien vermittelt allenfalls einen groben Überblick zu linksaffinen bzw. -extremistischen Entwicklungen hierzulande (vgl. Hoffmann 2013; Eilers, Gruber & Kemmesies, 2016).

Da es im Kontext extremistischer Entwicklungen jedoch immer gilt, auch Wechselwirkungen zwischen unterschiedlich orientierten Szenen im Blick zu haben, ging es uns gezielt darum, Einflüsse der linksextremen Szene und die Situation linkspräventiver Maßnahmen mit Hilfe von Experten zu reflektieren, die im Direktkontakt mit sich radikalisierenden bzw. extremistischen jungen Menschen unterschiedlich orientierter Szenen arbeiten.

Interessanterweise waren es – neben den Mitarbeitern aus der Linksextremismusprävention – vor allem Experten aus der Islamismusprävention, die problematische Einflüsse seitens linksextremistischer Akteure thematisierten und eine Vernachlässigung linkspräventiver Maßnahmen kritisch betrachteten. So brächten konvertierte und sich im Rahmen islamistischer Szenen engagierende, ehemalige Linksextremisten/-terroristen oftmals Erfahrungen und Kompetenzen mit, von denen die islamistische Szene profitiere. Sie trügen zum Beispiel zur besseren Orientierung in den Strukturen und dem System hierzulande bei, woran es in der islamistischen Szene häufig fehle. Außerdem profitiere die islamistische Szene von der gesellschaftlichen Akzeptanz und dem damit verbundenen Defizit an Repressalien, was propagandistisch genutzt und in Beratungsgesprächen von islamistisch orientierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch gezielt thematisiert würde. 

„Da wird immer argumentiert: […] aber die sind doch auch politisch, ich bin auch nur politisch, ich bin doch politisch aktiv, ich habe diese Aussage getätigt und so, das ist doch nichts verfassungswidriges, aber der Linksextremist sagt doch viel Schlimmeres, er sagt doch hier sogar, ich will hier keine Demokratie haben und so und da passiert gar nichts.“ (EXP001)

Auch die oft spontane Verquickung zwischen (gewaltgeneigten) muslimischen Jugendlichen und der linksextremen Szene, z. B. im Rahmen von Demonstrationen, wird kritisch beäugt. Hier seien dringend präventive Maßnahmen erforderlich, wie eine gute Vernetzung in den Communities oder das Aktivieren bekannter Größen zwecks offensiver Ansprache gewaltbereiter Jugendlicher bei Großereignissen. Als problematisch wird auch das Engagement linksextremistisch motivierter Personen im Rahmen sozialer Projekte (z. B. in der Flüchtlingshilfe) gesehen. Hier gälte es, Projektleiter und -finanzierer dafür zu sensibilisieren, genau hin zu schauen, wer sich im sozialen Bereich engagiert und wem Förderung zu Teil würde. Insgesamt wird die Verstärkung linkspräventiver Maßnahmen von allen Experten befürwortet. Ebenso sollten lebensweltbezogene Ansätze stärker gegenüber Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit, die aktuell den Schwerpunkt linkspräventiver Maßnahmen ausmachen (Gruber, Lützinger & Kemmesies, 2017, S. 22), in den Blick genommen werden.

Hierbei sollte eine hohe Zielgruppenorientierung gewährleistet sein, da auch deutlich wurde, dass Präventionsprojekte im Bereich des Linksextremismus von der entsprechenden Zielgruppe nur schwer angenommen werden. Gegebenenfalls lohnt hier eine stärker an zentralen Problemen (etwa Gewalt) ansetzende Prävention, die – ganz im Sinne der unterlegten Hypothese des PüG-Projektes – weniger auf ideologische denn vielmehr personenorientierte Aspekte abhebt. Es wird darüber hinaus auch das Erfordernis von mehr Grundlagenforschung gesehen, um den Linksextremismus, wie er sich heutzutage darstellt, besser zu durchdringen.”

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Dass Links- und Rechtsextremisten wenig außer den Inhalten unterscheidet, und es keinen Grund gibt, Links- und Rechtsextremisten als unterschiedlich gefährlich wahrzunehmen und differenziell zu behandeln, Linksextremisten gar als Gefahr komplett auszublenden, ist Gegenstand einer Artikelserie, in der Dr. habil. Heike Diefenbach das wenige an Forschung, was es zu Links- und Rechtsextremismus gibt, bespricht.

Bunte Vielfalt auch bei Krankheiten: Syphilis auf dem Vormarsch

Die CDC, das US-amerikanischen Centre for Disease Control schlägt Alarm. Krankheiten wie die Syphilis, die fast ausgerottet waren, sind wieder auf dem Vormarsch. Je nachdem, in welchem Stadium Syphilis diagnostiziert wird, schaffen Antibiotika, sofern keine entsprechende Resistenz vorliegt, Abhilfe. Je später Syphilis diagnostiziert wird, desto wahrscheinlicher sind jedoch ernsthafte Folgen, die von Missbildungen, Schädigungen des Gehirns über das Erblinden bis zum Tod reichen.

Syphilis im sekundären Stadium

Die Ursache dafür, dass die Syphilis-Erkrankungen zunehmen, in Deutschland von 5.724 Neuinfektionen2014 auf 6.834 Neuinfektionen 2015, ist eine, die man weder bei der CDC in den USA noch beim Robert-Koch-Institut in Berlin gerne offen benennt, wenngleich sie sich demjenigen, der in die Daten schaut, förmlich aufdrängt.

Zunächst ist Syphilis eine Krankheit, an der vornehmlich Männer erkranken.

Darstellung von Syphilis im tertiären Stadium

Doch nicht alle Männer haben dasselbe Risiko. MSM, wie es beim Robert-Koch-Institut heißt, also Männer, die mit Männern Sex haben, schwule Männer, haben ein deutlich höheres Risiko als heterosexuelle Männer:

„Angaben zum Infektionsrisiko lagen 2015 für 75,6% der Meldungen vor. Bei Meldungen mit einer solchen Angabe betrug der Anteil der Fälle, die vermutlich über sexuelle Kontakte zwischen Männern übertragen wurden, 84,7% und blieb damit im Vergleich zum Vorjahr stabil. Der Anteil heterosexueller Übertragungen lag bei 15,0% und damit ebenfalls stabil zum Vorjahr.“

Die Vielfalt der sexuellen Orientierungen, die bereits in Schulen beworben wird, sie bringt eine ganz neue Vielfalt der Infektionskrankheiten mit sich und führt dazu, dass Krankheiten, die seit dem 15. Jahrhundert ihre Opfer in Europa gesucht und gefunden haben und die Mitte der 1960er Jahre als nahezu ausgerottet galten, eine Renaissance erleben.

Die nächsten Generationen, die in Deutschland so gerne bemüht werden, sie werden es den Kämpfern für die Vielfalt danken, vor allem, wenn sie mit einer konnatalen Syphilis geboren wurden.

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Lust an Auseinandersetzung oder Frust durch Auseinandersetzung? – ScienceFiles Primärforschung

Stammleser wissen, auf ScienceFiles gibt es immer einmal wieder die Gelegenheit, an Primärforschung teilzunehmen, dabei mitzumachen, Wissenschaft live zu erleben.

Dr. habil. Heike Diefenbach hat eine Skala entwickelt, mit der Konfliktorientierung gemessen werden soll, also die Art und Weise des Umgangs mit anderen, der Diskussionsstil, die Form, in der Auseinandersetzungen geführt werden.

Wenn man derzeit verfolgt, in welcher Weise politische Akteure oder Journalisten keine Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner führen, dann muss man feststellen, dass eine Analyse der Konfliktorientierung überfällig ist. Dies insbesondere, weil anzunehmen ist, dass die Unfähigkeit, einen normalen Umgang mit dem politischen Gegner zu pflegen, die politische Akteure oder Journalisten zur Schau stellen, für die Bevölkerung nicht repräsentativ ist.

Vielmehr erwarten wir, dass die, die man gewöhnlich normale Bürger nennt, eine Konfliktorientierung haben, die deutlich von der, der genannten Akteure abweicht.

Wie so oft, wenn es in Deutschland darum geht, wie es sich mit normalen Bürgern verhält oder wenn sich eine Frage auf einen Gegenstand richtet, der nicht im politischen oder ideologischen Mainstream zu finden ist, gibt es keinerlei wissenschaftliche Forschung dazu.

Es gibt nicht einmal ein Messinstrument, mit dem man untersuchen könnte, welche Konfliktorientierungen in Deutschland gegeben sind.

Dr. habil. Heike Diefenbach will dies ändern.
Zu diesem Zweck hat sie eine Skala entwickelt, die aus einer Reihe von Aussagen besteht. Erfahrene ScienceFiles-Befragungsteilnehmer kennen es schon, jede Aussage ist mit einer Reihe von Antwortalternativen versehen, aus allen Aussagen errechnen wir dann nach Abschluss der Befragung eine Skala der Konfliktorientierung.

Wir bitten unsere Leser, zahlreich an der Befragung teilzunehmen und auf diese Weise dabei mitzuwirken, dass eine weitere Lücke der Forschung in Deutschland geschlossen werden kann.

Um an der Befragung teilzunehmen, bitte einfach hier klicken.

Die Medien sind am Erfolg der AfD schuld … Unsinn per Regression und Granger-Analyse

„Hätten die Medien mehrere Wochen lang gar nicht über die AfD berichtet, wären die Umfragewerte unseren Berechnungen zufolge fünf Punkte niedriger“, so Lehrstuhlinhaber Professor Simon Hegelich. „Wird viel über die AfD berichtet, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Umfragewerte steigen.“

Auf den Text von Buzzfeed, der die oben zitierte Einleitung trägt, sind wir über den Blog von Hajo Funke aufmerksam geworden. Funke ist emeritierter Professor der Politikwissenschaft, der sich zeitlebens nicht unbedingt durch statistische Kenntnisse ausgezeichnet hat. Deshalb sei ihm Verziehen, wenn er voller Begeisterung über das Ergebnis der Analyse von „Lehrstuhlinhaber Simon Hegelich“ berichtet. Der Lehrstuhl, den Hegelich mehr besetzt als innehat, er steht an der Hochschule für Politik in München, also eigentlich an der Technischen Universität München.

München war einmal ein ernstzunehmender Standort für Politikwissenschaft…

Hegelich hat das getan, was man Datencrunching nennt. Zunächst hat er bei Google Trends die Häufigkeit von Suchen nach „AfD“ in Google News gesammelt, dann die Umfrageergebnisse von Emnid, Forschungsgruppe Wahlen, GMS, Infratest dimap, Forsa, Insa, YouGov und Allensbach zusammengetragen und alles miteinander vermengt. Den Datensalat hat er dann mit dem Besteck der Regression auf lineare Bestandteile durchsucht und mit einer Granger-Analyse so lange herumgewerkelt, bis herauskam, dass sich die Anzahl der Häufigkeit von Suchen in Google News, in denen der Begriff „AfD“ vorkommt, in 4 oder 5 oder 6 Wochen auf den Umfragewert der AfD niederschlägt.

Ja.

Muss man dazu eigentlich noch etwas sagen, um den Unsinn dahinter deutlich zu machen?

Müssen wir wirklich „Warum-Fragen“ stellen?

Warum dauert es 4, 5 oder 6 Wochen bis Hans F, der nach der AfD gesucht hat, endlich von INSA befragt wird und sagen kann, dass er die AfD wählt? Wieso dauert es 6 Wochen, bis Hans B., der auch nach der AfD in Google News gesucht hat, sagen kann, dass er nicht die AfD wählt? Was macht Hans D., der nach der AfD gesucht hat und überhaupt nicht , von keinem der Umfrageinstitute befragt wird?

Die Dummheit, die sich in angeblichen wissenschaftlichen Analysen bahnbricht, ist nicht mehr auszuhalten.

Norwegian Crude Oil kills! Source Proof

Tyler Vigen hat eine Kunst daraus gemacht zu zeigen, dass man jeden Unsinn korrelieren kann und hätte er Lust, eine Granger-Analyse zu berechnen, wir haben keinen Zweifel, dass er problemlos nicht nur zeigen könnte, dass der jährliche Käsekonsum mit der Anzahl derer korreliert, die sich in ihrem Betttuch so verstricken, dass sie ersticken, sondern dass der Käsekonsum die Ursache der Betttoten durch Ersticken ist. Oder, passender für Hegelich ist die hohe Korrelation zwischen der Anzahl von Raketenstarts weltweit und der Anzahl der Doktortitel, die an Soziologen verliehen werden. Je höher erstere, desto höher zweitere. Die Raketenstarts, so wird eine Granger-Analyse zweifellos zeigen, sind kausal für die Anzahl der promovierten Soziologen. Schließlich gibt es einen fast perfekten Zusammenhang zwischen dem jährlichen Mozzarella-Konsum und der Anzahl der Ingenieure, die im Bereich Tiefbau promoviert werden. Offenkundig würde eine Granger-Analyse zeigen, dass mit der Zahl der promovierten Tiefbau-Ingenieure der Konsum von Mozzarella wächst.

Die Beispiele zeigen, dass man fast jeden Unsinn mit Korrelationsanalysen finden kann. Dass dem so ist, daran ändert auch die Granger-Analyse nichts, denn die Verwendung einer Granger-Analyse oder einer Korrelationsanalyse oder einer Regression macht nur dann Sinn, wenn der, der die statistischen Methoden bedient, eine theoretisch formulierte und mit Argumenten gestützte Vorstellung davon hat, warum der von ihm gemessene Zusammenhang besteht. Man nennt diese Vorstellung auch Hypothese.

Also zurück zum Warum.
Warum hat die Suche nach der AfD in Google in 4, 5 oder 6 Wochen zum Ergebnis, dass die Häufigkeit der Antwort „AfD“, die die Forschungsgruppe Wahlen erhält, höher ist als noch zwei Wochen zuvor bzw. niedriger?

Und wie kommt man von der Suche nach „AfD“ in Google News und vom Anteil, den die AfD bei Infratest Dimap in der Umfrage von 19. September erhalten hat, noch einmal zu der Behauptung, dass es einen kausalen Effekt zwischen dem AfD-Erfolg bei der Bundestagswahl und Medienberichten gibt? 

Wann immer wir in einem Post geschrieben haben, dass die Junk Science, die wir gerade auseinander genommen haben, so großer Junk ist, dass es kaum vorstellbar ist, dass es noch größeren Junk gibt, sind wir falsifiziert worden. Die Menge an Junk, die an deutschen Hochschulen produziert wird, sie ist nicht übersehbar, nicht verständlich und nicht entschuldbar.

Wie erklärt man den in diesem Fall von Hegelich produzierten Junk?

Entweder Hegelich ist ein Datenfuzzy, der vor lauter Korrelation und Granger-Analyse vergisst, dass man einen Zweck, einen Grund, eine Antwort auf die Frage „Warum“ benötigt, wenn man den Zusammenhang, den man gefunden hat, erklären will. In diesem Fall wäre die Analyse von Hegelich das Ergebnis einer defizitären Ausbildung, in deren Verlauf es möglich ist, statistische Methoden zu erlernen, ohne zu wissen, warum und wozu.

Oder Hegelich ist ein Opportunist, einer, der versucht, Öffentlichkeit für sich zu schaffen und bekannt zu werden. Was wäre dazu besser geeignet, als diejenigen in Deutschland, die schon beim Anblick einer harmlosen Regressionsgleichung Fracksausen bekommen und mit Begriffen wie „Granger-Analyse“ zum ehrfurchtsvollen Verstummen gebracht werden können, an der Nase durch die Manege zu führen, um sich selbst als großen Statistiker zu inszenieren, der die Wahrheit über den AfD-Erfolg verbreitet hat?

Damit auch der letzte bemerket, welchem Unsinn er möglicherweise aufgesessen ist, vielleicht bemerkt es sogar Hajo Funke, hier unsere Analyse, die zeigt, dass der FC Bayern schuld am Wahlerfolg der AfD ist. Die Suche nach „FC Bayern“ korreliert mit der Suche nach „AfD“ (r = -.35). Mit einer Granger-Analyse können wir zeigen, dass mit einem Lag von 3 Tagen nach der Berichterstattung über den FC Bayern, die Suchen nach der AfD steigen. Um es in den Worten von Simon Hegelich zu formulieren: Die Berichterstattung über den FC Bayern führt nach drei Tagen zu einer hohen Berichterstattung über die AFD, die, eine Erkenntnis, die wir auch Hegelich verdanken, mehr AfD-Prozente in den Umfragen von FGW, Infratest Dimap, Allensbach usw. zur Folge hat.

Also Ihr Medien: Es gibt kein Entrinnen. Berichtet Ihr über die AfD, dann kommt dies der AfD zugute, berichtet Ihr über den FC Bayern, dann kommt das auch der AfD zugute. Bedankt Euch bei Simon Hegelich. Von dem stammt dieser Junk.

Granger-Kausalität ist eine bestimmte Form der Kausalität, die in Zeitreihenanalysen benutzt wird. Die Idee der Granger-Kausalität ist einfach: Eine Variable X ist Granger-kausal für Y, wenn Y besser über die vergangenen Werte von X und Y vorhergesagt werden kann als über die vergangenen Werte von Y alleine.

Die Idee basiert auf mehreren Voraussetzungen:

  • Nur vorausgehende Werte von X können kausal für Y sein.
  • X muss sich exogen zu Y verhalten, d.h. X für sich darf nicht Granger kausal für Y sein.
  • X und Y müssen statistisch unabhängig voneinander sein. D.h. X darf für Y nicht Granger-kausal sein und Y nicht für X.

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